Vereinigte ^ Laibacher Zeitung. «bni. 86. Geruckt mit Edlen von Kleinmayer'fchen Schriften. F reytag den 27. October i8i5. Kriegsschauplatz. <"^an sagt wiederholt, es bestehe der An^ trag, daß Straßburg eine freye deutsche Reichsstadt werden soll, ungefähr mit dem Gebiethe und den Territorialverbaltnisscn, die es vor dem westfälischen frieden hatte. Uebee die innern Vcrbäwnsse wird man sich verständigen; festgesetzt scheint bis jetzt rur, daß weder deutscke noch französische Truppen darin liegen sollen, sondern fortdauernd in Sold genommc,-^ Schweizer. Eine Deputation der Saarbrück?r, die um definitive Abreissung hon Frcnlreich bittet, ist sehr gut aufgenommen worden. Die Hohnsaule dcs Vendome-platzes' wird dem Vernehmen nach mittelst eines Mantels von Schwefel und Salpeter den Rackbarhnnscru unschädlich zusammeu geschmelzt werden. (G. Z.) O e st e r r e i ch i sch e Staaten. Wien. Um der^a8i^ ausgezeichnet hat, mit dem Befehl genehmiget, solches unter einem der Armee kund zu macken. (W. Z,) Deutschland. Vermöge Beschlusses des akademischen Senats zu Gießen ertheilte die dortige medizinische Fakultät der Freyfrau Regina Io-sepf'a v. Sicbold, einer gebornen Henning, der würdigen Gattin dcs verdienstvollen Arztes zn Darmstodt, die Toktorswürde der Entb'iidnnqswiffcnschaft. is; in U,?^! Einige verwegene Friseurs oder Schneider oder Offiziere liessen sogar erschallen: I^>v^-toi IMann Preussische Wache, stell-, te sich an ihre Spitze, ließ d.as Gewehr fallen, reinigte den Hauptgang des Gartens (wobey die Franzosen theils leichtfüßig über das Geländer setzten, theils sich an die Erde warfen und todt stellten, wie man vor einem Bären thut, der einem unvermuthet auf den Leib kommt), und ruckte so bis in des dickste Gedränge. Hier ließ cr im An-grsichte des stürmischen Volks laden, befahl dem Haufen auseinander zu gehen, und — Frankreich ging rnhig auseinander. (G.Z.) Als Blücher von Denon einige geraxbte Gemählde wieder fordern ließ, die sich nicht in der Gallerie vorfanden, wollte dieser die Sache in die Länge ziehen, und gab vor, er wisse nicht, was daraus geworden sey. Am cmdcru Tage kamen 25 Mann mit einem Ein-quartirungs-Billet ln seine Wohnung legten ganz ruhig ihre Tornister in seinem Saal ab,"begehrten zu essen und zu trinken, und am Abend 3 Franken für Feden. Am zweyten Tage meldete Herr Denon, die beyden Gemählde hätten sich wieder vorgefunden, nnd er eile, sie der Preußischen Negierung wieder zuzustellen, worauf die Soldaten wie? dcr abzogen und ihm eine sebr höfliche Entschuldigung über die starke Einquartirung gemacht wurde, die man ihm aus Verfeben zugelegt Habs, so daß der komplimentöse Denon noch dazu Bücklinge über Bücklinge machen mußte. (G. Z.) Als Canova, nach Pariser Berichten, dem Fürsten Tallcyrand sein Beglanbigungs-schreiben übergab , und um eine Audienz beym König ansuchte^ so sagte ibm der gewandte Staatsmann, welcher die ehrliche Simplicität des Gesandten bemerkte, er werde ihm die gewöhnliche Anzeige machen, wann er am Hofe vorgestellt werden sollte. Nach zwey Tagen sclnc^te er ihm eine Einlaßkarte, um den König zn scdcn, wenn er durch die Gallerie r.ach der Messe ginge, ibn so als Privatperson bcbandelnd. Cemova, der diese List merkte , ging wieder zu Talleyrand und verlangte _als Abgesandter Sr. Heiligkeit vorgestellt zu werden. „Wabrlich", erwiederte Talley-rand, ohne aus der Fassung zu kommen. „Ich hielt Sie für den Einballirer O'n^al-leui) des Papstes." Großbritannien. Mit dem jüngsten Pakstboot aus Coruna hat man eine höchst wichtige Nachricht erhalten. Der Spanische Genera! Porlier, in der Kriegsgeschichte unter dem Nahmen Marqui-slto bekannt, welcher seit dem August 1814 in dem Kastell S.Antonio gefangen saß, und neulich die Erlaubniß erhielt, in das Bad Astrigo zu reisen, benutzte die ersten Augenblicke seiner Freybeit dazn, daß er Spanische Truppen aufhetzte, sich in der Nacht vom 18. zum !9. September an die Spitze derjenigen stellte, welche zuS. Lucialagen, in Corunna eindrang, und daselbst den General- Capitän, den Gouverneur und mehrere andere Personen gefangen nehmen ließ; mit Allem diesem aber so schnell und abgemessen zu Werke ging, daß es nm 3 Uhr in der Frühe zu Corunna schon wieder so ruhig war, als ob nichts vorgefallen wäre. Am 19. erließ Porlicr eine Prrklmnazion, welche gegen König Ferdinands V!l. dcrmahlige Minister und Räthe die Anklage enthalt, sie drückten das Volk nacb cinem eigenen despotischen Plane darnieder, vorzüglich aber diejenigen, welche dazu beygetragen betten, den Spanischen Thron dem französischen Usurpator zu entreissen. (Die Londoner Leitungen bemerken, daß ihnen der Ausrufer Marquisito nicht besonders gc-fabrlich sck einc, und wirklich ist zu Folge der nennen Nachrichten idicftr ganze Aufstand dmch die p'cfangcnnehmungPorlicrs, bereits gccl>d'5t.^ , zW. Z.) Ans Ccrf in Irland wird gemeldet, daß 5n ter Grafschaft Tipperary wieder lebhafte Unruhen angebrochen sjlch, und daß Spitz- buben zu Hunderten bewaffnet herumstreifen, und allerlei Unfug anrichten. Der l > stwagen von Cork ist beraubt, und ein. Theil der Begleitung ermordet worden. Englische Dlättcr äußerten sich bitte? über die asiatische Pracht, mit welcher jctzr Lord Moira in Gesellschaft von ?ady Loudon die Gränzen der ostindischcn Besitzungen bereist. Sein Gefolge ist außerordentlich zabl-reich und glänzend, 20c» Elephanten und iouc> Kamele folgen dem Zuge, mitZelten nnd a»M dern Gegenständen beladen. (P. Z.) Schweden und Norwegen. Bey der Norwegischen Versammlung am 28. und 2.9. September wurde von einigen angetragen, den Einwohnern der Städte zu verbiethen, sich mit dem Landbau oder andern znm Gewerbe des Landmanncs gehörigen Geschäften zu befassen; ferner die Aczise-und Konsumzions - Vedieüten abzuschaffen; dann, daß die Bisthümcr, so wie sie erledigt werden, eingeben, ihre Amtsverrichtung durch die Stifts-Pröbste verwalten zu lassen, und deren Einkünfte zum Besten der Stiftsgeistlichkejt hinzulegen. (W< Z.) Westindische Inseln. Die beyden Nebenbuhler der Souveränität von St. Domingo, Christophe und Pcthiou, welche ihre Stettigkeiten bey. Seite gesetzt hatten, um gemeinschaftlich einen Angriff -von Seite Frankreichs zu widerstehen, sind nun, da sie erfahcn: haben, daß sie nichts mehr von dieser Seite zu befürchten haben, im Begriff, ihre Feindseligkeiten wieder zn beginnen. Eine Zeitung von New - Vork vom 17. August meldet die Ankunft des von Eayes gekommenen Shooners Magdouough; der die Nachricht mitgebracht haben soll, daß Christophe, bey Abfahrt dicfts Sbooncrs, nur noch fünfzehn Meilen ron Port au Prince (der Residenz Pethions) stand, und entschlossen war, diese Festung zu nehmen, um sich zum Herrn der ganzen Insel zu machen, oder unter ihren Mauern zu fallen. Pcthion hatte alle nöthigen Anstalten, ibn zurückzuwerfen getroffen, und mau sah einen blutigen Kampf eutgegen. (Pr. Z.) ' Wechsel-Cours in Wien am 21. Dct. i8i5. Augsb, für.« fl. cu„. fi.Z^ 'H ^^^ Couventwnsmüuze von Hundert 35uäss ss.