NR'. AO3. R8H«. »RN8t«3 ÄSN 29. V^<3SN»Hbor. An Seine Gxcellenz, den Freiherrn von Lühow, k. k österreichischen Gesandte» in Rom, als er, in dankbarer Erinnerung an die unter dem verewigten Feldzeug- mcister, Grafen Kins ky < in der Militär-Academie zu Wiener-Neustadt genossene Erziehung, eine Denkmünze prägen ließ, wovon die „Wiener Zeitung" am 18. December laufenden Jahres Kunde gibt- ^l>«!> !>ui>«c!! : ,,äu Kinzk/« Niiz!,»!,») M^^as jüngst erschien auf Dein Geheiß in Erz, Es ist das hochverehrte Antlitz wieder, Das einst gesch'n auf Deine Jugend nieder, Und Dich gemahnt zu blicken himmelwärts. Ein Hochgefühl durchglühte Dir das Herz, Seit Dir erscholl der Ruf: „Sey wahr und bieder. Ein festes Glied der hunderttausend Glieder, Und bleibe stets Dir gleich in Lust und Schmerz.» Und blickend zu des Mannes Vild empor. Der lebend Dick durch Wort und That belehrt. Hast Du Dich als sein treuer Sohn bewahrt. Du stelltest Deinen Dank im Bilde vor, Qurch Herz und Erz vor aller Welt verklärt. Die Deinem Werk sich freudig zugekehrt. Fr. S. v. R. Neber die Sonnenverehrung bei den alten Slaven. >^resnewski, einer der Russen, die auf kaiserlichen Auftrag wissenschaftliche Reisen in's Ansland, namentlich unter die verschiedenen Slavenstämme unternahmen, hat sich jetzt in seinen Arbeiten auch auf das dornenvolle Feld der Mythologie gewagt. Wir sagen dieß hier nicht, um seine Bemühungen herabzusetzen, sondern nur auf das Unvollkommene derselben hinzuweisen. In einem Artikel: »Ueber die Sonnenverehrung der alten Slaven" (s. Journal des Ministeriums der Volksaufklärung, Julius 1846) führt er die Namen auf, unter denen die Sonne verehrt war, und sagt am Ende desselben: »Dieß si„d die bedeutendsten localen Erscheinungen der Idee der Sonnenverehrung bei den alten Slaven und die Hauptnamen des Sonnengottes, so weit ich sie ausfindig machen konnte. Indem ich diesen Theil mei-l'er Forschungen über den Sabäismus der alten Slaven dem Urtheil der Leser anheim gebe, erlaube ich mir dieje- nigen, welche dem Volk und seinen alten Ansichten näher stehen, zu bitten, den Mängeln meiner Arbeit Aufmerksamkeit zu schenken, und sie durch ihre Bemerkungen zu vervollständigen. Während von den Ueberresten des Alterthums nicht mehr viel zu erwarten ist zur Vervollständigung unserer Kenntnisse von dem Heidenthum der Slaven, kann man dennoch nicht verkennen, daß in dem Aberglauben des gemeinen Volkes noch manches lebendig ist, und man die Hoffnung nicht verlieren darf, wenn auch nicht vieles, doch einiges dadurch aufzuklären und somit zur deutlichern Herstellung dieses wichtigen Theils unserer Alterthümer beizutragen." Dagegen läßt sich nur einwenden, daß diese Volks-ansichten zum mindesten eine sehr getrübte, nur mit höchster Vorsicht zu gebrauchende O.nelle sind, und daß der Ausdruck »Sabäismus", dessen sich Sresnewski bedient, mehr geeignet ist, zu verwirren, als auf die rechte Spur zu leiten, denn Sonnenverehrung, die sich fast bei allen heidnischen Volkern findet, ist noch nicht Sabäismus, wenigstens nicht das, was man sonst darunter versteht. Merkwürdig vor allem sind in der Auseinandersetzung Sresnewski's zwei Dinge, die Anknüpfung an's persische und die an's indische Alterthum, wogegen die griechischen Anklänge fast mehr als zweifelhaft sind. Die gültige Nachweisung, daß der Name »Chors" , im Persischen die Sonne, sich unter den alten slavischen Götternamen findet, ist ein deutlicher Beweis, daß versische Religionsansichten Eingang fanden, und die sehr wahrscheinliche Behauptung, daß D a s h-bog, der Gott des Gebens, mit Chors eins und dasselbe sey, weist darauf hin, daß sich das Fremde mit dem Eigenen zu verschmelzen suchte. Interessant ist ferner die Verknüpfung der Namen Svarog und seines Sohnes Soaro-shiz mit dem indischen Svarga, dem Lande des Lichts.^) Selbst der baltische Slave hat den Namen Svaroshiz zwar etwas verketzert, doch deutlich genug in dem Worte »Zuara-sizi" beiDit m ar. Wenn der Name Iarowit oder Ruje w i t wirklich gleichfalls ein Name für den Sonnengott war, so ist dessen Abbildung mit sieben Köpfen unter einem Schädel und sieben Schwertern an der Seite, während er das achte entblößt in der Hand hält, sehr bezeichnend; eben so die Swätowids (das heilige Gesicht), nach Saro Gram- ') Von 5v!>i') nach Vohlc» und Vopp dcr..Himmcl." 410 maticus mit vier Köpfen dargestellt, was an den vielköpfigen indischen Brama (ellIliirmnn^Iln») erinnert. Die übrigen Namen Woloß, Radegast u. s. w. müssen wir hier übergehen. Es scheint kaum einem Zweifel zu unterliegen, dasi die slavischen Völker, wie die germanischen, ans einer gleichen Quelle schöpften, wie die indopersischen; die Untersuchungen hierüber bieten aber eine sehr bedeutende Schwierigkeit dar, denn schon in einer sehr frühen Zeit, mindestens bald nach dem Beginne unserer Zeitrechnung, drängten sich tatarische und mongolische Völker durch das zwischen Ural und dem caspijchen Meer offengelassene Thor herein, und Hemmren den Zusammenhang, der früher gewiß zwischen den Völkern dießseits und jenseits des Kaukasus bestand ; in dem Lande desIarartes und O.rus war dieß zuverlässig schon weit früher der Fall; die Anklange zwischen indopersischen und slavisch-germanischen Religionsbegriffen können also — so unzweifelhaft sich die Verwandtschaft aus der Sprache erweist — nur schwach seyn, da die Umwandlungen der Grundbegriffe in persönliche Göttergestaltcn, oder wenigstens gewiß deren poetisch-religlöse Ausschmückung in eine spätere Zeit fallen. Man muß also höchst behutsam auftreten. Ein anderer Mißgriff Sresnewski's —wenn wir der Sache diesen schroffen Namen geben dürfen — scheint uns die ohne weiteren Vorbehalt geschehene Hereinziehung der Litthauer. Es leidet keinen Zweifel, daß die lithauischen Völker lange Jahrhunderte hindurch von den slavischen sehr getrennt waren: in drn Gegenden, wo lithauisch redende Völker noch sitzen, sind die Slaven notorisch erst spatere Eindringlinge, und es bedarf darum wohl der Sichtung, was entschieden slavisch, was litthauisch und was ans der wahrscheinlich seit dem 7ren Jahrhunderte immer engeren Vermischung beider hervorgegangen ist. Die noch bei den Weißrussen herrschenden abergläubischen Meinungen (s. Volksglaube in Weißrußland Nr. 313, 3l4) weisen sichtlich auf eine solche Vermischung hin. *) Indeß bleiben solche Bemühungen, wie sie Herr S res« newski hier begonnen hat, — denn wir halten die Mittheilung erst für einen Anfang, — immer verdienstlich, und für das Abendland um so werthvoller, je mehr dieses bei solchen Forschungen mit Sprachschwierigkeiten zu kämpfen hat, die durch das gewöhnliche Erlernen einer oder der an-dern slavischen Sprache nicht so leicht zu überwinden sind. Der Rauber Beane in Schottland. In Schottland, 8 bis 9 Meilen von Edinburgh, lebte im Anfange des neunzehnten Jahrhunderts ein armer Tagelöhner, Namens Beane. Seine Armuth erlaubte ihm nicht, viel auf die Erziehung seiner Kinder zu verwenden, doch hielt er sie frühzeitig zur Arbeit an. Der junge Bea n e zeigte aber wenig Lust zur Arbeit, desto mehr zum Müßiggänge und entlief seinen Aeltern. Einige Zeit schwärmte er im *) Wir verweisen nur z. V. auf das Ungeheuer Roffomacha, was »och jetzt der russische Name für Vielfraß und gcwiß nicht slavische» Ur- 5. spriiügcs ist. Lande umher, bis ihn die wilde Lust eine Weibsperson seines Schlages finden ließ. Mit dieser schlug er seinen Wohn-sitz in einer der See zugekehrten Felsenhöhle auf, die in einer höchst einsamen Gegend lag. In diese Höhle drang zur Fluthzeit das Wasser mehrere hundert Fuß weit hinein; sie selbst lief wohl eine halbe Stunde weit unter der Erde weg, und ihr wasserfreier Hintergrund sicherte den Aufenthalt des Bewohners. Wer hatte aber in dieser Höhle menschliche Bewohner vermuthet! Deunoch lebte Beane 25 Jahre darin mit einer zahlreichen Familie von Ungeheuern, deren Stammvater er geworden war. Wer dort oder in der Umgegend vorüberging, wurde überfallen, beraubt und getödtet. Der ermordete Körper, in die Höhle geschleppt, wurde in Stücke zerschnitten, geräuchert oder eingesalzen, und dann, als einzige Nahrung, von den Schrecklichen verzehrt. Glieder, die sie nicht gebrauchen konnten, wie z. B. Köpfe und Hände, wurden in die See geworfen, und die See schwemmte diese bisweilen au's Land, was dann großes Entsetzen unter den Bewohnern der Seedörfer verbreitete. Bei dem häufigen Verlorengehen von Einheimischen und Fremden blieb die Obrigkeit freilich nicht unthätig; sie schickte nach allen Seiten Kundschafter und Bewaffnete aus. Mehr als ein Mal waren diese in die Nähe der Felsenhöhle gekommen; aber da sie die Fluth in dieselbe hatten eindringen sehen, siel ihnen die Möglichkeit, daß hier dennoch Menschen wohnen, gar nicht ein. Im Laufe einiger und zwanzig Jahre waren etwa 1000 Menschen in dieser Gegend um's Leben gekommen. Eines Abend litt der Pächter eines Landgutes nebst seiner jungen Frau, die er hinter sich auf dem Pferde hatte, seinem Mehrere Meilen von dieser Unglücksgegend entfernten Meierhofe zu, und eilte sehr. Noch war es nicht finster, als er plötzlich von Räubern angefallen wurde. Der Pachter vertheidigte sich und sein liebes Weib herzhaft mit Säbel und Pistolen, und er hätte sich retten können, wäre nicht seine Frau vom Pferde gefallen. Die Räuber fielen über sie her und ermordeten sie augenblicklich. Auch ihm wäre wohl keine Rettung gewordeu; aber eine große Schaar Menschen, die, wie er, von einem Jahrmarkt heimkehrten, vertrieben die Räuber, und der Pächter sprengte nun in vollem Galopp, mit Schweiß und Blut bedeckt, den Wanderern zu. Diesen erzählte der Unglückliche das schreckliche Erlebnis; und weinte heftig wie ein Kind über den Verlust seiner Gattin, welche auf dem Schreckensfelde von den Räubern war liegen gelassen worden. Der Anblick des blutigen, verstümmelten Körpers des jungen, schönen Weibes flößte jedem der Wanderer Entsetzen ein. Die Kunde von dieser Schreckensthat ging vom Mund zuMunde, zu allem Volke. Entrüstet stand es auf, 400 Bewaffnete durchforschten, unte'.- des Pächters Begleitung, die Felsen und Gebüsche, und große Spürhunde thaten ihre Dienste bei diesem Zug. Als auf dem Lande keine Spur von irgend einer menschlichen Wohnung zu entdecken war, suchte man an der Seeküste hin; da gingen einige Hunde i» die Fel- 411 senhöhle hinein; bald erhoben sie ein fürchterliches Geheul und Gebell, und mm strömten auch die bewaffneten Män-nrr hinein. Aber dichte Finsterniß herrschte in der Höhle! Man zündete nun Kienholz-Fackeln an. O, wie schänden haft war mm der Anblick, der sich ihnen darstellte! Men-fchenleichname waren in Menge in Rauch aufgehängt, Männer, Weiber, Kinder—und menschliche Leichname, ein-gssalzen, standen in Gefäßen umher. Die Bösewichter, überrascht und übermannt, wurden bald ergriffen und ge. bunden: es waren der wilde Beane und seine Frau, acht Sölnie, sechs Töchter, achtzehn Enkel und vierzehn Enkelinen, -^ alle von Menschenblut und Menschenfieisch er-nährc, und wild untcr den rohesten Verbrechen herangewachsen. Die Kostbarkeiten und Waffen, so wie die geraubten Kleider und Vorräthe wurden weggenommen, die fürchterlichen Ueberreste der Ermordeten begraben. Frohlocken herrschte jetzt in der bisher so entsetzlichen Gegend. Das peinliche Gericht zu Edinburgh, wohin die Gefangenen abgeführt wurden, verhängte furchtbare Todesstrafen über die Mörder. Selbst die Frau B e ane's, ihre Töchter und Enkel bis auf den Säugling wurden, nachdem sie dem marcervollen Tode ihrer Männer und Väter zugesehen hatten, dem Flammentode preisgegeben. Höchst wichtige Erfindung im Beleuch-tungswesen. Schon durch längere Zeit mit vielfältigen Versuchen über die Vermehrung der Leuchtkraft der gewöhnlichen, der schwach oder gar nicht leuchtenden Lichtfiammen (wie jene des Weingeistes, Kohlenoxyd- und Wasserstoffgases) beschäftigt, bin ich im Verfolge der theoretischen Principien über diesen Gegenstand, und gestützt auf Thatsachen, die eine nähere Kenntniß mit den physikalisch-chemischen Eigenschafren der Körper bei ihrer Wärme- und Lichtentwickelung voraussetzen, zu der für unser Beleuchcungswesen so höchst wichtigen Entdeckung gelangt, mit Anwendung eines Brenners von eigenthümlicher Eonstruction, Form und Materie, ganz verschieden von allen bis jetzt bekannten Vorrichtungen bei Ar-gaud'scyen, Sideral-, Oelgas-, Terpentin-, Spiritus-, Holzgeist.- und Aether-Lampen mit einfachem oder doppeltem Luftige, oder allen andern, wie immer Namen habenden Lampen, die Lichtinrensicat jeder gewöhnlichen Oel- oder Gasflamme in dem Grade zu steigern, daß mit Ersparung von mehr als der Hälfte des Leuchrmacerials ein 5 — 6 Mal größerer Lichceffecr, bei schwach leuchtenden oder gar nicht leuchtenden Flammen aber die 50 — 100fache Leuchtkraft hervor-gebracht wird. — Die für die praccische Anwendung dieser höchst erfreulichen Entdeckung sich herausstellenden Vortheile sind daher im Wesentlichen folgende: 1) Eine gewöhnliche Weingeistfiamme mit einem Dochte von 4 — 5 Linien Durchmesser spendet bei Aufsetzung meines Brenners und Leuchtstoffen (der gar keinen besondern Apparat, als einen einfachen Glascylinder von eigenthümlicher Form erfordert) ein höchst intensives, glänzendes, weißes Licht, so daß es den Raum eines gewöhnlichen Zinnners vollkommen erhellt, und dabei auch ein schwaches Auge vollkommen lesen und schreiben kann. Da die Weiße und Helligkeit dieses Lichtes dem des Vollmondes ähnlich ist, so habe ich dieser Art der Weingeistbe-leuchtung den Namen „Lu n a r-Li chc" beigelegt. Eine Quantität von '/z Seirel Weingeist pr. 2 kr. C. M. ist hinreichend, diese Leuchtkraft 8 — 10 Stunden lang zu unterhalten, ohne daß dabei der Brenner gewechselt werden darf. 2) Jede argandische oder andere Oellampe, welche mit die.-sem Uni versa l-Brenn er versehen ist, leistet bei halber Consumtion wenigstens das Dreifache ihres sonstigen Licht-Vermögens. (Die genauen Angaben nach vorzunehmenden Licht-messungen werde ich nächstens nachzutragen nicht ermangeln.) Die Lichtintensität ist so groß , daß sie das Auge, gleich dem Sonnenlichte, kaum zu ertragen vermag und der Effect über^ trifft alle Erwartungen. Jeder, der nur ein Mal diese Licht-affection empfunden hat, wird davon unwillkürlich zum Staunen hingerissen. 3) Für die Gasflammen gewährt dieser Brenner die namhaftesten Vortheile, da man bei Anwendung desselben jedes, auch aus der schlechtesten Qualität von Steinkohlen gewonnenes, viel Kohlenoxyd und nur wenig Kohlen. Wasserstoff enthaltendes Gas verwenden kann, wobei noch der 3 — 5fache Lichteffect gegen das gleiche Quantum gut leuchtenden Gases erreicht wird. Die hierzu erforderliche Vorrichtung für derlei Brennet zu Gasflammen ist so höchst einfach und so wenig kostspielig, daß selbe besonders in letzterer Hinsicht gar nicht in Betracht zu stellen ist; denn 500 Gasflammen, mit diesen Brennern versehen, erfordern bloß eine tägliche Auslage von höchstens ! fi. C. M. Die Gasbeleuchtungsgesellschaften werden daher aus dieser Erfindung ohne Zweifel den größten Nutzen ziehen können. Außerdem unterliegt es keinem Zweifel, daß dieser Leuchtbrenner allenthalben in jeder Haushaltung, so wie in öffentlichen Anstalten allgemein in Anwendung kommen werde. — Da diese Entdeckung zu den interessantesten und wichtigsten unserer Zeit gehörr, so dürfte dieselbe, wenn gleich sie unter Einem durch den Schutz eines k. k. österr. ausschl. Privilegiums gesichert wird, dennoch mir Grund auf eine National-Anerkennung Anspruch machen können. — Ich ersuche daher alle geehrten Redactionen politischer und industrieller Journale, diese vorläufige Notiz in ihre Spalten aufzunehmen und bin bereit, den hohen Regierungen oder einzelnen Gesellschaften, welche von meinem Privilegiumsrechre Gebrauch machen wollen, das Nähere über diesen Gegenstand unter Abführung der Proben gegen angemessene Bedingungen bekannt zu geben. Gratz im December 1846. E. „. Hrankmstein. Feuilleton. (Gine hochherzige Handlung unsers allbeliebten Erzherzogs Audwig.) Am '?. December Vormittags um 11 Uhr promenirren Se. kais. Hoheit, der Herr Erzherzog Ludwig, in Begleitung eines Seiner Herren Kämmerer auf der Bastei in der Gegend des Salzgrieses. Die Witterung war, wie bekannt, sehr stürmisch und kalt, es regnete und schneite, da stürzte ein armes Weib mit einer Tragbiitte in Folge eines Epilepsie-Anfalles zu Boden und bewegte sich nur in den fürchterlichsten Eonvulsioncn. Ka'.nn erblickte der edle Prinz diesen Unfall, als Er zu der Arme:, hineilte, sie vereint mit Seinem Kammerherrn aufhob, ihr allen möglichen Beistand leistete, einem vorübergehenden 412 Soldaten den Auftrag ertheilte, aus der Salzgries-Caserne Träger zu schaffen und nichr eher die Unglückliche verließ, bis sie zur ordentlichen Pflege weiter transportirt werden konnte. Bedarf es mehr, als dieser einfachen Erzählung, um neuerdings zu zeigen, welche edlen Gefühle die Glieder unsers erlauchten Kaiserhauses für Menschenwohl durchglühen? — Eorrespoudenz vom Lande. Alt. Lack, am 18, December 18^6. Gestern waren wir innigsten Antheil nehmende Zeugen einer eben so traurigen, als erhebenden Feierlichkeit in Alt-Lack. — Wir wohnte»'dem Vegrabnisse des hochwürdigen, allgeliedteii und geachteten dortigen Pfarrers und Dechantes, Herrn Jakob Dolenz, bei. Der würdine Priester, erst 48 Jahre all, erlag nach einer langen, intermittirenden Krankheit tem schmerzvollen Uebel am 15. d- M. gegen Mittag. Nie der Selige als Mensch und Seelsorger, wie sein Thun und Lassen gewesen war, davon zeugte während seiner letzten Krankheit, als solche mit bedrohlichen Symptomen auftrat und gar bald so unglücklich endete, die allgemeine Bestürzung und bei dessen Beerdigung die wahrhaft rührende Theilnahme der gesammten Pfarr- und Decanats - Insassen, die, ungeachtet der grimmigen Kälte am gestrigen Tage, ungewöhnlich zahlreich zusammengeströmt waren. Außer der Decanatsgeistlichkeit fanden sich auck andere Freunde und Mit« schüler des Verblichenen ein. Gerührt ward Jedermann, als er sah und hörte, daß der hochwürdige Herr Johann Vapt. Novak. Domherr, Schulenoderaufseher und Director des fürstbischöfl. Diöcesan - Seminars, Schulcollege und Jugendfreund des Verstorbenen, die kirchliche Function mit sichtbarer Gemüthsbewegung verrichtete, und ein anderer Mitschüler, Freund und Nachbar des Seligen, der hochwürdige Herr Carl Leben, Pfarrer zu St. Martin bei Krainburg, in gehaltvoller, bündiger Nedc einen kurzen Abriß von des Betrauerten Leben und Wirken gab und bei der versammelten Volksmenge allgemeine Rührung hervorbrachte, die sich durch vieles Schluchzen und Weinen kund gab. Wohlthuend und tröstend wirkte auf die, in wehmüthiger Stimmung den Sarg Umstehenden der Gesang von vier. mit ihrem Herrn Director eigens heraufgekommenen Cle-rikern, insondcrlich die herrlich angestimmte Antiphone-. ,,Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, ob er auch gleich gestorben wäre; und ein jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird ewig nicht sterben "—Die greise Mutter des Entschlafenen, in Wirklichkeit, wie solches in der angedeuteten Predigt geschah, vergleichbar mit der Witwe von Naim, und dessen Geschwister zerflossen in Thränen der innigsten Trauer. Nur wer so Verdienstliches und mit solcher Bescheidenheit, wie der Selige, gewirkt, kann schon hier auf solche Theilnahme rechnen; jenseits werden seinem Verdienste schönere Kronen nicht entgehen! — Theater in Laibach. Sonntag am 20, December zum ersten Male: „Gegen Thorhei^ gibt's kein Mittel", Posse i» 3 Acten von I. Nestroy. Diese Polse/A zwar »icht neu, nur wurde sie hier noch nicht gegeben. Die Idee, «Hl cin leichtsinniger Mensch als Jüngling, Mann und Greis, also dUÄ> alle drei Altersstufen Thorheiten begeben tann, ist in den ersten W^ Acten rccht amüsant durchgeführt, der letzte Act abcr ist sehr matt. füy^ den Titel ,,dcr Greis" nicht umsonst und scheint, wie der Greis an Altersschwäche, an allgcmcincr Erlahmung aller Kräfte zu laboriren, wodurch das Stück kalt läßt. Herr G r a m b a ch (Simplicius Vera) und Herr Moldt (sein Diener Anselm), mit Dlle. Ealliano ) e r (Palschiparoli) mitwirkte, gefiel am meisten und Dlle. Callia no saiu, besonders die Rachcaric aus „Velisar" mit wahrer Vollendung. Herr P ode sta. als Spielbank-Inhaber Schirlmg, war j„ sei-ncm norddeutsche» Idiom fast unausstehlich; die llebrigen thäte» ihr Nestes. — Montag am 21. December: ..Griseldis", dramatisches Gedicht i» 5 Acten vo» F. H a lm, worin Dlle. A l e ran d ri n e E a ll ia n 0 als Gast i» der Titelrolle auftrat. Es war dies, i» Wahrheit einer der gc, »ußreicksten Abende der ganzen Saiso». Schade, sehr Schade, daß die Vorstcllimg gerade eine» Tag treffe» mußte, wo die wöchentliche Casino-Unterhaltung viele Theaterfreunde fer» hält. Dlle. Oalliano hat mit diese», erste» Debüt ci»c wahre Sensation erregt u»d zwar mit Rccht, den» Referent möchte, ohne etwas dabei zu wagen, behaupte», das, wir Laibacher noch »ic eine bessere Griseldis sahe», was dc» Ausdruck des innigen Gefühls, echter weiblicher Hingebung und Zartheit des Spiels betrifft. Das ga»zc Schauspielhaus war über das durchdachte, schöne Spiel u»d die richiige Declamaiio» lieser sehr braven Künstlerin überrascht u»d der öftere stürmische Hervorruf fast »ach jeder Scene ei» wohlverdienter. Die Sce»e im 3. Acte, wie sie der Gemahl verstößt, spielte sie so vollendet schö», daß Referent der Mad. Rettich, die er Lari» gesehen, kein Vorrecht ci»gestcl>t, was doch etwas sagen will. Herr Tl, omi: ist als Percival bereits seit mehrere» Jahren sehr gut ac-creditirt. Die Rolle konnte daher nicht i» besser» Händen sey». Herr Vlume»feld benahm sich als König Artus sel,r würdevoll in Spiel und Dictio». Mad. Ränh war ci»e sehr schöne Königin, hätte aber, unsers Erachtc»s, diese» stolzen Charakter »och deutlicher hervortreten lasse» solle». Dlle. Weninger, als Hoffräulei» Oria»e, sah nicht nur sehr gut a»s, so»0er» spielte auch recht »ctt. Cedric fand i» Herr» Schnitzer ci»c» passende» Vertreter, kurz das ganze Stück ließ nichts Wesentliches vermissen und gefiel aus»eh ' e»d wohl. Schade, wiederhole» wir nochmals, daß das Theater so spärlich besucht war! — Samstag am -6. December, als erste Vorstellung nach den Weihnachtsfericn, zum ersten Male: ,