In dieser Nummer: Prälatur Tarma Konvertiten Diözese Lydenburg Fulton Sheen Kunst im Kloster Krokodil Juli/Au r Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, Doch keins von allen kann dich schildern, Wie meine Seele dich erblickt. Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel Seitdem mir wie ein Traum verweht, Und ein unnennbar süßer Himmel Mir ewig im Gemüte steht. NOVALIS Obige Statue, von Bildhauer Mersa, Brixen, brachte P. Krapi mit nach Peru. Am 23. Februar wurde sie in der Kirche zu Mirones, einem Vorort von Lima, aulgestellt. STERN DER NEGER Zweimonatsschrift Juli /August 1958 INHALT Freie Prälatur Tarma ............. 73 P. Gebhard Schmid; Konvertitenseelsorge .......... 76 Diözese Lydenburg: Letzte Meldungen 79 Frt. Josef Heer; Weihbischof Sheen in Rom ...... 81 Br. Gottfried Oberstaller: Kunst hinter Klostermauern .... 82 P. Willi Kühner: Südafrikanische Notizen ....... 87 Ein Gang durch die Missio ........ 89 Br. August Cagol: Das Krokodil .................. 92 Andere Länder, andere Sitten ..... 95 Kurz berichtet ................... 95 Titelbild Beide Ideale, christliche Mutterschaft und gottgeweihte Jungfräulichkeit, müssen der Frauenwelt der Missionsländer nahegebracht werden. Daß auch die schwarze Frau zum Ordensstand berufen ist, zeigt z. B. die Tatsache, daß von den etwa 40 Schwestern der 1952 gegründeten „Töchter des Unbefl. Herzens Mariä“ in der Missionsdiözese Lydenburg noch keine einzige diesem Beruf den Rücken gekehrt hat. Bestellung Deutschland: Missionshaus Josefstal (14a) Ellwangen Jagst (Württemberg) Österreich: Missionshaus Maria Fatima Unterpremstätten bei Graz Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland bei Brixen Jährlicher Bezugspreis DM 3.---S. 15 — Lire 400 Einzahlung Deutschland: Missionshaus Josefstal Postscheckkonto Stuttgart 540 66 Österreich: Scheckkonto 86211 „Stern der Neger“ Italien: Herz-Jesu-Missionshaus in Milland Bressanone/Brixen C.C.P. 14 / 7392 Trento Herausgeber und Verleger Kongregation der Missionare Söhne des Heiligsten Herzens Jesu Josefstal bei Ellwangen/Jagst Schriftleitung P. Edmund Schümm, Josefstal Druck Schwabenverlag AG Zweigniederlassung Ellwangen/Jagst Mit kirchlicher Druckbewilligung und Erlaubnis des Generalobem Postverlagsort : Ellwangen (Jagst) J Se. Gnaden, der Hochwst. Herr Prälat Anton Kühner von Tarma, Peru Freie Prälatur Tanna, Peru Um die Seelsorge im priesterarmen Peru zu intensivieren, har der Hl. Vater nach Verhandlungen des Apostolischen Nuntius in Lima mit den verschiedenen staatlichen und kirchlichen Stellen eine Reihe neuer kirchlicher Sprengel geschaffen und zwar in Form von sogenannten Freien Prälaturen (Praelaturae nullius). Die Prälatur Tarma, im Hochgebirge der Anden gelegen, wurde unserer Kongregation anvertraut. Am 15. Mai ernannte der Hl. Valer P. Anton Kühner, bisher Superior und Pfarrer in Huànuco, zum Freien Prälaten von Tarma. Die Prälatur Tarma, die aus Teilen der Nachbardiözesen gebildet wurde, hat die Größe Württembergs und zählt etwa 225 000 Einwohner, Indianer und Mischlinge, die fast alle katholisch sind. Die wichtigsten Städte sind neben Tarma Junin und Cerro de Paseo. Die Verkehrsverhältnisse (Eisenbahn und Autostraßen) sind verhältnismäßig guti Lima ist leicht erreichbar. Die hohe Lage (3000 bis 5000 Meter) stellt besondere Anforderungen an die Gesundheit. Tarma selbst hat jedoch gemäßigtes Klima und gesunde Lage. In diesem Gebiet befinden sich viele Bergwerke mit Arbeiter- Diese Kirche in Tarma wurde vor wenigen Jahren vom peruanischen Präsidenten Odria erbaut. Sie ist nun die Kathedralkirche der neuen Prälatur. bevölkerung. Sie religiös und sozial zu betreuen und eine Gegenwehr gegen kommunistische Beeinflussung zu schaffen, wird eine der Hauptaufgaben des neuen Prälaten und seiner Mitarbeiter sein. Die Abschiedsfeiern in der Bischofsstadt Huänuco, dem bisherigen Wirkungsort von Prälat Kühner, offenbarten, mit welcher Verehrung und Liebe die Gläubigen an ihm hingen. Einzelne Personen, Familien und Bruderschaften legten reiche Geldgeschenke auf den Gabentisch. Familie Mantero stiftete das Brustkreuz, außerdem erhielt er Stab, Ring und drei Mitren geschenkt. ’ Am 25. Juli hielt Prälat Anton Kühner seinen Einzug in Tarma, begleitet vom Bischof von Huancayo, kanonisch eingeführt durch Bischof Arce Masias von Huänuco als Delegierten des Päpstlichen Nuntius. In Tarma besteht seit etwa 30 Jahren ein Konvent der Lazaristen, der mit zehn Patres besetzt ist; weitere Seelsorger sind, wenn auch sehr dünn, über das ganze Gebiet verteilt. Doch ist Prälat Anton Kühner darauf angewiesen, daß ihm möglichst bald zahlreiche Patres und auch Brüder aus unserer Kongregation zur Verfügung gestellt werden können. P. Lorenz U n f r i e d , bisher in Llata, wurde zum Generalvikar ernannt. P. Roland Stengel wird dem Prälaten als Sekretär zur Seite stehen. Il nautico: Weihe der Krypta Am Sonntag nach seiner Rückkehr von der alljährlichen Bischofskonferenz in Lima war Bischof Arce Masias von Hua-niico Gast unserer Mitbrüder im Konvent. Anlaß war die feierliche Benediktion der Krypta (Unterkirche) des im Bau befindlichen neuen Gotteshauses. Anschließend feierte der Bischof die erste Abendmesse in diesem weihevollen Raum. Es war ein Freudentag für uns alle, besonders für P. Superior Anton Kühner, den derzeitigen Baumeister der Kirche. Die Krypta war im Bauplan des Architekten Linder von Lima nicht vorgesehen, findet nun aber allgemeine Zustimmung. Der Guardian der hiesigen Franziskaner, der selbst an einer neuen Kirche baut, gab das Urteil ab, diese Krypta sei das Beste an der ganzen Kirche, während das übrige eben „deutscher" Stil sei. Er und alle, die nur den üblichen spanischen „Kolonialstil" kennen, müssen sich erst an die neuen Formen und geraden Linien gewöhnen und die Schönheit einer Architektur nicht nur in den einzelnen Teilen, sondern in der schlichten Harmonie und den Größen-und Raumverhältnissen sehen. An Kunstwerke, sagt man, muß man sich erst gewöhnen. Der bereits fertige Lichtturm über Krypta und Chor mit seinen acht fünf Meter hohen Fenstern aus Kathe-dralglas läßt die schlichte Eleganz des einmal Fertigen schon jetzt erahnen. Für eine Krypta sprachen zwei Vorteile: Erstens erforderte das Ausheben des Erdreichs nicht mehr Zeit, als das Auffüllen bis zum Kirchenboden in Anspruch genommen hätte. Man konnte mit dem Aushub sogar den eigentlichen Kirchenraum auffüllen. Zweitens ist die in Halbdunkel gehaltene, getönte Krypta ein idealer Raum für die hier viel begehrten Totengedächtnisgottesdienste. So kann man den Schmuck und den Katafalk stehen lassen. Außerdem will man an den Wänden Totengedächtnistäf eichen anbringen. Die Krypta faßt 500 Personen. Während also Krypta und Chor mit Lichtturm fertig sind, fehlt rückwärts (Fassade) und oben noch fast alles. Gegenwärtig setzen wir das Eisenbetondach auf das Schiff. In der letzten Zeit arbeiten ständig 20 Arbeiter und sieben Gipser am Bau. So Gott will, kann am Peter-und-Pauls-Fest 1959 die Konsekration erfolgen. Wenn das geschehen ist, wird die alte Kirche San Pedro einem andern kirchlichen Zweck zugeführt werden. P. Peter T aschler Blick in die Krypta San Pedro P. Gebharđ Schmid mit zwei Konvertiten nach ihrer Taufe. Links die Patin. Bild Seite 77: P. Lohr macht gern ein Spielchen mit der schwarzen Jugend der Pfarrei. Der Ball wechselt von der weißen zur schwarzen Hand und zurück. Koirvertitenseelsorge Von P. Gebhard Schmid Nach einer vor kurzem durchgeführten Zählung hat Memphis (USA) ungefähr 488 000 Einwohner. 200 000, also fast die Hälfte, gehören der schwarzen Rasse an. Von diesen sind nur 2000, also ein Prozent, katholisch. Die andern gehören den verschiedensten Sekten an oder sind religionslos. In anderen Gebieten der Vereinigten Staaten ist es um die katholische Kirche besser bestellt, und es gibt Gegenden, ich denke an Chikago, wo ein blühendes katholisches Leben herrscht. So mancher Nichtkatholik stellt sich, angeregt durch das belehrende Wort und gute Beispiel eines katholischen Freundes, die Frage: Ist der Weg, den ich gehe, der richtige? Wie wäre es, wenn ich mich einmal mit der Lehre der katholischen Kirche näher befaßte? Diesen suchenden Menschen die unverfälschte Wahrheit zu verkünden, sie auf den richtigen Weg zu bringen und auf diesem Weg zu begleiten, ist die Hauptaufgabe eines Priesters in diesem Teil der Vereinigten Staaten. Wenn ein die Wahrheit suchender Protestant zum Priester kommt und den Wunsch äußert, katholisch zu werden, wird für den Unterricht eine bestimmte Stunde in der Woche vereinbart, die dann fünf oder sechs Monate lang besucht wird, und dann kommt der Tag, da dem Konvertiten die Taufe bedingungsweise gespendet wird (weil man nicht sicher weiß, ob er gültig getauft ist). Nun darf man nicht meinen, man hätte jetzt einen fertigen Katholiken vor sich und die Kirche sei um einen eifrigen, tapferen und unermüdlichen Streiter reicher. Wenn es nur so wäre! Ehrlich gesagt, ich war anfangs dieser Meinung, aber die Erfahrung belehrte mich eines anderen. Ich mußte nämlich feststellen, daß in unserer zahlenmäßig kleinen Pfarrei verhältnismäßig viele sind, die vor Jahren zu unserem Glauben konvertierten, ihn aber im Lauf der Jahre mehr und mehr vergaßen. Sie empfingen immer seltener die Sakramente und kamen nicht mehr regelmäßig zur Sonntagsmesse, und oftmals muß man froh sein, wenn sie an Weihnachten und Ostern noch zur Kirche kommen. Da drängt sich einem die Frage auf: Wie kommt es, daß diese Menschen so schnell ihr Versprechen vergaßen, das sie bei der Taufe abgelegt haben: Ich widersage dem Teufel und seiner Pracht. Ich glaube an den dreieinigen Gott, an die heilige katholische Kirche . . .? Wie mir scheint, können neben der Erbsünde, die ja immer die Hauptursache jeglicher Lauheit und jeglichen Abfalls ist, drei weitere sehr wichtige Gründe angeführt werden, die besonders für unsere hiesigen Verhältnisse gelten: 1. Die vielgepriesene amerikanische Freiheit, 2. die Oberflächlichkeit, 3. der überaus starke Einfluß des Protestantismus. Mit diesen drei „Feinden" unserer Konvertiten und unserer Katholiken — diese sind in manchen Fällen schlechter als die Konvertiten — möchte ich mich im Folgenden näher befassen. Für die Menschen der ganzen Welt ist die amerikanische Demokratie ein Begriff. Freiheit ist ein Wort, das hier sehr groß geschrieben wird. Jedoch wir alle wissen, daß die Freiheit nicht nur das wertvollste, sondern auch das gefähr-detste Gut ist. Solange die Freiheit in rechter Weise gebraucht wird, ist sie eine hohe Tugend; wenn man unter Freiheit aber Bindungslosigkeit versteht, wird sie zum Laster. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß dip Freiheit überall in der Welt und zu allen Zeiten von manchen Menschen in verhängnisvoller Weise mißverstanden und mißbraucht wurde. So begegnet man Menschen, für die Religion Privatsache ist, auch in dem Sinn, daß niemand, auch nicht der Schöpfer und Herr aller Dinge, in ihr Privatleben etwas dreinzureden hat. Sie fühlen sich niemandem verantwortlich für das, was sie tun und lassen. Man geht sicherlich nicht fehl, wenn man sagt, daß hier in den Vereinigten Staaten sehr viele leben, die zu dieser Gruppe gehören. Die große Zahl der Verbrechen, die täglich begangen werden, die vielen Ehescheidungen und das unmoralische Leben so vieler bestätigen die Richtigkeit dieser Annahme. Selbstverständlich hat keiner, der am Konvertitenunterricht teilnimmt, bewußt diese Einstellung; jedoch jeder ist ein Kind seines Landes und seiner Zeit, und so ist diese irrige Einstellung im Unterbewußtsein wirksam. Sie hemmt die restlose Hingabe an Gott. Für wie viele, die mit Begeisterung begonnen haben, war sie der Grund, den Unterricht wieder aufzugeben. Solange die Verpflichtungen, von denen sie da hören, nicht fordernd in ihr Privatleben eingreifen, werden sie ohne Schwierigkeit bejaht. Wenn man ihnen aber, um nur ein Beispiel anzuführen, sagt, daß sie nach einer Ehescheidung nicht mehr heiraten können, solange der Ehegatte lebt, dann sieht die Sache anders aus. Für gewöhnlich kommt zwar das Ja, aber in manchen Fällen hält es nicht sehr lange an. Erst vor wenigen Wochen mußten wir das bestätigt finden. Wir haben in unserer Pfarrei eine Frau, die vor vier Jahren katholisch wurde. Ich war des öfteren bei ihr und sie erzählte mir, ihr Mann hätte sie schon vor ihrer Konversion verlassen. Davon war sie verständlicherweise nicht sehr erbaut, aber sie versprach, nun allein mit ihrem zwölfjährigen Töchterchen durchs Leben zu gehen. Vor kurzem mußten wir uns nun von ihren Nachbarn erzählen lassen, daß sie in einer protestantischen Kirche wieder geheiratet hat. Immer wieder müssen wir gegen solche irrige Auffassungen der menschlichen Freiheit Stellung nehmen und betonen, daß es in religiöser Hinsicht keine Ungebundenheit gibt. Der Schöpfer und Herr verlangt Rechenschaft über alles, was einer denkt, redet, tut oder versäumt. Ein zweiter Umstand, der das Konvertieren oft so schwer macht, ist die amerikanische Leichtlebigkeit und Oberflächlichkeit. Es gibt hier eine Redensart, die diese Einstellung charakterisiert: Take it easy — Nimm's auf die leichte Schulter, streng dich nicht an! Bei vielen trifft diese Haltung auf jedem Gebiet zu, ob es sich nun um eine Arbeit, ein Versprechen oder auch um Religion handelt. Wie oft kam es schon vor, daß jemand etwas versprach: als aber die Zeit kam, das Versprechen zu erfüllen, geschah überhaupt nichts. Solange es sich nicht um den religiösen Bereich handelt, hat diese Einstellung nur die Folge, daß man einem solchen Menschen nur noch glaubt, wenn man Taten sieht. Wenn es sich aber um Religion handelt, wird eine solche Einstellung verhängnisvoll. Solche Menschen nehmen Gott ja nicht mehr ernst. Wie jeden Sonntag, ging ich auch vor wenigen Wochen nach dem Gottesdienst vor die Kirche, um mit den Leuten ein wenig zu plaudern. Da erzählte mir eine Frau freudestrahlend, sie hätte in Florida einen sehr schönen Urlaub verbracht. Mit derselben Miene fügte sie hinzu, sie sei am Samstag zurückgekommen und folglich zu müde gewesen, am Sonntag zur Kirche zu kommen. Anstatt sich zu schämen, hat sie sich vor dem Priester damit noch gebrüster. Wenn man am Sonntag auf der Kanzel deutlich wird, bekommt man unweigerlich den Eindruck, daß viele, die in den Bänken sitzen, einen am liebsten fragten: Warum regst du dich denn so auf? Was hier von den Katholiken im allgemeinen gesagt wird, gilt auch für die Konvertiten. Wir verlangen von ihnen, daß sie schon während des Konvertitenunterrichts regelmäßig zum Gottesdienst kommen. Unglaublich, auf welche Widerstände man da stößt. Für diese Menschen ist ja eine solche Verpflichtung völlig neu, denn kein Protestant ist in seinem Gewissen verpflichtet, am Sonntagsgottesdienst teilzunehmen. Wer sich nicht an unsere diesbezüglichen Weisungen hält, kann nicht in die Kirche aufgenommen werden. In manchen Fällen machen die Konvertiten einen guten Anfang, aber nach und nach werden sie wieder schwach. Die Sorgen, Freuden und Reichtümer dieser Welt lassen sie die eingegangenen Verpflichtungen wieder vergessen. Die Worte im Unterricht haben keine tiefen Wurzeln gefaßt, denn sie sind nicht mit dem nötigen Ernst aufgenommen worden. Natürlich gehören nicht alle, die katholisch sind, zu dieser Gruppe. Ja, wir dürfen sagen, daß die meisten sehr eifrig sind und es ernst meinen. Nun noch ein Wort zum dritten, dem Haupthindernis für unsere Konvertiten, dem Protestantismus. Da Memphis eine Hochburg des Protestantismus ist, spüren wir seinen Einfluß beonders stark. Bekanntlich ist es eine Ansicht des Protestantismus, alle Kirchen seien gleich gut und hätten daher auch gleiche Existenzberechtigung. So oft man mit einem Protestanten auf ein religiöses Thema kommt —- und das ist oft der Fall —, bekommt man immer dasselbe zu hören: Solange jemand an Gott glaubt und den Sohn Gottes als Erlöser bejaht, ist alles gut. Am Ende wird das vom Minister der Baptisten, vom Prediger der Methodisten, von den Adventisten und all den anderen Kirchen gepredigt. Selbst der weltberühmte „Evangelist“ Billy Graham hat es Millionen von Amerikanern über den Fernsehapparat zugeschrien: Das ist die Hauptsache, daß ihr zu einer Kirche gehört; zu welcher, das spielt keine Rolle. Diese Herrschaften haben vergessen, oder nie gelernt, daß die Wahrheit nur eine sein kann und daß es folglich nur eine wahre Kirche geben kann. Notwendigerweise hat diese Kirche allein Existenzberechtigung. Mit dieser indifferenten Haltung bezüglich der verschiedenen Bekenntnisse kommen nun die Konvertiten zu uns, und wir müssen versuchen, in diesem so wichtigen Punkt Klarheit zu schaffen. Kein Wunder, daß im Katechismus vier Lektionen von diesem Kapitel handeln. Man stößt dabei auf manche Schwierigkeiten, denn hier gilt es für die Konvertiten, das bisher Festgehaltene und Bequemere aufzugeben und das Neue und zweifellos Schwierigere und Folgenschwerere anzunehmen. Wie schwer ist es für sie beispielsweise zu begreifen, daß die Kirche Gesetze geben kann, die im Gewissen verpflichten, nicht zu reden von der Unfehlbarkeit des Papstes. Oft gelingt es, den Konvertiten während des Unterrichts von der Wahrheit zu überzeugen. Jedoch dann kommt der Feind und entwurzelt das Pflänzchen wieder. Dieser Feind ist die protestantische Umgebung, die sie daheim vorfinden. Familien, deren Mitglieder alle katholisch sind, sind hier verhältnismäßig selten. Wenn man solche Familien findet, so ist bestimmt unter den nächsten Verwandten und besten Freunden ein Protestant. Diese Protestanten versuchen oft bewußt, das gute Samenkorn wieder aus dem Herzen zu reißen. Selbst die Minister der Kirchen, zu denen sie früher gehörten, kommen zu ihnen auf Besuch mit der Absicht, sie abspenstig zu machen. Man muß vor solchen Konvertiten Achtung haben, die trotz des steten und bewußten protestantischen Einflusses fest bleiben und für ihren Glauben das Letzte hergeben. Diese drei Ursachen sind es: das Gefühl der Ungebundenheit, die Oberflächlichkeit und der Protestantismus, die das Konvertieren nachteilig beeinflussen. Wie oben schon erwähnt wurde, muß man die Konvertierenden während des Unterrichts auf diese gefährlichen Feinde aufmerksam machen und ihnen Mittel an die Hand geben, diesen Einflüssen zu widerstehen. Noch viel wichtiger ist, daß man mit den Neulingen im Glauben in enger Verbindung bleibt, sie gleichsam auf Schritt und Tritt bewacht. Diözese Lydenburg: Letzte Meldungen Silbernes Priesterjubiläum des Bischofs Am 29. Juni feierte Bischof Anton Reiterer von Lydenburg, Südafrika, in der Kathedrale von Witbank mit einem festlichen Gottesdienst sein Silbernes Priesterjubiläum. P. Generalvikar Adolf Stadtmüller begann die Festpredigt mit den Worten: „Heute vor 25 Jahren war es, daß im altehrwürdigen Dom von Brixen, das in die majestätische Alpenwelt Südtirols eingebettet liegt, ein Bischof einer Anzahl Diakone die Hände auf legte und ihnen die Vollmacht heiligen Priestertums erteilte. Einer dieser jungen Priesterkandidaten war unser Bischof ..." P. Stadtmüller schilderte die hohe Würde des Priesterberufes, des schönsten und edelsten aller Berufe. „Der Priester ist ein großer Wohltäter der Menschen, unser getreuer geistlicher Freund und Begleiter von der Wiege bis zum Grabe. Er ist ein Diener Christi, berufen, das Werk der Erlösung durch das Wort Gottes und die Sakramente fortzusetzen.“ Er schilderte sodann das 23- jährige Wirken des Jubilars im Weinberg von Osttransvaal und gedachte des 10. Mai 1956, da der Jubilar in dieser Kirche in der Bischofsweihe die Fülle des Priestertums empfangen hat. „Wir danken heute mit Ihnen dem allmächtigen Gott für alle Gnaden, die er in diesen 25 Jahren Ihnen und durch Sie so vielen Gläubigen erwiesen hat. Wir bringen Ihnen zu diesem Fest die herzlichsten Glückwünsche dar und verbinden damit die Wünsche für eine glückliche und erfolgreiche Zukunft. Ihre Verantwortung als Hirte einer ganzen Diözese ist groß, besonders in der gegenwärtigen schweren Zeit___" Der Chor sang unter Lei- tung von P. Demel, Pfarrer an der Kathedrale, das feierliche Ecce Sacerdos und die Messe in G-Dur von Filke. Pretoria. Eines der großen Projekte des Bischofs ist das Heim in Pretoria für die weißen Oberscbüler seiner Diözese. Dank der Gebefreudigkeit der weißen Katholiken schreitet der Bau rüstig vor- Zum 25 jährigen Priesterjubiläum erhielt Bischof Anton Reiterer unter anderen Geschenken auch eine wertvolle Albe, deren Spitzen von einheimischen Schwestern in Maria Trost angefertigt wurden. an. Das Haus, das 50 bis 60 Schülern Platz bieten wird, soll mit Beginn des neuen Schuljahres, Januar 1959, eröffnet werden. Die Schüler werden dann die Schule der Christlichen Schulbrüder besuchen, die weitum den besten Ruf genießt. Ein Zeugnis dieser Schule ist eine Empfehlung fürs ganze Leben. So wird es dem Bischof ermöglicht, diese jungen Menschen dem Einfluß der Staatsschulen, die kalvinistisch sind, zu entziehen und ihnen eine gründliche katholische Erziehung zu sichern. Gien Cowie. Hier geht die größte Kirche der Diözese ihrer Vollendung entgegen. Gien Cowie liegt im dichtbevölkerten Sekukuniland. Die Missionsstation gehört zu den am meisten ausgebauten der Diözese. Genannt sei das große Krankenhaus und das Noviziatshaus der eingeborenen Schwestern. Probeeren. Diese neue Missionsstation liegt in einem großen Eingeborenen-reservax. Schon früher war von uns hier eine Schule gebaut worden. Nun ist Br. Valentin dabei, weitere Gebäude zu errichten. Das nächste wird ein Haus für die Priester sein. Br. Valentin hat auch die Wasserfrage gelöst. Auch Br. Cagol ist auf eigenen Wunsch dieser Station zugeteilx worden. Er führt den Haushalt, kocht, stopft Strümpfe und macht sich mit seinen 79 Jahren noch auf alle Weise nützlich. Am Sonntag begleitet er Pater Bild Seite 81: Weih-bischof Fulton Sheen von New York (links) unterhält sich mit Exz. Nigris, dem Generalsekretär des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung. Brosig zum Gottesdienst auf die Außenstationen. Die Missionsfarm ist an die Schwarzen verpachtet. In Watervai Boven baut gegenwärtig ein aus Ermelo herbeigerufener Franziskanerpater eine Kirche. White River. Am 8. Juni konnte der Bischof den Grundstein zur neuen Kirche legen, die von Dekan P. Zeifang gebaut wird. White River hat das beste Klima des ganzen Transvaaler Unterlandes. Kaum je gibt es hier Frost. In üppiger Fülle gedeihen Bananen, Orangen, Eukalyptuswälder. Viele reiche Geschäftsleute von Johannesburg haben hier ihre Villen. Von hier ist es nicht mehr weit zum bekannten Krüger-Wildpark. White Waters. Der Bischof weihte am Ostermontag das neue Krankenhaus ein, das P. Rauch von Br. Hüber erbauen ließ. Br. Hüber war Maurer, Schreiner, Installateur und Fliesenleger in einer Person. Ein Herr Fröhlich aus Augsburg, Verwalter einer großen Bananenfarm, hat sich, wie in all den Jahren bisher, so auch beim Bau dieses Krankenhauses, als großer Wohltäter unserer Mission erwiesen. Malelane. Die hiesige Christengemeinde besteht hauptsächlich aus Polizeibeamten und ihren Familien. Sie haben mix eigenen Mitteln ein schönes Pfarrhaus mit Hauskapelle für etwa 70 Personen gebaut. Weihbischof Sheen in Roni Anfang Mai trafen sich die Leiter der Päpstlichen Werke der Glaubensverbrei-tung zu gemeinsamen Beratungen hier in Rom. Von Nordamerika war Weihbischof Fulton Sheen, der berühmte Fernsehprediger, gekommen, Deutschland war durch Prälat Klaus Mund, den Präsidenten des Päpstlichen Werkes der Glaubensverbreitung, vertreten. Man tauschte Erfahrungen aus, wie man den Missionsgeist ins Volk tragen könne, und beratschlagte, wie das während des Jahres gespendete Geld zu verteilen sei, damit keine der vielen Bitten aus den Missionsländern ganz unerfüllt bleiben müsse. Fulton Sheen sprach dann an einem der Abende im überfüllten Festsaal der Propaganda-Universität zu den Studenten. Die originelle Begrüßungsansprache, mit der ein erst kürzlich geweihter afrikanischer Priester die Feier eröffnete, verdient hier wiedergegeben zu werden. Sie lautete etwa so: „Die Tatsache, daß Sie, Exzellenz, uns trotz der Kürze Ihres Romaufenthaltes einen ganzen Abend zur Verfügung stellen, ist ein so schlagender Beweis Ihrer Sympathie für uns, daß meine Gedanken ganz durcheinandergebracht wurden und mir die sorgfältig vorbereitete Begrüßungsansprache gar nicht mehr in den Sinn kommen will. So wird es wohl das Beste sein, wenn Sie, Exzellenz, sofort das Wort übernehmen.“ Diesen gelungenen Scherz quittierte Fulton Sheen mit gleicher Münze; er begann seine Rede mit der Erzählung folgender Geschichte: „In New York kam eine Mutter voller Aufregung mit ihrem kleinen Sprößling zum Arzt: Herr Doktor, der Bub hat ein Geldstück verschluckt, können Sie ihm helfen? Der Arzt überlegt einen Augenblick, dann sagt er: Ich kann hier nichts machen — gehen Sie zu Fulton Sheen, der weiß aus allen Leuten das Geld herauszuziehen." Es wäre schwer zu sagen, weshalb mehr gelacht wurde, wegen der Begrüßungsansprache des Negerpriesters oder wegen der Erzählung Fulton Sheens. Jedenfalls hätten beide die Sympathie gewonnen. Die Finanztüchtigkeit, mit der Fulton Sheen drüben in Amerika für die Sache der Mission wirbt, ist sprichwörtlich geworden, aber niemand nimmt Anstoß daran. Es ist ja bekannt, daß er selber den ganzen Ertrag seiner Fernsehreden — ungefähr eine Million Dollar jährlich — der Mission zur Verfügung stellt. Es ist hier nicht der Ort, die ganze Rede des New Yorker Weihbischofs wiederzugeben, wenngleich sie es verdiente; denn sie hat jene Überzeugungskraft in sich, die den Zauber einer jeden Rede ausmacht, die selbständigem Denken entspringt und von persönlicher Überzeugung getragen ist. Nur einer der Schlußgedanken sei herausgegriffen: „Man hat heute außerhalb der Kirche Christus von seinem Kreuze getrennt. Ein großer Teil der Welt steht unter kommunistischer Herrschaft. Er hat nur das Kreuz: Die Härte der Arbeit, die strenge Disziplin, die Unterdrückung der Freiheit und der Religion. Der andere Teil der Welt hat nur Christus —• aber Christus auf seine Weise, d. h. nicht als den gekreuzigten Gottessohn, sondern als einen unverbindlichen Weisheitslehrer. Die stolze Zukunft der Kirche aber liegt dort, wo Christus wieder mit dem Kreuze vereinigt wird." Josef Heer Br. Johann Oberstaller in seinem Atelier Ich wurde um einen Bericht über meine Kunsttätigkeit gebeten und will gleich ganz vorn beginnen, bei den ersten Versuchen. Habe schon sehr früh, noch vor Besuch der Volksschule, angefangen zu kritzeln und konnte stundenlang mäuschenstill sitzen, wenn ich nur Papier und Bleistift hatte. Ich kann mich noch sehr gut an die selige Kinderzeit erinnern, als ich mit meinem Vater daheim in Tai-sten in der Stube saß und er mir die ersten Kunstgriffe beibrachte. Mein Vater, Bau- und Möbeltischler, war ein sehr guter Zeichner. Das hatte ihm während des ersten Weltkrieges im Lazarett ein Architekt beigebracht. Obwohl mein Vater viel Kunstsinn hatte, machte er sich meinetwegen große Sorgen. Was sollte er mit diesem Buben anfangen, dem die Sucht zum Zeichnen und Malen im Blut steckte? Schon der Lehrer hatte seine liebe Not mit mir, denn ich hatte den Kopf voll Phantasien. Da war es dem Vater klar: Der wird kein Handwerker werden, und zu einem andern Beruf taugt er auch nicht. Soll er also ein Künstler, ein Hungerleider werden? Nur das nicht. In der damaligen Zeit in den zwanziger Jahren waren die Verhältnisse für Kunst hinter Kiostermauerii Von Br. Johann Oberstaller, Milland die Künstler sehr ungünstig. Es war für die Kunst weder Geld noch Verständnis vorhanden. Die Kunstschätze in den Kirchen erkannte man vielfach nicht genügend. In Südtirol fand sich keine Kunstschule mehr. Zwar wurde im Gröd-nertal fleißig gearbeitet, aber die geldgierigen Geschäftemacher zahlten den Bildhauern so schlechte Preise, daß diese rasch und serienmäßig arbeiten mußten und nur billige Ware liefern konnten. Es kam vor, daß der Kaufpreis eines Christuskorpus nach der Zahl der Rippen berechnet wurde. Kein Wunder, daß man auch bei uns im Pustertal kein Verständnis für die Kunst hatte. So mußte ich lange zappeln, bis sich mir eine Türe ins Reich der Kunst öffnete. Aber zuerst öffnete sich mir die Klosterpforte. Ich wollte Ordensmann werden und trat in das Herz-Jesu-Missionshaus in Milland ein, wo ich im Jahre 1936 die hl. Profeß ablegte. Schon im Noviziat war man auf meine Neigung aufmerksam geworden. Nach der Profeß schickte mich P. Josef Musar, unser damaliger Generaloberer, dem ich dafür zu großem Dank verpflichtet bin, zu Meister Franz Mer sa nach Brixen in die Lehre. Der junge Bildhauer war damals schon selbständig, arbeitete aber noch allein. So war ich sein erster Schüler. Ich fand in ihm den Mann, der es verstand, in mir das Bildhauertalent zu entwickeln und zu fördern. Er war ein begabter Bildhauer, der nie mit sich zufrieden war und immer weiter strebte. Er führte mich mit zäher Ausdauer und Unnachgiebigkeit Schritt für Schritt den steilen Weg zu echter Kunst empor. Wenn ich anfangs auch schwerfällig und ängstlich war, so ging es mit viel Ausdauer doch allmählich besser, vor allem auch, weil mir Meister Mersa immer wieder Mut machte und bei meiner langsamen Auffassungsgabe viel Geduld mit mir hatte. Erst allmählich kam ich auf manche Kunstgriffe der Form-und Schnitztechnik, bis mir ein sicheres Gefühl im Umgang mit Werkzeug und Material in Fleisch und Blut überging. In den vier Jahren von 1936 bis 1939 konnte ich viel lernen und kam einen großen Schritt voran. 1939 mußte ich dann für längere Zeit von der Kunst Abschied nehmen, da man mich im Missionshaus wegen, Personalmangel für andere Arbeiten brauchte, und nur in kurzen Zwischenpausen konnte ich zu den Schnitzmessern greifen. Es war eben damals die unselige Kriegszeit und die reichsdeutschen Mitbrüder mußten zum Arbeits- und Militärdienst einrücken. Erst nach dem Krieg konnte ich wieder mit Schnitzarbeiten beginnen. Trotz der langen Pause gelangen sie gut, und bald war ich wieder in meinem Element. Viele Statuen gingen nach auswärts, besonders in die Pfarrkirchen Südtirols. Nun kurz etwas über die verschiedenen Techniken, in denen ich arbeite. Neben Bildhauerei in Holz mache ich gern Keramikarbeiten. Dies ist eine schöne, aber auch schwierige Technik, vor allem wegen des Brennens. Die Figuren müssen hohl und mit Luftlöchern versehen sein. Das Trocknen erfordert große Sorgfalt. Auch müssen die Wände der Figuren und Reliefs eine bestimmte Stärke haben, sonst zerspringen sie. Freude macht mir auch der Holz- und Linolschnitt. Bei meinem Meister Mersa hatte ich einen ganz einfachen Holzschnitt, einen Christuskopf darstellend, gesehen, der mir sehr gut gefiel. Nun machte ich selbst einen Versuch in Holzschnitt; das Ergebnis war nicht übel. Ich übte weiter und machte Handabzüge.Eine alteGummiwalze, die ein Mitbruder auf dem Dachboden fand, leistete und leistet mir noch gute Dienste. Als Material für den Holzschnittkommt vor allem Birnbaumholz oder auch anderes Holz in Betracht, das den richtigen Härtegrad hat und nicht zu spröde sein darf. Das Holz muß 23 mm dick sein (falls es als Klischee in einer Druckerei verwendet werden soll) die Oberfläche muß spiegelglatt sein. Man nimmt die Stirnseite des Holzes, weil sich die Langseite mit dem Stichel nicht gut bearbeiten läßt. Auf diese Fläche wird die Zeichnung spiegelverkehrt aufgezeichnet, wobei man auf die Licht- und Schattenwirkung achten muß. Einfache Linien und große Flächen wirken besser als zimperlich ausgeführte Kleinigkeiten. Als Werkzeuge nehme ich einige kleine Hohleisen und einen Stichel für die feinen Striche und Linien. Dieser Stichel ist ein Vierkantstäbchen aus Stahl, vorn schräg zugeschliffen, so daß eine der Kanten zur Spitze ausläuft. Dem Anfänger ist mehr der Linolschnitt zu empfehlen. Man beginne mit ganz einfachen Motiven, da bei den schwierigeren die Sache leicht mißlingt und man dann den Mut verliert. Nun geht's ans Drucken. Linke Seite: Der mächtige Osterleuchter, der 1958 zum ersten Mal die Osterkerze trug. Rechte Seite: Kreuzwegstation, Weihwassergefäß, Flucht nach Ägypten. Maria mit dem Kinde lieb Dazu braucht man echte Druckerschwärze, die man in jeder Druckerei bekommt. Man trägt sie auf eine dicke Glasscheibe auf oder auf eine andere glatte Fläche, die für Petroleum unempfindlich ist. Petroleum dient neben dem Reinigen der Glasplatte und des Klischees auch zum Verdünnen der Farbe. Mit einer weichen Gummiwalze wird die Schwärze auf der Glasplatte verrieben und dann auf das Klischee aufgetragen, nicht zu dick und nicht zu dünn und gleichmäßig auf die ganze Fläche. Das Papier für Handabzüge soll eher dünn und etwas rauh sein. Man legt es vorsichtig auf die geschwärzte Fläche und hält es mit der linken Hand fest, damit es nicht wegrutscht, während man mit der rechten Hand mit einem weichen Tuch oder Leder auf dem Papier hin- und herreibt, damit es die Schwärze gleichmäßig annimmt. Zum Trocknen hält man den feuchten Abzug entweder über die warme Herdplatte oder legt ihn zwei bis drei Tage an die Luft. Ich bin hier etwas ausführlich geworden, weil vielleicht der eine oder andere Leser sich in seinen freien Stunden in dieser schönen Kunst versuchen möchte. Ich möchte jedem den Rat geben, beim Anfertigen eines Holz- oder Linolschnittes nichts zu übereilen und jeden einzelnen Schnitt gut zu überlegen. Hier braucht es viel Geduld und Klugheit, wenn man nachher mit dem Abzug keine Enttäuschung erleben will. Wie ging es nun in den folgenden Jahren weiter? Vielfach war ich zu sonstiger häuslicher Arbeit eingeteilt, so als Küchengehilfe, und konnte nur nebenbei meiner Kunst leben. Doch entstanden einige Krippen und eine Josefsstatue. Anfangs der fünfziger Jahre begann in Milland das große Bauen. Zuerst waren es die Werkstätten, dann kam das Knabenseminar für die immer zahlreicher eintreffenden Studenten dran. In dieser Zeit hantierte ich als Malergeselle und auch als Handlanger bei den Maurern. Aber dann konnte ich wieder auf meinem eigentlichen Gebiet tätig sein und Schnitzarbeiten ausführen: Türfüllungen, Kirchenbänke, ein Relief für die Kanzel, Tabernakeltürchen. Im Februar 1954 durfte ich für zwei Monate nach Innsbruck übersiedeln und bei Professor Thomas Riss, einem berühmten Tiroler Porträtmaler, in die Lehre gehen. Dieses Glück verdankte ich meinem Onkel, der durch den Tiroler Schützenbund ein guter Freund des Professors war. So übte ich mich bei ihm in der Kunst des Porträtmalens. Da er etwas mißtrauisch war, wie alte Leute manchmal sind, wollte er mich keine Bilder mehr kopieren lassen, da er fürchtete, ich könne sie als Riss-Originale verkaufen, obwohl er wissen mußte, daß ich als Ordensmann keinen Handel treiben kann. Nur schade, daß er wegen Kränklichkeit — er ist nun schon 87 Jahre alt — nicht hinaus ins Freie konnte, sonst hätie er mir das Landschaftsmalen beigebracht. Doch gelangen mir auch auf diesem Gebiet ganz gute Bilder; man muß nur fleißig üben. Das Landschaftsmalen in öl ist eine herrliche Sache, wenn man Zeit hat. 1957 kam ich nochmals nach Innsbruck, da ich mich einer Operation un- terziehen mußte. Sie verlief erfolgreich, und ich bekam drei Wochen Genesungsurlaub, den ich dazu benützte, bei Professor Kirchmeir einen Zeichenkurs mitzumachen. Kost und Unterkunft bekam ich gratis bei den gastfreundlichen Kapuzinern. Wieder zurückgekehrt, bekam ich große Malerpinsel in die Hand gedrückt und betätigte mich als Tüncher. Dazwischen fand ich immer wieder Zeit, in meiner Kunst zu arbeiten. So konnte ich in der Passionszeit dieses Jahres einen Osterleuchter, den ich schon lange geplant hatte, in Lindenholz anfertigen. Er zeigt von unten nach oben Sündenfall, Menschwerdung, Erlösung und Auferstehung. Es wäre mein Wunsch, daß die Klöster wieder Stätten der Kunsi würden, wie es ehedem der Fall war. Hier sind ja die Voraussetzungen für religiöse Kunst besonders günstig. Der Künstler, der religiöse Themen wählt, muß ja selbst in einer religiösen Welt leben und in der Welt des Glaubens daheim sein, sonst kann er nicht zur Ehre Gottes und zur Erhebung der Menschen arbeiten. Südafrikanische Notizen Von P. Willi Kühner Vorbildliche Katholiken Heute, am 23. Juli, traf ich hier in Nelspruit nach dem Sonntagsgottesdienst einen Herrn, der mit seiner Familie von Johannesburg nach Lorenzo Marques unterwegs war. Gestern abend war er hier angekommen, hatte aber die Zeit des Gottesdienstes nicht mehr in Erfahrung bringen können. So kam er heute zu spät, nämlich um 9 Uhr, als hl. Messe und Predigt schon vorüber waren. Seine Frau war mit den fünf Kindern eben zu einem Besuch des Allerheiligsten in die Kirche gegangen. Ich sagte ihm, daß ich um halb zwei Uhr in der Location noch eine zweite hl. Messe lesen würde. Er fragte, wie weit es dorthin sei. Als ich ihm zur Antwort gab: „Nur drei Meilen", meinte er, das sei ja keine Entfernung. Ich gab ihm einen schwarzen Katholiken mit, um ihm den Weg zu zeigen, und sofort fuhr er mit dem Auto und dem Wohnwagen zur Negersiedlung außerhalb der Stadt. Dort wartete er geduldig, bis ich Beichte gehört hatte. Dann ministrierte er mir mit seinem Buben bei der hl. Messe. Die ganze Familie ging zur hl. Kommunion. Nach der hl. Messe sagte er mir: „Nun bin ich fest entschlossen, meine Kinder Zulu lernen zu lassen; ich habe heute gesehen, wie notwendig und nützlich diese Sprache für uns ist." Er selbst versteht schon Zulu. Die Frau war tief ergriffen. Sie meinte, nur Bethlehem habe so etwas möglich gemacht. Als ich nicht gleich verstand, was sie meinte, fügte sie erklärend bei: „Weil Christus in solcher Armut geboren wurde, kann nun auch in so einem armen Ort wie in der Location und ihrer Schulkirche der Herr aufs neue geboren werden, um diese armen Menschen zu trösten und zu stärken." Ich dankte den guten Menschen für das treffliche Beispiel, das sie der schwarzen Gemeinde gegeben haben. Schon oft habe ich es nun erlebt, daß Katholiken aus Johannesburg sich viel Zeit und Mühe nehmen, um in eine Sonntagsmesse zu kommen, auch in den Ferien. Sie beschämen jene, die nur ein paar Schritte von der Kirche wohnen und es doch zu beschwerlich finden, den Tag des Herrn durch Mitfeier der hl. Messe zu heiligen. Für gute weiße Katholiken gibt es in der Kirche auch keine Rassenschranke. Mau-Mau auch in Südafrika? Unter den Priestern, die in den letzten Tagen hier in Nelspruit durchreisten, traf ich einen Missionar vom „Rand" (Witwatersrand, 300 km langer Höhenzug mit reichen Goldvorkommen, Zentrum Johannesburg), der eine tiefe Narbe im Gesicht und am Arm einen großen blauen Fleck hatte. Wie er erzählte, klopfte es eines Abends an die Türe seines Missionshauses. Er öffnete, und ehe er sich's versah, erhielt er mit einem Knotenstock einen Schlag ins Gesicht und einen zweiten auf den Arm, und nur mit Mühe gelang es ihm, die Türe zu schließen. Das gleiche passierte P. Sauter, einem Mariannhiller, vor nicht allzu langer Zeit. Herr Beckenstrater, ein deutscher Farmer hier, sagte mir gestern, die Polizei habe seinen Lkw-Fahrer, einen Schwarzen, ins Gefängnis gesteckt und zwar wegen Diebstahl. Von den Holzladungen, die er zum Bahnhof gefahren habe, hätte er jeweils die sechste für seine eigene Tasche verschwinden lassen. Ähnliches geschah während der Orangenernte. Diese Liste könnte noch um viele und größere Verbrechen und Vergehen vermehrt werden, zeigt aber trotz ihrer Kürze mit Deutlichkeit, daß es unter den Eingeborenen Südafrikas gewaltig gärt. Abneigung, ja Haß gegen die Weißen, auch die Missionare, gewinnt ständig an Boden, nicht nur in den Srädten wie Johannesburg und Durban, sondern immer mehr auch auf dem flachen Land. Bei den kürzlichen Unruhen im Sekhu- khune-Land bei Gien Cowie kamen mehrere Schwarze, darunter auch Unterhäuptlinge, durch die Hand ihrer eigenen Landsleute ums Leben, weil sie mit der Regierung zusammenarbeiteten. Das macht die Missionsarbeit in dieser Gegend immer fragwürdiger, und P. Bratina und P. Hornauer mußten sich auf Weisung der Polizei aus diesem Gebiet zurückziehen; nur unser schwarzer Priester Johannes Lephaka kann sich vorläufig noch dort sehen lassen. Es sieht zu befürchten, daß nach Abzug der dort vorübergehend eingesetzten weißen Polizei die Unruhen wieder aufleben. P. Habicher hatte einem schwarzen Häuptling geholfen, der wegen Autopanne spät abends auf dem Weg liegen geblieben war. Man ließ unseren Missionar wissen, daß er das nie wieder tun dürfe, da der betreffende Häuptling auf der schwarzen Liste der Eingeborenen stehe, weil er mir der Regierung zusammenarbeite. Die Regierung hat den ihr ergebenen Häuptlingen erlaubt, Schußwaffen zu tragen und sich mit einer Wache zu umgeben, um sich gegen ihr eigenes Volk zu schützen. (Fortsetzung folgt) Linke Seite: Als Nachfolger des noch vor Übernahme seines Amtes als Propräfekt der Propagandakongregation verstorbenen Kardinals S. Stritch von Chikago ernannte der Hl. Vater den Kardinal Gregorius Petrus Agagianian. Kardinal Agagianian, der dem Kaukasusgebiet entstammt, leitet nun das gesamte Missionswesen der Kirche. Auf dem Bild von rechts: Kardinal Agagianian, Kardinal Biondi, Erzbischof Sigismondi, Erzbischof Nigris. — Rechts: Bischof Emanuel jylabathoana von Leribe, Basutoland, Südafrika, steht seit 1953 dieser Diözese vor, die 50 000 Katholiken zählt. Ei n Gang durch die Missio Von einem Ellwanger Missionsschüler Ende April wurden in unserem Missionsseminar innerhalb der einzelnen Klassen Pläne für den Ausflug am 1. Mai geschmiedet. P. Direktor Hermann Bauer gab das Stichwort: Missionsausstellung in Stuttgart! Die Oberklassen waren sofort einverstanden, und so ging es in Omnibussen zur „Missio" in die Landeshauptstadt. Die „Missio" wandert nun schon seit zwei Jahren durch die größeren Städte der deutschen Bundesrepublik. Die Reise begann in Essen; von dort kam sie unter anderem nach Mannheim, Karlsruhe, Freiburg. Vom 20. April bis 11. Mai war sie also in Stuttgart zu sehen. Ich versuche im Folgenden, einen Überblick über diese umfassende Missionsschau zu geben an Hand dessen, was wir dort gesehen, gehört und den verteilten Schriften entnommen haben. Gleich am Eingang begegneten wir dem auferstandenen Christus, der den Jüngern den Auftrag gab: „Gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie!" Dies ist die Begründung, warum die Kirche Heidenmission treibt. An Hand von Karten konnten wir die Geschichte der katholischen Missionsarbeit verfolgen. Schon die Apostel treffen wir auf Missionsreisen, wobei der hl. Thomas bis nach Indien vorstieß. Im 4. Jahrhundert war das Christentum in den Ländern um das Mittelmeer verbreitet, im 11. Jahrhundert wird es im ganzen Abendland verkündet. Vom 16. bis 19. Jahrhundert dringen die Missionare nach Amerika, Afrika und in den Fernen Osten vor. Nach Deutschland kamen die Mönche aus Irland, Schottland, England und anderen Ländern. Zum Dank dafür sandte das christlich gewordene Deutschland wieder Glaubensboten in alle Länder der Welt. Heute stehen über 3000 Priester, 1000 Brüder und 7000 Schwestern aus Deutschland in der Missionsarbeit. Wir wurden nun von Patres und Schwestern durch die einzelnen Ausstellungshallen geführt, wobei in jeder Halle an Hand von Bildern, Tafeln und Statistiken in die Missionsverhältnisse eines Landes eingeführt wurde. Der europäische Missionar muß hier zuerst einmal die äußeren Schwierigkeiten überwinden — riesige Sandwüsten, Urwälder, Sümpfe, Berge und Schluchten, die Hitze, Temperaturschwankungen, Moskitos und Tsetsefliege der Tropen, und im Norden eisige Kälte. Schlimmer aber sind die inneren Feinde: Aberglaube, Kommunismus, Islam und die vielen christlichen Sekten (allein in Südafrika gibt es über 1000 eingeschriebene Sekten). Papst Pius XII. sagte einmal: „In 20 Jahren ist es entschieden, ob Afrika christlich oder kommunistisch wird." Trotzdem brauchen wir uns nicht entmutigen zu lassen. Die Zahl der Christen mehrt sich in Afrika von Tag zu Tag, und schon gibt es dort 23 Negerbischöfe. Auf dem amerikanischen Kontinent muß Südamerika zu den missionsähnlichen Ländern gezählt werden, obwohl es 120 Millionen Katholiken aufweist; denn es herrscht ein erschreckender Priestermangel, weil nur sehr wenige Jungen den Weg zum Priester- Das Evangelium 1st erst bodenständig, wenn es Eingang in das Herz der Frau gefunden hat. Hier liegt eine der Aufgaben der Missionsschwestern. — In einem Mädchenpensionat in Belgisch Kongo geben die Schwestern nicht nur Religionsunterricht, sondern unterweisen ihre Schülerinnen auch, in Hauswirtschaft und, wie man, hier sieht, in Kleintierzucht. tum finden. 100 000 Priester mehr müßten es sein, wenn die dortigen Katholiken so mit Priestern versorgt sein wollten, wie etwa die deutschen Katholiken. — Im nächsten Raum stoßen wir auf eine echte Urwaldhütte aus dem Amazonasgebiet. In ihr steht ein Urwaldmissionar, der uns von dem Leben der Urwaldindianer erzählt. Ein weiterer Weg führt uns nach Australien, Ozeanien, Neuguinea, Indonesien, den Philippinen, überall macht sich die große Priesternot bemerkbar, und mit Ausnahme der Philippinen bilden die Katholiken eine fast verschwindende Minderheit. In den letzten Räumen finden wir den großen asiatischen Kontinent dargestellt. Die Menschen Indiens sind sehr religiös veranlagt. Indien ist das Geburtsland des Hinduismus und des Buddhismus. Der katholische G'aube hat in Indien schon tiefe Wurzeln geschlagen, so vor allem in Südindien. Stetig wächst die Zahl der einheimischen Priester. Das Jahr 1952 schenkte dem Land in Erzbischof Gracias von Bombay den ersten indischen Kardinal. Bedauerlich, daß die Regierung in den letzten Jahren die Einreise von Missionaren erschwert hat. Groß ist • der Einfluß der Kirche auf das Schulwesen. Unter ihrer Leitung stehen 56 Universitäten und Kollegien. In Japan blühte schon im 16. Jahrhundert das katholische Missionswerk. Dann kam eine lange Zeit der Verfolgung und Unterdrückung. Als 1865 wieder die ersten Glaubenboten eintrafen, fanden sie zu ihrer Überraschung noch ganze Christengemeinden vor. Die Zahl der Christen wächst infolge der besonderen Geistesart der Japaner nur langsam. Man zählt gegenwärtig 279 einheimische Priester, 255 Brüder und 2518 Schwestern. China ist gegenwärtig von einer der größten Christenverfolgungen heimgesucht. Vor allem versucht man, die Katholiken in ihrer Treue zum Oberhaupt der Kirche wankend zu machen. Ein Chinese schreibt: „Unser Kreuzweg hat erst begonnen. Sagt allen Katholiken, daß wir ihnen versprechen, unser Kreuz bis zum Gipfel von Kalvaria zu tragen." Der größte Teil der aus China ausgewiesenen Missionare arbeitet heute auf der dem Festland vorgelagerten großen Insel Formosa und in Südkorea. In diesen Ländern reift jetzt eine goldene Ernte heran. Im letzten Raum der Ausstellung faßt ein Priester nochmals die Schwierigkeiten zusammen, mit denen der Missionar zu ringen hat, und bittet die Besucher, das Missionswerk der Kirche zu unterstützen. Für jeden Christen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, Mitglied eines Missionsvereins zu sein. Damit kann er einen wertvollen Beitrag leisten, um die materiellen Sorgen der Missionare zu lindern. Aber wichtig sind auch die geistigen Hilfen, Gebet und Opfer. Durch sie kann jeder zum Missionar werden. Für uns Missionsschüler, die wir selbst einmal in die Missionen ziehen wollen, gab die Missio einen wertvollen Einblick in die Verhältnisse der einzelnen Missionsgebiete und die großen Missionsprobleme und neuen Ansporn, die Zeit der Vorbereitung noch besser zu benützen. Die Mädchen des Pensionats sitzen eben beim Frühstück. Auf Formosa macht die Bekehrung ungeahnte Fortschritte, besonders unter den Ureinwohnern. Eine Mutter mit ihrem Kind, links eine eifrige Katechistin. Diese jungen Mattenflechterinnen aus einem Land des Fernen Ostens werden vielleicht bald gehetzte Arbeiterinnen eines modernen Industriebetriebes sein. Der sozialen Frage in den Missionsländern gilt die besondere Sorge der Kirche. Das lUoUodii Von Br. August C a g o 1 Neben Schlangen sind Krokodile wohl die gefürchtetsten und bestgehaßten Tiere. Ihre boshafte Schlauheit, unbarmherzige Grausamkeit und widerwärtige Tücke sind aber auch kaum zu überbieten. Diese zu den Kriechtieren oder Reptilien gehörenden Panzerechsen kommen in allen wärmeren und mehr abgelegenen Gegenden von Afrika vor, wo fast jeder Flußlauf und See von den stets hungrigen Ungeheuern wimmelt. So gefährlich das Tier im Wasser ist, so furchtsam und unbeholfen ist es auf dem Lande, auf dem es sich zur Nachtzeit gern ergeht. Seiner kurzen Beine wegen ist sein Gang watschelnd; auch hat es den schweren Schwanz nachzuschleppen. Auch hindert die Panzerung des Körpers es am schnellen Umdrehen. Man sieht die trägen Tiere am häufigsten auf Sandbänken der Flüsse ausgestreckt liegen, wo sie die volle Glut der Tropensonne genießen. In ihrer Unbeweglichkeit scheinen sie tot zu sein, doch beim geringsten Zeichen einer Gefahr gleiten sie blitzschnell und geräuschlos ins schützende Wasser. Es ist nicht so leicht, ein Krokodil zu schießen, denn von den Schuppenschildern auf Rücken und Schwanz prallen Flintenkugeln eher ab, als daß sie eindringen. Der einzige, aber sehr schwierige Schuß, ist der, der das Rückgrat von der Verbindung mit Nacken und Kopf trennt. Das Krokodil wird hundert und mehr Jahre alt und wächst, solange es lebt; so wird es bis zu sechs Meter lang. Seine Hauptnahrung sind Fische, doch verschmäht es durchaus nicht einen guten Bissen Fleisch. Besondere Vorliebe scheint es für Hunde zu haben. Es verschluckt auch kleine Steine, die ihm bei der Verdauung behilflich sein sollen. Das kräftige Verdauungsvermögen der Riesenechse wird durch den Umstand belegt, daß in seinem Magen der Panzer einer Schildkröte im Zustand der Auflösung gefunden wurde. Seine Stimme ist ein heiseres Brüllen, das es aber nur selten hören läßt. Das weibliche Tier scharrt eine Grube im Ufersand aus und legt seine 30 bis 60 grünlichweißen, hartschaligen Eier von der Größe von Gänseeiern hinein, scharrt Sand darüber und kümmert sich nicht mehr um die Sache. Nach etwa vier Wochen hat die heiße Sonne die Eier ausgebrütet, und die jungen Tiere von Eidechsengröße und grünlicher Farbe schlüpfen aus. Während der ersten Stunden ihres Daseins bleiben sie am Sande liegen und sonnen sich. Dann machen sie triebmäßig ihre ersten Schritte dem nahen nassen Element zu. Wehe ihnen, wenn ausgewachsene Familiengenossen, und sei es die eigene Mutter, ihnen begegnen. Denn dann ist es um sie geschehen; sie werden geschnappt und verschluckt. Haben sie aber die schützenden Fluten erreicht, so nehmen sie rasch zu an Größe und Schlauheit. Sie leben von allem, was sich findet, von Insekten, Weichtieren und kleinen Fischen. Immer aber haben sie vor größeren Ausgaben ihrer eigenen Gattung auf der Hut zu sein im Kampf ums Dasein. Allmählich machen sie sich an größere Fische, unvorsichtige Hunde, kleineres Wild. Nähert sich eins der letzteren Tiere dem Wasser, um zu trinken, so schießt das im Flusse lauernde Krokodil blitzschnell hervor, packt das überraschte Tier beim Vorderteil der Schnauze und zieht es ins Wasser hinab, wo es bald erstickt. In einem nahen Verwandten entsteht dem Krokodil ein Todfeind, nämlich in der Wasser-Eidechse, die bis zu zwei Meter lang wird. Dieses scheue Tier sucht nämlich Krokodilseier auf und verzehrt ihren Inhalt. Trotz des leichten Moschusgeruchs werden die Krokodileier auch von manchen Eingeborenen geschätzt. Manche Stämme essen auch das Fleisch der Echse; andere wieder rühren es nicht an, weil sie glauben, daß die Geister der Opfer im Körper des Krokodils fortleben. Das für seinen Haushalt benötigte Wasser schöpft der Schwarze fast ausschließlich an den Ufern von Bächen, Flüssen und Seen. Beim Wasserholen kommen denn auch die meisten Unglücksfälle vor. Die tückischen Reptile liegen da auf der Lauer. Ein unvorsichtiger Mensch nähert sich; ein Kräuseln der Wasseroberfläche entsteht; zwei knopfartige Dinge schwimmen auf dem Wasser, die Augen des Krokodils; ein Knirschen, ein Schrei, ein Gurgeln des Wassers, und ein Mensch hat seinen grausigen Tod gefunden. Hunderte von ahnungslosen, aber auch sorglosen Schwarzen im tropischen Afrika fallen der tückischen Echse alljährlich zum Opfer. Ein Schlag mit dem Schwänze wie mit einer Riesenpeitsche, und der Eingeborene ist in den Fluß geworfen, in die Gewalt der unbarmherzigen Krokodilkiefer geraten. Der 724 Kilometer lange Tanganjika-See, der längste, zweittiefste und drittgrößte See der Erde, wimmelt von den gefräßigen Kriechtieren. Muß man sich da nicht wundern, wenn die Schwarzen trotz der vielen Opfer immer wieder im See baden? Es wird behauptet, daß diesem häßlichen Saurier mehr Todesopfer zuzuschreiben sind, als jedem anderen Tiere der afrikanischen Wildnis. Ein Schwarzer ging zum Flusse, um in einem Eimer Wasser zu holen. Als er sich zum Wasserschöpfen anschickte, tauchte der Kopf eines Krokodils auf und schnappte nach ihm. Im Bestreben, sich zu wehren, brachte der Mann den Tragbügel des Eimers in den Rachen der Echse, der sich zwischen den Zähnen des Unterkiefers verfing und hängen blieb. Das Tier suchte sich des ungewohnten, lästigen Anhängels zu entledigen und näherte den Eimer der Wasseroberfläche. Dieser füllte sich mit Wasser und zog den Kopf des Tieres auf den Grund, wo es mit der Zeit erstickte. Der Eingeborene kam mit dem Schrecken und dem Verlust des Eimers davon. Am Ndumusee in Zululand hüteten drei schwarze Buben die Ziegenherden ihrer Eltern. Diese hatten sie der Krokodilgefahr wegen gewarnt, dem Seeufer zu nahe zu kommen. Eines Tages hielten die Bürschlein sich nicht an das elterliche Verbot, sondern gingen bis an den Rand des Wassers. Am Abend kehrten nur zwei von ihnen heim, ohne des fehlenden Knaben Erwähnung zu tun. Dessen Eltern benachrichtigten die Polizei. Diese fand den Kopf des vermißten Knaben am Seeufer. Im Magen eines zwei Tage später geschossenen Krokodils aber fand man die Arme und Beine des unglücklichen Opfers. Etwa 50 Kilometer von hier kreuzte ein Farmer mit einem Eingeborenen ein Bachbett, als sie auf ein fast vier Meter langes Krokodil stießen, das den vorausgehenden Weißen sofort angriff. Der Schwarze hatte die Geistesgegenwart, das Tier an einem Hinterbein zu packen, worauf er versuchte, es umzudrehen, d. h. auf den Rücken zu legen. Damit lenkte er aber auch die Aufmerksamkeit der Echse auf sich selbst, doch stieß er ihr mit geschickter Hand einen dicken Knüppel in den Rachen. Inzwischen warf der Europäer dem Untier einen großen Stein in den Schlund, was es hinderte, die Kiefern zu schließen. Dann, während sein Diener noch mit dem Krokodil rang, warf der Weiße ihm einen schweren Stein auf den Schädel, der es betäubte, worauf es zu Tode gesteinigt wurde. Wie Seeleute stets den Bauch eines gefangenen Haifisches aufschlitzen, so öffnet der Krokodilsjäger immer den Magen der erlegten Echse, um nach Schätzen zu suchen. So traten aus dem Magen eines im Komatifluß geschossenen Krokodils außer den gewöhnlichen Steinen und Antilopenhörnern 20 Goldstücke zutage. Es wurde angenommen, daß das Opfer ein heimkehrender Minenarbeiter gewesen, der seine Ersparnisse in die Heimat tragen wollte. Am Krokodilsfluß in Osttransvaal, der seinen Namen gewiß nicht ohne Grund erhalten hat, vermißte ein Farmer eine Kuh. Nach einigen Tagen meldete ihm ein Eingeborener, die Kuh sei zwar gefunden, liege aber tot am Flußufer und vier Krokodile fräßen daran. Bewaffnet machte sich der Farmer in Begleitung seines Hundes auf den Weg nach der bezeichneten Stelle. Er fand wirklich vier der großen Panzereidechsen auf dem Aase, die wie hungrige Hunde sich den Fraß nicht zu gönnen schienen. Es gelang ihm, drei der Tiere zu schießen; eines entkam. Es wurde später tot aufgefunden. In seinem Magen befanden sich verschiedene Armbänder, wie Eingeborene sie zu tragen pflegen, sowie eine Geldtasche mit 22 englischen Goldstücken. Ein Jäger schoß ein großes Tier und fand in dessen Magen fast 15 Kilogramm an unverdauten Gegenständen: Eisen-und Messingringe, Halsketten und Perlenschnüre, alles Dinge, wie sie von Eingeborenen zum Schmuck getragen werden. Er übergab sie dem Ortshäuptling, der sie reinigen ließ und dann durch seine Leute feststellen konnte, daß sie nicht weniger als 26 eingeborenen Personen gehört hatten, die an der Flußfurt eine Beute des Krokodils geworden waren. In Rhodesien sandte eine eingeborene Mutter ihr Töchterchen an den Fluß, um Wasser zu holen. Während das Kind sich bückte, um den Flaschenkürbis zu füllen, biß sich ein Krokodil in seinen Rücken fest. Das Mädchen wehrte sich und schrie aus Leibeskräften; es gelang ihm, einen Augenblick frei zu werden, um dann am Arme gepackt zu werden. Die Mutter, die das Geschrei hörte, erriet die Ursache, ergriff eine Lanze und eilte dem Ufer zu. Als sie dort ankam, hatte das Krokodil bereits ihr Kind ins Wasser gezogen, das an der Stelle nicht tief war. Ohne Besinnen sprang die Mutter in den Fluß und warf sich mit solcher Gewalt auf das Tier, daß es seine Beute fahren ließ und tieferes Wasser aufsuchte. Das Mädchen wurde in das nächste Krankenhaus geschafft, wo ihm der zerfleischte Arm abgenommen werden mußte, doch blieb es am Leben. Eine Anzahl von Schwarzen war damit beschäftigt, die Eisenbahnlinie zu beiden Seiten der Brücke über den Maramba, einen kleinen Nebenfluß des Sambesi, zu beschottern, als ein achtjähriges Mädchen an den Fluß hinunterstieg, um Wasser zu holen. Es wurde von einem Krokodil erfaßt, ins Wasser gezogen und von drei dazu gekommenen Echsen in Stücke zerrissen. Ein Schwarzer, der sich in der Nähe befand, eilte hinzu, konnte aber nichts mehr tun, als Lärm zu schlagen. Der europäische Aufseher wurde benach- richtigt, und er beschloß, etwas gegen die Krokodile zu tun. Aus mehreren Dynamit-Patronen machte er eine Bombe, um den Wassertümpel im Flußbett zu sprengen. Ein zehn Meter hoher Strahl schlammigen Wassers war das nächste Ergebnis der Sprengung. Aber auch Hunderte von Fischen und acht Krokodile lagen umher. Die Eingeborenen waren voll des Jubels. Mit Beilen und Messern überfielen sie die betäubten Krokodile, um sich an deren Fleisch wie an den Fischen gütlich zu tun. Als zwei eingeborene Jünglinge eine Furt des Ngwediflusses in Nordtransvaal durchwateten, sahen sie mitten im Strome einen Holzbalken schwimmen. Sie achteten nicht darauf, bis sie, in die Nähe gekommen, sich unvermutet statt eines Holzstücks einem Krokodil gegenüber sahen. Das Tier wollte nach einem der beiden Burschen schnappen, als sein Freund, der einen Stecken zum Messen des Wassers mitgenommen hatte, diesen dem Tiere mit voller Kraft tief in den Schlund hinabstieß. Alsdann machte das Krokodil sich davon, den Stecken in dem Rachen. Eingeborene, die auf dem Rufidjifluß in Tanganjika flußabwärts ruderten, sahen am Ufer einen Löwen, der anscheinend schlief. Trotz der Gefahr näherten sie sich dem Ufer; die Raubkatze rührte sich nicht. Sie warfen Steine auf sie, ohne eine Wirkung zu erzielen. Alsdann näherten sie sich behutsam und fanden den Löwen tot. Gleichzeitig bemerkten sie ein Krokodil, das halb aus dem Wasser herausragte; auch dieses war tot. Beide Tiere sahen schrecklich zerfleischt aus. Offenbar hatte der Löwe sich dem Flusse genähert, um seinen Durst zu stillen, als ihn das auf der Lauer liegende Krokodil angriff. Es wird sich ein heftiger Kampf entsponnen haben, bei dem beide Tiere das Leben ließen. Trotz seiner schlimmen Eigenschaften hat das Krokodil einen treuen Freund in der Tierwelt. Es ist ein kleiner, lebhafter und schreilustiger Vogel, der mit dem Regenpfeifer verwandt ist. Er lebt von Insekten und kleinen Weichtieren, die er vom Rücken und aus dem Rachen des Krokodils abliest. So wie ein Mensch sich nähert, steigt das Tierchen in die Lüfte und stößt einen schrillen Warnungsruf aus, der den großen Freund veranlaßt, schleunigst ins schützende Wasser zu gleiten. Diese Lebensweise hat dem kleinen Vogel den Namen Krokodilwächter eingetragen. Andere Länder, Wenn der junge Glaubensbote in das Land seines künftigen Wirkens kommt, findet er oftmals Sitten und Gebräuche vor, die ihn fremdartig anmuten. Seine Bereitschaft, sich ihnen anzugleichen, koste es, was es wolle, gewinnt ihm das Zutrauen der Menschen. P. Marigo erzählt: Ich war soeben in Zentralafrika angekommen. P. Superior lud mich zu einem Spaziergang ins nächste Dorf ein. Vor einer armseligen Hütte blieben wir stehen. Im Hof erzählte eben eine alte Frau einer Schar gebannt lauschender Kinder wundersame Geschichten aus alten Tagen. Als die Kinder uns erblickten, riefen sie: Die Patres sind da! Die Patres sind da! Die gute alte Frau eilte ein wenig aufgeregt auf uns zu und grüßte uns ehr-erbietigst. Als ich ihr als der neue Pater vorgestellt wurde, der gekommen sei, für ihr Volk zu wirken, breitete sie die Arme aus, blickte mich durch ihre halb Manche afrikanische Stämme verehren im Krokodil ihr Totemtier, weshalb sie sich scheuen, es zu verfolgen oder gar zu töten. Im alten Ägypten war das Krokodil als Vertreter des Gottes Sobek hochverehrt, und heute noch findet man Mumien von einbalsamierten Krokodilen. andere Sillen geschlossenen, zitternden Augenlider an und nahm meinen Kopf zwischen ihre Hände. Während sie meinen Kopf wie in einem Schraubstock zusammenpreßte, murmelte sie einige Worte, die ich aber nicht verstand, da mir ihre Sprache noch fremd war. Ich versuchte sie zu bitten, mich loszulassen, jedoch ohne Erfolg. Zuletzt preßte sie meinen Kopf nochmals zusammen, rief den Segen Gottes auf mich herab und begann, allen ihr zur Verfügung stehenden Speichel mir ins Gesicht zu speien. Als ich entsetzt zurückweichen wollte, mahnte mich der alte Missionar: Rühr dich nicht! Du hast soeben den höchsten Segen empfangen, den es gibt. Als der sonderbare Segen vorüber war, gab mir P. Superior energisch zu verstehen, ich solle mich bedanken. So sagte ich: „Danke vielmals, Großmutter!" Ich meinte es aufrichtig, denn ich war wirklich dankbar, daß es vorüber war. KÜRZ BERICHTET Drei Neupriester. Am 29. Juni wurde im Dom zu Brixen P. Alois Starker zum Priester geweiht. P. Starker, geh. 1931 in Niklasdorf, Kreis Freiwaldau, Ostsudetenland, besuchte das Gymnasium in Ellwan-gen, trat 1952 in das Noviziat in Bamberg ein und machte am Priesterseminar in Brixen die theologischen Studien. Die Primiz feierte er am 6. Juli in Waldstetten bei Schwäbisch Gmünd, weil in Weilerstoffel, Pfarrei Waldstetten, seine Eltern wohnen. P. Direktor Hermann Bauer, der die Primizpredigt hielt, hatte die Gemeinde durch ein Triduum auf diesen Gnadentag vorbereitet. Am 27. Juli erhielten im Dom zu Bamberg durch Erzbischof Josef Schneider die Patres Anton L i p p und Peter Schmid die Priesterweihe. P. Lipp, geboren 1932 in Stillau, Gemeinde Tannhausen, Kreis Aalen, und P. Schmid, geb. 1933 in Waldhausen, Kreis Aalen, besuchten das Gymnasium Ell-wangen, traten 1952 ins Noviziat in Bamberg ein und machten die theologischen Studien an der dortigen Hochschule. P. Lipp feierte sein erstes hl. Meßopfer am 3. August in Tannhausen, P. Schmid am gleichen Tag in Waldhausen. Von November 1957 bis April 1958 weilte P. General Richard Lechner bei unseren Mitbrüdern in Südafrika. Am 26. April traf er wieder in Josefstal ein. Auf dem Bild sehen wir ihn (links von Bischof Reiferer) kurz vor seinem Abschied inmitten von Patres und Brüdern der Diözese Lydenburg. Erziehertagung. Am 23. Juli trafen sich die Erzieher unserer fünf Juvenate und zwei Noviziate zusammen mit P. General im Missionshaus St. Paulus in Neumarkt zu ihrer jährlichen Tagung. P. General machte zunächst mit den wichtigsten römischen Verlautbarungen bekannt, die die Erziehung im allgemeinen und die Erziehung des Priester-und Ordensnachwuchses im besonderen betreffen. Die Vertreter der einzelnen Häuser berichteten sodann über die Verhältnisse in ihren Juvenaten und legten verschiedene Fragen zu gemeinsamer Beratung vor. P. Direktor Bauer, Ellwangen, hielt ein großangelegtes Referat über das Thema: „Die heutige Jugend." Was diese Jugend, auch die unserer Missionsseminare, von der Jugend früherer Jahrzehnte unterscheidet, sind vor allem folgende negative und positive Merkmale: 1. Unsere Jugend hat schwächere Nerven. Sie ist zappelig, kann nicht lange still sitzen und konzentriert studieren. 2. Sie ist verwöhnt und genußsüchtig. Kinosüchtig, wählerisch in Speis und Trank. „Ein Kind kann fast alles überstehen, bloß die Verwöhnung nicht" (Fäßler, Schweizer Psychiater). „Ein verwöhntes Kind ist wahllos verführbar" (Dessauer). 3. Die heutige Jugend ist materialistisch eingestellt. Für jeden kleinen Dienst erwartet sie eine Belohnung. Wenig Sinn für selbstlos gebrachte Opfer. Jagd nach dem Geld. „Noch nie war der Drang der Schüler, in den Ferien Geld zu verdienen, so erschreckend groß wie in diesem Jahr (1957)" (Kultusminister von Nordrhein-Westfalen). Kein Wunder, da doch in den meisten Familien fast nur noch vom Geld gesprochen wird. Die Umstellung auf die klösterliche Armut und die Entbehrungen des Missionslebens wird da besonders schwierig. 3. Sie entscheidet sich schwerer und später als ehedem zum Priesterberuf. Daher auch die Zunahme von spätberufenen Priesterkandidaten. Unsere Jugend ist erst später fähig, eine Entscheidung fürs Leben zu treffen. 4. Unter der heutigen Jugend gibt es mehr seelisch Kranke als früher. P. Bauer zeigte die Ursachen dieser negativen Erscheinungen auf sowie die Möglichkeiten, sie erzieherisch zu überwinden. Als positive Merkmale nannte er vor allem: Unsere Jugend ist ehrlicher; Heuchelei, Kriecherei liegt ihr nicht. Sie ist natürlicher; es ist z. B. leichter, mit ihr über geschlechtliche Fragen zu sprechen. Sie hat weithin Interesse an der Weltmission. „Der 14jährige Junge ist im Grunde seiner Seele fromm" (Wittig). Die Tagungsteilnehmer befaßten sich dann noch mit der Ausarbeitung gemeinsamer Satzungen für alle fünf Juvenate. Missionshaus Maria Fatima in Unterpremstätten bei Graz. Mit Beginn des neuen Schuljahres im Herbst wird das Haus von etwa 90 Schülern bevölkert sein, die ln Graz das Akademische Gymnasium besuchen. Vier werden im Herbst ins Noviziat in Bamberg eintreten; sie werden die ersten Novizen sein, die nach dem Krieg aus diesem Haus hervorgehen. Ihre Sendung in die Mission erhielten: Nach Südafrika P. Andreas Nagler aus Unterschneidheim, bisher Präfekt in Unterpremstätten, und Neupriester P. Anton L i p p (wird bis zur Ermöglichung der Einreise 2. Präfekt in Milland sein). Nach Peru P. Josef Lang aus Talheim, bisher Präfekt in Milland, und Neupriester P. Alois Starker. Ernennungen: P. Franz Xaver K i e f e r 1 e aus Mengen, bisher Präfekt in Bad Mergentheim, wird Präfekt in Unterpremstätten. An seine Stelle tritt P. Josef Frank aus Altmannsweiler, bisher Präfekt in Milland. In Milland wird P. Vinzenz K i r c h 1 e r Direktor des Juvenates, P. Peter Schmid Präfekt. In Peru wurde P. Michael Wagner aus Rißmannsdorf, Bez. Bogen, Niederbayern, zum Superior ernannt. Am gleichen Tag wie Bischof Reiterer konnteii.die 25. Wiederkehr ihres Weihetages begehen: P. Anton Baumgart aus Gommersdorf, Kreis Buchen, Baden, Novizenmeister in St. Heinrich, Bamberg; P. Christoph J u n g n i c k 1 aus Mehl-meisl, Bez. Kemnath, Oberpfalz, gegenwärtig in Bamberg; P. Richard Habich e r aus Haiming, Bez. Imst, Tirol, auf der Missionsstation Eensgevonden, Diözese Lydenburg, Südafrika. Für die Einzelbezieher des „Stern der Neger" liegt eine Zahlkarte bei. Jene, die noch nicht bezahlt haben, mögen damit den Bezugspreis 3 DM einsenden. Alle Leser bitten wir um einen Baustein zur Vollendung des Noviziatshauses in Mellatz, da unsere Geldmittel erschöpft sind. Mit dem Expreßanhänger geht's zum Bahnhof und dann vollends ln die Ferien. Daß sie viel Schönes erleben und sich gut erholen, wünschen wir diesen Schülern von St. Paulus in Neumarkt und allen unsern jungen Lesern. Unsere Bilder: K. Fischer 2, J. Frank 5, E. Huber 1, K. Krapf 1, K. Lohr 2, Archiv 4, Fides 9. ■■% Von strahlender Freude erfüllt ist diese kleine Inderin aus der Diözese Raigarh beim Anblick der landesüblichen Tänze, mit denen die Christen den Tag feiern, an dem vor 50 Jahren die ersten Glaubensboten ankamen.