Deutsche Macht (Früher „Hissier Zettung"). #riatt«! jcN« Smrtfai u> Caaatag ■•ttotf in» (oft« fit SiUi »» -last«!»», im H»a« iMMlliit st. -.54. »i»nc> st. 1.5a st. ». , st. . TOit ^alxtkatmif vterleljtihriG f. LA st. kN, st. «.M. vie «injflac Na»«« T h. 3itUr»tt im l*rtt; M »ftrna ffitrtttlolant«» catspft4tnbfr Rabatt. Bulstirtl 3nl«r«te |li aasn UUtt «Bc d«dtuikitZ«M lniiniiimmui MM-ul IHliiM «a. üctactUa £mr»o. k. ItaHatstratuia #mc»|. «. etrtitftasfcca »ch. ant Biltxlw kct «»»»- aak (JnrrUjt, m »—H n»t In. -R» »—« ■kr fto4a>ttM«l. — KcdaatllMta Uti.ftrt — Kmrafcristr Mtn aUtl laiütfaonitoi. — >»«a»«« HufcaBangta nicht brcUuß> Wem kann eS verübelt werden, daß er seinen althergebrachten Eilten und Gebräuchen, die ihm in's Fleisch und Blut übergangen sind, nachhängt, diese hegt und pflegt? Es ist ein natürliches und rechtliches Gebot, jedem Men-schen seine persönliche Freiheit zu wahren, und nur dann, wenn nicht höhere Gebote gegenüber st ehe n, dars dies« natürliche Freiheit nicht angetastet werden. Und schon gar die Sprache! Die Sprache ist das eigenste Eigen« thum des Menschen, über das er vollständig frei versügen kann, und jeder ungerechtfer-t i g t e Eingriff in dasselbe wäre eine Rechts« Verletzung. Gott gab dem Menschen die Sprache uno ein Mensch darf sie ihm nicht nehmen; er hat daS vollste Recht zu Gott in seiner Sprache zu reden; er hat das vollste Recht, der Herrin jeineS Herzens seine Liebe in der Sprache zu schwören, die er spricht und liebt, kurzum er dars von dem Rechte, seine Sprache zu spre-chen. beliebigen Gebrauch machen, alle« die« jedoch nur insoweit, als nicht höhere Rechte entgegenstehen, denn sonst wird jenes Recht — zu Unrecht. Wer kann denn die-fern eigensten, angeborenen Rechte des Menschen ein stärkeres Recht entgegenstellen? — Diese Antwort ist kurz aber schlagend : d e r S t a a t. Dieser mächtigen Persönlichkeit steht daS Recht zu. seinen Angehörigen dcn Gebrauch der eigenen Sprache auch dort zu verbieten, wo es ihr Interesse erheischt. Denn der Mensch ist ein ftaailiches Wesen; er hat nur dann Rechte, wenn er Mitglied eineS Staates ist und muß daher sein persönliches Wohl dem Wohle des Staates opfern. Fäll» es doch Niemanden ein, die Expropriation als ein Unrecht zu bezeichnen, und doch bestimmt das Gesetz, daß der Eigen-thümer einer Sache über dieselbe nach Belie-den versügen könne. Die Nationalitäten haben also vom Standpunkte de» Staates aus betrach-»ei, nur dann das Recht, ihren nationalen Eigen» heiten voll und ganz zu leben, wenn dieses Recht Dah die Zahler der Krauen ihre Vor-züge Knd. Humoristische Betrachtung. Leider genießt die Thatsache, daß die Frauen die vollkommensten Geschöpfe auf die» str Erd« und in ihrer Art völlig fehlerlos sind, »och immer nicht die allgemeine Verbreitung, «eiche ihr gebührt. Eine Menge Vorurtheile, von denen der t U»besangene nicht begreifen kann, wie sie ent* standen siat, und die sich doch zäher und fester hastend erweisen, als Gummi und Harz, sind l gegen di« weibliche Geschlecht im Umlauf. Sie vererben sich vom Vater aus den Sohn und vom Sohn aus den Enkel, ohne daß es Jeman-dem einfiele die Stichhältigkei« derselben ein-«al näher zu untersuchen. Um di«se Ungerechtigkeit auszugleichen, soll e! heute unsere Aufgabe fein, einige der verbiet-I titslen dieser Vorurteile zu widerlegen und zu , beweisen, daß gerade in denjenigen Eigenschaften der Frauen, welche man liebt, als Schwächen hinzustellen, ihre Hauptvorzüge lieaen. nicht mit den Interessen des ungleich mehr be-rechtigten Staates collidirt. Wir fragen nun weiter: Liegt «s im In« teresse unseres LtaateS all?» Nationalitäten ein gleiches Maß von Rechten rücksichtlich ihrer nationalen Eigenarten einzuräumen? Wer die geschichtliche Entwickelung unseres Staates kennt und sich historischen Wahrheiten nicht oer-schließt, der muß diese Frage unbedingt v er-»einen. Die Entstehung und Bildung unseres Staa-tes ist das Werk der deutschen Nation. Deutscher Geist und deutsche Arbeit haben ihn in'S Dasein gerufen, und deutsche Kraft hat ihn bisher geschützt und beschirmt vor seinen nur zu oft auf ihn einstürmenden inneren und äußeren Feinden. Die deutsche Nationalität ist nicl,t der Mörtel, der unser SiaatSgebäude Jahrhundert« hindurch zusammengehalten, sie ist daS F u n-dament, undwerdieses unterwühl», undz um Wankenbringt, gesährdet das Gebäude selbst, dessen Ein-stürz unausbleiblich ist, wenn ihm der Boden entzogen wird, von dem aus es sich erhebt. Die Deutschen in Oesterreich fordern nur ihr gutes, historisches Recht, wenn sie mit vol-ler Kraft darauf bestehen, daß ihnen in dem von ihnen geschaffenen Staatengebilde die erste Stelle, die sie bisher durch ihre hoch entwickelte Cultur einnahmen, auch fernerhin eingeräumt bleibe. Wenn es uns Deutschen auch nicht ein-fallen kann, die Culturfähigkeit der übrigen Oesterreich bewohnenden Nationalitäten zu bezweifln. so müssen wir doch, im Bewußtsein unserer geistigen Ueberlegenheit, als das älteste, und auf der höchsten Stufe der Entwickelung stehende Culturvolt Oesterreichs, die an uns gestellte Zamuthung der unbedingien Gleichste!-lung mit anderen, so zu sagen im Säuglings-alter der Cultur befindlichen Nationen und Natiönchen. mit aller Entschiedenheit zurückwei-sen und alle daraus Hingerichteten Bestrebungen mit deutjcherKraft und deuischemMuthebekämpfen. ^Frauen können den Mund nicht halten!" Welcher Mann sagte und glaubte dies nicht, sich dabei in die Brust werfend wie der Phari-säer im Tempel? Und doch ist nichts unwahrer und ungerechtsertigter als diese Behauptung. O, Frauen können r'cht gut schweigen. Eine Frau, welche schmollt — und die, welche etwas auf sich hält, findet oft genug Gelegenheit dazu — bisse sich lieber die Zunge ab, als daß sie ihr Schweifen bräche. Nun sollte man meinen, dem Manne, der so viel Grund hat, sich über die Geschwätzigkeit der Frauen zu beklagen, müsse das eben recht sein — aber bewahr«! „O, Gott! wen» sie nur erst wieder spräche!" denkt er und wischt sich den Angstschweiß von der Stirne, und: »Gott sei Lob und Dank, sie spricht wieder!" seufzt er aus erleichtertem Her-zen, wenn das unheilvolle Schweigen einmal ge-brachen ist. Dasselbe hat einen so vernichtenden Eindruck auf ihn gemacht, daß er nur im äußer-sten Nothsall sich ihm noch einmal aussetzt und lieber beim ersten Anzeichen davon schleunigst die weiße Fahne hinaussteckt. Wenn aber dem Manne das Schweigen der Frau so fatal ist, muß ihm ihr Reden doch nicht so lästig sein, als er uns alauben Wir wollen damit nicht sagen, daß an den sämmtlichen Nationalitäten durch da» Staats-grundgesetz gewährleisteten Rechten der Pflege ihrer Eigenarten, namentlich der Sprakze, ge-rüttelt werden solle, sondern wir wollen damit jenen maßlosen Uebergriffen der nicht deutschen Nationalitäten b«gegnen. wodurch dermalen in Oesterreich ein Zustand heraufbeschworen wurde, der für den Staat von den verhängnisvollsten Folgen sein kann, wenn nicht rechtzeitig das geflügelte Wort erschallt: Bis hierherund nicht weiter! Es kann nach d«n Gesagten keinen vorur-theilsfreien Beobachter unserer Zustände einsaß len, die Richtigkeit der Behauptung in Abrede zu stellen, daß. aus den entwickelten Gründen, einzig und allein der deutsche» Nationalität in Oesterreich die Führerrolle zustehe, die ihr auch zu erhalten der Staat das lebhafteste Interesse hat. Wenn es nun keinem Zweifel unierliezt. daß in unserem Falle der österreichische Staat als ein von den Deutschen geschaffenes, von ihnen gttrageneS und beschütztes Staatengebild«. nur dann seiner hehren Culturmission gerecht zu werden und sich in der Re'he der Cul-turstaaien zu behaupten vermag, wenn er der sein Fundament bildenden deutschen Nationaii-tät jene Stellung einräumt und sicher», die ihr schon durch ihre all« andere» Nationalitäten weil überragende hohe Cultur unstreitig gebührt und wenn, wie wir oben sagten, der Staat sein stärkeres Recht dem schwächer«» der Nationali-täten entgegensetzen darf, ja sogar muß, so drängt sich uns die Frage auf: Welche» Weg muß der ö ierreichische S»«at einschlagen, um seine Ausgabe» als Culturstaat erfüllen zu kön-nen? Unseres Erachten« einzig und allein nur den. daß er die überspannten und »»berechtig-te» Forderungen der seine Existenz als Cultur-staat gefähroenden Elemente rücksichtslos zurück-weist und den in ihre» Sonderbestrebungen auf die Vernichtung des DeutschthumS hinarbeiten-den Nationalität?» nur insoweit den Ansprch auf Uebung und Förderung ihrer Sitten und 1_ machen möcht«. Und in d«r That giebt eS nichts Angenehmer«? und Lieblicheres als oe» Rede-ström einer Frau, der mit sanftem Murmeln in der Früh beginnt, im Lauf« deS Tages oftmals zu Hellem Plätschern und Rauschen auf-schwillt und erst am späten Abend in leisem Rieseln erstirbt, der, nie versiegend und sich nie erschöpfend, noch leerend, alle Hausgenossen reichlich bewässert und selbst wenn Niemand zu-gegen ist zu eigenem Nutz und Frommen sort-sprudelt und plätschert. Ja, die Beredsamkeit der Frauen ist wohl der Bewunderung werth; dcS Sprechen gehört zur Frau wie das Klap-pern zur Mühle, da« Ticken zur Uhr und das Schnurren zum Rade. Und sollte Jemand sagen : „Das Reden ginge ja noch an. nenn es nur nicht gar so trivial und inhaltslos wäre", so eutgegnen wir: Von Volksbeglückung kann die Frau freilich nicht immer sprechen; mit den großen, ungemünzten Goldstücken der Rede ist Einem aber in» häusliche» Verkehr wenig ge-dien», da brauch» man Kleingeld, helles, klin-gendes, und dieses immer in genügender Menge | hei sich zu führen, das ist das Verdienst der Frauen, ihre Redegabe ist ein Vorzug, keine Sckwäcke. 2 Sprachen zugestehe, als dadurch nicht das Staats-interesse gejä'irdet wird. Nur von diesem Stand-punkte aus kann der Staat die Nationalitäten-frage einer befriedigenden Lösung entgegenführe»; es führt kein anderer W»a zum Ziele. Der Staat soll in erster Linie dafür sorgen. da» im öffentlichen Leben nicht das von . November 1885 in ihre gesetzlichen „Die Frauen sind aus Widerspruchsgeist zusammengesetzt, sie können nichi leben, ohne zu widersprechen" — ist eine zweite, oft gehörte Beschuldigung, die aber, wie die frühere der Begründung entbehrt, was di» Bessergesinnten unter den Männern auch willig zugeben. Gel-lerl sagt: „Ich bin ja auch mit mancher Frau bekannt, ich hab es oft versucht und manche schön genannt so häßlich sie auch war, blos weil ich haben wollte, daß sie mir widerspre-chen sollte; allein sie widersprach mir nicht, und .darum ist es falsch, daß Jede widerspricht." Ätun also? Wir brauchen die Worte deS frommen Dichters nur etwa« zu verallgemeinern, um zu dem Schusse zu gelangen, daß, wenn dir Mariner dcn Frau-» a «genehme Dinge sage», diese nicht widersprechen. Ist das nicht genug? Warum richten sich die Männer nicht danach? Verlangen sie etwa, daß die Frauen mit einstimmen sollen, wenn sie so ungalant sind, ihnen Sache» zu saqen, die sie nicht gern höre»? Nein. daS Unerträglichste aus Erden ist eine Frau, die zu Allem „Ja" sagt. Der Wider-spruchSaeist der Frauen ist gar nicht hoch genug zu schätzen; er ist der belebende Sauerstoss, wel-cher für di« den Stickstoff repräsentirenben Män- „putsche Wacht." Versammlungsort« einberufen. D«r ReichSrath muß inzwischen feiern, feiern gerade in dem für feine parlamentarische Thätigkeit günstigsten Zeitpunkte. Ist etwa dies jene weise AuSnützung der Zeit, um welcher man einst groß gethan hat? Und wenn wenigstens den Landtagen Ge-legenheit geboten würde, ihre Aufgaben voll-ständig zu erledigen! Doch selbst das ist nicht der Fall. Zahlreiche Landtage werden sich in Anbetracht der Kürze der ihnen zugemessenen Zeit in die Nothwendigkeit versetzt sehen, einen Theil ihrer Agenden für die unerläßliche Nach-session zu reserviren. Aus Gründen, die sich schlechterdings nicht errathen lassen, nimmt man die ohnehin übermäßig angespannte Thä-tigkeit der Abgeordneten in Anspruch und ver» zettelt förmlich die kostbare Zeit. Fast gewinnt es den Anschein, als ob die Absicht bestünde, durch die befolgte Praxis daS durch die Ein-führung der direkten Wahlen für den Reichs-rath auf diS natürliche Niveau gesunkene An-sehen der Landtage künstlich zu heben und wer weiß, ob nicht auch di-Srnal wieder der Ver-such gemacht werden wird unter Anrufung der Artikel li> der Landesordnungen die Landtage „große Politik" machen zu lassen. Begreiflicher-weise sind eS in erster Linie die zu gewärtigen-den Vorgänge im böhmischen Landtage, denen man mit der größten Spannung entgegensieht. Die Deutschen haben allen Anzeichen zufolge auch dießmal nicht die geringste Lust ihre Sache im böhmischen Landtage auSzufechten. Sie werden sich wie bisher lediglich auf die Abwehr beschränken. Mit welchen Plänen tragen sich aber die Tschechen? Di« außerordentliche Schweigsamkeit, deren sich ihre Organe bcflei-ßigen. rechtfertigt die Besorgniß. daß es aber-mals auf unangenehm? Ueberraschungen abge-sehen ist. Wann endlich wird der böhmische Landtag aufhören, nationaler KrieSfchauplatz zu sein? Und auch bei uns. in der steiermärki-schen LandtigSstube, werden diesmal die flo-venischen Heißsporne, durch die bisherigen Er-folge ihrer Hetzereien und Wühlereien kühn ge-macht, ihre zahlreichen ..frommen" Wünsche in kategorischer Form zum Ausdrucke bringen. Wie«, l 7. November. [D i t Delegation? ».j In der heutigen Schlußsitzung der österreichischen Delegation richtete Graf Kalnoky an die Versammlung folgende Abschiedsworte: „ . . . . Im NstiNiN der gemeinsamen Regierung spreche ich den wärmsten Dank aus für das freundliche Entgegenkommen und ehrende Vertrauen, welches uns als kräftige Stütze die-nen wird bei der Wahrung der Interessen und der Machtstellug der Monarchie. Endlich möchte ich mir noch erlauben, t ie politischen Motive zu würdigen, welche die hohe Delegation ge-leitet und sie bewogen hat, eine anerkennens-werthe Selbstüberwindung zu üben, indem sie sich angesichts der localen Verwicklung am Bal- den sie nur allzu oft dem Könige im Schach-spiel gleichen, der nur geht, wenn das gebotene Schach ihn treibt. Unberechenbar und wider-spruchsvoll muß die Frau sein, wenn sie den Mann in Athem erhalten und ihm nie l^ng-weilig werben will — darum gepriesen sei das Widersprechen der Frauen! „Alle Frauen sind geizig." hört man fer-ner geringschätzig von den Männern hinwerfen. Wir leugnen nicht, daß diesem Urtheile etwas Wahres zu Grunde liegt. Die Frauen stecken den übrig gebliebenen Zucker und die üngebrauch-ten Kerzen im Hotel zu sich, sie kennen die Be-deutung des Wortes „Trinkgeld" nicht und han-deln, wenn eine Waare zwei Kreuzer kostet, sicher anderthalb davon herunter. Der Mann thut dieS Alles nicht. Er hält das Handeln für eine Schande und zahlt dem Kaufmanne lieber etwa« mehr, als weniger, denn dieser gefor-dert; er zieht dem Dienstmädchen, das etwas zerbricht, nichts dafür vom Lohne ab. sondern schenkt ihr noch einen Gulden für den ausgestandenen Schrecken und würde seine Ehre ver-dunkelt glauben, wenn ein Kellner gering von seiner Freigebigkeit dächte. Die Frauen sind zum Glück gänzlich frei von solchen Scrupeln. 1885 kan gestern die Reserve auferlegte, sich einer Debatte über die politische Lage zu enthalten." Wit». l 7. November. [Jt. Riemer und derKrieg auf der Balkanhalb-i n f e (.] DaS Organ des Herrn Rieger ist sehr ungehalten über den König Milan von Serbien, dem eS die Schuld an dem neuesten slavischen Bruderkriege beimißt. Auch nicht einen einzigen der Gründe, welche daS Belgrader Manifest zur Rechtfertigung der an Bulgarien gerichteten Kriegserklärung anführt, läßt der „Pokrvk" gelten. Insbesondere wendet er sich gegen jene Stelle des Manifestes, in welcher die von Bul-garien gegenüber Serbien in Zollsragen beob-achtet« Haltung als Beweis feindseliger Gesin-nung bezeiHnet wird. DaS zollpolitische Ver-halten Bulgariens, meint der alttschechische Mo-niteur, wäre selbst für den Fall, daß dasselbe die Tragweite besäße, welche ihm das Manifest beilegt, kein zureichender Grund für eine Krieg»-erklärung, sondern nur für ein gleichmäßiges, zollpolitisches Vorgehen Seitens des serbische» Staates. Als beweisendes Beispiel werde» Oesterreich-Ungarn und daS Deutsche Reich in« Treffen geführt. „Pokrok" schreibt nämlich: „So wirt ein Zollkrieg geführt zwischen Oesterreich und Deutschland, ohne daß dies den engste» sreundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Reichen Abbruch thäte." vnme sirnile claudicat. Doch nicht wwohl der AuSbruch des Kriege« und die unzureichenden Ausflüchte deS Königs Milan sind eS. welche das panslavistifche Herz de» Alttschechenorgans erfüllen, sondern die Sorne, daß infolge der neuesten Ereignisse der Einfluß Rußlands auf der Balkan - Halbinsel Schaden nehmen werde. Von der Voraussetzung ausgehend, daß Komg Milan eS doch nicht gewagt hätte, den Krieg an Bulgarien zu erklären, wenn er nicht über-zeugt gewesen wäre, daß die Bulgaren voa Rußland gänzlich verlassen und ihre militärische Organisation infolge der Abberufung der russi-schen Officiere geschwächt sei. schreibt der „Po-krok." Welches Resultat der Krieg auch immer haben mag, die Consequenz desselben wird, wen» Rußland nicht geradezu heroische Maßregeln er-greift, um seine Stellung anderweitig zu festigen, fein, daß der Einfluß Rußlands, der bereits ix Serbien beseitigt ist, auch noch in Bulgarei?« beseitigt werden wird. Die österreichische Politik, die dies zuwege gebracht, wirb a'so einen Erfolg erzielen, inmrhalb jenes JnteressenkreffeS. aai welchem Rußland sich seinen Einfluß Vservirt hat. und wenn es dann endlich zum Ausgleich kommen wird zwischen den beiden streitende» Balkanstauen, wird nicht Rußland, sondern Oesterreich das große Wort führen. Ausland. ventsches Reich. jZ u r C a r o I i n e »• Frage.j Deutschland und Spanien sollen a, von ihnen im Laufe der Jahre zur Virtuos«« ausgebildet. Sagt einem Manne, er soll etn sechsjähriges Kind für ein zweijähriges ausgeben, um das Fahrvillet zu sparen, er solle ei» seidenes Tuch, um eS nicht verzollen zu müsse», von Mailand nach Wien im Rockärmel trag» oder sich von einem Bettler von zehn Kreuzen neun zurückgeben lassen — er kann eS nicht, d geht gegen feine Natur; di« Frau ab«r faim es, und daß sie es kann und daß si« es ihm. ist ein Vorzug, den die Männer, welchen et zugute kommt, nur in crassester Utoanfbarfeit zum Fehler stempeln können .... Lesen wir weiter in dem Sündenregister des weiblichen Geschlechte»! da finden wir. „Die Frauen sind wetterwendisch, leichl-sinnig und oberflächlich." Nehmen wir diese Anklagen einzeln durch — zuerst die Wetterwendigkcit! Knigge sagt in seinem „Umgang mit Menschen": „Äuch die edelsten Weider haben mehr abwechseladi Launen, sind weniger gleichgestimmt zu allei Zeiten wie die Männer." Zugegeben! Wir be-streiten diese Thatsache nicht, wir protestire« in gegen diese Annahme, daß dieselbe eine Schwächt der Frauen ausmache. Immer dasselbe Wem? nh.r Kipjpfh» Sjnrtimiinn und wären sie noä» 1885 der Carolinen-Frage durch birecte Verhandlung«» so ziemlich zu einem Einverständnisse gelangt sein. Indessen ist der Papst mit dem Entwurf feines Gutachtens beschäftiget, welches nicht vor Ablauf von 8 bis 10 Tagen an seinen Bestimmungsort abgehen dürfte. Man glaubt all-gemein, daß fchon in kürz.ster Zeit der lang-wierige Carolinenstreit einen befriedigenden Abschluß finden wird. Kranlireich. [2) i e Wahl d e s Präsidenten! der franzosischen Republik ist aus den 12. December l. I. anberaumt. Pom serbisch bulgarischen Hriegs-Scha». platze. Die Operationen auf dem serbisch-dulgarischenKriegSschauplatzesind bereits im vollen Gange. Die serbischen Truppen rücken verhältnißmäßig sehr rasch vor. Die Stärke der beiden Armeen ist folgende: Serben 100.000 Mann und 200 Geschütze; Bulgaren 36.000 Mann und 80 Geschütze. Angesichts dieser Ziffern ist an einen schließlich?« Sieg der serbischen Waffen kaum zu zweifeln. Der serbisch - bulgarische Feldzug dürfte aller Wahrscheinlichkeit »ach einen ziemlich raschen Verlauf nehmen und mit der schließlichen Nie« derläge der Bulgaren aus allen Linie» enden. Bisher drangen die Serben siegreich vor, trotz-d«m ihnen der Feind hartnäckigen Widerstand entgegensetzte. Es stehen jedenfalls noch sehr blutige Kämpfe bevor. — Aller Voraussicht nach dürfte der Krieg localisirt bleiben. In-veffen nehmen die Rüstungen in der Türkei und in Griechenland ihren Fortgang Korrespondenzen. Wien, 16. November. iL.-C.) [Handels-minister Pino als Präsident der Nordbahn. — AblebendeSWiener Polizeipräsidenten.) Nicht blos am Balkan gährt es und werden Ueberraschungen geboren; auch unsere inneren Zustände sind sichtbar in Bewegung und es dürfte kaum bei dem Wechsel im Cultusministerium fein Bewen-den haben. — Seit den bezeichnenden und von uns bereits gewürdigten Akußerungen des Krieg»-Ministers über die Gefahren, welche die fort-schreitende Slavisirung der Schulen im Falle eines Krieges der Armee bereuet und seit dem ebenso präponderanten als oppositionellen Auf-trelen Rieger's in der Delegation wollen die Gerüchte über Ministerkrisen nicht zur Ruhe kommen. Man darf sich übrigen» nicht allzu kühnen Hoffnungen bingeben, denn der philosophisch, Satz : „Alles, was besteht, ist vernünftig, weil es besteht-, findet bei uns nicht immer di« Anwendung in der Version: Alles, was ver-nünftig ist. bestehe. — Dagegen dürfte denn doch schon in der nächsten Zeit der Träger deS HandelsportefeuilleS wechseln, ja eS irird mit Bestimmtheit versichert, daß für ihn bereits ein entsprechender Ruheposten ausersehen sei und so sonnig, würde nicht auszuhallen sein. Sechs Wochen ununterbrochen Sonnenschein — Gott bewahre uns davor! Ein kleiner Sprühregen oder ein umwölkter Himmel, mit denen die Frauen dies« Monotonie zu unterbreche» wisse», find ein« wahre Wohlthat. Was für eine Er-frischung aber ei» Gewitter abgibt, ein echtes, rechtes, bei dem nach langer Schwüle die Wol« ken krachend auseinanderfahren, der angehäufte Schwefelstoff sich in feurigen Blitzen entladet und der Regen nicht tropfen-, fondern stromweise fließt, das weiß nur derjenige, der es mitge» macht hat. Wie athmet die Brust so frei, wenn da» Wetter vorübergezogen ist, wie duften die Blumen der ehelichen Zärtlichkeit so süß, wenn »och die Tropfen d«S Gewitterregens in ihren Reichen schlimmern. Ehre den Frau«n, deren Wetter vendigkeil dies «lfrischend« Element in die häusliche Atmosphäre zu bringen weiß! Aber die Frauen sind auch leichtsinnig und oberflächlich. Abraham a Sancta Clara jagt: „Weiber haben Weinen und Lachen m einem Säckel/ und cr hat Recht damit. Gibt es aber wobl etwaS L: blicheres als einen Frühlingstag. bei de . , iegende Sonnenlichter und Schatten in schn lurn Wechsel über die Erde ziehen, oder eine Frau, die schon wieder lächelt, wäh- ..veutsche Wacht." zwar einer, den er sich im Schweiße seines An-gesichtes verdient Hot: die Präsidentschaft d-r Nordbahngesellschaft! So wäre der Schluß-punkt zu der Nordbehnfrage gefunden, welcher dadurch noch nachträglich eine Lasur gegeben wird, die zu dem von unserer Volksvertretung früher entworfenen Bilde harmonisch stimmt. Baron Pino, der so oft und jüngst wieder, von Steinwender in der Prag-Duxer Affaire ange-griffen« Minister für Eisenbähnen, d«r ebenso eifrige als wenig glückliche Vertreter zweier Vor-lagen über die Nordbahnconcession, der slove-nisch-clericale Abgeordnete ans Kärnlen — Präsident der Nordbahn! — Noch «in anderer wichtiger Posten kommt demnächst zur Besetzung. Der Wiener Polizeipräsident Krliczka v. Jaden ist heute an den schwarzen Blattern gestorben und hat dadurch auch ein Gerücht verstummen gemacht, welches ihn kürzlich zum Nachfolger deS Baron Kraus, zum Statthalter von Böh-meu, avane.iren ließ. Freilich meinten schon da-mals besser informirte Personen, b iß in der gegenwärtigen Aera ein tschechischer Namenich, genüt», um eine so hohe staatSanstellung zu erhalten, sondern daß er zum mindesten auch einen feudal-aristokratischen Klang haben müsse. Kteine Höronik. [M i n i st e r P i n o.] Di« slovenischen Blätter bringen die Nachricht, daß die Demission des Handelsministers Baron Pino bevorstehe und brechen darüber in ein wahres „Tohuwabohu" aus. Graf Taaffe scheint dem reformfreunvli« chen bekannt«« „Jzzed Pascha" auS der „Fati-nitza" nachzuahmen, dessen Wahlspruch bekanntlich lautet: „A biSl aufmijch'n, a weng'l auf-frich'n. das wär' gar nit schlecht!" 11 o d e s f a l L] Der Polizei - Präsident von Wien, Herr Krticzka von Jaden, ist am 17. d. M., Vormittags '/,12 Uhr, einer Lungenentzündung, die im Gefolge von Blattern aufgetreten war, erlegen. Der Verstorbene, welcher im 63. Lebensjahre stand, hatte eine langjährige Beamtenlaufvahn zurückgelegt und sich in allen feinen Stellungen, besonders aber in seiner letzten und schwierigsten, als Chef der Wiener Polizei-Direction, glänzend bewährt. [Die Heere der europäischen Großmächte.] Einer nach den Materialien deS Gothaischen Kalenders seitens des „H. C." aufgestellten vergleichenden Uebersicht über die Anwendung«,,, welche die Heere der europäischen Großmächte erfordern, entnahmen wir die nach-folgenden Zahlenangaben. Für Deutschland wa-ren im Jahre 1884 erforderlich 386,486.515 Mark, für Oesterreich 238,094.842 M., für Frankreich 731,474.702 M., für Rußland 743,227.21 IM., für Großbr,tannien518,225.100 Mark, für Italien endlich 205,637.560 M. Mithin blieben im vorigen Jahre nur die Bud-gets von Oesterreich-Ungarn und Italien hinler rend ihr die Thränen noch im Auge stehen ? Glücklich könnten sich die Männer schätzen, be-säßen sie etwa» von dem leichten Sinn der Frauen, idr Gleichmuth würde dann nicht so oft an den unbedeutendsten Sachen sich in Miß-muth verkehren. Wer wüßte e« nicht, daß oft schon die Zudringlichkeit einer Fliege genügt, d«n Mann in dir sinfterst« Laune zu versetzen „Fliegen auf jeder Hand, Fliegen an jeder Wand ! O, wie mich daS verstimmt, o, wie mich daS ergrimmt! Wie das ins Her; mir brennt! Himmelkreuzelemenl." Armer Mann, der du so seufzest! die Frauen werden von den Fliegen nur aus die Hand, aber nicht ins Herz gesto-chen, und darum gelobt sei ihr leichler Sinn. „Frauen sind unverträglich und neidisch untereinander," behaupten die Männer ferner. Wir aber fragen zunächst: Um was vertragen sich die Frauen so schlecht. Was gönnen sie ein-ander nicht? Wieland sagt: „Eher vertragen sich drei Jungen in Güte um ei« Zeisignest als zwei Schöne um ein Männerherz." Da haben wir die Antwort. DaS Herz der Männer ist daS Ziel, das den Frauen vorschwebt und daS sie antreibt, alle Kräfte einzusetzen, es zu erreichen. Und dieses Bestreben sollte kein edles, kein annerkennngswerthes sein? 3 demjenigen Deutschlands zurück, während die Budgets von Rußland und Frankreich nahezu daS Doppelte betragen, dasjenige von Groß-britannier. nahezu 132,000.000 M. mehr auf-weist. Noch frappanter wird der Vergleich, wenn man den auf den Kopf der Bevölkerung entfallenden Betrag nebeneinander hält. Dieser stellt sich, wenn man die Daten der letzten Volkszählung auf den voraussichtlichen Stand des Jahres 1884 bringt, bei Frankreich. Algerien einrechnet, die andern Kolonien aber eb-nfo wie bei Britannien Indien und die fon» stigen Kolonien, und bei Rußland den außer-europäischen Besitz unaberücksichtigt läßt, auf Kopf der Gesammtbevölkerunq wie folgt: Deutschland.........8.5V M. Oesterreich-Ungarn......6.13 „ Frankreich.........16.62 „ Großdritanme.i.......14.81 „ Rußländ.......... 8 74 ,. Italien..........7.06 „ In Frankreich beträgt sonach der Militärauf-wand nahezu doppelt so viel, in England */4 mehr auf den Kopf der Bevöikernng al» in Deutschland, und selbst in dcm wirthschafllich so sehr hinler Deutschland zurückstehenden Ruß-land wird nicht bloß absolut, sondern auch ver-hälwißmäßig mehr für Heer und Flotte auSge-geben, al» in Deutschland. [Hinrichtung.] In der Strasanstalt Webleiden bei Kassel, wurde am Morgen des 17. Novembers der Mörder deS Frankfurter Polizeirathes. Dr. Rumpf, hingerichtet, ©eine letzten Worte waren : „Ich sterbe unschuldig!" [Ein origineller Selbstmord.] Einen echt verschrobenen Danke« a«S Connecticut hat sein verzweifelter-Wunsch, des Lebens Bürde von sich zu werfen, zum Erfinder gemacht. Er hat sich nämlich eigen» eine Guillotine con-struirt. An dem haarscharfen Messer befand sich ein G«wicht von 200 Pfuni. Letzteres wurde durch «in großes, mit Wasser gefülltes Gefäß in der Schwebe gehilten. Im Boden dieses Ge-fäßes befand sich «in V«ntil. Sobald man die-s«S öffnete, strömte daS Wasser heraus und reducirte daS Gewicht deS Gesäßes dermaßen, daß dasselbe in die Höhe geschnellt wurde und das Messer mit dem Gewichte herabsauste. Nach-dem der Selbstmordcandidal sich durch mehrfache Proben mit Hühnern und Katzen davon überzeugt hatte, daß die Maschinen« gut ar-Veite, legte «r sich auf den Block, hielt einen mit Chloroform getränkten Schwamm unter die Nase und verfiel bald in Ohnmacht. Man fand später seine kopflose Leiche unter dem Messer. [Frauenemancipation.] Einen She-riff im Unterrock hat zur Zeit Green County. Ind. Aunlla C. Quillen heißt die Dame, wel-che dort zur Zeit die Pflichten eines Sheriffs wahrzunehmen hat. Die Arme hat jedenfalls viel zu thun, sonst würde sie nicht neulich fol-gende Notiz angeschlagen haben: Kcin Zulaß Wenn aber di« Frau die andere in ih« rem Kampfes«ifer «twaS zu Seit« drängt, so ist das begreiflich, befinden sich doch die Schö-nen, welche ihre gegenseitigen kleinen Listen und Ränke kennen, in der Lage der römischen Opferpriester, welche eS vermieden, einander anzusehen, um nicht lachen zu müssen. Einen Mann können die vollen, langen Zopfe einer jungen Dame leicht in Ekstase versetzen — die Frau, welche daS Bändchen sieht womit sie angebunden sind, wird schon kühler darüber denken. Oder soll vielleicht der Madonnenblick einer Schönen der anderen imponiren, wenn diese weiß, daß «in Strich mit schwarzer Kohle b«ns«ld«n hervorgerufen hat? UebrigenS ist den Frauen an der Bewunderung ihrer Mit-schwestern auch blutwenig gelegen. Sie putzen und schmücken sich für den Mann, und daß sie dies thun, daß sie das männliche Unheil so hoch über daS weibliche setzen, das ist eine rührende Dehmuth. eine ergreifende Selbstverleugnung. welche die Männer nicht tadeln, nein, höchlich bewundern sollten. Doch weiter: „Frauen sind KleinlichkeitS-krämer, sie haben keinen Siun für das Allge* meine und sehen nicht weiter, alS ihre Nase reicht." Nun Gott sei Dank, daß duS so ist 1 4 zu bfii Gefangenen. ES ist ohnehin schon schwer, lie festzuhalten. Ich habe meine Hausarbeit zu ihun und habe keine Zeit, Wache zu stehen, wenn Leute kommen, die Gefangenen zu sehen. Auch machen diese sich nichts daraus. Also bleibt hübsch zu Haus. Aurilla C. Quillen." [DaSKind imReisekorbe.]Wegen eine» gegen den preußischen FiSkuS vtrübten Betrüge« ist gegen einen reichen Bauernguts-besitze'- und dessen Ehefrau ein strafrechtliches Verfahren in einem ganz unerhörten Fall eingeleitet worden. DaS Ehepaar wollte im Auaust d. I. mit seiner achtjährigen Tochter nach Ber» lin reisen und die etwa vierzehn Meilen bis zur Hauptstadt betragende Entfernung mit der Ei-senvahn zurücklegen. Um nun das Bahngeld für daS Kind zu ersparen, lösten die Eltern für sich zwei FahrbilletS zur vierten Wagen-blasse, während sie daS Kind in einem großen, mit einem Holcheckel versehenen Reisekorb ge-packt halten. Sie schoben diesen Korb in deu Personenwagen binein. Ihre Absicht, den Kord unterwegs zu öffnen, wurde kurz vor der Ab-fahr» des Zuges dadurch oereittlt, daß der Schaffner den die Paffagiere beengenden Reife-korb nach dem Güterwagen schaffen ließ. Die arme Kleine hatte in ihrer wenig deneidenS-werthen Lage mehrere Meilen zurückgelegt, als in dem Herzen der Mutter die Besorgniß, das Kind könnte in dem Korbe ersticken, erwachte und sie anderen Mitfahrenden lau» jammernd den Inhalt deS Reisekorbes mittheilte. Die nun von der Sachlage unterrichteten Mitreisenden in dem Wagen waren zunächst so aufgebracht über die unmenschliche Behandlung des armen Kindes, daß sie dem Bauer in handgreiflicher Weise die Lieblosigkeit erkennbar machten und aus der nächsten Station der Absetzung der Eltern und Befreiung des Kindes aus seinem beengten Gefängniß veranlaßten. [D i e Nadel im Körper.] Die üjäh-rige Rosa Schnipp aus Louisville, Ky. siel dieser Ta^e einem merkwürdigen Unfall zum Opfer. DaS wilde Kind warf sich in einen Schaukelstuhl, i» welchem eine Nähnadel steckte und trieb sich die letztere mit dem Kopf zuerst zwei Zoll unterhalb deS Schulterblattes und gerade neben dem Rückgrate in den Rücken. DaS Kind lief zur Mutter, die sofort entdeckte, waS geschehen war, die Nadel aber nicht her-ausziehen konnte, weil sie zu tief eingedrungen war. Man sandte nach zwei Aerzten und diese machten sich daran, die Nadel zu entfernt«. DaS Mädchen wurde chloroformirt, und nun begann die Operation des Herausschneiden«. Jedesmal aber, wenn die Aerzte die Nadel zu haben glaubten, schwanden die Einflüße deS Chloroforms auf daS Kind, dieses begann sich zu winden und unruhig zu werden und trieb sich WaS für eine heillose Verwirrung würde entstehen, wenn die Frau so wie der Mann üver dem Fernen daS Allernächste übersähe! Der Mann kann seine LkbenSaufgabe darein setzen zu erforschen, wie es 1000 Jahre vor Erschaf-lung der Welt ausgesehen, und wie es 1000 Jahre nach dem Untergang derselben aussehen wird, er kann die verwunderlichsten Hypothesen Über Sein und Nichtsein ausstellen, die Frau aber hat es mit der Gegenwart den und wirklich gegebenen Verhältnissen zu thun. Wenn ihre Kinder gewaschene Hände haben, braucht sie sich um die Civilisation unter den Kaffern nicht zu kümmer», und eS wäre nicht genug zu be« dauern, wollte sie, statt an den MittagSlisch ihrer Balllilie zu denken, darüber nachsinnen, wie der ungerSnvlh in Teheran abzuhelfen sei. DaS Leben des Menschen besteh» aus Kleinigkeiten, und Achtung und Ehrfurcht sollte der Sinn der Frauen für da» Kleine uns abnöthigen. Wecket eine Frau um Mitternacht und verlangt eine Stecknadel von ihr, sie wird nicht zögern, euch zu sagen, daß ihr drüben im Salon unter dem vierten Seffel am Fenster *echlS eine finden wertet. Kann aber ein Mann, und sei er der gelehrteste und weiseste sich rühmen, je eine Stecknadel gesunden zu haben'.' Er hat vielleicht schon Abhandlungen über die Erfindung der Stecknadeln und ihre zunehmende Verbreitung geschrieben, aber ge» „Deutsche Wacht." die Nadel nur noch tiefer in den Körper hin-ein. DieS wiederholte sich mehrere Male, und die Doctoren mußten es zuletzt ausgeben, die Nadel zu finden. Die kleine Rosa spürt jetzt keine Sch 'lerzen mehr und läuft vergnügt um-her. Jedenfalls wird die Nadel sich durch den Körper durcharbeiten und eines Tages irgendwo wieder unter der Haut erscheinen, in wel-chem Falle man sie dann leicht entfernen kann. [Ein adeliger Geizhals.] Von dem polnischen Grafen P., der am Hofe des Czaren Nicolaus 1. von Rußland eine hervor-ragende Rolle spielte und ebenso seines Reich-thumS wie feines Geizes wegen bekannt war, erzählen „Sowrem. Jswißt." nachfolgende Anec-böte. Der Graf hatte einen Kammerdiener, dem er sehr zugethan war und der sein volles Ver-trauen befaß. Einst am Namenstage deS Grafen, erschien derselbe, um letzterem seinen Glück-wünsch darzubringen. Während des AnkleidenS ließ der Diener durchblicken, daß es Sitte sei, am Namenstage die Gratulanten zu beschenken. Der Graf machte ein ungläubiges Gesicht, doch überwand er seinen Geiz endlich und gab dem Diener — 30 Kopeken. „Aber wann ist denn dein Namenstag, mein Lieber?" — „Zu St. Josef im März." lautete die Antwort. Am St. Josef, den 19. März, ermangelte der Graf nicht, seinem Diener zu gratuliren. Vergebens wartete dieser, daß sich dem Glückwunsch ein Douceur anschließe» würde. Endlich begriff er, öffnete sein Portemonnaie und — gab dem Grafen 30 Kopeken. Dieser nahm daS dargebotene Geschenk, steckte eS in die Tasche und sagte in allem Ernste: „Jetzt glaube ich dir, was du mir von Geschenken am Namenstag sagtest — ich dachte schon, du hättest d imalS geflunkert." [Eine neue Art der Reclame] haben die Theaterdirectoren Harling und Erlan-ger in Philadelphia erfunden. Dieselben haben eine colossale electrische Lichtmaschine angeschafft, die 30.000 Kerzen Licht liefern soll und dazu benutzt wird, unter ihrem Licht von der Bühne auS jeden Avend die ganze Zuschauermenge zu photographiren. Von diesen Photographien er-hält jeder Zuschauer eine gratis, und zwar er-hält man bei'm Betre'en des Theaters eine An-Weisung, auf vie hin man sich nach wenigen Tagen die Photographie an der Casse abholen kann. [Freude blüht imRantenkranz.] diese vier Worte bildeten den Inhalt einer Depesche aus London, die unlängst bei einer im grünen Werraihale begüterten Familie v. Sch. ankam. Man rieth hin und her. bis sich nach langem Nachdenken die Sache folgendermaßen erklärte: Herr v. Sch. hatte mit einer englischen Familie eine Verabredung dahin getroffen, den Sohn der letzteren, namens Fredy Blight, der sich in funden, thatsächlich gesunden hat er sicher noch keine, ebensowenig als er im Stande sein wird, bei einer Landpartie eine Erdbeere oder eine Brombeere zu finden, oder je ein Schneeglöck-chen von einem Maiglöckchen unterscheide» lernen wird. Ein Man» weiß nie, was für ein Kleid seine Tischnachbarin getragen, oder wie viel Gänge ein Diner gehabt hat, die Frau aber weiß eS, und noch ganz andere Dinge dazu. Ihr Sinn und ihr Gedächtniß für Kleinlichkeiten ist ihr Vorzug, ihre Tugend, keine Schwäche. „Frauen kommen vor lauter Fühlen nicht zum Denken," ist ebenfalls eine oft dem weib-lichen Geschlechte entgegengeschleuderte Anklage. „Lange Haare, kurzer Sinn," sagt daS Sprich-wort, und Börne klagt: „Es ist schwer zu ent-scheiden, welches ein verdrießlicheres Geschäft sei: Lichterputzen oder Weiber belehren, alle zwei Minuten muß die Arbeit wiederholt werden, und wird man ungeduldig, löscht man daS kleine Licht gar aus." Nehmen wir an, daß diesen Worten eine Wahrheit zu Grunde liegt, obwohl daS Beispiel etwaS veraltet ist, daß eS heutzutage glücklicherweise weder Licht-putzscheeren noch Unschlittkerzen mehr gibt, nehmen wir auch noch einen anderen AuS-spruch Börue'S dazu: „Die Empfindung der grauen ist vollständig, aber ihr Wissen Bruch-stück," und sagen wir immerhin : Ja, die Frauen 1885 Teutschl ind aushielt, an einer Vergnügungsreise theilnehmen zu lassen. Die Engländer telkgra-phirten nun zum Herrn v. Sch.. daß ihr Sohn in dem bekannten Hotel „Zum Rautenkranz" in Eisenach sich aufhalte, um von dort auS die Partie gemeinsam zu unternehmen, und zwar mit folgenden Worten: Freilv Blight in Rantenkrauz. Auf den veutfche, Telegraphen-drahte» aber hatten die Worte patriotischer« treffe deutsche Formen angenommen, und so war daS heitere Mißoerständniß zu Stande ge» bracht. [Eine ergötzliche Diebsge-schichte] wird der „St. Z." von einem Augenzeugen u drastischer Weise wie nachstehend ge-schildert: „In nicht geringer Ausregung befan-den sich in einer der letzten Nächte die Bewoh-ner eines HauseS in der Seydelstraße. Eine in diesem Hause zwei Treppen hoch wohnende Frau, deren Mann verreist ist. hört um Milter-nacht am Schlosse ihrer Corridorthür verdächtiges Geräusch. Sie weckt ihr Dienstmädchen, und beide überzeugen sich, daß sich draußen jemand am Schlosse etwas zu schaffen macht. In ihrer Angst erheben sie ein gewaltiges Ge-schrei: „Hülse'. Diebe!" so klingt eS durch die Snlle der Nacht, und bald «st das ganze HauS allarmirt. Alle Bewohner springen aus den Betten. Neiden sich nothdürftig an und eilen an den Corridor bis zur put functio»irenden Sicherheitskette. Von hier auS verständigt man sich gegenseitig, daß der oder die Diebe noch im Hause oder aus dem Hos: sein müssen und man dieselben festnehmen wolle. Hr. S. von „janz oben" eröffnet den Kriegszug. Eine Lampe in der Hanv und bis an die Zähne bewaffnet, kommt er langsam herab. Aus allen Corridoren, die er passirt. fällt die Sicherheiiskette; mit leisem Schritt treten vermummte Gestalten — ob Männlcin oder Fräulein, ist bei der sonderba-ren Umhüllung oft nicht zu erkennen — heraus und schließen >ich ihm an. So hat sich denn, als man unten im Flur ankommt, ein ganzes Häuflein Hausbewohner zusammengefunden, da« den oder die Diebe „greifen" helfen will, und alle sind bewaffnet. Schrubber, Besen, Ofen-zangen, Ausklopfer und dergleichen mehr kann man sehen. Ja sogar ein Cavalleriesäbel auS alt«r. guter Zeit ist zum Vorschein gekommen, der sich in der Rechten des Meisters D. befin-det, und dieser übernimmt denn auch das Com-mando über daS FreiwilligencorpS. Jeder Winkel im Hause und auf dem Hof wird abgesucht, nirgend eine Spur von Dieben! — Da fällt da» Feldherrnauge des Mei'terS D. auf einen Winkel im Hose, dort, wo sich die „Müllkute" befindet, und daraus hinzeigend, flüstert er leise zu seinem Gefolge: „Dort sitzen sie." — Alle« sieht nach jener Richtung hin. und richtig, beim fühlen, statt zu denken, aber vergeffen wir nicht hinzuzusetzen: Heil der Welt, daß dieS so ist! Die Wüste Sahara wäre ein Blumengefilde gegen die Oede, welche unS umgeben würd«, wenn auch di« Frauen da« Fühlen verlernten. Könnte man die Männerherzen unserer Tage sehen, wa» würde man darin finden? Bau-speculativnen und politische Debatten, Eisen-bahn-Projecte, Tageskurse, ErfinduagSpatente. Börsenberichte und Leitartikel. Ist e« da nicht ein Glück, daß eS noch Herzen gibt, in denen Blumen und Vögel, Mond und Sterne, Wald und Wiese eine Heimat finden, di« noch au« Mitleid mit dem Helden eine« «tuckeS in Thränen zerfließen, mit der Nachtigall sympathisirni und die Abendsonne mit sanfter Rührung nn-tergehen sehen? Doch genug, wir wollen schließen, denn wen daS bis jetzt Gesagt« noch nicht überzeugt hat, den würde auch Alles, was noch zu sage« wäre, ungläubig lassen. Wir halten eS mit einem alten Gedichte. daS die Schöpfung de« Menschen gar erbaulich beschreibt und mit dea Worten schließt: „Da« ader sei den Frau'n zum Lobe, Man merkt eS auf den ersten Blick: Der Mann ist nur ein Stück zur Probe, Die Frauen sind das Meisterstück." r.— 1885 kuben Scheine der Lampe bemerkt man zwei pisammerniekauerle Gestalten in jenem Winkel. — Ist es die Kälte der Nacht oder ist eS Hanonenfieber? einigen im FreiwilligenkorpS klappern die Zähne. — Wie einst Prinz Eugen bei Belgrad seine Truppe» instruirte und er-munlerle zum „herzhaften Angriff", so »Hut eS tut auch Meister D. Dann schwingt er seinen allen Eavallerteiäbel — vergeblich ruft seine ««sorgte Ehehälfte flehentlich von oben herab: .Hugo sei nicht so tollkühn" — vorwärts stürmt «, seine Freiwilligen hinter ihm her ! di» Lmnp-«lisch», man k..nn nichts mehr sehen und es entsteht ein Drängen nach der Richtung hin, wo ju Diebe tauein, und „haltet sie!" — „haut it!" — „laßt sie nicht los!" so ruft eS durch «»ander. „Nee, nee." stöhnt der halv erdrückte Meister T., „seid man stille und drängelt nicht mehr 10, Kinder; die beiden kommen nicht mehr fort, »ch Halle sie feste, in j. Der Hand eenen, mau schnell Licht her." — TaS Licht kommt, man umringt Meister T.. um zu sehen was chr Kerle er »n feine» neroigen Fäusten hält »id sieh« a, es sind — zwei alte, ausrangirte kohlcnkorbe! — Der ganze Kriegslärm war Menfalls durch eine» spät heimkehrende» Nacht-ichivärmer hervorgerufen, der sich in der Thür jtirr» ha»»,, sich ader nun schön hütete, sich zu neiden. ^VolkSthümliche Unsterblich» leit.J Gast (zur Schaiilmaib): „Wissen Sie, »tr Goethe war— Antwort: „No freili!" — Gast: „Und Schiller V — Antwort: „Natürlich !- — Gast: „Nun, wer waren den» die beiden i" — Aiilwort: Jetzt werd ich das uch» wissen! Zwei Gipsfiguren sind'«!" [Kindermund.] Freddy wird von sei-«r Mmler wegen etner Ungezogenheit gezüch-izi. Se»n Vater kommt dazu und Freddy ruft tzm entgegen: „Aoer Papa, wie konntest Du !u nur eine so heftige Frau nehmen?" [Zerstreut.] Professor: „Meier, wie liele Reisen um die Erde machte der Englän-»u Cook t" — Älieier: „Drei!" — Professor: .Und auf welcher wurde er erschlagen!" Deutscher Schulverein. Wien. In Wahung hat die Constituirung !ti»enjchastlich geworden, und Niemand, weß' €tanO(« oder Amtes et auch sein möge, ist vor In Besudelung jener >m rohesten Tone geHalle» »n> Bläuer sicher. Diese „Bübereien" nahmen ihren Anfang, al» die sogenannte „russische" tavjlei bahter um ein Individuum vermehrt »urve, Hessen agitatorische Thätigkeit in der siooenischen Presse natürlich ben vollsten Bei- ..i)eut|fp< ^vacht." fall findet unb dessen Berufung nach Eilli wohl nur den Zweck haben konnte, die schmu-tzige Arbeit der Wühlereien gegen das Deutsch-thun, in Eilli Händen anzuvertrauen, die eben zu derlei maulwurssartiger Beschäftigung sich am besten eignen und dessen Besitzer bei seinem Herrn und Meister das vollste Ber-trauen genieß». Wir wollen unS mit dieser armseligen Ereatur, die doch nur ein bedauernS-werthes, willenloses Werkzeug ist in den Här.-den seiner „Schöpfer", nicht weiter besaßen. Dagegen aber können wir es unS nicht versage», dem Besitz-r der sogenannten „russischen" Kanzlei nahe zu legen, daß wir es gebührend zu würdigen wissen, wenn unter seiner A?gide der Nationalitätenhaber immer mehr aus bie Spitze getrieben unb mit Waffen gekämpst wirb, bie jeber anständige Gegner als unwürdige unb verwerfliche bezeichnen muß. Die letzten Angriffe auf deutsche Männer in dem nicht näher zu bezeichnenden Slovenenblalte tragen wieder so rech» den unverkennbaren Stempel bobenlo-ser Gemeinheit und Rohheit an sich. Diese auS der „russischen" Kanzlei erflossenen geistigen Excremente eines nur im Kothe wühlenden, unsauberen Patrons müssen uns umso mehr an-ekeln, wenn wir uns gegenwärtig hallen, daß dabei eine Persönlichkeit der Arrangeur ist. die nicht den Mannesmuth besitz», für ihre polilische Ueberzeugung offen und frei in die Arena zu treten und die ihre in Gift und G^lle getränt-ten Pfeile auS einem Hinterhalte auf ihre Gegner abschießt. Als jener Mann »ach Eilli kam, drängte er sich sosort in die Gesellschaft ein, besuchte Clubs und Eirkel, entwickelte da-bei eine bezaubernde Liebenswürdigkeit, die ihm üb rall Thür und Thor öffnete, und wnrde, da man sein biederes Wesen für wahr und echt hielt, mit deutscher Offenheit und deutscher Gast, frenndschasl aufgenotnmen. Allmählig aber ent-puppte sich die wahre Natur dieses Mannes, dessen Bestrebungen einzig und allein nur dar-auf gerichtet sind, Zank nnd Hader dort Überall zu säen, wo sein Fuß deutschen Boden be-tritt. Seit seines Hierseins ist des WühlenS kein Ende, und die Eingangs erwähnte aller-neueste Acquisition bieseS Herrn ist eine seiner würbige Abschlagszahlung für deutsche Gast-freund sch aft. [E i n v e r h a f t e t e r S o c i a l-D e m o-krat.] Der gelegentlich feister .Einspruchsver-handlnng beim KreiSgerichte Eilli hier weilende Herausgeber des in Marburg erscheinenden socialdemokratischen Journals „Die Arbeit", Herr R i S m a n n, wurde, über Requisition beS Untersuchungsrichters beim k. k. Landesgerichte Graz in Strafsachen, am Dienstag AbendS, in Hast genommen und heute dem genannten Strafgerichte eingeliefert. Gegen Rismann soll die strasgerichtliche Untersuchung wegen Hoch, verrathe« eingeleitet sein. An andrer Stelle unseres Blattes finden die Leser den Bericht über die oben erwähnte Einspruchoerhandlung. [Bauernverein „Umgebung M ar» b u r g".] Sonntag, den 22. d. M., Vormittag 10 Uhr findet im Götz'schen Saale in Marburg die Vollversammlung des Bauern-BereineS „Umgebung Marburg" statt. Die Tagesordnung ist folgende : 1. Vortrag deS Herrn Prof. Winter aus Graz über die politische Lage deS Bauern-stanbes. 2. Vortrag beS Herrn Robert Edlen von Langen mantel über Bauernkammern. 3. Bortrag beS Secret rrS Herrn Müller der landwirtschaftlichen Gesellschaft über Wiesenbau unb lanbwirthschaftliches Genossenschafts-wesen. 4. Vortrag deS Herrn Krumholzüber Brandschadenversicherung. 5. Anträge. [Spende.] Der Grazer Thierschutzverei» hat dem Oberpolizeimann Franz Krell und dem Wachmann Anton Poharz für ihr eifriges und erfolgreiches Einschreiten in Thierschutzangele-genheiten je 4 fl. gespendet. [Unter st «irischer Fortschritts-verein.] Am 22. b. M., Abend« 7 Uhr, findet im Gartensalon des Hotels zum „goldenen Löwen" die Hauptversammlung des 5 unter st eirischenFortschrittSverei-neS statt. Außer der statutenmäßigen Wahl de« Obmannes und der Ausschußmitglieder, sowie der Bestimmung des Jahresbeitrages steht ein Vortrag des Herrn ReichsralhSabge« ordneten Dr. Richard Foregger „über die Paruigruppirung im österreichischen Abge-orbnetenhause" auf ber TageSorbnung. Die Ver-fammlung ist öffentlich; es kann baher Jeder-mann bersclben beiwohnen. [Die Tiroler Sänger-Gesell» fchaft Rainer sen.] wird am Sonntag, den 22. d. M. in den Casino-Sälen ein Concert mit gewähltem und reichhaltigem Programme, das im Inseratenteile unseres heutigen Blaue« enthalte« ist. veranstalten. Wir machen unsere geehrten Leser auf diesen seltenen Kunstgenuß aufmerksam. Die genannte Gesellschaft genießt bekanntlich einen Weltruf. Die wackeren Sing-vöglein vom „Achenfee" waren seit 16 Jahren nicht mehr in unseren Mauern : sie besuchen un« nur auf ihrem Fluge nach Wien, um uns mit ihren herrlichen Liedern zu ergötzen. Wer daher einige recht genußreiche Stunden verleben will, der versäume nicht, die „Tiroler Nachtigallen" am Sonntag aufzusuchen, denn sie lassen sich nur dieß eine Mal hier hören. [Pariser GlaSphotogrophien-K u n st - A u « st e l l u n g.] Die bisher zur Au«-stellung gelangten zwei Serien, Paris, England, Schottland und Rußland, boten eine reiche Fülle wirklich äußerst interessanter Schaustellungen, die wir al« einzige in ihrer An bezeichnen »nüssen. Die zur Ansicht gelangenden, kunstvollen Bilder, gehoben durch prächtige Beleuchtung«» effecte, lassen in uns kaum den Gedanken auf-kommen, daß wir nur bildliche Darstellungen vor Augen haben; wir glauben vielmehr pla-frische Gebilde, wirkliche Paläste, Kirchen, s.raßen, Monumente, Bäume u. dgl. vor un« zu sehen. Wir können den Besuch dieser in der That sehr unterhaltenden und auch instructiven Schau-stellung dem Publicum bestens empfehlen. Heute gelangt noch die 2. Serie (England, Schottland und Rußland) zur Anschauung. Morgen und Samstag sind Italien und Spanien an der Reihe: dann folgen Deutschland mit den Rhein» gegenden, Constantinopil und Egypten, Oester-reich und die Schweiz, endlich Amerika. Belgien und Palästina. [Die Abgabe von Forstcnltur-Material.] Im Frühjahre 1886 werben auS den ärarischen Pflanzgärten bei Graz. Premstätten, Brück. Cilli, Siezen und Murau ebenso wie in den Vorjahren, Walbpflanzen an bie Walbeigenthümer Steiermarks behufs Verwendung jener bei Aufforstungen abgegeben. Auch stehen einige Taufend Weidenstecklinge zur Verfügung. An mittelose Waldbesitzer erfolgt die Abgabe der Pflanzen, loco Pflanzgarten, unentgeltlich, gegen (Herstellung der zweckentsprechenden Verwendung. Auch wird an selbe Samen von Fichten, Lärchen und Föhren unter dem gleichen Vorbehalte unentgeltlich ausgefolgt. An bemittelte Waldbesitzer werden die Pflanzen, soweit der Vorrath reicht, um den Selbstkosten-preis abgegeben. Anfragen bezüglich der nähe-ten Details über die Durchführung der bezüg-liehen Abgaben, resp. Anmeldungen eines be-stimmten Bezuges si*b bi« längsten« Ende Jänner 1886 beim k. I LandeS-Forst-Jnspec» tor in Graz (Stalthaltereigebäude) einzubringen, wozu bemerkt wird, daß den Anmeldungen um unentgeltliche Abgabe deS CulturmaterialeS bie Bestätigung deS zuständigen Gemeindeamtes betreffs der behaupteten Mittellosigkeit des Bewerbers beizuschließen ist. Die Erledigung der einlangenden Anmeldungen wird bis Ende Fe» bruar 1886 erfolgen. [PosojilnicaS.] Seit einigen Mona-ten schon erhalten sich mit Beharrlichkeit Ge-rüchte über die fatale Situation, in der sich einige dieser Geldinstitute befinden sollen. Wir haben bisher davon nicht Notiz genommen, nun aber, nachdem selbst slovenische Blätter der Lage der genannten Geldinstitute Erwähnung thun und zu vorsichtiger GeschästSgebahrung rathen, können wir denn doch nicht umhin, dar» auf aufmerksam zu machen, daß „PosojilnicaS" schon im Allgemeinen mit Rücksicht auf ihre Basis 6 und Tendenz nicht jene Sicherheit bieten können, welch« ein Geldinstitut, dem man Theile seines Vermögens anvertraut, jedenfalls bieten sollte. Ihre Grundlage ist eine rein nationale, die Lei« >ung befindet sich, wie man weiß, stets in den Händen von Slaven der extremsten Richtung. Beide Momente lassen eine objective Geschäfts-gebal;rung nicht denkbar erscheinen, und in der That wird häufig das Maß der Sicherheit eines Geldnehmers mit dem Werthe der Person als nationaler Kämpe verwechselt. Daß da sehr riscante Oeschäste entstehen oüssen, liegt aui der Hand. Hiezu gesellt sich die Thalsache, daß ein „guter Wirth" sich unmöglich dazu ver-stehen kann, wenn er überhaupt etwas besitzt. Gelder zu 8# und mehr aufzunehmen, wenn er sie 10 Schrille weiter um üÄ erhält. Dar« aus geht hervor, daß „PosojilnicaS", namentlich in Orten, wo sich rationell arbeitende Sparcassen befinden, eS nur mit Leuten zu thun haben können, deren Werth als Schuldner fraglich ist. Während Tarlehen einer rationell arbeitenden Sparcassa in Rücksicht ihrer Bonität mit Leichtigkeit bin-nen wenigen Tagen an andere Institute über-tragen werden tonnen, steht es mit den Förde-rungen der „PosojilnicaS" wesentlich schlechter und daran ändert die.unbeschränkte Haftung" we-nig oder nichts; eine lange Reibe von Rullen drückt doch keinen Werth aus. Daher kommt eS auch, daß über eine Posojilnica verhältnißmäßig leicht eine Kalastrophe hereinbrechen kann. So würde z. B. bei den bedeutendsten dieser Geld-institnte eine Kündigung von nur einem Drit-theil der Einlagen schon eine Panique hervor-rufen, die die ärgsten Folgen nach sich ziehen könnte, denn man ist nicht mehr in der Lage mit Rücksicht auf daS Unvermögen jener Geld-nehmer. die zu einer Posojilnica ihre Zuflucht nehmen, bald die Summe zu schaffen, und gezwungen, die Zahlungen einzustellen. Wir haben in letzerer Zeit auffallend viel über eines der hervorragendsten dieser Institute gelesen und erfahren zum Schluß«, daß es bei der specu-lativ-na'ionalen Bank „Slavia" um einen Credit von 40.000 st. eingeschritten sei — dieser Credit wurde nicht gewährt! Er wurde nicht gewährt, weil die Bedingungen, die die Bank stellte, nicht angenommen werde» konnten ! Welche Bedingungen dies waren «,'d sind, wird nicht gesagt; denken kann man sie sich wohl. Die Sicherheit, die selbst eine Posojil« I nica mit „unbeschränkter Haftung" gewähren kann, ist eine zweifelhafte, die Passivposten können sofort gekündigt, die Activdarlehen bti den minder werthigen Debetanten schwer, zum Theile auch gar nicht hereingebracht werdcn. Es ist klar, daß unter solchen Umständen man-cher Belheiligte, der im ersten nationalen Fie-beransalle seine Gelder der Posojilnica zutrug, nun ein gewißeS Gefühl der Bangigkeit empsin-del, denn eigentlich sind seine Geldülerschüße durch die Vermittlung des Institutes zum guten Theile auf Hypotheken und Personen gegeben, auf die er sie selbst sicher nicht placirt hätte. [Vom D i ch l e r L e i t n e r.] Heute feiert in Graz der bekannte steiermärkische Dichter Carl Gottfried LeopoldRitter von Leitner sein 85. Geburlsfest. AuS diesem Anlasse werden dem allgemein verehrten Dichtergreis gewiß zahlreiche Ovation-m darge-bracht werden, die auch bereits mit einem vom Grazer Schriftstellervercin „Concordia" an den Dichter gerichteten herzlichen Beglückwünfchungs-schreiben inaugurirt wurden. [Hütet die Kleinen.] Kürzlich ist das 2jährige Kind der Anna Prelaschnik in St. Lorenzen in die neben dem Stalle befindliche Mistlache gefallen und in derselben ertrunken. [Sträflingstransport.] Ein trau-riges Zeichen der Zeit. Das hiesige Gefangen-haus ist überfüllt, und mußten deshalb 28 Slräf-linge in andere Strafanstalten untergebracht werden, und zwar 18 in GradiSka und 10 in Capodistria. [Muthwillige Sckulknaben.] Vor einigen Tagen machten sich mehrere Schü-ler der hiesigen Volksschule den rohe» Spaß, die Drahteinfassungen der Rasen- und Garten-anlagen aus dem Wokaun-Platze abzureißen und „Z>«tsche über die dort sich kreuzenden Wege zu spannen. Der Gutsbesitzer Herr Seybald stürzte in der Dunkelheit über eine solche Drahtspannung uno brach sich den Fuß. — Unsere Polizeiorgane mögen künftighin auf das Treiben nnfe-rer Sckulknaben ein aufmerksames Auge richten; vielleicht gelingt es ihnen einmal, einen der Frev-ler zu erwischen und denselben, zum abschrecken-den Beispiel der Anderen, der verdienten Zuch-tigung zuzuführen. — Den löblichen Magistrat aber möchten wir darauf aufmerksam machen, daß eS in unserer Stadt, trotz der Gasbeleuch-tung, noch unzählige dunkle Punkte gibt, wo man auch ohne Drahlspannungen Hals und Beine brechen kann. ..Mehr Licht" könnte un« wahrlich nicht schaden! [R a u b a n s a l l.] Die Grundbesitzer Al-bin Kolaritfch und Jacob Bresniker au» St. Paul fuhren am 12. d. M. von Cilli nach Hause. Ersterer halle einen in Cilli eincassirten Geldbetrag von 800 fl. bei sich. Unterwegs, und zwar auf der nach St Paul führenden Straße, wurde der Wagen plötzlich angehalten, indem vier Männer von rechts und links den Pferden in die Züg^l fielen. ES war bereits 8 Uhr AbenvS und daher vollständig finster. Der das Fuhrwerk lenkende Grundbesitzcr hatte jedoch noch so viel Geistesgegenwart mit aller Macht in die feurigen Pferde einzuhauen, daß dieselben in rasendem Galopp davonjagten, wo-öei die Straßenräuber auf die Slraße aeschleu-dert und von ihrem verbrecherischen Vorhaben abgehalten wurden. Einer derselben solle unter ie Räder deS Wagens gekommen sein. Trotz eifrigster Recherchen konnte man die Verbrecher bisher nicht eruiren. t Cillier Stadttheater Fast pieiätloS hat die Muse von der „Kunstbude", die unS manchmal an die Roman-tik deS fahrenden Eomödiantenthums gemahnte, Abschied genommen, und freudig die neuen, ihr geweihten Räume bezogen. Heute sind nicht mehr die Zeiten wo man. wie Goethe, „auf über Fässer geschichtete Bohl-n an >edem Jahr-markte dem Publicum das höchste Vergnügen zu bieten sich getrauen" könnte, heute verlangt die Muse, wie ein echtes Kind der modernen Zeit, einen prächtigen Palast und den Luxus einer glänzenden Ausstattung. Ein würdiges Heim der Muse, bietet sich unser neues Theater dem überraschten Beschauer dar. Ein wahres Schatzkästlein, daS vor jeder Unsauberkeit sorg-lich geschützt werden sollte. Leider mußte» wir am verflossenen Montag zu unserem größten Mißbehagen die Wahrnehmung machen, daß in das neue, schöne HauS ein unsauberer Geist eingezogen war, der da 'ein Unwesen trieb, als befände er sich in einem Raume, wo die Pcie-sterinnen einer gewißen halbweltlichen Göttin ihren Sitz aufgeschlagen, während doch hier den Musen ein Tempel errichtet worden. Be-sagter unsauberer Geist spuckte in der zur Auf-sührung gelangten Posse „D i e K i n d s f r a u" (frei — leider nur zu frei — nach Hennequin) von F. Zelle DiefeS von französischen Zoten und albernen Operettenwitzen strotzende Mach-werk ist offenbar für ein bestimmte» Publicum berechnet. daS in der deutschen Stadt Cilli gottlob nicht vorhanden ist. Eine Reprise dieser Nudidät würde unzweifelhaft ein total leeres Haus machen. Aus Gründen der öffentlichen Siltlichkeit können wir uns in eine eingehende Besprechung dieser dramatisirten ..Cochonnerie" nicht einlassen. Bezüglich der Darsteller, die ihre ganz schätzenSwerthen .Kräfte diesmal für ein« höchst undankbare Aufgabe einsetzen mußten^ kon-nen wir un» nur lobend aussprechen. In ^räu-lein Fröhlich sMariana) lernten wir eine rech: talent- und temperamentvolle Localsänge-rin kennen, die von einem sympathischen E^te-rieur unterstützt, ihre Ausgabe mit möglichster Delicateise löste; das Fräulein, dem reichster Beifall gespendet wurde, dürfte auch in der Operette ganz Tüchtige» leisten. Herr P a u l m a n n sPeter Gruber) erwie» sich als tüchtiger Gesaagscvmtker, der daS durch Girardi zu so großer Popularität gelangte Couplet „Schwarz ist meine LieblingS-Couleur" 18t>5 recht wirksam zur Geltung brachte. Auch Herr Paulmann berechtigt zu Hoffnungen in der Operette. Eine köstliche Figur schuf Herr T, rector Siege (juu.) als Weingroßhändlkr Schneller, sowohl in MaSke wie im Spiel. Herr delli Z o 11 i (Rauscher) war von hoch-komischer Wirkung. Die übrigen Mitwirkende«, welche sich in das Ensemble zufriedenstellend einfügten, erheben wohl keinen Anspruch am eine Besprechung ihrer unbedeutenden Rollen. Doch des dreijährigen Dolfi dürfen wir nicht vergessen, der als „kleiner Oitokar" durch r.'chl ausdrucksvolle Gesten schon jetzt seinen Kunst-lerberus lebhaft documentirte. — DaS Orchester. ^ unter Leitung des Kapellmeisters Herrn 3Baq«t, hielt sich gleichfalls ganz wacker. Das Hau» i war wieder ausverkauft. Und nun zum Schluß, anknüpfend an un-seren eingangs erhobenen Protest gegen die Aufführung von Komödien von der Couleur der „Kindsfrau," die gewiß nicht die Liebling«. ] Couleur unseres verständnißvollen und feinfühli« gen Publicums ist: „ein Wort an den D i r«c t o t*. Da» deutsche Theater in Cilli hat nicht nur di-Ausgabe, dem Publicum nach des Tage» Miin« Zerstreuung und Erheiterung zu bieten, eS (oll auch seinerMission alSdeutfcheBildung!-st ä t t e gerecht werden. Mit französichen Rudidäten wird dies er-habtne Ziel nimmermehr erreicht. Derlei geiit-lose Machwerke bieten dem Publicum nicht einmal die im Theater gesuchte Zerstreuung geschweige denn daß dieselben höheren Aasor-derungen entsprächen. Hinaus mit diesen ver-blödeten und verlotterten französischen Jammer, gestalten au» unserem deutschen Musentempe!, in dem nur Raum ist für die Geist und Hm erquickenden dramatischen Schöpsungen unsen: deutschen Autoren, welche die Bühne gottlob noch nicht zum Tummelplatze der Zote herab-gewürdiget haben. Der deutschen Schauspiel-kunst ist in unserem neuen herrlichen Theater ein würdiges Heim erschlosien; hoffen wir, daß mit der Direktion und den Darstellern auch der rechte Wille und die echte Kunstbegetsterung int neue HauS einziehen werde denn: „Jetzt dars die Kunst aus ihrer Schattenbühne Auch höh'ren Flug vermcken, ja sie rnufe, Soll nicht deS Leben« Bühne sie beschäme« ' Nächste Vorstellung Freitag, bea 20. i. M. „D e r Pfarrherr", Schauspiel in funj Acten, von Eharlote Birch-Pf.iffer. cherichtssaal. [EinfpruchSverhanblung.] Ä«» k. k. KreiSgerichte Eilli fanb am Dienstag, o« 17. b. M. bie Verhandlung über ben von de» Herausgeber unb Eigenthümer des focialdemo> cratischen Organe« „bie Arbnt" gepen die^ schlagnahme ber Rummer 0 bieses Blattes » hodenen Einspruch statt. Den Vorsttz fudr« LGR Dr. Gall6. als Botanten fungirt« LGR. U lc ar unb LG.-Adjunct S ch w m n « r. Die Staatsbehörde vertrat der t. t. Sl.-T Dr. G e r t f ch e r. Der Herausgeber und Ler-leger der „Arbeit" Johann R i s m a n n. m blutjunger Mann, war persönlich erschiene». Die Verhandlung selbst ergab keine interefl«-ten Momente. Di« Staatsanwaltschaft erblickn in dem in Rr. 6 der „Arbeit" enthaltenen £«■ artikel „da» Eigenthum in seiner ursprünglich«, Form" den Thatbestand nach § 305 St.-S,. da,n diesem an die Ardeiterbevölkerung ze-richteten Artikel auf die Nothwendigkeit M Umstürze« der bestehenden Verhältnis« ruck-sichtlich der ungleichen Vertheilung der (5ü,k hingewiesen wird. Der Staatsanwalt begründete a seinem zwar kurzen aber sehr sachgemäßen, 5u verworrenen und unklaren Begriffe einzeln« Wortführer der socialistischen Partei über d« Lösung der socialen Frage treffend ^arakte-risirenden Plaidoyer seinen Antrag auf fc werfung de« erhobenen Einsprüche». Ter Ei» spruchswerber, Johann Ri » mann, oeriuchfc in einer längeren, ziemlich confusen Rede d» Nachweis zu liefern, daß der Inhalt de» incrim-nirten Artikels den Thatbestand nach §. 30» nicht involvire. Nach kurzer Replik und Duyl» selten: de« Vertreters der Staatsbehörde vck 1885 Deutsche ZV«cht d,S Johann R i s m a n n. zog sich der Gerichts-Hof zur Berathung zurück, als deren Resultat der Vorsitzende LGR. G a ll6 daS den Gin« joriich abweisende und die Beschlagnahme der Nummer 6. des in Rede stehenden Blattes bestätigende Urtheil verkündete. Diese Verhandlung hatte noch ein tragisches Nachspiel. Als Herr R i s m a n n, nach der UnheUspublkation, sich entfernen wollte, wurde tx, in Folge einer mittlerweile telegrafisch ein-gelangten Requisition deS k. t. Landesgerichtes Graz in Strafsachen, verhaftet. Der Ver-tastete steht unter der Anklage des Hochoerraths. sG e s ch w o r n e n l i st e.j Für die am v. December beginnende IV. Schwurgerichts-periode wurden folgende Herren als H a u p t-geschworene ausgelost: MatheuS Lach, Realitätenbesitzer. St. Johann. Carl Bruß, Bergverwalter. Hudajama. Dr. Johann Omu-1«, Advocat, Frieda». Konstantin Trapp, Ka-minfeger uno Hausbesitzer, Tüffer Anton Badl, Hausbesitzer, Marburg. Josef Steyer, Reali-tätenbesitzer. Luttenberg. Josef Dobaja, Kauf-mann, Pettau. Alexander Lininger, Handelsagent, Marburg. Franz Heller, Hausbesitzer, Marburg. Franz Oehm jun., Hausbesitzer, Marburg. Joses Grabler Realitätenbesitzer, Ponig'. Carl Weber. Hausbesitzer, Tüffer. Ferdinand Kunej, Realitätendesitzer, St. Peter bei Königsberg. Joiann Komauer, Realitäten-besitzer, Schleinitz. Johann Nekrepp. HanSbe-sitzer, Marburg. Andreas Sutter, Realitätenbesitzer. Gonobitz. Alexander Edler von vteupauer, Realitätenbesitzer und t. k. Hauptmann, Wisell. Johann Krammer, Realitätenbesitzer. Windisch-graz. Carl Kummer, t. k. Notar, Gonobitz. Simon Hutter, Hausbesitzer, Pettau. Johann Brudermann, Fleischer, Mahrenberg. Alexander Mell, t. t. Hauptlehrer, Marburg. Anton Pin-leric, Realitätenbesitzer, Rann. Beneditt Hertl, Gutsbesitzer. Dobernesch. Gustav Äarena. Bank-lirector. Marburg. Franz Fasching, k. k. Ober-realschuldirecior. Marburg. Josef Dobrauö. Handelsmann, Tüffer. Johann Millositfch, Hausbesitzer, Marburg. Johann Kropi, Realitäten« besitzer, St. Marein. Johann Zechner, Haus-besitzer. Rann. Franz Svetl. Realitätenbesitzer, Unterkotting. Johann Barth, Gutsbesitzer, St. Johann. Jof f Derca. Realitätenbesitzer, Dornau. Martin Pirtou^k, Realitätenbesitzer, Rietzborf. Mathias Wreßner, Realitätenbesitzer, Witschein. — Ergänzungsgeschworene: Johann Ploner, k. k. Gymnasialprofeffor. Dr. Josef Wrecko, AdvocaturSconcipient, Max Bader, Buchiinler, Josef Kalligaritsch, Hausbesitzer, Aranz Herzmann, Hausbesitzer. August Tisch. Bürgerschullehrer, Gustav Lachnit. Bäckermeister, Anton Timetz. Hausbesitzer. Raimund Koscher, Hotelbesitzer, sämmtlich in Cilli. Hingesendet. Sehr geehrter HerrSchristleiter! Die „Deutsche Wacht" brachte in der letz-Un SonntagS-AuSgabe eine vom HandlungSbe-flissenen Franz Küßel in Lichtenwald unterzeich-nete „Berichtigung", in welcher behauptet wird, daß ich die den Herrn Wermuth, Lehrer an der Rutschen Schule in Lichtenwald, belasten sol-lende Zeugen-AuSsage des Einsenders „wenig-stens indirect bestätigte". Ich bedauere nun bemerken zu müssen, daß es wohl sehr schwer sollen dürste, in meiner Aussage eine Bestätigung, und sei es auch nur eine „indirecte", ver Behauptungen de« Zeugen zu finden. Ich stelle an die geehrte Schriftleitung der „Deutschen Wacht" die Bitte, diese Richtig-stellung in der > ächsten Ausgabe der „Deutschen Wacht" abdrucken zu laffen. Mit deutschem Gruße Josef P l e n k, Hörer der Recht«. [Man sei stets vorsichtig,] wenn sich durch Magendrücken, Herzklopfen, Kopf-schmerzen, Verstopfung :c. gestörte Verdauung bcmerklich macht, wende als bestes Mittel, wie nachfolgender Bericht beweist. Apotheker R. Brandt'S Schweizerpillen an. Wien. Ew. Wohl-geboren' Ersuche, ob Sie mir nicht Apotheker R. Brandt's Schweizerpillen schicken können; die man jetzt in Wien bekommt, sind für nichts, die echten Schweizerpillen haben mir so gut ge-than, baß ich jetzt unglücklich bin, keine zu haben. Mit Hochachtung Louise Eonstamin, I. B. Wollzeile Nr. 7», 2. Stock. Thür Nr. 33. Man versichere sich stets, daß jede Schachtel Apotheker R. Brandt'S Schweizerpillen erhält-lich 4 Schachtel 70 Kr. in den Apotheken) ein weißes Kreuz in rothem Feld und den Namens-zug R. Brandt's trägt und weise alle anders verpackten zurück. * + * Wir machen hiedurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der Herren Kauf-mann 6s Simon in Hamburg befonders aufmerksam. Wer Neigung zu einem intereffan-ten wenig kostspieligen Glücksversuche hat, dem kann die Betheiligung an der mit vielen und bedeutenden Gewinnen ausgestatteten staatlich garantirten Geldverloosung nur bestens empfoh-len werden. ch * » [Interessant! >st die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glück s-anzeige von Samuel Heckscher senr. in Ham-bürg. Dieses Haus hat sich durch seine prompte und verschwiegene Auszahlung der hier und in der Umgebung gewonnenen Beträge einen dermaffen guten Ruf erworben, daß wir Jeden auf deffen heutiges Inserat schon an dieser Stelle aufmerksam machen. Merarisches. [Wiener Witzblatt.] Wien, II. Obere Donaustraße 103. Preis pro Quartal ö. W. fl. 2. Inhalt von Nr. 46. Bilder. Ehrbare Annäherung (reichco'JorirteS Titelbild»: CoSmopolitifche Bilder (II Budapest); Im Restaurant. Text: Tophane (Leitgedicht): Person nal-Nachrichten ; Im Jyldij KioSk; Der Börsen-Knigge; Kleinkinderlied; Ein Interview mit Conrad von Eybesfelv; Simon Stern vom Franz-JosephS-Onai; — »e. :c. :c, 1« Hkrntrn, Mt. 1>lt ■». «I. <.Imiiii. ist ein •rlitnr* 2 Stock hohes Haus auch als Geschäftshaus sehr gut verwendbar, da e* inmitten des Hauptplatzes i»t, sofort unter sehr günstigen Bedingni«*en xu verkaufen, Gegenwärtig trftgt es von lSflOö H. Zinsen. Nähere Auskunft hei Herrn Pacchiaffo, Goldarbeiter in Cilli. 792-2 JUL. JOHANNSEN, KantBchuk-Stampiglien-Krzengunp & Uravieranstalt Graz, Jungferngasse Nr. 2. Alle Neuheiten. — Lieseriei'i i bis 2 Tage. — Agentur fOr li: C. -AJjaa.esleclua.er. 427—52 Hauptgewinn event. 500.000 Mk. Aiziio. Die Gewinne garantirt der Staat. 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Der Hauptgewinn l"" Classe betrat .10.000 M. steigt in der 2"" Cl. aui 60.000 M. in der:5-auf 70.000 M„ in der 4U" ans NO.OOO M.. in der 51** aui ttO.OOO M.. in der «>"" auf IOO.OOO M.. in der 7'- auf 200.000 M . und mit der Prämie von SOO.OOO M. event, ans iOO.OOA Mark. Fltr die erste Oh Innxlrtiuiig, welche amtlich festgestellt, kostet das ganze Ominalloos mir3 0.60 kr. ö.W. od. 6 M.. das halbe Oripalloos nur 1 II.80 kr. D.W. od. 3 M., das Tiertel Orpialloos nur 90 kr. ö.W, od.!'/« M, und werden diese vura Staate garantirten < Original -Loose (keine verbotenen Promexsen) mit Btifögung des Original-Plane«, gegen franklrte Einsendung de» Betrages oder gegen Postvorachnss selbst nach den entferntesten liegenden von mir verwandt. Jeder der Betheiligten erhält von mir nach stattgehabter Ziehung sofort di>' amtliche Ziehungsliste nnanfgefordert zngesandt. Plan mit Staatswappen, woran» Einlagen und Vertheilung der Gewinne auf die 7 Classen ersichtlich, versende im Voran» gratis. 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Modenzeitung" und allen fremdländischen Hauptblättern rühmlichst bekannten and ältestrenommirten Tiroler Concert-Sänger-Gesellschaft liuduf* Rainer sen. ana Achensee in Tirol. 4 Hamen und 4 Herren in ihrem National - Costume. 708-8 PrO|[rtlllllll. 1. 1. Gailthabrr Jäger-Marsch, Chor. 2. Duett „Bäuerische Farben*, gesungen von Frl. Therese Prantl und Theres'l Rainer. 3. Walzer von Th. Koschat. 11. 4. Natiunallied ..Ans der Alm", gesungen von Herrn Ludwig Rainer nen. 5. I>er Sennerin Bnrgei ihr Jodler in ihrer Jugend, al« Matter und Grossmuttcr, gelungen von Frl. Theres'l Kainer. 6. Potpourri, arrangirt von Therese Prantl. 111. 7. Bas*-£olo „Im tiefen Keller", gesungen von Herrn Hartmann. 8. Jodel-Solo von Frl Maria Pircher Rainer. 9. Tenor-Solo „Ha* Alpenhorn", gesungen von Herrn Conrad. IV 10. Chor „Der Villaelier Postillion" mit Echo. 11. Marsch auf dem Holz- und Stroh-Instrument. 12. „Mein Oesterreich", Volkslied, gesungen von Frau Johanna Hofer. Cassa-Eröimnng 7 übr. MM Mr. Entree Mr. HB. Es findet nur diene* eine Concert statt, wozu wir alle P. T. Musik- und Ge*angfreunde ergebenst einladen. Verlag von Otto Wigand In Leipzig-. Sagen ifl Sinp lacli Volkes ffBise. Zwei Bücher volkstümlicher Dichtungen tu ADOLF HAGEN. S* IPrcis 1 ^-£arls: - SO Exeuzar. Erstes Buch: Die Sagen der Spinnstube. Erzählende Dichtungen. Zweites Buch: Oer Liederhort des Fahrenden von Steier. In Cilli zu haben "bei Joh. Rakusch Rsllifi 344.wo; »««»trtrtllclstt aller »tutfditi B ii it t r tt d «t »r 6 ein t r I (S e i n t n ««Irr |i)ii|ii ts iwlll ftentn »»»«chen. Die Moden wett. 3tt»Brirk ZeiNiiu, für loilrtte na» H»tfutoites. 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Es wird hierait bekanntgegeben, dass ich mich einige Tage im üasthame .zur Traube* aufhalten werde. __ Hoppas 791-1 Clawlerfabrlkant In Franz. Brawe Köchin, die gut und selbständig kocht und häusliche Arbeiten verrichtet, mit langen Zeugnissen, deutsch und al«,-venisch sprechend, wird in ein feines Haus, in einem Markte l'ntersteiers, aufgenommen. Anfrage in der Expedition d. Bl. 779-3 Ein schön möblirt. Zimmer ist sogleich zu vergeben. Anfrage- Wienemtrasi«. Negri'sches Hau», Hochparterre link». Mehrere Liter unabgerahmte Kuhmilch wird vergeben. Näheres in der Administration die*-Blattes. 794-1 Man biete dem Glücke cae Hand! *500,000 Mark Hauptgewinn im günstigsten Falle bietet die Ham burger grosse Geld-Verloosung, w Ich« vim Staate genehmigt und garantirt ist. Die vortheilhafte Einrichtung de» neuen Plan« ist derart, dass im Laufe von wenigen Mi,raten durch 7 Classen von 100.000 Loosen 30.500 wliine zur sicheren Entscheidung kommen, da runter befinden sich Haupttreffer von eventuell .Mark 500.000 speciell aber 1 Gew a M. 1 Gew a M. 2 Gew ä M. 1 (iew » M. 1 Gew a M. 2 Gew ä M. 1 Gew a M. 2 Gew ä M. 1 Gew a M. 5 Gew a M. 3 Gew a M. 300,000 200,000 100,000 90.000 80,000 70.000 60.000 50.000 80,000 20,000 15.000 26 Gew. a 51. 10,000 56 Gew. ä M. 106 Gew. a M. 25'! Gew. ä M. 512 Gew. a M. 818 Gew. ä M. 31720 Gew. » M. 16.990 Gewinne a 5000 3000 2000 looo 500 145 31 ;!«»j 200. ISO. 124, 100, 67. 40, 20. 94 Von diesen Gewinnet gelangen in erster Classe 2000 im Gesammtbetrage von M. 117.000 zur Ver loosung. Der Haupttreffer lter Classe betragt M. 50,000 und steigert sich in 2ter auf Mark 60 000, 3ter M. 70 000. 4ter M. SO.OOO. öter M. 90 000 6ter M. 100.000, in 7ter aber ans eventuell M. 500.000, spec. M. 300.000, 200 000 etc. Die Gewinnziebungen sind planmfts.«ig amtlich festgestellt. Zur nächsten Gewinnziehung erster Classe dieser grossen vom Staate garantirten Geldvorloosung kostet 1 ganzes Original-Loos nur Ü. 3.50 kr. Ü. W, 1 halbes „ „ .. 1.75 „ „ 1 viertel . „ „ —.90 „ Alle Aufträge werden sofort gegen Einsendung, Postanweisung oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt und erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Original-I.oose selbst in Händen. Den Bestellungen werden die «rforüc-rlichen amtlichen Pläne gratis beigefügt, ans welchen sowohl die Eintheilung der Gewinne auf die verschiedenen Classenziehungen, als auch die bctielfendeu Einlagebeträge tu ersehen sind, und senden wir nach jeder Ziehung unseren Interessenten unaufgefordert amtliche Listen. Auf Verlangen versenden wir den amtlichen Plan franco int Voraus zur Einsichtnahme und erklären uns ferner bereit bei Nicht-Convenienz die Loose gegen Rückzahlung de» Betrages vor der Ziehung zurückzunehmen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt planmässig prompt unter Siaatt-GarantU. Unsere Coüecte war stets vom Glücke besonders begünstigt und haben wir unseren Interessenten oftmals die grössten Treffer ausbezahlt, U.A.solche von Mark 250,000. 100.000. 80,000. 60,000, 40.000 etc. 740—11 VoratutickllifA kann bei einem solchen auf der MolldeMten HmmIn gegründeten Unternehmen überall auf eine «ehr rege Betheiligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher, um alle Auftrüge ausführen zu können, uns die Bestelln'gen baldigst und jedenfalls vor dem 30. November d. M. zukommen zu lassen Kaufmann & Simon, Bank- nnd Wechsel-Geschäft in Hamburg. P.8. 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