Schnstleitiiog. - a a. . Verwalttmg: »«hh-uSgass. Skr. 5 a jkJ A ^ a *«tbbflii«flaffrWr.5 («nsRitei M H M ^ !k°«»,^.4 H«„). 4wa*MA*AJIl^mt -s^L WW 9 IPlsl IslTP JI ■fllil I 5E*£5 W-MZU1P1IH I &,VM mSLc ^^7»^ «SS3&5» *"*"*• I _^T eingeleitet« »Munnentl •Mftxx«Rea-«.M. »«.«». »"'"> — '" ■«""«"!«»«■ Mr. 45. Ariede. T ie Buren haben sich ergeben! Diese überraschende Kunde trägt der Draht durch die Land». Die versammelten Burensührer haben die Frieden«anerbietungen England» angenommen, sie haben da« Versprechen auf Recht und Ruhe und Frieden eingetauscht für ihre Unabhängigkeit, für jene« herrlichste Gut de« freien Manne«, für da« sie in dreijährigem Heldenkampfe ihr Gut und Blut und da« Glück ihrer Familien eingesetzt hatten. England hat gesiegt! Sei.« Sieg ist da« schmachvollste Blatt in de Geschichte Europa«, denn der Lorwand zum Kriege stempelt« ihn zu einem der schändlichsten Raubkriege, die je geführt wurden, und während de« Kriege« selbst, der nie diesen — sifc venia verbi — Ehrennamen verdient, entpupp e sich da« stolz«! englische Heer al« eine Horde von Mordbrennern. Frauenschändern und Dieben, eine Bande, deren krieg«rechtliche Au«-«ilgung die erste FriedenSbedingung sein sollte, die England erfüllen müßte. Die Buren si d erlegen, erlegen dachf. m Ertuttgarl neu erichienenen Sammlung: „Wolken und Swinfdchem". Gesammelle Torsgeschichten von Ludwig Avzengruberr. Mr empsehten diese Sammlung aujs wärmste unseren Leseern. ßilll. Donnerstag. S. Juni 1902. voll im Kriege zu erleiden hatte, ward mitempfunden in ganz Allseutschland, dessen Volk den Eckel über die englischen Schandtaten am ehrlichsten zum Au«-drucke gebracht hat. Je mehr die Empörung über die englische Krieg«sührung wuch«, für desto un-möglicher wurde der Friede gehalten, der Friede, mit dem England gesiegt hat. Wa« den Fri den beschleunigt hat, — wer weiß e«: da« uferlose Elend d.r Frauen und Kinder? — d e fortgesetzt ergänzte englische Uebermacht? — da« blinkende Gold, da« schon einmal in diesim Kriege so schick» sal«schwer gewesen? Wer wetz e«? Die Fri»den«b»dingung»n haben folgenden Inhalt: Art. 1. Die Bürger im Felde leg n sofort die Waffen nieder und übergeben sofort alle Kanonen, Waffen und KriegSmunition, die sich in ihrem Be-sitz« oder unter ihrer Kontrole befinden. Sie stehen vom wtiteren Widerstände gegen die Autorität König Eduard« VII. ab, den sie al« ihren gesetz» lichen Souverän anerkennen. Ar». 2. Alle Bürger im Fe de außerhalb der Grenzen Transvaal« und der Oranj -Kolonie und alle Kriegsgefangenen, die sich gegenwärtig außer» halb Südasrika befinden und die Bürger sind, werden, wenn sie die Stellung al« Untertanen de« König« Eduard anzunehmen erklären, zurückgebracht werden, sobald die Beförderung und Subsistenz» Mittel beschafft und gesichert sind. Art. 3. Die sich ergebenden oder zurück» kehrenden Bürger werden ihrer persönlichen Frei» heil und ihre« Eigentum« nicht beraub». Art. 4. Gegen die sich ergebenden oder zurück» Leut' bringen. Kennst 'a wohl die alle Bräunin» gerin, '« selbe alte zaundürre Weiberl, wa« d' Kitteln so im Griff hat? Sie fürcht' sie allweil, daß s' vor Magrigkeit verliert, und da krampst sie sich randwei« in d' B'satz ein und ruckt all'« mit» einander af d' Höchen. In der Brunngassen hat'« ein klein'« Häuferl und weit davon ein klein' Acker mit Grundbirn und af all'n zwei'n mehr Mäus', al« |' drein und draus unterbringen kann. Vor 'in Jahr war'«, da i« ihr a alte Katz' krepiert, z'erst hat s' im ganzen Hau« h'rumg'sucht und g'lockt: „Mitzi, Mitzerll Wirst doch kein' schlechte Mutter machen und deine Kinder verlassen? Mein schön'« lieb'« Mitzerl' — und wie si'« liegen sieht, sagt j': — „Ach mein, jetzt i« dö« Mistviech richtig hin wurd'n." Na, mit einer toten Katz' war nix anz'fangen; wann sie s' aber af ihr'm Feld ein- !>rabt, so i« dö« a Dünger wie a anderer. Weil ie sich doch g'scheut hat, daß sie s' so ledig anfaßt, bind't sie s' fein sauber in a alt'« Tüchel, nimmt '« Packerl unterm Arm und geht schön langsam nach ihr'm Acker. Nit weit davon steht die Hütten, wo der Domini drein haust mit Weib und Kinder. Wo dö schrei'n, so krieg'n f von der Mutter d' Lotterie» zetteln zum Spiel'n und vom Badern Schlag' und dö« wird für'« Schulgeh'n abg'rechne». Na, 'n selben Abend ist der Domini just such«»eufel«wild am Feldweg g'standiN, wie allmal mit ein' großen Durst, aber — wie oftmal — mit kein' klein' Groschen im Sack. Steht da und fahrt sich a öften, wie sein Brauch 'i«, mit der Linken über'« Kreuz, was ihm g'wiß nöt vom viel'a Arbeiten weh 'tan hat und rasaunt herum: „Kein Hergou hilft unferein'm, wann mer ihm gleich alltag' fein Vaterunser, oder a paar bet'n." — „Muß aber auch a Freud' für 'n Herrgou'n sein, wann ihm so a Schnapsbruder Vader heißt!" — Und schreit er: 27. Jahrgang. kehrenden Bürger wird weder ein zivil», noch kriegS» gerichtliche« Verfahren für im Zusammenhange mit dem Kriege stehende Handlungen einge'eitet. Diese Klausel wird jedoch nicht aus gewisse, den Krieg«» gebrauchen zuwiderlaufende Handlungen auSge» dehnt, wonach litztere sofort nach Beendigung der Feindseligkeiten vor dem Kriegsgerichte zur Ver« Handlung gelangen. Die holländische Sprache wird in den öffent» lichen Schulen Transvaals und der Kapkolonie ge» lehr», wo die Eltern eS wünschen und ist vor den Gerichtshöfen gestattet, wenn eS für die wirksame Ausübung der Rechtspflege nötig ist. Der Besitz von Gewehren ist in Transvaal und der Oranje» Kolonie denjenigen Personen gestattet, die solche zum Schutze brauchen, wenn sie den gesetzmäßigen Er» laubnisschein hiefür erhalten. Die militärische Ver» waltung soll sobald als möglich durch Zivilverwal» tung ersetz« werden und sobald die Umstände eS gestatten, sollen die repräsentativen Institutionen, die zur Selbstverwaltung führen, eingeführt werden. Die Frage, ob den Eingeborenen da« Wahlrecht zu gewähren ist, soll erst nach der Einführung der Selbstverwaltung entschieden werden. Eine spezielle Steuer zur Zahlung der Krieg«kosten soll auf Grund» besitz in Tran«vaal und der Oranje-Kolonie nicht gelegt werden. Sobald die Verhältnisse e« gestatten werden, wird in jedem Distrikte eine Kommission ernannt werden, in der ein Beamter den Vorsitz führt und in der die Bewohner de« Distrikte« vertreten sind, und zwar zu dem Zwecke, um den Leuten bei „Himmelsapperment. hitzt gilt mir schon all'« gleich, ich tu' wa« I' Schon a Zeit hat er die Bräuningerin dabersteigen g'seh'n und bemerkt, daß s' wa» tragt, und w e s' ^anz nah i«, saßt er mit der Linken an« kreuz und mit der Rechten nach'm Packet: „Her damit. Alte,' und fort war er, und dö wär'« auch gern g'west, aber nach der anderen Seite zu, doch au« Angst hat s' nit von der Stell können, wie s' später g'sagt hat „nit um a G'.chloß", ich mein' aber, sie hätt' kein'« dafür kriegt, einer Alten gibt mer doch für« Davonrennen kein G'schloß. ehender verheißt mer'« einer Jungen für« Zulaufen. Mittlerweil i« der Domini. schier ein'n Kcps größer, in sein' Hütten treten. „Da schaut'« her, was '« für ein'n Badern qabt«,' schreit er sein'n Leuten zu und wirft '« Packel af'n Tisch; wie aber '« Mit'brachte näher i« ang'schaut word'n, da sein s' alle miteinander au«g'rennt, so ein Eil' hab'n \' g'^abt. daß |' in d' fri'che Lust kommen. Ich kann'« nit sagen, wer dö Sach' verzunden hat, aber mit einmal krieg'n wir allz'samm a Vor» ladung vor'« KreiSgericht, der Dommi, d' Bräu» ningerin, ich und no a paar, dö von näher oder von weiten 'n ganzen Attack mitang'schaut hab'n. No, t ö Bräuningerin hat einer von u S as'n Wagen g'nummen, und so sein wir halt inS G'richt g'sahren. Der Domini hat z' Fuß geh'n können. iS auch gleich in aller Früh von daheim sor», war ihm just nit leid, daß er ein'ganzen Tag hat sei rn können und ein'm löblichen KreiSgericht daran d' Schuld geben. Wie wir dort hintresten, weist mer un« gleich in 1/ Stub'n zum Herrn Adjunkt; i« 'n g'spassiger Mann g'west. derselbe Herr. Er dürst amal. daß er über alle« B'scheid weiß, auch probiert hab'n. mit'« Aushängen tut, denn er hat allweil um siin Hal« h'rumg'fingert, al« ob 'a dort noch '« Stricke! einschneiden tät'. Gleich nach un« tappt der Tomini herein, und Seite 2 Nummer 45 Wiedereinsetzung in ihre Heimstätten Beistand zu leisten, und wenn sie infolge der KriegSverlust« außerstand« sind, sich damit zu verfehen, Nahrung. Obdach. Saatgut und andere« zur Aufnahme der normalen Beschäftigung zu liefern. Die englische Regierung wird der Kommission drei Millionen Pfund Sterling (66 Millionen Kronen) zur Ver-sügung stellen und gestatten, daß alle Noten, die unter dem Gesetz I vom Jahre 1900 in der südafrikanischen Republik emittiert wurden, und alle von Offizieren oder auf Ordre gegebenen Empfang«-schein, einer juristischen, von der Regierung er-nannten Kommission eingehändigt werden. Wenn solche Noten oder Empfangsscheine von der Kom-Mission al« berechtigt zum Ersatz und al« für eine wertvolle Gegenleistung ausgegeben besunden werden. sollen sie als Beweise für KriegSverluste gelten, welche die Personen erlitten haben, denen sie ur-fprüngltch gegeben worden sind. Außer der ober-wähnten Dotation von dr«i Millionen wird die Regierung bereit sein, Vorschüsse zu gewähren al» Darlehen für den oben angeführten Zweck. Der beim Friedensschlüsse anwesende Gouverneur Milner hat an Ehamberlain «ine Depesche gerichtet, welche ergänzt und in der eS heißt: .Nachdem ich den Delegierten eine Abschrift de« Entwürfe« eingehändigt, la« ich denselben folgende Erklärung vor. Dieselbe lautet: Die Behandlung der Kap- und Naialtolonisten, die im Ausstande waren und die sich ergeben haben, wird, wenn sie in die Koloni n zurückkehren, von den Kolonial-regierungen gemäß den Gesetzen der Kolonie ent-schieden. Britische Untertanen, die sich dem Feind« angeschlossen haben, werden dem Gerichtsverfahren desjenigen Teiles de« britischen Reiche« unterworfen, dem sie angehören. Die britische Regierung ist von der Kapregierung benachrichtigt worden, daß nach ihrer Ansicht die Bedingungen, die den nichtbriti» schen Untertanen, die jetzt im Felde stehen oder sich «rgkben haben oder mit 12. April 1901 gtsangtn worden sind, gewährt werden sollen, folgende sind: Gemeine Soldaten sollen, nachdem sie sich ergaben, oder die Massen au«geliesert haben, vor dem Ma-gistrat« dt«jtnig«n Distrikt««, wo di« Utbergabe «r-folgt, eine Erklärung abgkben, in der si« sich dr« Hochvtrraie« schuldig erkennen; ihre Strafe soll, fall« sie nicht einen Mord oder ein« Handlung be-gangen haben, die g«g«n den Gebrauch zivilisierter Kri«gführung sind, darin b«st«h«n. daß sie leben«-länglich nicht berechtigt sind, in die Wählerlisten «ingttragkn zu w«rv«n oder bei Parlament«- und ProvinzialratSwahlen zu stimmen.« wie er d' Bräuningerin ansichtig wird, sagt «r zu d«r: „Ah, haben s' dich schon eing'tiefer«, du alt« Hex? DöS iS mer lieb. So iS halt doch a Ge-rechtigkeit im Land. Du hast mich nicht schlecht betrog»! Herr Adjun »,* sagt «r d'raus zu dem, „freiwillig hat sie lich von mir berauben lassen, hat auch a rechtschaffen'S Binkerl mitg'jührt, waS war ab r drrin „JessaS, du ditbischir Raubmörter!" b.lstrt di« Bräuningerin, „beklag' du dich noch! Duka en hätten bceii sein sollen? A verreckt Vieh war drein und dö« war dir vergunnl." Auf ! öS bat 'n Avjunk« ter Hal« kitzelt, und er sagt: .Lieb'» L«ut! Woll'» annehmen, '* wär all«« doch nur «in G'spaß." No zetert d' Bräuningerin: „A sauberer G'ipaß, wo ein'« d'rüber siech könnt werd'» vor Schrecken oder hin auch gl«ich!" „Hätt' dir auch nicht g'schad't," «ifert »er Domini geg'n ihr und d'rauf zum G'richt: .Ah na, Herr AdMkil Denken S' Jhne", So hätten daheim Weib und Kind hungern und geh'n in der «hrlichen Absicht vom H.u«, ein'« anz'packen und krieg'n nix al» a tot- »atz! Dö« lass' ich nicht für ein' G'spaß gelten!" DöSmal muß aber 'n Herrn Adjunkt 'S Strickl höllmenlisch eing'schnitten hab'n. lenn er i« in d' Höh' g'fahr'n. .Du bist a Viech!" schrei» er 'n Domini an. «War'S ka G'spaß. so ist's Raub sz'west und dafür kr egst bei aller Gnad' und Barm-Herzigkeit a vaar Jahr'." „Für d' Katz," sagt der Adjunkt. „So. so? No. not" lagt der Tomini. „Schier mein' ich schon selber. 'S wär' nur a G'spaß g'west * D'rauf hat er so a deppe:« G'lächter ang'hebt, daß mer unS alle miteinander nit and r« hab'n helfen können und mitlachen müssen. Und fo i« 'S Russische Zustände. In Rußland herrscht gegenwärtig wieder eine furchtbare Hungersnot. Wa« die« bedeutet, kann man sich in Westeuropa nicht vorstellen. Die Hun-gerSnot ist ein Würgengel, der jährlich tausend« und abkrtaufend« hinrafft, der mächtiger ist al« der Zar. Die oppositionellen und radikalen Parteien Rußlands machen aber den Zar verantwortlich für die entsetzlichen Gräuel der Hungersnot und selbst „Slov«n»ki Narod," in d«ssen Träumen Rußland ein Eldorado ist — erst kürzlich sang er «in bac-chantisch«« Jub«lli«d über da« Aufblühen der sinan-ziellen Kräfte im Zarenreiche — selbst „Narod" meint, daß da« absolutistische Regime in Rußland vor einem Riesenkrach« steh« und sag», daß di« armen hungernden Bauern durch die vom Zar gnädigst bewilligte Steuerabschreibung von 120 Mil-lionen Rubel nicht werden gesättigt werden. Die in Galizien erscheinend« Zeitschrift .Hro-madSki Holoß/ da« Organ der klein-rufsisch-radi-kalen Partei der Ukraine, gibt in einer ihrer letzten Nummern eine überaus lebendige Schilderung der grauenhaften Schrecken, die der Hunger, „der zweite russische Zar," im nordischen Riesenr-iche verbreitet. Wir geben im Nachfolgenden eine wortgetreue Ueber-setzung dieser ebenso ergreisenden, wie interessanten Darstellung, deren Daten nach Angabe deS Blatte» au« „geheimen Verordnungen und Erlässen der russischen Regierung' geschöpft sind. „HromadSki Holoß* schreibt: Da» Leben de« russischen Bauernoolke« bedeutet «in Leben in Armut, Leiden und vor allem unaushörlicher Hungersnot. Hunger — heißt d«r zweite russisch« Zar. Der herrscht fast volle hundert Jahre und vernichtet, wie der Zarismus die russischen Acker-bauer. Vom Jahr« 1802 bi« 1902 waren in Ruß« land 50 unsruchibarc Jahr«, — da« ist wahrlich etwa« furchtbare«, wcShalb sich auch die Hunger»-not mit der Zeit auf mehrere Gouvernement» au»-gebreitet Hai. Und di«f« 50 Jahr« Hu»g«rSnot in einem Jahrhundert bedeuten für den Muschit (russischen Bauer) eine lange Zeit deS Leiden«, unbe» schreidlicher Krankheiten, vorzeitigen Sterbens und eine» Meere» von Tränen. Da» bedeutet: der Muschik und die Seinen, während sie sich noch bei einer guten Ernte nicht halb anessen können, müssen in einem anderen Jahre mehrere Monate hindurch Spreu, und wenn e» auch diese nicht gib», Baum-rinde essen. Das macht e» erklärlich, daß di« hungrig« russische Bevölkerung infolge der Hunger»- zu sein'm guten Glück sür» erst'mal dabei blieb'n und all'» für die Katz g'west. DöSmal aber wird wohl der Herr Adjunkt nicht lachen, der Grindel-bauer auch nicht und am allerwenigsten der Domini. Hab' mir'» doch gleich damal schon lenkt, dö Katz laßt Haar, und davon bleibt wa» anhängen. Hlever ßrdöeöen und Sntkane.*) Von Zeit zu Zeit wird die Menschheit durch gewaltige Erdbebe» und VulkanauSbrüche daran er» inner», daß der Plane», den wir bewohnen, noch kein »oter. erstorbener Wellkörper ist. wie etwa der Mond, der über un» dahinzieht, sondern daß di« g«birg»bildeiiden Kräfte, jene Kräfte, die mit gewaltigem Griffel di« starren Züge in da« Antlitz der Erde gruben, auch heute noch bei der Arbeit sind, wie da» farchtbare Unglück aus Martinique zeigt. Ja. wir müssen un» eigentlich wundern, daß nicht öfter derartige Katastrophen Leben und Eigentum der Erdbewohner vernichten; bedenken wir doch, daß aus einem Erdglobus von zwei Meter Durchmesser die höchsten Berge der Erde nur einem Siecknadelkopf an Größe gleichkommen, und daß die ganze Erdrinde infolge der Abkühlung, der Ausstrahlung der inneren Erdwärme in den fallen Weltenraum, sortwährenden Schrumpfungen und Faltenbildungen unurworse» ist, wie etwa die Schal« eine» trockene» Apfel». Solch« sür den Ertb^ll an sich ganz geringfügigen Erscheinungen bilden »atür-»ich sür die kleine Welt de» Menschen und seine ») Wir entnclimen dickn Artikel dem Prachtiverle .Weltall und Menschheit", Geschichte der SrsoischunL der Naiui und der Berwcriung der Naiurtraste im Dienste der Voller, herausge«eden von Han» Kraemer in Verbindung mit licrvorragenden Fachmännern. Mcher-Liesenmg «0 Pfg. Deutsche« verlagShau» Bong & Co., Berlin-Leipzig. not furchtbar au»stirb». Sehen wir un» als« ta Statistik der unfruchtbaren Jahre im veifloflem Jahrhundert« an. Im Jahr« 1804 herrschte Hungersnot im vord-lichen und nordwkstlichrn Rußland, 1805 ni 5»t>< rußland, 1807 und 1808 in Nordwrstrußland, 1509 quält« di« Hunger»not sogar Finnland, 1812 raüitti sie im im Innern Rußland« und im fern«» Sibirien. 1828 geriet nichts im West- und Nordweftrußlaid. Von 1839 bis 1846 kehrt« di« Hungersnot jedes Jahr wieder und zwar in 25 Gouvernememt. darunter auch in der Ukraine. Von 1348 bi» IZ^ suchte der Hungrr am häufigsten die 15 „fchaaq-erdigen" Gouvernement» au». Im Jahre 185t) wütete di« Hungersnot in Westrußland und beherrschte im Jahre 1855 15 Gouvernements. V» Jahre 1867 angesanaen, haben wir schon genauen Berichte und Angaben. In den Jahren 1867 ut 1868 herrschte Hungersnot und Mißernte in 11 @ou> vernemeniS, d. i. auf einem Flächenraume c« 982.000 Quadratkilometern, wo 8,870.000 Mev schen an Hunger litte». Drauf kam die sogenaiie Samarisch« Hungersnot, 1872 und 1873. welch« sich überaus weit ausbreitete. Sie erhielt ihn» Namen von dem Gouvernement Samara, wo sie di« schlimmsten Folgen zurück.ieß. Im Iahn 1880 hungerten in 10 Gouvernements auf emm Flächenraume von 990.000 km' 14 Million» Menschen. Im Jahr« 1883 herrschte Hungerte in stchS. 1885 in acht Gouvernement». Seit dies« Zeit wiederholen sich aber die Schrecken der H«>-gerSnot in furchtbarer Wrif«. Im Jahre lft'l litten schrecklichen Mangel an LebenSmiiteln i» 30 europäischen und asiatischen Gouvernement» in»- § «sammt 54 Million«» M«nsch «n aus «im» iläch«nraum« von 5,940.000 Km', einem Qe-biete, welche« größer ist. alS halt Europa. Im Jahre 1892 wütete die Hun^nt-not in 15 Gouvernements auf einem Gebiete vn 1,254.000 km* mit 30 Millionen Einwohnen. E» muß erwähnt werden, daß sich die Mißerile am meisten in jenen Gouvernement» zeigt, welche verhälinitmäßig den besten Boden habe», i» sogenannten „Gebiete der schwarzen Erde*. Zeii dem Jahre 189a haben wir schon die Regiern», d«» gegenwärtigen Zaren Nikolaus II. iii dieser den Zarriuhron brstieg, tief «r fo laut, die die ganze Welt eS hören konnte, au», daß er »ich!« abändern, sondern in den Bahnen seine« Saiert gehen werde — und er ging auch darin. Äaj-rend seine» Zarentum» weicht die Hungersnot nicht mehr aus Rußlaid und jede» folgende Jahr ist schlimmer al» da« frühere. Im Jahre 1897 grassiert« dir Hunxni> not aus einem Flächenraume von 1,730.000 km' mit 37l/i Millionen Einwohnrrn, im Jahr« 18W suchte sie 12 Gouvernement» mit einer AuSdehnmix von 1,307.000 km* und 25 Millionen Menschn Pygmäetiwerke schreckliche, zerstörende Ureigmfsr. Die Frage nach der Ursache dieser für Menschheit so bedeutung»vollen Katastrophe« von hoher Wichtigkeit, aber auf diese Frage wt-mag auch die moderne geologisch« Wissenschaft nc$ keine endgiltige Antwort *u geben. Besonder« trifft die» sür die vulkanischen Erscheinungen zu. währni über die Erdbibensrag« weniger widerstreitende Zli» sichten herrschen. Galt zunächst noch die Humboldt'sche ?»f> sassung von der vulkanischen Natur der Erdbiw ganz allgemein, so ließen doch 1873 und 1874 zwei Abhandlungen von Eduard Sueß über .M Erdbeden Niederöst«rr«ich» und Südilalmi» um Gesichtspunkte hervortreten, und man hat sich seit-dem ziemlich allgemein dahin geeinigt, daß Ihd-erschütterungen nicht nur durch vulkanische Ursache» und durch Einsturz unterirdifcher Hohlräume, soiidm auch durch die gebirgSbildenden Vorgänge, m Aallungen. Verweisungen und sonstige Lage»rkr> änderungen von Teilen der Erdrinde, heroorfleritsn werden können. Zu der letztgenannten klaffe r« Erdbeben (DiSlokationS- over tekionische Beden) hört der größte Teil der weit ausgebreiteten leid-erschütterungen, während vulkanische und Eiiistiy» Beben meist aus kleinere Erdräume beschrsiti bleiben. Wie schon oben kurz erwähnt, bewirkt die Abkühlung der Erd« nach der allgemeinen Ansicht eine Zusammenziehung der inneren Erbmasse», »» der gleichzeitig eine Kontraktion der Erdrinde kl" bunden ist. Diese Kontraktion der Erdrunde zu Faltenbildungen, LanerungSv.ränderung dechlbk» führen, und hierauf lassen sich im allgemein» mit Erdbeben-Erscheinungen zurücksühren. Äußeroröeiii-lich interessant ist eS. daß ein moderner Gelehnn. der geistreich« Geolog« A. Stübel, infolge sei»« Untersuchungen in Bezug auf die Zusammenziehrni; Nummer 45 heim. Im Jahre 1899 kehrte die Hungersnot in den Gouvernement« Cherson, Taurien und Best-arabien ein und breitet« sich im Jahre 1909 außer in den genannten drei auch in den Gouvernement« Kiew und Podolien und im größten Teile de« asta-tischen Gebietes au«. Un» im gegenwärtigen Augen-blicke wütet in Rußland eine furchtbare, bisher un-erhöite Hungersnot. Selist die Regierung vermag sie nicht zu verschweigen. Schon zu Beginn de« Jahre« 1901 verkündete die Regierung, daß die Hungersnot in 12 Gouvernements hereingebrochen ist, und später im Herbst« erzählte die Regierung schon, daß die Hungersnot schon in 19 Gouverne-»ent« auf einem Gebiete von 7,220 900 km' mit einet Bevölkerung von 40 Millionen Seelen grassiere. Diese« Gebiet ist größer al« zwei Dritteilt von ganz Europa! Im Dezemb«r 190! hun-gerten «ach rin«m R e g ier u n g « b«r i ch t e 54 Millionen Menschen in 33 Gouvernement« und Mut« Jänner 1902 vrrlautbaet« da« Ackerbaumin isterium, daß die Hungersnot in 60 Gouvtrn«-«ent« herrsche. Da« sind di« wahren Dimensionen der russischen Hungersnot, so wahr, daß selbst die russische Regierung (und sie verhrimlicht gern«) nicht ein Wort verschweigt, denn diese Daten sind russischen Amt«b«richten «n t n o m m e n. Aber sehen wir uns noch an. wie bei solchen Zuständen da» Volk und sein L«b«n ist. Wenn die Ernte nicht gut gerattn ist. beginnt die Winter«z«it und die bäuerliche Bevölkerung bereitet sich — hungrig — zur Winterruhe vor. Da« Vieh haben sie den Wucherern sozusagen umsonst verkauft, damit e« nicht vor den Augen seine« Herrn verhungert. Durch die Hunger«not entstehen verschiedene und ansteckende Krankheiten. E« tritt der Typhus auf und vor allem die gerade au« der Hunger«not entstehende Krankheit Skorbut. Da» ist eine furchtbare Krankheit. Das Zahnfleisch und der Gaumen fangen zu saulen an, di« Zähne und Haare sallen au«. Der Mensch empfindet am ganzen Körper Stiche, in die Hautgefäße und Organe de« Körper« ergießt sich Blut, denn die Wände der Adnn sind zerrissen. Au« Mund. Nase und Augen fließt Blut und da« Volk stirbt hin und hat n«cht einmal die Kraft zu einem verzweifelten Hilferuf«. Und auf diese Weise kommen in Rußland tausend« von junge» und alt«n Landleuten um; die Kinder verfaulen im Mutterschoßt, die Mütter verfaulen bei ltbtndigem Leibe am nackten Boden und nicht einmal Stroh ist zum Lagern vorhanden. Und der Vater muß die« alle« ganz verzweifelt ansehen und erwarte« ein gleiche« Schicksal. Ist da« nicht die wahr« Hölle? Hör«n wir noch, wa« ein höherer russischer Beamtrr gesehen hat, welchtr da« Gouv«rnem«nt Saratow bereiste: „Ich suhr," so schreibt er, „gegen der Erbmassen zu einem durchaus anderen R«fultat grlangt ist. Aus feinen langjährig«« Reisen in den Lulkangebielen Ekuador« ist dieser Forsch«? zu der Ueberzeugung gekommen, daß der feu«rflüfsigr Ge-sttin«br«l im Btrlauf« de« Erkaliung«prozesse« «ine Phase der Wolumen-Vergrößung durchlaufe, die mit einer ungeheuren Krastanftreugung verbunden sein könne. Stüibel glaubt, baß die EruptionSmaffen sich stets üb'tr der Erstarrungskruste der Erde au«« gebreitet hätten, daß sie damit die sogenannte .Panzerdeck«' bildeten und so da« Volumen der Erde vergrößerten, nicht verkleinerten. Er nimmt die Dicke bttefer Panzerdecke zu etwa 50 Kilometern an und deinkt sich ie feste Erstarrung«kruste der Erde etwa S2000 Kilometer dick, so baß da« glut-flüssige Ma^gma de« Eridnnern nicht mehr bi« zur Oberfläche dver Erde au«gestoßen werden könne. Die Erklärung der vulkanischen Erscheinung ist, wie gesaugt, noch keineswegs in zufriedenstellen» der Weise gzelun en, und je nach der Anschauung, o>« einzelnee Forscher von der Beschaffenheit de« Erdinuern bbesaßen, waren auch ihre Ansichten über die Natur dee« Vulkan-Phänomen« verschieden. Mit zunehmenderr Kennini« der vulkanischen Vorkommnisse fremdeer Gebi.te hat sich auch die Ansicht ein» wurzeln müfissen, daß die vulkanischen Erscheinungen weit manniggsacher und gestaltreicher sind, al« man noch zu Annsang de« XIX. Jahrhundert« annahm, zu «in«r Ztieit, wo die südeuropäischrn Vulkan« sast allein die Lehrmeister der Geologen darstelltn. Namentlich erweiterten die geologischen Untersuchun-i'.en J«land,d» durch Bunsen, Preytr, Zirkel und Thoroddsen, i, der Sandwich-Inseln durch Dana und Dutton. d«rer Vulkane von Ekuador durch Reiß, Stübtl und ) Wol», der japanischen Vulkane durch Junghuhn u und Verbek ganz wesentlich den Umfang unsere» Wissifseiit über die vulkanischen Erschtinungen. Man erkannmte nun, welch wesentlichen Einfluß die «K»»tfche Macht" C.; e» hatte — 300 R. Die große Straß« zog | sich durch die Dörfer, wie durch ein Todienreich. Rauch enlstieg kaum aus jedem zehnten Schornsteine. Die Leute sammeln sich in dumpfen Zimmern mit dem Vieh, sie wärmen sich untereinander mit der eigen?» Körperwärme — Hol; hab«» sie nicht. Warme Nahrung haben sie nicht — der Typhu» graisiert überall, einzelne Dörfer gleichen Brand-stälten. DaS Stroh haben sie von den Dächern herabgerisfen und es dem Vieh gegeben, man sieht die nackten Dachstühle. Aber auch Vieh ist nicht viel vorhanden. Hie und da trifft «an einen dürren Klepper, der mehr einem Gespenste als einem Pferde gleich«, an einen Schlitten angespannt; am Schlitten liegen mehrere bleiche ausgehungerte Kinder und neben ihnen schleppt sich der hungrige Muschik mit seinem Weibe. Hier hat sich eine ganze Familie auf den Weg gemacht, um zu betteln — allein wo, bei wem? Aber da« ist noch die Aristokratie. Die meisten haben schon vergessen, daß sie einmal Vieh besessen haben und gehen zu Huß in die weite Welt auf ein „Gotte«gewerbe" (=Beiteln). Hilfe ist von nirgends zu erwarten". — Und da« sah der Be-arnie im Gebiete der „schwarzen Erde,' wa« würd« er erst gesehen haben, wenn er in unfruchtbarere Gegenden gekommen wär«. Wa» wird das auSge-hungerte, au»gemar»«t« Volk ohne Saatkorn, ohne Vieh, ohn« Viehfutter in feinen unbedeckten Hütten beginnen, wo die Leute allen Stürmen und Wettern ausgesetzt sind? Oer Finanzminister und die Steuerinspektoren. Bei der Beratung des Budgets des Finanz Ministeriums hielt der Finanzminister eine bemerkens-werte Rede, die bei allen Parteien Beifall fand. Einige Sätze sollten die vielgeplagten Steuerträger in goldene Lettern fassen und unter Glas und Rahmen in die Kanzleien für Steuerbeamten hängen. Der Finanzminister sagte, er verlange nicht, daß die Steuerschrauben von Zahr zu Jahr mehr angezogen werden, wie er es auch vermieden wiffen wolle, daß die Steuern gar zu streng mit Exekution hereinge-trieben werden. DaS ist ungefähr der Wortlaut der Ausführ-ungen deS Ministers, welche sowohl von den Abge-ordneten wie noch vielmehr vom Volke mit besonderer Genugtuung zur Kenntnis genommen worden sind. Die Worte des Ministers atmen ein gewisses Mitleid mit den hart getroffenen Steuernträger«!, vernünftige Rücksichten und gebärende Nachsichten, eine Art „Mit sich reden lassen". Andererseits schließen die Ministerworte jene Kälte und rücksichtslose Be-Handlung wohl gänzlich aus, der man weiter her-unten hie und da begegnen muß, wie man auch nicht die geringste Antönung von Steuerfallen und feingespoimenen Fangnetzen findet. An der Eruption aus die Gestalt der vulkanischen Berge ausübt. Reyer und Fischer, die ein starre« Erdinnere annehmen, denken sich dies« Starrheit der Gestkine in der Titse darin begründet, daß der«n Schmelz-punkt durch den ungeheuren Druck wesentlich erhöht fei. Ocffnet sich nun in der Erdrinde eine Spalte, so wird der Druck plötzlich aufgehoben, der Schmelz-punkt wird niedriger, da« Gestein fchmilzt und tritt al« feuerflüffige« Magma au«. Eduard Sueß nimmt g«wiff«rmaß»n «in Au?qu«tsch«n de« Magma» durch Bewegungen der Erdrinde an, während Dana und viel« andrr« im Wasstrdamps« di« treibend« Kraft sehen, dir die Lava emporhebt und die »xplosivtn vulkanischen Erscheinungen bewirkt. Svanlt Ar-rheniu» folgt mehr theoretischen Erwägungen. Ge-mäß seinen Anschauungen über die Beschaffenheit de» Erdinriern sucht er den Herd der vulkanischen Erscheinungen nich« in der Erdrinde, sondern in der Zone de» feurigflüssigen GtsttinS-Magma« unter derselben. Zu diesem dringt da» Waffer nach seiner Meinung ga»sörmi, hinab, und wird von ihm ab-sorbiert, aufgenommen. Da» Volumen de» Magma» nimmt dabei um da« Volumen de» zugeführien Waffer« zu. Da« Magma steigt nun in dem Vulkanschlot auf. und wenn die wasserhaltigen Massen unter genügend geringen äußer,» Druck kommen, treten Dampf - Explosionen auf; ist Ab-kühlung erfolgt, so tritt wieder Ruhe ein. Ist der Vulkanschlot sehr weit, so treten keine gewaltsamen Explosionen auf, sondern e« ersolgt an der Ober fläche ziemlich ruhiges Entweichen. Auch hier ist e« interessant, Stübel« Ansicht, zu der sich in aller-neuester Zeit auch andere Fachmänner von Ruf zu-bekennen, zu hören. Stübel findet da« Haupt-Agen« der gesamten vulkanischen Vorgänge ,n der Au»-dehnun?, die da» glutflüssige Magma im Verlaufe I de« ErkUtung«prozeffe« erfahre. Dadurch fei die Seite 3 Fast machen die wohlmeinenden Sätze deS obersten Finanzbeamten im Staate den Eindruck, daß etwas faul fei» müsse, daß es Zeit ist, dem Ueber-eiser, dem häßlichen Suchen nach neuen Steuer-gülden, dein ewigen Spalten einer Steuerkraft in zwei und mehr Kräfte, einen leisen Wink zu geben. Das stetige Wachsen der Steuereingänge, die enormen Kaffenbeständc von Jahr zu Zahr deuten ebenfalls ganz in diesem Sinne. Aber noch weit mehr be-stätigen die praktischen Handhabungen bei dem Vor-gange der Steuerbemessungen und Einschätzungen, daß gar manche Maßnahme mit der Tendenz deS Ministers nicht in Einklang zu bringen ist. Es betreibt z. B. jemand einen Sport, von dem unter Umständen materielle Vorteile erwachsen können, so benützt die Steuerbehörde diesen Umstand nicht mit Unrecht als Änlast, den betreffenden Unter-nehmer höher in die Steuer zu nehmen. Weift letzterer aber nach, daß er bei dem betreffenden Sport seine Krä'te weniger eines materiellen Gewinnes wegen als vielmehr im Interesse der allgemeinen Wohlfahrt einsetzt, so erscheint es gerade nicht be-sonders human, wenn der Beamte den Stil um-kehrt und infolge eines bekundeten Gemein- und Opfersinnes nun eine ungewöhnliche Wohlhabenheit voraussetzen und konstatieren will. Oder, ein Fa-milienglied hat ein körperliches Uebel, eine Krank-heit, man sucht Heilung in der Fern« und gibt nur eine Luftveränderung vor, um der Abwesenheit den Anstrich einer Sommerfrische zu geben, damit die Umgebung vom wirklichen Zweck nichts erfahre; so kann es einem übereifrigen Steuerbeamten einfallen, dieses lange Verweilen im Ausland zum Anlaß einer Einkommensteuer-Erhöhung zu benützen, weil, wie er herausgefunden, dies eine gewiffe Wohlhabenheit voraussetzt. Es ist nicht unvorsichtig, wenn man sich in der Kleidung, im Verkehre, in der Haltung von Dienstboten, in den Häuserfronten, in Erholung«-reisen, in freiwilligen Unterstützungen nicht zu viel Luxus erlaubt, sich nicht gar zu „splendid" zeigt, denn oft kommt dann noch di« Steuerschraube und wohl oder übel, fällt man höher in die Steuer. Zur Ehre vieler Beamten kann gesagt werden, daß ein so unnötiger Uebereifer nicht überall ge-handhabt wird, daß die Steuerschrauben nicht immer Schrauben ohne Ende sind; ja es gibt Herren, die zum großen Teil nach den Intentionen deS Mini-fterS handeln. Um gerecht zu sein, erinnern wir auch an den Umstand, daß ab und zu Fälle vorkommen, welch« aller Steuermoral Hohn sprechen, und der diensttuende Beamte verpflichtet ist, der Sache näher auf den Grund zu sehen. Aber leider zeigen sich auch Auswüchse, ein endloser Druck und das unge-heure Bestreben, von Quartal zu Quartal, von Jahr zu Jahr höhere Eingänge bei einem und demselben Titel zu erzielen. ES ist doch gewiß ein schreiender Widerspruch, wenn die Statistik bei andauernder Depra-vation des Geschäftsganges gesteigerte Steuern ausweist. Pa> zerdecke entstanden, die sich über der urfprüng» lichen Eritarrung«kruste der Erbe ausbreite, und durch gleichartige Borgänge feien auch die vulkanj» schen Erscheinungen b»r Erdoberfläche zu erklären. Reste seuerflüffigen Magma« seien innerhalb der Panzerdeck« noch in großer Zahl, ab«r räumlich enger Begrenzung vorhanden, und indem da« Magma, da« sich in solchen d«r Erdoberfläche nahe liegende» Räum«n befindet, in da« Stadium der Volumenvergrößerung eintrete, erzeuge e« die vulkanischen Au«brüche. Die geistreiche und originelle Vulkan-Theorie Stübel« hat Anklang und Wider» spruch in reichem Maße gesunden, und e« liegt in der Luft, daß sich darüber ein heftiger Streit ent» spinnen könnte. Al« schwächsten Punkt der ganzen Theorie heben Stübel« Gegner hervor, daß e« nicht zu beweisen sei. daß da« Magma wirklich beim Erkalten in ein Stadium der Ausdehnung eintrete. In der Tat muß man zugeben, daß der Druck dieser sich nach StübelS Ansicht ausdehnenden Massen ein ganz ungeheurer se n muß, der gleichzeitig eine» großen Teil der glühenSflüffigen Massen empor» treiben muß an die Erdoberfläche, wo sie, Tod unv Verderben dringend, inS Land strömen. Etwa 750 Vulkane trägt die Erde, ober nur die Hälfte von ihnen ist noch tätig; wohl hauen sie oft Jahr» Hunderte lange Rast, um dann desto suritbarer zu toben und die. die sich im Schatten ihrer Kegel» berge niederließen, aus der Ruhe aufzuscheuchen. Schätzt man do^ die Zahl d«r feit Beginn unserer Zeitrechnung durch Erdbeben und VulkanauSbrüche Umgekommenen aus drei Millionen. Aier die Erde wird auch tnst zur Ruhe gelangen, und die Kräfte, die noch heuie an ihrem Antlitz arbeiten, werden sich ausgeglichen haben, dann wirb aber der Plan«t eine verstorben« Welt fein, eine Welt ohne Leben. Seite 4 Die steilische Qhrerfrage. Zum erstenmale, seitdem die steirische Lehrer-schast Dank dem vor vier Jahren unternommenen Einsalle der bekannten sozialdemokratischen Lehrer Wiens in zwei Lager, den „Verband der deutschen Lehrer und Lehrerinnen in Steiermark" und den „Steiermärkischen Lebrerbund" gespalten ist, ist es gelungen, beide Vereinigungen zu einem gemeinsamen Schritte in Lehrerallgelegenheiten zu vermögen Die beiden Landesverbände haben sich nämlich geeinigt, der gesamten Lehrerschaft des Landes sür die Be-Handlung in den heurigen Bezirks-Lehrerberatungen eine Reihe von Anträgen vorzuschlagen, die ausschließ-lich auf das geistige oder wirtschaftliche Wohl der Lehrerschaft Beziehung haben; und um diesen Anträgen den gehörigen Nachdruck zu geben, soll dies» mal kein anderer Antrag gestellt werden, oder wenn sich doch jemand veranlaßt fände, aus eigene Faust mit Antrügen hervorzutreten, so soll er keinerlei Unterstützung erhalten. Dieser gemeinsame Schritt der steirischen Lehrerschaft bezweckt: 1. die volle Anrechnung sämtlicher in öffentlichem Schuldienste verbrachten Dienstjahre sür den Ruhegehalt und der, nach der BefähignngSprüfung zurückgelegten Unter-lehrer-Dienstzeit für die Erlangung der Alterszu-lagen; 2. die Gewährung von, auch in den Ruhe-gehatt einrechenbaren Personalzulagen Personal-zulagen für Lehrer, die schon 20 Jahre im Schul-dienste wirken, ohne eine Leiterstelle erhalten zu haben, weil derartige Posten nicht in erforderlicher Anzahl vorhanden sind; 3. die zeitgemäße, den Herr-schende» Teuerungsverhältnissen entsprechende Aender. ung der Vertretungsvorschrift im Dienste (des Sub-stitutionsnormales); 4. die Abänderung der neuen Dienstestabelle in der Weise, daß die Spalte „Politi-sches Verhalten' weggelassen und die für das Urteil des Schulleiters au'S Bestimmteste umgrenzt werde; 5. die Schaffung eines den neuzeitlichen RechtSan-sichten entsprechenden Dienstes-Strafgesetzes (Dis-ziplinargesetzes); 6. die offene Amtsbefchreibung; 7. die Vertretung der Volks- und der Bürgerschul« lehrer im Landesschulrate durch frei gewählte Männer ihres Vertrauens. Es ist zweifellos, daß die Bezirksversammlungen diesen Vorschlägen zustimmen und sie zu Beschlüssen erheben werden, und damit wird eS zu einer Kund« gebung gegenüber der Landesvertretung und den Schulbehörden kommen, wie man sie in der grünen Mark schon lange nicht erlebt hat. Diese Einleitung einer großen Unternehmung zeigt zugleich, was Einigkeit zu leisten vermag. Es wäre daher höchst wünschenswert, daß die beiden Landesverbände in Zukunft ihre Kräfte ausschließlich im Dienste des Nutzens der Lehrerschaft betätigend, anstatt sie in unfruchtbaren Befehdungen der eigenen Reihen zu verschwenden. Es dürfte auch trotz der zwischen den beiden Vereinigungen bestehenden Verstimmungen nicht ganz unmöglich sein, eine Wieder-Verschmelzung herbeizuführen, wenn der Versuch dazu klug und tatkräftig unternommen würde. Der „Bund" zählt neben allerdings unversöhnlichen Sozialdemo-traten auch viele Lehrer, denen das deutsche Be-wußtsein noch nicht völlig abhanden gekommen ist, die sich aber den temperamentvoll auftretenden Sozial-demokraten angeschlossen haben, weil die damalige schwächliche Vertretung der immer dringender aus-tretende» Lehrerfragen allgemeine Unzufriedenheit er-regt hatte. Diese Mitglieder deS Bundes dürften für den Gedanken, die steirischen Lehrer wieder unter ausgesprochen deutscher Führung zu vereinigen, zu gewinnen sein, eine Bestrebung, die gewiß deS Schweißes der Edlen wert wäre. Vielleicht unter-nimmt es der „Grazer Lehrerverein", den Boden für die Wiedervereinigung zu ebnen; wenigstens könnte er durch derartigen Versuch den, seinerzeit in kurzsichtiger Verkennung der geänderten Zeitver-Hältnisse begangenen Fehler, sich, weil oian im Lande mit seiner Haltung nicht mehr zufrieden war, in den Schmollwinkel zu stellen und sich dadurch die Führung entreißen zu lassen, teilweise wieder gut machen. Das neue Hausiergefetz im Gewerbeausschusse. $ 29 der neuen vom Unterausschuß umgearbeiteten Fassung des Gesetzes betreffend den Hausirhandel lautete in seinem ersten Absatz: .Bei Bestand deS gemeinsamen Zoll- und Handelsgebietes berechtigen die dort vorschriftsmäßig erteilten Hausirbewilligungen auch in den im Reichsrate vertretenen König-reichen und Ländern nach den gesetzlichen Bestim-münzen." Abg. P o m m e r betonte, daß man ge-wohnt sei, trotz der stets theoretisch zugestandenen Gegenseitigkeit von den Ungarn in der Praxis die selbstverständlichen Forderungen dieser Gegenseitigkeit nicht eingehalten zu sehen. Um die ungarische Rt- gierung zu zwingen loyal vorzugehen, beantragte Dr. P o m m e r den Zusatz: „Solange die in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern vorschriftsmäßig erteilten Haufirbewilligungen in den Ländern der ungarischen Krone, in Bosnien und der Herzegowina die gleiche Behandlung erfahren." Dieser Zusatzantrag erhielt im Ge-werbeausschusfe die Majorität. Aus Stadt und Land. ßillier Hcmeinderat. A« Freitag d.n 6. Juni d- I. um 5 Uhr nachmittag« findn eine ordent-liche öffentliche Gemeinseausschußsitzung statt mit folgender Tagesordnung: Nach Mitteilung der Einlaufe Berichie der Rechisftktion üb.r l. eint Aeußerung des Dr. Ernst Mravlag al« Vertreter b'« G. de Zandonaui in Angel genhe t d>r Ab-fptrrung des Wege« am linkt» Sannufrr und An-trag auf OeffentlichkeilS-Erklärung de« AlleewegeS am linken Sannufer vom Sannsteg di« zum Sann-dos und in seiner Fortsetzung; 2. eine Eingabe de« Dr. Andrea« Keppa um Flüssigmachung dt« Honorare« sür die Vertretung des SiadtarzteS; 3. eine Eingabe der Stadt Knittelfeld »n Angelegenheit de« Änlehen« der Stadt Graz und 4. über dic Gesuche um Zuerkennung de« Heimat«-rechte« in der Stadt Cilli der Agnes Krau«, der Franziika Regor'che,', de« Josef Frömmel, de« Thomas Janeschitsch, de« Matthäus Sraboischan, de« Josef Topolschek, der FranziSka Anzlin, de« Johann Zinnauer, der Barbara Kuschptrnik und de« Franz Topolouschtk. Berichte der Sektion für Sanität«- und UnielrichtSwesen über einen Stau-haltereierlaß in Angtltgenhti« der Errichtung einer Tuberkulose - Heilanstalt in Steiermark und eine Eingab« de« Stadiamtt« Ptitau in Angelegenheit der an den Gymnasien zu erlernenden fremden Sprachen. Bericht der Baufektion über ein Bau-gesuch de« Joses Tabor. Berichie der Finanzsektion über 1. den Voranschlag der Landesdücgerschule in Cilli betreffend die Verwendung der Lehrmittel-Dotation für da« Schuljahr 1902—03; 2. eine Eingabe der Kindergärtnerin Johanna Harold um unentgeltliche Überlassung de« Wohnzimmer«; 3. ein« Eingabe de« Vereine« Deutsche« Studenten-heim in Cilli um Ausstellung dt« Schuldscheine« für da« Darlehen und um Bestätigung de« Vor-kaussrechte«; 4. eine Einladung der k. k. geo-graphischen Gesellschaft zum Beitritt al« Mitglied und 5. einen Erloß de« LandeSauSfchuffe», be« irefftnd den Gcundankaus von Frau Karoline Ferjen. Berichte der Gewerbesektion über l. eine Denkschrift der Genossenschaft der Gast- und Schank-gewerbe in verschiedenen Angeltgenheilen; 2. den Rekurs der Maria Koschtll wtgtn Verweigerung de« Standplatzes zum Verkaust von Hasntrwartn; 3. Akt betreffend dit Erwtittrung dtr Gastgewerbe» Konzession de« Franz Dirnberger und 4 die Ein» gäbe der Hermine Maisch um Verleihung einer Kaffeejchank-Konzession. ßine Entscheidung des Kerwaktungsge-richtshofes. Die Stadtgemeinde Cilli hat eine Beschwerde beim Verwaltung«gerichi«hoft gegen die Entscheidung de« Unterrichtsministerium« er« hoben, mit welcher die Bildung eine« Ausschusse« sür eine Kirchenkonkurrenz untersagt worden war. Der Vertreter der Beschwerde. Dr. Foregger, führte bei der Verhandlung au«, e« wäre Sache der Ge-rechtigkeit, durch Aufhebung der Entscheidung de« Ministerium» eine Aenderung der Verhältnisse in Cilli herbeizusühren. Der Verwallunp«gericht«hof wie« die Beschwerde al« im Gesetze nicht begtündet ob. In der Begründung wird ausgeführt, daß der VerwallungSger.chlShos nicht über Gerechtig-feit, sondern über Zweckmäßigkeit zu wachen habe. Z>ie Kegernseer. Seit Maximilian Schmidt, Hermann S ch m i d und Arthur A ch l e i t n e r sind die charakteristisHen Gestalten deS bayrischen Volkslebens ein Gemeingut des deutschen Volkes ge» worden. Die frische Kraft de» deutschen Aelpler» gemüte» ist e», die wir an den prächtigen Gestalten bewundern. Und al» die Tegernfeer in die Welt zogen, da schienen sie un» allen lieb- gute Bekannte zu sein. Denn diese Leute, di« noch ganz mit dem Denktn und Fühlen ihrer Heimat verknüpft sind, sind echte Volk»tlestalien, sie spielen nicht, sie leben. So im „Prozeßhan«l' Herr Matthia« Moser, dtr tint prächtige Bauernfigur aus die Bülzne stellte, ferner die lebfrischen Burschen Franz Vogt al« Franz! und Edi Hertl al« Sohn der Botenlitse, sowie die Dirndln Anna Zeller al« Burgl und RoSl EinödShoser al« Tochter de« Stiglbauern. Eine glänzende Leistung bot unS Gla« Betn mit seiner „hohen Obrigkeit," auch Himtt Bergmoser fand sich vortrefflich in die Rolle der Botenliesel. Nummer 45 Auch der zweite Abend bot naturgetreue Bildirmt dem unverfälschten Volksleben. Der Menü (Jriii Vogt), der Bühelbauer (Fritz Fuch«) un? fniie Bäuerin (Bergmoser Hanni). die Sennerinnen Evi (Zoller Anna) und Cordl (EinödShofer RoSl) »Ä auch der Hia«l vom Kachel (Edi Hertl) sind «ch» Kinder der Berge. Und die Tänze, di« Li«?n! Der übermütis.e Schuhplattler, die Vierziili, m! Wer einmal in frohen Tagen durch da« daqnlche Hochland wanderte, der fühlt sich zauberhaft i» je« schöne Stunden zurückversetzt. Die Musikeiala;» übten einen ganz eigenartigen Reiz aus. Da sonnten wir Anna Riendl al« Virmoft» aus der Sch'.z»-und Streichzither und Sepp Reiter als eine» Meisit: auf dem Streichmeliodion bewundern. Da« Thewc war an beiden Abenden ausverkauft. E« gad Sa. fall«stürme, wie sie den hervorragendsten Künstlet, nicht zut.il geworden waren: so wurm hatte echte Volksleben zu un« gesprochen und einen io innigen Widerhall hatte e« geweckt. Mit Bida^m sahen wir die prächtigen Leute so früh auS uns«:» Stadt ichetden. Liedertafel. Die FrühlingS-Liedertasel, welche der rührige Gesangverein „Liedertafel an Sonntag im Gartensaale des Hotel« Terschek vet« anstUiete, reihte sich den bisherigen gelungen Veranstaltung-n dieses in unserer Stadt so üder»t beliebten Gesangvereines würdig an. Auch » Sonntag oaben die Vorträgt Zeugnis von tat rührigen Studium, um da« sich der tüchtige wart, Herr Johann Gröger, so große VerdierKt erwirbt, wie auch v:n der rühmen«werten Sangei-sreudigkeit der Sängerschar. Der Einleiiungtchit „Ich tm ein Deutscher" v n Rudolf Wagner, »t Kraft und Bkgiisterung vorgetragen, wie« aus di« stramme nationale Gesinnung hin. die im Metern ein so würdige« Heim gefunden hat. Dann so>M da» alte und doch ewig neue, zarte „Wie dic tciUe Ros' im Wald", der schwärmerische Pache'sch« Cj« „Mondausgang" mit Streicherbegleitung, der auch» den Pianostellen eine tiefe Wirkung erzielte. Tat oberbayrische Volkslied .'S Nester!" von pip Jüngst, ein Prachistück au« dem Repertoire :ti Vereine«, brachte dieser mit bekannter Frische. Dii WaUnet'sche Steiretlted „Der Halterbua", weichet im Jahre 1896 am Deutschen Eängerbundet kränz' recht gut gebracht, bi» auf die Jiichez«, welche Sicherheit und Gleichftimmigkeit oetmifsffl ließen. Dagegen war die „Sturmbeschwörung' im ganz einwandfreie Leistung, die dem Vereine jk Ehre gereicht. Den Vogel schoß aber die Pcllt „Junger Herr" sür Männerchor und Klavinie-gleitung von Franz Wagner ad Da» humotiM Lied ist da» Hauptgebiet de» „Liederkranz', welch« aus demselben bisher stets die beste Wirkung erzi It hat. Auch diesmal wurde durch stürmischen, verdienten Beifall eine Wiederholung erzwini'k. Die Musik orträge der Kapelle unter Leitung M Herrn Schachenhoser, welcher auch die Klaoi«-begleitung in seiner vortrefflichen Weise besorgt dai. zeichneten sich wie immer durch die gute Wahl d.t S ücke, durch die flotte Wiedergabe auS und nm» den durch den unermüdlichen Fleiß der Mn'itn bedeutend gehoben. ES war in allen Dingt, eil vergnügter, schöner Abend. Vivat seqaens! Todesfall. SamStag nachmittags ist bist Fräulein Helene Pratter nach langem, schinen, Leiden gestorben. Peatschvölkischer Heßilfenvervand. So-» abend, d n 7. d. M., hält der Verband um 8 llje abends in seinem Vereintheime im ersten Stock 3 effe, da wir in e nem der Miiwirkenden, Hm Frie rich P st o l, der ein« Säul« de» llit» nehmen» ist, einen l eben alten Bekannte» to grüßen werden. Kandelsatigeaelltn» Avod. Die HaiM» angestellten be» Cillier Handel»gremium» nerda eingeladen, zu einer gemütlichen Zusammenkiiilfl Nummer 45 erscheinen, welche heut« DonierStag abends im B-rlinSz'mmer des Gasthose« „zur Krone" (ersten Stock» stattfindet. Nächtlicher Aeberfall. Am letzten SamStag um 12 Uhr m »crnachl« wurve ein ruhig nach-Hause gehender Bürger, we'cher am Rann wohnt, in der Sanngasse von zwölf Biuernburschen atia-kiert und bedroht und mußte die Hilfe der Gendarmerie in Anspruch nehmen, um sicher nachhause zu kommen. Die Bursche fanun aus dem s oveni« schen Ko sumvernn»lo ale hinter der Pfarrkirche. Im Interesse der Sicherheit wird -s notwendig sein, daß die städtische Sicherheittwache diesem Lo'ale ihr besondres Augenmerk zum ndel und bei Ueberariffen und Unzukömmlichkeiten mit den schärf-sten Maßregeln vorgeht. S»dmark-I?okkabücherei. Am 1. März 1901 wurde die hiesige Südmark-Volk»büche«i, welche die Weike der besten und beliebtesten Autoren in 1500 Bänden umfasst, «öffnet. Die Bücherei ist im Siadtamie (Kasse) untergebracht. Die AuSleih-stunde ist vorläufig aus jeden Montag zwischen 1 und 2 Uhr nachmittag festgesetzt. Jeder Entlehner hat monatlich den Betrag von 1t) Hellern und außerdem für jede» entlehnte Buch einen Betrag von 2 Hellern zu bezahlen. Die Bücher müssen innerhalb 14 Tagen zurückgestellt werden. Da» ausführliche Bücherverzeichni» ist zum Preise von 4 Hellern erhältlich. Die Bücherei kann von jedem Deutschen benützt werden. Infolge de» großen Ludrange» wird nun auch an jedim Freitag nach-mittag» zwischen 1 und 2 Uhr eine Au»leihstunde abgehalten. Konzert beim Krjautz. Sonntag den 8. d. findet in der beliebten Gastwirtschaft Erjautz ein Konzert der Cillier Musikverein» kapelle statt. Da» Konzert ist im Rahme» eine» Volk»konzerte» ge-halten. Die Eintritt»gebüc beträgt nur 30 Heller. E» ist daher ein Massenbesuch sijzer zu erwarien. Wichtig fiir Z?olle5peditoren. In den Kreisen der Postexpeouoren und Poftexpeviiorinnen wird oft aus die große Zahl der stellenlosen geprüften Hilfskräfte hingewieien, während andererseits in den Sommermonate» bei den Postbehörden und A>«tern ein erhöhter Bedarf an derartigen Hilf»-frästen eintritt. E» wäre daher zweisello» im Interesse der nicht in DiensteSoerwendung stehenden Exoeditoren und Expedilorinnen, welche eine Indienststellung wünschen, gelegen, ihre genaue Adresse «qlweder durch Bermiitlung der an ihrem Wohn-orte befindlichen k. k. Postämter oder al» porto-freie Schreiben „über amiliche Aufforderung" zur Kenntnt» dec Pvstoirektion zu bringen. Südmärinlche Aolksbant. GebarungSauS-roei# vom 31. Mai 1902. Einzahlungen sür Ge-schästtanteil« 135 081 X 65 h, Spareinlagen von 1151 Parteien 873.267 K I h, Einladen aus laufende Rechnung 43.958 K G1 b, kurze Darlehen 318.725 K 9 h, Hypothekar - Darlehen 22.169 K 28 h, Wechsel und Devisen 485.771 K 15 h, bei anderen Anstalten angelegt 164.121 X 34 h, Wertpapiere 57.835 K 40 h, Geldumsatz 890.773 K !% h. — Mitgliederstand 2205 Personen. J>ie Wetterprognose für A«»i »ach Pndotf Aakl lautet: Auch d»-s r Monat ist reich an Ritter-schlagen, namentlich in der ersten und dritten Woche. Die Gewitterr sind ziemlich zahlreich. Die Tem-peratur liegt zu Anfang und in der Mitte tiefer, al» e» der JZahreizeit entspricht; auch n den letzten Tagen geht jsie bedeutend zurück. 1.—5. Juni: e« herrscht au»mebreitete» Regenw tter die Temperatur lie t verhältmi»mäßig lies, doch treten ft.llenwei.e Gewiit.r tun. 6.—11. Juni: e» wird ziemlich trocken, nur in den 1-tzte i Tagen sind die Nieder-schlägt etwa,» bedeutender, die Temperatur steigt, die Gewitter sind verhältni»mäßig zahlreich. Der 6. Juni ist ein kritischer Termin erster Ordnung, der mit e fpezt.ll gelegen da» österr ichische Alpengebiet aus-führen. Umn de Fremdenzufluß von den öfter» ..Hentsche Wacht" reichischen Alpenländern abzulenken, verbreiten sie lügenhaft G.rüchie über ansteckende Krankheiten, Au»breitu> g der Hunr>»wui und vergleich n in Tirol. Kärnten, Steiermark unv im Salz'ammergut. U d au» den Schweizer Käse'lättchen wandern diese Koickurrenzlüfen, so'kurze Beine sie auch ba en mögen, in die uropäische Presse, finden sogar im guten Glauben an die Reinlichkeit der Quellen Auf-»ahme i„ österreichis ten 33 ältern. Sehr zeitgemäß war daher eine Interpellation, die der Abgeordnete Doberi ig in einer Sitzung der De'egationen an den Minister de» Aeusern richtete. Delegierter Dober» nig beleuchtete da» schamlose K ffeltreiben der von einem unmoralischen Lokalpa'.riotiSmuS geleiteten Schweizer Zeitungen, welche die bezeichneten Ge-»lichte vkrbreiten, und fragte: „ob der Minister die Gesandschast in Bern veranlassen wolle, diesem Treiben mit entsprechenden Mitteln enlg genzu-treten!" Jedensall wäre <» Sache ul ser r Ver« tretet in der Schweiz, die Urheber derartiger Ge« rüchte zur Veröffentlichung entschiedener Selbstbe-richtigungen zu veranlasse?'. Sollte die» nicht turch-zusetzen sein, dann müßte man zu fremdnachbar-lichen Repr ssalien greisen und dafür sorgen, daz b.sonder» die mit Bor iebe die österreichischen Alpen besuchenden Reichsdeutschen über die Niedertracht der-arti,>r Ausstreuungen aufgeklärt werden. Schweizer, diese Narbe steht Euch nicht schön! Schonzeit des ?Sikdes und der ZSassertiere. Im Monate Juni sind in der Schonzeit: I.Haar-wld: Hirsche (b:S einschließlich 24. Juni) Tire und Wildkälber. GimSwtld, Rehgaise und Rehkitze, dann Feld- und Alpenha'en i 2. Federwild (A er-und Biikhähne (vom 16. Juni an), Auer- un) Birlhennen. Fa anen, Reb-, Hasel-, Schnee- und Stetahühner, Wachteln, Sumtsschnevse», Wtldgänse, Wildenten und Rohrhühuer; 3. Wassertiere: Karps n, Schlei und Barbe. „z>er ßanductenr". Von diesem officiellen Coursbuche ist soeben die dieSmonatNche Ausgabe erschiene», welche wieder die neuesten Eisenbahn- und Dampfschiff-Fahrpläne und Fahrpreise, sowie einen Führer von den Hauptstädten, Karten und Städtepläne enthält. Zu beziehen in allen Buchhandlungen, Eisenbahnstationen, Trafiken tc. und bei der Verlagshandlung R. v. Wald-heim in Wien. Itntersteirische Wider. In der LanveSkur-anstatt N uhauS sind di» zum 17. Mai d. I. 70 Parteien mit 100 Personen, in der LandeSkur-anstatt Rohitsch-Eauerbrunn bi» um 31. Mai 80 Parteien mit 109 Personen zum Kurge-brauche eingetroffen. Z>er Aaksdsrfer Sinerking. Die Ausschließung des KatSdorfer Sauerbrunnens ist eine der beachtenS-wertesten Unternehmungen. Dieser Säuerling ist kristall-hell, geruchlos, perlerd, hat einen angenehmen, etwa? säuerlichen Geschmack und nimmt infolge geringer Quantität erdiger Salze den erste» Rang eine« reinen und gesunden Tafelwassers ein. Dieses Naturprodukt sprudelt durch eigene Kraft empor und gelangt so direkt zur Füllung. Als Heilmittel ist der KalSdorser Sauerbrunn nach dem Gutachten deS I. f. Medizinal-rateS Dr. A. Werte und Dr. Michael Karner, Bade-arzt ,u Teplitz in Böhmen, al» »on vorzüglicher Wirkung bei Mrgea- und Gedärnrekatarrh, Gelbsucht, Leber- und Nierenleiden tc. bestens empfohlen. Schwurgericht. Am Montag wurde der Bergarbeiter Cyrill Ob las au» Petschounik wegen Todschlage«, ver-übt an dem Feldarbeiter Georg Schacher, zu 18 monatlichem schweren Kerker, serner der kroatische Taglöhner MiroSlav Schepetz wegen Gewöhn, hettSdiebstahle» zu b jShrigem schweren Kerker und die 29 'ährige Bagamin Josesa Dobrounik au» Rtetz wegen Gewohnhett»diebsiahle» (der letzte Fall betras eine dem Franz Dolinar in Grei» entwendete Kuh) zu 6 jährigem Kerker veturteilt. Dien»tag stand der Müller Franz Grudnik wegen Münz-Verfälschung unter Anklage. Er wurde zu ein-monatlichem Arreste verur eilt, seine angeblichen Komplizen Anton und The esia Grudnik (alle au» Welluna bei Schönstein) freigesprochen. Wir werden hierüber noch ausführlich berichten. Mittwoch stan-den unter Anklage Jostf Budna wegen Blutschande und Johann Begelin und RudolsBol-c q j n h e f wegen Münzversälfchung. Am Donner»-tag, den 5. d. M., hat sich der bekannte Anton P e n d e 1 a k auS Cilli wegen Betrüge» zu verantworten. Am Freitag, den 6. d. M., finden Verhandlungen gegen Luka» Slutaj wegen schwerer körpe-licher Beschädigung und Thoma» Gradischek wegen Notzucht statt. Am Samt-tag. den 7. d.M.. kommt der Raubmordver-such von Ttemmer»feld zur Verhandlung Seite 5 Am Mittwoch, den II. d. M.. findet wieder ein Preßprozeß statt. Anie Beg hat sich wegen der seinerzeit gegen Dr. Schufterschitz in der .Domo-vina" gerichteten Anwürfe zu verantworten. Hingesendet. Ein Nevekkand, der ein gewiss.« öffentliche» Interesse in sich birgt, ist in Cilli wieder fühlbar. E» ist die Rauchbelästigung durch die Etsenbahn und durch gewerbliche Betrieb»stätten mit Feuerunaen in der Stadt. Kaum war beispielsweise heute vormittag die Stadt durch den Regen etwa» staubfreier geworden, wurde schon um 2 Uhr die Ringstraße mit dicken Rauch-wölken von der Bahn erfüllt. Einzelne Bäckereien erfüllen gewisse Straßen und Plätze regelmäßig mit Rauch. Den Rauch der Bahn spürt man selbst im Dirmhirm'schen Garten und wahrscheinlich auch im Stadtpark. Diese Rauchbelästigunq wird um so mehr em-pfunde», al» durch den Verkedr in den Straßen der Stadt ohnehin eine teilweise unvermeidliche Staubentwicklung stattfindet, und dazu noch bauliche Adaptierungen kommen können, welche auch viel-sach unvermeidliche Staubentwicklungen verursachen können. Wenn bezüglich der Rauchbelästigung teilweise Wandel geschaffen werden könnte, so wäre di-» umlomehr zu begrüßen, al» ja besonder» die Groß-städter im Sommer nicht nur wegen der kühleren Lust, sondern auch wegen der staub- und rauch-freien Lust gerne aus dem Lande weilen, und dt« linhkimischen Bewohner jedenfalls auch nicht mit ihren rauchreich^n F«uerung»anlagen renommieren wollen. Auch vom Standpunkte unserer Gewerbeord-nung könnte diese Angelegenheit recht gut beleuchtet werden, zumal ost aus dem Lande verhältnismäßig kleine gewerbliche Betriebsstätten zu kostspieligen, rauchschwachen FeuerungSanlagen gezwungen werden, und kostspielige, hohe Schornsteine aufführen müssen. E» wäre recht wünschenswert, wenn diese Frage von den kompetenten Organen einer gedeih-lichen Lösung zugesührt werden könnte. Hochachtend (Der Name de» Einsender» ist der Schnftleitung bekannt.) Z)as Hnrnen. Ein gute« Werkzeug braucht zur Arbeit ein Arbeiter. Und gute Waffen auch zum Waffen» streit ein Streiter. Du, Streiter Gottes und Arbeiter, merk's, o Geist. Dass du deines eig'mn Leib'S nicht nicht unachtsam seifi, Tas ist dein Arbeitszeug, das ist dein Streitgewaffen - Das halte wohl in Stand, zu streiten und zu schaffen. F Rücke«. Die Geschichte lehrt, das» sich nur jene» Volk am besten behauptet und aus der Höhe seiner cul-turellen Aufgaben erhält, da» die Ausbildung de» Körper» nicht unberücksichtigt lässt, also nicht allein die Bildungsstätten de» SetstiS, sondern auch die PflegestStten der Leib«»übungen gleichmäßig berück-sichtigt. Fassen wir diese unbestrittene Thatsache für die gegenwärtige Zeit in» Auge, so müssen wir zugestehen, das« vornehmlich in unserer Zeit sür einzelne Zwecke der Erziehung viel geschehen ist, e» drängt sich un» aber auch die Beobachtung auf. das» man über all den Bemühungen zur Förderung der geistigen Bildung eine» üde> sehen zu haben scheint, das» der Mensch einen Körper hat, der ebenso sehr der Entwicklung bedarf al» sein Geist. Man hat die erziehlichen Grundsätze der Alten, welche sich aus die gleichmäßige Ausbildung von Körper und Geist weit besser verstanden al» wir und strenge an dem Satze hielten, das» nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist wohnen könne, allmählich sallen gelassen. Sehr mit Unrecht. denn die Macht de» Verstände» allein genügt nicht in Ze'ten der Noth; geistige Vorzüge allein sichern da» Glück nicht, wir bedürfen auch der Ge. sundheit, der Krast, der körperlichen G. schicklichkeit und Willen»sähigkeit. De» Menschen Bestimmung ist nicht nur Au»-Übung seiner geistigen und sittlichen Fähigkeiten, er mus» auch mit dem Körper handeln, widerstehen, kämpsen, und d«»halb dürf.n wir aus die Krästi-gung de» Körper» nicht vergessen. Wer tagtäglich über seinen Büchern sitzt, geistige Arbeiten verrichtet, wer körperlich wenig oder ganz einseitige Bewegung macht, der bedarf einer regelmä>;igen, aus Geist Nummer 45 ßevtsch! Seite K und Körper gleichzeitig «rsrischend einwirkenden und kräftigenden Thäligkeit, um jene Widerftandssähig-keil zu erlanste». die zum Ertragen der Mühen de« Berufe« und zum Erhalten der körperlichen Gesund« Heu nothwendig ist. Wodurch aber lönme diese Einwirkung eher erzielt werden, al« durch da« Turnen? Da« Turnen ist die umfafsendst.', folgerichtigste Pflege ver Leibesübungen; e« dient dazu, den Körper in allen feinen Theilen gleichmäßig auszubilden, zu kräftigen, zu stärken, ihm Ausdauer und Gewandt» heil, Geschicflichkeit und Widerstandsfähigkeit zu verleihen, beizutragen zur Steigerung de« Selbst-vertrauen«, der Entschlossenheit und de« Muthe« in vielerlei Lebenslagen. Da« Turnen nimmt den Körper nach allen Richlungen in gleichmäßig hohem Grade in Anspruch; e« erhält daher auch bi« in di« spät« Zeit die rasche und kräftig« Beweglichkeit und Rührigkeit der Jugend. Ltider ist die Zahl derer, bei denen die Er-kennini« von dem hohen Werte d<« Turnen« noch keimn Eingang gefunden hat. eine nicht geringe und di« Ansicht über die Art und Weif« de« Turn-betriebe« nur zu oft eine irrig», und dieser sei hier gleich begegnet. Nicht in der Erreichung außer» gewöhnlicher turnerischer Fähigkeiten — die!» bleibt nur wenigen besonder« Veranlagten vorbehalten — liegt d«r Endzweck de« Turnen«, sondern in der ? leichmäßigen Ausbildung möglichst vieler. E« ollte sich daher keiner vom Turnen abhalten lassen in der Voraussetzung, zu schwach zu sein, oder noch nicht g«lurm zu hab«n. weil durch «in« zweck-entsprechende Riegeneintheilung e« j'd.m ohne Unter-schied teS Alter« oder der Veranlagung ermöglicht ist, körperliche Uebungen in der ihm angemessenen Weise zu pflegen. Viele Leut« sind in d«r irrthümlichen Meinung befangen, das« da« Turnen nur für die Jugend sei und denken dabei an den Turnbetrieb, an dem sie in früheren Jahren selbst th«ilg«»ommen haben, ober an Turnübungen, die sie vielleicht einmal beim Schauiurnen eine« Turnvereine« von jüngeren Leuten gesthen haben. So sicher e« aber ist. dass das Turnen immer „eine lustige Angelegenheit der Jugend" fein wird, so sicher ist e« auch, das« da« Turnen «ine körperstärkend«. geistersrischende Beschäftigung im mit'leren und späteren Lebensalter ist. Soll das Turnen der Jugend körperliche Kraft und Ge-wandiheit verschaffen, so soll e« diese dem Alter erhalten: turnt di« Jugend unbekümmert um die Vortheile ihre« Tr«ib«n« au« r«in«r Freude an körperlicher Bewegung, so turnt da« Alter im vollen Bewußtsein derselbe». Leider hört man noch häufig bei aller Anerkennung dieser Vortheile, das« e« an der nöthigen Zeit zum Turnen fehle; wa« aber wird mit der der Erholung gewidmeten Z«it angefangen: ein Spielabend, ein Kegelabend, der Besuch eine« Schauspiele« u. f. w., sämmtliche in der Dauer von mehreren Stunden, darf nicht entbehrt werden. Andere glauben, nicht von ihren Angehörigen abkommen zu können, ohne indes« zu beiücksichtigen, das« einige wöchentlich dem Turnrn gewidmet« Stund«n auch diesen reichlich wieder zugute kommen. Ueberdie« erfordert da« Turnen nicht einmal vi«l Zeit, da die Turnstunden so eingerichtet sind, das« jeder eine ihm gelegen« Z«it herausfinden kann und Diese wenige Zeit sich zu nehmen, ist Pflicht. „Da« Turnen ist Zeitersparnis, ist Körper» bewegung in zusammengedrängter Form"'; eine halb« Stund« Turnrn wirkt m«hr, al« «in Erholung«gang von zwei Stunden. E« ist ein alt«« Wahrwort, das« e« bei weitem nützlicher und verdienstvoller ist, Krankheiten zu verhüten, al« Krankheiten zu heilen. Darum soll man nicht erst zu turnen anfangen, wenn Siechthum oder krankhaste Erscheinungen in der Thätigkeit ein» zelner Organe bemerkbar werden, sondern man soll von früher Kindheit an bi« zum späte« Lebensaller durch regelmäßige körperliche Uebungen die Gesund» heil festigen und sichern, damit man vor allen Ab-weichungen von derselben möglichst bewahrt bleibe. Mehr noch als der gereifte Mann ist die wachsende Jugend empfänglich für äußere schädliche Einflüsse auf die gleichmäßige körperliche Entwicklung und deshalb verdient die Pflege geregelter Leibesübungen, welche die körperliche Ausbildung mit der geistigen in Einklang zu bringen sucht, bei der Jugend-erziehung erhöhte Aufmerksamkeit. Diese Erziehung soll so eingerichtet werden, dass Leibes- und GeifteS-übungen einander beständig zur Erholung dienen. Die hervorragendsten Jugenderzieher verlangen eine möglichst gleichmäßige Ausbildung, sie weiken darauf hin. dass die einseitige Ausbildung des Geiste? die körperliche Entwicklung behindert. Leider geschieht in HauS und Schule in dieser Beziehung viel zu wenig; letztere hätte die Aufgabe, di« Jugrnd inner» halb der Erziehungszeit tüchtig geistig zu schuftn und sie auch zu kräftiger körperlicher Entwicklung »u führen; fo wie di« Verhältnisse jedoch heuie stehen, kommt die Schule dieser Doppelaufgabe nur zum Theile nach, denn sie »nimmt säst ausschließlich das Gehirn deS Schülers tn Anspruch, während di« übrigen Theile de« Körper« »ichs entwickelt werten. Darunter leiden aber nicht nur diese Theil«, auch da« Gehirn selbst wird geschädigt durch einseitige Inanspruchnahme." Unsere Jugend krankt an d«r U«berfüll« de« Lehrstoffe«, der gewaltsam v«rarb«itet werden mus«, ohne Rücksicht aus die organischen Lebensbedingungen de« einzelnen. Di« Folgen zeigen sich nur zu häufig: mit blasstn Gesichtern und matten Augen eilen die Kinder zur Schule; sie sind reizbar, magenleidend, und die Kurzsichtigkeit nimmt von Tag zu Tag überHand. Auch die Lernlust geht verloren, denn müd« und th«ilnahm»lo« fitzen dir Ktnd«r in der Schule; sie brauchen daher Zeit und Gelegenheit zu erheiternden und kräftigenden Bewegungen, dann werden sie wieder geistig gestärkt, frisch und munter werden. Bei unserer großstättifchen Jugend treten die b«l> übenden Erscheinungen ausfälliger h«rvor, wril dieselbe durch di« städtisch«» Verhältnisse arg benachtheiligt ist und au« dem engen Zusammen-leben in Wohnungen, denen e« an Luft und Licht fehlt, mancherlei Gefahren erwachsen. Da« mehr-stündige Sitzen in d«r Schul«, d«r Mangrl an Be» w«f,ung in reiner Luft bleiben nicht ohne nach« «heiligen Einfluss namentlich auf die Organ« der Athmung und de« Krei«laufe«; natürlich leiden darunter auch di« Blutbildung und der Stoffwechsel. Geregelte Leibesübungen thun hier noth, »sie be-thätigen nicht nur duS körperliche Leben, sondern regen auch durch Bekämpfung der körperlichen Träg-heil zur kräftigen Willenszucht an. biefe ist aber die Grundlage aller wahren Mensch«nbildung." Insbesondere ist die Zeit nach d.m fchulpflich-tigcn Aller sür die körperliche Entwicklung uncnd-lich wichtig, da nunmehr da» Wachsthum der Lungen und di« Zunahm« d«S Herzen« in den Vordergrund treten. Die gesammle Entwicklung deS Körpers bleibt für das ganze Leben eine minderwertige, wenn e« vrrsäuml wird, bi«s«m Wachsthum« die nothwendige Anregung zu geben; daher ist daS hier Versäumte auch nie wieder gut zu machen. Deutsch« Eltern, Vormünder und Lehrh«rr«n können dah«r nicht dringend genug «rfucht werden, ihr« Pflegebefohlenen zum Turnen anzuhalten. Selbstverständlich bedürfen Mädchen und Frauen der L«ib«Sübungen in d«mf«lben Maß« wie Knaben und Männer. Durch die Einschränkungen de« ge» sellschaftlich«n Leben« ist die gesundheitliche Ent» wicklung der Mädchen viel mehr gehemmt, al« die der Knaben, da sie nicht nur in d«r Schule sitzen, sondern auch zuHaus« die meiste Zeit fitzend ver» bringen (bei Handarbeit, am Clavier u. f. w.). Die Folgen diese« Sitzen« treten stärker hervor; Blutarmuth, Bleichsucht und andere Schwäche» zustande, sowie Kurzsichtigkeit und Wirbelsäule» Verkrümmungen find bei unseren Mädchen etwa« alltägliche«. E« ist geradezu erschreckend, wenn man sich vergegenwärtigt, das« nach genauen Er-Hebungen 90 vom Hundert der Mädchen an Ver-kritmmungen der Wirbelsäule leiden. „Jede Vernachlässigung in Bezug aus körper» liche Entwicklung schädigt ihre Gesundheit, und jede gesundheitliche Schädigung der heranwachsenden weiblichen Jugend wirkt mindesten« ebenso entschied«« auf di« komm«ndea Geschl«chi«r weiter, al« da« b«i der männlich«» Jugend der Fall s«in kann." Erwägt man, das« Frauengesundheit ein gute« Stück Volksgesundheit und VolkSwohl ist, dass schwächliche Mädchen kranke Mütt.r, diese ober ein sichende« späteres Geschlecht bedingen, so mus« auf ihre körperliche Entwicklung ein große« Gewicht gelegt werden. Frau Allen sagt: „Frauen bedürfen sogar noch mehr al« die Männer der Erholung und Neubelebung durch regelmäßig« Bewegungen, und würden sie dieselben nur betreiben, so würden st« ihr« nie endend«» und verantwortlichen Pflicht,« und Obliegenheiten mit größerer Leichtigkeit unv Weisheit vollziehen. Es erfordert die mannigfach« Thätigk«it de» W.ibk« in ihrem schweren und ver» antwortungsvollen Berus« al« tüchtige Hausfrau und Verwalterin, al« Mutter und Erzieherin der Kinder, al» Frau de» dem häuslichen Leben meist entzogenen ManneS geradezu eine zähe Gesundheit, ein n festen Kern von ausdauernder Kraft." Vernachlässigte Körperbildung ist eine der Hauptquellen weiblicher Unschönheit und jedeS Frauen» zimmcr hat die Verpflichtung, so lange eS lebt, die stete Uebung und Ausbildung seiner Muskelkräfte sich angelegen sein zu lassen. ES ist sclbstverständ» lich, das» da« Turnen der Mädchen und Frauen ein wesentlich andere« al« daS der Männer setn muss, wie denn auch unter Leitung geprüfter Kräne der Turnbetrieb so gehandhabt werden mu'S. dass da« weibliche Zartgefübl in keiner Weise beern« trächtig! werde. Die köiperliche Ausbildung soll alle Glieder stärken und tüchtigen zu d.m Gebrauche, zu welchem die Nalur sie geschaffen, alle raste steigern zu j,n?r Stufe, welche die Natur möglich gemacht ha». So lange feie« ernstlich erstrebt wird, so lange ist die Theilnahme de« ganzen Volke» und die Rückwirkung auf daS ganze Volk zweilellot. Als ein allgemein.» BildungSmittel hält sich da« Verein»turn-n von jeder Einseitigkeil und Hebet» treibung fern«. Riesenfelgen und Lusispiünge sind nichl sein Hauptzweck, auch hat e« seinem Wesen nach nicht« mit der Politik und Religion zu thun; nationaler Sinn dagegen stckl geschichtlich und arundsätzlich im deutschen Turnen, da» zumal seil Iahn ein entschieden nationale» Gepräge erhalten hii. Iahn, von bim man mit Ritt sagt: .Jeder Zoll ein deutscher Mann", der die Fremdlinge edens» sehr has«ie, wie er sein Volk lieble, begrür.deie, aus völkischem Boden stehend, die Turnern, er schu! ne sür seilt Volk, für da« deutsche Volk. di:se« sollte erstarken in jeder Beziehung, um nicht nur dn augenblicklichcn französischen, fonvern auch jeder künftigen Fremdherrschaft Trotz dielen zu kanuen, und das« Iahn damit den richtigen Weg eilige» schlagen Halle, namentlich di« Jugend im sueity deutschen Sinne zu erziehen, um da» gesunkene Slamme«bewus«lst>n zu heben, beweit! am beste» der Umstand, das» er einen ungeheueren Ersoln erzielte. Ec setzte sich damit ein Denkmal im Herzen de» deutschen Volke», welche« zu zerstören rocU keiner Einwirkung, und sei sie auch noch so schünd» licher Art. gelingen kann. vermischtes. Alte Aauernregelu für de« Monat Ami. Nordwind im Zum ist gut, nur darf er nicht z» kalt sein. Man pflegt zu sagen, „er wehe Korn utj Land". — Wenn der Brachmonat mehr trocken und warm als naß ist, so ist es dem Weine zur Blüte zuträglich, besonders wenn «in warmer Regen balt daraus folgt. — Wer auf Medardus (8.) baul, er-hält viel Flachs und Kraut. — Was St. Medardus für Wetter hält, solch Wetter auch in der Enite fällt. — St. Medardus bringt keinen Frost mehr, der dem Weinstock gefährlich wär'. — Regnet« aa St. Barnabas (II.), schwimmen die Trauben bü ins Faß. — St. Barnabas immer die Sichel ver» gaß, hat den längsten Tag und das längste §ni — Wenn es am St. VeitStag (15.) regnet, so soll das Zahr fruchtbar fein. — V»r St. Johannistag (24.) keine Gerste man loben mag. — Wenn der Kuckuck noch lange vor Johannis schreit, wirds unfruchtbar und teuer. — Wenn eS am Sieben» Schläfertage regnet, fo soll es sieben Wochen hin-durch regnen. — Wenn die Nacht zu lange beginnt, dann die Hitze am meisten zunimmt. Z»ie neueste Erfindung Kdilons. Aus Newyorl wird berichtet: Edison kündigt die Erfindung einet neuen elektrischen Automobils für Riesenstrecken aa. Er will mit diesem Automobil eine Probefahrt über eine Strecke von 5000 englischen Meilen (8045 Kilometer oder 1060 österreichische Meilen) unter» nehmen. 50.000 Krone» beträgt der Haupttreffer der Schauspieler-Louerie. Wir machen unser« ge-hne» Leier darauf aufmerksam, daß d e Ziehung unwiderruflich am 19. Juni 1902 stattfindet und sämmtliche Treffer von den Lieferanten mit 10 % Abzug bar eingelöst wrrdtn. Wer auf seine Gesundheit bedacht ist, trinke Aranz Aasef-Bitterwasser, welche? seit 25 Zahm in die ganze Welt verschickt wird und als einzig» angenehm zu nehmendes natürliches Abführmittel in-erkannt ist. Man verlange ausdrücklich Franz Joses-Bitterwasser. ?hotographische Apparate für Pilletaut«». Wir empfehlen allen, die für Photographie, diesem w regendsten und von jedermann leicht zu erlernenden Sport, Interesse haben, da» seit 1854 bestehenden SpeziathauS photographischer Bedarfsartikel der Firn» A. Moll, k. und k. Hof-Lieferant, Wien, Tuchlaube» i>, und die Durchsicht ihrer illustrierten Preisliste, die ac Wunsch gratis verschickt wird. £ln Druck in der Nlogengegenä R*l ist sä «» Folgt nn Virdiuan«»Wran«(n. und b«setl|l ta | . SdmrliRfl. vom st 'ohitscher ------ s Rummer 45 ©efcenfet Ä'Ä Wette« »nb Legat,»: Kitfe für die Auren. (Bericht der Buren-Zcnttale.) Unsere Arbeitsleistungen im April 1902 um-foffen an Geldsendungen 16.429-90 Ulf. noch Südafrika. Indien und Bermuda, serner eine große Karensendung (40 Kisten per Dampfer „Kaiser") an da« Teutsche Generalkonsulat nach Kapstadt, je eine nach Bermuda und Lissabon. EmpsangSbe» flätigungen liegen vor auS Kapstadt, Port-Elizabeth, Kagama-Camp auf Ceylon und eine au» Bloem-fontrin mit besonder» herzlichem Dankschreiben für eine Warensendung von Mme. Blignau», Schwester de» Präsidenten Stejn und Präsidentin de» dortigen Hilsi'omilv. Diese» Schreiben betont besonder» herzlich die Dankbarkeit für die Liebe und Sorg-fall, die sich in der Zusammenstellung der Liebe»-gaben ausdrückt. Daß die Notlaae nicht nachläßt, beweist ein Bericht über die 1000 Waisen, welche an der Grenze de« Oranje - Freistaates bei Aliwal Nond unter Obhut de» dortigen Pfarrer» stehen. Die Zahl der Waisen und derer, welche den Aus-««halt ihrer Väter und Ernährer nicht kennen, ist uageheuer groß, zumil di« englische Behörde immer «ehr Bur«n und Burensr«und« Südafrika» in di« »llkgenst«n Winkel Indiens fortführt. So haben wir Briefe au» Umballa am Fuße de» Himalaya, in dem von der Pest am meisten heimstesuchten Be-zirke Punjab, serner au» Kaiiq im Distrikt Nilgiri der Präsidentschaft Madra». Diefe» Kaity liegt 2000 Meter über dem Meere, und die dortigen deutschen Gefangenen bitten in dem Briefe vom 26. April 1902 inständig um warme Wäsche und etwa» Lesestoff. Ihr Lager ist sür zirka 1000 Ge-sangenr neben der dortigen BaSler MissionSftalion angelegt, und schreibt un« d«r Missionar Lützr, ein Württemberg«^ zur Bekräftigung der Bitten, welche die Gefangenen an un« richten, daß dort Mitte Juni der Südwest-Monsum beginne und dann die Leute in ihrer dürstigen Baumwolle-Kleidung in der gerade den Regenwinden am stärksten abgesetzten Eüdwestlag« de» neuen Lager» sehr gefährdet sein werden. Da» Bittgesuch ist von dreizehn deutschen Hesangenen unterschrieben. Ebenso traurige Bitt-geluche kamen au» dem Boercamp in Bellary, Präsidentschaft Madras, unterschrieben von elf deutschen Gefangenen, und au» dem Boercamp in vhimtal, N. > W. - P.. Britisch - Indien. Letztere »ch-ckien un» 125 Stück Broschen -c.. welche sie nur «ii Messern und Feilen au» Steinen und den Knochen die von den Fleischrationen übrig bleiben, geschnitzt haben, mit der Bitte um Ver-kauf. Man hat ihnen dort eine Rupie-- 140 Mk. dafür gezahlt, aber e» sind dort zu wenig Weiße, die e» kaufen können. Durch Bestellungen bei un» all? solch« Arbeiten könnte man ihre Not wesentlich lindern helfen. In Indien sind jetzt schon 14 Gefangenenlager mit rund 8600 männlichen Gesan-genen. Von dort und ferner au» Ceylon und Bermuda gehen un» fortwährend leider gut begründete Gesuche um Unterstützung zu, die un» ebenso, wie der Notruf der Witwen und Waisen zwingen, daran zu erinnern, daß e» Pflicht unserer Freunde ist, weiter zu sammeln und Gelder für unsere Zwecke an daS Cdeckkonto Nr. 466 der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, München, zu senden (?,nlaus bi» 'Pfingsten rund Mk. 200.000). da-geg'n alle Waren, Kleider, Wäsche und Bücher an «nser Exporthaus L. Rascher & Co. in Hamburg, Fecdinandstraße 41. Den Buren schicken vie Hohen und Höchsten ider Erde nicht, wie den Notleidenden bi Martinique,, ganze Schiffsladungen voll Nah- ..Kestfche Wacht- rungSmittel (so daß schon wenige Tag« nach d«r Katastrophe Nahrung »«ichlich vorhanden war) und Z«hntausend« in bar«m Geld«! Die Not der tapfer«« Buren und idre Leiden sind ab«r nicht ge-ringer, sondern schwerer, weil sie Jahre dauern im langsamen Dahinsterben Gefangener, Frauen und Kinder, und nicht wenige Tage! Darum ist e» unsere Pflicht, treu weiter zu arbeiten! Deutsche Buren- Zentr al«, München 23, Wilhelmstr. 2/11. Südmärkische Solksöank. Dem Vorstand»b«richl« über da» erst« Ge-fchäftSjahr (vom 2. November l900 bi» 31. Dezember 1901), den der leitend« Beamte der Süd-märkische» Boittbank bei der ersten Vollversammlung am 11. d. M. verlas, entnehmen wir da« Folgende: Für Geschäftsanteile waren am Schlüsse des JahreS 1901 von 1819 Mitgliedern für 5774 An-teile 115.480 X, von 173 Mitgliedern für Raien-zahluna 1803-65 X, somit von 1992 Mitgliedern 117,283 65 K eingezahlt. Davon wutden im Jahre 1901 gekündigt: für den 31. Dezember 1901 von 6 Mitgliedern 10 Anteile mit 200 K. für den 31. Dezember 1902 von 7 Mitgliedern 36 Anteile mit 720 K, die nach Ablauf deS Halbjahre« auS-zubezahlen fein werden. Der Bankvorstand beantragt, al« Zinsen auf die Anteile auszubezahlen: für die vom 2. Nooem-ber 1900 bi« 31. Dezember >900 voll eingezahlten 2265 Geschäftsanteile von 45.306 X 3 v H. süc ein Jahr 1359 K; für die vom 1. Jänner 1901 bi» 30. Juni 1901 voll eingezahlten 2294 Ge-schäft»a»ieile von 45.880 K S o. H. für ein halbes Jahr 688'20 K, zusammen 2047 20 K. Im Geldverkehre betrugen die Einnahmen 2,508.14846 K, die Ausgaben 2,503.282 33 K, der Barbestand am 31. Dezember 1901 4866 13 K. Eingelegt wurden 1,516 175 30 K, behoben 1,386.252 01 K; samt den Zinsen belies sich daher der Stand der Einlagen mit End« 1901 auf 135.433 09 K; e»komptiert wurden 678 Stück Wechsel mit 620.323-12 X. eingelöst wurden 391 Stück Wechsel mit 362.628 40 K, so daß mit 31. Dezember 1901 287 Stück Wechsel mit 257.694 72 X im Portefeuille verblieben sind. An Darlehen gegen Grundpfand wurden 21.846'88 K ausbezahlt und 1587-80 K zurückbekommen, der restliche Darlehenei1ci&ct v- Fadritkprelsek die als reell an* folib frrfttofaRscc Siegel-IiiiVios in IlrÜRiii -Unser gratis u. fratico. WuSergeirmt ^Irfming gainttin!- Di« VorikrUt #« Prl»«i?!ir.d!ch->?I, etoifr birftt bei obiges Sir«- um RaSrUJorte ,1! fcfltUtii. . flut böeuttni. M CK--« Slit? 8 .Pe«tfcke W-»cht' Nummer 45 Dsnnerstag, 5. Juni Ufid Freitag, 6. Juni Hotel Terscliek« lieberbreit/- veranstaltet von dsin I. Wiener Ueberbrettl-Ensemble mit dem offiziellen Repertoire von •# "^Volxoeress.» "e'cer'torettl <» bestehend ans Mitzi Hell, Vali Paak, Fritz Pistol, Max Jungk, Julius Bartl, Gustav Geissler und Kapellmeister Camillo Hildebrand. Anfang 8 Uhr. -205 Ende 10 Uhr. jfibend Spezialität/ alsdorfer ^Schwärzt keinen Woin! | Kein Satz! feinstes 7207 Tafelwasser! auerbrunn Depot bei Herrn Ferdinand Pelle, Cilli, Grazerstr. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise liebevoller Teilnahme anlässlich des Hinscheidens unserer innigstgeliebten Schwestcr, resp. Schwägerin, Tante und Grosstante, des Fräuleins Helene Pratter sagen wir den tiefgefühltesten Dank. 7204 Die trauernd Hinterbliebenen. oder Kaufmann, welcher bei Gemischtwarenhändlern, Cafetiers und Hoteliers eingeführt ist, übergibt alte eingeführte Wiener Essenzenfabrik, Vertretung und kommissionellen Verkauf. Nur Herren mit Prima-Referenzen, welche eine Kaution resp. Sieherstellung bis 1000 Kronen bieten können, wollen ihre Offerte unter .Guter Verdienst 1000" an die Soliden Agenten Annoncen-Expedition Eduard Braun, Wien I., Liebenberggasse 2 senden 7192 Ziehung unwiderruflich 19. Juni 1902 Schauspieler-Lotterie 1 Haupttreffer 1 I « 5 Treffer. 1« * . 20 . . 60 „ . 100 , . 300 , 3500 . . & 50000 K H 5000 , k 300» .. 2000 » looo . .>00 „ 200 „ 100 , JO „ 2« . IO „ Wechselstuben Actien - Gesellschaft „MERCUR" empfiehlt: Wion I« Wollzollo. Sämmtliche Treffer werden von den Lieferanten mit 1®# Abzug 7075 Wttur eingelöst. 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