Schriftleitung: N«tha«»gasse Str. 5. Ttltib»n VI, tatmirtoB. e»t«4Bu»n: ZdgliA (mit artnctmir Xt «»»»- ». SWft-lafc) roa 11—lt Lhe vorm. Ho»»aotIhtct( ttomtcmmt« gelten di« iuc fltbrfUUuitj. 35. Jahrgang. Denn er war unser! Denn er war unser! rief vor einem Jahr-hundert Goethe namens deS ganzen deutschen Volkes dem unsterblichen Sänger von Marbach ins Jenseits nach. — Denn er war unser! so rief am 26. Jul-mondS 1910 das ganze deutsche Cilli und mit ihm daS deutsche steirische Unterland, als es unserem Julius Rakusch aus seinem letzten Erdengange das Geleite gab. Die vielen Hunderte treuer dankbarer Augen gaben mit ihrem ausrichtigen Schmerze Zeugnis von der un» vergänglichen Bedeutung eines Manne?, dessen Gei» stes- und Herzensgaben ihn zu einer hervorragenden Gestalt unter den Repräsentanten des deutsche« Bürgertums gemacht haben. Die Trauerkundgebung sür Julius Rakusch war geweiht durch den historischen Zug, von dem sie durchweht war, sie war eine Kundgebung der Dankbarkeit und Würdigung sür den hervorragend, sten Vertreter des unterländischen Deutschtums, sür den bedeutendsten Bürger, den unsere Stadt her-vorgebracht, sür einen der besten und liebsten Menschen, die unsere Mauern je beherbergt haben. Der Riesenzug, der sich durch die trauerumweht-. Stadt dahin bewegte, der in so überwältigender Größe vielleicht seit jenem Tage hier nicht zu sehen war. an dem vor viereinhalb Jahrhunderten vor der deutschen Kirche die Worte ertönten: „Heute Grasen von Cilli und nimmer mehr" — dieser Trauerzug umsaßte alles, hoch und nieder, jung und alt und aus aller Augen erglänzte eine echte ausrichtige Treue und Trauer. Der riesige Zug, welcher sich vom Trauerhause durch die Grazerstraße über den Hauptplatz in die Herrengasse und von dort über den Kaiser Joses, platz durch die Rathausgaffe und Bahnhosgasse zum Bismarckplatze bewegte, wurde von der MusikvereiuS-kapelle eingeleitet, welcher der Veteranenverein und die Feuerwehren von Cilli, Rann, Lichtenwald, Hrastnigg, Tüffer. Heilenstein, Gonobitz, Neuhaus, Hochenegg und Weitenstein, serner der Turnverein, die Schützengesellschaft, der deutfch-völkifche Arbeiter-verband, der deutschnational« Handlungsgehilfen, verein, der Zweigverein „Anker", der Verband deutscher Hochschüler, der Cillier deutsche Gewerbe, buud, der Cillier Männergesangverein und der Männergesangverein .Liederkranz" mit allen ihren Mitgliedern folgten. Leichenwagen und Blnmenwagen waren mit einer großen Anzahl herrlicher Kränze geschmückt. Von den mehr als 100 Kranzspenden seien hier insbesondere folgende hervorgehoben: Stadtgemeinde Cilli, Handelsgremium Cilli, Spar-taste der Stadtgemeinde Cilli. Offizierskorps der Infanterie und Landwehr. Reichsratsabgeordneter Richard MarckHl, Bürgermeister Dr. Heinrich von Jabornegg, Bizebürgermeister Max Rauscher, Evan-gelische Gemeinde Cilli, Spar- und Vorschußverein, Turnverein, Verein Deutsches Haus, Deutscher G«<-werbebund. Cillier Männergesangverein, Männer-gesangverein Liederkranz, Deutschvölkischer Gehilfen-verband, „Anker", Athletik - Sportklub „Eiche", Bürgerliche Schützengesellschaft, Verein Deutsches Studentenheim. Freiwillige Feuerwehr, Veteranen verein, Musealverein, Stadt Pettau, Kaufmannschaft von Gonobitz, Beamte der Stadtgemeinde Cilli. Beamte der Sparkasse, k. k. Zinkhütte, Berg- und Hüttenwerk Store, Cisenwarensabrik Graz. Aktien-gesellschaft Greinitz, Dettelbach Trieft, Bleckmann in Mürzzuschlag, Fabrik chemischer Produkte Hrastnigg. Lenko, Böhmische Unionbank, die Postbediensteten, serner von den Familien bezw. Herren Treo, Dr. Gollitsch, Haasz von Grünenwald, Majdii, Makesch. Jeschounig. Dr. Ernst Mravlag, Hans Wofchnagg, Micheltschitsch. Pacchiasfo. Jofsek. Negri, Prost. Keppa, Pinter, Zangger, Schwarzl, Gasfer, Dr. Negri (Graz), Pelle, Walzer, Dr. Riebl, Po. spihal, Familie Gustav Stiger, Albert Stiger, August Lakitsch. Dr. August Schurbi, Kosta-Kuhn, Unger-Ullmann, Goßleth, Egersdorser. Hans Wogg, Joses König, Pallos. Traun. Karl Gigler, Viktor Schwab, Ferdinand von Kottowitz, Markus Trattnik. Dr. Otto Ambroschitsch, Schmidl. Frau Ludovcka Kunerl-, Dr. Fritz Zangger, Viktor Lichtenegger, Pfarrer Jocherl, Herzmann. Lorber, Beamtenschaft und Bediensteten der Firma D. Rakusch und viele» anderen. Dem Sarge solgten die Familienangehörigen, sodann in langer Reihe die Angestellten des HauseS Rakusch, hierauf kamen die auswärtigen Trauer-gäste, darunter die ReichSratSabgeordneten Richard MarckHl und Wastian, der auch in Vertretung de« Vereines Südmark erschienen war, Landesausschuß-beifitzer Stallner, die LandtagSabgeordneten Dr. Negri. Erber und Ornig, Bürgermeister Dr. Schmi« derer und Gemeinderat Dr. Orosel sowie Kreisge-richtSpräsident Perko, Oberlandesgerichtsrat Dr. Wokaun und Rechtsanwalt Dr. Mravlag aus Mar-bürg, Bürgermeister Albert Stiger und Notar Dr. Hermann WieSthaler aus Windisch-Feiftritz, Bürger-meister Pototschnig und Gutsbesitzer Hans Krammer St. Wkslei, Scheu enteilt der Tag von hinnen, In der Tiese Schleier spinnen Und viel' Lichtlein flimmern d'rin —. Hingestreckt im Wiesentale Ueber'm Städtlein liegt der sahle Träumend stumme Dämmerschein. Laß' sie hoch zu Häupten tönen Deine Glocken die dich krönen Kirchlein du! St. Nikolai —. Laß' sie wehmutsvoll verklingen Laß sie in da» Herz mir singen Ihres Aves Melodei! „Jungsried." (Rachdruit verboten.) SytvestnKlange. DaS alte Jahr will von uns scheiden Und reicht zum Abschied uns die Hand, Und mit ihm ziehen Freud' und Leiden In der Gezeiten Totenland. Nur wenn sich durch Erinn'rung bindet Was sonst ihm nichts zu retten mag. So ist es sem! . . . Horch auf: schon kündet Die Glocke ihren ersten Schlag! Und Bilder steigen aus und fliehen Im bunten, raschen Flattergang: Die Knospen treiben, Blumen blühen, Die Drossel schlägt am Bergeshang . . . Es lacht in hellen, frohen, frischen Lenzsarben Wiese, Feld und Hag . . . Und wie du'S träumst, dröhnt ehern zwischen Der Glocke zweiter, dritter Schlag! ES ging der Lenz ... Die Vögel schweigen. Den flügge sind die Jnngen schon. Und wie die Frucht schwillt an den^ Zweigen, Steigt auch der Sommer aus den Thron! Der Tag verraucht, in Glnt verdämmert Der Abend, frei von Sorg nnd Plag': Der Sommer eilt . . . Und^wnchtig hämmert Der Glocke vierter, fünfter Schlag! Der bunte Herbst eilt durch die Wälder, — Schwer hängt die Traube am Spalier, — Der Wind durchwühlt die Stoppelfelder, — Und Nebel brauen sür und für . . . Welk fallen Blätter von den Zweigen Und gleiten erdwärts ohne Klag' . . . Die Glockenstimme will nicht schweigen: Ein sechster, sieb'ter, achter Schlag! Und trübe schleichen nun die Tage In Nebeldämmerung gehüllt: Tief sank der Dunkelheiten Wage, -Und winterlich starrt rings das Bild. Weiß glitzert Schnee, wohin ich schreite Und meine müden Füße trag' ... Der Glockenmund rust iu die Weite Den neunten, zehnten, elften Schlag! Und alles gleitet, fließt vorüber Bor deinem Auge hell und klar, — Jndess' in Finsternis, in trüber, Verweht das alte, müde Jahr! Gar viel des Leids und viel der Minne Bracht' es mit Händen scheu und zag': Und wie ich'» denk' und übersinne. — Erdröhnt der letzte, zwölfte Schlag! Des Jahres letzter Tag ist gekommen. Rasch fliehen seine Stunden. Und gar allzubald werden seine letzten Minuten gekommen sein. Das ist ein feierlicher Moment, der uns die Seele mit Weh. mut erfüllt und doch zugleich auch das Herz wieder ftoh macht, daß es aufjauchzen möchte in harrender, frohlockender Erwartung. Denn eine gewisse Doppel-sinnigkeit, von der man sich nur schwer losmachen kann, ist nnn einmal dem Sylvestertage, schon von jeher, eigen und zugehörig. Die unmittelbare Nähe der letzten Jahres, stunde regt leicht zu trüben Betrachtungen an. Denn ,ii einem Rückblick, der unmittelbar an ein Ereignis anschließt, rücken die traurigen Geschehnisse mehr in den Vordergrund als die fteudeerregenden. Man sagt: die Gespenster gehen um und machen sich noch einmal ganz besonders bemerkbar, ehe sie endgiltig von bannen gehen. Denn sie wissen, daß. wenn der MitternachtSglockenschlag Zwölf de« Sylvestertage» verklungen ist. sie endgültig jeglichen Anspruch aus Wiederkehr ausgeben müssen. Und so trübe wir auch dem scheidenden Jahre nachschauen mögen, es hilft uns doch nichts. Wir ©die 2 AZucht Nrnin:^ 104 aus Windischgraz, Bürgermeister HanS Woschnagg mit mehreren Bürgern aus Schiiustein, Bürgermeister Karl Ferschnigg aus Rohitsch, Bürgermeister Adols Weber sowie Notar Dr. Adolf Mravlag und Direktor Walentinitsch aus Tüffer, Oberlehrer Max Tomitsch aus Lichtenwald, Bürgermeister Faleschini aus Rann, der Direktor der LandeSknranstalt Sauer bruun Dr. Mully und Kaufmann Böheim aus Sauerbraunn; Hosrat Etkl aus Wien, Regierung», rat Gubo, Inspektor Preisler, Prosessor Ploner, kaiserl. Rat Duller, Hauptschristleiter Max Besozzi, Prokurist Gigler und Dr. Kallman» als Vertreter der Firma Greinitz in Graz, Raimund Gigler in Ber-tretung der Stadt Brück und viele andere. Der Gemeinde rat der Stadt Cilli war mit Herrn Bürgermeister Dr. Heinrich v. Jaboruegg und Herrn Vize-bürgermeister Max Rauscher an der Spitze korpora-tiv erschienen. Der deutsche VolkSrat für Untersteier-mark war in Verhinderung deS Obmannes Herrn Dr. Gustav Delpiu durch den Obmannstellvertreter Dr. Otto Ambroschitsch vertreten. Die Kausmann. schaft CilliS war ebenfalls vollzählig erschienen und alle Aemter hatten Abordnungen entsendet. Vom Kreisgerichte Cilli beteiligten sich Hosrat v. Wurm-ser mit mehreren Oberlandesgerichtsräten und Lan-deSgerichtSräten, von der StaatSanwaltschast der I. Staatsanwalt Dr. Bayer, der StaatSanwalt Dr. Braciö und der Staatsanwaltstellvertreter Dr. Rojic, von der Bezirkshauptmannschaft Statthaltereirat Baron Müller - Hörnstein mit mehreren Be-amten, ebenso alle anderen Aemter, so das Revier-bergamt, das Steueramt usw. Das Offizierskorps der Infanterie und Landwehr war ebenfalls korporativ vertreten. Am Grabe hielt Herr ReichSratsabgevrd-neter Richard MarckHl eine tief empfundene Ab-schicdsrede an den Verewigten, in welcher er sagte: „Herber Schmerz durchwühlt unsere Herzen und tiestrauerud stehen wir an dem offenem Grabe eines unserer Besten und Edelsten. Julius Rakusch, du Freund deiner Freunde, du Wohltäter und Meh-rer deiner schönen Vaterstadt — mußt du scheiden von den Deinen, denen du alles warst? Mußt du uns verlassen, die wir dich verehren und lieben mit der ganzen Krast unseres EmpstndeS? Du, der beste Vater, der edelste Mitbürger, der du dein Volk über alles liebtest, du bist nicht mehr! Ein unerbittliches Geschick schlug eine brennende Wunde dem Herzen der Deinen, die mit unermeb- können ja von ihm die denkbar beste Erinnerung mit in daS neue Jahr hinübernehmen, können von ihnen zehren und uns an ihnen erlaben, wenn dunkle Stunden uns mit ihren Nöten umdräuen, — aber darum dürfen wir uns doch nicht den Abschied allzn schwer werden lassen, dürsen nicht dem Freu, digen allzu elegisch nachhängen und der Trauer um das Entschwundene völlig in den Bann geraten. AlleS Uebermaß schadet, nicht nur leiblich, sondern auch seelisch. Und so heißt es denn auch bei der Betrachtung des dahingegangenen und beim Abschied vom alten Jahre die goldene Mittelstraße zu halten! Wenn wir aber das scheidende Jahr Revue passieren lassen, dann sollen wir nicht nur seine materiellen Ergebnisse sichten, sondern auch seine idealen. Wir sollen nicht nur frage»: „um wieviel hat es uns weiter gebracht", sondern auch „in wie-viel hat es uns gefördert?" In welcher Weise daS letztere geschehen ist, darüber brauchen wir ja glück-licherweise keine Tabellen und Bücher. Dieses Fazit fühlen wir in uns mit deutlicher Lebendigkeit. So stellt uns also das scheidende Jahr ge-wissermaßen vor die Aufgabe, eine seelische In-ventur, nach KaufmannSart, zu mache». Und die Hauptfrage ist und bleibt immer die: sind wir als Menschen besser, vollkommener geworden, sind wir fortgeschritten auf den Pfade» des Gute» und der Tugendhaftigkeit, der Liebe, der Treue und des Edelsinnes? Wohl uns, wenn wir diese Frage als bejahend in dem Jnventurverzeichnis unseres Seelenlebens buchen köunen! Denn dann hat das scheidend« Jahr un» wahrlich ganz unermeßliche Vorteile gebracht. licher Liebe an Dir hingen, — eine schmerzende Wuude deiner ausblühenden Vaterstadt, an deren Spitze du einst mit offenem Sinn und väterlicher Fürsorge gewaltet hast. D«r kalte Tod hat wieder einmal in unsere Reihen, in die Reihen unseres Volkes eine klaffende Lücke gerissen. Warum mußt du uns verlasse»? Makellos war dein Charakter, edel dein Sinn und weit übcr die Grenzen unseres GaneS hinaus beispielgebend dein Tun. Alles aber überragte deine heiße Liebe zu den Deinen, zu dem Gemeinwesen, das mit Stolz dich seinen Ehrenbürger nennt, — deine heiße Liebe zu deinem Volke. In tiefer Betrübnis umhüllen wir nun mit dem düsteren Trauerflor den blauen Schild mit dem goldenen Dreigestirn, den du in Treue und in Ehren stets bewacht. Dir aber, Julius Rakusch, unserem Freunde und Bruder. Wohltäter und Berater, dir geloben wir über dem offenen Grabe, dein Andenken in nie ver-siegender Liebe und deutscher Treue zu bewahren. Dir. du Unvergeßlicher, geloben wir, CilliS Wappenschild rein und fleckenlos zu erhalten. Ein leuch-tendeS Beispiel edelster Menschlichkeit, ein Muster umsichtigen und rührigen Bürgerfleißes, ein hehres ' Borbild »»beirrbarer warmer Liebe zu unserem Volke sollst du uns sein immerdar! Mit diesem ernsten Gelöbnis nehmen wir Ab-schied von dir, Julius Rakusch, der sich der warmen HerzenSliebe seiner Freunde und der Ach-tung seiner Gegner stets rühmen konnte. Dein in-haltsreicheS Leben ist zu Ende, allzufrüh für die Deinen, allzufrüh für uns. doch lebst du fort in unser aller Herzen. Gramersüllt müsse» wir nun von dir scheiden. Dir, du Guter, ein letztes Lebewohl! Ruhe sanft!" Nachdem Abg. MarckHl geschlossen hatte, san-gen die beiden Cillier Männergesangvereine einen herrlichen Trauerchor unseres heimischen Tondichters Eduard I n t e r b e r g e r mit Musikbegleitung. Kundgebung des Gemeinderates. Unmittelbar vor dem Leichenbegängnisse ver-sammelte sich der Gemeinderat der Stadt Cilli zu einer Trauerkundgebung im Gemeinderatsaale, an welcher sich auch die auswärtigen Vertreter sowie die Obmänner der deutschen Vereine beteiligten. Hiebei hielt Herr Bürgermeister Dr. Heinrich von Jabornegg ties ergriffen folgende Ansprache: Es hat uns gewissermaßen über uns hinaus ent-wickelt, hat uns geläutert, veredelt, erhöht. Wir können zufrieden mit seinem Wirken und Walten sein, daß uns eine freudige Mahnung dafür sein soll, auch im kommenden Jahre zu gleichen Resul-taten zu gelangen. Nun aber hat natürlich kein Mensch das auS> schließlich? Recht, sich nur als Einzelindividuum zu betrachte». Er, der tagein tagaus i» der Kette der Gesamtheit steht, ist ei» Glied dieser Gesamtheit, und als solches hat er auch nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Mitmenschen Rechenschaft über sein Tun und Lassen am Jahresschlüsse abzulegen. Wohl ihm, wenn er auch in dieser Hinsicht flecken. und makellos dasteht. Aber wer sich selbst gegenüber seine Pflicht getan hat, pflegt auch der Allge-meinheit gegenüber für gewöhnlich nicht in Punkto Schuldigkeit irgendwie zu versagen. Und somit deckt sich da» eine mit dem anderen, wie es den» auch bei guten Menschen und ehrlichen Staatsbürgern sür gewöhnlich der Fall zu sein pflegt. Daß dem aber so und nicht anders ist, das wünschen wir jedem, dem diese Zeilen zu Gesicht kommen. Nun pflegt man besonders in den Sylvestertag manches hineinzulegen, auf das er gar keinen An-fpruch machen kann. In Wirklichkeit sollte es schwer sallen, den 31. Dezember vom I.Jänner zu unter-scheiden! Wäre nicht unser ganzes gesellschaftliches Leben darauf zugeschnitten, daß mit dem Sylvester-tage da» alte Jahr zu Ende ist, — wir würden den Jahreswechsel, rein äußerlich genommen, sicher-lich nicht merken. Aber e» ist nun einmal so. Mit den gegebenen Verhältnissen aber müssen wir rech-nen, das ist eine alte, hausbacken« Weisheit, die sich „Julius Rakusch ist nicht mehr unter den Lebenden. Wir können lS nicht erfassen, ein jäher Schmerz lahmt unsere Glieder — keiner wagt e?, seinen Gedanken lauten Ausdruck zu geben, »xiß doch ein Jeder, welch' schwere unauSfüllbare Lücke das un-erbittliche Schmal jedem Einzelnen, der Allgemein-heit, der Stad^ gerissen hat. Seit 1879 d«m G«meindeau»schusse der Stadt Cilli angehörend wurde Juliu» Rakusch im Jahre 189.°! zum Bürgermeister - Stellvertreter gewählt und be° kleidet« in den Jahren 1903 bis 1906 di« Würd« des Bürgermeisters. Seiner unermüdlichen, stets auf des Wohl der Stadt sinnenden Tätigkeit, seinem immer wieder neue Gedanken sassenden Geiste verdanken wir das Emporblühen der Stadt; jede Schöpfting ist innig mit seinem Namen verbunden und nimmer rastend blieb Rakusch noch nach seinem ob Kränklichkeit erfolgten Ausscheiden aus dem GcmeindeauSschusie im Dienste der Oeffentlichkeit. Als echter Sohn der grünen Mark, mit jeder Faser an seiner von ihm über alles geliebten Vaterstadt hängend, hütete er diese als nationales Bollwerk, den Kamps in einer Weise führend, die ihm anch die Achtung der Gegner sicherte. Ein treuer Sohn seines Volkes besaß Julius Rakusch ein warmes deusches Herz; seine Opser-Willigkeit ist sprichwörtlich geworden und Jedermann, hoch und nieder, doch zuerst die Armen, sanden bei ihm guten Rat, rasche Hilft. Nicht einen der Besten — den Besten müssen wir vorzeitig der Erde wieder geben, nur der Körper scheidet von der Welt, seine Seele bleibt unter uns. Kein äußerliches Wahrzeichen preist prunkvoll die Werke des Verstorbenen, kein Ordenszeichen blinkt auf seiner Brust, nur die Gemeindevertretung ehrte die Verdienste mit der für JuliuS Rakusch aller- dingS höchste« Auszeichnung, der Ernennung zum Ehrenbürger. DaS Denkmal sür JuliuS Rakusch setzen wir in unsere Herze». Solange noch ein deutscher Cillier lebt, wird der Name Julius Rakusch unvergeß-lich in Ehren gehalten sein und hier wollen wir ihm geloben, seine Vaterstadt zu schirmen, wie er es uns gewiesen hat. An seinem Grabe zerbrechen wir sein reines Ehrenschild, Julius Rakusch, heute und nimmer mehr." nicht totschlagen läßt; und wir finden uns schließlich auch gern und willig in ihre Konsequenzen. An einem Grabe stehen wir an diesem Tage, in das wir einen lieben Toten zur letzten Ruhe betten wollen. Und dieser Tote ist daS Jahr, das von uns Abschied nimmt. Wenn der Sylvestertag seinen zwölften Mitternachtsglockenschlag getan haben wird, dann wird auch daS Kalenderjahr, das wir zum letzten Male schreiben, für immer seine Augen zutun. Von einem Sterbenden aber soll man nur Gutes reden. Diesen Brauch wollen wir auch in dieser Stunde nicht vergessen. So nahe wir auch bereits dem neuen Zeitabschnitte stehen, noch immer ist das alte Jahr das unsere. Und deshalb rufen wir ihm am Sylvestertage die Scheideworte zu: Der Zeiger macht die Rund«, — Der Kreis ist bald vollbracht. Hebt an zur letzten Stunde Froh die Sylvesternacht! Ein altes Jahr will scheiden. Ein neues will sich nahn: Wir sollen Freud' und Leiden Bon neuem frisch empsah'n! Und wie wir's stets gehalten, So klingt'S dem Jahr, dem alten, Noch wehmütig und klar: Leb' wohl du scheidend' Jahr! Rumuur 104 Hjeuifche Wacht Sctie 3 Beileidsschreiben. An die Gemeindevertretung sind zahlreiche Bei-leidsdrahtungen eingelangt, so vom ReichSratSabge-ordneten Heinrich Wastian, vom Statthalter Grasen Clary, von den Wiener Bizebürgermeistern Hierhammer und Hoß, Bürgermeister Dr. Gras, Statthaltereirat Dr. Possek, Bürgermeister Dr. Grübler—Leoben, Baron Cnobloch, vom Bürgermeisttr Dr. Schmiederer —Marburg. Bürgermeister Ornig—Petiau, Bürger-meister Pototschnik—Windischgraz, Bürgermeister Stiger—Wiudisch-Feistritz, Bürgermeister Stoinschegg —Sauerbrunn, vom Landtagsabgeordneten Reitter— Radkersbnrg, Bürgermeister Kodolitsch—Radkersburg, Gutsbesitzer Lenko und vielen anderen. Den Hinter-bliebenen selbst sind viele hundert BeileidSschreiben zitgekommen, die von der innigsten Anteilnahme Zeugnis ablege», welche der so hochgeschätzten Familie allgemein entgegengebracht wird. Trauerkundgebung des Handels-gremiums. Nach dem Leichenbegängnisse hielt das Handels-gretnium Cilli unter dem Vorsitze seines Vorstandes des Herrn Handelskammerrates Joses König eine von allen Mitgliedern des Handelsgremiums besuchte Sitzung ab, in welcher Herr Joses König an die Versammelten nachstehende Ansprache hielt: Ein grausames Schicksal hat uns den besten und größten Kaufmann unserer Stadt zu einer Zeit entrissen, in welcher sein Schaffensdrang noch lange nicht erschöpft war. Mit unserem Mitglied? Altbürgermeister Julius Rakusch wurde ein Manu der seltensten Art zu Grabe getragen, dessen Verdienste sür die Oeffent-lichkeit, insbesondere sür die Stadt Cilli ja bereits Würdigung gesunden haben. Als Vorstand des Handelsgremiums erübrigt uns nur zu sagen, was der Verblichene dem Handels-stände gewesen ist. Julius Rakusch war das Muster eines Kaufmannes, liebenswürdig, gewissenhaft, um-sichtig, unermüdlich in seinem Berufe. Er war stets ein wahrer Freund unserer Standesangehörigen, gleichviel in welcher Stellung sich diese aus kausmännischem Gebiete betätigteu. Mit Stolz nannte er sich Kausmaun und war als solcher bestrebt, seinem Stande und damit uns Ansehen zu verschaffen. Dieses Ziel hat Julius Rakusch voll und ganz erreicht. Sein Unternehmen entwickelte sich unter seiner genialen Leitung zu un-geahnter Größe, die Verbindungen seines Hauses erstrecken sich über unsere Reichsgrenzen hinaus, achtunggebietend ist der Ruf seiner Firma. Wie überall, bekundete Julius Rakusch auch gegenüber seinen Standesangehörigen ein warm-sühlendes Herz und hat in vielen Fällen durch Opferwilligkeit zur Existe»zerHaltung ausschlaggebend beigetragen. An der Tätigkeit des Handelsgremiums hat Julius Rakusch stets regen Anteil genommen und war in allen wichtigen Standesfragen der beste Ratgeber und Fürsprecher. Nun können wir diesem, mit allen Vorzügen eines Menschen im besten Sinne ausgestatteten Manne sür sein edles Wirken nur ins Grab nach-rasen: unsere Verehrung' und Dankbarkeit sür ihn stirbt erst mit uns. Ehre seinem Andenken! Trauerkundgebung der freiwilligen Feuerwehr. Die zum Leichenbegängnisse erschienenen sret-willigen Feuerwehren des Bezirksverbandes Eilli marschierten nach dem Leichenbegängnisse in daS Deutsche Haus, wo die Wehrmänner im kleinen Saale ihrem dahingeschiedenen, allgemein verehrten Kameraden, Ehrenmitglied? und gewesenen Hauptmanne in einer schlichten aber ernsten und würdigen Trauerskier die letzte Ehre erwiesen. Der Bezirks« bmanu Wehrhauptmann Herr Karl Ferjen eröffnete die Versammlung mit Dankesworten sür daö zahl-reiche Erscheinen der Kameraden und erteilte dem Mitgliede der Cillier Wehr Herrn Dr. Balogh das Wort, der mit kurzen, tiefempfundenen Worten das Wirken des Verstorbenen als Mensch, völkisch?» Kämps?r und ?cht?n Samariter schilderte, dessen Andenken in den Herzen aller dentschen Wehr-männ?r des Unterlandes fortleben wird, so lange der Geist deS deutschen Cveltums in diesen Gauen nicht ersterben wird. Ernst nnd still schieden dann die Kameraden von einander. Trauerfeier des Cillier Turnvereines. Ergreijeud war die Trauerfeier, die der Cillier Turnverein gestern im Deutschen Hause hielt. Wie verwaiste Kinder eines lieben Baters kamen sie zu« sammen, die munteren Jünger Jahns, und als ihr Sprechwart Herr Dr. Stöberne tief ergriffen dem besten Freunde nnd Förderer des Cillier Turn-Vereines die letzten Grüße der deutschen Turner-schast brachte, da konnte man aus den Mienen der Anwesenden sehen, daß jeder Einzelne den edlen Toten tief ins Herz geschloffen hatte und kaum seine Rührung verbergen konnte. Stumm drückte man sich die Hände, nachdem das Klirren der brechenden Gläser jedem das Herz durch das surchtbare „Nimmermehr" erschüttert hatte. Liebesgaben anstatt Kranzspenden. Von vielen Seiten wurden anstatt der Kranze spenden bedeutende Liebesgaben für wohltätige und nationale Zwecke gewidmet: sür die Wär m e st übe: Frau Corinna Seybalt.....Iv 20.— R. R...........10.— Herr Karl Teppey........ 30.— „ Raimund Gigler...... 20.— „ August Westen........100.- und Frau Franz Rauzinger . . ., 10.— sür den Verschönerung Sverein: Herr Josef Jarmer......K 20.— „ Fritz Rasch......... 20.— „ Ingenieur W. Lindauer . . . „ 20.— sür den Verein Deutsches Haus: Frau Susanne Negri.........30.— Herr Adols Westen d. j........100.— Deutschnationaler Handlungsgehilsen- Verein in Cilli......K 20.— Kaufmann Hans Hönigmann......20. — Herr Georg Skoberne........20.— Musiker-Ortsvereiu Cilli.......10.— Drogist Herr Hans Fiedler......10.— W............K 10 — Herr und Frau Dr. Georg Skoberne . „ 20.— Verband Deutscher Hochschüler CilliS . „ 100.— Oberingenicur August Ribitsch . . . „ 20.— sür daS Deutsche Studentenheim: Herr Adolf Westen d. ä......K 100.— „ Georg Hild, Direktor der Aktien- Gesellschaft „Greinitz" in Trieft . „ 50.— Prokurist Herr Joses Pfeiffer . . . 25.— für die Stadtarmen: Firma C. T. Petzold u. Co. Wien . . „ 100.— Herr Viktor Nagq, Mitchef der Firma Stefan Nagy in Laibach . . . „ 30.— Oberlandesgerichtsrat F. v. Garzarvlli 25.— Prokurist Herr Joses Peiffer...... 25.— Herr Viuzenz Kühar, Kaufmann in Marburg.......... 20.— Eine Anregung »um kommenden Jahre. Vom Reichsratsabgeordneten R. MarckHl. Dr. Freiherr v. Bienerth soll, so sagt man, neuerlich mit der Kabinettsbildung betraut werden. Wer sonst noch von den Mitgliedern des Ministerium Bienerth ll dazu auSersehen ist, als „Phönix" aus der Asche emportauchen und in das Kabinett Bienerth III einzutreten, weiß heute der gewesene und zukünftige KabinettSchef vielleicht selbst noch nicht und er mag nicht wenig überrascht gewesen sein, als vor kurzem der prophetische Mund einer der höchsten Kreisen angehörenden Pythia in Hebens-würdiger Weise jene Persönlichkeit apostrophierte, die das Kunststück zuwege brachte, von der Ministerbank aus gleichzeitig in einer Hand die Handelsflagge auS Gründe» des RefforlstandpunkteS, in der anderen Hand die grüne Fahne aus parteitaktischen Griiu-den zn schwinge». Wenn wir also heute vom zukünstigen Kabi-nettschef aus die Frage: „Quo vartis?* noch keine Antwort erhalte» und daS System, das er einzu-halten, der Kurs, in dem er sein Schifflein hinfort zu steuern gedenkt und dessen Richtung vielleicht schon in derAuSwahl der Kabinettsmtgliedcrzulagetre-ten wird, hnite noch unbestimmt sind, somüffen wir Dent-scheder südlichen Gebiete den kommenden Ereigniffen'unter allen Umständen mit jener Ruhe entgegensehen kön-»en, die das Bewußtsein, möglichst gerüstet und vorbereitet zu sein, mit sich bringt und die notwen« dig ist. soll der Kamps — sei eS im Angriffe oder in der Abwehr — ohne Kraftverzettelung und mit der nötigen Sammlung geführt werden. Dies gilt insbesondere sür uns in Steiermark. Längst schon wisse» wir, daß die endliche Austra-gung des deutsch-tschechischen Streites nicht nur auf die parlamentarischen Verhältnisse rückwirken, sondern auch insbesondere sür die Südslawen das Aviso zu-nächst zum Sturmangriff auf unsere Stellung im Süden der Drau und die verschiedenen einheitlichen Institutionen in, Lande, also zum heftigsten An-griffskrieg fein wird, als dessen Vorläuser der man-nigjachen, oft erörterten Vorstöße in Arain, Kärn-ten insbesonderS im steiermärkischeu Landtage anzusehen sind. Der jungtschechische Ausgleich wird, wenn nicht heute, so morgen kommen, denn der Druck, der sich in beiden Lagern sühlbar macht, wächst von Tag zu Tag und wird nach beiden Richtungen das zwingende Uebergewicht erlangen. Für uns in Steiermark und Kärnten wird trotz der offenkundigen Verschiedenheit unserer und der sudetenländische» Verhältnisse der AuSgang des deutschtschechischen Streites insoserne von Belang sein, als er von der — wie wir bis in die jüngste Zeit hinein ersahren mußten — nicht nur Hinsicht-lich der Wahl der Kampsmittel, sondern auch in der Ausstellung und Formulierung ihrer nationalpoliti-schen Forderungen ganz und gar skrupellosen Geg. nerschast zum willkommenen Anlaß genommen wer-den wird, die Grenzen der gebotenen Bescheidenheit noch weiter zn ziehen als bisher. Gebärden sich doch ihre Führer schon heute als die Beherrscher der Situation in der Landstube und im Lande selbst. Die zeitgemäße Sammlung aller unauslösbaren Kräfte auf unserer Seite tut daher not. Dazu soll und muß es aber auch »och aus d?m Grund? kommen, weil sonst das Land Steier-mark und seine Steuerträger auch sernerhin in wirtschaftlicher Hinsicht der Gesahr einer ungerechtfertigten Zurücksetzung und — sagen wir ?S nur offen — Ausb?utung zu Gunsten anderer Gebiete kaum mit Erfolg begegnen könnten. Mir schweben dabei nicht etwa nur mehr oder weniger lokale Angelegenheiten, wie z. B. di? Rückständigkeit auf dem Gebiet der Ausgestaltung unseres Eisenbahnnetzes, des Tele-phonnetzes, der staatlichen technisch - wirtschaftlichen Förderung unseres Kleingewerbes, sondern auch andere, über die Grenzen unseres Heimatlandes hin-ausreichend« Fragen, wie jene der Erhöhung der Eüdbahntarise und nicht zuletzt die schon oft er-örterte Kanalöautenjrage vor, durch deren vollzogene oder beabsichtigte Lösung Steiermark recht fühlbar iu Mitleidenschaft gezogen wird. In dieser Richtung kann es aus die Dauer kaum genügen, wenn einzelne Körperschaften oder Private allenfalls durch die Ab-geordneten ihre Wünsche zum Ausdruck bringen und wenn die Volksvertreter in dieser oder jener Frage im Parlamente oder sonst in der Öffentlichkeit Stellung nehmen. Kurz gesagt, eS bedarf in beiden Richtungen, also sowohl in nationalpolitischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht einer strammeren, konzentrischen Sammlung und Organisation, an der es den Deutschsreiheitlichen in Steiermark gebricht. Daran sind nicht etwa Parttigegensätze, politische Programmunterschiede schuld. Diese können bei einer derartigen Organisation nicht in Betracht kommen, worüber wohl längst schon kein Zweisel mehr besteht. Ansätze zu einer derartigen Organisation, deren Mangel vielleicht niemand so sehr empfindet, als gerade di? zur parlamentarischen Vertretung aller in Betracht kommenden Interessen Berusenen, sind nicht nur im steirischeu Unterlande, sondern auch in Graz (ich nenne den Deutschen VolkSverein) vorhanden. Seile 4 Leui.-chc Wacht stummer 104 In dem zweckentsprechenden engeren Zusammen schliisse der bestehenden politischen Vereine unter Zugrundlegung des bewährten Volksratsgedankens und unter Heranziehung der Vertreter aller in Be trachl kommenden Interessengruppen, der Berufs-und Standesvereinigungen wäre der Weg zu suchen, der zu dem wünschenswerten, ja notwendigen Ziele führt, daS ist eine einheitliche, über das ganze Land ausgebreitete national« und wirtschastSpolltischc Organisation, die der notwendigen Arbeit in diesen beide» Richtungen eine seste Unterlage und der Ver tretung der einschlägigen Interessen das nötige Ge wicht verleiht. Mancher, der sich ansonst der Idee einer der artigen Organisation nicht abhold zeigt, mag sich an der in Aussicht genommenen Verbindung poli-tischn- und wirtschaftlicher Momente stoßen; dies jedoch mit Unrecht. Die Beobachtung der Tätigkkit ähnlicher Organisationen der politischen und uatio-ualen Gegnerschaft und ihrer Erfolge, sowie ein Blick in die Verhältnisse des steirischen Unterlandes würden thu eines Besseren belehren. Er würde iuSbesonders wahrnehmen, daß sich im Unterlande die nationale Seite von der wirtschaftlichen nicht trennen läßt, daß dort der deutsche Geschäftsmann, der dtntsche Gewerbetreibende eines entsprechenden nationalen Rückhaltes bedars, um in dem von der Gegner-schaft aus das wirtschaftliche Gebiet hinübergezerrten Kampfe bestehen zu können. Auch wird mancher, der sich bisher seiner politischen und nationalen Pflichten noch gar nicht bewußt war, in dieser Organisation, die ihm eine wertvolle Vertretung auch seiner wirtschaftlichen Interessen sichert, zur Erkennt-nis von der Notwendigkeit der Mitarbeit auch in nationalpolitischen Belangen gelangen. Möge diese Anregnng, die' ja mancher Er wägung und Erweiterung bedars, auf fruchtbaren Boden fallen und im Interesse der Festigung unseres freiheitlichen VolkStnmes und seiner Stellung im ganzen Lande recht bald sestere Forme» annehmen! Aus Stadt und Land. Cillier Gemeinderat. Am Freitag den 30. d. M., um 5 Uhr nach, mittags findet eine ordentliche öffentliche Gemeinde-auSfchuß-Sitznng mit folgender Tagesordnung statt: Mitteilung der Einläuft. Berichte des Rechtsausfchuffes über. I. ein Ansuchen der Leiterin des städtischen Kinder-gartens ! Johanna Haroldt um Bewilligung eines Urlaubes und 2. über die Gesuche um Zuerkennung des HeimatsrechteS des Schuhmachermeisters Simon Beloglawetz, des Schuhmachergehilsen Konrad Belo> glawetz und der Schuhmacherstochter Fanny Belo-glawetz. Berichte des BauauvschusseS über eine Eingabe des Johann Kullich um Bewilligung zur Aufstellung einer Firmentafel an der Ringstraße und einen AmtSbertcht wegen Herstellung der Straße Damenbad—Seidlquelle—Stadtgrenze. Berichte des Finanzausschusses über: 1. ein Gesuch der frciw. Feuerwehr in Cilli um Be-willigung einer Unterstützung; 2. ein Ansuchen des Deutschen LesevereineS in Graz um Bewilligung einer Unterstützung; 3. ein Gesuch der Zimmermannswitwe Josesa Rapotar um Bewilligung einer Snadengabe und 4. Voranschlag der Stadtgemeinde Cilli sür das Jahr lSII. Berichte des GewerbeauSschusseS über 1. ein Ansuchen der Maria di Lenardi um Bewilligung einer Standplatzänderung zur Winterzeit; 2. die Eingabe der k. k. BezirkShauptmannschast Cilli betreffend die Einführung zweier neuer Viehmärkte in der Gemeinde Dol; 3. das Ansuchen der FranziSka Walentschak betreffend die Verpachtung der Gast« gewerbe-Konzession und 4. das .Ansuchen deS Josef König um Verleihung einer Kaffeeschan!-Kon-zrffwn auf sein Haus Nr. 5 am Bismarckplatz. Der öffentlichen folgt eine vertrauliche Sitzung. Todesfall. In der Nacht zum 27. d. Mts. starb im Barmherzigenfpitale in Graz der Lebzelter und WachSzieher Herr Alexander Roth aus Cilli. Ehrung. Am 24. Dezember 1910 wurde dem Oberlehrer der Mädchenschule in Cilli. Herrn Bene-dikt Groller, eine Ehrenurkunde überreicht, mit wel-cher er zum Ehrenobmann des Lehrervereines „Stei-risches Salzkammergut' ernannt wird. Dom Poftdienste. Das Handelsministerium hat die Postassiftenten Johann Krajnc in Radkers. bürg, Karl Psenicnik in Steinbrück und Jaroslav Novotny in Marburg zu Postossizialen ernannt. Der Gendarmerie-Titulanvachtmeistcr Franz Jecel in Hl. Dreifaltigkeit wurde zum Postassiftenten ernannt und dem Postamt? Steinbrück zur Dienstleistung zu-gewiesen. vom Landesschulrate. Angestellt wurden u. a.: als Oberlehrer: an der Volksschule in Sankt Pankrazen der definitive Lehrer und derzeitige Leiter dieser Schule Otto Böhmer und an der Volks-schule in der Stadt Friedau der definitive Lehrer dortselbst Wilhelm Hribar; als definitiver Lehrer an der Volksschule in Brunnsee der provisorische Lehrer dortselbst Franz Hermann. Uebersetzt wurde die defi-nitive Lehrerin in Stallhosen Maria Toplak an die Volksschule in St. Martin am Wöllnußberge. Jahresschluß - Dankgottesdienst. Am Sylvesterabend um bald 0 Uhr findet in der evan-gelischen Kirche ein feierlicher Dankgottesdienst statt, bei dem auch unter gütiger Mitwirkung des Frl. BaleSca Petritschek (Gesang) und der Herren Ober-leutnant Spitzer (Bratsche) und Dr. Freyberger (Orgel) I. S. Bachs „Arie" aus der Kantate Nr. 82 zum Vortrag gelangen wird. Iahreszeitenfest des Geselligkeit-Vereines. Diese größte Unterhaltung, welche der GeselligkeitSverein im heurigen Fasching veranstaltet und welchem allseits schon mit lebhaftem Interesse entgegengesehen wird, findet Samstag den 14. Jänner 1911 in allen Vergnügungsräumen des Deutschen Hauses statt. Um dem blütenreichen Rahmen, in welchem das Fest gehalten wird, ein packendes ein-heilliches Bild zu geben, hat die Vereinsleitung be-schlössen, den Besuchern deS Abendes ein gleiches Kostüm zu empfehlen und zwar Pierot und Pierette. Die Mu-ster dieser Kostüme sowohl für Frauen als auch sür Herren wurden bereits aus München beschafft. Die Vereinsleitung lädt alle Jene, welche an der Unter-Haltung in solchem Kostüm teilzunehmen gedenke», ein, am Samötag, den 31. Dezember l. I. 12 Uhr mit« tags zu einer diesbezüglichen Besprechung im Probe zimmer des Cillier Männergesangvereines zu erscheinen. Sylvesterabend im Deutschen Hause. Infolge des schweren, schmerzlichen Verlustes, der die Deutschen CilliS durch den Tod des Altbürger-meisterS Julius Rakusch getroffen hat, findet heuer keine offizielle Sylvesterfeier statt. Um jedoch Freunden und Gönnern des „Deutschen Hauses", die den Sylvesterabend nicht im Familienkreise verbringen, Gelegenheit zum geselligen Beisammensein an diesem Abende zu bieten, veranstaltet der Hotelier des Deutschen Hanfes, Herr Eduard Mayerhoffer, im kleinen Saale einen Sylvesterabend verbunden mit dem Konzerte der vollständigen MusikvereinSkapelle. Unteroffizierskränzchen. Die länger« dienenden Unteroffiziere der Garnison Cilli veran-stalten am 22. Jänner 1911 ein Kränzchen im Hotel „Deutsches Haus" unter Mitwirkung der Musik des k. u. k. Jns.-Reg. Nr. 27. Die Ein-ladungskarten werden demnächst zur Aussendung gelangen. Die Tanzübungen finden am 29. d. M. ferner am 3., 7. und 10. Jänner im Hotel zur „goldenen Krone" statt. Von unserer Schaubühne. Donnerstag, den 29. Dezember gelangt das amüsante Lustspiel ..Buridans Esel" von Robert de Flers und G. A. Caillavet zur ersten Aufführung. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Asten, Hen-brich, Wolff nnd Selbing und die Herren Heim, Mraschner und Weydner, dem auch die Inszenierung des lustigen Werkes obliegt. Neujahrsgratulations - Enthebung? Karten werden gegen eine Mindestgebühr von zwei Kronen, wie alljährlich, bei der Stadtkasse verabfolgt. Anfledlungsgelegenheit. Tüchtige, arbeits-frohe Deutsche, die Lust haben, als Handwerker, Arbeiter, Bauern u. dgl. in die wendischen oder welschen Gegenden des Südens abzuwandern, er-fragen stets Verdienst und Erwerb bei der Südmark! auch solchen, welche günstige Ankäufe von Boden-und Hausbesitz suchen, kann jederzeit mit Auskünften gedient werden. So wäre ein schöner Besitz (Meier-Hof) in einer deutschen Stadt UntersteiermarkS an einen tüchtigen Landwirt mit etwas Betriebskapital abzugeben. Ein lieber Sohn. Am 24. Dezember be-drohte Johann Vrdnsck seinen Vater Simon Vrtrnsrt, Auszügler in St. Georgen a. d. Südbayn, weil ihm dieser nichts zu trinken gab. Der Sohn ging mit offenem Nasser auf den Vater los, so daß dieser sich ins Wohnzimmer flüchtete und einsperrte. Nach-barn holten hernach die Gendarmerie, dir den Wüte-rich verhaftete. Volkszählung und Bienenzucht. Der steiermärkifche Bienenzuchtverein. Graz, Bürgergaffe Nr. 2, ersucht uns, darauf aufmerksam zu machen, daß mit der heurigen VoHSzählung auch eine Zählung der Bienenstöcke verbunden ist. Die Vereins, lcitnng ersucht nun sämtliche steirischen Bienew züchter, möglichst genaue Angaben zu machen, um so ein richtiges Bild über den Stand der Bienen« Zucht, diesem viel zu wenig beachteten Zweige der Landwirtschaft, erhalten zu können. Südmarkmitteilungen. Die Südmark. Mitteilungen, die eben ihren fünften Jahrgang be-schloffen haben, nehmen unter den Schutzvercins^ blättern keineswegs die letzte Stelle ein, da sie bei bedeutendem Inhalte und Umsange viel Neues aus dem völkischen Kampfe bringen nnd allen wichtigen Vorgängen in der Schntzbcwegung ihre Ausmerk-samkeit widmen. Sie sind das billigste und reich-haltigste Schntzvereinsblatt; denn um 2 K jährlich erwirbt der Besteller einen Jahresband von fast 500 Seiten. Probeblätter kostenlos m Graz. Joan ncum-Ring Nr. 11. Ein Wüstling. Die 19jährige Magd Leopoldine Zerjar wurde vor mehreren Tagen aus dem Wege von der Station Römerbad vom Bahn» arbeite? Jgnaz Lnbe belästigt. Als sie aus seinen Antrag nicht einging, vergewaltigte er sie, trotzdem sie sich.hestig wehrte und um Hilfe rief. Im Ringen zerkratzte ihm das Mädchen jämmerlich das Gesicht, während das Mädchen am Halse Würgwunden er. litt. Lube wurde bereits verhaftet. Gonobitz. lKinderbescherung.) Am Mittwoch fand in der Wohnung des Fürst Hugo Windlfchgrätz'schen Güterdirektvrs Hans Clarizi die Weihnachtsbescherung für die dürftigen Schüler der beiden hiesigen Volksschulen statt. ES wurden, wie alljährlich, 64 Schüler mit vollständigen schönen Winteranzügen und Backwerk beteilt. Der Archidiakon Franz Hrastelj hielt eine hübsche Ansprache. Ober-lehrer Pirch der Umgebungsschule und Fräulein Laura Schlegel, Lchrerin der Marktschule, dankten dem Direktor Clarizi und desien Gemahlin bei Aus-sührung dieser schönen Feier. Rohitsch. (Bezirkssparkasse.) Am 20. d. Mts. hielt der Ausschuß dieser Anstalt seine jähr, liche Hauptversammlung ab, in welcher neuerdings sür wohltätige und gemeinnützige Zwecke im Bezirke aus dem Reinertrage Widmungen im Gesamtbetrage von 600 Kronen beschlossen worden sind. Hievon wnrden bestimmt: sür die Landwirtschaft 150 lt. für die Gewerbefördernng 130 K, für Schulzwecke 100 K, für ein Studenten-Stipendium 100 K, für d>c Bienenzucht 40 K, für die steierm. Odilien-Blindenanstalt 10 K nnd für verschiedene andere wohltätige und gemeinnützige Zwecke zusammen 70 lt. Der uns vorliegende, in übersichtlicher Weise zusammengestellte Rechnungs-Abschluß des vergangenen Jahres, aus welchem wir zur besseren Orientierung >m Inseratenteile die Bilanz solgen lassen, läßt deutlich ersehen, wie sehr sich diese Sparkasse trotz der ungünstigen Zeitverhältnisse und des kleinen Wirkungsgebietes innerhalb der letzten sieben Jahre entwickelt hat. Während der Hauptreservesonds zu Beginn des Jahres 1903 nach 28jährigem Bestände der Sparkasse nur 18.417-33 K betragen hat. erreichte derselbe mit Schluß des vorigen Jahres die Höhe von 39.480-78 X und ist somit in dieser Zeit um mehr als das Doppelte gestiegen, so daß er dermalen die vorgeschriebene Mindesthöhe bereits um mehr als 6000 Kronen übersteigt. Wenn man bedenkt, daß außerdem die Sparkassa in der-selben Zeitperiode bei ihren bescheidenen Mitteln für abgedachte öffentliche Zwecke einen Gesamtbetrag von 4263 Kronen gespendei hat. so gibt daS ei» beredtes Zeugnis von dem Ausblühen und dem humanitären Charakter dieses Institutes, «ter auch der Verwal-tungskörper kann mit Befriedigung auf die Erfolge in der jüngsten Vergangenheit zurückblicken. Seiner umsichtigen und zielbewußten, durch das stete Ver-trauen der Bevölkerung unterstützten Leitung gebührt )er Dank und die vollste Anerkennung. Wir wün-schen ausrichtig, daß deren Tätigkeit auch in Zukunft von den besten Ersolgen begleitet sein möge, zum Gesamttvohle des Bezirkes und zum Wohle jedes einzelnen Bezirksangehörigen! Tages Neuigkeiten. (Furchtbare» Kampf mit russischen ganditen.) Der berüchtigte russische Bandit Bu-chemski hatte einen Anschlag aus den Schnellzug Czenstochau—Warschau beabsichtigt. Als Bnschewskj auf dem Beuthener Bahnhose verhaftet werden sollte Nummer 104 Deutsche Macht Seite v schössen auf ein gegebenes Zeichen die Spießgesellen des Räuber» aus die Personen, die ihn umzingelten. Ein Polizeiagent, ein Fähnrich, der Statwnsgen-darm m.b Passagier wurden getötet. Die Banditen und ihr Führer entkamen. (Arbeiterdemonstrationen wegen eines Unfalles.) Bon einem Güterzuge der Linie Trieft—Sankt Sabba, der fahrplanmäßig täglich um dreiviertel 7 Uhr früh die zur Schiffs-»verfle San Marco führende Straße kreuzt, wurde ein zur Arbeit gehender Arbeiter überfahre» und getötet. Infolge dieses UnglückSsalleS verließen die Arbeiter der Schiffswerft? von San Marco sowie der anliegenden industriellen Etablissements, der Oel-und der Jutefabrik und des Lloyd Arsenales die Arbeit, um dagegen zu protestieren, daß der Güter« zug trotz wiederholter Reklamationen die Straße zu einer Zeit kreuzt, wo sich die Arbeiter zur Arbeit begeben. Eine Gruppe von Arbeitern zog sodann vor daS Gebäude der Slaaisbahndirektion und ent« sendete eine Deputation unter der Führung deS sozialdcmokratifchen Gemeinderates und Landtags-abgeordneten Dr. Puecher in das Direktionsgebäude. Nach der Rückkehr der Deputation teilte der Abge« ordnete den wartenden Arbeitern mit, daß die Di-rektion den Fahrplan für den genannten Güterzug abändern werde, so daß der Zug etwa 20-Minuten später vorbeifahren werde. Daraufhin zerstreuten sich die Arbeiter. Auf die Postille gebückt. . . Alter und Müdigkeit — wer möchte sie nicht als mahnende Boten der letzten Rast von sich fern halten. Und doch sind feit den Tagen Platos immer wieder Weise aufgestanden, die das herbstliche und winterliche Alter als die Zeit der Erfüllung eines gesegneten Lebens gepriesen haben. In einem Aufsatz des Weichnachts-Heftes von „WestermannS Monatsheften" plaudert Wilhelm Münch über den Wert der verschiedenen Lebensalter, und auch er findet nicht nur die Jugend beneidenswert, sondern preist die Güte Gottes, die uns die Edelreife der Jahre gönnt. Gegenüber der feelifchen Klärung will es nicht viel fagen, daß auch Müdigkeit mit dem Alter kommt. Sie muß ja nicht gleich Zerschlagenheit und Stumpfheit fei«, so wenig wie sie als unbequeme Reizbarkeit sich äußern muß. Es gibt eine Müdigkeit, die mit einem besonderen Wohlgefühl verbunden ist, namentlich dann, wenn sie nach tüchtiger Leistung, nach wertvoller An-strengung sich einstellt, und wenn man sich ihr hin-geben darf, ohne doch das helle Bewußtsein verloren zu haben. So sind ja freilich auch der Stadien deS GreifenalterS noch verschiedene, und den allzu Altwerdenden preist man schwerlich glücklich. Erhält doch hier — nach einem eigentümlichen psychologischen Gesetz — daS sonst Ehrfurchterweckende beinahe einen Zug des Komischen, des Belächelnswerten. Die Gene« rationen sind dann zu weit auseinandergetreten. Man dars den Jungen nicht von zu alten Zeiten als selbster-lebten reden: wenn es auch ihre Neugier befriedigt, so vernehmen sie eS doch mit einer Art von mitlei« digem Spott. Allerdings, es ist bemerkenswert, wie doch nnter den ganz Berühmten gar nicht wenige nicht bloß zu sehr hohem Greisenalter gelangt sind, sondern auch hohe Geisteskraft bis spät bewahrt haben. Ader man versteht es, wie einer unter diesen eines Tags in der Stille das Gedicht niederschrieb, das mit den Worten beginnt: „Geht nur hin und grabt mein Grab, Meinen Lauf hab' ich vollendet", und das eins der schönsten Gedichte ist, die unserm Ernst Moritz Arndt in seinem neunzigjährigen Le-ben gelungen sind, voll tiefer Klarheit und stiller Wucht der Worte, ein Scheidelied des willig Sche>-denden. Daß sie gestorben seien «alt und lebenssatt" berichten die heiligen Schriften von den Patriarchen. Und offenbar ist damit ein Stück der Bollkommen-heil des von ihnen gelebten Lebens gemeint, daß ihnen das Scheiden nicht wehe tat. Nicht vielen wird es in Wirklichkeit so gut. Aber von wem es gelten kann, dem lassen doch, auch die Himmlischen eine besondere Liebe zuteil werden wie jenem, den sie jnng sterben ließen. Und sie schneiden damit nicht einmal ins Herz derer, die zurückbleiben. Keine glü> hende Klage kommt da auf, es bleibt nur ein stiller Lichtschein des Gedenkens. Der portugiesische Charakter. Den Charakter des portugiesischen Volkes, dessen Geschicke in den letzten Zeiten eine so trübe und zweifelhafte Gärung dnrchz »machen haben, zeichnet ein guter Kenner von Land und Leuten. Dr. Gustav DierckS, im Weihnachtsheft von .WestermannS Monatsheften". Nach ihm gibt es kaum ein anderes Volk in Europa, daS ailS der Mischung so vieler verschiedenartiger Elemente entstanden wäre wie das lusitanifche. Iberer, Kelten, Phönizier, Karthager. Römer, Germanen, Araber, Berber, Franzosen, Engländer, Neger, füd- amerikanische Indianer, Ostindier haben zur Bildung des portugiesischen Volkes beigetragen. Vollends die germanischen und die berberischen Bestandteile sind hente noch auf den ersten Blick durch ihre charakte-ristischen typischen Merkmale deutlich wahrnehmbar. Im Süden wiegt das Berberelement noch so stark vor, daß es nur der orientalischen Tracht bedürfte, um einen großen Teil der Südportugiesen als afri« kanifche Berber erscheinen zu lassen. Der Norden des Landes wiederum weist viele rein germanische Typen aus. Diese Mischung hat den Volkscharakter stark beeinflußt und erklärt viele gegensätzliche Züge in ihm. Der Portugiese neigt im allgemeinen zur Beschaulichkeit, zum Phlegma, das häufig selbst in den orientalische« Fatalismus übergeht. Er hat einen liebenswürdigen Charakter, er ist tolerant, nach-sichtig und stets hilfsbereit. Er ist sprachgewandt, verfüg» über ausgezeichnete Fähigkeiten, aber — es fehlt ihm die Ausdauer, die Neigung zu energischer Tätigkeit. Vom Denken zum Handeln ist für ihn ein weiter Weg; er verspricht bereitwillig alles — aber das Worthalten wird ihm äußerst erschwer; arbeitet nnr, wenn er muß. Man kann sich danach kaum vorstellen, daß der Portugiese große Tatkraft und Lcideilfchast entwickeln kann, und doch beweist die Geschichte das Gegenteil. Aus Liebe zur Be-quemlichkeil und Ruhe läßt er alles über sich ergehen, ist aber das Maß de« Erträglichen überschritten und fühlt er sich in seiner patriotischen »nd persön-lichen Ehre verletzt, hat er einmal einen endgültigen Beschluß gefaßt, so suhrt er ihn auch mit Zähigkeit durch; er braust auf, wenn starke Impulse auf ihn einwirken. Aber der EutbusiaSmuS der Portugiesen, ihre Tatkraft sind bald wieder verschläfst. Das ganze neunzehnte Jahrhundert haben sie in zahlreichen Aufständen ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnisjen bekundet und sich erhoben gegen ihre Bedrücker, sie haben aus diesen Krastauswänden aber selten die letzten Konsequenzen gezogen, bis vor zwei Jahren, da sie sich gegen die Mißwirtschaft der Krone und der Abfolutisteu auflehnten, und jetzt, da sie zu dem Glauben gekommen sind, daß nur die völlige ° Beseitigung der bisherigen RegieruugSsorm und der jeden Kultursortschritt hemmenden ultra-montanen nnd jesuitischen Mächte das Land vor dem vollständigen Versall bewahre» könne. Herichtssaat. Entsprungene gwänglinge als Diebe. Die der Laibachcr Zwangsarbeitsanstalt ent-sprnngenen Zwänglinge Simon Rudolfer und Karl Sibitz entwendeten schon in der ZwangSarbeitSanstalt ZwänglingSeffekten im Werte von ungefähr 70 K, ferner stahlen sie auf ihrer Flucht, wo sich ihnen Gelegenheit bot, die verschiedensten Gegenstände. DaS Urteil lautet bei Simon Rudolser auf sechs Monate, bei seinem Kollegen Karl Sibitz auf acht Monate schweren Kerkers. Der Messerheld vom Barbarafeste. Wie wir vor einiger Zeit berichteten, feierten die Bergarbeiter am 3. d. Mts. >m Gasthause „Zur grüueu Wiese" ihr Barbarasest. Hier kam es. wie es schon unter Leuten dieser Sorte Sitte ist, zu einer kleiner Rauferei, wobei der größte Unruhe-stifter Johann Herzog sogleich mit seinem Taschen-messer um sich herumhieb und den Ziergarbeitern Martin Srebot und Franz Ulage mehrere Ver« lctzungcn beibrachte. Johann Herzog, der sogleich von der Gewerkschaft Store entlassen wurde, erhielt eine schwere Kerkerstrafe in der Dauer von acht Monaten. Beim „Fensterln" durchgeprügelt. Am Abende des 6. November begaben sich die Bauernburschen Anton Brodnik und Michael Ravljan zum Hause des Michael Ledinek in Gabernik, Bezirk Windifch-Feistritz, um dort zu „fensterln". Anton Brodnik stellte sich auf eine vor dem Haufe stehende Bank, die aber umfiel und einen Lärm verursachte, durch den die Bewohner aus dem Schlafe geweckt wurden. Der in demselben Hause wohnende Berg« arbeite? Martin Cvenk, der auch aus dem Schlafe geweckt wurde, bewaffnete sich mit einem Stocke und begab sich vor da« Haus, um die Unruhestifter zu vertreiben.' Bor dem Hanse angelangt, begann er sogleich mit dem Stocke auf Brodnik loszuschlagen und brachte ihm mehrere Verletzungen bei. Martin Cvenk wurde zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt. Dem Gendarmen sich widersetzt. Im Gasthause des Merks in Gonobitz entstand am 2#. August ein Streit, und es schickte der Gast-wirt um Tätlichkeiten vorzubeugen, um die Gen darmerie. Es erschienen sogleich der Gemeindewach mann Martin Passero und der Gendarmeriewacht meister Peter Lesjak, die den größten Unruhestifter Peter Pozeb verhafteten. Sogleich sammelten sich die übrigen Bauernburschen um sie herum, und brachten ihren Widerwillen gegen die Verhaftung offenkundig zum Ausdrucke. Als sie vor da« Gast-haus des Werbnig kamen, sprangen aus einmal hin-zu die jetzt Angeklagten Karl Pozeb und Michael Bobik und begannen den Verhafteten Franz Pozeb bei den Händen zu ziehen. Der Gendarm bemühte sich zwar, die Beiden zu entfernen, aber diese strengten sich noch mehr an, den Verhafteten loszubekommen. Während sich Bobik soweit beruhigen ließ, daß von seiner Verhaftung abgesehen werden konnte, mußte Karl Pozeb, der von seinem Bruder nicht ablassen wollte, verhaftet werden. Nun fetzte er sich selbst heftig zur Wehre. Es gelang dem Gendarm erst dann, ihn zu schließen, als er ihn nach vergeblichen Ermahnungen znr Ruhe, in den Schenkel gestochen, worauf er sich schließe» ließ. Karl Pozeb wurde zu drei Monaten schweren Kerkers verurteilt, während Michael Bobik freigesprochen wurde. ! FHITZ RASCH, Incbbindlong, CILLI. Schrifttum. Poehlmann: Französisch leicht gemacht. Die Poehlmann'sche GedächtniSlehre, die aus psychologischer und zwar wissenschaftlich begründe-ter Erkenntnis beruht, hat sich die Anerkennung weiter Kreise erworben. Diese Gedächtnislehre, die bereits auf den verschiedensten Wissensgebieten zu Nutz und Frommen Studierender Anwendung ge« funden hat, ist nun auch auf das Sprachstudinm übertragen worden »nd ein solches Unterrichtswerk ist die Sprachlehre in Briesen: Französisch leicht gemacht. (München, Verlag Poehlmann.) Was sie vor anderen Unterrichtswerten auszeichnet, das ist der Umstand, daß dem Lernenden in den Pohlmann'schen Regeln für die gedächtnismäßigt Aneignung ein Mittel geboten wird, den Lehrstoff auf eine leichte Weise seinem Gedächtnisse dauernd einzuprägen. Cs ist also eine Art „schmerzlosen Unterrichts". Bon anderen Vorzügen des Werkes nennen wir: die Briefform, die Bedachtnahme auf die Bedürfnisse des Alltags-lebens und der Umgangssprache und die Nutzbar-machling des reichen Fremdwörterschatzes, den — sagen wir: leider — jeder Deutsche in sich trägt, als der ersten Brücken, die in das neue Sprachge biet hinüberiühren. Dem Werke sind auch Abbil-düngen von Kursbuchseiten französischer Eisenbahn-linien, von Münzen u. dgl. sowie eine Sammlung handschriftlicher Briefe beigegeben worden. AuSführ-liche Prospekte werden von dem Verlage P o e h l • mann, München jederzeit bereitwilligst zugesendet. Der Staat als Unternehmer. Auf keinem Gebiete zeigt sich der Staat als Unternehmer so sehr, wie beim Bahnbetriebe. Gründe dasür sind verschiedene vorhanden und genügend bekannt, so daß ein Eingehen daraus entbehrlich ist. Interessanter ist es, sich den Umsang anzusehen, in welchem der Staat als Besitzer oder Betriebsührer der Bahnen auftritt. Die Balkanstaaten Bulgarien, Rumänien, Serbien z. B. kennen nur Staatsbahnen. In der österreichisch-ungarischen Monarchie ist daS Netz der Staatsbahnen so ausgedehnt, daß außer der- Süd-bahn und Kaschau-Oderberger Bahn, welche in bei-den Staaten Linien besitzen nur die Aussig-Teplitzer lind Buschtehrader Bahn in Oesterreich, die Araber und Csauader Bahnen in Ungarn nennenswert sind. Was sonst noch da ist, sind znmeist kleine Lokalbah« neu, von denen übrigens in Oesterreich viele auch nicht mehr in Privatbesitz sind, sondern wie z. B. die niederösterreichischen Landesbahnen, Eigentum der betreffenden Laudesverwaltuiig sind. Einen guten Ueberblick über diese Verhältnisse gewinnt man aus der mit gewohnter Pünktlichkeit schon im Dezember 1910 erschienenen Ausgabe 1911 von G. Freytags Verkehrskarte von Oest erreich-Ungarn 1:1,500.000, 71:98 cm groß. Preis K 2.40, auf Leinwand mit Stäben oder zusammengelegt Stile 6 Nummer 104 K 5.—, Verlag von G. Freytag u. Bernd!. Wien VII., Schottenseldgasse 62, bereit Reichlialtigtcit bei sorgfältiger Arbeit und klarer Darstellung wieder anerkennen zn dürfen wir uns freuen. Wie immer, enthält die Karte alle Bahnlinien in Farben f«r-schieden nach den beiriebführenden Gesellschaften) «nd unterschieden nach ein« oder zweigleisigen, mit oder ohne Ellzugsderkchr betriebenen Strecken, alle Bahn« und Postortc m>t Entfernungsangabe in Kilo-metcrn, Post-AmomvbUlinien, Bahnen im Bau oder Prvjekie, ei» vollständige« Verzeichnis der Stationen, Haltestellen nnd Dampffchiff-LandungSplätze in Oesterreich-Ungar», endlich einen Wandkalender 1911 und mehrere zur Beurteilung der Teuerungsfrage sehr interessante Diagramme über die Ein« und Ausfuhr, sowie das Anwachsen des Preises verschiedener Nahrungsmittel. Wer eine gute Eisenbahn-karte von Oesterreich Ungarn habe» will, wähle nur die Frrytaq'sche. Wer andere Karten und Bureau' behelfe benötigt, lasse sich von G. Freytag n. Berndt, Wen Vli., de» Kontor« und Bureauführer kommen, der über alles Einschlägige Bescheid gibt und kosten-li>s zugesendet wird. Deutsche Volksgenossen! Nach jahrelanger freudig geleisteter Arbeit und Dank der opferwilligsten Beihilfe national bewußter Volksgenossen ist der Bau de« Deutschen Hauses bis zur Vollendung gediehen. Die prächtigen Räume deS stolzen Baues sind ihrer Bestimmung übergeben worden. Freigemutes, frisches, völkisches Leben ist in daS Haus eingezogen, daS für daS ganz« deutsche Cilli und alle Freunde dieser Stadt, für die deutschen Vereine, für alle Schichten der deutschen Bevölkerung bestimmt iit, als Heimstatt deutschen geistigen Streben» und deut'cher Lebensfreude, als Pflegestätt« deutschen WeseuS in den Südmarken des deutschen Gebietes. Das Hau» ist erstanden durch rühmenswerte Leistungen an Geld und Gut und Arbeit, bei denen deutsche Einigkeit und Brüderlichkeit herrlich zu Tage traten. Jetzt gilt eS da» Geschaffene zu erhalte» als stolzes Bild völkischen Lebens, als Sammelpunkt aller Deutschen auS nah und fern, fo dah jeder deutsche Volksgenosse mit aufrichtiger Freude und mit Begeisterung die herrlichen Hallen betritt. DaS Deutsche HauS so zu erhalten, daß es unser aller Stolz und Freude ist, daS Leben im Deutschen Hause so zu gestalten, daß eS daS völkische und Wirt-schaftliche Gedeih«» Deutsch CilliS in bedeutungsvollem Maße fördert, daS ist ein« Ehrenaufgabe für die Deutschen CiUiS und aller Deutschen, die treu ,u Cilli stehen l In erster Linie obliegt diese Ehienpsticht den deutsch«» Bewohnern CilliS. Es gibt wenige Städte auf deutscher Erde, in welchen die nationale Opferwilligst so sehr die Gesamtheit beseelt, wie unser kämpf-umtoste«, allezeit siegreiches Cilli, wo in bewunderungS-würdiger Weis« arm und reich, hoch und nieder freudig die schwersten Opfer bringt am Altare deS deutschen VolkStumS und auch für das Deutsche HauS Opfer ge-bracht wurden, die der Bewunderung und dauernden DankeS wert sind. Deutsche CilliS! An diese bewährte Opferwillig-keit, die unserer Stadt so viel Segen gebracht und ihr in allen deutschen Landen einen ehrenvollen Namen gemacht hat, appelieren wir. DaS Deutsche Haus bedarf dringend Eurer Opfer, es stellt an eure Leistungsfähigkeit, an Eure Heimat-liebe und Euren gesunden nationalen Sinn hohe An-forderungen, höh«re, als sie je an Euch herange-treten sind. Gahret und heget Euer schönstes Kleinod: Das Deutsche Haus! Trage jtbev. nach feinen Kräften fein Scherflein hin zum Deutschen Hause. Werdet Mitglieder, Gründer^ Stifter des Vereines Deutsches HauS, strömt in Scharen in die schönen Räume kurz vereinigt Euch in liebender Sorge um diese« stolz« Wrrk, da« unserer Stadt und d«m ganzen Vaterlende zur Zierd« und Ehre gereicht. S«id in diesem hehren Ziel« ein einig Volk von Brüdern! Jeder tue fein« Pflicht, keiner bleibe zurück! Heil Cilli immerdar! Der Ausschuß drS Vereines Deutsches Haus, Cilli. Anmerkung: Spenden und Beitrittserklärungen werden vom Zahlmeister Herrn Jos«f Jarmer, ent-gegengenommen In hein Bangen siebt man sie gehen, di« Rinder, wenn schneidende stallt herrscht, »mit d-r Wind pfeift »nd der Schneesturm durch die Straben heult, «so «in Schulweg im Winter ist wirtlich bedenklich, un"> wer seine Kinder gefunö erhalt«» will, der kleide sie nicvl nur warin — der gebe ihnen stets auch ein paar Jay4 ächte Sodener Mirieral Pastillen mit auf den Weg. die gegen Crläliung schützen und vorl'andene Erkältung schiiell und naturgemäß bekämpfen. Die Ichattel kostet nur St. 1.25 und ist in allen einschlägigen Geschäften * ■ ■ zu haben, weise aber Nachahmungen entschied.» ■ ■ ■ zurück Generalrepräsentanz sür Oesterreich-Ungarn: W Th. Guntzer.', I. u. k. Hoflieferant. Wien. TV/l, Groß« Neuqasie 1" Anerkannt vorzügliche photopphisciie Apparate eigener und fremder Konstruktion. Wir empfehlen, vor Abkauf ein.s Apparat«» unseren Ratgeber (534 Seiten mit 623 Illustrationen, Preis K !.SO), verfasst von unserem in Fachkreisen besten» bekannten wissenschaftlichen Mitarbeiter Alb. v. Pa'ocsay, tu Kate za zie.ii-n. Unsere billigen „Anntriü-Ku-lnera*" können auch durch jede Photo-handluitg bezogen werden. R. Lechner (Willi. Müller) Wien. Uralten SO und 31- k. u. k. Hof-M.mufaktar für Photographie, /»drill photogr. Apparate. Photographisches Atelier. ••••••••••••••• Ein Stärkungsmittel für Magenschwache und solch«, die sich dutch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu kalter vp«ii«n ein« Unpäßlichkeit des Magens, wie Magenkatarrh, Magenkrampf. Magenschmerzen. Blähungen usw. zugkjogen haben, stellt da» Dr. Kngersclie Ikldrianum in hohem Maße dar. Baldriannm erweift sich bei solchen Unpäßlichkeiten d-s Magen«, wenn st« noch im Keime |ind, ol« ein guter Magenwein von vorzllqlicher Wiztlamkeit und verhütet somit auch deren Folgeerscheinungen, wie Ner>osiliit, Schlaflosigkeit. SchwiitdelansSlle, BcNemmiugea usw Infolge seiner Zusammensetzung aus bestem Eamoswrin mit Baldrian-tropfe«. Himdrersirup und Kirschsaft wirkt Baldnanum auch sördeilich bei Etuhlverft»psu»g und zugleich stärkend aus den ganzen LrganiSmn» de» Menschen. Das Dr. Engel'fchc Baldrianiu« enthält absolut keine schadliden Bestandteile und kann auch von schwachen Personen und Kindern selbst bei längerem Gebrauche gut vertragen werden. Am besten nimmt man es früh-morgens nüchtern und abends vor dem Schlafengehen in einem Quantum bis zu einem Likörglas« voll. Kindern und schwächlichen Personen verdünnt man Baldriaium angemessen mit heißem Wasser und v«rsüßt es noch mit «twas Zucker. Das Dr. Engel sche Baldriaaum ist in Flaschen » k J - und 4 — in aU«n Apotheken, Drogenhandlungen und besseren KaufmannSgeschäften EteiermaikS zu haben: in C > l l i, Bad N « u h a u S, Win d.-L andsberg, Windisch.Feistritz. Gonobitz. Rohitfch. Windifchgraz, Marburg usw. in den Apotheken. Auch verfenden die Apotheken inCilli» und mehr Flaschen Tr.Engel'sches Baldriamun zu O«gmalpr«ifen nach allen Orten OefierreichUngarns. i/G~ Vor Nachahmungen wird gewarnt! -m* Man verlange ausdrücklich vr. LaldrianuiQ. : O O S Realitäten-Verkehrs-Vermittlung der Stadtgemeinde Cilli. Stadthaus in Cilli, «•»- stockig, mit Vorgarten und Grundstücken, die »ich vorzüglich als Baugründe eignen, enthaltend 4 grössere Wohnungen samt Zubehör, Wasserleitung u. s w. ist mit den Grundstöcken oder ohne derselben preis-« Qrdig za verkaufen. Die Grundstacke werden auch nach Au»ma«s ohne dem Hau»e abgegeben. Sehr schönes Landgut im Sanntale, au der Reirhs-strasse 8 km von Cilli entfernt, bestehend aus einem komfortablen ein-stockigen Herrenhause mit Veranda, einem grosse» Wirtschaftsgebäude, StallnngeD, Wagenr« miie etc. n. «ehr ertragf&higer Oekonomie ist sofort preiswürdig tu verkaufen. Einstöckiges Wohnhaus, neugebaut, mit Gastwirtschaft Branntweioschank, Trafik u. Garten in einem deutschen Orte in unmittelbarer Nähe von Cilli. i-t preis würdig zu verkaufen Daselbst sind auch weitere drei Wohnhauser mit ertrag» fähiger Oekonomie verkäuflich. 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Mariahilf in Gonobi» i A. Plunger, salva- j »or Avolhete, Wind.-Landsberg. Handelsgremium Oilli. Kundmachung. Die Kaufmannschaft Cillis hat in der Greinial-Versammlung vom 18. Dezember 1907 einstimmig beschlossen, von nun an keine Neujahrs- oder sonstige Geschenke an ihre Kunden nnd deren Bediensteten zu verabreichen. Die Gremial-Vorstellung. Plakate, die in den Verkaufsgewölben ersichtlich anzubringen sind, stehen den P. T. ÜÜWBk Mitgliedern zur Verfügung. Bilanz der Bezirkssparkassa Rohitsch für das Jahr 1909. A ktiva: K h Hypothekar- Darlehen..... 521.173 70 Wechsel........... 53.299 36 Wertpapiere......... 97.427 80 Kreditanstalten........ 7.880 30 Realitäten.......... 10.460 83 Inventar ........... 1.349 88 Assekuranz-Vorschüsse..... 333 29 Hypothekar-Zinsen...... 13.748 44 Zinsen von Wertpapieren .... 986 59 Kassabarschaft........ 36 08 Sonstige........... 48 — Summe . . . 706.744 27 Passiva: Spareinlagen ......... Zinsenvorauszahlungen..... Brandschadenersätze...... Fremde Depots........ Hauptreservefonds: Ende 1908 . . . K 35.131 50 Reingewinn pro 1909 , 4.349 28 Kurs-Reservefonds Summe . . . 2.706 39.480 706.744 Für den Ausschuss : Ludwig F. Xiglitseh Obmann des Ausschusses. Für die Direktion: Franz Strafella k k. Notar, Direktiona- Obmann. Für die Buchhaltung: Hans Weberltsch Sekretär. Für SU Schtifiliitung verantwortlich: Guido Schidl». Drucker, Verleger, Herausgeber: Bcretnübuchdrucknei .Celeja" in Cilli.