eilidjtr Tttblatt. Redaction und Expedlti»n: Bahnhosgafie Nr. 1b. , tirinnmeratiotHVreile: fljw n 1 i>iit ruibe* : iftanji- R. 8-40: fit AufleUung in« yaui ottlj. 26 tr. VIit bn PoN: Ganziabr. fl. 12 Dlenstag,30.Marz 1 ,b80. — Morgen: Benjamin. 13. jafyrgi Die schwarzen Flecke des Renegatenthums. SeitdkM Baron Hubner in seiner »Programm-ttbt" am Horizonte der antzeren Politik jene biti schwarzen Punkte erwcihnen zu miisien glaubte, in btrtn Beseitigung bas ultramontane Herrenhaus-mitglieb die Aufgabe eines ben Jntentionen der Rechlspartei solgenben osterreichischen Ministers beS Aeuhern erkennt, halt fid) schon jeber publi-cistische Winkelschreiber, ber sich an ben Talar-zipfel ober ben Rockschotz irgenb eines national« clericalen Kirchenlichtes klammern kann, fiir be-rechtigt, anf cigcne Faust (žntbedungžreifen nach schwarzen Punkten niiternehmen zu fduncii. Eine ber allerneuesten Errungenschasten bieser Art ist bie Offenbarnng bes „Slovenec/ daks miser Laibach von zal)lreid)fii Flecken des Renegatenthums vcrnnziert fet. Was sich toohl ber »Slovenec" bfi bieser Gewallphrase gedacht haben mag! Dem „Gebanke»gange" bes sraglichen Artikels zu folgen und auf biese Weise znr Erkenntnis desftn zu ge-langen, was das Organ des Pater Kluu als Reuegat ausfasst, ist unmoglich. Denn. too eben nichts ist, dort hat nach altcm dcutschem Spruche selbst ber Kaiser bas Recht verloren. Da a ber .Slovenec" eben biese Phrase anlasslich eines Appells an bie Wahler ber Gemeinbe Laibach ge-braucht, so kann man darans schliehen, dass die Wcisen des genannten Blattes die gesammte liberalk Majorilcit des grgenwartigen Gnnnnderathcs in Bausch nnb Bogen zu Renegaten stempeln. Warum? Daiubcr wird uns das clerical-nationale Organ wv'hl die Antwort schnldig bleibeit. Wir aber suhlen angesichts des vagen Geschinipses, welches bie nationale Presse mil besonbvrer Boiliebe zuiti Be sten gibi, bie Pflicht in uus, den Begriff des Renegatenthums in etwas bvsiimmterer Weise zu fixieren. So wie wir nnb mit uns wohl jeber vvrunhnlssieie Beurtheiler vfsentlicher Zustande ben Beg, iff des Renegaten in i digitiser, politischer und nationnler Bczichuug aussassen, kann daruuter nur tin Mensch verstanden ruerben, welcher seine Religion, seine politische Ueberzeugung, seine Na-tionalitat ans Eigennutz verlengnet. Um eines Beispieles zu erwtihnen, gehBren a lie jene nalio-nalen Abgeordneten unter ben Begriff bes po-litischen Renegatenthums, welche, sriiher mit ihver liberalen Ueberzeugung flunfernb, nuiunehr bloh deshalb zu Schlepptrcigern bes Ultramontanismus geworden, weil fie nur mit Unterstiitzung ber Schwarzen ihre ehrgeizigen Ziele zu rrlangen hoffen. Ungleich fchwerer ist es, ein Bcispiel fur bas nationale Renegcitenthum zu finben, welches wenigstens in seiner heutigen Nutzanwendung als eine Ersiudnng der politischen Agitation gelten kann. Denn das Nationalgesiihl wurzelt nicht bcirin, bass man cine Trnlhahnfeder anf ben Hut steckt unb auf folche Nationen mit Berachtung herabsieht, auf welche man mit bankbarer Achtung hinaufblicken sollte — sonbern es enlspringt eben bort, wo es nicht auf eine blotze Maskerabe hin-auslauft, im Bewnfslsein bes geistigen Wertes ber nationalen Errnngenschasten, im Genusse und in der Erkenntnis der in finer gemeinsamen Sprache niedergelegten literarischen Schatze. Es ist daher geradezu uumoglich, dass jemand einer anderen Nationalitat zu Liebe bas eigene wirkliche Nationalbewnsstsein verlengnet. Doch »Slovenec" wcih bas besser. Fur ihn ist jeder von kiainischcn Eltern Geborene ein Reuegat, wenn er nicht aus-schliehlich jene Sprache revet, fiir welche nach des Herrn Haderlap Gestandnis nicht einnial eine ein-heitliche Fixierung der Nvmenclatnr unb eine ge= meinsame Grammatik vorhanben ist. Jialiener unb Fianzosen haben ben Eigendnnkel nbgelegt, mit welchem fie friiher auf a lies Deutsche herab-sahen, und schamen sich nicht, bei ben friiher ver-achteten beulscheu Barbaren in bie Schule zu gehen. Nur in Krain, wo man gewiss in bie giohte Berlegenheit kommen wrirbe, wenn man von einem ber national-clericalen Hetzapostel ben Rachweis ober bas Bilb ber nationalen BolkS-bildung verlangen wiirbe, fchleudert man jedem das Wort „Renegat" an ben Kopf, ber bas Be-biirfnis in fich siihlt, aus ben in beutfcher Sprache aufgestapelten Schatzen bes WissenS unb ber Er-keiminis niehr lernen zu wollen, als bie fiectilre bes »Slovenski Narob", bes »Slovenec" unb ber Novice" zu bietcn vermag. Ja noch mehr: in wahrhaft alberner Phrafenreiherei werben ouch jene Krainer als Renegaten gebranbmarkt, welche sich bent, allerdings vom beutfchen Elemente Oestkrreichs in erfter Linie vertretenen LiberaliS-mus anfchlietzen. Was hat benn ber LiberalismuS mit ber Nation zu thun? Man wirb uns biefe Frage unbeantwortet laffett, ebenfo wie bie wei-tere Anfrage, wo benn in ben Reihen ber liberalen Majoritat bes Laibacher Ocmeinbetathes ein Mann zu finben ist, welcher, Slovene aus Ueberzeugung, fich aus Eigennutz auf ben Deutfchen hinansspielt. Wenn wir ©leiches mit Gleichem vergelten woUten, bann konnten wir allerbings Falle genug ansuhrrn, in welchen ber nationale Patriotismus so man« ches Bertrauensniannes unserer politischen Gegner nur aus fine rein matcrielle Basis ober, um ver-standlicher zu reben, auf gefchaftliche Riidfichten zuriiefgeitthrt werben kann. Doch, wozu folche Vorwlirfe, folche Hetzereien angesichts ber Ge-meinbfwahlen, wo nur eine vLllige Begriffsver-roiirung bie SSertreter ber liberalen Majoritat im Rathssaale ber Commune bes Renegatenthums verdachtigen kann. Wenn das Renegatenthurn da-riti besteht, Oidnnng in den Hanshalt bet Gemeinbe gebracht zu haben, wenn eine Berbefftrung ber sanitaren Berhaltnisse, wenn bie Sorge fur Befeitigung bes Unrathes aus ber Stabt eine« Abfall von ber burch ben »Slovenec" vertretenen Richtung bebeuten — baun mag allerdings bas Blatt des Pater Klun von feinetn Standpunkte Iemlleton. Erika. Novellr von g. t). ©tenflet. (Fortsetzung.) DaS lctzte in der longen Reihe ber Gemacher »ffuete sich in einen Wintergarten. Nur felten hatte sich im Lanfe bes Abends jemnnb in biese 6011 Blutenduft burchzogenen stillen Nannie verirrt, urnjonst prangteii bie ©lumen unb oergebens luben bit Sitze in ben Lanben znr Rnhe ein. — Jctzt (o6 nur bie juiige ©ififiu Waldheim in einer der zuriickgezogensten. Sie wusste fclbfi fau.a, wie fie hiehergekoinmen, aber fie genoss fchon cine Weile bie wohlthuende Ruhe. Sie fatz tierborgen im Giunen, bie, welche branhen nach ihr fnchten, fan ben fie nicht. Jetzt eben trat wieder jemonb miter bit Eniiiaiigetljiir — bieser aber suchte sie nicht. Cinen Aiigrublid schien tr nnschlussig. ob er ein-trrtm si'Ue ober nicht, bann ftieg er langfam bie Siusen hmab, bie in ben Garten fuhrten, unb bt= fchutt beu sanbbestreuten, fchmalen Weg zwifchen ben Paimen. Da unb bort verweilte er, nachlaifig ein Blatt burch bie Finger ftreifrnb oder Halb ab-wefenb eine Bliite betrachtcnb; cr fchien miide vom Treiden bes Festcs. Noch tint SBenbung, unb nun stanb cr vor ber Comtesse, bie ihn nicht hatte kommen HSrcn unb erschroden rasch aufftonb. Auch er war befremdet, eine Dame hicr zu finben, unb stanb ihr einen Augenblick wortlos gegenubcr. Jetzt cr« kannte fie ihn auch unb ihre Vcrlcgcnhcit wuchs: cs war Prinz Sicgbcrt. Sit machte eine tiefe Berbcugung, wie man es ihr gclehrt hatte, bie er mit eiiiem oberflachlichen Grutze crwiberte. Gern hatte fie ben Garten verlassen, allein sie konnte nicht, benn cr oertrat ihr ben Beg. »ffiomtfsfe Waldheim, wenn ich nicht irre," sngte er mit einer gewissen gleichgiltigcn Nachlassig-keit, „ich will nicht slBren in Jhrcr Einsamkeit." In ben letzten Wortcn lag etwas wie Spott, ben Maria siihlte, ben sie aber nicht zu denten tuufete. „Hoheit stvren mich nicht," cntgegnete sie. »Ich t.iui hierher, um vom Tanze auszuruhen, das AUeiiisem etsii)d)t nach dein mit nngewohuten Ge-drange. Doch blieb ich wohl schon zu lange, mein Voter mdchte mich octmifsen." Det Prinz machte feine Bewegnng, ben AuS-gang srci zu geben. Ihre einsachen Worte, mehr nod) bie Unbefangenheit, mit ber fie sprach, berjagtc bic Gtbaiiken, bic beim ersten Anblick bes juiigen MSdchens in ihin oufgeftiegeii waren. Auch cr hatte Wie alle im Cause bes Abends bit jungc Grasin oft bewiinbetnb mit ben ffiliden versolgt, allein er war ihr nicht naher getreten, — bie Sielbegehrte jog ihn nicht an; jetzt, ba fie vor ihm stanb, fiihtte er ben Zauber ihrer Erscheinung nnb war nicht geneigt, bie Begegnung fo fchncll abzukiirzen. Er achtete baher nicht auf ben bittenben Blick, det um Eutlaffung flehte, sonbern fagte: »Schenken Sie mir boch einige Minuten, ben Abend fiber warm Sie fo umfchroarmt, dass ein alter ftnabe, wie ich, cs nicht wagen fonnte, Jhncn zu nahcn: bic Ju-geiib gehdrt ber Jugenb, gliidlithc Zeit, too bic Zwanziq ein Empfehlungsbries sinb." »Die Zwanzig ein Empsehlungsbries!" toieber-holte Maria Inchelnb. »Auch immer ber richtige ?“ „Sie zweiscln? Comtesse! Haben Sic batin schon Erfahrungen gemacht?" fragte er spSttisch. Sie errBttjete. Ich bin zu jung, um ein Urtheil zu fallen," fagte sie, »unb ich oerbiene ben Spott, ich hatte ja nie ©elegenheit, zu deobachten " auž ganz im Niechte fein, die liberate Partei bež Gemeinberathes alž Abttiinnige zu bezeichnen. Aber wir find uberzeugt, bass die Bevolkerung von Laibach daž Gebaren ber liberalen Majorilat des Gemeinberathes, in welchem roeber religiose, noch politische, noch imtionale Fragen zur Aus-tragung fommen, aus eiiiem ganz anberert Ge-sichtspunkte beurtheilt, al8 Ehren-„Slovenec", ber ebett in Ermanglung anberroeitigen Hchfutters in 6emitleibeiiSroevter Gebankenarmut ben Begriff beS Renegatenthums als Agitationsmittel in ®emeinbe= Angelegenheiten anroenbet, wo ber Nalur bež Gegenstanbež noch meber ein polilischež, noch em religiofež, noch ein natioiialež Renegatenthum zn Worte fommen fann. Jfrankreich. Wahrenb bie Regierung lang-sain, aber entfchieben bie letzten Lorbereitungen trifft, unt bem Jesuiteuorden ben Boben der Volkžerziehung zu entziehen, sinb auch bie vom Publicum, vom Papste uiib bem Sdcularclentž FrankreichŽ verlaffeiten Bdter bet Gesellschast Jesn auf Vorbereitungen bebacht, urn von bem gegen fie vorbereiteten Stužtoeifungžbecrete nicht uuvor-bereitet getroffen zu tuerbeu. Allcm Anscheine itach biirfte Belgien mit ber Ehre ihrež unlicb-famen Besuchež bebacht roeiben. Daž Auž-toeifuitgžbecrct gegen bie nicht itach Frankreich zu-ftaubigeti Jesniten soll iibrigetiž bereitž se it vor-fleftem in ben Hanben ber Prafecten sein, unb da ber Kriegsmimster belt an Jesuitenschnlen nn-terrichteitbeti Officieren die Fortsetzung biefer ihrer Lehrthatigkeit bereitž nntersagte, so biivften auch die gegen die Jesnitenschnlen selbst gerichtcteii Matzregeln bereitž in nachfter Zeit zur 23ei6ffent» ftchuttg gelattgen. Die Erhohung ber Wehrfdhigkeit Dentsch-lanbs hat auch auf Frankreich aniegend znriick-geroitkl. So finbet in biefcnt Jahre vom Cube bež laufenben Monatž biž Mitte Juni eitte Nach-lttufteruiig ber in ben fiinf Jahrgangen von inclusive 1874 biž 1878 von ber Ableistnng bež actioen Militardienstež znriickgestellten Wehrpflich-tigen ftattfinbeii. Ež roerbeii hievon itach ran-zLsischen Angaben pro Jahrgang 80,000, zu-sanimen also 400,000 Maim betvoffen roerben. Anch eine Erhohung bež Jahrež-Rekrutencontin > tieutž biž zu dem Umsange, dasž ber Mannschaftž-ftanb ber Compagnien ber Jnfanterie bem ber beutschen Slrmee glcichgeftetlt roirb, ist angeblich in Aužstcht genommen. Frankreich unb bie sran-zosische Nation erroeisen sich bemnach fest ettt* schlossen, in bem Wettstreit mit Dentschlanb baž nach ber Ueberjeitgung ber Franzosen schon ge- roonitene militarische Uebergeroicht ul er erfterež um jebett Preiž zu behaitpten unb ausrecht« juerhalten. Doch ist ež, tuetm mir ben Mel-buugeit einež Pariser Berichterstatterž ber „9i. fr. Pr." uber eine Unterrebimg mit Freycinet (Slauben schenken biirfcn, ber gegentodrtigen Regierung aužschlie&lich barum zu thim, Frankreich in einett aUett Eventualitaten gegeniiber geiiifteten Bertheidigungžzustaitd zn setzen. „Jch Habe im Kriege metne Pflicht gethan — so soll sich ber ftanzosische Premier geantzert hubett — aber ge-rabe ivetl ich ihti auž ber Nahe gefehcn Habe, gerabe roeil ich mit meinett Angen sehen musžte, welche Qpser er betu Lande gekostet, gerabe bež-toegen gibt ež temen leibenschaftlicheren Gegner bež Kriegež, alž ntich. Frankreich soll in ber Sage sein, sich zu oertheibigen, ež roirb iticmalž cinen Ktieg beginitett. So lunge ich ant Ruber bin, niemalž!" Rumanien. Die „Prefse“ verossmtlicht bie UntcmDung einež ihrer Redacteure mit bem in Wien roeilenbeu runidnischett Ministerprdfidenten Bratianu, bei roelcher letzlerer bie Fiage, roelchett Eindruck roohl bie Ersolge seiner Reise bei seinett runtdnischen Siinbšleuteii heroorbritigen tuerben, sol« geubcrroeije beautroortete: „Die bebeiituttgžuolle Thatsache, basž 'sich bie vollstanbige Entente zlvi-schen Oesterreich-Ungarn unb Dentschlanb nuttmehr auch aus alle Angelegenheiten beziehen roirb, roelche Nutnanien betreffen, roirb geroifž auch von alien meinett Sanbžleuten alž ein gliicflichež Ereigniž begriitzt roerOen, toelchež unserem Vaterlande eine bauernbc Pcriobe bež Friedenž zusichert, itt ber roir itt ber Sage sein roerben, bie Wohlthaten einer tuiihsam errungcnett politischen Stellung, einer itunter fortschreitenben Eultur unb citiež bluhetibett Hanbelž unb Manbelž zn geniefjeii." — Wirklich liegt auch in bem engeren Anschlusse Nn-manienž an Dentschlanb unb Oesterreich cine roeit cerlasžlichere Garantie betreffž ber frieblichett Ent-roicklnng unb der politischen ©ctbstdubigteit ber Donaufitistenthuiner, alž in ber Utiterorbnuug unter Rusžlanb, tuelchež Rninanien gerne zn einent Gliebe seiner ©orpostenfette auf der Balkan-Halb-infel gemacht hiitte. Etn von russischem Eittflnsse ložgeložtež Rnmattien ist aber auch umgekehrt bie befte Assecuranz gegen baž roeitere Poi bringett bež Panslavižmuž, roelchem gegeniiber nicht nttr Oesterreich, sonbern zn m Theil anch Dentschlanb nicht getiug auf ber Hnt sein fann. Nufsland. Die geheimen Dntckereien scheinen in Rnsžland formlich auž ber Etbe zn tvachsen. Nachbem erst vor knrzer Zeit in rascher Reihen-folge brei tierfchiebeite Druckereicn ber Peterž- bttvget Revolutionžpartei von ber Polizei auf-gehobeti roorben roaren, roirb ttunmehr auž bet Hauptstabt bež Zarenstaatež vom 26. b. abermalž bie Entbeckung jroeier geheimen Druckereien ge-melbet, toobei neben ben Setzern uttb Druckern auch mehrerc ber hoheren Gesellschast angehorige SDiabcheit verhaftet rourbett. Die Jnhaftierten ver-roeigerten zroar jede Služfunft, boch geben iiber baž Verbrecherische ihrež Treibenž bie tiorgefun« benett Manuscripte Ausschlusž, roelche bie Fort-setznng bež nihilistischen Stjmpsež anzeigen sollten. Es scheint also, basž biefer Bande gegeniiber bie indtzige, vermittelnbe Haltnitg Melikvffž ebenfo roirfuiigžlož blcibt, roie ehebem bie Kosakenbižci-plin Gutkož unb baž polizeiliche Schnuffelsystem Drentelenž. Daž Dankschreiben, roelchež Zar Alexanber an ben Fiirsten Btžtnaick bežhalb richtete, roeit letzterer baž von Wilhelm ati ben Žaren gevichtete (Sliicfroiinfchfchreiben zum 25jdhrigen Regiertingž-jubildum mit seiner ©egettznchnung vetsah, roirb von ber Preste in uerfchiebenartiger Weise com-mentiert. Wahrenb matt von ber einen ©eitc sich fiir berechtigt halt, barin nur einett Act ber Cour-toisie bež Kaiserž gegeniiber bem eiuflusžrei.hen Staatžmanne zu erbliden, legt ntatt roieber an* berfeitž bem ©chreiben bež Kaiserž bie bestimmte Absicht unter, burch bažfelbe jene Meinmig zu loiberlegett, roelche Bižinarck alž ben einzigen utib alleinigen Fmderer ber beutsch-rnssischen Span-nuttg bezeichnet. Besonberž iiiteressant in biefer Beziehung ist bie nachstehenbe Melbniig einež Petersburger Eorrefponbenten ber „Deulschen Zei-tung": In erfter Reihe Hat man itt unferen officiel« len Kreisen beznglich bež Dankfchreibenž bež KaiserS Alexanber an ben Fiirsten Bižmarck bie Mcmung, basž ber Zar burch biese Kunbgebung all' ben Geriichten unb Behauptungen von bem acutcn Charakter ber russtsch-beutschen Kanzlerfehbe bie Spitze abbrechen, bass er burch ste barthun »vollte, roie biese Fehbe noch lange nicht baniach an-gethan ist, die frieblichett Šntentionen ber Hert-scher Russlanbž unb Dentschlanbž zu btirchfreuzen ober berett Realisiermig fiir bie Zukunft fiaglich zu tnachen. Fiir bie Frage aber, ob ben Zareu nicht ein anberež Moment alž bie einfache Contra-fignierung bež (Slikfžrounfdifchreibenž bež Kaiserž Wilhelm dutch den deutschen Reichžkanzlerž be-roog, att den Fiirsten Bismarck ein Dankschreiben zu richten, Hat man folgenbeit 6eachtenžroerten Bescheid: Schon kurz nach der Einsetzuug bež Grafen Soriž-Melifoff in sein iteuež Amt erzahfe man soroohl in ber Hiestgen Diplomatie alž in „Sie lebten wohl sehr einfam ?“ stagte er theilnehmenb, bebauernb, ste in Verlegenheit gebracht ju haben. „Einsant," roieberholte ste. „Es fommt roohl baraitf ati, was man einfam neimt. Ist nicht bas Gefiihl ber Einsamkeit mehr bie Folge von Etwas, baž itt unž selbst liegt, unb ost unabhangig von allem anher unž?" Det Prinz fah ste iiberrascht on: er hatte eine solche Gegenftage nicht ertoartet, unb das Jn» teresse, baž ihm bie Schdnheit ber Comtesse ein-geflSht, toanbte sich nun noch anberem ju. „Haben Sie biež schon empfuuben ober ist es nur eitte SSermuthung von Jhnen, bie Sie boch in Walbes-einfamteit attfwuchsen?" fragte er. „Walbeseinsamkeit! D ort ist es nicht einfam, wo taufenb ©timmen zn nns sprechen; ber Sffialb ist nur fiir ben einfam, ber ihn nicht fennt. Man roeiii nicht, waL es heitzt, ihn verlassen. Erst hier unter ben Dieten Menfchen Habe ich erfahren, was Einsamkeit unb Alleinsein ist." Sie hatte vergessen, zu wem ste sprach, bas tiefe Weh, ihre Schnsncht uiachte sich Lust; fie roufžte nicht, ob es ihr jierne, so ju sprechen, ober ihr roat, alž lese ste Theilnahme in ben Blicken bež Prinzen, eine aubere Theilnahme alž bie, roelche ste bižher in ber Stabt gefunben, bei benen, bie ihr hnlbigten — Prinj Siegbert hulbigte ihr nicht. Er hatte ihr ftaunenb jugehbrt, ihm, bem Viel-gereisten, ber Welt unb Menfchen fannte, ber glaubte, alle ju keniien; ihm war bie Comtesse eine nene Erscheinnng, bie ihm Theilnahme eiuflofjte, nicht jcnež bauaie Jnteresse fiir bas Neue in jeber Gestalt, bas ihn schon ost momentan gefcffelt hatte, war es, sonbern bas plvtzlich eitoachte Bediirfnis, ben Dust ber Waldblnme einjuathmen, als ob er Sebenžluft fei. „Waž Alleinsein heitzt, Sie wollett es toiffen, Sinb," fagte er mit SBarnte. „Ein barmherjigeš Gcschick mSge Sie dot ber Erfnhrung bewahren! — Alleinsein! — Giengen Sie je in stiller Nacht, nicht tuemt ber Monb mit feinem Silberglanj ber Dnnkelheit ihre Schrecken nimnit, nein, in stern-unb monbloser Nocht, wo biificre, graue SBolten am Himmel hatigen, tein Lnsthauch fiihlbar ist, kein Ton vernehmbar, iiber einett Fiiebhof? SBanberten Sie je burch bie Reihen ber Gl aber unb fiihlten Sie in biefer buuteln Stunbe, basS Sie bie einjige Scbenbe stub? Alleinsein ist empfinben, bass uichtž au§« unž etwas fiir unž ist, uttb bass wir nichts fiir allvs antzer unž stub. Es ist absolute Leere. Etn Tobtbewusstsein im Leben. Serftehen Sie bies?“ „9lein," fagte Maria, „ich fann es mir nicht borstellen, aber ich nieitte, ich fonne es empfinben, ber Empstnbnng SBorte ju teihen, ist mir jedoch utttnoglich. — Aber," fuhr sie nach einigem ZSzern fort, „ift bies nicht basselbe, als roentt man sich in cine Welt bersetzt finbet, in ber matt allcm unb nns alles fremb ist? Ist bas nicht toie Tobtsein? Ja, noch tranriger; im Tobe Verlangt man nichtS mehr, wahrenb, ist man nur fremb, man nach finem Gleichflang bei ber Uutgebung fncht. fteinen ju ftnben, sonbern nur Misstvne unb Disharmonie, baž ist Einfamfein." „Ja, aber biefež Alleinsein. biese Einsamkeit stiffen bie eigenen Gebanken aus!" fagte ber Prinj, ber bas jutige Mabchen gertte bie ihren ansspreche« h S rte. „Nicht immer, man fiihlt sich leer, unb biese Entpfinbttng tbbtet bie Freude an ben liebften Er» innerungen, bie Salte um unž erftarrt wohl auch unset Jnneres, unb ant Enbe bleibt mir baž &e* stihi, allein ju sein, bas nichts loegnehmen fann.** „Das nichts toegnehmen fann!" wieberholte ber Prinj. „Ja, Sie haben recht, Unocrftanben« sein, nur biefež ist Affeinfein." Maria hab bie teuchtenben Augen ju ihm auf. Der Ton, mit bem tt sprach, war ein tiefernfter, bet Umgebung deS .Dictators', dass der deutsche, Botschaster Herr v. Schweinitz bet wiederholten An-1 lassen einen vertraulichen Verkehr tnit dem „Schre-den der Nihiliste,,", roie der Volksmund Melikoff ueiint, unterhalten Habe, nub man glaubt nicht irve zil gehen, wen,, man annimmt, dass bei diesem vertraulichen Verkehr der deusche Kauzler seine „uber Lieere reichende" Hand insoferne im Spiele hatte. als Herr v. Schweinitz mil vielem Geschicke ben Grafen Melikoff zn ganz vertraulichen Fragen fiber bie Ansicht bež Botschasters zu veranlassftt verstanb, beren Beantworlung kaum mehr die att-inige Meinung br§ privatissime sprechenben D plomaten zum Ausbruck gebiacht habn, biirfte. Es ist nur Vermuthung, dajs Bismarck regen Antheil" an der „Wiede> geburt Russ-lands auf solider Basis" nimmt; bieje Vermuthung geroinnt abet burch ben Umftanb an Bedeumng, dass fie in unsern als crust zu nchmenben poti-tischen Kieisen entsprang und sortlebt uub dass man dort sogar schvn so weit geht, von eiuer den, Zaren tudit frcmben nmoralt$cheit Einfluss-nahme Bismaicks" zu reben." vrrmischtes. — Neunzig Kreuz er geraubt. Dem Bezirksgerichte Winbisch-Graz wurde ein Landstrei-cher eingeliefert, roelchen man beschuldigt, auf bent Wege von Gutenstcin nach Windisch - Graz zwei Eanieiihaiidlerinnen uberfaClcti, geschlagen. gesahrlich fcebroht und ihres Geldes beraubt zu habcn. Die gauze Beute betrug 90 kr. — Ein nierkwiirdiger Fall v o nWnth -ktankheit. Aus Kronstadt in Siebeubnrgen wird geiiieldet: „Bor ciiiigcit Monaten wurde hier die Tochter eines angesehenen Burgers von eiiiein Hunde angefcillen. Das Thier sprang dem Madchen ins Gesicht mid bi)8 deinselben ein Stiick der Nase rorg. Mai, faun sich den Schrecken der Anzesalleiien und die Ausreguiig in der Familie vorstelleu. Einern schleunigst herbeigeruseueu Arzt gelang es, das ver-ftitinnielte Organ wieder zusammenzusetzen, und dem hubschen Madchen blieb n»r due gut verheilte uub nicht souderlich auffalleude Narbe als Ecinnerungs-zeichen. Die Sache schien schon in Bergessenheit ja trauriger, eiue Frage schwebte auf ihreu Lippcn, die Frage, ob er wohl so alleiu sei? Abet sie fprach sie nicht aus. Graf Waldheim stand schon gerannic Zeit u»-weit der beiden, seine scharfen, dnrchdringenden Blicke wanderten von der Tochter znin Prinzen uub wieder zu dieser zuriick. Ein znsriedeiies Sachetu spielte bnbei um seinen Mund. Maria sah ben Vater zuerst, und ein ticfes Roth sticg ihr bis zu den ©chlafen; sie wnsste nicht, weshalb, atlein es war ihr nicht (ieb, dass er sie mit bent Prinzen trof. „Mein Vater!" rief fie. Der G>as veriteigte sich nahcrtretend gegen den Prinzen, und dieser sagte, sich zu ihni wendeud: „@ras, der Hof ist Jhiien zu Dank vetpflichtet, bass Sie die Waldblunte unter seine Treibhauspflanzeu versetzteii." Das Lacheln deS Grafen ward verbindlicher. wHohi'it find zu guadig, so viel Nachsicht mit mei-tter Tochter zu haben. Maria ist ttoch zu fehr Kind und ihre Erziehung, von ihrer Grotzmutter geleitet, ist in vielem fehr mangelhaft. Ihrer Juge,,d, hoffe ich, wird man die kleinen Vcrstoge vet« jeihen, die fie sich znschnlden kommen lassen wird; bejonderS, Hoheit, mSchte ich jedoch bitten, der jiingsten Tochter die futstliche Gunst nicht zu ent-jieheu, welche die Familie unt einer a,idem willen verjcherzte." Es war ein gewagtes Wort diese Anspielung aus alte Geschichten, auf die Vetbannung der Waldheim voin Hose, die man erst fur Maria a»f-flehobrn, nachdcm der Graf sich jahrelang datum bemuht hatte. (Forlschuiig folgt.) getatheu zu fein und matt bereitete sich kutzlich in der Familie vot, einen Sffentlichen Ball zu bcsuchen. Das Madchen ward von seiner Mutter und ben Geschwistern Hitbsch geschmuckt und sreute sich leb-hast darauf, den Ballsaal zn betreten. In bent Momente aber, too sich der letztete ihm offnete wurde es von einer ungeheuren Ansregung, die bald in sSrmliche Tobsncht itbergieng, befallen, und alle Mittet der nnwefcuben Aerzte fonnten der Ungltick-lichcn feine Sinderung oerfchnffen. Nach zwei Stun-ben der fchredlichsten Krainpse war das btiihenbe Geschbpf eine Seiche, bie urn so ergreisenber und schauerlicher anzusehen war, als sie sich noch in, vollei, Ballstaate befand. Es liegt begreiftichectoeife uichts imher, als dass man ben Aiifall, der mit dem Tode endigte, auf die Affaire mit dem Hunde zuriick-fithtt." — Russischer Heldenmuth! Ein trauriger Vorsall hat sich in der „Butterwoche" in dem russischen Stadtchen Krasnostaiv abgespiett. In einer Gesellschast von Djficieten fprach man iiber Tapfer-feit. Die Lieutenants Bogdanow uitd Anitschkow behaupteten babei, dass sie uberhaupt nicht Oerstan* ben, wie man keinei, Muth haben kSime, und mach-teit sich auheischig, einen Beweis ihrer Tapferfeit abjulegen. Ohne bass es ben Anwesendei, besoubers oujfiel, ftauben bie beibrn jungen Dfficieie auf uub entfernten sich. Balb barauf vernahm man in einer naheu Wohnuiig zwei Schusse. Die iibrigen Dfficieie eilten bahin unb fnhen bie beiden jungen Lente in ihrem $8lute liegen. Bogdanow war tobt, Anitschkow tiidtlich vetwundct. Es erwies sich, bass fie, um ihreu Muth zn bctoei|en, sich einonber gegeniiber cinfgeftellt uub gleichzeitig auf einanber geschossen hatten. Local- uub Provinzial-^ngelegenhetten. — (Emennung.) Det RegierungsconcU pist Herr Anton Graf Pace ist vom Lanbesptasi-dcuteit zurn ptovisotischen Bezitkscotnmifsat ernannt wortien. — (Generalversarnrnlnng der f re i« toil ligen Fencrtoehr.) In der gestetn ab» gehaltenen Generalversammluiig bet Laibacher ftei-roilligen Feuerwehr kam als etfter Puntt ber Tages-orbnung bet von, Vereinsschriststihrer Ruling vet-sasste Bericht des Ausschusses iiber bas abgelaufene Vereiusjahr zur Verlesnng. Wit entnehmen dem-fclbe,,, dass der toackere Verein in diesemJahre bei eitf Branden thotig toar, roomuter uier ini Stabtbezirke, siebeit auf bent Lanbe. Bei alien biefen Gelegen-heiten hatte sich die laut Bcschluss der vorjahrigen Generalversamnilnng provisorisch eingefiihrte Ein-theilung in Loschtrains so gut bcumhrt, bass ber Ansschnss die definitive Einsiihrnng dieser (Sintheilung bcantragt. Der Bericht hebt heroor, dass infolge der aus immer toeitere Kreise sich erstreckcnden Herbei-jichung ber Laibacher Feuerwehr zu Branbeii auf 6cm Lanbe fowohl die Geralhschasten in nicht gut zu rechtfertigender Weise auhethalb des detselbeu ur« sptuiiglich votgeschtiebencn WiikungSkreises abgentitzt, als auch die Feuerwehr jelbst unb ihre Mittel allzu-fehr in Mitleidenschaft gezogen touiben. Um hierin roenigftens cine Grenzliuie zu ziehcn, hat der Aus-schnss deschlossen, die Feuerwehr nut zn solchen Branden ausrticken zu lassen, welche vom Kastell-berge signalisicrt werden. Bei Branden anherhalb der ©tabt ist die Ansruckung an die vorhergehende Erlanbnis des Bitrgermeistets mid an den Beschl des Commandanten geknitpst, und sollen uberhaupt Hilfeleiftungcn nach auswartS nut dann geleiftct ivurden, we,,,, sich am Orte bes Btanbes selbst ein organisicrtcs, sreitoilliges LSschcorps befin-bet. Det Ansschnss hofft butch biefe letztere, ubrigtns im Sinne der Wechjelseitigkeit lie-gentie Beschrankung die Bildung neucr Fenerwehreu zn beguustigen, wahreub anberseitS bei allzu grosjer Bcreitwilligkeit bie Bewohnet bet Nachbatottschasten leicht zu ber Meinuug verleitet roerben ktinnten, dass bet Bestanb ber Laibacher Feuerwehr die Bil- dung anbertoeitiger LSscheorps ganz uberfltifftg rnache. Ueberhaupt gibt sich ber AusschusS ber Hoffnung hin, bass bie heuer ftattfinbenbe Feier be# zehnjahrigen Bestanbes ber Feuerwehr auch bie An» reguug zur Grim bung eines Ganverdan bes unb zur toeiteren gcbeihlichen Entwicklung unb Betbreitnn-bes orgnnisierten LSschwesens auf dem Wege ber Selbsthilfe geben toerde. Nach einigcn toeiteren; ben engeren Kreis des VeteinslebenS betreffenden Mittheilungcn unb ber Genehmignng des grfammten Rechenschastsberichtes tonrbe ber ftaffebericht unb ber RechnnngsabfchlnsS bes UnterstiitzungsfonbeS ber Feuerwehr zur Vorlage gebtacht. Nach er-sterem belaufen sich bie Einnahnteu deS nbgelciusenen Jahres auf 2448 fl. 68 ft., bie Kasfebestanbe auf 127 fl. 79 kr., wahrend der Unterftu^ungsfonb bei einer Einnahme von 2802 fl. 76 kr. und AuS» gaben an Krankcnunterstutzungen per 235 fl 20 kr., Leichenkosten per 196 ft. 25 kr. und anderen lleinerett Ausgaben iiber ein VermSgen von 2277 fl 91 kr. Oerfiigt. Die Verfammlnng ertheilte den Staffer berichten das Absolutorium, worauf nach einer, den siegreichen Kampf ber Feuerwehr gegen Bomrtheil unb Gebankenlosigkeit beriihrenden Ansprache deS Hauptmanues Doberlet die Angelobung von 92 Mit» glirdern ftattfanb. Biirgermeister Laschan, welcher, ber an ihn ergangenen Einlabung Folge leiftenb, bei ber Generalversainmluug erschienen roar, banfte siir die ihm vom Hauptmann der Feuerwehr ge« roidmeten Begrithuugsroorte, worauf nach laitgerer Debatte ber vom Ansschnss tiorgelegte Antrag auf Eintheilung in Ziige mit grower Majoritat zum Beschlusse erhoben wurbe. Zum nachsten Punkte ber Tagesorbnung: „Wahl bes Eontmonbonten unb ber Functionate", beantragte Riiting, ben bisherigen verbienstoollen Hauptmann Doberlet neuerbings jttm Hauptmann auszurufen, welchem SSorfchlage die Verfammlnng jubelnd bei* pftichtete. Die roeiteren Wahlen ergaben als ZugS-commanbantendie Herren A. Achtfchin, Franz Schantel unb H. Galle, als erste Rottenf uhrer bie Herren Seunig, Bitenz unb Kaveic, fetnet als Vettrauensnianner bie Herren Riiting, Hinletlechnet unb Freiberger. Zn Revisoten wutden die Herren Thuma, Dolenec unb C. Achtschin, zum Abjntanten Herr Drelse ge* wahlt. Nach Genehmigung bes Antrages, ben Er-innerungstag an die vor jehn Jahren flattgcfuiu dene Griindung deS Bereines feierlich zu begehen, wurde bie Verfammlnng geschlossen. — (genben bet Matien-vogel genannt wirb. Im Slovenischcn heiht er auch mokosevka, bie Mehlsieberin, von bet rilt-telnben Bewegnng im Flnge, ber mit bet schroe-benben nbwechfclt, bavon rithtt ouch ber deutsche Name Ruttelfalte her. Leider ist bieset schSne Vogel von seinen einstigen Nistplatzen aus ben Thtit-mett unferer Stabt burch bie Dohle fast ganz ver-dtaiigt worden, er niftct in bet Umgebung auf Thuttnen, auf Dachetn ber WittfchaftsgebSuve, in bin FelSwanden deS GrohzallenbergeS; auch hier wird tr von bet Lberhandnehmenden Dohle bt» lastigt. Schr ahnlich bem Thurnifalken ist der etwaS {(finere, ben sndlichen Gegenben, als Dalmazien, Griechenland, angehvrige NSthelfalke (Falco Tinun-culoides), der jedoch anch schon in der Untgebung Laibachs beobachtet rourbe. Sin sehr leichtes Unter-scheidungsmerkmal fur biefe beiben, oft miteinanber verwechselten Artcn siub die weitzlichen Nagel an ben Futzzehen bes NSthelfalken, wahrend fie beim Thurmsalken schwarz sinb. Beiben zunachst steht ber Rothfnhfalke (F. enfipes), eine sehr schSne, burch bie menuigrothen Fiihe und bie aftfgraue Farbnng der Fliigel ausgezeichnete Faltenart, er nistet in felsigen Gegenben. Anch bie Nohrweihe hat onf bent Morast von ihrem Jagbrevier bereits Besitz etgriffen, feit ein paar Tagen lasst bie Heideschnepfe baselbst ihre langgezogenen pfeifenben Rnfe ertbnen. Sehr ausgiebig war heuer ber Schnepfeiistrich. Einer ber letzten bisherigen AnkSmmlinge war ber Staar. Witterung. Laibach, 30. Marz. Warme: morgen« 7 Uhr + 2 6°, nachmittags 2 Uhr -f 131° C. (1879 + 13 2". 1878 + 114° C.) Barometer im Fallen, 731 11 Millimeter. Das Tagesniittel der Temperatur am 27. + 6 2* am 28. -{-5 9° und am 29. b. 7 0°, beziehnngsweise urn 04° iiber, 02° unter und 0 6° iiber dem Normale. Verstorbene. Den 26. Marz. Victor Cabej, Rescrvc-Obcr-kanonier, Glascrer, 22 I., Pelersdamm Nr. 65, Tuberculose. Den 28. Marz. Johann Kimovec, Taglohner, 37 I, Etablwalbstrahc, Selbstmord burch Erhangcn. — Maria Virens, Nachtwachterstochtcr, 8 Tage, Wiener, ftrofee Nc. 29, Lcbcnsschwachc. I m Civilspitale: Den 27. Marz. Franz Krijmanik, Arbcitcrssohn, 1 I, Eitcrungssicbcr. — Anton KoKir, Arbcitcrssohn, 14 Monatc, Typhus. — Franz S tulec, Taglohner, 43 I., Discntcrie. — Utjula Eebcnik, Jnwohncrin, 77 I., Lnii-gcntubcrculosc. Im Garnisonsspitalc: Den 23. Marz. Johann Vodopivec, k. k. Obcr iiiger, 32 I , Luiigencntzundiing. D cn St8. M arz. Vincenz Bcrtot, Tambour, 22 I, Lungcnentziinbnng. Lebensmittel-Preise in Laibach am 27. Mar;. Weizeu 10 fl. 72 fr., Korn 6 fl. 99 fr., Gcrste 5 ft. 61 tr., Hascr 3 fl 57 fr., Buchweizcn 6 fl. 39 fr., Hirse 6 fl. 39 fr., Kufuruz 7 fl. — tr. per Heftolilcr; Erdapsel 3 ft. 78 tr. per 100 Kilogramrn ; Fisolen 9ft. — fr. per Heftoliter; Rindschmalz 80 fr., Schweinsctt 70 tr., Speck, frischer 64 fr., gcfclchtcr 60 fr., Butter 70 tr. per Kilo- Sromm; Eier 1% fr. per StuckMilch 8 fr. per Liter; lindfleisch 54 fr.. Kalbsieisch 54 fr., Schwcinflcisch 62 tr., Schopsenfleisch 36 fr. per Kilogramu,; Heu 1 fl. 87 fr., ©troh 1 fl. 69 fr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. 20 fr., wcichcs Holz 5 fl. — fr. per vicr C.-Mctcr; Wein, rolher — fl., rocifeer — fl. per 100 Liter. Gcdenktasel fiber die am 1. April 1880 ftattfinbenben Lici-tationen. 3. Feilb., Zagar'sche Neal , Jersche, BG. Rudalsswert. — 1. Feilb., Mobiz'sche Real., Videm, BG. Groszlaschiz. — 3. Feilb., Zeinu'fche Real., Strufeldors, BG. Laos. — 1. Feilb., Kafteliz'sche Real., St. Veit, BG. Sittich. — 2. Feilb., Klankar'schc Real., Werch, BG. Grohlaschiz. — 1. Feilb., Aujlovar'schc dical., St. Veit, BG. Sittich. — 1. Feilb., Medved'sche Real., Sittich, BG. Sittich. — 1. Feilb., Dijnf'sche Rcal, Jcrcfa, BG. Radmanusdorf. 8. Feilb., Karnn'fche Rcal., Predassel, BG. Strainburg. — 3. Feilb, Kalinschel'sche Real, Michelstctten, BG. Krain-buig. — 3. Feilb., Perto'fchc Real., Bruhanavas, BG. Grvtzlaschiz. — 1. Feilb., Nadrach'sche Neal., Weixelburg, BG. Sittich. — 3. Feilb., Koporc'sche Real., Ccsta, BG. Sittich. Telegraphischcr Cnrsbericht am 30. Marz. Papier-Rente 73 35. — Silbcr-Rente 73 80. — (Kolb-Rente 88 65. — 1860cr Staats-Aiilehen 129 50. Banf-octieii 838. — Crcbitacticn 297 90. — Loudon 118 70 Silbcr •—. — St. f. Munzducatcn 5 58. — 20-Francs- Stucke 9 47. — 100 Rcicksmarf 58 35. Eingesendet. Danksagnng. Nachbem mein seit scchs Jahren im Fuhc gchabtcs hcstigcs gichtigcs Leiden bci viennaligcr Anwendnng des in ber Landschasts-Apothefc in Graz zu habendcn Rheu-matismus-Aethers ganzlich behobcn ist, so suhlc ich inich angenehm verpflichtct, deni Herat Erzcugcr dicscs vor-trcfflichen Rhenmatisnms- Aethers osfentlich mcinen Dant abznstattcn, uttb hoffc, dass ntir bics von ©cite bed Hcrrn Erzeugers nicht iibel ausgcuommcu, wcil baburch gcwiss cinem grohcn Thcilc ber Icibcnbcn Mcnschheit Hilsc gc» bracht roirb. (40) 10—9 Graz am 2. Oktober 1878. Adolph Edler v. Kormos. Depot fiir Kraiu bci Julius v. TrnkSczy, Apothcfcr „zum golbenen Einhorn" in Laibach, Rathansplatz Nr 4. din ftccjlidles Cefieraofit alien Freuuben unb Bekaunten, bciieu anlasslich unseres Scheibcns von Laibach pcrsiinlich bies zu sagen bie Zeit nicht mehr ermoglichte. Laibach ont 30. Marz 1880. gomilic Gley und v. Drnkoczy. ^G^iir eiue Holzstist-Fabrik roirb ein tnchtiger Werk-^^fiihrer, ber das Fraisenshstem kennt, unter sehr Wy vortheilhafteu Bcbingungen zu engagieren gesucht. Solchc, bie Maschincnmcister siub unb Fraiscu selbst machen fomien, bevorzngt. Cffcrtc unter It. C. 815 an Haasensteiu & Bogler, Wien. (121i 2 1 JDnfdie 511111 £uge(n unit IDafdiea roirb angcnonimcn; auch wird (MangtSitgern gclchrt in unb auhcr bem Hause: Petersstrahe Nr. 32, 1. Stock. (H2) 8-5 ManneSschwache, Nervenzeniittung, geheime Iugendsunden und Ausschweifungen. Dr. Wruns Prruin-Pnlver (nits pemanifdien firautcrn erzengt). Das Peruin Pulver ist cinzig unb alleiu bozu gceignet, urn jcbe Schwiiche bet Zengungs- uub Gedurtstheile zu Eehebcn unb so beim Mannc die Jmpotenz (Mannes-fdjroache) nnd bci Frauen die UiifruLtdarkcit zu bcscitigcn. Auch ist cs tilt unerscpliches Hcilmittcl bci nllvu Storun-gen des Nervensystcms. bci durch Siistc- uud Blutverlust bcdiiifltcii Eiitkriiflu.lgcn unb namentlich bci buret) Aus-fchnicifutiflcii, Oimiiic unb iiiirtitliitic Pollntioiicn mis nllciniflcn Urforh'.’ii bcrJmpotcnz) hervorgeruseneii Schroiiche-zustknden deS Mannes. Preis einer Schachtcl fammt gc-naucr Bcschrcibnng 1 fl. 80 fr. ^)cneraf= Jlcjcrttur : Al. Glschner, dipl. Apothcfcr, Men, II., Kaiscr-Joscsstravc 14, nnd k. k. alte Feld-apotheke, I., Stcphansplatz. SB i c ii am 29. November 1879. (581) 20-18 ^a5ESE525H5E5B525B5E525Bn525251525E5a5^ 3 5 n il 3 3 r\ XI 3 fl 11 n u a 9 n li 3 a Ig. ii. fiteiniiimjt '& Feck. SamGecg « tn Laibach. y Socben crschicn in uuscrcm Vcrlage und rC ist dnrch nnserc Buchhaiidlung, Congressplatz 2, zu bczichen: a von Edward Samhaber. 8*, elegant ausgestattet. Prcis 1 fl. Die Presircntlangc cnthallcn cinc ausfiihr-lichc Biographic Prcsircns, wclchcr dcsscu schonste Liedcr in founuoHcnbctcr beutscher Ucbcrtrngung eiiigcstrcut find. Mit der cpischcn Dichtung „6rtontir," ber Presirens „Tausc an der Savica" als Quelle gebient, schlicsst das Such, daet loir jcbcrninmi auf das nmniiffc cmpschlcn. Laibach im Miirz 1880. Ig. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, fij: & (114)5-2 Jj}1 Grnndliche Hilfe fiir llllagen- und Unterleibsleidende. Die ErhnUung ber Gcsun-heit bcrnht znm grobtcn Thcilc in ber Reinigung unb Reinhaltung ber Siifte unb bcs Blutes uud in ber Bcsorderiuig einer giiteii Verdanung. Dies zu errcichcii ist das bcste unb wirksamstc Mittel Du. Jlofas iScbcnsbaffam. Dr. Rosas Lebensbalsam entspricht allen diescn Forderungen aus das vollslanbigsic; beifclbc belebt bie gefannnte Thatigfcit ber Berdauung, erzciigt ein gesundes unb reines Slut, unb bem i> orper wird seine sriihcre Krast unb Gesnnbheit micbergcgcbcit. Dcrscldc ist fiir allc Vcrdauuiigsbcschwcrdcu, namentlich Appetitlosigkcit, saures Ausstohen, Bla-hungen, Erbrechen, Magenkrampf, Bcrschleimung, Sainorrhoiden, Ucbcrlobiuig des Magcns mit peisen re., ein sichercs unb bcwahrlcs Hausmittel, welches sich in turzcstcr Zeit wegen seiner aus gczcichucten Wirfsamfeit cinc allgemeine Vcrbrcitnng vcrschafft hat. (119) 15 2 1 grohe Flasche 1 fl., halbe Flasche 50 fr. Hundcrtc von Anerfennnngsschreiben liegen zur Ansicht bctcit. Dcrsclbc wird auf franfierte Zu-fchriften gegeit Nachnahme des Betrages nach alien Richtungen vcrschickt. Hcrrn Apothcfcr B. Fragner in Prag! Ich Ha be im Ottobcr 1878 von Ihrem „Dr. Rosas Lebensbalsam" 1 Flasche gckauft, ich habc namlich schon viele Jahrc an Magenfrauipf gclittcn, was mid) vcranlasstc, cincn Vcrsnch zu machen. Nach einer Zeit von 8 bis 14 Tagen hat sich dieses Leiden, Gott fci Danf, ganz vcrlorcn. Ich erfuchc dahcr, ntir titer Flaschcn zu fenden, urn dcn-fclbeii als Hausmittel bci ber Hanb zu haben; ich kann bieses Mittel jedent bcrartigcn Lcibcnbcn on* cmpschlcn. Achtungsvoll crgcbcnfl Aarl T'opp, Strohhutsabnkant in Drcsbeu. Wnrnung-. Uni nnliebsamcn Missvcrstanvuisscn vorzubcu-geit, crfudic bic P. T. £>ertcn Abnchmer, iiberall ansdriicklich: Dr. Rosas Lebensbalsam ans B. Fragners Apotheke in Prag zu ticrlnngcti, bemt ich habc bie Wahrnehmuiig gemacht, bass vibnchmcrn an manchcn Crtcn, wenn fclbc cinfnch Lebensbalsain unb nicht ousbtiictlich Dr. Rosas Lebensbalsam ticrlnngtcn, cinc bclicbigc, nichts wirfenbe Mischung ticrobicicht iDiirbc. Edit ist Dr. Rosas Lebensbalsam zu bczichen tuir im Hauptdcpot des Erzeugers B. Fragner, Apothcfc „zurn fdnuarzcii Adler" in Prag, Eckc ber Spmncrgasse 205-111. Laibach: G. Piccoii, Apothcfcr; J. Svoboda, Apothcfcr; Rudnll&wert: Dom. Rizzo 1 i, Apoih.; Stein : Joses Mo knit, Apoih. Sitmmtliche Apothckeu und griitzere Material-hanblungcn in Scstcrreich-llugarn haben Depots dieses LebensbalsamS. Prayer Uuiverjal-Haussalbe, ein (idicrcs und erpcoDtes ifliltcf zur fieifnnn alter (Enljiindunflen, IDundcn und fficfJiroiire. Sclbe roirb mit fichcrcm Ersolgc angcivcnbet bei ber Eiitziinbung, Milchstockung unb Vcichiirtnng ber wciblichen Bruft bci beni EiitwShnen bes Kin-bes; bci Absccsseu, Blnischwaren, Eitcrpnsteln, Star-biinfeln; bci Nagclgcschwiiren, bcirn fogennimtcn Wurrn am Finger obcr an ber Zche; bci Berhar-tungcti, Anschwcllnngcn, Driisengeschwiilslen; bci Fettgewachsen, bci in Urbcrbcine; bci rheumauschcu unb gichtischen Auschwellnngcii; chrouifchcn Gclcnfs-entzuiibungciiain Futze, Kuic, Hanb uubHusieii; bci Vcrstaiichuiigcn; beim Aufliegen ber Kranken, bci Schweijisiisieu unb Hiihiici augcn; bci ausgcspruu-flcncn Haiiben unb flcchtcnartigcn S.tirundcn; bci Geschwiilstcn vorn Stich ber Jnscctcn; bei altcu Schiidoi, citerndcii Wundcii; KrcbSgcjchwurcu, offe-ueii Fiihen, Eiitziinbungen der Kiwchcnbaut k. Alle Entzuiidungcn, GcschwiilOe, Verhartungcn, An-schwellungcn rocrbeu in fiirjester Zeit geheilt; wo es abcr schon zur Eitcibilbuug gcfonimen ist, roirb bas Geschwiir in furzefter Zeit ohne Schmcrz auf-gczogen unb geheilt. In Dosen il 25 nnd 35 tr. CS-eZb-drToa-lsa-m. Das crprobtefte unb burch vicle Bcrsuchc als bas vcrlasslichstc Mittel befannt zur.yciluug ber Schwer-horigtcit unb zur Gilnngiing bcs giinzlich uerlorcncn Gehorcs. — 1 Flaschchen 1 fl. 3. W. Dmck von J g. v. Kleinmayr & Feb. Bamberg. Vcrlcgcr: Ottomar Bamberg. Fiir die Rebaction verantwortlich: Dr. Hans Kraus.