Bezugspreise £ür «Österreich-Ungarn ganzjährig K 41 — halbjährig K 2- — ^iir Amerika: ganzjährig D. 1 25 £ür das übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werden nichtberückstchtigt, Manuskripte nicht zurück« gesendet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „Wandermappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Nerwaktung des Hottschecr Boten in Gottschee, Hauptplatz Rr. 87. Berichte find zu senden an die Schristkeitnng des Hottscheer Bote« in Gottschee. Anzeigen (Injerate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott-scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Kr. 24. Kottschee, am 19. Dezemöer 1909. Jahrgang VI. Einladung. Mit der Heutigen Mummer vollendet der „Bote" das sechste Wanderjahr. Im nächsten IaHre setzt er seine Wanderung mit reichhaltiger „Wandermappe" fort. Getreu seinem Wahl-spruche: „Kür Gott, Kaiser und Vaterland," bleibt er auch Weiterhin streng katholisch, gut österreichisch und stramm deutsch. Wie bisher, wird er auch in Ankunft seine Leser über die wichtigsten, insbesondere unsere engere Keimat berührenden Tagesfragen anfklären. Streit und Aanii wird er tunlichst vermeiden; sollte ihm aber der Kampf aufgezwungen werden, so wird er unerschrocken denselben aufnehmen und mutig die Sache verteidigen, in deren Dienst er gestellt ist. Daß er hiebei den Nachrichtendienst von nah und fern nicht vernachlässtgen wird, ist selbstverständlich. Trotz der enormen Auslagen, welche fein Krscheinen verursacht, beträgt die Iahresbezngsgeöühr im In-lande nur vier Kronen, im Auslande, wie der Titel besagt. Damit zum Jahreswechsel keine Störung in der Zusendung eintrete, bitten wir, die Bestellung schon jetzt zu erneuern und zu diesem Zwecke sich des beiliegenden Erlagscheines der k. k. Postsparkasse zu bedienen Die amerikanischen Abnehmer ersuchen wir dringend, bei Geldsendungen nur internationale Postanweisungen zu verwenden und ihre Adresse genau (mit Bezeichnung der Gasse, Straße und Kansnummer) anzugeben. Aröhliche Weihnachtsfeiertage und ein glückliches neues Jahr unseren verehrten Lesern und Leserinnen! Weihnachtsgedanken. Selige Freude ist es, die stch im Gesichte des Kindes kund gibt, wenn es in der Stille des heiligen Abends vor Krippe und Christbaum treten kann und da seinem Christkindlein Lob und Preis singen darf. Doch auch den Erwachsenen ergreift es in eigener Weise und weckt in ihm Gefühle innigen Dankes und gute Entschlüsse. Es müßte ein eiskaltes Herz sein, das die Menschwerdung Christi nicht als einen Beweis unendlicher Barmherzigkeit anerkennen wollte. Nur durch sie ist ja die Erreichung des vom Schöpfer uns gesteckten Lebenszieles wieder möglich geworden. Der Erwachsene sieht aber ein, daß es nicht genug ist, den Dank für Christi Menschwerdung nur in kürzere oder längere Gebete zu kleiden; notwendig ist es vor allem, an der mit Christi Geburt begonnenen Rettung der Welt aus Irrtum und Leidenschaft tatkräftig mitzuarbeiten. Mittel und Wege, dies zu tun, haben wir genug. Es sei heute nur auf eines dieser Mittel hingewiesen; wir meinen die Verbreitung guter Bücher und Schriften und die Unterstützung katholischer Zeitungen. Sehen wir nicht täglich, welches Unheil schlechte Bücher und Zeitungen anrichten, wie durch sie auch schon auf dem Lande den Leuten der Kopf verdreht und das Herz verdorben wird, wie die Gegner des Christentums gerade schlechte Bücher und Schriften massenhaft und unentgeltlich unter das Volk werfen, um es um Glauben unv Sitte zu bringen? Diesem drohenden Verderben muß jeder, dem der Name Christ nicht leerer Schall ist, mit allen Kräften entgegentreten und durch Verbreitung Aus der FraiyolenM. Welche Neuordnung damals vorgenommen wurde. Nur vier Jahre währte Napoleons Herrschaft über Kram, von 1809 bis 1813; es lohnte sich wahrlich nicht, für so kurze Zeit die Vorgefundene Ordnung in Kirche und Gemeinde nach französischem Muster und Geschmack umzugestalten. Was das unter Napoleon herausgegebene Gesetzbuch Code Napoleon für Frankreich vorschrieb, das suchte man nämlich sehr eilig auch in Krain gleich einzuführen. Krain war kein Herzogtum mehr, sondern bildete ein französisches Departement, welches in mehrere Distrikte zerfiel. Ein solcher Distrikt war unter anderen auch Neustadt!. Die Distrikte bestanden aus mehreren Kantonen und diese aus Mairien oder Hauptgemeinden. Mairien oder Hauptgemeinden im Kanton Gottschee waren: Gottschee, Rieg, Obergras, Malgern/. Nesseltal, Möse! und Kostel. Tschermoschnitz gehörte zum Kanton Möttling. Ursprünglich umfaßte der Kanton Gottschee auch die Arrondissements (Mairien) Oblak, Laserbach, Soderschitz, Reifnitz und Niederdorf. Die Mairien umfaßten mehrere Pfarreien und hatten den Maire (sprich Mär) (Oberrichter) an der Spitze. Seine Aufgabe war nicht nur die Besorgung der eigentlichen Gemeindeangelegenheiten und die Mitwirkung bei der Eintreibung der hohen Kriegskontribution, sondern auch die Übernahme vieler solcher Amtshandlungen, die bis dorthin nur von den Kirchenbehörden vorgenommen worden waren und denselben nach Aushören der Fremdherrschaft auch wieder übertragen wurden. Der Maire Johann Röthel in Malgern, Bernhard Kopriva in Gottschee, Peter Seemann in Rieg und ihre übrigen Amtsbrüder im Ländchen mußten auch die Zivilstandesregister führen, das heißt, sie mußten jede Geburt, jeden Todesfall, jede Trauung als „Beamte des Personalstandes" in die vorgeschriebenen Bücher eintragen. Diese Amtshandlungen waren sehr umständlich. Da die Mairie großen Umfang hatte, gehörte doch zur Mairie Malgern die ganze Pfarre Mitterdorf mit Ausnahme von Kerndorf und Rain, die Pfarre Ebental und die Pfarre Altlag mit Ausnahme der Ortschaft Langenton — insgesamt 27 Dörfer —, so gab's für den Maire reichlich Arbeit. Bei Geburten konnte die Eintragung erst dann vorgenommen werden, nachdem der Vater des Kindes im Beisein zweier Zeugen seinen Sprößling dem Maire vorgewiesen, sein und der Zeugen Alter und die Stunde der Geburt des Kindes bekanntgegeben hatte. Dann erst durfte das Kind zur Taufe in die Kirche gebracht werden; desgleichen mußten behufs Eintragung eines Sterbefalles zwei Zeugen ihre Erklärung vor dem Maire abgeben. guter Lektüre und katholischer Zeitungen sich und dem nächsten zu helfen suchen. In Gottschee ist in den letzten Jahren durch Verbreitung guter Bücher viel getan und genützt worden. Wir erinnern an die St. Josefbücherbruderschaft, welche alljährlich über 2000 prächtige Bücher ins Ländchen sendet, erwähnen den „Bauernbundkalender", welcher an die Mitglieder des Bauernbundes verteilt wird, verweisen auf das „St. Bonifatiusblatt", welches allmonatlich in jede katholische Familie wandert, und wenn wir in diese Reihe auch unser Blatt, den Gottscheer Iioten stellen, wird Freund und Feind zugeben müssen, daß der Gottscheer Bote in seinen sechs Jahren ein treuer Anwalt des christlichen Lebens gewesen ist. Was wir erreicht haben, wollen wir erhalten und in Hinkunft noch mehr zu kräftigen trachten. Der „Gottscheer Bote" beschließt heute seinen sechsten Jahrgang und tritt mit nächster Nummer seine siebente Jahreswanderfahrt an. Was er war, will er bleiben und seinen Grundsatz „Für Gott, Kaiser und Vaterland" stets Hochhalten. Allen seinen Freunden danken wir für das bisherige Wohlwollen und ersuchen sie, auch weiterhin im Interesse unseres Blattes tätig sein zu wollen. Der Bezugspreis bleibt nach wie vor 4 X; für Amerika Doll. 1.25. Schließlich wünschen wir allen geehrten Lesern und Leserinnen fröhliche Weihnachten und glückliches Neujahr. Das neue Weinsteuergesetz und seine Bedeutung sür den Weinbau. Nach langen Jahren des Überschusses steht unsere Reichshälfte zum ersten Male wieder vor einem größeren Defizit. Der Abgang, der über 42 Millionen beträgt, soll nun durch Erhöhung bestehender und Einführung neuer Stenern gedeckt werden. Die erhöhte Branntweinsteuer soll hiezu 15 Millionen beitragen, wobei jedoch den Bauernbrennern kein Haar gekrümmt werden soll. Die Personaleinkommensteuer soll bei einem Jahreseinkommen von 21.000 K angefangen um 5 bis 30 Prozent erhöht und weiters soll noch eine Tantiemen- und Dividendensteuer eingeführt werden. Hievon werden wenigstens nur die reichen Leute betroffen. Die schon früher eingekochte abgeänderte Erbschafts- und Schenkungssteuer wurde neuerdings unverändert vorgelegt. Weiters kündigte der Finanzminister auch die Einführung des Zündhölzchenmonopols an, wobei, wenn Noch mehr Wege gab es, wenn zwei Leute heiraten wollten. Da mußten sie zuerst vom Bürgermeister an zwei Tagen, die durch eine Woche von einander getrennt waren, vor dem Tore des Gemeindehauses um 12 Uhr mittags dem Publikum mit lauter und vernehmbarer Stimme als Ehekandidaten bekanntgegeben werden. Nach dem zweiten Aufgebote wurde im Gemeindehause die zivile Eheverbindung vorgenommen. Dabei wurden alle jene Ausdrücke absichtlich vermieden, die bei der kirchlichen Trauung gangbar waren. Nebst den Ehekandidaten mußten bei dieser Gelegenheit vier Zeugen und die beiderseitigen Eltern anwesend sein. Darauf las der Maire das sechste Kapitel des fünften Titels für Ehegatten aus dem Code Napoleon vor, und wenn Braut und Bräutigam die Frage, ob sie sich ehelichen wollen, mit Ja beantworteten, dann erst erklärte der Maire die Eheverbindung für vollendet. Geschlossen wurde die Ehe nicht im Namen Gottes, sondern im Namen des Gesetzes; ähnlich wie heute der Polizeiwachmann Unruhestifter auch im Namen des Gesetzes für verhaftet erklärt. Es ist erklärlich, daß diese neuartige französische Trauung viel belacht wurde und sich damit niemand zufrieden gab. Jedes Brautpaar stellte sich zwar dem Maire vor, weil es einmal die Franzosen so haben wollten, aber gleich darauf begab man sich zur Kirche, um als Christen im Namen Gottes getraut zu werden. die Zündhölzchenschachtel vier Heller kosten würde, ein Betrag von 15 Millionen zu gewärtigen wäre. Auch eine Reform der Weinsteuer ist vom Fiuanzminister in Aussicht genommen worden, von der er einen Betrag von 4 Vs Millionen, und zwar 2 Vs Millionen von Schaumwein und 2 Millionen von anderen Weinen erwartet. Auch eine hohe Besteuerung der Mineralwässer sowie die Einhebung einer Verbrauchsabgabe vom Sodawasser ist geplant, wodurch indirekt ebenfalls der Weinbau hart getroffen wird. In den Kreisen der weinbautreibenden Bevölkerung hat die Ankündigung der neuen Weinsteuer begreiflicherweise große Unzufriedenheit hervorgerufen. Man weist darauf hin, daß die Auslagen für einen Weingarten gegen früher ohnehin sehr bedeutend gestiegen sind, namentlich auch infolge des Auftretens der Reblaus und anderer Schädlinge. Auch bedeutet ja die Einfuhr aus Istrien, Kroatien, Dalmatien, Ungarn usw. eine empfindliche Schädigung für die Weinbauern der Heimat. Der „Bauernbündler", Organ des Niederösterreichischen Bauernbundes, schreibt über die neue Weiusteuer: „Es zahlten bisher eigentlich nur die Wirte die Verzehrungssteuer für Wein. Die Finanzbehörde schrieb nämlich jedem Bezirke eine entsprechende Steuersumme vor, die bezahlt werden mußte. Wie sich das die Wirte der einzelnen Gruppen im Wege der Abfindung, Verpachtung oder Beschreibung einteilten, darum kümmerte sich die Finanzbehörde nicht. Die gegenseitige Selbstbesteuerung der Wirte war natürlich mit endlosen Streitigkeiten verbunden. Jeder Wirt wollte so wenig als möglich zahlen und es kamen bei der Verhandlung so viele tätliche und wörtliche Ehrenbeleidigungen vor, daß wohl zehn Bezirksgerichte jahraus jahrein zu tun hätten, die Abstrafungen vorzunehmen. Zum Glück sind die Herren Wirte in dieser Hinsicht von manchen Gästen viel gewohnt und nehmendes nicht so genau. Die Weinsteuer trug dem Staate aus ganz Österreich etwa 6 Millionen Kronen ein. Das ist aber dem Finanzminister v. Vilinski viel zu wenig und er hofft, 17 Millionen herauszubekommen, wenn er künftighin eine Änderung in der Einhebung der Steuer eintreten läßt. Zu bemerken ist, daß unser Finauzmiuister Dr. v. Vilinski ein Pole ist. Nach dem Grundsätze: „In Polen — ist nichts zu holen" will er die weinbautreibenden Länder Niederösterreich, Mähren, Tirol, Krain usw. in erster Linie heranziehen. Der Finanzminister denkt sich ungefähr so: In den Kleinstädten, Märkten und Dörfern leben viele Leute, die gern ein gutes und billiges Glas Wein trinken. Der Herr Pfarrer, der Herr Oberlehrer, der Herr Förster usw. kaufen sich seit jeher ihren Tischwein direkt beim Weinhauer oder bei den Winzergenossenschaften, zahlen aber hiefür keine Steuer! Ist das nicht schrecklich? Der edle Pole kann doch eine solche Ungerechtigkeit nicht weiter dulden! Warum sollten der Herr Pfarrer, der Herr Oberlehrer, der Herr Förster und Tausende von Beamten nicht auch dieselbe Steuer zahlen wie ihre Wiener Kollegen? Der Herr Finanzminister ist ja so gnädig und will in Zukunft nur 4 K per Hektoliter (4 h per Liter) statt 5 K 94 h verlangen! Trotzdem hofft er aber um sieben Millionen Kronen mehr einzunehmen, wenn auch die bisherigen „Gratisblitzer" zahlen müssen. In Österreich werden nämlich jährlich gegen fünf Millionen Hektoliter Wein getrunken. Aber auch die Flaschenweine will der polnische Herr Finanzminister noch extra tüchtig besteuert haben. Wem es nicht recht ist, der trinke Schnaps — wie die Herren Polen! Von der Besteuerung der Flaschenweine hofft Herr v.Bilinski weitere 4 Vs Millionen ! Die Flaschenweine würden je nach ihrem Preise von 5 h bis 5 K per Flasche besteuert werden. Der Höchstpreis gilt für Champagner. Um die Weinhauer wegen der neuen Weinsteuer zu beruhigen, läßt der Herr Finanzminister in den Zeitungen verkünden: „Weinhauer, reget euch nicht auf! Die neue Steuer trifft ja nicht euch, sondern nur diejenigen, die euren Wein trinken! Euch Weinhauern wird auch in Zukunft der Haustrunk und der Wein für die Hausleute steuerfrei bleiben!" Gemach, Herr Finanzminister! Das stimmt nicht! Wer kann im Ernste glauben, daß auch in Zukunft so tfiel Wein getrunken werden wird, wenn man den Wein allgemein so hoch besteuert? Was werden die Tausende von Beamten und sonstigen Weintrinker tun, die bisher einen guten und billigen Tischwein direkt vom Weinhauer bezogen haben? Sie werden vom teuren Weintrinken aufhören und sich dem billigeren Bier zuwenden, so daß die steinreichen Bierkönige den Vorteil haben. Wir Weinhauer werden aber unseren Wein entweder gar nicht oder mir zu wahren Schandpreisen absetzen können. Unter solchen Umstünden lege neue Weingärten an, wer will; vielleicht versucht es der Herr Finanzminister in Galizien damit!" Dies die Ausführungrn des christlichsozialen „Bauernbündlers". In Steiermark und auch in anderen Kronländern fanden wegen des neuen Weinsteuergesetzes bereits Protestoersammlungen statt und sind noch weitere in Aussicht genommen. In diesen Versammlungen wurde auf das entschiedenste gegen den Weinsteuer-Gesetzentwurf Verwahrung eingelegt, da hiedurch die unter den schwierigsten Verhältnissen mühsam um ihren Bestand ringenden Weinbauern ruiniert würden. In Radkersburg (Steiermark) betonte bei einer solchen Protestversammlung ein Redner (Bürgermeister Edler v. Kodolitsch), daß unsere Verhältnisse sich denen in Frankreich nähern werden. Auch dort hat man das allerdings schon früher als bei uns überproduktionsfähige Land durch übermäßige Besteuerung des Weines empfindlich getroffen. Die Folge davon war, daß die in ihrer Existenz bedrohte Bevölkerung zur Revolution griff. Der Staat mußte von der Besteuerung Abstand nehmen, ja dem Weinbau durch Hebung des Weinverbrauches (Herabsetzung der Verzehrungssteuer) unter die Arme greifen. Die österreichische Regierung müsse also vor der beabsichtigten Maßregel gewarnt werden. In den weinbautreibenden Gegenden Krams, auch bei uns in Materie und in den Weinbergen gegen Semitsch hin, ist in letzterer Zeit in Landstrichen, die infolge des Auftretens der Reblaus ganz darniederlagen, zu Gunsten des Weinbaues viel geschehen und man darf die Hoffnung aussprechen, daß auch die Keller-wirtschast immer mehr Fortschritte machen wird, wodurch der Wein an Absatz- und Marktfähigkeit noch mehr gewinnen wird. Es läge daher im Interesse der dortigen Weinproduzenten, daß auf diese hoffnungsvolle Entwicklung nicht der versengende Reif einer schwer zu ertragenden Weinsteuer falle. Sache der Abgeordneten wird es sein, hier empfindlichen Schaden zu verhüten oder wenigstens auf ein erträgliches Maß herabzumindern. Es wird übrigens voraussichtlich noch einige Zeit verfließen, bis der Weinsteuer-Gesetzentwurf im Abgeordnetenhause zur Beratung gelangen wird. Der Finanzplan der Regierung hat also keine Aussicht, sehr bald erledigt zu werden. Zum 400 jährigen Jubiläum der Pfarre Mosel. Ein geschichtlicher Rückblick von Pfarrer Josef Erker. (Schluß.) Wann die Filialkirche zum heil. Andreas in Dürnbach erbaut worden ist, läßt sich nicht genau bestimmen. Sicher reicht sie bis in das Zeitalter des Pfarrers Heß hinauf. Sie besaß nämlich bis vor kurzem ein wegen seines hohen Alters interessantes Meßbuch, in welchem geschrieben stand: Emptum est missale per quinque florenos A. 1641 die vero 13. 7bris p. Joannem Skiber ex pago Turnbach. M. Joannes Hess Francoherbipolensis parochus in Moesel, d. h. „gekauft wurde das Meßbuch um fünf Gulden im Jahre 1641 am 13. September durch Johann Skiber aus der Ortschaft Turnbach. M. Johann Heß aus Würzburg in Franken, Pfarrer in Mosel." Sie ist nach dem Muster der Pfarrkirche gebaut, da sie denselben Stil (Rokoko), dieselbe Form und dieselbe Ausführung des Gewölbes und der Strebepfeiler zeigt wie jene. Im Jahre 1851 wurde sie renoviert und mit einer Vorhalle versehen. Zu Valvasors Zeiten (in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts) hatte sie drei Altäre: des heil. Andreas, des heil. Antonius von Padua und des heil. Valentinu«. Heute besteht nur noch der dem heil. Andreas und dem heil. Leonhard geweihte Hochaltar, der vorne die Aufschrift trägt: Altar erbaut 1668, renoviert 1864. Von den beiden Seitenaltären ist nur mehr das Mauerwerk vorhanden. — Das Kirchlein hat zwei Glocken. Die größere mit den Bildern des heil. Andreas, des heil. Leonhard und des gekreuzigten Erlösers wurde im Jahre 1875, die kleinere mit dem Bilde Jesu am Kreuze im Jahre 1884 in der !. u. k. Hofglockengießerei des Albert Samassa in Laibach hergestellt. Im Jahre 1908 erhielt die Kirche eine neue Prozessionsfahne, welche mit den Ölfarbenbildern des heil. Andreas und des heil. Vitus (Veit) um den Preis von 440 K von der Firma Anna Hofbauer in Laibach geliefert wurde. Als besondere Spender sind zu nennen der verstorbene Georg Maierle von Nr. 6 und Johann Kosar von Nr. 2 in Dürnbach, die je 100 K beigetragen und so die Anschaffung der Fahne in kurzer Zeit ermöglicht habe. Die Filiale in Niedermösel (Kotscharn) ist dem heil. Ambrosius geweiht. In einem alten Ausweis vom Jahre 1526 über die von den Kirchen Krams für die Türkenkriege in Geld, Silber» und Goldgeräten geleisteten Abgaben kommt auch die Kirche in „Khotzern" mit einem Beitrage von 5 Pfund Heller (1 Pfund Heller — 240 Heller) verzeichnet vor. Doch dürfte diese Kirche mit der heutigen Filiale kaum etwas gemein haben und längst der Verwüstung durch die Türken anheimgefallen sein. Auch dürfte damit nur eine größere Betkapelle gemeint sein, welche weniger für den Gottesdienst als vielmehr für die gemeinsamen öffentlichen Gebetandachten der Dorfbewohner bestimmt war, weil es in dem erwähnten Verzeichnis ausdrücklich heißt, daß sie keinen Kelch besaß. Die heutige Filialkirche in Niedermösel dürfte also späteren Ursprunges sein, stammt aber zum mindesten aus dem 17. Jahrhundert. Am alten Plafond stand geschrieben: 8. Maria ora pro nobis 1698, was anzudeuten scheint, daß die Decke um diese Zeit gemacht, beziehentlich erneuert worden ist. Im gotischen Presbyterium steht der einzige Altar, der zwei Nischen hat, die untere für die Statue des heil. Ambrosius, die obere für die der heil. Maria Magdalena. Diese letztere Statue ist im Laufe der Zeiten sehr morsch geworden, so daß sie zu keiner Zierde mehr gereichte. Bald fand sich eine Wohltäterin, die Witfrau Maria Jaklitsch von Niedermösel Nr. 13, die im Jahre 1884 eine neue Statue machen ließ. Auch ein Fahnenbild aus dem Jahre 1761, den heil. Ambrosius darstellend, ist noch vorhanden und wird als kostbare Reliquie aus alter Zeit im Pfarrhofe zu Obermösel sorgfältig aufbewahrt. Die kleinere Turmglocke ist ein Werk des Laibacher Glockengießers Johann Jakob Samassa aus dem Jahre 1801 und trägt das Bild der heil. Maria Magdalena. Die größere Glocke ist genau hundert Jahre jünger, da sie, wie die Inschrift sagt, im Jahre 1901 in der Laibacher Hofglockengießerei des Max Samassa gegossen worden ist. Sie hat ein Gewicht von 167 Pfund und zeigt das Bild des heil. Ambrosius, der heil. Büßerin Magdalena und des gekreuzigten Heilandes. Nach Auflassung des gemeinsamen Pfarrfriedhofes bei der Pfarrkirche des heil. Leonhard im Jahre 1887 legten sich die Insassen von Niedermösel einen eigenen Ortsfriedhof an, der am 24. Juni 1887 die kirchliche Weihe erhielt und drei Tage darnach das erste Grab zur Aufnahme der Leiche des im Alter von 65 I. verstorbenen Matth. Montei von Niedermösel Nr. 26 öffnete. Auch in Otterbach bestand schon im Jahre 1526 eine Filiale des heil. Stephanus, welche laut obigen Ausweises einen Kriegsbeitrag von 3 Pfund Heller und 52 Schillingen leistete, aber keinen Kelch besaß. Es dürfte also mit dieser Filiale die nämliche Bewandtnis haben, wie' mit der in Niedermösel. Da es kaum anzunehmen ist, daß sie bei den häufigen Türkeneinfällen verschont geblieben wäre und bis auf den heutigen Tag Stand gehalten hätte, so dürften wir nicht irren, wenn wir behaupten, daß die heutige Filiale erst später erbaut wurde. Auch dieses gotische Kirchlein weiß von der rastlosen Tätig-des Pfarrers Heß zu erzählen, indem es, wenn nicht von ihm erbaut, sicher unter ihm mit einer Turmglocke ausgestattet wurde, wie wir aus einer Inschrift derselben entnehmen: S. Kruze Johannes Hess Pfarherr in Mesel, Goss mich anno MDCXXXX Hans Stan ck. Das Bild auf derselben stellt den heil. Petrus mit Schlüssel und Buch dar. Die größere Glocke mit dem Bilde des Gekreuzigten trägt die Jahreszahl 1651. Im Jahre 1869 renovierten die Otterbacher aus eigenem Antriebe den Altar und schmückten denselben mit drei neuen Standbildern: des heil. Stephan, des heil. Florian und des heil. Laurenz. Nach vierzig -Jahren 1907 ließ Georg Lackner an dem bereits baufälligen Kirchlein auf eigene Kosten gründliche Reparaturen vornehmen und das Vordach neu eindecken, so daß nach längerer Unterbrechung der Gottesdienst darin wieder abgehalten werden konnte. Frau Maria Flos aus Cleveland (Amerika) beschenkte das neuhergerichtete Kirchlein 1908 mit einem neuen Meßbuch. Zugleich mit einigen anderen Filialen der Mösler Pfarre erhielt auch Otterbach im Jahre 1887 einen eigeney Friedhof, der am 8. Mai genannten Jahres eingeweiht wurde. Die neunjährige Aloisia Verderber aus Otterbach Nr. 12 war die erste, welche am 13. Juni 1887 auf demselben ihre Grabstätte fand. Außer den bisher genannten Filialen erwähnt Valvasor noch die des heil. Andreas bei Mosel und die der heil. Ursula und ihrer Gefährtinnen ebenfalls bei Möfel. Beide bestehen noch, sind aber nicht Kirchen, sondern Feldkapellen, größere Bildstöcke, die in eilten Zeiten wahrscheinlich zur Feier des heil. Meßopfers benützt wurden. Das „Andreasbild" ist an der Straße nach Gottschee gelegen, enthält aber das Bild des Heiligen nicht mehr, sondern an dessen Stelle eine Eecehomo-Statne. Auch in dem am Wege nach Schwarzenbach gelegenen „Ursulabilde" befindet sich nicht mehr das Bild, dem es seinen Namen verdankt, sondern ein Muttergottesbild mit dem Jesukinde. Ehemals war der Eingang in dieses Kapellchen in der Richtung von Schwarzenbach nach Mosel; vor ungefähr vierzig Jahren aber machte Matthias Lackner von Möfel Nr. 35 den Eingang vom Wege hinein. Im Türmchen war vor Zeiten auch ein Glöcklein und noch heute sieht man in der Wölbung den Holzring, durch den das Glockenseil herabreichte. Heute befindet sich dieses altehrwürdige Glöcklein aus dem Jahre 1580 im Turm der Kapelle zum heil. Blut. Für die Geisteserneuerung der Mösler Psarrinsassen ist in neuerer Zeit hinlänglich durch Volksmissionen gesorgt worden. Die erste heilige Mission hielten vom 21. bis 28. Juli 1895 die hochwürdigen Herren Lazaristen aus Laibach: Superior Isidor Pertl (Missionsleiter), Urban Nežmah und Josef Navinsek. Sie war ungemein stark besucht, weil sie als etwas noch nie Dagewesenes durch den Reiz der Neuheit auch viele Gläubige ans den benachbarten Gegenden heranzog. Herr Navinsek soll so eifrig gepredigt haben, daß er infolge Überanstrengung erkrankte und bald darauf starb. Welchen Eindruck die Misstonspredigten machten, kann man schon daraus entnehmen, daß I. W. aus Mosel, ein Gegner der Mission, der die Absicht hatte, vor seinem Hanse ein Fäßchen Bier zum Ausschanke aufzustellen, um die Vorübergehenden vom Besuche der Mission abzuhalten, als einer der ersten sich bekehrte und nach abgelegter Beicht auf der Heimkehr freudig ausrief: „Ich war der erste bei der Beicht!" — Die zweite Mission war vom 29. April bis 6. Mai 1906 und wurde von zwei Redemptoristen, P. Rektor Franz Weimann aus Wien und P. Josef Bauer aus Leoben, in ausgezeichneter, die ganze Bevölkerung befriedigender Weise und mit einem alle Erwartung übertreffenden Erfolge abgehalten. — Einen ebenso glänzenden Verlauf nahm die dritte, anläßlich des 400 jährigen Pfarrjubiläums heuer vom 1. bis 8. August abgehaltene Volksmisston. Die ausgezeichneten Vorträge der Missionäre P. Vitus Loinger, P. Johann Kunstel und P. Engelbert Rakovec aus der Gesellschaft Jesu sind noch in lebendiger Erinnerung aller Zuhörer. Hiemit schließen wir die Geschichte der Pfarre Mosel. Im nächsten Jahre werden Beiträge zur Geschichte der Expositur Skrill folgen. Aus Stabt und Land. Hottschee. (Vom Finanzdienste.) Der Stenerverwalter Herr Josef Jaklitfch wurde vom Steueramte in Möttling zur Bezirkshauptmannschaft (Steuerreferat) in Gottschee übersetzt. — (Konferenz.) Die Sod. Ss. C. J. hat ihre Monatskonferenz am 27. Dezember um 10 Uhr in Mitterdorf. — (Personalnachricht.) Unser Landsmann Herr Leutnant Alois Weiß ist vom 98. Infanterie-Regiment in Hohenmaut (Böhmen) zum 87. Infanterie-Regiment in Pola transferiert worden und beabsichtigt, sich am 10. Jänner 1910 in Graz der Aufnahmsprüfung in die Kriegsschule zu unterziehen. Bekanntlich ist die österreichisch-ungarische Kriegsschule zu Wien Fachschule für den Generalstab und hat dreijährigen Kursus. — (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Gottschee hat die geprüfte Arbeitslehrerin Fräulein Marie Cosneck als Wanderlehrerin für die Schulen Schäflein, Unterfkrill, Verdreng, Unterlag, Sichtenbach, Unterdeutschau, Rieg und Suchen ernannt. — (Ernennung.) Der Herr Landespräsident hat den k. k. Landesregierungs-Konzeptspraktikanten Karl von Foregger zum Greiffenthnrn zum Landesregierungs-Konzipisten ernannt. — (Tod esfall.) Samstag den 11. d. M. starb in Retz nach längerem Leiden Herr Josef Verderber, Haus- und Realitätenbesitzer und Mitchef der Weingroßhandlung Verderbers Neffen, im 69. Lebensjahre. Der aus Stalzern gebürtige Verstorbene war ein Neffe des selige» Thomas Verderber, des Begründers der Großhandelsfirma; er erfreute sich der allgemeinen Hochachtung und eines großen Ansehenes und war durch viele Jahre Mitglied der Stadtgemeindevertretung und Ausschußmitglied der städtischen Sparkasse. R. I. P. — (Konkurs.) Das Handelsgeschäft der „Brata Peve" in Gottschee (Posojilnicagebäude) ist in Konkurs geraten. — (Anerkennung.) Der Herr Landespräsident hat dem k. k. Bezirkssekretär Herrn Johann Marko anläßlich seiner Enthebung von der Funktion eines Vorstehers und Rechnungsführers beim k. k. Eichamt in Gottschee für die in Ausübung dieser Funktion bewiesene gewissenhafte und fleißige Besorgung der Geschäfte die Anerkennung ausgesprochen. — (Inspizierung.) Der k. k. Landesschulinspektor Herr A. Belar tras am 14. d. M. in Gottschee ein und inspizierte an den darauffolgenden Tagen die Schnlanstalten. — (Gymnasium.) Der wirkliche Lehrer am hiesigen Staatsgymnasium Herr Edmund Kolbe wurde im Lehramts definitiv bestätigt und es wurde ihm der Titel Professor zuerkannt. — (Staatsgymnasium.) Über Ansuchen der k. k. Bezirkshauptmannschaft in Gottschee fand am 11. d. M. um halb 3 Uhr nachmittags die Kollaudierung des durchgesührten Zn- und Erweiterungsbaues des Gymnasialgebäudes in Gottschee unter Intervention eines Staatstechnikers der k. k. Landesregierung an Ort und Stelle statt. — (Vom krainischen Landtage.) Der krainische Landtag soll noch in diesem Monate zu einer kurzen Tagung einberufen werden, um das Budgetprovisorium zu erledigen. Da die Gesetzentwürfe über die Änderung des Gemeinderatsstatuts dem Landtage nicht vorgelegt werden, so ist eine ruhige Session zu erwarten. — (Zur Wasserleitungsfrage.) Die für das Gottscheerund Reisnitzertal bestimmten Wasserleitungen, die zu unterstützen sich im heurigen Sommer das Ackerbauministerium außerstande erklärte, sollen nun doch gebaut werden. Das Ackerbauministerium zeigt sich jetzt entgegenkommend und hat die neuerliche Einsendung der fertiggestellten Pläne und Kostenvoranschläge verlangt. — (Ein- und Verkaufsgenossenschaft.) Unter diesem Titel hat Abg. Fürst Auersperg in den „Nachrichten" einen Aufsatz veröffentlicht, in welchem betont wird, daß es ohne Raiff- eisenkassen keine Bezugs-, Absatz- oder sonstigen Genossenschaften gebe. Die Raiffeisenkassen bildeten vielmehr die notwendige, unentbehrliche Grundlage für alle anderen Genossenschaften. Ein gefährliches Wagnis, ein Unding sei es, wenn eine Ein- und Verkaufsgenossenschaft sich nicht auf den Verkauf bloß landwirtschaftlicher Bedarfsartikel beschränke, sondern alles, was der Bauer überhaupt auch in seinem Haushalte brauche, liefern wolle (KonsumvereinI). Hiedurch lade sich eine solche Ein- und Verkaufsgenossenschaft den Haß und die Konkurrenz aller Geschäftsleute auf den Hals und müsse unterliegen. Für Gottschee sei eine einzige Genossenschaft für den gemeinsamen Bezug landwirtschaftlicher Bedarfsartikel am Platze, dann Viehzuchtgenossenschaften zur Haltung von Zuchttieren und Zuchtebern überall dort, wo die nötige Anzahl von Biehbesitzern sich zusammenfinde und ein verläßlicher Wirtschaftsbesitzer sich verpflichte, die Zuchttiere, welche ihm anvertraut werden, entsprechend zu halten; auch Weidegenossenschaften zur Verbesserung der gemeinsamen Hutweiden sollten ins Leben gerufen werden und allenfalls auch noch eine Kellereigenossenschaft zur Beschaffung von Kellerei- und Weinbauartikeln und einzelne Genossenschaften zur gemeinsamen Anschaffung und Benützung von landwirtschaftlichen Maschinen. Mit allergrößtem Nachdrucke empfiehlt Fürst Auersperg der fortschrittlichen Bauernschaft, das Einvernehmen mit den Städtern durch die Einrichtung der Einkaufsgenossenschaft (Konsumverein I) nicht zu zerstören; nur in diesem Falle könne sie sich einen Kampf auf Leben und Tod fern halten. In Gottschee solle auf wirtschaftlichem Gebiete überhaupt jede (politische) Zwietracht rücksichtslos beseitigt werden, sonst müßte man auf jede (genossenschaftliche) Unternehmung von vorneherein verzichten. — (Ernennung.) Herr Dr. Georg Röthel wurde vom krainischen Landesausschusse zum Distriktsarzte für Gottschee ernannt. — (Vorsicht beim Wurstgenuß.) Man meide den Genuß von älteren Würsten mit dunklen, weichen Stellen unter der Darmhaut, mit häßlichem, saurem Geruch, mit grünlich, rötlich oder bläulich aussehendem Fett, denn diese enthalten meistens das sogenannte Wurstgist. Das Wurstgift bildet sich besonders gern in ungenügend gekochten und schlecht geräucherten, alten, gefrorenen und wieder aufgetauten Würsten, besonders Blut- und Leberwürsten. Es ruft vorzugsweise in den Verdauungsorganen Störungen hervor, erzeugt großen Durst, Kratzen im Halse, Heiserkeit, Würgen, Erbrechen, Durchfall und Leibschmerz. Die Behandlung einer solchen Vergiftung verlangt: Entleerung des Giftes durch Erbrechen, reichliches schleimiges Getränk und starken Kaffee. Die Blutwürste und Knoblauchwürste und solche, welche Mehl und Brot enthalten, sind dem Wurstgiftd unterworfen. — (Weinsteuer.) Auf Anregung des Abgeordneten Mayer hielt im November der Weinkulturausschuß des Abgeordnetenhauses eine Sitzung, in der die von der Regierung geplante Reform der Weinsteuer einer eingehenden Erörterung unterzogen wurde. Sektionschef v. Bernatzky gab einige Aufklärungen über die projektierte Steuer, bei der es sich hauptsächlich um eine gleichmäßige Ver-teilung'der Steuerlast handle, wodurch der Staat und die Gemeinden einen größeren Ertrag erzielen könnten. Nach längerer Wechselrede wurde folgende Entschließung zum Beschlüsse erhoben: Die Regierung wird aufgefordert, in Bezug auf die Weinbesteuerung kein Projekt vorzulegen, durch welches die Produktion und die Konsumtion der breiten Massen stärker getroffen wird als bisher. — (Vorsicht bei Hausverkäufen.) Es jst schon oster vorgekommen, daß für ein Haus, in dem vom früheren Besitzer das Gast- und Schankgewerbe betrieben wurde, mit Rücksicht eben auf diese Gasthauskonzession beim Ankaufe ein bedeutend höherer Betrag gezahlt wurde, als der Realität an und für sich zukommt. Nun kann es aber leicht geschehen und ist kürzlich eben auch wieder irgendwo in unserem engeren Heimatgebiete der Fall gewesen, daß dem Käufer eines solchen Gasthauses die Konzession zum Betriebe des Gast- und Schankgewerbes von der Gewerbebehörde (Bezwks-hauptmannschaft) nicht verliehen wird, da im allgemeinen für die Behörden die Weisung besteht, die Anzahl der Gasthauskonzesstonen nicht zu vermehren, sondern eher einzuschränken. Es empfiehlt sich also beim Ankauf eines Gasthauses in den Kaufvertrag einen mit Rücksicht aufdasGastgewerbeerhöhtenKaufschillingnur bedingungsweise einzusetzen, nämlich nur für den Fall, daß dem Käufer eines solchen Gasthauses das Gast- und Schankgewerbe von der Gewerbebehörde auch tatsächlich verliehen wird. Witterdorf. (Ertrinkungstod.) In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember fiel der Pfarrer Herr Josef Kramarič aus Schweinberg bei Weinitz in den stark angeschwollenen Kulpafluß und ertrank. Der Herr Pfarrer, der im 52. Lebensjahre stand, war vor längerer Zeit Kaplan in Mitterdorf. — (Bau der fünften Klasse.) In den letzten Tagen wurde dem Ortsschulrate der Plan und Kostenvoranschlag für die zur besseren Unterbringung der 5. Klasse nötigen Bauherstellungen am hiesigen Schulhause zugestellt. Nach der Meinung des Staatstechnikers soll über der ersten Klasse die fünfte Klasse gebaut, die Oberlehrerswohnung noch weiter als Schulzimmer benützt und die gegenwärtige vierte Klasse zur Schulkanzlei umgestaltet werden. Die Schulleiterswohnung sei wie bisher in einem Privathause aufzunehmen und die Abortanlage in einen neuen Zubau zu verlegen. Die Gesamtkosten belaufen sich-auf 15.800 K. Über das Ob und Wie haben sich nun der Ortsschulrat und die Gemeinden Mitterdorf und Malgern zu äußern. 4 (Trauung.) In Görz wurde am 4. Oktober der aus Malgern Nr. 53 gebürtige Josef Petsche mit Fräulein Katharina Polentschitsch getraut. — (Sterbefälle.) Am 2. Dezember starb in Ram Nr. 20 die 67jährige Maria Röthel; am 11. Dezember in Windischdorf Nr. 10 der'83jährige Inwohner Georg König. _ . — (Veränderung im Schuldienste.) Fräulein Henriette Scheschark hat auf die Lehrstelle verzichtet und es wird Herr Lehrer Porubski den Unterricht in der ersten Klasse übernehmen. Mit Neujahr tritt auch Herr Lehrer Kreiner seinen Dienst an. Schal'kendorf. (Gemeindewahl.) Am 9. d. M. fand hier zum dritten Male die Wahl seitens des ersten Wahlkörpers der Gemeinde Seele statt. Von den sechs gewählten Ausschußmännern gehört einer der christlichsozialen Partei an, die übrigen fünf sind Anhänger der liberalen Partei. Es wurden gewählt die Herren: Franz Schober aus Klindorf (christlichsozial), Matth. Michitsch aus Klindorf, Josef Schneider aus Seele, Franz Eisenzopf aus Seele, Alois Schober aus Seele und Johann Jonke aus Schalkendorf. Fünf christlichsoziale Kandidaten blieben mit einer Stimme in der Minderheit. Die Glorie des Sieges der Liberalen mir einer einzigen Stimme ist, wie man sieht, nicht sehr groß und auch dieser kümmerliche Erfolg wurde nur erreicht einerseits durch einen Fall von Parteiuntreue, anderseits dadurch, daß man eine wahlberechtigte Frau mit einer ganz merkwürdigen Hast auf Knall und Fall unter Kuratel setzen ließ. Früher war es keinem Menschen eingefallen, diese Frau für blödsinnig zu halten, und auch jetzt dürfte es nur sehr wenige geben, die dies tatsächlich glauben. Das Stimmenverhältnis im Gemeindeausschuß ist jetzt derart, daß zwölf liberalen Gemeindevertretern acht christlichsoziale gegenüberstehen. Daß die Mehrheit der Bevölkerung der Gemeinde christlichsozial ist, hat insbesonders die Wahl im dritten Wahlkörper gezeigt. Wenn das neue Gemeindewahlgesetz für Kram die kaiserliche Sanktion erhält, so wird künftighin auch bei uns die Gemeindevertretung jene politische Färbung zeigen, die der wirklichen Mehrheit der Wähler entspricht Fschermoschmtz. (Schule.) Der Bezirksschulrat in Rudolfswert hat an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Frau Gabriele Erker-Jereb die absolvierte LehramtskaudidatinFräulein Stephanie Marquise von Gozani zur Supplentin ander hiesigen Volksschule bestellt. t ^ m Dranduk. (Verschwundenes Kind.) Von dem am 2. November verschwundenem Mädchen ist noch immer keine Spur. Sehr verdächtig ist es, was die slowenischen Blätter „Slovenec" und Dolenske novice" darüber schreiben: Ein Mann hätte es gestohlen. Kann man denn so ein Kind in der Tasche herumtragen, um es ganz verstecken zu können? Ein Raubvogel hätte es genommen. Die bei uns vorkvmmenden Raubvögel sind nicht einmal imstande, eine erwachsene Henne davonzutragen, und da hätten sie ein zwei einhalb jähriges Kind emporheben sollen, ohne irgend eine Spur zu hinterlassen? Das kommt dem Schreiber in den slowenischen Blättern glaublich vor, aber unglaublich findet man, daß ein Jäger ein Kind, das sich ins Gebüsch hinein verirrt, zusammenschießen könnte! Man muß uns schon die Freiheit lassen, daß wir gerade das Gegenteil meinen und deswegen tritt gerade der letztere Verdacht immer schärfer hervor. Nur schade, daß man nicht einen halbwegs dressierten Hund bei der Hand hatte und aus diese Idee nicht gleich damals gekommen ist; der hätte gewiß das Suchen am besten verstanden. Wöllandk. (Aus der Gemeinde st ube.) Der Gemeinde-ansschuß hat in seiner Sitzung vom 28. v. M. nachstehenden Voranschlag für 1910 genehmigt: Den Einnahmen im Betrage von 273 K stehen Ausgaben im Betrage von 2538 K gegenüber. Davon sind 826'10 K sür die Schulen in Pöllaudl und Steinwand, 300 K für Armenversorgung, 440 K als Entlohnung des Gemeindevorstehers, 400 K für Wartung des Gemeindestieres, 60 K für wohltätige Vereine und der Rest sür sonstige Gemeindeauslagen festgesetzt worden. Der sich ergebende Abgang von 2265 K soll gedeckt werden: Durch eine 50% Umlage von allen direkten Steuern; durch eine 25% Umlage von der Verzehrungssteuer (Wein, Most, Fleisch); ferner werden eingehoben 1 K vom Hektoliter Bier und 20 h vom Hektolitergrade gebrannter geistiger Getränke. Auf den Vorschlag des k. k. Bezirksschulrates in Rudolfswert, die Kinder von Hornwald der Schule in Steinwand zuzuweisen, wurde grundsätzlich nicht eingegangen, da die Gefahr besteht, daß sonst diese jetzt rein deutsche Schule mit der Zeit doppelsprachig werden könnte. — (Heirat.) Am 24. November hat sich Karl Gramer, Landwirt aus Pöllandl mit Rosalia Kapsch aus Krapflern wieder vermählt. — (Vom Wetter.) Während auf den umliegenden Höhen tiefer Schnee liegt, ist das Pöllandler Tal vollständig schneefrei geblieben — ein großer Gegensatz. Alltag. (Jagdunglück.) Donnerstag am 9. Dezember ereignete sich bei den Weißensteiner Pflanzbeeten ein entsetzliches Jagd-nnglück. Der Jagdeigentümer und Gemeindevorsteher Herr Alois Eisenzopf hatte eben einen Hasen angeschossen, den er verfolgte. Drei Schritte hinten folgte ihm unglückseligerweise der Jäger „Zimmrerhonsch". Die Waffe dieses entlud sich und der ganze Schrotschuß drang dem armen Eisenzopf samt dem Pfropfen und den mitgerissenen Kleidungsresten in die rechte Seite, bohrte sich, die Rippen an der Außenseite streifend, ein faustgroßes und eine Spanne langes Loch und blieb unter dem Schulterblatte sitzen. Eisenzopf stürzte sofort zu Boden, hatte aber dann noch die Kraft, seine Jagdgenossen zusammenzuruseu und ihnen das Unglück zu erzählen. Der Arme ahnte sein Ende. An Ort und Stelle, in Gegenwart der Jäger, setzte er seine Frau als alleinige Erbin seiner Habe ein. Auf zwei Männern sich stützend schleppte sich der tödlich Verwundete in das Dorf Weißenstein, wo er um den Herrn Kaplan schicken wollte. Von rasendem Schmerze gepeinigt, brach er nach kurzer Rast wieder auf, um fein Heim bald nach Mittag zum letztennmle zu betreten. Vom Haufe Nr. 6 bis zu seinem Hause ging er, um seine Frau nicht zu sehr zu erschrecken, alle Kraft zusammennehmend, allein. Sofort schickte er um den Herrn Kaplan und empfing die heil. Sakramente. Nach 4 Uhr nachmittags erschien Herr Dr. Röthel aus Gottschee, reinigte und verband die Wuude und verfügte seine Überführung ins Spital nach Laibach. Freitag früh war der Verunglückte nicht mehr überführbar und es wurden die Herren Doktoren Högier und Staud acher aus Laibach berufen, welche gegen Abend in Altlag eintrafen. Die Operation schien gelungen. 29 Schrote und Kleidungsreste wurden ans dem Körper entfernt; fein Zustand besserte sich. Jedermann atmete auf, hoffte und wünschte Genesung. Sonntag früh stellten sich Atembeschwerden ein. Man schickte abermals um Herrn Dr. Röthel, der gegen Abend ankam. Sonntag abends fühlte der Kranke keinen Schmerz in der Wunde, klagte wohl über Schmerzen in der Brust und Bauchhöhle, aus der Wunde konnte er sogar liegen, ein Zeichen, daß die Wunde brandig geworden war. Die inneren Schmerzen nahmen zu uni) man telegraphierte wieder um Herrn Dr. Högler nach Laibach, der Montag in der Nacht am Krankenbette erschien. Der Zustand des Verunglückten wurde als hoffnungslos erkannt und sein Freund Dr. Högler konnte nur die heftigen Schmerzen lindern. Dienstag früh um 4 Uhr trat der Tod ein. Der Verstorbene war am 10. Mai 1873 geboren. Er ruhe in Frieden I Göttemh. (Zwei Wölfe) sind in dem hiesigen Wald- und Jagdgebiete gespürt worden. Die Jäger konnten ihrer jedoch bis jetzt noch nicht habhaft werden. Die Bestien dürften sich von Kroatien herauf verlaufen haben. — (Auswanderung.) Vier Personen griffen vor kurzem zum Wanderstabe nach Amerika, drei Frauen und ein Mädchen. Die Frauen waren bereits einmal dort, desgleichen ihre Männer, jetzt sind wieder die Frauen fort, die Männer aber sind zu Hause. In einigen Jahren dürften wieder die Männer an die Reihe kommen. „Abwechslung erfreut" sagt ein Sprichwort. Wösek. (Ein Opferdieb) hat am 2. Dezember der Opferbüchse beim Missionskreuze mittelst eines scharfen Instrumentes (Schere) geöffnet und beraubt, kann darin jedoch höchstens 50 Heller gefunden haben. Der Täter ist unbekannt und vielleicht mit jenem identisch, welcher im Herbste beim Schmiede Josef Verderber in den Keller eingebrochen und eine nicht unbeträchtliche Menge Wein gestohlen hat. — (Schnlinspektion.) Am 14. d. M. hat Landesschul-inšpektor Herr Albin Belar die hiesige Volksschule auf feiner Inspektionsreise über Pöllandl, Tfchermofchnitz, Reuter, Stalldorf, Wertschitsch und Robine inspiziert. — (Endlich) ist auch in Mosel eine Ortsgruppe der liberalen Bauernpartei gegründet worden. Am 8. Dezember wurden die Leute zu einer Besprechung beim Gemeindeamte eingeladen und erschienen auch in größerer Anzahl, da man ihnen wohl sagte, sie müßten erscheinen, nicht aber, worum es sich handle. Daß bei einer § 2-Versammlung — denn eine öffentliche getraute man sich nicht abzuhalten — recht weidlich über den Gottscheer Bauernbund und den wackeren „Gottscheer Boten" geschimpft wurde, brauchen wir nicht erst zu betonen. Mit knapper Not kam ein Ausschuß für die Ortsgruppe zustande und ergab die erste Einzahlung zusammen 12 K, da einige auch zu zwei Kronen spendeten. Auch wurde über die Gründung des Konsumvereines unb zum Beitritt zu demselben in überschäumender Begeisterung gesprochen. Doch der Erfolg ist unbedeutend. Das Volk läßt sich nicht mehr so leicht betören unb will für einen politischen Konsumverein, befsen Tätigkeit sich voraussichtlich passiv gestalten wirb, burchaus kein Opfer bringen. Unb gar viele sagen, baß sie als Christen von ber liberalen Bauernpartei, bie bie Bekämpfung der christlichen Weltanschauung, das ist des Christentums, zu ihrem Programm gemacht hat, nichts mehr wissen wollen. Recht so I Das ist die richtige Antwort! Ordentliche Christen, die es mit ihrem Christentnme noch ehrlich meinen, gehören zur christlichen Partei und sollen zum christlichen Gottscheer Bauernbimbe beitreten. Mcheruwschnih. (Unglücksfall. — Hundekontumaz. — Eisenbahn.) Wieder ein Mensch in Verlust, biesmal aber ein Mann, unb zwar von ungewöhnlicher Stärke und Größe, für heutzutage ein Riefe von Gestalt, es ist Pfarrer Kramarič von L-chweinberg. Da der Herr seinerzeit Kaplan in Mitterdors war, dürfte er vielen Gottscheer« bekannt sein und sein Verschwinden nicht ohne Interesse. Die Daten, die ich hier biete, sind verläßlich; sie stammen vom Bürgermeister von Schweinberg, der mit dem Seligen gut befreundet war. Die ersten Nachrichten, die bei uns kolportiert wurden, lauteten auf Mord. Nach einigen fei er in die Kulpa geworfen worden, nach ändern fei er im Walde erschlagen gefunden worden. Bis jetzt bekannte Tatsache ist: Er ist den verhängnisvollen Nachmittag nach Weiniz versehen gegangen und hat sich dort bei einigen Freunden aufgehalten. Man ersuchte dann einen Fuhrmann, er möge den Herrn nach Hause fahren. Dieser schlug es jedoch ab, sein Wagen sei schwer und seine Pferde müde. Der Herr Pfarrer fährt also bis zum Scheidewege mit, dort springt er vom Wagen und — in der finsteren Nacht schlägt er den Weg gegen die Kulpa zurück ein. An der Brücke fand man seinen Rock mit zwei Spar-kassebücheln und seinen Plaid. Daneben lehnte der Regenschirm. Auch sein Gehalt hatte er auf der Post noch nicht behoben. Die allgemeine Meinung geht dahin, er habe einen Gang machen wollen und sei dabei in der stockfinsteren Nacht in die Kulpa geraten. — Wie anderwärts, sind auch wir heuer mit der Hundekontumaz beschert worden. Die wenigen Hunde in der Gemeinde kommen dieser sehr teuer zu stehen, denn der Wasenmeister hat dem Gemeindeamte eine Rechnung von 850 Kronen vorgelegt. Mit Rücksicht auf die wenigen Wege, die er herauf gemacht hat, mit Rücksicht darauf, daß er in einem Wege mehrere Gemeinden dnrchnehmen kann, mit Rücksicht endlich daraus, daß er für seine Studien wahrscheinlich keine großen Spesen verwendet hat, ist die Rechnung wohl eine enorm große. Es juckt mich in der Feder, aber Schlüsse, wenigstens für jetzt, will ich keine ziehen. — Vom hohen Eisenbnhnministerium war für diesen Monat eine Kommission für die Weißkrainer Bahn angesagt, u.zw. am 13. in Rudolfswert, am 14. in Tschernembl. Mitte Dezember war eine Begehungskommisston in diesen gebirgigen Gegenden, wo die Wege weder mit Wagen, noch mit Schlitten passierbar sind, ausgeschrieben. Dazu gehört ein großer Topf Weisheit, wie sie solche nur im Parlamente kochen, denn dieses soll darauf gedrungen haben. Bei einem halben Meter hohen Schnee werden sie das Terrain wohl nicht sondiert haben. Übrigens ist dem Schreiber dieser Zeilen jetzt noch unbekannt, wie die Begehung ausgefallen ist und" ob sie überhaupt stattgefunden hat. Näheres ein anderesmal. Laibach. (Todesfall.) Am 12. d. M. starb hier Herr August Kleč, Lehrer an der städtischen deutschen Volksschule. Er war ein treuer Gatte, ein liebevoller Vater und ein guter Katholik. Ehre seinem Andenken! Wie«. (Verein der Deutschen aus Gottschee.) Am 9. Jänner 1910 um halb 9 Uhr abends findet ein Tanzkränzchen in den Saal-Lokalitäten des Hotel Savop, „Englischer Hof", Wien, VI., Mariahilferstraße 81, statt. Musik der Salonkapelle Kraus. Tanzleiter Ludwig Kadur. Eintritt 2 Kronen für die Person. Familienkarte (vier Personen) 6 Kronen. Nachdem dieses Kränzchen gleichzeitig ein Familienabend der Gottscheer Landsleute sein soll, ivird um recht zahlreichen Besuch gebeten. Gäste willkommen! Nachrichten aus Amerika. Kmcmnati. (Gegen flüchtige Ehemänner.) Auf seiner Rundreise durch die Bereinigten Staaten Nordamerikas kam Präsident Taft in Cincinnati an. Bei dieser Gelegenheit überreichten ihm 600 Frauen eine Bittschrift, in der die Vorlage eines Gesetzes verlangt wird, das alle Ehemänner, die ihre Frauen treulos verlassen, derselben Bestrafung unterwirft wie Fahnenflüchtige in der Armee. In der Bittschrift ist ausgerechnet, daß während der letzten Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergespaltene Xleindruckzeile oder deren Raum JO Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes )ahr wird eine zehnprozentige, bei solchen durch das ganze )ahr eine zwanzigprozentige Ermäßigung gewährt. Wcbeer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 474%. „ „ Hypothekardarlehen 5%. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 72/%. drei Monate in Cincinnati allein nicht weniger als 2000, sage zweitausend Ehefrauen von ihren Männern treulos verlassen worden sind. Brecksville. Hhio. (Farmer geworden.) Ein Landsmann, der vor zwei Jahren wieder zu seinen Kindern nach Amerika zurückgekehrt ist, wo dieselben eine Farm (Bauerngrund) bewirtschaften, schreibt uns: „Im allgemeinen geht es uns gut, wenn auch das amerikanische Farmerleben manches zu wünschen übrig läßt. Mit den Pferden zumal kann ich mich nicht recht befreunden und doch wird hier alles nur mit Pferden und Maschinen gearbeitet. Das Auskommen für den Farmer ist hier auch deswegen besser, weil man in der Stadt alles leicht und gut verkaufen kann. — Mitglied des Gottscheer Bauernbundes und der St. Josefbücherbruderschaft will ich auch weiterhin bleiben. Freundlichen Gruß sendet I. Hönigmann. Gkevekand. (D er d eutschösterreichisch e Unterstützungs-verein) hielt am 10. Oktober seine halbjährige Generalversammlung ab, zu welcher fast sämtliche Mitglieder erschienen. Der Bericht des Finanz-Komitees war,günstig, denn der Verein machte im letzten Halbjahre einen reinen Überschuß von über 400 Dollar, so daß jetzt der Kassastand des Vereines sich auf 2896 Dollar 57 Cent beläuft. Angeschafft wurden 100 Vereinspages, 11 Beamtenpages, 7 Schleifen für Beamte und eine Schnur zur Fahne für 84 Dollar 45 Cents. Hochwürden Pater Dr. Kramer von der heil. Dreifaltigkeitsgemeinde hielt einen Vortrag über Rom, welcher mit der größten Zufriedenheit ausgenommen wurde. Es wurde ihm der Dank des Vereines dafür ausgesprochen. Zum Schlüsse unterhielten sich die Mitglieder bei einem Faß Bier, welches von der Cleveland Brauerei dem Vereine unentgeltlich zugeschickt wurde. Auch die Vereinsbiblivthek, welche vor einem halben Jahre gegründet wurde, blüht/denn sie weist schon 21 Bände auf, darunter die Hl. Schrift, eine Weltgeschichte, einen großen Atlas usw. — (Unentgeltliche Rückfahrt.) Jene Österreicher, welche irgendwo in Amerika ohne Verdienst und mittellos sind und gerne in die Heimat zurückkehren möchten, werden auf Kosten des österreichischen Ministeriums des Äußern unentgeltlich zurückbefördert, wenn sie sich beim österreichischen Konsul als mittellos ausweisen. Unsere Landsleute seien auf diese Begünstigung aufmerksam gemacht. Wew Igorji. (Österreichisches Einwan dererheim und Leohaus.) Das von der österreichischen Gesellschaft in New Aork unterhaltene Einwandererheim, zu welchem die österreichische Regierung einen jährlichen Zuschuß von 20.000 K leistet, beherbergte während des letzten Jahres 15.952 Personen, an welche 34.088 Mahlzeiten und 10.384 Nachtlager unentgeltlich gewährt wurden. 38 Prozent der Schützlinge erhielten durch das Heim lohnende Arbeit. Auf Ellis Island vermittelten die Vertreter in 1120 Fällen, an Geldunterstützungen gab die Gesellschaft 695°59 Dollar. Im Heim soll jetzt auch eine katholische Kapelle eingerichtet werden, ähnlich wie dies beim Leohaus, 6 State Street, der Fall ist. Das Leohaus wird von der österreichischen Regierung ebenfalls jährlich mit 5000 K unterstützt. Wer nach Amerika kommt oder von dort zurück will oder aber in New Iork arbeitslos ist, soll es nicht unterlassen, sich entweder an das österreichische Einwandererheim oder ans Leohaus zu wenden, wo man jedem mit Rat und Tat bereitwillig zur Seite steht. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Einschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Einschaltung zu erlegen. — Es wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. « Rausverkauf. « In Unterlag ist ein großes Bauernhaus mit Wirtschaftsgebäuden und 42 Joch Grund feil. — Nähere Auskünfte erteilt Alois Ruppe, Unterlag Nr. 4. Anzeigen. Verein der Deutschen a. LoMkee —— in Wien. Sitz: l., Nauhenstemgasse Itr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinslokale „Zum roten Agel", I., Akörechtsptatz Mr. 2. Ein verläßlicher Bursche wird als Verkäufer und zugleich Schankbursche in Laibach aufgenommen. Nähere Auskunft erteilt die Administration dieses Blattes. Mit „Keil-Lack" streiche ich seit Jahren Den Fußboden — denn das heißt sparen; Und für Parketten reicht 'ne Büchse Alljährlich von Keil's Bodenwichse. Waschtisch und Türen streich ich nur Mit weißer Keilischer Glasur. Für Küchenmöbel wählt die Frau Glasur in zartem lichten Blau. Zwei Korbfauteuils, so will's die Mod', Streich ich in Grün — den ändern Rot. Das Mädchen selbst gibt keine Ruh' Mit Keil's Creme putzt sie nur die Schuh', Und murmelt, weil ihr das gefällt: „Der Haushalt, der ist wohl bestellt!" Stets vorrätig bei: Franz Loy in Gottschee fl Reichhaltiges ^ager der öesten L Aahrräder und jl^ Musikautomaten Mann lax $i 5okn » Laibach Aienermarse Nr. 17. Leset und abonnieret den „Gottscheer Boten“. Verkäufer des Eisenfaches Deutsche, der slowenischen Sprache mächtig, dringendst gesucht. Stellenvermittlung des Reichsverbandes „Anker“ Wien VIII, Lerchenfelderstraße 156. Sebiffskarten-Agentur. Der ergebenst Gefertigte erlaubt sich dem P. T. reisenden Publikum anzuzeigen, daß er die Agentur für die Linie &BT Austro-Americaria in Triest übernommen hat. Gestützt auf seine Erfahrung und Reisen fowie auf seine Kenntnisse der amerikanischen Gesetze ist derselbe in der Lage, jedermann die bestmöglichste Auskunft zu erteilen. Matthias König, Schiffskarten-Agent im Gasthofe des Herrn Franz Verderber in Gottschee. Provisions - Reisender für das Gottscheer Gebiet wird unter günstigen Bedingungen aufgenommen bei Johann Jax & Sohn, Laibach. €ine Keusche gebaut aus Ziegeln, mit einem großen Acker ist xreiswürdig zu verkaufen. Anfragen sind zu richten an den Besitzer And. Sterbenz, 5chalkendorf Nr. 89. Zu verkaufen ein größeres, freistehendes, massiv neuerbautes * Hlobnbaus « mit 8 Zimmern (2 Wohnungen) und Wasser im Hause, an der Straße gelegen, sür Geschäftsbetrieb oder industrielles Unternehmen sehr geeignet; mit Ökonomiegebäuden, großem Obst- und Gemüsegarten, Acker- und Wiesenland für zirka 12 Stück Großvieh zu wintern; mit Streu- und Holzanteilen, bewaldet mit schlagbarem Buchen- und Nadelholz, und diversen Plätzen zur Gewinnung von Sand. Gesamtgrund zirka 52 Joch. Nähere Auskunft erteilt A. Slerkenz-Stakzer, Obermöfel Nr. 37. Verantwortlicher Schriftleiter Joses Erker. — Herausgeber und Verleger Josef Eppich. — Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gottschee.