ftr M«.' Str. S«. Freitag, A. Juli tV«8 VII Jahrgang tie Marburger Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und s^reitas,. Preise - für Marburg: gauzjährig k fl., halbjährig 3fl.. vierteljährig 1 fl. ki0kr; für Zustellung iu» Han» monatlich 10 kr. — mUPostversendnug: ganzjährig 3 fl., hallijührig 4 fl.. vierteljährig 2 fi. Die ein Mal gespaltene Äarmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mu 10. beijweimallger mit IS. bei dreimaliger mit .^<1 kr. »icrechnet. ivvjn für jedetmaltge iSinschaltnug S0 kr. Inseraten-Stempel^iebühr kommen. Zur.gl schichte lies Tajies. Der Reichskanzler sol^. tvena auch nicht so ellig, wie gewünscht, sich entschloffen haben, den papstlichen Angriff auf die neuen Grsetze zu-rückzuweisen — velsteht sich, in diplomatischem G,wände. Wir zötitn eine so eutschjedene Sprache, wie Rom sie gegen nns tteführt. dem glatten Wort der Diplomaten vor. Die Hauptsache ist al>er wie das österrei« chische Ministerium die innere Frage, welche mit diesem Anj^riff dce Pap. stts zusammenhängt, lösen tvill. Dem Vernehmen nach soll man bereit» an einem GeseKe arbeiten, welche« die Tauf. Ehe- und Todlenreqister der Geistlichkeit entziehen würde. Die Bemerkungen der kirchlichen Biälter über eine Maßrgel dieser Art beweisen^ deutlich, wie tief cin solche» Oesltz einschneide» würde in daS felti Fleisch der Konkordatsvertheidiger. Daß italienische Volk, welches gleich uns einen schlveren Kampf zu kämpfen hat gegen Rom. bezeugt uns in seinen öffentlichen Blättern die innigste Theilnahme. Die Bemerkungen über das b,kannte Berdammungsurtheil des Papstes klingen sehr erfreulich für Oksterreich unl^ mangelt es dabei an kühnen Ausfällen gegen die Kurie nicht. Oesterreich sei nun auch in dieser Hinsicht ein Genosse Italiens gewordrn und weide mit den päpstlichen Bannstrahlen schon fertig werden. Eine gründliche, vom klerikalen Einflüsse befreite Volksbildung werde am meisten dazu beitragen, in beiden Ländern die Uebermacht des letzteren zu brechen. Es bereite sich eine riesige Reformbewegung im Schöße der katholischen Kirche vor. deren Endziel sich heute noch nicht absehen laßt. Möge diese Betvegung nicht lvieder im Sande vorlaufen, sondern »vahre Freiheit und Duldsamkeit zur Anerkennung bringen. Die Beziehungen zwischen Krank reich und Preußen, die seit Königgrätz abtvechselnd bald freundschaftlicher, bald gehässiger Natur, sind neuerdings wieder verbittert worden. Frankreich ljatte von der Pforte verlangt, drn neuen Gouverneur itn Libanon. Fraco Pascha, auf Lebenszeit zu ernennen; Preußen aber, um Rußlands geschwächtem An-sehen in Konstantinopel zu Hilfe zu kommen, verlangte von der Pforte und setzte es auch durch, daß Fraco Pascha nur auf zelin Jahre ernannt wurde. Moustier. darüber ärg«rl»ch, machte hierauf Preußen den Bor wurf. daß es sich jetzt im Oriente einmische, wie es früher auch in 3ta. lien gethan Habe- Briefe aus Madrid stellen das letzte Bourbonenreich als äußerst hinfällig dar, besonders weil sich in den letzten Tagen eine An-näherung unter den Verschiedenen Parteien vollzogen, die. ohne schon ganz vollständig zu sein, dennoch süc die nächste Zukunft bereits ein gemeinsa-mes Vorgehen erwarten läßt. Die vielfach unterminirte Bevölkerung er-scheint auv. ivenigstens in den Augen der Führer, als des Wartens müde und verlangt schleuniges Handeln. Für den Angenblict betreibt man äußerst eingreifende Propaganda. Zu den geheimen Blättern der demokratischen Partei, die masseniveise an den Hochschulen, tvie in den Werkstätten und Kasemen verbreitet werden, gesellen sich ähnliche schriftliche Kundgebilngeu der gemäßigt Freisinnigen, die aus ihrer langen Er-starruttg auszuthauen beginnen. Der allge»ueine Ruf ist: „Nieder Mlt den Bourbonen! Gebt uns das allgem«?ine Stimmrecht!" Bla«»e» «ud rothe» Blut. Marburg, 2. Juli. Graf Ehorinsky. der Gehilfe seiner geliebten Giftmischerin Julie von Ebergcnyl. wird sein Verbrechcn mit zwanzig Jahren Zuchthausstrafe büßen -- wird eS büßen ohne die Hoffnung, welche Zulie Ebergenyi, wie sie jetzt auf gut österreichisch heißt, beseelt ohne die Hoffnung auf baldige Begnadigung. Mag der gräfliche Verbrecher diese Hoffnung noch hegen in seinem Wahne — die zwanzig Jahre verkürzt ihm höchstens der Tod; so weit haben eS die Baiern doch schon gebracht trotzdem und Alledem. Der Wahrspruch der Münchner Geschwornen ist wie ein Donner-schlag gefahren in die hochadeligen Kreise Oesterreichs — ein Beweis^ d^ß er die Mitschuldigen sicher getroffen — die Mitschuldigen nicht im Sinne dcS Strafgesctzcs, sondern in jenem Sinne, welchen die öffentliche Meinung, die Geschichte ihren Richtersprüchen zu Grunde legt. Staats-anwalt und Sachverständige haben diese Mitschuldigen näher und scharf Die Förstersbraut von ZIeunkirchen. «,» L. Mtler. (12. Fortsetzung.) „Fünfhua ... l" Das Wort erstarb der Alten auf der Zunge, und sie starrte die Försterin aus ihrem einen Auge so erschrocken an. als wiss. sie nicht, ob diese oder sie selber närrisch geworden sei. „Fünfhundert Gulden —- nuh! nuh! das ist freilich ein Wort, fast so schwer ivie der Eäufelsenstotterte sie und suhr sich unniillkürlich mit drm Zipfel ihrer lauhen Schüvze über die Stiine. „So virl Geld sah die Margold noch ihr Lebtag nicht beisammen; ich ivürd's ihr auch gleich heut Abend schon ausrichten, wenn nur die Marilen' nicht krank zu Bette lüg' seil Mittag. Denp sie klagt entsetzlich über Kopfschmerz und Gliedrrlvkh, heult sich schier die Augrn aus dem Kopfe und will bald in s Wasser springen bald sich zu Tode hungern! DaS macht, der Müller auS Lind.nsels. aber daS sag' ich der Frau Forsterin gleichfalls lm allertiessten Berlrauen — der Müller Handel aus Lindenfels hat wieder seine Baj'. die alte Wamboldin hrrührrgeschickt. damit diese die Wit-ve ausforsche, wie sie's mlt seiner Werbung halten wolle; er warle nun nicht länger mehr als vier Wochen, dann müßt' es entweder zwischen ihm und der Marilen' richtig sein, oder er thue sich anderiveitig nach einer Frau um, woran's dem reichen Manne nimmrr fehlen kann. Da ist's denn zwischen Muttrr und Tochter zu einem gewaltigen Gezänk grkommen. weil die Margold den Müller gern zum Schwiegersohn Hütte; ober die Maril.n' schnit ein über's andcremal: Fi. das Fuchsgesicht. r>a ist mir mein zuckergolc^iger Forstadjunkt am kleinen Finger lieber, und kurz und gut. jktzt liegt sie ganz elend zu Bettc. und ich koch' ihr eben draußen einen Schwitztrank aus Therias und gieberklee — wtttn's nur bei dem hitzigen Geblüt deS Mädchens was helfen thnt l" „Wenn sie doch sterben und Verderben müßt, die Buhldirnc. die mir meinen bravrn Sohn mit ihren Luchsaugen verhext hat l^' murmelte die Försterin ganz empört über die Frechheit der Alten. Aber sie durste sich jetzt nicht merken lassen, wie giftig es ihr um's Herz war, sondern mußte sich sogar noch die Miene geben, daß sie ihr für die Nachricht äußerst dankbar sei und auf ihren redlichen Beistand in dieser heikelen Sache fest vertraue, so sauer es ihr auch wurde, gegen die falsche Land-bötin freundlich zu thun. der sie sonst jede Waare nachwog, aus Furcht, daß sie sie übervortheileu könne. Aber hatte sie A gesagt, so mußte sie nun auch B sailtN und es der Alten in Gottcsnamen überlassen, wie diese die Margold zur bedingungslosen Annahme ihreS Vorschlags be-wegen niolle, ohne daß Marilene Elwas von dem Plan erführe, weil sich Willvald gewiß nicht gutwillig in diese gelvaltsame Lösung silnes LiebtSverhallnissts gefügt hätte. — War aber erst die Margold zum Dorfe hinaus, war sie spurlos mit ihrer Tochter aus der Gegend ver. schwunden. dann mußte ir sich wohl schon in s Unvermeidliche hineinfinden. Indessen sollte doch die Geduld der lebhasten Frau auf eine längere Probe grst.llt iverden. als sie anfangs nach den Versprechungen der Stein-götterin gehofft hatte. Denn ein Tag um den andern verging, und zu« letzt war «ine volle Woche darüber Verstrichen, und die Alte konnte ihr noch immer nicht die ersehnte Einwilligung der Margold in ibren Vor« schlag ankündigen. Die Ursache hiervon war MarilenenS fortwährendes Krariksein. wovon man tm Dorfe bereits allerhand zu munkeln begann, was natürlich die Förstetin, als sie Wind davon bekam, in neue Alteration versetzte, so daß sie immer ungeduldiger ihre gelieime Agentin bestülMte. das Geichäst mit der Margold so bald als möj,lich abzumachen. — Aber jedesmal schützte diese des Mädchens Anivesenbelt im kleinen Stüb-chen Vor. und zuletzt machte auch sie bei der Försterin kein Hehl daraus, es möge mit der Marilen' nicht AlleS in Ordnung sein, zumal der H.rr Forstadjunkt beständig um'S Haus der katholischen Wittib herumstreiche, als könne er's gar nicht erwarten, eine Nachricht tion seinem kranket, Schatz zu bekommen. WaS das treue Mutterlierz bei solchen frechen Anspielungen an Sorge und Beängstigung zu leiden'hatte, brauchen wir nicht zu sagen; und dabei hatte sie noch obendrein ihre liebe Noth. ihrem Manne wenig-stens diesen Kelch fernzuhalten, dem des Sohttes unglückliche Leldeuschaft genug gezeichnet. Ohne die Eitelkeit, die Anmcißunt^. drn Uebermuth und Eigentütifkl jener Kreise, u'klche den Vrnfen Chorinsfy l roßg^zoien und Virdorbcn. hätte l>iescr ivahrscheinllch die Lausbalin deS Vcrbrrcher^ uiäu bttrrten. noch wlihrschcinliltrr kiS zum l'ßtcn gräßlichen Z ele nie verfoll^t. Der Glaube, dcr itin und jenc Kreise durchdringt: es könne dcm koch-odeli^^en Ä^crbrccher zu Liebe i^ie Grrechtijilcit ilircl, stiasettdett Aim inchl erizkbkn — dicsvr Gloube „einer einseitil^ und übermäßig bevorrechteten Klasse", wie der StoatSanivlUt in Münchcn sich ausgedrückt, mußte auf-murternd wirken bei dem Einzelnen und Graf Chörinsky wurde zunl Verbrecher. Dieser Glaube ist zu Schtinden t^eivorden. Und tver hat diesen Glauben vernichtet? Wer hat sie gerichtet, die That des Mordgehilsen von tiohem Adel? Da saßen aus der Geschwornenbank: ein Lederhändler. «in Baufr. ein. Maler, ein Schmlcd. ein Bierwirtli. ztvei Kaufleut«', ein Weißgärbcr. ein Brauer, c.n Gastwirth. ein Väckcr und »ln Schreiner — ach! nicht ein Tropfen blauen S^luleS roUle lu den Adern disser Ecschtvorenm! „Diese BtMern". lvic eine Gräfin die Geschworiien liannte — „dicsc Bauern" ansrlicn nnd die Reden alle hören zu müfs,n. die vor denselben gehalten ivordeli ; hören zu müssen, ivie dcr Obmann dieser Bauern nach zireislündiger Berathung über den grästichen Genossen einer Gtsimischerin vortritt Uttd „aus Ehre und Geivissen" erklärt: ! der Attgcklagte ist schuldig!" — dies AlleS erleben zu müsicn »nd vor den Baunn lieinahe in Ohnmttcht zu s.illen. tvie jene t^rüfti^De Fursprechcrin deS Ani^eklagten und dadurch zu zeigen daß auch die Halbgöit-r von bliUicm Biut schivach sein können lvie rothblütige Menschen... ist das nicht zu viel, barmlicr-ziger Himmel?! O! «v^ir damalt eine j^ar schöne Zeit. Ivo die Alanen der Blaublü» tigen von ihren Raubschlössern zu Thale zogen, uin die Borfahren djks»r ttrümer und Wirthe niederzuwerfen und negieich. beuteschwer nach ihrem Stammsitze wiederzukehren? Die Burgen sind gebiochen; die Ritter waren gezivungen sich im Thale anzusiedeln — neben oen „Bauern". Die „Bauern", wie jene gräsliche Freundin das ganze Büil^ertbum im Gegensätze zu dem Adel schimpfte, sind nun zur weltbcwtgenden. weltbe-lierrscheuden Macht geworden. Sogar in Oesterreich hltt ilch die alt.ie« meine Erkentttn!ß deS Bolkcs tvenigsiens zu diejein Bewußtsein cmporj^e-lungeu. GelaniU diese Erkenntniß zur vollen gesitzlichen GeltUiig — und sie ivird noch dahin gelangen auch in Oelterretch. dann ist die Zeit deö blaueu Blutes — »gewesen! Der F.'ll Ebergenyi ChorinSky hat. wie kam rlü aiiderrr. die Fäul-liiß dcr adeli.jen Kreise OeilerreichS ausgedsckt. Nicht allein di. Ange-kla^iten sind verurtheilt worden — der Richterspiuch ist eine Berdummunt; deö ganzen unsittlichen. rechtSividris^cn iiebenS und Strebens der blau-blutigen Welt. Der Tage, an welchen die adelige Glftmischeiln sür schuldijt tiklält worden uud die Richter deö Volkes ihr Schuldig ge sprochen üb,r den «.rüftichen Mordgehilsen — di.ser Tu.;e iverden künftige GkschlchlSschreiber bcsonderS t.tkdenken, wenn sie über den Vorsall und den Untergang dcS österreichischen Adels, über den Sieg des i0thi.'lütigen Bolksthnms berichten. Die Klagenforter freiwillige Feuerwehr. (Schluß^) Die eigentliche Feier begann mit der Musterung der Fenerwktjr dnl ch den Herrn Bürgermcister. Die Feuerwehr war Mit sämmtlichen (Äerätizen in einer Stärke von 150 Mann ausgerückt. Die (!»^eräthe sind folgende: auch ohne die bittere Zugabe schon Kummer genug verursuchte. — Will-bald selbst, je schärfer sie ihn im Stilteu beobachtete, zeigte zur seitherigen Xiedergefchlagenheit noch eine tiefe innere Unruhe und Btrsiölung; er schlich wie ein Schatte» umher, und cS wurde ihr immer deutlicher, daß sich zum Kummer über sein Zerivütsniß mit Ätern und Geichtvisiern noch eine geheime Scelenangst gesellte, die Sorge um ein Etwas, woran Frau Kathel gar nicht denken konnte, ohne daß ihr gleich ein Fieber-frösteln über die Haut lief. Ju diesem trostlosen Gemüthszustand war's ein doppelter Schlag sür sie. als die Steiiigötterin ihr endlich auch die letzte Hoffnung Vernich-tete durch die Meldung, mit der Margold sei Nichts alizusautsru. nicht fünfhundert, nicht tausend uuü nicht zehn!au>cnd Gulden wären iM Stande, sie vom Grube ihreS Vtannes zu trennen; wo er gestorben sei. wolle auch sie sterben, wo er seine letzte R'thestätte gesunden, ivolle auch sie begruben sein wlis ihr sonst geschche. sei jl>r gleichgültig, und wenn auch das ganze Doif darüber in Feuer aufginge! „Hier ist's Mit muuer Macht auf ihr Geniüth auS und vorbei. Frau Försterin!" schlov die falsche Einäul^iltc ihren Bericht itber der Margolo enisctzllche UtldeugjtMlkelt. „Den Plait geb' Sie immcri)in aus. th'r lvälzt Sie den Säuseisen in's Thal hinab, als Sic der Ältais^cild un-beugsamen Sinn ändeit. Die zwingt keine Bernulift. keine Zur.de; das Einzige, iv.^s sie mir sogar ohne meine Bemüimng zuitestnnd uiid ivorcin ich leidei erst recht ihieu unwiderrustichen Elit>chttch eikannte. »var ein furchtbarer Lchivur beim blutigen Tad ihres Mannes, oaß sie liimmel in die Ehe ihrer Tochier mit dem ^ohuc des Herri» Föriters einivilli^en iverde. sollte auch die Maril.i»' in ihier wahnsinnigen Liebe vor ihren Auge» zu Grunde gehen, sollte auch die Frun Försterin sie seloer daium beschwören! -- In» Hinlnicl wolle sie sich mit it^ren Feinden aus.öi^nen. auf Erden ljabe das ungerecht vergossene Blut ihres Mannes in dieser Sache das erste und leßle Woit!" „So soll'S zum Himmel schreien bis zum jüngsten Tag! 60 sollen auch meine Augen blind »Verden, wie die meines armeii ÄlianneSl Dann muß mir ller Willbald aus dein Nnglücksuest hinauS. sollt' ich auch den Heirn Landgrafen suhsälli.t darum anflehen, ihn weit weg von hier auf einen anderen Dienst zu versetzen!" rief Frau Kathel ganz außer sich l. Die Metz'sche Stadtspritze Nr. 1. 2. die kleinere Schubleiter (4S') mit einer Steh, und vier Dachleitern. 3. die Metz'schr Stadtspritze Nr. 2 mit dem Lust. (Taucher.) Apparat für Kellerfeuer. 4. zwei Brandkufen a z^r. 14 Eimmcr. zweirädrig.^ ü. die c-.roße Schubleitrr ^60') mit einer Vtel)'. vier Dach- und drei Hackenleitern. 6. dcr Steigerkarren mit dem Rettuligeschl^uche. einer Hackenleitee fünfzig Feuereimern und der Noth» apothkke. 8. eine heizbare Brandkufe (Wasserzubringer). 9. Ein Normal-schlauchivagen mit 900' Schlauch. 10. ein Hydrophorschlauchivagen mit 800' Schlt,uch Diese Geräthe (10 Fahrzeuge) hatten sich am neilen Platze in einer Front aufgestellt. — ebenso ivie die Feuerwehr von Viktring tMetz'sche stadtspritze 45 Mann), sowie die von ver Baron Herbert'schcn Bleiweiß. fabrik (1 Metz'sche Quartierspritze mit Saugapparat. 10 Mann). Nach 2 Uhr erschien der Herr Bürgermeisttr mit den Herren Gemeinderäthen. woraus denselben vom Herrn Hauptmann Fcrdinand Zergitsch die frem-den Feuerwehren vorgestellt wurden. Hierauf begann der Herr Bürger» Meister die Musterung, wtlche in einer Biertelstunde beendet war. Der Herr Bürgermeister sprach sich sehr lobend anS über die Sorgfalt, mit ivelcher sichtlich die theuern Geräthe behar'.delt tverden und sprach überhaupt iM Namen der Gemeinde seine volle Zl,friedenheit über die Haltung und das Aufteten dcS Bereines auS. Hierauf gingS im Dauerlaufe durch die beiden Burggassen d m Fürstenplatze zu. Daselbst wurde angenom« men. daß am groß n Kottwitz schen Hause ein Dachfeuer zum Ausbruch g'kommen sei. d"nS die dortige Hänsergruppe heftig bedrohe. Es blieb daher die Sladtspritze Nr. 1 bcim Basstn des Feuerbaches. 7ö0Füßvom Braiitplahe, entwickelte von da die Wasserznbringschlänche und es ivar bereits nach S Minnt n die Bcrbidttngtzlvischen dem Feuerherde und dem Bassin hergestellt, so daß nunmehr jede Minute 15 Eimer Wasser den arbeiteM»»^ Maschineii zugeführt wurdeii. Jaztoifchen ivurden ivahrend der ÄlMl-lung der großen Schubleiter am Kottwitzschen Haufe vom Boden aus das Valentisch'sche und Schrödcr'iche und das Slhibertsche Haus von der sreistehellden kleinen Schubleiter aus mit dem in den Kufen Mitgeführten Wass-r gedeckt. Nach Aufstellung der großen Leiter, ivas wegen der enj^en Passaj,e längere Zeit in Anspruch nahm, stieg der dritte Schlauch liuf das eigeiitliche Obj-kt auf nnd gab vom Dachfirst aus Wasser. In-zwischen zeigte der vierte Schlauch vom Lchibert'schen Hause aus Ret-tnngsübungen mit AettungSschiauch und Rettungsseil. 3n fünf Minuten wurden 20 Menschen durch den RettungSschlauch vom zweiten Stockwerke hcrabgeschickt. In gleicher Zeit füljrtc Herr Hauptmann Zergitsch den fremden Gästen mit der Biktringer Feuerwehr ein Schulexerziren vor, daß sehr gut ausfiel. Die beiden Höhenstrahlen der Metz'fchen Spritze dieser Feuerwehr riefen laute Ah! und Bravo! unter dem Publikum hervor. Se. Czcellenz der Herr Landeshauptmann Graf Goöß war bei der Uebung gegenwärtig und unterrichtete sich mit sichtlichem Interesse über die verschiedenen Geräthe und deren Leistungen. Unverholene Bewunderung erregten unsere Einrichtungen b.t den vielen anwesenden Fremden. Ver-treten ivaren' Billach. Bölkcrmarkt. St. Beit. Ferlach; dnrch besondere Abgesandte und au» anderen Provinzen: Lienz in Tirol, ferner Graz. Marl)urg und Leoben. Besonders Marburg ivar zahlreich vertreten. Abends znm Festkommers im Salon zum „Sandwirth" fanden sich über 700 Personen ein. Es mangelt an Raum, um die Reden alle ausführlich iviederzugtben. die ivährend deS Kommerses gehalten ivurden. Der Herr Hauptmann Zergitsch begrüßte die Gaste, der Herr Bürgermei-sttr Leopold Nagel dankte für die große Opferwilligkeit sowoi)! den Einzelnen, als anch für die Umsicht und den Eifer, welchen dcr kom-mandirrndc Ausschuß an den Ttig lege. Herr Brandstätter. steirischer Landtagsabgeordneter. begrüßte im Namen deS politischen Gereines und ballte wuthschäumend beide Fäuste gegen die UnglückSbötin. „Auf der Stelle geht Jhi.' zu der Elenden, und sagt ihr, daß ich dem Kurt H'^nrich von Lützelbach jetzt den Willen thue und ihm den Schuldbrief auslöse, datin wird sich » zeigen, wem daS Haus gehört und ob das Amt solch' heimatlos Gesindel anch fernerhin in unslrem guten Dorfe duldet!" „Ach. Herr JeseS. wenn der Frau Försterin bu iiirer Bollblütigkeit der Aerger nur nicht schadet!" sagte die Bötin mit erheuchelter Besorg-niß. „Aber den Schuldbrief hat die Margold ehegestein selber dem Kurt Henrich auSt^elöst — dar.in beißt nun keine Maus keinen Faden mehr ab — ich glaub', der Müller Handel, oder seine Bas', die Wamboldin. ' iireckte ihr das Geld vor. um sich ihr ivegen der Marilen' gefällig zu erweisen." Hatte schon die erste Nachricht von der Margold starrer Unbeugsam» keit die Mutter Willbald'S wie ein Donnerschlag erschüttert, so wirkte die van den« ausgelösten Schuldschein ivie ein zerschlnetternder Blitz auf daS Geinüth der starken Frau, uud beinahe erging es ihr wie ihrem lilinden MtUin. sie fing an. an daS Walten einer höheren Gerechtigkeit zu gluuben. die sie miilammt il)rein redlichen Bewußtsein, mitsammt ihrer lreuiorgenden Mutterliebr Vcrivcrse und ihr AlleS zunichte mache, was sie auch zur Rettung des Sohnes ails der Feindin Uingarung unter-nchtnen iiiöge l Betäubt starrte sie dahe' die Laiidbötln rrst eine Zeitlang sprachlos an; alle Sinne irurlielten ihr ivie in einer OhnmachtSanivandlung durch« einander und die häßliche Gestalt der Alten mit dem einen lauernden Auge elschiel, ihr wie der böse Dämon, der diese ganz unselige Geschichte zu tlzretn uiid ihecS Hanses B.rderben angezettelt hai»r. Plöjjlich aber rang sich aus de? schweren Angst ihre? Seele ein Heller Gedanke ic'ie eine rtttelide Gottesleuchte empor. „Da ist's da l)ab' ich's ja schon es ist Alles nur Lug und TiUg — dcr Marilen' ihre Liebe zu meiiienl Sohn der Margold Wei.^trung, ihn anzunehmen — Alles ist Lug und Trug, nnd Ihr seid Mit lm Komplott. Alte — Euer Ansliftln ist's, daß der Willbald das Opfer der abscheulichsten Rache werde — also macht Euch schnell aus dem Staube und betr,tet diese Schwelle nicht wieder, oder so wahr „Fortschriit" in Marburg dm Feusrwehrverein und sprach in warmen Vorttn skine Anerkennung aus über den Fortschritt, den Klagensurt in seinem Löschwesen durch den Feuerivehrverrin gemacht Hobe. Der Herr Rkdt.er schloß sein, Ansprache mit der Aufforderung, srischweg vorzuschrei-ten. unter donnerndem „Wacktk!" Vom Vater Metz nar rin Telcgrumm mit Glückwunsch eingelangt, dos mil einem dreisachni „Gut Heil!" ausgenommen wurde. Unsere Feuerweljr hat sich nuS Nah und Fcrne wieder zahlreiche reunde gemacht, die in der lierzlichsten Weise Abschird nehmend, um »denken an daS fünfte Grünonngssest der Kla.iensurter Feuerwehr baten. Dieselben kehren als Apostel für zeit^^emösie V rl)esserttnj^cn im Löschwesen in ihre Heitnat zurück. es llinrn gelingen, ihren Borsaß auszuführen." vermischte Nachrichten. (Maschinenbäckereie n.) 3n Philadelpliia besteht eine Ma-schincnbäckerei. welche sähig ist. jeden Tag 1000 Borrel (Fässer) Mehl in Brod zu verwandeln. Das Mrhl w»rd mittels eines geeigntten Auf« zuges bis unter das Dach deS Gebäudes geschafft, fällt daselbst auf Siebe und kommt von diesen in die Teigknetmaschinen, von welchen eS zu den Borrichtungen gebracht wird, die den Loib machen. Die Laibe werden dann in Pfannen gebracht und mittels einer senkrechten endlosen Kette in den Ofen und abwärts durch denselben hindurch geführt; diese Passage vom Kopf bis zum Fuß des OfenS ist so eingerichtet, daß das Brod vollständig gebacken unten ankommt. (Eine neue Eisenbahn) Man baut jetzt vor den Thoren von Paris eine kleine Eisenbahn mit nur Einer Schiene, die auf dem gewöhnlichen Kahriveg angebracht wird, ohne daß derselbe einer besonderen Berändeiung bri>arf. Dir Maschine hat drei Räder, von denen zwei aus dem Wege gehen und eineS auf der Schiene. Diese tragt die Hauptlast des Zuges. Die Bersuchslinie, die von Nancy nah Montmirail geht (nicht ganz eine Meile), wird in den Tagen vom 15. bis 20. Juli dem Publikum geöffnet sein. (Neue Zündspäne.) Statt Reisig oder Kienholz gebraucht man zum Anmachen dcS Feuers jetzt in Frankreich die lttren Koldcn des türkischen WeizrnS. die mit Kolophonium getränkt worden. Diese Zündspäne, die um 8 fl das Taujend v-rkaust werden, sollen sich trefflich bewähren und verdienen bei unserem Reichthume an Wälschkorn ei« nige Beachtung für den Berbrauch. (Ein gelobtes Land.) Das serbische Strasgesetzbuch läßi in seinen Strafausmaßen sehr mit sich „handeln". In vielen Fällen stellt man es der Wal)l deS Berurtheillen anheim. ob er einfache Gefäng-nißh.ift gegen .ZwangSarbut" und umgekehrt eintanschen will: 8 Mo» nate Zuchthaus werden ihm dann für 1 Jahr Gefänz.niß gerechnet ; ist er ein „Liebhaber" vom Gefängniß, so steht eS ihm frei, lieber 1 Jahr Gesängniß abzusitzen, wenn er zu 8 Monaten Zwangsarbeit virurtheilt ist. Dtebe und Landstreicher liaben ferner eine andere freie Wahl in Äezug aus die sie treffenden Strafen; man tauscht ihnen die ii;nen ge-bührende Gefängnißstrafe aus Verlangen iN — Etockprügel um. Für 14 Tage können sie 15 Stockprügel. für 30 Tage 20 Streiche, sür 1 Monat 40 Streiche und für 6 Monite 50 bis 60 Etockpiüg l Huben. (Bereinslebe n). Der Münchner Arbeiter - Vildungsvueln tragt sich mit dem Gedanken, einen aus ganz Baiern sich erstreckenden Wallderunterstützungsverein zu gründen, ohne irgendtvie Sta iShilfe da-bei in Anspruch nehmen zu wollen. mir Gott helfe — ich verklag' Euch beim Atnte wegen gewerbsmäßiger Kuppelei und Ihr spinnt mir Jahrelang im Spinnhaus zu Rockeburg an dem Fädchen. woraus der Seiler für Euch und EureSgleichrn den Hans-strick dreht!" Wie ein giftig Gewürm, das vor dem Fuße, der es zertreten ivill, lautlos in sein dutlkles Erdloch znrückschliipft. wich die Steingötterin aus der Rühe der hellsehenden Mutter. Frau Kathel aber faltete zuerst krampf-hast beide Hände und sagte nach einem kurzen Gebet mit der sollen Ent-schloffenheit ihrer tviedergewonnenen Energie: „Die Wahrheit muß mir den Sohn retten, oder er ist Werth, daß er an seiner eigenen Mattherzigkeit zu Grunde geht, zum Gespött der Leute, der Bösen wie der Gerechten! Aber die Erkenntniß dieser Wahrheit, welche ihm endlich die Augen über das tückische Spiel der Feindin seiner Eltern mit dem ahnungslosen Herzen öffnen sollte, hätte sich entiveder untnittelbar seinem Gefühle aus-drängen, oder alS Resultat eigetter Beobachtung seinem Verstand darstellen müssen, um dasjenige bei ihm zu bewirken, was die Mutter davon cr-wartete; lvährend eS so. wie die Förslerin ihn durch diese Mlttheilun,! zu überraschen, zu erschüttern und zur Vernunft zurückzubringen hoffte, nur dazu beitrug, ihn noch mehr iu seiner Letdenschast sür taS semer Ansicht nach so grausam angefeindete, so ungerecht verdächtigte Mädchen zu bestärken. Denn er war überzeugt, daß die Mutter in chrer grenzen losen Llebe für ihn und in ihrer tiefen Abneigung gegen die Margold auch dieses letzte Mittel nicht scheue, um ihn von Marilene loszureißen; als wenn das zärtliche, aller innigelt und seurigen Empfindungen fähige Gemüth dieses schönen Kindes der unveihülll^n Natur nicht jederzeit offen wie ein klarerS.e vor ih'-.l gelegen, in du» -r biS auf den tiesstenGrund hinalisehen konnte; als tvenn dilse rcizei^de Älume der Wildniß voll süßen berauschenden Dustes nnd gehcimnißvoller Schönheit ein so argeS tückisches Gift hätte verbergen können! — Genug, die Försterin erreichte auch mit dieser Unterredung Nichts weiter, als daß ihr der Sohn mit schtNerz-lichem Lächeln und zusammengepreßten Lippen schiveigend zuhötte, kaum ein schüchternes Wort der Widerrede wagte unv zuletzt nach einer stür- (F rei l i g ra t h - Fe i e r.) Die Heimkehr deS Dichters Freiligrath aus der Verbannung wurde in Köln großartig — u. A. auch durch ein Festmahl — gefeiert. Der erste Trinkspruch, mit welchem der Stadtverordnete Classen ftappelmann den Gefühlen der ?^estgenossek Ausdruck gab galt dem Heimgekehrten; der Aillkommgrnß war mit der Ueberrei-chnng eine« prächtigen, etwa 2 Fuß hohe» Silberpokales begleitet Elassen sagte, es seien Freunde von Nah und Fern herbeigeeilt, um dem Wieder-kehrenden die Bruderhand zu reichen, uad der Pokal solle dienen, um das geschichtliche Ereigniß der Heimkehr durch ein bleibende», sichtbares An« denken füf den Dichter und feine Familie festzuhalten, und so möge der Gefeierte die Gabe als Zeichen der Liebe, Verehrung und Dankbarkeit hinnehmen. Der Pokal trägt die Inschrift: ..Dem heimkehrenden Dichter Ferdinand Freiligraih an der Schwelle des Vaterlandes von seinen rhei-nisch-lvestfälischen Freunden. Köln am 27. Juni 1868." und in einem, von Emil Rittershaus verfaßten Gedichte, dessen Schlußstrophe lautet: Ich Hab' nicht Kreuz und Stern zum Dank Für dich. Poet, zu spenden! Nimm hin den Becher, silberblankl DeS Weines goldnen Feuertrank Nimm aus des Volkes Händen! Freiligrath dankte, sichtlich tiesbeivegt, in den herzlichsten Worten und tonnte seiner Rührung ob deS ihm und den Seinen gewordenen begei-sterten Empfanges sich kaum bemeistern. Was er sprach fand Wieder-hall in allen Gemüthern. (Gegen die K o n k o rd a t S p a r t e i.) In der vorletzten Versammlung deS religiösen ReformvereineS iu Wien sind auf Ronge's Antrag folgeuve Beschlüsse gefaßt worden: 1. Die Versammlung erklärt, daß eS die Aufgabe der Lehrer der Religion und des Evangeliums ist, durch Lehre und Beispiel zu wirken und sich uicht die staattliche und po-lizeiliche Gewalt anzumaßen. 2. Die letzten Hirtenbriefe der Bischöfe Itehen im Widerspruche mit den Worten, dem Inhalte und der Aufgabe der ReligionSlehre; denn Jesus sagt: Gebet dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was GotteS ist. 3. Di- Bestimmung der Bischöfe, „diejenigen als öffentliche Sünder zu behandeln, welche dem Staatsgesetze hinsichtlich d^r Che nachkommen." ist im Widerspruche mit dem Geiste dcS Christcnthnms und der Humanität' 4. Der Papst hat durch seine Aliokution gegen die neuen Gesetze Oesterreichs die heiligen Rechte des Voltes verlejjt. 5. Die Versammlung spricht den Wunsch aus. daß insbesondere dle katholischen Staatsbürger Oesterreichs ihre Meinung äußern über die Hirtenbriefe gegen die Sta.,tsgesetze. welche das Konkordat aufheben. Marburger Berichte. (Gestand niß.) Am 10. März dieses Jahres ist zu AUendorf d^iS einsam stehende HauS des Grundbesitzers Joseph Selinscheck angezündet worden und es gelang nichl. d.n Thäter zu ermitteln. Bartholomäus S. der 1655 biS 1859 bei Herrn Kolletnig. Kaufmann in Marburg. als Hausknecht gedient und kürzlich bei dem UnterfuchungSgerichte Pettau freiivillig bekannt, daß er seinem Arbeitgeber Waaren im Betrage von 800 st. entwendet, hat nun auch gestanden, er habe jenen Brand in Altendors gelegt. (Ertrunken.) Der beurlaubte Reserveführer Johann Muster (Härtung) wollte am 28. Juni Nachmittag um 5 Uhr vom Freibadeplatz IN der Kärntner-Vorstadt über die Drau schwimmen: in der Mitte des Flusses angekommen, begann er um Hilfe zu rufen; die Kräfte verließen ihn jedoch schneller, als Rettung möglich war. Der Leichnam de» Ertrunkenen i'urde noch nicht aufgefunden. Mischen Umarmung fortstürzte, als wolle er ihr damit sagen, daß es sür keinen andern Glauben mehr gebe, als den an die Treue der Geliebten, und daß selbst die Mutter ihn hierin nicht zn erschüttern Vermöge. Es ist die alte, immer in neuen Gestalten und Berhältniffen im Leben lviederkehrende Erfahrung, daß zu solchen schmerzlichen Konflikten, zu solchen Kämpfen unseres Herzens mit der unseren Wünschen unl! Neigungen fkindlichkn Außentvelt sich meist auch noch ein äußeres ganz zufälliges Eieigniß hinzugesellt. daS nach der eine» oder der andern Seite hin den AuSiÄ'lag gibt und ivie nach einer unablveisbaren Nothtvendigkeit eine Katastrophe herbeiführt, welche die dabei betheili^ten Personen am ivenigsten erwartet haben. Auch hier sollte sich diese Erfahrung wieder bestätigen, und gerade der blinde Man mit dem stummen Gram in seiner Brust sollte mehr als die sehenden, mehr als die handelnden Personen seiner Umgebung daS allein Richtige und Heilsatne in diesem angstvoll schwebenden, seines Hauses Frieden und Ehre so ties bedrohenden Berhältniß herausfinden. Zivar bedurfte es auch für ihn hierzu einer äußeren Veranlaffnng; aber die ganze sichere Art und Weise. »Nit der er dieseltie in der Nacht seiner Augen wie mit hellsehendem Geiste ergriff und festhielt, war doch nur ihm. dem Vii'iden vorbehalten, vielleicht weil ihm el^en der Blick in das äußere Lelzen fehlte, in dies.S Leben voll Täuschung, Jrrthum und Vornrtheile! Daß die Geschichte mit dem Sohne, den er über Alles liebte, den alten Förster Winckelmann schwere Tage und schlaflose Nächte genug kostete, sahen ivir säion früher. Aber nicht bloß der Gattin sorglichem Auge, auch drn Töchtern u»ld Schtviegersöhnen, wenn sie das Vaterhaus besuchten, eatging nicht d.iS rasche Altern, die sichtbare Abnahtne seiner Kräfte. Auch die alten Freunde^nnd Berufsgenol^cn. so ost sie lm gast-lichen H^uise aus der Neunkircher" Höh vorsprachen, schüttelten bedenklich die Köpfe über die krankhaste Berändernng in seinen GestchtSzügen. Jeder kannte den Grund davon. Jeder beklagte im Stillen den noch jünst so rüstigen Greis wegen dieser doppelten Heimsuchung seiner alten Tage. Venn Alle sahen in ihm den sehnell abwelkenden altersmorschen Banm. den vielleicht ^on der nächste Sturtn niederwirft, wenn eS dazu über-Haupt eines solchen bedarf. (Fortsetzung folgt.) (Aus dem Aragekaftea de» Vereins „gort Ich r itt") sondern auch, daß dieses SebSvde das erste, welches seit dem Stlaß des Unter den Fragen, welche in der letzten Sitzung des Vereins „Fortschritt" erledi^^t worvtn. ist eine von örtlichem, eine von aligemcinerkm Interesse. Der eine Fras.esteller bcantrt,t^te. drr Btrein möt;e dahin wirken, daß das Postamt in die Stadt, die Filiale auf den Südbahnl)os w869 einberuft, Nagt über die Angriffe gegen die Kirche, itber die Presse nnd die Erziehung der Zngend. Die franzAfische Reglernngspresse ift in Besorgniß wegen der Verhandlungen Aber den Voransehlag. Die «nadhängigen BlSttler beleuchten die Vnerträglichkeit der Steuern. ^ weinp reise im 3uni ^ in Gulden und nach Eimeen in Holzband. 1ö- ISöler. ISSZer, 186Ser. Iö6öer: Marburaer Vickerer Frauheimer RitterSberger SchmitSberger Radifeller Binariee Kolofer Sauritschee Wurmberger Pettauer Stadtberger Sandbergee Luttenberger RadkerSbueger 18 1ö-1S'/, 15-!S 18-20'/, 16-17'/e ie-18 II is-ie'/, 12-1»'/, 16-17 14-1« 1ö'/,-19 18-IS'/, 1S6See: 7- 8 S-10 10—12 8-12 8—12 e- 7 8—10 S— 8 8—10 7-10 10-12 8-12 1S67er: 4— S 5—11 s 6 » b 4 6 5 «—S e—9 Nr. 2806. Kundmachung. (377 Im Sinne des Allerhöchst genehmigten Gesetzes vom Jahre 1863, nach welchem sür den Besitz eines Hundes in der Stadtgerneinde Mar-bürg eine Auflage von 2 fl. öst. W. zu entrichten ist. und in Folge der diesbezüglichen Bollzugsvorschriften, werden die Besitzer von Hunden hier-mit aufgefordert, den Befitz derselben vom 1. bis 20. Juli 1868 in der Gemeindekanzlei anmelden zu lasten und die Auflage gegen Empfang-nähme der Quittung und Marke um so gewisser zu berichtigen, als der Abdecker unter Einem angewiesen wird, jeden Hund, welcher nach 20. Juli bis Ende Juni 1869 mit einer gültigen Marke neuer Form nicht versehen ift, einzusaugen und nach Umständen sogleich zu v.rtilgen. Für Hunde fremder oder durchreisender Personen können Frem denmarken in der Gemeindekanzlei erhoben »Verden. Stadtamt Marburg am 22. Juni 1868. Der Bürgermeister: Banealari. Indem ich dem geehrten P. T. Publikum sür den freundlichen Zuspruch in dem früher von mir gepachteten Herrn Wibmer'schen Kaffee-Hause meinen verbindlichsten Dank ausspreche, erlaube ich mir mein neu eröffnetes Xsri ä I' Lurope in der Tegetthoffftraße (vormals Weiser'schen Häuser«) dem geneigten Besuche zu empfehlen. Johann Karl, 889) Taffetier. Geschäfts'Berlegung. Mein Kommissionsgeschäft (Handel mit getragenen Kleidern) be-treibe ich von heute an im Äaudinger schen Hause in der Postgafse. Kleider für Herren, wie für Damen liegen in großer Auswahl zum Verkaufe bereit und empfehle ich mich dem verehrten Publikum zur getreuen Besorgung aller Kommissionen. Anna Posch. Marburg, 2. Juli 1868. (390 Geschickte Puddlings- u. Schweißer- Vorarbeiter finden sogleiche Aufnahme und dauernde Beschäftigung beim k. t. Ober-Berwesamte Eibiswald. (387 Deutsche Schützen! 3n deutscher Einheit, deutscher Tracht. Da spiegelt sich deS Deutschen Macht' Erglänzen wird fie bald in Wien, D'rum sollt Ihr Alle dahin zieh'n. — IM Nicht nur Genüsse jeder Art, Das Praktische auch mitgepaar», Erwartet Euch zu jeder Zeit Das preisgekrönte Tchützentleid des 825 Graben Nr. 3, Vcke der Kärntnerpraße, frül^er Ttock-tm-Sisen, D^auSgezeichnet mit der höchsten PreiSmedaille Paris 1S68.^W Ei« eleganter Tchiitzenrock feinster Gattung uK ols das zweckmäßigste anerkannt: I« fl su 12 bis fl. 30. LeinenanM Gommeranzüge von fl7l2bis fl. 30, LeinenanzVge von fl.10 bis fl. 20 außerdem alle erdenklichen Herren-Aleider zu staunend billigen Preisen. Bestellungen werden nach allen Richtungen des In- und AuS-landeS bei Angabe von Brustumfang. Bauchumfang und Schrittlänge schnellstens effektuirt, und wird jeder Sendung ein Garantieschein beigelegt, daß die von uns bezogenen Kleidungsstücke, wenn dieselben aus welch immer für einem Grunde nicht entsprechen, ohne Anstand retour genommen iverden. Dringende Anffordemng. In der Nacht vom 24. ans den 25. Juni ist auf der Route von Venedig nach Graz in der I. Wagenklaffe eine rothjuchtene Handtasche, worin sich mehrere Werthjachen und Geld befanden, abhanden gekommen. Der Finder wird ersucht, lediglich die sür ihn ganz tverthlosen. in der Tasche befindlichen Schlüsteln und Papiere unter der Adreste „Frau Bt^ronin Sofie Scholl. Graz. Beethovenstraße Nr. 702/^" zurückzusenden, hingegen die übrigen Gegenstände als Finderlohn zu behalten. (380 Eisenbahn-Fah'rordnung für Marburg. Nach Wien: Nach Trieft: Allfuhrt: « Uli? 25 Min Krül). Abfahrt: 8 Ul,r 14 Min. Früh. 7 Uhr ö Min Abend». » Ul,r 48 Min. Abend«. Nach Villach: Abfahrt: 9 Uhr Krüh. Die gemischten Züge verkehren täglich in der Richtung nach Wien: Trieft: Abfahrt: 12 Uhr 34 Min. Mittags. Abfahrt: 1 Ul,r »2 Min. Mittags. Nach Blei barg jeden SamStag. Abfahrt: 2 Uhr 2l) Min. Mittags._ Verantwortlicher Aedakteur: Kranz WieSthaler. S. N. St. G. Druck und Verlast iion Eduard Ianfchitz in Marburg.