Nr. 121. Samstag am 27. Mai 1863. Die „Lalbacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Insertionsntbi'chr silr eine Garmond - TpllltenM Sonn- und Feiertage, tUglich. und lostet sammt den °^" ^" ^°"'" ^'^'^"' 'v f"" "n°lige Einschal- «eilllgen im Comptoir ganzMlla. list., halb- "'^ ^ ^" ^"^ ^^^ige« tr., fllr 3m°lig« ,0 lr. u. s. w. Mrlg b fl. 50 lr., mit Kreuzband im Eomptoir ^MrÄ^M^N^W? ^" "^" Gebühren ist noch der Insertions-Stempel ganzj. 12 fl.. kalbt. 6 fl. Fllr die Zusicllimg in's ^ ^" ^ ^"^ ""^ '"eSmlllisss Einschllllung hinzu zu Hau« sind hlllbj. 50 fr. mehr zu entrichten. Mit U«W "^'""' '^"°" l"S 10 Zeilen lostm I st. v« tt. der Post Portosret gonzl., nnter Kreuzband und ge- MVrWWW? '"' ^^ ' ^7 ^ ü'^ °"" ""' "" " '" drnctter Adresse 15 si, haibj. ? st. 50 kr. «MW^^M^ I°scrt.°n«ftempelS). MMsM Theil. ^e. t. t. Apostolische Äiajcstäl haben mit Aller höchster Eutschließuug vom l«. Mai d. I. deut Groß Händler und Banquier Johann Karl So then dic Aunahme des ihm verlicheucn Postens eines herzoglich sachsen altenlmrg'scheu Konsuls in Wien zu belvilligen und dein bezüglichen Äestallnugc? n,anz licslinnnt ansscnomiucn nnd die Hoffnungen, daß cö endlich doch z»m Au^alcich der Berfassnnnöwilleu tomint, sind in, Znnchnicn. Der „Dcbatlc" wiid an>? Pest sscincldct, „cö sei l'ic« jetzt die Bcstunninng getioffcn, daß Sc. Majestät dic Dcpntatio» dcr Alndcinic in Ofen empfängt. Es bestätige sich, daß Deal Mitglied der Deputation seiu wird." Der kroatische Landtag tritt, wie die „Naroduc Nouine" nuu bestimmt melden, am ,^7. Inli zusammen. Die Wahlordnnua bleibt die alte; Sc. Majestät dcr Kaiser hat die Vcschlnssc dcr Banal'Konfc-rcnz verworfen. Dcr nächste Landtag wird nur uä 1>c»c einoerufen zur ssornilllirnng einer ucnen Landtags-Wahlordinnlg. Die Tagung wird voraussichtlich eine kurze sein. General Philivuouic ist zum promsori» scheu Zivil» Gouucrucur uud Landtags - Kommissär, FM^. Schlitter zum Militär - Gouverneur cruauut worden. Dic Schachzügc dcr Vismarck'schcu Politik werden von Oesterreich stets paralysirt. Preußen verlangte dic Einberufung der SchlcSwlg-Holstcin'schcn 1854er Stände, wcil cs von ihnen eine Förderung seiner Anuexiouöbcstrcblingel, erwartet; Oesterreich ist sofort baranf eingegangen, lnnpft aber Bcdingnngcu daran, ^lchc ^i^ 'BiiOnarä'schcn Pläne vereiteln. In Vcr-,'." 'st man wegen dcr Haltung Oesterreichs schr cr-vitteit. Nie der „Pr." von dort geschricbcu wird, wurde ii, offiziellen ^licgioncn dieser Tagc das Wort "Ultimatum an Oesterreich" im Mnudc gcsnhrt. Auf MMlslcvicllcr, und vornehmlich ans militärischer Seite, ^ , '""" die Haltnng dcö Wiener Kabincts uucr-bern,..,^^"lchlcppnngt<-Methode, sagten die ^ "', yadc sich r„d,j^ ^..„W; Preußens Macht- frage erfordere, daß mau reinen Wein ciugicßc; mit dem ^ulrignircn uud ^icgircu, mit dem Vor- und Nachschieben dcr Mittclstaalcn nnd ocö Angnslcnbnr> gcrö müsse cs zu Ende gchcn .... So polterte inau in dcr nächsten Umgebung des .Hofes, ohne daß man ans die Frage nach dcn cigcnllichcn Motiven nnd For-dcrnngcn dcr prenßischcn Regicrnng im besagten „Ul-limalnm" zn antworten wußte. Von Seiten Frankreichs geschehen ernstliche Schritte, nm das luexikauischc Kaiserreich mit der UniouSrcgic» rung auf gntcn Fnß zn stellen, und dadurch das Engagement, welches die französischen Waffen zu Gnnslcn dcr napolconischcn Schöpfung jcuseils des Ozcaus nberuommcn, in Ehren zu lösen. Der sran» zösischc Gesandte Herr Montholon ist, wie daö „Fbtt." meldet, bcauflragt, in Washiugton zn soudircu, ob cin Koinpiomißoorschlag bezüglich MeMo's Aussicht halte, augcnouilncn zn werden. Nach diesem würde Napoleon fur dic Ancrlcnnnng dcS Kaisers von Mc. M r>on Scitc dcr Union sich vcrpflichlcn, seine Truppen von amerikanischem Gebiete üdcrhnnpt zurück-zuziehen. Eine Bestätigung dieser Nachricht von einem französischen Kompiomißvorschlag finden wir auch in dem hculigm Pariser Telegramme. Dic Erllarnngcn des „Monilcur" lasseu ebenfalls keinen Zweifel dar» iidcr, dnh ii.nscl- Nnpolcon cine fl-icdlichc Lösung dcr jctzincu Bcrwicklung niit ullcil .«,tlli,'lcl» anstrebt. 15. Sitzung des Hcncnhlluscs vom 24. Mai. Auf dcr Minislcrbank: Mensdorff, Mccs^ry, Plcncr, Frank, Mdasdy. Nach Vorlesung des Protokolls theilt Präsi. deut mit, daß die Kommission fnr dcn Handels« vertrag zum Obmann dcu Erzbischof ^ilwiuowicz, zn desscu Stcllucrtrclcr Graf Rcchberg; die Kommission für die Sicbcnliürgcr Eisenbahn zum Obmauu Gras Wickcubmg, zu dcsscu Stellvertreter dcn Graf Ezcrniu gewählt habe. Graf «arisch überreicht die Petitionen dcr patriotisch-ökonomischen Gesellschaft uud sämmtlicher Zuckcr-Industriellen in Böhmen um Ablchnuug des Handelsvertrages; Graf Goi>s die Pclitiou dcr Handels, uud Gcwcrbclammcr für Kärutcn um Schutz für dic lärntüerischc ^lontanindustric. ^Wcrdcn dcv für dcn Handclsucrtrag gewählten Kommission zugewiesen.) ' Auf dcr Tagcsordnni,g stcht dic drille ^csnna des Gesctzculwurfes über Zulassuug vou Ausländer," zur Erlaugnug dcö Ätarlcuschutzcs in Oesterreich Dasselbe wird cndgillig zum Beschlusse cr. hobcu. N'ächstcr Gegenstand dcr Tagesordnung ist die Verhandlung über dcu Staalsuorauschlag pro 1865 Fürst Niuoischgrätz beantragt: Es sei in dic Berathung dcs EtaatSvoranschlagcs für 1865 erst danu cliizligehen, wenn dcr Finanzausschuß über das vom Abgcordnctcnhansc beschlossene Finauzgcsch und ubcr dcn gcsammtcn Staatsvoranschlag Bericht er-stattet haben wird. Bei dcr Bcgründnug dicfts An-träges betont er die Nothwendigkeit einer tlarcu An-sshaunng ubcr dcn ganzen Gcgeustaud uud glaubt, eS warc dem Finanzausschüsse auch die materielle Bc. haudluug des Gegenstandes erleichtert, weuu er die Auschauul'grn des Hauses lcuut. Der heurigen Vor-lagc sind jedenfalls Prämissen uoransgcgangen, welche im hohen Grade auffallend sind und daS Hans müsse sich genan darüber Rechenschaft gcbcu, wic es dcu Gegenstand behandeln soll, eben wcil dieser Gegenstand heuer eine ganz besondere Behandlung fand. Eine Generaldebatte des Budgets wäre unbedingt lwthig, sie wäre aber unmöglich über einen Gcgc». stand, dcr generell noch gar nicht vorliegt. (Dcr Antrag wird zahlreich unterstützt,) Fürst Salm fügt seinerseits einige Worte bei, durch welche cr dcn gestellten Antrag der Annahme ocs Hauses empfiehlt. Ritter v. Pipitz dagegen ist ans Zweckmäßig' lcitsgründcu sür dcu sofortigen Eiutrit iu dic Bera« lhung. Es würde Zeit dadurch erspart; dcm Hanse stehe cs immerhin srci, über einen odcr dcn andern dcr Berichte die Verhandlung zu ajouruircu. Sich in Projekte einzulassen, welche ciue Prüfuug dcS Vor-auschlllgcs im Einzelnen entbehrlich machen, war nicht Sache des Finanzausschusses, eine solche Wendung könnte die Angelegenheit allenfalls bei dcr Plenar-bcrathuug anuchmcu. Graf Anton AncrSpcrg: Das HauS habe dcr Finauzlommission ciu Fiuanzgcsctz zur Berathung übergcbcu; übcr dieses liege ein Bericht noch uicht vor, cö fchlc also dcr Stoss sür eine weitere, Vera« lhung, mnucullich aber für eine Generaldebatte. Er pflichte dahcr dcm Vertagl-ugsautrage bei. Graf ^arisch unterstützt ebenfalls dcn Autrag Nindischgratz. Im Laufe cincr Gcucraldcbattc wären eine Menge Anträge möglich, welche bei dcr Spezial« ocbattc uuzulasfig siud, z. V. cinc <.' rilusiudustlic zu gewährenden Erleichterungen eine Mittheilung zu machen. Dcr Ausschuß habe dcn von dcm Hausc in dcr gestrigen Sitzung angenommenen Antrag iübir dic Trennung dcr Steuerermäßigung von dcr ,s und Vehcns Hoheit auseiüandci- u»d cltlärt, da^ 3lcuerlccht sei stets ciu Rcätt des Vandevsüistin <,cwl'icn. Der Kaiser habe bci seinem R'euiciUügsiinlrittc die Pril'i lVgic» dcc> Ascher Gcbictcs uichl bestäubt, bcunitl Redner nnd g>ht daun auf das Palcut uo,u!>1. Dc< zcmbcr 1851 üdcr, nach welchem alle Theile dc5 Reiches gleichmäßig zur Tragui'g der Slnalolüstc» herangezogen weiden sollcu. Dic Abgeordneten töuulcu es den Kontiibucntcn gegenüber nicht uci.'.ulwoitcü, wenn sie fernere Ausnahmen begünsligeu wnidcn, welche diesen zur ^sl fallen. Das cilirlc Paleul von 1851 habe es im Prinzipe anerkannt, daß die Forl< daucr solcher Piiuilc,,icu nicht aufrecht zn clhall,'!, sei. Eil lönnc sich daher nnr mehr danim handeln, ob für die Ablösung der Privilegien eine Enlschädi« gnng gezahlt wcrdcn soll oder nicht Redner findet weder Rechts, noch VilliqteüS» gründe für eine solche Entschädigung nnd spricht sich auch gegen eine solche auf daö entschiedenste aus und beantragt, das Gesetz soll nnr aus einem Artikel be» stehen, lanlcnd: „Die im Ascher Gcbictc drs Königreichs Böhmen bestehende Steuerfreiheit wird mit 1. Jänner 1866 aufgehoben." Der zwcilc Aliikcl hätte ganz zu entfallen. Redner überreicht den Antrag, wclchcr von 36 Abgeordneten unterzeichnet ist, Abg. Gschier (Abgeordneter für Asch) bcfnr« worlct den Auöschußautrag. Er vertheidigt die Rcchts-giltigteit dcs Lchcusucrbandcs, welche dcr Vorredner angegriffen und setzt auseinander, daß die bczüglich-Stcucrfrcihcit nichts anders sei als ein Vertrags, echt. Nird dieses Vcrtragsrecht anerkannt, dann sei kein Zweifel darüber, daß eine Entschädigung zu erfolgen habe. z Ncdncr ficht keine Entschädigung darin, wenn das ^chcusband nach dcu Bestimmungen des Gesetzes vom 17. Dezember ,1862 gelöst wcrdcn soll. Auch in dcu Gruudcutlastuugsvcrhaudluugcu sehc er kciuc Entschädigungen, da diese anf die Steuerfreiheit leinen Bezug nchmcu konutcu. Redner findet hinreichende Rechts- und Billig» kcitsgrüude, welche für dic Gewährung vuu Eulschä« diguugcn sprechen und weist anf uichrcrc ähnliche Fälle hin, wo wic z. B. den niedcröstcrr. und kärntnerischen Ständen für dic Anfhcbuug der Privalmau-tcil :c. Eutschädiguugeu zugestanden wurden. Er weist auf ciuc a. h. Eulschlicßuug uoni 7. Juni 184!» hin, in welcher ausgesprochen wird, daß das Ascher ^chcus-gcbict so lauge steuerfrei fein soll als dic ^chcushcr-rcu sich im Besitze ihrcs Rcchlcs befinden. Das HauS möge bci Abgabe dcs Votums daran ocutcu, daß dic von dcm Gesetze Betroffenen nicht sage», der Absolutismus hättc ihre Rechte geachtet, die Volksvertretung thue es nicht. Aba. Arinz findet weder dic Rcgicruugsvor.-lagc, noch den Auoschußautrag sciucu ^tcchtsausichtcu culsprcchcud. Die Rcgicruugsvorlagc wäre jedcnfallo vorzuziehen, wenn sic nicht von dcr Ansicht ausginge, daß liur dic Vajalicn zu culichädigcu sind. (Hasucr übernimmt wieder oeu Vorsitz) ^icducr sucht nachzuwciscn, daß, als Asch an die Krone Böhmens als ^chcuobaud laui, die Ascher cben nur >u dcu Lch^u^ocibaud tralcil olnic dic Vau« dcoliohcit auzucrtcuucu. Oicjcs so,,dcrdarc Prodllkt ocl Gcschichic tonne nicht langcl fortbestehen, mall töuuc ulcht zug^eli, dalj dcu A>chcrn, wclchc im Hausc vcr-lrclcu fiud, uoch langer das cigculllchc Kriterium dcs Sc^atsburg^ro, daö Mittragen ocr ^^slcu schlcu soll, Elwas audcrcs sei dic Eutichädigungosragc uud er glaube, di^c lönnc nicht cmsc>tig gclösl wcrden, si. louuc nur durch ciu Uebcrciulummcu mil dcu Jutcr« essculen fcilgcsctzt wcrden. Er behalt sich vor einen Antrag cmzubringcu. Abg. Mcuoc crlläit, auch cr crblickc in dem Ascher ^chcusocrbaudc nur ciu Vclllagovcihaltuiß. Auch cr ist dcr Ansicht, daß eine Enischädlgung zu gewähren sei; in dcm, was dcr Ausschuß gcwäylcu will, sehc er das Miudeste, waö gewährt werden taun uud er wärc bcrcit, sich ciucr höl)clcu Enljchädignug !ai>zu,chlicßcn, wenn cin bezüglicher Antrag gcslclll ! würde. Deßhalb sci cr fur dcu Auoschlißalttrag. ! Abg. Herbst beleuchtet namentlich dic Billin.« ! kcitsgrüudc. Es inüssc etwas iu dcr Sache geschehe», denn dcr Zustand dcr Ungewißheit sci für die Intcresseutcu dcr allcrschlcchtestc. Dic Verhandliingctl ül'cr dic Ablösung wcrdcu schou 1(1!) Jahre icsnllatlos geführt nud es sci gar nicht mehr möglich dcil Wcrlh dcr dortigeu Grund» stücke zn bestimmen, da die Besitzer nicht wisscn, ob sie bci dcr Ablösung eine Entschädigung bekommen werdcn oder nicht. Redner nimmt dic Ascher in Schutz, weist darauf hill, daß dieser Theil des Vaudcs schr arm sci und fragt, ob mau glaubc, daß die Fiuauzcn dcs Reiches gcrctlct würdc», wcuu man gcradc diese geringe Ungleichheit, welchc auf Pliuatrcchtc beruht, aufhebe uud audcrc große Uuglcichhciteu sortbestchcu läßt. Deßhalb befürworte cr vor Allcm die Auuahmc ! des Art. 1 nach dcm Ausschußautragc, da dic dort festgesetzten Termine dcr Anfhcvnng der Steuerfreiheit ihm am gcrcchtfcrtigstcu scheinen nnd die Gewährung dieser Termine jedenfalls dcr Billiglcit entspreche, möge man betreffs dcr Entschiidigmlg denken wie man will. Schluß dcr Sitzung wird beantragt uud angc» nomlucn. Gesterreich. Graz, 2!'». Mai. Dcr steierische LandcsanSschuß wird dcm uächstcu ^audtagc ciu Gcsch übcr das bal« digslc Zustandctommeu von Bczirlsocrlrctuugcn vor-lcgcn, die sich in Böhmen bneils als schr praktisch bcwährt habcn und in Slcicrmalk nm so mehr noth» lhuu, als die Laudbcvöllcrung i» geistigcr Äczichuug uubchilflich, iu wirlhschafllicher lässig und iu politi. scher Bczichuug iu den meisten Gegenden deS Ober« nnd Uulcrlandcs uumündig ist. Die Gemeindcauto« nomic, ein Kleinod für eine halbwegs gebildete nnd mit dem Geist der Zeit etwas vcrtraule ^anddcuölkc-ruug, wird bei so geistig znlückgcbliebcuru ^andtcu» lcn, wic mau sie iu unserer schöucu Provinz leider so hälifig aulrisft, zu eincin Tummelplatz von selbstsüchtigen Absichle,,, vou ^cidcnschliftcn mit niedrigen Zwecken und aumaßendcu Ucbcrgriffen. Unlängst hat sich cin solcher wuhlwciscr Doifscuat in Steicrmark acwl'igcrt, cine», armen Lehrer den Gehalt weiter zu fahlen und für dicse brutale Ausicht G<ündc in dcm Va»decansschnß vorbcrcilctc Gcsetzcouorlage soll solche feinde cincr sscordnctcn Finanzvcrwallnng dcr Kom-luunc zur Rechenschaft und Ncchnnngslcgung vcr« halten. Agraln, 26. Mai. Das iu den Zciluugcu verbreitete Gerücht übcr die Vertretung des Banns wäh< rend seiner Urlanbsrcisc entbehrt jeder Gcgründnng. (Aar. Z'a.) Ausland. Turill, 20. Mai. Ueber die Ursachen und dcu Verlauf dcr von mehreren Blättern gemeldeten Mi< nistcrkrisis sind wir im Staude, folgende interessante uud auf verbürgte Thatsachen gegründete Daten mit« zutheilen: Zwei Tage vor seiner Abreise nach Florenz empfing dcr König den mit der Führung dcr bekannten Verhandlunge» mit dcm päpstlichen Sl,lhlc be« tranlcn Eaualicr Vcaczzi. Bci dcr Unterredung, welche übcr cinc Elnndc währte war bloß ^amarmora gegenwärtig , und cS scheinen fcstc Znsagcu gemacht luordcn zu sein. Den folgenden Tag berief der König den Ministcrrath, dcm er selbst präsidirlc. — Gegen sciuc sousligc Gewohnheit eröffnete dcr König die Feuilleton. Die Gemälde-Ausstellung. (Schluß.) Beim Eintritt iu dcu kleinen Vallsaal scheu wir zunächst cinc Landschaft von Nafitte „Motiv aus dcr Ramsau", ciu zwar freundliches, aber nicht gcradc künstlerisch bedeutendes Gemälde; cs läßt kül,l. In-tcrcssautcr crschicn uns das daruutcr häugcndc Bild „Parlhic aus Flitsch", vou Auua Lyukcr, ciucr Dame iu Graz, gemalt. Die Hänsergrnppc i>n Vordergründe ist ganz prächtig, nnr die Gebirge im Hiütclgrnndc lassen iu Zeichnung nnd Färbung Manches zu wünschen übriq. Dic bcideu folgcndcu Bilder von Grott« ger in Wien stellen Szenen aus dciu polüischcu In» surrcttioustaiupfe dar. Das „Nachtbild" ist etwas zu sehr auf den Effekt berechnet; dcr „Hiutcrliall" läßt uugcwiß, ob Laudschaft odcr Staffage die Haupisache sind, wir glanbeu das Vetztcre uud siud deßwegen dcr Ausicht, daß sie rcalistischcr uud mehr hclvoitlctcndcr hätte behandelt wcrdcu müsscu. Nir hal'en andere, denselben Stoff behandelnde Blldcr derselbe» Künstlers gesehen, die nns viel charaktcristischcr u»d darum gelungener schienen. Ein ansgezcich»ctcs B,ld ist das folgende von dcm berühmten „Rovara" - Reisenden Scllcul), „Schloß Plauta iu Merau"; ciuc Park. Partie, durch die Bäume siud die Mancrn dcs Schlosses sichtbar, dcu Vordergrund hüllt dic Dämmerung schou ein, während die lctztcu lichtcu Souueuslrahlcu durch die Zweige schimmern. Dcr tiefc Schatten ncbcn dcm! warmen Sonnenlichte mag ctwas seltsam crschciucu, bei einigem Vcrsentcu iu den Anblick dcs Gemäldes wird man abcr förmlich angeheimelt, so wahr, so rci« zcnd ist die Ratnr dargestellt. Ncbcu dcmsclbeu cr. scheint das „Motiv auS Tirol" vou S chaffer iu Wicu ziemlich matt, obgleich cs kciu schlecht ausgc. führtcs Gemälde ist, uud in dcr Perspektive sogar recht gnt genannt wcrdcn kann. Ganz nnbcdcntcnd, ja iu vieler Äcziehuug luißluugen, erschien nns W aldm ü l> lcr'ö „Der Unentschlossene", ciu Genrebild, iu dcr dicscm Küustler cigcncu natllralistischcn Manier gchal< ten. Nir haben von ihm schon so vicl Gclungcncs bewundert, daß cs nns leid that, ilm hier nicht mit clwas Besserem vertreten zn schcn. ^iuks uont Eiugaugc, wohin wir uus nun wcuocu, siud zwei Bilder aufgestellt, welchc Episode,, aus den, letzten schlcswigcholstciu'schcn Kriege darstellen: „Die Schlacht bci Ocucrscc" und „Dic Eistürmung dcs Königshügcls", von Ichams iu 3,6ieu. Es sind Farbendrucke vou ziemlich gelungener Ausführnug, die ciu patriotisches Intcrcssc erwecken, zumal bci mcl)rcrcu Gestalten, wie dic dcs Herzogs von Württemberg nnd Anderer, dic Portraitähulichtcit hervortritt. — Eiu recht gutcö, bcsoudcrs iiu Detail vortrefflich gcarbci--tclcs Gemälde ist die „Ansicht vou Dortrccht", uou Bommel. Sowohl die Architektur als auch die ^uft uud das Wasser sind mit großer Treue dargc« slcllt. Die dauebcu befindlichen Bilder „Alls Obcr^ Ungarn", uou Maral in Wicu, einen ^ehmwcg übcr ciucu Hügcl darstellend, uud „Ans dcn, baicri-schcu Hochgebirge", vou 2 chaffer in Wic», sind von geringer Bcdcntnng Das dargestellte Objekt des ersteren entbehrt sogar jcdcr malerische!, Eigcuschafl. Einc echt holländische Landschaft bietet van Dcu cuter i in sciucm „Holländischen Busch und Wicsc", abcr das zu viele Grün mag dcm darauf weidenden Rindvieh cin Genuß scin, uus oüultc es zu mouotou. Dic bcidcn Gemälde „Waldlanoschafl" uon Fcid iu Wicu, uud „Hirsch im Walde" uou B al) c r iu Salzburg, sind wcnig hervorragende Werke. In die Augcu fallend, weil höchst anffällig im Eolorit, ist der „Sou-ncnnntcrgaug nach einem Gewitter, Motiv a»S Ungarn." Dcr Lustcffckt ist tühu, ob auch wahr, kanu nin dcr sagcn, der die uuciarischcu Pusilrn und ihre LichtcrschcinnnsM kcnnt. Ein durch seine rnhigc Stimmuug und Treue iu dcr Ausführnng schr ansprechendes Bild ist dic „Ruine dcs Kloslcrö Sciz in Untcrsteicrn,art" von Ha laus ka iu Wicu. Milcht dic Rniuc ist cs, welche nns iutcrcssirt, obgleich sie malerisch genug ist, sondern die sie umgcbcudc Vaudschast, dcrc» Reize dcr Küustlcr so warm empfunden darzustcllcu wußte, daß man au dcu bereits gcschildcrteu „Gcbirgsbach" lcb^ haft erinnert wird. Iu dcr nächsten Rcihc, dcr wir uuS nun z"" wenden, ist cs ein Bild, daß uuS besonders fesselt-„dcr Morgcnbcsuch" uou Vertat iu Autwcrpcn. Da ist Nalurwahrhcit, da ist cchtcr >)tcal!sm!ls! Mcister 8icincckc lancrt beutelustig unter emcn' H" 1' ncrstall, während zwei Hcuncn nnd cin H"l'" '".^ herabsehen. Dcr cigcnttichc Wcrlh dicsc«' Ä> dcs uc-steht nuu nicht nur iu Aussühruug, z. B. des Pelzes des Meuchelmörders, dcr Köpfe uud Federu der Hüh"cr, sondern >n der geluugencn Dalstcllnng dcs diescu.Th.ercn E.gen um-chcn Ehar»ttcristischcu. Vc^l '" c«. fe.ncr Beobachter des Thiercha.altcrs.Dle Raublust und Lü-stcrnhcit dcs Fuchses, d,e ?'st '" dc,icn ganzer Hal-tung briugt cr ebenso zum^,ödruck, wie die iustiuk-tiuc Furcht der Hühner. Es l>t cl»S der bedeutendsten Bilder iu dcr Ausstellung uud lehrt, welchen Effekt cin uelnünftiacr Realismus im Verein mit dem vcrcoclndeu Idealismus zuwege bringen kaun. Zudem 485 Berathung nut cincr pcrsöulichcu Ansprache an dic Minister, in welcher cr diesen scincn fcstcn Willen ausdrückte, dic angeknüpften Verhandlungen nut dcm Papste einem günstigen Abschlüsse zugeführt zu fchcu, umsoinchr, da cr ciucr Bcrstäudiguug in religiösen Fragcu tciuc politischen Hindernisse sich cutgegenslel« lkn sehe. Nach dcm Könige nahm dec Minister dcs In^ nern, ^auza, das Wort, um iu ciucr läugcru Rede dcn nachthciligen Einfluß dcs Abschlusses dcr Vcrhaudlnugcn auf die öffentliche Mcinuug nachzuweisen. Dicsc sci alar-mirt, erblicke in einer Verständigung mit Nom — sci cs anch bloß in religiösen Fragen — einen Ver. zicht auf Rom. — Dic Aliouspaitci benutze dicsc Disposition dcr Gemüther, um gcgcn dic iitegieruug zn agilircu nnd dcrcil Vcrlegcuhcilcn zn vermehren. Indem der z'iüuig auf dcn Huldignngscid dcr belief, fcndcn Bischöfe vcrzichlc, räinnc rr ihnen rinc cxzcp. lioncllc <^tclll!Ng, jene eines z>ocilcn Slaalcö im Staate ein u. s. w. Nach dieser ^Ilcdc ergriff der Fiuanzministcr Sclla das Wort, nm sich den Ansich, lcn seines Kollcgc» anzuschließen. Darauf erhob sich ^cunarmora, nm in seiner gcwohulru, offenen, loyalen und cinfachcu Mnuicr dic Einwendungen seiner Gegner zn widerlegen. Er behauptete im Gegensatz zn dcn Ansichten Sauza's , daß gerade eine Vcrjöh nuug mit dcr Kirche dcm Königreiche Italien ciuc ncne moralische Stütze zubringe. - Gegen dic frc-chcn Umtriebe nnd Absichten dcr Atliouöpartei, rcpli. zirte cr gauz lnkouisch, gcbc cs Vajouuctc uud Ka« noncn. — Als ^ainarnlora gccudc! hatte, neigte sich dcr König zu ihm hinnbcr uud schüttelte ihm die Hand, auf diese Weise llar zn erkennen gcbcnd, daß cr mit seinen Ansichten einverstanden sci. Trotzdem ergriffen nach ihm noch der Siegelbewahrer Vacca nnd dcr Killtusminisler Naloli da? Wort, nm dcn Portrag eifrig zn bctämpfcu. Da riß dem Könige dic Geduld. — Er erhob sich uud sprach in kurz ab n.clirüchcm'1! Sätzen sein ^iißucrguügcn darüber aus, daß sich in einer Angelegenheit, welche ,;u dcu Prä. rogatiucn dcr Kronc gchöre, ciuc so erbitterte Oppo» silion gcgcu sciuc Ansicht^u nud Wüuschc geltend mache. Er habe seinen Willen tuudgcgcbeu, nnd wcuu ciucr oder dcr andere der Minister die Aufführung desselben mit seinem Gewissen nicht für vereinbar hielte, so stchc cs ihn, frei sciuc Euüassung zn gcdcn. —. Nach diesen etwas rauhen Tones gesprochenen Wur> ten hob der König dic Sitzung auf und ucrsügtc sich, Lamarmora nntcr dcm Arme nehmend, in scinc Gc< mächcr. Eine haldc Stunde nachher inarcn die Cntlas. sungsgcsnchc dcr Hcrrcu ^auza, Sella, Bacca uud ^>latoli in dcu Händen des König«. Alicud,3 licß ^a-marmora die vier Hcrren zu sich berufen uud bat sie, mit ihrer Demission bis »ach förmlicher uollcudclcr Umsiedelung nach Florenz ansznhallcn nnd stellte aber zugleich für dicscn Zeitpunkt die Annahme der Dc° mission von Seite des Königs in Aussicht. Angesichts dieses ausdrücklichen Wunsches des Königs nud nm die im Zugc bcsindlichcn Finanzoperationen nicht zu gefährden, erklärten sich die Minister hiczn dcrcit. So stehen die Diugc hcutc nnd wird also dic Mi» nistcrkrisc jcdcusalls in wcuigcn Wuchcn ausgclragcu werden. Die Sache ist bereits so vollständig abgemacht , das; schon die Nachfolger dcr anöschcidcndcn Minister dcsignirt sind nnd cs ist offcncö Gchcimnih, daß sodann Ratazzi statt ^anza das Inncle, Eassi-nis, dcrmaligcr Kommcrzprasidcnt, die Instiz statt Bacca, Bcgczzi das Kultusministerium statt Natoli übcrnimlul nud betreffs dcr Uebernahme des Finanz» Ministeriums mit dem Grafen Ncnct Unterhandlungen im Zugc siud. Dicscs die exalte nud wahrhcilsgctrcnc Darslcllllng des Vorganges — nud wir bürgen für dcrcn Nichtigkeit. PariS, 24. Mai. Von Hcrrn Montholon ist der erste Bericht unö Washington iibcr scinc crstc Unterredung mit dcm Präsidenten Johnson ciugclrof-fcu. ^ctztcrcr foll dic Haltung dcr Regierung als nicht gefahrdrohend dargestellt, nnd beruhigende Bersichc-rungcn wcgcn dcr Emigration gcgcbcn habcn, die jc» doch hier, wcil man weiß, daß das Tnilcricukabiuct das Pudliknn, lalmircn will, wenig Glauben finden. Daß von ciucr Anerkennung Mfilu's von Seite dcr Union vorläufig nicht dic Ncdc sciu löuuc, wird zn> gcgcbcu. Dic Vorberciluugcu für dic Einfchifsnug ncncr Verstärkungen nach Merilo wcrdcn nnansgcsctzt bclricbcn. stlolinlnndpost) nüt Nachrichten aus Calcutta und Siugciftorc bis zum 22. April, Hongkong 15. April. I» Singapore faud am 15. April am Bord dcs Dampfers „Iohorc" cine Explosion Statt, wobei ^.Personen das Vcbcn verloren. Die Ucbcrrcstc dcr ^aipiugs hallen noch die Stadt Ehaugchow sammt dem umliegcudcn Disllicte besetzt, wcrocn jedoch von den Kaiscilichcn immcr cngcr cingcschlosscn. In Ainol) wnrdc der englische Dampfer Putuua. loufiezirt, der dcn Ncbcllcn Wafseu zuführte. Der Gcncralgonucr' ncnr der bcideu itwang wnrdc wegen Nepotismus abgesetzt. In Manilla hat ,,-in K'rcuzcr dcr itonfödc. rlttcn Anker geworfen, i^'ach dcr ueucslcn Zähluug bc>iudcü >ich iu dc» cuglischcn uud amcrilanischcu ^cdcrlassnugcn von Shanghai 227? Freindc nud ^,(1M Ehinesen, in dcr ^fraiuosischcn 400 Fremde uud 55,405 Ehincscn. Lokal- und ProvinM-Rlichrichlcn. Laibach, 27. Mai. Dic Sängerfahrt des Männcrchors dcr philharmonischen Gesellschaft nach Mai imd Wagmsvcrg wird recht unterhaltend wcrdcn, da viele Mitglieder uud darunter viele Damc» daran Theil nehmen lvcrdcn. Die Alifahrl ^cschicht Morgen ^rüh nlii 8, auf ein weiteres Wirthschafisgebaude, eine städtische Wag< nnd Holzhnttc, und anf ein kleines Wohnhaus, das vollgestopft von armen Inwohnern war, fort. Im Nu hatten auch die Funken eiu nahe am Platz gelegenes Haus mit alter Schindel-Eindachung entzündet, und nur dcr aufopfernden Thätigkeit dcr Zeugs'Artilleric^ Mannschaft, nntcr Leitung ihres Kommandanten und ihrer Herren Offiziere, gelang cs, hier das Feuer zu dämpfen und das Dach abzuwerfen. Wäre dieß nicht qclnngcu, so wäre zweifellos ein großer Theil oder die ganze Stadt ciu Opfer der Flammen geworden. Die glühenden Brände flogen bis in die Vorstadt Schutt. Das Bczilksamts'Gcbändc und alle zunächst gelegenen Hänscr, das Schulgebändc uub seine Nachbarschaft find nur durch die rechtzeitige Tilgung des brcuncndcu Dachstuhls des erwähnten Hauses gerettet, sic wären sonst unfehlbar eiu Nnnb dcr Flammen geworden. Die Thonwaarenfabrik, die gerade am Feuerherde lag, wnrdc trotz ihrer nahe dcmfclbeu liegenden Hulzvorräthc nicht beschädiget. Mit lebhaftem Eifer snchtcn dcr Amlsvorstchcr, unterstützt von einigen Bürgern, Angestellten uud Gcmeiude - Vorständen, Ordnung in die Nettnngsmaßrcgcln zu bringen; doch wäre ohne die bereitwillige, sachverständige und energische Hilfe des Militärs, das mit seiner Spritze erschien, das UuMck unermeßlich a,cwescn, da ein großer Theil dcr Eiuwohucr aus dcn nicht näher-bcdrohtcn Stadtthcilcn, sowie die nächsten Anwohner der Stadt eiuc bedeutende lethargic an den Tag legten, und wir tcim eingeübte Spritzcnnmnuschaft besitzen. Dcr hiesige Bezirksamts-Adjunkt Vcötovic hat durch scinc unermüdliche, verständige und energische Leitung der großen städtischen Spritze wesentlich mit zur Ret-tuufl dcr Stadt beigetragen. — beider hat sich wieder in maunigfachcr Weise die Apathie dcr Nachbarschaft gezeigt. So hat die Gcmciudc Mcmusbura,, der die hiesige Stadtgemciudc mehrfach bei Bränden mit ihrer Spritze zu Hilfe gekommen ist, weder Spritze noch Ncttuua.s - Pcrsouaic nach Stein gesendet. Hoffentlich wird aus diesem so glücklich abgelaufenen Brande, dcr anch die Vorstadt Graben arg bedrohte. Anregung und Eifer geschöpft werden, um die Gefahren solcher Brände zu vermindern uud die Ncttuugsmasiregeln bei selbe» zu verbessern. Doch darauf tommcn wir das nächste Mal zurück. Die bedeutenden Wcinvor-mihc Noddc's sind rrhaltcn worden. Doch brannte es in dcsftu acmaucrtcm WirthschaflSaMude noch heute Vormittags. - Donnerstag gcgcu 4 Uhr früh wurde in dem Anfnahmsgebäudc dcö Agramcr Bahnhofes ein an« den Dachlugcu qualmender Nanch vom Fcuerwäch-tcr bcmcrll. Es stclltc sich heraus, daß ein Theil des Dachbodens bis in dcu Wartsaal 1l. Klasse durch-brannte. °lgcnd" das jedoch wrnigcr gelungen ist, dcn» ol> lUcich d^. Th^ mit dcm ausgcsprochcnslcn N'ca'.is-A'U. behandelt sind nud namentlich dcr Clicr cin -"lcisterwerk von Natlirlrclie ist, so tritt derselbe doch aus dcr landschaftlichen, wenig ausgeführten Umgebung «Mit gcnng hc^ur „„d stcht ülmdicß auch nicht in Landscba^ '" <^' ^'" "«crüebstes dem N ^^ U! ^"^ dancbcu hängende „Motiv cmö dem Pattcw Dornbach" von Bigcard in Wien; dic Perspektive, das durch die Bäume spielende Son« ucnlicht, das durchleuchtende Blau des Himmels __ alles höchst gclnngcn nnd Poetisch; das Eolorit könnte cin wenig warmer scin. Die bcidcu „Studicntöpfc" von G a u l in Nicu sind rccht gut, was man jedoch uou dcm „Brückcuthurm" in P>ag, von Bommel "lcht sagen kann, weder ttuft noch Zcichuuug können gelungen genannt wcrdcn. u "< ^> Iu der letzten Neihc dcr Gemälde finden wir wieder Am.a ^yukcr ans Graz mit einem sehr hub,chcn Slimmuugöblldc, „Motiv bei Vcldcs in Krain." Es düutt uuö ciuc Parthie in dcr Nähe von Nadmannsdorf zn sciu und stellt cin weites Feld mit Dörfern, Mchthürmcu nnd dcm tiefansgewa« schcucu Bctt dcr ^ave, im Hiulcrgrnud die Karavanlcu dar. Wir nanulcu cs ciu Stimmuugsbild, wcil cs weniger dic Landschaft selbst, als vielmehr die darin waltcndc Stimmung und Färbung ist, die darzustellen l,r gcluugcu M und die uuscr I.ttcresse an das Ä.d segelt Der ,Morgen am Hmtersee" von ^ .^ <^. ..'"^'!" """ """)st dcm Halanska'-schcu „Gebirgsbach" das bedeutendste ^llnd^chastsbilo dcr Aus,telung, wcnn es cinc glcichmäßigcrc Aus. mbettuug hätte. Während Mittel- uud Hintergrund m Zclchnuug uud Eolorit ganz vortrefflich erscheinen, lst der Vordergrund verworren uüd verschwommen; dcr tosende Bach zieht sich übcr das Gerölle, als wäre cs Schleim odcr Ocl nnd nicht Wasser, nnd das Gestein ist ohne Plastik. Ein s.anz nichtssagendes Bild ist das ^lclldichcin" von Fricdländcr in Wicn; diese beiden gcgcuübcrstchcudcü Figuren siud ohne allcs ^cbcu. Dcn vollständigsten Kontrast dazu bildet Vanmyartucr mit seinem „Auf dem Wcgc zur Schule." Das ist cin prächtiges Gcnrcstück, voll «aunc und Humor und auf dic geschickteste Weise ausgeführt! Es siud drci gelungene Bcngel, diese Schulbuben; sie habcn ihre Schulbücher zu Goden l gcworfcn und melken die Ziege dcr Bäuerin >— in dcö Eincn Hut, dcr aber nicht milchdichl ist uud das wcißc Nuß durchrinncn läßt; das um die Muttermilch bctrogcuc Zicglcin stcht dancbcu und ficht meckernd zu. Dic drci Milchdicbc sind auf's Ergötzlichsle charalte-risirt. Das Detail ist mit cincm Realismus ausge» führt, dcr nichts zu wünschen übrig Iaht. Man be» trachte nur einmal das Gesicht des dritten Buben, die Wonne, die sich iu demselben aufspricht; ma» betrachte des cigcnllichrn Ziegenmelkers Füsse, wie nntnrwahr sie sind. Es ist das gelungenste Genre-bild dcr Ausstcllnng. Freilich ist das Grnrc wenia, vertreten, vorwal« tend ist die Landschaft, nnd dadurch die Ausstellung ctwaö sehr monoton. Dic Historienmalerei ist ganz nnvertreten, man müßte dcnu Dell Aqua's dcn „6m. pfang dcr mexikanischcn Deputation beim Erzherzog Maximilian in Miramar" darstellendes Bild dazu zählcu wollen. Für Sc. Majestät dcn Kaiser Maxi-milian mag cö ciu wcrthvollcs Bild sciu, wcil es einen bedeutungsvollen Abschnitt in seiner ^cbcnSge« schichtc bczcichnct, iu nialcrischcr Beziehung sind nur die Köpfe dcr Dcputirteu vou Interesse, denn die Gruppe in schwarzem Frack nud wcißcr Eravate dictet wenig künstlerischen Effekt. Aber die Köpfe — dic Köpfe! Sind cs wirklich Portraits, so kann ein Psy, chologc an ihnen die ganze mcfilanischc Geschichte der lctztcn dreißig Jahre studircn. Uud das ist cinc sehr bcwcgtc Geschichte. Mit der Betrachtung dieses Bildes schließen wir unseren Ausstcllnngsbcricht. Von dcn hiesigen Malern hat nur Külinger ausgestellt. Warum? 48s Am 31. Mai: Friedrich Langer — wcgcn Vergehen der Ehrenliclcidlanna,. Am 1. Inni: 1. Josef (Aspire — wessen schwerer körperlicher Vcschädignng; 2. Georg SlNcrSlctar — wcqcn öffentlicher Gewaltthätigkeit; 3. Anton und Maria /5agar — wegen Actrnss. Am 2. Inni : 1. Llllas Turk -wegen Dicbstahl; 2. Anton Rnß und Genossen — wegen schwerer körperliche! Beschädigung; 3. Maria Hndobiunik — wcgcn Wucher. Wiener Nachrichten. Wien. 26. Mai. Se. k. k. Apostolische Majestät habcn sich allcr-gnädigst bewogen gefunden, einen Beitrag von dreitausend Gulden zum Baue der neuen Kirche in der Vorstadt Wcißgerlicr aus Allerhöchsterer Priuat> tasse zu widmcu, und diesen Betrag zur Verwendung für deu gedachten Zweck dem Herrn Bürgermeister übergeben lassen. — Ihre Maj. die Kaiserin Karolina Augusta habcn den Abgebrannten zu Radstadt, im Kronlande Salzburz, 5(X) ft. allerguädigst zu spcudcu geruht. — Die Kommission des Herrenhauses znr Berathung des Zoll- und Handelsvertrages hat mit 7 geaen 3 Stimmen den Beschluß gefaßt, dcm Hause die Auuahmc dcö Vertrages zu empfehle». Neueste Nachrichten und Telegramme. Original-Telegramm. Wien, 37. Mai. Jefferson Davis sammt Familie nnd (Heueralstab ist bei Marone gefangen genommen worden. Der „Moniteur" meldet, die Mexikaner hätten gegen die Truppen des Juarez Guayma erobert. Die nächste Herrenhanssitzung findet Montag Htatt. Karlsbad, 25. Mai. (C. Oest. Ztg.) Die Her. zogin von Anguslcnburg ist hier eingetroffen. AnS Wien werden Graf Mcuödorff und der Herzog von Orammont clwartct. München, 2l>. Mai. Dic Staatsregierling har vorgeschlagen und der Ansschns; der Kammer mit Ein-hclligrcit beschlossen, die Amnestie auf dic Angehörigen aller deutschen Bundesstaatcn auszudehnen. Dresden, ^5». Mai. (C. Oest. Zlg.) Oesterreich soll, uiu die Standebcrufnng Schleswig-Holsteins zu ernlöglichen, bereit sciu, alif die Slandc von l8i)4 einzugehen, daran abcr die Bcdingniig tiiüpfeu, daß die Arbeiten beschleunigt wcrdcn. Berlin, 25>. Ma>. (C. Ocst. Z!g.) Die Antwort auf die letzte österreichische Note ist noch nicht abge< gegangen. Sie bcharrt anf Bcrlifnug der 1A5)4cr Ltandc uud lehnt das 1^46cr Wahlgesetz al'. Iin Falle der Weigerung Ocsicrrcichs verzichtet Preußen ganz auf die Ständcbcrnfnng. Nom, 24. Mai. lWtt.) Kardinal Autonclli hat au den Fürsten Gorlschaloff eine Note gerichtet, in welcher er die Zurückziehung des umi dcm Papste in Tt, Petcrsbnrg erhobenen Protestes wcgcu der As» faire FolintyS und Krasinsly fiir unstatthaft erklärt. Paris, 24. Mai. (Abends.) Der „Abend-Monitcnr" enthält Erläuterungen im Sinne des „.^onstitntionncl" - Artikels über die amcrilauischcu Angelegenheiten. Er bestätigt, daß >naulreich dic Ordre, welche den Anfcnthalt uou itriegsschiffen der Union in den französischen Häfen auf 24 Stunden begrenzte, widerrufcu habe, uud tnndigt nu, daß dic Rcgicruug anch andere Äcschräntnngen, welche die ^ientralität ihr auferlegte, aufheben werde, sobald sie in Erfahr rung bringe, daß das Cabinet von Washington aufhört, jcue ausimhmSwciscu Rechte auszuüben, die ihm sein Charakter als kriegführende Macht auf dein Meere gegen Andere sichert. Was dic Werbungen für Mexiko anbelangt, glanbt der „Moniteur", daß dic zahlreichen nnd taftfern Sol datcn der Armcc dcs Nordens nach vierjährigem Kampfe chcr geneigt sein wcrdcn, Nuhc iu der Arbeit zu finden, als neue Wagnisse anfzusuchcu, und es sei daher nicht wahrschciulich, daß Juarez vielc Netruten findc. Dcm „Äiouiteur" zufolge ist die öffcutliche Äiciilung in Amerika gegen dic Werbungen, und cr glanbt, daß Präsident Johnson nicht beabsichtige, dic wcisc Politik Lincoln's zu ändern, welcher vor seinem Tode erklärt hat, cr werde, was Mexiko anbelangt, gcwisscnhaftc Neutralität beobachten, wcnn dic Ehre der Union nicht in Frage tummc. Pariö, 25. Mai. (C. Ocst. Ztg.) Der Herzog vou Grammont hat keine Weisung erhalten, den Prin« zen Napoleon zu dcmcntircu, die Regicrnng nimmt von der Rede des Prinzen gar keine Notiz. Paris, 25. Mai. (Fbtt.) Außer Drouin dc Lhuys hat auch der Finan^ninisler die Zurückziehung dcr Truppen ans Hicxiko zu cincr Portefenillcfrage gemacht. Aeidc Minister haben den I. Juli als den äußersten Termin bezeichnet, bis >n welchem die Zu-rückliernfling der Truppeu crfolgcu >uüssc, wcuu sie im Amte bleiben sollen. Madrid, 25i. Mai. Iu dcr Drpntirtcnkammer erklärt dcr Äiinistcr dcs Auswärtigen, daß im Budget dic Residenz ciues spauischcu Gesandten in Turin nachgewiesen sei, weil der Hof dcs Königs Viktor Emannel zur Zeit, als das Budget zusammengestellt wurdc, sich iu Turin befand; abcr es sci im Äcinistcrrathc über dcn Anfcnthalt dcs (Gesandten noch uichts entschieden. Dcr Minister erklärt weiter, daß die Bezüge cincS Gesandten bei König Franz II. eingestellt wurden, abcr aus Rücksichten dcr Achtung wird ein Mitglied dcr sftanischcn Botschaft in Rom die Eigenschaft eines Vertreters Spanien's bei dem König Franz II. haben. Bukarest, 24. Mai. Der Abgesandte des Pa triarchats vou Konstankinopel, welcher beauftragt war, dcn Fürsten Eusa aufzuforderu, die uulängst volirtcn nnd promnlgirten l^esctze, als deu Kirchcugesctzcu zu-widcrlaufeud, anfzuhcbcn, wurdc socbcn übcr dic Grenze gebracht. Algier, 2!. Mai. Dcr Kaiser ist nach dcm Fort Naftolcou abgcrcist nnd wird morgcn zurückkommcu. Dcsseu Gesundheitszustand ist anSgczcichnet. (Einstcfendet.) Wir lasen jüngst, daß eiu hicrliindigcr Verein bercilS NAtt Gründer zählt; iu gleicher Weise tountc auch das Kloster Sittich mehrere Grimdcr habru, und cs hatte deren wirklich in großer Zahl, worüber man sich bei Valvasor im XI. Buche belehren kann. Darunter findet sich auch Erzherzog Leopold von Oesterreich uud dessen Gcmalin Viridis. Es war also nicht „fälschlich", was dicSfallS in.^"' „^aibnchcr Zcitung" gesagt wurdc, wohl abcr ist lh^ fälfchli ch widersprochen worden. ^ H Verautworllicher Redakteur: ^Hguaz u. Aleinluayr. Druct und Berlag von Issnnz v. Hlein,»»ayr Kk ^edvr H5n»nl»erg in ^.aibach. .Iahuärztliche Anzeige. Der ausztt^rdcntlichc Beifall, welchcr dru von niir anqcfsrtigtcil liinstlichen Zähnen nnd Ocliisftn rrthcilt wird, uud die uirl>.'ii 3llist>ägr, dic ich m Folizc dcsscn l!rl,)alirn, haben mich veranlaßt, cincn ineincr zahntcchmschsn Ässisl>,!!t.n aus m^nciu Ätclin' in Gra; znr Aushilfe higher tommen zu lassen, woourch lch in di,'u Stand sslsryt din, jcdcn Äusirag dinlien ^4 bis 4tz Stunden ;u rffcttiürcu. Dil! Varlylilr der vc>n mir aiigcfcrtiglen Gebisse sind: I. Sie sind vollkommen uaturgctrcn. dahrr nicht als tünstlichc Zähne zn crlcnnm, und stellrn dl!u natnrlich^n früherm Gl'sichli«aii^druck w,cdrr hcr. 2 Wcrdcn sie uicht init Halali uud Klaiiimcrn dsf^'llgrt, dahcr dic cigcucn Zähuc uichl lcidrn, und man sie schr leicht scllist in dcil Niuiid lrgcn uud heraus uchimu laun. 3. Wcrdcu sic schiucrzloü cin^cscht, dcnn nn Munde uoch vorhandene Zähne und Wurzeln brauchen nicht rutfcrnt zu wcrdcn, 4. Dienen sie volllommcu a,ut zum Sprechen und Käucn. Echl cszlich bcmerlc ich, das; an« meinem Atelier unr vollkommen ssute Gebisse abgclicfert werde», lin »o»c>rar uicht chcr aussespruchen wird, bis ich die Brauchbarkeit des Gcbisscs bewiese», und da>; ich für jede meiner Leistungen eiu valleü I.ihr garaulire. Plomblruugcu hohler Zähne nud alle sonstigen Zahnofterationen werden mit größter Schonung vorgenommeu. Adolf Engländer, Zahnayt, Nachfolger dcö Herren Dr. Brunn auö Graz, > 1 gegenwärtig Hotel Elefant, Zimmer-3tr. i^0—lii in Laibach.! PlplBlp)|Q| Unter clem Fal»rik*i»r zu dcm W > Grottenfeste in Adelsberg, > D welches ain W > Pfingstmontag. « W las ist den 5. Zum 18 W Die Grotte wird mit nahezu ««V.ttOtt Lichtern qlän- > W zend beleuchtet sein, und an diesem Tage auch eine ganz D W neue noch in ihrem ursprünglichen Glänze stehende Par- > » thie von Htttt Klaftern voll der herrlichsten Tropfstein- > W Bildungen zum ersten Male eröffnet werden. 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W Hiezu cin halber Bogen Amts- und Ilttelligenzblatt, dmm Nr. 21 dcr „Blätter aus Kram."