..Fniheit. Wohlstm», »ildi», fir Ailt." Mr 44 Arettag, t». «prtt 18«» VI. Jahrgang Die ..«arburaer Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Kreitas,. Preise — siir Marburg: ganzjährig « fl.. halbjährig 3 fl.. vierteljährig 1 fl. 60 kr; fiir Zustellung tn» Hau« monatlich 10 kr. — mitPostverseudung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 sl.. vierteljährig 2 si. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Sinschaltnng mit 10, bei zweimaliger mit IS. bei dreimaliget mit 20 kr. berechnet, wo;u für jedesmalige Emschaltuug 30 kr. Inseraten-Stempelgebühr kommen. Zur Geschichte des Tages. Das Unterhaus des ungarischen ReichSta,^eS hat den Antrag Deaks in der kroatischen Frage angenommen. Nasch, wie seit Nltderherftellung der Berfaffung das politische Leben in Ungarn sich eutwi ließen ihn durch die Oeffaung in die Tiefe fallen, wo er, wie ich nicht zweifle, bald Beute der Fische geworden ist. Meine Geschichte ist nun mit wenigen Worten beendigt. Sennor", fügte der Lepero hinzu. „Ich konnte nicht nach dem Schauplatze meines vergangenen Lebens zurückkehren, ich konnte mich nicht entschließen mich wieder zu mrinen früheren Geführten, den LeperoS, zu gesellen oder in der Stadt meine Wohnung wieder aufzuschlagen wo mein Weib und meine unschuldigen Kinder ermordet worden waren. Ich nahm das An« erbieten deS Kapitaz an. statt deS Bösewichts, der endlich seinen gerechten Lohn gefunden hatte, in seine Dienste zu treten, und glaubt, daß ich hier, wo ich für mein tägliches Brot mit größerer Anstrengung und länger arbeite, als ich eS früher thun gewohnt war, den Rest meiner Toge noch als redlicher Mann und in Ruhe werde verleben können." Eine chinesische Pagode. In Emeraldhill, nahe dem südlichen Ende der Elarendonstreet in Melbourne. (Hauptstadt der australischen Provinz Viktoria), wo sich viele chinesische Einwanderer befinden. siel)t man einen Bau von eigenchiim« lichem Aussehen. Sein Styl ist ein verworrenes Gemisch von chinesischen und europäischen Formen. Cr besteht aus einer Mittelhalle und zwei Flügeln. Erstere vornehmlich ist der Andacht gewidmet. Ihr Thor fuhrt unmittelbar in'S Allerheiligste. Bei unserer Ankunft, schreibt der Bericht« erstatter der „Melbourne-Post". fanden wir fchon die Schwelle von an« dächtige« Gläubigen belagert, deren einige auf Stuhlen standen, und ganz lm Anblick de» neuen Schauspiels versunken war,«. Vir wurde» durch eine Seitenthüre zugelaffen. und auf einer in einer Ecke deS Haupt-schiffeS angebrachten Schneckenstiege zu unserem Standorte hiuangefühn. Dort fanden wir einen bequemen und überraschenden Ausblick. Der Haupteingang ins Innere öffnet sich mittelst einer Vorhalle; diese ist «it Pfeilern begrenzt, zwischen denen eine Art von Flügelthüren derartig angebracht ist. daß dieselbe» je nach Belieben eine Scheideivond bilden. Nährend unserer Anwesenheit wäre« sie geöffnet, so daß den Andächtigen DaS Uebergewicht der Romanen über die Germanen. daS Napoleon so kühn geplant, ist nicht bloS nicht erstrebt — die Geschichte hat sogar ftlr das (Aegentheil sich entschieden. Der nordameritanische Freistaat, die groß ntigste Schöpfung deS Menschengeistes. daS schönste Wert germanischer Krast — dieser Freistaat lzat sich trotz Napoleon bkhauptet. ja er hat die Schaaren desselben genöthigt. ruhmlos, schmählich vor dem Benheidiger deS südlichen Schivcsterft.iateS zu weichm. Napoleon iveiß eS von seinem Oheime, was eS bedeutet, wenn der französische Adler mit gesenktem Fittich heimzieht. Napoleon weiß von seinem Oheime, daß er verloren ist. ivenn sich dieser Aar nicht wieder zu neuem. hol)em. glücklichem Flug erhebt. In Europa ist der Glanz deS französischen Namens erblichen vor dem Erfolge der preußischen Waffcn: die Ri'che für Waterloo, die Napoleon schon vor Königgrätz so heis» gcbrütet. ist nunmehr für ihn zur Frage über Sein oder Nichtsein geworden. „Das Kaiserreich ist der Friede! " ^ Diese unverschämteste Lüge Napoleons war jetzt nahe daran, mit dem Scheine der Wahrheit zu prahlen. Das Geflunker mit der Paris.r AuSstrllung sollte der Welt zeigen, daß Napoleon die Sendung erfüllt, ivclche ihm die Borsthung übertragen — und nun entspricht die änpere Anordnung nicht dem Ehrgeize des Kaisers; nun sind die Pariser cmpört über die Vertheuerung der Lebensmittel, bedrohen die Flüche und Verwünschungen der Arbeiter daS noch immer nicht gekrönte Gebäude, llnd das blonde Kind von Frankreich. der 6rbe und Nachsolgcr deS allmächtit^en GebieterS ist bedenklich erkrankt; der einzige eheliche Sproßc seiner Lenden, der zehkijährige Knabe. dtN Napoleon in einer Anwandlung von GeisteSschlväche und byzantinischer Götzendienerei zum Präsidenlen der Weltausstellung ernannt — dieser Sproße kann jetzt den Präsit'»rntenftuhl nicht einnehmen, nicht herablassend auf die Männer der Wissenschaft, der Aunst. de» Gewerb« fleißeS blicken, die aus Europa, Auen, Afrika und Amerika nach Paris geströmt — kann seinen jungen Leib nicht berauchern. die Zukunft des napoleonischen KaiserthnmS nicht als gesichrrt erscheiiirn lassrn. Und der Schüler in Berlin t)at sich größer erwiesen. alS der Meister — hat denselben betrogen um den Preis, auf den er so ganz und gar ohne Zweifel gerechnet — bat den Klugen überlistet, zu dem Wahne verführt, er werde dankbar scia dem Undankbarste» auf dem weiten Erdenrund — werde sein Woit ij.ilten einem Meineidigen, dem Meuchler. welcher dem Freistaate doch feierlichst ewige, unverbrüchliche Treue geschworen. Nur ein Krieg rettet Napoleon vor der nie geahnten Demüthigung durch Bismarck, vor dem Aufstande der Pariser, vor Thronsturz und Verlust des Lebens — ein Krieg, der alle Parteien Frankreichs vereinigt — ein Krieg, tvelcher die Ruiimsucht und Beutegier der Frau-zosen befriedigt — der Krieg nm den Rhein» Die luxcmburgifche Frage bietet die willkommenste Gelegenheit. Bermischte Nachrichten. (Amerikanische Weltausstellung.) Der Bosnischen Zeitung wird aus Newyork geschrieben: Man geljt hier mit dem Ptane um. im Jahre 1876 eine Weltausstellung in Newvork zu veranstal- der ganze Raum zur Verfügung stand. Die Pfeiler sind so gestellt, daß die Halle in drei Räumlichkeiten zerfällt, .deren mittlere die Priester ein« nehmen, während die äußeren von der andächtigen Menge besetzt werden, die in ruhiger aufrechter Stellung den ewigen aus der Ausübung deS kirchlichen Brauches erwachsenden Segen erwartet. Wir waren leidcr zu spät gekommen, und harrten der Wiederausnahme der Feierlichkeit, die im Verlaufe deS TageS mehrmals erfolgt, geduldig entgegen. Da krachten die Pöller und lärmte die große chinesische Trommel. D e Priester zogen feierlich aus. um sich ringS um den Altar aufzustellen. Vor diesem ivar ein Teppich von etwa sechs Fuß im Gevierte auSj^ebreitet. mit einem Kissen, auf deM aus ein gegebenes Zeichen eui Priester in'S Knie sank, und einige Male sich tief i5rde verneigte, sich dann erliab, um zum Altar vorzuschreiten, ivährend die andern Priester in ihren Stellungen verharren; einige knieten, andere standen. Gebete auS einem Hefte in Aarbenschrift hersagend, dann wandten sie sich gegen den flammknden vpferherd und nachdem sie sich m>t dem Inltalt eine^ darauf befind« lichen Kessels gesalbt hatten, zogen sie sich wieder unter dem unsäglichen Lärm der Pöller und Trommetn zurück. Während dieses Var.iangS spielreu die Musikanten, einer mit einer Flöte, der andeie init eiiiem Instrument, das einer Klarinette ähnlich sah. Unmittelbar vor dem Hauptaltar waren auf einer Tafel Orangen und Zuckerivcrk ausgebreitet, in der frommen Absicht, die Seelen der Verstorbenen tierdeizulocken und zur gemeinsamen Andacht mit den Lebenden zu verhalten. Aus dem Altare selbst standen Gefäße von Metall mit Zuckerwerk, geschmückt mit Gehangen von künst-lichen Blumen. Auf einem andern Altar niid vor diesem auf einer Tafel zeigten sich gebratene Ferkeln, wolil znqerichtele ganze Schafe. Se« flügel und andere ivohldustende Beaten. In einem Wink l der Hall, stand ein mächtiges hölzernes Pferd, völlig gezäumt und gefattett. daS. lvie wir hörten, mit der Geisterivclt in höchst bedeutsamen «ad vertraulichen Beziehungen steht. An zwei Pfeilern gewahrten wir ein eigen-artiges Sichmuckiverk. bestehend aus einem länglichen, senkrecht hängenden Barret. auf dem allerlei Blumen. Lilien und Rosen dazwischen, und darüber eine Todtenuhr angebracht »varen. DaS Ganje war mit de«l überaus zarten G fieder de» ».nstralischen LeiervogelS umsäumt, und sol-le» die Blumen, je nach ilirer Ait. die mannigfaltigen Leben-lose, die Uhr die eivige Zeit und die Federn die paradiesischen Freuden, die zuletzt Aller darren, bed.uten te«. Der Zeitpunkt der Eröffnung — 4. Juli 1876 — ist nicht übel gewählt, denn an jenem Tage wird die Nkpublik den 100. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit feiern. (Das Unerläßliche.) Ein Petersburger Blatt veröffentlicht nachstehende ihm zugegangene Zuschrift: „Meine Herren! Es ist uner-läßlich, daß wir mit Preußen und Italien ein Offcnsivbündniß schließen und im Monate August über Wien nach Paris marschiren. Um diese Zeit wird Paris, wie man sagt. Milliarden von Franken haben. Diese muffen wir nehmen. Anders — werden wir niemals unsere Geschäfte verbessern können. Der Sieg im Verein mit Preußen unterliegt keinem Zweifel. Die Franzosen sind im Jahre 1859 kaum mit den Oesterrei-chern fertig geworden, wie sollten sie im Stande sein, die Preußen und Ruffen zu bewältigen". (A u S d e m S t a m m e I ud a.) ES ist bekannt, daß die Juden sich schneller vermehren alS die Christen. Diese Tlzatsache bestätigt sicti auch in Polen. Nach dortigen Angaben vergrößert sich die jüdische Be völkerung zweimal schneller als die christliche. Bew'is dessen Warschau, in welcher Stadt unter 211.396 Einwohnern im Jalire 1863 67.701 Juden wohnten; geboren wurden 9930, davon 2443 Judenkinder. Im Jalire 1864 (222.906 Einwohner, darunter 72 866 Juden) inurden von 12857 bereits 3234 Juden geboren. Im Jahre 1864 (243.612 Einwohner, darunter 77.220 Juden) waren von 11.980 Gebor-nen 2967 Juden. In den dortigen Provinzen ist dieS Verhältniß noch auffallender. (Schuh den Vögeln und Maulwürfe n.) Der Schaden, den Engerlinge. Würmer und Raupen anrichten, wird gewöhnlich geringer geachtet, als er in Wahrheit. Man rechnet meist nur daS. waS man sieht, nicht aber daS, «va< man nicht sieht. In neuerer Zeit sind jedoch miiuu-tee Schätzungen solchen Schadens vorgenommen worden und eS liaben sich riefige Zahlen ergeben. Wir lesen in einem Berichte der Köln. Ztg.. daß Sachverständige den durch Engerlinge in dem kleinen Vezirke von Apenburg im Jahre 1866 angerichteten Schaden auf 185.000 Ttilr.. in Lüdweiler bei Trier auf 40.000 Thlr.. und in den drei Kreisen dc» FürsttNthumS Halberstadt auf 1.433.000 Tlilr. derechnet lzabkn. Aehn-licher Schaden ist noch in fünfzig Kreisen ermittelt! Man sollte meinen, daß dergleichen geeignet wäre, den Bauern die Augen zu öffnen über ihre troh aller Mahnungen verständiger Landwirthe und der Presse noch immer fortdauernde blinde BerfolgungSwuth gegen Maulwürfe und Bögel. Leider ist diese Ausklärung noch nicht sobald zu erivarien. In Preußen ist daher die Rede von dem Erlaß eineS GesetzkS zum SchuKe der Vögel. Wir sind im Allgemeinen nicht für gewaltsame Aufklärung durch den Staat; allein wenn ein solches Gejch einmal liei nnS zu Stande kommen sollte, so beantragen wir. den Schutz auf die Maulwürfe auszudehnen. Roch wirksamer wäre eS. wenn mau in jämmtliche» Volksschulen die Belehrung ül!er diesen Gegenstand mit unter die Lelir-gegenstände aufnähme. (DieWiener Burschenschaft „Silesia") hu an den Abgeordneten Bennigsen, welcher i»n norddeutschen ReichSta,;? dir bekannte Anfrage in Betreff Luxemburgs gestellt, folgende Adresse gerichtet: „Gestatten Sie. geehrter Herr, daß wir Ihnen danken für das stolze Wort, das Sie im Namen dcei deutschen Volkes gesprochen. Gestatten Sie, daß ein kleiner Bruchtljeil der Wiener Studentensehaft der Dolmetsch der Gesammtheit sei, die keine Stimme hat. Die Burlchenschast Deutsch-Oesterreichs hält eS für ihre Pflicht mit der VaterlaudS-Begcijterung. die ein heiliges Erbe der deutschen Jugend grblieben, Ihnen zuzujubeln; mögen uns alle Korporationen folgen, und ein gewaltiger Chorus mag Ihr Wort bestätigen, daß in einer Frage, wo deutsches Land und deutsche Ehre auf dem Spiele stehe, alle Parteien, alle Stände einig seien. Und wenn kein Wcg bliebe, als der Apprll an daS Schlachtengliick. so lvi"d — wir sind eS überzeugt — die Blüthe der deutlchrn Hochschulru begeistert zu den Waffen eilen, und der Streit gegen den natürllchrn Feind wird vielleicht manchen unnatürlichcn Zwist beenden. Wenn geivallige Ereignisse politische Schranken zwischen unS gezti.zcn, gelvaltige Ereignisse können sie wieder zerbrechen. Wenn wir aber unthätig zur Seite stehen müsse», müßig bei dem gloßea letzten ttampfe. den di. deutsche Einheit auszufechten hat. mögen es diese Zeilen Änen sagen, daß Wir nur trauernd ferngeblirben. daß unsere Herzen dort sind, ivo deutsche Männer die fremde Bevormundung in Trümmer schla.^en. dort, wo seine Bluttause der junge Riese erhält, der nichtS mehr wiss'N will Von Betteln und Beugen, der kein deutsches Dorf mehr verlieren mag und keinen Schatten mehr dulden aus deutschtM Namen und auf deutscher Ehre. Neljmen Euer Wohlt^eboren die Versicherung daß die Jugeud Deütich-OesterreichS gern ihr Herzblut giiit. auf dc,ß eS stark und hehr sich aufbaue, die Furcht der Großen, die Stütze der Kleinen — daS eiuige. mächtige Deutschland I!" (S on n tag Sf eie r.) Im Wiener Gewerbeverein ist die Frage einer Beschränkung der jetzt allzu streunten SonntagSfeier besprochen und ein Ausschuß zur Prüfung derselben niedergesetzt »vorden. der sein? Thätigkeit aus ganz Oesterreich erstrecken soll. Marburger Berichte. (Diebstahl.) Vor Kurzem gelang eS dem Soline eines Winzer» in St. Jakob, während der Mittagszeit bei dem Grundbesitzer Plavetz in derselben Gemeinde sich tinzuschleichrn und zu verbergen. Nachdem sich die HauSleute zur Arbeit im Weingarten begeben, sperrte er einen Kasten auf und stahl dem Sol,ne. einem Urlauber der ArtiUeri,. 7.» fl. Der Thäter kaufte sich neue Kleider und machte einen solchen Änfivanc', daß »a» Verdacht schöpfte und eik,e Haussuchung vornahm: er gestand sein Verbrechen und lvurde den» Gerichte überliefert. (Zu der Si ^ ung der la ud iv i r t hs ch a ftl i ch e n Zilia!») vo« 10. d. M. wurden die Herren: Friedrich Brandstätter und Haupt- Mann Seidl zu jener Kommission abgeordnet, die auf Ersuchen deS Gene-ralkommandoS in Graz sich dort versammelt, um über die Lieferungen für den Heeresbedarf durch freien Handeinkauf zu berathen. — Herr Roliert Pfriemer. Weilihändler in Marburg wurde als Mitglied aufge-nommen. Herr Altherr. Verwalter des StifteS St. Paul erklärte im Namen desselben, daß für die Sammlung der landwirtlischaftlichen Mo-delle ein genügender Platz im Biktringhof eingeräumt lvird. Die Ver-sammlung beschloß, einen Tscheikel'schen Untergrund Pflug anzuschaffen, der besonders für den Bau der Weberkarde uothivendig ist. Dieser Pflug ist hier noch unbekannt; er kostet 18 fl. und ist jeder Zeugschmied im Stande, denselben nachzumachen. Einige Mitglieder der Filiale wollen sich mit dem Bau der Weberkarde befassen. „Die deutsche Wein-Zeitung" (Mainz) und eine sranzösische Zeitschrift über Weinbau (PariS) sollen bestellt »Verden. Herr Dr. Mulle brachte zur Kenntniß, daß er zum Obmann der Abtlieilnng für den Weinbau erivählt sei und eS durchgesetzt habe, daß die Versammlungen dieser Abtheilung wenigstens zur Halste in Marburg stattfinden. DaS Gutachten über die Weinbauschule lvurde von Herrn Mulle verfaßt und von der Filiale genehmigt. Außer dem bekannten Plane, diese Schule in Ratzerhof zu errichten, wird im Gutachten auch der Vorschla.; gemacht, zum Standort derselben den Maierhof der Burg zu empfehlen. Aufnahme fänden nur Jüug-linge von 17 bis 22 Jahren, die zur Arbeit kräftig sind und den gewöhnlichen Unterricht der Volksschule genossen. In der Anstalt würden nur 24 Zöglinge verpflegt und die Kosten süe einen auf 120 oder nur 100 fl. festgesej^t. je nachdem er außer Unterricht, Wohnung und Kost auch noch die 5rleidung erhält oder nicht. Die 24 Freiplätze wür-den vom Lande, von Gemeinden und Gutsbesitzern gestiftet. AuSlvärtige Schüler könnten die Anstalt gegen ein jährliches Unterrichtsgeld von 24 fl. besuchen. Die Lchrzeit soll zwei J.chce dauern. Lehrgegrnstände wären: Religion. Fortbildung im Unterricht der Volksschule, Naturwissenschaften, allgemeine Landwirthschast. Weinbau. Obst- und Gemüsebau. Seidenzucht. Buchsülirung. Feldmessen. Ebnen, Plnit- und Geräthezeichnen. Der Leiter der Schule würde einen Zahresgehalt von 1200 fl.. der Weingärtner 400 fl. der Obstgärtner und Seidenzüchter 400 fl.. der Kellermeister (Binder) 240 fl. bejichcn und all' diese auch fr.'ie Wohnung in der Anstalt haben. Der ReligionSlehrer soll eine Vergütung von 50 fl., der Lehrer, welcher in den Gegenständen der Volksschule unterrichtet, eine solche im Betrage von 200 fl. empfangen. (Aus Paris) wird der „Tagespost" gemeldet, daß die AuSstrl-lung der Herren: Ferdinand und Jgnaz Staudinger (Leder) der öster-reiebischen Industrie zur höchsten Ehre gerei.'^e und die Schuhwaaren de» Herrn Kleinfchuster durch die Borzüglichkeit deS Gebotenen auf daS Angenehmste überrasche». — Einem ^Zriese an Herrn Kleinschuster ent-nelimen wir, das; stch die Fürstin Metternich über seine Waare sehr lobend ausgesprochen nnd namhafte Bestellung derselben gemacht. (S cha u b ü li n e.) „Der Stattlialter von Bengalen" ist daS neueste Zugstück dcS Hofbur;^tlzeaters. ivo dasselbe vor kaum vier Wochen zur eisten Aufführung gelangte. Die Hcullnaier und Dunkelmänner stnd nicht wenig erstaunt. d.iß eine so scharfe Beurtheilung tnancher Ereigniffe der letzten Jalire im Hofiheater zugelassen wird; denn spielt das Stück auch 1770 in England, so lvird der Zuschauer doch untvillkürlich ver-sucht, UN bekannte Personen und Ereignisse der neuesten Zeit zu denken. Lange beschästigte man sich in Wien mit der Entdeckung deS Verfassers, da man den Nalnen K. Feanz nur für einei» angeblichen hielt, und einigte sich allgemein dalzin. L 'ube. den Direktor deS HosdurgtheaterS, selbst als den Versasscr zu bezeichnen, snr »vclche Annahme vielfache Gründe sprechen. Die Dirlktion unseres Theaters lvird mit diesem Stücke Samstag den 13. April ihre Darstellungen schließen. Theater. L. Nach vielen durchgefallenen und oft schon vor der Anffülirung verurtheilten Operetteii verschiedener Meister ist es der Direktion unseres Theaters endlich gelungen, sich selbst mit Befriedigung salben zu müssen, »vir haben uns biS zu einer komischen Oper, zn einer AusstattungSoper verstiegen, und sind von der ersten Patrizierloge biS zum letzten Bcsuiier der Gallerie mit ungrtlieilter Anerkentlun.^ brloljitt «vorden— unddem ivar es auch so. Die Anfführun.i ,.der schönen Helena", der lvir. frei gesagt. Mit Zat^en ent.iegenblickten, ging unserer (triv.»rtung tv^it voran und von der Helena biS zun, l.tzten Sklaven kann Jedes sich rültmen: «vir haben unser Möglichstes gethan. — Fräulein Pögner. die Trägerin der Titel-rolle, ivelcher unbestritten die Pa'me deS Abends gebührt, liat durch ihre ivahrhaft liebreizende Erscheinung, durch die ivirklich königliche Pracht ihrer Toilette nnd durch fein nuancirten Vortra.^ in Spiel und Gesang hingerissen und bezaubert. Wenn man tiedenkt, das» die keineSwes.S leichte Partie der Helena, die einer rontinikten Sängerin bedarf, um über Wasser gehalien zu werden, von einer jungen, strebenden Kraft, wie Fräul'in Pögner. in einer Wcife durchgeführt lvurde. daß nichts zu lvünschen übri., bleibt, so muß Jeder, selbst der Neid, ihr Glück für die Zukunst wünschen. Darum kein Bangen mehr, schöne Tochter Leda's. du hast dir Bahn gebrochen für deine Karriere; gehe muthig auf derselben weiter, deine Helena ist ein tvürdigeS Repertoirstück. lege eS getrost zu der Nolle „Sie hat ihr Herz entdeckt" ! Trefflich ihr zur Seite stand Herr sonnleitliner als PariS. der seinen Part lnit vieler KesühlStiese nnd schöner Modulation sang; lvir bedauern nur. daß diese Nachtigall so jpät zu schlagen begonnen. Für daS ZiverchfUl sorgten getreulich die Herren Komiker Stawpfl und Schönau, ersterer als KatchaS und Ober-Priester, letzterer alS König MenelauS. — Bon drastischcr Wirkung tvar die ^zene deS KalchaS mit Helena ilN 2. Akt. wo der Abgesandte der Götter durch eine höchst gelungene Mimik zu verftetzen gab. wie sehr er sich IN die Haut des MenelauS t^üusche. Auch Herrn Schönau müssen wir alles ^^'ob zugestehen; er bat sich seiner Aufgabe würdig entledigt und merken Sie sichs, Herr breithSndij,er Klaqueur vom 10. April! auch Bierbankproduktionen wollen ihren Theil Talent und Studium haben. Herr Starei als Achilles, die beiden Herren Ajaxe Höller und Eggcr, Herr Ealliano als König Agamemnon mit seiner Gattin. Frau Moier. Fräulein Dietz als Orest. die nebenbei gesagt sehr hübsch aussah, trugen zum Ganzen gebührend bei — besonders schien bei unserem beliebt geivor« denen Heldenspieler eine komische Ader geplatzt zu sein, denn er erregte mit seiner Achillesferse ungemeine Heiterkeit. Nur Herr Iantsch als Phlades schien die allgemeine Fröhlichkeit, die selbst die Mitwirkenden erfaßte, nicht zu theilen; er dachte wahrscheinlich an die vielen Liebesbriefe. Rosenstölke und Äräußchen, die ihm der breithändige Klaqueur vom 10. April oktroyirte — es ist aber auch unverzeililtch von der Direktion, eine solche Kraft mit sekundären Partien zu betheilen. Zum Schlüsse erwähnen wir des Herrn Kapellmeisters Brava. dem eigentlich der erste Platz in dieser Kritik gehört ; seinem rastlosen Eifer in den we-«igen Proben haben wir die Aufführung der Helena zu verdanken; er hat mit seinem Tattirslabe die Kehlen öffnen und verstummen gemacht, und das treffliche Zusammenwirken mag wohl die schönste Anerkennung für seine Mühe sein. Das Haus war zum Erdrücken voll. Letzte Post. Die Magnatentafel hat den Beschluß des Unterhauses in Betreff der kroatischen Frage unverändert angenommen. Belgrad ist bereits vom größten Theile der türkischen Besatzung geräumt. granzöfische Blätter veröffentlichen eine Adresse von Luxemburgern au den holländischen König, in welcher die Einverleibung in Frankreich verlangt wird. Die „Franee", das Hofblatt Napoleons, sagt, daß eS sich um keine Konferenz wegen Luxemburg handle, sondern Frantrech werde die MSchte auf diplomatischem Wege befragen, ob der König von Holland das Recht habe, Luxemburg abzutreten und ob Preußen berechtigt sei. nach seiner starke« Vergrößerung Luxemburg besetzt zu halten. Gtugefandt. Mit Erkenntniß der löbl. Stadt,,emeinde Borstehung Marburg, Z. 3, vom 22. Jänner 1866. wurde bereits schon einmal das unverant. wörtliche Abschlachten der Kälber als Thierquälerei bestraft und unter Einem der dortigen Polizei-Mannschaft die strengste Weisung zur Hintan« Haltung von derlei Borkommnisstn uns zur Anzeige eines zweiten solchen speziellen Falles ertheilt. Dieses Erkenntniß halte nicht nur nicht die gewünschte Folge; im Gegentheile haben die hlengen Fleischhauer die Grausamkeiten beim Ab-schlachten der Kälber durch das Abschneiden der Borderfüße im Knie» gelenkt im noch lebenden Zustande der Kälber vermehrt, wie wir bei einem Fleischhauer der Grazer-Borstadt am 5. d. M. AbcndS zn bcmer« ken Gelegenheit hatten. Wir stellen daher an d^^s löbl. Stadtamt das ergebenste Ansuchen, solchen Grausamkeiten mit Energie zu begegnen. — Marburg am S. April 1867. Mehrere Augenzeugen. Eingesandt. Mit Vergnügen hören wir, daß die L.itung unseres Theaters von der nächsten Saison angefangen, von hiesigen vier bekannten kunstsinnigen Herren übernommen werden soll — und kötinen datier voraut^sehen, daß uns gute Stücke von tüchtigen Schauspielern und Sängern, vereint mit tadelloser Orchkster.Begleitung derart aufgeführt werden, daß auch die Mühe des Herrn Kaffiers ihren Lohn sindet und dem gesammten Theaterbesuchenden Publikum angenehme Abende bereitet »Verden. Mehrere Theater Freunde. Teleftraphischer Wiener CourS vom 11. April. K'/, Metalliqueß . -5'/, Stationat Anlehen. 1860er Staats Anleheii Lankaktien . . . . Ü7.ZÜ S7.60 8l.90 70Z.- Kreditaktie«........lüS.— London.........131.90 Silber.........12S.— «. ». Münz-Dukaten .... 6.L1 Via 1Iotsr»«ioda«tsn voa 6om na köokit detrü- Mv»oksiä«n ikrer invijsitßssUvdtsn Ii5utt«r, rs»p. 8edvi«ssr-uvä vro»»wuttsr I.ed-vltsri'IVjtv«, vslyl»« v»vl» Irvrtvm, »obmsrivollsw I^sictev UQÜ riAck Lmpk»nßs 1»1. 8tvrde»»Iri'»m«Qt« »m 10. ^pril um ü lidr k'rük !n ikrem 73. »«liss iv üem Harra «vt«ol»1»«k. 4 vkr vom !ir. 118 ia ävr klarr«vss»>»v »u» Via U. 8o»!«nmv»iaQ varäau LamitRss um 9 Ilkr in äor Oom> kiroda »ala«aa. «<177 8ekBsivs^sr«odo. ! Lulcal. l»rdurss »m 10. ^pril 1S67. Liaäar: Vowwllt«»» kr«»«» Ooo»t»a»l«. P»ft, und vom I. Juni d. I. auch ?»legraphe« -Ttati»«. Krapim - Töplitz Poft» und vom 1. Juni d.I. auch Telegraphe« -Gtatio«. in Kroatien von Bad Rohitsch 3 und der Bahnstation Pöltschach ö Stunden entfernt eröffnet seine Tatfo« a« R. Mai. Die sehr wafferreichen, eine Temperatur von 26—35" k. habenden Quellen, deren Wirkung bei Gicht. 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(171 Echten Marfchallzwtr«, 3- und 4drähtigm Stri«ez»tr« (KönigSjwirn), sowie echtes Potte>do»^er Striikgar« empfiehlt die Handlung des A««et ia der Posttasst'WD vi» -vi« der HeirtN Roman Pachncr ^ Söhne. (lSt Zah> SSoZ. Edikt. (174 Bom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird bekannt gemacht, daß das löbl. k. k. Kreisgericht in Cilli mit Beschluß vom 12. März 1867 Zahl 789 v»v. den Franz Kogler. Grundbesitzer in Unterwalz. wegen ,gerichtlich erhobenen Irrsinnes nnter Kuratel zu stellen befnnden habe und denselben Martin Auscher. Grundbesitzer in Untcrivalz, als Kur^Uor ausgestellt wurde. K. k. Bezirksgericht Marburg am 1ö. März 1867. Anzeige. Paffagiert-Anstiahme zwilchm hier und der Mtschach. «»fahrt vom L«r«r»e 7 Uhr Morgen«, von PSltscha» SZ Uhr Morgen«. Aahrprei« pr. Person inkl. 4» Pfund Gepäck: 3 st. Zimmer von 7l» kr., eiujelne Betten von kr. und Bäder von 4 tr. aufwärt«. «uttiinfte und Quartiere besorgt die Vittkti«», da« «erztliiht Dr. V. Badearzt hier. im April 1S«7. (»72 VI« 3. zzso. Edikt. (160 Vom k. k. Bezirksgerichte Marburg wird mit Bezug auf die Edikte vom 21. Iäuuer l. I. A. 362 und vom 28. Februar l. 3. 3. 2S03 beka»»t gemacht: Es werde a« MI. April l.3. Bormittags von 11—12 Uhr im Gerichtslokale, zweite» Stock, Zimmer Nr. 12. zur dritten exekutiven Atilbiet>«g der zur Hälfte dem Herr« Eduard Eibicht gehörige», i» Unter-Iokobsthal gelegeie» Realität Urb. Rr. 3ü »ä St. Jakob geschritten und bei derselbe» diese Realität auch uuter dem Schätzwerthe pr. i:i659 fl zegebe». t. k. Bezirksgericht Marburg am 28. März 1867._ EndeSgefertigter erlaubt sich dein geehrten Publikum anzuzeigen, daß er in der Grazergaffe HauS Rr. > I einen Verschleiß von Pester Dampfmehl eröffnet hat. und ersucht um geueigten Zuspruch. (l6ü ___Hohan« Äilguflitt. Kräftige Arbeiter mit guten Zengniffe» versehen, finde» tanernde Beschäftigung. — «äörre Antknnft wird au« NesSUiAteit im «omptoir diese« Blatte« ertheil«. (1S4 ikil Lthrjugt wird sür eine gemischte Waarenhandlu^ am Lande aufgenommen Nähere Auskunst bei Herrn Anton Tombasko. Eisenbahn-Fahrordnung fiir Marburg. Nach Wien: !>tach Trieft: «bfuhrt: 6 Ub.' Mi» Krüh. Abfahrt: 8 Uhr 14 Ni«. Früh. 7 Uhr » «in «bend». 8 Uhr 48 «i>. »b«>,d». Stach «illach: Abfahrt: S Uhr Fmh. Die gemischten ASgk verkehren täglich »n der Aichtuig »ach «ien: Trieft: Abfahrt: 12 Uhr S4 Min. Mittag». Abfahrt: 1 llhr SZ M». Mittag«. Eilz»g verkehrt vo» Nie» «ach Trieft und »o» Tneft ««ch Wie» Dienstag, Dannerstaß »»d Lamftag. »ach »ie»: «»ch trieft: A»f«tzet: 2 Uhe 46 «in. Mittag». Abfahrt: 1 Uhr SZ Mi», «ittaß». Veraitwattlicher Redakteur: Kränz W»»»thaler. X. k«. ?rttck und 'SerltZg Eduard )a»fch»tz m «ard»rß.