poStnins plaLana v gotovini. Ar. 30. Erscheint jeden 1., 10. und 20. Kinzelne Wummer 150 Dir». 12. (27.) Jahrgang. Organ der Gottscheer Deutschen. AeMgspreise: Jugoslawien: ganzjährig 30 Din, halbjährig 15'— Din. D.-Oesterreicb: ganzjährig 6 Schill., halbjährig 3 Schill. Amerika: 2 Dollar. — Deutsches Reich 4 Mark. Ein neuer Versuch zur Hebung der Landwirtschaft. Die wirtschaftliche Lage der Gottscheer in den Vereinigten Staaten Nordamerikas und in Ka¬ nada ist nach dortigen Berichten gegenwärtig noch immer eine wenig befriedigende. Viele von ihnen, auch langjährige gute Vorarbeiter, sind stellenlos und sehen mit Bangen dem Winter entgegen. Die Einwanderung wird deshalb noch weiter be¬ schränkt werden. Ähnlich lautet auch das, was manche Hau¬ sierer nach Hause schreiben. Es kostete viele Mühe, sich in dieser oder jener österreichischen oder deut¬ schen Stadt zu behaupten, da überall zahlreiche Arbeitslose sind, die sich daküber beschweren, daß Ausländer Verdienst finden sollen, während Ein- heimische brotlos dastehen. So bewilligt die Stadt Salzburg Heuer auf immer wieder einlaufende Beschwerden ihrer Invaliden und Gewerbetrei¬ benden den Gottscheern das Hausieren nur mehr in den Vororten und sind anderwärts viele Gesuche um Bewilligung von Plätzen fürs Kasta- nienbraten abschlägig beschielten worden. Angesichts dieser Tatsachen, welche unserem Volke den Erwerb in der Fremde immer schwie¬ riger machen, ist das Bestreben jener Männer doppelt zu begrüßen, welche neuerdings daran gehen, im Genossenschaftswege die heimische Vieh- und Schweinehaltung zu heben und ertragreicher zu gestalten, um so die Bevölkerung der Heimat zu erhalten. Dieser Versuch darf aber nicht wieder ein Schlag ins Wasser sein, sondern muß auf allen Seiten Verständnis und Unterstützung finden. Die bisherigen Versuche zur Hebung unserer Land- wirtschaft sind zumeist daran gescheitert, daß viele kritisierend abseits standen und von vorneherein jedes Sichaufraffen für aussichtslos hielten. An- Kocevje, Montag, den 2Ü. Hktoöer 1930. dere wieder fielen ab, weil sich ein Erfolg nicht gleich im nächsten Augenblicke zeigte und die heute eingezahlten Beiträge nicht schon morgen Zinsen und Zinseszinsen trugen. Das eine wie das an¬ dere war gefehlt und verderblich. Nirgends in der Welt hat noch bloßes Zuschauen die allge¬ meine Lage gebessert und überall müssen vor dem Erfolg Schwierigkeiten überwunden und Opfer gebracht werden. Für Milch und Milchprodukte z. B. bietet sich dem Gottscheer Gebiete alljährlich mehr Absatz¬ möglichkeit und das besonders nach Verlängerung und Ausbau der Gottscheer Bahn. Um rechtzeitig gewappnet da zu stehen, wollte man vor einigen Jahren mit der Einrichtung einer Molkerei klei¬ neren Stiles beginnen. Doch Zweifel- und Kritik¬ sucht und Scheu vor jedem Opfer hat das Kind schon vor der Geburt erstickt. Statt der lässigen Gottscheer haben nun die Niederdorfer in der Stadt eine Molkerei eingerichtet. Schwierigkeiten und ge¬ wisse Enttäuschungen blieben ihnen nicht erspart. Aber trotzdem hat sich die Gründung nun so ge¬ festigt, daß sie bereit und imstande sein wird, auch den weiteren Ansprüchen zu genügen, welche sich mit und nach dem Bahnbau einstellen werden. Wenn nun die Gottscheer nicht auch ähnlich die Sache anpackcn und standhaft durchführen, dann würde wohl niemand uns beipflichten, wenn wir später Klage führen wollten, daß uns andere da und dort zuvorgekommen sind. Wir schreiben dies in bester Absicht. Vie nationalen Forderungen der Kärntner Slowenen. Anläßlich des zehnten Jahrestages der Ab¬ stimmung in Kärnten fand in Klagenfurt eine Versammlung des Politischen und Wirtschaftlichen Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje Vereines der Kärntner Slowenen statt, auf der eine Entschließung angenommen wurde. Darin heißt es unter anderem: Die Kärntner Slowenen, die dem heutigen Österreich angehören und anläßlich des zehnten Jahrestages der Abstimmung versammelt sind, erklären ihre Loyalität gegenüber ihrem Staate. Sie verlangen von ihm, daß er ihnen jene völkisch- kulturellen und wirtschaftlichen Rechte gewähre, welche die Deutschen, für ihre Minderheiten fordern. Die Slowenen in Kärnten fordern dies in der Form, die ihrem nationalen und kultu¬ rellen Charakter in Kärnten am ange¬ messensten ist. Deshalb bleiben sie bei der Forderung nach kultureller Autonomie, u. zw. auf Grund der durch ihre Abgeordneten im Kärntner Landtag auseinandergelegten Grundsätze. Die Kärntner Slowenen stellen fest, daß die Regierung bisher in dieser Richtung noch kein Versprechen erfüllt hat. Dazu bemerkt das Novisader Deutsche Volks¬ blatt: Aus dieser Erklärung der slowenischen Min¬ derheit in Kärnten geht hervor, daß die Kärntner Slowenen, obwohl sie aus dem Minderheiten¬ kongreß ausgeschieden sind, an der Forderung nach Gewährung der kulturellen Selbstverwaltung festhalten. Die Kärntner Landesregierung hatte sich aus Drängen deutscher Minderheitenkreise bereit erklärt, dieser Forderung zu entsprechen, in der Annahme, daß auch der deutschen Minderheit in Jugoslawien die kulturelle Autonomie zugestanden würde. Die von der Kärntner Landesregierung mit den Vertretern der slowenischen Minderheit geführten Verhandlungen waren bereits weit fort- geschritten, sind aber knapp vor dem Abschluß an der weiteren Forderung der Slowenen, daß die Volkszugehörigkeit der Kinder nicht die Eltern, sondern der slowenische Nationalrat zu bestimmen Im feiernden Gottjcheer Ländchen. Von Franz Hamm, Novisad. Herzlich war der Empfang, überaus erhebend der Verlauf, innig der Abschied von der in fest¬ lichem Gepräge strahlenden Stadt, dem von zu Herzen gehender Feiertagsstimmung beseelten Ländchen Gottschee. Die weithinschimmernde Pfarr¬ kirche der Stadt thronte majestätisch über den in Blumengewinden und Fahnenschmuck pran¬ genden, farbenfrohen Häusern, überall beseelte die Menschen mitreißende Festtagstimmung, die alles in ihren Bann schlug. Von allen Giebeln, aus allen Fenstern, von den Triumphbogen in Stadt und Dörfern leuchtete blumenumrandet die Zahl 600, gegenwartsfroh und zukunftverheißend, eine stumme, aber eindringliche Sprache sprechend zn den Bodenständigen und den in großen Schareu herbeigekommenen Gästen. Sechs Jahrhunderte mit all ihren Sorgen und Schicksalschlägen schauten herab aus dieses Handvoll Deutscher, ließen sie Einkehr halten, innere Sammlung suchen und neue Kraft für die Zukunft schöpfen. Erhebend war die große Festmesse. Schon in aller Früh strömten die Gläubigen in Scharen aus allen Dörfern und Weilern in das Gottes¬ haus. In der malerischen Gottscheer Tracht schritten sie in Reihen, Mundartlieder singend, der Kirche zu, begleitet von tränenverklärten Blicken der aus der Ferne herbeigeeilten Volksgenossen. Eine Verherrlichung der Heimatliebe war die ergreifende Festpredigt, Worte von bannender Eindringlichkeit entströmten dem Munde des Priesters über das unentwegte Festhalten an Heimat, Väterglaube und dem angestammten Volkstum und gestalteten das Fest zu einer Apotheose dieser drei schönen Tugenden des auf harter Scholle ringenden Gottscheers. Erdenhaft, urecht, gewaltig wirkten die mundartlichen Lieder, die vom Chor während der Festmesse gesungen wurden; von den Jahrhunderten gestählte und geheiligte Volkskraft schwebte in Sangesgestalt als Dankgebet dem Allmächtigen entgegen. Die kraftverleihende Religiosität des deutschen Menschen der Gottschee feierte in diesem Dankgottesdienst den schönsten Sieg. Wie ein unsichtbarer Faden wob sich eine heute so brennende Frage durch die vielen Ver¬ anstaltungen dieser Feier und zeigte Wege der Lösung an: die Frage der nationalen Minder¬ heiten. War das ganze Fest eine Kundgebung der Friedensliebe und Arbeitsamkeit der Deutschen, so ließen besonders die Ansprachen während des Festmahles in Anwesenheit eines Vertreters des Prinzen Andreas und Vertretern der Kärntner Slowenen der Regierung schlaglichtartig Wege erkennen, deren Beschreiten nur allgemeine Be¬ friedigung als Endziel erreichen lassen kann. Das Festessen gestaltete sich zu einer wahren Aus- spräche über diese so wichtige Frage und man schied mit der festen Hoffnung, daß diese Aus¬ sprache die Anbahnung ihrer Lösung bedeuten möge. Der große Festzug war ein Glanzpunkt der Veranstaltungen. Mehrere Kilometer lang ist der Straßenzug, den die lange Kette von Gruppen in Volkstracht, von Knappen, Pagen und Rittern, von Edelfrauen, Festwagen und Reitern zu be¬ schreiten hatte. Eine vieltausendköpfige Menschen¬ menge bildete den Rahmen und überhäufte den Zug mit Blumen, alle Fenster waren vollbesetzt mit Schaulustigen. Eingeleitet wurde der Zug mit der Musikka¬ pelle. Dann folgten die Festgäste und die Mit¬ glieder des Festausschusses. Lange Reihen von Frauen und Männern in der malerischen Gott¬ scheer Tracht verliehen dem Zug den eigentlichen Charakter: die blauen Joppen auf Mann und Frau, der hochzylinderähnliche schwarze Hut des Mannes, die wallenden weißen Hauben der Frauen, langärmlige Linnenblusen, unten gefranste Hosen aus Hausleinwand bei den Männern flössen in ein malerisches Bild zusammen. In Ritterharnisch zog Graf Friedrich von Cilli, gefolgt von Rei¬ sigen und Knappen, in die Stadt, vier Pagen Leite 2, habe, gescheitert. Die in dem letzten Satz der Entschließung enthaltene Feststellung ist offenbar so zu verstehen, daß die Kärntner Landesregierung seit dem Abbruch der Verhandlungen in dieser Angelegenheit bisher keine weiteren Schritte un¬ ternommen und auch die Fühlungnahme mit den Vertretern der slowenischen Minderheit nicht fort¬ gesetzt hat. Dazu bemerken wir: die Autonomie, welche wir beanspruchen und nach gegebener Zusage auch bald erwarten, soll dem Einzelnen volle Freiheit lassen und seine Nationalität nicht erst durch einen Verein bestimmen lassen. Das ist jedenfalls demokratischer und logischer als die Forderung vorerwähnten Nationalrates. Ein bedeutsamer Schritt M Zufrieden- stettung der Kärntner Slowenen. Bevor der Kärntner Landtag seine Auflösung und die Festsetzung der Neuwahlen für den 9. November beschloß, beschäftigte er sich kürzlich mit einem Anträge, welcher für das Zusammenleben der slowenischen Minderheit mit der deutschen Landesmehrheit von weittragender Bedeutung sein dürste. Diesem vom Berichterstatter Dr. Zeinitzer gestellten Anträge zufolge sollte für das gemischt¬ sprachige Gebiet in Kärnten eine ständig dem Landtag unterstellte Kulturstelle zur Wahrnehmung der besonderen Interessen dieses Gebietes geschaffen Und die hiefür notwendigen Mittel in den Lan- desvoranjchlag für 1931 eingestellt werden. In der Begründung führte der Berichterstatter aus, der Landtag habe am 28. September 1920 der slowenischen Minderheit die Zusicherung ge¬ geben, daß ihre kulturelle Eigenart nicht ange¬ lastet werde. Der Landtag habe diesen Beschluß bereits durch die Schaffung eines Beschwerde- uad Schulausschusses durchzuführen versucht. Während der erstere Ausschuß seine Arbeiten erfolgreich habe abschließen können, sei der Schulausschuß in der Frage der Kulturautonomie an einem toten Punkte angelangt, da der von der Mehrheit vor¬ bereitete Entwurf von den slowenischen Vertretern im Landtage abgelehnt worden sei. Um nun den slowenischen Mitbürgern anläßlich der Zehnjahres¬ seier der Volksabstimmung den festen Willen der deutschen Landesbewohner nach Erfüllung des seinerzeitigen Versprechens zu beweisen, soll eine Landeskulturstelle für das gemischtsprachige Gebiet in Kärnten geschaffen werden, deren Aufgabe cs sein soll, die Wünsche der Kärntner Slowenen auf kulturpolitischem Gebiete zu befriedigen. Der Antrag des Berichterstatters wurde ein¬ stimmig, sonach auch mit den Stimmen der Ver¬ treter der slowenischen Minderheit, angenommen. Ächtung! Gastwirte, Aeuerwehren und andere Vereine! Unter Zahl 7032 hat die hiesige Bezirkshaupt¬ mannschaft nachstehendes Rundschreiben heraus¬ gegeben : Mit Rücksicht darauf, daß sehr häufig Ge¬ suche um Verlängerung der Polizeistunde und um trugen das Wappen der Fürsten von Auersperg, dann schritten die in aller Welt bekannten Gott- scheer Hausierer, ihre Körbe vorautragend, in dem Zug, Bilchfänger in Bastkleidung folgten, Reiter und Wagen waren zu sehen. Auf einem großen Faß thronte Bacchus, auf einem Wagen arbeiteten Schmiede, ein riesengroßes Bügeleisen versinn¬ bildlichte das Schneiderhandwerk, ein ebenso großer Schuh zeigte emsige Schuhmacher an der Arbeit, alles auf Wagen gebaut, in gleicher Aufmachung folgten dann die übrigen Gewerbe. Den Ab¬ schluß des eindrucksvollen Zuges bildete ein Wagen mit einer allegorischen Gruppe, darauf weißge¬ kleidete Mädchen. Dann schritten die Vereine und Vertretungen der einzelnen Gottscheer Gemeinden im Zuge, eine Gruppe von Studenten aus Deutsch¬ land sang frohe Lieder, den Abschluß bildete die sich stufenweise anschließende Menge der Zuschauer. Alles bewegte sich auf den Feflplatz, wo sich der Zug auflöste. In seiner Vielgestaltigkeit und in der schönen Auswahl der Gruppen aus Vergan¬ genheit und Gegenwart des Ländchens erzielte der Festzug aufrichtigsten Beifall. Der Eindruck ist bleibend. In der Festhalle wurde dann eine Hochzeit nach altem Gottscheer Brauch aufgeführt. Die Volkstracht, alte Lieder und Tanzweisen kamen zu voller Geltung und errangen tiefste Wirkung. G7'.rschec: Zeitun? — Nr 30. Tanz nicht oder zu wenig gestempelt und ohne Entrichtung der vorgeschriebenen Banaltaxe einge¬ reicht werden, fordere ich alle Gemeindevorste¬ hungen auf, die Gastwirte und jene Vereine, die um Erlaubnis für Tanz, um Verlängerung der Polizeistunde bezw. um Aufführung von Theater¬ vorstellungen ansuchen, folgend zu belehren: 1. Jedes Gesuch soll mindestens acht Tage vor der Veranstaltung eingebracht werden. 2. Gesuche um Verlängerung der Polizeistunde ohne Musik und Tanz sind mir 5 Din zu stem¬ peln; beizulegen dem Gesuche sind aber ein Stem¬ pel um 20 Din für die Erledigung und die Ba¬ naltaxe, u. zw. für Städte 100 Din, für Märkte 60 Din und für Dörfer 30 Din. 3. Gesuche um Musik, Tanz und Verlänge¬ rung der Polizeistunde sind mit 10 Din zu stem¬ peln; für die Erledigung sind ein Stempel für 25 Din und die Banaltaxe im Baren, u. zw. in Städten 300 Din, in Märkten 180 Din und in Dörfern 80 Din beizulegen. 4. Gesuche um Ausführung von Theatei Vor¬ stellungen (ohne Tanz und Musik nach der Vor¬ stellung) sind mit 5 Din zu stempeln und ist für die Erledigung ein Stempel um 5 Din beizu¬ legen. Der Autor des Theaterstückes ist stets an¬ zuführen. Wenn das betreffende Stück noch nicht zensurfrei ist, ist aach ein Exemplar des aufzu¬ führenden Theaterstückes beizulegen. Jedes Gesuch, das nicht vorschriftsmäßig ge¬ stempelt und die Banaltaxe nicht beigelegt ist, wird nicht erledigt und ohne Erledigung, bezw. Er¬ laubnis darf die Veranstaltung nicht statifinden. Damit die Gesuche rechtzeitig erledigt werden können, müssen sie mindestens acht Tage vor der Veranstaltung eingebracht werden. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Ein begrüßungswerter Schritt) ist vom neuen Herrn Bezirkshauplmann A. Platzer gemacht worden. Um über den Stand des deutschen Schulwesens und die diesbezüglichen Wünsche der Bevölkerung genau informiert zu sein, ha: er am 17. Oktober als Vertreter der Deutschen die Herren Dr. Arko und Pfarrer I. Eppich zu einer Besprechung eingeladen, zu der auch Bezirksschulinspektor Bctriani beigezogen wurde. Es geschah unseres Wissens das erstemal, daß man behördlicherseits bei Entscheidungen über das Schulwesen der deutschen Gottscheer auch ihre Al sicht wünschte. — Die Besprechung erzielte wohl nicht in allem Einmütigkeit, aber immerhin ist sie ein Schritt zur weiteren Verständigung und Überbrückung noch bestehender Gegensätze. — (Sterbefail.) Am 13. Oktober d. I. starb Frau Josifine Petsche, die Gattin des all¬ bekannten Kaufmannes Peter Petsche, und' wurde am 14. zu Grabe getragen. Sie war eine zärt¬ liche Gattin und liebevolle Mutter ihrer Kinder. Auch die Armen fanden in ihr immer ein teil¬ nehmendes Herz. 37 Jahre lebte sie mit ihrem Gatten in friedsamer Ehe zusammen, wenn auch ihr Herz viel litt, es starben ihr fünf Kinder im Die Werbung bildete den Auftakt, nachdem vorher eine anmutige Spinnstubenszene gezeigt worden war, mit allerliebsten Mädchen, die schöne Lieder sangen. Mädchen fanden sich dann ein, um der Braut den Blumenkranz zu winden und Blumen¬ sträuße für die Hochzeitsgäste zu binden (heute entspricht dies dem „Polterabend"). Eine anmu¬ tige Feier war die Krönung der Braut mit dem Kranz und der prachtvollen Haube — „Hüderle", ein weit über den Rücken wallendes weißes Kopftuch, übervoll mit Blumen geschmückt. Dann begann die Hochzeit. Die Braut verabschiedete sich von ihren Freundinnen und Eltern, in frohem Jubel ging's dann in den Hochzeitszug, voran der muntere Harmonikaspieler. Schließlich folgte der Hochzeitsschmaus. Kuchen wurden herumgereicht, in einen in der Mitte hohlen Guglhupf legten die Gäste Spenden für das junge Paar. Eine Wiege wurde als Gabe gebracht, ein Butterfaß u. a. mehr. Alles half zusammen, um den Jungen bei der Gründung ihres Herdes behilflich zu sein. Schöne Mundartlieder verklärten die Feier, zu urwüchsigen Weisen der Harmonika ranzte man ausgelassen, sogar die Köchin kam herbei mit dem Schöpflöffel, um darin Gaben zu sammeln. Aus Freude tanzte sie dann mit einem Kuchen auf dem Kopf allein durch die Schar. Unter dem vollen Tisch kauerten kleine Kinder, die durch Jayrgung -U schönsten Alter, suchte sie und 'fand immer Trost im glaubeonsollen Vertrauen auf Gott. R. i. p. — (E i n e H ü h n e r s a r m i m g r v ß e n S t i l) richtet in Kostel bei Fara der Besitzer A. Kajfez von Novasela ein. Zu diesem Zwecke hat er das Schloß Kostel gepachtet und will es jetzt entsprechend einrichten. — (Einschränkung der Einwan¬ derung) in die Vereinigten Staaten Amerikas soll die Weisung herbeisühren, die vor kurzem an die amerikanischen Konsulate ergangen ist. Nach dieser Weisung kann der Konsul jedem das Visum verweigern, von dem nicht feststeht, daß ihm für längere Zett Arbeit und Verdienst in Amerika versichert ist. — (Für unsere Schulen und Orts¬ schulausschüsse.) Das von Dr. Grothe aus Leipzig zusammengestellte und bei Julius Beltz in Langensalza erschienene Büchlein „Der Deutsche im Gotlscheerland", ist in der Buchhandlung Matthias Rom um 14 Dinar er¬ hältlich. Das Büchlein ist nett in jeder Beziehung und gehört in unsere Schulbüchereien. Jede Schule sollte sich mehrere Stück anschaffen. Ein ebenso prächtiges Büchlein sind die vom deutschen Volksliederarchiv in Freiburg i. Br. her¬ ausgegebenen „Gottscheer Volkslieder". Es sind ihrer 36 in der Gottscheer Mundart und in hoch¬ deutscher Übertragung. Die Lieder sind der dies¬ bezüglichen Sammlung des -j- Gymnasialdirektors Dr. Hans Tschinkel entnommen und mit Noten versehen. Für Schulen und andere Kreise gleich empfehlenswert. Auch dieses Büchlein ist in der Buchhandlung Rom um 28 Dinar erhältlich. — (Zehnjahrfeier der Kärntner Volksabstimmung.) Vom 10. bis 12. Ok¬ tober fand in Klagenfurt unter Teilnahme des Bundespräsidenten, .des Bundeskanzlers, der übrigen Minister, vieler Gäste aus den anderen Bundesländern und aus Deutschland, ferner zahl- reicher Abordnungen aus allen Orlen Kärntens die Erinnerungsfeier an die Volksabstimmung im Jahre 1920 statt. In seiner am Freitag auf der Festsitzung des Kärntner Landtages, an der alle Abgeordneten mit Ausnahme der zwei Slo¬ wenen, ferner Vertreter aller Länder und Mi¬ nisterien teilnahmen, erklärte der Präsident des Landtages Lukas u. a. folgendes: Meine Grüße gelten aber auch denen, die für Jugoslawien ge¬ stimmt, dann aber den Ausgang der Volksab¬ stimmung anerkannt haben und Österreicher ge¬ worden sind. Wir erkennen sie, getreu den Grund¬ sätzen nationaler Versöhnung und Gerechtigkeit, als vollkommen gleichberechtigte Landsleute an. Der Kärntner Landtag bemüht sich mit gleicher Sorge, den slowenischen Landesteilen ihre Sprache, ihren nationalen Charakter, ihre geistige und wirtschaftliche Entwicklung zu sichern wie der übrigen deutschen Bevölkerung." Am Samstag vormittags wurde am Lindwurmbrunnen eine Gedenktafel enthüllt, die die rheinische Stadt Wies¬ baden der Stadt Klagenfurt gewidmet hatte. Ge¬ legentlich der Zehnjahrfeier wurde ein „Fond für die Opfer der Kärntner Kämpfe" gegründet, in den die Landesregierung alljährlich wenigstens 20.000 Schillinge fließen lassen wird. Bemerkens- Zupfen der „Alten" Brocken verlangten und auf diese Weise ihren Anteil an der Hochzeitsfreude nahmen. Der Jubel, den diese Hochzeit entfachte, pflanzte sich fort und ließ die Festesfreude in ein überaus stimmungsvolles Tanzkränzchen um¬ schlagen, das bis morgens dauerte. Beherrscht wurde der Tanzboden überall von den Gestalten in Volkstracht. Man kannte unter dieser Kleidung die Klassenunterschiede nicht, der Akademiker und der Bauer, sowie der Handwerker sahen gleich aus: ein sichtbares Zeichen der Ausgeglichenheit des Gottscheer Volkes. So endete die erhebende Feier, eingeleitet durch einen prächtigen Fackelzug, durch das Ab¬ brennen von Höhenfeuern in Erinnerung an die Signalfeuer bei den Türkeneinbrüchen in ver¬ gangenen Zeiten und durch das Läuten aller Glocken des Ländchens. Den Gotlscheern gebührt für diese Veranstal¬ tung aller Dank. Trotz der Armut des Landes sanden sie so viel Herzlichkeit beim Empfang und der Unterbringung ihrer Gäste, daß allen der Abschied schwergefallen ist. Möge das Fest dazu beitragen, daß reiselustige Deutsche, die den Sommer in schönster und gesunder Gegend ver¬ bringen wollen, ihren Weg in immer größerer Zahl nach dem Gottscheer Ländchen einschlagen. Jablanu Xli. . Gottsckeer Zeitung — Nr. 30 Sene 3 wert ist, daß trotz des heiklen Gegenstandes bei der ganzen Feier keinerlei Ausfälle gegen das Nachbarvolk vorkamen. — (Autoverbindung Kočevje — Ljub¬ ljana.) Abfahrt des Autobusses von nun an um 6 Uhr früh vom Gasthofe „Harde". — (Ein Franzose gegen die Ewig¬ keit) der Friedensverträge. Im Blatte „Vik- toire" äußert sich der Franzose Gustav Hevre, daß nur eine Änderung des Versailler Friedens¬ vertrages einen neuen Krieg verhindern könne. Er fordert oeShalb, daß Frankreich Deutschland gegenüber auf die Reparationssummen verzichten, ohne Abstimmung das Saargebiet und dis Kolo¬ nien zurückgeben müsse, dem Deutschen Reiche Freiheit in der Rüstungssrage gestatten und sür die Abschaffung des polnischen Korridors eintreten solle. Nur so könne der Friede Europas gesichert werden. — (Schacht über Hitlerismus und Reparationsproblem.) Vor den Mitgliedern der Dentsch-amerikanischen Handelskammer und des Instituts sür internauonale Erziehung, die ihm zu Ehren ein Frühstück im Astorhotel veranstalteten, hielt der ehemalige Reichsbankpräsident Dr. Schacht nachstehende eindrucksvolle Ansprache: Die Abrüstung, die man Deutschland in Versailles versprochen hat, hat man nirgendwo außerhalb Deutschlands durchgesührt. Hierin ist eine der wichtigsten Ursachen für die Erscheinung zu sehen, die die Welt jetzt als Hitlerismus bezeichnet. Wirtschaftspolitisch ist festzustellen, daß die Alliierten, nachdem sie Deutschland alles wegge¬ nommen hatten, was wegzunehmen war, Deutsch¬ land noch mit Reparationen belegten. Aus der Substanz des deutschen Vermögens konnte nichts mehr bezahlt werden, denn eine Substanz war nicht mehr vorhanden. Man schlug deshalb einen anderen Weg ein, indem man beschloß, Deutschland Geld verdienen zu lassen, womit es dann bezahlen sollte. Nun ist jedoch nachgewiesen, daß für die Bezahlung der Reparationsschuld alle deutschen Einkommen über 5000 Dollar weggesteuert werden müßten. Deutschland hat aber nur 80.000 solcher Verdiener. Erst jetzt beginnt die Einsicht zu dämmern, daß kein Mensch in Deutschland von den Folgen der Reparationen unberührt bleiben kann, daß jeder Stand, jede Gruppe dazu bei¬ tragen muß. Die Erkenntnis kam vielleicht deshalb so spät, weil man Deutschland lange Zeit durch Anleihen weiterhalf. Diese Erkenntnis ist aber der zweite Grund für die Zunahme des Hit¬ lerismus. — (Amerikanische Millione n-H inter¬ lassens chaften.) Aus Newyork wird uns be¬ richtet: Der kürzlich verstorbene bekannte ameri¬ kanische Konservcnfabrikant Mr. I. T. Dorrance hinterließ ein Vermögen von mehr als 100 Mil¬ lionen Dollar, das er zum größten Teil mit einer populär gewordenen Suppenkonserve gewonnen hatte. Andere amerikanische Industrie- und Han¬ delskapitäne hinterließen in den letzten Jahren: Der Eisen- und Stahlmagnat Mr. Henry Philpps 522 Millionen Dollar, der Finanzier und Sports¬ mann Mr. Harry Payue Wilhncy 190 Millionen Dollar, der Realitätenbesitzer W. H. Vanderbilt 200 Millionen Dollar, der bekannte Chicagoer Weizenkönig Mr. Levi Leiter 100 Millionen Dollar, Mr. Ruffel-Sage 75 Millionen Dollar, die Warenhausbesitzer Mr. John Wannamaker 75 Millionen Dollar und Mr. F. W. Woolworth 45 Millionen Dollar. Stara cerkev (Mitterdorf). (Einbruch.) Vor einigen Tagen hat ein bisher noch nicht ausge¬ forschter Dieb die Tür zum Geschäfte des Kauf¬ mannes Wolf in Malagora (Malgern) gesprengt und aus dem Laden neben einiger Barschaft auch Ware mitgenommen. Stari kog (Altlag). (Sch ul sperre.) Da in neuester Zeit an der Schule starke Sprünge und Risse am Gewölbe aufgetreten sind, fand am 11. d. M. eine behördliche Besichtigung statt, deren Ergebnis die teilweise Sperrung der Schule ist, indem der obere Stock nicht betreten werden und nur im Schulzimmer des Erdgeschosses Unterricht erteilt werden darf. Wöchentlich hat jede der drei Abteilungen je zwei halbe Tage Unterricht. Von jeher war die Schule immer in umgemodelten Bauernhäusern untergebracht und leitende Personen sowie kommissionelle Besichtigungen haben schon vor Jahrzehnten auf die Notwendigkeit eines Schulhausbaues hingewiesen, aber die Männer im Gemeindeschifflein und dem Ortsschulrate, in deren Hände das Wohl und Wehe des Volkes gelegt war, hatten dafür keinen Sinn und kein Herz, sondern nur ein ablehnendes Nein, wodurch sie, durch kurzsichtige Sparsamkeit, ihre Sorge für das Gemeindewohl an d