P^S»u«eratt»«s-Preik it gjiv £ d i u a *: Ganzjährig . • 8 fl. 40 fr. Halbjährig • • 4 „ üO „ «ierteljShrig . 2 „ 10 „ Monatlick ... — k 70 „ Mit btt Post: «anzjährig...............12 fl. Halbjährig................ 6 « Lirrteljährig............. 3 " Für Zustellung in« Haus »iettelj. 25 lt., mvnatl. 9 kr. Nnze nr 'Jinmmttn 6 h. Laibacher Redacttou Bahnhosgaffe Nr. 132. Cnijlilatt. Anonyme Mittheilungen werde» nickt bertitffidbttgt; Monnfcripu nickt jjaitcrgesenbet. Expedition- L Jnsetate«-® «trenn: Tongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-wahr & geb. feamberq.V —— ^ '’V' JnserrionSp^eife: Für btt einspaltige PetiW^^^ < ä 4 tr., bti wiederholter 4/ schaltung ä 3Tfr. / Anzeigen bis 5 Zeilen Bei größeren Inseraten nnb öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 247. Donnerstag, 28. Oktober 1875. — Morgen: Narzissus. 8. Jahrgang. Serbisches. Ebm aus Serbien zurückgekehrte flooenischc Freiwillige, welche in Sckabaz und Belgrad moncUc lona vergebens auf den Losbruch der Serben gegen die Türken gewarnt, berichten dem „Slov. Narod", datz diesen Winter vonseile Serbiens nicht möglich sei ein Eintreten in die Action zu erwarten, daß aber der Loebruch für das nächste Frühjahr gesichert s.j Auch sei das serbische Volk durchaus nicht so beeeistert, wie es von rechtswegen sein sollte. Die Bande des Popen Zirko, der sich bei weitem nicht als so selbstlos gezeigt hatte, wie fernstehende wol urtheilen mochten, hat der bekannte Oberst Orcs-toort übernommen. Da Zarko verschwunden ist. Die Lande bte Generals StralimiroviL, die derselbe in Schabaz organisiert hatte, wurde von der Regierung aufgelöst. Alles tröstet sich mit Hinweisungen auf daö Frühjahr. Auch die Türken spielen die Harmlosen nnh entschuldigen die vorgekommenen Grenzverletzun “ mit Misvrrständiüfsen" u. s. w. Sann man schon aus diesem gewiß nicht türken fr.nnMiA a?fär bten Berichte einen Rückschluß £ “ auf die besondere Eignung Serbiens, bei den s^ttaven die Rolle eines slavische» Piemont zu 77,* }o erlangen wir ein noch deutlicheres Bild o'ae wenn wir die Haltung des serbischen Par-gewöhnlich Skupschtina genannt, näher ins L®. fassen. Der gewöhnliche Menschenverstand möchte glauben, .eö sei schlechterdings ein Unding, daß eine Volksvertretung im Verlaufe von ein paar Wochen dasselbe verwirft und von sich stößt, waS sie eben mit großer Begeisterung und anmüthigen Sinnes gutgeheißen. Und doch leistete die famose serbische Skupschtina dieses Bravourstückchen parlamentarischer Seiltänzerkunst. Als die serbischen Volksvertreter noch in Ära« gujevac tagten, hatten sie nicht nur in geheimen Si> tzungen den Wortlaut der Adresse an den Fürsten, welche die sofortige Kriegserklärung an den „Tüt-kenfeinb“ verlangte, mit Dreiviertelmajorität, sondern auch die geheimen Beschlüsse über die Art der Pro-vocierung und Förderung des Krieges einstimmig angenommen. Eine Woche darauf wurde die Skupschlina vom Fürsten nach Belgrad verlegt und es dauerte keine fünf Tage, so hatte dieselbe nicht nur den Krieg, sondern auch die Beschlüsse wegen nachdrücklichster Unterstützung des Aufstandes in Bosnien und der Herzegowina nahezu einstimmig verworfen. Nun sind wieder ein paar Wachen i;;6 Land gegangen, es ist daher nur ganz natürlich, daß die wackeren Skupschiinare wieder kriegerische Anwandelungen verspüren und sie Krieg mit den Türken um jeden Preis verlangen. Bereits telegraphiert man auch schon aus Sem-lin: „In Belgrad wurden drei geheime Skupschtina-sitzungen abgehalten, in welchen über die türkischen Grenzverletzungen verhandelt wurde. Das Ergebnis der Verhandlungen war, daß sich 61 Skupschiina-Abgeordnete für die Kriegserklärung an die Tür- kei, 49 aber dagegen aussprachen." Diese Kriegs-begeisterung bet verschlossenen Thüren dürfte zwar ziemlich ungefährlich fein, besonders nach den Erfahrungen der letzten Zeit; aber die Haltung dieser „parlamentarischen" Versammlung ist denn doch geeignet, das Staunen und die Verwunderung der europäischen Kreise zu erregen. Eine Erklärung dieser Erscheinungen bietet aber die Art der Zusammensetzung der guten Skupschtina. Ein beigrabet Eorrespondent des „92. W. T." gibt hierüber folgende Ausschlüsse: Die Elemente der Skupschtina bieten ein Bild, das schwerlich eine andere Volksvertretung zu bieten vermochte. Die Majorität der Skupschtina liegt in den Händen der Bauern. Das Volk wählt zu seinen Deputierten keinen „Schwaben" aus der Stadt, welcher „schwäbische" Kleidung trägt und das Volk entweder als Advocat oder als Beamter oder gar als Minister „betrügt“. Die wenigen Städler wählen Kaufleute und nur die Regierung ernennt (je auf drei gewählte Deputierte einen) Professoren, Beamte u. s. w. zu Regierungsvertretern. Eine politische Bauernmajorität gibt es wol nicht, ausgenommen einzelne Fälle, wo es sich um eigene In. tereffen oder um die Verfolgung eines Polizeibeamten handelt, da die Bauerndeputierten in zwei Parteien sich spalten: in eine rabicale Bauernpartei und in eine liberale serbische Partei; aber wie dieser größere Theil der Deputierten beschaffen ist, kann man schon darnach beurteilen, daß die meisten zum ersten- Ieuilleton. Menschenspuren ans interglaciären Ablagerungen in der Schweiz. «rofessor L. Rütirneyer hat im zweiten Hefte, « Rand, des „Archiv für Anthropologie" eine küeressante Mittheilung gemacht, der wir das fol. ,ttlbc 1 dtn^diitftrkohlen, dir in einigen Theilen . restlichen Schweiz ausgebeutet werden, fanden midi bisher schon neben den Knochenresten von Vbieren der Glacialzeit Reste von Thieten, wie rionhas antiquus und lihinoceros Leskii, die xirroärtS nur in den tiefsten Schichten der qua-« aten Formation Vorkommen. Dieselbe Schiefer. yV!e 1» (0 nun, welche in neuester Zeit Dokumente hat, daß gleichzeitig mit btt Pflanzen- und «-kierwelt, deren Ueberreste sie darstellt, auch der an.nsch diese Gegenden bewohnt hat, und zwar AncuUienle, welche nicht nur über die Luverläffiq-f u fei es nach Alter, fei e» nach Herkunft, allen ' jfet ausschließen, sondern gleichzeitig von einer «telle Wehikon, stammen, wo die liinlagttung der a»s,le zwischen zwei Gletfchrr>Ablagerungen am voll-pLndigften belegt ist. Immerhin ist der Fund nicht an Ort und Stelle, sondern ganz zufällig in Bafel gemacht worden, wo diese Kohlen als Brennmaterial häufig verwendet werden. Ein Privatmann, Herr Dr. Jur. Scheuermann, den das Interesse an den mannigfaltigen, in der Schieferkohle enthaltenen Pflanzen» abdritcken veranlaßt hatte, die Stücke für feinen Ofen selbst zuzubereiten, wurde dabei aufmerksam auf eine Anzahl von zugespitzten Stäben, die, von der umgebenden Kohle nicht verschieden, neben einander in einem größeren Block derselben eingebettet lagen, und zeigte dieselben Professor Rütirneyer. UeberdieS war er ihm behilflich, mit juristischer Sicherheit an der Hand der Bücher des Handelshauses, von dem er die Kohle bezogen hatte, den Beleg zu führen, daß dieselbe aus der Grube „Schönreich" bei Wetzikon stammte. Es sind der Stäbe vier, neben einander in schwarzer Kohle fest eingebettet und mit derselben gewiffermaßen verschmolzen, aufgehoben worden. Professor Rütimeyer gibt eine Abbildung und genauere Beschreibung der Stäbe, auch theilt er das Resultat der mikroskopischen Untersuchungen des Professors Schwendener mit, wonach jene Hölzer wahrscheinlich von Abies excelsa httrührtn, und fährt dann fort: „Cornbinationen über die Art btr Verwendung dieser Stäbe scheinen überflüssig. Am nächsten scheint zu liegen, daß es sich um einen Ueberreft irgend eines rohen korbartigen Geflechte« handle. Wichtiger ist der Nachweis, daß hier aus einem interglaciären Kohlenlager, das gleichzeitig Ueberreste der obengenannten, größerenteils aus-gestorbenen Thierarten enthält, ein Geräthe vorliegt, das nach der Art der Einlagerung in die Umgebung, nach Art feiner mechanischen und chemischen Veränderung seit der Einbettung und nach der noch wahrnehmbaren Art der Zubereitung sicherere Belege menschlicher Thätigkeit aus einer geologisch genau definierbaren Vergangenheit an sich trägt, alt dir große Mehrzahl von sonstigen Artefaclen, deren Einlagerungsfrist ja so selten mit vollkommener Sicherheit bestimmt werden kann. Auch eine nähere Besprechung der Epoche, in welcher dieses Geräthe in den nach geologischem Maßstab abzuschätzenden Umwandlungeprozeß seiner Umgehung hineingezogen wurde, scheint hier nicht am Platze zu sein. Für die Schweiz und wol auch für eine weitere Umgebung derselben bürste es einstweilen als die älteste Spur dcs Menschen gelten. Ist es auch wahrscheinlich, daß Funde wie in den Höhlen von Behrier und Thayingen, Schuffenried und sofort auf eine mit der Eisperiode in r.ächftet Beziehung stehende Vergangenheit des Menschen selbst in btr Nachbarschaft eines so mächtigen Quell- male Belgrad gesehen haben und von der Welt so fatale Begriffe hoben, daß es ihnen nicht klar ist, ob der Becki (Wiener) Kaiser mit dem Kaiser von Oesterreich in Freundschaft lebe oder ob dieselben gegen einander sich nicht gerade zu einem Kriege rasten. Die zwar kleinliche, aber in der außerserbischen Well wol noch sehr intensive Nothwendig-keit der Schnupftücher findet bei der Mehrzahl der Skupschtina keine Beachtung und mit dieser auch andere „schwäbische" Erfindungen nicht. ______________________(Schluß folgt.)___________________ Politische Rundschau. Laibach» 28. Oktober Inland. Als im März dieses Jahres der Bericht über den Wild au er'schen Antrag und auf eine Modificalion des Schulaussichtsgesetzes auf die Tagesordnung des Abgeordnetenhauses gesetzt war, gelang es dem Drucke der Regierung, die parlamentarische Behandlung des Gegenstandes von der Tagesordnung verschwinden zu machen; in der bekannten Eonferenz, welche damals stattsand, wurde die Annahme des Gesetzentwurfes als „parlamentarisch nicht opportun" bezeichnet. Nun die Behandlung dieses Gegenstandes für die kommende Woche abermals in Aussicht genommen ist, arbeitet das Ministerium dem „N. W. T." zufolge schon wieder mit vereinten Kräften dahin, daß das Gesetz nicht die Zustimmung des Parlamentes erhalte, mit anderen ©orten, daß die Volksschulen in Tirol auch fernerhin in den Händen des Klerus, in Galizien die alte polnische Wirtschaft fortbauere. Zum Theile sollen diese Bemühungen der Minister schon Erfolge aufzuweisen haben; man nennt eine gante Reihe Abgeordneter, welche der Linken und dem Centrum angthören und gesonnen sind, aus Rücksichten gegen die polnischen Abgeordneten, die mit ihrem Austritte drohen, den Wildauer'schen Antrag zu Falle zu bringen, lieber den Wildauer'schen Antrag wird also kommende Woche berathen werden und wir werden uns sonach auf eine der unerquicklichsten Debatten gefaßt machen müssen. Die neueste Borlage des Finanzministers, betreffend das Gesetz durch welches einige gesetzliche Bestimmungen über die Stempelgebühren von Eingaben und Protokollen und bann über den Gebührennachlaß abgtändert werden, rief vorgestern bei der ersten Lesung im Abgeordnetenhause eine lebhafte Debatte hervor. Abg. Wolfrum wollte das Gesetz an den Budgetausschuß gewiesen wissen; Ab« geord. Hoffer stellte im Namen des Fortschritts-clubS den Antrag auf Zuweisung an den bereits bestehenden Gebührengefetz Ausschuß. Dieser Antrag erhielt die Majorität. Hierauf schritt das Haus zur Specialdebatte über das Filchereigesetz. gebiete» für Gletscher, wie die Alpen, Hinweisen, so liegt hier nicht nur die Ucberdcckung eines menschlichen Wohnplatzes durch eine Ablagerung am Tage, welche man früher als das Werk der gefammten Eiszeit anzufthen gewohnt war, sondern cS bitten sich noch zwei weitere und neue Maßstäbe für die Berechnung einheimischen Menschendaseins: die Umwandlung menschlichen GerätheS in Schieferkohle und die Gleichartigkeit mit einem der Eisperiode bisher fremd geglaubten Elephanten und Nashorn. Man wird sich also einmal in den interglaeiären Epochen, wie sie in neuerer Zeit besonder« Gcikie an der Hand der Beobachtungen in England, andererseits in den Ablagerungen ähnlicher Geschöpfe, wie sie bisher wesentlich au« der sogenannten Pliocenzeit Ooeritaliens bekannt geworden sind, umfehen müssen, um dieser neuen Etappe von Menschengeschichte eine Stelle in der Geschichte unseres Welttheiles anzuweisen. Und ermißt man, daß neuere vielfältige Beobachtungen dem Pliocen Europa« je länger je mehr eine blos littorale Bedeutung zuweiscn, so würde wol btt nächste Schluß dahin gehen, dem Menschen vorderhand sogar in nächster Nähe eines mächtigen Quell gebiete« für Gletscher auch eine Wohnstätte in Continental« Pliocenzeit einzuräumen." Die Sanktionierung des Gesetze« Über den Verwaltungs-Gerichtehof wurde vorgestern von dem Ministerpräsidenten dem Abgeordnetenhaus verkündet. Der Präsident theilte außerdem den Dank des Kaisers und der Kaiserin Maria Anna für die Beweise der Theilnahme mit, welche im Hause das Ableben des verstorbenen Kaisers Ferdinand hervorrief. In Erledigung der Tagesordnung wurde hier auf die Regierungsvorlage über die Erhöhung einzelner Gebühren einem Ausschüsse zug-iwiesen und die Specialdebate über das Fischereigesetz fortgesetzt. Die Junge zechen haben auf den ersten Sonntag im November einen Parteitag nach Prag einberufen, um ihr Programm für das nächste Jahr fefyustellcn. Das Programm der Halbheit und Unentschlossenheit, bas die Jungczechen auf der vor etwa zehn Monaten abgehaltenen ersten Parteiversammlung in Prag beschlossen haben, hat sich praktisch so schlecht bewährt, daß diese merkwürdige Partei des politischen WollenS und Nichtkönnens in der That allen Grund hat, nicht nur, wie aus Prag gemeldet wird, einige, sondern sehr viele und durchgreifende Minderungen in ihrer Taktik vorzunehmen. Im Volke haben die Jungezechen während dieses Jahres faktisch nichts an Einfluß gewonnen, und eine politische That — das Herumbalgen mit den Altczechen abgerechnet — haben sie auch nicht zu verzeichnen. Die Absicht des französischen Ministers des Auswärtigen, die Mächte zu einem Collectivschritte gegen die jüngsten türkischen Finanzmaßregeln zu vereinigen, scheint gescheitert. Deutschen Blättern telegraphiert man aus Wien, das wiener Cabi -»et habe bereits definitiv abgelehnt, sich an einer solchen gemeinsamen Vorstellung zu beteiligen; diese Erklärung soll im Einverständnis mit Rußland erfolgt fein. Ausland. Mailand und die Begegnung des deutschen Kaisers mildem Könige von Italien bilden noch immer die Stichworle für zahlreiche auswärtige Blätter, namentlich englische. Die „Times" schreibt in einem Artikel: „Die Italiener sind nicht gewohnt, ihre Bequemlichkeit aufzugeben, indem sie Städte besuchen und neuen Sehenswürdigkeiten nachlaufen; aber der deutsche Kaiser hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf sie ausgeübt. Sic haben sich gedrängt, um ihn auf eine Secunde zu sehen; sie haben ihn mit rechter Begeisterung begrüßt, und es unterliegt nicht dem mindesten Zweifel, daß Victor Emanuel niemals vollständiger der Repräsentant des italienischen Volkes gewesen ist, als jetzt bei dem Empfange feines kaiserlichen Gastes, den er mit Ehrenbezeigungen überschüttet. Die Italiener können das Gefühl habe«, daß ihre tiefsten Sympathien und bleibenden Interessen mehr mit dem deutschen Volke verknüpft sind, als mit irgend einer anderen Nation Europa’«." Freiheit der Schule nach französischem Vorbilde — so tautet da« neueste Slichwort in dem Programm der deutschenUltramontanen. Windt-horst und Schorlemer-Alst haben e« in einer am 19. d. M. abgehaltenen katholischen Volksversammlung zu Münster ausgegeben. Al« Echo erschien bald daraus die Ankündigung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß der Religionsunterricht in den katholischen Volksschulen demnächst eine Regelung erfahren wird. Derselbe soll fortan nur im Aufträge de« Staate«, und zwar blo« von solchen Personen ertheilt werden, welche die Regierung hiezu für qualificiert erachtet. Au« Spanien liegt ein origineller Tage«, befehl vor, den ein carlistischer Führer an seine Soldaten gerichtet hat. Der edle Mann sagt darin: „Gott bedarf, um seinen Willen durchmsetzen, nicht viel Gewehre und Kanonen." E« scheint, der Brave will seine Siege erbeten. Da« Bombardement von San Sebastian dauert fort, und man wartet vergeblich auf gute« Wetter, da« Loma und seine Trup> pen bringen soll. Der „Monde" veröffentlicht ein curiose« Aktenstück an« Spanien. E« ist ein Schreiben de« Bischof« von Tortosa an ben König, worin letzterer beschworen wird, jede Duldung in religiösen Dingen zu verleugnen und die alten spanischen Zustände, denen ein Alamontade zum Opfer fiel, wiedrrherzuslellen. „Die Gewissensfreiheit," heißt es in diesem kostbaren Briefe, „ist der Ruin jedes Staates. Als die Ketzerei in den Niederlanden um sich griff, gingen sie für Spanien verloren." Der hochwürdige Bischof scheint einen gewissen Alba vergessen zu haben, der mit den „Ketzern" verzweifelt wenig Umstände machte und die Niederlande doch nicht rettete. Die russische „Petersburger Zeitung" bringt aus Taschkent» einen interessanten Brief, in welchem gemeldet wird, daß der Führer der khokand'schen Insurgenten, Wbdurrhatnan Avtobatschi, den Russen die sämmtlichen Gefangenen zurückgeschickt habe, welche seine Truppen zur Zeit ihres Einfalles auf russische» Gebiet zu Beginn der Insurrektion gemacht haben. Es war ihrer eine stattliche Zahl, als sie in Reihe und Glied vor dem (Kommandanten aufmarschierten; sie waren alle in khokand'schen Costümen mit Ehalat und Turban, die Köpfe glatt rasiert, was einen höchst possierlichen Anblick gewährt haben soll. Die Khokander haben sie gut behandelt, nur konnten sie der Versuchung nicht widerstehen, sie wenigstens äußerlich in gute Moslims umzuwandeln. Die „Turquie" enthält zwei Rundschreiben de« türkischen Großveziers an die Provinz-Gouverneure. Das erste derselben beschäftigt sich mit den Administralionsrathen. Den Behörden wird einge-schärst, darauf zu achten, daß alle Gemeinden in denselben vertreten seien. Die Gutachten der Räthe find ernstlich zu berücksichtigen, und die Gouverneure und Unter-Gouverneure werden angewiesen, keinen Einfluß auf die Beschlüsse der AdministrationSräthe zu nehmen und sich nicht in jede Frage zu mischen, die dem Wirkungskreise derselben Vorbehalten sind. Das zweite Rundschreiben betrifft die Steuernachlässe und die Abschaffung des 25perzentigen Zuschlag zum Zehent. Den Behörden wird eingeschärft, >cr Bevölkerung die Vortheile dieser Ermäßigung “at zu machen und dafür zu sorgen, daß sie den Atcutt» trägem auch wirklich zugute kommen, d. H. die Beamten werden aufgefordert, nicht zu betrügen und nicht stehlen. Ob sie die Ermahnung des Großvc-ziers beherzigen werden, wissen die Götter. In der serbischen Skupschtina rumort t6 wieder einmal gewaltig. Der patriotische Eifer der Omladinisten dürfte sich jedoch bald abkühlen, denn Fürst Milan scheint trotz seiner Jugend nicht geneigt zu sein, mit sich spassen zu lassen. Ein Privat« telcgramm meldet der „N. Fr. Pr., daß er die VertagungSordre für die Skupschtina bereit« unterfertigt habe und sie noch im Lause dieser Woche dem Präsidenten zusenden werde, worauf die serbischen Umsturzmäimer bis zum I. Dezember Zeit haben werden, sich in Geduld zu üben.____________ Zur Tagesgeschichte. — Verkehrsstörung. Auf der Bahnlinie «arl-stadt-Finme mußte infolge eines Dammdurchbruches durch Hochwaffer zwischen den Stationen Jaska und Karlstadt der Frachtenoertehr gänzlich eingestellt werden. Der Personell-verkehr ist an der UnsallSstelle nur durch Uebersteigen möglich. — Vom Zuge überfahren. Aus L e i b n i tz meldet man, daß in der Nacht vom 26. zum 26. Oktober der Streckenwächier der SUdbahn, Alois Lach, zwischen de« Stationen «alSdorf und Wildon von einem Zuge über-fahren und tobt aufgefunden wurde. — ApprovisionierungS-Magazin für Sahnbebien stete. Die Äeneratdirection der Südbahn hat vom 1. November l. I. an in Marburg ein «PPro-visionierungSmagazin für alle dortseldst stationierten Bahu-bedienfteten, ftebilen Arbeiter, Diener und Beamten ins Leben gerufen. DiefeS Magazin wirb die Artikel den Bediensteten aus Credit geben, welcher rücksichtlich der Eonsum artikel die Hätste des monatlichen GehalteS, resp. der 14t6gi* gen oder wöchentlichen Bezüge und Berdienstbeiräge niem-IS überschreiten darf. Für Leinwand und fertige Wäsche, welche durch da« Magazin ebenfalls bezogen Werden können, wird ein besonderer Eredit in der Maximalhöhe von « bis 3(1 fl. rückzahlbar in 3 bis 6 Monatsraten, gewahrt Die Gesellschaft hat daS Unternehmen nnr im Interesse ihrer Bedien - fielen geschaffen. — Gesundheit-Verhältnisse in England. In dem kürzlich erschienenen ofstcietten Berichte des Privy Council sind die Vergleiche über den Gesundheitszustand von 05 Itädten Englands vor und nach der Einführung der Canalisation sehr bemerkenswert^. Die aus diesen Vergleichen gefolgerten Schlüsse sind: 1. Daß nach Her- stellung des neuen Kanalsystems und der Verbindung der Häuser mit demselben die allgemeine Sterblichkeit in fast allen Fällen bedeutend sank, in zwei Fällen bis um 32 Perz. 2 Die Sterblichkeit der Kinder, immer bekanntlich eine der besten Proben allgemein gesundheitlicher Verhältnisse, hatte bedeutend abgenommen. 3. Die Sterblichkeit an Typhus- rc. fiebern vermindert sich in sast allen Fällen außer, ordentlich. In 1° Städten betrug die Reduction zwischen „ unt) i/S der aus diesen Krankheiten entstandenen Todes» fälle' in 9 ändern über die Halste, und in einer davon sogar 75 Perz 4- Scheint die Cholera in den betreffenden Städten n, unschädlich gemacht zu fein. Der Bericht schließt mit in Bemerkung, daß, nachdem mit der Lanalisation, ver-dunden mit Wasserclosets, solche Resultate erzielt worden sind, e§ starker praktischer Beweise für die Superiorität eines an-tern Systems bedürfen werde, ehe man sich zur Anwendung eines solchen entschlösse. (Solche Resultate sind die FrUchte der allgemeinen Erkenntnis, daß st» Krank-beiten zumal Epidemien verhüten lassen, wenn die Gemein« ben die »öthige Einsi»! und den Willen haben, derselben Rechnung zu tragen. Die Red.) _______________________ Local- und Provinzial-Angelegenheiten. , (S a m m 1 u n g s ü r A b b r a nd 1 e r.) Au» Anlaß d-r am 7. Oktober d. I. ,u Großdorf. Bezirk Gurkseid stattgehabten Feuersbrunst Hat die !. k. Landesregierung U Sammlung milder Beiträge im ganzen «rontanbe ein-' leitet und es werden die einlaufenden Spenden in Geld o6cr Naturalien bei der t. f. Landesregierung, bei dem Qtabtniagißiat! in Laibach und bei allen k. k BezirkShaupt- wannschaften entgegengcnommen. __ (Veränderungen in der Lehrerwelt.) CV„ ben Ruhestand traten: Joses Kramer, Lehrer in Bi-fooflotf; Fran; Germ. Lehrer in Milterdors; Anton Siaofic. Lehrer in Johannisthal, und Joses T u r k, Lehrer in St Peter bei Rudols«werth. — Ernannt wurden : Georg juni provisorischen Lehrer in Prester und Johann »emic in St. Georgen; Maria Fron, l zur provisori-f4 Lebt«'« in St. Veit; Heinrich Wisi ak zum Lehrer in Lußtbot, Jos-s 3°itc *um pr°°>s°rischen Lehrer in ftrorpn Johann Wohi" z zum provisorische» Lehrer in „ . ' ggj,helm>»e Petz z»r Oberlehrerin und Amalie ,ar »uc provisorische» L-Hrerin in Rndolsswerth. 6 f »irnat zum Lehrer in SDöbmiit, Franz Dnlar «iiütifdic» Lehrer iu Se-ntsch. Andrea« Peru« :: ssüu “ 3'=. 3.«.,.,, p drei in Budajne, Johann Zarn,k zum Lehrer in u Johann Peiir zum Lehrer in Plani.ia, I». k o „ariit ü«ai Unterlehrer in Postejne. Johann m provisorischen Lehrer an der Bürgerschule in »> i» Wie». Franz Medic zum provisorischen Margarethen S.nkovec zum provisori- «hrer rn ö10“6 „ . . o.hrtr in Obctsttiermatf. _ ( 91 u « dem Protokolle des Lande «. Tn„.tÄtSratbc*-) In der Sitzung vom 8. Olt. l. I. SanitätSrath Dr.Eisl Bericht über die Ergebniffe W? ^ Dfung im Jahre 1874 in Kram. Diese wurde I? tOT^mpffiationen von 47 Aerzten und mit Ausnahme * o deshauptstadt überall aus LandeSIosten Durdhgeführt. C* “älerlefung des umfangreichen OperateS beantragt Re-| ,ur Setheilimg mit Jmpfpramien und zwar mit dem ? * eiö Karl Wols, BezirkSwundarzt in RadmannSdorf, £ Zeiten Johann Polch, Bezirkswundarzt in Seisen-^ n6 mit dem dritten Georg Oblak. BezirkSwundarzt %9ittai Der Antrag des Referenten betreffs der Jmps-k . * Miri) bei der Abstimmung mit allen Stimmen an* k ml oieIl KanitätSrath Pros. Valenta enthielt sich der Ab> knom . Referent beantragt sodann öffentliche Belobungen l, ml^*e Impfung verdienter Persönlichkeiten aus den atzt-(j10 16 aeiftlidhett und den anderen Ständen, angenommen ^ntta9. Hierauf stellte Referent folgende Schlußanträge: 1. Die landessürstlichen Bezirksärzte sollen nebst dem snm. manschen jährlichen Impfausweise einen detaillierten Bezirks Jmpsbericht über ihre Wahrnehmungen und die Ergebnisse der Impfung in ihrem Bezirke auf Grundlage der Einzelnberichte der Jmpfärzte einsenden. 2. In den Berichten der Jmpsärzte ist bei Den zur Impfung nicht erschienenen jedesmal die Ursache des Nichterscheinen« anzugeben. 3 Bei den Revaccinierten haben die Jmpsär,te in ihren Berichten genau die Merkmale der ersten Impfung zu verzeichnen, ob die Narben gut, wenig oder gar nicht kennbar sind. 4. Die Revaccination der Schulkinder soll gleichzeitig mit Der öffentlichen Baccination der kleinen Kinder vorgenommen werden sodann kann auch ein eigener Boriinpfling hiesür verrechnet werden. 6. Bei den zur Revision nicht Erschienenen sollen die Mütter derselben zu den Bezirkshanptmannschasten oder zu den einzelnen Bezirken gelegentlich der Äuitslage vorgerufen werden, um protokollaiif* die Uisache des Nichterscheinens anzugeben.' 6. Eine Vermehrung der gegenwärtigen Anzahl der Jmpsstationen, sowie eine den Bedürfnissen der Bevölkerung namentlich in Gebirgsgegenden entsprechendere Beilegung derselben wäre zur Förderung des Jmpsgeschästes wünschenswerth. 7. Da bei Dem Jmpfgejctiöste eine gute Lymphe ein Hanpterfordernis ist, und es den Aerzten am Lande oft schwer fällt, sich eine solche verschaffen zu können, es ihnen auch nicht zugernmhet werden fanii, dafür selbst Sorge zu tragen, so wäre es zweckdienlicher, wenn der bobe Landesausschuß die Betheilung der Jmpfärzte mit echter und frischer Kuh-pockmlymphe im eigenen Uiissort übernehmen würde, unD zu diesem Behuse das baldige Zustandekommen einer Kuh-pocken-Impfanstalt im Lande ins Leben rufen möchte, lieber-dies möge die hohe Regierung die Gewinnung originärer Kuhlymphe als eines der beiten Mittel zur zeiiweisen Erneuerung des Kuhpockenstoffes durch Äusscheribung jährlicher Geldprämien in Gold oder Silber für die Besitzer von fiiihen in der Weise fördern Helsen, wie es in anderen Ländern schon seit vielen Jahren der Fall ist. Die Bezirksärzte sollen dann dem Erscheinen ursprünglicher Kuhpocke» alle Aufmerksamkeit widmen, die gewonnene Lymphe dem hoben Landesausschusse etnseuden und in ihren jährlichen Jinps-berichten die bekannt geworden-n Fälle auffütjren. Die Jmpfprämien werden nur lenen ituheigetuhümvm zuerkannt, welche sich durch rechtzeitige 'Angabe von dem Erscheinen der natürlichen Änbpodett bei ihrem Rindvieh verdient gemacht, jedoch nur in dem Falle, wenn Die Jtuhpctfen als solche anerkannt und der Pockeniioff zur Impfung von Kindern benützt werden könnte. Bet der hieran geknüpften Debatte macht Samtäisrath Dr. KeeSbacher Catauf aufmerksam, daß die Jmpsärzte die Provenienz deS Impfstoffes selbst zu wählen berechtiget sind und öfters sich hiebä von der Billigkeit als der ti)ütc des Stoffes bestimmen lassen, daher auch aus diesem Grunde ein Landesimpsinstitut sehr wohlthätig wäre. Bei der 'Abstimmung werden alle 7 Anträge einhellig angenommen. — (Feuerlöschwese tt.) Einen Beweis dafür, daß man in Dem Bauernstände Kärmms anfängt, den Werth einer guten FeuerlÖsLjpntze zur Zeit eines Brandiinglückes immer mehr und mehr zu schätzen, liefert der Umstand, daß der klagenfurter Feuerwehrhauptmann Ferdinand Jer-gitsch in drei Ortschaften, in welchen OrtSseuerwebren noch nicht bestehen, nicht att Gemeinden, sondern au einzelne Besitzer Feuerlöschspritzen verkaufte und zwar eine nach KötmannSdors und zwei in Ortschaften im Ätappflbe. — (Agiozuschlag.) Vom >. November d. I. ab wird der «giozuschlag zu den Gebühren jener ibahiiaiislalteit, welche zur Einhebung eines Ägivzuschlage« berechtigt sind und von diesem Rechte Gebrauch machen, mit 3 Perzent berechnet. — (Ein interessantes Wasserleitun gs-project.) Triest hat zwar bereits eine Wasserleitung, die „Aurefina," allein diese kann dem größeren Bedarse, der der Entwicklung der Stadt entspricht, nicht genügen und die Stadtvertretung hat deshalb die Ausführung einer neuen Wasserleitung beschlossen. Die Wahl schwankte zwisten dem Risano. und dem Rekaflusse. Letzteren hatte man schon im Jahre 1827 für die WifserleitungSzwecke benützen wollen, allein die Techniker jener Tage wollten die Schwierigkeiten, die ihnen ein 690t» Klafter langer Tunnel machte, nicht Überwinden und die Kosten nicht verantiDoiteii. Cbemigeiüeut Junker, der auch die „Auresina" gebaut, machte nun neue Pläne für die Rekaleitung und seine den Fortschritten der Technik und Wissenschaft entsprechenden Vorschläge fan- den die volle Billigung des Stadtrathes von Triest, der t* seiner Sitzung vom 22. d. M. beschloß, die Wasserleitung nach Junkers Plänen zu bauen. Da Herr G. Sigl Wasserrechte an der Reka erworben und Stollenbauten begönne» hatte, wurde beschlossen, dieselben durch eine Zahlung von 170,000 Gulden einzulÖscn. Die Reka oder Recca stürzt sich bei St. Kanzian in eine der Grotten des durchhöhlten Karstes und es ist völlig imbekannt, ob und wo sie wieder zutage tritt. Statt das Wasser, dessen chemische Zusammensetzung nach Professor Schneiders Analyse dem des Kaiser« brunnens der Wienerwasserleitung nahekommmt, verschwinden zu lassen, soll es nun in ein großes Reservoir, das zugleich als Filter dienen soll, aufgefaßt und in einem 6913 Klafter langen Tunnel durch den Gebirgsrücken hindurchgeführt werden, bis es bei Longera zutage tritt. Hier foll durch eine Reservoiranlage das Wasser in zwei Theile getheilt werden, deren einer als Trink- und Nuhwasser der Stadt zugeführt weiden soll, während der andere für Industrie« zwecke zur Verwendung gelangen kann. Da Lottgera 161 Klafter Hoch über dem Meeresspiegel liegt, so ist die Kraft eine vollkommen entsprechende, um die Verwerthunz für industrielle Zwecke zu ermöglichen. Das Wafferquantum, das zu Gebote steht, war bei mittlerem Wasserstande 80 Kubikfuß pro Secunde, im Minimum 25 Kubikfuß pro Secunde. Der Stadt ist somit zu diesem Projekte gewiß zu gratulieren. — („Reue i 11 lystrier 1 e Zeitung") Heft III. Illustrationen: BilDer aus der Herzegowina: Baschi-Bozuks auf der Streifung. (Nach einer Skizze von Schweiger» Lerchenfell).) Motlar, Hauptstadt der Herzegowina. Flüchtende Bosniakeu aus österreichischem Gebiete in Jaffenovu. — Ansichten aus Czernowitz — Das Austria-Monument in Czer-nowitz — tiotn Michel Ang lo Fest in Florenz. — Die Aufstellung des ZngeS auf der Piazza dei Signori. — ftloienz: Decorierung der Ghibellina-Gaffe. — Rom: Michel Angelo's Sterbehaus. — Florenz: Großes Concert im Cinquecento Saale, (valazzo Becchto.) — Abt Reslhuber. — Naturforscher-Versammlung in Graz: Der Ausflug nach d r Ruine Göfting. Charles Sealssield. — Seals-fields Geburtshaus. Lealssields Gedenktafel. (Nach Skizzen von itarl Bornemann.) -- Die neue Bellaria. (Nach der Natur gezeichnet von I W. Frey) — Heimkehr vom Acker. — Eine deutsche SDiinifterconseren* unter Kaiser Wilhelms Vorsitz. — Texte: Ein deutscher Bürgersmann. Ans fernen Tagen. Von Josef Rank Fortsetzung) — Bilder aus der Herzegowina. — Die Fe tage in Czernowitz. — f Abt VteSlbuber. - Mvschko outi Parma. Eine Geschichte von Kart Emil Franzos (Fortsetzung.) — Des Dämon« Vermächtnis. Geschichtliche Erzählung ans dem 17. Jahrhundert. Von Fr. von Wickede. (Fortsetzung.) — Die Michel Ängelo-Feier in Florenz. — Naturforscher-Versammlung in Graz. — Die jetzigen Geldverhältnisse und das Mittelalter. — £ie neue Bellaria Heimkehr com Acker. — Eine Cabinelssitzung tn Berlin. — Charles Sealssield. — Kleine Chronik. — Schach. Witterung. Laibach, 28. Oktober. Seit 6 llhr morgens Regen, schwacher NO. Wärme: morgens 6 Uhr — fv3" nacb.nittagS 2 Uhr + 5 3° C. (1874 8 6»; 1873 — 4 6° C.) Barometer im Fallen 731/58 Mm Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 4-2», um 4 t>° unter dem Normale.______________________ Verstorbene. Den 27. Oktober. Gertraud Mehle/Magd, 26 I, Eivilspital, Zehrfieber — Katharina Handlet, k k. Poft= briefträgerswiiwe, 78 I, Stadt Nr. 226, Altersschwäche. Theater. Heul.': Deutscher Krieg Lustspiel in 3 Acten vo» r 2) Z Morgen: Mein Leopold. Bolksbild in 3 Abtheilungen und 6 Bildern von L'Aronge. Wegen eingetretener HinDernisse findet die für morgen angekltudigte Oper „Javotte" erst Dienstag den 2. Novem-der statt. _______________________ Telegramme. Berlin, 27. Ottober. (Rcichsiagseröffnung.) Die von Delbrück verlesene Thronrede bedauert, daß der Kaiser den Reichstag nicht persönlich eröffnen konnte. Sie erwähnt die am 1. Jänner 1876 bevor, stehende Einführung der Reiche Währung und die all-gemeine Ausnahme der Thätigkeit der Reichsbank, erklärt, daß der Ausfall im Reichsbudget 1876 nicht durch Erhöhung der Ma:rik«larbeiträge, sondern durch Erhöhung der Brausteuer gedeckt werden solle und zählt weiters eine Reihe von Gesetzentwürfen internen Interesses auf. Auf die allgemeine Lage übergehend, constatiert die Thronrede, daß die wirthschaftliche Stagnation keinesfalls in der Unsicherheit der politischen Verhältnisse. namentlich des äußeren Friedens ihren Grund habe; es fei die dauernde Friedenserhaltung nach menschlichem Ermessen heute gesicherter, als sie jemals in den letzten zwanzig Jahren vor Herstellung des deutschen Reichs gewesen. Abgesehen von der Abwesenheit jedes erkennbaren Friedensstörung^» grundes genügt zur Aufrechthaltung des Friedens der feste Wille, Indem der Kaiser mit den ihm befreundeten Monarchen sich einig weiß, und dir Uebereinftitrnnung der Wünsche und Interessen ihrer Völker. Diejenigen Mächte, deren Einigkeit in einer früheren Periode dieses Jahrhunderts Euiopc, die Wohllhat langjährigen Friedens gewährte, stützen denselben auch heute, getragen von der Zustimmung der Völker, und der Empfang, welchen der Kaiser in Italien gefunden, befestigt die Ueberzeugung, daß gleichzeitige innere Einigung, die gegenseitige Be frtundung Deutschlands und Italiens eine neu-, dauernde Bürgschaft für die friedlich fortschreitende Entwickelung Europa'S bilden. Athen, 27. Oktober. Das Cabinet Kumuduros wurde gebildet und der Partei des Marineministers ZaimiS entnommen. ZaimiS dürfte Kammerpräsident werden. Koustavtivopel, 27. Oktober. Der Großvezier ist an der Gedärmenlzündung erkrankt. Wiener Börse vom 27. Oktober. Staatsfonds. @e;t Ware 5pcrc. Mente, öst.Pa». bto. bto. oft. in Eilb. 69 41 6<-55 78 70 73 80 Lose von 1854 . . . . 104-75 IM 05 Me von 1866, ganze 111-50 111-75 dose von 1860, Fünft. 117- 117-50 Prämiensch. v. 1864 . 134.25 1S4-7& Qrnndent.-Obl. Eiebenbürg. 76-75 79*85 Ungarn 81-80 82*85 Actien. ilnglo.Bank Kreditanstalt 1U0 50 100*75 »06 »0 205-60 Depositenbank . . . . E-comrte-Anstalt . . «80- 690*- tzranco - Bank .... 30 30-25 Handelsbank 49-75 50 — Rationalbank . . . . V33- 935- Lest. Bankgesells. . . — .— »— Union. Sant 85-70 85-80 BereinSbank BerkehrSbank 80 50 81- «lsölb-Bahn . . , . l.V - 121 — Sari tudwigbaba . . *aif. Elij.-Bahn . . »all. St- 3o(ef«6 . . 202 - 202-50 167-50 168-60 157 157 50 Staatsbahn 879.— 27v 25 Lüdbabn 99 — 99 50 Pfandbriefe. Sllg. oft. Lod.-Lrrdll. bto. in SS 3...... Nation, ö. W........ Uns. 8ob.«6tcbitonft. Prioritäts-Obi. ranz Ioscs«-Babn . >est. Norbwestbahn . Eiebenbürger . . . . Staatsbahn.......... Eübb.-lSes.zn 500 Fr. bto. BonS Lose. Srcbit - Lose....... RudolsS - Lose ... Wechs. (3Mon.) AngSb.lOOfl. ftibb.B Sranlf. IOC Mark . . Hamburg „ „ Vonbon 10 Psb. ©terl. Pari« 100 Franc» . . Münzen. Kail. Münj-Ducalen 20-FrancSstück.... Preuß. Äafienf*einc . Silber . . Gelb Ware 99-75 100-— 89-60, 39 75 9666 96-75 88'65 66.75 90 50 , 90-75 90- 5! 90-50 69 90 70-10 143 —1143-50 10S-75I104-ttt— SW— 18»'- 1385 168‘5 13-50 Telegrnphischrr durs bericht am 28. Oktober. Papier-Rente 69 60 — Silber-Rente 73 55 — 1860« Staats-Anlehen 111-75.— Bankaktien 930. — Tredit 203 80 London 112 40 - Silber 103 75 — K. k. Münz, dncalen 6 34. — 20-FrancS Stücke 8 01. — 100 Rei mark 55.85. Echtes, geruchloses, wohlschmeckendes Leberthran-Oel, frische Füllung. Drwährtcs Mittel gegen Drust- & Mngrnleiden. In Flaschen ä 70 kr. (632) 20 -S Echl zu bekommen bei Victor TrnUoczy, Einhorn-Apotheke in Laibach, Hauptplatz 4. 112 *5 11210 44*60 44 45 unb 103 — 103 20 Bahnstempel Stlcinnmyr & S. Kamverg Laibach AugekommeneFremde am 28. Oktober. Hotel Stobt Wien. Krach, Kfm., Viiirnbetg. 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