Laibacher SCHULZEITONG. Organ des krainischen Landes - Lehrervereins. Erscheint ______ am 10. und 25. jedes Monats. Sechster Jahrg-aiier- Vereinsmitglieder erhalten das Blatt gratis. Pränumerazionspreise : Für Laibach: Ganzjähr. 11.260, halbjähr. fl. 1‘40.— Mit der Post: Ganzjähr. 11.2*80, halbjähr. fl. 1*50. Expedizion: Buchdruckerei lg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg, Bahnhofgasse Nr. 15. Inserate werden billigst berechnet. Schriften und Werke zur Rezension werden franko erbeten. Wert des Gemeingeistes und des Vereinslebens. Die neueste Zeit hat eine Menge verschiedener Versammlungen und Vereine entstehen sehen, so auch Vereine, die sich mit der Förderung des Volksschulwesens befassen. Jede Versammlung von Berufsgenossen hat immer etwas Anregendes, Erhebendes, Begeisterndes. Sie weckt den Mut des Zaghaften, sie erhöht die Zuversicht, die Kraft des Mutigen. Es wird der Einzelne gehoben und getragen von der Idee, die der Verein oder die Versammlung (Konferenz) zu verwirklichen bemüht ist. Und dennoch gibt es Leute, die solchen Versammlungen allen Wert ahsprechen wollen, weil sie nicht gleich Früchte sehen und nicht gleich ernten können, wo sie nicht gesäet haben. Der Zweck dieser Zusammenkünfte ist die Hebung der Volksschule durch die vereinte Kraft und durch die Fortbildung der Lehrer. Die Vereine und Konferenzen wirken dahin, die Wesenheit und Wichtigkeit des Lehrerberufes in voller Lebendigkeit zu erhalten, nemlich durch Vorträge über Lehre und Erziehung im allgemeinen, über einzelne Lehrfächer und Methoden im besonderen. In keinem Berufe bedarf der Einzelne der Ermunterung, der Anregung so sehr, als im Lehrerstande. Der Lehrerberuf hat eine hohe Aufgabe, aber diese ist sehr oft mit grossen, fast unüberwindlichen Hindernissen verbunden. Der Boden, in den der Lehrer den Samen streut, lässt sich nicht chemisch untersuchen und bestimmen. Der Grund der Seele, die geheime Werkstatt, wo Gedanken, Gefühle und Begierden entstehen, lässt sich oft selbst durch strenge Beobachtung nicht erkennen, weil der Lehrer nur wenige Stunden des Tages die Schüler um sich hat, die sich im elterlichen Hause oft ganz anders zeigen als in der Schule. Der Lehrer weiss oft nicht, wie er die Kinder so recht fassen soll, um sie dem Ziele entgegenzuführen, das er sich vorgesteckt hat. Zu solchen Zeiten, in solchen zweifelhaften Fällen bedarf er der Ermunterung, der Auffrischung des Geistes und Gemütes. Und wo kann er diese eher finden, als im Kreise vertrauenswürdiger Kollegen? Durch die Mitteilung der mannigfachsten Erfahrungen, die diese gemacht haben, geht ihm oft ein neues Licht auf; er erblickt neue Wege, die zum Ziele führen können, und mutig geht er wieder an sein Werk. Freilich muss unter Kollegen auch echte Kollegialität herrschen, über deren Mangel leider noch so häufig geklagt wird. Wollen wir also unsere Aufgabe befriedigend lösen, so müssen wir uns gegenseitig die Hand reichen und einander helfen mit Rat und Tat. Möchte es doch so sein und ein woltuender Geist der Gemeinsamkeit uns durchdringen! X,. b—ö. Zweite krainische Landes - Lehrerkonferenz. (Fortsetzung.) Dritter Verhandlungstag, Mittwoch 11.Sept. V. Naturkunde. In den beiden ersten Schuljahren findet noch kein gesonderter Unterricht in der Naturkunde (Naturgeschichte und Naturlehre) statt; doch wird auch hier schon demselben bei dem Anschauungsunterrichte dadurch vorgearbeitet, dass Dinge in Schule, Haus und Umgebung mit Angabe leicht erkennbarer Merkmale benannt und hiebei die Stoffe, aus welchen sie bestehen, desgleichen die gewöhnlichen Haustiere und die a fallendsten Naturerscheinungen in elementarer Weise besprochen werden. Auch in dt drei nächstfolgenden Schuljahren ist der Unterricht in der Naturkunde wesentlich nr ein etwas erweiterter Anschauungsunterricht. Im dritten Schuljahre hat sich der Lehrei hei diesem Unterrichte auf die auffallendsten Merkmale der zu behandelnden Natur-gegenstände und nur auf ganz einfache, den Fassungskräften der Schüler entsprechende Erläuterungen der Naturerscheinungen zu beschränken. Im vierten und im fünften Schuljahre ist die auf Grund des Lesebuches oder ai knüpfend an dasselbe erfolgende Besprechung naturgeschichtlicher Individuen und phv sikalischer Erscheinungen und deren Vorgänge, worüber übrigens auch nur die eil fachsten Kenntnisse vermittelt werden sollen, schon eine etwas eingehendere. Es soll beim naturgeschichtlichen Unterrichte auch auf die Lebensgeschichte (Entwicklungsgeschichte)1 der Pflanzen und Tiere Rücksicht genommen werden, sowie auch auf jene Merkmale der Individuen, wodurch das Verständnis einer naturgeschichtlichen Systematik vorbereitet wird. Bei dem Unterrichte in der Naturlehre soll von dem Beschreiben der Erscheinungen zur Erklärung derselben und nach und nach zu dem Aufsuchen der Ursache und des Gesetzes geschritten werden. Detaillierter Lehrgang für den Unterricht in der Naturkunde. A. Naturgeschichte. Drittes Schuljahr. Hund, Katze, Pferd, Rind, Schwein, Ziege, Schaf, Hausmaus, Haushuhn, Gans, Taube, Sperling, Krähe, Habicht, Eidechse, Karpfen, Maikäfer, Kohl-und Baumweissling, Küchenschabe, Kirschbaum, Linde, Kartoffel, Fliegenschwamm, Kalkstein, Kupfer2. Viertes Schuljahr. Fuchs, Wolf, Eichhörnchen, Igel, Reh, Lerche, Schwalbe, Kukuk, Rebhuhn, Blindschleiche, Kreuzotter, Laubfrosch, Hecht, Weinbergschnecke, Hirschkäfer, Biene, Stubenfliege, Apfelbaum, Tanne, Gerste, Bohne, Hanf und Flachs, Tollkirsche, Kochsalz, Eisen, Braunkohle. Fünftes Schuljahr. Brauner Bär, Löwe, Elefant, Gemse, Remitier, Kameel, Maulwurf, Steinadler, Fink, Storch, Wildente, Strauss, Specht, Forelle, Haifisch, Häring, Ringelnatter, Ameise, Todtengräber, Regenwurm, Seidenspinner, Nussbaum, Oelbaum, Buchweizen, Mais, Hafer, Weinstock, Kieselstein, Silber, Quecksilber, Ton. Einiges über den Bau des menschlichen Körpers. Sechtes, siebentes und achtes Schuljahr. Hier wird der naturgeschichtliche Unterricht nach den betreffenden, vom hohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht approbierten Lehrbüchern unter Beachtung des vorgeschriebenen Lehrplanes erteilt. Der Referent, Herr Bezirksschulinspektor Linhart, beantragt keine andere Abänderung, als ad 2 die Anhängung von „Gold“ (was angenommen wird). Dagegen erklärt sich Herr Bezirksschulinspektor Derganc ad 1 gegen den Beisatz „Entwicklungsgeschichte“ ; derselbe könnte eine irrige Auffassung von „Lebensgeschichte“ begründen. Dieses sein Bedenken werde durch bereits gemachte Erfahrungen gerechtfertigt. Es wäre gut, diesen Beisatz durch einen deutlichen! zu ersetzen. Der Referent teilt diese Besorgnis des Herrn Derganc nicht, hat jedoch, wenn man es für geraten halte, nichts gegen die Weglassung des Beisatzes. Die Weglassung wird angenommen. B. Naturlehre. Drittes Schuljahr. 1.) Die drei Aggregatzustände der Körper (Vermittlung durch zahlreiche Beispiele aus dem Leben1). 2.) Ausdehnung (Längenausdehnung, Längenmasse). 3.) Harte und weiche Körper (Vermittlung durch zahlreiche Beispiele aus dem Leben 1). ;) Wirkungen der Wärme: a) das Schmelzen und das Erstarren; b) Vergrösserung des Volumens bei festen Körpern. 5.) Grunderscheinungen des Magnetismus (magnetische .jinziehung). 6.) Das Klären von trüben Flüssigkeiten durch Filtrazion. 7.) Der Hebel. Viertes Schuljahr. Der Lehrstoff des dritten Schuljahres wird gelegentlich wiederholt und durch nachstehende Kenntnisse erweitert: 1.) Ausdehnung (Flächenausdehnung, Jflächenmasse). 2.) Spröde und elastische Körper (Vermittlung durch zahlreiche Beispiele aus dem Leben1). 3.) Porosität (Vermittlung durch zahlreiche Beispiele aus dem ^eben *). 4.) Wirkungen der Wärme: a) das Sieden, Verdampfen und Verdunsten; Nebel .und Wolken; Destillazion; b) Vergrösserung des Volumens bei flüssigen Körpern. Einrichtung und Anwendung des Thermometers. 5.) Leitung der Wärme (gute und schlechte Leiter); die Schneedecke der Erde und ihre Bedeutung. 6.) Die Krämerwage (Ge-, wichte). 7.) Auflösung (Lösungsmittel, Sättigungspunkt). Fünftes Schuljahr. 1.) Ausdehnung (körperliche Ausdehnung, Körpermasse). 2.) Undurchdringlichkeit (Taucherglocke); Teilbarkeit (Beispiele). 3.) Gase und Dämpfe (Vermittlung durch Beispiele). 4.) Wirkungen der Wärme: a) Kondensazion des Dampfes; Regen, Schnee, Plagel2, Tau, Reif; l) Vergrösserung des Volumens bei luftförmigen Körpern; c) Luftzug und Wind. 5.) Adhäsionserscheinungen (Beispiele aus dem Leben1). 6.) Magnetnadel; Anwendung derselben als Kompass. 7.) Elektrische Grunderscheinungen (Harz-und Glasstange). 8.) Gewitter; Vorsichtsmassregeln bei demselben; Blitzableiter3. 9.) Kommunizierende Gefässe; natürliche und künstliche Springbrunnen. 10.) Saugheber und Stechheber; Heronsball (Spritzflasche). 11.) Der Keil (Messer, Hacke u. s. w.) und die Handpresse (Schraube). 12.) Entstehung des Schalles (Stimmgabel). 13.) Die atmosphärische Luft und ihre Gemengteile. 14.) Das Wasser. 15.) Die Verbrennung; Feuerlöschmittel. 16.) Die Kohlensäure; ihre Anwendung und Eigenschaften. Für das sechste, siebente und achte Schuljahr ist der Lehrgang im vorgeschriebenen Lehrplane angedeutet. Der Referent, Bezirksschulinspektor Linhart, beantragte folgende Abänderungen; ad 1 hat der Passus: „aus dem Leben“ überall zu entfallen; — ad 2 ist nach „Hagel“ beizufügen „(Versicherungswesen)“; — ad 3 ist beizufügen: „(Feuerwehr, Feuer- versicherungswesen) “. Die beantragten Abänderungen wurden angenommen. VI. Erdkunde. Der eigentliche geographische Unterricht in der Volksschule beginnt erst im dritten Schuljahre; doch wird der Grund für diesen Unterricht schon im ersten und im zweiten Schuljahre dadurch gelegt, dass im Anschauungsunterrichte das Schulzimmer, das Schulhaus, die Teile derselben und die darin befindlichen Gegenstände, sowie Gegenstände ausserhalb des Schulhauses und in der nächsten Umgebung desselben besprochen und die Schüler auch mit den einfachen Begriffen, die zur Orientierung im Raume erforderlich sind, vertraut gemacht werden. Im dritten Schuljahre wird auf Grund dieser Vorübungen und nach eingehender Wiederholung derselben, yoiu Schulhause ausgehend, die Besprechung auf den Schulort selbst und die Umgebung desselben mit der bestimmten Absicht ausgedehnt, hiebei die geographischen Grundbegriffe zu entwickeln, dieselben zum Verständnisse der Schüler zu bringen und dadurch für die fernere Behandlung des erdkundlichen Unterrichtes eine sichere Grundlage zu gewinnen. Anschliessend an diese Besprechungen lasse der Lehrer erst den Plan des Schulzimmers, dann des Schulhauses, des Schulortes u. s. w. vor den Augen der Schüler nach einem bestimmten Masstabe an der Schultafel entstehen, um so allmälig auch dem Verständnisse der Karten vorzuarbeiten. In welcher Ausdehnung die weitere Umgebung des Schulortes im dritten Schuljahre zu besprechen ist, hängt von Ortsverhältnissen ab ; jedenfalls soll der Gerichtsbezirk, worin der Schulort sich befindet, vollständige1 Berücksichtigung finden. Detaillierter Lehrgang. Drittes Schuljahr.2 Feststellung nachstehender geographischer Grundbegriffe: Bechts, links, oben, unten, vorn, hinten, mitten, senkrecht, wagrecht, schief; — Ausdehnung in die Länge, Breite, Höhe (Tiefe); Messen und Masse3; — Gesichtskreis. Die Sonne; die Sonne als Lichtquelle: Tag und Nacht, die Tageszeiten; die Uhr; Orientierung nach den Weltgegenden4; Verschiedenheit des Auf- und Unterganges der Sonne nach Ort und Zeit; Jahreszeiten (nur in Beziehung auf Dauer und Aufeinanderfolge), das Gemeinjahr, das Schaltjahr; die Sonne als Wärmequelle: Bichtung der Sonnen-stralen und verschiedene Wirkung derselben; Temperatur und Verschiedenheit derselben in den einzelnen Jahreszeiten. — Der Mond, Gestalt desselben, Vollmond, erstes und letztes Viertel, Neumond; Sterne (jedoch nur die Fixsterne, Planeten sind vorläufig in diesem Schuljahre zu übergehen); Sternbilder: der grosse und der kleine Bär; — der trockene Teil der Erdoberfläche: Ebene, Anhöhe, Hügel, Berg, Gebirge; Fuss, Abhang, Gipfel des Berges; Tal; steiniger, sumpfiger Boden; Weide-, Wiesen-, Acker- und Gartengrund; Wald. Landgewässer: Quelle, Bach, Fluss; Ursprung, Mündung des Flusses; Ufer; Teich, See, Pfütze, Sumpf, Morast; Insel. Temperatur der Luft, Bewegung der Luft, Wind, Wolken, Niederschläge5. Beschäftigung der Menscheu. Dorf, Markt, Stadt; Gemeinde, Bezirk, Land, Staat; Oberhaupt der Gemeinde, des Bezirkes, des Landes, des Staates. Viertes Schuljahr. In diesem Schuljahre werden die geographischen Grundbegriffe gelegentlich wiederholt und entsprechend erweitert. Die Kenntnis der Heimat wird erweitert, indem zunächst die Bezirkshauptmannschaft0, in welcher sich der Schulort befindet, sodann die übrigen Bezirkshauptmannschaftenß des Landes besprochen und an der Schultafel graphisch dargestellt werden. Versinnlichung des Heimatlandes an der Schul Wandkarte; Besprechung des Heimatlandes in physischer und politischer Hinsicht. Uebersicht über die österreichisch-ungarische Monarchie; Angabe der Länder und deren Hauptstädte und Hauptflüsse. Einschlägige geographische und Kulturbilder, als 7: die Save — Laibach — der Grosskalenberg — NeumarkÜ — Veldes — die Wochein — der Triglav — Stein und die steiner Alpen — Sagor — Rudolfswert — Gottschee und die Gottscheer — der zirknizer See — Idria — die Adelsberger Grotte — das wippacher Tal — die österreichisch-ungarische Monarchie — das adriatische Meer — Gewerbfleiss im Erzgebirge — die Pussta und ihre Bewohner.7 Fünftes Schuljahr. Wiederholung und Erweiterung der geographischen Grundbegriffe. Eingehendere Behandlung der Länder der österreichisch-ungarischen Monarchie mit Rücksicht auf die Grenzen, die Bodenbeschaffenheit, die bedeutenderen Gebirge, Berge und Flüsse, die Seen, die wichtigsten Städte, die Bewohner und deren Beschäftigung. Europa nach seiner politischen Einteilung. Die Erdkugel. Die Behandlung des Globus erstreckt sich auf die Gestalt und Grösse der Erde, die leicht fasslichen Beweise für die Kugelgestalt derselben, die wichtigsten Punkte (Nord- und Südpol) und Linien (Parallelkreise, Meridiane) auf dem Globus. — Die geographische Länge und Breite, die Zonen, das Klima. — Gliederung der Erdoberfläche in Land und Wasser in einfachen Umrissen; die Erdteile, die Hauptmeere — Einschlägige Kulturbilder, als7: Eine Donaureise durch Oesterreich — Wien — das Salzkammergut — der Bodensee — das Steirerland — Graz — die Drave — Klagenfurt — der Isouzo — Malborghet und das Kanaltal — Görz — Triest — die Salzgärten in Istrien — aus dem Riesengebirge — Prag — die Hanna — Wieliczka — Budapest — Agram — die Gestalt und Bewegung der Erde — die Erde aus der Vogelschau — die Bewohner der Erde — aus dem Norden — der atlantische Ozean — Europa — Asien — Afrika — Wüstenreise8 — Amerika7. Sechstes, siebentes und achtes Schuljahr. In diesen Schuljahren wird der geographische Unterricht nach den betreffenden, vom hohen k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht approbierten Lehrbüchern unter Beachtung des vorgeschriebenen Lehrplanes erteilt. Der Referent, Bezirksschulinspektor Ritter v. Gariboldi, beantragte folgende Abänderungen: ad 1: „vollständige“ hat zu entfallen. — ad 2: Nach „Drittes Schuljahr“ ist der Abteilungstitel: „Heimatkunde, ausgehend vom Schulorte,“ einzuschalten. — ad 3: Nach „Messen und Masse;“ ist einzuschalten: „verjüngtes Mass und verjüngter Masstab“. — ad *: Statt „Weltgegenden“ ist zu setzen: „Hauptweltgegenden“. — ad B: „Wolken, Niederschläge“ hat zu entfallen. — ad 6: Statt „Bezirkshauptmannschaft“ ist „der politische Bezirk (respektive: die übrigen politischen Bezirke)“ zu setzen. — ad 7: Statt „als:“ ist „z. B.“ — und zu Schluss dieser Absätze stets „u. s. w.“ zu setzen. — ad 8: ist statt „Wüstenreise“ zu setzen „eine Wüstenreise“. — Zu Ende ist anzuhängen die Anmerkung: Dieser Lehrgang hat auch in den ein- und zweiklassigen Schulen als Norm zu dienen, mit dem Bemerken, dass der für das fünfte Schuljahr angegebene Lehrgang für das fünfte und sechste Schuljahr dieser Schulen zu gelten hat. Alle Anträge des Referenten wurden ohne Einwendung angenommen. (Fortsetzung folgt.) Zum Unterrichtsgebrauche als zulässig erklärte Lehrbücher und Lehrmittel. a) Lehrbücher für Volks- und Bürgerschulen: Mair Fr., Lesebuch für die Volks- und Bürgerschulen Oesterreichs. 4. Teil, 5. Auflage. Wien 1878, Gräser. Gebunden 70 kr. Rot he, Dr. K., Naturgeschichte für die oberen Klassen der Volksschulen, Bürgerschulen und verwandte Lehranstalten. 1. Stufe, 4. Auflage. Wien, Pichler. 50 kr. Pape P., Sammlung von Rechenaufgaben für achtklassige Volles- und Bürgerschulen. 6. Heft (für die siebente Klasse), 7. Heft (für die achte Klasse). Wien 1878, Gräser. Jedes Heft 24 kr. b) Lehrbücher für Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalten: Lindner, Dr. G. A., allgemeine Erziehungslehre. 2. durchgesehene Auflage. Wien 1878, Pichler. 1 fl. — Allgemeine Unterrichtslehre. 2. durchgesehene Auflage. Wien 1878, Pichler. 60 kr. c) Lehrmittel für Volks- und Bürgerschulen: Eichler J. (Uebungsschullehrer am Pädagogium in Wien), allgemeine Elementar-Zeichenschule. Wien 1877, Selbstverlag des Verfassers. Komplet (40 Hefte sammt Broschüre) 4 fl.; einzelne Hefte 15 kr., Broschüre 10 kr. IE£ij_2D.d_s c2n.aruL. Oberösterreich. (Eine Schuluntersuchungs-Kommission) wird inOberöster-reich laut Beschluss des Landesausscbusses zusammengesetzt. Dieselbe soll aus 31 Mitgliedern besteben, und zwar aus dem Landeshauptmanne als Vorsitzenden, aus je einem Abgeordneten der 12 Bezirks- und der 2 Stadtschulräte, von den Genannten selbst zu wählen, aus 5 Geistlichen, nemlich dem Antragsteller im Landtage, einem Dechante, und vier anderen Mitgliedern des Klerus, deren Auswahl dem bischöflichen Konsistorium zu überlassn ist, aus 5 Bürgermeistern vom Lande, welche der Landesausschuss in der nächsten Sitzung zu wählen hat, aus den beiden Landesschulinspektoren, aus einem vom Ausschüsse des katholischen Volksvereines zu wählenden Abgeordneten, aus einem vom Ausschüsse des liberalen politischen Vereines zu wählenden Abgeordneten, und aus den beiden Schulreferenten im Landesausschusse. Bosnien und Herzegowina. (Stand des Schulwesens.) Der Volksunterricht in den okkupierten Ländern befindet sich auf einer sehr niedrigen Stufe. Die Muha-medaner besitzen zwar eine grosse Menge sogenannter Schulen (Medresse), doch wird in denselben hauptsächlich das Lesen des Koran gelehrt, oft auch das Schreiben der türkischen Schrift. Nur in den grösseren Städten Serajewo, Travnik, Banjaluka und Mostar befinden sich türkische Schulen, sogenannte „Ruzdijes“, in welchen auch andere Wissenschaften gelehrt werden. Die besten Schulen des Landes sind die katholischen, welche von den Franziskanern geleitet werden und sich teils in der Nähe der Franziskanerklöster, teils in denselben befinden. Die Kinder erhalten in denselben Elementarunterricht in der Landessprache. Gymnasial- und philosophische Studien werden aber nur in lateinischer Sprache zurückgelegt. Diejenigen der Knaben, welche sich den theologischen Studien widmen wollen, erhielten früher ihre weitere Ausbildung in Djakovar (Slavonien), gegenwärtig in Gran. Die Zahl der ebenfalls von Franziskanern geleiteten Volksschulen wird auf 28 geschätzt; die besuchtesten derselben sind in Dolac bei Travnik, Jaice, Varcar-Vakuf und Mostar; bei letzterer wurde auch seitens der türkischen Regierung ein Lehrer der türkischen Sprache besoldet. Eine der besten katholischen Elementarschulen besteht in Serajewo, und wird in derselben auch die deutsche Sprache vorgetragen. Die meisten Schulen erhielten Unterstützung seitens der k. k. Regierung. — Die griechischorientalische Bevölkerung besitzt gegen 29 Volksschulen, in Serajewo und Mostar „Normalschulen“, welche von der griechisch-orientalischen Gemeinde unterhalten werden. Dieselben bestehen aus vier Normalklassen und besitzen angeblich gute Lehrkräfte. In den beiden Hauptstädten befindet sich auch je eine besondere Mädchenschule. Ausserdem wurde vom Staate eine Mädchenschule unterhalten. Zu erwähnen wäre noch die englische Mädchenanstalt. Dieselbe wurde ursprünglich als Waisenanstalt von deutschen Diako-nissinen aus Kaiserswert am Rhein gegründet, dann aber an die in Bosnien und den südslavischen Ländern sehr bekannte englische Philantropin Miss Irby verkauft, welche arme Mädchen dort aufnahm und in Handarbeiten und Elementargegenständen unterrichten Hess. Bei Ausbruch der christlichen Insurrekzion begab sich Miss Irby nach Oesterreich und nahm einen Teil der Mädchen dahin mit; doch besteht die Anstalt in Serajewo fort. Mit der Gründung eines griechisch - orientalischen Gymnasiums nach österreichischem Muster wurde zwar vor zehn Jahren begonnen, zu welchem Zwecke auch ein verstorbener Kaufmann 20,000 fl. testierte, doch kam das Projekt wegen des Widerstandes der Vilajets-Regierung nicht zur Durchführung. Frankreich, (Die Schulen in Frankreich. — Ein Erlass.) Seitens des Unterrichtsministeriums ist über den Stand des Sekundärunterrichts im Jahre 1876 Be- rieht erstattet worden. Aehnliche Rapporte wurden über die Jahre 1843 und 1865 erstattet. In dem gegenwärtigen Berichte jedoch wird die Zeit von 1865 bis 1876 in Betracht gezogen. Zuerst wird konstatiert, dass trotz des Verlustes von Metz, Strassburg und Kolmar die Zahl der Lyzeen von 77 auf 86 gestiegen ist. Sonderbarerweise verlautet nichts davon, wie es bezüglich der wissenschaftlichen Leistungen, mit dem Fleisse etc. der Schüler steht. Der Bericht von 1865 konstatiert, dass von 1854 bis 1865 168 weltliche Schulen eingingen und 22 geistliche Schulen neu gegründet wurden; von 1865 bis 1876 gingen 163 Laienschulen ein, 31 geistliche Schulen wurden mehr angelegt. 1865 zählten die weltlichen Schulen 43,000 Schüler, die geistlichen 35,000; im Jahre 1876 besuchten die Laienschulen 31,249, die geistlichen 46,816 Schüler. Die weltliche Schule hat mithin in dieser Zeit 11,750 Schüler verloren, die geistliche 11,919 gewonnen. Bei dieser Zählung sind die Schüler der kleinen Seminare nicht einbegriffen. Die Zahl der weltlichen Lehranstalten ist in den letzten zehn Jahren von 656 auf 494 gesunken, die der geistlichen von 278 auf 309 gestiegen. Ausserdem ist hervorzuheben, dass die Weltpriester Terrain an die Kongregazionen verloren haben: von 165 Anstalten hatten sie 1876 nur noch 129, und von 16,300 Schülern 14,600. Alle obigen Zahlen beziehen sich nur auf die Knaben; der Sekundärunterricht der Mädchen befindet sich fast ausschliesslich in den Händen von Ordensschwestern. Und da sagt man noch, der grösste Teil Frankreichs sei antiklerikal! — Ein Erlass, den der französische Unterrichtsminister vom Stapel liess, empfiehlt das Laut- und Deutlichlesen in den Schulen, und verhält die Lehrer in dieser Hinsicht zur grösseren Sorgfalt. Russland. (Schulzustände.) Dem offiziellen Berichte des russischen Kultusministeriums für das Jahr 1877 entnehmen wir folgende Daten: Die Zahl der Volksschulen in Russland, mit Einschluss Sibiriens, betrug in dem Berichtsjahre 25,077 mit einer Frequenz von 856.139 Knaben und 180,077 Mädchen, zusammen 1.036,851 Kindern. Auf 3070 Einwohner entfällt somit, wenn man die Gesammtbevölkerung Russlands in Betracht zieht, eine Schule, und von 20 schulpflichtigen Kindern im Alter von 7 bis 14 Jahren studiert nur eines. — Weiter erfahren wir über Russlands Schulwesen nachstehende, auf das laufende Jahr bezügliche Daten: Nach den für die pariser Ausstellung veranstalteten Erhebungen besass Russland bei einem Jahresbudget für Bildungszwecke im Betrage von 15.971,289 Rubeln: 8 Universitäten (ausser Helsingfors) mit 5629 Studenten, von denen 85 auf die theologische Fakultät, 583 auf die philologische, 1629 auf die juristische, 30 auf die Fakultät der orientalischen Sprachen, 622 auf die mathematische, 550 auf die naturwissenschaftliche und 2130 auf die medizinische Fakultät entfielen. An Gymnasien und Progymnasien gab es — ausser 53 geistlichen Seminarien mit 12,227 Zöglingen — 195 mit 50,701 Schülern; an Realschulen 56 mit 10,888 Schülern, wobei 19 Militärgymnasien nicht mitgerechnet sind; an weiblichen Gymnasien und Progymnasien 223 mit 34,878 Schülerinen, ungerechnet die zahlreichen Anstalten, die der vierten Abteilung seiner Majestät eigenen Kanzlei (Stiftungen etc.) unterstellt sind; an Normalschulen und Lehrerseminarien (ausser 10 unter anderen Ressorts stehenden Anstalten) 68 mit 4968 Schülern. Die Zahl der Elementarschulen, welche in letzter Zeit in stetem Wachsen begriffen ist, betrug 25,491 mit 1.074,559 Schülern. Kalifornien. (Schulwesen.) Ueber das Schiff wesen in Kalifornien lesen wir: „Die Einwohner Kaliforniens zahlen zur Erhaltung der öffentlichen Schulen jährlich 3 pro Mille ihres Vermögens, gleichviel ob sie schulpflichtige Kinder haben oder nicht. Man trifft unter den Public shools der Städte treffliche Anstalten. Plier und da fehlt es freilich noch an Lehrkräften, namentlich für das Land. Farmer pflegen ihre Kinder nach den Stadtschulen zu schicken, und in den Morgenstunden sieht man häufig die Schulbuben zur Schule reiten, oft zwei auf einem Pferde. Auch kleine Mädchen zu Pferde sind keine Seltenheit. Es ist eine Freude, die kleinen Amazonen durch die Strassen sprengen zu sehen.“ IL» o Uš: a, 1 e s- Veränderungen im Lehrstande. Herr Primus Ušeničnik, zuletzt Hilfslehrer in Oberlaibach, erhielt die Lehrstelle in Grossdolina, Fräulein Aloisia Bauer, prov. Lehrerin in Tschernembl, eine prov. Lehrstelle in Nassenfuss. Die Lehrstelle an der neuerrichteten Volksschule zu Godovič erhielt Fräulein Fanni Supan, die zweite Lehrstelle zu Sairach Hilfslehrer Herr Johann Pipan, die zweite Lehrstelle zu Planina die absolvierte Lehramtskandidatin Frl. Amalia Spoliarič, und die Lehrstelle zu Hoteder-schiz provisorisch Herr Franz Schmied. Herr Jos. Zajec, Lehrer zu Kraxen, hat auf die ihm zu Slatina in Steiermark verliehene Lehrstelle resigniert. Herr Jakob Pretnar, absolv. Lehramtskandidat, erhielt die Lehrstelle zu Mitterdorf in der Wochein. Aus der Sitzung des k. k. Landesausschusses vom 2 2. v. M. Der Antrag auf Erhöhung des Lehrergehaltes für die Volksschule in Budaine wurde abgelehnt. Aus der Sitzung vom 29. v. M. Dem k. k. Landesschulrate wurde die Zustimmung zur Präsentazion für die Besetzung der Oberlehrerstelle au der Volksschule zu Heil. Kreuz bei Thum-Gallenstein, dann von Lehrerstellen an den Volksschulen in Töpliz, Treffen und Tschernembl erklärt. — Den übereinstimmenden Anträgen des Orts- und Bezirksschulrates entsprechend, stimmte der Landesausschuss der im Lehrplane für die allgemeinen Volksschulen begründeten Einführung des Unterrichtes in der deutschen Sprache in der zweiten und dritten Klasse an der Volksschule in Sairach bei. — Ein Vergleichsantrag der k. k. Regierung zu kompensativer Abrechnung des vom Lan-desausschusse für den Normalschulfond beim k. k. Reichsgerichte eingeklagten Aversual-Jahresbeitrages per 1297 fl. aus dem krainischen Studienfonde wurde abgelehnt. Aus dem krainischen Landtage. (Schluss.) XL Sitzung am 12. Oktober. Dieselbe wurde ganz von dem Referate Dr. Ritter v. Vestenecks namens des Schulausschusses über seinen Antrag auf Aenderung der Landesschulgesetze vom 25. Februar 1870 und vom 29. April 1873 und der darauf folgenden Generaldebatte eingenommen. Den Mo-tivenbericht zu diesem Volksschulgesetzentwurfe haben wir im Auszuge bereits (Nr. 20, Seite 305 und 306) gebracht. Wegen Mangels an Raum in diesem Jahrgange ist uns nicht gestattet, darüber sowie auch über die Generaldebatte uns des weitern auszulassen; wir behalten uns jedoch vor, dies bei Gelegenheit nachzuholen. Vorläufig genüge die Angabe, dass in der Generaldebatte der k. k. Landespräsident Ritter v. Kalina, dann die Abg. Svetec (gegen), Laschan (gegen), Dr. v. Schrey (für), Pfeifer (gegen), Freiherr v. Apfaltrern (für), Klun (gegen), Vošnjak (gegen), Deschmann (für), Zarnik (gegen) das Wort ergriffen. Nachdem der Referent den Gesetzentwurf noch in längeren Rede verteidigt hatte, wurden bei ber Abstimmung die Anträge des Abgeordneten Svetec (übereinstimmend mit der Anschauung des Herrn Vertreters der k. k. Regierung dahin gehend, es möge das Gesetz, da es von den kompetenten Schulbehörden nicht geprüft wurde, und da auch der slovenische Text ein höchst mangelhafter, zudem auch die zur Beratung zugemessene Zeit eine zu kurze sei, dem Landesauschusse mit dem Aufträge zugewiesen werden, darüber die Meinung des Landesschulrates, der Stadtgemeinde Laibach, sowie der übrigen wichtigeren Schulgemeinden des Landes einzuholen) und des Abgeordneten Laschan (den Gesetzentwurf nochmals an den Schulausschuss zu leiten, damit dieser die Bestimmung in denselben aufnehme, wodurch der Stadt Laibach das Ernennungsrecht der Lehrer gewahrt beibe) abgelehnt und das Eingehen in die Spezialdebatte der Gesetzesnovelle beschlossen. — XII. Sitzung am 14. Okt. Vor Beginn der Spezialdebatte der Gesetzesnovelle erklärte Abg. Laseban, dass er sein in der letzten Sitzung motiviertes Bedenken gegen den Gesetzentwurf hinsichtlich des der Stadtgemeinde Laibach entzogenen Präsentaziousrecbtes aufrecht erhalte und gegen den betreffenden Paragraphen stimmen werde. Weiters erklärte Abg. Svetec namens der klerikalen Landtagsminorität, dass dieselbe aus verschiedenen Gründen an der Spezialberatung des Gesetzes keinen Anteil nehmen werde. Hierauf verliessen die nazionalen Abgeordneten den Saal. Nachdem der Referent die Einwürfe des Abg. Svetec widerlegt batte, begann die Spezialdebatte. Dieselbe beschränkte sich auf mehrere vom k. k. Landespräsidenten beantragte Aenderungen im Gesetzestexte. Der Scbulausscbuss zog sich hierauf zur Abänderung der vom Regierungsvertreter bezeichneten Paragraphen zurück. Sämmt-licbe Anträge das Regierungsvertreters wurden angenommen, nur der Wunsch, den Direktor der Lehrerbildungsanstalt in den Stadtschulrat zu berufen, wurde abgelehnt und hierauf das ganze Gesetz im deutschen und sloveniscben Texte in zweiter Lesung angenommen. — In derselben Sitzung liess sich anlässlich der vom Gemeindeausscbusse beantragten Bewilligung einer Umlage und eines Darlehens für die Schulgemeinde Ratscbacb der bekannte fromme Graf Barbo verleiten, zu behaupten, die Schule in Ratschach sei luxuriös gebaut, sehe einem Palais ähnlich, in welchem ausgehungerte und zerrissene Kinder ein- und ausgehen. Dadurch würden die ohnehin armen Bewohner der Schulgemeinde ganz an den Bettelstab gebracht, und wenn man nicht aufhöre, Schulpaläste zu bauen, müsse das halbe Land Krain an den Bettelstab kommen. Nachdem schon Abg. Deschmann diese Behauptung dahin berichtigt, dass die Gemeinde ein bereits bestandenes Gebäude für die Schule adaptiert habe, erklärte auch der Landespräsident auf Grund eigener Anschauung, dass der Bau ein anständiger, die Ausstattung eine genügende, jedoch nur dem gewöhnlichen Bedarf entsprechende, dass aber von einem luxuriösen Bau gar keine Rede sei. Mit der XIV. Sitzung am 16. Oktober wurde die erste Session des krainischen Landtages geschlossen. Aus der Sitzung des Gemeinderates der Stadt Laibach vom 22. November. — Bericht der Finanzsekzion. Beim städtischen Volksschulfonde wurden im Jahre 1877 22,508 fl. 23 kr. im Empfange und ein gleicher Gesammtbetrag in Ausgabe verrechnet. Die Ausgaben haben betragen: bei der ersten städtischen Knabenvolksschule 4588 fl. 94 kr., bei der zweiten städtischen Knabenvolksschule 6701 fl. 2 kr., bei der städtischen Mädchenvolksschule 3123 fl. 31 kr., bei der Ursulinenmädchenschule 2723 fl. 9 kr., bei der Filialschule im Moorgrunde 594 fl. Es wird über den Voranschlag des städtischen Volksschulfondes pro 1879 referiert und beantragt, denselben mit der Bedeckung per 16,902 fl. und dem Erfordernisse per 19,704 fl., sohin mit dem vorschussweise aus der Stadtkasse zu deckenden Abgänge per 2802 fl. zu genehmigen. Referent hierüber stellte den Antrag: Der Magistrat werde beauftragt, von fremden, der Gemeinde Laibach nicht zuständigen Eltern die im Gesammtbetrage mit 500 fl. aushaftenden Schulgeldrückstände einzuheben. GR. Regali beantragte die Abschreibung dieser Rückstände. Der Referent erwidert, den Armen Laibachs werde das Schulgeld ohnehin erlassen, dasselbe werde nur von den, fremden Gemeinden angehörigeu Schülern, zumeist von denen aus Schischka, eingetrieben. GR. Regali befürwortet nochmals einen milden Vorgang bei der Eintreibung und meint, auch die h. Regierung solle etwas mehr für die Schulen tun als bisher, und stellt einen diesbezüglichen Antrag. GR. Mahr erklärt, dass die Schulgeldbefreiung vor das Forum des Ortsschulrates gehöre, und dass bezüglich der armen Angehörigen der Stadtgemeinde Laibach ohnehin in schonendster Weise vorgegangen werde, indem alle dem Arbeiterstande angehörigen und die mit Armutszeugnissen versehenen Väter schulbesuchender Kinder vom Schulgelde befreit werden. Die Schüler fremder Gemeinden aber, insbesondere jene von Schischka, welches keine Schule erhalte, seien wol mit Recht zur Zahlung anzuhalten. GR. Dr. Ritter v. Kaltenegger erklärt, dass er aus prinzipiellen Gründen dem Anträge des GR. Regali nicht beistimmen könne, da durch Annahme desselben über alle rückständigen Steuern ein Strich gemacht würde. Bei der Abstimmung wird der Antrag des GR. Regali abgelehnt und der Sekzionsantrag angenommen. Neue slovenische Fibel. „Začetnica in prvo berilo za ljudske šole“, von Johann Miklosich, Wien 1878, k. k. Schulbücherverlag; steif gebunden 30 kr. — wurde mit Ministerialerlass vom 16. v. M. zum Lehrgebrauche in den Volksschulen mit slovenischer Unterrichtssprache zugelassen. Schuleröffnung. Die neue Mädchenschule der barmherzigen Schwestern von der Kongregazion des hl. Vinzenz v. Paula, von der wir letzthin meldeten, soll heute — am 10. Dezember — feierlich eröffnet werden. Ein österreichischer Pädagog. Die „Neue illustrierte Zeitung“ vom 1. d. M. bringt das Porträt und eine Biographie des 1852 als Professor der Mathematik im polytechnischen Institute in Wien verstorbenen Leopold Schulz v. Strassnitzki, der sich ausser seinem fachwissenschaftlichen Wirken auch auf dem Gebiete der Pädagogik und speziell um die Hebung der damals noch sehr verkannten sozialen Stellung des österreichischen Volksschullehrerstandes grosse Verdienste erworben hat. Zur Zeit, da Schulz v. Strassnitzki seine ersten grösseren mathematischen Werke („die Elemente der reinen Mathematik“ und „die Elemente der reinen Analysis“) schrieb, war er als Professor der Mathematik am damaligen Lyzeum in Laibach (durch sieben Jahre, 1827—1834) tätig. Generalversammlung des Lehramtskandidaten-Unterstützungsvereines. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung des genannten Vereines wird am 15. Dezember um 11 Uhr vormittags im physikalischen Kabinete der k. k. Lehrerbildungsanstalt stattfinden. Woitätigkeits-Soiree. Zugusten der armen Schulkinder fand am 24. November zu Adelsberg im Hotel „zur ungarischen Krone“ eine vom dortigen Frauenvereine veranstaltete Unterhaltung statt. Dieselbe bestand aus einer Tombola, zu welcher die Mitglieder des Vereines die Gewinste gespendet hatten, Klavierprodukzionen und einem Tänzchen. Es wurden hiedurch 81 ff. dem woltätigen Zwecke zugeführt. Konzert zu Schulzwecken. Wie wir soeben vernehmen, findet am Stefanitage (26. Dezember) in Sa gor an der Save ein Konzert zum Besten der beiden sagorer und der Volksschule zu St. Martin bei Littai statt. Der Besuch dürfte ein umso zahlreicherer werden, da nach Durchführung des musikalischen Programmes, welches in die Hände bewährter Konzertkräfte des „philharmonischen Vereines“ u. a. gelegt ist, auch ein Tänzchen nicht ausbleiben wird. Das Programm veröffentlichen wir in unserer nächsten Nummer. Woltätigkeits-Konzert. Vorgestern fand im landschaftlichen Redoutensaale ein von der hiesigen philharmonischen Gesellschaft zum Besten der in den laibacher Militär-Sanitätsanstalten befindlichen verwundeten und kranken Soldaten veranstaltetes Konzert, unter der Leitung des Musikdirektors der Gesellschaft, Herrn Anton Nedvöd, statt. In Anbetracht des patriotisch-woltätigen Zweckes wurde seitens der Schulbehörde auch die Mitwirkung der Zöglinge der Lehrer- und Lehrerinenbildungsanstalt bei diesem Konzerte gestattet, so dass die Damen- und Männerchöre der Gesellschaft hierdurch eine wesentliche Bereicherung an jugendlich-frischen Stimmen erhielten. Spende. Der Herr Hofsekretär in der Kabinetskanzlei Sr. Majestät des Kaisers, Job. Ritter v. Schneid, spendete für die Schulen des steiner Schulbezirkes 20 Exem- pl are des von Dr. Emmer verfassten Werkchens: „Unser Kaiser Franz Josef I.“ Diese von echt patriotischem Geiste durchwehte Schrift, die uns in populärer, anziehender Schreibweise so viel des Schönen und Interessanten, vielfach bisher noch nicht Bekannten, über unseren geliebten Monarchen bringt, sollte in keiner Schule fehlen. Die einzelnen Kapitel lauten: 1.) Die Eltern Sr. Majestät. 2.) Die Jugend des Kaisers. 3.) Die Tronbesteigung. 4.) Wichtige Ereignisse aus dem Leben Sr. Majestät. 5.) Was Kaiser Franz Josef für seine Völker tat. 6.) Die Lebensweise Sr. Majestät. — Das Werkchen, das im Verlage von Karl Prochaska in Teschen erschien, zählt 80 Blattseiten und ist durch zwei Porträts (Se. Majestät Franz Josef und Erzherzog Franz Karl) geziert. Wir machen die Lehrerschaft ganz besonders auf das Schriftchen aufmerksam, welches wir als das passendste Geschenk bezeichnen, das man unserer Jugend bieten kann. Die Spitzenklöppelschule in Idria zählte, wie wir einem Blatte entnehmen, während des Schuljahres 1877/78 290 Schülerinen, und zwar: in der ersten Abteilung 10 ordentliche und 16 ausserordentliche, in der zweiten Abteilung 42, respektive 222. Von diesen Zöglingen waren 251 ledigen Standes und 39 verehelicht, 199 wohnten in Idria selbst, 91 in der Umgegend bis auf eine Entfernung von drei Stunden; endlich haben 125 derselben die Volksschule absolviert. Die Leistungen der Schülerinen bestanden in der Anfertigung aller Hauptgattungen von Spitzen auf Grund der in Idria gebräuchlichen Klöppeltechnik. Um den Geschmack der Zöglinge zu veredeln, wurden die Spitzen ein-, zwei-uud dreifarbig erzeugt. Aus unserem Vereine. Das Vereinsleben ist wieder in sein angenehmes Stadium getreten. Jeder Samstag vereinigt eine bedeutende Anzahl von Mitgliedern im Vereinslokale. Am 30 v. M. verbreitete sich Herr Turnlehrer Julius Schmidt in längerer Rede über die Verteilung des Turnstoffes und über die einzelnen Frei- und Ordnungsübungen in der Volksschule. Die Debatte, die sich daran knüpfte, drehte sich hauptsächlich um einen Antrag bezüglich der Herstellung der für Laibach nötigen Turnlokalitäten, von dem schliesslich jedoch Umgang genommen wurde, da die Schulbehörden für solche Sorge zu tragen haben. Herr Schmidt wird später einmal alle auf das Turnen Bezug habenden Bezeichnungen, wie sie in dem von der Landes-Lehrerkonferenz geschaffenen Lehrgänge Vorkommen, beleuchten. — Ueber die weiblichen Handarbeiten und die Haushaltungskunde werden die FräuleinUebungslehrerin Marianne Fröhlich und Schulleiterin Marie Kras ebner referieren. Am 14. d. M.* findet wieder ein Vortrag statt. ZEBviclj-er- -u.nd. Zeit’mng’sscliara.- Die geometrische Formenlehre in der Volksschule. Eine Anleitung für Lehrer zur Erteilung des geometrischen Unterrichtes. Von Dr. Franz Ritter v. Močnik. Zweite Auflage. Prag 1878, Verlag von F. Tempsky. Preis 30 kr. — Dafür, dass wir es mit einem ganz brauchbaren Werkchen für die Hand des Lehrers zu tun haben, bürgt schon der Name des Verfassers. In der Einleitung werden das Ziel der geometrischen Formenlehre in der Volksschule, die Anordnung und Behandlung des Lehrstoffes und die wichtigsten Hilfsmittel besprochen. Der erste Teil des Werkchens ist der Betrachtung der Körper (Würfel, Prisma, Tetraeder, Pyramide, Pyramidenstumpf, Zilinder, Kegel, Kegelstumpf und Kugel) und der an ihnen vorkommenden Raumgebilde, der zweite der Berechnung der Flächen und Körper gewidmet. Alles ist in klare, bündige Sätze gekleidet. Die Vorführung des Stoffes geschieht auf eine recht anschauliche Weise, und gerade dieser Umstand verdient besonders hervorgehoben zu werden. Dazu ist der Preis des 100 Blattseiten umfassenden Werkchens ein sehr niedriger. —a. Im gleichen Verlage (F. Tempsky) sind noch erschienen: Erzählungen aus der Kirchengeschichte und die Zeremonien der katholischen Kirche. Für den Religionsunterricht in den Bürgerschulen bearbeitet vom Pater * Nicht 15. d. H., wie es letzthin irrtümlich hiess. F. Wagner, Katechet zu Leitmeritz. Preis 50 kr. — Objektivität darf diesem Werkchen, das für die Hand der Schüler berechnet ist, nicht nachgerühmt werden. Die Zeit der Reforma-zion kommt nicht am besten weg; es ist da recht häufig vom „trotzigen, hochmütigen Luther“, von der „Irrlehre mit ihrem verpestenden Hauche“ u. s. w. die Rede. Auch der romanhafte Anflug darf dem Inhalte nicht fehlen, denn so heisst es Seite 50: „In England herrschte seit 1509 Heinrich VIII. Siebzehn Jahre hatte er glücklich mit seiner Gemahn Katharina gelebt, als plötzlich die schöne Anna Boleyn, eine Hofdame, fesselte ihn.“ Eine recht anheimelnde Stelle das, und dazu noch für Schüler! Steckt dahinter nicht auch so etwas von einem „verpestenden Hauche“? Der Jesuitenorden wird selbstverständlich verhimmelt, ebenso sein „ruhiges“ Wirken. Der Verfasser scheint mit der Geschichte nicht am besten vertraut zu sein, oder aber ist ihm eine gewisse Handlungsweise, die wir nicht des weitern erörtern wollen, besonders geläufig. Papst Klemens XIV., der den Jesuitenorden aufhob, bekommt ebenfalls seinen Teil, denn der Verfasser will päpstlicher als der Papst selbst sein und bezeichnet darum Seite 58 die Unterdrückung des Jesuitenordens als „eine ungerechte Massregel“. Doch genug des Bezeichnenden, denn der Leitfaden ist ja für Schüler bestimmt, „denen die Leiden und Freuden der Kirche nichts Fremdes sein sollen“, wie der Verfasser meint. —a. Lehrbuch der französischen Sprache für Bürgerschulen, in vier Stufen. Von E. Riha, Bürgerschullehrer. I. Stufe (V. Klasse). Prag 1878. Preis 30 kr. — Unsere „fran- zösierende“ Zeit kann noch immer nicht ruhen, wenn dabei auch die Kenntnis der Landessprachen oft in Holzschuhen daherwackelt. Was sagte doch schon Leibniz und was Jahn? Den Verehrern der phrasenreichen „Grandnazion“ dürfte übrigens das vorliegende Lehrbuch, gegen das wir nichts einzuwenden haben, willkommen sein. a. Liederbuch. Im Anschluss an Josef Heinrichs Fibel und Lesebuch herausgegeben von Franz Kitsche, Oberlehrer zu Mähr.-Trübau. 4. Heft. 10 Melodien zu den Liedern im Lesebuch (3. Teil) nebst zwanzig zweistimmigen Liedern. Prag 1878 (ebenfalls bei F. Tempsky), Preis 16 kr. Wanderungen durch die österr.-ungar. Monarchie. Von Professor Dr. Um-laufts Wanderungen durch die österreichisch-ungarische Monarchie (Verlag von C. Gräser in Wien) liegen uns bereits fünf Lieferungen vor, und freuen wir uns, auch heute aussprechen zu können, dass sich Verfasser und Verleger ihrer Aufgabe bei diesem Unternehmen gewachsen zeigen. Dasselbe schreitet rasch vorwärts, und Professor Umlaufts kundige Hand geleitet uns in obigen Lieferungen durch das Alpengebiet in einer ebenso ansprechenden als belehrenden Form. — Wenn schon die lebendige und farbenreiche Schilderung uns das Werk lieb machen, um soviel mehr erfreuen die beigegebenen 18 Originalabbildungen — eine stattliche Anzahl für 5 Lieferungen zu 30 kr. — und die besonders saubere Ausstattung desselben. Wir können dieses schöne Unternehmen unsern Lesern wärmstens empfehlen. Im gleichen Verlage (C. Gräser) sind noch erschienen: Aufgabensammlung für das mündliche Rechnen in Volks- und Bürgerschulen sowie zum Selbstunterrichte. Von Paul Pape. 1. Teil. Preis 50 kr. Inhalt: Zahlenkreis bis 20. Zahlenkreis bis 100. Zahlenkreis bis 1000. Unbeschränkter Zahlenraum. Das Rechnen mit mehrfach benannten Zahlen. Schlussrechnungen. Das Rechnen mit ganzen und gebrochenen Zahlen. Zum gründlichen Selbstunterrichte für jedermann, insbesondere für Lehrer verfasst von Ford. Weber, Lehrer, Wien. Fünfzig Kinderlieder für die Unterklassen der Volks- und Bürgerschulen. Komponiert von E. Schmid, Lehrer und Chormeister. 1. Heft. Dritte Auflage. Preis 12 kr. Vierzig zweistimmige Lieder für Volks- und Bürgerschulen. Komponiert von E. Schmid. 2. Heft. Zweite Auflage. Preis 10 kr. — Beide Heftchen wurden zum Lehrgebrauche an Volks- und Bürgerschulen für zulässig erklärt. Oesterreichische Gartenlaube. 5. Jahrgang. Abonnement mit Postversendung: ganzjährlich 4 fl., halbjährlich 2 fl., vierteljährlich 1 fl. Wien. Eigentümer und Herausgeber Gust. Steindl. — Fast wöchentlich erscheint eine Nummer dieser recht gut geleiteten heimischen belletristischen Zeitschrift. Jede derselben enthält mehrere gelungene Illustrazionen. Als Beilage bringt dieses Familienjournal eine reich illustrierte Weltausstellungs-Zeitung. Wer die „Oesterr. Gartenlaube“ kennen gelernt hat, wird zugeben, dass sie vor vielen ausländischen Journalen unbedingt den Vorzug verdient. Kalenderschau 1879. Der bereits bestreuommierte und auch auf der pariser Weltausstellung preisgekrönte Kalenderverlag von Moriz Perles in Wien (Bauernmarkt 11) bietet dieses Jahr wieder eine Fülle von beliebten Jahrbüchern für alle denkbaren Berufsklassen. Der Perles’scke Kalenderverlag ist bereits so vorteilhaft bekannt, dass wir nur auf einige Ausgaben speziell aufmerksam machen wollen. Vor allem erwähnen wir den von Fr. Petz vorzüglich redigierten und ebenso ausgestatteten Sommer’schen „österreichischen Volkskalender“ (35. Jahrgang) der Beiträge aus der Feder der vornehmsten Autoren (mit Ausnahme des „Dichters“ des Liedes: „Der pfiffige Brentlerbua“), sowie Zeichnungen von Hugo Ströhl, K. v. Stur und Frey enthält und trotz sehr zahlreicher Illustrazionen nur 60 kr. kostet. Weiter der zierliche „P o rte monnaie-Kalender“ (in deutscher, ungarischer und polnischer Sprache), der den grössten Vorzug solch’ kleiner Kalender besitzt, nemlich vollendete Eleganz und deutlichen Druck (Feiertage rot). Es existieren acht verschiedene Einbände, einer geschmackvoller wie der andere. Der „Notizkalender“ für alle Stände ist, wie der Titel richtig sagt, ein wirklich praktisch eingerichtetes Tagebuch, das auch durch den billigen Preis ein grosses Absatzgebiet hat. Für den Lehrstand ist durch den Brunner’schen Lehrer- und Lehrerinen-kalender, für Studierende durch den „österr.-ungar. Mentor“ gesorgt. Wir müssen noch kurz den „Wiener Brieftaschen-Kalender“ erwähnen, ohne damit die lange Liste der Perles’schen Kalender (59) erschöpft zu haben. Der Perles’seke Kalenderverlag ist jetzt der erste und reichhaltigste Oesterreichs. Mögen unsere Leser desselben, so oft das „neue Jahr“ in Sicht ist, eingedenk sein. IKdla-nnlg'faJ-tlg'es- Gfegen die Schulsparkassen hat sich nun nicht nur die österreichische, sondern auch die Lehrerschaft des deutschen Reiches ausgesprochen. An einzelnen Stimmen für dieselben fehlt es allerdings noch immer nicht, doch werden diese durch die Gegner an Zahl weit überwogen, die ihre Gründe in folgendem geltend machen: Sparen kann nur derjenige, der etwas erwirbt, das Schulkind aber erwirbt unter normalen Verhältnissen nichts; Geschenke gehören nicht zum normalem Erwerbe, und Makulatur, Strazzen sammeln etc. kann es nicht. Dazu kommt noch, dass das Sparen in der Schule den Unterschied zwischen Arm und Reich zu sehr bloslegen würde, denn das widerspenstige Kind reicher Eltern könnte grosse Einlagen aufweisen, während das Kind armer Eltern, üeissig, gehorsam, das Muster eines braven Kindes, nicht im Stande ist, auch nur den kleinsten Betrag einzulegen. Endlich fragt es sich auch um die Praxis, um die Evidenzhaltung der Bücher etc., wobei Zwischenfälle in Betrachtung kommen, als da sind: Ueber-siedlung des Kindes, Austritt* aus dem Verbände der Sparenden, u. s. w. Aus den Landtagen, (Fortsetzung und Schluss.) Wir mussten diese Rubrik, die wir in Nr. 20 begonnen, wegen Raummangels unterbrechen, und gelangen erst heute zum Schlüsse. Wir verbreiteten uns kurz über Steiermark und Kärnten und kommen nun auf Tirol, das Land der „Glaubenseinheit und guten Sitte“. Da gab es ein heilloses Spektakeln über die „Neuschule“, das damit endete, dass man den Antrag auf Abänderung der „Reichsschulverfassung“ annahm. In Salzburg ging es unter dem Regime der neuen Landtagsmajorität nicht besser her, und haben wir hierüber bereits in Nummer 21 (unter „Rundschau“) das Wichtigste gemeldet. — Auch in Obe rösterreich plante man eine Abänderung der Schulgesetze, und liess auch diesbezügliche Pe-tizionen vom Stapel. Der Ausschuss jedoch beantragte, an den Reichsgesetzen über die Volksschule unbedingt festzuhalten und den Landesausschuss zu beauftragen, eine Kommission einzuberufen, um zu prüfen, ob und welche Abänderungen wünschenswert erscheinen. Auch der Statthalter trat kräftigst für die Schulgesetze ein, und so wurden nach lebhafter Debatte endlich die Ausschussanträge angenommen. Wenn wir nicht irren, ist die eben erwähnte Kommission bereits zusammengetreten, und scheint dies eben jene zu sein, über die wir heute in der „Rundschau“ berichten. Die Oberösterreicher haben sich also wacker gehalten. — Im niederösterreichischen Landtage zerrte man ebenfalls ander achtjährigen Schulpflicht herum, „da die Wirtschaftsbesitzer der Arbeitskräfte ihrer 13- und 14jährigen Kinder nicht entraten können“. Man liess die betreffenden Redner halbbefriedigt abziehen, denn der Schulausschuss nahm folgenden Antrag an: „Der Landtag spricht den Wunsch aus, die niederösterreichische Landesschulbehörde möge von den im § 13 der Schul- und Unterrichtsordnung enthaltenen Erleichterungen, je nach den örtlichen Bedürfnissen, einen ausgiebigeren Gebrauch machen als bisher, um die volle und ernste Durchführung des Unterrichtsgesetzes vom Jahre 1869, unter grösserer Schonung vorzugsweise der ländlichen Bevölkerung, schrittweise zu erreichen.“ Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass im besagten Schulausschusse auf Antrag des Landesausschusses der Betrag von 1500 11. zur Aufstellung von Volksbibliotheken in Niederösterreich im Jahre 1879 bewilligt wurde. Ihr anderen Provinzen, machet es nach! — In Mähren beschäftigte man sich ausser der Frage über die Regelung der Personal- und Dienstverhältnisse der wehrpflichtigen Lehrer ebenfalls mit der „Erleichterung der Schulpflicht“, und wurde eine diesbetrefl'ende Resoluzion, nemlich: „es sei vom § 13 der Schul- und Unterrichtsordnung ausgedehnter Gebrauch zu machen“, zum Beschluss erhoben. — Da schon alles fast an der Schulpflicht zu mäkeln hatte, konnten auch die Landtage von Böhmen und Schlesien nicht Zurückbleiben. In er-sterem wurde ein Antrag auf Herabsetzung der Schulpflicht auf sieben Jahre eingebracht ; in letzterem dagegen einigten sich die Abgeordneten dahin, die Niedersetzung einer Kommission, welche diese Frage zu beraten habe, in Vorschlag zu bringen. — Und in der Bukowina brachte es ein Theologieprofessor nicht über’s Herz, dass die neue Schule immer fester Wurzel fasse, und zog darum weidlich über die „konfessionslosen“ Bildungsanstalten los. Und zum Lohne dafür wurde der Mann niedergestimmt, was ihn schier melancholisch gemacht haben soll. Damit hätten wir nun unsere Landtagsrevue geschlossen, nicht ohne dabei der Verwunderung Ausdruck gegeben zu haben, dass man bei uns die achtjährige Schulpflicht überflüssig findet, während man in einem Kantone der Schweiz anordnet, dass dieselbe bis zum vollendeten sechzehnten Lebensjahre zu dauern habe. Wo denkt man nun richtiger? Eine Ausstellung. Wie man der „Laib. Schulzeitung“ aus Agram schreibt, wird mit der am 31. d. M. dortselbst stattfindenden Hauptversammlung des kroatischen päda-gogisch-literarischen Vereines zugleich eine Ausstellung sämmtlicher in der österreichischungarischen Monarchie erscheinenden pädagogischen Zeitschriften, inklusive auch der Blätter für die Jugend, für Gymnastik und Kirchenmusik, sowie der im Jahre 1878 erschienenen Schulprogramme aller Volks- und Bürgerschulen und Lehrerbildungsanstalten verbunden sein. Die betreffenden Kreise werden ersucht, dem Verwaltungskomite des pädagogisch-literarischen Vereines in Agram bis 15. Dezember von ihren Ausgaben je eine Nummer zur Ausstellung einzusenden. ZErled-ig-te I_ie3n.rstellen.. Kvain. Im Schulbezirke Radmannsdorf: Einklassige Volksschule in Lees, Lehrerstelle, Gehalt 400 fl., Wohnung; für definitive Anstellung Ortsschulrat daselbst, für provisorische Besetzung k. k. Bezirksschulrat Radmannsdorf bis 25. Dezember. Einklassige Volksschule in Lengenfeld, Lehrerstelle, Gehalt 450 fl., Wohnung; für definitive Anstellung Ortsschulrat daselbst, für provisorische Besetzung k. k. Bezirksschulrat Radmannsdorf bis 1. Jänner. — Im Schulbezirke Rudolfswort: Einklassige Volksschule in Weisskirchen, Lehrerstelle, Gehalt 450 fl., Wohnung, Ortsschulrat daselbst bis 25. Dezember. — Im Schulbezirke Littai: Zweiklassige Volksschule in Heil. Kreuz bei Thum-Gallenstein, zweite Lehrer-, eventuell Lehrerinstelle, Gehalt 400 fl., Wohnung; Ortsschulrat daselbst bis 20. Dezember. Steiermark. Vierklassige Volksschule zu Zeltvveg, Stelle einer Industrielehrerin, Jahres-remunerazion 300 fl.; Ortsschulrat daselbst bis 15. Dezember. — Einklassige Volksschule zu Gams bei Prohnleiten, Lehrerstelle, Geh. 600 fl., Wohnung; Ortsschulrat in Rothleiten (Post Prohnleiten) bis 22sten Dezember. — Einklassige Volksschule zu Falkenstein (Bezirk Birkfeld), Lehrerstelle, Gehalt 600 fl., Wohnung; Ortsschulrat in Pischbach bis 15. Dezember. Kärnten. Volksschule zu Obervellach, zweite Lehrerstelle, Gehalt 500 fl., Wohnung; dann Lehrerstellen zu Kremsbrücke und Kleinkirchheim, Gehalt je 400 fl., Wohnung; k. k. Bezirksschulrat Spital bis 20. Dezember. Danksagungen. Se. Hochwolgeboren Herr Josef Ritter v. Schneid, k. k. Hofsekretär in der Kabinetskanzlei Sr. Majestät des Kaisers, bat dem Gefertigten 20 Exemplare des vortrefflichen Werkcbens: „Unser Kaiser Franz Josef I. Das Leben eines edlen Fürsten“ , zur Verteilung unter die Schulen des steiner Schulbezirkes übergeben. Zudem bat dieser warme Schulfreund auch bereits im Vorjahre für vier Schulen desselben Bezirkes die bestredigierte Zeitschrift „Der Reichsbote“ bestellt. Der Gefertigte kann es nun nicht unterlassen, sowol in seinem wie im Namen der mit den genannten Schriften bedachten Schulleitungen dem hochherzigen Herrn Spender hiefür öffentlich den tiefgefühlten Dank darzubringen. Laibach, am 6. Dezember 1878. Johann Sima, _________ k. k. Bezirksscluilinspektor. Herr F r a n z K r i ž a j, Postmeisterssohn hier, hat der hiesigen Volksschule ein Bildnis Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef I. geschenkt, wofür demselben der Gefertigte in seinem und im Namen des hiesigen Ortsschulrates hiemit den innigsten Dank ausspricht. Schulleitung zu St. Peter in Innerkrain, am 1. Dezember 1878. Michael Kalan. Einladung zur Pränumerazion. Beim Herannahen des Jahresschlusses laden wir höflichst zum Abonnement auf den siebenten Jahrgang der „Laibacher Schulzeitung“ ein. Man abonniert in der Expedizion des Blattes: Bahnhofgasse Nr. 15 (v. Klein-mayr’sche Buchdruckerei), und zwar sind die Pränumerazionspreise: Für Laibach ganzjährig 2 fl. 60 kr., halbjährig 1 11. 40 kr.; für die Zustellung ins Haus ganzjährig 12 kr. Mit Postversendung: ganzjährig 2 fl. 80 kr., halbjährig 1 fl. 50 kr. Alle Lehrer und Lehrerinen in Krain können mit einem Betrage von jährlich 3 fi. dem Vereine als ordentliche, — Herren und-Damen, die nicht dem Lehrstande angehören, mit demselben Betrage als unterstützende Mitglieder beitreten, und erhalten als solche das Blatt gratis. Jene Herren Abonnenten und Vereinsmitglieder, welche mit Pränumerazionsbei-trägen im Rückstände sind, ersuchen wir hiemit dringend, dieselben sogleich an die Expedizion des Blattes oder an den Vereinskassier, Herrn städt. Lehrer Andreas Žumer (Zoisstrasse), zu senden, um späteren Kosten, welche die Eintreibung der Gelder im Gefolge hätte, auszuweichen. Das Blatt wird in Hinkunft nur jenen zugeschickt werden, die ihre Pränumerazionsbeträge entrichtet haben. Frühere Jahrgänge sind zum Preise von 1 11. zu haben. I)le Jieddkzion. Anzeige. Der heutigen Nummer ist eine Beilage der Verlagsbuchhandlung Ferd. Hirt & Sohn in Leipzig und des Hoüieferauten F. Y. Gtriinfeld in Landeshut i. Schl, beigefiigt. ÜÜÜÜÜÜÜÜÜE Abonnements auf sämmtliche Zeitschriften des In- und Auslandes, namentlicli auf nachstehende Blätter werden durch uns jederzeit entgegengenommen. Die mit * bezeicheten Journale werden auch im vierteljährlichen, die mit f bezeichneten im halbjährlichen Abonnement abgegeben. ^Blätter, Deutsche, für erziehenden Unterricht. Herausg. Fried. Mann. 52 Nrn. ^Blätter, Freie pädagogische. Herausgeber A. Chr. Jessen. 52 Nummern . . . Blätter, pädagogische, für Lehrerbildung und Lehrerbildungsanstalten. Her. C. Kehr. 6 Hefte..............................'............... Blätter, rheinische, für Erziehung und Unterricht. Her. Dr. W. Lange. 6 Hefte fCornelia, Zeitschrift für häusliche Erziehung. Her. Dr. Pilz. 10 Hefte .... t&esetzblatt für Volks- und Bürgerschulen Oesterreichs. 24 Nummern . . . *Jugend Spiel und Arbeit, Der. Herausgeber Dr. Goorgens und Gayette-Georgens. 12 Hefte...................................................... Kindergarten, Bewahranstalt und Elementarklasse. Her. A. Köhler. 12 Hefte *Lehrerzeitung, Allgemeine deutsche. Her. A. Berthelt. 52 Nummern .... fLehrerzeitung, schweizerische. 52 Nummern......................... . Pädagogium. Monatsschrift für Erziehung und Unterricht. Her. Dr. Fr. Dittes 12 Hefte..............................................: • • • Eepertorium der Pädagogik, Zentralorgan für Unterricht, Erziehung und Literatur. Her. Dr. Heindl. 12 Hefte..................................... . *Schulbote, Der österreichische. Zeitschrift für die Interessen des österreichischen Schulwesens. 24 Hefte...................................... • • • Schulmann, der praktische. Archiv für Materialien zum Unterrichte in der Eeal-, Bürger- und Volksschule. Her. A. Bichter. 8 Hefte...... f Schulzeitung, Allgemeine. Her. Prof. Dr. Stoy. 52 Nummern........ *Schulzeitung, Freie deutsche. Her. Wunderlich. 52 Nummern......... *Turnzeitung, Deutsche. Blätter für die Angelegenheiten des gesammten Turnwesens. 52 Nummern.................................................. Volksschule, Die. Zeitschrift für den vaterländischen Lehrerstand. 52 Nummern Quartal fl. I'IO, Semester fl. 2 20 .......................... ^Volksschule, Die deutsche. Her Wunderlich. 36 Nummern............. Wegweiser durch die pädagogische Literatur. 12 Nummern............. fZeitschrift für weibliche Bildung. Her. Bichard Schornstein. 12 Hefte . . . Ausland. Ueherschau der neuesten Forschungen auf dem Gebiete der Natur-, Erd- und Völkerkunde. Bedakzion von Hellwald. 52 Nummern .... Jj 16 fBlätter, Fliegende. 52 Nummern................._............................... *Cornelia, Wiener illustr. Moden- und Damenzeitung. 24 Nummern.................. *&artenlaube. Illustr. Familienblatt. Ausgabe aj in 52 Nummern.................. „ bj in 24 Heften..................... fGrlobus. Illustr. Zeitsclirift für Länder- und Völkerkunde. Her. Dr. Bichard Kiepert. 48 Nummern...................................................... *Heimat, Die. Illustr. Familienblatt. 52 Nummern................................ oder in 24 Heften.................................. *Jugendbibliothek, Oesterreichische. 12 Hefte. ;................................. • *Kinderlaube, Die. Illustrierte Monatshefte für die deutsche Jugend. Bedakzion *Modenwelt. Illustrierte Zeitung für Toilette und Handarbeiten. 24 Nummern *Natur, Naturwissenschaftliche Zeitschrift. Her. Dr. K. Müller, 52 Nummern . *Petemann’s Mitteilungen über neue Forschung auf dem Gesammtgebiete der Geographie. 12 Hefte.................................................. *Ueber Land und Meer. Allgemeine illustrierte Zeitung. 52 Nummern .... in 26 Heften........... ^Viktoria. Illustrirte Muster- und Modezeitung. 24 Nummern................... *Westermann’s illustrierte deutsche Monatshefte.............................. Preis ganzjährig Für Mit ul Wi e n versdg. lM 3 84 4 88 5 5 i 7 20 7 54 i 4 80 5 10 -j. 2 70 3 20 1 60 1 60 - 3 60 4 20 2 40 2 64 ■Li 4 80 5 84 i] 2 40 2 92 fcJj 7 20 7 80 m rül 3 24 3 84 -1 4 — 4 — 6 6 40 4 80 5 84 ul ! 3 60 4 64 Hrj] — ! 3 60 4 64 g i 4 _ 4 ll 1 2 40 3 12 1] 1 — 1 — ll 80 7 80 1 16 80 17 84 1 6 — 7 20 m 60 -ti 4 80 5 28 4 36 6 96 m 4 20 5 60 p 14 40 15 36 vT 4 80 7 40 4 80 6 — m 2 — 2 — ni) h 2 16 2 76 li 3 — 3 84 In 9 60 10 64 P 80 11 40 7 72 10 32 -ü 80 9 10 m 6 — 7 20 ri 7 10 8 40 li14 92 17 52 p 1 8 — 10 60II *Zeitung, Neue illustrierte. 52 Nummern...................................... Abonnements auf alle hier nicht genannten Zeitschriften, sowie auf Lieferangswerke werden entgegengenommen ^=icli.lers 'NTsT'itwe 8z Solin, Buchhandlung fiir pädagogische Literatur und Lehrmittel-Anstalt, Wien, V, Margarethenplatz 2. Für die Bedakzion verantwortlich: Job. Sima, Kaiser-Josef-Platz Nr. 1._________________ _ Verlegt und herausgegehen vom „krain. Landes-Lehrerverein.“ — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.