.»' R«« Dinstag am R8. Juli »834 ^l.^^^'^Z" ^""^ '"^,?l"^'^/« S°nn-und Feintage, täglich, und kostet sammt dm Beilage,, im Comptoir ganzjährig 11 fl.. halbjährig 5 ft. 3tt fr., mit fr an ä,7ia u^ V."'!"'^«'/ ^ ^ ^ Z'^llung in'S HauS sind halbjährig 30 ^ mehr ^ entrichten. Mit der Post vorto- mal ae än ck'l m?',t nach dem „provlsor.,chn, Ge,che vom t>. November l850 für Inseratiousstämftcl" noch 10 kr. für einc jedesmalige Einschaltung hin;u zu rechnen. ^^^^ Amtlicher Tljeil. Eonvention, abgeschlossen zwischen Oesterreich und der ottomanisch cn Pforte am 14. Inni 4 834, zur Vcwcrkstcllignng der Räumung der Donaufürsteu-thümcr von Seite dcr frenidell Armee und dcr Wie« dcrhcrstcllung des gesetzlichen Zustandes in denselben. ' (Nach dcm französischen Urtcrt.) ^Vc. Majestät Der Kaiser von Oesterreich, in uol-lem Maße anerkennend, daß das Bestehen des osma-nischcn Reiches in seinen gegenwärtigen Grenzen zur Auftcchthaltuug des Gleichgewichtes unter den europäischen Staaten nothwendig, nnd daß namentlich die Nänmnng dcr Donanfürstcnthnmer eine der wesent-lichstcn Bedingungen dcr Integrität dieses Reiches ist; nbcrdieß bereit durch die zu Seiner Verfügung stehenden Mittel, zu den Maßregeln beizutragen, welche gc-cignct sind, dcn Zweck dcr, zwischen Seinem Kabinctc und den bei dcr Wiener Konferenz vertretenen hohen Höfen bewirkten Uebereinstimmung sicher zn stellen: nachbcm Se. kaiserliche Majestät dcr Snltan Seiner Seits dieses uon Sr. Majestät dcm Kaiser von Oesterreich freundschaftlich gemachte Anerbieten dcr Mitwirkung angenommen hat, ist es für angemessen erachtet worden, eine Kon» vention abzuschlicßcu und die Art nnd Weise festzustellen, in welchcr die fragliche Mitwirkung stattfin» dcn wird. Zll diesem Ende haben Sc. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich und Se. kaiserliche Majestät dcr Sultan zu Ihren Bevollmächtigten ernannt, und zwar: , Se. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich den Hrn. Karl Frecherm v. Vruck, geheimen Rath Sr. k. k. apostol. Majestät, Seinen Internnntius und bcvol!» 'nächtigten Minister bei dcr hoh. ottomanischen Pforte, Großkreuz des kaiserlichen Leopoldordens, Ritter des kaiserlichen Ordens der eisernen Krone erster Klasse und Sc. kais. Majestät der Snltan MustapDa Reschid Pascha, Er-Groß-Pezier und gegenwärtig Seinen Minister dcr auswärtigen Angelegenheiten, Inhaber des kaiserlichen Ordens Medschidi« erster Klasse:c. :c. :c. Welche nach Auswechslung ihrer in gehöriger Form befundenen Vollmachten über die folgenden Artikel übereingekommen sind: Artikel 1. Se. Majestät der Kaiser von Oestcr. reich macht Sich verbindlich, alle Mittel im Wege der Unterhandlung uud auch sonst zu erschöpfen, um die Räumung der Donaufürsteuthümcr von Seite der fremden Armee welche dieselben beseht hält, zu bewirken und nötigenfalls die zur Erreichung dieses Zweckes mörderliche Truppeuanzahl zu verwenden. Art. 2. Für diesen Fall wird dem kaiserlichen Obcrkommandanten ausschließlich die Leitung der Ope-- rationcn seiner Armee znstchen. Derselbe wird jedoch Sorge tragen, dcn Obcrkommandantcn der ottomam-schcn Armcc rechtzeitig von seinen Operationen zu verständigen. Art. 3. Se. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich übernimmt die Verpflichtung, im Einvernehmen mit der ottomanischen Regierung in den Donaufür, stenthümern so viel als möglich den gesetzlichen Zu<> staud herzustellen, wie selber aus den uon der hohen Pforte in Bezug auf die Verwaltung dieser Länder zugesicherten Privilegien hervorgeht. Die auf diese Weise wiedereingesetzten Lokalbehörden werden jedoch ihre Wirksamkeit nicht so weit ausdehnen können, um über die kaiserliche Armee irgend eine Kontrole aus» zuüben. Art. 4. Der kaiserlich österreichische Hof ver-pflichtet sich außerdem, sich mit dem kaiserlich russischen Hofe in keinen Vergleich einzulassen, welcher nicht die souveränen Rechte Sr. kaiserlichen Majestät des Snltans und die Integrität Seines Reiches zum Ausgangspunkte hätte. Art. 6. Sobald der Zweck der gegenwärtigen Konvention durch den Abschluß cmes Friedensvertra» ges zwischen der hohen Pforte und dcm russischen Hofe erreicht ist, wird Sc. Majestät der Kaiser von Oesterreich sogleich Vorkehrungen treffen, um Seine Strcitkräftc in möglichst km-M Frist vom Gebiete der Fnrstcnthnmer zurückzuziehen. Die Einzelheiten in Betreff des Rückzuges der österrelschcn Truppen werden dcn Gegenstand eines besonderen Einvernehmens mit der hohcn Pforec bilden. Art. 6 Die österreichische Nigicrung erwartet, daß die Behörden der zeitweilig durch die kaiserlichen Truppen besetzten Länder denselben alle Hilfe und Er. leichtcrnng, sowohl in Bezug auf ihren Marsch, ihre Einquartierung oder Lagerung, als auf ihren Unterhalt und jenen ihrer Pferde, sowie aus ihre Kommu-nikationsmittcl, leisten werden. Die österreichische Nc-gicrnng hegt inglcichen die Erwartung, daß man jedem auf Erfordernisse des Dienstes bezüglichen, von den österreichischen Commandanten entweder an die ottomanischc Regierung durch die kaiserliche Intcrnnn-tiatur zu Konstantinopcl, oder direkt an die Lokalbc-Horden gerichteten Verlangen Genüge leisten werde, wcnn nicht überwiegende Gründe die Vollzichuug unmöglich machen. Es ist sclbstverstandcn, daß die Kommandanten dcr kaiserlichen Armee über die strengste Mannszucht unter ihren Truppen wachen, und daß sie das Eigenthum sowie die Gesetze, dcn Kultus und die Gebräuche des Landes achten und denselben Achtung verschaf-fen werden. , Art. 7. Die gegenwärtige Konvention wird ra» tlftzirt und die Ratifikationen werden zu Wien innerhalb vier Wochen, von: Tage der Unterzeichnung an gerechnet, oder wo möglich früher, ausgewechselt i werden. ! Urkund dessen haben die respektive» Vevollmäch» tigtcn dieselbe unterzeichnet und ihre Insiegcl bei-gedrückt. Ansgefertiget m cluplo, jedoch nur ein Mal giltig, in Vojadschi-Köy, dcn 14. Juni 1834. (gez.) v. V r n ck. (I.. 8.) (gez.) Reschid (^. 5) Se. k. k. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 4. Juli d. I. den ordentlichen Professor an der Pcsthcr rechts- und staats-wisscnschaftli'chcn Fakultät, Johann Degen, aufsein Ansuchen in den Ruhestand zu versetzen und ihm in Anerkennung stmer vieljährigen und loyalen Dienstleistung den Titel eines kaiserlichen Rathes taxfrei zu. verleihen geruht. Von dem k. k, Handelsministerium sind nachbc> nannte Herren zu'Mitgliedern der Veurtheilungskom« mission der Industrie-Ausstellung in München ernannt worden: 1. Der Direktor der k. k. Staatsdruckerei in Wien, Regierungsrath v Au er; 2. der k. k. Professor dcr Lanbwirthschaft in Linz, Mcd. Dr. Columbus,- 3. der technische Rath im k. k. Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten, Wilhelm Engerth; 4. der bürgerliche Uhrmachermcister in Wien, Joseph Geiß; 3. der Verfertiger mathematischer, physikalischer und optischer Instrumente in Wien, Ludwig Kapell er; 6. Der Direktor und Gesellschafter der priv. Metallwarenfabrik in Perndorf bei Wien, Hermann Krupp; 7. der bürgerliche Juwelier uno Goldschmid in Wien, Alois Müller; 8. der Ge» scllschafter der priu. Vanmwoll« und Lcinwandfabrik in Schönbcrg. Karl O berlcithncr; 9. der priv. Tuch. und Kafimirfabrikant in Brunn, Karl Offermann; Itt. der bürgerl. Handelsmann und k. k. Hof' Waffenfabrikant in Wien, V. W. Ohligs; 11. dcr bürgert. Seidenzeugfabrikant in Wien, Josef Point« ncr; 12. der Dirigent der Wiener Dampfmühlen-Untcrnehmung, Quinz; der bürgerl. Scidcnzeugfa-brikant in Wien, Joseph Rcckcnschuß; 14. der k. Rath nnd Kustos am k. k. polytechnischen Institute in Wien, Reuter; 16. der k. k. Professor an der Akademie dcr bildenden Künste in Wicn, Roesner; 16. der landcsbcfugte Lederfabrikant zu Rechberg bei Krems, Adolpb Schmitt; 17. der priv. chemische Produktenfabrikant in Liesina, bei Wicn, Emil Sey« bcl; 18. der Hof. und bürgerl. Pianoforte.Verferti« ger in Men, I. V. Streicher; 19. der Direktor dcr k. k. Montan-Lchranstalt zu Leoben, Peter T u n-ner; 2l). dcr bürgcrl. Handelsmann in Wien, «Ernst Wert he im; 2i. dcr Hof- und bürgerl. Werkzcug-fabrikant und Gewcrkc in Wien, Franz Wcrtheim; 22. der Ingenieur und Mechaniker in Wien, Franz X. Wnrm. Der Name des ans Böhmen noch abzuordncn-dcn Mitgliedes wird nachträglich veröffentlicht werden. Als Kommissär der k. k. österr. Regierung bei dcr Vcurthcilnngskommission ist Negierungsrath Ritter v. Burg bestellt. Der Minister der Justiz hat zu den nachbenann- tcn systemisirtcn Dicnstposten für das neu organisirte küstcnländische Oberlanocsgcricht in Trieft ernannt: zu Nathssekretären: den Landesgerichts-Assessor in Wien, Gottharot Freiherrn v. Plap part und den Landcsgcrichtsasscssor in Trieft, Franz Uhrer; zum Direktor dcr Hilfsämter dcn dortigen Sekretär des Obcrlandcsgerichtcs, Johann Baptist Onofrio, und zum Adjunkten dcn Offizial bei dem Justizministerium, Eugcn Pavani. Heute wird ausgegeben und versendet: das Law des'Ncgicrnngsblatt für das Hcrzogthnm Kram. Er< ster Theil, XXIX. Stück. VI. Jahrgang 1854. Dasselbe enthält unter Nr. 167. Verordnung des k. k. Handelsministeriums vom 13. Juni 1864, wodurch die Instmttion für die k. k. östcrr. Konsularämtcr in Frankreich und Algerien, in Betreff ihrer Amtshandlungen in Sa«. vetageHallen, vorgeschrieben wiro. M. 368. Erlaß des k. k. Finanzministeriums vom IK» 47. Juni 1884/ in Betreff der Anwendung des Er° lasses vom 14. Juli 1863, über die Anweisung und Einstellung der Vezüge der Staatsdicncr auf solche Bezüge, welche in dekursivcn Raten erfolgt werden. Nr. 169. Verordnung bcr k. k. Ministerien der Finan-zen und des Handels vom 17. Juni 1884, die Er- ^ Weiterung der Vcrzollungsbefugnissc des k. k. Haupt< zollamtcs II. Klasse zu Zittau in Sachsen betreffend. Laibach, den 18. Juli 1884. Vom k. k. Redaktions-Vurcau des Landesregierungsblattes für Krain. Kundmachung. In Folge des Erlasses des k. k. Finanz-Ministe-riums vom 2. Juli 1884, Z. 11.996, wird Folgendes Mr öffentlichen Kenntniß gebracht: Bei der am 1. Inli 1884 vorgenommenen 237. (74. Grgänzungs») Verlosung der älteren Staatsschuld ist die Serie Nr. 418 gezogen worden. Dieselbe enthält böhmisch-ständische Aerarial Obligationen von ver« schiedcncm Zinsfuße, vom Nr. 31.712 bis 47.878, im GeMNNtkapitals - Betrage von 1.20,1.312 fi. 17l/z kr., mit Zinsen nach dem herabgesetzten Fnßc von 24.923 fl. 1 kr. Diese Obligationen werden nach den Bestimmungen des allerhöchsten Patentes vom 2l. März 1818 gegen neue, zu dem ursprünglichen Zinsfüße in Konv. Münze verzinsliche Staatsschuldvcrschrcibuua.cn umgc» wechselt werden. Von der k. k. Landesregierung für Krain. Laibach, den 11. Inli 1884. Nichtamtlicher Theil. Die National-Anleihe. ix. * Unter jenen Erleichterungen, welche die Negierung dem großen Grundbesitze zum Behufe seiner lebhaften Betheiligung bei dem neuen Anlehen ge-währt hat, steht die unter den angemessenen Vorsichten verfügte Aufhcbnng der Oktavahaftung, welche das Rcichsgcftßblatt bereits neuerlich gebracht hat, in vorderer Linie. Die Tragweite dieser Maßregel be» züglich der Größe der Kapitalien, welche dadurch dem großen Grundbesitze verfügbar werden, läßt der Umstand entnehmen, daß die Oktava in dem Kronlandc Oesterreich unter der Enns allein sich auf 13 bis 18 Millwnen Gulden belauft. Die Aufhebung des dieß-fälligcn Termines stellte sich als zulässig dar, weil nicht bloß die mit dem Patente vom 10. Februar 1883 auf den ersten September anberaumte Prällu-sivfrist, innerhalb welcher die noch zu Recht bestehenden, aus dem Unterthänigkcitsvcrbande herrührenden Forderungen der gewesenen Unterthanen unter der Rechtsfolge der Erlöschung des Anspruchs aus die etwa eingetragene Oktava oder auf ein anderes ge< setzlichcs Pfandrecht auf das Gut im ordentlichen Klagwcge angebracht werden mußten, schon vorlängst abgelaufen ist, sondern weil auch die bisher gemachten Wahrnehmungen die beruhigende Gewahr darbieten, daß die Liquidationen der Waisen- und" Dcpo-sitenämtcr genau und gcwisscnbaft gepflogen worden sind. — Als cin weiteres Mittel, dem großen Grundbesitz We erfolgreiche Theilnahme an dem neuen Anlehcn zn erleichtern, stellte sich die Erthcilung des Allerhöchsten Konsenses heraus, daß die Besitzer von landesfürstlichen Lehen und Fideikommissen zum Zwecke dieser Betheiligung die Substanz bis zu einem Drittheilc onerircn dürfen, was übrigens weder die Rechte des obersten Lehcnsherrn noch der Fideikommißwärtcr altcrirt, indem genaue Modalitäten vorgezeichnet werden, unter denen die Schuldverschreibungen des neuen Anlehcns dem Lehen oder Fideikommisse haften. Jene Grundbesitzer, welche noch keine Grundentlastungsobligationen, sondern bloß Ncntenanwcisungcn besitzen, können ihre Theilnahme an dem Anlehen am bequemsten ermöglichen, wenn sie, wie ihnen gestattet wurde, ihre am 1. November und 1. Mai eines jeden Jahres zahlbaren Nenten als Einzahlung, und zwar nicht bloß die zur Subskriptionsfrist bereits fälligen, sondern auch die noch nicht fälligen und weiter laufenden verwenden. In Galizien, Krakau und der Bukowina erhalten die vormaligen Grnndhcrrcn zwar noch nicht Renten oder Kapitalien selbst, wohl aber fortlaufende, jährliche Nentenvorschüsse, sogar auf drei Jahre vorhinein, und häufig auch Kapitalsvorschüsse. Diejenigen, welche letztere erhalten, können sich unmittelbar bei der Lembergcr Filialbank einzeichnen; bei Jenen, welche bloß Rcntcnvorschüsse erhalten, wird ein ähnliches Verfahren bezüglich ihrer noch liquiden Vorschüsse wie bei den Rentcnanweisungcn zu beobachten sein. — In Ungarn, Kroatien, Slavonien, der Wojwod-schaft und Siebenbürgen sind nur Urbarialuorschüssc von Fall zu Fall, bis jetzt 4 an der Zahl, ertheilt worden. Um den Grundbesitzern dieser Länder die Theilnahme an dem neuen Anlehen zn ermöglichen, oder doch zu erleichtern, ist cin 8ter Urbarialuorschnß, jedoch da die Liquidation und demgemäß die Ausfertigung der Grnnd-eutlastungsobligationen bereits im Zuge ist, nur zu dem gedachten Zwecke Allerhöchst genehmigt worden. Jedenfalls läßt sich einer lebhaften Betheiligung von Seite der Grundbesitzer der znletzt gedachten Provinzen entgegen sehen, da dieselben statt der eventuell ihnen im Ncnnwerthe zu verabfolgenden Entlastungsobligationen derzeit cin Staatspapier zum billigsten Preise erhalten, welches obendrein Silbcrzin-scn trägt. Kriegsschauplatz an der Donau und der griechische Aufstand. Wien, 18. Juli. Unter den nachträglichen Berichten über die Kämpfe auf dem blutgcdüngtcn Terrain zwischen Giurgcwo, Oltenitza und Bukarest, welche seit zwei Tagen die gespannteste Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, ist wohl die telegraphische Depesche der «Ostdeutschen Post" am wichtigsten, welche aus Orsoua7vom 14. Juli Folgendes meldet: Seit dem 8. stehen folgende türkische Truppen auf walachischcm Vodm: Omer Pascha mit der Valkan-armcc, Halil Pascha mit dem abgesonderten Korps aus Kalafat, Ismael Pascha und Iskendcr-Beg mit 18.000 Reitern, in Allem 78.000 Mann. Diese Truppcnkörpcr haben nun, nachdem sie am 9. und 10. d. den Brigaden Soimonoff und Pawloff eine Niederlage beigebracht, auch die in Fratcschti stehenden Dctaschcments geschlagen. Sie rücken jetzt auf der Straße gegen Vnkarest vor. Eine Schlacht ist unvermeidlich. Giurgewo ist in den Händen dcr Türken, die den Ort mit großen Massen okkupircn. Andere minder verläßliche Nachrichten sprechen bereits von einem nenen Zusammenstoß bei Fratcschti zum Nachtheil dcr Russen, welche in dem früheren Kampfe an der Donau, außer dcr schweren Verwundung des Generals Chruleff, auch jene des tapfern Fürsten Vebntoff H-, Bruders des in Georgien kom-mandirenden Generaladjutantcn Vcbutoff I. zu bedauern haben. Folgende Nachrichten von dcr südlichen und öst< lichen Grenze erhielt der «Siebenb. Bote" vom 11 Juli: «Die Russen haben Rimnik geräumt und sich gegen Pitcst gezogen. Die fürstlich walachischcn Beamten mußten ihnen sammt Archiven und Kassen folgen. Die Waffen der Miliz sind als Nationaleigenthum erklärt uud werden wenigstens aus der kleinen Walachei nicht an die Russen abgeliefert werden. Die gcftüchtcten Handelsleute dcr kleinen Walachei kehren nun wieder zurück, das Volk athmet wieder auf, uud obwohl die Sorge für die Zukunft noch schwer auf den Gemüthern lastet, so bietet doch die frohe Hoffnung auf eine mehr als gesegnete Ernte guten Trost. Uebcrall erhält sich die Nachricht von dem bevorstehenden Einmarsch dcr k. k. österreichischen Truppen, und sie werden als die .lieben Oesterreichcr" gewiß freundlich aufgenommen werden. Von Pitest bis zur sie-bcnbürg'schen Grenze sind keine Kosaken mehr zu scheu. Die letzte Nckognoszirung einiger Kosaken von Pitcst gegen den Nothenthurmpaß war am 4. d. M. Sie kehrten alsbald nach Pitcst znrück. Liprandi ist am 28. v. M. mit andern Generalen, darunter der Prinz Nasiltsikoff, in Plojest angekommen. Damals war dort bereits cin Armeekorps von nahe an 40.000 Mann mit 30 Kanonen versammelt. Die Kavallerie, Uhlancn und Kosaken, sind bis gegen die Grenze von Predial vorgeschoben. In Plojcst haben die Kosaken mehrere Dicbstähle begangen. Am 1. Juni ist cin Regiment des in Plojest liegenden Korps in Eilmärschen nach Fokschan abgegangen. Hiernach tauchte die Vermuthung auf. daß das ganze dort liegende Korps sich nach der Moldau zurückziehen werde. Einige hnndcrt Freiwillige, welche auch aussagen, nicht immer gehörig bezahlt worden zu sein, erklärten, die Walachei nicht verlassen zn wollen, worüber sie entwaffnet und verhaftet wurden, und ihre Bestimmung uach Nußland erhalten haben sollen. Fürst Gortschakoff wurde am 2. in Plojest erwartet. Nach der Aeußerung cincs aus dem Lagrr vor Silistria gekommenen unpartci'schcn und gut unterrichteten Mannes würden einige tansend Menschen vor Silistria nutzlos geopfert wordcn sein, wenn der Vcfchl zur Aufhebung dcr Belagerung entweder nicht odcr nicht rechtzeitig eingetroffen wäre. Wie erfahren, daß in Groscsti, nahe an der südöstlichen Grenze Siebenbürgens, in den letzten Tagen v. M. über 7000 Mann russische Truppen einlangten. Alle Verbindungen zwischen Hercha Sas-mow nnd Groscsti sind zerstört, und an dcr Verbesserung dcr Kommunikation vou Grosesti nach Tne-lacv (?) arbeiten über U00 Piomücre. Bei Oitos ha> bcn die Russen übcr dic nach Hcrza führende Straße den Oitosbach geleitet und einen Verhau angelegt. Der Verkehr übcr diesen Paß ist gänzlich eingestellt. Unmittelbar vor dcr Grenzsperre waren 180 Bauern« fuhren aus der Moldau mit Fvüchtcn an dcr Grenze angelangt, als sie russischer Scits zur schleunigen Rückkehr verhalten wurden. Aus dem Norden Siebenbürgens wird uns gemeldet, daß cin russischer Oberst am 17. v. M. verkleidet in ein moldau'schcs Grenzwachthaus bei Watra Dona angekommen sei und die Gegend rckognoszirt habe. — Aus Bukarest vom 8. Juli meldet der Korrespondent dieses Blattes: «Hcutc habe ich Ihncn cine !chr wichtige und bedeutungsvolle Nachricht mitzutheilen. Die Türken haben Giurgcwo besetzt, nachdem die Nusscu zuvor allc ihrc Proviant- und Ma-gazinsvorräthc und die vor Giurgcwo ankernden russ. Douauschiffc, 7 an dcr Zahl, in Brand gesteckt hatten. Soimonoff ist in vollem Rückzüge gegen Bukarest begriffen. Ueber den Hergang dcr ganzcn Affaire erfahre ich Folgendes: Es gelang dcn Tür-km, in dcr Nacht von dem 6. anf dcn 7. Inli uu-wcit Rustschuk unterhalb Smurda das linke Donau-ufcr zu bcsctzcn. Am Morgen dcs 7. Juli brachen sic hcrvor uud fielen dem General Soimonoff in den Rücken, so daß dicscm kein anderes Mittel übrig blieb, als sich durchzuschlagen. Lctzicrcs gelang den Russen uach einem mörderischen und Ilstündigem Kampfe, in welchem sie an 900 Mann an Todten und Verwundeten eingebüßt haben sollen. Die russ. Besatzung Giurgcwo's soll nur 9000 Maun stark g^ wcscn sein. General Pawloff hat dcn Vcfchl crhal-ten, in Eilmärschen den Türken cntgcgcnznrücken-Man vermuthet, daß Omcr Pascha es zu einer entscheidenden Schlacht kommen lassen wird. In dieser Vermuthung wird man dadurch bcstärkt. daß Fürst Gortschakoff. welcher in dcr Nacht vom 6. anf den 7. Juli hier ankam, plötzlich hcutc Bukarest verlasse" und sich wieder nach Süden bcgcbcn hat."" > Dcr «Ocstcr,-. Soldatenfrcund" empfängt in telegraphischen Depeschen aus Bukarest vom l3. d. M. die Bestätigung seiner früheren Angabc, daß dic Ausstclluug dcr russischcn Truppen au dcr Jalo« mißa eine rein militärische Bcdcutung habe, hervor-gcruscn durch die Bcwegungcu dcr türkischen Armee-Aus jenen Dcpcschcn Am 7. d. zcigtcn sich dic Türken in größer^ Massen auf dem rechten Donaunfcr bei Rustschuk! am folgenden Tagc räumte die russische Avantgarde Giurgcwo, welches die Türken besetzten. Diese haltt" sich in der Stadt verschlossen, nnd machten keinen M'< such, weiter ins Land und gegen Bukarest uorzndrin' gen. Im lctztcrcn Falle würde die Aufstellung del Russen darauf hindeuten, daß sie jedes Vordringen zu verhindern gesonnen wären." 7RR Das genannte Vlatt berichtet weiter: «Nach Briefen nnd telegraph. Nachrichten von der Donau, aus Varna und Constantinopcl haben die anglo-franko-türkischen Strcitkräftc am europäischen und asiatischen Kriegsschauplätze die Offensive ergriffen. Am 3. Inli verließen die zwei österreichischen Schiffe «Graf Waldstein" und „Mctimno" den Hafen von Galacz, passirtcn ohne Anstand die Su-lina-Mündung und warfen in der Vucht oberhalb von Varna die Anker, wo zwei Tage früher die österreichischen Schiffe «Graf Hartig". «Fucinc«, «Antal«, „Ioomcnco" und „Cosmopolita" englisch-französische Truppen und Waffen, dann Munition ausgeschifft hatten. Aus dem Schreiben eines Seekapitäns cut' nehmen wir, daß die schon ein Mal stark beschädigten und wiederholt ausgebesserten russischen Strandbattc-ricn der Sulinamündung und der Küstcnstrcckc bis Odessa von fünf anglo - französischen Dampfern beschossen und zerstört worden sind. (Einer Mittheilung des «Osseru. trieft." aus Konstantinopel v. 3. d. M. zu Folge, hätten die engl.-franz. Schiffe Sulina beschossen, zerstört und bei einer Landung einige russische Soldatm mit deren Kommandanten gefangen und auch einige Kanonen genommen.) Gegen die russischen Donaufcstungcn wurde Seitens der Pontusftottc iwch keine Operation unternommen, weil die Nüssen Herren an beiden Ufern sind und l ein solches kriegerisches Unternehmen von einer starken Landarmee am Vodcn der Dobrudscha unterstützt wer» den müßte. Es unterliegt aber keinen: Zweifel mehr, daß die Flottenabtheilung des Contrc-Admirals Bruat, mit 7000 Mann am Vord, in diesem Augenblick gegen irgend ein Objekt an der Küste dcr Krim oder Tschcr-kcssiens operirt, um sich dort festzusehen. Diesem Detachement würde dann nach glücklich bewerkstelligter Besitzergreifung des betreffenden Operationspunk-tcs ein größeres Korps der Auriliartrnppcn folgen, und die weitere Offensive ergreifen. Die oben benannten österreichischen Schiffe nebst vielen anderen Fahrzeugen werden behufs der Truppen- und Was-feneinschiffung in Varna zurückbehalten. Ob die Er-pcdition gegen die Festung Sebastopol oder gegen Anapa ausgerüstet wurde, konnten unser Berichterstatter nicht erfahren; sicher aber ist cs, daß eine Division das Contrc-Admirals Lyons auf der Höhe von Anapa kreuzt, um die Oprration des Admirals Vruat zu decken. I Aus Schumla wird berichtet: In dem erwähnten, am 4. d. abgehaltenen Kriegsrathe der anglo-franko-türkischcn Feldherren wäre beschlossen worden, Omcr Pascha habe mit seiner Valkanarmce gegen das im Rückzüge begriffene russische Donauheer einen größeren Offensivstoß auszuführen, und am walachi-schen Boden mit der Anlehnung an die Furchen von Rustschuk und Sistow mit entsprechenden Kräften Posto zu fassen, um eine Ablenkung der russischen Truppen vom Dniester gegen den Pruth und Szercth zu veranlassen, und den Angriff auf Sebastopol zu erleichtern. Die Dimensionen des russisch-türkischen Kriegstheatcrs sind allerdings so großartig, daß man an solche Kombinationen glauben kann. Der Offcn-sivschlag gegen die schwache Brigade Soimouoff, wcl< chc als abgesondertes Dctachemcnt die Bewegungen der Türken an der Donau zu beobachten hatte, ist insofcrnc gelungen, weil Omer Pascha mit vieler Naschhcit von den zwei Donauinscln Mokan und Naduvan Besitz ergriff, und an vier verschiedenen Stellen des linken Donauufers Truppen auf Ruderbooten übersäte und die vier russischen Bataillons, zwei Sotnien Kosaken und zwei Batterien durch Besetzung der nach Frateschti führeuden Straße abschnitt. Der Kampf zwischen 20.000 Türken nnd 4000 Russen um den Besitz dieser Straße dauerte, nachdem auch Guirgewo von Ismael Pascha genommen worden war, cllf volle Stunden. General Soimonoff schlug sich mit bedeutendem Verluste durch, worauf der mit 6000 Mann auf dem Schlachtfelde angekommene General Chrulcff, dem ein Arm abgeschossen wurde, dem weiteren kriegerischen Vorgehen der Türken Einhalt machte. Inzwischen wurden dic Strcitkraste der Generale Soimonoff und Pawlow noch an: 9. d. bedeutend verstärkt, und das Gros der russischen Opcrationsar-mce rückte unter persönlicher Anführung des Fürsten Gortschakoff gegen die Donaufurthcn Giurgewo und Oltcnitza heran. Die Nnssen haben, dem „Siebend. Boten" zu Folge, vor der Räumung von Giurgcwo alle ihre Proviant- und Magazinsvorräthc- uud ihre vor Giurgewo aukernden Donauschiffe, sieben an der Zahl, in Brand gesteckt. Kriegsschauplatz in der Ostsee. , Stockholm,?. Juli. Die heute Mittags ausgegebene finnisch-russische Post bringt Nachrichten ans Petersburg und Helsingfors vom 1. und aus Abo vom 4. d. M. Die bemerkenswerthcste Neuigkeit ist cm kaiserliches Manifest vom 23. Juni, durch welches ein Theil der finnischen Nationaltruppcn (in^Ita ar-m<^n) wider errichtet wird, während seit 1809 bis jetzt nur eine Wachenabgabe erlegt wurde. Die Ko> stcn für die erste Bekleidung und Bewaffnung dcr Truppen (2 Bataillons) sollen aus dcr finnischen Staatskasse bcstritten werden. Der Zeitung «Abo Undcrrättelscr" vom 4. wird von Skarpans (Bomar-suud) unterm 1. d. M. berichtet, daß bis dahin kein weiterer Angriff auf Bombarsund geschehen war. Oesterreich. Wien, 14 Juli. Die „C. Z. E." berichtet: Die im Reichsgesetzblatte heute erfolgte Kundmachung des zwischen Oesterreich und Preußen geschlossenen Trutz- uub Schutzbündnisses, dann der mit der Pforte abgeschlossenen Konvention znr Vcwcrkstelligung der Räumung dcr Donaufürstenthümcr, hat um so größeres Auf,ehcn gemacht, als cs bis jetzt in Oesterreich mcht üblich gewesen, derlei Verträge durch das Rcichs-gc,ctz zu publiziren. Im Publikum erblickt man in dle,cm Vorgange eine neue Bürgschaft, daß Oesterreich an Mncr ursprünglichen Politik festhalte, und d:c verschiedenen in Umlauf gebrachten Gerüchte, die k. k. östcrr. Regierung wäre in ihren Einschlüssen wankend geworden, unbegründet sind. — Bezüglich der Angelegenheit der Vamberger Konferenz' Staaten hat neuerdings ein Notenwechsel stattgefunden. Wie verlautet, ist der Vorschlag gc-macht worden, eine gemeinschaftliche Note aUcr deut-schen Staaten an das k. württcmbcrg'schc Kabinct zu richten, um dasselbe zum Anschluß an^ dic österreichisch-preußische Konvention aufzufordern, mittlerweile aber, und zwar ohnc Vcrzng, soll der Vertrag zum Zwecke des Bundesanschlusscs an denselben von Seite Oesterreichs nnd Preußens gerichtet werden. — Die mehrseitig irrig gedeutete Nachricht, daß der k. k. österreichische^ Gesandte in Berlin. Hr. Graf v. Thuu, Berlin verlassen werdc, rcduzirt sich auf die Thatsache, daß dcr Herr Gcsandte schon vor Langem um einen kurzen Urlanb angesucht und, wie verlautet, nun erhalten hat. Er wird auf seine Güter in Böhmen reisen, dürfte aber die Ankunft Ihrer kaiserlichen Hoheit der Frau Erzherzogin Sophie in Sanssouci noch abwarten. — Dcr durch seinc Luftfahrten in Wien bekannt gewordene Wronantc, Herr Godard, hat eine Erfin-dnng gemacht, Luftballons zu militärischen Zwecken im Kriege zu verwenden. Die k. k. österreichische Regierung acccptirtc Godard's für zweckmäßig befundene Erfindung, und bot dem Erfinder die Mittel zur Ausbildung derselben. — Dic k. ungarische Statthaltcrci hat gcgenwär-, tig ein besonderes' Augenmerk auf die zwcckoicnlichc Instandsetzung dcr nach dcm Süden des Kronlandcs führenden Straßen gerichtet, und es ist die schleunigste Herstellung derselben an verschiedenen Punkten anbefohlen wordcn. — Die Schnellzüge auf der Semmeringer-Eisen-bahnstrcckc werden am 1. August ihre Fahren begin-neu. Der Schnellzug verläßt um 7 Uhr 10 Miinit. 6ruh die Residenz, nnd die Reisenden treffen am darauf folgenden Morgen um 8 Uhr Früh, sonach in 24 Stunden in Trieft'ein. Linz, 11. Juli. Das vereinigte Landeskollegium hat in dcr hcutigcu Sitzung beschlossen, aus den dis« pomblen Mitteln des ständischen Domcstikalfondes den Betrag von 660.000 st. CM. auf das Staatsanlchcn zu zeichnen. Ebenso hat dcr Vcrcinsausschuß der oberoftcr-reichischen allgemeinen Sparkasse u. Leihanstalt gestern beschlossen, sich beim Staatsanlchcn mit 60, «"oder 100.000 fi. (5onv. Münze zu bethciligcu, nach Maß. gabc, als dic Einzahlungen in 3, 4 oder 5 Jahren erfolgen sollten. Deutschland. ^ (M ü n chenc r A usstcll u n g.) München, 14. ^ull. Unter den böchstcn Gästen, welche Münchcn zur Zcit dcr Industrie - Ansstcllung besuchen werdcn, befindet sich auch Sc. Majestät der König von Würt« temberg. Die zu München veranstaltete Industrie-Ausstellung wurde gestern, am 15. d. M. Mittags, in feierlicher Weise eröffnet. Se. Majestät dcr König wurde nach dem Programm am Eingänge des für den Monarchen im Ausstellungsgebäudc errichteten Salons von den Ministern und den Vorstehern dcr Ausstcllungs-Kommission erwartet und in das Innere begleitet, wo sich die Ausstcllmigs - Kommission versammelt hatte. Dcr Herr Handclsmmister hiclt sonach cine Anrede übcr Veranlassung und Zweck dcr Ausstellung, nach welcher ein Unizug durch die Ausstellungsräume stattfand, wornach Sc. Majestät der König die Ausstellung für eröffnet erklären ließ. Abends wird im Theater eine Musteruorstcllung, „Nathan der Weise", gcgcbcn. Berlin, 11. Juli. Die neue österreichische Anleihe findet hicr cine solche Theilnahme, wic sie frühere Anleihen nicht gefunden haben. Die größeren hiesigen Bankhäuser sind meist der Aufforderung ihrer Wiener Geschäftsfreunde zur Zeichnung schoy jetzt nachgekommen. Neueste Post. " Wien, 16. Juli. Mit begreiflicher Ungeduld erwartet das Publikum nähere Auskunft über dcn Stand dcr Verhandlungcn in Betreff dcr orientalischen Angelegenheit, nachdem allgemein bekannt ist, daß der kais. rnss. außerordentliche Gesandte Fürst Gortschakoff die Aeußerungen seines Hofes anf dic dicßscitigc Nolc vom 3. Juni d. I. nach Wicn überbrachte. Befinden wir uns nun auch nicht in dcm Falle, spezielle Nachrichten hierüber geben zu können, so dürften doch ci-nigc Anhaltspunktc für jetzt genügen, um das Stadium zu bezeichnen, in welches diese große europäische Frage nunmehr getreten ist. Auf der einen Seite entsprechen — wic wir boren — dic Aeußerungen ocs Kabinets von St. Petersburg nur unvollkommen dcm von Ocstcrrcich und Prcußcu gestellten Ansinnen; auf der anderen bictcn sie doch einigcs Matcrialc, das möglicher Weise als Basis von Fricdcnsvorschlägm dicnen könntc. Ob und in wiefern jener Stoff zm Erreichung des angestrebten Zieles. dcr Wiederherstellung des cnropäischcn Friedens, benützt zu werden vermag, dieß wird nunmehr dcr Beurtheilung dcr kriegführenden Westmächtc untcrstchcn. Dcrmalcn handelt cs sich um dic angc-mcsscnc Form, in welcher die russische Mitthcilung zur Kenntniß der Höfe von Paris und London zu bringcn ist, und es wird nach crfolgtcr Rückäußcrung dic k. k. Regierung, wcnn anch ihren vcrsöhnlichcn Intentionen treu bleibend, die Richtung verfolgen, wclchc sic in Verbindung mit dem königl. preußischen Kabinctc, durch dic vorerwähnte Note v. 3. v. M. in dcr orientalischen Angclcgcnhcit cmgeschlagen hat: eine Richtung, die ihre sclbsteigcnc Begründung in den allgemein cnropäischen Interessen Ocstcrrcichs, Prcußcns und des gcsammtcn Deutschlands, ihrcn präciscn Ausdruck in drm Schutz- und Trutzbünd-nissc mit Preußen und der Konvention mit der hohm Pforte findct, wclchc vor wenigen Tagen gleichzeitig und amtlich verkündet wurden. Im Sinne jener vcr» tragsmäßigen Verpflichtungen, sowie im innigen Einverständnisse mit dcn Westmächten werden, sobald die erwarteten Nückäußcrungcn erfolgt sind — wir zwci> fcln nicht daran — die unerläßlichen weiteren Schritt) und Maßnahmen erfolgen, um die Machtverhaltnisse in Europa, die Integrität der Türkei und den allgc-mciucn Frieden auf feste Grundlagen zurückzuführen. Telegraphische Depesche«. " Hcrmannstadt, 16. Juli. Nachrichten aus Buka/est vom 13. b. zu Folge haben sich die Türken zu Parapajni in dcr Nähe von Giurgewo aufge-stellt. Dic Russen behaupten Fratcschti, wohin Fürst Gortschakoff nach der Feier des Gebu rtsfcstcs der Kaiserin wieder abging, mit 60—70000 Mann. Ein wiewohl noch der Bestätigung bedürfendes Gerücht will wissen, daß General Anrcp sich durch einen Pi-stolcnschuß selbst entleibt habe. Ein bedeutender Zu-sammenstoß bei Fratcschti ist noch nicht erfolgt, wird indcß als wahrscheinlich angesehen. Nachrichten aus Odessa zu Folge soll sich die vcrcinigtc Flotte zunächst nach Anapa und Naworosm'sk gewendct haben. * Trieft, 16. Juli. Die neapolitanische oberste Sanitätsbehörde hat eine Veobachtungskontumaz für Provenienzen ans Portugal, wegen der zu Valen?a ausgebrochcnen Cholera, in den ersten Tagen d. M. angcorduct. __________ AlllwNH Mr SawamerHeitnttH. Börsenbericht ans dem Abendblatte der österr. kais. Wiener-Zeitung. Wien ,5. Juli Mittags , Uhr. Der Rückgang tx« ftemocn Wichset und Valuten um '/. M. bezeichnete die qünstige Stimmung der Börse. Naincnllich waren fremde Gcldsorten stark offer.rt. FonbS ^^Grö"V«l5ule drückten namentlich 5'/Metall, und neues Lotterie-Anlehen. obwohl sich am Schlüge d,e Pre.se w,«-dcr etwas fester stellten. , a „ ' 5«/ Metals, wichen von .8s'/. aus'/,,, neues Lotterie-Anlck>cn"von 89'/. auf 89. Dag3. — Augsburg 13»'/.. — Frankfurt 129'/.- — Hamburg 96 '/.. -^ kiuorno l26'/.. — London 12.4t Bf. — Mailand 128 '/.- — Paris 153. Staatsschuldverschreibungen zu ZV, 85'/,.—85 V, dctto „ 5. L. .. 5 °/. l()6-l0l detto Moggmtzer m. R. ., 5 °/, 91'/.—91'/, detto „ „ 4'/. 7» 7^'/.-75 detto „ .. 4'/.. st8—68 7. dctto v.J. 1550mitRückz. 4"/. 89^^89'/. detto 185« „ 5'/, 87'/.—^'/, dctto „ 3 V, Z5-55'/, dctto „ 2'/.7. 42'/.-^'/. detto „ 17. 1?7,—<7'/. Grundentlast.-Oblist. N. Oestcr. zu 5 7« 83 7.-84 detto anderer Kronläuber 82 V,—82'/. Lottcrie.Anlehen vom Jahre 1834 226—226 7, detto detto 1«39 l2« 7.-126'/, detto betto 1851- 89—W '/.. Vanco-Obligationm zu 2 7. 7» 57-58 Obligat, des L. V. Anl. v. I. l.^N,,u 5 7. l02 7,-103 7. Vank-')lktitn mit Bezug pr. Stück 1256—12^9 bctto ohne V ^" Weizen ... — — 8 — Kukurutz ... —> — 4 54 Halbfrucht . . — — 6 30 Korn .... 5 34 6 l2 Gerste ... 3 30 3 48 Hirse . ' . 5 20 5 — H«it»«n ... 5 462/i 4 3s Hafer . . — — 3 l2 K. K. Lottoziehungen. In Trieft am 15. Juli ,854: 19. I. 53. 75 83. Die nächste Ziehung wird am 26. Juli 1854 in Trieft gehalten werden. Fremden-Anzeige der hier Angekommenen «nd Abgereiste». Den >3, Juli »854. Hr. Johann v. Peteam Freiherr v. Steinbeig, Dompl'objl, von Wien nach G'örz. — Fr. Anna Gräfin v. Saurau, Gursbeftherin, von Gratz nach Flume — Hr. Alois Pasquali, Oi-, der Medien, von Wien nach Cremona. — Hr. Karl Longhi, Dr. der Nech^, von Tn'est nach Gral). — Fr. Isabella o. Rodei-, Amtsvoi-flehers-Gatmi, vo», Tüffer nach Wippach. — Hr. Michael Wolkoff, k. russ. Staarsrach; — Hr. Franz Ferrazzi und Hr. Josef ?lgnelli, beide Handelsleute; — Fr, Fanni Hein, Private — und Hr. Franz Piazza, Besitzer, alle 5 von Trieft nach Wien. — Hr. Josef Burkard, Milit, RechüUügs - Access,st, von Wien nach Trieft. — Hr. Johann Martini, Magi. stratsrath, von Fiume nach Rohitsch. — Hr. Hiel-o-nimus Zwicrzina, k. k. Ingenieur, vou Sej'sana nach Nlen. — Hr. Angelo Euianueli, Handelsiuan», von Wien nach Verona. — Hr. Egidius Mazurana, Handelsmann, von Wien nach Mailand. — Hr. Anton Godma, Nealitätenbesißer, von Trieft nach Agram. Nebst >88 ansein Passagieren. Z7^4l ^^u Nr. rscld«n von dem k. k. Eisenbahnamte, als in den Wiggonö vorgefunden, übergeben warden sind. Die Eigenthümer wollen sich hieramts darum melden. Von dcr k. k. Polizei-Direktion Laibach am _____?2. Juli 1854 _______^^ 3. 1128. Nr. 311« Mont. Edikt. Von dem k. k. Landes, als Berggerichte Laibach wild den unbekannten Bcrgbuchs-Inter^ essenten Karl Homann und Jakob Semen unv deren gleichfalls unbekannten Erben durch gegent wattiges Edikt bekannt gemacht, daß Herr Dr. Viktor Hradeczky in Krainburg für sie als Kurator zur Empfangnahme des d. g. die Umschrei» bung des Schmelz- und Hammeranthcils Dinstag der 4. Reihenwoche Nr. 6 zu Untereisnern auf Namen der Frau Maria Edlen v, Fichtenau bewilligenden Bescheides llclo, 13. Juni !85-l, Z. 2625 Mont, aufgestellt worden sei. Laibach am l l. Juli 1854. Z. IlO5. (3) Gesucht wird ein verrechnender Kellner oder eine Kellnerin, welche mit guten Zeugnissen sich ausweisen können und wenigstens eine Kaution von »50 st. zu erlegen im Stande sind. Unter der Chiffre .4. AI. 0. ist beim hiesigen Zeitungs-Comptoir durch frankirte Briefe sich anzu» fragen. Z. lI27. (2) ^5,- Q'»,»,»I«>» lie ^«rz« hat die Ehre an» zuzeigen, daß er in «aikach bis nächsten Svnntag, den 23, l. M,, taqlich Vorstellungen in seiner zoo-logischen Galle rie geden wird; vorzüglich wird auf die Zähmung der Thiere aufmerksam gemacht. iVlzl-. (^arll'5 wird nämlich dießfalls in die Käsige sämmtlicher Thiere treten und dieselben hierauf im großen Käfige vereinigen, darauf die Kunststücke des Elephanten Bctzi uno die Vcrthei-wna, von 70 Kiloqrammen rohen Fleisches an die fleischNessenden Thiere zeigen, was taglich Abends 6 Uhl stattfindet. Eintrittspreise! Von >0 Uhr Morgens bis 4 Ul,r Nachmittags: l. Platz ,8 kr., II Platz l2tl., Ill, Platz 6 kr. Bei der großen Vorstellung um li Uhr Abends: I. Platz 24 kr., il. Platz ,8. kr.. III. Platz 9 kr. Das Abonnement für eine Person, welche zu jcder Zeit die Gallerie besuchen kann, ist l fl. ^T^ Der Aufenthalt wird sich nur auf zch" Tage beschränken. Z. 1112. (3) Französische Lehranstalt. Nachdem der Gefertigten in Folge hohen Erlasses t^s k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 28. März d. I., die Haltung einer französischen Iprachschule bewilliget worden, bringt sie dieses mtt der Bemerkung zur vorläufigen Kenntniß, daß diese Sprachschule m>t Anfang Oktober des l. I. eröffnet werden wird. Der Tag der Eröffnung, so wie der Schulplan und die Bedingungen dcr Aufnahme werden seiner Zeit veröffentlicht werden. Laibach am 12. Juli 1854. Z. ll2l. (,) ' ^ " , ' Pränumerations - Einladung ^ auf den illnstiiiten P u m p e V n i ek e l. Blätter für Ernst, Scherz, Witz und Sathre. Herausgegeben von Theodor Scheibe. Vierter Jahrgang. — Neue Folge. 5 Vedeutend vergrößertes Format — viele und schöne Illustrationen — mehr Inhalt als srlihel A — Ausllnttung brillant! I Der Jahrgang besteht aus 12 Lieferung^ ,ede Lieferung zwei ganze Bogen i„ grossem Quartformat H auf sehr schönem Papier, mit vielen komisch.n Illustrationen. Der ernste Theil des Pumper,,^'! brii'gl U interessante, kürzere Erzählungen, Genrebilder ic. :c., worunter sich besonders „Wiener Stadt- und Vs^ U stadtgeschickten" auszeichnen werden. » l^^ Der Pumpernickel ist das Familienbuch der frohen Laune, — die Quintessenz del D Münchener fliegenden Vlätter, ^ des Londoner Punch, — des Pariser Charivari :c. '^ H und vor Allem: Des Lebens Höchstes ist der — Pumpernickel! H'r lachcn will »,,d sich annisl!^,, de,- prä'"'" merire auf den Pumpernickel! — Der Pumpernickel ist keine politische Zemma,, aber die Illustrat^ »en des Pumpernickel smd ei» Stnck Weltgeschichte — »»d es ist »icht zu bezweifeln, das; alle obeu a"' geführten Orga'ie des W'tzeS uud der Satyre auS dem Pumpernickel hei vorgegangen sind ios Q.'be„ ^ Wissens, der Erfindung und E"tdeck.»uge», der theol etnchel, u„o p,v,ktischen Philosophie! Ja, ftlbst ^ i.'eb«'.s Mai, der ,iur Ein Mal blüht, >st - der Pumpernickel! Also darum Z»«»««e»'„i, Pumpernickel in Wie», i„ der Verlaaoha>,dl»"g Josef Ttöckholz" v. Hirschfeld, Stadt, Dorotheerg.sse Nr. ll08, für 6 Monate: Juli bis Dezember !854, >"it "^ 36 kr. C. M. Einzelne Lieferungen kosten daselbst, so wie in der Expedition, Sradt, Wollzeile Nr. ?6?, im Hofgewölbe 6 kr. C. M. Im Wege des Buchhandels, so wie mit portofreier Postversendung für die k. k, Provinzen ganzjäh^'s 2 fi., halbjahrig 1 fl. C. M. Bestellbriefe werden franko erbeten.