Erscheint jeden Samstag abends. Schristleitung und Verwaltung: Pr,5ernova ulica Nr. ü. Telephon St. — Antündigungen nimmt die Verwaltung gegen Berechnung billigster Gebahren entgegen. Bezugspreis: Pierteljährig K 5.—. halbjährig K . gansjährig K so.- Fürs Ausland entsprechend« Erhöhung. —Einzeln« Kunrnttn <0 Heller. Nummer 6 (Siüi, Samstag den 21. Juni 1919 | l.i^ iJahrgang. 3Fiiuiii juiirt | djuft. Der Belgrader Finanzminister Dr. Nomcilo Nincic, ist vor einigen Tagen mit ach» reserierentzen Beamten aus «gram in Laibach eingetrvssen. Hosient-lich bergen seine 'Koffer nicht nur fertige Jnstruk-nonen zur Duichsührung von längst im' engeren Kreise beichlosseuen Finanz- und ValutaregulierungS-gesetzen, sondern enthalten auch einige Bogen weißes Papier, nm die Wünsche und Beschwerden, die Kritik und die Vorschläge der Interessenten und Fachleute dieseS Landes zu notieren. Die Fragen seines ResjortS sind so schwierige und für die Existenz deS Einzelnen und damit sür die Wirtschait des ganzen Staates so grundlegend, d«ß cS wahrhasiig auch mit dem einmaligen Besuch, wenn er auch zu dem Zweck der eigenen Information der obersten Finanzbehörde gemacht wirk», eigentlich nicht genügen käun. DaS einzig Richtige wäre ein gehörig zusammengesetztes WinfchaftSparlament, daß alle Kreiie des Reiches, auch die tüchtigsten und wirtschaftlich »fahrendsten Kreise umfassen mutzte, daS schrittweise wichtige wirtschaftliche Fragen beraten sollie und darüber gehört werden müßte. Denn, allen schuldigen Respekt vor den jetzigen Vertretern in Belgrad, sie tonnen eben nicht Fachleute sein, weil sie aus ganz anderen Berusen daherkommen. Für daS Ganze steht aber zu viel aus dem Spiel und die Materie ist viel zu kompliziert als daß leidenschaftliche nationale Liebe allein Alles treffen könnte. Doch das führt zu weit, und es soll also angenommen werden, daß der Herr Minister und sein Stab Kritik und Rat der hiesigen Bewohner vor der Entscheidung hören und prüfen wollte und deswegen gekommen ist. In unserem Artikel ..Dinar und Krone" haben wir den glatten Umtausch der Kronen in Dinars verlangt, well die Sicherheit deS GeldcS im Wohl-stand der Staaten begründet ist. Wir haben auSge-führt, daß auch noch im Umrechnungsschlüssel 1 :1 unzweifelhast eine Art Kriegsentschädigung von uns au Serbien enthalten ist. weil Serbien von früher her und besonders durch den Krieg n»ch ärmer ist als die anderen Gebiete des Reiches. Es dari nun aber nicht täuschen, daß schon Alle« getan wäre, wenn einmal der schwerste Schlag, die Umrechnung 1 : 3 abgewendet ist, denn damit wäre daS Uebel wohl gelindert, im Grund aber bleibt die Sache saul, solange nicht »er unmittelbare Zusammenhang zwischen Einzelwirtschas» und Geld gesucht und her-gestellt ist, sehr im Gegensatze zum jetzigen Znstand, wo das Geld eigentlich so beiläufig als StaalSnote in der Luft hängt. Dieser Zusammenhang war vor dem Kriege in England mustergültig, und daS war neben an-derem gewiß auch der Grund für die klare und gesunde wirtschastliche Lage deS Staates. Dort war sehr wenig Papiergeld im Umlaus und fast jeder hatte sein Geld aus einer Bank liegen; wenn er Geschäfte machen wvllie und kein freies Vermögen m Geld hatte, so legte er Wertpapiere hin oder gab der Bank ein Hypothek, einen Warrand (Psand-fchein sür am Lager liegende unverkaufte Waren) oder eine Sicherstellung durch Unterschrift eines Freundes. Hatte er dann etwas gekauft und mußte zahlen, so nahm er sein Scheckbuch und beauftragte seine Bank aus einem Scheckzettel, dem Verkäufer soundsoviel zu bezahlen oder ihm den Betrag gut» zuschreiben. Der nahm da» Geld nur in den seltensten Fällen von der Bank, sondern verfügte weiter mit Scheck darüber. So konnt« fast jeder sein eigenes w'rtfchastlichcS Vermögen immer arbeiten lassen, ohne daß deswegen Banknoten im Umlaus waren. Aehnlich, doch mit einem großen Umweg, war daS Verhältnis bei den anderen gesunden Staaten. Da ^zab die Notenbank gegen Wechsel oder sonstige Pfänder Papiergeld heraus, das dann im Verkehre wie die englischen ScheckS wirkte, aber immer mehr oder weniger den wirklichen Bedarf überschritt oder wieder zu knapp war. weil daS unmittelbare Ver-HSltniS nicht direkt hergestellt war. und eS mußte der Zinsfuß der Bank immer wieder regulierend eingreifen. Diefen Zustand der direkten Verbindung zwischen Ei»zelwir(jchast und Geld muß also mindestens wieder hergestellt werden, denn fönst ist das Papier-gelb eine leblose Masse, das schwere wirtschastliche Erschütterungen auslösen hilft, wie wir eS jetzt Im Wahnsinn! Von Emma Ruiß-Wradatsch. (Fortsetzung.) So nahte der Hochzeitstag mit Riesenschritten. Morgit hatte still und geduldig AlleS gemacht, wie eS ibr Bruder angeordnet, seiner Braut begegnete sie freund» lich und willigte auch i« dem Wunsch ihre« Bruders ein. im Hause zu bleiben. Nur mußte er ihr will-fahren, daß sie die Giebelwohnung mit ihrer Köchin Anna beziehen und ihren eigenen Haushalt führen könne. „Welch' herrliches, welch' berückend schönes Paar !" So ging'» von Mund zu Mund, als a^» der Schloß -kirche Chrittof und Eva traten, Arm in Arm, vereint fürs Leben. Schwer rauschte die Seid« in langer, mächtiger Schleppe nm die junonische Gestalt, der Schleier ver-hüllte daS schöne Antlitz und wallte duftig über Schultern und Busen zur Erde nieder. Der baliamilchc Odem der frischen Myrten hauchte betäubend über die Menge hinweg. Zart und bescheiden, wie die Dornröschen auf dem duftigen RosakWid« Margits, erschien selbe wan-kenden Schritte» und tränenden AugeS am Arme deS Apotheker« Möller und folgte d.m voranschreitenden Paare. Man sah e» ihr an, welchen Kampf sie kämpfte, um vuhtg und gefaßt zu bleiben. AIS die Paare um die Ecke bogen und durch» große Gittertor der Wohnung deS Direktors zuschritten, stand dort hinter Büsche versteckt eine dicht verschleierte Mädchrngrstalt, ein weher Schrei entfuhr ihrer Brust — er verhallte urigehört — — Trude, die gute Freundin de« Hause», konnte leider nicht mit zur Zeremonie, sie mußte wegen Un-päßlichkert daS Beil hüten, ließ sie vor der Trauung melden. Beinade ein Jahr ist seit dem Geschilderten dahin» geeilt im Sturme der'Zert. Yin milder Abend des Spätsommers ergoß sich über da« Land und aus ihrem kleinen, von wilden We>n dicht verwachsenem Balköne saß Margit und blickte träumend durch da« grüne Gerankt zum Himmel empor. Plötzlich verdüsterten sich ihre bleichen Züge, da« Auge wurde nnstät — die G> danken kehrten au« vergangener friedlicher Ferne in die Heimat der Gegen-wart zurück ui.d hier blitben sie gebannt und schmerz« ten so bitter, so weh. Wa« ward aus dem stillen, dem friedliche» Landhause Walten« geworden i Wa« aus ihrem guten, herzensguten Bruder? Wie in einem Irrenhause tollte und lärmte e« bei Tag u»d Nacht — Vergnügungen auf Vergnügungen, Feste auf Fest«, da» war da« Losungswort, nxl-che» schäckernd und schreiend auS dem Gemäuer wider-hallte. Die junge Herrin, die Welldame par excellente, eben erleben. ES wird zwar schmerzhaft sein, ist t aber der einzige Weg zum wirklichen Gcsundwerden und die Operation ist tausendmal besser als mit dem schleichenden Uebel wie in einem Sumpfe weiter» zuleben, in dem nur das Ungeziefer feit wird. Mim baue ein System aus und schaffe dazu wohldurch-dachte Anweisungen, daß niemand das neue Geld bekommen kann, ohne das er dafür wirtschastliche und staatserhaltende Leistungen, zu denen die ganzen Gehälter der staatsbeamien und deS Militärs gehören. Wer alteS Gel» zum Eintauschen bringt, bekomme das neue nur dann, wenn er einen Wechsel einreicht oder Gold bringt, das eigentlich eine Ware ist, oder entsprechende Wertpapiere. Dazu gehört natürlich, daß eine neue Anleihe auf» gelegt wird die mit dem alten Gelde erworben werden kann, und die dann al» Psandunterlage sür die neuen Noten dienen soll. Da kann dann eine ge» rechte Vermögensabgabe einsetzen, die auch den größten Teil deS beweglichen GuteS anfassen kann. Eine ähnliche Wirtschaft mit SiaatSnoten, wie wir sie jetzt haben, hat auch Gras Wallis nach dem unserer Abrechnung gegen Dinars ähnlichen Staats» krache 1811 sortfetzen wollen und ist daran trotz größter Energie gescheitert, weil er den Zusammen» hang zwischen Noten und Einzelwirtschast nicht hergestellt hatte. Die Noten waren bald wieder auf ein Drittel ihres Wertes gesunken. Wenn man aber den Noten daS Blut der Volkswirtschaft wirklich einflößt, dann würde das Wunder am hellen Tage zur Wahrheit werden, daß alle versteckten Kronennoten herauskämen, wenn dadurch auch plßtz-lich weiteren Schichten klar würde, wie arm uns der Krieg und unsere noch unentwickelte Wirtschaft in die Well gestellt hat, so ist eS doch besjer seinen Zustand zu kennen, als im Traume lustig drauf» loezuleben und von einer Katastrophe zur anderen taumeln. Nur so kan» die Mehrzahl wieder wirt» schasten und sparen lernen. Dabei muß man dann, wenn man das Ganze wahrhaft und mit Mut zur Wahrheit anpacken will, noch zwei Banken, eine für Dinars und eine für neue Krone» noch solange nebeneinander be-stehen lassen, bis ein wirtschaftlicher Beharrung«-zustand erreicht ist und ein freier Kurs zwischen mach!« ihren Salon zum Sammelplätze der Gesellschaft und alles f»n»te sich in den glitzernden Strahle» ihre» Geistes, ihrer Schönheit und «okeitrrit. Und Christof? Er willfahrte, er ließ Alle« ge-schih'n sowie sie ihn syrenenhaft an sich gezogen, so hielt sie ihn fest in ihrem Banne. Aber auf d«r Stirne, der bleich«», da stand etwa« geschrieben und in den leichten Furchen um den Mund zog sich verstohlen etwa« hin — Margit« Auge allein kann es lesen, kann eS verstehen. Der unbeachtet wach-same Schwesterblick hat e« enideckl und ihr Her, schreit b auf in rasendem Weh! Aber auch dort, in den Blicken der Sirene, kan» sie lese», kann versteh'», wa» die sinnlichen Lippen verschweige!,, wen» sie in rauschender Toilette, im schwellenden Polster hingegossen lehnt und auf die Gäste wartet. Wie e» lidert in den dunklen, unheimlich schönen Augen, wie eS zuckt in den beredten Mundwinkeln, wenn die Türe sich öffnet und Herr c. Horst aus der Schwelle erscheint. Nein, nein, sie täuscht sich nicht! Aber verdvppeln will sie ihre Wachsamkeit, ihren Brud«r schützen, so weit eS noch in ihren Kräften lieg«, ihm bleiben, wa« er si« fo oft geheißen — srin Schutzgtist. So schwirrten die Gedanken in Margit« Hirn. Sie haßte ihre Schwägerin, haßte si« mit aller Macht eine« Weib«». Und wie schon so oft rang sie verzwei-fe» die Hanb«. stöhnte laut aus und rief in die milde Seite 2 Dinar und Krone sich entwickelt hat. In Italien bestehen ja auch mehrere Notenbanken nebeneinander. Und wenn die Serben unsere Hilse brauchen, so wollen wir sie ihnen ehrlich und nach Möglichkeit geben, aber wir wollen auch wissen, wieviel eS war und wosür. Wenn man heute alles zu eine» künst-lichen Kur« zusammen wirft, so geschieht eS ge« wiffermaße» „hinterm Licht', und daS ist sür beide Teile gefährlich, weil eS das -vertrauen untergräbt. Niemand kann beweisen, ob wir damit 2 oder 4 Milliarden an Serbien abgeben, wenn wir l : 3 abrechnen und es werden in spateren, auch au« anderen wirtschastliche» Gründen schweren Zeiten, die Vorwürfe in« Ungeheure wachsen. Hz wird natürlich unmöglich, hier über all» gemeine Andeutungen hinaus zu gehen. Darum haben wir vorher von der Notwendigkeit der Bil-dung eines Wirt,chaftSparlame»tcs und seinen Auf-gaben gesprochen. Die wirtschaftlichen Aussichten Jugoslawiens. Der „Slov. .Narod" bringt eine Unterredung eines Redakteurs mit einem Mitgliede der floweni-fchen Delegation in Paris über die zukünftigen wirtfchaftllchen Beziehungen Jugoslawien«, der wir Folgendes entnehmen: Wie in der Politik, so hat Jugoslawien auch keine wirtschaftliche» Traditionen. Jugoslawien ist .ein Staat, der noch Jahrzehnte lang industrielle Produkte, besonder« Matchinen usw. au« dem Aus-land beziehen müsse. Industriell entwickelte Staaten werden ein großes Interesse daran hiden, mit uns für sie günstige Zollverlräge abzuschließen, um so in unsere Länder industrielle Produkt- ohne oder mit wenig Zoll einsühren zu können. Der Aoll lft eine der stärksten Waffen, die wir gegenüber dem Auslande besitze». In dieser Hinsicht sollten wir uns freie Hand gegenüber allen Staaten bewahren. Ob unser Staat wirtschaftlich wird prvfperie-ren können? Die Friedenskonferenz in Paris hat ihre Arbeit noch nicht beendet. Heute wissen mir noch nicht, was endgiltig entschieden wird. Wir wisse» nicht, wieviel Kriegsschulden Jugoslawien wird übernehmen müssen, wie die anderen wirtschaft» lichen Verpflichtungen sein werden und ob wir neben der zu erwartenden Last noch etwa wirtschaftlich de» lastet werden. Faktum ist eS indessen, daß beson-der« Amerika ein Interesse daran hat, aus Jugo-flawien einen Staat zu schaffen, der die Grundlage zur wirtschaftlichen Entwicklung haben wird. ES besteht also die Hoffnung, daß unser« Delegation in Paris solche wirtschaftlichen Bedingungen erwirken werde, die un« Entwicklung und Fortschritt gestatte» werden. Allein wir dürfen unS aber auch der Erkenntnis nicht verschließen, daß uns kein Staat au« eigener Initiative helfen wird. Einige Staaten haben ein Interesse daran, unsere Wirtschaft nicht zur Entwicklung kommen zu lassen, um unS als Nachtluft hin: „Ehristof, mein Christes, du bist unglücklich, ich allein nur weift e» und betrügt si« dich noch, bann — sri ihr Goit gnädig I" Schon lagerten sich die schwarzen Schatten der Nacht allmählich um da« Geböft. Heuie war es stUl und ruhig im Haus«. Christ»? mußt« »um Weinberge, weil wichtig« Keller arbeiten sein« Anwesenheit nötig machten, so daß er auch die Nacht wegbleiben mußte. Wo weilt Eva? Margit kümmert e» aber nicht, sie genießt die friedliche Rube und sitzt noch immer aus ihrem Bal kon. nicht achtend. daß sich immer schwärzer und schwärzer die Nacht um sie zieht. Doch, borch. ein Geräuich erweckte si« au» ihrem Brüten, si« erhob sich, schob da» Blättern»«.k zur Seit« und blickte hinan«. Der Mond trat soeben au« den Wolken hervor — die elte versteckte Gartentür, ihr gegenüber, die von dem Gefind« nur in der Winterszeit benüyt wurde, um Wasser zu holen und sonst abgesperrt wurde, drehte sich knarrend und behutsam in ihren Angeln Margit erbebte, sie spannte ihre Sehkraft an und konnte nun zwei Schatte» im uahen Gebüsche ver- * schwinden seh'n. Ein gellender Schrei drang schaurig und furcht- bar durch die Stille der Nacht. » Der Morgen begann »u grauen, allmählich er-schimmerte der Lichterglanz der Sonne, bi» sie selbst langsam, majestätisch au» der Glutenflut erstand und Cillier Zeitu»H Kolonie ausbeuten zu können. ES ist nahezu unver-weidlich, daß Jugoslawien zu einer Kolonie anderer finanzkräftiger Staaten wird, wenn unsere inner-politischen Verhälnisse zerrüttet sein werden und wenn nicht in türzestcr'Ztit ein großzügiges u»d weitauSblickende« Wirt^chaftSprogramm ausgestellt wird, «der ivcnn wir nicht die Kraft ausbringen, eS zu realisieren. Für uns ist jetzr die Zeit de» Schaf« seiis gekommen. Wir haben Rohstoffe und genug Nahrungsmittel. Da« Fundament Hütten wir also. Es wäre verfehlt und verhängnisvoll, wenn wir tiii« die Ueberzeugung einwiegen würden, daß jetzt — nachdem wir befreit — die Zeit de« Genießen« gekommen sei. Wir werden noch etliche Jahre recht sparsam und genügsam leben müssen. Unsere Zolltarife. In der Nationalversammlung antwortete Finanz-minist r Dr. Nincic aus nne Aufrage hinsichtlich der Hölle Folgende«:» In der schwierigste» Zeit ohne Nationalver-tretung geblieben, mußten wegen der Dringlichkeit der Frage provisorisch die Zölle reguliert werden. Die Frage war, ob die gewesenen österreichisch-unga-«scheu vier die früheren serbischen Zölle zur An-wendung gelangen sollen. Da die serbischen Tarise besser durchgearbeitet sind, als die genesenen öster-reichisch-ungarijchcn, weil die heimischen Zölle den Schutz der heimischen Industrie bezweckten und d>e zehnjährige Erfahrung, d'e für Serbien »ngemein günstig ist, für die serbischen Zollsätze spricht, wur-den diese angeordnet. Eine andere Frage sei die Höhe der Zollsätze. Dieselben hohen Zollsätze wer-den aus der ganzen Grenze und nicht nur auf der slowenischen eingehoben. Ihre Höhe ist schwer zu ertragen, jedoch müssen' die Zölle sowohl 5ie ök ono-mische Entwicklung des Lande« fordern, als auch dem Staate die notwendige» Mittel bieten. Da« Finanzministerium arbeitet jedoch eben au e neoi Plan, der dahin geht, die gegenwärtige Generation nicht alle Lasten der Kriegsjahre trage» zu lasten, sondern sie auf mehrere Generationen zu repartiere». Im Uebrigen seien die gegenwärtigen Zölle eben nur die auch früher in Serbien gezahlten. Nach dem Abschlüsse der HandelSvertBäge mit Deutsch-österreich und der Tschechoslowakei werden die Zoll-sä^e naturgemäß herabgesetzt werden. Politische Rundschau. Bon der Nationalversammlung in Belgrad. In der. letzten Sitzung der Nationalversamm-lung begann nach Beantwortung einiger Jnterpel-lationen die Beratung des Gesetzes über die Staat«-bürgerfchaft. In der Generaldedaite wurde da« Ge-fetz zwar angenommen, in der Spezialdebatte kam in strablend«r Pracht Licht d«m neuen Morgen spen-dete. Höher stieg sie, immer höher, plötzlich verichwand sie hinter dunklen Äolken. Hat sie sich entsetzt -bgewandt vor dem grauen-haften Bilde, welch«» ihr im Moment erschienen war? Sie kam wieder au» dem Gewölke hervor und beleuchtete nun voll und hell da« Fleckchen Rasen dort im Garten, umgeben von blühende n duftenden Blumen. -- Unter den hängenden Besten einer mächtigen Trauerweide lag im iauenden Grase ein herrlich«« Weib biUgestreckl. Da» Antlitz nach oben, blickte da» schwarze Auge unverwandt in die glühend«» Sonnen-strahlen. E» starrte ljin und wandte sich nicht ad — e» fühlte die Glut der Strahle« nicht mehr — denn «» war gebrochen — tot. Ein leiser Wind fächelte um da» bleiche Antlitz und spielte mit dem flatternden Haar, er hod da« duftige rosa Morgenkleid, welches sich wie leichte Wol-ken an den hatbentblößteu Körper schmiegte. Neben der Entseelten hockte ein Mädchen von zierlich zarter Gestalt im blauen Kleide, dasselbe hing in Fetzen an ihm herunter, da« schöne, blonde Haar zerzaust und wirr, bedeckie völlig sein kleine«, abge härmte« Gesicht. Im Schoße hatte e« ein« Fülle von Levkojen, deren Blüten e« zerzupfte und über den ganzen Kör-per der Toten streute. Eine männlich« Stimme rief j-tzt angsterfüllt durch d«n Garten. Da« Mädchen horchte auf, doch e« Nummsr 6 es jedoch zu vielfachen Abänderungsvorschlägen und schließlich wurde die Borlage an den Ausschuß zu-rückverwiesen. Vom Finanzmiaister wurde dem Finanzausschüsse der Natioxalversammlunz ein Gesetz-entwurf betreffend die KriegSgewinnsteu» vorgelegt. Wieder ein n«uer Kleinstaat. Den neuesten Nachrichten zufolge soll Wilso» den Vorschlag gemacht h»be». auch auS Zara einen freien Staat zu bilden unter dem Schuve und der Verwaltung de« Völkerbundes, jedoch mit diploma-tischer Vertretung durch Italien. Das Klagenfurter Becken. Di» Wiener Allgemeine Zeitung berichtet au« Kreisen der Enlentelommission. daß das Klagenfur-ter Beckrn von interalliene» Truppen bis zur Ent-scheiduug über die staatliche Zugehörigkeit dieses Gebietes befetzt werden soll; die B setzung soll be-reit» begonnen haben. Nach Blättermeldimgen haben die Italiener die Bahnlinie Billach—St. Beit besetzt. Italienisch - nationalistische Blätter bemerken dazu, daß diese Besetzung mehr wirtschaftliche als nationale Bedeutung habe, da die Jugoslawen durch Besetzung deutsch»» Gebietes i» Kärnten Trieft von jedem Verkehre abschneiden wolle». Diese Gesahr, die schon durch die Besetzung Marburg» entstände» sei, sei durch die Besetzung Kiagensurt» noch größer geworden. Die italienisch« Delegation habe nunmehr von der Friedenskonferenz die Bevollmächtigung erhalten, wenigsten« den einen, »och übriggebliebenen größeren Verkehrsweg zu sichern, denn jetzt habe Trieft, da Aßlinz im Besitze der Jugoslawen sei. keine direkte Verbindung, solange nicht di« Teilstrecke St. Lucia und Teibiz ausgebaut sei. ES wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Italien, nachdem eS diese« Pfand in Hände» habe, aus dem Verlan-ge» werde beharren können, daß auch die Linie Äagenfurt-Mardurg nicht in der Gewalt der Jugo» flawen verbleibe. Italien und Ungarn. Trotz der gegen Ungarn von den Eutentemäch-ten verhängten Blockade soll Italien »och immer der bolschewikifchen Regierung in Budapest LebenSmitlel senden. Die rote Garde soll auch mit Waffen und Munition auS Italien gut versorgt lein. Ju der letzten Sitzung deS Biererrate« in Pari« kam es infolgedessen zu scharfen »uftritlen zwiiche» französischen, englischen und amerikanische«! Delegierte» einerseits und den italienischen Delegierten. Die »Jugo-slavia" läßt sich au« Prag berichten, daß die tsche» chische» Blätter immer fchärfere Artikel gegen Jta-lien veröffentlichen. Den Anlaß dazu bietet der Um-stand, daß die italienischen Offiziere, die der tsche-choslowakischk>i Armee zugeteilt waren, die ischechoslowa-tischen Truppen angeblich an die ungarische» Bolschewiken verrate» haben. Es sei erwiesen, daß da-sür seilen« der Magyaren 280,0u0.000 bezahlt wurden. Die tschechoslowakischen Truppen sind in-folge diefeS Verrates in große Bedrängnis geraten und es war Gefahr vorhanden, daß sie vollständig abgeschnitten worden wären. rührte sich nicht. Die Stimme kam näher und Ehrijttf stand nun vor der Kruppe. Margit sprang auf, zeg den Dolch au» der Wunde d«r Toten und gab ihn ihrem Bruder, dann lachte sie, lachte und lachte. * Auf leichter Anhöh«, dicht bewachsen von üppigem Nadelgehölze, steht ein schlcßarlige« Gebäude, nicht groß, weiß schimmern seine Mauern herab und lad«» dem Passanten zum stillen Beobachten ein. Seine Lage ist prächtig und reizend seine Bauart. Wir treten näher — doch wie ganz ander» er-scheint e» un« jetzt — v«rgittert all« Fenster, eben-solche Umfriedung um da« ganz« Gebäude. LauteS Gejohle, Geschrei, G«lächter tönt aa unser Ohr. Wir stehen vor dem Eingänge: Privatirrenaustalt de» Dr. N. N. lesen wir am Tore. Alle Freude, die Anhöhe zu dem lieblichen Grbäudr erstiegen zu haben, ist dahin, wir wenden un S düster ab und steigen den Hügel zurück. Nicht so aber die Familie, di« eben herankommt, s-e zählt fünf Köpfe: Vater, Murter und drei Kinder. Ein jede» von ihnen trägt einen Blumenstrauß. Ter Mann, eine stattlich elegante Erscheinung, sein schnee weißer Bar« fäll« la nge über di« Brust hernieder. Er kann noch nicht alt sein, höchsten» anfang» der Vierzig, sein Gesich« verrät e» un», wenngleich tiefe Furch en deS Grame» darin gegraben liege». . (Schluß folgt.) Nummer G Cillier Zeitung Seite 3 Eine Entscheidung des Viererrates. Der „Marb,-Ztg." wird au» Spittal a. D. vom 165.Geschrieben : «in 6 Juni 1 Uhr mittags, langte »on der italienischen WaffenstillstandSkommisslon nachfolgende Note bei der Kärntner Landesregierung ein : »Am 4. Juni langte bei der italienischen Was-senstillstandSkommission nachstehendes Telegramm, von der Pariser Friedenskonferenz ein. Unsere Friede»«dejegat>«n üderminelt salzendes Telegramm, welche» vom Viererrat der Belgrader Regierung bezüglich der Fc!»dselig'eiien in Kirnten mitgeteilt wurde: Man bittet unverzüglich folgendes der jugo-slawischen Regierung mitzuteilen: Wir wünschen die «usmerkjawkeit der Regierung de» Königreiche» der Serben, Kroaten und Slowenen aus die Lage in Kirnten zu richten, wo die Feindseligkeiten, die >m vergangenen Jänner eingestellt wurde«, neuerdings eröffnet wurden. Der Rat der führenden alliierten, assozierien Mächte hat in Erfahrung gebracht, daß die Jugoslawischen Truppen obwohl die österreichische Regierung angetragen hat, über den Waffenstillstand z» verhandeln und der Konferenz die Regierung ver strittigen Fragin zu übertragen, die Feindselig-leiten fortsetzen und sich nicht geneigt gezeigt hatten, diese» Waffenstillstand»angebot anzunehmen. Der Rat der führenden alliierten und assoziierten Mächte !kriege« geheilt werden sollten, hat sich eine kleine Gruppe Politiker gefun-den, die da» kaum bef.eiie slowenische Volk in die ärgste Reakiion stoßen wollten. Wir müssen erwäh nett, daß einige Blätter immer und immer wieder nach Spionage und den Galgen schrieen. Bon die« sem Zeitpunkte an begann daS Niveau der inneren Politik immer tiefer zu sinken. Zu diesen inneren Verhältnissen kam die Konfusion m Paris, wo die Verkehrtheit einer kapitalistischen Politik bereit« pa radvs« Formen annimmt. Alle unseren parlamen tauschen Arbeiten in Belgrad sind nur ein traun ge« Zeichen politisch.'? Unreife und staatSpolitischer Unfähigkeit, die ganze innere und äußere Politik ist auf einem toten Punkt angelangt. E« wäre nngereim«, wenn von Seiten der Partei noch weiter alle Kräfte geopfert werden würden für eine Sache, der ein trauriger Mißerfolg aus allen Linien sicher sei. Dr. Nasin über die Kriegsschulden. Der tschechoslowakische Finanzminister Dr. Ra sin soll sich Blättermeldungen zufolge geäußert haben, daß Deutfchisterreich ohneweilers die Lasten tragen könne, die ihm die Friedenskonferenz auf erlegen wird. Deutschösterreich habe ein ungeheures Vermögen zur Verfügung, worüber die Wiener Banken Aufschluß geben könne». E« war ein Feh-ler Oesterreich», daß eS den KriegSanleihen eine so hohe Verzinsung gewährt hat. Deshalb wäre e» aber möglich, im Einverständnisse mit den übrigen neu entstandenen Nationalstaaten die Kriegsanleihe in eine Schuld mit geringerer Verzinsung umzu wandeln. Eine Verzinsung mit ein oder zwei Pro zent wäre genügend und damit wäre auch eine Sanierung Deutschösterreichs ohne Bankerott mög lich. Mit einer solchen Lösung würde sich auch der tschechoslowakische Staat einverstanden erklären. Ein neues Ministerium. Da» Amtsblatt veröffentlicht eine Versügung de» König» betreffend die Schaffung eines Ministe-riumS für Forstwirtschaft und Bergbau. Da« Mini-sterium zerfällt in eine Hauptdirektioit sür Forst-wirtschaft mit fünf Abteilungen und in eine allge-meine Abteilung: jede Abteilung zerfällt in mehrere Sektionen, An der Spitze jeder Hauptdirektion steht ein Hauptdirektor, an der Spitze jeder Abteilung ein Abteilungsleiter, an der Spitze jeder Sektion ein Inspektor. Aus Stadt und Land. Amnestie. Da» Amtsblatt vom 13, d. ver-issentlicht einen Amnestieerlaß des Thronsolgerregen-ten Alexander und die Durchführungsverordnung des Kommissär» für Justizangelegenheiten in Laibach Die Amnestie ist eine umfassende, da 'nicht bloß alle Strafen wegen politischer Delikte, sondern auch an-dere von Zivil- oder Militärgerichten verhängten Strasen wegen vor dem 29. Oktober 1918 ver-übter strafbarer Handlungen nachgesehen werden; selbst Adstrasungen wegen Preistreiberei nnd Kettenhandel sind nicht ausgenommen. Heimkehr des Königs. Wie au« Belgrad berichtet wird, soll König Peter l. noch im Laufe diese» Monats in die Heimat zurückkehren. Er weilt gegenwärtig in Eastel bei Athen. Da das KönigSichloß in Topola noch nicht hergerichtet ist, wird König Petes den Sommer im Bade Arnang-jelovac zubringen. König Peter begeht übrigens den 29. d. seinen NamenSlag, der im ganzen Königreiche festlich begangen werden dürfte. Hauptmann Galimberti f. Am 19. d. ist in Cilli Herr Viktor Galimberti, Hauptmann-Rechnungsführer i. R. im Alter von 75 Jahren gestorben. Er genoß seine militärische Ausbildung in der Pionierkadettenschule in Tulln, diente zuerst im Regiment? Deutschmeister, später im Regimente Farma Nr. 24. Er machte den Feldzug 186C» mitr wurde vor Trautenau schwer werwundel und kam in preußische Gefangenschaft. Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft trat er zum Rechnungsdienst über und ging dann als Hauptmann in den Ruhe-stand. Seit vielen Jahren lebte Galimberti in un> serer Stadt und erfreute sich wegen seine» treuen und biederen Charakters bei allen Kameraden und Bekannten größter Wertschätzung. Das Leichenbe-gängnis hat am 21. d. stattgefunden. Alle Freunde werden dem Verstorbenen treue Erinnerung be-wahren. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn lag findet in der Christuskirche um 10 Uhr vor mittag» ein öffentlicher Gottesdienst, anfchließend ein KindergotteSdienst statt. Entlassene öffentliche Beamte. Nach einem Erlasse deS Kommissar» für Innere» in Laibach sind entlassene öffentliche Beamte, die nur aus Grund ihrer beruflichen Tätigkeit die Zustän-digkeit im Gebiete Sloweniens erworben haben, als Ausländer zu behandeln. Druckfehler. In unserem letzten Leitartikel hat sich ein stnnstövender Fehler eingeschlichen. Es soll dort richtig heißen, daß der erste Bukarester Frieden im Jahre 1812 und nicht, wie gedruckt, im Jahre 1912 geschloffen wurde. Dereinsauflösung. Der deutsche Sprach, verein in Marburg wurde ausgelöst, da deffen satzungsgimäßer Zweck mit den neuen staatlichen Bestrebungen nicht im Einklänge steht. Verein Deutsches Haus. Es ist der Oeffentlichkeit nicht unbekannt, daß der Verein Deutsches Hau» in der letzten Zeit mit großen finanziellen Schwieiigkeiten zu kämpfen hatte, welche besonders durch die Folgen de» politischen Umsiur-ze» den Verein vor die dringende Frage stellten, wie einem drohenden finanziellen Zusammenbruche auszuweichen sei. Die am 2. d, abgehaltene außer-ordentliche Hauptversammlung, bei welcher als Re-gierungSv«rtreter zwei Beamte der Staatspolizei er-schiene» waren, hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt und einstimmig den Beschluß gesaßt, da» Haus an mehrere Bürger unserer etadt, welche sämtlich die jugoslawische Staatsbürgerschaft und da« Heimatrccht in Cilli besitzen, zu verkaufen, Hiemit ist der Verein se ner einzigen finanziellen Sorge entledigt und kann aus völlig geänderter, den neuen Verhältnissen angepaßter Grundlage seine neu gestellten Aufgaben erfüllen. Es hat sich des- >alb auch die Notwendigkeit ergeben, die Statuten in diesem Sinne abzuändern und insbesonderS au«-Zusprechen, daß für den Fall der Auslösung deS Vereines daS Vermögen desselben dem Waisenhaus und Ixgendsürsorgeverein in Cilli zufällt. Befitzänderung. DaS allen Cilliern unter dem Namen Deutsche» HauS wohlbekannte und lieb geworden« Gebäude ist am 6. d. samt Einrichtung an mehrere Cillier Bürger verkauft worden, welche derart nochmals ihre schon oft gezeigte Opserwillig-seit beteiligten. Der Name Deutsches HauS, der durch nahezu 13 Jahre den Bewohnern dieser Stadt lieb geworden ist, gehört der Vergangenheit an. Da« HauS heißt vom Verkaufe ab Hotel Union und wird von den jetzigen Eigentümern unter Beibehal-tung deS gegenwärtigen Pächters den geänderten Verhältnissen angepaßt weitergesührt werden. Richtermangel. In Slowenien sollen 8ö bis 100 Richter sehlen. Die Ursache diese» Richter mangels wird darin erblickt, daß sich die Juristen wegen der schlechten Bezahlung weil sie noch dazu längere Zeit unbesolvet arbeiten müssen, nicht der richterlichen Laufbahn zuwende» wollen. vielleicht doch im Jntereffe des Staates^ wefen, mit der Enttiebuug dtrdfrrtffgFfirichurtich?» Beamten weniger rasch ^^IchonuugSvoller »orzu-gehen; dem «t^aJeltfa« ein Stab geschulter, Pflicht-getreuer Jetten erhalten geblieben zum Vorteile eiM"^eordnelen Rechtspflege und damit de» Staa- iflMt.... Warnung an die Arbeiter aller Kategorien. Da» Magistratsamt veröffentlicht eine Kundmachung, in welcher die Arbeiter aller Kategorien gewarnt werden, nach Belgrad oder nach Serbien zu ziehen, wenn ihnen nicht eine Arbeitsstelle von der Filiale der staatlichen Arbeii»vermttt« lung in Laibach, Marburg oder Sterntal vorher angewiesen wurde. Infolge der ungeordneten wilt-fchaftlichen und Berk lichen Regierung den Evangelischen des Königreiches SHS volle Religionsfreiheit und Freiheit der Muttersprache zugesichert hat. Erhöhung der Telegramm gebühren im Inlande. Zufolge eines Erlasse« dcS Post-Ministeriums wurden vom 15. d. angefangen die Gebühren für Telegramme im Znlande von 8 h auf 16 h für ein Wort erhöht; die geringste Gebühr für IV Worte beträgt 1*80 K. Für dringende Telegramme ist die dreifache Gebühr zu zahlen, da-gegen wird für Blankette eine Gebühr nicht mehr eingehvben, auch der Zuschlag von I K in der Zeit von 16—21 Uhr entfällt. Ferner ist eS auch ge-stattet, an Werktagen von 21—7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen gewöhnliche Telegramme aus-zugeben. Gehaltsregulierung in Sicht. In Bel-grad tagt bekanntlich eine Kommission wegen Regu« lierung der Beamten gehalte. Da eS nuu wegen der Kompliziertheit der zu lösenden Fragen zweifelhaft geworden ist, ob es möglich sein wird, noch vor den Parlamcntsserien diese Fragen gesetzlich zu re-geln, soll in der Zwischenzeit wieder eine provifo-rische Regulierung der Gehalte erfolgen und zwar in der Ar», daß den Beamten vom 1. Mai ange-fangen bi« zur cndgiltigen Regulierung Anschaf-fuugSbeiträge angewiesen oder aber besondere TugeS-diäten zuerkannt werden. Tarisermähigungen auf der Süd' bahn. Die in unserem Blatte bereits angekündig. ten Tarifermäßigungen treten nun tatsächlich schon mit 21. d. in Wirksamkeit. Im Güterverkehr wird die mit 18. April eingeführte 200%ige Erhöhung aus 100 % ermäßigt. Im Personenverkehr werden die Fahrpreise der l. und 3. Klasse ermäßigt, so daß die neuen Tarife im allgemeinen niedriger sein werden, als die Tarife der Staatsbahnen in Laibach. Die Fahrpreise sür die 2. Klasse bleiben unverändert, weil diese ohnehin schon niedriger sind, als auf den Staalsdahnen. Steuerbeschwerden aus Trifail. Der „Slov. Gospodar' bringt eine Zuschrift aus Trifail, aus welcher hervorgeht, daß eS in Trifail und Hrastnigg ungefähr 4000 Bergarbeiter gibt, die in« folge der erhöhten Lohnbezüge steuerpflichtig sind; die Bezüge betragen monatlich 600—800 K, somit jährlich 7700 K und 9600 K. In der Zuschrift wird nun angeregt, daß die Steuerbehörde der Werksdlrektion die Steuervorfchreibungen bekannt« geben und letztere die Steuern bezahlen m&je. Der jetzige Borgang fei ganz verkehrt. Es wird jeder einzelne Arbeiter verständigt, wiediel er an Steuern zu bezahlen hat, bei Nichtzahlung erfolgt die Exe-kution, die wohl gegen verheiratete Arbeiter mit einigem Erfolg durchgeführt werden kann, gegen ledige Arbeiter aber immer erfolglos bleibt. Die Bauern und verehelichten Arbeiter werden in jeder Art zur Zahlung gezwungen, die Kriegsgewinner und lcdigen Arbeiter dagegen nicht. Die Bauern« feinde lachen und schreien „Bauer, arbeite und zahle". Bürgermeisterwahl in Graz. Zum Bürgermeister der Stadt Graz wurde der Sozial-demokrat Muchilsch gewählt. Wenn die Behauptungen slowenischer Blätter richtig sind, daß Muchilsch ein geborener Slowene sei, dann hätte allerdings die deutscheste Stadt einen slowenischen Bürgermeister erhalten. Raubmord in Wöllan. In der Nacht vom l t. auf den 15. d. drangen drei als Soldaten verkleidete und bewaffnete Männer in das HauS des Grundbesitzers Koren in Preloge bei Wöllan e n undverlangte» unter Bedrohungen Geld. Koren war natürlich sehr erschrocken und gab sein Geld her. Den Räubern war jedoch der Betrag zu gering und sie verlangten, daß Koren all sein Geld her-geben müsse. Als Koren «klärte, daß er nichts mehr habe, wurde er von einem der Räuber nieder-geschossen. Die Räuber verlangten nun von der Tochter deS Koren, einem 18 jährigen Mädchen die Herausgabe des Geldes. Als das Mädchen erklärte, daß sie nicht wisse, wo der Bater ra? Geld habe, feuerte der gleiche Räuber auch einen Schuß gegen das Mädchen ab. DaS Mädchen wurde in den Banch getroffen, erlitt auch einen Beckenbruch und wurde in diesem schwerverletzten Zustande ins All-gemeine Krankenhaus nach Cilli- gebracht, wo eS sich noch heute befindet. Die Verletzte ist zwar bei Sinnen, doch ist ihr Zustand ein lebensgefährlicher. Zwei der Rätter wur»en von der Gendarmerie bereits ausgeforscht und eingeliefert, dem dritten soll man auf der Spur sein. , Gerichtssaal. Montag den 16. d. M. haben beim Kreis-gerichte Eilli die Schwurgerichtsverhandlungen be-gönnen. Am 18. d. fand die HanptverHandlung gegen AloiS und Johann Iurkovii wegen Ber brechenS des Raubmordes statt. AloiS Jurkoviö wurde schuldig erkannt und znm Tode durch den Strang verurteilt, dessen Bruder Johann wurde freigesprochen. Vermischtes. Bau von Krankenhäusern inSerbien. AuS Belgrad wird gemeldet: Der Minister für BolkShygiene wird aus dem SanitätSfond für die Errichtung von Spitälern für Geisteskranke 1 Mil- lion 600.000 Dinar benötigen. Für die Fertigstellung des LandeSfpitaleS ist 1 Million 250.000 Dinar notwendig. Für den Ausbau von Kreisspitälern in Kragujevac, Pozarevac nnd Sabac 1 Million 815.000 Dinar, für die Errichtung von Kreisspitälern 2. Klasse in Branja, Gornje Milanovac, Negokin, Pirol. Uzice, Jagodina, Krusevac und Prokuplje 1 Million 270.000 Dinar. Für die Gemeindespi-täler in GradiSce, Obrenovac und Lazarevac je 75.000 Dinar. Für die Unterstützung der Gemeinde Levacki .'*0.000 Dinar. Die Regelung der Frage der Schüler räte in Kroatien. Das Agramer Amtsblatt verlautbart eine Verordnung des Kommissariates sür Kultus und Unterricht, durch die die längst akut gewordene Frage der Schälerräte geregelt wird. Da die Schülerräte ihrem Zwecke nicht entsprechen, wird den Schülern von nun an nur gestattet, nach amerikanischem Muster in jeder Klasse je eine Klassen-gemeinde zu bilden. Diese können sich in der ganzen Anstalt in die AnstaltSgemeinde vereinigen. Die Sta-tuten "der Klassengemeinde bestätigt der klassenvor« stand, der gleichzeitig die Aussicht über sie führt, die Statuten der AnstaltSgemei.nde der Direktor, der die Aufsicht einem Professor übertragen kann. Alle Ver-einigungen der Schüler verschiedener Anstalten unter welch immer Namen sie bestehen, werden auf-gehoben und in Hinkunft verboien. Im Schoß« der Anstalt- und Klassengemeinden sind Verewigungen zur Plege der Kunst, der Selbstbildung und de« Sp»rteS gestattet. Zu den Aufführungen und Zu-sammenkünsten mögen auch Eltern eingeladen werden, damit Schule und HauS einander näherkommen. Bitten und Beschwerde» haben die Schüler durch die Direktion und nicht direkt der Regierung zu unterbreiten. Drohungen mit „Streik' find unziem-lich und wird gegen die Anreger durch Ausschluß vorgegangen. Deutsche S i e d l u n g S p o l i t i k. Die deut-sche Reichsregierung beabsichtigt eine großzügige Organisation zur Abwanderung aus daS Laut» in die Wege zu leiten, da der Uetörschuß an ArbeitS. kräften in den Industriezentren bereit« über 50 Prozent beträgt. Um möglichst viele Industriearbeiter in die Landwirtschaft überzuführen, sollen eine Regelung der Lohnverhältnisse der Landarbeiter aus gesetzgeberischem Wege erfolgen und die Besserung der ländlichen Wohnungsverhältnisse in die Wege geleitet werden. Eingesendet. TiriuiMiflMtriii »0hlelmlö»#nd, •faretilgaa«. wattoni's GIESSHÜBLER REIN NATÜRLICHER ALKALISCHER. £4UERBYl\WjL 1*53* um Postsparkasse Nr. 36.900 oo Fernruf Nr. 21 oo »«tos Äuferi ©ilm lUAIMJJW LUI! Herstellung von Druckarbeiten wie: tverke, Zeitschriften, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiers, Kuverts, Tabellen, Speisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tohn-listen, Programme, Diplome, Plakate Jnsera ten a n nah m este ll e für die Cillier Zeitung vermäblungsanzeigen, Siegelmarken Bolletten, Trauerparten, Preislisten, Durchschreibbücher, Drucksachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft u. private in bester und solider Ausführung. ♦ ♦ ♦ ♦ Presernova ulica (Rathausgasse) Nr. 5 ♦ ♦ ♦ ♦ Nummer 6 Eine Entscheidung des Viererrates. Der „Marb -Ztg." wird auS Spittal a. D. voni 16 d. ©«schrieben: Am 6. Juni 1 Uhr mittags, langte »vn der italienischen WaffenstillstandSkommission nachfolgende No«e bei der Kärntner Landesregierung ein: .Am 4. Juni langte bei der italienischen Was-senstillstond«komw»sfion nachgehende« Telegramm, von der Pariser Friedenskonferenz ein. Unsere Friede,>odelegatt«n übermittelt folgende« Telegramm, welches vom Biererrat der Belgrader Regierung bezüglich der F>ir.dselig?ei>en in Kirnten mitgeteilt wurde: Man bittet unverzüglich folgende» der jugo» slawischen Regierung mitzuteilen: Wir wünschen die Ansu,erk>air.keii der Regierung deS Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen auf die Lage in Kirnten zu richten, wo die Feindseligkeiten, die »n vergangenen Jinner eingestellt wurden, neuerdings eröffnet wurden. Der Rat der führenden alliierten, asiozierlen Machte bat in Erfahrung gebracht, daß die Jugoslawische» Truppen obwohl die österreichische Regierung angetragen hat, über den Waffenstillstand zu verhmidclü und der Konferenz die Regierung ver strittigen Fcag-n zu übertragen, die Feindselig' leiten fortsetzen und sich nicht geneigt gezeigt hatten, dieses Waffenstillstandsangebot anzunehmen. Der Rat der füb.enden alliierten und assoziierten Mächte legt Ä.n'ichi darauf, daß die Einsicht Platz greife, daß eine derartige feldsiindigc Aktion der Jugo-slawischen Truppen, nicht nur unnützes Blutvergießen verursacht nnd die Unordnung und die Leiden in den betroffenen Gegenden verlängert, sondern daß eine derartige Aktion nur der Sache derjenigen Schaden kann, die für die Fortsetzung dieser Feind-s,ligkeiten verantwortlich sind. Infolgedessen verlangt der Rat, daß ausdrimliche Befehle den Führern der jugoslawischen Truppen unverzüglich gegeben werden, alle Feindseligkeiten in diesem Gebiete ein-zustellen und ihre Truppen hinter jene Grenz, linie zmück^uzirheu, die vo:r der Konferenz festge-setzt und heute der serbisch kroatisch-slowenischen Delegation übermittelt wurde. Diese Grenzlinie setzt provisorisch di« Südgrenze des Klagensurter Beckens jrst, d.jsen Kontrolle von Oesterreich den alliierten und assoziierten Mächten aui die Dauer von sechs Monaten abzutreten ist. Die österreichischen Armeen wurden aufgefordert, sich nordwärts der Grenze deS Klagenfnrter Beckens zurückziehen". Das Ende der Koalitionsregierung. Bor kurz-m sind die socialdemokratischen Mit-Wieder Kristan i»>d Prepcl'ch auS der LandeSrezie-rung ausgetreten und hat die Koalitionsregierung ihr Ende gefunden. Das Parteiblatt „Raprej" er-klärt.in einem längereu Artikel, baß dieser Schritt infolge der innere» und äußeren Verhältnisse nicht länger aufzuschieben war und schreibt unter ande« rem: In einer Zeit, in welcher durch eine gesunde Sozialpolitik und durch allgemeine Freiheit die^ sarchtbareu Wunden deS Weltkrieges geheilt werden sollten, hat sich eine kleine Gruppe Politiker gefun« den, d-e daS kaum lef>eiie slowenische Bolk in dir ärgste Rcakiioi: stoßen wollten. Wir müssen erwäh-nen, daß einige Blätter immer und immer wieder nach Spionage und den Galgen schrieen. Bon die« sem Zeitpunkte an begann das Niveau der inneren Politik immer tiefer zu sinken. Zu diesen inneren Verhältnissen kam die Konfusion >n Paris, wo die Verkehrtheit einer kapitalistischen Politik bereits paradoxe Formen annimmt. Alle unseren parlamen-wuschen Arbeiten in Belgrad sind nur ein trauri-ge» Zeichen politischer Unreife und staatspolitischer Unfähigkeit, die ganze innere und äußere Politik ist aus einem toten Punkt angelangt. Es wäre ungereimt, wenn von Seiten der Partei »och weiter alle Kräfte geopfert werden würden für eine Sache, der ein trauriger Mißerfolg auf allen Linien sicher fei. Dr. Rafin über die Kriegsschulden. Der tschechoslowakische Finanzminister Dr. Ra sin soll sich Blättermeldungen zufolge geäußert haben, daß Deutschösterreich ohnewei'.ers die Lasten tragen könne, die ihm die FriedenSkonserenz auferlegen wird. Deutschösterreich habe ein ungeheures Vermögen zur Verfügung, worüber die Wiener Banken Ausschluß geben könne». Es war ein Feh-ler Oesterreichs, daß eS den KriegSanleihen eine so hohe Verzinsung gewährt hat. Deshalb wäre cS aber möglich, im Einverständnisse mit den übrigen neu entstandenen Nationalstaaten die KriegSanleihe in eine Schuld mit geringerer Verzinsung um^u> wandeln. Eine Verzinsung mit ein oder zwei Pro-zent wäre genügend und damit wäre auch eine Sanierung Deutschösterreichs ohue Bankerott mög-lich. Mit einer solchen Lösung würde sich auch der tschechoslowakisch? Staat einverstanden crNären. % Cillier Zeitung Ein neues Ministerium. DaS Amtsblatt veröffentlicht eine Verfügung deS Königs betreffend die Schaffung eines Ministe« riums für Forstwirtschaft nnd Bergbau. Da» Mini-sterium zerfällt in eine Hauptdirektion für Forst-wirtschaft mit fünf Abteilungen und in eine allge-meine Abteilung; jede Abteilnng zerfällt in mehrere Sektionen. An der Spitze jeder Hauptdirektion steht ein Hauptdirektor, an der Spitze jeder Abteilung ein Abteilungsleiter, an der Spitze jeder Sektion ein Inspektor. Aus Stadt iwft Land. Amnestie. DaS Amtsblatt vom 13. d. ver-öffentlich» einen Amnestieerlaß des Thronfolgerregrn-ten Alexander und die Durchführungsverordnung de» KommifsärS für Justizangelegenheiten in Laibach. Die Amnestie ist ein« umfassende, da nicht bloß alle Strasen wkgrn politischer Delikte, sondern auch an-dere von Zivil« oder Militärgerichten verhängten Strasen wegen vor dem ^9. Oktober 1918 verübter strafbarer Handlungen nachgesehen werden; selbst Abstrasungrn wegen Preistreiberei und Set-tenhandel sind nicht auSgtnoinmcn. Heimkehr des Königs. Wie ans Belgrad berichtet wird, soll König Peter l. noch im Lause dieses Monats in die Heimat zurückkehren. Er weilt gegenwärtig in Eastcl bei Athen. Da da» Königsschloß in Topola noch nicht hergerichtet ist, wird König Peter den Sommer im Bade Arnang-jelovac zubringen. König Peter begeht übrigens den 29. d. seinen NamenStag, der im ganzen Königreiche sestlich begangen werden dürste. Haüptmann Galimberti f. Am 19. d. ist in Cilli Herr Biktor Galimberti, Hauptmann-Rechnungsführer i. R. im Alter von 75 Jahren gestorben. Er genoß seine militärische Ausbildung in der Pionierkadettenschule in Tulln, diente zuerst im Regiment? Deutschmeister, später im Regiment« Farma Nr. 24. Er machte den Feldzug 186Ü mit, wurde vor Trautenau schwer werwundet und kam in preußische Gefangenschaft. Nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft trat er zum RechnungSdienst über und ging dann als Hauptmann in den Rnhe< stand. Seit vielen Jahren lebte Galimberti in un-serer Stadt und erfreute sich wegen seines treuen und biederen Charakters bei alle» Kameraden und Bekannten größter Wertschätzung. Das Leichenbe-gängnis hat am 21. d. stattgefunden. Alle Freunde werden dem Verstorbenen treue Erinnerung be' wahren. Todesfall. Frau Marie Logar, geborene Remec, Gattin deS Herrn Franz Logar, kgl. Staats-polizeiadjunkten in Cilli, ist Freitag den 20. d. um halb 8 Uhr abends räch langem, schweren Leiden im Alter von 48 Jahren in Cilli verschieden. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der Christuskirche um 10 Uhr vormittags ein öffentlicher Gottesdienst, anschließend ein Kindergottesdienst statt. Entlassene öffentliche Beamte. Nach einem Erlaffe des KommisiärS für Inneres in Laibach sind entlassene öffentliche Beamte, die nur aus Grund ihrer beruflichen Tätigkeit die Zustän-dicken im Gebiete Slowenien? erworben haben, als Ausländer zu behandeln. Druckfehler. In unserem letzten'Leitartikel hat sich ein stnnstörender Fehler eingeschlichen. Es soll dort richtig heißen, daß der erste Bukarester Frieden im Jahre 1812 und nicht, wie gedruckt, im Jahre 1912 geschlossen wurde. Vereinsauflösung. Der deutsche Sprach-verein in Marburg wurde ausgelöst, da dessen satzungsgemäßer Zweck mit den neuen staatlichen Bestrebungen nicht im Einklänge steht. Berein Deutsches Haus. Ei ist der Oeffemlichkeit nicht unbekannt, daß der Verein Deutsches Haus in der letzten Zeit mit großen finanziellen Schwieiigkeiten zu kämpien halte, welche besonders durch die Folgen des politischen Umstur-zcS den Verein vor die dringende Früge stellten, wie einem drohenden finanziellen Znjammeubruche auszuweichen sei. Die am 2. d. abgehaltene außer-ordentliche Hanplveriammlung, bei welcher als Re gierungSvertreter zwei Beamte dir Staatspolizei er> schienen waren, hat sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt und einstimmig den Beschluß gesaßt, daS HauS an mehrere Bürger unserer «etadt, welche sämtlich die jugoslawische Staatsbürgerschaft und Seite 3 da» Heimatrecht in Cilli besitzen, zu verlausen, icmit ist der Berein semer einzigen finanziellen orge entledigt und kann aus völlig geänderter, den neuen Verhältnissen angepaßter Grundlage seine neu gestellten Ausgaben ersüllen. Es hat sich de»-halb auch die Notwendigkeit ergeben, die Statuten in diesem Sinne abzuändern und insbesondere au»-zusprechen, daß für den Fall der Auflösung d s Vereines daS Vermögen desselben dem Waisenhaus und Jugendsürsorgeverein in Cilli zusälli. Besitzänderung. Da» allen Cilliern unter dem Namen Deutsches HauS wohlbekannte und lieb gewordene Gebäude ist am 3. d. samt Einrichtung an mehrere Cillier Bürger verkauft worden, welche derart nochmals ihre schon oft gezeigte Opferwillig-keit betätigten. Der Name Deutsche» Hau», der durch nahezu 13 Jahre den Bewohnern dieser Stadt lieb geworden ist, gehört der Vergangenheit an. Di« HauS heißt vom Verlause ab Holel Union und wird von den jetzigen Eigentümern unter Beibehal« tung des gegenwäitigen Pächter» den geänderten Verhältnißen anglpaßt weitergesührt werden, t Richtermangel. In Slowenien sollen 80 bi« 100 Richter fehlen. Die Ursache dieses Richter-mangels wird darin erblickt, daß sich die Juristen wegen der schlechten Bezahlung weil sie noch dazu längere Zeit unbesoldet arbeiten müssen, nicht der richterlichen Laufbahn zuwenden wollen. Warnung an die Arbeiter aller Kategorien. Da» Magistratsami veröffentlicht eine Kundmachung, in welcher die Arbeiter aller Kategorien gewarnt werden, nach Belgrad oder nach Serbien zu ziehen, wenn ihnen nicht eine Arbeitsstelle von der Filiale der staatlichen ArbeiiSvermitt« lung in Laibach, Marburg oder Sterntal vorher angewiesen wurde. Jnsolge der ungeordneten wirt-schasllichen und Verkehrverhältnisse herrscht in Bel-grad nnd Serbien Mangel an Arbeit und groß ist. die Zahl der Arbeitslosen. Arbeiter, die ohne Be« rufung nach Belgrad oder Serbien ans Arbeitsuche ziehen, vertun infolge der großen Teuerung ihre ganzen Ersparnisse und setzen sich dem größten Elende auS. Wer also eigenmächtig nach Belgrad oder Serbien zieht, hat alle Folgen selbst zu tragen. Don der Zinkhütte in Eilli. Bekannt-lich war der Hüttenarzt Dr. GollitHh kurze Zeit interniert. In der Zwischenzeit wurde Dr. Br«zoo> nik vorläufig zum HÜttenarzt bestellt, gegen den jedoch seitens eines größeren Teiles der Arbeiter-schast in einer begründeten Eingabe an die höbere Behörde in Laibach Stellung genommen touAe. Wegen dieser Eingab« wurde di« Arbkiterfchaft in der „Nova doba" angegriffen und beschuldigt, daß die Zinkhüttenarbeiter gegen einen Slowenen zu-gunstcn eines Deutschen Partei ergreifen. In einer sachlichen Erwiderung gegen diesen Angriff' in der „Nova dolrn" führt daS sozialdemokratifche Blatt .Naprrj* an», daß Dr. Gollitsch schon mehr al» 12 Jahre HÜttenarzt sei, seinen ärztlichen Berus zur Zufriedenheit der Arbeiter und der Leitung ver-sehen habe und überdies immer zu haben fei. Dr. Gollitsch kenne die Arbeiterschaft, er sei unparteiisch und die Arbeiterschift achte ihn, nicht deshalb, weil er ein Deutscher sei, sondern weil er mit den Ar« beitern als Arzt menschlich umgehe. Der prvvifo-rifch angestellte Arzt Dr. Brezovnik habe jedoch einer Arbeiterin die dringend erbetene ärztliche Hilfe verweigert und dieser wegen wurde bei der zustin, digen Behörde Beschwerde erhoben. Di« Beschwerde wurde von ungefähr 300 Arbeitern unterschrieben. ES handelte sich also nicht um e>ne nationale Hetze, sondern um die Gesundheit, also um eine sür die Arbeiterschaft sehr wichtige Angelegenheit. Fast all-jährlich herrschen Epidemien im Industriegebiete der Umgebung der Stadt, Aerzte aber, zu welchen die Ardeiter Vertrauen haben, gibt eS nur wenige und leider betrachten nur wenige au» den höheren aka-demisch gebildeten Kreisen den Arbeiter al» Menschen« Fronleichnams Prozession. Donnerstag jand nach einem seierlichen Hochamte die übliche Fronleichnamsprozesfion unter großer. Beteiligung der Schulen und katholischer Berein« und aller Be-völkerungSfchichten statt. An der Prozession nahmen auch Vertreter aller Behörden teil. Die Ehrensalven wurden von einer Kompagnie de» hiesigen serbischen Bataillons abgegeben. Eine Bergbauschule in Eilli. Mit l. Oktober 1919 wird in Cilli der erste Jahrgang einer Schule zur Heranbildung eines Nachwuchses Seite 4 Cillitr Zeitung Nummer 6 an Grubenaufsehern eröffnet. Die Schule wird zwei Jahrgänge umfassen und soll für die Schüler ein Internat geschaffen werden. Die Aufnahmöbedin-gungen werden im AmtSblatte veröffentlicht werden und wird die Direktion die Prospekte im Monate August versenden. Die AnmeldungSfrist läuft mit 15. August 1919 ab. Aus der evanzeNfchen Kirche in LHL Beim Senioralkonvcnt der evangelischen Kirche in Slawvnien am 12. d. war auch Minister Alampovic anwesend, welcher im Namen der könig-lichen Regierung den Evangelischen des Königreiches SHS volle Religionsfreiheit und Freiheit der Muttersprache zugesichert hat. Erhöhung der Telegrammgebühren im Inlande. Zufolge eines Erlasses dcS Post' Ministeriums wurden vom Ib. d. angefangen die Gebühren für Telegramme im Znlande von 8 h auf 16 h für ein Wort erhöht; die geringste Gebühr für 10 Worte beträgt l 80 K. Für dringende Telegramme ist die dreifache Gebühr zu zahlen, da-gegen wird für Blankette eine Gebühr nicht mehr eingehoben, auch der Zuschlag von 1 S in der Zeit von 16—21 Uhr entfällt. Ferner ist eS auch ge> stattet, an Werktagen von 21—7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen gewöhnliche Telegramme aus-zugeben. Gehaltsregulierung in Sicht. In Bel-grad tagt bekannilich eine Kommission wegen Regu-lierung der Beamtengehalt«. Da eS nnu wegen der Kompliziertheit der zu lösenden Fragen zweifelhaft geworden ist, ob eS möglich fein wird, noch vor den ParlamentSserien diefe Fragen gesetzlich zu regeln, soll in der Zwischenzeit wieder eine proviso-rische Regulierung der Gehalte erfolgen und zwar in der An, daß den Beamten vom l. Mai ange« sangen bis zur endgiltigen Regulierung Anschas' fungSbeiträge angewiesen oder aber besondere TugeS-diäten zuerkannt werden. TarifermShigungen auf der Süd-bahn. Die in unserem Blatte bereits angekündig-ten Tarifermäßigungen treten nun tatsächlich schon mit 21. d. in Wirksamkeit. Im Güterverkehr wird die mit 18. April eingeführte 200%ige Erhöhung aus 100 % ermäßigt. Im Personenverkehr werden die Fahrpreise der l. und 3. Klasse ermäßigt, so daß die neuen Tarife im allgemeinen niedriger fein werden, als dir Tauf« der Staatibahnen in Laibach. Die Fahrpreise sür die 2. Klasse bleiben unverändert. weil diese ohnehip schon niedriger sind, als auf den Staa'.Sbahnen. St^uerbeschwerden aus Trifail. Der „Slov. Gofpodar* bringt eine Zuschrift aus Trifail, auS welcher hervorgeht, daß eS in Trifail und Hrastnigg ungesähr 4000 Bergarbeiter gibt, die in-| folge der erhöhten Lohnbezüge steuerpflichtig sind; die Bezüge betragen monatlich 600—800 K, somit jährlich 7700 K und 9600 K. In der Zuschrift wird nun angeregt, daß die Steuerbehörde der WerkSdirektion die Steuervorschreibungen bekannt-geben und letztere die Steuern bezahle» möge, Der letzige Borgang sei ganz verkehrt. ES wird jeder einzelne Arbeiter verständigt, wieviel er an Steuern zu bezahlen hat, bei Nichtzahlung erfolgt die Exe-kutivn, die wohl gegen verheiratete Arbeiter mit einigem Erfolg durchgeführt werden kann, gegen ledige Arbeiter aber immer erfolglos bleibt. Die Bauern und verehelichten Arbeiter werden in jeder Art zur Zahlung gezwungen, die KriegSgewinner und ledigen Arbeiter dagegen nicht. Die Bauern-feinde lachen und schreien „Bauer, arbeite und zahle". Bürgermeisterwahl in Graz. Zum Bürgermeister der Stadt Graz wurde der Sozial-demokrat Muchilsch gewählt. Wenn die Behauptungen slowenischer Blätter richtig sind, daß Muchitsch ein geborener Slowene sei, dann hätte allerdings die deutscheste Stadt einen slowenischen Bürgermeister erhalten. Raubmord in Wöllan. Jri der Nacht vom 14. aus den 15. d. drangen drei al« Soldaten verkleidete und bewaffnete Männer in das HauS des Grundbesitzers Koren in Preloge bei Wöllan ein nndverlangten unter Bedrohunzen Geld. Koren war natürlich sehr erschrocken und gab fein Geld her. Den Räubern war jedoch der Betrag zu gering und sie verlangten, daß Koren all sein Geld her-geben müsse. AIS Koren erklärte, daß er nichts mehr habe, wurde er von einem der Räuber nieder-geschossen. Die Räuber verlangten nun von der Tochter des Koren, einem 18 jährigen Mädchen die Herausgabt deS Geldes. AIS das Mädchen erklärte, daß sie nicht wiff«, wo der Bater ta? Geld habe, feuerte der gleiche Ränder auch einen Schuß gegen des Mädchen ab. DaS Mädchen wurde in den Bauch getroffen, erlitt auch einen Beckenbruch ur.o wurde in diesem schwerverletzten Zustande ins All-gemeine Krankenhaus nach Cilli gebracht, wo es sich noch heute befindet. Die Verletzte ist zwar bei Sinnen, doch ist ihr Zustand ein lebensgefährlicher. Zwei der Räuber wuroen von der Gendarmerie bereits ausgeforscht und eingeliefert, dem dritten soll man auf der Spur sein. Gerichtssaal Montag den 16. d. M. haben beim Kreis-gerichte Cilli die SchwurgerichtSverhandlungen be-gönnen. Am 18. d. fand die Hauptverhandlung gegen AloiS und Johann Inrkovii wegen Per-brechen« deS Raubmordes statt. AloiS Jurkovii wurde schuldig erkannt und zum Tode durch den Strang verurteilt, dessen Bruder Johann wurde freigesprochen. Vermischtes. Ba » von Krankenhäusern in Serbien. AuS Belgrad wird gemeldet: Der Minister für BolkShygiene wird auS dem SanitätSfond für die Errichtung von Spitälern für Geisteskranke 1 Mil- lion 600.000 Dinar benötigen. Für die Fertigstellung des Landesspitales ist 1 Million 250.000 Dinar notwendig. Für den Ausbau vou KreiSspitälern in Kragnjcvac, Pozarevac und Sa bar 1 Million 315.000 Dinar, sür die Errichtung von KreiSspitälern 2. Klasse in Branja, Go?nje Milanovac, Negotin, Pirot, Uzice, Jagodin a, Kruseoac und Prokuplje 1 Million 270.000 Dinar. Für di« Gemeiudespi-täler in GradiSce, Obrevovac und Lazarevac je 75.000 Dinar. Für die Unterstützung der Gemeinde Levacki 30.000 Dinar. Die Regelung der Frage der Schüler-rate in Kroatien. Da» Agramer Amtsblatt vcrlautbart eine Beiordnung des Kommissariates für Kultus und Unterricht, durch die die längst akut gewordene Frage der Schülerräte geregelt wird. Da die Schülerräte ihrem Zwtckt nicht entsprechen, wird den Schiilern »vn nun an nur gestattet, nach amerikanischem Muster in jeder Klasse je eine Klassen-gemeinde zu bilden. Diese können sich in der ganzen Anstalt in die AnstaltSgemeinde vereinigen. Die Statuten der Klasftngemeiiide bestätigt der Klaffenoor» stand, der gleichzeitig die Aufsicht über sie führt, die Statuten der AnstaltSgemeinde der Direktor, der die Aufsicht einem Professor übertragen kann. Alle Bereinigungen der Schüler verschiedener Anstalten unter welch immer Namen sie bestehen, werden aufgehoben und in Hinkunft vnbottn. Im Schoßt der Anstalt- und Klafsengemnndtn sind Bereinigungen zur Plege ber Kunst, der Selbstbildung und de» SporteS gestattet. Zu den Aufführungen und Zu-fammenkünsten mögen auch Eltern eingeladen werden, damit Schule und HauS einander näherkommen. Bitten und Beschwerden haben die Schüler durch die Direktion und nichi^ direkt der Regierung zu unterbreiten. Drohungen mit „Streik" sind unziem-lich und wird gegen die Anreger dnrch AuSichluß vorgegangen. Deutsche Siedlungspolitik. Die heut-sche Reichsregienlng beabsichtigt eine großzügige Organisation zur Äbwonderung aus da» Land in die Wege zu leiten, da der Ueberschuß an ArbeitS-Frästen in den Industriezentren bereit« über 50 Prozent beträgt. Um möglichst viele Industriearbeiter in die Landwirtschaft überzuführen, »ollen eine Regelung der Lohnverhältnisse der Landarbeiter auf gesetzgeberischem Wege erfolgen unv die Besserung der ländlichen WohnungSverhältnisse in die Wege geleitet werden. Eingesendet. Virsiuiinf »fllr««ro«, tssüff: attontsN (GIESSHÜBLER \RBIN NATÜRLICHER ALKALISCHER/ BR U Postsparkasse Nr. 36.900 oo Fernruf Nr. 21 oo MtusßuKmNM (Soleis Herstellung von Druckarbeiten wie: tverke,' Zeitschriften, Broschüren, Rechnungen, Briefpapiere, Ruverts, Tabellen, Speisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tohn-listen, Programme, Diplome, Plakate Jnseratenannabmestellc für die Cillier Zeitung vcrmöhlungsanzeigen, Siegelmarken Bolletlen, Trauerparten, Preislisten, vurchschreibbücher, Drucksachen für Aemter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, tandwirtschaft u. private in bester und solidet Ausführung. Presernova nlicn (Rathausgasse) Nr. 5 Nummer 6 Die Erben von Grünau. Griainalroman von Aarl Ed. Alopfer. (17. Fortsetzung.) Das hob Robert inS Gleichgewicht. Nun war ihm alle» durchsichtig. „Bravo! Jetzt versteh ich erst deine Schachzüge. Da du mit deiner Spekulation auch sogar eine so-genannte Liebesheirat zu verbinden scheinst, begreife ich deinen Triumph über mich. Darum die Beschien» nigung der Hochzeit. Marta Hobrecht soll schon dein sein, nicht mehr zurückkönnen, wenn sie infolge meiner Schritte von amrSwegen erführe, daß sie Josef SchönhagS Erbin ist, eS also gar nicht nötig gehabt hätte, sich dir — zu verkaufen." Schönhags Gesicht überflog eine Blässe. Sein Lachen war rauh. .Nein, du sollst mich nicht reizen. Ich bin entschlossen, dich nur noch paihologifch zu nehmen und über deine EntrüstungSlauneii mit Heiterkeit zur Tagesordnung überzugehen." „Eine bequeme Berfchanznng, hinter der du nun auch mit deiner Herzerkorenen dein unredliche? Spiel treibst. Wie aber, wenn ich auf der Stelle zu den Leuten gehe und ihnen sage: Ersahren Sie auS meinem Munde. Herr Hobrecht, daß Sie der rechtmäßige Eigentümer von Grünau sind! Und Sie, mein Fräulein, wollen Sie auch als Millionenerdin noch die Gemahlin des mittellos gewordenen Frei-Herrn von Schönhag werden?" „Tu' das. Knäblein! Dann erklär' ich dem Manne, daß ich das Testament anfechte, was feinen Erbantritt noch »w ein Jahrzehnt v.-rzögern könnte, während ich «hm jetzt, sobald er mein Lchwieger« vater ist, die runde Hälfte des Vermögens abtrete. Gegen dieie Ordnung der Sache wirst du ja nichts einzuwenden haben, denn dein Stolz verzichtet na-türlich auch in diesem Falle aus jeden Anteil an der Beute, wie du dich so markig ausgedrückt haft." .Ich merke, du rechnest sogar noch aus ihren demütigen Dank, wenn du ihnen nur einen Teil ihres Eigentums aushändigst. Aber freilich — wenn ich es bedenke: die Geschäftsspekulation ist ja ge« genfeitig, und ich bin wahrscheinlich ein belächeln»-werter Narr, mich wegen deS Handels zwischen euch zu erhitzen. Meine Ausgabe könnte es höchstens sein, aus die Wahrung des Gesetzes zu dringen; die moralische Auseinandersetzung zwischen euch ist nicht meine Sache. Augenblicklich ist Fräulein Hob« «cht der Meinung, daß sie es ist, die eine Geld, heirat schließt. Da macht e« wenig auS, wen» sie erst später dahimerkommt, daß eS sich umgekehrt verhält. Du gibst ihr ja immer noch einen Namen — sür ihre Mitgift. Ihr werdet euch den Wett» eifer, einander zu übervorteilen, kaum vorzuwerfen brachen." „Eine prächtige Lösung, nicht wahr?* höhnte Schönhag. Man sah ihm nicht an, was es ihn kostete, sich gegenüber diesen wütenden Angriffen im Zaum zu hallen. „Wer dars nach Onkel Pepi'S Testament fragen, wenn wir uns so auf allseitig befriedigende Weise darüber verglichen haben werden ?" „Jedenfalls geht mich der ganze Handel eigentlich nichts an." „Das war von vornherein meine Ansicht." Robert wandte sich, um seinen Hut vom Stuhle zu nebmen. Nun hatte auch er sich zu Kälte durch-gerungen. Seine Berneigung vor dem Bater war die Verabschiedung von einem Fremden. .Meine Gratulation wirst du entbehre» können." Da streckte Schönhag die Hand au» und be-rührte seinen Arm. Es war Z«it, dem Drama die Wendung zu gebe». »So. jeyt lass' uns in einem > anderen Ton miteinander reden! Bisher hab' ich dir bloß zeigen wollen, daß du trotz dem Doktorhut und der Diplo-matenwürde vor »einem Bater nur ein grüner „ Zunge bist." „Weil ich wie ein Geschlagener von hier gehe?" — Robert wußte sich zusammennehmen, um ein heiß in ihm Aufwallendes zurückzudrängen. „Weil bei euch Una«sgegohrenen alleS beim Ja oder Nein liegt. Wa« nicht in euer Richtmaß paßt, kdird verworfen, wer.nicht euer verstiegenes Heldentum erreicht, ist verächtlich, komm' und laff\ dich eines Besseren belehren l Seelen und Ch«rak-' terc, mein Sohn, das sind viel vcrwickeltere Dinge, als du dir noch träumen läßt. Man kann auch über den gut gepflasterten Bürgersteig der praktischen Vernunft zu idealen Zielen schreiten. Lern' Marta Cillier Zeitung Hobrecht kennen, und dann frage dich, ob sie da» Naturell ist. sich zu »erkaufen!" „Ich habe kein Verlangen darnach, ich bin hier überflüffig." „Ich bestehe darauf, als auf einer Genugtung. die du ihr und mir schuldig geworden bist. Du sollst ihr innerlich Abbitte leisten." „Auch dir, h»sfst du damit? Nein, Bater. darüber kommst du nicht hinan«: daß du in die neue Ehe mit einer ungeheueren Lüge zu treten gedenkst," „Lass' das meine Sorge sein! Ich werde allen moralischen Anforderungen gerecht werden — in letzter Stunde, aber immer »och rechtzeitig." „Warum nicht gleich?" Schönhag lachte. .MeilMenschenweiSheit Stück-werk ist und allzuviel Boraussicht — Naseweisheit, Das merke sich ein Diplomat. — Bei dieser Gelegenheit lasf' mich endlich fragen, wieso eS kommt, daß du nach dreimontlicher Tätigkeit aus deinem Posten schon wieder Urlaub genommen hast?" Robert erklärte es in den notwendigsten Worten. ..Was? Bizekonsul? DaS erfährt man so ge^ legentlich, als ging'S einen nichts an! — Und wann muß die Reise nach Südamerika gehen ?" „Spätestens Ende August." „Gut! Da bleib» dir Zeit genug, mit den Bre ubergischen wieder in's Reine zu komme» und die Mitzi als dein wohlauSstaffierteS Weibchen mitzunehmen.' Sein Auge ruhte unverwandt auf dem blaffen, bartlosen JünglingSgesictite. .Rein, Bater. Daß ich vermögenslos bleibe und Marie Breuberg daher nicht zu meiner Frau machen kann, daran ist nichts zu ändern.' „Starrkops! Darüber wollen wir uns schon noch verständigen. Du kannst doch nicht im Ernst glauben, daß ich dich bei Wasser und Brot lasse." „Du hast nichts zu verschenken, und von der Gnade der Leute, um die wir uns seit Menschen-altern nicht gekümmert haben und ohne die Eut-deckung des Testamentes auch heute noch nicht küm-mern würden . . „Schönhag ließ ihn nicht ausreden. „Du ge-hörst in'S Panoptikum. In die Welt taugst du nicht, denn hier Heißt'S ohne Lindern zugegriffen, wenn unS das Glück richt vorbeigehen soll. Rede du mir von deiner Liebe zur Mizzi, du kalter Pedant! Wäre sie echt und wahr und tief, so müßtest du frohlocken, das süße Geschöpf wieder ans Herz nehmen zu können, — Weißt du, was ich imstande wäre — sür die Meine?" „Du hast'S bewiesen: du schreckst vor nichts zurück.' „DaS nehm' ich bei meinen grauen Haaren als Kompliment. Ich stehe am Ansanq eines neuen LebenS — und erkämpfe mirs, dir Paragraphen-rcitec zum Trotz." .Glück zu!" .Bleib'I" stellte sich Schönhag ihm in den Weg. „Wir müssen uns nicht gerade hassen, wenn wir uns nicht verständigen können. Wir spielen mit unserem verschiedenen Temperament nur ein bißchen verkehrte Welt voreinander. Wer von uns ist der Alte und wer der Junge? — Sag' mir aufrichtig: ist deine Nklgung sür Komtesse Mizzi schon be-graben ?" Robert zögerte einen Augenblick. „Meine Liebe zu ihr war nie inniger, als in der Stunde, wo ich sie ausgeben mußte", sagte er dann mit vorwurfsvollem Nachdruck, „Aber ich habe Gewalt über mich." „Großartig! Wie ich sage: der richtige Held in Beständigkeit und Celbstbezwingung. Bewabrt die Liebe unauslöschlich im Basen, bis daS Auge bricht, entsagungsvoll verschwiegen, wunschlos im härenen Biißerkleide. Und so saß er. eine Leiche. eineS Morgens da . . Robert zuckte mit keiner Wiirper. Jetzt glitt der Spott des VaterS an ihm ab. „Na, jedensalls wünsche ich, daß du bis zu deiner Amerikasahrt hier bleibst. Oder wmigsten« bis zu meiner Hochzeit." .Was soll ich hier?" „Deinen Kops auslüsten, dein schwermütiges Gemüt. Hast du denn heute noch nach Wien zu-rückgewollt?* „Mein Gepäck ist drüben im Markt; beim Poftwirt hab' ich ein Zimmer genommen." Schönhag lachte wieder h.'ll aus. „Der wird die Augen ausgerissen haben. Das fehlt noch zu der Sensation, die ich den Leute liefere. Auf Stunden im Umkreis, weiß ich, ist die liebe Nachbarschaft auf über den alte» Schönhag, der sich ein Bräut-chrn genommen hat. Hoho! Du hast keine Idee, Seite 5 wie eS mich amüsiert, Hinz und Kunz zum Maul-aussperren zu verleiten. — Aber das sollen sie »ir nicht nachsagen, daß eS mir nicht gelungen wäre, den Sohn aus «eine Seite zu bringen." Robert verzog den Mundwinkel. „Ich verstehe. E« wär dir daran gelegen, vor deiner Braut das Zerwürfnis zwischen uns zu ver-derben." .In erster Linie: sie in deinen Augen die ihr gebührende Hochachtung gewinnen zu lassen, wieder« hole ich dir. — Aber ich will dir noch einen anderen Grund zum Bleiben geben." „Der wäre?" „Du sollst Wächter darüber sein, daß ich mich mit Marta und ihrem Vater wirklich noch vor der Trauung über die Erbschaft auseinandersetz?. Damit ist dem Buchstabenrechte, daS du wahren willst, ein annehmbares Genügen geleistet und kannst du dir Ueberzeugung mit dir nehmen, daß dein Bater doch noch eines Restes deiner Achtung würdig ist." Das scheuchte Robert aus seiner Zurückhaltung. „Gut, da» will ich noch." „Ich werde sosort Anordnungen treffen, dich vom Poftwirt auszuquartieren; du brauchst gar nicht mehr hinüber. — Und jetzt komm' zum Früh» stück! Da werd' ich dich mit Maria bekanntmachen." Es war ein starkes Mittel, zu dem Schönhag da griff: Robert den Hobrecht gegenüberstellen. Aber jetzt war eS ihm rech!. Es stand mit seiner neuen Lebensaufmachung in Einklang, eine unv-r» »leidliche Gefahr durch frisches DranfloSgehen zu brechen. Auf ähnliche Weife hatte er ja eben erst Robert aus dem Sattel geworfen. Nan sollte er durch die nähere Bekanntschaft mit Marta innewerden, daß B«terS zweite Ehewahl etwa» mehr als bloft vernünftig sei. Sie aber — sie sollte Zeugin der Ueberlegenheit sein, mit der er Robert behandelte. Es war ja vorauszusehen, daß ihr der Gedanke an einen erwachsenen Stiefsohn Unbehagen bereitete. Auch das ließ sich am besten durch die persönliche Begegnung kurieren, unter der ihr klar werden mußte, daß der Bräutigam wohl gesonnen sei, mit seinem Sohne im Einvernehmen zu bleiben, nicht ober, ihm Recht« einzuräumen» die den Interessen der Gattin widerstreiten könnten. Jedenfalls wäre ihm jetzt vor Marta nichts unangenehmer gewesen, al» ein öffentlicher Skandal, wie er durch Robert» Beharren aus dem Absteigequartier außerhalb de» Baleryausei entstanden wäre. .Schau, Maria, was für eine liebe Ueber-, raschung mir geworden ist! Da» ist mein Sohn Robert, von dem ich dir kaum noch zu sprechen Gelegenheit hatte. Er wird zwischen Stockholm und Bolivia ein paar Urlaubswochen bei uns verbringen. Der gute Junge wollte eigentlich nur im Vorbei-gehen zu uns hereingucken. Fürchtet. unS zu be-lästigen und dergleichen. DaS wäre noch schöner. — Bestätige ihm, daß du mit mir eine» Sinnes bist, wenn ich ihn zum Verweilen bis zu unserer Hochzeit ausgesordert habe!" Sie war so überrascht, SchönhagS Sohn, der ihr sast zu einer Fabelperson geworden war, plötzlich vor sich zu sehen, daß sie zunächst zu keinem wei» ieren Eindruck kam. DaS Fremde, da» sie in dem junge» Manne antrat, wollte sie nur in sich selbst suchen und mit opsermutigem Entschluß eS niederringen. ES war ein wilivertrauende» Lächeln, mit dem sie ihm die Hand reichte, und an« ihren Worten sprach ein geöffnete» Herz. Als da aber ihr strah« lendeS Auge aus starre Umpanzertuig stieß, erstarb die entgegenkommende Regung in ihr. Es war, als bringe der junge Herr au» Schweden etwas vom Atem der EiSregionen mit. Sie konnte nicht wissen, daß er nicht bloß ein schnöde« Borurteil zu besiegen halte, sondern mehr noch die Scheu vor der wahren Herrin dieses Hause», in welchem Ränkesucht und Betrug auch ihn nmgarnen wollten.' Er ewpsand es wie eine Art Verleumdung nicht aus der Stelle sagen zu dürfen: du bist reich und kannst dein Leben nach deiner freien Neigung bestellen, hast nicht nötig, diese Bernunstheirat zu schließen. Durch sein Bleiben hatte er sich mit dem Bater — zwar nicht verbündet, aber bis zu einem gewissen Grade gebunden. Er hatte nur die Bedingung zu stellen, daß vie Hobrecht« über den wahren Stand der Dinge ausgeklärt würden und der „Vergleich" über daS Testament noch vor der Hochzeit zustande komme. DaS war das „Wächter« amt", das er übernommen hatte, gewissermaßen als Verbetn de« Gesetzes. (Fortsetzung folgt.) Seite 6 Cillier Zeitung Nummer 6 Billig zo verkaufen Herrenschuhe, DamenhQte, Kleider für Frauen und Kiader, goldene Herrenuhr, Säbel, Bilder, Ampel, Waschmoscbine usw. Hugo-Wolfgasse Nr. H (Kersnikova ulica) ebenerdig rechts. Täglich von 12—14 Uhr. Die Anfertigung aller Art Wäsche von der eifachsten bis zur feinsten Ausführung wird übernommen Bat» bausgasse Nr. 14. 1. 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