(Poitnin* pl»s*n» t (rcKoriBi.l Deutsche Zeitung — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat V»,»g»pr«is« für»-» Inland: Li»rt»ljährig tv Tin, halbjährig «0 Dtn, »an,->»tö»digongen w«rb«n in Ux «»rwaltung p, billigst»« Gebühr»« «irtfl»8«ng»nomm»n f jährig 160 Di». Str da, «»»land »ntspr«ch»nd» »rhöhung. «in^ln.mmer Dw I »0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Gchristl«tt»»g und Verwaltung: Pr«i»r»«»a »lica!>, I«l«»h«n Rr. 2l ) ^ Nummer 85 j Eelje. Donnerstag, den 27. Oktober 1932 ||| 57. Jahrgang Zehn Jahre Minderheitenbewegung In diesen Togen und Wochen jährt sich zum zehntenmale die Erinnerung an die Anfänge der organisierten europäischen Minderheitenbewegung. Durch die staatliche Neuordnung in Europa, insbe-sondere durch die Auflösung der österreichisch unga-rischen Monarchie und durch die Abtrennung selb-ständiger Staatsgebilde vom russischen Reich«, war die Zahl der nationalen Minderheiten vervielfältigt und vermehrt und ihre Rechtslage in den allen und neuentstandenen Staaten derart verändert worden, daß sich namentlich in den führenden Kreisen der Nationalitäten allenthalben der Wunsch und da» Bedürfnis regte, durch Zusammenschluß aller minder-heitlichen Bolksteile und -splitter in einer gemein-samen Organisation ihren Forderungen vor der europäischen Oeffentlichkeit Geltung zu verschaffen und durch die Feststellung gemeinsamer Grundsätze und Richtlinien neue Wege für eine freundschaft-liche Auseinandersetzung und Verständigung mit dem Staatsvölkern zu suchen. Naturgemäß waren es in erster Linie die an Volkszahl stärksten deutschen Minderheitengruppen. die in dieser Zielsetzung voran-gingen und zunächst unter sich selbst eine Arbeit?-gemeinschaft anstrebten, von der aus sie dann mit den übrigen europäischen Nationalitäten die Ver-bindung aufnehmen und in der Form eines Kon-greßoerbandes ausgestalten sollten. Wie im Oktoberheft der bekannten Monats-schrift „Nation und Staat" ausgeführt wird, waren es im Lager der deutschen -Volksgruppen zwei Männer, der Siebenbürger Sachse Rudolf Brandsch und der Balle Dr. Ewald Ammende, die keine Audienz bei Katharina Von Zoses Ponten In seiner großangelegten Darstellung „Volt aus dem Wege, Roman der deutschen Unruhe" Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart» schildert Josef Ponten die deutsche Auswanderungsbe-«egung. Der nachstehende Aufsatz ist dem ersten Buche des Romans „Wolga Wolga^ oder „Die Deutschen ziehen nach Rußland entnommen: Die Kaiserin Katharina lt . „die grüßte deutsche Auswanderin-, wie Ponten sie nennt, empfängt den ersten Trupp von Landsleuten, die sie gt-rufen hat, an der Wolga zu siedeln. Da der Dichter in der nächsten ^eit auch bei uns per-sSnlich ausgewählte Kapitel aus seinen Werten vorlesen wird, so empfehle» wir unser« heutig« Kostprobe, die die lebendige Eestaltungslrast Pontens erweist, der allgemeinen Aufmerksam leit. Wir erwarten zuverjichllich. daß diese Dar-bietung nicht nur dem Dichter an seinem Vor-lese>Adcndc eine stattliche Zuhörcrsaf> bescheren, sondern auch dem Absatz« semer Werte zugute kommen wird. Da kam die Kaiserin. Ganz plötzlich war sie da, sie war aus dem linken! Flügel, dem des Zaren, gekommen, und also war der ihr Nächste Christian. Heinrich Pinder lag zwischen den Konsolen der Brustlehne und schnarchte. Die Kaiserin kam, um-geben von ihren Freunden. Da waren die beiden Orloff, da war auch Pomatoffsky, da war Sallykoff und der Kammerherr Graf Tschoglokoff mit seiner langen Gattin, und die kleine Fürstin Daschkoff. Die jungen Männer waren alle sehr schön, nur einer war häßlich. Doch war er ein vorzüglicher Mühe und Arbeit scheuten, um die von ihnen als richtig und notwendig erkannten Bestrebungen in die Tat umzusetzen. Im Ergebnis eines Briefwechsels, den sie im Sommer 1922 geführt hatten, traten sie im Oktober des genannten Jahres in Wien mit-einander persönlich in Fühlung und besprachen die Vorarbeiten, die sie zur Erreichung des Zieles zu übernehmen und durchzuführen hatten. Dr. Ammende legte bei der ersten Zusammenkunft eine Denkschrift vor, die von Rudolf Brandsch als geeignete Ver-Handlungsgrundlage anerkannt wurde, und bereiste einige Zeit später die südosteuropäischen Staaten, um die Führer dieser deutschen Volksgruppen zur Teilnahme an der ersten Versammlung der volks-deutschen Gruppen Europas einzuladen, die dann auch am 22. und 23. Oktober in Wien unter über-raschend zahlreicher Beteiligung abgehalten werden konnte. Wir wollen uns heute, bei der Rückschau auf den zehnjährigen Bestand des deutschen Volks-gruppenverbandes, der sich als Unterabteilung der europäischen Kongreßgemeinschaft in den Wechsel-vollen Jahren seit der Gründung aufs beste be-währt hat, mit der Schilderung der inneren Ent-wicklung und der äußeren Ausbreitung dieses Verbandes nicht aufhallen, sondern möchten, von der allgemeineren Warte der europäischen Minderheiten-solidarität aus, den Nachdruck auf die Feststellung legen, dasj das Beispiel der deutschen Volksgruppen bald auch bei den anderen Nationalitäten Nach-ahmung gefunden und schon im darauffolgenden Jahre zur Gründung der europäischen Kongreß-gemeinschaf.geführt hat. Wieder war es Dr. Ammende, der ganz Europa von den baltischen Staaten bis hinüber nach Spanien durchquerte, um alle euro-päischen Minderheiten ohne Rücksicht auf Volkslum, Unterhalter und Gesellschafter, ein ewig lustiger Mensch, und Katharina mochte die Lustigkeit für ibr Leben gern leiden. Er mimte eben sie selbst mit iyren kurzen Schrittchen und doch energischem Gange, mit ihrer hellen Stimme und ihrem kindlichen La-chen. „Ausgezeichnet, mein Freund, aber nun ahme auch Väterchen Zar nach". Und es wurde der Zar nachgeahmt, der in einem gewissen Abstände kam mit seinen Freunden, dem Grafen Schuwaloff, sei-nem Onkel, dem Prinzen Georg von Holstein, dem Oberkammerherrn Grafen Scheremeteff und dem ersten Minister Panin. Auch der schwedische Senator Ce-derkreutz war da. ein herkulischer Mann im Bart, gekommen, um dem Zaren die Glückwünsche Schwe-dens zu seiner Thronbesteigung zu überbringen. Der Zar war in der Uniform der holsteinischen Dragoner: blauer Waffenrock, weiße Weste, weihe Hosen, hohe Lackstiefrl mit Sporen aus Gold. Der Freund der Kaiserin in der ersten Gruppe mimte ihn mit seinem aufgeregten schreienden Sprechen, den unruhigen, immer heftig bewegten Fingern und mit seiner krähenden Stimme, die von der Art der Stimme gewisser, nicht ganz vollständig geratener Männer war. Der Kaiser hatte die Sprechunart, am Ende fast jeden Satzes „Nicht wahr?" zu sagen, und der Nachahmer sagte „Nicht wahr?" fast hinter jedem Worte. Die Kaiserin lachte laut, und ihr Gefolge lachte ohne Rücksicht aus die nachfolgende Gruppe. Das Bewegte der Erscheinung des Kaisers machte der Künstler so täuschend nach, daß, wer über beide Gruppen hinsah, glauben konnte, da käme eine und dieselbe Person zweimal — aber freilich, die lange Konfession und Rasse für den Zusammenschluß zu gewinnen und sie auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzubringen. Man kann sich leicht vorstellen, welcher Entschlossenheit und Zähigkeit, welcher Hin-gäbe und Zuversicht es bedürfte, um das große Werk, an dessen Gelingen manch anderer gezweifelt hätte, zu vollenden und mit dem in der Kongreß-gemeinschaft errichteten Oberbau zu krönen. Daß diese» Ziel erreicht wurde, ist in hervor-ragendem Maße auch dem ehemaligen südslawischen Abgeordneten im römischen Parlamente Dr. Josef Wilfan zu danken, der vom slawischen Lager aus sich mtt seinen deutschen Freunden in rastloser Arbeit zusammenfand und an der Schaffung des europäischen Minderheitenkongresses regsten Anteil nahm. Sein idealer Schwung, seine hinreißend« Be-geisterung, die er auch anderen mitzuteilen verstand, wurden in glücklichster Weise durch umfassend« Sprachkenntnisse und «ine geradezu meisterhafte Formengewandtheit ergänzt, lauter Eigenschaften, die ihm die Zuneigung aller europäischen Minderheiten gleichsam im Fluge eroberten, sodaß er schon gleich bei der ersten Wahl mtt dem schweren und ver-antwortungsvollen Amte des Präsidenten der Kon-greßgemeinschaft betraut wurde. Die europäische Na-tionalttätendewegung hat seither manche Erfolge im einzelnen errungen, nicht sellen auch Rückschläge er-litten. Aber ihre Bedeutung liegt dennoch nicht so-sehr in den Leistungen und Kämpfen, die im Zeichen der Solidarität erstritten und ausgefochten werden, als vielmehr in dem großen moralischen Einfluß, den die in der europäischen Kongreßge-meinschaft organisierten vierzig Millionen Minder-heitsangehörigen durch ihre Wortführer auf die öffentliche Meinungsbildung und auf das Weltge-wissen in stetig steigendem Maße ausüben. Die dünne Gestalt des Zaren mit dem oben spitz zu-laufenden Kopse und dem von Pocken entstellten roten Gesicht mit den frischen Starben konnte der schwere breite Potemkin nicht nachahmen, wenn auch sein Gesicht mtt der Stulpnase dem des Kaisers an Häßlichkeit nicht viel nachgab. Plötzlich sah die Kaiserin die Auswanderer. „Mein Gott, was ist das?" rief sie aus und eilte mit ihren kurzen, festen Schritten auf sie zu, „meine lieben Auswanderer, wie konnte ich die vergessen!" So kam die Kaiserin auf Christian zu, gelaufen kam sie fast, sie war eher klein als groß und eher rund als schlank, ein einfaches Samtkleid von der Farbe von Orangenmus umschloß ihre schöne Fülle, ihr dunkles schweres Haar trug sie wett und gerade aus der Stirn herausgekämmt, ihr Mund war weich, voll und wohlgeformt. Aber was für Augen hatte sie! Graue Augen, helle Augen, aber Augen von einer Kraft, vor der man sich fürchtete. Unwillkür-lich trat der Schulze Bellmann, welcher der wider die Erwartung von der anderen Seite gekommenen Kaiserin entgegengelaufen war, vor dem Blick dieser Augen zurück. Und Katharina schien sich an Chri-stlcn wenden zu wollen — aber da drängte der Schulze sich vor, und mit niedergeschlagenen Augen, die Tellerlappe in der Hand, begann er laut: „Allerdurchlauchtigste Kaiserin! Die Auswanderer, welche auf den Ruf Eurer großen Majestät aus Deutschland gekommen sind, gleich wie Eure Majestät selbst" auf der Stirn Katharinas zwischen den Augen erschien eine kleine Falte — „sind zu Eurer Majestät Füßen geeilt, um Eurer Majestät zu Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 85 Mehrheitsvölker Europas, die ihrerseits maßgeblich im Völkerbünde vertteten sind, beschäftigen sich Jahr für Jahr immer öfter und ernster mii den Minderheitenfragen. die von den europäischen Nationalitäten, longresjen beraten und formuliert werden, und ihre fortgeschrittensten Staatsmanner verschließen sich nicht länger mehr der Erkenntnis, daß die interna-tiunale Anerkennung und Respektierung jeglichen völkischen Eigenlebens die Grundlage für das freundjchaftliche Zusammenarbeiten der europäischen Stationen und die Voraussetzug für die restlose und dauernde Befriedung unsere» Erdteile» bildet. Noch find die europäischen Minderheiten nicht am Ziele ihrer Wünsche und Hoffnungen angelangt und sie selber täuschen sich wohl am allerwenigsten darüber, daß der Weg zur Erreichung der unbehin-derten kulturellen Betätigung, die in der Forderung nach kultureller Selbstverwaltung gipfelt, noch weit und beschwerlich ist. Aber sie alle wissen, das; der von ihnen beschrittene Weg der richtige und erfolg-verheizende ist. der Weg, den Dr. Ammende in feiner bereit» erwähnten Denkschrift wie folgt umrissen hat: Politisch werden die Minderheiten dem Staate geben, was de» Staates ist und mit dem Staats« volk loyal zusammenarbeiten, kulturell aber werden sie die Beziehungen mit ihrem Muttervolke pflegen und das Bewußtsein der Volksgemeinschaft ver-tiefen. Denn „nur die kulturelle Freiheit und Selb-ständigkeit der Minderheiten wird imstande fein, au» den fremden Volksstämmen im Rahmen der europäischen Staaten, bisher Ursachen des Gegen-satzes und der Trennung, verbindende Glieder bzw. Bindemittel zwischen den Völkern Europas zu machen". Politische Rundschau Inland Keine Geldabstempelung Da im Auslande und auch bei uns im Inland in letzter Zeit Nachrichten verbreitet wurden, daß unser Papiergeld abgestempelt würde und hiebei 20 Prozent abgezogen werden sollen, wird amtlich mit-geteilt, daß diese Nachrichten erfunden sind und mit der Absicht verbreitet werden, den Wert unseres Dinars zu erschüttern. Die Präsidenten der beiden Kammern in Audienz S. M. der König empfing am 22. Oktober um 11 Uhr vormittag» das neugewählte Präsidium danken für die gnädige Einladung. Sie werden in Eurer Majestät Lande leben und ihm dienen und in Eurer Majestät weitem Lande gute Deutsche.. — „Ach was, Deutsche", unterbrach die Kaiserin den Schulzen, „werdet in Rußland so gute Russen, wie ich eine geworden bin". (Das Gefolge sah sich an und nickte sich mit den Augen zu). „Wie heißt Ihr, Herr Schulze? Ihr seid wohl der Anführer?" — „Bellmann. Eure Majestät, Bellmann", sagte der aus Fassung und Rede geworfene Schulze. — „Ein schöner Name! Wo kommt Ihr her?" — „Aus der Eifel, Eure Majestät, aus der Eifel..." — „Aha. vom anderen Ende Deutschlands her?" Mittlerweile hatte sich die ganze Ordnung des nach Würde und Alter aufgestellten Gliedes in einen regellosen Kreis um die Kaiserin herum ver-wandelt. Draußen standen ihre Freunde, und etwas abseits hielt sich die Gruppe de» Kaisers, der erregt von einem Fuße auf den anderen ttat und mit feinen langen gelben Händen an seiner Uniform fingerte. Er schien das, was Katharina zu den Deutschen sagte, seiner Umgebung gegenüber mit spöttischen Zugaben zu glossieren. Man hörte nur: „... nicht wahr?.. „Zuerst muß ich mich bei euch herzlich ent> schuldigen, meine lieben Freunde", sagte die Kaise« rin, „euch so lange haben warten zu lassen. Aber das war ein Tag heute, ein Tag. Wollt ihr mir verzeihen?" Sie lächelte entzückend. „Aber gewiß, Eure Majestät..murmelten nach Mut und Gesprächsart die Deutschen. des Senats mit dem Präsidenten Dr. AntePavelic und das Präsidium der Nationalversammlung mit Dr. Kosta Kumanudi an der Spitze. Clearingvertrag mit Italien unterschrieben Am 22. Oktober wurde in Rom das Clea-ringabkommen zwischen Jugoslawien und Italien unterschrieben. Ausland Eröffnung der Balkankonferenz Am 22. Oktober wurde in Bukarest die dritte Balkankonferenz von Außenminister Titulescu mit einer Begrüßungsrede eröffnet, in welcher der Mi-nifter die Meinung aussprach, daß unter dem Ein-druck der Balkankonferenz die Meinung in Europa bekämpft werden sollte, als fei der Balkan eine Quelle der Unruhen. Schönheit bedarf txr Erhaltung; schöne weihe Hähne bedürsen der $fbge mit der btriibmtcn tidtorodoi» Zahnpaste. Tube Tm 8.— Aus Stadt und Land Hohe Auszeichnung eines jugoslawi-scheu Künstlers. Wie seinerzeit gemeldet wurde, hat der deutsche Reichspräsident von Hindenburg dem Akademiedirektor Professor Ivan Mestrooic die von ihm aus Anlaß de» Goethe-Jahres ge-stiftete Gedenkmünze verliehen. Jetzt hat bet deutsche Konsul in Zagreb Herr Dr. Freundt im Auftrage seiner Regierung die Gedenkmünze, die den Namen „Ioan Mestrooic" trägt, mit einem vom deutschen Reichspräsidenten unterzeichneten Schreiben Herrn Mestrooic überreicht. Kraute streuen erfahren durch den (gebrauch des natürlichen .Franz Joses"-BiUerwafferS ungehindert«, leichte Tarmentteenmg, womit oft eine außerordentlich wohltuend« Mckwirtung auf die erkrankten Organe verbunden ist. Schöpser klassischer Lehrbücher >ur Frauenkrankheiten Ichreiben, daß die günstigen Mrkungen des Iran; Josef-Wassers auch durch ihre Unrersuchunaen bestätigt inen. Ta» Frau; ftafcf-Bitterwasser ist in Apotheken, Drogerien und >-pezeret-handlnngen erhältlich. (leise Konzert des Männergefangvereines. Neuerlich machen wir auf das Konzert des Männer» gesangvereines am 5. November im Kinosaale des Hotels Skoberne aufmerksam. Dieser Abend soll edelster Musik gewidmet sein. Vor allem wird Josef Haydn's, des großen Meistere, der vor 200 Jahren da» Licht der Welt erblickt hat, innigst gedacht werden. Zwei herrliche Chöre de» Meisters sowie Einzellieder und ein heiteres Quartett werden dem Publikum die Größe und Eigenart der unoerwelk-lichen Kunst dieses Tondichters zeigen. Außerdem werden Chöre von Franz Schubert gesungen werden, und zwar drei der berühmtesten. Erfreulicherweise ist Die Kaiserin wandte sich an die Kinder und ließ sich von ihnen das Händchen geben. Sie ging innen dem Kreise entlang, und wen sie nicht an-redete, dem nickte sie zu. Und den Benickten überlief». Sie überging Heinrich Pinder und einige an-dere, aber Stengel redete sie an. „Wo kommst du her. Freund?" — „Aus Köln, Eure Majestät, Köln am Rhein, und ich kann auch so gut nach-ahmen wie der Herr Fürst da!" rief Stengel, ent-schlössen, den Augenblick zu nützen. „Pfarrer und Lehrer, Fürsten und Könige, wenn'» sein muß, und auch Eure Majestät". — „Du schmiedest dein Eisen schnell, Stengel aus Köln, Köln am Rhein, und ich soll wohl dein Amboß sein? Man könnte sich'» überlegen, aber für» erste habe ich ja meinen trefflichen Potemkin bei mir" (der verneigte sich und strahlte) „er wird für unseren Spaß sorgen. Doch wehe, wer ihn zum Spaß haben wollte!" sagte sie mit einem Blicke settwärts, der offenbar auf gewisse Spannungen in der Gesellschaft vor-beugend anspielen sollte und eine Ehrung für den also Ausgezeichneten war. Potemkin schloß selig für einen Augenblick die Augen und da» war nicht geschauspielert. „Darum, Freund Stengel au» Köln, geh mit an die Wolga, vielleicht werden deine Freunde dein Talent dort brauchen, denn ihr werdet e» nicht immer leicht haben, ihr Armen. So ist da» Leben". Sie ging weiter und teilte ihre Huld au», aber mit den Frauen wußte sie offenbar nichts Rechtes anzufangen, und sie überging sie mit An-sprachen. 8cd« arzkopf »Extra-Dlondc — das Produkt 30-Jähriger Erfahrung. hellt nachgedunkcites Blondhaar bis zur gewünschten Nuance wieder aut Der beigefügte -Haarglanz* konserviert und kräftigt das zarte Blondhaar und gibt Ihm gleichzeitig wundervollen Goldglanz. Allen Liebhaherr» unserer altbekannten »Sauerstoff«-Packung empfehlen wir. letzt die Schwarzkopf E*tra-B!ond-Packun* mit »Haarglanz« und Schatrnibrtne zu verwenden. Achten Sie auf die erün-weisse Packung! W e» gelungen, einen hervorragenden Wiener Konzertsänger für dieses Konzert zu gewinnen, Herrn Ladislaus Kemeny, einen Stern des Wiener Männergesangvereine» und der Wiener „Urania". Herr Kemeny hat bei dem Festkonzerte de» Mariborer M G. B. im Juni des heurigen Jahres mitgewirkt und einen t r i u m-phalen Ersolg geerntet. Sein Programm wird sechs der herrlichsten "Perlen unsere» Liederschätze» umfassen. Wir sind in der angenehmen Lage, unje-rer Kunstgemeinde in Kemeny wirklich etwas ganz Besonderes zu bieten. Jedenfalls stehen wir vor einer Kraftleistung des alten M G. V. und es ist zu erwarten, daß diesmal endlich auch da» Publi-kum durch einen Massenbesuch zeigen wird, dah es die mühevolle und selbstlose Arbeit dieses Vereine» «i würdigen weiß. Der Kartenooroerkauf findet in der Buchhandlung der Frau Flora Lager Necksr-mann statt. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 30. Oktober, wird um 10 Uhr in der Christuskirch« das Reformationsfest gefeiert. 2m Anschluß daran HI. Abendmahl. Pietät ist Pflicht. Vor kurzem sprach ein Fremder bei uns vor. der das Grab eines auf un-serem städtischen Friedhof beerdigten Soldaten be-sucht hatte. Der Mann, der seiner unmutigen Ent-täuschung in recht abfälliger Weise Ausdruck ver-lieh, machte uns darauf aufmerksam, daß sich zur Zeit seines Besuche» die sonst so schön gelegene Kriegerabteilung des Friedhofes in einem kläglichen Zustand befand. Die Elchenkreuze, die mit ihrer ausgerichteten Uniformiertheit diesem Teil des Fried-Hofs eine besonder» erschütternde Note gaben, sind zum größten Teil verschwunden. Die Schild« au» Blechemail, auf deren jedem der Name des toten Soldaten aufgeschrieben war. liegen herum, sind aber noch vollenden. Vielleicht kommt e» dazu, daß diese ihrer Kreuze verlustiggegangenen Namens-schüver „aufgeräumt" werden und wir dann auf einmal einen ganzen Friedhof „unbekannter Sol-daten" haben. Dies dürfte aber schon aus primitiven Pietätsgründen nicht geschehen! Der „unbe-kannte Soldat" bedeutet ja nur da» äußerste, traurige Schicksal eine» Kriegers, dessen Angehörige mit ihren Gedanken nicht einmal sein Grab suchen können. Sind aber die Namen der Soldaten be-kannt, dann sind sie auch zu erhalten. Was Heldenehrung anbelangt, muß unsere Stadt über- Da waren die beiden Schumann. Sie fielen ihr wegen ihrer Aehnlichkeit auf. „Zwillinge? Ihr wollt euer Glück machen? Ich hoffe, ihr werdet'»! Ihr werdet nicht mi> viel Gut nach Rußland gekommen fein, aber auch ich bin nicht mit viel Gut nach Rußland gekommen. Ich besaß drei Kleider und ein Dutzend Hemdchen. Strümpfe und Taschen-tücher. Da» war alles. Ob ich jetzt wohl mehr habe, fragt euer Lachen? Wahrscheinlich. Aber ich will euch verraten, daß meine Vorgängerin auf dem Throne, die Kaiserin Elisabeth, fünftehntausend Kleider und fünfzehntausend Paar Schuhe hatte. Ihr seht also, man kann sein Glück machen in Rußland". Und sie nickte ihnen freundlich zu und ging weiter. Sie kam an den letzten de» Kreises, der schon neben Bellmann stand, an Christian. Sie sah an ihm auf, und ihn überlief's. Ihre herrlichen Augen blickten ihn an, und sie öffnete den Mund. „Du", sagte sie... Da fühlte Christian sich auf die Seite gescho« den, der riesengroße Offizier au» dem Gefolge ttat in den Kreis und flüsterte der Kaiserin etwa» in» Ohr. Sofort veränderte sich ihr Gesicht, und ein scharfer tierähnlicher Blick sprang in ihre Augen. Schnell verließ sie, ihr Kleid vorne leicht hebend, den Kreis. ..Lebt wohl!" rief sie den Männern zu und eilte mit ihren Freunden ins Schloß. Die Sonne war untergegangen, aber eine ge-wollige Wolke über dem Meere, feuerrot im Abend-schein, warf al» Spiegel am Himmel rotes Licht auf die abendliche Terasse und übergoldete alles. Nummer 85 Deutsche Zeitung Seite 3 Haupt ganz rückwärts anstehen. Viele arme Dörfer haben ihren gefallenen Angehörigen bereits ein Denkmal gefetzt, in unserer Stadt, die zuzeiten in bezug auf Dichtung von Bauten geradezu phantasiereich sein konnte, hat sich der Gedanke eines Gefallenen Denkmais bisher nicht durchsetzen können. Das ist herzlich traurig! Wir find nun der Meinung, daß man, um die erwähnten Soldaten-gröber vor dem Schicksal der Namenlostgkeit zu be-wahren, inmitten des Platzes, wo sie liegen, einen Block aus Stein oder Zement errichten sollte. Die Ausführung wäre Sache der Architektur, die heute mit den bescheidensten Mitteln Wuchtigwirksames schaffen kann. Die Namenstäfelchen der Gräber sollten dann auf diesem Block angebracht werden. Oder man könnte alle Namen auf der Steinplatte einmeißeln. Wir stellen uns vor, daß ein solches Monument, vielleicht in Form eines Opferherdes, der Landschaft angepaßt, eine recht würdige Ehrung der gefallenen fremden Soldaten darstellen würde. Schließlich sucht man ja auch Arbeit für die Ar-beinlosen. Eine sinnfälligere Arbeit der Arbeit?-losen, die in schwächerem Sinne auch Opfer des Krieges find, könnte es kaum geben als die Er-richtung dieses Gedenkstein« für diejenigen, die das allergrößte Opfer, ihr Leben, darbringen mußten und denen wir Lebende dieses Opfer so schlecht danken, daß wir sie um ihre Grabkreuze kommen lassen, so daß schließlich auch noch ihre Namen vergehen. ^faaci" fetfit am -:/^{aften u. -fytetmmcft/tone y ....... ~ft festen ofme — P CEUE MARIBOR Askeröttva 8 Slorenuka 18 ftarambol zwischen Auto und Ein« spänner. Am vorigen Donnerstag abends gegen 10 Uhr fuhr das Auto des Gastwirtes Herrn ötefan Iagode aus Zalec vor dem Augmentations-magazin bei der Glacis den Einspänner des Bäcker-meisters Herrn Alar Janic an, in welchem der Knecht Martin Kozar saß; der Wagen stürzte in den Straßengraben. Pferd und das Vorderteil des Autos wurden beschädigt, der Knecht und der Autolenker Herr Zagode kamen mit dem bloßen Schrecken davon. 'W: tf>r ~¥;an, e/en zf/(antt. t/a.i n'Titttcf „fernste"- Sv/tttfe, die auf <.>7ia/*n »intl. LJUBLJANA CfcLJF. MARIBOR Glwlalihk* ul. 4 Atk«riova 3 Hloven*k« >8 Unter die Räder des Zuges fiel am 21. Oktober abends der 4v«jöhrige Versicherungsreisende der Bank „Slavija" Ivan ^tefanovic, als er auf der Strecke Konjice-Poljcane auf der Plattform des Waggons stand. Er erlitt schwere Verletzungen am Bein und am Arm und wurde in das Allgemeine Krankenhaus nach Maribor überführt. Ttadttino. Von Donnerstag, 27.. bis ein-schließlich Sonntag, 3t). Oktober, die' süßeste deutsche Tonfilmoperette „Ein Lied, ein Kuß, ein Mädchen" ; in den Hauptrollen die berühmtesten Tonfilmsänger (i er iiatiti ttcc, LJl'BLJ ANA AI* kfandrora 4 Christian stand verstört. Wie eine Sturzwelle war es über ihn hinweggegangen... Du, sagte sie... Christian starrte nach der Richtung hin, in der sie verschwunden war. Auf der Terrasse ttaten die Auswanderer zu« einander, wie Freundschaften die Ordnung gaben, um sich durch Aussprechen ihrer Erlebnisse zu er-leichtern von dem, was da gewesen war. Jeder hatte etwas ganz Besonderes bemerkt, jeder glaubte, etwas festgestellt zu haben, was die wunderbare Frau nur für ihn gehabt habe... ... Du, sagte sie... Die Gruppe des Kaisers und der Staats-beamten hatte die Terrasse noch nicht verlassen. Jetzt kam auch der Kaiser. Die Auswanderer traten aus-einander und verneigten sich tief. „Ihr Leute", krähte Peter Ul. „Wir freuen uns. daß ihr gekommen seid, nicht wahr? Ich habe der Zarin erlaubt, euch zu rufen." Sein Gesich zuckte, und seine Finger zitterten auf den Rockknöpfen „Bleibt gute Deutsche, nicht wahr, da drüben an der Wolga. Lutherisch seid ihr, wohl meist, nicht wahr? Bleibt gut lutherisch..." Dann versetzte sich ihm die Stimme, oder es schien ihm nichts mehr einzufallen, er schwieg und starrte ins Leere. Die Kinder fürchteten sich vor dem häßlichen langen Manne und griffen nach den Röcken ihrer Mütter. Der Zar mit seinen Freunden verließ schnell die Terrasse. Seine goldenen Sporen klangen. und Schausoieler Martha Eggerth, Trete leimer, Gustav Fröhlich, Tibor v. Halmav, Fritz Grünbaum; Regie: Geza v. Bolvary, Musik: Robert Stoltz; Musikbegleitung der berühmte Zigeunerprimas Dajo» Bela und sein Orchester. Vorstellungen wochentags 7^9 und Sonntag '/,5, '/,7 und v,s. Es em-pfehlen sich telephonische Vorausbestellungen der Karten; Tel. Nr. 270. Maribor Anonyme „Helden". In der Nacht vom Dienstag, dem 18., auf Mittwoch, dem lg. Oktober, wurde von der Etraßenfrontjeite des Hauses Sttoß-majerjeva ulila 6. woselbst das Sekretariat des „Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes" seine Amts-lokalitäten innehat, die mit der serbischen und deut-schen Inschrift „Svapsko.nema!ki prosvetni Saoez", „Schwäbisch-Deutscher Kulturbund" versehene, min-bestens 4 Meter hoch angebrachte Blechtafel von anonymen „Helden", nämlich Lausbuben, herunter-gerissen und gestohlen. Man weiß nicht, ob man sich in einer Zeit der allgemeinen Not und Wirt' schastskrise, die den Bürgern keine andere Pflicht als die gemeinsamer friedlicher Arbeit dringlicher ans Herz legt, mehr über die Gemeinheit oder die Dummheit dieses neuesten „Heldenstücks" wundern soll. Das Sekretariat der Zweigstelle des genannten Bundes, das im besagten Hause seinen friedlichen Aufgaben und kulturell-wohltätigen Pflichten obliegt, Aufgaben und Pflichten, deren Erfüllungsmöglichkeit ihm vom Staate selbst ausdrücklich gewährleistet wurde, hat gewiß niemandem den leisesten Grund zu Gehässigkeit oder Nachsucht, wohl aber allen ruhig und sachlich Denkenden Anlaß zu Achtung und Dankbarkeit gegeben, da doch jede positive, im Sinne der bestehenden Gesetze geleistete soüale und kulturelle Arbeit nicht nur den zunächst davon Betroffenen, sondern dem ganzen Staate zugute kommt. Wir glauben uns daher mit allen unsern Mitbürgern, welcher Nation sie auch angehören mögen, in der Verabscheuung dieses neuesten „Hel-denstücks" eins zu sein Merkwürdig bleibt es nur, daß solche Dinge immer noch geschehen können und daß sich im Rinnsal der Bevölkerung noch immer ein Maß von Unoerstand und Dummheit findet, das sich den Forderungen der Zeit gegenüber als unbelehrbar erweist und vor solchen „Heldentaten" nicht im Innersten beschämt zurückschreckt. Die Ano-nymität der Täter macht es leider unmöglich, sie an den Pranger, bzw. in den Mittelpunkt einer Ver-brechcrstudie zu stellen, zu der ihr abstoßender und unzeitgemäßer geistiger und psychischer Habitus offenbar herausfordert. Wir müssen uns diesbezüg-lich einstweilen mtt den Hoffnungen begnügen, die wir an das Wallen der Polizei knüpfen, deren Aufgabe es natürlich ist, die anonymen Täter zu enllaroen und sie somit einer allgemeinen Besicht!-gung und Durchleuchtung zugänglich zu machen. Evangelisches. Sonntag, den 30, d. M, wird der Gottesdienst entfallen. Anläßlich des Re-formationsfestes am 3l. Oktober (Montag) wird sich die Schuljugend um 10 Uhr vormittags imGe-meindesaale zum Kindergottesdienst sammeln. Der Festgottesdienst für die Erwachsenen wird am Abend desselben Tages um VL19 Uhr stattfinden. Anschließend Abendmahlsfeier. Verdiente Auszeichnung. S. M. der König hat dem Realitätenbesitzer und Zuckerbäcker Herrn Johann Pelikan den St. Savaorden V. Klasse verliehen. Herrn Pelikan, der durch volle 25 Jahre das Amt des Bezirksvorstehers (I. Bezirk) und Armenrates bekleidet hatte, wird die Auszeichnung in einer eigens zu dem Zweck ein-berufenen Festsitzung des städtischen Armenrates vom Bürgermeister persönlich überreicht werden. Wir beglückwünschen Herrn Pelikan zu dieser ficht-baren Anerkennung seiner durch ein Vierteljahr-hundert dauernden humanitären Tätigkeit auf das herzlichste und wünschen, daß er dem edlen Werke noch lange Jahre erhallen bleibe! Der Bürgermeister unserer Stadt ist wie-der einmal nach Belgrad abgereist, um dort in verschiedenen kommunalen Angelegenheiten zu inier-venieren. Wie man hört, soll es sich diesmal Haupt-sächlich darum handeln, daß unsere Stadt bei einer etwaigen Dezenttaiisierung die Einnahmenkontrolle wieder zurückbekäme. Bekanntlich interessiert sich darum auch Ljubljana. Zuguterletzt werden sich wahrscheinlich beide Städte vergeblich angestrengt haben, denn bereits einmal war es nahe daran gewesen, daß eine Stadt in der Woiwodina be-stimmt worden wäre. Ob es wirklich so sehr im Interesse de» Staates gelegen ist, daß solche Zen-traläntter an die Peripherie des Staates verlegt werden, ist natürlich eine Frage, die sich die in diesem Fall« entscheidenden Faktoren verlegen werden. „Maribor im Herbst" sind die Festtage betitelt, die in den ersten Novembertagen hier abgehalten werden. Unter dem Vorsitz des Vizebürgermeisters Golouh hat beretts die erste Sitzung des vorberei-tenden Ausschusses stattgefunden. Eine Hühnerzucht-ausstellung iowie eine Obst- und Weinau^stellung sind ebenfalls in diesem Rahmen vorgesehen. Es wurde beschlossen, die Propaganda für den Besuch dieser Festtage besonders im bilden unseres Staate» zu betreiben, da men infolge der großen Fahrpreis-«Mäßigung mit einem stärkeren Besuch von dort rechnet. Marktpreise in Maribor, vom 22. Oktober 1932 Grünzeug Din kg <3. Kartoffel. . Zwiebel . . Knoblauch. Krauttöpfe Sauerkraut saure Rüben Kurten . .1 grün. Paprika S. Karfiol . . Kohttöpfc . Kien.... Grünzeug . Speisetürbi» Paradeis . Petersilie tg 0.75—1.50 tg 2.00-3.00 tg 8-10 tg 1.00-3.50 4 2 0.50 1 S. 1.00-5.00 S. 1.00-3.00 tg «:.oo &oo £>. 0.50 e. 0.50 Ifl 2 B. 0.50 Endwiensalat £. 0.50—1.50 Rcpmzelsalat. H. 1 Raditschisalat H. 1 Spinat . . . f>. 1 Pure .... Ifl 0.50 1.00 Garten inöhre £>• . 1 Kohlrüben. . tg 0.50—1.00 FisolenschoNen lg 1 Erbse» geschält) 1 10—12 Obst tg 1.50-3.00 «epfel . . . . Birnen . . . Pflaumen . . Pfirsich« . . . Weintrauben Rüste,ganj> tg 4.00 - 5.00 lg 2.50-3X10 lg 5.00-6.00 tg 2.50—6.00 tg 4.50-5.00 Nüsse! geschält tg 16 Kastanien Gebäudes. Es besteht auch die be-gründete Vermutung, daß in der Nähe die Reste einer altchristlichen Basilika liegen. Der Festumzug, verbunden mtt einem Zapfenstreich, anläßlich der 20. Wiederkehr des Tages der Kriegserklärung Serbiens an die Türkei, welche^ am Samstag abends in unserer Stadt feierlich begangen wurde, wies eine große Beteili-gung aller Vereine und der Behörden auf, unter den ersteren auch die Frw. Feuerwehr und der Veteranenverein sowie eine unzählbare Menge von Schulkindern. Der Umzug crfolcitc unter Vorantritt der Garnison, der die Stadtkapelle folgte. Vor dem Magistrat hielten Herr Bürgermeister Jerse, Dr. äalamun, sowie der Lehrer Dusan öesten festliche Gedenkreden. Während der Feierlichkeit wurden von der Glasbena Matica einige Chöre gesungen. Der Omnlbusoerkehr über So. Bar» bara - So. Vid - Ptuj und umgekehrt, der durch die Autobusunternehmung der Stadtgemeinde Ptuj bewerkstelligt wird, hat infolge der Weinlese und der damtt verbundenen Arbeiten in der Kolloß seit einiger Zeit einen derartigen Andrang zu verzeich-nen, daß der Ausenthalt in einem solchen ohnedies kleinen Omnibus für die Passanten eine direkte Qual bedeutet. Es wäre angezeigt, daß die Unter-nehmung bei einer Ueberfüllung der Autos einen jwetten Wagen einstellt. Wieder ein Fahrraddiebstahl. Vor kurzem wurde in das versperrte Haus des Besitzers Franz Jurgec in Eirkulane, Gdm Sv. Barbara i. d. Kolloß, eingebrochen und aus dem rückwärtigen Wohnzimmer ein Fahrrad. Marke Puch, im Werte von 1200 Dinar sowie Bargeld im Betrag von 450 Din gestohlen. Der Gendarmerie von Zavrce gelang es nun, den Täter in der Person eines ge-wissen Franz Karo aus Brezovce bei Sv. Barbara, von Berns Schmiedgehilfe, als den Dieb zu eruieren. Bei seiner Einvernahme gestand er den Diebstahl des Fahrrades ein, wogegen er aber die Entwendung des Geldbetrages in Abrede stellt. Der Mann wurde, zumal er sich in der letzten Zeit beschäfti-gungslos herumtreibt, verhastet und dem Gerichte eingeliefert. Autofalle. Vergangene Woche hat an der Reichsstraße Ptuj-Maribor, und zwar in der Nähe des Dorfes Zlatolisie, irgendein bisher unbekannter Täter ein 4 mm starkes Seil als Autofalle über die Fahrstraße gespannt. Das eine Ende des Seiles befestigte er an einer Telegraphenstange, das andere Ende an einem Baume.. Das Seil war in einer Höhe von 1 Meter 23 gespannt. Gegen 10 Uhr abends passierte ein Lastauto des Besitzers Franz Simonik aus Sv. Urbani, das in der Rich-turtg Ptuj-Maribor fuhr, die Stelle. Da der Wagen-lenker das Seil nicht bemerkte, wurden durch den Anprall die Windschutzscheiben des Autos zertrüm-mert. Glücklicherweise wurde dabei der Wagenlenker nicht verletzt. Der Autoinhaber verständigte hierauf die Gendarmerie Sv. Janz, die sofort eine Patrouille an Ort und Stelle entsandte. Als man dort an-langte, war unterdessen das Seil bereit? ent-fernt worden, man fand aber eine Weste vor, die der Täter wahrscheinlich vergessen hatte. Auf Grund der vorgefundenen Weste werden nun die Nach-forschungen weitergeleitet und es ist zu erwarten, daß man den Helden bald dingfest machen wird. Selbstmordversuch. Am Samstag nach-mittag versuchte die 89-jährige Keuschlerin Ursa Kuhar aus Grajenscak in der Nähe des Schlacht-Hauses einen Selbstmord, indem sie in den dort kaum kniehohen Wasserarm stieg. Vorübergehende Passanten brachten die Lebensüberdrüssige wieder ans trockene Land, worauf man die Sicherhettsbe-hörde und die Rettungsabteilung verständigte. Bei der Einvernahme gab sie an, daß sie infolge des hohen Mers des Lebens schon satt sei. Man über-führte sie mit dem Rettungsauto nach Grajenscak. Gräberbeschädigung am Friedhofe in So. Janz am Draufelde. Wie man erfährt, sind insgesamt 18 Gräber infolge Umstürzen der Kreuze beschädigt worden. Der Nachforschung der Gendarmerie von Sv. Janz gelang es nun fest-zustellen, daß der Täter in der Person eines ge-wissen Ivan Horvat, 37 Jahre alt, aus Vinica bei Varazdin, zu suchen ist. Wie Zeugen bestätigen, soll sich Genannter am 11. Oktober in betrunkenem Zu-stände am Friedhofe herumgetrieben haben. Es ist zu erwarten, daß dieses unsichere Element bald in die Hände der Gerechtigkeit gelangen wird. Sv. Lovrenc na Pohorju Liedertafel des Männergesangvereines. Nach vieljähriger Pause, welche die Ungunst der Verhältnisse in die sonst rührige und unverdrossene Tätigkeit des Männergesangvereines eingeschüttet hatte, trat dieser mit seiner wackeren Sängerschar am 1. d. M. wieder einmal vor die Oeffentlichkeit. Der ganze Markt sah mit Freude diesem für unseren Ort seltenen Ereignisse entgegen und auch aus Maribor und Marenberg kamen Freunde herbeigeeilt, um mtt den Lorenzer Sängerbrüdern wieder einmal einen gemütlichen Abend, welchem das deutsch« Lied seine Note aufgeprägt hat, zu verleben. Der Männer-gesangverein hatte aber auch eine ganz besondere Uebenaschung für seine Gäste. Die „Lustigen Vier" aus Eelje, das wett über die Grenzen unserer Hei-mat bekannte Quartett des Männergesangvereines Eelje (die Herren Löschnigg, Blechinger, Aijtrich und Dr. Juhart) mit seinem Führer und Leiter Herrn Dr. Zangger verschönerte den Abend durch seine erstklassigen Vorträge, deren Güte auch hervor-ragende Quartettvereinigungen kaum übertreffen werden. Die eindrucksvollen Klänge des alten Sän-gerwahlspruches bereiteten die Stimmung des Abendes vor und zeigten die Sangestüchtigkeit der braven Sänger. In einer launigen Ansprache be-grüßte Ehrenobmann Herr Jäger die erschienenen Gäste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sie dem Rufe des Männergesangvereines wie in vergangenen Jahren so auch diesmal wieder gefolgt sind. Einige sorgfältig zu Gehör gebrachten Chöre zeigten, daß das deutsche Lied im Lorenzer Männer-gesangverein noch immer liebevolle Pflege findet und daß der Verein auch größeren Aufgaben gewachsen wäre. Frische Tenöre wurden von ausgiebigen Bässen fundiert und gaben im Vollklang recht wohl klin-gende Akkorde. Herr Boldin jun., welcher die Pflichten eines Chonneisters erfüllte, kann auf sein wackeres Häuflein strammer Sänger mtt Recht stolz sein. Für Stimmung sorgten in ausgiebigster Weise die „Lustigen Vier". Ihr Revier erstreckt sich nicht nur über alle Gebiete des heiteren Viergesanges und seines kostbarsten Juwels, der wienerischen Note, sondern auch in das Reich der modernen Jazz- und Fortrottmusik. Die „lustigen Vier" haben sich einen ganz vorzüglichen Vortragstimber zugelegt, der allen Stimmungen mit Raffinement beizukommen weiß. Nach Beendigung der Vortragsordnung sorgte ein guter Tropfen für die Erhaltung der Stimmung, welche noch in den aufgehenden Tag hineingerettet wurde. ctoceDje Wieder ein Gottscheer Dorf abge» brannt! Nachdem vor kurzem eine Brandkalastto-phe das freundliche Dorf Hohenegg fast zerstört hatte, kommt nun eine neue Hiobsbotschaft: das Dorf Livold (Lienfeld), 4 km von der Stadt ent-fernt, geriet in der Nacht von Montag auf Diens- tag in Flammen. Der Schaden ist noch größer als jener in Hohenegg. es verbrannten 20 Wohn- und Wirtschastshäuser. Wirtschaft ».Verkehr Hopfenbericht aus Zalec vom 24. Ot» tober IS32. In der verflossenen Woche wurden vorwiegend 1931er von Din 400 bis 600 für 100 kg gekauft, während es in heurigen Hopfen, bis auf einige Einzelballen, geschäftslos blieb, da die wenigen Eigner von Primapartien vorläufig überhaupt nicht zu verkaufen beabsichtigen und vor allem den Ausgang der anfangs November statt-findenden Präsidentenwahlen in U S. A. abwarten wollen. Bekanntlich wird der Wahlkampf drüben unter der Hauptparole „naß" oder „trocken" geführt, doch herrscht die Meinung vor, daß selbst bei einem kaum anzunehmenden neuerlichen Wahlsieg der Wasserapostel in absehbarer Zeit doch wieder vollwertige Biere zugelassen werden. Die Fachzeilschriften der Brauindustrie, der Brauerei-Rohstoffverbände und des Handels erwägen in seitenfüllenden Arti-kein das Für und Wider über die damit verbun-denen Konjunkturaussichten. Zweifellos stehen die heurigen, bet verringertem Bierkonsum außergewöhnlich hohen und noch weiter anziehenden Hopfen-preise in keinem plausiblen Einklang mtt der allge-meinen europäischen Wirtschaftslage und werden sicherlich auch von einer aus Rechnung Nordameri-kas eingesetzten Spekulation geführt. Obzwar wir auch heuer, zum Unterschied von anderen Ländern, weder ein deutsches, noch ein französisches oder sonstiges Einfuhrvorzugskontingent erreichen konnten und wenngleich England als Hauptabnehmer unse-rer Hopfen Heuer fast vollkommen versagte, fanden unsere Hopfen ttotzdem reißenden Absatz und waren zwei Monate nach beendeter Pflücke 99°/, der Ernte verkaust, wobei die letzgebotenen Preise das Drei-einhalbfache der Anfangspreise darstellen. Vk. 0« ist für mich ein genußreiches Vergnüg«», wenn ich in der Früh meine Zahne mit „Diana '-Zahnpasta reinige. Sie hat angenehmen Geschmack und reinigt die Zahne vorzüglich. Preis: Rormaltnde Din 5.—. Doppel tube Din ». Sport s. K. Athletik : 6. K. Lasko 10 : 1 (5 : 0). Zu diesem Spiel trat Athletik in einer ver-änderten Aufstellung an und konnte auch besser ge-fallen als in den letzten Spielen. Wenn auch Athletik einen überlegenen Sieg erringen konnte, darf dadurch das Können von S. K. Lasko nicht unter-schätzt werden, der in seinen Reihen einige sehr gute Leute hat, von welchen besonders der Tormann, die beiden Flügeljtürmer und der Centerhalf her-vorzuheben sind. Schiedsrichter Herr Janesic leitete das Spiel sehr gut. S. K. Olimp : S. K. Jugoslavija A : 2 (0:1). Olimp konnte das Spiel bei mäßiger Ueber-legenhett und besserer Sturmführung für sich ent-scheiden, trotzdem das Spiel nicht gefallen konnte, da die Stürmer mit oft sicheren Torschüssen zögerten. Jugoslavija ist eine Mannschaft, die noch zuviel an den Mann spielt; ihre beste Formation ist die Verteidigung und die Halfreihe, wogegen der Sturm sehr zerfahren spielt. Schiedsrichter Herr Seit! konnte bis auf eine Fehlentscheidung befriedigen; er hatte den hart geführten Kampf jederzeit in der Hand. SSK Celje : TSK Slovan I : 0 (0 : 0). Bei mäßiger Ueberlegenheit konnte SSK Celje den Sieg erringen, wobei jedoch nur die Verteidigung ihre" sonstige Spielstärle zeigen konnte, wogegen die Stürmerreihe durchwegs versagte. Bei Slovan war es auch nur die Verteidigung, vor allem der Tor-mann, die eine größere Niederlage verhinderen. Schiedsrichter Herr Derzaj leitete den scharf geführ-ten Kampf bis auf seine zu große Nachsichtigkeit bei Fauls sehr gut. Meisterschaftsspiele am Sonntag. Am Sonntag, dem 30. Oktober, finden nachfolgende Meisterschaftsspiele statt: '/. 11 llhr Vormittag Athletik S. K. : S. K. Jugoslavija! um 5 Uhr N a ch m i t t a g S. K. Lasko : S. K. Sostanj. Beide Spiele werden am Sportplatz Felsenkeller gespielt. Sollte der Platz infolge Wassers spielunfähig sein, so finden die beiden Spiele zu gleicher Stunde am Sportplatz Olimp statt. SiaeMÄnier. Herausgeber und Schriftleiter: Fran» Schauer in Eelje. — Truck und Berlag: Berewsduchdrucker« .Celeja" m Tel-c. Für die Druckerei verantwortlich: Guido Schidlo « Eelje