Lmbachen Mtung. Nr. 233. Plan ll Nieratio nsprei«: In, Lomptoir ganzj. N. Il balbj. N. 5.5». ssilr bie Zllstcllung ins Hau« hal^i^olr. MitbrrPost aattzi.fi. 15, halbj.ss. 7.5«. Donnerstag, l. October Inseitl onögebühl bi« I« gellen: imal 60 lr., lm. »nlr., 3m. l fl.! lonst pr. Zcile im.«lr., i!Nl. 8 lr.. »m. ia ir. u. l.w. Iüs^rlionsstempel jct csui. »u tl. 1«W. Nichtamtlicher Theil. Dic U^chnchtcn aus Spanien, schreibt ein Pariser Correspondent in der „A. A. Ztg.", , lassen an Unklarheit nichts zu wünschen übrig, nnd das llnzigc, was man i» Bezug uns sie behaupten darf, ist: daß wie niit einem Zaubcrschlag die kriegerischen Gerüchte, Deutschland betreffend, von der Oberfläche der Tagespolitik verschwunden sind. Bor acht Tagen noch stand Hannibal vor den Thoren, nnd Nicl nnd Moltkc waren niit nichls, als mit Vorbereitungen znm fnrcht-barslcn Wiutcrfeldzuge beschäftigt — nnd heute schon lrähl lein Hahn mehr darnach, die Börse ist rnhig, kein Mensch spricht vom Großhcr.zogthum Baden, nnd all der kriegerische Chauvinismus ist verraucht! Besser konnte das haltlose, das trügerische dieser ganzen Agitation nicht bewiesen werden, und wenn es wirklich wahr ist, wie man behauptet, daß zwei Seelen in des Kaisers Vrust wohnen, die officicll-fricdlichc und die geheim-kriegerische, so muß für den gesunden Menschenverstand wohl die erstere die Oberhand gewinnen. Unglücklicherweise für die Huroncu dcS spanischen Anfstandcs scheint auch im Volke der iberischen Halbinsel das Kriegsfencr nicht sehr lebendig zn sein. Sicht man von den phanta» stischcn Berichten der hiesigen Blätter ab, deren jedes ein Dntzcnd Bricftanbcn im Solde haben müßte, sollten anders die von ihnen publicirten Nachrichten zn Gnn-sten der Bcwcgnng anch nnr halbwegs den Charakter der Wahrscheinlichkeit tragen: sieht man ferner von den Berichten ab. welche die spanische Botschaft dnrch Herrn Havas den hiesigen Blättern auftischen läßt — so erhellt eines: daß seit drei Tagen die Insurrection keine Fortschritte mehr macht. Die Bevölkerungen verhalten sich durchaus apathisch, die Soldaten scheinen einen wahren Abschcn vor der Republik zn haben, welche die Aufständischen anf ihre Fahne schreiben, nnd der Clerus zeigt sich ihr natürlich vollends abgeneigt. Die Einnahme von Santandcr zeigt znr Gcnllgc. daß hier nnr eine Handvoll Insnrgentcn das Feld hielt, nnd in Ca-talonien, sonst das wahre Vaterland der Pronnnciamcn los, hat sich noch nicht das kleinste Städtchen gerührt, klaubt man freilich dem „Gaulois" uud seinen scnsa-tionslüstcrncn Collcgen, so hätte schon hcntc der Markus dc la Habana lein Fcckchcn Crdc mehr in ganz Spanien, wo' er sein Haupt in Rnhc hinlegen könnte. ?ber so stehen schlechterdings die Sachen nicht. Der herzog von Montpcnsicr läßt seinerseits dcmentircn, daß ^' den Männern der Bewegung Geld zur Vcrfügnng llestcllt habe; dies brauchte freilich darum noch nicht wahr zu sein, aber die hiesigen Frcnndc Prims und Ol»')zaaa's erklären jetzt ihrerseits: sie würden von ihm, uls einem Manne, der immer noch der verhaßten Bour-"onenfamilic angehöre, dnrchaus nichts wissen wollen . und dieser gegenseitige Absagebrief macht die Sache schlechterdings 'bedenklich." Die kaiserliche Ncgicrnng Hrcrscits sucht sich losznmachcn, und man versichert: Herr Mcrcicr dc Lostcndc, der französische Botschafter '".Madrid, habe dem General Ios<> de la Concha die br'Ugcndslcn Vorstellungen machen müssen, um die Kö-!"llin zu einem entscheidenden Schritt zn drängen, der "Mu völligen Vrnch niit dcu Ncolalholikcn constatirc ""d zugleich der Nation verkünde, daß das scgcnbrin ^"bc FrcihaudclSsystcm den so lange anfrccht erhaltenen Schutzzoll ersetzen werde. Ob diese Rathschläge zu spät Hunnen, muß freilich die Zukunft erst lehren. I>rcßdcbMc in Lcmberg. <^ Lcmbcrg, 2!l. Srptcmbsr. (2l. LandtagSsitzuna.) ^as Gesetz wegen Wählbarkeit gerichtlich bestrafter ^^soncn wird in der dliltcn Lesung angenommen. Es wird die Gencraldebatlc iibcr die von der Adrcß-s°"unisjion vorgeschlagene Rcsolntion eröffnet uud ^'zeczunowicz erhält das Wort. . Er behauptet vor allem gegen Sangnszlo, daß fich so!!" "°^ ^irch die neue Vcrfassnng »icht verbcsscit, '"dm, vcischliuunclt habe. So cnthattc die Verfassung, ucr anderen vom Redner schon früher angeführten y'l)c,liac!, Bestimmungen, nuch dic, daß sich der und ^-'chtöhof ii, Wicu befinden müsse u. a. m., da n s? ^'^ Verfassung selbst uns nicht benachteiligt, ^,, Nuchal, z)^^ .^ ^^^ ^^. I^l^-pi-clation, Wie z. B. " "lganisation dcr Schn!cn. dell,,, "^" "'ilsscn wir jetzt unsere Wünsche uud For-U°»e»^,"' "" formnlircn, nm derartigen Interpreta« "Men Anhaltspnnkt zu gewähren. In dieser Beziehung führt Redner an, daß die Commission die Gesetzgebung in Handelssachen nnr zum Theile dcin Landtage uindicirc, wahrend doch eine Trennung kaum thnnlich sei; daß dieselbe die Gesetzgebung in intcrconfcssicmcllcn Angelegenheiten gar nich! begehre; daß sic die Hmausgabe von Vollzugsgesctzcn zn dcn Slaalsgrnndgcsetzcu für den Landtag beanspruche, ohne dieselben z» spccificiren, wodurch schr leicht Conflicte entstehen können. Cbcnso habe sich Misere Delegation in Wien unklare nnd schädliche Bestimmungen gefallen lassen, weil sie an „liberalem Znckerwcrt angebissen" habe. Ferner tadelt Redner in dcm Projcctc, daß dasselbe dic Orgaui' sation der Finanzbchöldeu nicht für die Landcsgcsctzgc' bnüg vindiciic; ferner, daß darin die ans dcm Wii-fnu^krcisc dcS Rcichsrathcs auszuscheidenden und an dcn Landlag zu übcrtla.icndcn siechte svccificirt feien, während es zweckmäßiger und conscqucutcr gewesen wäre, jene Rechte zn specificirc», welche wir dcmRcichö-lllthe belassen wollen. Cndlich hätte man sich auf dic Thronrede vom 22. Via, u, I. bcrnfcn follen, welche dcn Ländern cii'c anogedchntcrc Autunomic versprach. Or legt daher sein Project vor, welches diese Mängel beseitigen soll nud in welchen anch gefordert wird, daß dic oberste Leitung im Lande sich nicht in d r Hand cs zn ernennenden Hoskanzlcrs, sondcrn ciucS dem Landtage verantwortlichen Statlhallcrs befinde, weil fönst dcr Hoslanzlcr als Minister dcm Ncichbrathc nnd als Leiter der Landcsvcrwallung dem Landtage vcian!-woillich scin müsttc. Cine solche doppelte Verautmolllich« kcit wäre aber ein Unding. Iu Bezug auf die formelle Behandlung begehrt er dicZnlückwcifnna an die zn vcistärkcndc Commission, damit dieselbe anch nbcr sei,, Project rcfclirc. Er w rd aber nicht unterstützt. Fürst Ad^m Sapicha meint, cs aenilgc nicht, eine „nationale Autonomie" ,zu fordcru. Diese Redensart sei so vicldcntia, daß uns die Cculralistcu sicher crwic dern würden, wir hätten schon eine solche Autonomie. Was wir ucilaugen, ist eigentlich ciuc Sondclücllnna; daS mnsi aber mü klaren Worlcn gesagt weidru. Zn präci-siicn wäre diese Sonderstellililg durch Verhandlungen "on Commissionen dcS Landtages, unter Genehmign»« dieser beiden Körper, ähnlich wic bci dem Anöglcichc nnl Ungarn. Fcr> cr wälc deutlich zn sagcn, dus; wir nicht blos einen Anttag, sondeiu ein Proaramm ausstellen, nnd daß wir nur nach Annahme dieses Programms au der Neugestaltung Oesterreichs Antheil nehmen wollen. In diesem Programme wären unsere Wünsche nnr im großen nnd ganzen auszusprcchcn; das weitere werde Sache dcr Commissiondvcrhandlungcn sciu. Wolle >n^ü aber schon specielle Punkte anfslellcn, so umschreibe mau lieber dcu Wirkungskreis dcS RcichsratheS als uusern cigcurn. Cndlich verlange man nicht die Ausscheidung einer Qnotc des Stcncrcrtragcs für Landcserfordcrnisse, sondern umgekehrt dic Ausschcidnug ciuer Quote für Staats-zwcckc und Vcrwcndnng dcr übrigen Gelder für Landcs-zwccke. Nur so werde uns dic Stcucrvcrwaltung zufallen können. Redner verlangt ebenfalls die Znrückvcrwcisnng an die Commission zur Berichterstattung in der nächsten Sitzung, indem cr scin eigenes Project vorlegt. (Wird unterstützt.) Graf Adam Potocti ist dcr Ansicht, man solle sich vorlanfig mit einer solchen Crwcitcrung dcr LandeS-autononne begnügen, wie solche schon jetzt zur freien na-tlvnalcn Entwicklung unentbehrlich sei. Das übrige solle für spätere Zeilen verbleibe». Daher legt cr sein Project vor, welches nur die bekannten vier Punkte, nämlich: volle Autonomie dcS SchulwcscuS mit Inbegriff dcr Gesetzgebung über die Universitäten. Autonomie in Betreff des Vcrwaltuugs- und Gerichtswesens, einen besonderen Minister oder Hofkanzlcr für Galizicn und Bcstimmuug einer Qnotc für Landcsansgaben und außerdem die Forderung enthält, daß die Staatsgüter im Lande als Landcsciaeulhnm erklärt werden. Zugleich bcaulragt cr, daß sich das Haus erkläre, welches von dcn vorgelegten Projccten die Basis dcr ferneren Bcrathnng bilden foll. Strzynski legt ein viertes Project vor, welches in den meisten Punkten mit jenem von Krzccznnowicz übereinstimmt, aber außer dcm besonderen Hofkauzler noch eine besondere, dem Landtage verantwortliche Landesregierung für Sachen der Instiz, Administration, des Cultus uud Unterrichts, der öffentlichen Sicherheit, des Handels nnd der Landcsfinauz« begehrt, mit verantwortlichen Chefs an der Spitze Es werde dadurch eine ähnliche Organisation hergestellt wie ehemals im Königreiche Polen, woselbst dcratigc Commissionen mit Dirccturcn an dcr Spitze und ein Staats sccrctär mit dem Sitze in Petersburg bestellt warcn. Später zieht cr aber das Project als Ganzes zurück nnd begnügt sich mit dem Vorbehalte, Amcudcmcnts zn stellen. Zyblitiewicz vertheidigt die Vorlage der Com-mission. Gerade der Umstand, daß die einen mehr, die audercu weniger verlangen, ist für ihu ciu Anzeichen, daß die Commission wohl die richtige Mitte getroffen haben dürfte. Dcr Antrag Sapieha enthält uumögliche nnd ill> gale Fordcrnngen. Unmöglich ist die Fordcruug, daß uns auch ciu gewisser Antheil an den auswärtigen A"-gelcgcnhcitcn zufalle, fcrucr der Modus dcr Berathung durch Commissionen des Landtages nnd des Rcichsrathcs, in welchem lctztcrcu wir doch auch vertreten sind. Unge^ sctzlich ist die Erthcilnng cincr Instruction an unsere Delegation, welche in dcr gestellten Bedingung liegt, daß dieselbe sich nntcr gewissen Voraussetzungen ans dcm Rcichsrathc zurückziehen solle. Dcr Antrag Krzecznnowicz gcht zn weit; nnd wenn Krzcczunowicz Vcr Commission vorwirft, sie habe sich zn sehr in allgemeinen Sätzen bewegt, so ist dies viel« leicht ein Vorzng, weil dadurch die Vcrhandlnngen erleichtert werden. Mit Potocti nnd seinein Anhänger Wodzicli bin ich darin einverstanden, daß wir nnr verlangen sollen, was wir nicht entbehren können. Aber meiner Anschauung zufolge ist alles unentbehrlich, was die Commission fordert. Uebrigcns ist cs nicht richtig, daß wir leichter zum Ziele gelangen werden, wenn wir weniger fordern. Fordern wir noch so wenig, so wird man cs uns immer mißdeuten. Ferner widersetzt sich Redner der Fordcrnng von Potocki. eines der vorliegenden Projccte znr Basis dcr Verhaudlnng zn wählen, denn nach dcr Geschäftsordnung kann nur das Commissiousproject als eine solche Basis dienen , welches auch allein gedruckt vorliegt, wcßhalb man die anderen erst drucken müßte. Smolka empfiehlt nochmals seinen bekannten Gegenantrag. Dcr vollendete Ausgleich mit Ungarn selbst bilde teiu Hiudcruiß, dcun die Ungarn selbst würden die Knechtschaft anderer Völker nicht wollen. Nur die Deutschen, mit Ausuahme dcr Tiroler, seien der Fökration entgegen. Sie sind aber nur 5» Millionen, wir Polen, Böhmen, Mährcr, Krainer und Tiroler dagegen 15). Sie werden also thnn müssen, was wir wollen, wenn wir cs uur ernstlich wollen. Haben doch die Ungarn auf die gleiche Art ihren Willen durchgesetzt und sie sind nnr 4 bis 5> Millionen gegen 7 bis 8 Millionen Slovakcn, Serben, Rnthencn, Croa-ten nnd Rnmäncn. Anch nnsercrc rechtliche Basis ist eine bessere; sie waren durch i^x lü < <>i!v<>»l!, gebunden, wir aber nicht. Sie fragen mich, meine Herren, ob die Föderation anch möglich sei; ich erwidere, daß sie nicht nur mög< lich, fondcrn anch nothwendig ist nud früher oder später zu Staude kommcu muß. So habe ich auch vorausgesehen, daß, wcun Oesterreich die deutsche Frage nicht in die Haud uchmcu wird, Preußen dies thnn werde: daß man Italien abtrete, daß man dcu Ungarn ihre Constitution wiedergeben müsse. Man wollte mir sogar damals einen Hochvcrrathsproceß anhängen, weil ich ihnen znm passiven Widerstände ricth. Und die Ungarn überschütteten mich nachher mit Dankadressen nnd Chrcn-diplomcn. Was die arme, von mir unterjochte Bukowina betrifft, so wag dieselbe, wenn sie cs wünscht, zu uuS in ein Verhältniß wie Croaticn zu Ungarn oder auch in gar kein Verhältniß treten; ich habe meine Idee uur im großcu uud ganzen hingeworfen nnd bestehe weder anf jeder Einzelheit, noch will ich irgendjc-mandem Zwang anthun. Ein "Redner ist es . der mich am meisten unter-stützt hat, und das ist dcr Herr Rcgicrunc^ommissär. Er sagt uus: Gebt euch leine Mühe. ihr werdet ja doch uichts erreichen. Und da wollt ihr noch iu dcn Rcichsrath gehen? Schade um die Zeit nnd um die Kosten. Noch ein paar Worte an dcu Grafen Potocki. Er sagt, daß wir nnr fordern sollen, was wir gleich brauchen. Aber wir brauchen schon in diesem Monicutc alles, die volle Autouomic. Cs kommt mir fast »ol-, als glaubte er, zn viel Freiheit könne uus schaden, ^s ist hier aber uichts überflüssig; cs ist "öchi,;, "llc^cr-lMnissc zn ordnen, nnd da kann ,»,« ",,e cch" ,5'"- 1650 heit, cine wahre Sclbnregiernng niemals schaden. Er will ein Programm ansstcllcn, welches auch der Masse verständlich sei; iluu, die Masse versteht nur c i n Programm: Gebt uns Wälder und Weideplätze! Mit sol' cheil Sophismen werden wir nur noch einige Jahre verlieren und dann doch zu meinem jetzigen Antrage zurück« kehren müssen,. GrccholSli vertheidigt als Referent die Com-missiousvorlagc, wobei er sich insbesondere gegen Sa-picha wendet. Dieser zieht seinen Antrag mit Vorbehalt der Stellung von Amcndcments zurück. Nnl .'l Uyr wird die Sitzung geschlossen. Nächste Sitzung Abends: ans der Tagesordnung die Special -debatte. Dic HHschc Denkschrift. Friedrich Wilhcllu l. von Hessen hat eine Denkschrift veröffentlicht, betreffend die Auflösung des deutschen Bundes und die Usurpation des Kursürsleuthums durch die preußische Krone im Jahre 1^(><>. Das 0,! Seiten enthaltende Schriftstück enthält folgende Abschnitte: 1. Die Stellung des Kurfürsten zu der schlcs-wig-Iwlsteinischen Angelegenheit; 3. dic Stellung desselben zur Anndcsreformfragc; .''. die Stellung desselben zu dem Conflicte der Großmächte im Jahre IWtt; 4. die Stellung des Kurfürsten zn dein Vorgclicn Preußens gegen den Bund und die gegenwärtige Rechtslage. Der Schwerpunkt des kurfürstlichen Elaborates i>>'l» «>om<» ist wohl in der Stelle enthalten, daß es im Rcchtöin-tcressc liege, der traditionellen Crobcrungöpolilii der nordischen Macht ein gebieterisches Halt zuzurufen; nichtcin uuter dem Danaergeschenk des Prenßcnslaatswcscnö zn-sammengczwungcncs Reich, sondern eine freie, auf freier Föderation beruhende Verbindung der deutschen Stämme sei cine die Sicherheit Deutschlands garantircndc Staa-tcnform. Die Existenz llcincr Staaten sci ein Element der Erhaltung des europäische»! Gleichgewichts. Während die Denkschrift in größter Weitschweifigkeit alle Anschnl' diguugen, die sich auf die Catastrophe des Jahres I80C' beziehen, zum Gegenstände eingehender Erortcrnna.cn macht, findet sie kein Wort der Abwehr für die zahllosen Anklagen, die man mit Recht gegen die kurfürstliche Regierung erhoben hat. Dieses Ignorircu der altcu Sünden, für welche die Völker cm besseres Gedächtniß besitzen, hat den dcposscdirtcu Fürsten, zu dem Ausrufe vermi-laßl: „Er vertraut unter wiederholtem feierlichen Proteste gegeu die ihm angethane Vergewaltigung ans das Urtheil aller Bcrufcuc», nuf die thatkräftige Sympathie dcr maßgebenden Mächte, anf das Walten der göttlichen Gerechtigkeit." Ob zu dicscn maßgebenden Mächten anch seine gcmaßregcllcn Hessen zählen, möchten wir doch bezweifeln. Es ist schließlich bcu.crkcuswcrlh. daß das preußische Tclcgraphcu-Bnrcan dieser Tage eine auf die Denkschrift bezügliche, an die „Frankfurter Zeitung" lautende Wiener Depesche, welche eine kurze Analyse des Schriftstückes enthielt, nicht wcitcrbesörderu ließ und dieselbe als „Dokumcut" zurückbehalten Hal. Das hätte man früher in Cnrhcsscn anch getroffen. (Dcb) Oesterreich. Wien, 29. September. (Dcmcuti.) Die „Wr. Abdpst." schreibt: Es ist sehr bedauerlich, daß iu dem Augcublickc nach dem Anstrittc des bisherigen Ministerpräsidenten Fürsten Auerspcrg. welcher seine Ciutrachts-devise dem Ministcrralhe als leitendes Vcrmächtniß hinterließ, durch ein publicistischcs Orgau der Same nencr Zwietracht nntcr den Minister» gcsäct werden will. Wir machen kein Hehl daraus, daß wir „Die Presse" meinen, die sich dazu hergibt, einen Vmfall im Präger Randlage in der gehässigsten nnd unzutreffendsten Weise zn Angriffen gegen ein Mitglied des Cabinets anszubculcn. Zugleich sind wir in der Lage, nachstehendes Telegramm des Herrn Statthalters Freiherr» v. Kcllerspcrg an Sc. Erc. den Herrn Reichskanzler Frcihcrru u. Bcust zu veröffentlichen: „Telegramm der gestrigen ..„Presse"" aus Prag absolut falsch. Eine Acnßcrnng, daß Ew. Erccllcnz oder sonst jemand mir dcu Eiutrilt ins Ministerium angetragen hätten, von mir zu keiner Seele gethan, hat anch nicht gcjchchcn können, da Ew. Excellenz hicvon zu mir nie erwähnten. Bitte von dieser Crlläruug jenen Gebrauch zu machen, welcher Ew. Excellenz zweckdienlich scheint. Nur wünschte ich, daß diese Acußcruug von mir aus dcöauouirt erscheinen würde. Ich werde heute im „Prager Abcudblattc" widerlegen lassen." Wien, 28. September. (Apostolisches Schrei-bcu in Sachen des Concils.) Das apostolische Schreiben Sr. Heiligkeit Papst PiuS lX. au alle Bischöfe der Kirchen orientalischen Ritus, welche nicht in Gcmciuschaft mit dem Heiligen Stuhle stehen, lautet nach der Ucbersetzung des „Vollsfrcund" in den Hanptstcllcn: ..Pins >'. !>. ,x. ... Da wir auf d,c Bcfördcruug des Heiles Aller, welche Jesum Christum erkennen und verehren , all unsere cifrigcu Bemühungen nnd alle uuscrc Gedanken unablässig richten müssen, wenden wir unsere Augen uud unser väterliches Herz zu jenen Kirchen, wclche einst dnrch das Band der Einheit mit diesem Heiligcu apostolischen Stuhle vel'lliüpft, in so großem Rnhinc der Heiligkeit und der himmlischen Lehrc blühten und reichliche Früchte des göttlichen NühmcS nnd des Seelenheils brachten, jetzt aber durch die ruchlose List uud Umtriebe dessen, der das erste Schisma im Himmel erregte, von der Gemeinschaft mit der heiligen römischen Kirche, die über die ganze Nclt ausgebreitet ist, zu unserem größten Kummer abgelöst und getrennt siud. Ans diesem Grunde haben wir schon im Beginne unseres obersten Pontificals Worte des Friedens und der Liebe mit aller Liebe des Herzens zu euch geredet. Aber sbwohl diese uusere Worte keineswegs den gewünschten Erfolg hatteu, so hat uus uoch niemals die Hoffunng uerlasscu, der höchst guädigc uud gütige Urheber dcS Friedens, der mitten auf Erden das Heil gewirkt hat und als Äufgaug aus der Höhe den ihm angenehmen nnd von allen anzu-nehmcudcn Frieden angenscheiulich gezeigt nud bei seiner Geburt durch das Amt der Engel den Menschen gntcn Willens verkündet uud, uutcr dcu Menschen weilend, durch sciu Wort gelehrt, durch sein Beispiel gezeigt hat, werde unsere ebenso demüthigen als brünstigen Gebete gnädig zn erhören sich würdigen. Nun aber, da wir kürzlich uach dem Rathe unserer ehrwürdigen Brüder, der Cardinälc der heiligen röniischcu Kirche, im lüufiigcu Jahre eine öcumenisch»,' Synode in Rom zu feiern und am 5>. Dcccmbci', dem Fcsle del unbefleckte» Empfäuguiß uud jimgflänlichc» Gollcögc-bäiclin Maria, zu eröffnen angesagt und berufen t)a> bcn, richten wir unsere Stimme wieder au euch und biltln, clmabncn und bl schworen euch ans ganzein H>r> zem, daß ihr auch auf diesc allgciueiüc Synode tomnm! uu'get, wic cuic Vorsah, ru anf das !l, Concil von Lyon gctoinnlcn si»d, irclches lil'fcr Vorgängcr, der selige Glc^oi X. chrwüidigen Andcolens, gehalten, uud üuf das Concil von Florenz, welches von misclcul Vor-^ängcr, Engcn Vl. glücklichen Aüd^i'k.lis, g,spielt worden ist, dauut nach Eii'cnerung dcr G^'ctze rer allen Liebc und iwch WlederheisttlUing dcS FlicdenS der Väter, jenes himmlischen u»d heilsaniru Gcschclllcs Christi, das im Verläufe der Zeit versiegt ist, zm- lcbcndigc» Kraft nach laugcm Nebel des Kummers und nach der schwarzen und nndankliaieu Nacht laugen Zwistes allen d l() und l 1 betreffende Gesetzentwurf nicht genehmigt würde. Schließlich wnrdc der Autrag abgelehnt. Zn 8 'N stellte Abg. Kaltcncggcr Amcudc-mcnlS, welche bezweckten, das Princip der geheimen schi istlichcn A b st i m m n n g durchzuführen. Er begründete dieselben mit Rücksicht anf die in einem Lande, wo daö politische Lcbcn noch nicht dm Charaktcr gereift habe, durch die öffentliche mündliche Abstimmung beschränkte Freiheit der Mcinuugsäußernug. Er widerlegte die Molivirung des Ansschußberich-tes dnrch die in dem Zwischcnraumc zwischen der Wahl-ausschrcibung uud der wirtlichen Wahl gegebene Möglichkeit anch für den weder Lesens noch Schreibens kundigen Wähler, sich cincn vertraucnswcrthcn Mittelsmann zn verschaffen. Dr. To man und Costa rc-plicirtcn lind erklärten sich für das liberale Princip der Ocffcn tlichkcit. Schließlich wurden die Amcndc-mcntS dcö Abg. Kaltcncggcr abgelehnt. Zum § 37 sprach Dr. Savinschcg gcgcn Alinea 2 (betreffs Herstellung der Identität eines Wählers bei Mangel dc'r Lcgilimationskarte), indem er auf die dnrch die Sorglosigkeit der Wähler möglichen praktischen Folgen dieser Bestimmung hinwies, welche dcu Wahlact slörcu töuuen, uud die Ligitimationölartc als Echutzwehr gcgcu Wahlagitationen bezeichnete. Er beantragt Streichung der obigen Alinea und cvcutncll den Beisatz, das; im Falle des Verlustes Duplicate der Lc-gitimatiunolartcn ansgcfertigt werden können; Dr. Kalte ucggcr unterstützte dcn Antrag als im Interesse der Ordnung des WahlactcS gelcgcu. Nachdem Dr. Costa replicirt nnd hervorgehoben, daß, wie die letzten Wahlen gezeigt, oft die Eutscheidung au wenigen Stimmen hänge, nnd daß die Cutzichnug auch nur ciucr einzige» Stimme wegcu mangelnder 'Legitimationslurtc daher nicht »ur ein Unrecht, sondern ein Fehler wäre; daß ferner der constitutioucllc Verein dicsfalls keinen Antrag gestellt nnd daß anch im Verfassungsausschussc sich da-gcgeu kein Bedenken erhoben, daher die jetzigen Einwcn-dungcu ganz unerwartet tommeu, wurde der Antrag Savinschcg abgelehnt. Nachdem H 3? alincawcisc angcnomlncn nnd in dritter Lesung zum Gesetz crhobeu war, erklärte der k. k. Lau dcsprä side ut, auf dic schou im Ansschußbc-richtc berührte Co mpc tcuz f ra g e zurückkommend, mit Bezugnahme auf § 7 des Grundgesetzes vom 2lslcn December 1l-»<,>7 über die Reichsvcrtrctung im Zusa:»' menhauge mit dem zweiten Absätze dcö Anhanges zur LandtagSwahlordnuug, daß die Aenderung dieser Wahlbezirke nur über Antrag dcS Landtages dnrch ein Reichs-gcsetz erfolgen könne. Die Gruppen für die Reichsraths- und Landtags wähl seien die uämlichc», könne» daher nicht dnrch ein Landcsgcsetz abgeändert werden. So viel in Betreff der Form. Was den Inhalt betreffe, so seien bereits in der letzten Session ähnliche Anträge hinsichtlich des land täflichen Grnudbcfitzes gestellt, jedoch nicht sanctionirt worde». Die Theilnahme der Gemeinden an der Grnppc des Großgrlmdbcsitzcs involvirc zndem eine Aenderung des Princips der Intcrcsscnvertrelnng, welche nicht zn lässig sei. Abg. Kromcr sprach sich gleichfalls gegen die Compctcnz des Landtages aus nnd betonte, daß die voin Landtage beantragte Acudcrung jedcufalls auch cine Ac» derung der Gebiete (Gruppen) involuire, daher hie-dnrch auch die Reichsrathswahl uicht mehr iu der dnrch 8 7 des obcilirtcn Grundgesetzes vorgezeichuetcu Art erfolge. Dr. Toni an berief sich auf de» bei Votirnng der Dc cembcrverfassmig aufgestellten Grundsatz, daß durch dic selbe die Laudcsordunngcn nicht geschmälert werden dür sen, zur Abänderung dieser letzteren gebe es blos zwei Factoren: Kaiser uud Laudtag. Abg. Svctcc stimmte bei nnd führte writers an, obigem Grundsätze hätte im Reichsrathc die Majorität, alle antouomen Parteien lind die jetzigen Minister selbst iubegriffen, beigestimmt. Hätle darüber nnch nur der leiseste Zweifel herrschen könne», so würde die Majorität den Rcichsrath verlassen habe». Er bedauere daher die Erklärung der Rcgicruug. Er schloß: Wir dürfeu uicht das Vcrtraucu zur Verfassung uud zum Ministerium erschüttern. (Vravo!) Der k. k. L a » d csPrä s i d c » t erwiederte in Be^ zng anf die Bemerkungen der Abgg. Dr. Tom an nnd Svctec, niemand habe die Ansicht dcr Regierung im Landtage authentisch zu iutcrprctircn, als der Landes-Präsident, als Vertreter derselben. Die von ihm ausgesprochenen Ansichten seien also auch die der Regierung. Diese Erklärung slche nicht im Widersprüche mit dcr im Rcichsrathe abgegebene», sie stehe »icht im Witxr-sprllchc mit der vou ihm selbst schon i» dcr erste» Siz-zuug des Landtages ansgesprochenen Erklärnng, daß durch die Staatsgrundgesetzc die Autonomie der Länder »icht geschädigt, sonder» erweitert werden wolle. Dcr Land« tag habe abcr offenbar nicht das Recht, die Gruppm zu ändern, ans denen die Rcichsralhswahle» hervorgehe». Dies gehöre in daS Gebiet dcr Rcichsgcsctzgcbnng. Abg. Svctcc berief sich auf die noch unter dem Ministerium Schmerling ohne Intervention des Reichs-rathcs geschehene Acndcrnng dcr Görzcr Landesverfassung dnrch Ei»bc;ichnl!g auch dcr nicht laudtäflichcuVc' sitzcr iu deu Großgruudbcsitz. Conscqlicut könne der Landtag die Wahlordmmg überhaupt nicht ändern. Dr. Costa als Berichterstatter erklärte, von scincr Ansicht, daß die laudtäglichc Compctciiz ga»z klar sei, »icht abgehen zu töuncn, berief ficl, Weilers anf Nieder-östcrrcich uud Stcicrmark, wo man anch zur Acndcrnnss dcr La»dtagswahlold»u»g geschritten, ohne daß Compc-lcnzcinN'ciidnnge» vorgekommen wären. In dcr Debatte wegen Abänderung dcr städtischen Wahlbezirke sprach Graf Th»rn gegen die Zl>' sammciilegiiüg dcs Wahlbezirkes Ncnmarktl mit jcnnn vou Krainbnrg. Dnrch dieselbe werde die Berechtigung dcr Städte Nadmannsdorf, Stein nnd Ncumarltl, cincil Abgeordnete» selbständig zn wählen, gcschmälctt. Bei den Wahlen gcben ineist die Wahlortc dc» Alisschlag. Dcr frühcrc Wahlort Neumart'tl lomme jetzt in das Schlepptau von Krninburg und werde ^ort übcrstiinmt wcrdcu. ^^ sci überhaupt ciuc uubcgrcifiichc Anomalie, die Wahlbezirke zn vergrößern, statt sie zu verkleinern. Die Ab' ändcrung werde nur von Stein gewünscht, währcud Rad-mauusdorf uud Ncumarktl protcstircu. Es cutschcidc einzig der von Stein vorgebrachte Grund, daß dcr Mg nach Ncumarktl nm cine Stunde weiter ist, als nach Kraiuburg. Hätte man übrigens von dem Gesetze voM 29. Inni l I. Gebrauch gemacht, so wärc allcn gcho^ fc». Er stellt daher dc» Antrag anf Ablehnung dcr Vereinigung dcr Wahlbezirke Ncumarktl uud Krainbiirg. Dr. Prcli z nnd Dr. Tom an rcftlicirten im In^ lercssc dcr Stadt Stein, Kromcr schloß sich dem Ol"' sen Thnrn an, uieil ^ieuularktl dcr iudnstriellstc O" Kraius sci »ud iu dcr Aiittc dcö Wahlbezirkes liegc-Bisher tonnte ^lcnmarktl darauf rechne», den Ma»u seines Vertrauens durch zn bringen, jetzt werde die Opl^ silioil von Stein dnrch die Vcrslärknng uut EisiM" uud Kropp gesteigert werdcu. Weilers führte Kron,c^ ii, Bezug auf die Ncnbildung dcö Gottschcc - Ncifl",^ Wahlbeziitcs alls, daß dadurch die Jutcrcsfen der dent' schcn Gottschccr geschädigt werden; wogegen Tonia^ und Svetec rcplicirtc». es gebe im Landtage t'"'^ deutsche Nnlioualität, sondern nur ein Land Krain ^ 16öl vertreten und crsterev hicbei heftig gegen das Dentsch-thum lind die „Pcutschthi'nmlei" loszog, welche mit dein Vcstandc Oesterreichs nicht verträglich sei. Er schloß: Die Dcntschthiimelci muß in unserem i^andc und in Oesterreich überhaupt anfhörcn! Schließlich wnrdc der Antrag des Grafen Thnrn abgelehnt. Ant Schlnsfe der Debatte über die Abändernng der i?ß 3, 5>, 7, 8 nnd i» nnd stellte Kalten egg er den Antrag anf Abändcrnug des 8 4 der Landtagtwahlord-nnng dahin, daß jede Stadt und jeder Markt fnr sich zugleich Wahlort,'^n sein habe, was abgelehnt wnrdc. Dagegen wnrdc der evcntncll gestellte Antrag: der Landtag wolle beschließen, der ^andcsausschnf; habe die Zn-lässigleit dcr Ein^elwahl in Erwägung zn zichcn und in der nächsten Session dem Landtage darüber Bericht zu erstatten — an gen o in m c n. Zu den i>tz 10 und 11 betreffend den Großgrundbesitz ergriff Mg. Apfaltrer das Wort, theils »lit Rücksicht auf die materiellen Interessen bezüglich dcr Grnudentlastnng und Scruitntcnablösnng, der socialen m,d ökonomischeu Stellung, dcr besseren Vcwirthschui-wna. des Ol^ei^', besonders aber dcr Forste, theils mit Nncksieht anf da^l dnrch den Großgrnndl'csitz im ^.,nd° liissc znr Geltung tonnn, ndc veriuittclndc Element, wc^' chc«z geeignet sei, die Interessen Aller zn sichern. Endlich hob er anch die dem Großgrundbesitz zukommende conservative Vlissiou hervor, deren kein Staat entbehren löulie, nnd deutete auf dic cucntnclleu nblcn Folgen des bäuerlichen Ucbcrgcwichts hin, welches Julei essen habe, die jenen dcr Handel- und indnsttietrcilcndcn Siadlc cutsiegengesel^t sind. Aber auch dcr Elcrnö, der in, öandtagc ebenfalls ucrtrctcn sei, habe Gniud, dac< coiisclvatiuc Element z» schützen. Oft halic man >>n Vandtagosaale das historische Recht betonen gehört, wcr hade aber ein besseres historischcö ,)ltcht, in diesen, Saale zu sitzen, als dic Eiben der ^lten Stände? Diesen wolle man durch den Gesetzentwurf dic Thüre wciscn, obwohl dcr größte Theil des Laudesvcrmögcns von ihren Vorfahren hcrstammt. Er schloß, indem er betonte, er spreche so uicht ans Selbstsucht, sondern ans Pflichtgefühl gcgeu fciuc Wähler. Er fordere besonders icnc, welche in: Besitze eines Fidcicommisscs sind, auf, es sich wohl zn überlegen, ehe fic deu H 1l) volircu. Niögcn sie fortfahren, die Rechte ihrer Vorfahren zn schmälern, ihrer Gewissenhaftigkeit wird es zn keiner Ehre gcrcichcn. (Oho!) Dr. Tom au widerlegte dcu Vorredner durch Hinlveisni^g auf dcu unaufhaltsamen Foilschritt der Zeit; bie Obligalioncn dcr Ollindentlastnugsschuld, wclchc ein beweglichen Wcrth sind, und die bald vollständig abgelösten Scrvilnlen lönneu keine Intcrcsselwcitrllung befunden, noch weniger da? Jagd- und Fischcrcirecht. Der Landtag handle übrigens nicht gegen die Intcnsse» des Großgrundbesitzes, denn cr wolle dic Rechte aller ^roßgruudbcsitzer erweitern, gleichviel, ob sie landläflichc ^dcr glunddnchliche sind. Den cigcnllichcn U„te>schied 5wisch,>ii kleinem nnd großem Grundbesitz könnte uicht b>c ^uudtasel, sondcrit unr die Fid e ic o m m i ß e i gcu-! cha ft beglündcn. Er schloß: Wollen die Großgrundbesitzer ihre bc-sundersil Vorrechte bchanulcn, so mögcu si? erst ihre besonderen Interessen nachweisen. Daß ihre'Iiücrcssen l.lut dcncn dcr Landgemeinden gemeinsam sind, hauen s'c ja selbst zngcgcben, indem sie mit diesen in dcu ^einciüdcvcrband getreten sind. Dr. E oft a begründet schließlich den Ansschnßau» l''ag »nit Hinwcisung nnf den gleichen Vorgang anderer Glider und schloß: Wir stehen mi! n»sercm Antrag ^''cht isolirt da. Wcnn wir ihn annehmen, so wiro '"«" nicht s^gcn können, daß wir Feldlisten sind. ^Vlnvo). , Der Antrag Apfaltrc r u wurde bei n a in c n t^ ^chcr Abstimmung mit 10 gcgcu 10 Stimmen ab» Nclchnt. ,, Es wurden sodann wegen vorgerückter Zeit nur noch ^ ^vci folgenden 3ium!ncrn dcr Tagesordnung erledigt, ""d zwar: . 2. Der Vergleichsantiag des Finanzminislcrinluö ^lrffss d^ incamcrirteu Provinzialfondcs. ^ Dr. Toma n s Antrag, dcr Landtag möge sich als ^omit^ ronstituireu, um diesen wichtigen Gegenstand zn ^uthcn, wurde angenommen. ., <^. Dic Zusfhlift des Fimuizmimstcrums bcticsfcnd , ^ ^^'schleliln^llng des vom Laudcöau.'schusse abgcsordc« ^' Gulachlcns über die Reform der Grund« und Gc-^"^Mcncr, »vnrdc durch dic Ertlaruug Dr. Eosta's, /"„^Machten sci dcreils fertig und er wcrde demnächst ^'^bcr Bericht c> statten, erledigt. Schluß der Sitzung ^Nachmittag! MgesnemMiteu. Die G^hh^.^^.,, -^ S,idamcrika. hautz^" ^^ Erdbeben in Peru lh.ilt (in Elullgaller i!i>„ ^^ do'ligei, „Beobachter" folgendes Schreiben mit: ^llhr',^' ^uglisl. Wir halten am 13. August Abcins Echl^ci>^" ^^^^"' ^"^ b'k ganze E!»>uohne>s«.talt il, ^linul/," ''^^' ^'^' wllll-nsöimiqc Bewcgllng dc,l>cilc iibcr 5 lh wa/ ""^ ^l"e,l!olle sich ^o,i '/, Etlinve zu ''2 Slund.', st'doch nicht brflig gcnug, das, cs zum Einsturz von Häusern kam. Noch in delssldcn N^cht, am 13., lam von Callao die Nachricht, das; das Meer i» großer Veweglü'g s.i und bis i» die Stati el>»dringe, in Folge dessen allei^, was laufen tunnte, die Flucbt ergriff und 3 Stunden Wrgs zu Fuh hiehcr lief. Gegen 12 Udr Nachts dtach eine Feucröbruust aus, die 60—70 Häuser in Asche le.ite. Der Verlust war sehr groh, da rs gerade das Gsschäilo-oicttcl war, das am meistl» litt. Das Meer abcr wurde wieder nihigcr und lichlele i>n ^auzcu keinen elheblichc» Schaden an, ^ixige Tage sftüler traf uoir einigen südlich gelegenen Ortjchasttn die Nachricht ei», daß vas (5rddebcu daselbst heftiger gefühlt wurde und ziemlichen Schaden a» Gcdcullickleitcn anrichtete. Das Schnell chsle, erfuhren wir aber eist gestern mit den» angelommcnen Süd-Steamer, daä alles ich zu dcschcciden den Zcitungöuachrichtcn, die mit diesem Steamer nach (Zuropa gelangen, ilberlasjen muß. Dic Städte: Arcauipa, Maynega, Locumba, Iquiiiue, Pisa-gua, Arica, sind gänzlich dcmolirt, so daß kein Haus mehr ganz steht. Die letzteren der Plätze, die hart am Meere lagen, sind von dem Meere verschlungen worden, das sich in 40 Fuß hohen Wogen darüber stürzte und mehrere Meilen ui's Land eindrang, j» daß, nachdem das Wasser wieder zurücktrat, nicht mehr zu sehen war, wo die Slävte gestanden hallen. Der ganze südliche Theil von Peru irr eiucm Umkreis von mehr als tausend Meilen ist gänzlich ruinirt und der Schaden unermeßlich: die C'cdcrschiUteruna. in diesem Gegenden war furchtbar und wiederholte sich innerhalb vier bis fünf Tage immer aus's neue. Von Zlliea aus haben wir aussichilichere Nachrichten, welche etwa folgender Alt sind: Die crste Olichutlerung dauerte jüns Minuten, wobei der glotzte Theil der Häuser l>',,s!ürzte, es öffneten sich Svalicn in der Erde, aus welchen Wasser herausdrang, und das Äteer zog sich d?lrächllich zurück! wenige Zeit später wie-verholten sich du Stöße, die den gänzlichen Ruin der Stadt zur Folge hallen, worc.us sodann die (5rhtlnmg des Meelc« eiütral, daö über die Stadt hcleinslürzte und dieselbe gänzlich hinwegwusch. Die Aevöllerung halte nach dem eisten Stoße Zeit, sich auf einen Felsen nahe der Stadt zu flüchten, um nur ihr nacktes Lcdcn zu retten, denn schon z^iglen sich die Vewcgungkn im Meer, viele aber sind u>,t«r dlir Trümmcln begraben oder vom Meere ereilt wococn. Diei Kriegöschisfe, die im Hafen lagen, tümpflen längere Zeit gegen das Element, liegen ab-.r jetzt most mehreren Handlls« schiffen weit im Lande auf dem Trockenen und haben ihre Mannschaft zum gtößten Theil verloren. Das Zollamt in Ariea tnlhklt allein für circa 15 Millionen Dollars Waaren, wovon alles spurlos verschwunden ist. Gleiche Schicksale hatten alle, HasenplcHe mit Ausnahme von Iölay, das sehr hoch gelegen ist und vom Wasser nicht erreicht wurde. Aiecmipa, die zweitgrößte Stadt von Peru, eine Tagreise von der .Nüstc entfernt, ist ein Sehutlhaufen, so wie auch alle Ortschaften im »mileu Umkreise jener Gegend. Menschlichen si»t> im Vergleich nicht sehr viel vello-ren, da den Lcuteli Zcit bliel), sich auf Straßen und freie Plätze zu flüchten; wäre es bei N.icht passut, Hütten viele Tausende ihren Tod gesunde». Noch weiß man von vi>len Plätzen die näheren Details nicht, es sind nur flüchtige Berichte und Nolhrufe, die bis jetzt Hieher gelangt sind. Letztere sind erschrecklich. Es gingcn gestern noch sechs Steamers von hier weq, die von der Regierung mit dem Mthigsten ausaerüstet wurden, und alle menschenmöglichen Anstrengungen werden gemach!, der glößlcn Noth zu steuern. Wir werden in nächster Zeit eine Ueberschwtmmung von Menschen hither bekommen, die alle am Aetlelsact sind, denn deren Heimat i>l unbewohnbar geworden. Aus Quito, 15. August, ist dem Consul der Republik Ecuador in Paris von dem Ministerium des Auswälligcn jtiues Landes folgendes Schreidcn zugegangen: „Ich be-daure, Ihnen anzeigen zu müssen, daß am 10. d. um 1^ Uhr des Morgens in dieser Stadt ein heftiges Erdbeben stattgefunden hat, dutch welches die Kirchen und öffentlichen Gebäude der Stadt fast gänzlich zerstött worden sind. Die Mchrzahl oe? Plioalhäuser ist arg zugerichtet, und dcr durch diese Katastrophe herb'ig«fühlte Schäden ist unberechenbar. Dreißig Jahre dü'sten nicht genügen, ihn wieder gut zu machen. Durch eine besondere Gunft der Volsehung ist die Zahl der Opfer in t>r Hauptstadt nur unbedeutend, sie überflligt nicht cilf Personen. Der Gouverneur der Piovlnz Imbaburu meldet uns durch einen glsttln Abends angetommencu Courier, daß die Stadt Ibarro vollständig zerstört, und kaum der sechste Theil der Bevölkerung gerettet ivoioen ist. Alle Ollschaften besagter Provinz haben daöselbc Schiasal erfahren, aber das Unglück ist noch viel schrecklicher in Olavalo gewesen: einige Personen, die von dieser Stadt kommen, versichern, daß dolt kein einziger Mensch am LcdtN geblieben sli. Die Stoße folgten schnell aus einander u»d v.lmehrlen die Bestürzung dcljcnigen, die dieser schnclllchcn HialasUophe entgangen waren." — (Die Aregcnzer Civilel, <>.) Die Angelegenheit des Cinilthe-Eandioaten, Adlcrwi.lheä und Gcmeinde-ralbcs Jakob Neincr von Lochau bei Vrcgcnz, g.hl nun mit raschen Schrillen ihrer definitiven Ell^digung entgegen. Schon am künftige» Montng fi>'0ct »amlich, wie der „N. Fr. Pr." g^schri.ben wild, in der Acegenzer protestantischen Kirche die feierliche Trauung des belr.sjend.n C>Paares statt. — (Karag e 0 rgieoics.) Ez-Fürst Karageorgie. vie>>, dtsjen lvipeilicher Zustand von seinen ocdinirendcn Aerzte,, turait geschiloert wird, daß seine Trausportirung nach Scmlin oter einem andcrn noch zu bestimmenden Oitc ! behufs Eoxfrontirung mit mehlcicn in Belgrad verhasteteten Complicen nicht statthaft sn, wurde in Pest am Samstag ^uf Rlsjuisition des stattlichen Ciiminalgeiichts durch den Oberphysicus Dr. Flor, Beznt^physieus Dr. Geza Halah unv dc» städtischen Primararzt Dr. Hoffmann untersucht, welche erlla'ren, daß der Transpottirung des EpFürsten behufs Vornahme der Confrontiiung kein törperliches Leiden im Wege stehe. Ein? Resolution über dieses ärztliche Paicrc ist seitens des Genchtihofes noch nicht gefaßt worde . — (Vom ba irischen Hofe.) Mcntag warb in Possenhofen die Trauung des Herzogs von Alenyon unv der Herzogin Sophiv in Vaiern vollzogen. Zu diesem Feste trafen a/stelü in München der Graf von Paus, der Herzog und die Herzogin von Ioinville, rer Herzog u»d die Herzogin von Coburg^iobary ein. Die Kaiserin von Ruh» land ist Samstag Abends in Begleitung des Königs vo» Baicin in Starnberg eingetroffen und sofort auf dem Dampf« schisse des Königs nach dem Schlosse Berg gefahren. Für gestern ware» große Feste zu Ehren der Czarin vorbereitet, welche sich von dort an den Comersee begibt, wo sie vier bis süns Wochen zu »verweilen gedenkt, um die TruuhsN-cur zu gebrauchen und sodann direct nach Petersburg zu-' rückzulchrcn. — (Liebe und Kritik.) In einem ungcnischen Proviüzblatte erzählt der Chef-Redacteur frinen Lesern folgende rühilndc Geschichte: „Es ist die größte Freude eincs Schauspielers, sich in den Blättern gelobt zu sehe", und dieses Vclgnua/n müssen unsere städtischen Schauspieler seil einiger Zeit in diesen Blätter» velmissen 1 daß sie dabei auch den Tadel erspare», macht dic Sache nm nichts besser, und wir sind unsern Lesern eine Aufklärung über den Man-gel der Rubrik „Theater" schuldig. — Unser Referent Ve-ridicus hat u»s Adieu gesagt, und zwar aus Liebe, nicht auö Llehe zu uns, sondern aus Liebe zu einem weiblichen Mitglicde der Bühne. Er ist ein strenger Kritiker und will nicht ungltechl scin; nun verliebt er sich in eine Dame — seinem Herzen spielt oder singt sie wunderbar, seiner kritischen Feder nicht. Was ist da zu thun? Kränken durcl, Wotte des Tadels will er die Angebetete (die übrigens von dieser stillen Verehrung gar nichts weih) um keinen Preis, also einsagte er dem Amte des Referenten. Endlich aber habe ich einen gesunden, mit einer Feder, so scharf, wie eine Damascenerllina/, mit einem Herzen, so hart, wie ein Kieselstein. Der nun wird, von nächster Woche an, die Theaterkritik besorgen, doch muß er trotz seines harten Herzens flüher eins» fsieilichen Eid leiste,,, unzugänglich zu sein gegen alle Lockungen zarter Gefühle. — (Ungarische Räuber.) Eine schauerlich? Räubergeschichte wir aus Nagylal im Csanader Comitat mit getheilt. Mehrere bewaffnete Räuber drangen in das Haus eines als wohlhabend bekannten Schäfers und verlangte» oon der allein anwesenden Frau desselben , daß si? ihnen das G>ld lhrcs Mannes herausgebe. Als die Frau er» widerte, daß sie nicht wisse, wo ihr Mann sein Geld aufbewahrt halte, begannen die Räuber dic Wehrlose in wahrhaft unmenschlicher Weise zu marter» und versetzten derselben zahlreiche Messerstich 1 allein l dcm gewünschten Erfolg und „un schleppten d.ic Räuber ihr Opfer nach dem Camin, in welchem sie daselbe mitteN eixes Strickes auslnüpsten und unter den Füßen ees Weibes Feuer anlegten! Ein achtjähriges Kind, welchem es. geglückt war, unbemerkt aus d»m Hause zu kommen, hatte mittler' weile die Nachbarschaft zu Hilfe gerufen und als nun die Leute von all^n Seiten herbeikamen , ergriffen die Räuber die Flucht, wllche ihnen auch glücklich gelang. Die unglückliche Frau wurde zwar noch lebend heradaenommen, dock soll sie sich in Folge der erhaltenen Messerstiche in einem hoffnungslosen Zustande disinden. — (Kaltlicht.) Nach dcm „I. of (blighting" hat das englische Kricgeminislerium beschlossen, das Kalllicht (Dlummonoolichls) statt des Gaslichts in den Cascrnen und den Ställen der Regimenter cinzusührcn, slit man >urch Versuche zu der Gewißheit gelangt ist, daß das erstere ebensoviel Nutzen schasst, wie das letztere, nud zwar mit weni' ger Unkosten. Ueber die Ve,suche selbst, die man in Perth angcsllllt hat, schceibt der „Edinburgh Couranl": Die Ver« suche mit dem Diummond'schen Licht wurden theils im Ha» fen „The Oueen's Barrack," theils in einem Winkel eines Cafernenflügels, theils in den Sälen der Caserncn gemacht. Auf einem 20 Fuß hohen Gestell befand sich der Lichtapparat und der Ntflezionsspiegcl. Als das Kalklicht angezündet und dcr Spiegel auf den Hof gerichtet wurde, war derselbe fast ebenso hell erleuchtet, wie zur Zeit der Mit' lagssonne, und in einem Abstand von 100 Jards von der Lichlauclle vermochte man bei deren Schein die feinste Schrift zu lesen. In dem einen Ende des Winkels setzte man eln kleineres Licht auf, das, von einer Glaskugel umgeben, start genug 'war, in einem Abstand von 30 ?)arbs eine aus der Erde liegende Knopsnadel si.idcn zu lassen. Dei in einem dec Säle aufgestellte Apparat war noch Uciner, elleuchtrle aber dennoch denselben weit klarer, als es sonst mit Gas zu geschehen pflegt. Die Velsuche wurden in Gegenwalt eines vom KliegLdcpattemcnt aus London dahin entsandten Fachgekhrtsn und des Obersten des Ingeuieureorps in Schottlaub vorgenommen, welche beide sich über die Ergeb« nisse höchst bciiicdigcnd cillärten. — (Amerikanisch.) In Louisiana wurde ein schwarzer Senator ausgeslohen, weil cr währe'-.d der Ver« ta^ung des Senats auf einem Misj'ssippibot als Vart"" gedient hatte, unc» in Alabama zwei Deputirte, die in Hotels von Montgomely als Kellner aufwarttte». 1652 Locale s. — (In der gestrigen nahe an sieb en^ stündigcn Laudta n Ssi tznu g) wnrdc das Gesetz liber die Schulaufsicht nach den Anträgen dcö Aliöschuffcs nngeuomiucu. Die Aenderungen beziehen sich hauptsächlich ans die Zusammcusctzuug dcs Ortöschul-vathee«, in welchen mich die iiatcchctcn ciubczugcn wur-den, des Bezirlöschulratheö, daß dnrch die adoptirtc Fassung des i^ ^2 der Regierung abgesprochene Recht der Bestätigung der Ernennungen in den Äezirköschul-rath und ans das dem ^andeöanSschussc iin t; 35> vin-dicirte Vorschlag^rccht, wogegen der NcgicrnncMcrtrctcr ini N'anicn der Regierung mit Vczug auf das derselben nach den: Gesetze umn 25>. Mai l, I. zustehende Ober-aufsichtörecht Pcrwahrnng einlegte. Die Debatte war sehr erregt und die Theilnahme der Galle', ic an derselben eine sehr lebhafte, so daß sich der Herr Vorsitzende Vandeshanptmann u, W u r z b a ch veranlaßt fand, init Räumung zn drohen. Wir bringen den näheren Bericht nachträglich. Heute wieder Sitzung. TageSordimi-g: l. ill'cchenschastsbcricht. ^. Bildung uon Hauptgcüieindcn und 'Bczirkevertreluugen. .'i. Rcalschulbau. 4. Reform der mndclaustalt. 5». Gesetz über die Vclwirklichnng der sprachlichen Gleichberechtigung in Schule und Amt. l». Großlnpp'Obcrgnrkcr Bczir^straßenOauangclcgcnhcit 7. Rechnungsabschluß des VandcSfoudcs pro 1>?!!6/<;7. .^. Rechtfertigung iu Betreff einiger Aantcn pro 1867. !>. Begründung dl'S Antrages des Dr. Kaltcncggcr üud Genossen auf Vornähme dircctcr Ncichörathowah' lcn. Dem Vernehmen nnch wird der Landtag mit A. d. geschlossen. Zur Zm'nhmich'lM'. In ^)ir. 3<^ des „^aibachcr Tagblaltcs^ ist eine lnrze Erörterung meines Aufsatzes der Vergrößerung der trainischcn Vandesirrenanstalt, die theilwcise r>on unrichtigen Prämissen ansgeht, wcohalb hier nur in tnrzcm der objective Thatbestand festgesetzt werden soll. Der ganze Anfsatz, der (nach meiner Anschanung ganz richtig in einem politischen Glatte dcS Bandes) eine für das Land sehr wichtige Frage objectiv besprach, wendet sich nuter andcrm anch entschieden gegen die schwere Erlangbarkeit der Beschlußauträge und Molivcnbcrichtc im Landtage, nnd gegen ungenügende Expertisen; ungcnügeude, weil nicht allein Gutachten von Fachuerständigcn allein genügen zur Kläruug ciucs dem Wissen der ^aien doch mchr entrückten Gegenstandes, sondern anch das lebendige Wort in eigentlichen l Enqnl'tccommissioncn, die Discussion, die in ihr dargc-! legten Für »nd Wider im Meinungsaustausche init den Mitgliedern des ^andtagöcomil^'ö nnd nuter dcu Sachverständigen zur iilurstcllnng eines derartigen Gegenstandes wesentlich beiträgt; wir erinnern an die diesbezüg-lichc sehr interessante VcrlMldlnng im u. ö. ^audcsaus-schufse bezüglich der Erweiterung der bestehenden oder des Bunco einer neuen Anstalt. Wr^mlich '^' ^"^ ^^^^ voin bnrcautratischcn Systeme abgegangen, und nicht blos die bcthciligten, soudern anch nubclhciligtc (wie es in mciucm Aufsätze statt dem Druckfehler bethciligte heißen soll, was dlirch den Sinn der späteren Sätze sich ergibt) Sachverständige in obiger BcralhnngSform gehört werden. Wir haben unsere diesbezüglichen Wünsche nicht au die Adrcssc des Herrn Primararztes Dr. Keesbachcr, sondern an den Landtag, seine Ansschüsse und Eomit«>' gerichtet. Wäre uuö der uoUinhaltlichc Anlrag und Aio-tivcubcricht vorgelegen, so hätten wir unsere Anerkennn ug dcs Dr. Kccsbachcr'schcn ProjcclcS noch präciser for mulireu löuncu nnd hätten statt dcs „soll'S" iu Bezeichnung dcs Standpunktes desselben gegenüber einer neu en Anstalt einen bestimmten Auöspruch sctzcu tönuen. Es freut uns, daß die ganze Arbeit unseres geehrten Collegcn veröffentlicht wird, weil wir ein Freund größtmöglichster Ocffenllichlcit, vielseitiger objectiver Kritit sind, wodnrch öffentliche und wissenschaftliche Angelegenheiten vor allem gefördert werden. Rnr müssen wir jetzt schon auf unserer Anschauung entschieden beharren, daf^ ohne Anstellung eines eigenen Ordinarius alie die Nachtheile, die auch der Herr Eotlege iu Beziehung auf die mit dem Spitalc vereinte Direction und Administration für die Irrenanstalt andcnlclc, noch greller zn Tage treten würden, daß die Anstalt viel weniger ihrem Zwecke entsprechen nnd so das Geld dafür »i^t sehr geringem Erfolge a:>^ gegeben sein würde; wenn man i)0.(M» fl. für eine provisorische, durch dringende Roth gebotene Reform ansgibl, so tann man das Budget auch mit einem Plus von 700- l000 Gulden jährlich belasten, da cine Kraft, die als einzige Amts-aufgabc die Anstalt hob, in der Regel mehr lcislcu wird und tauu, als jemand, der dieselbe neben einer anderen eben so wichtigen besorgen muß. Das ertanntc man vor Iahrzchenten iu Wien, dno erkannte man in mehreren Grönländern bei kleinen Anstalten schon vor vielen Jahren. Im Interesse der Sache mnß man dicö betonen, nnd wir als uubelhciligtcr Sachverständiger, der in diesem Gegenstände ebenfalls nicht >>!" ^7 fortgesetzt nud die vmn Ausschüsse bcautragtcn Abänderungen unverändert angenommen. Hcnte Abends findet eine Sitzung statt. Klagen fürt, 29. September. In der hentigcn Abcndsitzniig wurde ^>aS Schnlaufsichtsgcsetz zu Ende berathen. Neueste Post. (Trissmal'Telcgramm drr „^aibachcr Zcitlln.q.") ZVicu, :j<^. September 'Abelldo. Auö Spanien wird gemeldet: ItovalicheS in vcr-lorxer Schlacht dci Cordova gefallet,. Aufre-„„,,;, in Madrid, Marschnll (Concha's Truppe ill V.^lidrid z«ltt Vulk iibersse^a,'«^n, Vtinistev-präsident zurückgetreten, prvuisurischc Junta eingesetzt. Dynastie dcs Thrones verlustig erklärt, all«,c,neiz:l'ö 3tl,«,nrecht, ronstitnirende Mcnjchenlcdcn zu beklage,'. Die B^hnzüae gehen bis St. M'r^'li'thcn. DaS Wasser ist im Abnehmen be-üM'cn. 3elcgraftl)is6?o Wechsclcoursc oc^m ^jl), Scftlcmbcr. 5pl>l,c. HllttaNiolici, 5iU.2'>. — l'chcrc. MctaNic,mS llnl Mun liüd !)lol»,'!l!bcr->;!!!ss„5)7. —. — !,p«l!.^al,niilll A,.I>-l>cli 01,^0. -- 1«>'» K:aa!s^!.Icl,i, ,^2. - . — Vai:l'2ctill, 7I!l. — Hv«,'ditactlcü A)5».5»l>. l'o >>'M, I l5>i>0. - Lilber 113.59, - K. l Diicatt'ü 5).5,.'). Handel und WlKswirUchastliches, Verlauf vvn Eisenerz. Am 26. d. M. si"d im Final'zmii-istcinim tic Modalilülen dcs Verlaufs von ßisenl's.', süd^iliig slstgsslcllt woidcn. Auf dcn 5laufpleio von 12 Million, l, soU die Clcdilanstallt bkleils eine Ai>-zcihlul'^ grleistct l'alicü. Tie Schlilte zui Vildung eincr Aclir»-grfrllfcbast werden seitenü der gencunUcl, Anstalt cifli^ bclliebcn. Director Mayran. welcher di^ Un^ihandlungl" mit dem Fin>)l!zmi»!slcr gllcilc!, wild die Uebernahme v«,'» ^ijcn^z wah'schcinlich auch pelsünlicl) bcwcrlsl.IIigsn. Vaibach, 30. September Ä»s dnn Iinit!^-» Mnilil sin» «,>>'-schicücii: 5, Wc>i;r!i mrl Gcln'ide, 15> Wagen und 2 Schiffe (lA Htlafln) mit Holz. Durchschnilta-Prrlsü. «. l>. fl. lr. st. t,. fi. lr. W.'izl'ii pv, Mche» 4 5»l> 5 30 Vlillcr pr. Psnnd <^!—-^ Korn „ .". 30 3 30 Vi« pl Zlilcl —2-'— Gerste ., ^40 2^0 Milch pr. Maß - l(» - Haser „ 1 - :j 7<; Kalbfleisch „ -22------- beiden „ 3 3 Schweinefleisch,, 23------^ Hnss „ 2 30 2^0 Schüpsensleisch „ —14-------- Knlmütz „ ------3 1" Hahiidel pr. Slillt — 30 — — Erdäpfel „ 140------ Tcullicu „ — 13____ Linsen „ 3 20------- Heu pr. Zentner - 80 - - Erlistn ,', 3 50------- Stroh „ _. ,;l) __^ — Fisolen „ 4 50— Hnlz,hart.,prKlft.------7 50 Nind?schnml; Psd, —50-------------- weiches, „ —-- 5 5<> Schweineschmalz ,. — 47 — — Wein, roiher, pr. Lpecl, srisih, „ -36-— Eimer - - ^> — - geräuchert „ —^40!—^ — weißer „ — _iu^- ^ ,10,, Ab., 325.:,? .j-II,., windstill ! sternenhell MmssenrM,, Ne^siiwolken. später «heilweise Anfheitrrnng-Äbendrolh. sternenhelle Nacht. VerantwLU'.ichcr Redacteur: Igna, r». jt l e i n m a r, r. Vürlcnbcrichl. Wien, 29. September Die Börse war gcschäftöloS, Fonds nnd Äctien aber behanpleten sich zur festeren Noliz. Dcuiscn nnd Valuten schlössen matter. Geld minder flilss'^ Veffentliche Bckuld. ^. drs Stalllcs (fnr 100 fl) (Held Waare In ». W. zu 5»ki. sllr 100 st 54. 54.10 delto u. ^, 1«Ul; . , . . 5)?,!'.,) 5?.«(, dello vnck;nlillinr (>) . , . ^ij.25 03.75 Silber.Anlehen uon I«,;4 . . <;? 59 ^g ^_ Bilberanl. 1«65 (ssrcß.) rilclz.chlb, in37I. ;u 5pCl. li!r100sl, 71.— 7150 !)tat.'Anl.Mll ään..^oup. zu ü"/„ UH.<;l> lii K, „ „ „ Apr.-Eoup. .. 5 „ 0l.<;o ,.170 Metaüiquei! ...... 5 ,. .^<;.45 5 dettu nnl Mai'1.75 tt2.25 „ „ ,. 18U4„100„ 91. 5>00st. ü,W. ,^^ „ ^22 — ^'!al5nscub,.'Gll. zn 2U0 st, EM, oder 500 ssr..... ^s,g ^ .^^ ^^, jials. Elis. «ah» zu 20<. ,.. EM, 15775 lln'— Siib.nordd ^er, B.200 ,. .. ^.., Z4u <-»(» S>!d.Sl.-,l.-ueii.!i.z,:l,E.2<^st. ü. W. oder 500 Fr. . . . ,84.— 184 25 Geld Waare Gal. Karl-i,'ud,-V. z. 200 sl. TM. 207 50 208.— Vöhm. Westbahn zn ^00 sl. . 151,50 !52. Ocst.Dm>.-Dampfsch,-Ges. D^ 518.— .520.— Oesterreich. ^!loyd in Tries! Z Z 225,— 227.— Wien.Dampsm.-'Actg, . " . 360.— 370.— Pester Kettenbrücke . . . , —.— 43»> — A-icjlo - Austria - Banl zn 20<> st 157,— 157.50 l'emberss Czernowil^cr Äclin, . 183. 183.-0 Brrsichcr.-Oesellschast Tonau . 252 - 254.— Pfandbrief? (fitr 100 fl.) ytlilional: ^ banl auf > vcrlucbur zu 57„ <,7.70 !'7.9<»' C. M. j ^lalionalb.aufü.W. ucrloi'b.5 !,3, 93,20 Ung. Vod.-Cn^-Anst. zu 5'/,,. l'1 - - 91.50 Allg. «st V»drn-Credit-'?iust.Ul uerlosbar zu 57„ iu Silber 102.50 103 — Luse (pr. Sliicf.) > Cred.-N.f.H n.O.z.100ft.ö.W. 1^.25 ,3875 > Ton.-DmPfjch-G.z.l00si.EM. 90.- 91. ' Stadlgen!. Ofen „ 4^) „ «. iUj. 30.50 ^ji.— ! E^crhazy zu 40 st. CM. 150,— 15)5.— Salm ,, ^0 ., „ . 3?.- 38.— Geld Waa" Palffy zu 40 st. EM. 28. - 2»5<1 l^larl» „ 40 ,. „ . 31,50 32-^ St. Genui« „ 40 „ „ . 28.50 29.5<» Windischgrätz „ 20 „ „ . 20.-- 21', Waldstein „ 20 ,, « . 20 50 21-^ Keglevich „ 10 ,. „ . 14.5« 1l"" Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 13.50 1^-^ Wechsel (3 Mou.) Augsburg sür 100 st sildd. W. 96.25 9'!.^ ssr0 Frauli« . . . 45,90 '^ (?our „ 114 „ " Krainisch..' GrundeullaNnugi« - Obligationen, 'p'" valuolinm«: 86 50 Geld. 90 Waa"