PrL»u«er«ttouS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 4V kr. Halbjährig . . 4 , 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — » 70 „ Mit der Post Bauzjährig.............12 fU Halbjährig............ 6 „ «irrteljiihrig ..... 3 , Laibacher Für Zustellung in« Hau« iintelj. 26 kr., monatl. S tr. Giuzelue Nummern 6 kr. TJ Ln^blatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht »uiUckgesendet. Redactiou: vahnhosgasse Nr. 16. Vrpedttt»«»- * Jnseraten-Bureau: Kongreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein» mayr & ged. Bamberg.) z«sertt»usprets«: Für dir einspaltige Petitjeile i 4 tt, bei wiederholter schaltung ä 3 fr; Anzeigen bi« 5 geile; Bei größeren Jnsera! öfterer Einschaltung chender Rabatt. Für complicierten Satz beson dere Bergütung. Rr. 285. Mittwoch, 12. Dezember 1877. — Morgen: Lucia. 10. Jahrgang. Gras Andrassy und die Detegaiiom». Der Träger de« Portefeuilles der auswärtigen Angelegenheiten mußte fich bequemen, den Delegationen einige Auskünfte über die Haltung Oesterreich-Ungarns In der orientalischen Frage zu geben. Der österreichische« Delegation wurde nur eine geringe Dosis zu,heil, Graf Andrasfy er. klärte: der Minister de» Aeußern könne nur nach seinen Thaten beurtheilt werden, kein Roihbuch könne darüber Aufschluß geben, und die öffentliche Meinung zeige sich über die orientalische Frage wenig unter, richte», die vorzulegenden Dokumente werden über dir Vergangenheit Klarheit schaffen. Die österreichische Politik ist in ganz Europa als eine klare und ziel-bewußte anerkannt, die Politik Oesterreichs geht im Einvernehmen mit den anderen Mächten vor, Oestir-reich ist maßgebend in der orientalischen Frage, wird aber nur nach österreichischen Interessen handeln; er — Graf Andrassy — rechne es sich als Verdienst wenn das Bild seiner Politik noch nebelig erscheint. Die Gut- und Blutfteuer leistende Bevölkerung kann dem Leiter der auswärtigen Angelegen-heilen Oesterreichs einen Dank dafür nicht zollen, daß er seine Politik in der Orientsrage über Jahr und Tag in Nebel hüllte. Mit welchem Rechte kann behauptet werden, daß die Politik Andrassy'« in ganz Europa als eine klare und zlelbewußte anerkannt wurde? Waren die Ziele der Politik Oester-reich« der Delegation bekannt? War dir österreichische Presse von diesen Zielen informiert? Gehört Oesterreich nicht zu Europa? Daß die Delegationen über die Politik des Grafen Andrassy in der Orient-frage nicht im klaren find, beweisen die zahlreichen Interpellationen vonseile der Delegationsmitglieder, und Graf Andrassy gesteht selbst offen ein, daß die öffentliche Presie in der Orientfrage wenig unter-richtet ist. Für solche Klarheit, für eine nebelige Politik zahlt Oesterreich keine Kronen! Gesprächiger und bereitwilliger zeigte fich Graf «ndrassy gegenüber der ungarischen Delegation. Der Minister betonte: daß die „sogenannten" offiziösen Blätter über die Ziele der Politik Oesterreich-UngarnS in der Orientsrage ebenso wenig unter, richtet find, wie die nicht offiziösen; daß die Kundgebungen der offiziösen Presse da« öffentliche Urtheil verwirrt haben; daß er nur die „Wiener Abendpost" für offiziös anerkenne; er — der Minister — habe keine Zeit, allen unrichtigen Mitteilungen der Presie entgegenzutreten. Graf Andrasiy gab die Erklärung ab: daß die Stellung Oesterreich.Ungarns im Orient geographisch und militärisch keine untergeordnete, sondern eine dominierende sei. Der Minister gibt zu, daß da« Ansehen der Verträge erschüttert sei und in Europa neben den Verträgen auch ein anderer Factor entscheidend eintrete, die — Macht. Graf Andrassy sagt: Oesterreich-Ungarn verfügt frei über sein Schicksal und es gibt keinen Staat in Europa, welcher mit größerer Sicherheit darauf rechnen kann, daß feine gerechten und billigen Interessen zur Geltung gelangen werden; es gebe Mächte, die es vielleicht in demselben Maße können, aber in größerem Maße keine. Die kleinen Staaten an den Grenzen Oesterreich-Ungarn« dürfen nicht länger dem Vorurtheile überlassen werden, als hätte Oesterreich. Ungarn kein Herz für die Wohlfahrt und friedliche Ent- wicklung dieser Staaten; die Türkei könne in jenem Zustande, in dem sie sich vor Beginn des Krieges befand, unverändert nicht erhalten werden. Selbst der Sultan habe anerkannt und zugegeben, daß eine radicale Reform, eine Verbesserung der Lage der kleinen Staaten nothwendig ist. Graf Andrassy erklärte weiter, daß Oesterreich-Ungarn nicht unter dem Drucke irgend einer fremden Macht handle. ES gebe jedoch in Europa keine Macht, die ohne die andere etwas unternehmen und durchführen kann; aber es gibt auch keine Macht, die ohne Oesterreich-Ungarn dir Regelung der orientalischen Frage unternehmen könnte. Graf Andrassy bemerkte schließlich: „Wir werden die europäischen Jnteresien im Einvernehmen mit Europa wahren, für die eigenen aber stehen wir selber ein." Bei einem discreten Vorgehen der Regierung feien die Ziele Oesterreich. Ungarn» leichter und sicherer zu erreichen, al» wenn die Sache auf die große Trommel gehängt wird. Aus diesen in etwa» weniger Nebel gehüllten Eröffnungen de» Grafen Andrassy entnehmen wir, daß die Türkei in jenem Zustande, in dem sie sich bis jetzt befand, unverändert nicht erhalten werden, und daß Oesterreich-Ungarn für die Auf-rechlhaltung des statns quo in der Türkei nicht eintreten könne. Vom Kriegsschauplätze. Der „Daily News" wird au» Kars vom 9. d. telegrafiert: Die Operationen gegen Erze-rum dürften um zwei Wochen verschoben werden. Die enge Blockade wird wegen de« Winterwetters Ieuilleton. Die Herrin von Kirby. Roman von Ld. Wagner. (Fortsetzung.) Buonarotti hatte sofort die ganze Situation begriffen. Lady Helene war noch nicht zu Bett gegangen, sondern, jedenfalls mit Lesen vder Schrei« den beschäftigt, in ihrem Schlafzimmer gewesen und hatte dasselbe jetzt zufällig verlassen, um noch irgend etwa« in ihrem Wohnzimmer zu besorgen, und ihn somit in seinem Vorhaben überrascht. Unwillkürlich erhob er die Hand, eine abweh. rende Bewegung machend. „Halt! Klingeln Sie nicht!" rief er mit gedämpfter Stimme. „Ich bin kein Einbrecher! Hennen Sie mich nicht, Helene?" Bei dem Klange dieser bekannten Stimme, von jenem verdächtig aussehenden Menschen kommend, fühlte fich Helene wenig beruhigt. Sie klin, gelte nicht, ließ aber ihre Hand an der Schnur. .Wer seid Ihr?" fragte fie. „Wer sollte ich sonst sein, al« Anthony Buo. aarotti, Ihr Mann?" erwiderte grinsend der Dieb. „Ich gebrauche Geld, und da ich Sie schlafend glaubte und Sie nicht stören wollte, begnügte ich mich mit Ihren Juwelen." Eine leichte Röthe trat auf Helenen« Wangen. .Ah, ich sehe 1" rief fie zornig. „Die« ist eine That, zu welcher nur Sie fähig find. Sie haben fich verkleidet, um mich zu bestehlen, und verrathen sich mir nun au« Furcht, die Dienerschaft möchte Sie ergreifen und für Ihre Erbärmlichkeit be. strafen I" „Sie sind im Jrrthum, Helene," erwiderte lächelnd Buonarotti. „Ich habe mich zur Flucht verkleidet und nicht, um Sie zu bestehlen. Ich muß da« Haus sofort verlassen." Lady Helene sah ihn ungläubig an. „ES ist wahr," versicherte Buonarotti. „Der lahme Smith hat mich hier ausspioniert. Er kam am Vormittag zu mir in den Park, nachdem Sie mich dort verlassen hatten. Ich lag im Grase, und er hatte mich so lange beobachtet, bis er mich mit Sicherheit erkannt hatte und feine letzten etwaige» Zweifel über meine Person beseitigt waren. Wir kämpften. Ich schlug ihn nieder und glaubte ihn getödtet zu haben. Ich schleppte ihn in tine Grube im Park, warf ihn hinein und bedeckte ihn mit Laub. Diese Nacht ging ich hin, um ihn zu begraben ; aber er war fort. Fnßspuren im Locht zeigten mir, daß er nicht herausgezogen, sondern selbst herausgestiegen war. Er ist fort; wie lange aber, kann ich nicht sagen. Gewiß ist er nach Wick-low, um Constabler zu holen, mit denen er bald hier sein wird." Lady HelenenS Zweifel schwanden; sie begriff seine Lage vollkommen. »Ist Ihr Pferd gesattelt?" fragte sie. „Nein; die Stallknechte schlafen und ich darf sie nicht wecken, damit fie nicht in die Lage kommen können, meine Spur den Häschern zu verrathen. Ich muß zu Fuß gehen, und zwar allein." Lady Helene athmele tief auf. Sie hatte ge. fürchtet, daß er fie zwingen würde, ihn auf feiner Flucht zu begleiten. Buonarotti lächelte spöttisch, er errieth ihre Gedanken. wahrscheinlich nicht versucht. Die vierzigste russische Division ist auf dem Marsche, um die SS:rbinbung mit Trapezunt abzuschneiden. Blätter au» Konstanlinopel melden, daß das Erscheinen serbischer Truppen jenseits der Grenze gegen Javor noch nicht die Eröffnung eines Feld- zugeS bedeute, indem die Serben blos in ein Gebiet rindrangen, dessen Besitz ein strittiger sei. Durch Vermittlung de« Prinzen Reuß wer- den zwischen Rußland und der Pforte Verhandlungen bezüglich Austausche« von Gefangenen geführt. Die Pforte erklärte sich im Prinzip hiezu bereit und wird diesertage ihre näheren Bedingungen bekannt geben. Politische Rundschau. Laibach, 12. Dezember. Z«la«d. Das Herrenhaus des Reichs-ratheS gab in seiner 63. Sitzung dem Bedauern über den Tod von fünf Mitgliedern Ausdruck, nahm da» Zuckersteuergesrtz nach den Anträgen der Kommission an und eine ansehnliche Zahl von Ergän« zungswahlen vor. Das abgeänderte Zuckersteuergesetz wandert deshalb in da» Abgeordnetenhaus zurück. Das „Pester Journal" schreibt: „Andras sh sprach der Türkei jede Existenzberechtigung ab, er versagte der Türkei rundweg jede Hilfe vonseite unserer Monarchie." Graf Andrafsh denkt, wie dir „B. St." wissen will, nicht an seine Demission, er hat vielmehr, die Möglichkeit einer Mißbilligung seiner Politik voraussehend, seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß es besser wäre, wenn die Delegationen ihr Urtheil über die auswärtige Politik erst nach Zustandekommen des Ausgleiches fällen wollten, da um diese Zeit bereits da» gesummte Materiale zur Beurtheilung dieser Politik den Delegierten zur Verfügung stehen wird. A«Sla»d. Deutschland hat beschlossen, Oesterreich» Antrag wegen Verlängerung des Handelsvertrages bi» 1. Juli 1878 abzuleh. nen. Die Prolongierung für einen oder zwei Monate dürste zugestanden werden. Der „Söln. Ztg." wird über die Orient-Politik de» Grafen Andrassy aus Wien folgende» mitgetheilt: „Was die vielbesprochene In. teressensphäre Oesterreich» anbelangt, welche nicht zu verletzen Rußland im Drei-Kaiser-Bunde Oesterreich zugesagt hat, so kann ohneweiter« zugegeben werden, daß r» Andrassy am liebsten gewesen wäre, wenn im Orient der alte Gebietsstand beinhalten worden wäre. Wenn aber Oesterreich denselben mit und in dem Drei-Kaiser-Bunde nicht wird erhalten können» so ist Andrassy überzeugt, daß er die» ohne und gegen denselben noch viel weniger hätte durch- ,E» thut mir ungemein leid, daß ich Sie nicht mitnehmen kann," sagte tr. „Aber ich werde Ihnen bald schreiben und Ihnen den Platz bezeichnen, wohin Sie dann so rasch ol» möglich kommen sollen. Ich habe meinen Plan bereits gemacht: Bon hier gehe ich »ach Antrim, in der Nähe von Kirby, von wo aus ich in einem Boote Schottland zu erreichen suche. Nach England darf ich nicht gehen, da ich dort zu sehr bekannt bin; ebenso wenig darf ich mich in den Hafenplätzen sehen lassen." „Wollen Sir in Schottland bleiben?" fragte Lady Helene. .Ich weiß es noch nicht, da da» von Umständen abhängt," erwiderte Buonarotti. .Kurze Zeit werde ich mich dort aufhalten, und wenn ich Ihnen meinen Aufenthaltsort brieflich mittheile, müssen Sie sofort kommen. Nur müssen Sie vorsichtig sein, damit Sie nicht meinen Feinden durch die Reise meinen Aufenthalt verrathen." „Sie würden bester thun, nicht an mich zu schreiben, bi» Sie in vollkommener Sicherheit auf dem Continent find," wendete Helene ein. „In Ihrem Schreck scheinen Sie Ihre Rohe und Um-ficht gänzlich verloren zu haben. Sie müssen zu- setzen können. Verliert aber die Türkei im Osten von ihrem heutigen Ländergebiete, so ist es nur eine Frage von kurzer Zeit, daß sie auch im Westen verliert, und zwar an Oesterreich. Denn nur die Bildung souveräner Staaten an seiner Grenze hält Oesterreich für seine Zustände gefährlich, nicht aber Aenderuugen feiner eigenen Grenzen. Wenn aber Oesterreich für die Millionen, die es so freigebig für Unterhaltung der bosnischen Flüchtlinge verausgabt, später Bosnien selber al« Zahlungspfand in Anspruch nehmen wird, so wird auch Serbien bald inne werden, daß zur Unabhängigkeit mehr erforderlich ist, als die Proklamation eines wortbrüchigen Fürsten." In der am 10. d, M. stattgehabten Konferenz Audiffret« mit Mac Mahon unterbrach letzterer den elfteren in brüsker Weise mit den Worten: „Es ist unnütz, Herr Senatspräsident, ein Wort weiter darüber zu verlieren. Ich habe meinen Entschluß gefaßt; da« Ministerium ist gebildet. Ich will weder einen Vergleich noch eine Versöhnung. Ich werde bi« ans Ende gehen." — Der Herzog von Audiffret -PaSqaier erwiderte hierauf sehr brwegt: „Ich bedauere, Herr Mar-schall, auf da« tiefste die eben gehörten Worte. Ich bin hier erschienen im Namen meiner Freunde, ja fast des ganzen Senat«, um Sie zum letztenmale zu beschwören, dem Lande die äußersten hoffnungslosen Eventualitäten zu ersparen. Ich zittere vor der fürchterlichen Verantwortlichkeit, welche Sie damit auf sich nehmen." Die republikanische Presse in Frankreich ist einstimmig der Meinung, daß jetzt nur noch zwischen dem Rücktritt des Marschalls oder der Revolution die Rede sein könne. In Konstantinopel verlautet, daß demnächst hohe christliche Beamte zu General-gouverneuren von drei türkischen Provinzen ernannt werden sollen. Zur Tagesgeschichte. — Tegetthosf-Denkmal. Der Kaiser hat den Vorschlag deS Architekten Ferstel, dahin lautend, daß das Tegetthoff-Denkmal an der Kreuzung der Alserstraße und der Währingerstraße aufgestellt werde, nicht genehmigt, sondern angeordnet, daß daS Monument aus jenem Platze, der ursprünglich in Aussicht genommen war, das ist auf dem vlumenrondeau unmittelbar vor der Lotivkirche, seine Aufstellung erhalte. — Kronprinz Rudolf. DaS Prager „Tagblatt" erfährt: Kronprinz Rudolf werde im März die Burg auf dem Hradschin beziehen und bis zum Herbste in Prag bleiben. Der Kronprinz foll ganz Böhmen distrikt-weise bereisen und den politischen Dienst in der Prag« Statthalterei studieren. geben, daß meine Reise nach Schottland unbedingt Verdacht erregen und Ihre Feinde auf die rechte Fährte bringen müßte." Buonarotti sah sie eine Weile an, dann sagte er: „Sie haben recht. Bleiben Sie hier, bi« ich schreibe, daß Sie kommen sollen. Vergessen Sie aber nicht, daß, wenn Sie meiner Aufforderung, zu kommen, nicht folgeleisten, Sie fich in die größte Gefahr bringen! Ich muß Sie bei mir haben — Ihr gebietendes Erscheinen, Ihr imponierendes Auftreten verschafft auch mir als Ihrem G-mal Achtung bei den Leuten und hält etwaige Spione fern von mir. Wa« aber die Hauptsache ist, ich gebrauche Ihren Geldbeutel. Nun muß ich fort, Helene! Leben Sie wohl, bi» auf Wiedersehen l" Da» Taschentuch mit den Juwelen in der Hand, wollte er fich entfernen. Lady Helene hielt ihn durch eine Handbewegung zurück. „Der Besitz jener Juwelen wird Sie in den Verdacht bringen, rin gemeiner Dieb zu sein," sagte sie. „Sie können sich nicht über den rechtmäßigen Erwerb derselben ausweisen und man wird Sie schon in dem ersten Pfandhause oder dort, wo Sie fie zum Verkauf anbieten, anhatten." — Antonellischer Erbschaftspro z e ß. Am 6. d. M. wurde in Rom die Frage erörtert, ob die Vaterschaft des Kardinal« Antonelli durch Zeugen bewiesen werden könne, «dvokat T a j a n i schilderte den Verfall dt« Papstthumes in lebendigen Farben, eben auch die Mißachtung de- LölibateS und das Leben Antonelli's. Ec verwahrte fich gegen den Borwurf, Skandal machen zu w»llen; die Wahrheit sei stets moralisch. Die Gräfin handle im Interesse ihrer Kinder. Advokat Mari sprach für die Grasen Antonelli; er bestand darauf, daß vor allem die wirkliche Mutter Laura'S bekannt fein müsse, deren Existenz er leugnet, und nennt den Prozeß unmoralisch. Seine theil» weise witzige Beweisführung gegen die Zulassung des Zeu-genbeweifeS ließ kalt; die eben veröffentlichten Dokumente haben einen tiefen Eindruck gemacht. DaS gerichtliche Urtheil erfolgt zu Weihnachten. — Eisenbahnwesen. Die „MontagS-Revue" meldet, daß das Gesetz betreffs der garantierten Eisenbahnen demnächst der kaiserlichen Sanktion unterbreitet wird, um mit Neujahr in Wirksamkeit treten zu können. Auch werden die Verhandlungen mit den zu verstaatlichenden Bahnen als bevorstehend angekündigt. Das Handelsministerium beeilt sich, seine Sektion für Betrieb der Staatsbahnen i« Szene zu setzen. Roch weiß man nicht, wie eine solche Eentraldirection für etwa 200 Meilen Eisenbahnen organisiert werden kann und woher die technischen Eapacitäten kommen sollen, welche sich dazu eignen, eine neue Aera für das österreichische Eisenbahnwesen herbeizuführen. B»m Fürsten Schwarzenberg als Präsidenten der Franz I o -s e f s b a h n und deren zweitgrößtem Aktionär erzählt man, daß et in energischer Weise seinen Widerstand »«gekündigt hat. Bei der Rudolssbahn soll eS fich um eine noch unentschiedene Einflußnahme auf den Vertreter eineS sehr bedeutenden Aktienbesitzes handeln. Nur bei der P i l s e n « Priesener Brh» ist —wenigstens seitens der Lonces-sivnäre und VerwaltungSräthe — eine Opposition gegen den StaatSerwerb nicht zu besorgen. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiteu. Grigiual-Üorrespondeu). Tschatesch, I I. Dezember. DaS Schuljahr 1877 endete an der hiesigen Volksschule mit einem Schulfeste; daß die- geschehen konnte, haben wir unserem edlen Schulfreund«, dem Herrn Grafen Gustav Auersperg zu danken. Der hochherzige Gras hat alles angewendet, am den Kindern und Gästen einen fehr angenehmen Tag zu verschaffen; daß ihm dies anch gelungen, wurde allgemein dankend anerkannt. Der Graf ist Obmann deS Ortsschulrathes in Tschatesch und Großdoliua, als solcher leitet er alle Geschäfte mit großem Verständnisse in vollkommener FachlemNniS. Madie Schule und die Schulkinder betrifft, scheut «r keine «osten, um die Schulen mit den nöthigen Lehrmitteln und die Kinder mit den nothwendigen Lernmitteln, mit Be-schuhung und warmer Winterkleidung auSzustatten. Wie viel Gutes der genannte Graf für die Schuljugend und „Sit haben recht," sprach gedankenvoll Buonarotti. „Aber ich muß Geld haben." „Lassen Sie mich die Juwelen wieder einlösen. Ich will Ihnen zu jeder Zeit und unter jeder Adresse, die Sie mir aufgeben, eine Summe bis zur Hälfte des WerlheS der Juwelen senden, und für einen höheren Preis würden Sie dieselbe« nirgend» verkaufen können." Buonarotti Überlegte. Er mußte sich sagen, daß ihre Vorstellungen begründet waren, und dachte er nur darüber nach, ob er ihrem Versprechen trauen könne. Er sah sie eine Weile forschend an, und ihre blauen Augen begegneten den feinigen offen und «hrlich. So schlecht er auch war und so schlecht er sich auch wußte und andere hielt, war er doch ge« nöthigt, den einfachen Worten der Lady Helene vollen Glauben zu schenken, wo ihm von anderen ein Schwur nicht genügt haben würde. Er schüttete seine Beute wieder auf den Toilettentisch. „Ich glaubt Ihnen, Helene," sagte er ernst. „Ich verlasse mich aus Ihr Wort. Und nun will ich gehen." deren Erziehung gethan, ist mir nicht möglich zu berichten, nur so viel muß ich sagen, daß er einer der ersten Wohl-thäter der Schuljugend und uneigennützigsten Schulfreunde in ganz Jfrain ist. Die zweiklasstge, eventuell dreillassige Bolksschule. welche mit diesem Schuljahre eröffne! wurde, hat ihr Entstehen ganz allein der unermüdlichen Sorgfalt des (groftn zu danken; so auch die zweiklassige Bolksschule in Großdolina. Die Errichtung mehrklassizer Volksschulen auf dem flachen Lande liegt nicht immer im Interesse der Religionslehrer, die durch gesteigerte Religionsunterrichts» Erteilung ihrer Oekonomie entzogen werden. Ist aber dir Religion und der Klaube wirklich in Gefahr, so werden sich die hochwürdigen Herren bequemen müssen, auch in der Eigenschaft als Katecheten etwas mehr, als bisher zu leisten. — (Ernennung.) Der Rechnungsrevident Herr Jakob L u ck m a n n wurde zum Rechnungsrathe bei der Landesregierung in Ärain ernannt. — (T 0 dfall.) Hyacinth Graf Thurn-Val-sassina, ReichSrathsabgeordneter für Krain, ist heute morgens in Wien gestorben. — (Ein Wolf) wurde am 6 d. M. im Äemeinde-bezirke Langenthon nächst Rudolfswerth geschoffen. — (Herr Peter von RadicS), unser heimatlicher Historiker, hat bei seinem jüngsten Aufenthalte in Graz einen deutschen Dichter bei 18. Jahrhunderts aus dem Geschlechte der Auersperge entdeckt. ES ist «nserm Forscher nämlich gelungen, die Poesien des Grafen Sigismund Theodor». AuerSperg, der um die Jahre 1780—1793 literarisch thätig war, aufzufinden, welche fich durch Form und Inhalt von den vielen damals in Schwung gewesenen poetischen Spielereien unberufener Dilettanten ganz vornehmlich unterscheiden. 66 ist, abgesehen von dem literar-histerischen Interesse, für das Kulturleben Junerösterreichs, namentlich auch für die Familiengeschichte der Auersperge bemerkenSwerth, daß schon vor dem unvergeßlichen, hochgefeierten «nastasiuS Brün ein Glied des hochberllhmten Geschlechte« der Muse der Dichtkunst und in deutscher Sprache gehuldigt hat. — (Herrenloses Geld.) Bei der an» Anlaß eines in der Nacht vom 6. bis 7. Juni 1861 im Psarr» Hofe zu Dobouz, Bezirk Ratschach, verübten EinbruchSdiet-stahles, bei welchem eine größere Summe Silbergeld gestohlen wurde, von dem k. k. Bezirk», als Untersuchung»-geriete Planina am 13. und 18. Juni 1861 in dem Hause de« Johann Meden, vulgo Lipouz, Grundbesitzers in Selsiek, und in jenem des Joh. Mramor, vulgo Brinar, Grundbesitzers in Selsiek. vorgenommenen Hausdurchsuchung wurde ein Ge-sammtbetrag von 27 fl. 49'/, tr., bestehend aus Thalern und Zwanziger» in ESDI, und in Kreuzern, vorgefunden und gerichtlich deponiert. Da diese Barschaft von einem Diebstahle herrühren dürste, der Beschädigte aber unbekannt ist, wird der Eigentümer durch das Amtsblatt der „ßaib. Ztg." aufgefordert, daß er sich binnen Jahresfrist bei dem hiesigen LandeSgerichte melde und fein Eigentumsrecht Nachweise, widrigen» nach § 378 St. P. Ö. vorgegangen werden würde. Lady Helene trat dicht vor ihn hin. Ihr Ge-ficht war bleich, in ihren großen blauen Äugen, die ihn wehmüthig anblickten, glänzten ein Paar Thränen. „Noch ein Wort, Anthony Buonarotti," sagte sie mit sanfter Glimme. „Es ist etwas, was ich Ihnen schon längst habe sagen wollen, aber ich konnte nicht. Es mag jetzt nicht der geeignete Moment sein, aber ich kann Sie nicht gehen (offen, ohne Ihnen diese Worte gesagt zu haben." „Was ist es, Helene?" fragte, verwundert über diesen weichen Ton, Buonarotti. Vaby HelenenS Stimme zitterte, als fie fortfuhr: „Ich habe Sie einst geliebt, Anthony Suona« Totti, mit jener kindischen Art von Liebe, die eigentlich nicht« anderes war» als eine blinde Neigung. Ich hielt Sie damals für gut, edel und rein — so wie ich jetzt einen Mann kennen gelernt habe; nun weiß ich, wie schlecht, wie niedrig Sie find — und doch kann ich Sie nicht verdammen." Buonarotti schmunzelte, er fühlte sich geschmeichelt und vergaß einen Augenblick feine mißliche Lage. — (Für die Geschäftswelt.) Die im sechsten Jahrgange in Kommission bei der k. k. Hof. und Staats-drucke«! in Wien erschienenen AeschästS-Bormerk-blätter pro 1878, welchen Stempelfcalen, Interessen-, Gehalt- und Lohnberechnungs-Tabellen und eine Ueberftcht der im Jahre 1S78 stattsindenden Lotto-AnlehenSziehungen beigegeben sind, dienen für Behörden. Gemeinden, Sank-und Kreditinstitute, Industrie- und Handelsunternehmungen, Vereine und Corporationen, dann für Advokaten. Notare, Aerzte, Lehrer u. f. w.. wie auch für Private zur Vorrner-kung von AmtSkommissionen, Tagsatzungen oder Privatgeschäften. Ein besonderer Theil dieser Blätter ist zur Eintragung der Einnahmen und Ausgaben sowie zur Zusammenstellung verschiedener JahreSÜbersichten bestimmt. Btt« möge ihrer praktischen Einrichtung und ihres billigen Preises (30 kr.) werden sich diese Vormerkblätter, von deren letzterem Jahrgänge infolge der großen Nachfrage drei Auflagen notwendig wurden, sicher auch Heuer allseitiger Anerkennung erfreuen. Indem wir diese Blätter der hierländischen Geschäftswelt empfehlen, bemerken wir, daß dieselben durch die hiesige Buchhandlung v. Kleinmahr Sc Bamberg bezogen werden können. — (Für die Kinderwelt.) Soeben erschien aus dem Prager Büchertische im Berlag der Buchhandlung F. Tempsky in Prag in praktischer und eleganter Ausstattung eine vom Schuldirektor Josef Heinrich nach methodischen Grundsätzen bearbeitete „Bilderfibel" für den ersten Schreib- und Leseunterricht, versehen mit vielen künstlerisch ausgeführten Original-Illustrationen, Preis 2 fl. ö. W. Mit Zuhilfenahme dieser Bilderfibel können Eltern, Bonnen, Erzieherinnen und Lehrer aus die leichteste und angenehmste Art den Kindern einen gründlichen und erfolgreichen Unterricht im Schreiben und Lesen erteilen. Diese Bilderfibel, auf welche Bestellungen durch die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr & Bamberg gemacht werden «ollen, eignet fich ganz vorzüglich zum Weihnachtsgeschenke. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Ueber Ansuchen hervorragender Industriellen und Handelsleute in Billach sind Verhandlungen im Zuge, welche auf Errichtung einer Filiale der österreichischen Nationalbank in Billach abzielen. — Der junge Violinvirtuose Krejma konzertiert derzeit in Lin» mit großartigem Erfolge. — (Für Beamtenkreise.) In der Manz'schen k. k. Hof-Verlags- und UniversitätSbuchhandlung in Wien erschien soeben Karl Hof tnannS „Diäten-Ichema". Das .Diäten-Schema" enthält die Angabe und Berechnung der Diäten sämmtlicher Staatsbeamten, behördlich autorisierter Zivilingenieure, Geometer, StaaiSbergbau-Beamten, behördlich autorisierter Bergbau-Ingenieure und der Zivilärzte, mit den nötigen Tabellen zur Berechnung der vorschriftsmäßigen Fuhrkosten nach den neuesten metrischen Entfernungsmaßen. Das »Diäten-Schema-, unter Berücksichtigung der gegenwärtig geltenden gesetzlichen Borschristen zusammen-gestellt, ist ein geradezu unentbehrliches Stachschlagebuch für fämmtliche Staatsbeamten. „Ah," rief er freudig. „Sie lieben mich also?“ „Nein," sagte fie mit Bestimmtheit; „aber ich bemitleide Sie I Ihre Hand richtet sich gegen jedermann, und jedermanns Hand richtet fich gegen Sie. Sie find verfolgt, heimatlos und ohne Freund — gleichsam vogelfreil Mein Herz fühlt da« tiefste Mitleid mit Ihnen, Anthony Buonarotti. Und ehe Sie Ihre wilde Flucht antreten, sollen Sie wissen, daß ich für Ihre Sicherheit und Ihre Besserung beten werde. Möge Gott Ihnen Ihre Fehler vergeben, wie ich Ihnen das Unrecht vergebe, welches Sie mir zugefügt haben!" Sie streckte ihre kleine weiße Hand aus und blickte ihn fo freundlich, fo mitleidvoll an, daß selbst das harte Herz diese» verworfenen Manne« erweichte. Er erfaßte die dargereichte Hand und drückte fie warm. „Sie find zu gut, Helene," sprach er mit be» »egtet Stimme. „Hütte ich Sie früher kennen gelernt, möchte ich ein rechtschaffener Mensch geblieben fein. Ich weiß, daß ich tief gesunken bin, so tief, daß ich mich nie wieder erheben kann; ich weiß, daß ich Ihnen Unrecht gethan und Ihr Lebensglück vernichtet habe — aber ich glaube, wenn ich — (Di e „La iba »er Schulzeitung.*) [Schluß.] Diesen Artikeln folgt eine Rundschau aus die Schul-gebiete im Küstenland», in Kärnten. Oberösterreich, Deutsch, land, in der Schweiz, in Dänemark und Frankreich. — AuS der Serie der L oka l na ch r ich t en eitleren wir folgende : 1.) Die fiommiffion, welche für »rein zur Durch» berathung der provisorischen Schul- und Unterrichtsordnung, d. i. zur Stellung von Anträgen in Bezug auf Aenderuna einzelner Paragraphen eingesetzt wurde, hielt am £>. d. M. unter dem Borsitze des LandelschulinspektorS Pirker ihre zweite und letzte Sitzung ab. 2.) Der krainische Landes-ausfchuß hat in feiner Sitzung vom 1 Dezember den Antrag des OrtSschulratheS in S a g o r wegen Einführung de« deutschen Sprachunterrichtes als Lehrgegeustand in der Bolksschule zu Sagor nicht genehmigt. (Bei der gegenwärtig noch immer bestehenden Zusammensetzung de« Standes-ausschusseS war ein anderer B-schluß nicht zu erwarten I) 3.) Die Generalversammlung deS krainischen Landes-Lehrer-vereines findet am 28. 6. in Laibach statt. Auf der Tage«-Ordnung stehen : ») Ansprache deS BereinSobmanneS; b) Antrag über etwaige Aenderungen der krainischen Lande«-schulgesetze; c) Bortrag über Mädchenturnen mit praktischen Demonstrationen; d) Rechenschaftsbericht für das Jahr 1877; e) etwaige Anträge der Vereinsmitglieder. 4 > Mittwoch den 12. d. fuiin im ElaSsalon der «chreiner'jchen Bierholle (Petersstraße) die erste Vereinsversammlung statt. Gegenstand der Tagesordnung ist die Berathung über etwaige Aenderungen der krainischen kandeSschulgesetze. Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 11. Dezember. (Verbrechen des Raubes.) Vorsitzender: OberlandeSgerichtSrath Kapretz, Betonten : die LandesgenchtSräthe Ribitsch und Rettgat, Schriftführer: Auscultat Dr. Ka ui ik; Vertreter der Staatsbehörde: Staatsanwaltssubstitut G e r d e s ch i tz; al« Verteidiger: die Advokaten: Dr. Ahazhizh und Dr. K e n s ch e g g. Auf der Anklagebank befinden fich Johann Zwirn, 23 Jahre alt, ledig, Zimmermaunsgeselle au» »derga», Bezirk Krainburg, und Thoma» Hoievar, 33 Jahre alt, Grundbesitzer au» Grad, bereit« dreimal wegen Prügeleien abgestrast. Der Sachverhalt ist folgender: Maria Hoievar, die Schwester des Angeklagten Thoma« Hoievar, hatte nach dem Tode ihrer Eltern von ihrem Bruder, der die ganze Wirtschaft Übernommen hatte, einen Betrag von 300 fl. zu fordern. Nachdem derselbe fich weigerte, einen solchen zu zahlen, trat sie klagbar gegen ihn auf, und erhielt Thomas Hoievar vorn Bezirksgerichte in Ikrainburg die Weisung, die Zahlung zu leisten. Er entlieh sich vom Johann »•ton einen Geldbetrag von 330 fl, welchen et aus seine Realität, die einen Werth von 1500 bi« 2000 fl. hat. in-fabulieren ließ, und deponierte 300 fl. beim Advokaten Dr. Mencinger in Krainburg für feine Schwester Maria Hoievar. Dieselbe behob nach Abzug der Kosten einen Be, trag von 280 fl, den fie in einir Tasche verbarg, nachdem fie zuvor von Dr. Mencinger als auch vom üoncipicnten Dr. Taviar erinnert worden war, den Betrag gut zu verbergen, damit er ihr nicht etwa von Thema« Hoievar, bet ob dieser Klage seiner Schwester sehr erdest war und fich auch drohende Aeußerungen erlaubte, geraubt werden könnte. Maria Hoievar verließ Krainburg, um nach Hause zurückzukehren, und wurde aus ihrem Heimwege um halb 6 Uhr abendS in dem Walde zwischen Primskau und Mitteldorf von einem mit einem Messet und einem Stocke bewaffneten Individuum, welches fein S-ßcht mit schwarzem Fette entstellt gehabt hatte und von mittlerer Größe war, überfallen, da» alles ungeschehen machen könnte, würde ich eS thun." Er drückte nochmals ihre Hand, ließ fie aber plötzlich fahren und sprang einen Schritt zurück, als habe ihn eine Natter gtbiffen. Es wurde in diesem Augenblick an der Thür des Haupteingange» ein lautes Klopfen vernehmbar. Buonarotti sah fich wild um und feine Hand fuhr in die Seitentasche nach dem Revolver. „Sie find dal" rief er verzweifelnd. „Sie sind da, und der lahme Smith mit ihnen I E» ist vorbei mit mit!" Voller Verzweiflung lehnte er fich an die Wand, zog den Revolver und machte ihn schußfertig. .Sie sollen mich nicht fangen l" rief er ergrimmt. „Ich will nicht am Galgen sterben I Hättest du mich gehen lassen, anstatt mich aufzuhalten und mir eine Predigt zu halten, so wäre ich jetzt fort und in Sicherheit. Wie die Sache aber jetzt liegt, gehen wir zusammen unserem Verderben entgegen I" Da« Klopsen wurde wiederholt — lauter und heftiger. (Fortsetzung folgt.) ton demsklbe» Befragt, ob sie Geld bei sich habe, und nachdem sie totes verneint, mit den Worten: „Sakrament I Ern-cifix, daj denar seml“ ihrer Tasche, in der fich der eben in Ärainbntg empfangene Geldbetrag befand, beraubt, und erhielt überdies einige leichte Verletzungen. Die Voruntersuchung ergab, daß diesen Raub verübt zu haben Johann Zwirn dringend verdächtig fei, und ist fowol er als auch LhornaS H o i e v a r, der denselben dazu verleitet und auf-gefordert hatte, angeklagt deS Verbrechens de« Raube- nach den §§ ISO, 194 und 195 der Straf. Prozeßordnung begangen an Maria Hoöevar am 28. April laufenden Jahres. Die Untersuchung ergab, daß sich Thomas H o i e v a t bereits am 23. April nach »dergas zum Johann Zwirn begab, um denselben, da Zwirn in einem sehr üblen Rufe stand, zum Staube zu dingen, und von diesem tatsächlich der Staub am 28. April begangen wurde. Sowol Thomas H o 111» a r als auch Johann Zwirn leugnen , dieses «erbrechen begangen zu haben, widersprechen sich jedoch in So eklatanter Weise bei den Fragen de» Borsitzenden, daß ie schon vor den Zeugenaussagen als überwiesen erscheinen. 26 Zeugen sind zu dieser Verhandlung vorgeladen. (Schluß folgt.) Witterung. Laibach, 12 Dezember. Vormittag- seit früh dichter Nebel, nachmittags noch anhaltend, windstill. Temperatur: morgens 7 Uhr — 3 2', nachmittags 2 Uhr — 13'6. (1876 + 2 4»; 1875 - 11'4'C.) Barometer im Fallen, 74200 mm. Das gestrige Tages-mittel der Temperatur + 0 8°, um 16' über dem Normale. Der Fortschrittsklub berieth das Wehrgesktz. Siimmt« licht Redner erklärten sich gegen die Vorlage und ür die Nothwendigkeit einer Reducierung des Heereö-aufwandeS. Bei Besprechung der äußeren Politik »illigten sämmtliche Redner die Friedenspolitik An-»rassy'S, und erklärten alle dem Klub angehörendc Delegierte, daß sie keineswegs zu einem Tadelsvotum gegen Andrassy Mitwirken können, welcher Oesterreich vor einer Abenteurerpolitik bewahrte. Paris, 11. Drzember. Mac Mahon erklärte, wenn der Senat auf eine Kabinettsbildung aus der Senaismojoritäk nicht eingehr, werde er sich eher zurückziehen, als wieder mit Dufaure Verhandlungen anzuknüpfen. Petersburg, 10. Dez:mber. Anläßlich der Eapikulation PUwna’S fanden in den Theatern Ovationen statt; die Stadt ist theilweise illuminiert. Bukarest, 11. Dezember. Osman Pascha versuchte in der Richtung nach Widdin durchzubrechen, mußte aber bei der letzten Rcdoutt die Waffen strecken Osman wurde im ruhmvollen Kampfe schwer verwundet. Augekommene Fremde am 12. Dezember. Hotel Stadt Wie«. Einerl, Äaufm., Müller, Reis , und Seidner, Wien. H«tel Elefant. Lengyel, Kfm., «anischa. — Rani, Kfm, Billichgraz. — Kaller, Sprachlehrer, Mailand. — Zagula und Jurjankik, Jdria. — Baron Schweiger, Hohenegg — Jokl, Kfm., Prag. — Weskamp v. Liebenburg, In-spektor, Braz. — Edelmann, Neumarltl. Bairischer Hof. Likan, Hdl«m., Dornegg. — Sah, Laos. — Loniarii, Bauunternehmer, Selze. Mohren. Modrijaniii und Lasiar, Sedlo. — Rakmann Theresia, Oberkrain. Verstorbene. Den 11. Dezember. Johann Jaklii, t. k. Polizei-Agent. Rosengafse Nr. 27. LungenlLhmung. pens< Feuer- wird gesucht, zember l. I. genommen. für eine alte inländische ; und Lebeusverjlcheruugs-Actiengeseüschast Offerte werden unter A. W. L. bis 13. De-abends „Hotel Elefant" Nr. 44 entgegen. (621) Gedenktafel über die am 15. Dezember 1877 stattfindenden Wcitationen. 2. Feilb., Trost'sche Real, Podraga, BB. Wippach. — g. Feilb., SvolSal'sche Real., Heil. Geist, «G. Lack. — 3. Feilb., BidriL'fche Real., Kolenzdors, «G. Reisniz -3. Feilb., Soigelj'sche Real., Äoriischiza, «G. Dberlatbach. 3. Feilb., Ztirn'sche Real., Oberfeld, BG. «rainburg. — 2. Feilb., Eriulj'sche Real., Sagoriza, BB. Großlaschiz. — Reass. 2. Feilb., Podboj'sche Real., St. Michael, SB®. Sc» nosetsch. — 2. Feilb., Birant'sche Real , Raschiza, BG. »roßlaschiz. — 2. Feilb., Hoievar'sche Real., Sagoriza, BB. Broßlaschiz, — 2. Feilb., »oußca'sche Real., PrSwalo, BS. Senosetsch. — 2. Feilb., HalSkak'sche Real. (Bäuerische, BL. Eenosetsch.— 1. Feilb., Jvanc'sche Real.. Äroßpölland, BB. Reifniz. — 2. Feilb., Höuigmann'sche Real., Masern, BB. Reisniz. — 2. Feilb., RuS'sche Besitzrechte, Travnik, BE. gteifniz. — 1. Feilb., Kobau'fche Real., Pvlland, BB. Lack. Staff. 1. Feilb., Basperlin'sche Real., Kaplavas. BB. Stein. — 1. Feilb., Lepiknik'sche Real., Kalische, BB. Stein. — Relic. Woschnagg'scher Real., Brdb. Pfarrgilt St. Seit, BB. Laibach. — 1. Feilb., Mechle'sche Real., Udje, BB. Laibach. — Reass. 3. Feilb., Zitnik'sche Real., Bradische, BB. Laibach. — Neuerliche Feilb. Bezlaj'scher Real., Biije, BB. Laibach. Theater. Heute bei aufgehobenem Abonnement (ungerader Tag): Zum erflenmale (ganz neu): Der Courier des Zaren. (Die Reise nach Sibirien.) Großartiges Ausstattungsstück in 3 Acten und 11 Bildern, bearbeitet nach einem Romane Jules Berne'S von E. Bruno Musik von (£. Millöcker. Morgen (gerader Tag): Zum zweitenmalc: Der Courier des Zaren. Telegramme. Wien, 11. Dezember. Der Klub der Linken beschloß einstimmig die Erklärung, daß zur Bei behaltung der gegenwärtigen Kriegsstärke von 800,000 Mann über da« Jahr 1878 hinaus nicht die Zu stimmung ertheilt werde. Dieser Beschluß wurde einstimmig als bindender Klubbeschluß erklärt. — Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt C. J. Hamann, Hauptplatz Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an» gefertigt und nur bestpaffende Hemden verabfolgt. (341) 66 Neuestes i Hu|fen~ unll Cürkenjpiek oder: (618) 2-1 Der Marsch nach Konstailiiopel. Höchst interessantes, zeitgemäßes Spiel mit Soldaten, Fahnen, Kanonen und einem großen Tableau des Kriegsschauplatzes, in elegantem Earton. Preis 1 fl. 50 kr. ». W. 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(Brundentfafhings- Obligationen. Galizien............... Siebenbürgen . . . Temeser Banat . . Ungarn............... Geld 64 — 67 10 7470 302 10950 113-5(5 123 — 135 25 Andere Sffentki«ke Ankeüen. Donau-Regul.- Lose Nng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Hetien ». sanken. Kreditanstalt f.H.u.G LScompte-Ges., n.ö. Nationalbank. . . . Ware 6410 67-20 74 80 304 110 113-50 13-50 135*75 86-50 76-25 77-75 78 75 104-75 79 25 89-50 209 50 805' 87 76 75 78-25 19-25 105— .9 75 89 75 (612) 3-2 üetien ».Transport Anternebmungen. Alföld-Bahn........ Donau - ^ Elisabeth-Westbahn KerdinandS-Scordb. Franz-Iosevh-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb. Lemberg - Czernowitz --loyd-Gesellschaft . . 209-75 807"— 113'50 345 160-50 1942 12b-75 247 50 120-50 388 — 114 347 — 161 -1947 129-247 75 121— 38 Nordwestbahn .... RudolfS-Bahn .... StaatSbahn............ Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold............ in österr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . Prioritüts-Obkig. klifabethbahn, l.Em. Ferd.-Nordv. i. Silber -ranz-Ioseph-Bahn ^aliz.K-Ludwigb, I.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . StaatSbahn, 1. Cm. . Südbahn & 3 Perj. & 5 „ . . Privatkose. Geld Ware 106-50 107 — 116 — 111-50 26)— 260*50 76-75 77— 110 — 110-50 101-60 8»-75 97-75 93-25 105 — 90— 93-76 92-50 106 — t-5 50 100-50 8610 65— 152-50 109 91-80 Kreditanstalt . . . Rudolfsstiftung. . Devisen. London ............ Gekdsorten. Dukaten........... 20 Franc- . . . . 100 b. Reichsmark Silber............ 165- 1350 119-40 5-61 957 59— 105-90 93— 106-50 *5-75 101— 86-30 65 r6 153 — 109-50 91*50 165-50 4— : 19-50 v5 9 58 59 05 1)6.— Telegrafischer Änrsbericht am 12 Dezember. Papier-Rente 63 90. — Silber-Rente 67-—. - Bold. Rente 74-80-— 1860er Staats'Anlehen 113-25. — JBonl. actien 805. — Kreditactien 209 50. — London 119^0 — Silber 105 60. - K. k. Tiilnzdutaten 5 64. — 20-Franc» Stücke 9-57. — 100 Reichsmark 59—. Druck von 3fl. v. Äleinmam & geb. »ambetg. Verleger: Ottomar Bamberg. Verantwortlicher Redacteur: granz Müller.