Prik««merations- Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 It. Halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich . — „70 „ Mit der Post: Ganzjährig............12 fL Halbjährig............ 6 , vierteljährig......... 3 „ Zustellung inS HauS ^«telj. 25 k., mono«. 9 fr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher TJ Anonyme Miitheilongen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet. Redaktion: Bahnhosgaffe Nr. 16. 8r»editisnS- A Juseraten-vureau: Eongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. filein-mayr & geb. Bamberg.) JnfertionSpreise: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 kr, bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen biS 5 Zeilen 20 tr. Bei größeren Inseraten öfterer Einschaltung entspr^^ A chender Rabatt. Für complicierten Satz dere Vergütung. \ Nr. 14. Donnerstag, 18. Jänner 1877. — Morgen: Canutus. 10 Jahrgang. Zu den Reichstagswahlen in Deutschland. Die Sozial-Demokraten in Deutschland habe» stch» wie namentlich die „Franlf. Ztg." constaiierl, in den letzten Jahren aus ihrer politischen lieft rmporgeschwungen, sie eigneten sich parlamentarische Eilte an, lernttn den Anforderungen des Parlamentarismus Rechnung tragen, gaben jener Prinzip, welches sie von der liberalen Partei trennte, auf, verzichteten auf die Erfüllung ihrer Träume und traten naheliegenden pr aktischen Boden. Diese Umkehr ist- ts, welcher die Sozial-Demokratie bei |>tn gegenwärtigen ReichSlagSwahlen in Deutschland tyre Siege zu donten hat. . Die Sozial-Demokraten verfolgten in letzter Ä'" in jhrti, Versammlungen eine ganz andere Taktik; die ftucr- und flawmenspeienden Reden über Kapital und Arbeit, über Recht der Arbeiter °uf den Reinertrag der Arbeit, über die Beschrän jung des Eigenihumsrechie« der Arbeitgeber, über kommunistische Eig-nthumSansprüche u. s. w. verstummten, an stille derselben traten andere Fragen 016: „Einführung de» allgemeinen Stimmrechte« und Durchführung desselben im Staate und in der Gemeinde." Die Sozial-Demokratie in Deutschland setzte ®‘c Verbesserung der Rechtssprechung, die Vermin Irrung der Militärlasten, die vollständige Durchfüh. *ün9 der allgemeinen Wehrpflicht, den NormalarbeitS-*a9, eine gesunde Fabriksgesetzgebvng, die staatliche Unterstützung der Produktiv-Genossenschaften, die Verbesserung der Schulen, die Aushebung aller Ausnahmegesetze, Piivilegien und Monopole, die Abschaffung der direkten Steuern, die Mehrung der politischen Freiheit und die Sicherung des Friedens aus die Tagesordnung. Durch dieses Programm errangen olt Sozial - Demokraten in Deutschland überraschend günstige Erfolge. E« tritt an die liberale Partei in Oesterreich die heilige Pflicht heran, die Aclion und Erfolge der Sozial Demokraten in Deutschland näher und scharf ins Auge zu fassen. Wenn wir die Reichstagswahlen in Deutschland in richtiger Beleuchtung betrachten, so ergibt sich, daß die Sozial-Demokraten nach politischer Macht, nach politischem Uebergewicht über das sogenannte Bürgerthum, nach politischer Herrschaft im Staate und über den Staat streben und beabsichtigen, eine durchgreifende Reform der gesellschaftlichen Ordnung herbeizusühren. Die Sozial Demokra'en beabsichtigen die Aenderung der Produktionsverhältnisse, des Verhältnisses zwischen Arbeitsgeber und Arbeitsnehmer und der EigenthumS-verhültnisse. Die Sozial-Demokraten haben deshalb an Boden gewonnen, weil die übrigen Parteien es versäumten, ihr Programm mit Eifer und in Eintracht durchzuführen. Es ist nicht zu leugnen, daß einigen Programm-Punkten der Sozial-Demokraten berechtigter Anspruch auf Durchführung inncroohnt Die täglich in allen Staaten wachsende HeereSlast und die rapid steigenden Erfordernisse für olle Zweige der Verwaltung nehmen den Säckel des Steuerträgers unverhältnismäßig in Anspruch, für mittlere und untere Schichten der Bevölkerung wird diese Last nahezu unerträglich. Die volkswirthschastliche Lage ist derart, daß nur einige wenige Sterbliche auf Kosten der Gesammt-heit der Bevölkerung sich Reichthümer sammeln können, während der Mittelstand von Jahr zu Jahr verkümmert und die Verarmung an dessen Thüre klopft. Es besteht noch immer eine Reihe von Gesetzen, welche der großen Mehrheit der Staatsbürger Nach« theil bringen und die Entfaltung des Handels, der Industrie und des Gewerbes hindern. Nicht ohne Berechtigung ruft der Bürger nach einem spar« sanieren Staatshaushalte, nach einet geringeren Steuerlast, nach Schutz des Handels, der Industrie und des Gewerbes. Nicht ohne Berechtigung ertönen Rufe nach Aufhebung unzeitgemäßer Privilegien und Monopole, nach Reform der Steuer', Gewerbe« und Agrargesetze. Unverantwortlich ist e», wenn jene Partei, welche an einer gesunden Verfassung de« Reiche« den lebhaftesten Anlheil nehmen soll, die Arme un-thätig in den Schoß legt und e« gestattet, daß bas Sozial - Demokratenthum im brüderlichen Enver« ständnisse mit dem Ultramontanismu« in neuester Zeit sich auf der politischen Bühne in den Vordergrund stellt und zahlreiche Bundesgenossen anwirbt. Die liberale, für die Existenz der Staaten und für das Zustandekommen zeitgemäßer, die Interessen aller Staatsbürger fördernder Institutionen besorgte Ieuillelon. Ta« (Bestimme des rolhc» Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) i. «Herr Baron," sagte der Doktor mit bewegter «stimme, „ich h^e niemals an Wunder geglaubt u als Monn der Wissenschaft mir jede außer-g wöhnliche Erscheinung vernünftig zu erklären ge. IO. *btt heute stehe ich vor einem Problem, das ich nicht zu lösen vermag.' «r nahm den Arm des fungen Manne», zog hn in die Vorhalle des Schlosses und fuhr dann tttit ernster Stimme fort: „Nach meiner Diagnose konnte ihr unglücklicher pnfel den gestrigen Abend nicht mehr erleben und tofcdtm ist noch d « ©cgentheii der Fall." „Doktor," *°9tt er diesen Morgen mit schwachtr Stimme zu mi*» „wie viel Stunden bleiben mir noch?" Ich “"‘wertete nicht auf diese Frage, da sein Tod von -Minute zu Minute eintreten konnte. Da überflog Schwache« Lächeln seine blassen Züge. „Ich »erde j1'*1 -her sterben, als bis ich meinen Neffen gt-'prvchen habt," fuhr er fchwerathmtnd fort. „Und ie ich Ihnen bereits mittheilte, Herr Baron, er lebt noch und fein ganzes Leben scheint in feinen Bl>ck geflüchtet zu sein." Paul wollte sich sogleich zu seinem sterbenden Verwandten begeben, aber Leon von Lourtenay, der ihm und dem Arzt gefolgt war, hielt ihn einen Moment zurück. „Glaubst du, daß es dir von Nutzen sein kann, wenn ich dich in das Sterbezimmer begleite?" sagte er. Statt de» Baron» antwortete Dr. Rouselle: „Nein, mein Herr. Der Sterbende will feinen Neffen allein bei sich sehen." „Gut, so werde ich mich in den Speisesaal begeben, feenn ich habe diesen Morgen noch nicht gefrühstückt." Leon von Conrtenay that, wie er gesagt. Paul aber ließ sich von dem Arzt nach der ersten Etage hinaufführen und begab sich tief geröhrt an das Bett des Verscheidenden. Dr. Rouselle blieb vor der Thür, die er sorgfältig schloß, zurück. Der Sterbende faß etwas aufgerichtet im Bette, an ein Kissen gelehnt, wahrscheinlich um freier athtnen zu können. Paul erstaunte übet die edle Ruhe, die auf dem Gesichte des würdigen Mannes lag, welches die Schatten des Todes schon umschleiert hatten. Er kniete am Bette des theuern Onkel« und bedeckte dessen Hand, die sich ihm entgegen« gestreckt, mit ungeheuchelten Thränen. „Paul," hauchte der Sterbende, „ich habe Gott gefleht, mich nicht vor deiner Ankunft von dieser Erde abzurufen und er hat mich erhört." Der Baron vermochte vor Schluchzen keine Antwort zu sprechen. „Ich habt dir ein furchtbare« Geheimnis anzu« vertrauen," sprach er mit schwacher Stimme, in der sich aber doch eine Kraft de« Willen« offenbarte. „Nimm deinen Muth zusammen, denn was du hören wirst, mein Kind, wird dich niederschmettern. Aber Gott und mein Gewiffen gebieten mir, dir nicht» zu verschweigen." Paul sah erschrocken zu dem Sterbenden empor. Fast fürchtete er, daß fein Onkel im Delirium de« Todeskampfe« spräche. Der alte Baron von Morgan lag ruhig da. Ein au« dem Jenseits fallender göttlicher Strahl schien da« Antlitz de« Sterbenden schon zu verklären. Sein Neffe sah sogleich, daß derselbe fich nicht in dem Delirium befand, das fo oft dem Todeskampfe vorherzugehen pflegt. Der würdige Mann hatte seine letzten Kräfte aufgeboten, um Paul ein wichtige» Geheimnis anzuvertrauen. Der feierliche Ausdruck, der in feinen Blicken tag, verkündete feine Abficht. Partei muß zu verhindern suchen, daß die Partei der Sozial Demokraten die Oberhand gewinnt. Die liberale Partei muß allfälligen politischen Katastrosen Vorbeugen; sie muß Wache halten, daß ihre Macht, ihr Einfluß auf die Bevölkerung keine Einbuße erleide; sie muß die Actio, der Sozial-Demokraten und der denselben verbündeten Ultramontanen in die gehörigen Schranken zurückweisen; sie muß sorgetragen, daß der Mittelstand sich wieder empor-schwinge; sie muß arbeiten, daß der Mittelstand der Grundpfeiler de» Staates, der Gesellschaft und der Kultur bleibe; sie muß den Staatsbürgern die Segnungen einer weisen Gesetzgebung zu erhallen wissen; sie muß den Störungen der staat«- und verfassungsfeindlichen Parteien mit Energie entgegen-treten; sie muß die berechtigten Wünsche der Bevölkerung möglichste Berücksichtigung angedeihen lassen und für ehestmögliche Beseitigung der volkswirth-schaftlichen Krise besorgt sein; sie muß die Besprechung der sozialen Frage selbst in die Hand nehmen. Erfüllt die liberale Partei die Satzungen dieses Programme, so hat Oesterreich weder die Action der Sozial-Demokraten, noch jene der Ultramontanen zu fürchten. Politische Rundschau. Laibach, 18. Jänner. Inland. DaS am 16. b. ausgegebene Reichs -gesetzbl att veröffentlicht da« vou beiden Häusern des Reichsrüthes beschlossene Gesetz, womit die §§ 6 und 119 der Not aria tSordn u ng abgeändert werden; ferner eine Verordnung des Ministeriums für Landesvertheidigung, des Ackerbauministerium« und des Ministeriums des Innern, betreffend die Verpflichtung der Pferde- (Traglhier-) Besitzer znr Anzeige der vom Beginne der Pferdezählung bis zum Abschlüsse der Classification in ihrem Pferde stande eingetretenen Aenderungen; und eine Beiordnung der Ministerien der Finanzen und des Handels, betreffend den Vollzug des Handelsvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn und Großbritannien vom 5. Dezember 1876. Im Kriegsministerium wurden die Arbeiten, betreffend das neue HeereS-BequartierungS-Gesetz, geschlossen. Nachstehende Punkte erfuhren besondere Behandlung: 1. Prinzipielle Einteilung aller BequartierungS. Erfordernisse in solche, die den gemeinsamen HeereSbudget. und solche, die den Ländern und Gemeinden zur Last fallen. 2. Ver. (Heilung der Auslagen auf eine Reihe von Jahren. 3. Verwendung und Zuweisung älterer ärarijcher Objekte. 4. Bildung von Concurrenzbezirken zur Beistellung aller Unterkunft«'Bedürfnisse und Umlage der dieSbetreffindeu Lasten. 5. Umwandlung der gewöhnlichen Natural Bequartierung in die Verpflichtung zum Bau von stabilen Unterkünften. 6. Erhöhung der Vergütung« Beiträge. 7. Unterstützung der Concurrenzbezirke zum Kasernenbau. 8. Erhöhung der Offiziers-Ouarliergelder und Revision der Zinstarif-. 9. Bestimmungen bezüglich der militärischen UebungSp atze. 10. Neue Elasfi-fic.erung der Gemeinden. In Budapest fanden bezüglich der Bankfrage mehrere Minlsterrathssitzangen statt. Es verlautet, daß die ungarische Regierung an den Mai Stipulationen festhält, doch zu kleinen Eo-icefsionen g neigt sein werde, wenn die cieieithanijdjc Regierung sich auch nachgiebig zeigen sollte. Man unterhandelt unterdessen mit der Nalio»alvant. „Hon" behauptet, von einer dualistischen Bank sei keine Reoe mehr, zwischen beiden Regierungen existiere keine Kühlung. Die Regierung bekämpfe nur mehr hie gegen die selbständige Bank auftauchend n Schwierigkeiten und Zweifel. Die ungarische Regierung habe über die selbständige Bank bereits Fachmänner vernommen. Tisza's Bleiben bedeute die selvstänaige Bank. Am 16. d. wurde der dalmatiner Landtag eröffnet, 38 übgeocsnete waren anwesend. Der Statthalter begrüßte den Landtag im Namen der Regierung und broit.c den Wuistch, daß die Landtagsabgeordnete» jeven Grund zur Zwietracht vermeiden, um einträchtlich zum Wole des Landes zu wirken. Sodann stellte der Statthalter den Statthaltereirath Landtagsabgeordneten Anlonielti als Regierungs-Kommissär dem Landtage vor. Die Pester Journale bestätigen die Resultat losigkeit des ungariichen M ini sterrat t> es. Während der „Pester Lloyd" dir für Januar zuoer-läßlich in Aussicht gestellte Entscheidung „nicht besonders hoffnungsverheißend" nenn«, stellt „Hon" die Situa ioh günstiger dar. Elfterer lagt: Die Schwierigkeiten der Lösung liegen nicht bloe in prin zipicllen Momenten, sondern auch in dem Umstande, daß man im österreichischen Minister um einem rtaftor gcgenüberstche, der den eigenen Willen nid), zu bestimmen vermag, nicht genau weiß, was er will und was er kann. „Hon" dagegen will bie Im preffion haben, daß man einen Theil der bekannten Alternative, nämlich die dualistisite Bank, bereits als unwahrscheinlich, als toot bezeichnet und die A»-nehmbarteii des anderen TyeileS (telb|tänbige ungarische Bank) täglich wach>e. „Naplo* erzählt, es sei b:r Vorschlag aufgetaucht, die Banksrage für die Dauer des Bantprivilegiums ruhen zu lassen und sie erst nach Ablauf des Privilegiums wieder auf» zunehmen. Dieser Vorschlag wurde nicht acceplicrt, weil die ungarische Regierung auf der gleichzeitige« Sanctwn sämmtlicher Ausgleichsgesetze besteht. Die Säbel-D;monftration der Magyaren und der T s ch e r n a j e f f - S ch w i n d e l der Slaven gibt der Grazer „Tagespost" A >laß zu ganz]richtige« Bemerkungen über das Unzulässige solcher Szenen. Das genannte Blatt schreibt: „Niemand wird den vielen Nationalitäten, welche in Oesterreich Zusammenleben , nationale Sirnpatien und Antipatien verwehren wollen. Aber eines muß von jeder österreichischen Nationalität verlangt werden, der kleinsten wie der größien, daß sie ihre G efühle den großen staatlichen Interessen unterordnen, welche nun einmal nicht identisch sich mit den Anliegen aller einzelnen Kronländer und Kron-ländchen, Völker und Völkchen. Sonst ist eine auswärtige Politik, ein Auftreten Oesterreichs in oen großen europäischen Kragen ganz unmöglich und unser Slaatöwesen läuft Gefahr, gerade dort beiseite geschoben zu werden, wo seine Vebcnsinteresscn ins Spiel kommen — eine Eventualität, welche für die denkenden Mitglieder aller Nationalitäten gleich bcbenkliui sein muß. Vorgänge wie in Pest und Prag sind den ReichSgedanken schnurstracks entgegen und können im Interesse desselben nicht energisch genug verurtheilt werden." Ausland. Im preußischen Abgeordneten-Hause bi ach e Der Kinanzminister den Etat für im« Jahr 1877/78 ein, gab eine Uebersichl der finanziellen Lage und hob die schwierigen Verhältnisse deS Vorjahres hervor. Man müsse, sagte derselbe, zufrieden sein, ohne Defizit abzuschließen. Die Einnahmen des Staatsschatzes im Jahre 1876 weisen einen Ausfall von drei Millionen Mark auf, wogegen die Domänen-Korstverwaltung einen Heber-ichuß von drei Millionen Mark ergab. Die direkten Steuern ergeben Überschüsse, die indirekten AuS-lälle. D>e Einnahmen im Jahre 1877/78 beziffern sich mit 651.413,934 Mark, also um 15,466 Mark weniger als im Borjahre. Die ordentlichen Ausgaben veiausen sich aus 631.075,487 Mark, also um 11.915,369 Mark mehr als im Vorjahre, wahrend die außerordentlichen Ausgaben 20.368,338 Mark, also um 11.938,135 Mark weniger als im Vorjahre betragen. Der Finanzminister sprach schließlich die Hoffnung aus, daß der schweren Zeit ei« Aufschwung folgen mögt. Die „Times" betrachten die neuesten Berichte aus Konstantinopel als sehr entmuthigend, hoffen aber gleichwol, daß die Türkei es schließlich möglich finden werde, Vorschläge anzunehmen, weiche Der junge Mann faßte sanft die Hand des Sterbenden „Sprechen Sie, theuter Onkel," sagte er. „Offenbaren Sie mir Ihre Wünsche. Sie sollen mir heilig sein." „Mein Kind," versetzte der Onkel mit schwachem, aber doch hörbarem Laute, „schon seit zwei Jahren besitzest du kein Vermögen mehr. Ich wußte es und bin dir doch nicht zuhilfe gekommen. Vielleicht hast du mich im Stillen des Egoismus beschuldigt und so mein Herz verkannt. War da» der Fall, so hast du dich geirrt, denn ich habe dich immer, wie ein Vater seinen Sohn, geliebt. Aber es gibt Pflichten, denen ein ehrlicher Mann die Gefühle seines Herzens zum Opfer bringen muß. Wie ich meine Pflicht, wirst du auch die deinige erfüllen. In diesem Augenblick bist du arm. Nach einer Stunde werde ich zu leben aufgehört haben. Dann wird das Vermögen, da» ich hinterlafie, fast aus drei Millionen bestehen, aber du wirst dennoch arm fein, obgleich du mein einziger Erbe bist." Paul blickte den Sprechenden bestürzt an. Dieser aber fuhr mit Anstrengung seiner letzten Kräfte fort: „In dem ersten Fache meines Sekretär« wirst du einen Brief finden, dessen Adresse an dich lautet. Er enthält kein Testament. Ich brauche fein« zu machen, da du der letzte Sproß unserer Familie und gesetzlich mein Erbe bist. Aber dieser Brief schreibt dir deine Pflicht vor und ich rechne auf die Ehrenhaftigkeit deiner Gesinnungen. Du wirst dich noch von deiner Kindheit her deines Großvaters erinnern, der in den letzten Jahren seine« Lebens stets finster und verschlossen einherging. Er starb in dem Bette, in dem ich jetzt ruhe. Unsere heißen Tmänen badeten sein blasse« Angesicht. Aufrichtige viebe und andachtsvolle Verehrung begleiteten ihn zum Grabe. Und doch hatte dieser Greiö sein Vermögen im Beginne seines Manne«alter« butch ein Verbrechen erworben. Er hatte es gestohlen." Einen Schrei bes Entsetzens ausstoßend, sprang Paul auf und starrte seinen O»kel erschrocken an. „Ich bin noch nicht zu Ende," versetzte dieser. Die Zeit drängt und mein letzter Augenblick naht. Darum höre mich gefaßt an. Es ft Hit mir an Kraft, dir das Schreckliche ausführlich zu erzählen, aber ich habe es für dich niedergeschrieben. Der Brief, von dem ich sprach, wird dir alles erklären. Er enthält auch die nöthigen Anweisungen, um bim* jenigen da» Vermögen zurückzuerstatten» welches un« niemals gehört hat." Die Sprache de« Greises war schwächer und schwächer geworden, und dennoch gelang e« ihm, während der Neffe seine Hand mit ThrLne« de netzte, weiter zu sprechen. „Es sind jeyl zwei Jahre," hauchte er. „Ich verbrannte eine« Inges alte unnütze Papiere. Da fiel mir ein von deinem Givßvater an mich gerichteter Brief in die Augen, dessen Inhalt mich wie ein Blitz au« heilerem Himmel traf, denn er lehrte mich die unreine Quelle unsere« Vermögens und da« Verbrechen des Mannes kennen, dessen Gedächtnis wir fromm verehrten. Dieser Brief ist demselben beigeschlossen, den ich an dich schrieb. Und nun — lebe mol, mein theure« Kind. Handle ehrenhaft. Du bist noch jung, gebildet, dir wird der Muth nicht fehlen, deine Pflicht zu thun, nicht wahr?" „Ja, lieber Onkel, ich schwöre eS dir," murmelte Paul mit von Thränen erstickter Stimme. Der Greis schien nur auf dieses feierliche Versprechen gewartet zu haben, um diese Welt zu verlassen. Er warf einen feierlichen Blick auf den Weinenden, preßte konvulsivisch befsen Hand und sank leblos zurück. Wenige Minuten später trat Dr. Rouselle in» Zimmer. Er fand den Greis bereit« Hingeschieben. Paul aber lag hingestreckt auf bem Teppich. Schreck und Verzweiflung schienen sein Gehirn verwirrt za haben. Er weinte und lachte in einem Athem, wie ein Fieberkranker. (Fortsetzung folgt.) die Mächte, insbesondere Rußland befähigen, die oruniQlifdjc Frage vorläufig als gelöst anzusehen. Die Türkei treibe ein geroogtee Spiel, wenn sie glaube, Rußland würde eine Ablehnung seiner Forderungen ruhig hinnehmen. Die Pforte «Härte, sie werde die lieber» wachungrlommission in keiner Form zugestehen und tbenjorotnig bic Ernennung der Gouverneure an die äu|timmung drr Mächte binden lassen. Röthigen« Ith man die Botschafter abreijen lassen und » er Eventualität entschlossen ms Auge schauen, m, vn der belgischen Kammer legte Minister ‘fllou ein Gesetz betreff« Verhütung von Wahl->8 brauchen vor. Die russische Regierung wird in den näch-flttl Tagen wichtige offizielle Verlautbarungen im «RegierungSanzeiger" kundmachen, die sich auf die fitere Entwicklung der orientalischen Dinge begehen werden. Der Fürst von Montenegro geht auf die btm der Pforte zugestandene geringfügige Arron-dierung seines Gebietes nicht ein. Das Repräsentantenhaus in Washington "ahm eine Reiolution an, worin alle Versuche, die "sfemlichi Meinung bezüglich der Frage der Prä -l'denttnroahl zu beeinflussen, bevor dieselbe ver-i^ifungsmäßig erledigt sei, als gefährlich und un« patriotisch erklärt werden. Sur Tagesgerichte. ~ ti u i iöanfftagt. Die „Deutsche gtg." schreibt: »Unsere Mittheilungen, daß die N a t i o n a I b a n k vertraulich jhrk Gegenproposilionen den cisleithanischen Mini- stern nnigelheilt habe, ist des ossiziösen Dementi ungeachtet ki'het bifläiigt worden. Selbstverständlich wird über den Inhalt der Pioposilionen strenges Geheimnis gewahrt, und 'st ee wenig wahrscheinlich, daß etwaigen Interpellanten in ec heute stallhabenden (iSeneulverlammlung der Nativnal-61 ^"beutungen über diesen Inhalt gemacht werden. Den-n°ch haben wir Grund, zu glauben, daß unsere Angaben genau waren und daß die Gegenp:opositionen eine gewisse klbständigleN der unter Milwirtung der ungarischen Regierung zu ernennenden Pester Lokaldirection, dann eine ”rt von Vlotencontingeiitiemng in der Form vorauSbestimm-Filiaieoiatioiten zulassen und daß eine buchmäßige Thei->ung des Metallschatzes zugestanken werde. Auch wirb uns überholt bestätigt, daß die Wiener Siitttaldtrection in «inen Lentralaueschuß umgewandelt werden solle, wesentlich dem Zweck, damit eine der Pester Lokaldirection entsprechende Wiener Lokaldirection diesem Lemralorgan unterstellt werden könne, diesen auch die Gegenpropositionen auf noch hungere Zugeständnisse nach der dualistischen Richtung hinaus, 0 nten wir uns dennoch nur mit größter Entschiedenheit 8kgen dieselben verwahren. In der Bankfrage d.irf nicht um n Haar breit nachgegeben werden, da jedes Zugeständnis schieden auf ciöleithanijche Kosten durchgeslihrt würde und au« au* ie6e tn't ten bescheidensten Machlbesugnisseu den 9tlil*lete Pester Lokaldirection ein Werkzeug in den Hän-6ct Ungarischen Regierung sein würde, dazu geeignet, n8ari|chen Staats» und Privatkredit zum Schaden unseres Verkehrs zu kultivieren. Es wäre eine verhängnisvolle "geschjcklichkj^ wenn die Leitung der Nationalbank die "Uheilhafle Stellung, in der sie sich gegenwärtig Dank der »imlllhigen Bersassungspartei befindet, durch irgend ein ouflcftändiitg gefahtoen würde. Für die Nationaldank gibt erzeit keinen ändern Weg, als um die Fortdauer ihres beziehungsweise zu revidierenden Privilegiums für Lislei-anien etnzufchteiten. Den Ungarn bleibe es atcheintgt.stellt, cisleithanische privilegierte Nationalbank zum Geschäfts-tmt* m '9atn i“iUlaffen °>>er nicht. Wie sie sich darüber tt«Sben mÖ9'n' 6at ,Ut ^""hauien aller Drohungen Nebenrücksichten ungeachtet nur sekundäre Wichtigkeit." -Zur Tschernajeff.*ffaite m< man der 6eti*let' 'otI Tschernajess zwar au« Rußland nicht aeaitsen sein, doch stehen noch immer Verrechnung«. ^Gierigkeiten mit den russischen Wollhätigkeits-Lomil» (m L1“ empfangenen (Beider seiner Rückkehr nach Rußland #e6 ^ge. Tschernajeff ist in Brüssel angekommen und geht »litt ' " f°“ 700-000 Rubel mitführen. Die czechischen leth, n 6tin9en unzählige Telegramme, in den meisten der-n *®irt Tschernajeff als Kämpfer für die slavische Idee gefeiert, so daß man unwillkürlich den Verdacht schöpft, die Telegramme seien eigen« bestellt. In besondere Begeisterungs-Unkosten haben sich die „Bürger von Eule" gesetzt. Sie telegrafierten: „Dem großen Slaven und «rüder Tscher» najefsl Wir Nachkommen der berühmten Hussiten — die Euler — drücken dich an unser treues Lzechenherz. Du bist unser Sehnen, unser Ideal! Unvergänglicher Ruhm dir I I- — D i e Anmeldungen für bie Pariser Weltausstellung, welche am 15. d. M. geschlossen werden sollten, können bis 1. Februar d. I. eingebracht werden. Der Zuspruch der Pariser Industrie war sehr siark; die Zahl der Anmeldungen, die sich im Jahre 1867 auf 5000 belief, hatte in den letzten Tagen schon tiOOO überstiegen. Dagegen zeigen sich einige wichtige Departements noch sehr lässig; eine relativ lebhaftere Theilnahme wird nur einigen industriell, meist fecunbäre» Departements nach» gerühmt. Lokal- und Provlnziai-Augelegenhelten. — (Unsere Handels- und Äe w erbekam m e r,) beten Konstituierung seinerzeit unserer national-klerikalen Partei unzählige schlaflose Nächte und bittere Stunden bereitete, et|dprt auch in anderen Blättern für ihre rastlose, gedeihliche Thäligkeit wolocrdiente Anerkennung. Unter ber Leitung im Handels- und Gewerbe-sachc woleriahtene Borstande, im Schöße verständiger Xammerräthe, schwingt sich tue krainische Kammer zu einer ihr gebühienden Stellung empor. Auch die „N. fr. Pr." constatieit, daß die gegenwärtige, liberalen Grundsätzen huldigende Kammer im Interesse des Handels, der Jn-dustne und des Gewerbes viel Gutes geleistet hat. Die national-klerikale Partei würde die Thättgkeit unserer Handelskammer sicher auch uüt |inipatiji$eii Hochrufen begtüuen, wenn diese ihr Augeumetk mehr aus den Handel mit heiligen iöucein, aus die Erzeugung von Weihrauchsässern, aus bie Znoruckiegung von Beictitzettem und auf die Anfertigung von Rosenkränzen werfen würde. iUich die „N. fr. Presse" findet es uiiconscqueut, daß ein Gewerbsmann die HanoelS-uuo Gewerbekammer im Landtage vemittt, jedoch dem Ruse aiö Kammerrath seinen Sitz tinzuuehmen, keine Folge leistet. Die Wiederwahl der beiden Präsidenten Dreo uno Lu cf mann wurde in liberale» Handels- und Gewerbe-kreisen mit voller Befriedigung ausgenommen. — (Zur Jubiläumsfeier.) Die philharmonische Gesellschaft in Laibach empfing von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien anläßlich der am 22. d. M. zu bc gehenden I75jähtigen Jubiläumsfeier ein fehr schmeichelhaftes BeglückivUufchungsschreiven. — („SlovensZa Ma11ca.") „Slov. Natod" bemerkt über die am 24. d. vorzuneymenden Wahlen: „Wir stell>n Kandidaten nicht auf, obgleich wir mit sämmtlichen Kandidaten der „Nooice" unzufrieden sind. Wir stellen solche deshalb nicht auf, weit wir Slovtneit Heuer l'anbtagSivahlen vorzunehmen Huben, unb fchott jetzt unsere Stimmen nicht jeijp.ittern wollen. Im künftigen Jahre wollen wir in den Matica-Änsfchuß literarisch thätige Kräfte bringen. An der Generalversammlung jedoch werden wir theilnehmen." Lus voistehencer Aeußerung erhellet, daß im Staate Dänemark-Matica vieles faul und die Harmonie zwischen den „Jungen" und „Auen" nicht die beste ist. -■ (Zur Tfchernajesf-asfaire.) „StovenSki Natod" bespricht den »useiubalt TschernajeffS in Prag, die demselben dargebrachttn Oo.nvnen uno tritt als Anwalt des unfähigen Generals mit der Bemerkung auf, daß Tschernajeff mit dem fchlechten ;Matcmle (?), das ihm ju< geböte stand, wol ein 4)jum5, jedoch kein Könizgrätz und kein Magenta erlebte. „Kloo. Nacod" hätte wol Lust, das im „N. Wr. Tagblatte" erschienene Telegramm über die dem Tschernajeff zutheil gewordenen Lemonstrationen einer ausführlichen Besprechung zu umerzehen und den Gefühlen der österreichischen Slaven für di.sen rnhmgekrünten (?) Feld Herrn lebhaften Ausdruck zu geben, jedoch ziehe er au« Besorgnis einer Couflscation es vor, nachdem in Oesterreich noch Gedankenfreiheit herrsche, jedem Leser es selbst zu über, lassen, über Tschernajeff das Unheil zu fällen. — Wenn da« nationale Blatt, Reue und Leid erweckend, sich dreimal an die Brust klopfen würde, fo müßte es zu dem offenen Geständnisse gelangen, daß nicht nur Ts.ternajeff in Ser< bien, sondern auch „Ehren - Raroo* im Lande Ärain mit feinen Tschernajeffiaden total Fiasko machte. — (DieTH ristbaumfeier) im hiesigen Elisabeth • Äinberspltale findet Sonntag den 21. d. um 4 Uhr nachmittags statt. — (Der Bienenz uchtverein in Till») hielt am 14. d. eine Plenarversammlung ab, an welcher 65 Mitglieder Teilnahmen. — (Festvorstellung.) Uebetmorgen findet zur Vorfeier de» 175jährigen Jubiläums des philharmonischen Vereines im hiesigen Theater eine Festvorstellung statt, und hat die Ditection ein für diesen Abend eigen« paffende« Repertoire entworfen. Ein Festgedicht, verfaßt von Heinrich Penn, bildet den Anfang, diesem folgen lebende Bilder aus der Geschichte Xrain«; hieraus zwei kleinere Stücke „Adelaide" und „G M von Blasewitz." Als „Llärchen" in Adelaide" wird untere Direcirice Frau Fritzsche-Wizner das Beethoven'sche Lied „Freudvoll" und „Leibvoll" mit voller Qrch-sterbegleitnng singen, Herr Mailler trägt als „Franz Lachner" da« seelenvolle Lied Beethovens „An Adelaide" vor. Den großen Tonkünstler Beethoven gibt Herr Direktor Fritzsche, eine (einer Glanzrollen. — ( Faschings-Chronik.) Am 20. 6. findet im Hotel zur „Stadt Wien" eine Hausunterhaltung statt, bei welcher die Muse des Tanzes die erste, die gute Küche und echter Wein die nächst bedeutenden Rollen spielen Biele Freunde und Stammgäste der Hotels-Restauration sagten ihr Erscheinen zu. — (Für Handelsleute und Landwirthe.) Im Orte Trisail werden an nachbezeichnelen Tagen Vieh» und Jahrmärkte abgehalten werben: 17. März (Gertraud), 1. Mai (Filipp und Jakob), 9. Juni (Primus) und 18. Oktober (Lukas). — (Aus den Nachbarländern) Der Män-ttergesanzsverein in $ i 11 i zählt 36 ausübende und 180 unterstützende Mitglieder. — Die Bauernvereine in der Steiermark machen erfreuliche Fortschritte, namentlich jener in Spielfeld; sie tragen den Charakter der Einigkeit, der Mäßigung, d s Verständnisses der Neuzeit und dokumentieren eine Selbstbefreiung aus klerikalen Fesseln. Die günstigen Erfolge werben nicht ausbleiben. Diese Vereine erzeugen ein Gegengewicht gegen die Hetzen der Klerikalen, gegen die Sechserlkomödien der katholisch-politischen Vereine, stärken den Glauben an die Segnungen der Beisaffnug und an die neuen Schulgesetze und begraben die bisherige Herrschast der Römlinge. Es gibt sich in diesen Vereinen • ein Abscheu gegen die klerikale Bauernfängerei kund. Der Bauernstand gelangt mehr und mehr zur Erkenntnis, daß er seine Vertreter im Land- unb Reichstage nicht in klerikalen Kreisen zu suchen habe. Diese Vereine setzen anstelle der unzähligen Bittgänge und Wallfahrten nützlichere Sachen, als: Gründung von Markthallen, Weiitmärkte, Weinausstellungen, Vorträge über landwirthschast'iche und Rechte-gegenstände ans die Tagesordnung. — In Ktagensurt tritt ein neuer Verein ins Leben unter dem Titel „ Er -z i e h u ng s v e r e i n." In dem Aründuiigsanfrufe begegnen wir folgender Stelle: „In Erwägung, daß in den meisten Familien anstelle der eigentlichen Eiziehung nach wolourchdachten Grundsätzen ein Ausziehen nach Priiuipien. die der Augenblick gebiert, stattfindet, wodurch selbstverständlich häufig genug in die Gemeinsamkeit zwischen Schule und Haus eine Bresche geschossen rotte, Bereit Folgen beide Theile zu verspüren habe», hat der kSrntuerische Landet*-Lehrerverein in seiner vorjährigen Hauptversammlung den Beschluß gefaßt, zur Gründung eines E,ziehung«vereinS für Kärnten mit dem Sitze in Älagenfurt den Impuls zu geben." — Da« Land Kärnten zählt sechs Gewerbe-Fortbildungsschulen, unb zwar in Ferlach, V llach, Feistriz, V:k-tring, Völkermarkt und Eisentappel. — Die Handels- und Gewerbekammer für Kärnten strebt bie Erlassung einer neuen Gewerbe-Ordnung und die Revision des Hausierpatentes an. — (Süd- und Rudolfbahn.) Die „Deutsche Ztg." erhielt folgende Zuschrift: „Ich verstche die Notiz „Eisenbahn Vorlagen" in ihrem Sonntagsblatte dahin, daß die Absicht vorliegt, die Linie Laibach-Tarvis-Pon-teba von der Rudols-Bahn abzutrennen unb an die Südbahn zu übertragen. ES ist die« ein bereits seit Monaten in der Lust liegender Plan, welcher dazu dienen soll, die Südbahn für manche ihr auferlegte oder ihr zuzumuthende Opfer zu entschädigen. Wird die Ponteba-Linie gebaut, s, zieht sich die größere Hälfte unserer levantiner Provenienzen unb Exporte von Trieft nach Venedig. Die SttbbaHn kam» I dieser Frachten unmöglich entbehren und muß ein DttouchL nach Venedig juchen, da ihre Görzer Linie absolut dazu nicht taugt, Jnsosnne ist es rationell, daß ste an eine Annexion der Laibach-TarviS-Pvnteba-Bahn denlt. Dem gegenüber stehen die Jnlmffen der Rudolf-Bahn, welche (4on in der 1866 r«di,ieiten «oncesiions-Urkunde eine Fortsetzung nach Venedig zugesprochen erhielt und naturgemäß auf die Ponteba-kinie nicht verzichten tonn. Ebensowenig lSßt sich dir Rudolf-Bahn trnten, wenn ihr die Laibacher Linie, welche über lurz oder lang nach «arlstadt fortgesetzt weiten muß, um sich den ungarischen Expoit-Districien zu nähern, weggenommeu wird. DieS gilt auch, falls die Nutz o l s b a h n durch die neuesten Nördling'schen Maßnahmen den »stivnären tntriffen und verstaallicht werden sollte. Auch die Staatsverwaltung könnte mit dem Rumps der Rudolsbahn, wenn derselbe in TarviS endet, nichts ansangen und hätte dann eine zu immerwährenden Defiziten verurth-ilte Bahn übernommen. 68 wäre dankenswerth, wenn Ihr Blatt diese Fragin eingrhrnd zu erörtern Be-lrgenheit nähme. 6in Rudolsbohn-Actionär." — (Aus dem LandesauSschusse.) Die Ge-meinte Jablaniz in Jnneikrain empfing für die Be-w-chung der Grenze »egen Kroazien zur Zeit der letzten Viehseuche eine Entschädigung von 200 fl. aus der Landes-fondSkaffe. — (Herbarium.) Das für die Kenntnis der Flora KrainS vom verstorbenen Landtags - Abgeordneten und Gutsbesitzer NikodemuS Baron Rastern hinter-(offene reiche und inteieffonie Herbarium ist zu verlaufen. — (Vrrgwefen.) Im Jahre 1875 bestanden in Oesterreich 363 « r u d e r l ad e n (1 in Krain), welche ein «esammtvermSgen von nahezu 7 Mill. Gulden besitzen und 4001 Mitglieder und 119 $ Teilnehmer zählten. Die ge sammle BergwerkSproduetion im Jahre 1875 repräsentierte einen Geldwerth von mehr als 68 Millionen Gulden. Die «ergwerksobgabkn beliefen sich in diesem Jahre aus 1.241,360 Gulden (darunter 924,686 fl. Einkommensteuer, 130,121 «ulten Mahngebühren und 186,652 ft. Freischurfgebühren). — (Zum UnglückSfalle in Eteinbrück.) Heute erschienen der Statthalter au» Graz und ein höherer Beamter der Eisenbahnen-Generalinspection au« Men am Unglücksorte, 60 Arbeiter find mit der Wegräumung der Steinhausen und mit der Ausgrabung der verschütteten Leichen beschäftigt. Eine mittendmch zeniffene Frau und zwei Kinder wurden tobt aufgefunden. — (Zum S»lagworte „P o r t o s r e i h e i t.«) Die Postdirection in Graz hat an den kärtner LandeSschul-rath folgende Note gerichtet: .SS kommen fehr häufig Fälle vor, daß von Lehrervereinen oder einzelnen Lehrern verschie bene »egenstänte und sogar Lehmzeitungen mit der Be «idmung: Portofreie Schul,ache, in Schulangelegenheiten,c. an Volksschulen, an Lehrervereine oder an Lehrer zur post-amtlichen Aufgabe gebracht werden, um auf biefe Art die tafüt entfallende Portogebühr nicht bezahlen zu müssen. Nachdem aber durch derartige Vorgänge das Postgesäll bedeutend geschätiget wird, beehrt man fi», höflichst zu erfuchen, die geeigneten Vorkehrungen zur bleibenden Befreiung solcher Unzukömmlichkeiten einleiten zu wollen, dieses umsomehr, weil gegen die Betreffenden im vetretungSfalle das Strafverfahren wegen «efällsverkür»nng eingeleitet werden müßte.' — (landschaftliche- Theater.) Lortzings teilende, romantische Oper „Untin e" stebt bei hiesigen Theater-Lunten noch immer im besten Andenken, »uch die gestrige Aufführung wurde stmpatisch heqrüßt. Herr Kapellmeister « r o n e s gab sich viele Mühe, die liier gerne und tn vol-,enteister Form gehörte Oper recht genießbar vorzusühren, naberu jede GesangSnummer empfing verdienten Beisall; Soli Chor und Orchestet bestiegen gestern den Parnaß der Oper, nur der einzige Part der »Prinzessin Berthalda» dessen Turcksübrung eine Primadonna erfordert, die daS hohe D" erreichen kann und Eoloratuien in stcherer Hand bat ließ die Wünsche des gutbesuchlen Hanse« unbefiiettigt. Durchschlagenden Lfject erzielten: im ersten Akte daS Bokal-Quintett „Undine, Martba, «ühleborn, Ritter Hugo und Tobias " das Duett „Kühleborn und Veit, „Veits Trink-iied. „Ündinens" AbschiedSlied; im zweiten Akte : das Duett „Beit und Hanns/ die ExpofitivnSarie „Ündinens daS Ensemble „Berthalda. Und,ne. «ühleborn, Hugo und der gemischte Chor, „flühleborns" Romanze; im dritten Akte. Veits" Siet: „Wieder,eh,n," .Mhleboms" Arie: .Kehr Zurück" und das Finale; im vierten Akte: Tie große «ne des Ritter Hugo," daS Weinduett des „Veit und Hanns, schließlich die Schluß,jene. Die beleuchtete S»Ioßdecoration im dritten und bi« pvSdiiige Wofferichloßtecoration bei Schluß der Oper gewährten wieder überraschende Augenweide. Frau F r i b s ch e - W a g n e r gab den Pari der „Undine* vorzüglich, Die geehrte Sängerin hatte gestern Gelegenheit, die zarten, gefühlvollen Saiten ihrer anmntdigen Gesangsweise erklingen zu lasten; in dem Abschiedsliede (erster Akt), in der großen Arie des zweiten Aktes und in dem Schluß' ensemble bes dritten Äktes errang unsere Directrice immensen Beifall und wiederholte Hervorrufe Held deS Abends war Herr Mailler als „»ühleborn " Jede Nummer wurde in gesanglicher und mimischer Beziehung eminent auSgksührt; überwSltigenbe Wirkung erzeugten: Die Romanze im zweiten und die Arie: „Rehr’ zurück" im dritten Akte. Herr iDiaiOer kann den gestrigen Abenc> als dm Glanz Punkt seiner bisherigen Ge,anq«leistu»gen seinem Tagebuche einverleiben; stürmische Be,fall«bezeugungen waren der ^ohn der „schönen Thal." Herr Weiß präsentierte sich m tem Parte „Ritter Hugo" als Heltentenor. Der Ausschwung dieses reichtalentierien und sehr fleißigen Operettensängers zur Oper verdient volle Anerkennung; au* ibtn blieb bie Beisallsspende, namentlich na» der großen Arie im vierten Akte und in den Duetts mit .Undine" nicht au8. Herr W e 11 e b a (Veit) war ein wackerer Knappe, führte seine Gefangspieren, namentlich das Enträclied, die Duetten mit „Küblebom* utib „Hanns," bas Trinklieb mib das L»d „Wieder,eben" bestens aus und entfaltete munteres Spiel, i jetr Direktor Fritzsche (Kellermeister Hanns) docnmeutierte neuerlich besondere Qualifikation für das komische Fa». Die ganze Aufführung kann in der Erwägung, als teuer eine organisierte Oper nicht vor uns steht, als eine gelungene bezeichnet werben. LebenSmittel-Preise in Laibach am 17. Jänner, Weizen 9 fl. 75 kr., Korn 6 fl. 50 kr., Gerste 4 fl. 80 tr., Hafer 3 fl. 68 kr., Buchweizen 5 fl. 85 kr., Hirse fl. 20 lt., Kilknrntz 6 fl. — kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel fl. 10 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. -- kr. per Hektoliter; Rindschmalz 92 kr., Schweinfett 82 kr., Speck, rischer, 62 kr., Speck, geselchter, 75 tr., Cutter 80 tr. per Kilogramm; Eier 2'/, tr. per Stück; Mil* 7 fr. per Liter; Mndfleisch 48 tr., Ralbflrif* 50 tr., Schweinfleifch 48 tr. per Kilogramm; Heu 3 st. 15 tr., Stroh 3 fl. 5 tr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 8 fl. 50 fr, weiches Hol). 5 fl. 50 tr. pr. vier Q.-Meter; Wein, rother 24 fl., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. ms unterstützende Mitglieder der laibacher freiw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1876: Frau Klenuniii.................................mit Herr Luckmann.................................... . Epoljarii................................... pro 1877: . Anton Samaffa..............................„ . Peter Thomann...............................„ Frau Theresia Paulik.............................„ (Wird fortgesetzt.) 5 fl. 5 „ 5 „ 10 . 2 „ 5 . Theater. Heute: Undine. Romantische Zaubeiopkr in 4 Aufzügen von Albert Leitzing. Telegramm. Konstantinoprl, 17. Jänncr. Es verlautet bestimmt, daß General Jgnalieff an der nächsten Sonserenzsitzung nicht mehr theilnehmen werde, und daß er noch vor derselben abreisen werde. — Witterung. Laibach, 18. Jänner Trüber Tag, schwacher D. Temperatur: morgen« 7 Uhr + 16«, nachmittags 2 Uhr + 3 4« C. (1876 — 7 0*; 1876 + 01« C.) Barometer. 740 79 mm. Das gestrige TageSmittel der Temperatur + 2 5°, um 4 6* über dem Normale. Angekommene Fremde am 18 Jänner. Hotel Etadt Wien. Haller, Sifset. — Gärtner, Stfia-pring'r. Kflie., unb Eichhorn, Wien. — Wreischko. Kfm., und Pogainik, Agent, Marburg. - Juscheg, Agent, und 1 Dr. Del fl. Klagensurt. — Terpotitz, Verwalter, Hrastnig. Hotel Elefant. Samsa, Reservist, Triest. — «ritzt, Adels, berg. — Po»ar Helena, Littai. Bairischer Hof. Spataro, Ochsenhäntler, Triest. - Skok, Marburg. Kaiser von Oesterreich. Paolo Ehecco, Triest. - Huschen-fetter. «rainturg. Mohren Puchar, sammt Frau, Untertrain. Widerruf. Ueber bie an mich im Jnferatentbeile bes „Laibacher Tagblatt" vom 15. t. M. Nr. 11 unter ter Sbiffre F. Z. gerichtete Slufforbming, erkläre ich hiemit öffentlich, taß ich bei der Stabtkaffe bes Magistrates zu Laibach bei ter Be» zoblung ter Huntetaxe ni*t mebr als den Betrag von 3 fl., d. i. an Hundetaxe 2 fl. und für zwei nachgtkaufte Dupli» catsmarken den gesetzlich normierten Betrag pr. je 50 kr, somit 1 fl., und ni»t zubanben des Stadtfassiers Herrn Franz Hengthaler. sondern zu jenen des Ltattkasie-Osstzial-Herrn Albert Valenta erlegte, svrn.t ich gerne bereit bin, meine öffentlich ausgesprochenen, die ffibre des Herrn Heng» tHaler verletzenden Äeußerungen hiemit als vollkommen unwahr zu widerrufen. (24) Laibach am 18. Jänner 1877. _____________________fl inc. Fischer. Im drorjjitmnin 1877 sind im Haufe der steiermärkischen Escomptebank am Rath« hausplatze in Laiba» (Nr 19 neu, 237 alt) mehrere größere und kleinere iüohmingcn zu vermietben. Anfragen heim Hausabministrator Josef Zmerl. (11) 3—3 . Verstorbene. Den 17. Jänner. Maria (Berini k k. Pens. Geometer«.«emalin, 58 I., Deutscher Platz. Gehirn-lähmung. - Emilie Halbensteiner. bürgl. Handelsmanns, und Hansbesitzers-Kind. 3'/. I.. St. Petersstraße Nr. 44, Rachenbräune. — Agnes Hebet, TröblerSpemalm, 42 I., St. Jakobsbamm Nr. 27, Gebärmutterblutsturz. Gedenktafel über dir am 20. Jänner 1877 stattfindenden «tei tativnen. 3. Feilb., Jarc'sche Real . Pristava, ««. Oberlaibach. - 3. Feilb., Menzin'sche Real., Grdb. Gut Dberrobelslein, BG. Gurtfeld. — 3. Feilb., Zgonc'sche Real., Großosvlnik. V®. Großlaschiz. 3. Feilb., Schantel'sche Real, St. Michael, «G. Senosetsch. — 3. Feilb., Stalzer'sche Real., LerncemoSniz, BG. Mvttling. - 3. Feilb., Remzgar'sLe Iffleal., Nadgoric, BG. Laibach. — 3. Feilb., UtSimi'sdie Real., «ermaiitia, BG. Mvttling. - 2. Fe,Ib.. 8drav>e'!»e Real., EistOis, BG. Laibach. - 2. Feilb., »lernen«’,*« Real., Untcrschischta, BW. Laibach. - 2. Feilb., Florijan-iii'sche Real., Zeier, BW. Lack. — 2. Feilb., Martomt'sche Real., Pivfa, B«. Jfrainburg. — 2. Feilb., Levstek'sche Real., Travnik, BG. Reisniz. - 2. Feilb., Tolenz'sche Real., Lvze, BG. Senosetsch. — 1. Feilb., P»lai',che Real., Gtbb. Herr,»aft «delsberg, BG. Seno,et,ch. - 1 Feilb., Kosir'sche Real., Jalovec, BW. Reifniz. — 1- Stilb-, Oberstar'scke Real, Reifniz, BG. Reifniz. — !'• Fe'lb, Oberstar'fche Real., Rakitniz. BG. Reifniz. ______________________ Wiener Börse vom 17. Jänner. Staatsfond». I Sperj. Stents, öft.PaV. bto. cto. oft. in eilb. iofe »on 185* . . . . , . Lest. Norbwestbahn . 6iebenbitgtt . . . . ©taatübabn .... Eüdbahn 1 6 Perz. bto. «on« 78*- 78 60 7«-- 78fO 78 14S-— 143 1*8 675 - ISO 880- 8SS-- 65-60 6d -78.— >9 -98 lO »I -«07 tf, 207 13916 189 124 50 126 246.—1247 76 25 76 Lose. flrebit > Sole . . . trtubolfs • Lose . . Weche. (3Mon.) AugSdnrg loo Mark iVtantf. 100 eiatl . Hamburg „ , ronbon io Pfd. Ster! Paris 100 fetanc# . Münzen. •ftO 75\Stax\. Münz-Ducaten vo-^tanceftittf . . . «Deutsche ReichSbank. f olfeilbet 168— 1»-5Ü 8V 12f>*80 4970 698 168*50 14 — 89*2.S 8» 60 96 *0 *6 78 86 — 86 X6 91-50 91 76 89 - 89 25 69 75 60'— 156 166 0 93 80 94 — 6116 186-40 49 80 6 94 9 9-'»^ 10 — 61-60 161 70 116-96|116 06 Telegrafischer Kursbericht. am 18 Jänner. Papier-Rente 61 60. — Silber-Rente 67 90. — «old-Rente 74 65 - 1860er Staals.Aiilehen 11250. — Bankaktien 819. — »retitactien 14240. — Lonton 12530. — Silber 116 70. - «. k. Miinztnkaten 5-»4. — 20-Franc« Stücke lOOO'j,. — 100 Reichsmark 61 60. Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fet. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für tie Webaction verantwortlich: Frau, SJiüller.