Po?tnln* pUfan» » gotovinl Deutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat Schristleitvng und verwalt»ng: Prekrnova »lica 5, Telephon Str. ?l (interorbaa) t ve,ag»prets» für da» I«land: vi«rteljährig 40 Di», halbjährig Rsl Im, ganz» vnNiadigungen werden in der Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen f jährig tkv VW. Für da» «»»land entsprechend« Erhöhung. Einzelnummer Dw 1 S0 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh nnd Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 78 Celje, Sonntag, den 27. September 1936 61. Jahrgang An unsere Abonnenten! Der heutigen Nummer der „Deutschen Zeitung" haben wir Erlagscheine beigelegt und ersuchen hiermit unsere sehr geschätzten Abonnenten, die fällige oder rückjlmidige Bezugsgebühr einzahlen zu wollen, damit in der weiteren Zustellung des Blattes keine Störung eintritt. Jugoslawisch-italienisches Handelsabkommen abgeschlossen (A) Rom, 24. September. Gestern, Mittwoch, den 23. d. M um 2030 Uhr, wurde im Palazzo Chigi die Handelsvertragsverhandlungen mit Italien beendet Man setzt voraus, daß das neue Abkommen über den Güterauk tausch Samstag, den 26. d. M, unterzeichnet werden wird. Statt des ursprünglich geplanten dreimonatigen Provisoriums wurde ein Abkommen aus die Dauer von sechs Monaten ge-troffen. Es wird bi» zum Abschlug eines endgültigen Vertrage» stillschweigend verlängert werden. Das Abkommen bringt Kontingente für Vieh- und Viehprodukte aus Jugoslawien, ffir Holz (insbesondere Weichholz) und einige andere jugoslawische Produkte. Man kann annehmen, daß das erzielte Abkommen in seinen Bedingungen wie In den erlanglen Kontigenten für den künftigen Warenaus-tausch günstig ist. Es umfaßt auch die Regelung des Zahlungsverkehrs, den Vorgang bei der Liquidation der jugoslawischen Clearingforderungen und die Regelung des ordentlichen Handelsverkehr». Kommt England zur Einsicht? London, 22. September. Wie es in hiesigen eingeweihten Kreisen heißt, wird England angesichts der gegenwärtigen verworrenen Lage niemals ge-statten, daß das Beispiel Sowjetrußlands irgendwo m Europa zur Wirklichkeit wird. Gegen die Sowjetisierung des europäischen Westens wird sich England, welches in dieser Frage gezwungen ist. mit Deutschland und Italien auf eine Linie zu treten, mit allen verfügbaren Mitteln zu stemmen wissen. In englischen politischen Kreisen wird auch auf das gestörte Gleichgewicht im Mittelmeer hin-gewiesen. Es rächt sich nunmehr der neue Dardanellen-pakt, dem England die Zustimmung gegeben hat und der Sowjetrußland in» Mittelmeer hereinläßt. Wird Spanien Sowjetrepublik, dann kontrolliert Moskau auch praktisch nicht nur das östliche, sondern auch das westliche Milielmeer. Die Situation wird noch mehr verschärft durch da» Verhalten Portugals, dessen Außenminister Monteiro in Gens am Vor-abend dieser historischen Ereignisse erklärt hatte, ein Sowjetspanien bedeute für Portugal den casus belli, da Portugal nicht geneigt sei, an ein Land zu grenzen, in dem da» Verbrechen staatlich privilegiert ist. Die französischen Kommunisten rüsten auf Viele hundert kommunistische Stoßzellen sind in ganz Frankreich «richtet worden. Diese werden nun in aller Eile mit den modernsten Waffen ausgerüstet. Zumeist besorgen fie sich diese im Lande selbst, da» llebrige kommt aus Rußland, viel auch au» der Schweiz. Vor einigen Tagen wurden an der chweizerisch-sranzösijchen Grenze drei Lastautos an-ledalten, die viele Hunderte von Gewehren, Ma-chinengewehren, Revolvern und Munition für die ranzösischen Kominternzellen mit sich führten. Die Lage zwischen China und Japan hat sich durch fünf kurz hintereinander folgende Zwischenfälle sehr verschärft. Japanische Truppen landen in Schanghai. Wirrwarr im Völkerbund Durch die Anerkennung Abessiniens und Zu< lassung semer Vertreter wurde der Rat der Völker noch ratloser. Die Rückwirkung gibt die Weltpresse kund, indem sie sich empört, lustig macht, oder freut. Die einen glauben darin die Rettung, die anderen den Zusammenbrach des Völkerbundes zu erblicken. Die dritten nennen es eine unzeitgemäße Komödie Man befürchtet, daß der von Italien schon so oft ange-drohte Austritt nun wahr werden könnte. Widersprechende Siegesmeldungen aus Spanien Die nationale Regierung von Burgos meldet neue Erfolge. Toledo steht vor der Einnahme, der Ring um Madrid schließt sich immer enger. Alcazar soll demnächst entlastet werden. Die Einschließung von Ovideo soll gelungen sein. In einer Woche wollen die Rationalisten über 2V Regierungsflug-zeuge abgeschossen, selbst ab« nur zwei verloren haben. Anderseits aber meldet die Madrider Re-gierung neue Erfolge über die Rationalisten. Die Kommunistengefahr in Europa wächst Die englische Arbeiterpartei will sich für die spanische Marristenregierung einsetzen. Die schweizerischen M arristenführer verlan-gen ebenfalls Stellungnahme für die spanischen Kommunisten. In Belgien häufen sich die Ver-hastungen von Marristenführern, die an ÄZaffen-lieferungen für Spanien teilgenommen haben und noch teilnehmen. Es wurde eine ertrem-kommuni-stische Partei, unter dem Titel Ljeninsche Kommu-nistenpartei neugegründet. In Frankreich wachsen die Kommunistenzellen und füllen sich mit Waffen-vonäten. Die Streiks und Zusammenstöße nehmen zu. In Polen kommt es immer wieder zu Zu-sammenstößen zwischen Kommunisten und Rationa-listen. Auch in Portugal mehren sich die Auf-ruhrakte. In Oesterreich und Ungarn füllen sich die Gesängnisse mir Kommunisten — aber es treten immer neue Führer an ihre Stellen. Uruguay bricht die diplomatischen Be» Ziehungen zur Madrider Regierung Die Regierung von Uruguay hat die diplomatischen Beziehungen zur Regierung in Madrid mit der Motioie» rung unterbrochen, daß sie mit einem derartig chao-tischen Staatsgebilde, in dem die tierischsten Grausam-ketten an unschuldigen Menschen vollbracht werden, in keiner wie immer gearteten Beziehung zu sein wünsche. Man erwartet, daß diesem Beispiel auch olle anderen südamerikanischen Staaten folgen werden. Oesterreich Aus sicherer Quelle erfahren wir folgende,: Das Freundschaftsabkommen zwischen Deutschland und Oesterreich vom 11. Juli wird von einem Teil der Regierung nach Möglichkeit sabotiert. Die schärf-sten Gegner de» Abkommens sind der Handels» minister S t o ck i n g e r, der Wiener Bürgermeister Schmitz und der Grazer Bischof Pavlikvwski. * Der ehemalige Bundeskanzler Buresch, zuletzt Gouverneur der Postsparkasse, ist nicht, wie die Blätter meldeten, an einer Gehirntrombo>e gestorben, sondern durch Veronalvergiftung freiwillig au» dem Leben geschieden. Der derzeit verhaftete Jude Bosel hat ihn in seiner Verantwortung schwer belastet. Er soll durch seine Verbindung mit Bosel die Postsparkasse schwer geschädigt haben. Die kri-minellen Beziehungen der beiden Herren datieren aber bereits aus der Zeit, als Buresch noch Finanz-minister war. West-östlicher Völkerbund Der Völkerbund ist dabei, in sein neues Haus zu übersiedeln, aber es ist noch nicht fertig, obwohl seit vielen Jahren emsig daran gebaut wird. Viel-leicht war dieses „Weiße Haus" von Genf von vornherein etwas zu groß angelegt, jedenfalls hat es den Mangel, daß nicht das Genie eines Architekten darin zum Ausdruck kam. wohl aber der lypiiche Kompromiß, der in der Kunst setten zu etwas Gutem führte. Wer angesichts der ziemlich unklaren Loge zu Beginn der Vollversammlung zu melancholischen Vergleichen neigt, könnte meinen, daß die Weitschweifigkeit der Anlage und der Mangel einer inneren Geschlossenheit nicht nur am Völkerbundspalost, sondern auch an der ganzen Organisation sebst sehr zu spüren sind. Gewiß eine peinlische Schwäche in einer Zeit, wo die eine inter-nationale Schwierigkeit noch kaum die Tür verlassen hat, während die andere schon mitten vor uns und vor den Staatsvertretern in Genf steht. Der Völker-bund zögert unschlüssig zwischen dem formalen Abschluß des Abessinienkonfliktes und dem spanischen Bürgerkrieg, der seine Schatten deutlich nach Genf herüdcrwirfi. Roch sind die Italiener nicht in den Rat zurückgekehrt, während eine Delegation des vor weniger als Jahresfrist hier so gefeierten Regus um ihre Zulassung in die Versammlung nachsucht, und schon sind die gleichen Eiferer, die im Namen des Friedens gestern einen Sanktionskrieg entfesseln wollten, hinter den Kulissen leidenschaftlich dabei, den Völkerbund im Namen der Freiheit zur Stellung-nähme für die Madrider rote Regierung zu drängen. Wer sind diese Eiferer? Sind es wirklich noch die gleichen, die gegen Mussolini mit Wort und Feder zu Feld« gezogen, moralisch geführt von der britischen Völkerbundsliga? Viele von ihnen ziehen auch heute wieder mit, denn sie sind und bleiben in erster Linie Antifaschisten. Aber die Führung hat schon nicht mehr der Idealist und Pazifist Lord Eecil, sondern der Bolschewik Rosenberg, der bi» vor wenigen Wochen Moskaus politischer Unter-generalsekietär in Genf war, dann plötzlich als Sowjetbotschafter mitten im Bürgerkrieg nach Madrid ging und heute wieder in die heiligen Hallen von Genf zurückgekehrt ist, um ganz unverhohlen die Schritte derer zu lenken, die als Vertreter der Regierung Caballero den Völkerbund zur Völkerftont machen wollen. Die Volksfront ist nicht nur in Spanien, wo sie Katastrophe und Terror bedeutet, sondern auch in Frankreich eine recht umstrittene Segnung der neuesten Zeit, und das vor allem, weil sie aus dem Irrtum entsprang, die Kommunisten als harmlose Fortschnttler zur Mitarbeit am Staat und an der sozialen Reform mitheranzuziehen. Aber hat nicht der Völkerbund vor zwei Jahren genau den gleichen verhängnisvollen Irrtum begangen, als Frankreich und England dem Kameraden Litwinow einen Sessel in den Ralssaal stellten, ohne danach zu fragen, zu welchen Zwecken Stalin ihn unter die Bourgeois des Westens entsandt hatte? Die Folgen haben nicht auf sich warten lassen. Da der Völkerbund Wilson'scher Art kein sehr charakterfeste» Gebilde war, dos zudem von Anfang an als Instrument der Machtpolitik von Versailles abgenutzt wurde, war es eine lohnende und, wie sich zeigte, vielerorts von unruhigen Geistern lebhaft begrüßte Aufgabt, daß Litwinow es unternahm, Geist und Körper de» Völkerbundes von Grund auf im Sinn des internationalen Klassenkampfes zu reformieren. Der neue Körper ist bereits vorhanden in Gestatt der regionalen Milttärpakte und jenes Sowjetpaktes mit Frankreich, der regional schlechterdings nicht zu rechtfertigen ist. Außenminister Delbos sah sich daher Seils 2 Deutsche Zeitung Nummer 78 schon vor einigen Monaten veranlaßt, vom Zu» sammenschluh gewisser Völker „mit gemeinsamen Interessen" zur Verteidigung des Friedens zu sprechen. Soll da» der neue (Seist werden? Herr Delbos und seine radikalen Freunde in der Regierung Blum, ja der sozialdemokratische erste Ministerpräsident der Volksfront selbst, sind allerdings keineswegs der Meinung, dah die „gemeinsamen Interessen" sie heule in eine kriegerische Intervention gegen die spanischen Rationalisten und morgen in schlimmere Abenteuer der Sowjet» hineinzerren sollen, zumal man in Pari« sehr wohl weih, dah Moskau das Mihtryuen französischer Diplomaten und Ge-sühlspolitiker gegen das nationalsozialistische Deutsch-land bereit» sehr aklio ausgebeutet hat. Herr Blum und Herr Deldo» wollen die Nichtintervention in Spanien, sie wollen ferner die Aussprache mit Deutschland, um von da die wirtschafUiche Neu-ordnung und die Rüstungsbegrenzung in Europa ins Gespräch zu bringen. Herr Eden au» London kann solche Absichten nur unterstützen, und es wäre nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Europäer schwer zu begreifen, wenn er über die Nützlichkeit der Sowjetaktioilät in Europa günstiger dächte als die Pariser Volksfrontregierung. Aus allen diesen Gründen wird Hofsenilich der Plan Litwinow-Rosenberg, aus dem wesl-östlichen Völkerbund eine Völkerfront gegen Faschismus und Nationalsozialismus zu entwickeln, auch dieses Mal scheitern. Ein heiterer Vergleich Wer die im „Jutro" unter Paris (b) seit Jahren erschienenen Berichte nachliest und mit den Tatsachen vergleicht, kommt zwangsläufig zur Feststellung, dah so ziemlich alles ganz anders gekommen ist, als in diesen Berichten vorhergesagt wurde. Insbesondere haben sich alle, das Deutsche Reich betreffenden, meist überaus gehässigen Prophezeiungen als haltlose Hirngespinnste herausgestellt. Beispiele liehen sich zu Hunderten anführen. Gegenwärtig zerbricht sich der jüdische phantasievolle Pariser seinen sorgenvollen Kopf über das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien und tut so, al» ob er aus erstklassiger Stelle informiert wäre. Auf den ersten Blick aber erkennt der Leser, dah auch diese Berichte nichts als jüdischer Schaum sind. Es ist wirklich schade um jeden Dinar, den der „Jutro" für diese antiqua» rischen Ergüsse opfert. AnlSKIich der Völkerbundoolloersammlung am 24. d. M. wurden 6 stellvertretende Vorsitzende gewählt und zwar: der Franzose Delbos mit 49. der Engländer Eden mit 47, der Jugoslawe Mi-nisterpräsident Dr. Stojadinovic mit 44, der Kanadier Daldren mit 39, der Sowjetrusse L i t w i n o v - F i n k e l st e i n mit 35 und der Führer der italienischen Delegation (die aber nicht anwesend war) mit 32 Stimmen. * In Rom wellte der Reichsjugendsührer Baldur von Schirach mit 459 Hitlerjungen. — Sie wurden von Mussolini und der Bevölkerung herz- , Iichst begrüßt. Verordnung über die Liquidierung der Bauernschulden Die Verordnung umsaht 42 Artikel und lautet: Als Bauernschulden werden die Schulden der Bauern betrachtet, die zur Zeit als die Verschuldung entstand, Bauern waren, deren Hauptberuf seit jeher die Landwirtschaft war und die sich mit der Land-wirtschaft auch in der Zeit befahlen, in der diese Verordnung in Kraft tritt. Als Bauernschuldcn werden alle Verbindlichkeiten in Geld sowohl pri-vaten als öffentlich-rechtlichen Charakters betrachtet, ungeachtet dessen, von welcher Basis sie ausgehen und ungeachtet dessen, ob sie die Bauern als Haupt-schuldner oder als Bürgen schulden. Ein Bürge, der nicht Landwirt ist. hastet in gleicher Weise wie der Bauer, der die Schuld besitzt. AIs Bauernschulden werden nicht betrachtet: öffentliche Abgaben, Gebühren und Warenschulden bis zu 500 Dinar, die nach dem 20. Oktober 1930 entstanden, insoweit sie nicht in Wechselschulden umgebildet wurden. Als Bauernschulden werden ferner auch nicht Erbforderungen angesehen. Haben die Schulden nach dem 20. April 1932 ihre Basis in Geld, so sind sie ebenfalls als Bauernschulden zu betrachten. Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten nicht für die Nationalbank, die Staatliche Hy-pothekarbank und die Priollegierte Agrarbank. Die Bauern, deren Besitz 75 Hektar übersteigt, und Familiengenossenschaften, deren Besitz 200 Hektar Ackerboden übersteigt, werden ihre Schulden auf folgende Art und Weise tilgen: Der gemeinsame Betrag wird auf eine gemeinsame Anzahl von Hektar verteilt. Jenen Teil der Schuld, der auf 75 bzw. 200 Hektar ausmacht, in einer Frist von 15 Jahren tllgen, beträgt die Schuld jedoch bis zu 3000 Dinar, dann erfolgt die Tilgung m 10 Jahren zu 4'/,°/. Zinsen. Für kleinere Schulden und Schulden für die übrigen Teile des Besitzes gilt diese Verordnung nicht. Solche Schuld-forderungen werden von der Priv. Agrarbank nicht übernommen. Die erste Annuität muh bi» 15. November 1936 bezahlt werden, alle übrigen Annuitäten alljährlich bi» zum 15. November. Prioatschulden, die von dieser Verordnung be-troffen siftd, u. zw. gegenüber Geldinstituten, auto-nomen Sparkassen, Genossenschaften aller Formen. Genossenschastsverbänden und Bezirksoermögensfonds übernimmt die Priv. Agrarbank, die ermächtigt wird, für Rechnung des Staates und im Sinne der Bestimmungen dieser Verordnung die genannten Ver-Kindlichkeiten zu regeln und die Eintreibung der Schuld durchzuführen. Mit der Ueberreichung der Schuldpapiere werden alle dies« Forderungen voll-rechtlich auf die Priv. Agrarbank übertragen, die die Verschuldung im Wege der Gemeinden kontrolliert. Die Bauern werden auf diese Weise zu Schuldnern der Priv. Agrarbank. Von den Summen, die die Geldinstitute, die autonomen Sparkassen, die Ge» nossenschaften aller Formen, Genossenschaftsverbände und Bezirksvermögensfond der Prtv. Agrarbank einhändigen, werden 25% in Abzug gebracht. Diese Summe müssen die Geldinstitut« und di« anderen angeführten Institutionen zu Lasten aller Reserven sowie zu Lasten von 50°/, ihre» Kapitals decken bzw. zu Lasten der am 20. April 1932 eingezahlten Anteil«. Insoweit mit diesen Werten die Differenzen nicht gedeckt werden können, wird dieselbe vom Staate durch Emission von Obligationen gedeckt. Die Ob-ligationen emittiert die Priv. Agrarbank, die Garantie übernimmt hingegen der Staat. Die Obligationen verzinsen sich zu 3% und amortisieren sich in 20 Jahren. Die Priv. Agrarbank wird ermächtigt, den Geld» instituten und oben erwähnten Institutionen in der Höhe ihrer Forderungen besondere Bon» heraus-geben zu können. Diese Bon» werden „Bauern-schuldenbons der Priv. Agrarbank" heihen und werden den Geldinstituten zur Anschaffung von Geldmitteln im Lombardwege dienen. Schulden von Bauern, die durch diese Verordnung betroffen werden und di« 25.000 Dinar übersteigen, werden «rt» sprechend dem individuellen Stand des einzelnen Schuldners bi» höchsten» 30% verringert, Schuldner, deren Schulden über 50% ihre» Vermögen» ausmachen, können um eine 50%ige Herabsetzung ansuchen. Den diesbezüglichen Entscheid erläht da« zuständige Bezirksgericht. Diese Schulden zahlt die Priv. Agrarbank mit 4'/,°/,, Zinsen im Zeitraum von 12 Jahren. Die erste Rate muh bis 15. No» vember 1936, alle weiteren Raten alljährlich bi» 15. November entrichtet werden. Die von dieser Verordnung betroffenen Land» wirte zahlen ihre Schulden an Privatpersonen wie folgt: Schulden, die aus dem kreditierten Waren-ankauf oder dem Gewerbe gegenüber entstanden sind, werden in 12 Jahren zinsenlos bezahlt. Die erste Rate muh bis 15. November 1936, alle weiteren alljährlich bis zum 15. November entrichtet werden. Schulden aus den übrigen Rechtstitel werden um 50% herabgesetzt und gelangen in 12 Jahren zu 1% Verzinsung zur Auszahlung. Zahlungsfristen stnd: die erste Rate bi» 15. November 1936, alle übrigen jedoch alljährlich bi» 15. November. Alle bestehenden Schuldendeweise über die Ver» schuldung müssen durch neue Beweismittel ersetzt werden. Bezahlt der Schuldner seine Rate nicht nach dem festgesetzten Zahlungsplan, dann Hot der Gläu» biger das Recht, di« Gejam'.uiqung des Betrage» zu verlangen, der im obigen Sinne verringert ist, u. zw. auf gerichtlichem Wege. D i < Amtsführung nach dieser Verordnung ist von allen Taren befreit. Der Landwirtschaftsminister wird im Einver-nehmen mit dem Finanzminister, dem Justizminister und dem Handelsminister sowie im Einvernehmen mit der Priv. Agrarbank ermächtigt, ein Statut für die Durchführung der Verordnung über di« nach dem 20. April 1932 entstandenen Bauernschulden herauszugeben. Der Justizminister wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem zuständigen Minister die authentische Auslegung der Bestimmungen dieser Verordnung zu erlassen. Dr. Friedrich Braiik Glockengießer Johann Steinmetz Skizze au» alten Akten (Anhang zum Aussatze Hofrain in Nr. 74,75 und 76) Der Schiller sche Spruch: „Noch keinen sah ich fröhlich enden ..findet auf ihn volle Anwendung. Nach einem gewaltigen Aufstieg, welcher ihn zum reichsten und angesehensten Bürger der Stadt ge» macht hat, sittliche» und wirtschaftliches Abgleiten, ßörtes Familienleben und schließlich Tod in voller Pachtung. SEitremisten acht Personen getötet und zahlreiche andere verletzt. Die Polizei konnte die Ordnung bald wieder herstellen. Bolschewistische Welle in Oesterreich Wie die Internationale Presseagentur (Jpa) mitteilt, laufen aus ganz Oesterreich Nachrichten über eine besonders starke Tätigkeit der Kommu-nisten, die zusammen mit den Revolutionären So-zralijten der Befriedigungsaktion des Bundesregie-rung entgegenarbeiten, ein. Der „Slooenec" von 25. d. M. meldet. Nach Beograd kommen im Oktober: Der französische Ministerpräsident Blum. der Außenminister Delbos und der Handel« minister Bast id. Nach Bukarest aber kommt der französische Luftfahrtminister Cot, um mit Rumänien über Flugzeuglieferungen zu verhandeln. Oesterreich plant die Einführung der Miliz-die» ftpflicht. Stadtgraben bis zum Grazer Tor. Alles zusammen 1813 geschützt auf 17.500 fl. In diesem Hause wurden alle seine Kinder geboren. Dieses Haus war später Eigentum des Karl Mathes, dann der Firma Reininghaus in Graz. Nach dem Auflassen der Brauerei wurde hier das Gasthaus zur ctrone eröffnet. Derzeit steht an dieser Stelle die städtische Elektrarna, ctrekooa Nr. 12, gegenüber dem Hotel Skoberne. Der Reckturm, in welchem durch Folterungen Geständnisse erpreßt worden sind, stammt aus der 1473 beendeten Befestigung der Stadt und ist der heutige Theaterturm. Bald gehörte zum Steinmetz'jchen Besitz auch das Haus Rr. 3, jetzt Glavni ttg 15, Gebäude des Spar- und Vorichußoereines. womtt eine Seifen-siedergerechtsame verbunden war, im Werte von 8300 fl. Vorbesitzer war der Seistnsieder Josef Mark i 1816 ging da» Hau» an Simon Glantsch-nigg über. Zu dieser Zeit übernahm Johann das Hau» Rr. 60, derzeit Eigentum des Rok Mestrov, Za tresio (Srunngasse) Nr. 6 und 8. welches er aber schon 1810 an Maria Höchlm verkaufte. Seit 1810 gehörte ihm auch das „Kasino vor dem Laibacher Tore", welches er von Rudolf und Therese Pulsator für 14.500 fl erstanden hat. Im folgenden Jahre verlauste er dieses Anwesen an das Aerar, welches daraus das Militärspital, Lai- Vor und nach Genf E» ist etwas Merkwürdiges um die Genfer Tagungen. Je mehr der Anspruch de» Völkerbundes, Geschichte zu machen, sich »erflüchtigt, desto stärker verdichtet sich Genf al» verbleibende» Beratungszentrum, wobei die vernünftigen Bemühungen der europäischen Kanzleien, nnijt alle» auf einmal und durcheinander zu bringen, aufs schönste durchkreuzt werden von dem Wunsch aller großen, mittleren und kleinen Völkerbundsmitglieder, überall mttzu-reden. Gewiß ist immer noch zu unterscheiden zwi-schen denjenigen, die den Völkerbuid einfach als eine Kriegsmaschine gegen die Abwesenden ansehen, und den andern Möchten, die ohne solche primitive Cinsettigkett doch das Bedürfnis haben, ihre Außen-polttik auf allgemeine Formeln zu bringen, wie sie in der Genfer Lust nun einmal liegen. Zu diesen letzteren gehört heute wieder Frankreich in erster Linie, s?tt die Völkerbundsfreudtgkett der Engländer in Abessinien etwas enttäuscht worden ist. Herr Leon Blum hat am Vorabend der Genfer Rats-togung und Versammlung wieder verkündet, daß Frankreich immer auf Gesamtregelungen ausgehen müsse, d«nn der Frieden müsse allgemein werden, weil sonst der allg«m«ine Krikg di« unausweichliche Folge wäre. Alan kennt diese Formel, die Herr Delbos ebenfalls, unter dem Stichwort der Sicher-heit aller, jüngst ins Gedächtnis zurückgerufen hat. Ader nicht nur im bbrigen Europa, sondern auch in der französischen Regierung ist e» kein Geheimnis, daß ein erster Schritt, wie die nach den Genfer Ereignissen geplante Konferenz der Westmächt« nur gelingen kann, wenn eben nicht alles zusammen auf den Tisch gebracht wird und man sich bemüht, vor allem das Naheliegende zu regeln. Das französische Sprichwort: „Wer sich zuviel vornimmt, geht leer aus" ist der Diplomatie des Quai d'Orsay vertraut, und infolgedessen eignet sich die Forderung nach den Gesamttegelungen sehr viel besser für da» Forum von Gens al» für eine fach-liche und klar umgrenzte Konferenz. Dabei kann e» von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit werden, wenn die Regierung Blum ihren Bettrag zum Frie-den in der Form leistet, daß sie einerseits die wirt-schaftlichen Hintergründe der politischen Not in der Welt aufhellt und andererseits die höchst wünschen»-werte Rüstungsbeschränkung in Europa als einen Grüns mehr zur Verständigung zwischen den Völkern ins Feld führt. Am guten Willen Deutschlands, sich mtt Frankreich zu verständigen, fehlt es bekanntlich nicht. Wenn auch die Gegenseite dem bösen Willen jener, die eine deutsch französi>che Verständigung als Störung ihrer unterirdischen Pläne hintertreiben möchte, erfolgreich widersteht, dann hat England be-gründete Aussicht, mit der Vorbereitung der in ab-sehbarer Zeit vorgesehenen Fünfmächte-Trgung keine unnütze Arbett zu leisten. Man kann nur hoffen, daß die englisch« Politik selbst sich nicht wiedtr in die G«dank«ngänge des Fragebogens vom vorigen Frühjahr verliert. Denn er konnte von Deutschland einfach deshalb nicht beantwortet werden, weil er das Reich vor der Konferenz moralisch unter Druck setzen sollte Herr Blum hat in seiner Rundfunkrede für Frankreich klar betont, daß es sich weder direkt bacher Straße Nr. 5 schuf. Diese» wurde nach be-endetem Weltkriege ob Baufälligkeit niedergerissen; an seiner Stelle wurde die vrthodoie serbische Kirche erbaut. Im Jahre 1828 kaufte er da» Gebäude Nr. 13 für 3000 fl von Wolfgang Anselm Pramberger, welche» im nächsten Jahre Anton Jereun erwarb; jetzt Hau» Nr. 13, Gosposka ulica, Eigentum der Firma Daniel Nakuich. Dazu kamen noch kleinere Objekte: Wiesen hinter: dem Laynhofe, bei der Loznico und Äoglaina, ein GarU in der Trantichen (Herdindungsstrahe zwischen der Gosposka und Presernooa ulica mtt dem Schwib-dogengedäude, früher Bogengaise. jetzt Ozka ulica) uno eine „Ziegelstadt auf der Arndocser Hatweide". Seine wirtschaftliche Kraft zeigt sich aber am stärljten im Erwerbe der großen Herrschaften Sallach, Hvsrain und Helfenderg. welcher in da» Jahr 1814 fällt. So war er in die Reche der „obere» Zehn-tausend" eingerückt. Der Ehe mtt Josefa entsprossen sechs Töchter: Johanna Rep. Maria Konstanzra (geb. 1805), Aurelia Franziska Jojefa (1806), L«opoldi«e Maria Jostfa (1810). Jo,esa Kuroline Etmunda (1813). Balbme Vlnzenzia Maria (1814) und Alerandra Wilhelmina Aurelia (18l5); ferner ein Sohn Johann Ev. Georg (1812), welcher schon drei M»na«e nach seiner Geourt gestorben ist. (Fortsetzung folgt.) Seife 4 Deutsche Zeitung Nummer 78 noch indirekt einen Druck von außen gefallen Iasje. Dasselbe gilt für jede verantwortungsbewußte Na-tion, und also auch für Deutschland, eine Tatsache, die gerade der Mittler und Wegbereiter einer ent> scheivend wichtigen Verständigung sich stets vor Augen halten muh. Machtkämpfe in Oesterreich Seit dem 11. Juli d. I. spielt sich in Oester-reich ein großes innerpolitisches Ringen ab. Das Abkommen zwischen Berlin und Wien hat dem po-Iitischem Kamps in allen Lagern neuen Austrieb gegeben und Die einzelnen Gruppen beziehen neue Ausfallsstellungen. Klerikale Wünsche Die Wiener Emigranten Zeitschrift „Der Christ-liche Ständestaat" lügt sich ^iummer für Nummer etwas selbst vor, um über unangenehme Tatsachen hinwegzukommen. Dieses klerikale Bläitchen kann es nicht begreisen, daß es mit seiner Politik Schiffbruch gelitten hat. Da lesen wir u. a.: „Oesterreich läßt sich in seiner selbständigen Po-litik auch nach dem 11. Juli nicht beirren. Die Be-ruhigungspulver, mit denen gewisse nationalsozialistisch? Par!eikr«tse ihre österreichischen Anhänger über die w.hre Bedeutung oes Abkommen» hinwigzu-täuschen vcrsuchto,, indem sie glauben machen wollten, ei, handle sicq nur um einen Wcchjtl der Anschlußme« thoden, nicht auch um die Ausgabe des Ziele» selbst, müssen angesichts des zielbewußten Handelns der verantwortlichen Staatsmänner ihre Wirkung ver-fehlen. Die österreichischen Nazis waren die Einzigen, die fern vom Schuß, noch bis zuletzt an so viele leeren Verheißungen oes Nationalsozialismus geglaubt haben. In Deutschland selbst ist die Mehrheit der Be- völkerung über dieses Traumstadium längst hinaus!" • Die Hintergründe dieser Hetze sind klar: Man will den österreichischen Nationalsozialisten wieder einmal darlegen, daß Deutschland sie verraten habe. Auf diese Art wollen die Kreise um den „Christ-lichen Ständestaat" sich die Diskussion mit dem Na-tionalsozialismus erleichtern. Gleichzeitig nimmt in dieser katholischen Zeitschrift der sattsam bekannte jüdische Journalist Dr. Franz Klein, Römer-Kor-refpondent der „Basler Nachrichten" das Wort und warnt die Klerikalen, in einer von Deutschland ge> führten Front des Antibolschewismus mitzumachen, denn das würde den österreichischen Nazis neuen Auftrieb geben und das dürfe auf keinen Fall gc-fchehen. So, wie wir die Dinge sehen und beur-teilen, machen die politischen Katholiken Oesterreichs ihre Rechnung ohne den Wirt. Trotz der jüdischen Schützenhilfe wirb die (Entwicklung in Oesterreich dem politischen Katholizismus jeden Eristenzboden entziehen. Frankreich und Deutschland Aus maßgebenden Kreisen, welche der französischen Regierung sehr nahe stehen, wird ber Internationalen Presseagentur Ipa geschrieben: „Deutschlands koloniale Forderungen werden von gewissen Mandatsmächten mehr aus Taktik für ihre politische Strategie abgelehnt, als aus ehrlichem Bewußtsein. Deutschlands Koloniewillen. seine Ko-lonijatlon«sähigkeiten, sein Recht aus Kolonialbesitz ist moralisch und politisch doch nicht anders zu bewerten, uls bei allcn anderen Kolonialmächten. In allen Kolonialmini>:erien weiß man das. Man weiß dort auch, weiche Klagen aus ehemals deutschen Kolonien bei gewissen Kolonialmächten vorliegen, Klagen, die freilich fast überall, berechtigt oder un-berechtigt, vorliegen gegen jedes Kolonialregime. Der Hauptwiderstand gegen Deutschlands Forderun-gen kommt aus England, das Frankreich einmal mehr vorschiebt. Dieses jetbst ist prinzipiell nicht von vornehernn abgeneigt, Deutschlands Forderungen einfach abzulehnen!" Kongreß gegen Antisemitismus (A) Paris, 2t. September. Havas meldet: Gestern fand hier die „Internationale Konferenz gegen Rassismus und Antisemitismus" statt, die als Antwort auf den Nürnberger Kongreß organisiert wurde. Es waren '200 Delegierte anwesend. Die Versammlung beschloß, einen Weltkongreß ein-zuberusen und den allgemeinen Kampf gegen die nationalsozialistische Propaganda, deren Filme und deren Bücher zu organisieren. Aus Frankreich sind in wenigen Tagen eine Milliarde und 800 Millionen Goldfranken abgegangen. Saat in der Nacht Der neue Roman Karl Springenfchmids „Der Herrgott muß Großes fürhaben mit üns, daß er uns so hart züchtigt. Es ischt wohl so. daß er ünser Land an der Grenz' erscht in welsche Händ' hat kemmen lassen, daß mier richtig verstehe, wia deutsch mier sein von Grund auf. So saan mier dös Korn in der Nacht. Es ischt finster um un», mier sehgn nit, wia es fallt in die Furchen, wia es wachst in der Erden. Ader mier wissn, es wird hell werden wieder, Heller Tag überall, und deutsch wird dös Korn wieder aufgeh'n, deutsch!" So verkündet hoffnungsstark der Bauer Peter Falck am Ende des hinreißenden Buches „Saat in der Nacht — Bauernschicksal in Südtirol" (Ver-lag „Das Bergland-Buch", Salzburg). Und beim Auszug des letzten Ausgebots der Süstiroler im Weltkrieg ruft eine alte Bäuerin: „Mander, geht, geht alle, aber tüet üns lei da» Land nit walsch werden lassen! Nit walsch werden lassen! Tirol, nit walsch!" Als protestantische Preußen und katholische Ti-roler in Verteidigung der Alpengrenze gemeinsam bluten, sagt ein bekehrter Bigotter: „So mitten im Angriff drein, da ischt alles oans g'wesen ... tiro-lisch oder preußisch... es war alles gleich, alles oans ... kathvlijch und lutherisch ... alles deutsch!" Und der junge reichsdeutsche Soldat stirbt für Tirol, weil es ihm ein Stück Deutschland war; nicht auf die Uniform kommt es an, die einer trägt, nicht auf den Kaiser; allein auf das Herz kommt es an, in dem die Not des ganzen Volke» schlägt. Die Bäuerin aber muntert ihren Mann bei der Arbeit mit den Worten aus: „Schaff's guet! Nit die anderen — der den Pflueg hat, ischt der Herr im Land!" — Ja, so ist es: im Letzten und Ewi-gen gilt nicht das Eisen im Schwert, gilt allein das Eisen im Pflug. Karl Springenschmid, der Verfasser dieses vielleicht besten, tiefsten Roman» deutscher Not, aber auch deutscher Hoffnung, formt aus dem allgemein Menschlichen, aus den ewigen Gesetzten des Bauern-tums das Schicksal seiner „Heiden", die schlicht, wahr und fest sind, ohne romanisch« Phrase, ohne falsches Pathos und die ewig da» bleiben werden, was ihre Väter waren. AU da» ist ohne Ueber-schwang in der harten und klaren Spreche geschil-dert, die den Bergdauern in Südtirol zu eigen ist. Wie bekannt, ist der Dichter bei einem Besuch in Südtirvl wegen dieses Romans durch die italienischen Behörden verhaftet worden! Ein Grund mehr, daß jeder Deutsche das prächtige Werk liest. Karl Nieder (Schwaz) hat es mit neun knorrigen Bildern ge-schmückt, die voll herber Tiese, voll dramatischer Wucht sind und der Kunst eines Egger-Lienz nahe-stehen. __Wms. Jugoslawien und die Minderheiten Minister Stankovic erklärte in einer Rede in Sombor u.a.: In der nördlichen Donaudanschaft leben nationale Minderheiten, mit denen wir wie früher in Harmonie leben wollen. Wir wollen ihnen nicht die Sprache nehmen, noch sie in der Entwicklung ihrer nationalen Kultur hindern, solange diese Minderheiten diese ihre Bestrebungen in dem Nahmen der staatlichen Gesetze hallen. Deutsche Journalisten in Jugoslawien Zagreb, 21. September. Am 4. Oktober L I. trifft mit dem Spliter Eilzug eine Gruppe von 15 reich »deutschen Journalisten in Zagreb ein. Sie werden den Tag in Zagreb verbringen, um hier die wichtigsten kulturellen und sonstigen Ein-richtungen sowie die Zagreber Umgebung kennen zu lernen. Um 22.25 Uhr reisen die Gäste nach Ljub-ljana weiter. Der Gruppe wird von den hiesigen Behördenoertretern und Kollegen ein würdiger Empfang bereitet werden. Gemeindewahlen im Küstenländischen Banat Split, 21. September. Di« Gemeindewahlen im Kustentändischen Banal wurden für den 15. November ausgeschrieben. (A) Wien, 21. Havas meidet: Die öfter-reichliche Zensur hat die Vorführung des Films vom nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg verboten. 4 In Frankreich mehren sich die Streiks und Zu-fammenstögen zwischen Marxisten und Polizei. Der britische Marineminister und das Mittelmeerproblem (A) London, 22. September. Der englische Marineminister Sir Samuel Hoare, der von seiner Inspektionsreise im Mittelmeergebiet zurückgekehrt ist, gab der Londoner Adenopresfe eine Erklärung, derzufolge Großbritannien nicht di« Absicht habe, in irgendeiner Beziehung auf seine Stellung im Mitti«l> meer zu verzichten. „Viele schwierige Probleme erfordern es, daß Großbritannien in diesem Teil der Welt ein« starke und sichere Stellung behält. Vor allem ist zu bedenken, daß über oa» Mittetmeer die wichtigsten Verkehrswege des britischen Imperiums führen. Demnach ist bi« Sicherheit im MiUelmeer eine Lebensfrage des Britischen Reiches." Der Minister erklärte sodann, indem Groß-britannien diese Auffassung vertrete, drohe es niemandem. Gewisse Artikel der italienischen Presse verrieten, eine vollkommene Unkentnis der Ziele und Beweggründe der britischen Politik im Mutelmeer-gebiet. Diese Politik habe sich in ihren Grundzügen ganz und gar nicht geändert. Großbritannien erstrebe die Freundschaft aller Mittelmeerstaaten und trage seiner Sicherheit Rechnung. Deutschland soll das gastlichste Land werden Die deutschen Hotelier» tagt«. Der Aufschwung des deutschen Fremdenverkehr» seit 1933 ist außerordentlich. Die deutschen Fremdenorte können von einer anhaltenden Steigerung ihrer Besucherzahlen berichten. Erfreulich ist, daß auch da» Ausland an dieser Entwicklung emen besonder» seit dem letzten Jahr wachsenden Anteil hat. Die Bemühungen des Reichs fremdenoerkehrsverbande», Deutschland zum gastlichsten Land der Welt zu machen, ein Ziel, da» Staatsminister a. D. Esser bei der Hotellertagung erneut und nachdrücklich auf-stellte, haben daran sicher nicht den geringsten Anteil. Dieser Zunahme der Besucher entspricht aber nicht, wie man den Verhandlungen der Hoteliers in Berchtesgaden entnehmen konnte, die zu erwartend« Steigerung der Umsätze. Noch immer wie in den Jahren der Krise se» der Ametl der festen Kosten prozentual zu hoch und mach« einen Großteil der Hoteldetriede unrentabel. Gegenmaßnahmen tonnten nicht Preissteigerung oder Leistungsminderung sein, sondern mutzten anderswo gesucht werden, «teuer-tiche Erleichterungen, dre am notwendigsten seien, stunden in Aussiqt. Darüber hinaus jer die saison-Verlängerung ern beachtenswertes Problem, mtt der in enger Aerbmdung die unvefriedigenoe Ferien-ordnung in Nord- und Süddeutschland stehe. Preis» Vergünstigungen für Vor- und Ziachsaison, denen eine enlsprechende Preispolitik zu Hilfe kommen müsse, dienten demselven Zweck. Studienreise durch Mitteleuropa Berlin, den 21. September 1936. Auf einer politischen Studienreise, die üver Prag, Budapest, Belgrad und Wien führen soll, sind dieser Tage eine Anzahl französischer Aogeordneter verschiedener Parteien in 4)eul>qtand gewesen. Sie haben nach dem Grundsatz, dag di« eigene Anschauung immer oen besten Eindruck oermttleu, Aufenthalt genommen im Inoustrtegrbtet an der Ruhr und sind später in Berlin von Ltolschaster v. Aibbentrop und Herrn v. Armin, dem Präsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft, empfangen worden. Sowoyt diejenigen unter lynen, die als Raditale der Votlsfront angehören, wie jene anderen, die in nationaler Opposition stehen, waren stark beeindruckt von der Ausgcschlosjenyeit des neuen Deutschlands für di« Verstanoigung. Es wurde ihnen auch klar, daß der Froittgelsi, der über die Schützengräben der Ver-gangenyett hinweg Brücken von Volk zu Volk schlagt, sein t£cho findet rin Glauben der jungen iveneraNon an die Möglichkeit guter Nachbarschaft zwischen Deutschen und «zranzosen. Als ein besonders glückliches Zeichen mag es gellen, daß auch elsäifijche Angeordnete verschiedener politischer Zugehörigkeit bei der Reisegruppe waren und als Dolmetscher des Friedens gerne zwischen Gästen und Gastgebern vermittelten. Die Arbeitgeber im Saoebanat beginnen ein« neue Politik zu betreiben. Wo Lohnvewegungen ent-stehen, wird grundsätzlich nur mit dem Kroatischen Ardeiterbund (Hroat^ki radnicki saoez) verhandelt, der unter der obersten Leitung von Dr. Macek steht. Mit der monistischen Freigewerkjchaft wird grundsätzlich nicht verhandelt. Nummer 78 Deutsche Zeitung Seite 5 Zwei Wege Guten Tag, V. wie geht's? Ich koufe Stoff für ein Kleid) So gut gehl es mir nicht — Ich muß Bettwäsche kaufen) £ wieder? Worum ist Deine Wäsche stets wie neu ? Weil ich mit einer wirklich guten Seife wasche I Es is» falsch, bei der Seife iu sparen — auf Kosten derWäsche. Minderwertige Seifen schaden dem Gewebe. Nur eine wirklich gute Kernseife wäscht die Wäsche gründlich und dabei schonend blütenweiß: SCHICHT HIRSCH SEIFE schont die Wäsche ZUM EINWEICHEN FRAUENLOB Griechenland gegen kommunistische Propaganda (A) Athen, 19. September. Die Athener Agentur meldet: Heute ist im Amtsblatt die Ver> ordnung über Mahnahmen gegen die kommunistische Propaganda verlautbart worden. Die Verordnung sieht u. a. Arreststrafen von wenigstens 3 Monaten und Internierung bis zu wenigstens zwei Jahren für alle jene Personen vor, die sich in der Pro-paganda gegen die soziale Ordnung betätigen. Die Ausrufung zum Streik ist strafbar. Buchhändler, Verleger usw.. die Bücher. Broschüren, Flugblätter, Bilder usw. auf Lager haben, deren Inhalt gegen die Bestimmungen dieser Verordnung verstöht. sind verpflichtet, dies« binnen 20 Tagen den zuständigen Behörden zu übergeben. Es wird hervorgehoben, daß die Kommunisten offen einen Umsturz und Gewalttaten propagieren und damit die Regierung zu energischen Mahnahmen veranlahten. Die Presse billigt diese neuen Gesetzesm^hnahmen und betont, dah die kommunistische Propaganda nicht aus griechischem Boden ihren Ursprung habe, sondern aus d«m Ausland gekommen sei, von wo sie auch genährt werde. Dr. Goebbels in Griechenland Die zehntägige Reise des Reichspropagandami« nisters Dr. Goebbels nach Griechenland gilt, wie atl zuständiger Stelle erklärt wird, ousschliehlich Studien zwecken. Der Minister habe die Absicht, Griechenland kennenzulernen. Mit dem klassischen hellenischen Geist fühlt sich die Kulturpolitik des Nationalsozialismus eng verbunden, wofür die Aus-richtung der diesjährigen Olympischen Spiele beson-ders eindringlich Zeugnis ablegte. Die Aufmerksam« keit für die aktuellen Vorgänge in Griechenland und die Sympathie für das griechische Volk, die man in Deutschland hegt, kam auch in den Nachrufen auf den soeben verstorbenen früheren griechischen Staats« Präsidenten Zoimis zum Ausdruck. Sie waren in überaus warmem Ton gehalten und unterstreichen di« Verdienste des griechischen Staatsmanne« um da» Wohl seines Volkes und Vaterlandes nach-drücklichst. Ebenso herzlich war auch die Begrüßung des Ministers und seines Gefolges bei seiner An-kunft in Athen durch die offiziellen Stellen der Regierung. Largo Caballero „EhrenGottloser" Zürich. Nach einer Mitteilung des Evange-Iischen Pressedienstes der Schweiz ernannte das Präsidium der Gottiosenorganisation in der Ukraine den spanischen Ministerpräsidenten Largo Caballero mm Ehrenmitglied. In allen Unterverbänden der Ukraine soll das Bildnis Caballeros aufgehängt und sein Name aus der „Ehrentafel der Gottlosen" verzeichnet werden. Der Zentralrat der Gottlosen-bvoegunq Sowjetruhlands beschloß die Herausgabe eines Briefmarkensatzes, der zum doppelten Nennwert verkaust wtrden soll. Den Mehrertrag erhält der Zentrairat zur Unterstützung der spanischen Gott-losenver bände. Die österreichische RSDAP Der in Buenos Aires erscheinende „Deutsch, öjterreicher" stellt fest, dah sich durch das deutsch-österreichische Abkommen an der Grundeinstellung »IN grohdeutschen Ideal und zur Frage der inneren Befriedigung Deutschösterreich« nichts geändert habe. Es wird nach wie vor die Abhaltung einer Volks-abstimmung gefordert. Der „Kamps um Oesterreich" soll auch nach dem 11. Juli bis zum Siege fort-geführt werden. Di« Landesgruppen Argentinien. BrWen, Paraguay und Uruguay der deutsch-österreichischen Vereinigung in Südamerika sind der Wiener Landesleitung der NSDAP unterstellt worden. Damit hat die österreichisch« NSDAP «ine eigen« AuslandZ'Organisation geschaffen. Kurze Nachrichten Die Lage in Palästina hat sich wieder sehr ver-schlimmer!. Anlählich der jüdischen Neujahrsfeiern kam es im ganzen Lande zu grohen Schiehereien. O (A) London, 24. September. Haoas meldet: Gestern ist das zweite Bataillon schottischer Garde nach Palästina abgegangen. * Lloyd George veröffentlicht im „Daily Eipreh" seine Eindrücke über seine Deutschlandreije und sagt: Das deutsch« Volk hat unter Hitlers Führung wie-der sein Glück, seine Einheit und seine Zufrieden-heit gefunden und hegt keine imperialistischen Ziele. Die Luftschugabteilung des englischen Innen-Ministeriums hat 30 Millionen Gasmasten bestellt. Täglich sollen 250.000 Stück hergestellt werden. Nach Pariser Berichten will Ungarn dem Bei-spiel Oesterreichs folgen und die allgemeine Wehr-pflicht einführen. * In d«r slowenischen Textilindustrie kam es nach wochenlangen Verhandlungen zu einer Einigung und somit zur Streikbeendigung. # Die Mineralwasserfabrii Teslic ist am 17. d. M. niedergebrannt. Der Sachschaden beträgt rund 3.000.000 Dinar. Buchbesprechung Die Schriftstellerin Nelly Lia Bayer, die sich durch ihre reizenden Tiergeschichten und Tier-gedichte schon viele Freunde erworben hat und deren Ruf über di« Grenzen ihres Vaterlandes hinaus-reicht, hat nun im Verlag Carl Gerold's Sohn in Wien ihren Roman „Die Rollen der Lilian Frey" herausgegeben, ein Buch das — ganz abgesehen von seinem fesselnden und lehrreichen Inhalt — schon seines ausgezeichneten Druckes willen warm empfohlen werden kann. Die Heldin des Buches, Lilian Frey hat einen starken Hang zur Schau-spielerlaufbahn und da er vorerst nicht befriedigt werden darf, spielt sie ihr wahres Alltagsleben nur als Roll«. Sie wird Krankenschwester, Gattin, Mut-ter, Lebrnsgefährtin und später wirkliche Bühnen-künstlerin, aber alles, was sie tut, ist und bleibt „Rollt." Durch ihr wechseloolles, schicksalsbedingtes Sein leidet und lernt sie unsagbar viel und durch dieses Wissen und Leid gereist, kann ihr der Arzt, der sein Schicksal fest in Händen hat und sich ihm nicht ergibt, zur Erlösung werden. Der düstere Langenberger, der sein« dunkltn Kräft« zu BeHerr-jchungszwecken benützt, g«ht trotz semer gelegentlichen lichten Anwandlungen an seiner Unausgeglichenheit zugrunde, und die übrigen Gestalten des Buches fügen sich halb unbewuht dem Schicksalswind, dem zu widerstehen nur starke Seelen die Kraft haben. Es ist ein überaus fesselndes Buch, das viel Wissen um die grohen unsichtbaren Wesenheiten enthält und das viele neue Gedanken auswirft. Der Arzt Johannes, die schönste Figur des Werkes, sieht z. B. in den Irrsinnigen nicht Geisteskrank«, sond«rn See-lenkranke, er ist ein Gegner aller Versuche an wehr-losen Tierleibern, er spricht mutig gegen den Fleisch-genuh, da» „Verzehren von Leichen", und besiegt sein Schicksal, weil «r es gelernt hat sich selbst und sein Wünschen zu besiegen. Die ganze warme Schön- heit des Wörthersees flammt in diesem Werke auf und beglückt doppelt die Leser, die diesen schönen S«« k«nn«n. Alma M. Karlin. Aus Stadt und Land 50 Jahre Schuhleistenfabrik Winkle, Sevnica In di«s«n Tagen feiert die bekannte Schuh-leistensabrik Winke in Sevnica ihr 50jährige» Gründungsfest. Vor einem halben Jahrhundert zog aus dem bayrischen Schwadenlande Herr Andrea» Winkle, der heute noch so rüstige Mitinhaber und Mitarbeiter der Firma, nach dem damaligen Lichten-wald a. d. S. und schuf in zäher und ausdauernder Aufbauarbeit mit seinem Bruder, Herrn Julius Winkle, aus kleinen Anfängen da» h«ut« so kräftig und gesund dastehende und im ganzen Staate hochangesehene Unternehmen. Wir möchten heute die kleine Vornotiz bringen und sie mit herzlichsten Glückwünschen für das Er-reichte und da» weitere Gedeihen des Unternehmens im Namen oller Volksgenssen unsere» Gebiete» verbinden, behalten uns aber für die folgende Nummer unseres Blattes eine eingehendere Wür-digung dieses schönen deutschen Jublläum» vor. Kum-Zubiläum Der durch seine wundervolle Aussicht land-berühmte KumBerg bei Hrastnik übt namentlich auf die Touristen in Hrastnik selbst eine immer steigendere Anziehungskraft aus. Bekannt ist, dah der Materialoerwolter der Chemischen Fabrik, Herr Bruno Diermayr, fast jeden Sonntag den Kum besteigt. Einen scharfen Konkurrenten hat Herr Di«-mayr im Betriebsleiter der Chemischen Fabrik, Herrn Ina. Kar! Ullmonn, gefunden. Herr Ing. Ullmonn hat den Kum allein im heurigen Jahre schon 26 Male bestiegen. Auch Sturm und Wetter konnten ihn nicht von seinem Vorhaben abbringen. Viel trägt zur Beliebtheit de» Kumberges auch die vorzügliche Bewirtschastung der Kumhütte durch da» Ehepaar Miha und Anita Jamsek bei. Wir wünschen den begeisterten Kum Pilgern noch manche« vergnügten, Gesundheit stärkenden Auffteig. Celje Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 27. September, findet der Gemeindegottesdienst um 10 Uhr, der Kindergottesdienst vorher um 9 Uhr in der Christuskirche statt. Ab Donnerstag, den 1. Oktober, werden die Friseurgeschäfte, wie jeden Winter, um '/,8 Uhr früh geöffnet. 90. Geburtstag. Am 27. d. M. feiert unsere Mitbürgerin Frau Theres« Hüttig, Mutter der bestbekannten Fräuleins Schwester Maria und Th«r«se Hüttig, Dienstvermittlung»büro, im Kreis« ihrer Familie ihren 90. Geburtstag. Der würdigen Jubilarin, die in voller körperlicher und geistiger Frische dieses seltene Fest beacht, wünschen auch wir herzlichst, dah sie noch recht viele schöne Jahre, zur Freude ihrer Kinder und Freunde er-leben möge! Nicht unerwähnt soll gelassen werden, daß die Familie Hüttig schon 94 Jahre im selben Hause, Hauptplatz Nr. 8, und in derselben Woh-nung als Mietpartei wohnt, ein« Seltenheit in der heute so sehr beengten Zeitperiode. K. Todesfall. Am Mittwoch, dem 23. d. M, starb im hohen Alter von 87 Jahren Frau Ursula Orehovc. Das Leichenbegängnis fand am 25. d. M. um 4 Uhr nachmittags am Hl. Kreuzsried- Seile 6 Deutsche Zeitung Nummer 73 Hof in Ljubljana statt. Den Hinterbliebenen unser inniges Beileid! Billigeres Brot, teureres Fleisch. Die Bäcker Celjes haben seit dem 22. d. M. die Brot-preise herabgesetzt und zwar: Weißbrot von 4 auf 380 Din je Kilogramm, Schwarzbrot von 3 30 auf 3 Din, Halbweitzbrot von 3 60 auf 3 50 Din, Mithin ist das Weißbrot in Celje um 20 Para pro Kilogramm billiger als in Maribor und Ljub-ljana. Gleichzeitig aber stiegen in Celje die Schwein-fleischpreise um 2 Dinar je Kilogramm, von 12 auf 14 und von 14 auf 1k Dinar. Neu« Begünstigungen der Krankenkasse Merkur, Zagreb. Der Minister für Sozialpolitik und Volksgesundheit genehmigte den Beschluss der Krankenlassendirektion Merkur Zagreb, auf Grund dessen den Familienmitgliedern der Versicherten Be-gräbnisunterstützungen gewährt werden. Danach wer-den bei sechs- bezw. zwölfmonatiger Mitgliedschaft von der Krankenkasse Merkur Zagreb im Sinne des Paragraphen 56 ZOR folgende Summen aus-gezahlt: Bi» zur Höhe der tatsächlich entstandenen Begräbniskosten, welche für Erwachsene nicht höher sein dürfen als der 30 fache Versicherungslohn. Zum Beispiel 1440 Din, wenn das Mitglied in der 12. RangsNasse ist; für Kinder bis zum 14. Jahre nicht mehr als 200 Din, von 4 Jahren nicht mehr als 100 Din. für neugeborene Kinder 50 Din. Dieser Beschluß tritt mit 19. September d. I. in Kraft.! Zum Oberforstrat im Bezirk Celje ist Herr Ing. Cyrill Nihtar ernannt worden. Die Arbeitslosenzahl in Celje stieg seit 10. September von 187 (darunter 27 weiblich«) auf 422; 284 männliche und 138 weidliche Arbeitslose. Das Wasserleitungsnetz von Celje wird bis in die Precna ulica in Baberje verlängert. Seife und „Seife" ist nicht dasselbe! Davon werden Sie überzeugt, wenn Sie vorzeitig neue Wäschestücke anschaffen müssen. Deshalb ist es am ratsamsten, zum Wäschewaschen stets die gute Schicht-Hirschseife zu verwenden. Dann haben Sie die Sicherheit, eine Seife zu benützen, die aus wirk-lich besten Rohstoffen hergestellt wird, sparsam im Gebrauch ist und die Wäsche schont. Kino Union. Samstag. Sonntag und Mon-tag: Schenk mir diese Nacht, mit Jan Kie-pura und zwei Nebenprogromme: der Farbfilm „Popaj" und ein Kulturfilm: „Marokko". Diens-tag und Mittwoch: L' E q u i p a g e mit Annabella, und zwei Nebenfilme: Farbfilm und Kulturfilm. Freiwillige Feuerwehr und deren Ret-tungsabteilung Celje. Den Wochendienst über-nimmt der 3. Zug; Kommandant: Putan Hans. Inspektion: Ehrenobmann Jellenz. KINO „METROPOL" CELJE Besinn aa Wochentagen um 18*16, und >0*90, an Sonn* und Feiertagen um i«, 18'16 und to SO Uhr. Emlsugter Eintritt an Montagen, Samstagen um 1«, an Sonntagen um IV90 Uhr Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag STENKA RASIN (Don Kosaken) Jieue „Merk«r"-Woehen»chn» Mittwoch, Donnerstag 4-l- MUSKETIERE Neue „Fox"-Woehensehuu Samstag um 16, Sonntag um 10.30 Uhr „Die tust leren Schotten*. Jeder Sitz zu Din 3.—._ Maribor Archäologische Funde in Prekmurje. In Prekmurje wurden in der letzten Zeit interessante archäologische Funde gemacht. Bei Markovci legte der Lehrer Alois Knafelc ein Grab aus der Stein-zeit bloß, in dem verschiedene Gegenstände gefunden wurden. In Molvarjeoci fanden der Pfarrer Poth und der Lehrer Gajöek in mehreren alten Grab-Hügeln Tonscherben, sowie Gegenstände aus Glas, Eisen und Bronze, die aus der Römerzeit stammen dürften. Die gefundenen Gegenstände wuroen dem Mariborer Museum übergeben. Bei Dobrovnik. Motvarjevci, Cikecka oes, Pordesknri, und Pro-senjakooci wurden die Reste einer römischen Heer-straße gesunden. Oeffentliche Arbeiten. Da auch die zweite Offertverhandlung zur Vergebung der Arbeiten an der Reichsstraße 6t. Jlj—Pesnica ergebnislos blieb, hat die Banalverwaltung eine dritte Offertverhandlung auf den 20. Oktober anberaumt. Voranschlagsjumme 3,604.828 Dinar. — Am 2. Oktober findet die zweite Offertverhandlung zur Vergebung des Baues eines neuen Pavillons für das Allgemeine Kranken-Haus in Maribor statt. Voranschlag 2,370.000 Dinar. Koöevje Kulturelle Leistung. Eine ganz besondere Auffassung von Kultur und Anstand hat eine Ge-sellschast aus Nesseltal-Koprivnik. Am Vorabend zum 6. September glaubten diese Wichtigtuer dem Herrn Pfarrer Schauer damit einen Gefallen zu er-weisen, indem sie ihm eine ohrenbetäubende Katzen-musik darbrachten. Damit wird dem Ansehen unseres allseits geachteten Pfarrers gewiß nicht geschadet. Schulbeginn. Der Unterricht in allen Schulen des Ländchens geht bereits wieder an. Hoffentlich geht der Wunsch manches bedrängten und zitternden Eliernherzen in Erfüllung. Von 71 deutschen Klassen haben wir heute nur noch 20 und auch diese drohen anders zu werden. In vielen Schulen unter-richtet keine einzige deutsche Schulkraft mehr, obwohl ziemlich die Ausstellung solcher Kräfte in Hang ge-bracht werden könnte, weil sie vorhanden sind, esch Die Weinlese beginnt. In Kürze werden die Weingärten von Maierle-Maoerle mit lustigem Wmzervolke bevölkert sein. Der Wein verspricht zwar gut zu werden, jedoch wird die Menge hinter der vorjährige bedeutend zurückstehen. Der Portugiese! wird bereit» gemostet. Die Weingegend wird schon eifrig von Neugierigen und Traubenhungrigen aus dem Oderlande und der Stadt besucht. Sport 2. Klasse: LaSko : talec um 9 Uhr» Zug», slaoija : Hrastnik um 10.30. Beide Spiele werden am Sportplatz des S. K Olimp in Gaberje ausgetragen. Durch den Sieq über Jugoslavija zeigte Lasko eine ziemliche Spielstärke, weshalb mit einem neuer-lichen Sieg von Lasko gerechnet werden muß. Das Spiel Jugoslavija gegen Hrastnik ist gänz-lich offen. Hrastnik ist eine gute Mannschaft, welche schon manchem erstklassigen Berein Niederlagen be-reitet hat. Aber auch Jugoslavija ist besser als bei seiner sonntägigen Form in Lasko. Am Sonntag gelang ihnen einfach garnichts. Es wird ein hartes Ringen um die Punkte werden. Verlautbarung des O. O. des L. R. P. Durch die hohen Abgaben bei Wellspielen wur-den nachstehende Preise vorgeschrieben, welche von allen Vereinen genauest eingehalten werden müssen. Bei erstklassigen Spielen: Sitzplatz Din 10.—, Stehplatz Din 8 — für verifizierte Spieler Din 6.—. Bei zweitklassigen Spielen: Din 6—, für oenfi. zierte Spieler Din 4.—. Um den Sportanhängern einmal eine Gelegenheit zu geben, den Kampf d« erstklassigen Vereine im Bezug der Geldangelegen» heilen kennen zu lernen, zeigen wir die Abgaben bei einem solchen Spiel. Alle Abgaben sind von dem Brutto Inkasso zu entrichten: Steuer 26507«. L. N. P. 8»/«. O. O. 2"/,, Sportplatz 10'/.. zu-sammen 46.50"/,; dazu kommen: Fond sür verletzte Spieler L. N. P. Din 100.—. Fond für verletzte Spieler O. O. Din 20.—, Spielanmeldung Din 10.—. Polizei Din 93.—, Citronen Din 10.—. Schiedsrichter vom eigenen Platz Din 40.—, von Mari bor oder Ljubljana Din 150.— bis 250.—, zwei Sei-temichter ä Din 20.— ist Din 40.—, Fahr! für 13 Spieler und Verpflegung sür 13 Spieler. Diese ganz enorm großen Ausgaben können die Vereine bei den bisherigen niedrigen Preisen ganz unmöglich weiter tragen, da die Vereine einfach nicht mehr weiter können. Um den Vereinen ein wenig den Sportbetrieb zu erleichtern, hat der O. O. die obigen Preise festgesetzt, welche von allen Ver-einen strengstens eingehalten werden müssen. Trotz dieser kleinen Erhöhung hat unsere Stadt noch immer die niedrigsten Wetlspielpreise im ganzen Staate. Wirtschaft Meisterschaftsspiele am Sonntag» dem 27. September in Celje 1. Klasse: S. K. Celje: (akovac. Spielt die Mannschast des S. K. Celje gegen «akovac wieder so gut, wie gegen Athletik am vergangenem Sonntag. so haben sie gute Siegesaussichten. Sportplatz S. K. Celje um 15 30. Pflaumenausfuhr nach Deutschland. Zu den bereits früher bewilligten 500 Waggons jugoslawischer Pflaumen sind nun noch 250 Wag-gons hinzugekommen. Ueber die Einfuhr weiterer 250 Waggons Pflaumen ins Deutsche Reich wird noch verhandelt. Dörrpflaumen dürfen 1000- und Pflaumenmus 100 Waggons eingeführt werden. Hafer, Gerste und Stroh darf seit dem 14. Sept. aus Jugoslawien wieder ausgeführt werden. Die jugoslawisch.italienischen Wirt» schaftsverhandlungen sind so weit gediehen, daß folgende» verlautbart wurde: Italien zähst seine Schuldenrückstände nicht mit Devisen, sondern mit Wcreneinfuhr, in einem längeren Zeitraum. Die wichtixste Ware, die Italien künftighin von Jug» slawien beziehen wird, bleibt Bauholz. Moderner Kinderwagen gut erhalten, vernickelt, VollgummirSder, ist preiRwert in »erkaufen. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 284 Zweizimmerwolinong ("Neugebinde) mit Balkon, Küche, Speise, Vorzimmer und Klosett, alle« unter einem Schlosse), an kinderlose Partei ab 16. Oktober zu rermieten. Adresse erliegt in der Verwaltung des Blattes. Teebutter versendet täglich in Netto 4 kg Packungen zu Din 22.— das Kilogramm franko per Nachnahme die Molkerei Rudolf Bambach — Srpska Crnja (Dunavska banovina). sts Rayonvertretung für Celje und Umgebung für den patentierten „Bigh-Benzinvernebler, 15 — 20% Benzinersparnis für Automobile und Motorrtler, wird an fleissigen und seriösen Herrn mit Fachkenntnissen ab. gegeben. Anträge unter „ Erfolg sicher 387" an die Verwaltung des Blattes. Möbliertes Zimmer mit Küche in sonniger Lage ab 1. Oktober zu t e r-mieten. — Adresse in der Verw. d. BI. Suche ein gut erhaltenes Klavier 282 leihweise oder zu kaufen. Antrlge und in der Verwaltung des Blattes abzugeben. Zwei leere Zimmer schön und groß, gassenseitig, im Zentrum der Stadt, mit HadebenBtiung und grostem Balkon sind zu »ergeben. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 285 t Vom tiefsten Schmerze gebeugt, geben wir allen mitfühlenden Freunden und Bekannten die traurige Kunde, daß unsere herzensgute Mutter, Großmutter und Tante. Frau Ursula Orehovc Mittwoch, den 23. d. M., nach langem schweren Leiden im 87. Lebensjahr, versehen mit den hl. Sterbesakramenten, selig entschlafen ist. Unsere liebe Mutter wurde Freitag, den 25. d. M. um. 4 Uhr nachmittags, von der Aufbahrungshalle, Zaveti§£e Sv. Joiefa in Ljubljana, auf den Hl. Kreuz-Friedhof zur letzten Ruhe gebettet. Ljubljana—Celje—Graz, den 25. September 1936. Martin, Hans, Anton, Söhne Marie, Tochter Trude und Toni, Enkel und sämtliche übrigen Verwandten. Ttudtt ««rlratr und 6»ra«8fltba: Peremtbuchdnicka« ..CMfja" in Celje. - Verantwortlich für den fcrrau^ebrr und verantwortlicher Schriftleiter: Jakob Prah m Celje ' h Für die Druckerei verantwortlich: Gabriel S»enc,t tn Selie.