VBe&lfonMt: ®ee wte Itgtbrni eoa btt 3u6tmfl Strmn D»8 «rot an» «rbeii uns gerü|ttt (teilen, D-b mfere Äinbet hl der Schul« [raten 'lni> ttsjm ®reife nicht mebt bette!« gebe«. ®. Herweg!». MMnM.rZ?8.10.526 ff. 10.542. Zer isenbahner Zenlralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. RedaMon: Wien VA, BrSuhausgaffe 84. «ebo6tion«[chluS: 3»d Lage *tt km 6*fdi einen kc* eiatite. Sprechstunden fl ab icben Tag mit Ausnahme der Somr- und Feiertage #•# JO 2he vormittags bis V«4 Uhr nachmittag!» Insertionspreis: Di- titijpaUijc snittimeletjette ober beten 9-''tum 14 Heller. Lei Jatzresauftrag Rabatt. Abonnements-BeLingimgen: Halbjährlich...............................Kr. S« GanzjShrllch .............................. , fr76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. fr—. Für das übrige Ausland ganzjährlich S Franken. Weint jeden 1., 10. «nd 20. im Mouat. Wien, den 20. Sännet 1914. 22. 8o6tg. ütBonffation und Persönlichkeit*). . . »Es schien mir an der Zeit, die großartige Organi-latronsbewegung, inmitten deren wir uns befinden, in ihrer Totalität anzuschauen und sic an einem durch dies« Erscheinung gezogenem Querschnitt zu studieren." Diese Worte gibt der ehemalige Justizminister Franz Klein als Geleite seinem neuen, überaus interessanten Buch über „Das Organisationswesen der Gegenwart" mit, das den Zweck hat, „den soziologischen Charakter des Ijcuti-gen Organisationsphänomens" aus der Gesamtbewegung SU erkennen. Unter den zahlreichen Büchern, die sich mit Organisationswesen beschäftigen, wird Kleins Buch einen hervorragenden Platz erhalten und behalten. Es ist ein verdienstliches Buch in seinen Absichten und durch seinen Ursprung. Aus Vorlesungen, die Klein vor RechtShvrern 1 der Wiener Universität im vorigen Jahr gehalten hat, ist es entstanden. Die Arbeiterschaft kann aus diesem Umstand ersehen, wie viel Anregung sie durch ihre Bewegung dem ganzen Denken der Wissenschaft geben. In Kleins Vorlesungen und in seinem Buch kann die Arbeiterschaft einen Niederschlag der eigenen Bedeutung 1 sehen, es ist eine Art Huldigung, von der Wissenschaft der : Arbeiterschaft dargebracht. Es ist ein gutes dankens- ! toerteS Unternehmen, wenn die künftigen Richter und Verwaltungsbeamten, die nahezu allgemein ohne Keimt- i nis des wirklichen Lebens sind, das Leben jener, über die sie einst zu Gericht sitzen sollen, deren Rechte sic wahren tollen, von berufener Seite aufgeklärt werden. Gewiß, es sind vor Franz Klein auch schon schöne and gute Bücher über das Organisationswesen der Arbeiterschaft erschienen. So, um nur von den neuesten eines zu nennen, Adolf Brauns „Gewerkschaften, ihre Entwicklung und Kämpfe". Aber das find zumeist Schriften von Sozialdemokraten, vorerst der Arbeiterschaft zu-gedacht, auf die Aufklärung der Massen selbst bedacht. Kleins Buch hat aber ein Denker aus bürgerlichen Kreisen, ein ehemaliger österreichischer Minister, ein Stolz der Rechtswissenschaft unseres Landes, das Wort ergriffen. Und er will mit seinem Buch diejenigen, die das Organisationswesen bisher mehr von außen, auZ der Flut verstreuter Notizen und Mitteilungen, bloß als Geschehen ohne Hintergrund lernten, „in die unruhige Welt der Organisationen entführen". Einen Leitfaden will er bieten, „um sich in den Tatsachen und Vorgängen leichter zurechtzufinden", die aus den Organisationen gemeldet werden, er will „ein besseres Verständnis der Organisationsbeweguitq verbreiten". Niemand wird bestreiten wollen, daß diese Absichten gleicherweise schön und nützlich sind. Sie allein schon sollten dem Buch in den Reihen des Bürgertums und seines Nachwuchses große Verbreitung schaffen. Aber auch der Arbeiterschaft selbst hat Klein, der sich übrigens nicht allein auf das Organisationswesen der Arbeiterschaft beschränkt, vieles und nützliches zu sagen. In erster Linie denken wir da an das Kapitel „Wirkungen", aus dem die angehenden Beamten und Richter Respekt vor der Organisation und ihrem versittlichenden Einfluß auf die Persönlchikeit lernen können, aus dem die Arbeiter aber nicht weniger Nutzen ziehen können, wenn sie sich selbst und ihren Bekannten zum Bewußtsein bringen, was sie als einzelne, als Individuen, der Organisation verdanken. Gerade dieser Abschnitt des Kleinschen Buches, über das in unserer Presse noch oft und eingehend wird gesprochen werden müssen, liest sich wie ein begeisterter Hymnus auf die Organisation. Mit scharfen Blicken, mit innigem Verständnis, mit großer Wärme, die bei einem Gelehrten um so erfreulicher berührt, trägt Klein alle Beweise für die vorteilhafte Wirkung der Organisation auf die Persönlichkeit zusammen. Dieses Thema ist in unserer Presse schon unzähligemal besprochen worden, bei unserer Agitation wird von uns ein ums anderemal auf die erzieherische Wirkung der Organisation Hin* gewiesen, und die Praxis des Lebens erhärtet unsere Behauptung täglich mit netten Tatsachen. Aber so vollständig wurden die guten Wirkungen der Organisationen noch nicht aufgezählt, so gründlich und erschöpfend die dagegen die Wirkung der Organisation gerichteten Einwendungen nicht widerlegt, tote in Kleins Buch. Es ver- *) Im Anschluß an bo6 Such .Dar Orgainsationswesen fccr Gegenwart", ein Grundriß von Dr. Franz Klein, Justiz-minister a. D. lohnt sich, feinem Gedankengang in diesem Teil des Buches zu folgen. „Dem Individuum sind durch die Organisation zweifellos die Wege zu größeren sozialen Leistungen und Erfolgen eröffnet worden." Wir sollten in der Zukunft von der Argumentation des Exministers bei unserer Agitation recht ausgiebigen Gebrauch machen. Denn es läßt sich nicht bestreiten, daß sie sehr scharfsinnig ist und daß sie — wer die geistige Verfassung unserer indifferenten Arbeiter kennt, die in jeder Aufforderung zum Anschluß an die Gewerkschaft gleich eine Aufforderung zur Revolution erblicken, wird das bestätigen — als Worte eines ehemaligen Ministers und unparteiischen Beobachters viel geneigteres Gehör finden werden als sonst irgendeine noch so schöne und gute Rede. Durch den Anschluß an die'Organisation ist für den einzelnen die Hoffnung und die Aussicht, gesellschaftliche Verhältnisse im großen, kleinen und kleinsten, nach feinen Ansichten und Wünschen zu gestalten, erheblich gewachsen. Es handelt sich eben darum, die zu einem Ganzen, das sich zur Erreichung eines freiwillig gesetzten Zieles (also beispielsweise zu einer Gewerkfchaftsorganifation) ztt-samntengefunden hat, natürlicherweise gehörenden Individuen diesem Ganzen auch anzuschließen, denn allein kommen nicht alle. „Nicht jeder macht davon Gebrauch", sagt Klein, „aber er kann es, und darauf kommt es an". Die OrMusatioit ist da, ihr Ziel ist gewiß für die Angehörigen des Berufes eine Notwendigkeit Ob sie nun friedlich oder durch Kampf das Ziel erreichen will, jeder kann bei feiner Verfolgung behilflich fei«. Jeder soll es. Und daß jedem die Möglichkeit zur Teilnahme am Kampf um Verbesserung der Lage des Ganzen und auch des einzelnen geschaffen wurde, ist eilte große Leistung der Organisation. Auf diese Weise ist der einzelne sehr gestärkt worden, „vorausgesetzt, daß man in der Hebung und Vervollkommnung des einzelnen das Ziel der Entwicklung sieht". Klent beschäftigt sich nicht mit der Frage, ob die Einwirkung der Organisation auf den Einzelnen nicht schon da beginnt, wo man ihn für die Organisation zu gewinnen trachtet, also bei der Agitation. Uns scheint diese Tatsache von ziemlicher Bedeutung. Durch die Agitation wird eben schon das in jedem lebende unklare Verlangen geklärt und gefestigt. In der Organisation sind schon mehr weniger Wissende, durch die Agitation aber werden, wenn auch nicht auf einen Schlag, aus Unwissenden, Indifferenten Wissende. Und diese Wirkung der Organisation auf den einzelnen gehört unserer Meinung nach zu ihren wertvollsten. Für den Soziologen entsteht da die böse Frage, ob das nicht auch schon ein Einschränkung der Freiheit und der Selbstbestimmung des Individuums ist. Klein wirft die Frage erst bei der Tätigkeit der Organisation auf, wir meinen, sie wäre schon bei der Agitation, bei der Anwerbung zur Organisation am Platz. Klein scheint nicht der Meinung zu fein, daß dies eine Ein-fchränkung der Freiheit fei. Er verweist sehr richtig auf den Unterschied zwischen formaler und wirklicher Freiheit. „Jawohl," erklärt er, „Organisationen fordern grundsätzlich manche Verzichte auf Persönliches, vermehren für ihre Mitglieder die Beschränkungen, denen das Individuum der Gegenwart auf Schritt und Tritt unterliegt... Das ist im Prinzip Minderung ihrer Macht." Aber man darf sich durch Aeußerliches nicht täuschen lassen. Hört, ihr indifferenten Arbeiter, hört ihr. die ihr euch von einer falschen Ideologie beeinflußen lasset oder sie vorschützet, um nicht Mitglieder einer Organisation sein zu muffen, die euch „der Freiheit beraubt oder eure Persönlichkeit nicht zur Geltung gelangen läßt," hört, was euch ein ehemaliger Minister faßt: „Jede Verringung der formalen Freiheit ist wettgemackit, wenn das Individuum durch die Vereinigung, die feine Bewegungsfreiheit in der oder jener Richtung einengt, die materielle Freiheit gewinnt, am Genuß der Kulturgüter mehr teilzunehmen und seine LebcnSvcrhältnisse mehr nach feinen Bedürfnissen und Interessen zu gestalten, und in dieser Hinsicht werden die Opfer, die der einzelne der Organisation bringt, erfahrungsgemäß durch die Organisation fehr häufig reichlich vergolten." So zeigt Klein eine weitere, nicht zu unterschätzende Wirkung der Organisation auf. Man gewinnt an materieller Freiheit, man wird durch die Zugehörigkeit, zur Organisation mächtiger, das soziale und wirtschaftliche Können wird erhöht, man kann verschiedenes, was un- erreichbar schien und war, erreichen. Sehr fein drückt Klein sich über das Verhältnis des organisierten Menschen zur Autorität der öffentlichen Organe aus. „Die Organisation ist die Form, die es erlaubt, dieser Autorität die Autorität des Berufes, des besonderen Wissens, der Erfahrungen gegenüberzustellen, und die es zugleich ver hindert, daß die Ideen und Forderungen, die sie vertritt, gar nicht beachtet oder leichthin verworfen werden." Dies erhellt aus den verschiedenen Beiräten und Enqueten, die sehr häufig von den Organisationen aus-gehen. „Die Organisationen haben den sozialen und politische« Wert des Individuums jedenfalls gesteigert, ' dies daran gemessen, was die große Menge der Individuen ohne Organisation wäre." Dann bereichert die Organisation die Gedanken» Welt jedes Mitgliedes: sie steigert den geistigen und Kulturwert des Individuums, sie Bereichert den Geist und schult ihn; auch wer nur nachläuft, erhält in ihr Anregung zum Denken und Nachdenken und lernt in die Ferne schauen. Die Organisation bringt jedem eine neue, erhabene Moral bei. Ohne in einen Kursus der Bescheidenheit auszuharren, lehrt sie den einzelnen Disziplin, sie erfüllt ihn mit Selbstbewutztsein, läßt dabei aber keine Diktatormanieren zu. kein UeberHeben, olme wiederum die Geltung der Persönlichkeit zu schmälern. In die Ferne schauen! Die Dinge aus allgemeineren Gesichtspunkten aitsehenl Auf die Interessen der anderen Rücksicht nehmen! Das sind ja doch die Grundgesetze sozialistischer Gewerkschaftstaktik, die wir aber anders ausdnicken als Klein. Doch dadurch verlieren fiv nichts von ihrer Bedeutung. Und wenn die Organisation sogar nach dem Urteil des Exministers dies alles kann und will, wie könnten wir unsere Agitation nicht noch erhöhen wollen, um auch den Indifferenten den Genuß der Kulturgüten zu ermöglichen? Worte und raten. Zur Rede des EifenbahnministerS im Staatsangestellten, ausschuß. IL Wir haben in der letzten Nummer unseres Blattes die Rechtsverletzungen geschildert, die in der letzten Zeit an einer Reihe von Bediensteten verübt wurden. Diesmal wollen wir aufzeigen, wie vom Eisenbahnmini-stetium die Zugeständnisse, die dem Personal gemacht wurden, in zahlreichen Fällen nicht eingehalten werden. Da ist vor allem das Kapitel der Verfehl echter ung der Postennormierung zu erwähnen. Diese in sehr ausgiebigem Maß erfolgte Verschlechterung konnte nur durchgeftihrt werden, indem sich das Eisenbahn-Ministerium über mehrfache Zugeständnisse, die der Organisation in den letzten Jahren gemacht wurden, brüsk hinwegsetzte. Das ist unter anderem das Zugeständnis, welches das Eiienbahnministerium am 14. Oktober 1908 schriftlich mochte und welches lautete, daß durch eine vorzunehmende Erhöhung und Verbesserung der Normierung den auf Unterbeamtenposten verwendeten Dienern die Erreichung der Unterbeamtenkategorie ermöglicht wird. Ferner daß die Kondukteure, die Zugsführerdicnste leisten, zwei Jahre eine selbständige Partie haben und die lMerbccttntenprüfung mit Erfolg absolvierten, bei Erreichung der 1200 Kr. zu Unterbeamten ernannt werden. Bei der Nordbahndirektion sind zahlreiche Zugsführer, die 1200 Kr. Gehalt, zwei Jahre selbständige Partie und die tinterbeomtenprüfung abgelegt haben, die aber trotz aller Bemühungen nicht zu Oberkondukteuren ernannt werden. Bei dieser Direktion wurde die Einhaltung des Zugeständnisses vom Eifenbalmmini fteriuij] dadurch illusorisch gemacht, indem zuerst nicht die entsprechend dem Zugeständnis nötige Anzahl von Posten normiert und dann diese ohnehin unzureichende Normierung noch reduziert wurde. Die Sache ist die, daß bei der Nordbahn nsusmäßig ernannte Oberkon-duktenre auch Rcvisionsdienst machen und im Jahre 1908 von der Nordbahndirektion ausdrücklich zugestanden wurde, daß alle ususmäßig ernannten Oberkondnktenre in punkto Normierung extra Station geführt werden, Diese Zusage der Nordbahndirektion hat das Eifenbabn- AM- Der ^Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. miniflrrhtm mit einigen Federstrichen annulliert und verfügt, bufe alle diese usiismöfein ernannten Oberkon-dukteure in die Norinalnorniiernng einzubeziehen sind. Dadurch und durch die im Vorjahr erfolgte Reduzierung der normierten Posten wurde die große lleberzahl au Dbcrfonbiiftniren geschaffen, die auf nicht normierten Posten Dienst versehen. Auf diese lleberzahl pocht das Eijenbakmininislerium und verteidigt damit die Nichteinhaltung des gemachten Zugeständnisses. Bei der Nordweftbahn werden die Posten nicht so normiert, damit die Manipulanten im Sinne der Einreihungsgrundsätze zu Unterbeamten ernannt werden. Das gleiche ist bei den Magazinsaufsehern der Nordwestbahn der Fall. Die/e werden ebenfalls nicht ernannt, obwohl sie ein ususmäßiges Recht darauf haben, zu Unterbeamten ernannt zu werden. Auch das sind Angelegenheiten, welche die Nichteinhaltung gegebener Zugeständnisse betreffen. Bei der Einreihung der genannten Bediensteten in den Staatsbahnstatus wurde in den EinreihungSgrundsätzen tier» tragsrechtlich festgestellt, daß der bei der Nordwestbahn bestandene Usus, wonach die Manipulanten und Maga-zinsausseher bei Erreichung der 1200 Kr. zu Unterbeamten ernannt werden, auch von Der Staatsbahnverwaltung im Rahmen der Normierung eingeMierr wirb. Auch da wurde dasselbe Spiel getrieben. Die notwendige Anzahl Posten wurde nicht normiert und dann wurde diese unzureichende Normierung noch reduziert. Auf die Art braucht man dann kein Zugeständnis einzuhalten. Mit Erlaß Z. 4517 ex 1913 verfügte das Eisenbahnministerium folgende Reduzierungen bes bei den im Staatsbetrieb befindlichen Lokalbahnen beschäftigten Personales: An Stelle der befinitiven Bahncictfter und Wächter sind Arbeiter zu verwenden. Statt der Stationsmeister. Stationsanffeher und Wächter, an Stelle der Kondukteure Arbeiter imb an Stelle der Oberkonduk-teure Kondukteure unb Arbeiter. Ein großer Teil der in Betracht kommenden Bediensteten würbe auch bereits auf die Hauptbahnen überstellt und find mannigfache Zurücksetzung bereits erfolgt. Das Eisenbahnministerium bat, und zwar mit .Erlaß Z. 8622,13 vom 20. Mai 1913, verfügt, daß die Bremser erst nach einer 6jährigen ununterbrochenen Verwendung im Fahrdienst, die Verschieber erst nach 71/2jäl)rigen Verwendung im Verschnbdienst und die Heizer erst nach einer 10jährigen Verwendung im Fahr-dienst zur Ernennung zu Aushilssdienern zugelassen werden. Mit diesem Erlaß 58.301 vom 12. Dezember 1905 hat das Eisenbahnministerium zugestanden, daß die Bremser, Verschieber und Heizer nach drei Jahren Verwendung im Taglohn angestellt werden. Am 14. Oktober 1908 erklärte das Eisenbahnministerium auf die Forderung des Exekutivkomitees der Organisation wegen Regelung der provisorischen Dienstzeiten, daß speziell die Festsetzung von Marimalgrenzen für bie Dauer der provisorischen Dienstzeit für die Aus-hilfsbediensteten untunlich sei. Die Dauer dieser Dienstzeiten sei in der geltenden Prüfungsvorschrift ohnehin kurz bemessen. Tatsächlich wurde in der mit 1. Juni 1909 herausgegebenen Vorschrift die Dauer der provisorischen Dienstzeit der Kondukteure mit einem Jahr, die der ^Heizer mit drei Jahren und der Verschieber mit zwei Jahren festgesetzt. So ist die Personalfreundlichkeit dieses Eisenbabu-ministers beschaffen, daß er aus 1, 2 und 3 Jahren Provisorium ein solches von 6, 7% und 10 Jahren schafft. _____________ Feuilleton. Der Paragraphennarr. Eine zeitgemäße Satire. Es ist rein zum verrückt werden! Je öfter ich die Instruktionen aufmerksam durchlese, desto größer wird die Verwirrung in meinem armen Schädel. Ich kann kaum mehr klar und richtig denken. Aber es mutz gehen! Es ist Pflicht! Alle neuen Verordnungen und Bestimmungen, die gegenwärtig in Kraft sind, müssen hinein, und alles Alte, was einmal war, mutz heraus. Beim Bahnpersonal mutz das Gehirn im Moment der Gefahr feine Pflicht tun, das Nervensystem muh aus jeden Fall unfehlbar funktionieren. AuS der unendlich großen Anzahl der Dienstbesehle, Vorschriften. Anordnungen, Aufträge, Belehrungen, Instruktionen, Paragraphen u. s. w. muß momentan stets das Richtige herausgegrissen und zur sofortigen anstandslosen Ausführung gebracht werden. So und nicht anders wird die Auslassung der jeweiligen Dienstvorschriften vom unteren Dienstpersonal verlangt. Für viele eine Kunst, für die meisten ein wahres Hexenwert. Mein österreichischer Eisenbahnerschädel sieht und begreift das ja alles; aber das Gehirn, diese weiche, breiige Masse, will nun nicht immer nur geleitet werden, et will manchmal auch selbst deuten und arbeiten. Dann aber entsteht die Konfusion. Die Instruktionen und die Paragraphen sagen: so mutz cs sein, unb so uni nicht anders darf es ausgeführl werden. Mein eigensinnige: Kops sagi: Nein, jo darfst du es nicht machen, weil es der Verstand nicht zulätzt. Wie sagen die Vorschri,ten doch so energisch unb wirksam: .Du «nutzt jetzt avisieren, datz jetzt nichts zu avisieren ist; du mutzt telephonieren, weil nichts zu telephonieren ist; bu mutzt verständigen, datz nichts zu verständigen ist n. f. ».* Laut Vorschrift bekomme ich in Qualifikation „f e H r g u t, V o t». züglich, outzerto urlich". Immer und überall heitzt es: Du mutzt, so ist es Vorschrift, so unb nicht anders, sonst wirst bu bestraft, eventuell entlassen. Kopf, dummer, hast bu es jetzt verstanden? Begreifst bu, datz es nicht anders [ein kann? Zur besseren Orientierung will ich einige Beispiele ansühren. Du mutzt zahlen, weil du Die Turnusse des Lokomotiv- und Zugbegleitungs- personales, der Wächter, Blocksignaldiener, Verschieber, Lanipisten ,x. werden dauernd und systematisch verschlechtert. Das Eijenbahnministerium hat am 12. Oktober 1908 dem Exekutivkomitee der Organisation das schriftliche Zugeständnis gemacht, daß eine Verschlechterung der Diensttumusse in Hinkunft nicht erfolgen wirb. Am gleichen Tag erfolgte vom Eisenbahninini-fterium das schriftliche Zugeständnis, daß Verbesserungen der Vorschriften für die Bemessung der Dienst-uud Ruhezeiten eintreten werden. , Eine Verbesserung ber Vorschriften über die Bemessung der Dienst- und Ruhezeiten ist seither nicht erfolgt, wohl aber, wie bemerkt, zahlreiche Verschlechterungen. Ab 1. Mai 1911 sollen überhaupt alle Turnusse dauernd verschlechtert werden. Im Eisenbahnministerium ist dem Abgeordneten Tomschik sowie dem Zentralausschußmitglied Sommerfeld wiederholt zugesichert worden, daß die vollständige Gleichstellung der Wächter erfolgt. Die Gleichstellung des Wächterpersonales mit den übrigen Dienern in punkto Montur und Nebenbezüge ist bis heute nicht erfolgt. In der Zentralpersonalkommissionssitzung vom März 1913 hat das Elsenbahnministerium erklärt, ^ datz es der Forderung wegen Gewährung einer Mindestver-schubprämie sehr wohlwollend gegenüberstebe und die Absicht besteht, in dieser Frage befriedigendes Entgegenkommen zu zeigen. Dieser Erklärung gegenüber steftt der Beschluß der Direktorenkonferenz vom 25. April 1913, wo über Vorschlag des Eisenbahn Ministers beschlossen wurde, die Frage der Mindestprärnie als u n-diskutabel abzulehnen. So könnte cm einer langen Reihe von konkreten Tatsachen noch weiter aufgezeigt werden, wie in Wahrheit die Taten ausseben. die man den personalfreund-lichen Worten des Ministers gegenüberzustellen hat. Sie 6ifeit6o6«ttfotbetnngcn im Budgetaurfchich. Am Montag den 12. Jänner 1911 kam endlich, nachdem am Freitag den 0. Jänner das Plenum des Abgeordnetenhauses die erste Lesung des Provisoriums absolviert hatte, der Vudget-ausschutz zur Beratung des Budgetprovisorium. welches für die Zeit vom 1. Jänner bis 30. Juni 1Ö14 von der Negierung dem Abgeordnetenhaus ^ur Beschlußfassung vorgelegt wurde. Durch die sinnlose und verbrecherische Obstruktion der tschechischen Agrarier imD der Tschechisch-radikalen (Älofiic- unb Choc-Leute) ist eine ernste und gründliche, sachgemäße Durchberatung und Kritik des Budgetprovisoriums unmöglich gemacht. Die Regierung ist der Pflicht der Verantwortung ihrer Vorlage im Ausschuß enthoben. Es wurde schnell Schluß der Debatte angenommen, kein Mitglied der Regierung darf mehr im Ausschuß sprechen, damit die Debatte nicht wieder eröffnet und der Obstruktion nicht die Möglichkeit geboten wird, neuerlich in der Debatte zum Wort zu kommen. Da die Obstruktio-ntsten ein langes und sinnloses Geschwätz Vorbringen und so dem Ausschuß die Zeit zu einer ordentlichen Beratung des Budgets rauben, wird jeder ernste Abgeordnete behindert, ausführlich seine Anträge und Forderungen vertreten zu können, da jede Rede, außer eben nicht» zu zahlen hast; du mutzt deinen kahlen Schädel rasieren und frisieren lassen, weil du bort nichts zu rasieren unb frisieren hast; bu mutzt dich erschießen, weil du dich nickt zu erschienen brauchst. Nun, verstehst du es jetzt, du eigensinniger Kopf? Ich will, aber mein böser Kopf will es nicht. Denken macht' er — fo etwas — sogar auf eigene Faust. DaS darf nicht fein, du mutzt dich unbedingt fügen. Gebot ist Gebot, Vorschriften sind Vorschriften, die streng und ohne Murren durchgesührt werden müssen. Der Kopf aber meint: Verstand ist Verstand. Unvernünftiges und Widersinniges lasse ich mir auf leinen Fall aufdrängen. Ich kenne mich jetzt gar nicht mehr aus, ich bin ganz irre. Ich will den rebellischen Kops strafen, ich werde ihn züchtigen. Ich dirigiere zu diefent Zweck das Blut nach oben. DaS rote, warme Blut durchjagt die Nederchen, es will die feinen Fesseln sprengen, es hämmert und pocht. Da» erhitzte Blut will sich auf das arbeitende Gehirn stürzen, um da oben endlich einmal gründlich aufzuräumen. Es geht recht toll zu, da oben Es häm.nert. tobt, schmerzt. Der Kopf will Mlseinaiiderf Prinzen. ..Ich kann nicht mehr, ich bin erschöpft." Unb in dre Ecke fliegt bie grün eingebundene Jnstrnk-tion, bie Unruhestifterin, die Verführerin, biefe schöne Falsche mit ihrem glatten, unschuldigen Aeutzeren. Unb trotzdem, datz ich sie mit Wucht zu Boden geschleudert unb vor rafenber Wut mit bem Jutz gestampft, habe ich selbst bei Nacht leine Ruh« unb habe heute von ihr geträumt. Signal — Punkt soundso viel — Paragraph, Absatz founbso viel — Alinea, btei Minuten früher — 700 Meter nach vom — 800 Millimeter seitwärts — btei Wagenlängen nach hinten — da keiner — bort btei oder acht — hier nach Tunlichkeit — bort nach Motzgabe — heute unbedingt — morgen nach Gutachten —■ unbebingt unb jederzeit — nach Möglichkeit u. f. w. Im Schlaf habe ich da» alles gesprochen, meine Frau sagte es mir beim Sufftehen. Sie war deshalb um mich schon sehr besorgt und geängstigt. Ich aber, ich war nicht auSgeruht unb Immer noch todmüde. Ja. da« eigensinnige Gehirn hatte sich eben wieder einmal stark gesträubt, und aus bem Züchtiger würbe ber Gezüchtigte. ES kostet manchem Eisenbahner viel Mühe unb Opfer, bas rebellische Gehirn in bie vorgeschriebenen Bahnen zu zwingen. den Obsiruktionisten, welche über fünfzehn Minuten dauert, von den nicht obstruierenden Abgeordneten als eiw Unterstützung der Obstruktion aufgefaßr wird. Die Regierung beteilig! sich an den Debatten des Ausschusses infolge der Obstruktion nicht, daher geht jede ernste Siede in diesem Obstruktionsschwiudel wirkungslos unter. Nachdem am Dienstag den 13. Jänner um 8 Uhr abends der tschechische Agrarier S t a n i e k seine Obstruktionsrede begonnen, die dann von Choc, Vacek und V o t r u b a fortgesetzt wurde ('bie Sitzung dauerte ununterbrochen weiter), kam an: Mittwoch um 8 Uhr abends Abgeordneter Genosse T o m s ch i f zuin Wort. Derselbe sprach über die Forderungen der Eisenbahner. Abgeordneter Tomschik: Meine Herren! Es ist sehr schwer, nach diesen lange» unb sinnlosen Obstruktionsreden die Aufmerksamkeit des Ausschusses für sachliche unb ernste Ausführungen zu gewinnen. Doch will ich es versuchen und habe mir die Ausgabe gestellt, über die Forderungen der Eisenbahner zu sprechen. Ich will mich sehr kurz faffen. mit Rücksicht darauf, da erst vor ganz kurzer Zeit die Forderungen der Eisenbahner im StaatSangestelltenausschutz von meinen Parteigenossen zur Sprache gebracht wurdun und der Staatsange-stelltenausschutz für das Vorgehen des EijenbahnministeriumS gegenüber dem Subkomitee für Eifenbahuangelegcnheiten der Regierung die Mißbilligung ausgesprochen hat und die Forderung stellte, daß endlich vollständige Klarheit geschaffen werde über die durchgeführten Aufbesserungen und die dazu verwendeten Beträge sowie über die Verteilung der noch in Aussicht stehenden Aufbesserungen. Bei der Beratung des letzten Budgetprovisoriums für das zweite Halbjahr 1918 hatte ich im Juni 1913 den bekannten 17 M;llionenantrag neuerlich gestellt und die Regierung hat damals, um die Ablehnung meines Antrages zu erzielen, versprochen, in drei Raten 15 Millionen zur Aufbesserung der Lage der Eisenbahner flüssig zu machen. ES wurde damals auch von der Regierung eine Nachttagsvorlage zum Budget eingebracht, welche aber bis heute nicht verhandelt würbe. Die bürgerlichen Mehrheitsparteien haben sich um diese Vorlage nicht mehr gekümmert, ihnen genügte das Versprechen. Nun ist cs aber sehr fraglich, ob eine neue Regierung, falls bie Regierung Stürkgh fällt, dieses Versprechen in Zukunft auch einhält. Es war also gewiß nicht ernst gehandelt, sich mit dem Versprechen allein absveisen zu lassen und sich um die Nachtragsvorlage gar nicht zu kümmern. WaS nun die Art bet Verteilung des Betrages anbetrifft. ber für das zweite Halbjahr 1918, also vom 1. Juli 1913 an wirken sollte, unb 3 Millionen Kronen, respektive für bas ganze Jahr 1914 6 Millionen plus der zweiten Rate von 5 Millionen Kronen, für das Fahr 1914 zusammen 11 Millionen Kronen betragen soll, so ist bis jetzt mit Ausnahme der Nachidienstzulage für die Weichensteller, Verbesserung der Prämie de» LokomotivpersonalS, Aufbesserung des Stundengeldes für das Lokomoüvpersonal und der Aus-folgnng von 'Leinenkleider für die Heizer erst in jüngster geit ein vertraulicher Erlatz an die Staatsbahndirektionen hinaus-gegangen, der von einer LohnerbSbung ab L Dezember 1913 spricht. Die Arbeiter gehen also einer Lohnerhöhung, respektive' Lohnregulierung ab 1. Juli 1913 verlustig. ES scheint, datz man hier bei ben Arbeitern im zweiten Halbjahr 1913 von ben 8 Millionen Kronen wieber bedeutende Ersparungen gemacht hat. Wenn man klar sehen soll, so mutz das Eisenbahnministo-rium eine Zusammenstellung herausgeben, aus der man ersieht, was im zweiten Halbjahr 1913 von den 3 Millionen Kronen an Ausbesserungen bereits ausgegeben wurden. So aber bekommen die Arbeiter ab 1. Dezember 1913 eine Lohnaufbesse-Kronen an Ausbesserungen bereits ansgegebe» wurde. So aber nichts. Bon der Art der Verteilung der im Jahre 1914 fällig werdenden 5 Millionen Kronen ist überhaupt noch nichts be-> kannt. Habe ich dir nicht schon so oft und oft gesagt: Um soundso viel Uhr und Minuten ist laut Diensteinteilung Ende der Arbeit. Da mutzt bu schlafen und nicht denken! Du willst nicht — wie? Oder, besser gesagt, du kannst nicht. Ich verstehe, die neuen Instruktionen unb Belehrungen geben dir viel zu denken, kommst deshalb zu keiner Ruhe; es ist auch damit zum toll werden. Wie heitzt es eigentlich dort? Die Gruppe timt drei-und zweimal viermal wiederholt; zweimal drei und zweimal zwei, dreimal in gleichen Pausen wicberholt; die Gruppe von vier Glockenschlägen viermal oder dreimal drei unb ein Halt! Mein Kaffee wirb mir ja kalt, wenn ich so fortfpreche. Die Kinder schauen mich fo merkwürdig von der Seite an, so scheu, so ängstlich. Die Frau gibt mir ben Rat, ich solle mich schonen, kalte Umschläge soll ich machen, einen nerven» stillenden Tee trinken u, s. w. Ja, meine Frau, bas gute Wesen, hat leicht teben und raten. Was weitz die, wie es in einem Eisenbahnerschödel aus« sieht. Die vielen täglichen Sorgen des Dienstes, die drohenden Gefahren, die Nahrungsforgen zur Erhaltung der Familie, die herrschende Teuerung, dies alles vermengt sich zu einem großen Ganzen und quält unb brückt mit furchtbarer Gewalt-Unter ber Schädeldecke arbeitet «S wie in einem überheizten Dampfkessel. Wird ber Druck zu hoch, bann greifen die Finger behutfam an den Kopf. Sic tasten unb fühlen ängstlich, ob die Nähte noch Zusammenhalten. O — es geht noch — die Spannung kann noch etwas erhöht werden — nur schmerzt eS furchtbar — grätzlich zuckende Schmerzen. Göttliche Einrichtung — unb dabei weder Tantiemen noch Remunerationen für ben Erzeuger. Soviel Leistung, und dabei funktioniert biefe lebende Maschine immer noch weiter. Unb erhaltet sich babei noch auf eigene Kosten. Jbeall Nur hinein unb immer wieber hineitv es wirb schon gehen, e» mutz gehen. Ob bas Viele auch im Schöbe! gekotzt unb verarbeitet werben kann, bcinach fragt ja niemanb. ES ist Mutz — es ist Pflicht, ist Ehrensache, eS wirb ja befohlen.... Seit ber letzten Ausgabe der neuesten Instruktionen leibe ich an furchtbarem Kopfschmerz unb muh täglich btei Antipirinpulver einnehmen. Das will etwas heitzen. Der Doktor meint: „Ruhe, Schonung, bessere Nahrung, Gebirgs-luft, vor allem jedoch Ruhe unb nochmals Ruhe." Die Frau BST Sorget dafür, datz der „Eiseubahner" antb vom retseude« Publikum gelesen werde! Dieses Berstcckenspiel mutz ein Ende nehmen. Das Eisenbahnministerium soll endlich lmt seinen Plännen Herausrücken und eine ehrliche Rechnung Ich habe bereits im Vorjahr wiederholt einen Antrag cmgebradit, der die Regierung, respektive das Eisenbahnmini-tiermm auf fordert, über die Verwendung des Betrages von Millionen Kronen dem Abgeordnetenhaus einen genauen Bericht zu erstatten. Wir haben das Recht zu verlangen, daß uns Bericht erstattet wird darüber, was mit dem Geld gemacht wurde, das das Abgeordnetenhaus zu Aufbesierungszwecken bewilligt hat. Das Eisenbahnministerium bat meinem Antrag bisher keine Würdigung obwohl der BudgetauSschutz ihn der Regierung zur Xjurbigung Angewiesen hat. Diesen Antrag erneuere ich nun und verlange in denselben, daß die Regierung auch über die Verwendung der 15 Millionen Kronen einen genauen Bericht an das Abgordnetenhaus ehestens erstatte. Wenn die Mehrheits-Parteien ebenfalls von der Regierung energisch Aufklärung vergangen werden, so bin ich überzeugt, daß wir endlich einen Bericht bekommen. Es genügt nicht, wenn die Herren in den Versammlungen alles Mögliche und Unmögliche versprechen, hier aber nicht einmal von der Negierung Aufklärung verlangen über das, was für die Eisenbahner in Wirklichkeit gemacht wurde. Dieser verlangte Bericht ist deshalb dringend notwendig, weil wir die Erfahrung gemacht haben, daß das Eisenbahnministerium schon bei bet Verteilung der 21 Millionen Kronen mit der einen Hand gegeben, mit der anderen Hand aber sehr oft doppelt genommen bat. Dasselbe, fürchte ich, wird sich auch bei den neuen, in Aussicht stehenden Verbesserungen zeigen. Und da komme ich nun auf das Kapitel der Verschlechterungen zu sprechen. Der Herr Eisenbahnminister bestreitet zwar immer, daß Verschlechterungen vorgenommen wurden, obwohl ich dieselben schon wiederholt klipp und klar an der Hand van Tatsachen nachgewiesen habe. Dieses Leugnen von Verschlechterungen nützt aber nichts, wo die Tatsachen so klar zutage liegen. Ich habe das Kapitel Verschlechterungen bereits bei der letzten Budgetdberatung sehr ausführlich besprochen und will daher hier nur einige krasse Verschlechterungen anführen, obwohl mir eine ganze Menge Material zur Verfügung steht. Erstens die Verschlechterungen bei den Anstellungen betreffend. Mit Erlaß Z. 8622/13, vom 20. Mai 1913, hat das Eisenbahnministerium verfügt, datz für die Aufnahme als Aushilfsverschieber eine mindestens siebeneinhalb-iährige Taglohndienstzeit erforderlich ist. In der Prüfungsvorschrift vom 1. Juni 1909 ist auf Seite 96 festgesetzt:. „Zweijährige Verwendung im Taglohn, hievon mindestens ein Jahr im Verschieberdienst als Aushilfsdiener". Für die Aushilsskondukteure wurden sechs Jahre, und zwar ununterbrochene Verwendung als Arbeiter im Fahrdienst festgesetzt. In derselben Prüsungsvorschrift heißt cs auf Seite 66: „Einjährige Verwendung im Taglohn, hievon mindestens sechs Monate im Güterzugsdienst als Aushilfsdiener". Dasselbe ist bei der Ernennung zum Heizer und anderen Bedienstetenkategorien der Fall. Hier liegt also gegen früher eine bedeutende Verschlechterung vor. Zweitens die DienstturnuSverschlechteruiigen 0er Wächter, Zugs- und Maschinenpersonal betreffend. Die Bahnwärter erhielten, trotz gesteigerten Zugsver-f«Stß, vielfach anstatt des 16/16stündigen Dienstes, den 18/9stütv= tilgen. Das wird mit der Einführung der Streckenbegeher be-itririidct. Weil die Bahnwärter nicht mehr die Strecke begehen itmffen, darum, so wird erklärt, sei der Dienst leichter und sie kömmt den 18/Oftündigen Turnus ertragen. Den Bahnwärtern werden jedoch an Stelle der Streckeubegehung andere Arbeiten Angewiesen, so datz die Sache also so steht, datz die Bahnwärter nicht weniger Arbeit, aber eilten längeren Dienst haben. Auf Strecken, wie Gaisbach-Wartberg, Linz-Budweis und Pilsen wurde es. da die Bahnwärter dienstlich überbürdet waren, stillschweigend geduldet, datz die Bahnwärter die Strecke einfach nicht begingen. Diese Bahnwärter sindjtun vom Regen in die Traufe gekommen, man hat ihnen die Streckenbegehung, die sic nicht geleistet, weggenommen und nun müssen sie denselben sagt: „Ausruhen, krank melden, kalte Umschläge, Nerventee" u. s. w. Die Bahnverwaltung befiehlt: „Mehr Dienstleistung, vor allem die Instruktionen besser lernen" — der vielgeplagte Kopf ist zu allem still und denkt sich seinen Teil. Rur hinein damit, ich werde schon stopfen und schütteln, datz noch einiges Platz findet. Springen dabei auch einige Aederchen — macht nichts. Spritzt doch nur ein Kitzchen Lebenssaft heraus — sonst nichts. Und unter der Schädeldecke sieht es ja doch niemand. Es ist übel mit dem kleinen Menschen bestellt, wenn er sich über die grohen Naturgesetze hinwegsetzen will. Endlich ist es vollbracht! Der Kopf ist voll. Alles und alles ist hineingegangen. Es war ein Rekord an Arbeitsleistung. Die Leute sagten: „Das ist ein Köpserl, ein richtiger Eisenbahnerschädel." Nur ein lleinwenig hat der arme Kopf dabei abgegeben, ütot ist es — warm — Blut heitzt es. „Lebenssas t" nennt man es bei gewöhnlichen Menschen. Bei uns Eisenbahnern, den lebenden Maschinen, kann man eS auch kurzltxg als ,.S ch m i e r ö l" bezeichnen. Der Kopf ist voll — übervoll — gesprungen. Er findet keine Ruhe mehr, er arbeitet Tag und Nacht. Der Träger dieses übervollen Kopfes spricht fortwährend nur von Instruktionen, Signalen Paragraphen und dergleichen. Er ist eine lebende Instruktion und ein toter Lebender. Die Frau weint — die Kinder weinen — nur der Mann lacht, denn ihm fehlt, jetzt jedes Verständnis iiir äußere Vorgänge, auch für den Schmerz seiner Familie. Man steckt den armen Menschen in das Nartvuhaus. Ent Verlorener, ein Unheilbarer, eine lebende Leiche. In lichten Momenten sinnt er vor sich hin. Kommen aber die schlimmen Stunden, wo das arme Gehint wieder seine Arbeit beginnt, bann erglänzen die Äugen des bedauernswerten Mannes. Sein Körper belebt sich aufs neue: er sagt die Signale und Vorschriften her wie ein Schulbube, pfeift, lauft, pfaucht und stampft wie eine Lokomotive, erteilt Aufträge, datz das ganze Haus widerhaüt, markiert den Ueberführten. den Schwerverletzten, ruft um Hilfe — und lacht dann aus vollem Halse dazu. Im NarrenhauS nennt man ihn allgemein den »Para-graphennarre n". Ein Opfer feines Berufes, ein Unglücklicher, dem auch fein Systemwechsel helfen wird. Besucht Dienst wie früher leisten, und haben dazu einen viel strengeren Turnus erhalten. Bei jeder Turnuserstellung versucht man die Turnusse des Zugs- und Maschinenpersonals zu verschlechtern. Es bedarf eines ewigen Kampfes und nur dort, wo das Personal stramm organisiert ist, gelingt es, diese Attentate zurückzitweisen. Drittens will man die gewährten freie» Tage dem Personal wieder tveanehmen. Die Bahnwärter der Bahn-erhaltungssektionen Gänserndorf, Mährisch -Neudorf, Ungarisch-Hradisch der k. k. Nordbahn und die Bahnwärter der k. k. Linien der St. E. G. Wien-Brünn erhalten schon seit Jahren nicht den ihnen gebührenden freien Tag. Sie haben nach den Bestimmungen Anspruch auf 24 Stunden frei; fällt die Ruhezeit mit der freien Zeit zusammen, sollen sie beim 18/12stündigen Dienst 86 Stunden dienstfrei sein. Sie find es aber nur 24 Stunden. 12 Stunden werden ihnen einfach ge—nomnien. Alle Bemühungen, diesen Bediensteten die ihnen gebührende freie Zeit zu sichern, waren bisher bei der Direktion der 1 k. St. E. G., bei der k. k. Nordbahn und auch beim L k. Eisenbahnministerium ergebnislos, obwohl in anderen Direktionen (Villach) Erläffe existieren, datz den Bahnwärtern bei einem 18/12siündigeti Dienst samt Ruhezeit, einmal im Monat ununterbrochen 36 Stunden, und solchen im 18/gstündi-gen Dienst ununterbrochen 33 Stunden dienstfrei zu geben sind. Viertens nehmen die Rechtsverletzungen, welche an den Bediensteten geübt werden, immer mehr und mehr zu. Man versetzt Bedienstete aus einer höheren Gehaltsgruppe in eine niedere, obwohl gar kein Grund dazu vorliegt, man seht sich einfach über das den Bediensteten in der Tienstprag-mätik gewährleistete Recht hinweg. Fünftens bringt die sinnlose Einschränkung der Normierung die Verschlechterung mit sich, datz die Anstellung des provisorischen Bediensteten übermäßig lange auf sich warten läßt, wie bereits vorher beim ersten Beispiel erwähnt, aber auch die Ernennung zum llnterbeamten über die Gehaltsgrenze von 1200 Kr. sehr weit hinausgezogen wird. Dazu kommt noch,_ datz man alle älteren Unterbeamten von den Lokalbahnen auf die Hauptstrecke gezogen hat und auf den Lokalbahnen keine Unterbeamten mehr verwendet, um dort Ersparungen zu machen. Und zwar auch Ersparungen zu machen bei Lokalbahnen, die sich im Betrieb der 1 L Bahnen befinden auf Kosten des Staates. Bei den Hauptlinien der k. k. Staatsbahnen wird der Betrieb verteuert und das Fortkommen der Bediensteten bedeutend eingeschränkt, dafür aber bei den Lokalbahnen zugunsten einer Privatgesellschaft gespart. Und das soll vernünftig und im Interesse des Staates gelegen sein. Sech stens soll der freie Samstagnachmittag in den Heizhauswerkstätten, respektive Betriebswerk st ä t° t e n auch für die Arbeiter auf Kapitel XVI aufgehoben und die Arbeitszeit so eingeteilt worden, datz sie täglich neun Stunde» beträgt. Diese Verschlechterung soll deshalb Platz greifen, damit man die Ueberstundenbezahlung den Arbeitern für diese Nachmittage wcgnehmen kann, obwohl die Arbeiter auf Kapitel XVI nur ausnahmsweise an Samstagnachmittagen zur Arbeit herangezogen werden. Die Zulagenwirtschaft, respektive die Manipulation mit den Zulagen habe ich bereits einmal gründlich im Budgetausschuß besprochen. Diesmal will ich aber einen Fall ausühren, der besonders groß die Manipulation und Schädigung der Arbeiterschaft ausdeckt, die mit den Zulagen betrieben wird. Der Fall ist kurz folgender: Der Oberbauarbeiter Thomas P i e p r z y k in der Bahn-erhaltungssektion Tarnow TI steht seit 28 Jahren im Bahndienst. Er erfüllt seine Pflichten anstandslos. Um so unerfindlicher ist es, daß die k. k. Direktion Krakau ihm am 7. Mai die 14tägige Kündigung schickte, zur selben Zeit aber der Bahn-erhaltungssektion Tarnow den Auftrag gab, Pieprzyk — der zuletzt als Visierer Kr. 3-80 Taglohn gehabt hatte — mit einem Lohn von 3 Kr. neu aufzunehmen. Was die Direktion Krakau zu diesem gar nicht zu erklärenden Vorgehön bewogen hat, weiß ich nicht. Ich war der Meinung, datz das k. k. Eisenbahnmini-sterium diese Handlungsweise nicht billigen und für eine Remedur sorgen wird. Ich dachte nur, was wäre denn das für ein Rechtszustand, wenn man einem armen Teufel, der fast ein Menschenalter dem Staate gedient hat. fast ein Viertel seines Lohnes wegnehmen darf! — Pieprzyk kann gar nichts so Schwerwiegendes begangen haben, daß man an ihm ein so krasses Unrecht beging. Hätte er etwas besonderes angestellt, so wäre nicht seine Neuaufnahme erfolgt. Aber einem Taglöhner 80 H. von seinem Lohn wegnehmen, das ist doch des k. k. Staates nicht würdig. Ich wandte mich an das Eiseubahnmini-sterium, den Fall zu untersuchen und dem Mann den ihm gebührenden Lohn von Kr. 3 80 wieder zu geben. Mein Vertrauen wurde aber bitter enttäuscht, ich erhielt vom Eisenbahnministerium folgende Mitteilung: Herrn Josef T o m s ch i k, Mitglied des Abgeordnetenhauses. Gegenstand: DiensteSkündigung des Oberbauarbeiters Thomas P t e« przyk, Bahnerhaltungssektion Tarnow II, und Neuaufnahme desselben mit geringerem Taglohn. Stand der Angelegenheit: Oberbauarbeiter Pieprzyk wurde vor seiner Kündigung mit dem seinen Dienstjahren und seiner Verwendung als Oberbauarbeiter angemessenen Taglohn von 3 Kr. und außerdem mit einem Lohnzuschlag von 80 H. für die besondere Verwendung als Vorarbeiter verrechnet. Da er sich für die letztere Dienstesverwendung als nicht geeignet erwies, wurde ihm der Dienst gekündigt und unter einem feine Wiederaufnahme als Oberbauarbeiter mit dem früheren Taglohn von 3 Kr. verfügt. Die Ansprüche Pieprzhks an den Provisionsfonds wurden hiedurch in keiner Weise alteriert. Das Eisenbahnministeriunr hat also diesen unerhörte» Vorgang gebilligt, was so recht den Geist offenbart, der da im Interesse deS Personals vorhanden sein kann. Was die LahUvorrückungen für die Arbeiter betrifft, wurde endlich in jüngster Zeit eine Verfügung herausgegeben, daß die Professionisten jeoeS zweite Jahr um 20 H. und die übrigen Arbeiter mit Ausnahme der Oberbauarbeiter jedes dritte Jahr um 20 H. vorrücken, die Oberbauarbeiter aber nur um 10 H. vorrücken, mit Ausnahme der Wiener Oberbauarbeiter. für welche die Vorrückung mit 20 H. festgesetzt wurde. Warum werden die Oberbauarberter in der Provinz von der 20-Heller-Vorrückung ausgeschlossen? Es ja doch arme Teufel, um die es sich hier handelt. Der Unterschied besteht doch ohnehin im Grundlohn. Es ist dringend notwendig, daß auch den Oberbauarbeitern die 20-H.-Vorrückung gewährt wird. tut« Lokale, tu welchen der »Eiseubahuer« Die Grunblohnregulierung soll ausgiebiger gehandhabt, aber dabei auch das Prinzip verfolgt werden, daß dort, wo der Grundlohn erhöht wird, auch gleichzeitig die Löhne aller Arbeitet um so viel, als der Grund lohn erhöht wird, ebenfalls erhöht werden. ! Was geschieht mit den Löhnen der Akkordarbeit« | in den Werkstätten der k. k. Nordbahn, der k. t St. E. G., k. k. N. W. B. und k. k. B. N. B.? Werden dieselben nicht endlich auch einmal gründlich reguliert und ein entsprechender Grund lohn geschaffen? Vor einigen Tagen wurde den Arbeitern der Nordbahnwerkstätte in Floridsdorf bekanntgegeben, daß ihre Löhne um etwas erhöht, die Auszahlung dieser Lohnerhöhung aber nicht bei den Akontozahlungen erfolgt, sondern erst bei den monatlichen Schlußzahluttgen. Die Arbeiter sind über diese Art der Lohnerhöhungsauszahlung aus das höchste empört, da sic bei einer solchen Auszahlungsmanipulation einfach um ihre Lohnerhöhungen betrogen werden können. Außerdem erfolgt Liefe Lohnerhöhung erst ab 1. Jänner l. I. Wo ist denn die Erhöhung für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1913 hinge-kommen? Eine sofortige Regelung dieser Angelegenheit ist dringend notwendig und sollte man die Vertrauensmänner der Arbeiter ins Eisenbahnministerium kommen lassen, um die Sache so schnell als möglich zu ordnen. Außerdem hat man den Arbeitern dieser Werkstätte mit der Einführung einer schlechteren Arbeitsordnung gedroht, als sie bis jetzt haben. Die Werkstättenleitung scheint ganz zu Der-geffett, daß für die Nordbahnarbeiter keine Verschlechterung in der Arbeitsordnung vorgenommen werden darf. Die Werk-stättenleitung scheint absichtlich die Arbeiter immer in Aufregung zu versehen, denn anders können solche unvernünftige Drohungen nicht aufgefaßt werden. Ich hätte noch eine Menge Material, doch will ich dasselbe ein anderes Mal verwerten, da momentan das Interesse des Ausschusses für fachliche Ausführungen infolge der sinnlosen Obstruktionsreden mangelt, und will daher zum Schluß kommen. Das Eisenbahnministerium scheint nicht gewillt zu fern, die zweijährigen Vorrückungsfristen für die Diener der k. k. Staatsbahnen einzuführen. Der Herr Referent Ministerialrat Bös; hat im StaatSangestelltenau^-schuß erklärt, datz die zweijährigen Vorrückungsfristen für die Diener nicht eingeführt werden können. Der Herr Minister hat zwar diese Absage später abgeschwächt, indem er meinte, die Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen werde studiert. Nachdem aber den Dienern mit dem Studium nicht geholfen ist, da cs außerdem auch keines Studiums mehr bedarf und das Abgeordnetenhaus einstimmig am 16. Dezember 1011 die Regierung aufgefordert hat, die zweijährigen Vorrückungs-fristen durchzuführen, so stelle ich den Antrag, daß beim 8 1 des Budgetprovisoriums, Absatz 1. hinzugcfügt wird: ......... mit der Maßgabe, datz das für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der materiellen Lage der Staatseisenbahnbediensteten im Voranschlag des k. k. Eisenbahn-Ministeriums beanspruchte Erfordernis aus 5,500,000 Kr. erhöht w i r d." Ich beantrage also, S00.000 Kr. ins Budget c t n3ltft cIIen mit der Maßgabe, die zw e i j äh r i g e V ü r^ r ü ck u n g s s r i st für die Diener d e r k. k, S t a a t S-bahnen einzuführen, und zwar ab 1. Jänner 1914. Nachdem es sich gegenwärtig um ein halbjähriges Budgetprovisorium handelt, ist nur die Summe von 500.000 Kr. notwendig. Die Kosten der Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen für die Diener der t. f. Staatsbahnen betragen im ersten Jahr der Einführung (ohne Berücksichtigung der Mortalität, der außerordentlichen Vorrückung und der Hemmung von Vorrückungen in Disziplinär fällen) nach dem ®tant> von Ende 1912: Anzahl der Diener Ende 1912 .......................... ... 66,960 Hievon abzuziehen: 1. Die zweijährigen Vorrückungsfristen in die Gehaltsstufe lüOO besitzenden Diener der Gehaltsgruppe 900 ............................... 9.498 2. Die am Endgehalt stehenden, nicht mehr vor- rückenden Diener . . . 55 Gehaltsgruppe 1800 *) zirka 300 ,. 1600 „ 600 , 1400 955 10.448 Rest. .56.521 Bei dreijährigen Fristen rücken am 1. Jänner des Jahres ein Sechstel der Diener vor, Jahreskosten..................... 940.200 K Am 1,Juli rücken vor 9402, JahreSkosten470.100 1,410.300IC Jahreskosten der Vor-rückung bei dreijährigen Fristen. Bei zweijährigen Fristen rücken am 1. Jänner deS Jahres vor ein Viertel der Diener. JahreSkosten................. 1,413.000 K Am 1. Juli rücken vor 14.130, JahreSkosten 706.500 . — 2,1 U)..j00 K Jahreskosten der Bot rückung bei zweijährigen Fristen. Die Differenz im ersten Jahr beträgt 709.200 Kr., welche die Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen kostet. *) Es ist nur bei der Gehaltgruppe 1800 zu ersehe», wieviel Diener im Endgehaü stehen. Das Verhältnis der Anzahl der in den Dienergruppen A, B und 0 stehenden Bediensteten im Wiener Direktionsbezirk ist 229:1269:2447, wobei außerdem die geringere Anzahl der Vorrückuttgsstuseii in die Dienergruppen B und C für eine verhältnismäßig größere Anzahl von Bediensteten im Endgehalt zu berücksichtigen ist. Die Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen wird in einem Zeitraum von zirka 20 Jahren 8 Millionen Kronen ausmachen. Die Bedeckung ist in den Einnahmen der österreichischen Staatsbahnen sehr leicht zu finden, und zwar um so leichter, als sich die Kosten der Einführung auf eine Reihe von Jahren verteilen. Ich hoffe, daß alle Parteien für diesen meinen Antrag stimmen werden, da sie ja alle den 38-Millionen-Antrag angenommen haben und außerdem erst vor ganz kurzer Zeit alle Parteien im Staat Langestell tonan:- -schüfe für die Einführung der zweijährigen Vorrückungsfristen der Diener der k. k. Staatsbahnen ettt sehr lebhaftes Interesse bekundet haben. Nehmen Sie meinen Antrag an und Sie haben für die Durchführung des 38-Millionen-Antrages neuerlich einen Schritt noch vorwärts im Interesse des niedrig gestellten Eisenbahnpersonals gemacht. Gelesene Nummern deS „Eisenbahnen wirft man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. au fliegt! "MW Las tebalulionüte Elend. Trübe sind die Aussichten des eben angefangenen Jahres. Der Konjunkturrückgang, der 1913 einsctzte, wird noch schärfer werden, und die Arbeitslosigkeit wird sich noch mehr verschlimmern. Das Massenelend tritt allmählich wieder in den Mittelpunkt der Arbeiterbewegung, ähnlich wie in den Achtziger und Neunzigerjahren, nach-dem cs inzwischen während anderthalb Jahrzehnten der Prosperität durch den energischen Kamps um einen Anteil an dem Aufschwung, der sogar Illusionen eines ständigen Aufstiegs schuf, zurückgedrängt war. Während damals die gute Konjunktur die Organisationen emportrieb und ein Bewußtsein der Kraft und der Kampffähigkeit in den Massen schuf, wird durch die Krise, wenn sie nicht wieder rasch der Prosperität weicht, das Massenelend zur wichtigsten revolutionären Kraft werden. Das Elend wirkt allerdings nicht stets unmittelbar revolutionär. Es wirkt in doppelter Weise: einerseits wachsen Empörung und Wut über das unverschuldete Leiden, die sich gegen die Gesellschaft richten und zur Aktion treiben; aber anderseits wird gerade durch die Not der» Mut und die Kraft gebrochen. Hunger gebiert Wut. aber Hunger macht auch feige und demütig; der Schrei der Verzweiflung, der aus der Masse der Darbenden emporsleigt, ist zugleich ein Schrei um Hilfe, der sich an die Neichen und Herrschenden wendet und von ihnen Gaben erwartet. Und wenn man sehen würde, daß die Besitzenden tatsächlich alles Mögliche täten, der. Not abzubelsen, so würde bei den Massen, wenn auch für Gefühle der Dankbarkeit kein Anlaß wär, doch auch feine revolutionäre Energie auskommen können. Erst wenn sich herausstellt, daß alles Fragen und Bitten vergeblich ist. wächst der Zorn aus der Verzweiflung, die Kampfentschlossenheit aus dem Elend empor. Wenn die Negierungen alle Forderungen, helfend einzugreisen, zurückweisen, dann kommt der Gedanke an Selbsthilfe. Dann wächst das Gefühl bei den Notleidenden. daß sie nichts zu verlieren haben, dann wächst die revolutionäre Stimmung und äußert sich in Versammlungen und Demonstrationen. Daß darin eine Gefahr liegt, empfindte die herrschende Klasse instinktiv; deshalb kleidet sie ihre Weigerung möglichst in freundliche Worte. Vielleicht versucht sie auch eine Kleinigkeit zu tun, die allerschlimmste Not zu lindern. Aber sie tut es nickt so gründlich, nicht so entschieden und offen, daß nicht Erbitterung und Groll bei den Massen zurückbliebe. Erst durch die praktische Haltung der herrschenden Klassen wird das Elend der Massen zu einer revolutionären Kraft, die zur Aktion treibt. Aber das gilt nicht für alles Elend. Daß die Not zur Aktion, zu Taten treibt, macht sie noch nicht zu einer revolutionären Macht. Die Aktion wirkt nur dadurch, daß sie zum Eingreifen, zu bestimmten Maßnahmen zwingt und so den Bestand der Gesellschaft umändert Ader es kommt darauf an, ob diese Maßnahmen die Gesellschaft borlvärtStreibcn, ob sie einen Schritt vorwärts in der Richtung einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft bedeuten. Hungerrevolten sind bisweilen Hebel der Revolution gewesen, aber sie haben auch mitunter als reaktionäre Kraft gewirkt. Immer und immer wieder tauchen zur Abhilfe der proletarischen Not Projekte der Landansiedelung auf. Das ist leicht verständlich. Die ersten Proletariermassen stammten vom Land, als von der Scholle vertriebene Bauern oder dem Druck fliehende ^Landarbeiter: was liegt da näher, als diesen hungrigen, revoltierenden Scharen einfach dadurch zu helfen, daß man die Ursache ’Hrcs Elends aufhebt und rückgängig macht? Und auch später scheint ein Widerspruch zwischen den Scharen der Arbeitslosen in der Stadt und dem lleberfluß an Land draußen zu liegen; führt man sie dorthin, so wird durch die Entlastung des Arbeitsmarktes zugleich der Druck auf die Löhne wegaenommen, also nach zwei Seiten geholfen. Eine solche Abhilfe wäre aber für eine entwickelte kapitalistische Gesellschaft kein revolutionärer Fortschritt, sondern ein reaktionärer Rückschritt. Dadurch würde eine Klasse von günstigenfalls zufriedenen, gutgestellten Kleinbauern geschaffen, individualistisch beschränkt, den Blick nur aus die eigene kleine Wirtschaft gerichtet, dem großen Befreiungskampf der Welt entfremdet —- eine Stärkung des Kleinbesitzes, keine Stärkung, sondern eher eine Schwächung des Sozialismus. Nur dort, wo ein Land sich in vorkapitalistischen Verhältnissen befindet, ohne Industrie, mit unkultiviertem, hocbseudalen Großgrundbesitz, dort kann die Schaffung eines zahlreichen Bauerntums ein Fortschritt, nämlich ein Fortschritt zu bürgerlichen Wirtschaftsformen sein. Ob das Elend durch die Aktion der notleidenden Masten revolutionär wirkt, bängt also von der Natur der Maßnahmen ab, zu denen es führt. Diese aber sind nicht willkürlich zu ersinnen; sie hängen von der Entwicklungsstufe der Gesellschaft und der Klassenverhält-nisse ab. Nie war das proletarische Elend so groß, so tief und allgemein, wie in England in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Durch Krise und Hunger ausgepeitscht, zogen die Massen mit schwarzen Fahnen herum, auf denen „Bbot oder Tod" zu lesen stand, plünderten Bäckerläden und Gutshäuser und zerstörten die Maschinen und die Ernte: oder sie sammelten sich zu Hunderttausenden in politischen Versammlungen und Demonstrationen, das allgemeine Wahlrecht fordernd. Die gewaltigen Klassenkämpse, die damals England auf-wählten und oft einem 93ürgcrfrieti ähnelten, sind . «n modernen proletarischen Klassenkamps durchaus verschieden. Ihre alles behen ichenbe Triebkraft war das ent-schliche Massenelend; und dieses Elend war die Wirkung des langsamen Heruntersinkens der Kleinproduzenten, der Handwerker, die der übermächtigen Konkurrenz der stetig vordringenden Maschine erlagen. Gen«-" diesen Untergang war aller Kampf vergebens, war keine Hilfe möglich. Das Ideal einer besseren sozialistischen Welt, das Owen für sie aufstellte, konnte nur eine utopische Konstruktion sein; und die Versuche, durch praktische Augenblickshilfe in der Gestalt von Genosiensäiaften dahin überzuleiten, führten zum überwundenen Kleinbetrieb zurück und mußten völlig scheitern oder blieben einflußlose Einzelunternehmungen. Robert Owen, mit • seinem goldenen Herzen und seinem reichen Wissen, Philantrov und Denker zugleich, der oll seine Projekte scheitern sah und doch unermüdlich seine Ideen weiter propagierte, der den Klassenkamps als aussichtslos ablehnte und doch von den kämpfenden Massen hochverehrt wurde, er verkörpert am vollkommensten diese Geschichtsperiode, in der die Anfänge des modernen proletarischen Klassenkampfes sich noch kaum aus dem allgemeinen Massenelend heraushoben. Die reale Entwicklung der Welt bot keine Abhilfe für dieses Elend; erst mußten die Neste der Kleinproduzenten, mußten ihre kleinbürger-lichen Erinnerungen verschwinden, damit der hochentwickelte Kapitalismus selbst die Elemente einer neuen Ordnung hervorbringen konnte. Ganz andrer Natur ist das Elend des modernen Proletariats. Die industrielle Arbeiterschaft ist keine untergehende, sondern eine aussteigende Klasse; ihr Elend ist kein Beweis ihrer Ueberflüssigkeit, sondern eine Kraft zu ihrem Ausstieg. Weil es die Klasse der Zukunft ist, liegt in seiner Lage nichts ^Hoffnungsloses; weil der Bekämpfung seines Elends ein sicherer Erfolg winkt, muß jeder Schritt auf diesem Weg, statt ein vergeblicher Versuch, die Entwicklung zur Umkehr zu bringen, eine teilweise Verwirklichung der künftigen Wirtschaftsweise, ein Fortschritt in der Richtung der wirklichen Entwicklung, also auch eine Förderung dieser Entwicklung sein. Diese Tatsache, die Einheit von Reform und Revolution, ist die bekannte Grundlage der proletarischen Praxis. Die gewonnenen Ncformen bilden keine Schwächung der Macht des Proletariats, sondern wirken schließlich immer wieder als Kraft des Ausstiegs. Das gilt auch für die Augenblicksresorm. die das Proletariat zur Abhilfe seines speziellen Massenelends, der Arbeitslosigkeit, fordert. Die ausreichende Unterstützung der Arbeitslosen, die Sicherstellung ihres Lebens mag scheinbar die Tendenz haben, die Unzufriedenheit zu dämpfen; in ihren wirtschaftlichen Folgen mutz sie, wenn erheblich genug, den Druck auf den Arbeitsmarkt verringern und damit die ökonomische Machtstellung des Kapitals unter»-graben. In der Hand einer proletarischen Staatsgewalt konsequent durchgeführt, wäre sie ein wichtiger Hebel zur Umwälzung des Kapitalismus zum Sozialismus. Natürlich liegt darin schon enthalten, daß dann diese Reform unter der Herrschaft der bürgerlichen Klassen nie im vollen Umfang verwirklicht werden kann. Damit reiht sie sich allen proletarischen Augenblicksforderungen an. die wirtschaftlich und politisch erfüllt werden könnten und auf dem Weg der Entwicklung liegen, aber durch die herrschende Klasse verhindert werden, weil ihre Erfüllung deren Herrschaft, Macht und Ausbeutung gefährden würde. Der Kampf um diese Forderungen wird daher zu einem revolutionären Kampf, weil seine direkten Ziele notwendig, möglich und jedem sichtbar sind und zugleich die Eroberung der vollen Herrschaft erfordern. Die revolutionäre Kraft des heutigen proletarischen Elends liegt nicht darin, daß ihm jetzt nicht abzuhelfen sei. Umgekehrt. Das Elend der Massen Englands vor einem Jahrhundert konnte nicht revolutionär wirken, weil es hoffnungslos war. Das Elend des modernen Proletariats wirkt nur dadurch revolutionär, daß praktische Maßnahmen zur Abhilfe sehr gut möglich sind, aber zugleich die Ausbeutung im Prinzip antasten. Daher entwickelt sich die völlige Aufhebung des Elends organisch aus der heutigen Gesellschaft, aber nur vermittels eines mit aller Kraft geführten Klassenkampfes. Set Sisenbahnrrstreik in Südafrika. Bürgerliche Pretzlügen. Seit dem Ausbruch des Streiks laufen die widersprechendsten Nachrichten über den Streik der südafrikanischen Arbeiter ein. Es ist äußerst schwer, sich in diesem Irrgarten zurechtzufinden. Man weiß oft nicht, ob diese Tatarennachrichten für Börsenzwecke berechnet sind ober ob sie dazu bestimmt sind, die Gewalttätigkeiten, die die in London sitzenden wirklichen Beherrscher Südafrikas der Burenregierung einflüstern, von vornherein zu rechtfertigen. lieber den Charakter der Gold- und Diamanten-grubeiibesitzer, die in London ihre Paläste errichten, ist sich niemand im unklaren. Es ist eine verlogene und verwegene Räuberbande, wie sie die Welt selten gesehen, von der viele nur eben mit dem Nockärmel das Zuchthaus gestreift haben. Die Presse Südafrikas ist ihr fast gänzlich untertan und in der englischen Presse,hat sie mächtige Fürsprecher. Wie ein Orgelpunkt klingt cs durch die irreführenden Nachrichten: „D i e s ist kein Streik, sondern eine Revolution. Deshalb drauf, du Burengeneral Votha, laß das Blut in Strömen fließen. Zeige diesen Arbeitern, daß ihr Traum, aus der Union Südafrikas ein zweites Australien zu machen, an deinen Flinten und Kanonen scheitern wird." Bis jetzt ist noch kein von einwandfreien Zeugen beglaubigter Fall verzeichnet, in dem sich die streikenden Arbeiter Gewalttätigkeiten zuschulden haben kommen lasten. Im Gegenteil, die Ruhe und Ordnung unter den Arbeitern ist vorbildlich, wie selbst kapitalistische 'Blätter in den letzten Tagen zögernd zugeben. Die Arbeiter selbst haben eine Körperschaft ins Leben gerufen, die für die Äufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung Sorge tragen soll. Und ihre besonnene Haltung hat einen dicken Strich Surch die Rechnung der Regierung und ihrer kapitalistischen Hintermänner gemacht, welche die ganze Wehrkraft der Union mobilisiert haben, um die Streikenden einzu-fchuchtern. wenn nicht gar zu provozieren und dann niederzuschietzen. Don dvn eigentlichen Ursachen des Streiks hört man nichts ober wenig. Die Kabellinien sind eben alle in den Händen der Kapitalisten. Klar ist jedoch, daß der Streik der Eisenbahner auf den Staatsbahnen der südafrikanischen Union seine Ursache in der ganzen Betriebspolitik der Unionsregierung hat, die darauf hinzielt, den Kapitalisten und Bauern den Transport ihrer Waren und Rohstoffe auf Kosten der Arbeiter so billig als möglich zu machen. Man transportiert den Bauern ihre Produkte und Geräte unter dem Selbstkostenpreis, schafft zu einem lächerlichen Preis Kohlen an die Küste und wirtschaftet drauflos, bis es nicht mehr weiter geht. Dann fängt man an zu sparen, wo es am leichtesten ist: an den Löhnen der Arbeiter, entläßt Leute und läßt den Lokomotiv» und Wagenpark zum Teufel gehen. Im Oktober des letzten Jahres sing es an. Aber die Arbeiterentlassungen riesen sogleich die 14.000 Mann umfassende Eisenbahnerorganisation auf den Plan. Die Negierung ließ sich damals dazu herbei, einen besonderen Ausschuß einzusetzen, der sich mit den Klagender Arbeiter über ungerechtfertigte Entlassungen, Stücklohn, Lohnabzüge und anderes befassen sollte. P o u t s m a. der Sekretär des Eisenbahnerverbandes/ wurde zum Mitglied dieses Ausschusses ernannt. Trotzdem aber fuhr die Regierung mit ihrer Politik der Be-, triebseinschränkung namentlich in den Werkstätten fort. Man wollte sparen. So ging mau hin, entließ Arbeiter,' um sie auch wohl gleich darauf wieder zu einem geringeren Lohn einzustellen. An Arbeit fehlte es zwar nicht. Am Ende des letzten Jahres waren die Werkstellen der Staatseisenbahnen mit Arbeiten überhäuft. Man mußte gar Aufträge an das Ausland vergeben. Ein Korrespondent der Londoner „Times" schrieb vor einigen Tagen aus Südafrika: Ein Mann sagte mir in gutem Glauben, daß heute Wagen auf den Linien liefen, die allmählich von selbst aus dem Leim gingen, da sie nicht repariert und gewisse Teile nicht ersetzt würden... Einer der erfahrensten Lokomotivführer in Pretoria hat sich geäußert, daß sich auf den Eisenbahnlinien im Transvaal nicht eine einzige Lokomotive befinde, die in vollkommenem Z u st a n d i st." In Natal haben sich Lokomotivführer geweigert, auf reparaturbedürftigen Lokomotiven zu fahren. Mft dem Mangel an Arbeit kann die Einschränkung mithin nicht gerechtfertigt werden, und die Unionsregierung hat auch keinen Versuch gemacht, dies zu tun. Sie muß an den Löhnen der Arbeiter sparen und das Leben der 'Angestellten und des Publikums riskieren, um ihre Unfähigkeit zu verdecken, die ihr die Arbeiter täglich vorwerfen. Ihr Ideal und das der besitzenden Klasse Südafrikas ist der schwarze, willenlose Arbeiter, der kein Bürgerrecht hat und der sich, wenn er sich empören sollte, ohne viel Geräusch abmurksen ließe. Mit den jetzigen Arbeitern geht das nicht so leicht; viele von ihnen entstammen dem Burenvolk und sind die Nachkommen der früheren armen „Bijwoners", der Bauern. Der Bauer vom Land läßt sich nicht sehr leicht gegen seine eigenen Landsleute gebrauchen. „Ja," ruft im „Daily Telegraph" ein südafrikanischer Kapitalist aus, „wenn wir erst so weit sind, daß die Schwarzen zivilisiert sind und den weißen Arbeiter ersetzen können, dann haben wir den Wirtschaft-lichen Frieden." Die fortgesetzten Arbeiterentlassungen und Lohn-Verschlechterungen führten schließlich zu Anfang des Jahres zu einer kritischen Situation. _ Das Exekutivkomitee des Eisenbahnerverbandes erklärte, daß es so nicht weitergehen könne, und beschloß am 3. Jänner, eine Deputation an die Regierung zu schicken, die dieser erklären sollte, daß die Entlassungen aufhören und die entlassenen Arbeiter wieder eingestellt werden müßten. Der Eisenbahnminister weigerte sich, die Deputation zu empfangen. empfing aber die Mitglieder der Deputation als Privatpersonen. Er erklärte ihnen, jdaß die Entlassungen.-unumgänglich notwendig und daß übrigens nur 70 Pex-' sotten im ganzen, entlassen Warden seien. Die Arbeitervertreter wiesen ihm nach, daß schon 494 Angestellte davon-! gejagt worden sind, und der Minister konnte diese An-! gäbe nicht bestreiten. Abends hielten dann die Eisenbahner in dem Stadthaus zu Pretoria eine Versammlung ab, in der der Generalstreik für den folgenden Donnerstag (8. Jänner) beschlossen wurde. Am folgenden Tage trat das Kabinett zusammen und beschloß, dem Streik der Eisenbahner die Gewalt entgegenzusetzen. Am Donnerstag den 8. Jänner brach der Streik zunächst in Transvaal aus. In der Oranjeflußkolonie, in Natal und der Kapkolonie waren die Eisenbahner noch unentschieden. Der Streik schien mit einem Fiasko enden zu wollen. Aber am folgenden Tage änderte sich die Lage. Es heißt, daß dies dem Umstand zuzuschreiben ist, daß der Gewerkschaftsbund (Federation of Trades) die Zügels in, die Hand genommen habe. An dem Tag war das Eisenbahn sy st em in Transvaal und in der Oraiijeflußkolonie vollständig desorganisiert. Auch in Natal und in der Kapkolonie fingen die Eisenbahner an. sich zu regen. Die Regierung und die Kapitalisten bekamen einen furchtbaren Schrecken. Unter dem Eindruck der Panik ließen sie die Arbeiterführer links und rechts verhaften, ohne eine bestimmte Anklage gegen sie zu erheben. Ihre Polizisten drangen in das Büro der Eisenbahnerorganisatwn ein und beschlagnahmten den Geldschrank und die Dokumente. Der Sekretär der Eisenbahner, P o u t s m a, wurde v e rh o f« t e t und mit ihm eine Reihe anderer Gewerkschaftsführer. Wahrscheinlich beabsichtigt man, sich dieser Personen ohne Prozeß durch Ausweisung ans dem Land zu entledigen. Ein im Oktober des letzten Jahres erlassenes Gesetz gibt der Regierung nämlich die Macht, „ungc wünschte Ausländer", das heißt die in Südafrika nicht geborgen Weißen — und dazu gehört wohl die Mehrheit der weißen Arbeiter in Südafrika,— des Landes zu verweisen. Aber dieser Schlag verschlimmerte nur die Lage der Regierung. Denn nun trat ihr die gesamte Arbeiterschaft geschlossen entgegen und verlangte die Freisetzung der Verhafteten. Der Streik dehnte sich inzwischen immer mehr aus. Am Samstag beschloß der Gewerkschaftsbund, über den Generalstreik aller Berufe abstimmen zu lassen. Die Regierung wurde wieder von Panik erfaßt. Sie beschloß. nicht weniger als 60.000 Mann der Bürgerwehr zu mobilisieren. Die Mannschaften in der Umgebung der Goldsladt, die man fckxm vorher zu den Waffe» gerufen hatte, genügten nicht mehr, »m das eingebildete Gespenst der Revolution zu verscheuchen. Unterdessen gingen die Arbeiter ruhig ihrer Wege. Sie gaben der Polizei und dem Militär keine Ursache zum Einschreiten, die Führer mahnten zur Ruhe und Ordnung, und am Sonntag wurde auf dem Marktplatz zu Johannisburg eine große, friedliche Versammlung abgehalten. Es verlautet, daß einige der Minister, namentlich Botha und Smuts, die' Versammftmg unter allen Umständen verbieten wollten: Sie sollen sogar mit der Demission gedroht haben, wenn man sich ihrem Willen nicht unterwerfe. Aber die be fonnenere Mehrheit siegte schließlich. Kein Polizist ließ sich in der Versammlung sehen. 8er ßärteausgleich für Mt Unter-beamten. Las ?. Tf. Eisenbahnministcrium bcrlimiBart folgenden Erlaß: K. k. Etsenbahnministerirlm. Wien, am 1. Jänner 1014, Z. 43.404/4. 1918. Einmalige Vorrückungtzbegünstigunge>i für längerbienende Unterbcamte. Die i. 1 . .. wird hiernit ermächtigt, mit W ir k sa tn= iett vom 1. Jänner 1914 jenen gegenwärtig int Stande befindlichen, eine befriedigende Dienstleistung und die Klassi-nfaimnsmote „in der Rangtour" in der Qualifikationsbeschreib ung aufweisenden Unterbeamten, welche im Gehalt so weit zurückstehen, daß sie unter Zugrundelegung des Gehalt-schemas ihrer gegenwärtigen Verwendungskategoric tmb der für sie bei tourlicher Beschreibung in Betracht kommenden Vorrückungsfristen den Endgehalt bis zur Vollendung einer im nach siegenden für die betreffende Unterbcamte nkategoriefe st gesetzten de f i n i-tiven Gesamtdien st zeit normal nicht erreichen würden, wenn die Mehrdien st zeit weniger als zwei Jahre beträgt, ein halbes Jahr; zwei bis vier Jahre beträgt, ein Jahr; vier bis sechs Jahre beträgt, anderthalb Jahre; sechs oder mehr Jahre beträgt, zwei Jahre für die Vorrückung in die nächsthöhere (Schattstufc anzurechnen. Die vorerwähnten Vorrückungsbegünstigungerl sind bei Zutreffen der genannten Voraussetzungen zu gewähren: 1. Jenen Werkmeistern in Haupt-, Betriebs- und Signalwerkstätten sowie in elektrischen Kuitaltert und Maschinenmeistern, welche den Endgehakt nach Vollendung einer 35jährigen definitiven Dienstzeit erreichen würden; 3. jenen Maschinisten, Kanzleiexpedienten. Skontisten, ferner jenen im Genuß der zwei-, beziehungsweise vierjährigen BorrückungSfristen stehenden Stationsmeistern (Stations-üxpedierrten) sowie jenen Wagenmeistern, Wagenrevisoren, Werkführern und Zugsrevisoren, welche den Enbgelialt nach Maus einer 34jährigen definitiven Dienstzeit erreichen würden; 8. jenen Bahn-, Brücken-, Gebäude-, Signa!meistern und Werkmeistern in Beleuchtungs- und Jmprägnierungsanstalten, welche den Endgehalt schon nach Ablauf einer .Vjährigen definitiven Dienstzeit erreichen würden; 4. jenen Lokomotivführern, welche den Endgehali nach Wlauf einer 32jährigen definitiven Dienstzeit erreichen wurden, und 5. jenen Beleuchtungsmeistern, Dolmetschen, Kanzlisten, Magazinsmeütern. Oberkondukteuren, Platzmeistern, welche den Endgehalt nach Ablauf einer 31 jährigen definitiven Dienstzeit erreichen würden. Die definitive Dienstzeit ist vom Zeitpunkt der befrei? mäßigen Anstellung des betreffenden Bediensteten als Unter-Beamter oder, wenn er aus dem Dienerstand hervorgegangen ist. als Diener mit Gehalt und Quartiergeld, beziehungsweise bei den seinerzeit als „provisorische Diener" mit Monatslohn und Quartiergeid angestellten Unterbeamten vom Zeitpunkt der dekretmätzigen Anstellung in dieser Diensteigenschaft mit Monatslohn und Ouartiergeld an-zurechneiL Um zu verhindern, daß Unterbcamte, welche seit Jänner 1906 infolge einer erlittenen Disziplinarstrafe oder wegen schlechter Qualifikation im Avancement zurückgeblieben sind, lediglich aus diesem Grund eine Vorrückungsbegünsti-gung erhalten, ist dieser Umstand bei der Ermittlung der An-spruchsberechtigung und des Ausmaßes der gegebenenfalls in Betracht kommenden VorriickungSbegünstigung in der Weise zu berücksichtigen, daß jener Zeitraum, während welchem die Vorrückung eines Unterbeamten infolge einer schlechten Qualisikationsbeschreibung oder eines nicht entsprechenden d i e n st l ich e n Verhaltens gehemmt oder um welche die Vorrückungöfrist infolge einer Disziplinarstrafe verlängert war, in solchen Fällen von der bis zur Erreichung des Endgehalts zurück* zulegenden von der bis zur Erreichung der gegenwärtigen Gehaltstufc zurückgelegten definitiven Dienstzeit abgerechnet und demnach die Anspruchsberechtigung des betreffenden Bediensteten sowie das Ausmaß der Vorriickungs-begünstigung auf Grnnd der entsprechend gekürzten definitiven Dienstzeit festgestellt wird. Da für die Zuerkennung der gegenständlichen Vor-rückungsbegunstigungen in erster Linie die längerbienenden, infolge der Anstellung mit einem niedrigeren als dem gegenwärtigen Anfangsgehalt der betreffeirden Verwendungs-kategorie und wegen der früheren ungünstigeren Avancentent-rmnnen im Gehalt zurückgebliebenen Unterbeamten in Betracht kommen, können die nach dem 1. Jänner 1909 als Stationsmeister definitiv angestellten Unterbeamten, trotzdem ein Teil derselben mit Rücksicht auf die im Punkt 12 b des Zirkulars Nr. 304 der Sammlung Banb T, Teil II, verfügte Verlängerung ber Vorrückungsfriki in der Gehaltstufc von 1200 Kr. den Endgehalt normal erst nach einer mehr als 34jährigen definitiven Dienstzeit erreichen würbe, in die gegenständliche Aktion nicht eindezogen werden, zumal diese Bediensteten durch die Auflassung der Dienerkategorie der Stationsmeisteranwärter und infolge der unmittelbaren Anstellung als Unterbeamte in ber Gehaltstufc von 1200 K. gegenüber der Mehrzahl der älteren Stationsmeister trotz der den letzteren gewährten Vorrückungsbegiinstigungen ohnedies begünstigt erscheinen. Weiters wirb die f. f. . . . mit Berücksichtigung der speziell bei der Kategorie der in Haupt- und Betriebswerk-stättcn vorliegenden besonderen Verhältnisse ermächtigt, jenen gegenwärtig bereits angestellten, eine befriedigende Dienstleistung und in der Qualifikationsbeschreibung die Oualifika-tronsnotc „in der Rangtour" ausweisenden W e r t m e i st e r n in Haupt- und Betriebswerk st ätten, welche erst im vorgeschrittenen Lebensalter zur definitiven Anstellung gelangt sind und im (Mialt so weit zurückstühen, daß sie den Endgehalt bei Zugrundelegung ihres Gehaltschema» und der für die bei tourlicher Beschreibung in Betracht kommenden Bvrrückungsfristen bis zur Vollendung des 6 5. Lebensjahres nicht erreichen können, für die nächste in Betracht kommende Vorrückung, wenn sie den Endgehalt in dem auf bie Zurücklegung des 65. Lebensjahres folgenden ersten oder zweiten Jahr erreichen würden, ein halbes Jahr anzurechnen; im dritten oder vierten Jahr erreichen würden, ein Jahr anzurechnen; im fünften ober sechsten Jahr erreichen würden, anderthalb Jahre anzurechnen; im siebenten Jahr oder später erreichen würden, zwei Jahre anzurechnen. Treffen bei einem Werkmeister nebst den vorgenannten Voraussetzungen auch die eingangs erwähnten Vorbebingungen für bie Erlangung einer Vorrückungsbegünstigung nach Maßgabe ihrer längeren definitiven Dienstzeit zu, so tmdei eine Kumulierung beider Vorrückungsbegünstigungeu nicht statt, sondern es ist den betreffenden Bediensteten nur jene der beiden Vorrückungsbegünstigungen allein zuzuwenden, welche sich für ihn günstiger stellt. Die Bestimmungen deL vorliegenden Erlasses treten m i t Wi r f f a m £ c i t vom 1. Jänner 1914 in Kraft und es ist daher die Durchführung tunlichst zu beschleunigen. Jenen Unterbeamten, welche auf Grund der Bestimmungen des vorliegenden Erlasses mit 1. Jänner 1914 vorzeitig vorrücken, hiebei jedoch die ihnen zukommende Vor-rückungöbegünstigung von einem, eineinhalb oder zwei Jahren nicht voll konsumieren können, ist der restliche Teil der Vorrückungsbegünstigung für die zweitnächste Vorrückung anzurechnen. Desgleichen wird bei Zutreffen der Voraussetzungen für die Kürzung der regelmäßigen Vorrückungssrist infolge der Beschreibung „außer der Rangtour" und der Voraussetzungen für die Erlangung der gegenständlichen Vorrückungsbegünstigung, wenn die gleichzeitig volle Ausnützung beider Begünstigungen nicht möglich ist, jedenfalls in erster Linie die auf Grund der außertourlichen Beschreibung gebührende Kürzung der Vorrückungsfristen um ein balbes Jabr und in zweiter Linie die gegenständliche Vorrückimgsbegimstigung durchzuführen sein. Die aus der Durchführung dieser Vorrückungsbegünstigungen auftretenden Mehrausgaben sind für Rechnung der der k. k. . . . für das erste Halbjahr 1914 zuzuweisenden einschlägigen Ausgabenbeträge zu bestreiten und in sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des Erlasses vom 1. Oktober 1913, Z. 29.584, anbei bekanntzugeben. Von einer Verlautbarung des vorliegenden Erlasses im Amtsblatt des diesseitigen Direktionsbezirkes ist Umgang zu nehmen; es sind jedoch jene Unterbeamten, welche einer Vor-rückungsbegünitigung teilhaftig werden und dieselbe nicht obnebin bereits mit 1. Jänner 1914 voll konsumieren, von der ihnen zukommenden Begünstigung schon dermalen in Kenntnis zu setzen, wobei jedoch ausdrücklich zu bedeuten sein wird, daß diese Begünstigung nur bei Fortdauer einer befriedigenden Dienstleistung und entsprechender Qualifikation und nur im Fall des Verbleibens im Aktivstand gewährt werden wird. Bei Unterbeamten, welche vor beut effektiven Anfall der Begünstigung voraussichtlich in den Rnhestand treten werden, hat eine solche Verständigung zu unterbleiben. Der f. !'. Eisenbahnminister: Förster m. p- Sie Behandlung der Personals am Wiener Staatsbahnhofe. Das Wiener Personal der Direktion für die Linien der St. E. G. har seit längerer Zeit unter Verhältnissen zu leiden, die als krasse llryukötrmlichfeiten bezeichnet werden müssen. Diese Verhältnisse, die trotz zahlreicher Bitten und Beschwerden des Personals int »orgeschriebenen Dienstweg bei allen möglichen kompetenten Faktoren bisher keinerlei Aendernng erfahren haben, verbittern das Personal sehr. Sie sind derart, daß alle Bediensteten übereinstimmend erklären, diese unerträglichen Zustände nicht mehr länger geduldig und schweigend ertrage« zu können. Die Ccfrcntliitifcit soll nun erfahren, unter welchen traurigen Verhältnissen der schwere und verantwortungsvolle Dienst geleistet werden muß. sie soll die Ursachen der tiefen Unzufriedenheit der Eisenbahner kennen lernen. Das reisende und verfrachtende Publikum soll schon jetzt die Ursachen wissen, die in absehbarer Zeit naturgemäß zu schweren Komplikationen führen müssen. Man kann von Menschen, die harte, aufreibende und verantwortungsvolle Arbeit int Interesse der Allgemeinheit leisten müssen, nicht verlangen, daß sie zeitlebens schwerer- rrtti bitteres Unrecht ohne Abwehr geduldig ertrugen. Sie haben bisher im Dienstweg gebeten, sie haben mündlich unb schriftlich Beschwerde erhoben, sie haben gestempelte, wohl motivierte Ansuchen überreicht; sie waren bei allen unmittelbaren und bei allen höheren und höchsten Vorgesetzten. Neberall Hai man ihre Anliegen angehört, man hat die Beschwerden als berechtigt erklärt, es wurde allemal sofortige und gründliche Abhilfe versprochen — aber geschehen ist gar nichts, geändert hat sich nichts — eö ist alles beim alten geblieben. So sind sic von der Direktion gerade gezwungen worden, zur Selbsthilfe zu greifen, und >-ines Tages wird die in Mitleidenschaft gezogene Allgemeinheit darüber staunen, daß das „Werkel" nimmer so geht, wie es immer gegangen ist. Die Selbsthilfe des Personals, die Veröffentlichung dieser traurigen Zustände und die aus der Erbitterung resultierende Art der Dienstleistung sind der Direktion sehr unangenehm. Sie meint, daß dieser Vorgang eine Verletzung der Dienstespflichten fei, die geahndet werden müsse. Es ist also so, daß die Direktion die Bediensteten zur Selbsthilfe zwingt, um sie dann zu bestrafen. Das muß gesagt werden, damit die breite Oeffentlich-keit die Ursachen emtretender unar,genehmer Situationen in der Abwicklung des Verkehres rechtzeitig kennen lernt. Befoiwcrö kraß ist die ungerechte Behandlung, die dem provisorischen Zugbegleitungspersonal zuteil wird. Seit 1912 ist am Wiener Bahnbof kein einziger A»L-hilfskondulleur definitiv angestellt worden. Die provisorischen Zugsbegleiter hatt zur Zeit, als die St. E. G. noch im Privatbetrieb war. das Benefiz, nach dreijähriger Verweitdung im Taglohn definitiv eingestellt zu werden. Die Staatsbc-Hnverwal-tung verpflichtete sich bei der Uebernahme des Personals gegenüber der Personalkommission und dem Arbeiterausschuß. daß keine wie immer gearteten Schädigungen des übernommenen Personals Eintreten werden und daß alle bestandenen Begünstigungen auch weiterhin gewährt werden. Für die Zugsbegleiter war dieses Benefiz ein aus dein Jahre 1907 datierendes Zugeständnis, das die private Bahnverwaltung der Organisation gemacht hat. Und nun beachte man: Die Staatsbahnverwaltung, welche die Bahn übernimmt, verpflichtet sich zur Einhaltung dieses Zugeständnisses. Sie hält es aber nicht ein, dieselbe Staatsbahnverwaltung, bie 1907 den Privatunternehmer zur Gewährung dieses Zugeständnisses zwang. Und was macht das Personal? Es bittet und bettelt seit 1912 um die Einhaltung dieses Zugeständnisses. Es streikt nicht und geht nicht zu Gericht, es geht unverdrossen und immer wieder durch ein ganzes Jahr um sein Recht, um bie Einhaltung einer Zusage betteln. ES find nicht Leute, die unfähig wären. Alle haben sic ihre Prüfungen mit dem vorgeschriebenen Erfolg abgelegt. Jahrelang leisten sie anstandslos ihren schwere« Dienst. In jeder Sichtung haben sie also den Beweis dafür erbracht, daß sie zu dem Dienst fähig sind, alle Voraussetzungen für die Anstellung haben sie. Aber angestellt werden sie nicht, weil der unangestellte Zugs begleitet billiger zu stehen kommt. Der nackte Profitstandpunkt ist die offenkundige Ursache dieser aufreizenden Rechtsbeugung. Natürlich bleibt man bei halber Tat nicht stehen. Wenn schon, dann gründlich. Und so kommt hinzu, daß dieselben Bediensteten, die au Stelle des ihnen gebührenden Taglohnes von 3 Kr. nur einen solchen von Kr. 2"8U beziehen. Im Wiener Gemeindegebiet ist für alle Arbeiter der alten Staatsbahnen ein Grund lohn von 3 Kr. festgesetzt, a> auch für die Arbeiter beim Fahrdienst. Tatsächlich beziehen ihn anch die provisorischen Zugsbegleiter, die bei den allen Staatsbahnlinien Dienst machen. Aber die bei den neu verstaatlichten Linien, die haben noch immer Kr. 2"80. Sie leben und wohnen auch in Wien, sie müssen auch in Wien Dienst leisten, aber die 20 H Lohnerhöhung bekommen sie nicht und wenn sie noch hundertmal: öfter darum bitten und sie eben so oh versprochen werden. Ganz dieselbe Sache ist bei den Verschiebern der Berechn iigic Grund zur tiefsten UznufriebenHcii. Auch die Verschieber haben auf dasselbe Benefiz, nach dreijähriger Verwendung im Taglohn, angestellt zu werden, Anspruch. Auch Bei diesen Bediensteten wrrd es nicht eingehalten. Hier gebraucht die Direktion das Argument, daß eine Anstellung derzeit unmöglich ist, meil der Stand der veränderten Posten u&ertr'mLlett besetzt ist. Man Hat dieses Argument sehr einfach in die Welt zu fetzen verstanden. Die ehemalige Normierung wurde einfach redu ziert, sie wurde nickt nach dem faktischen, in der Praxis nötigen Bedarf erstellt, sondern nach dem derzeitigen Bedürfnis der Staatsbahnverwaltung, unter allen Umständen Ersparnisse zu .erzielen. Dazu ist sie, wie jede Normierung, für den ganzen Direktionsbezirk erstellt. Die Ueberkornplettierung ergibt sich also nach dem Stande im ganzen DirektionSbezirk. In den ein-geinen Stationen sind aber zahlreiche Posten mit Taglohn-personal besetzt. Diese zwei Tatsachen gcgenü&ergeftcDt, zeigen das eigentümliche Bild, daß nach der Behauptung der Direktion keine freien Posten sind, in Wirklichkeit aber in Wien und auswärts freie Posten genügend vorhanden sind, die, wenn sie besetzt würden, sofort bie Möglichkeit geben, eine große Anzahl Verschieber definitiv anzustellen. Wer auch da ist lediglich der Profitstandpunkt die Ursache dieses schnöden Vorgehens. Der im Taglohn stehende Verschieber kommt billiger als der Ange stellte, außerdem hat man dadurch die Möglichkeit, auch auf den Auffichtsposten beim Verfchubdienft, an Stelle der Platzmeister unb Verschubaufseher Verschieber mit niedrigem Gehalt zu verwenden. Also Ausbeutung nach allen Richtungen m der brutalsten Art. . Ein sehr trauriges Kapitel in dieser Leidc»öge,chtchte bilden die skandalösen Zustände, die der Vorstand des Bahn betriebsames S6ruromme Seelen onst neue Härten entstehen würben und die Grundlohne höher wären wie die mancher äk.eren Arbeiter. Nachdem die AuShilsSbahnrichter bezüglich der Löhne mit den Professionisten immer gleichgehalten warnt, wurde auch datz oben angeführte für sie verlangt, was eBenfalls bewilligt wurde. Der Arbeiterausschuß gab sich damit zufrieden, in der Meinung, daß endlich auch Bei der Paubircktion ein soziales Empfinden eingekehrt ist. Bedankte sich für das Entgegenkommen und alle waren der sicheren Hoffnung, daß das Bewilligte bestimmt in kürzester Zeit durchgeführt wird. Ein ganz ähnlicher Antrag wurde von dem Arbeiier-ausichuß der Gruppen Werkstätten und Zugförderung eingebracht, nämlich die Gleichstellung sämtlicher Professionisten und Einreibung in bie zweite Lohnkategorie. Auch dies wurde von der Maschinendirektion bewilligt, tittb bei: schon im Dienst stehenden Arbeitern wirb diese Differenz als Lohnaufbesserung gewährt. Es haben also zwei dao gleiche getan und doch ist es nicht das gleiche. Die Maschinendirektion hat nämlich mit Schreiben Nr. 8160/4 vom 11. September 1913, selbstverständlich mit Wissen und Willen der Generaldirektion, angeordnet, daß diese Zugeständnisse vom 1. Jänner 1914 an durchzuführen find. Diese Professionisten Hecken also ihre erhöhten Grundlöhne, haben ihre Zulage und sind somit alle gleichgestellt, was vollständig gerechtfertigt ist. Und was,ist'S denn bei der Bahnerhaltung? Hat die Baudirektion einen anderen Herrgott wie die Majchtnenbirefiion. oder wird die Sache von letzterer ernster genommen? Gilt hier das Sprichwort : Versprechen und geben ist zu viel- Es sind bereits acht Moitaic verflossen und von einer Durchführung ist noch immer keine Rede. Wiederholt wurde vom ArbeiterausfÄuß vorgesprochen und um die Durchführung ersucht. So war der Arbeiterausschuß am 4. November 1918 auch bei Herrn Generaldirektor. um ihm den Wunsch der Arbeiterschaft zu unterbreiten. Der Herr Generaldirektor bemerkte, daß es an dem guten Willen nicht sehie. auch mußte er eingestehen, daß die in Frage stehenden Wünsche Berechtigt sind, daß die Bahnerhaltungs-arbeiier gegenüber ihren Kollegen der Maschinendirektion schlecht daran sind, aber cs kostet halt alles Geld. Das wird von uns nicht Beitritten, aber auch bei den anderen Direktionen kostet eS Geld, und wenn es bei der Bandirektion mehr kostet, so ist das nur die natürliche Folge, weil man sich früher um diese Kategorie nicht gekümmert hat. Die Grundlöhne aller Arbeiter 'her Südbahn wurden erhöht, auch mußte man notgedrungen die Löhne der Oberbauarbeiter erhöhen, und zwar deshalb, weil man um die alten Löhne keine Arbeiter mehr bekam. Doch sind die Grundlöhne bei: Prosessionisten bei der Bahnerhaltung immer dieselben geol'eben. In Stationen, wo schon im Jahre 1898 Kr. 8 20 bezahlt wurden. Hat man im Jahre 1911 Gxund-löhne von 3 Kr. festgesetzt. Also um 20 K. niedriger nach 16 Jahren, wo doch die Lebensmittel und Wohnungen sowie alle Bedürfnisse um 30 bis 50 Prozent teurer wurden. Im Jahre lS12 würben die Grundlöhne teilweise um 20 H. erhöht, also auf Kr. 320, während die Löhne bei den Prosessionisten der übrigen Dienstzweige auf Kr. u 80 erhöht würben, welche Erhöhung bestimmt auch Geld gekostet hat. Wenn man nun annimmt. waS die Verwaltung während dieser Zeit dadurch erspart hat, daß die BahnerhaltungSprofessionisten so rücksichtslos Behandelt wurden, bann sollte man doch,nicht mehr vom Kostenpunkt reben, sondern den armen Teufeln geben, was ihnen schon längst gebührt. Ganz so ähnlich sind die Verhältnisse der Aushilfsbahnrichter., die ebenfalls für ibren^ kleinen Lohn eine große Verantwortung tragen. Der Arbeitsschluß um 12 Uhr mittags, der den gesamten BahncrhattimflsatBciiern zugute kommen möchte, würde zwar nicht mit großen Kosten verbunden sein, und doch zögert man mit der Herausgabe desselben, obwohl die Bahnerhaltungsarbeiter unter weit ungünstigeren Verhältnissen zu arbeiten haben und denselben ebenso notwendig brauchen wie die anderen Arbeiter der Südbahn. Von einigen Mitgliedern bes Arbeiterausschusses imtrbc auch auf den Erlaß der Maschinendirektion hingewiesen, mit dem neuerlichen Ersuchen, denselben ehestens für bie Arbeiter der Bahn-erhaltung durchzuführen. Herr Generaldirektor sagte, baß er einen bestimmten Termin nicht festsetzen konnte, erwirb jedoch, in e n n möglich, das Versprochene von d e m-selben Zeitpunkt wie bei der Maschinen-direktion durch führenlassen (nämlich am 1. Jänner 1914). Damit gab sich die Deputation zufrieden und hoffte mit Bestimmtheit, daß diese Zugeständnisse mit 1 Jänner 1914 tmrchgeffchrt werden. Doch der 1. Jänner ist vorbei und noch immer herrscht vollständiges Stillschweigen. Wozu oenn die Geduld der Arbeiterschaft so auf die Probe zu stellen und hun-gernb warten lassen? Noch hat dieselbe ihre Hoffnung nicht auf-gegeben ttu.b erwartet mir Bestimmtheit, bafc Versäumte rückwirkend vom 1. Jänner gemacht wird und der Herr Generaldirektor der Südbahn Wort hält und keine ungleiche Behandlung feiner Arbeiter wünscht unb dulbet. Gleiches Recht für Alle. Die hohen Herren in der Triest er Direktion sind etwas verschnupft geworden. Der offene Brief an den Herrn Eisenbahnminister hat eS ihnen ungetan, und es wird eifrig nach dem Verbrecher gefahndet, der sich erdreistete. die idyllische Ruh- der Adriaufer zu stören. Unb doch haben die Herren unrecht, wenn sie sich der Meinung h,n-geben, daß ihnen unrecht geschehe, und daß man auch beim Falle Gröger hätte ein Auge zudrücken können. Uns dauert gewiss die Familie Grögers. denn sie dürfte an der stattgefundenen Entgleisung unschuldig in Mitleidenschaft gezogen worden fern. UnS bauert aber auch Gröger selbst-, denn wir sind weit entfernt davon, jedem Verunglückten einfach die Existenzberechtigung abzusprechen, da wir noch immer eine Besserung voraus- Diesen rein menschlichen Standpunkt teilen jedoch nicht Grögers milde Richter, wenn eS sich darum handelt, einen „Nichtvolksgenossen" eins aufs Zeug zu flicken. Wir erinnern uns beispielsweise, daß sich maßgebende DirektionLorgane strikte an die Bestimmungen der Dienstordnung festklammerten, als es galt einen Verschieber, Vater von sieben unversorgten Kindern, aufs Pflaster zu setzen, weil er sich zwei, sage zwei Flaschen Bier aneignete. Weiter können wir nichr begreifen, warum jemand, der vor Jahren bei der SLckahn dem Automatenjuden zum Opfer fiel, und deswegen doppelt bestraft wurde, heute bei der Direktion Triest die definitive Anstellung verweigert wirb, trotzdem er jahrelang in provisorischer Eigenschaft tadellos Dienste versah, unb sich als sehr verwendbar qualifizierte. Ilm jedoch alle jene Fälle anzuführen. m welchen brave unb aufopferungsvolle Arbeiter jahrelang auf bie definitive Anstellung warten mußten, nur deswegen, weil sie in ihren Jugenbjahren iraertbeinc Dummheit begingen und Hie für Bestraft wurden. Dazu fehlt uns der Raum in unterem Fach-Blatt. lieber alle diese Fälle erregen sich aber die Herren durchaus nicht, sondern stillen wohlgefällig ihre Wollust an den unglücklichen Wesen, die so naiv sind, an den Türen der Tintenburg herumzupochen und dort Rücksichten zu erbetteln. Ja. noch mehr. Das Wohlwollen dieser Leute geht so weit, daß sie sogar Amnestien von höchster Stelle einfach konfiszieren und erklären, die^elBcn hätten für die Anstellung keine Bedeutung. Das alles konnte jedoch nur geschehen,, weil das Personal bisher solchen Vorkommnissen gegenüBer apathisch zusah unb nicht den Mut ausBrachie, dagegen Stellung zu nehmen. Nun wird es hoffentlich anders, und es wird gewissen Herren die Lust zu ihren Perversitäten gründlich vertrieben werden. Alles hat sein Ende, Korrespondenzen. Brünn II. (Heizhaus.) Die Verhältnisse in unserem Heizhaus sind bie denkbar schlechtesten und birekt unhaltbar. Infolge des großen Lokomotivmangels ist fortwährendes Tauschen angeordnet, so daß man bei einer Diensttour drei-bis viermal den Lokowo'ivwechsel vornehmen muß. was gewiß für eine normale Dienstabwicklung nicht von Vorteil ist und auch nicht zu den Annehmlichkeiten gehört. Durch diese Vorgangsweife können die Lökomotiven einer Reparatur nicht unterzogen werden. Es wäre somit die höchste Zeit, diesen Mangel sofort zu beheben, um eventuelle Unglücksfälle noch rechtzeitig zu verhüten. Der Heizhausleiter Herr Inspektor Part sch ist ein Bedauernswerter Mann, am besten charatterifiert durch: „Auf dem Dache sitzt ein Greis, der sich nicht zu helfen weiß". Leider ist es daS Lokomotivpersonal. welches infolge feiner Gleichgültigkeit am meisten zu leiden hat uiti gewärtigen muß. bet dem geringsten Anstand vom Herrn Heizhausleiter Partsch angerempelt ober gar bestraft zu werden. Die rechte Hand bes Herrn Heizhausleiters ist Herr Oberheizer Just, welcher die provisorischen Heizer durw Drohung mit Entlassung zu unmenschlichen Diensten zu zwingen weiß. Der Dritte im Bunde ist Herr Trea 1 a, dessen einzige Aufgabe zu sein scheint, das Lokomopvpersonal zu schädigen und womöglich zn schulmeistern. Den beiden letzteren raten wir. sich zu bessern, so lange es noch Zeii ist, da wir sonst mit konkretem Material tommen müßten. Was .Herrn Heizhausleiter Part sch anbelangl, würde er am besten tun. einem energischen und tüchtigeren Mann Platz zu machen. Hetzendorf. (Christlichsoziale Ehrenmänner.) Als im vorigen Jahr die Ortsgruppe Hetzcndorf des „Bei'. kehrSbundes" vor ihrer Konstituierung stand, wurde ein gewisser Franz P a iv l y als Obmann aufgestellt unter der Be dingung, daß er feilte Schulden jjahle, welche er den Orts-gruppen Hetzendorf, respektive Hüheldorf des Allgemeinen RechtsfchuA- und Gewerkschaftsvereiiies für Kalender und Beiträge schuldet, (Guter Anfang!) Wir muffen uns schon mit diesem Menschen näher befassen, denn dieser ist ein Verleumder und Lügner gemeinster Art. Wir wollen hier nur einige Fälle feiner Tätigkeit bekanntgeben. Einen Arbeiter zwang er, sich im „Verkebrsbund" einschreiben zu lassen. Weil ihm aber der Vogel nicht auf den Leim ging, so Begab sich Pawlti in die Wohnung der Schwester des Arbeiters und ließ sich dort die Beitrittserklärung unterschreiben und den Betrag für diesen bezahlen. Dadurch kam es zwischen Schwester und Bruder zu einem Konflikt. Weiters wurde einem Arbeiter das Mitgliedsbuch und Geld hon seinem Vorgesetzten (Bahnmeister Kunz) zur Zahlung der Beiträge übergeben. Derselbe ging zn P a w 1 v. begleicht und ließ sich baö Buch einstempeln unb gab selbes wieder retour. Nach einiger Zeit fordert P a in 111 den Arbeiter auf, bic Beiträge feines Vorgesetzten nochmals zu zahlen. Der Arbeiter bewies es ihm aber schwarz auf weiß, daß bic Beiträge beglichen sind. Weiter--kam Paroli; m bic Wohnung des Arbeiters unb machte seiner Frau einen Skandal, daß bic Leute zusammenliefen, um> drohte ihr. wen n ihr Mann nicht weiterzahlt, 'e t zum Hausherrn (Hambach) gehen wird, damit er die' Kündigung kriegt. Mit solchen Gewaltakten tritt so ein Individuum auf, welches sich verkriechen sollte. Auch hat dieser Vawlt, eine große Vorliebe für das schwach-.'. Geschleckt. Nun ist ihm einmal ein Malheur passiert, was nickt ohne Folgen blieb; es hat ihm einen Denkzettel zuruckgelassen, wodurch er längere Zeit an der Erfüllung feiner Ehepfl'ckt verhindert war. Nun hat es sich feine Frau zur Pflicht gemacht, ihren lieben Mann in Schutz zu nehmen — durch Kontrollieren in der Diensthütte — und von Zeit zu Zeit Nachschau zu halten, damit ihm ja nichts Böses widerfahre, weitere beklagte sich dieser Ehrenmann einmal bei einer Familie, daß ihm ein Malheur vaffiert sei. Er und seine Frau gingen nämlich fort unb sperrten die Wohnung ab. Als sie wicber nach Hause kamen, war die Wohnung wohl versperrt, aber wie sie Nachschau hielten, fanden sie. daß ejn namhafter Geldbetrag fehlte.. Ohne ein Loch im Plafond ober im Fußboden zu finden! (Ein merkwürdiger Fall, nicht wahr?) Bekannt ist. daß diefer Pa lull) die Vereinsfasse über hat, was beit Bereinsstatuten gar nicht entspricht, denn für die Kassenverwahrmig 'st einzig und allein der Kassier, mit 1Ie6e.rvtmfung durch bie Kontrolle, verantwortlich. Warum ist denn das altbewährte Mitglied des „Verkehrsbundes". Kassier Oman, ausgetreten? Ferner haben wir uns vuxi-mit einem gewissen Ludwig Schreilechuer zu befassen, einem Raufbold und Rohlings sondergleichen. Wir wollen hier nur einige Fälle anführen. Einmal ritz er einem Station«--biener (Malische!) die Kleider vorn Leib, weil sich selber nicht herbeiließ, dem „Verkehrsbund" beizutreten, wobei er nach ein paar tüchtigen Ohrfeigen unter eine Bank zu liegen kam. Weiters hatte er mit einer Frau (Durstmüller) in der Waschküche eine Auseinandersetzung, wo er der Frau eilten so heftigen Stoß gab, baß dieselbe über eine Badewanne fiel unb sich verletzte. Dieselbe ließ sich das nicht gefallen und klagte den Rohling, und wurde selber gerichtlich verurteilt. Ferner hat es sich dieser Schreilechner zur Pflicht gemocht, wie sein Freund Pawly den Sozi an den Leib zu gehen, er sagte nämlich zu Pawlh: „Das lasse mir Über; zu dem Hausherrn gehe ich, damit er beu Sozi au fei schmeißt!" Run. lieber Wtckerl, wie hat es Ihnen gefallen, wie Sie vor ein paar Jahren aus Ihrer Wohnung hinausbugsiert, in ganz Hetzendorf keine bekamen unb nach CBerlaa ziehen mußten? Da haben Sie bestimmt keine freundliche Schnauze gemacht. Wir Sozialdemokraten möchten uns schämen, wenn wir einen Familienvater durch eine Denunziation aufs Pflaster setzten. Innsbruck. (P r ä m i e n w e s e n bei der Fa cf; gruppe f ür Si gna 1 wesen.) Mit Ablauf des alten Jahres gelangten wieder Prämien in ausgiebigem Maße zur Verteilung. Aber wieder wurden bamit nur jene bedacht, welche eine solche überhaupt nicht verdienten und auch die Not uitb Teuerung nicht, so arg empfinden als diejenigen, welche eigeni lich eine Prämie verdienten unb durch ihren Fleiß unb ihre anerkennenswerte Dienstleistung nennenswerte Summen von Montierungskosten erspart haben. EL handelt sich in diesem Fall um die Signalmeister und Signatschlosser. Im Innsbrucker Direktionsbezirk wurden vergangenes Jahr eine Unmenge von Neunwniierungen an den Sicherungöanlagen durch geführt, wobei speziell bei den Montierungen an den mechanischen Einrichtungen hie Signalschlosser ihren Mann stellen müßten unb in einzelnen Fällen überhaupt bic ganze Mon tienmgsarbeit selbständig burchzufuhren hatten. Es muß gefapt werben, daß sich im Direktionsbezirk Innsbruck sehr wenig Signalmeister befinden, die zu solchen Arbeiten in Vcrwenbiing genomm werden können. Bei solchen Arbeiten hat der Signal« fchlosser die ganze große Verantwortung allein zu tragen. Passiert ein Unglück, was bei solchen Arbeiten sehr leicht bot» kommen kann, so wird nicht der SigncTmeifter, sondern der Äignalschloffer. welcher die Arbeit geleitet hat. Vor Gericht zur Verantwortung gezogen, eventuell auch mit einer Disziplinctr-grafe bedacht. Bet der Verteilung der äßorthenittflSptämien bleibt bas alles unberücksichtigt, man kennt nur den Signal-Meister, ganz gleichgültig, ob derselbe diese Arbeiten ausge-kuhrt Hai oder nicht; er erhält seine Drei-. Bier- bis Fünf-UnderUronenpramie, nur weil er Signalmeister ist. Die ^lgnalschLosser laßt man leer ausgehen. oder damit, sie nichr Men können ste bekommen gar nichts, so gibt man einzelnen :.0, höchstens 90 Kronen. D:e Herren bei der Fachgruppe sind ;wer dre Leistungen der Signalschlaffer gut informiert. Dah HC öic Signa!,d)Icif,'er so behandeln, liegt wohl nicht im Ji!t?r- ,^eS Betriebes. Der Ehrgeiz und Diensteifer der Signal-trirb damit gerade nicht gehoben. Das ist das Gegen-Uutf zu den ständigen Versicherungen leitender Petfönlich-~“cn' “iß man bestrebt fei, das Personal zufriedenzustellen. -Otc bignalfchlosfer werden sich dieses ungerechte Vorgehen werken und in Hinkunft, wenn es schon so gewünscht wird, nach dem Motto: „Wie der Lohn, so die Arbeit" handeln. Ob iHinn auch imch so große Ersparnisse erzielt werden, ist aller-. LmgS eine andere Frage. Sonderbar ist auch das Vorgehen der Signalmeister, das; sie diese Gelder allein einstecken." Die ^ignalmeister im DircktionSbezirk Innsbruck können sich ein Beispiel nehmen von ihren Kollegen in Böhmen, welche in anerkennenswerter Weise für die berechtigten Forderungen der Signalschlosser eintrete» und den ausgebeuteten Signal-schlossern die verdienten Prämie» zukomme» lassen. Dit Tatsache läßt deutlich genug den Unterschied zwischen gewerkschaftlich und national organisierten Leuten erkennen. Durch unseren energischen Kamps werden ehestens Reformen durchgesetzt werden, wodurch derartige Ungerechtigkeiten auSge,-merzt werden. Klamm am Semmering. (Tunnelarbeiten im 38 in t c r.) Daß der (Bemmeringer Haupttunnel seit jeher durch seine Nasse und furchtbaren Zugwind im Winter ein gefürchtetes Objekt war, ist wohl kein Geheimnis. Tag und Nacht mußte gearbeitet werden, um der Eisbildung Herr zu werde». Dazu waren noch an beide» Enden Tore angebracht, welche in ben Zugspause» geschloffen wurden, um dem Wind das Eindringen zu verwehren und der Eisbildung entgegen-Mwirien. Auch konnte» sich die im Tunnel beschäftigten Arbeitspartie» von dem Luftzug etwas erhole». Dies ist nun unter dem Herrn Bahnmeister Obendrauf anders geworden. Er hat mit dem feinerzeitigen Stationsvorstand. Herrn Inspektor Braun. herausgefunden, daß die fünf bei den Toren diensttuende» Arbeiter eigentlich viel zweckmäßiger verwendet wären, wenn man die Tore kassiert und die Arbeiter ,zum Eishacke» in dem Tunnel verwenden würde. So ist denn setzt die Eisbildung, trotz der seither bedeutend milderen Winter eine ungeheure und die Arbeit eine viel intensivere geworden, denn jeder, der nicht erfrieren will, muß sich ganz gehörig rühren. Dabei beliebt es Herrn Obenbtauf, sich seinen Leuten gegenüber als Wohltäter auszuspielen und denselben zuweilen, wenn er es für besonders notwendig erachtet, obwtchl es fast immer notwendig wäre, Nachtschichten verdient:» zu lassen. Daß es dabei sehr häufig vorkommt, daß cs ihm am Abend nicht notwendig erscheint, am Morgen darauf aber Anzeigen wegen Beschädigungen an Zügen durch Eis einlaufen, ist nicht zu verwundern. In solchen Fällen ist Herr O b e n-drauf in Ausrede» nicht verlegen: die ©ireckenbegeher oder d^ Arbener batten ihn von der Notwendigkeit nicht verständigt. Wir raten Herrn Bahnmeister, um die Betriebssicher beit zu fördern, nicht so zu knausern, indem die an den Arbeitern auSzuzahlendL» Beträge wirklich sauer genug verdient werden. Den Herren von der Bahnerhaltungssektion beliebt er über Wrcigen zu berichten, daß es im' Tunnel nicht so arg sei, wenngleich man oft beim bloßen Durchgehen von Glück sagen Witt, wenn einem nicht ei» Eiszapfen oder ein Stück Ziegel «tif den Kopf fällt, oder auf dem Eis auSzunttschen und zu fallen. Herr Obendrauf hat auch besonderes Glück. Während früher oft Schneefchaufler ausgenommen wurde», um die Station zu säubern, werden jetzt bei den bedeutend größeren Anlagen nur die notwendigsten Leute beschäftigt. Das Zugbegleitungspersonal ist oft gezwungen, wahre Kletterübungen über die Schneehügel längs der Geleise zu machen. Bei dieser Gelegenheit ergeht an einige Leute die Mahnung, nicht wie Taschenfeitel zusammenzuknicken und bloß hinterrücks zu räsoniere», sondern offen und aufrichtig ihre Erfahrungen beim Herrn Bahnmeister zu äußern, zu seinem und unserem Besten, und es müßte mit allen Teufeln zugehen, wenn er nicht noch jetzt — denn er ist noch sehr jung — auf den rechten Weg geleitet würde. ■ Stomotau, (Wohnungsnot und Personal» häufet.) Als vor einigen Jahre» infolge der herrschende» Wohnungsnot die Mietzinse von den hiesige» Hausbesitzern rapid erhöht wurden, wurde von der t k. Bahnverwaltung beraten und beschlossen, in Stomotau Personalhäuser für ihre ‘Bediensteten zu erbauen. Die Steigerung der Mietzinspreise wurde inöbesonders von den Bediensteten der k. I. Staatsbahn schwer empfunden, da dieselben ein niedrigeres Quartiergeld beziehen, als die Bediensteten der 58. E. B. und A. T. E. ES wurden für die Station Kotnotau drei Personalhäuser iV zwölf Wohnungen bewilligt, von denen bereits zwei Personal-Häuser mit 24 Wohnungen fertiggestellt unb Bereits bezogen sind. Der Eingang zu diesen Kasernen ist vom Hof aus. Die Bewohner haben weder Gartengrund, noch Schupfe». Auf dem kleinen Hof, auf dessen Raum sich ein mittleres Fuhr, werk geradezu" notdürftig umkehren kann, sollen sich die Kinder von 24 Wohnparteien bei schönem Weiter unterhalten. Für je zwölf Wohnparteien ist im Keller eine Waschküche untergebracht, wo die ganze Woche ge naschen wird. Durch die enorme Dunstenuvicklung in der Waschküche werden die in den Kellern der Parteien untergebrachten Kartoffel» und dergleichen verdorben und ungenießbar. Nun kommt oder das Schönste. Während die t l Staatsbahn für ihre Bediensteten in Kümotau 70 Prozent' des Wiener OuartiergetoeS zahlt, so bei:langt sie für die Wohnun»-» einen höheren yinS, als die Bediensteten faktisch erhalten. Für eine kleine Wohnung, bestehend aus einem Zimmer und Küche, wurde seitens der k. k. Bahnerhaltungssektion folgender Mietzins festgesetzt: rückwärtige Wohnungen 240 Kr.. Gassenwohnungen 280 Kr., Gassenwohnungen mit Logia 300Kr. Als jedoch die Parteien tu Wohnungen bezogen hotten, da wurden seitens der k. E. Staatsbahndirekiiu» in Prag die Mietzinse wie folg! bürgefdjnebui. kleiuö HofwohnungenSMbi-380 Kr.. Gassenwohnungen 3ä0 biS 3tt0 Kr. Selbst redend find die Parteien über die Mtetfluu8fteigtrung sehr ungehalten, da diese nicht im Einvernehmen mit den Parteien festgesetzt und gegenseitig vereinbart wurde. Die Direktion hätte sich mit den Wohnvarteien wegen Erhöhung des Zinses ins Einvernehmen fetzen,' eventuell jenen, die mit der Steigerung nicht einverstanden sind, am OuartalSbegmn die Wohnung ordnungsgemäß kündigen muffen. Laibach. (Wie im Trieftet Direktionsbezirk die Kohlen präntte für das Lokomotivpersonal au f 0 c b e f s e r t wird.) Unter den ziemlich stark hinkenden Verbesserungsmaßnahmen des hohen k. k. Eisenbahn,nini-jtcriitmd, die dem Personal in letzter jpeit zuteil wurden, nimmt auch die ausgcbesierte Kohlenprämie einen respektablen Ehrenplatz ein unb könnte schließlich die Meinung verbreiten, daß wenigstens in diesem Punkte wirklich etwas geschehen fei. Dem ist jedoch nicht so, sondern auch bei diesem Punkte ist die Zwickschere tüchtig an der Arbeit, und schon heute können wir konstatieren, daß die fraglich^ VerbefferungSmaßnahme nur dem Eisenbahnministerium Früchte eintragen, statt dem Personal, wie dies bet Öffentlichkeit gegenüber plausibel gemacht wird. Als Beweis für diese Behauptung biene daS Heizhaus Laibach der k. k. Staatsbahn. In diesem Heizhaus werben seit Jahren auf eine Tonne Gotischest Kohle ‘20 Korbe verabreicht Daß nicht ein einziger Korb netto 50 Kilogramm wiegt, fei nur nebenbei bemerkt, und wird schon bei diesem Aormalcmsmatz das Personal gehörig übervorteilt. Nun kamen aber zur Weihnachtszeit die Herren, denen das Schicksal de” besagte» Heizhauses überliefert wurde, zur Ueberzeugung, daß die Lokomotivführer und Heizer infolge der hohen Verdienste üppig werden könnten. Das durfte unter keinem Umstand geschehen, und deswegen wurde angeordnet, daß von nun ab nur 18 Körbe auf eine Tonne verabfolgt werden dürfen. Vielleicht hat hiebei die unersättliche Begierde nach hohen Tantiemen eine Rolle gespielt, was jedoch bei stramm deutschen Recke» nicht glaublich erscheint. Kurz gesagt, dem Personal wird befohlen, sich selbst bei 1000 Kilogramm Kohle um' 200 bis 300 Kilogramm zu betrügen. Das ist gewiß eine nachahmenswerte Moral. Da aber außer dieser Manipulation noch eine ganze Reihe ebenso „ehrlicher" Praktiken betreffs Kohlenverrechnung landesüblich sind, so kann man sich lebhaft vorstellen, wie die Betbcssctungsmaßnahmen des Eisenhahnministermms, in Wirklichkeit umgesetzt, ausschauen werden. Wir geben zwar ohneweiterS zu. daß die Herren, die unsere Geschicke letten, nicht brillant bezahlt sind und eine Erhöhung ihrer Bezüge anstreben, keinesfalls aber können wir zugeben, daß dies auf unsere Kosten geschieht. Um so weniger, wen» wir Tag für Tag beobachten können, wie uns in unserem schweren Kampf um die Verbesserung unserer wirtschaftliche» Lage eben von dieser Seite die schwersten Prügel zwischen die Füße geworfen werden. StoberSborf. (Todesfall.) Am 30. Dezember wurde der in SBittmannSdorf stationierte Bremser Franz Weißen-berget bei der Verschubmanipulation des Zuges 1883 in der Station Wilhelmsburg überfahren, unb starb nach kurzer Zeit an den Folgen der Verletzungen. Den Verunglückten wurde» die Beine förmlich vom Rumpf getrennt und gräßlich verstümmelt. Genosse Weißen berget war 28 Jahre alt und hinterläßt eine trauernde Witwe mit vier unversorgten Kindern. Am Neujahrstag fand unter zahlreicher Beteiligung des Personals sowie der Bevölkerung das Leichenbegängnis statt. - Wir sprechen im Namen der Hinterbliebene» allen jenen, die sich am Leichenbegängnis beteiligt haben, den herzlichsten Dank aus. Weiße »berget ist als Opfer seines Berufes gefallen. Er ist einer jener gewesen, die jahrelang als Bremset um eine» geringen Lohn der k. k. Staatsbahn in treuer Pflichterfüllung dienen. Möge dem so früh Dahin-geschiedenen die Erde leicht sein! Wir werden ihm jederzeit ein ehrendes Angedenken bewahren. Linz o. b. Donau. (Gräßlicher Unglück SfalL) Am 14. Jänner, ereignete sich im Linzer Bahnhofrayon ein gräßlicher Unglücksfall. Beim oberen Heizhaus war der 73 Jahre alte Heizhausarbeiter Johann S e t, e r damit beschäftigt, die Kesselasche von den Maschinen wegzüschattfeln und wegzu-führeir. Er stand neben dem Geleise, unterhalb der großen Drehscheibe. Eine Lokomotive fuhr herunter und überfuhr den allen Mann. Ein gräßlicher Anblick bot sich den aufs höchste erschrockenen Bediensteten, die. hinzu geeilt waren: bet Körper Seyers lag zusammengekaueri zwischen dem Geleise, der Kopf war beim Hai» vollständig vom Rvmtzf getrennt unb. lag bei de» Füßen, die Augen waren geöffnet, ebenso der Mund. Lokomotivführer I. Unterwöget, welcher die Maschine führte, gab an, daß Seyer neben dem Geleise stand und daß er (Unter-Wäger) keine Ahnung hatte, daß Setzer in das Geleise treten werde. Die Mosch'ne fuhr verkehrt gegen das Heizhaus, mit dem Tender voran, so daß Unterwoger keine Aussicht mehr hatte, als er in die Nähe des Unglücklichen kam. Wie Seyer unter die Maschine kam, ist noch nicht recht aufgeklärt. Vielleicht wollte er das Geleise überschreiten. Möglich ist auch, daß er äusrutfchte und zwischen die Schienen fiel, was kein Wunder wäre, denn am Unglücksplatz selbst, wie auch im größten Teil des Bahnrayons ist Glatteis unb ungenügend ober gar nicht aufgestreut. Wieweit jemand ein Verschulden trifft, wirb ja noch erhoben werben. Der Unglückliche war verheiratet und hatte mehrere erwachsene Kinder. MShrifch-Ncudorf. (Z u g S st r e i f tt n g.) Am 6. Februar 1911 ereignete sich in der Station Mähtifch-Neudotf folgender Unfall: Der Platzmeister Wegiel erhielt vom diensthabenden Zugsexpedienten den Auftrag, bas Geleise IV mit einem zur Entladung bestimmten Kohlenwagen zu vet. stellen, welchen Auftrag der Platzmeister nachkam, unb sich dann zur Überwachung der Manipulation eines Material-zuges begab. Um 10 Uhr 30 Minuten vormittags gab der Zugsexpedient, ohne sich vorher vom Freisein des Geleises IV zu überzeugen, Einfahrt für Zug Nt. 480 auf das verstellte Geleise, wodurch der Kohlenwagen gestreift unb bie Lokomotive beschädigt würbe; auch wurde hiebei der Heizer des Zuges verletzt. Wegen dieses Unfalles hatten sich am 18. Dezember 1913 der Beamte unb der Platzmeister beim k. k. LanbeSgericht in Brünn zu verantworten. Als Sachverständige fungierten die Herren Inspektor Ra'tzer und Oberstaatsbahnrat ber Staats» bahnbirektion Clmütz Lateiner. Diese Herren wollten auch päpstlicher sein, als der Papst. Obwohl die k. L General-infpeftion als kompetente Behörde dem k. L Landesgericht diese Übertretung nur in zwei Punkten zur Anzeige brachte, habe» die gestrengen Herren Sachverständigen bie Ueberiretung in weiteren fü.if Punkte» herauSgetitzelt. De« bei ber Verhandlung Anwesenden waren die Ansichten des Oberstaats» bahnrateS Herrn Lateiner unzureichend, unb ist es während der Verhanblung vorgekommen, daß bis Ansichten ber Herren Sachverständigen entgegengesetzt waren. Man gewann den Eindruck, baß nicht einmal bie „Gelehrten" über gewisse Jnftruitionsbeftimmungcn eines Sinnes waren, unb mußten diese öfter von dem Verteidiger Dr. Sech aufgeklärt jyerben. Dank ber vorzüglichen Kenntnisse unserer Dienstvorschriften gelang es dem vom Rechtsschutz beigestellten Verteidiget Herrn Dr. Ludwig C e ch, den Gerichtshof von der Unschuld des an* geklagten Platzmeisters zu überzeugen und seine Freisprechung zu bewirken. Mührisch-Oftrau-Odkrsurt. Wir haben in ber letzten Nummer unseres Blatte» bie Durchführung ber „reinen* Wahl in ben Lokalausschuß ber Krankenkasse ber k. k. Nord» bahn in Mährisch-Ostrau-Obersurt in der „teutschen" Station Mährifch-Ostrau-Montanbah» geschildert. Obwohl wir sonst bie Spalten unseres „Eisenbahner" für weit wichtigere Artikel und Berichte eerroenben, sind wir gezwungen, diesmal eine Ausnahme zu machen, um uns ein klein wenig mit den „deutschen Eisenbahnern" unb deren „Agitations- und Organisationsarbeit" in den Stationen Mährisch - Oftrau» Oberfurt und Mährisch - Oft rau - Montanbahn befassen zu können. Auf ber „.Hauptbahn" in der Station Mährisch - Ostrau - Oderfurt geht es ben „Deutsch-gelben" dank bet Objektivität des Bahnbetriebsamtsvorstandes, des Herrn Inspektors Schollmayer, nicht gut. Trotz des Eifers eines Kotafek, Smeskal et tutti quanti will es mit der „teutfchen Sache" auf der Hauptbahn nicht recht vorwärts» gehen; auch bie nur für „t e u t f ch e" Eisenbahner so wertvollen Ratschläge des Wagenbeamten Ehrlich —1 mit de« wir uns in kürzester Zeit teiber wieder befassen werden müssen — find nicht imstande, die Reihen der .Teutfchen" auf der „Hauptbahn" zu stärken. Anders auf der Montanbahn. Dort geht es den Machern der „teutfchen" Eisenbahner besser. Der Vorstand dieses Bahnbetriebsamtes „kümmert sich um die Gesinnung feiner Untergebenen nicht"; eine sehr lobenswerte Eigenschaft eines Vorstandes, bie aber die ihm untergebenen deutschnationalen Beamten unb Unterbeamten vortrefflich ntu*-zunütze» verstehen. Es scheint aber, als ob Herr von Hoth nicht siebt, ober richtiger gesagt, nicht sehen will, wie diese seine „lobenswerte" Eigenschaft von jenen deutsch-nationalen Machet» — „Vertrauensmännern" — der Montau» bahn, welche kraft ihrer dienstlichen Verwendung die kleinen Herrgotts in seiner Station spielen dürfen, mißbraucht wird. Obmann und „tzauptverlrauensmann" ber C streu er Ortsgruppe der „teutfchen Eisenbahner" ist der woh!-be—kannte und durch fernen überaus starken und scharfen „Geist" berühmt gewordene Schönerianer unb ©tatiemsmeister Tüchelmann. Zu seinen befonbers tüchtigen Kumpanen zahlt der Assistent Sklenak — euch ein Urgermane — und der Stationsmeister JirgcnS. S k k e » a r ist S ch u 1 beamt er und Stationskassier, JirgcnS — die „rechte" Hand des Vorstandes — ist „Sekretär" und Personal-evibenzführer, unb Tüchelmann, bet gefürchteter Sozifreffer. ist — „Telegraphist". Alles DiensteSeigenschaften. die diese deutschgelben Gardisten für die „praktische Werbearbeit" großartig zu verwerte» verstehen. Da cs ben „teutfchen" Eisenbahnern, wie überall, auch in Mährisch-Ostrau an freiwillig zahlenden Mitgliedern fehlt und auf anständige Art unb Weise sich nur sehr wenige Eisenbahner für die „teutfche Sache" „werben" lassen, gtng Tüchelmanns Garde Saran, mit etwas „praktischeren" Mitteln ihre Reihen zu stärken. Wozu ist man denn „tcutfchet* Schul* beamtet, 6totiondkassier, Sekretär u. f. w., wenn man ferne „Autorität" nicht auch in ben Dienst der guten „ieulfrtetV Sache stellen darf? Es ist doch einem kleinen Herrgott sehr einfach, ben Verschiebern. Fahracbeitent u. f. w. ben Wert der deutfchiiationaten Eisenbahnerorganisation „entsprechend Stt „erläutern", auch wenn diese von ber nnersetz tchen Ehre, „teutscher" Eisenbahner zu fein, nichts wissen wollen. Mort macht Versprechungen, mimt ein bißchen den bedienstetenfreun? liehen „Kameraden", unb trägt ben „geworbenen Bediensteten (unterband in ben Staub ber Ortsgruppe ein. Ums Zahlen der Mitgliedsbeiträge brauchen sich ja diese neuaufgenommenen und .actoorbetien" ^Kameraden" gar nicht. zu sorgen. Bern: Auswahlen, der Gage ober des Lohnes werben ganz einfach diese Mitulicbvbeüräge durch den Kameraden StationSkafsu'v vom Lohn, beziehungsweise von der Gage aogezog-n. nicht allein MitglicdSbeiträge, sondern auch sonst aller!,ano teutscke" Dinge, wie Festkarten, Karten für das „zeitliche Heim , Kinokarten u, f. w. bilden Gegcnstanb derlei „tro« WltIlßCStts'l&icÖSücI)ctmbrau* der Dienstesautocitar, an lompticiwn Stellen Besä,werde führen werden, hatten auch >ch°u Tuche!-mann unb Kameraden die Hosen voll und bearbeiteten n-„geeigneter" und uns bekannter Art unb Weife ihre iw ganz überzeugten •— lese unfreiwilligen — „Kameraden , damit diese cs nur reckt laut MnauSfchreten mögen, da,; sie mit dieser praktischen Art der Einkassierung ihrer Mitglied, beitrage — mit dem Abzug derselben von dem Lohn oder ber Gage einverstanden sind. Ein schlagender Beweis, nnt rein", leicht und ohne Terror 1 diese beulschgelbc G.irde 'ihre vortreffliche „AgitationSarbcif mtf der Montanbahn unter den Augen eines objektiv fein wollenden Vorstandes verrichten darf ■ Ob ein S t at ion S ka s sie r beim Auszahlen von Gebühr«. tt c tt Bedienstete irgendwelche Abzüge privater Natur ohne Bewilligung der k. k. Direktion vornehmen barf, ohne f ich hiebei eine« groben Dt e n ,t, Vergehens schuldig zu machen, wird sich in kürzester Zeit zeigen. Wir sind neugierig, tote lange noch die Tüchelmannsche Garde unter den wachsamen Angeldes Herrn Vorstandes von Holy die Dienstraume des Montan-bahntxifcS als AgitationS» und Vereinslokalitäten des „Reich^.-btindes deutscher Eisenbahner", benützen unb „praktische Werbearbeit" verrichten werden dürfe». — scorpion! — PurkerSdorf. (Uebelftänbe in Tullnerbach-Preßbaum.) Vor Jahren wurde in Tullnerbach-Preßbaum für die ambulanten Wächter eine Unterkunftshütte errichtet. Durch den neuen Dienstturnus wird selbe nicht mehr benötigt und sollte weggeriffen werden. Auf Anordnung der k. k. Sahncrhaltungäfcftion wurde genannte Hütte für die Vahnerbaltungsarbeiter als Unterkunfts- und Schutzhutte überlassen. Diese Hütte wird von den Arbeitern während der Mittagpause, wo sie das Mittagessen zu sich nehmen, und abendi nach Feierabend, wenn sie auf ihren Zug warten, der erst um 5 Uhr 51 Minuten gegen Wien abgeht, benupt. Jene Arbeiter, welche in PurkerSdors ober Untct-TuUuctbaoi wohnen, müssen aber trotz der Hütte im Freien warten, und zwar aus folgenden Gründen: Der Schlüssel dieser fgutie war bis vor kurzer Zeit im Verkehrsbüro deponiert, jetzt befindet sich derselbe in den Sünden des Vorarbeiters Henningrr. welcher in folgender Weife die Hütte räumt. Zehn Minuten nach-fünf Uhr kommt dieser Held und schreit: „ ZiagtS o. ziagts o, außi. außi, i muaß zuasperrn! Trotz des Protestes der Arbeiter unb fcsS Vorarbeiters wurden fie förmlich mit den Worten: „Nach Fünfe m tt a ß d v H ü t t’n g-fperrt fein!" hinauSgeworsen. Die betroffene, Arbeiter verlangen Aufklärung von feiten der k. k. Sabi^ Verwaltung, wo sie. während dieser Zeit von 6 Uhr bis 6 Ukv hittgehen, sollen, da die Hütte gesperrt unb ber Aufenthalt im Wartcfaal verboten ist. Oder glaubt der Vorarbeiter te n n i n o e r, daß die Arbeiter von PurkerSdors und Unter-ullnerbach zu seiner Hausfrau in die „KöpselSbergerhürte" — ober wie sie scherzweise „zweite Bahnmeistcrkanzlei" genannt -wird — gehen sollen, wo bei Bier und Wein sich der genannte Vorarbeiter mit seinen Lieblingen immer aufhiiln Dazu liabctt die Arbeiter kein Geld. Sie sind aber auch nicht gewillt, im Winter bei ber Kälte im Freie» eine Stunde lang auf. den Zug zu warten, wenn sie den ganzen Tag auf freier Strecke sind und froh wären, einen Schutz gegen die Kälte zu haben. Wir hoffen, daß diese Zeilen genügen werden, wenn nicht, so kommen wir mit anderem Material. Der Artikelschreiber. Srontennu. (Der neue Kurs.) Die Versprechungen, die unser Vorstand bei feinem Dienstantritt dem Personal gegenüber gemacht hat, sinb, wie wir im vorhinein gewußt Haben, nicht in Erfüllung gegangen. Daß ein „eiferner Besen" für die hiesigen Zustände geradezu notwendig war. wollen wir gar nicht ableugnen. Aber alles hat sein Maß und Ziel. Für ein schlampiges System ?ann doch das Personal nicht zur Verantwortung gezogen werden. Unter der parteiischen Be. Handlungsweise, die der neue Kurs mit sich gebracht Hat, Hai ein Teil des Personals 'sehr zu leiden. War das Personal in Trautenau früher nie auf Rosen gebettet, so ist es jetzt unter bem Regime Steinbrecher noch viel schlechter geworden. Am meisten zu leiden hat natürlich das Stattonsperfonal. weil dasselbe immer bei der Haiti) ist. was zum Beispiel beim Kapitel Strafen am meisten zum Ausdruck kommt. Denn gestraft wird unncchfichtlich, ohne den Vorgang, ben die Dienst. Seite 10 Wien, Dienstag »Per Eisenbahner.* SO. garnier 1N4 Nr. 8 ordnung vorschreibt, «inzuhalten. Daß dadurch das Ansehen eines Vorgesetzten nicht besonders gehoben wird, wenn eine Strafe diktiert und dann später, nach reiflicher Ueberlegung, zurückgezogen wird, weil der Schuldige meist wo anders zu suchen wär, ist selbstverständlich Auch bei Erteilung mündlicher Zurechtweisungen wäre eine Mäßigung — wie es die Dienstordnung vorschreibt — am Platze. Es entspricht kaum einer so betonten „Unparteilichkeit und Gerechtigkeit", wenn zum Beispiel für den Fahrdienst jüngere Arbeiter den älteren vorgezogen werden. Sind diese armen Teufeln nicht schon genug mit der einschneidenden Aenderung bezüglich der Ernennung gestraft, so sollte nicht noch eine weitere materielle Schädigung gegenüber diesen Leuten praktiziert werden. Bei diesen Hungerlöhnen fällt jeder Heller in die Wagschale. Oder weife der Herr Vorstand von diesen ungerechten Kommandierungen, beziehungsweise Einteilungen nichts? Was die angeregte Lohnerhöhung betrifft, so wollen wir diese ganz übergehen, denn es kann füglich nicht verlangt werden und wäre ganz aus der Art, wenn sich ein Stationsvorstand um fein Personal annimmt. Noch ein Jllustrationssaktum: Ein Kondukteur besteht nicht die Personenzugskondukteurprüfung. Resultat: Absetzung vom Dienste als Signalmann von den Güterzügen und Einteilung als Bremser. Es könnte noch eine ganze Serie solcher Hebelgriffe folgen, aber davon ein andermal. Gewisse, obwohl sehr beschnittene Rechte wird sich das Personal unter allen Umständen zu wahren wissen. Troppau. (ÜB c i h n a ch 15 r c m u n e r a t i o n.) Wie all-jährlich, so wurde auch heuer die Remuneration zumeist an solche Personen verteilt, die mehr oder weniger besser situiert sind. Man hat bei der Verteilung nicht auf jene armen Teufeln Rücksicht genommen, die das ganze Jahr hindurch um einen geringen Lohn arbeiten und eine große Familie zu erhalten haben. Beschenkt wurden solche, die eigene Häuser haben, die kinderlos sind und noch Prtoatvenrtögen besitzen. Das ganze scheint auf dem Prinzip aufgebaut zu fein, daß alljährlich immer die gleichen Personen beschenkt werden. Nun dürfte auch diese Angelegenheit unter der Leitung des ge-rechtigkeilsliebenden Herrn Vorstand Inspektor Beuifchke bis zum nächsten Jahre geregelt sein, damit endlich auch die bedürftigsten und ärmsten Bediensteten ein paar Kronen als Remuneration erhalten. Es wird daher nur ratsam sein, wenn sich Herr Inspektor Benischke persönl'h von der Armut und Bedürftigkeit der einzelnen Bediensteten überzeugt. Wir erheben gegen den Herrn Vorstand nicht den geringsten Vorwurf, da wir denselben als einen gerechtigkeits-liebenden und humanen Vorgesetzten kennen gelernt haben. Es dürfte nur auf Anregungen und Einflüsterungen von gewisser Seite zurückzuführen sein, wenn diesmal die Verteilung noch nach diesem ungerechten Modus durchgeführt wurde. Wien. (Staatseisenbahngesellschast. Dank-fagung.) Wie in früheren Jahren, so fand auch heuer im Wiener Staatsbahnhof eine Weihnachtsbescherung der Bediensteten der Staaseisenbahngesellschaft statt. Eine humanitäre Tischgesellschaft, an deren Spitze Frau Restaurateurin Pohl, Herr Inspektor Gtoßschops, Herr Oberoffizial R u t t n e r und andere mehrere stehen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Weihnachtszeit von den im Laufe des Jahres eingegangenen Spenden eine Anzahl von unterstützungsbedürftigen Be- ( diensteten zu beschenken. Heuer wurden zirka 30 Bedienstete ! beschenkt. Wir erlauben uns im Namen der beschenkten Be- | diensteten, den menschenfreundlichen Spendern auf diesem j Wege den aufrichtigsten Dank auszusprechen. Aus den Organisationen. Klostergrab. (V er e i n s n o t i z.) Die Mitglieder werden ersucht, ihre Jnterimskarten und Mitgliedsbücher behufs Kontrolle Beim Ortsgruppenkassier abzugeben. Gleichzeitig wollen die Mitglieder die VereinSabende und Monatsversammlungen besser besuchen, da oft sehr wichtige Angelegenheiten zu beraten sind. Jedes Mitglied hat die Pflicht, nach Maßgabe feinner freien Zeit sich an den Arbeiten der Allgemeinheit zu beteiligen. Marienbad. (93 e r f a m m t u n g $ 6 e r i ch t.) Bei der am 4. Jänner abgehaltenen Hauptversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Johann Demi, Obmann, P a 11 e f, Stellvertreter; Huf na gl, Schriftführer; Franz Schuster, ■Staffier; Johann Modi, Bibliothekar; Raimund Czerny in Tachau und Karl Bauer in Marienbad als Kontrollore. Den geschätzten Mitgliedern wird zur Kenntnis gebracht, daß die Monatsversammlungen regelmäßig jeden ersten Mittwoch im Monat, und falls derselbe auf einen Feiertag fällt, tags vorher um 14 8 Uhr abends in Rengers Restaurant ftatlfinden. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, diese Versammlungen nach Möglichkeit zu besuchen. Mährisch-Schönberg. Bei der am 11. Jänner stattge-fundenen Generalversammlung wurden nachstehende Genossen gewählt: Johann Sergio, Obmann, Joses Pro ch a r, Johann Sindelar urrd Amon Efjuravtj, Stellvertreter; Paul Palil, Kassier; Franz Karyer, Stephan Demel, Karl K l a p p e r, Josef Hackenberg, Leopold S ch u p p l e r, Franz Springer, Anton S t c t) S ? a 1, Konrad Weiser, Stephan Wolf und Johann Laß, Ausschußmitglieder; Josef Richter. Josef Hairer und Franz ©ladet, Kontrolle. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind zu richten au Johann Hc rzko, Oberkondukteur, V a-canostraße 6; in Geldangelegenheiten an Paul Palik, Josef st ädterstraße 12. Obrr-Gerspitz. Versammlungsberich t.) Bei der am 6. Jänner abgehaltenen Generalversammlung wurden fol- «■ ■ ■ » ■ ■ Verein „Eisenbahnerheim“ Wien V, Margarethengürtel □□ciciocoxjaDaaDannDaooaaaDDooDOOoo Sonntag den 25. Jänner ---- im Prachtsaal = ,,D’ Salzburger“ Alle Genossen sind zu dieser bestbekannten Unterhaltung herzlich eingeladen. Entröe samt Programm und Garderobe 70 h. gettbe Genossen gewählt: Johann Älement Obmann, Matthias Köbetle, Stellvertreter; Johann Majel, Kassier, Alois Homola. Stellvertreter; Adalbert JaworSky. Schriftführen; Julius Döswalder, Johann lllbrich, Revisoren; Alois Homol«, Adalbert Jamovsky, Bibliothekare. Die MonatSverfaminkungen finden jeden ersten Sonntag nach dem 8. im Monat statt. Zuschriften sind an Johann Kieme«t, Schlegelgasse22, zu adressieren. Sporitz. (V e r s a m m l u n g S b e r i ch t.) Bei der am 4. Jänner 1914 stattgefundenen Generalversammlung, in welcher Sekretär Genosse Grünzner aus Bodenbach ein gediegenes Referat erstattete, wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Pietsch, Obmann, Jordan Fürst, erster Stellvertreter, Karl H e l l m t ch, zweiter Stellvertreter; Heinrich W y d r a, Schriftführer. Frrn.z Zörkler, Stellvertreter; Joses Ponitz, Kassier, Kurl Jedsdinsky Stellvertreter; Franz Rauscher und Karl Schade, Kontrolle; Franz Förster, Bibliothekar; Karl Fritsch, Franz N u ß l e r, Wilhelm Gregor, Gustav N e u b e r, Franz Langer, Johann K u g l, Wilhelm Huß und Friedrich Rebhan, Ausschußmitglieder. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Franz Pietsch, Kondukteur, Sporitz Nr. 130. St. Pölten. Cs diene den Mitgliedern der Ortsgruppe St. Pölten zur Kenntnis, daß das Vereinslokal sich nunmehr in Herrn Josef Reisingers Gasthaus, Wiener-st r a ß e 4 5, befindet, wo die Einzahlung jeden ersten Sonntag im Monat und jeden 19. des Monats Diskussion abge-halten wird. Szczakowa. (Generalbersamm lungsbericht.) Bei der am 80. Dezember stattgefundenen Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Seltner, Obmann, Samogy Komanek, Stellvertreter; Zygmunt, Schriftführen; Rumian, Kassier; Buzikiewicz, Bibliothekar; Joksch und K u k u c z k a, Revisoren; H er m a u, G l ow a eki, P a k c r e k, Ausschußmitglieder. Außerdem sind für die einzelnen Kategorien als Subkassiere gewählt worden: Genosse Komanek für Heizhaus; Kukuczka fürJßlatz und Genosse Samogy für Granica Kanzleipersonal. Sämtliche Zuschriften sind an Genossen Seitner zu richten. Tannwald. (V c r f a m nt I u n g S 6 e r i ch t.) In der am 4. Jänner 1914 abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in denAusfchuß gewählt: Josef I i n d i i 5 e f, Obmann, Albert Belda, Stellvertreter; Josef K u d e r n a t s ch, Schriftführer, Johann Zachradniee k, Stellvertreter; Johann L e e d e r. Kassier, Franz Ullrich, Stellvertreter; Fabian L i e n k, Bibliothekar. Wenzel K o st r b a, Stellvertreter; Johann Kasda, Josef Schmid, Johann Berka, Johann Rücker, Ausschußmitglieder; Anton Watzek, Joses Jechlieka, Ersatzmänner; Josef Kovar, Franz Kout, Kassenrcvisoren; Franz Matccha, Vertrauensmann für Eifenbrod; Johann KaSda, Subkafsier für Grünthal; Albert Belda, Subkassier für Morchenstern; Johann L e e d e r, Sub-fasfier für Eisenbrod. Zuschriften für die Ortsgruppe sind an Genossen Josef IindriSek, Brand Nr. 61, für Geldangelegenheiten an Genossen Johann Leeder, Schumourg a. d. Neiße, 863, zu adressieren. ; Die Monatsversammlungen finden jeden ersten Sonntag im Monat im Vereinslokal „Sitters Hotel", Schumburg a. d. Neiße, statt. Trieben in Steiermark. (V e r s a m m l u n g s b e r i ch t.) Am 0. Jänner fand die gut besuchte Generalversammlung statt. Gewählt wurden folgende Genossen: Josef Haufott, Ob- mann, Daniel Maier Hose r. Stellvertreter; Johann SB i U d i n g, Kassier, Johann Reiter, Subkassier für Bärndorf. Sebastian Streiuik, Subkassier fiit Gaishorn; Paul Berger, Schriftführer, Georg Gaffer, Stellvertreter; Karl W i l d i n g, Bibliothekar; Josef Huber und Johann Reiter, Kontrolle; als Vertrauensmänner für die Oberbauarbeiter wurden folgende Mitglieder nominiert: Johann Reiter für Bärndorf; Josef Grabner für Trieben; Michael Lichten-egget für Gaishorn; Matthias Sieder für Tregelwang; Josef Haufott für die Bahnwärter in der Strecke Rottenmann—Trieben; Johann Hollinger für Trieben—Wald; Franz Seidl für die Bahnrichter; Johann Wilding für die Weichensteller und Stationsarbeiter. _ , Zuschriften sind an Josef Haufott, Bahnwärter in Trieben Nr. 138, zu senden. Villach I. (83 e r s a m m l u n g § 6 e r i ch t.) Bei der aut 12. Jänner abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Leopold Rothwangl, Obmann, Andreas Mayer, Stellvertreter; Andreas Winkler, \ Kassier, Johann Fugger, Stellvertreter; Michael Lessiak, Schriftführer, Johann Raute r, Stellvertreter; Rudolf T r i b a l, Karl Buchaher und Ferdinand Egger, Bibliothekare; Vinzenz Kaspar, Ferdinand Klein berget und Franz Lipovschek, Kontrolle; Matthias Kandolf, Johann Gruber, Josef Pongratz, Joses Egger, Johann S a r i it g c r, Serasin Tribelnig, Bartel Heilig, Franz Trabi, Matthias Strauß, Jakob Karner, Rudolf Mark us, Valentin C h r i st l e r und Franz Wallner, Ausschüsse. Nach der Wahl hielt Genosse Sicherer einen Vortrag über die „Entwicklung der Gewerkschaften", der mit allgemeinem Beifall ausgenommen wurde. Alle Zuschriften find an Leopold Rothwangl, Kondukteur, Villach, Gaswerk st raße 10, zu adressieren. Waidhofen a. 6. 9668. (V e r e i ns n ot iz.) Die testierenden Mitglieder werden aufgefordert, ehestens nachzuzahlen, da dieselben wegen Rückstand als Mitglieder gestrichen werden müßten und damit ihrer erworbenen Rechte und Ansprüche verlustig würden. Sollte ein Mitglieu in finanzielle Notlage geraten und dadurch feine Monatsbeiträge nicht regelmäßig entrichten können, so hat er bei der Ortsgruppenleitung eventuell beim Subkassier um einstweilige Stundung anzusuchen. Keinesfalls kann den Mitgliedern ein länger als dreimonatiger Rückstand gewährt werden. Zell am See. Bei der am 8. d. M. abgehaltenen Generalversammlung der Ortsgruppe Zell am See wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Alois Kofler, Obmann, Georg R e f ch, Stellvertreter; Wilh. Lreichl. Kassier; Gregor Frauenschuh, Schriftführer; Johann Kendl-b a ch e r. Kontrollor; Heinrich S ch u p s e r (Zell am See), Rupert O b e r b a r l e i t n c r (Bruck im Pinzgau), Matthias Frey (Maishofen), Josef Egger (Gries im Pinzgau) und Hermann Hirz (Tischlerhäusl), Subkassiere. Zuschriften sind an Genossen Georg Resch, Bahn» zimmermann in Zell am See, zu senden. befielt Är&HfSted&ntT »achkontroklierk mtb zu verbesserungS. zwecken verwendet werden soll, einen Ring mit einet elektrischen Leuchtvorrichtung. die in beliebig kurzer Zeit automatisch aufleuchtet, an einen oder mehrere Finger der Hand stecken. Der Arbeiter arbeitet vor einem geöffneten photographischen Apparat, auf dessen Platte die Lichtblitze eine punktierte Linie darstellen. Die zu jeder einzelnen Bewegung gebrauchte Zeit läßt sich dann an der Zahl der Punkte genau abzählen. Bei einer stereoskopischen Aufnahme soll der Erfolg noch besser sein. Der mit Hilfe aller solcher Mittel einige Monate hindurch gedrillte Arbeitet leistet natürlich mehr und man zahlt ihm zunächst auch einen hohen Lohn. DaS verführt leider viele Arbeiter dazu, sich für die Zwecke dieser Methoden ausnützen zu lassen. Wie groß die dadurch entstehende Ausbeutung ist, geht auch aus einem Bericht des Generals Crozier, des technischen Leiters de* staatlichen Arsenals, hervor, vorin er den Kriegsminister ersucht, alle Anträge auf Abschaffung des dort eingeführten Taylorshstems strikt abzulehnen. Er behauptet, daß die Arbeiter infolge dieser Methoden jetzt 20 bis 25 Prozent mehr Lohn in Form von Prämien wie früher erhalten, während zugleich der Gewinn des Staates aus der Arbeit der Beschäftigten um 60 Prozent zugenommen hat. Aber auch er macht keine Angaben darüber, wie lange denn ein Arbeiter unter solchen Methoden arbeitsfähig bleibt. Literatur. Adolf Braun: Di^ Gewerkschaften, ihre Ent- wicklung und Kämpfe. Eine Sammlung von Abhandlungen. Nürnberg 1914. Verlag der Fränkischen Verlagsanstalt und Buchdruckerei. VIII und 503 Seiten Großoktav. Preis elegant gebunden 6 Mk. Unsere gewerkschaftliche Literatur wurde durch ein Buch bereichert, das Genosse Adolf Braun zum Verfasser hat, der sich seit langem mit den Problemen des Gewerkschaftswesens besaßt. Eine Auswahl aus feinen zahlreichen Veröffentlichungen über die Gewerkschaften bringt dieses Buch: geschichtliche, darstellende, auch kritische und vor allem agitatorische Darstellungen über die Entwicklung der Gewerkschaften, über ihre Streitfragen in Deutschland und im Ausland, dann über die Organisierbarkeit der Arbeitet und Arbeiterinnen, über Kampfziele und Kampfmethoden der Gewerkschaften, weiter Abhandlungen über die Tarife, über die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften, über die Probleme der Arbeitslosigkeit und der gewerkschaftlichen Statistik, endlich Auseinandersetzungen über Gewerkschaften und Unternehmertum, lieber 40 Abhandlungen, die zum Teil in Unteikapitel zerfallen, enthält dieses Buw, dessen Benützbarkeit gehoben wird durch die umfänglichen Sach-, Berufs-, Orts- und Personenregister, die das Werk ab* schließen. Wir hoffen, daß das Buch reichliche Belehrung über das Wesen, die Ausgaben und die Leistungen,det Gewerkschaften bei Freund und Feind verbreiten wird. „Jungvolk 1914." Vom .„Jungvolk"-Almanach, den die Zentralstelle für die arbeitende Jugend herausgibt, ist soeben Jahrgang 1014 erschienen. Der Inhalt des reizvoll ausge-ftatteten Buches ist wieder ungemein reichhaltig; die wichtigsten Gebiete unserer Jugendbildungsarbeit sind durch Beiträge vertreten. bei denen offensichtlich auch auf die Form der Darstellung besondere Sorgfalt verwendet wurde. Dabei ist der Preis des 160 Seiten starken Bandes wieder so niedrig angesetzt, daß unser proletarischer Jugendkalendet wohl auch in dieser Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung auf dem Büchermarkt bildet. Jugend« ausschüsse und Vereine erhalten ihn zum Selbstkostenpreis. Kein Jugendgenoffe sollte die Anschaffung dieses dauernd wertvollen Buches unterlassen, und auch als Weihnachtsgeschenk fei der hübsche Band den Eltern unserer Jungen und Mädchen angelegentlichst empfohlen. Mitteilungen der Zentrale. Vcrwaltungskomitersihung am 14. Jänner 1914. 1. Unterstützungen: a) Hinterbliebeiienuiiterstübung für 23 Sülle 1600 Kr. bewilligt; b) Hinterbliebenenunter-stützungsfonds ein Fall abgewiesen; c) aus Vereinsmitteln, für 83 Fälle 1880 Kr. bewilligt, 13 Fälle abae-wiesen. 3 Fälle an die Ortsgruvpen verwiesen. 2. Der Rechtsschutz wird für 79 Fälle bewilligt, 2 Fälle^ abgewiesen. 3. Erpensenrechnungen für 71 Fälle Kr. 5587-55. Erledigung des vorliegenden Einlaufes. Verschiedenes. Neues vom Taylorsystem. Die wissenschaftliche Betriebslehre oder, wie es allgemein heißt, das Taylorsystent treibt immer tollere Blüten. So konnten wir schon berichten, daß der Kinemawgtaph zur Beobachtung und Verbesserung der Arbeitstätigkeit der Arbeiter Verwendung findet. Einen weiteren Ausbau dieses Systems empfiehlt ein Ingenieur in der „Neuyotk San". Er läßt sein Versuchskaninchen, das heißt den Arbeiter. Ausweis des Vereines „Menbühnertzeim". An Spenden für das „Eisenbahnerheim" sind bei uns aus folgenden Orten in der Zeit vom 1. bis 10. Jänner ein-gelaufen: Süssenbrunn Kr. 20"—, Kallenbiick, Sigmundsherberg 20 —, Zugsbegleiter, Wien X. St. (S. G. 300 —. Niemand kann Kathreiners Kneipp-Malzkaffee nachmachen! Dennoch wird vielfach die überall bekannle Packung mit dem Bilde des Pfarrers Kneipp lauschend ähnlich nach« geahmt. Daher Uiflen Sit sich delm Cln-hanl nld)l Idulriicn un6 met|m St» »He Nachatimungen,'urUrti! Alles andere als Kathreiner, »etoofter« oflen onsgf mögen« War», tff mit ÖC1N billigsten Gelde meist viel zu teuer bezahlt. prhannfnrßdinng btt IbminiHralitn Ende Dezember haben wir an alle Lrtsgruppen-und Zahlstellenleitungen nachstehendes Zirkular zur Verwendung gebracht und finden, daß dasselbe von vielen Funktionären nicht beachtet wurde. Indem wir dasselbe nochmals in Erinnerung bringen, stellen wir das freundliche Ersuchen, demselben unbedingt Beachtung zu schenken und bei der nächsten Monatsabrechnung dasselbe zu befolgen. 3ln alle Ortsgruppen- und Zahlstcllcnfunktiouäre. Wir machen wiederholt die Wahrnehmung, daß die Genossen vielerorts der Meinung sind, daß die anläßlich des zwanzigjährigen Bestandes unserer Organisation zur Ausgabe gelangten BereinSabzeichen nur als Jubiläumsabzeichen angesehen werden; diese Annahme ist jedoch irrig. Diese Abzeichen find als dauernde BereinSabzeichen zu betrachten und können «ou unseren Mitgliedern mit Stolz getragen werden. Außerdem find diese Abzeichen, wie ihr euch selbst über, zeugt habt, ein schönes Symbol und heben sich in Form und Ausdruck von den sonst üblichen Abzeichen in vorteilhafter Weife ab. Mit Stolz kann jeder Eisenbahner ein solches Symbol als Zeichen der Zugehörigkeit zur sturmerprobten Organisation tragen. ES ist mannbar und eine Ehre, sich nach auhenhin als den zu zeigen, der man ist. Dos BereinSabzeichen soll bei Reisen, Versammlungen und sonstigen Parteizufammenkünften der Genossen als gegenseitiges Erkennungszeichen dienen, womit dokumentiert werden soll, daß ste der solidarisch verbundenen großen Familie ange-HSren und ihr dienen. Es ist geradezu eine Pflicht, daß jeder «rganifierte Eisenbahner dieses sinnreiche Kennzeichen besitzt, an dem er gewiß seine Freude hat, und wird es auch bei jeder paffenden Gelegenh.it tragen und in Ehren halten. Die BereinSabzeichen sind in deutscher und polnischer Sprache in Form von Krawattennadeln, Broschen und Man. schettenknövfen zum Tragen im Knopfloch hergestellt und können von den Ortsgruppen zum Preis von 1 Kr. durch die Zentrale bezogen werden. Die Mitglieder wollen diese Abzeichen durch die Vertrauensmänner der Ortsgruppe beziehe«. Gleichzeitig stellen wir da» freundliche Ersuchen, alle bereits für die Abzeichen vereinnahmten Gelder ehestens der Zentrale abzuführen. Die Administration. Kalendrrversicherung. Nachdem die Kalenderversicherung für das Jahr 1914 am 1. Jänner in Kraft getreten ist und bis zum heutigen Tage noch viele Ortsgruppen und Kalenderverkäufer mit der Abfuhr dieser Gelder im Rückstand sind, geben wir auf Grund der hinausgegebenen Abmachungen ein- für allemal bekannt, dah nur diejenigen Hinterbliebenen eines tödlich Verunglückten An-spruch auf die Prämie haben, wenn der Kalender voll bezahlt, Polizze und Geld bei uns eingelaufen sind. Dort, wo diese Vorschrift nicht eingehalten wird, erlischt jeder Anspruch. Wir bringen diese Aufforderung speziell zur Kenntnis, weil im Laufe des vergangenen und auch am Anfang dieses Jahres Unfälle sich ereignet haben, wo Ansprüche erhoben wurden. jedoch das Geld und die Polizze am Tage der Verunglückung bei uns noch nicht eingelangt waren. Solche Fälle werden abgewiesen und alle Reklamationen sind daher nutzlos. Nur durch ordnungsgemäße Abwicklung der Geldgeschäfte können solche unliebsame Auseinandersetzungen vermieden werden. Um dieses zu ermöglichen, müssen sowohl die Kalender Verkäufer als auch die Ortsgruppen Sorge tragen. Der Kalenderverlag. ES diene den OrtSgrnvvenobmännern und -Kassiere» zur Kenntnis, daß in diesem Jahre die statistischen Formulare für die Mitgliederbewegung nicht zur Versendung gelangen. Wir bitten, Reklamationen zu vermeiden. Offene Anfragen. Versammlungsanzetgen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: St. Valentin. Am 24. Jänner um 8 Uhr abends in Herrn HüberS Gasthaus in St. Valentin. Reunkirchen. Am 25. Jänner um 8 Uhr nachmittag« in Kunesch' Gasthaus Generalversammlung. Attnang. Am 25. Jänner um 2 Uhr nachmittag? in Herrn Loistls Gasthaus. Daßnitz. Am 26. Jänner in Kühnels Gasthaus General-Versammlung. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Wien XIII sHiitteldorf). Am 26. Jänner um 7 Uhr abend? im Hütteldorfer Eifenbahnerheim Generalversammlung. Hierauf gemütliche Unterhaltung. Protznitz. Am 81. Jänner um Z8 Uhr abends - Generalversammlung im Vereinslokal. Abtsdorf. Am 1. Februar Eisechahnerball bei Herrn Ehristely. Dux. Am 1. Februar Monatsversammlung. Mitgliedsbücher sind mitzubringen. Tövveles. Am 1. Februar um 2 Uhr nachmittags in Heinrichs Gasthaus Generalversammlung. Görkau. Am 1. Februar um 7 Uhr abends in HütterS Gasthaus in Neu-Pirken Generalversammlung. Meran. Am 2. Februar um 8 Uhr nachmittags im Gast, haus „zum englischen Hof" Generalversammlung. Lend. Am 2. Februar um 2 Uhr nachmittags in Roh« ringerS Gasthaus Generalversammlung. Sprechsaal. Geehrte Ortsgruppen- und Zahlstellenleitung! Werte Parteigenossen! Wir versendeten in den letzten Tagen einige Post- erlagscheine für das eigene Konto des Eisenbahner- Heims. Wir ersuchen Sie, ab 1 Jänner 1914 alle dem Eisen- bahnerheim gehörenden Beträge, wie Hausbau-fonds ä 3 H.. Mitgliederbeiträge ü 60 H., Spenden, Gründer- und Fördererkarten, Darlehen :c. mit diesen Erlagscheinen zur Wendung zu bringen, also getrennt von der Abrechnung der Zentrale. Im Kassenbuch sind diese Beträge nicht mehr unter^ den für die Zentrale bestimmten Posten, sondern am Schluß der Ausgabeseite einzusetzen. Wir bitten ferner, genau ihr Augenmerk darauf zu lenken, damit eventuelle Jrrtümer oder Fchlbuchungen vermieden werden, da ab 1. Jänner, wie bereits erwähnt, bei der Postsparkasse ein eigen es Konto (6605) errichtet wurde und auch das „Eifenbahnerheim" eine eiaene Verwaltung hat. Die A d m t n i st r a t i a it. An die Direktion brr f. t österreichischen Nordwcstbahn. : Dia Oberbauarbälter icc Station Traut«nau haben int ; Monat August 1913 int Dienstweg ein gestempeltes Gesuch um , Lohnerhöhung bei fcev Vorgesetzten Dienstes stelle eiugebracht. Ta bis heute weder eine Antwort noch eine Erledigung er- | folgte, so vermuten die Bittsteller, Latz dieses Gesuch irgendwo unerledigt liegen geblieben. Die Betroffenen bitten daher eine ; k. k. Direktion, sie möge gütigst über den Verbleib fccS Gesuches , nachforschen. Offenes Ansuchen au die löbliche Generaldircktivn der i Buschiiehrader Eisenbahn. Tie Gefertigten ersuchen, die löbliche Generaldircktivn ! möchte die Kohlengewerkschaft „Britannia" in Falkenau verständigen, entweder per Betstellung zwei oder drei Wagen weniger zu bestellen oder dafür Sorge zu tragen, daß alle beigestellten Wagen voll beladen abgezogen werden, können und nicht bei jeder B e i ft e l l u n g o h n e «A u s n a h m c 6 bis 8, sogar bis 12 Wagen als halb beladen auSrangiert werden müssen, welche Manipulation oft mit großen Schwierigkeiten verbunden ist. Den Personal bliebe viel Berdruh und unbezahlte Vcrschubardcit und der Gewerkschaft unnötige Beschwerden erspart. Die Falkenauer Zugüegleitungs- . Mannschaft. B 13 B 3 K Billige wettfedem\S*Z und Faunen e SS B B l Kilo g-aue cesciiiisaene S c—. ootsere K .'40. nemeetate prim* m K li-80, welssa K 4'—, prima daunenweiche K ti"—, hoohprlma K 7 —, „ 8'— und y-to. 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Briefkasten der Redaktion. An mehrere Einsender. Trotz der oftmaligen Aufforderung und Belehrung, daß alle Einsendungen für den „Eisenbahner" nur einseitig und mit Tinte zu schreiben sind, erhalten wir in letzter Zeit häufig Eingaben, welche mit Bleistift, beiderseitig und überdies noch sehr eng beschrieben sind. Derartige Einsendungen sind sowohl fiir den Redakteur als auch für das Setzcrpersonal ein Greuel, da sie sowohl die Korrektur als auch die Umarbeitung erschweren und dann für den Setzer eine himmelschreiende Beleidigung bilden. Wir ersuchen deshalb unsere geschabten Mitarbeiter und Einsender neuerdings, unsere freundliche Bitte in Hinkunft gütigst zu berücksichtigen. — Mitglied 137, Lenden. Nach den uns übermittelten Daten rücken Sie tu die 1200 Kr. j am 1. Juli 1914 vor. (22 I. M. 1914.1 — Alter Abonnent, I Admont. Diese Chiffre dürfte nicht auf Wahrheit beruhen, J doch trotzdem: die Urlaube werden nach Tagen und nicht nach \ ~r)umi berechnet. (22 I. M. 1914.) MÖBEL Für don Inhalt dar Inserat« übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o o Entwertung, o o Für den Inhalt der In* gerate übernimmt dla Redaktion und Adntlnl stratlon keine wie Immer geartete Ver 2 s antwertung. e o Gegen Monits Kroners tahltmgcn von Ohne Anzahl. 5 Tage zur Frohe rnustrierteo Katelog gratis und frei Biar & Freund, Postfach 659/6 Wien VJ/a Gas» ts. o. H, TPMV9DTM8BB8 LKilor neue gcfAltflene & e*eo btflei« BETTEN weiche ge[ci)Ilfi. K SO'—, K 34—, K 42- —. 5 ititS totem Settinlftt, r gefüllt, l Suchen* | oder 1 Unterbett . . „ I tso cm fang, ttccm ______________ttclt K KT- K 11-. K 15’— und K *8'-. 8 Meter lang, — t4? A» breu K IS —, K 15 -, K 13'-, K SV—, I KooftWen « ms lang, « «m breit K 3 -, K S'60 unb K 4'-, 80 an lang. 70 am breit K <"6n unb K ö'bO. Rnfertipung auch nach jeder beliebig. Maßangabe 1-teillge Haar-Mat ragen oul I Bett 6 K 2T-, Beile« K SS'—. Berland leanlo ver Nachnahme von K Itr— aufwärts. Umtausch unb Rücknahme aeotn 'Eottooetaütuna genattet. rtbar tltioUiter, Lobes Nr. 170 bei 'Bitten, äöhmtv. Mir die vielen Beweise der Teilnahme unb dich Tröste«, welche unS anläßlich bcS SobeS unsere» inmgftgeliebten Sohnes unb Bruders, be6 *tm Emil Nickel. I L Telegraphisten, Bon io vielen Seiten entgegengebracht worden, sowie für die zahlreiche Beteiligung am SeictienBennngniile, lagen wir hremlt allen unseren Dank. yelonb ven Tank lagen wir der werten Eiienbahnerkapelle von Clmü« für ihr Mitwirken beim Begräbnisse, den Stationen Richelsdorf ""d ganbeiton für ihre schönen Kranzipenden. chawtllr Iosef Nirkrl, k. k. Revident unb StntionSBorstBnb. LanbSkron im Jänner 1014. Sri alten, WWW Mw (Offenen flößen, eiternden Stunden ic.) hat stch Apotheker Sei!'« gustlalbe In Verbindung mit Gaze unb BintreinigungSIee C'prei« komplett itv. 3.00 inflnsiho 6 ttfli kr.", ,VW •••*• -VMQv 44444/ VH’.I CVV‘111) - U"*»’* 1 W *4,11? ivtllf'llll ftl« inklusive Zollspesen 1 vo,züglich bewäyrr. Meisten- verschwinden Schmerzen Nnerkennungsschrerbrn laufen fortwährend ein. Lell'S Sufifnlbi', iS**,a«. flll. ft,,ioit if* n.gt „.im , ti,.:.1.... lorort. Prämiiert mit vier goldenen Medaillen, ist echt nur allein zu Beziehen durch die Sell'iche Atiotbcfe, Osterhofen, « US (Riederbnuern). Bor minderwertigen Nachahmungen wird gewarnt, man achte deshalb genau aus meine flirura! Ortsgruppe Deutsch-Waaram doS Allgemeine» NechtSichiiu. und wewerllchaftSverem veramialtet an, Eonutag den l. Februar 1614 um 8 Uhr abends in Herrn ftarl Boocts Saoliofnlitätcn den diesjährigen Eiseubalanei-ball vrrSmrden mit verschiedenen endeten BeiustiZunpen. Die Musik besorgt fcic beliebre Ealonkapelle R. Sieger. Unser Eisenbamrerball, welcher immer der beste und genuHreichfte UnterhaltungSabend be8 OrteS war, verspricht auch heuer sehr schön und unterbauend zu verlaufen. Wir heißen daher alle Besucher schon im norh nein ans da- herzlichste willkommen. Daaksagmig. Lußerstande gelebt, den einzelnen Freunden und Berufskollegen sowie beten Rtnuen persönlich für die meinem verstorbene» Sollen Franz Staufer crmieienc letzte ä'hrc, rbenio nuch für die schönen Lranzsvenden zu danken, drücke ich aus diesem Wege meinen Besten Dank auh. Mürzzuschlag, im Jänner 1914. Hochachtungsvoll Bokti Staufer. Kropf bitfen Hals, Ürtifcn beseitigt man rasch und gründlich durch Hollerdauer Kropsbalsam ivlasche 4 kir. 3 Flaschen 10 Bv, Zollfreier Lerland durch die Liadlapotheke Pfaffenhofen u, d. Ilm 654 (Bayern). Viieretticlden, .‘äcrzbclclimcrdcn, ‘ülolenfolarrb, Sand unb iSrioS, Pucfertrnnfheit, geschwollene Fiisie beseitigt,man rnicfi durch Br. üevllle* Herz- und Waiteriuchttee. VrerS 4 Kronen, 3 Pake re 10 Ruinen. Borland zollfrei durch: StadtapothekQ Plafienhoten a. a, Ilm 10 ______________ (Bayerrr >. Frauen! e|h Hilfe! Gegen Störungen hilft nur mein ‘Hcfoc« bitrur. sicher und prompt. Preis Kr. 8 15 iauch tn Marken.'. Tielrerer Versand.' 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Nichtpailendes immctanscht oder Selb zurück. — Verlangen Sie die nitcjw'irUchc Illustrierte Preisliste gratis und fronte. 6in iOiäbttget Katarrh geheilt. Ich litt 40 Jahre an einem hartnäckigen Luftröhrewund Lungenkatarrh, gebrauchte englische Jnhalationsgläser, die mir nichts halfen und eine Masse Arzneien, die ebensoviel bewirkten und mir einen Magen- und Darmkatarrh zuzogen. Vor kurzem ließ ich mir einen Tancreschen Inhalator kommen, und bald war mein altes Leiden vollständig geheilt. Auch das Asthma, das ich mir infolge des anhaltenden Hustens zuge-zogcn hatte, ist fast vollständig verschwunden. Ich bin deshalb ganz begeistert von dem Tancreschen Heilverfahren und kann ähnlich Leidenden nur den Rat geben, sich sobald als möglich den vorzüglichen Tancreschen Inhalator anzuschaffen. Ich habe diese Anerkennung freiwillig (ohne Aufforderung) ausgestellt und mit meinem Namen unterzeichnet. Nachschrift. Ich habe obige Anerkennung am 22. Februar 1910 geschrieben und mich seitdem durch beständige Anwendung der Tancreschen Einatmungen auch von meinem bösen Asthma befreit. Rastatt. H. Büchler, Realschulborstand. Es liegen über 10.000 ähnlicher Anerkennungen vor, welche durch einen vereidigten Bücherrevisor und polizeilich beglaubigt sind. Tancres Inhalator, der bereits von vielen Äerzten wegen seiner überraschenden Wirkungen bei Katarrhen der Luftwege in Gebrauch genommen wurde, darf nicht mit Inhalatoren älterer Konstruktion verwechselt werden. Nicht nur bei Luftröhren- und Lungenkatarrh leistet Tancres Inhalator so schätzbare Dienste, wie aus dem obigen Zeugnis des Herrn Büchler (Rastatt) hervorgeht, sondern auch alle anderen akuten und chronischen Katarrhe, wie Rachenkatarrh, Stockschnupfen, Kehlkopfkatarrh, Mittelohrenentzündung ec., werden durch den kleinen Apparat sehr günstig beeinflußt, was aus dem nachfolgenden Anerkennungsschreiben des Herrn Professors Dr. Reuther, Oberlehrer am Königlichen Lehrerseminar, Auerbach im Vogtland, hervorgeht. - Dieser Herr schreibt folgendes: Daß ich heute das achte Exemplar Ihres Inhalators bestelle, dürfte für die Brauchbarkeit desselben wohl das beste Zeugnis sein. Indessen muß ich auf Grund der gemachten Erfahrungen noch besonders hervorheben, wie die Anwendung Ihres Apparates nicht nur hartnäckigen Stockschnupfen und chronische Katarrhe der sonstigen Luftwege (Nachenhühle, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) beseitigt hat, sondern das; in einem anderen Fall sogar eine Mittelohrentzündung mit verbundener Schwerhörigkeit und in einem anderen Fall eine Stirnhöhlenvereiterung zu weichen beginnen. Auch empfiehlt sich die Anwendung Ihres Apparates zur Pflege und Kräftigung der Sprechwerkzeuge für Lehrer, Pastoren, überhaupt für Redner und Sänger. Ich danke Ihnen deshalb zugleich in Vertretung meiner Auftraggeber herzlich für Ihre Erfindung. Der billige Preis ermöglicht jedem Leidenden die Anschaffung. Man gibt schließlich während eines längere Zeit dauernden Katarrhs auch für andere, noch dazu unwirksame Mittel viel Geld aus, und weit mehr büßt man durch ein solches Leiden an Verdienst ein, selbst wenn man dabei seinem Beruf noch nachgehen kann. Die Gefahr, sich durch einen veralteten Katarrh ein dauerndes Brust- oder Halsleiden zuzuziehen, läßt sich überhaupt nicht in Geld abschätzen. Hier erhält man dagegen für eine geringe Summe einen wissenschaftlich erprobten, viele Jabre in der Familie verwendbaren Apparar, den jeder Arzt, der ihn sieht, als das vollkommenste anerkennen wird, was es auf dem Gebiet der Katarrhbekämpfung gibt, und gerade im Winter, wo man sich, wenn man ihn noch nicht hat, täglich einen Katarrh holen kann, sollte jeder, der zu solchen Erkrankungen neigt, unbedingt sofort kostenfreie Aufklärung verlangen. An minderbemittelte, vertrauenswürdige Personen wird der Apparat auch gegen bequeme Ratenzahlung ohne Preisaufschlag abgegeben. Nähere Auskunst über Tancres Inhalator wird von der Firma Carl A. Tancre, Wiesbaden, R. 82, gerne kostenlos und ohne Kaufzwang erteilt. Verlangen Sie noch heute gratis belehrende Broschüre. VERGIFTETES DASEIN! Ihr Leben rächt sich an Ihren Nerven 8 Wenn Sie Hilfe brnuciien, so lesen Sie diesen Brief augenblicklich! Ich war derart überarbeitet, daß ich nahe daran war, irrsinnig zu werden. Im Sanatorium war ich schon mehrmals. Meine Nerven waren so zerrüttet, daß ich nicht imstande war, 10 Minuten hintereinander zu arbeiten, ohne vor Aufregung und Unruhe zu zittern. Stets war ich gereizt und mißmutig, nachts konnte ich kaum mehr schlafen! Ich verfiel nur noch in eine Art Halbschlummer, wobei triibe Bilder mich verfolgten. Morgens war ich gat.z zerschlagen, es hämmerte in meinen Schläfen, oder es kribbelte mir bald hier bald dort, wie von Ameisen. Dann wieder sah ich Mücken und Fliegen, die nur in meiner Einbildung da waren. — Ich habe viel Aerzte um Rat gefragt und mich ängstlich nach ihren Ratschlägen gerichtet, auch Kaltwasserkuren gebraucht und vegetarisch gelebt. Vorübergehend fand ich Besserung, aber bald war es wieder schlimmer als zuvor. Da traf ich zufällig auf einer Reise einen älteren Herrn, dem mein unruhiges Wesen auffiel. Er gab mir einige braune Pastillen, die ich nur widerwillig nahm. Aber am selb- n Abend noch wurde mir so leicht, so wohl zu Mut, daß ich mich um 20 Jahre jünger fühlte und zum eMenmnlo seit langen Jahren habe ich in dieser Nacht ununterbrochen 5 Stunden geschlafen, noch dazu in einem Gassenzimm- r in einem Hotel der Praterstraße in Wien. Am nächsten Morgen traf ich meinen Eeisogenossen beim Frühstück und bat ihn um den Namen seines Wundermittels. Erst lachie er, dann fragte er mich: ,Kennen Sie noch nicht Kola Dultz?“ — Ich war ganz erstaunt, denn ich hatte davon schon viel gelesen und gehört, aber noch keinen Versuch damit gemacht, weil mir einmal ein Arzt gesagt hatte, das wäre nichts für mich. Ich schwor mir nun aber zu, Kola Dultz zu nehmen, und wenn ich dabei zugrunde gehen sollte! Lieber sterben, als so weiter leben! — Aber ich starb nicht, ich wurde gesund! Jetzt sind es zwei Jahre her, lieber Herr Dultz, daß Sie mein Lebensretter wurden. Deshalb dau o ich Ihnen von Herzen und erlaube Ihnen gern, von diesem Schreiben Gebrauch zu machen. — Einen Teil meines Dankes habe ich schon abgetragen, denn jeder, der mich von früher kennt, ruft mir schon von Weitem zu: „Wie wohl sehen Sie aus!“ — „Wo waren Sie denn?“ — „Was hat Ihnen geh ollen ?“ — Auf alle dii-se Fragen antworte ich: „Nur Kola Dultz, nichts als Kola Dultz!“ Ich müßte aber auch ein schlechter Kerl sein, wenn ich Sie nicht loben wollte, wo ich nur kann. In dankbarer Ergebenheit Ihr B. Adler, Budapest. So schreiben Viele! Machen Sie recht bald mit Kola Dnltz einen Versuch. Dieser soll Ihnen keinen Heller kosten. Mit Vergnügen sende ich Ihnen dazu ein genügendes Quantum, ganz umsonst, weil ich weiß, Sie werden gern mehr bestellen. Schi eiben Sie mir nur eine Postkarte, aber bitte Ihren werten Namen und Ihre Adresse recht deutlich und leserlich. Tun Sie es gleich, sonst vergessen Sie es! Heilige Qelst-Apotheko, Budapest VII, Dobänyutcxa 12, Abt. 6. Versende Prima Kalbfleisch oder Bindfleisch vom Schiegel 6 kg 6 K. Täglich Irische Schlachtung. Franko gegen Nachnahme. Für vollste Zufriedenheit leiste Garantie. LtlDWIQ HERSCHLOWITZ, k. lc. Staatsbeamten verbands-Lieferant, Zator, Galizien. Mäi*ner die infolge schlechter Jngendgewolm-heifcen, Ausschreitungen und dergleichen an dom Schwinden ihrer besten Kraft zu leiden haben, wollen keinesfalls versäumen, die lichtvolle und auf klären de Schrift eines Nervenarztes über Ursachen, Folgen und Aussichten auf Heilung der Nervenschwäche zu lesen, illustriert, neu bearbeitet. Zu beziehen für K 1*60 in Briefmarken von X>i*. Rumlers I Heileryt~*•„'Sc: vzeiz). 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Ich nahm Medizinen, Pulver uns Bäder in grober Anzahl, aber nicht» wollte Helsen da erfuhr ich von Ihrer bewährten Pohl seife (ä Stück Kr. VSO) uns ver uchtc auch noch diese» Mittel. Zu meiner gröhten Freude kann ich konstatieren, bah jetzt nach Ittägigein Gebrauch Ihrer Seile alle Schmerzen und Schlaflosigkeit geschwunden sind und ich mich so wohl suhle wie schon jahre ang nicht. Kann daher Ihre bewährte Seife ledermann ans da« wärmste empfehlen. Josef Pfeuneberger, St. Pölten. Nicderostcrrcich, Lcderergassc 10. Pohl-Eeife WW die stch auch bei Reiben, Stechen, Jucken. Rheuma und HautauSschlägen vorzüglich bewährt hat, ist zu haben in Station» 4 Kr. S'90 direkt beim Er zeuget I. (9. Pohl, Prauna» um In» Nr. 13. Depots in Wien: Apotheken: I, Planlengasse C. Graben 7, Fleisch»,arkt I, Sucher Markt 0, XII, Meidlingrr Hauptstraße 45. Ehrenerklärung. Ich, endeSgeserligte Emma Freund, tiokomotivsichrerSgaltin in WolsSberg, erkläre, daß die von mir am v. 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