Folge 70. (Seite 1129 'bis 1160.) Blätter für den Abteilungsunterricht. CTlonatsdirift zur Förderung des österr. Schulwesens. o o o (Herausgeber: Rud. E. Peerz.) [Inhalt: . Seite 1. Unsere Ahnen ........................................1129 2. Das Lied.........................................1130 3. Schulhumor............................. 1130, 1135, 1144 4. Betrachtung......................................1130 5. Die erste Einführung in das Kartenverständnis . 1131 6. Bauernregeln als Diktatstoffe....................1133 7. Ratschläge für die Vorbereitung zur Bürgerschullehrerprüfung ..........................................1133 8. Die Atmungsorgane-Werkzeuge der Blutreinigung 1134 9. Praktische Rechenaufgaben........................1135 10. Stoßseufzer einer Handarbeitslehrerin .... 1136 11. Lose Gedanken...................................1136 12. Sprachunrichtigkeiten...............1 .... 1137 13. Welches Mindestmaß an Wissen und Können braucht der Teil der Bevölkerung, der seine ganze Bildung in der Volksschule erhält...................1138 14. Aus dem Lehreralbum.............................1139 15. Diensttausch auf Zeit...........................1139 16. Pestalozzis Mutterschule........................1141 17. Meine Antwort auf zwei „Randbemerkungen“ . 1142 18. Schlagwort-Methodik . . . v.....................1143 19. Randbemerkungen zur Folge 66....................1144 20. 16. Frage.......................................1145 21. Die Wechselrede.................................1147 22. Der kranke Lehrer und das kranke Kind . . . 1150 23. Die Lehrmittelsammlung der Landschule . . . 1152 24. Aus dem Tagebuche einer Dorfschullehrerin. . 1153 25. Briefkasten.....................................1154 26. Kleine Mitteilungen.............................1156 27. An der Reichsgrenze von Schule zu Schule . . 1157 o o o Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Gottschee. Jährlicher Bezugspreis 6 K (5 Mk, 7 Frk.). erstklassige vrgel-fiarmsniums t m beider Systeme fabriziert und liefert billigst Audotf Jajkr - brieft von A. Jl. Wodt. In der gesamten Fachpresse anerkannt als verläßlicher „Wegweiser", als originelles Studienwerk, als beste Mnterrichtshilse. ss Briefe btK; auch gebundene Exemplare werden geliefert; Begleichung auf jeden Fall in 5 bis 8 Raten ermöglicht! Prospekt und Ansichtssendungen kostenlos durch die Buchhandlung W. Wcnkcr in Koinotau. 1909 Glttover). V ä t t £ ^ (6. Jahr.) Aokge 70. für den Hbleilungzunlerricdl Monatschrift zur Förderung des österreichischen Schulwesens. Bezugigebühr 8 X <5 Mark, Kerausqeber: Aeschästllche« «»»schUeßllch 7Frl.- jährlich. Einzeln»,»- an Me „Verwaltung der met 60 h. Postsparkassen- »„x .l# tr Blätter flir den Abteilung«. scheck-«°nto 91t. 58.218. I\ltu0l| 6. pkkrz ln IsNtöllu). »nterrlcht In Laibach". Ahnen sind für den nur Nullen, der als Null zu ihnen tritt; steh als Zahl an ihrer Spitze, und die Nullen zählen mit. Wilh. Müller. Unfern Ihnen. Der rauhe Geselle, der aus dem Forste fuhr, um noch den letzten Rest sommerlicher Pracht hinwegzufegen, hat sein Werk vollendet. Mit Saufen und mit Brausen ist der dahin und in die unheimliche Leere wirbeln die ersten Flocken weich herein, wirbeln in den Wald, ins weite Land, wirbeln auf das Grab, wo eine zarte fjaitö mit den Resten des Gartens ein lieb Gedenken bekundet hat. Es ist der Tag der Toten, Allerseelen! Jeder Erdhügel, unter dem ein teures Haupt schlummert, jedes Kreuzlein Hat seinen Schmuck; nur das Grab des Fremden ist vom Graswuchs wild überwuchert und auch das des Lehrers, weil seine Hinterbliebenen von dannen gezogen sind, seit er nicht mehr in der Schulftube waltet. Das Geschlecht, dem er des Lebens Zehrung reichte, seine Freunde, seine Gemeinde: alle haben seiner vergessen. Auch sein Nachfolger? Leider, leider! And so ist die Stelle verschüttet, verwachsen, wo des Dorfes Vater, des Dorfes Berater, des Dorfes Retter ruht. — Der Bauer hat ein kurzes Gedächtnis. Man muß ihm das Vergessen zugutehalten. Aber dem Amtsnachfolger kann es nicht so ohneweiters abgeschrieben werden. Für ihn ruht der Vorarbeiter, der Berufsgenosse unter dem Gestrüpp. Da müssen Dankbarkeit und Kollegialität zusammengreifen, einen Rosenhügel zu schaffen, einen Kranz zu winden und eine Leuchte über jenes Haupt zu stecken, aus dem so viel Cicht entquoll. Und es soll nicht der Lehrer des Vrtes allein bei diesem Werke tätig sein, — alte und junge Hände sollen zusammengreifen, des Dorfes Senatoren und des Dorfes Kindheit, und nur mitten drin muß der stehen, der Amt und Würde von dem Verblichenen übernommen. Wer seine Ahnen ehrt, ehrt sich selbst. Des soll jeder eingedenk sein. Und als Ahnen dürfen doch die für uns gelten, die zuvor in dem Haufe gewohnt haben, das dermalen unser heim ist, die geistig uns so nahe sind, die uns ein kostbares Erbe hinterlaffen. Mit welchem Stolz weist der Rittersmann auf die Galerie seiner Vorfahren! Sollten nicht auch wir uns eine Ahnenhalle schaffen, d. H. die Wände der Bildungsstätte des Volkes mit der Photographie jener schmücken, die unsere Vorläufer waren? Während der Mann mit Helm und Schwert für die Nachwelt nichts anderes verrichtet hat, als daß er die Erde mit Blut tränkte oder seinen Magen mit Gerstensaft, haben die ehrsamen Schulmeister und Lehrer bleibende Taten hinterlassen, Taten, die uns allen zum Wohle gereichen. Darum soll ihr Bild und damit die Erinnerung an sie für das sprossende Geschlecht gewahrt sein. Wir können dies nicht besser bewirken, als indem wir nach Bildern, die uns die dahingegangenen Kollegen vorstellen, fahnden und dieselben im allgemein zugänglichen Vorraume des Schulhmifcs aufhängen, auf daß nicht allein die Jugend, sondern auch das Volk Gelegenheit habe, das Gedächtnis an seine geistigen Führer zu erneuen. Die Ausführung der Idee ist leicht. Ls ist bei einigem Lifcr bald möglich, die Bilder von „unfern Ahnen" auszuforschen. Vorerst wendet man sich an die Anverwandten des ehemaligen Lehrers, sodann an Freunde, Bekannte und Schüler. Versagt alles, so stellt man eine Tafel her, auf der der Name des der Vergessenheit zu Entreißenden, sein Lebenslauf und sein Wirken im Schulorte vermerkt sind. Die Tafel, unter Glas und Rahmen gebracht, soll das Andenken sichern. Fügt man ihr das Lichtbild oder gar eine vergrößerte Zeichnung bei, so verleiht man der Erinnerung Frische und Dauer, heutzutage bekommt man Kreidezeichnungen zum Betrage von zehn Kronen aufwärts. Was verschlägt es, wenn man zur Deckung der Kosten eine Sammlung einleitet? Die ehemaligen Schüler und Freunde des Gefeierten werden wohl ein paar Kronen opfern wollen! Ist einmal der gute Wille da, so ist auch schon die Tat vollbracht. Und den guten Willen muß jeder bekunden, der kollegiales Fühlen empfindet, der etwas auf Standesstolz hält, der sich als Glied der großen Lehrerfamilie betrachtet. — Ein Kränzlein aufs Grab, ein Bild an die Wand: so ehren wir „unsere Ahnen". — Das Lied. Melancholisch klingt die Leier, sacht entfaltet sich das Lied und zerreißt den leichten Schleier, der es noch vom Werden schied. Tief im Herzen regt sich’s leise, Well’ auf Welle quillt hervor; auf geheimnisvolle Weise steigt des Herzens Klang empor. Und des Busens Saiten klingen; tief im Innern wogt der Drang — und das Lied erhebt die Schwingen: aufwärts, aufwärts strebt sein Klang! Em. A. Horejschi. Schulhumor. 26. Der Katechet erzählt die Geschichte vom Sündenfalle der ersten Menschen. Bei der Wiederholung fragt er einen Abc-Schützen: „Wer hat also von dem verbotenen Baume einen Apfel ab- gerissen?“ Der kleine Ernst ruft bestürzt: „Ich nicht, Herr Katechet!“ Eingesendet von P. B. J. St. Betrachtung. Volkslieder von einst und jetzt. Früher sang man im Volke: „Am Brunnen vor dem Tore . . .“ oder „Sah ein Knab’ ein Röslein stehn . ..“ oder „O, hast du noch ein Mütterchen ...“ Jetzt singt das Volk: „Kinder, wer ka Geld hot, der bleibt z’haus ..." „I und der Mond wir drahn mit a nond ..." „A so a Wildschütz, der hot’s fein ...“ Eingesendet von Richard Hauptmann in Breitenau. Die erste Einführung in das Kartenverständnis — für Daasdorf am Etters berge. Vom Schulleiter K. Trautermann in Daasdorf bei Weimar. Aorvemcrliung: Wir waren von Leipzig aus in Weimar eingetroffen; ein vornehmer, gut bürgerlicher Gasthof hatte uns ausgenommen. Indes man uns die Labe bereitete, nahm ich das Lokalblatt zur Hand und durchflog die kleinen Notizen, wollte ich doch sehen, ob sich uns nicht vielleicht etwas Besonderes biete. Und sieh! Vor einigen Tagen hatte eine große Lehrerkonferenz stattgefunden; als Berichter für Kartographie war ein Herr Trautermann genannt. Sogleich ließ ich ein Wäglein vorfahren, denn des Mannes, der soviel Lob erntete, des gepriesenen Einklassigen wollte ich habhast werden. Nach einer Stunde waren wir in Daasdorf. Doch, o weh, der Gesuchte war mit seiner Kinderschar ausgeflogen; er umkreiste den nahen Berg, um am nächsten Tage das Relief desselben in Gegenwart der Schüler aus Sand anzufertigen. Wir kehrten betrübt nach Weimar zurück; cs war nämlich Abend geworden, und so rücksichtslos wollten wir nicht sein, den Ermüdeten mit Fragen zu belästigen. — Früh morgens waren wir wieder in Daasdorf. Nun gab es reiche Ernte. Mein Speicher konnte sie nicht fassen. Daher bat ich den Herrn Kantor, er möge mir seinen Vorgang als abgerundetes Ganzes für unsere „Blätter" bieten. Den Wunsch hat Herr Trautermann erfüllt; hier ist der Aufsatz — eine neue wertvolle Gabe aus dem Thüringcrlandc! P. Die Heimatkunde im engeren Sinn bereitet hauptsächlich den geographischen Unterricht vor. Sein wichtigstes Hilfsmittel ist die Karte. Sie erst vermittelt neben dem eigentlichen Bilde eine Vorstellung von den Erdräumen, die unserer Anschauung nur teilweise oder gar nicht zugänglich sind. Freilich redet die Karte eine eigentümliche Sprache, und diese zum Verständnis zu bringen, ist eine Hauptaufgabe des heimatkundlichen Unterrichtes. Bevor an ihre Lösung gegangen werden kann, müssen die Eigentümlichkeiten der Karte gezeigt werden. Auf der Karte (von Thüringen) — fassen wir einmal das (von mir umrandete) Gebiet ins Auge, das Gebiet des Heimatreliefs darstellend — sehen wir Erhebungen, Wasserläufe, Orte und Verkehrswege. Der Mittelpunkt dieses Gebietes ist natürlich Daasdorf. Ursprünglich fehlte es, der Lehrer hat es nachgetragen. Es ist durch einen Kreis dargestellt. Damit hat der Grundriß des Ortes keine Ähnlichkeit, der Kreis ist nur ein symbolisches Zeichen. Immerhin ist es leicht, sich Daasdorf darunter zu denken. Wesentliche Merkmale des Ortes hinsichtlich seiner Ausdehnungen sind Länge und Breite. Diese erkennen wir im Ortszeichen wieder. Auch die Darstellung eines Wasserlaufes ähnelt der Vorstellung, die wir von ihm durch Anschauung bekommen. Verfolgen wir ihn von einem hochgelegenen Punkte aus, so erscheint es als ein schmaler Streifen, eine breite Linie, etwa so, wie ihn die Karte darstellt. Welch riesiger Unterschied jedoch zwischen der Erhebung in Wirklichkeit und der der Karte! Wir wissen, wenn wir unsere Blicke hinüber schweifen lassen zum Ettersberge und ihn dann wieder auf die Karte richten, nicht, was wir mehr empfinden: die gewaltige Verkleinerung oder die von unseren Gesichtseindrücken so abweichende Darstellung. Zunächst die Verkleinerung, die Verjüngung! Unser Auge vermag immer nur ein Stück des Etterberghanges wahrzunehmen und zwar von der Seite. Wollen wir seine ganze Böschung erfassen, so müssen wir ihn umwandern. Dabei sehen wir ihn nur als Zeichnung, Projektion auf eine uns entgegenstehende, eine senkrechte Ebene. Steigen wir auf den Berg, so empfangen wir wieder nur Teilvorstellungen von ihm. Waren uns bei Betrachtung des Etterberges aus der Tiefe die höher gelegenen Teile verborgen, so entziehen sich jetzt viele tiefer gelegenen Gebiete unseren Blicken. Also wir können uns den Berg nur aus Teilvorstellungen zusammensetzen; ihn als ein Ganzes sofort zu erfassen, vermögen wir nicht. Daraus ergibt sich viererlei: 1. Weil der Schüler eine große, ausgedehnte Erhebung zunächst nicht erfassen kann, ist es nötig, von einer möglichst kleinen auszugehen. In Daasdorf geht man vom Scherbel-berge aus. Wäre der Wachhügel immer zugänglich, so würde er der Ausgangspunkt sein. Es ist notwendig, daß die Schüler eine Erhebung, mindestens die, von welcher ausgegangen wird, von möglichst vielen Punkten aus erfassen. Das kann nur geschehen, wenn wir die Kinder hinausführen, mit ihnen wandern und sie zum Sehen anleiten. 3. Weil ein Totalbild von der Erhebung auch dann noch schwer zustande kommt, so ist es nötig, zwischen dem geistigen Mosaikbild und dem der Karte eine Ver-mittellung herzustellen. Sie ist ermöglicht durch das Relief. Ob es aus Sand oder Pappe oder einem anderen Stoffe besteht, ist dabei gleichgültig. Doch muß es in seiner Gestalt der Erhebung in Wirklichkeit entsprechen, muß also abgeschrägt, darf kein Skelett-, Treppen- oder Schichtenrelief sein. Dieses hat eine andere Aufgabe zu erfüllen, auf die wir später zurückkommen. 4. Man denke an die gewaltigen Ausdehnungen des Scherbelberges im Vergleich mit den uns ständig umgebenden Dingen und wie unendlich winzig er doch ist im Vergleiche mit den Erhebungen der Erdoberfläche, die auf der Karte zur Darstellung kommen, wie er auf der Wandkarte von Thüringen bedeutend kleiner ist als unsere Zeichnung, wie er noch niedlicher auf der Handkarte von Thüringen ist, wie er auf der Karte von Deutschland wegbleibt und höchstens ein Farbton an ihn erinnert: so haben wir die Pflicht, den Schüler in die Verjüngung des Maßstabes einzuführen; schrittweise muß er sie begreifen. Wieder lassen wir unsern Blick hinüberschweifen zum Ettersberge! Fast noch mehr als auf seiner Längenausdehnung haftet unser Blick auf seiner Höhe. Was bietet von ihr die Karte? Dem Unkundigen gar nichts. Der Berg besteht auf ihr nur in der wagrechten Ebene, der Kartograph denkt ihn sich von oben, von einem hoch in der Luft schwebenden Luftballon aus gesehen, auf eine unter den Berg geschobene Fläche gezeichnet, auf die wagrechte Ebene projiziert. Die Höhe, das sinnenfälligste Merkmal des Berges, ist nur sinnbildlich oder symbolisch dargestellt durch Striche (Schratten), Schatten (Schummerung) oder Höhenschichtenlinien. Einen Augenblick müssen wir bei diesen Darstellungsarten verweilen. Die Schratten sind Striche, die in der Richtung des Wasserlaufes gelegt und je nach der stärkeren oder schwächeren Neigung der Böschung stärker oder schwächer sind.1 In Schratten sind die Erhebungen in unserem Volksschulatlas (von Lange — Dierke) gezeichnet. Die Schummerung ähnelt dem Schatten, wie er mit dem Wischer erzeugt wird. In dieser Manier sind die Karten von Thüringen, von Bamberg und Hemmleb und die von Deutschland von Kuhnert gezeichnet. Das Idealbild bleibt das Schraffenbild; man vergleiche die bezeichnten Darstellungen im Atlas für Mittel- und Oberklassen höherer Lehranstalten von Lehmann und Petzold. Schratten und Schummerung können wohl die Neigung der Hänge, nicht aber die Höhe der Erhebungen unmittelbar angeben. Um diese auszudrücken, muß die Höhenangabe in einer Zahl eingetragen werden. — Verbindet man alle Punkte, die gleich hoch liegen, durch Linien, so erhält man Höhenschichtenkarten. In dieser Manier sind die Meßtischblätter ausgeführt. Ein Blick auf eines derselben zeigt die geringe Plastik derartiger Karten. Erhöht wird sie durch Anwendung von farbigen Höhenschichten. Wenige Atlanten (Rohmeder und Wenz, Harms, Werner) sind nach 1 Lehmanns Schraffenmanier kommt für uns nicht in Betracht. dieser Manier bearbeitet. Um die Vorzüge der einen und der anderen Methode zu vereinen, hat man sic miteinander verbunden, sich aber in der Anwendung der Höhenschichten auf wenige beschränkt — Lange — Dierke: 100, 200, 500, 1500, über 1500 m — sie koloriert und die Schichten wohl auch auf das Meer übertragen. Die Mehrzahl unserer Atlanten (ich denke an 40) und Karten sind in derartiger Weise ausgeführt. Bei allen drei Methoden läßt sich senkrechte oder schiefe Beleuchtung anwenden. Bei der senkrechten denkt man sich die Sonne senkrecht über der darzustellenden Höhe; gleichgeneigte Hänge erscheinen gleich dunkel. Bei schiefer Beleuchtung ist die Sonne meist im NW stehend gedacht. Bei gleichgeneigten Böschungen ist die der Sonne zugewendete heller als die andere. — Es gibt diese Manier zwar sehr plastische, aber leicht irreleitende Bilder. Auf der Karte von Deutschland aus Spamers Handatlas, nach einem Relief photographiert und ohne für Unterrichtszwecke berechnete Korrektur, bestehen die plastischen Ketten der Alpen. Man vergleiche aber den Taunus und den Thüringerwald! — Der Schüler hat mit der Umsetzung der Zeichen allein schon eine ganz gewaltige Arbeit zu leisten, die nicht dadurch erschwert werden sollte, daß man ihm das Hinzudenken einer Verbesserung zumutet, wenigstens nicht in den unteren Jahrgängen. (Fortsetzung folgt.) Bauernregeln als Diktatstoffe. (Von Matthias Schindler, Lehrer in Moosburg.) Oktober. Oktoberhimmel voll Stern hat warme Öfen gern. Bringt der Oktober viel Frost und Wind, so sind der Jänner und Hornung gelind. Wenn es im Oktober wetterleuchtet, noch mancher Regen den Acker feuchtet. Viele Nebel im Herbst deuten auf schneereichen Winter. Oktobergewitter sagen beständig, der künftige Winter sei wetterwendig. Scharren die Mäuse tief sich ein, wird’s ein harter Winter sein. Und sitzen die Amseln hoch, so wird’s viel ärger noch. Ist die Krähe nicht mehr weit, wird’s zum Säen höchste Zeit. Ratschläge für die Vorbereitung jur Lürgerschnttehrerprufung. 29. a) Pädagogik: Die Entwicklung der Herbart'schen Schule muß bis auf unsere Tage herauf verfolgt werden. Damit gelangen wir wieder zn einem Werke, von dem wir unseren Ausgang genommen haben: zu den „Vorlesungen" von Ziehen. Man merkt das Schwanken der Systeme. Im „Philosophisch-pädagogischen Lesebuche" von Wacker und Nießen (Vgl. die 11. Lektion I) laufen die verschiedenen Fäden krenz und quer. Nachdem man sich durch die Geschichte der Pädagogik so halbwegs hindurch gearbeitet hat, reift b.'e rechte Erkenntnis. — b) Deutsche Sprache: Etwas Modernes muß gelesen werden. Was? Das ist ziemlich gleichgültig. Die Jetztzeit kann über ihre Produkte noch nicht ein abschließendes Urteil gewinnen. Die Sudermannschen Dramen soll man kennen, Gerhard Hauptmann darf nicht unbekannt sein; anch über Ibsen muß mau etwas wissen und der liebenswürdige Rosegger soll mehr als ein Bekannter sein. Wer also nicht im November losdrückt, mag es sich über den Winter gütlich tun. — c) Geschichte: Das Jahr 1809, was vorher und nachher kam, steht im Mittelpunkte des allgemeinen Interesses; es soll auch für uns der Pol sein. Ein anderer Pol war die Pragmatische Sanktion und waren alle Ereignisse, die mit ihr im Zusammenhänge stehen. Man soll die Geschichte um Kernpunkte gruppieren lernen; dadurch gewinnt sie an Festigkeit. — d) Geographie : Wiederholung, dabei Übung int Kartenzeichnen I Alle übrigen Gegenstände laufen nach den angegebenen Behelfen. Viele Prüfungskandidaten rücken im November-Termine an. Glückauf zum Gelingen I Mäge sich jeder melden, der die Brücke passiert hat! Bis zum Mai 1910 müssen alle gerüstet fein, die mit uns schritten. Wir werden den Winter über fleißig wiederholen, zusammenfassen, durchqueren und Fragen bieten, die den Studierenden erwärmen. — Die Atmungsorgane — Werkzeuge der Blutreinigung. Hans Richter, Oberlehrer in Seiz, Obersteier. IV. Die Pflege der Atmungsorgane. Da das Wohlbefinden unseres Körpers auch von einer guten und richtigen Atmung abhängig ist, so müssen wir trachten, unsere Atemwerkzeuge stets gesund zu erhalten; wir müssen sie daher pflegen. Um richtig und tief atmen zu können, darf die Brust durch das Tragen von engen Kleidern und Schnürleibchen nicht eingeengt werden (daher das Verbot gegen das Miedertragen schulpflichtiger Mädchen), auch darf man die Brust beim Schreiben, Zeichnen usw. nicht an den Tisch oder die Schulbank pressen. Beim Tiefatmen werden auch die oberen Teile der Lungen, die Lungenspitzen, in Tätigkeit gesetzt, die beim gewöhnlichen Atmen im Sitzen fast gänzlich ruhen. Bei körperlichen Bewegungen, wie dem Turnen, Wandern, Bergsteigen und bei mancher körperlichen Arbeit ist der Mensch gezwungen, tiefer zu atmen. Beim Tiefatmen bleibt eine kleinere Menge der in den Lungen befindlichen Luft zurück als beim gewöhnlichen Atmen. Erst bei jedem zweiten kräftigen Atemzuge wird die in den Lungen zurückgebliebene Luft vollständig erneuert. Daraus können wir ersehen, wie notwendig ein Tiefatmen ist und wie nützlich das Turnen und Wandern sowie andere körperliche Übungen sind. Alles aber, was starkes Herzklopfen und schnelles Atmen verursacht, wie unmäßiges Tanzen und Rennen, Sprechen und Singen, vermeide man, da die Atemwerkzeuge dadurch zu stark erhitzt werden und leicht in Entzündung übergehen. Im erhitzten Zustande vermeide man kalte Getränke, Zugluft und rasche Abkühlung, denn dadurch können sich sehr leicht die Schleimhäute der Atemwerkzeuge erkälten; das ist auch die Ursache der verschiedenen Katarrhe. Man spricht daher von einem Nasen-, Kehlkopf-, Luftröhren-, Luftröhrenäste- (Bronchitis), Lungenspitzen-und Lungenkatarrh. Sehr gefährliche und schmerzliche Erkrankungen sind die Rippenfell- und Lungenentzündung. Die gefährlichste Lungenerkrankung ist aber die Lungenschwindsucht (warum?), Auszehrung (warum?) oder Lungentuberkulose genannt. Fast 2h aller Menschen fallen ihr zum Opfer. Die Ursache dieser Krankheit ist ein Stäbchenpilz, der Tuberkelbazillus. Er ist sehr klein, äußerst widerstandsfähig und vermehrt sich sehr rasch. Er kommt beim Einatmen oder mit der Nahrung oder durch die Haut in den Körper und schlägt dann seinen Sitz in den Lungen auf, welche er nach und nach zerstört. Im Anfänge ist die Krankheit heilbar. Die davon Befallenen kommen in Walderholungsstätten und müssen sich viel in staubfreier, sonniger Luft aufhalten. Wir in Steiermark haben in Hörgas bei Gratwein für Männer eine solche Heilanstalt; auf Anregung unseres Dichters Rosegger wird auch eine solche für Frauen errichtet werden. Das beste Schutzmittel gegen die Schwindsucht ist sorgfältige Abhärtung und Kräftigung des Körpers durch angemessene Ernährung, frische Luft, vieles Aufhalten im Sonnenschein, kalte Waschungen des Halses und der Brust, wodurch die Lungen gesund bleiben. In gesunden Lungen finden die Tuberkelbazillen keine Angriffsstellen. Wir müssen jedoch noch folgende Maßnahmen beachten: Tuberkulose dürfen ihren Auswurf nicht auf den Boden oder ins Taschentuch spucken, sondern benützen hiezu einen Spucknapf, in dem sich etwas Karbolsäure befindet. (Warum?) Um die Verschleppung der Krankheit zu verhindern, ist das Ausspucken auf den Fußboden, im Gange, Hofe und Aborte verboten; die in unserer Schule angebrachten Merkblätter sollen uns stets daran erinnern. Auch in allen öffentlichen Lokalen, auf Bahnsteigen und in den Eisenbahnwagen ist aus dem gleichen Grunde das Ausspucken verboten und wird bestraft. Wäsche und Eßgeschirre Tuberkulöser sind jedesmal nach dem Gebrauche gründlich zu reinigen und sollen nicht von anderen mitbenützt werden. Das Zimmer Schwindsüchtiger ist so zu reinigen, daß kein Staub aufgewirbelt wird, damit am Fußboden befindliche Bazillen nicht in die Höhe gelangen und sich an den Wänden, Geräten usw. festsetzen und somit leicht verschleppt werden können. Das Zusammenschlafen von Schwindsüchtigen und Gesunden in demselben Zimmer oder gar Bette ist zu vermeiden. Andere Erkrankungen der Atmungsorgane sind Keuchhusten, Influenza und Diphtherie. Sie befallen manchmal viele Personen zugleich und wir sprechen dann von einer Keuchhusten-, Influenza- und Diphtherieepidemie. Diese Krankheiten werden auch durch Bazillen hervorgerufen und besonders die Diphtherie wird der Würgengel der Kinder genannt. Sie kennzeichnet sich durch große Hitze, Atem- und Schlingbeschwerden, Übelkeit, Übelriechen aus Mund und Nase und durch einen starken, weißen, filzigen Belag in der hinteren Mundhöhle. Das schnelle Herbeiholen des Arztes ist notwendig, da leicht Erstickung eintreten kann. In neuester Zeit hat man ein wirksames Mittel gegen diese Krankheit im Diphtherieserum, welches der Arzt dem Kranken einspritzt. Da sich diese Krankheiten leicht übertragen und verschleppen lassen, nennt man sie ansteckende oder Infektionskrankheiten. Nachdem dieselben durch die Luft und das Wasser, durch den Auswurf und die Kleider der daran Erkrankten übertragen werden, so muß man es vermeiden, mit solchen Kranken zu verkehren und die von ihnen berührten Gegenstände zu benützen. Weil der Ansteckungsstoff auch durch Gesunde, die mit dem Kranken in Berührung kommen, weitergeschaff werden kann, so dürfen z. B. die Geschwister eines an einer ansteckenden Krankheit leidenden Kindes die Schule nicht besuchen; deshalb dürfen wir an einem Leichenbegängnis solcher Verstorbenen nicht teilnehmen und sollen auch die Wohnung derselben nicht betreten. Der Wärter und der Arzt bewahren sich bei ansteckenden Krankheiten durch vorsichtiges Verhalten und eine gründliche Desinfektion. (Abermalige Besprechung derselben.) Seid ihr aber zufällig in eine Wohnung gekommen, in der sich ein Kranker mit einer ansteckenden Krankheit befindet, so unterdrückt die Furcht, haltet euch nicht in der Wohnung auf, reinigt euch und geht in die frische Luft. Wie wir gehört haben, beträgt die Körperwärme -(- 37° C. Bei delen Erkrankungen nimmt die Blutwärme zu; wir bezeichnen diesen Zustand als Fieber. (Kennzeichen desselben.) Nimmt die Krankheit zu, so wächst auch das Fieber. Mit dem Verschwinden desselben ist die Genesung eingetreten. Daher mißt der Arzt die Temperatur. Er braucht dazu das Fieberthermometer, welches sich von unserem dadurch unterscheidet, daß es eine eigentümliche Form und eine besondere Einteilung hat. Reicht das Fieber über -j- 42° C, so tritt der Tod ein. Aber auch unter -J- 37° C kann die Körpertemperatur sinken; es wird uns kalt und unwohl und wir bezeichnen diesen krankhaften Zustand als Schüttelfrost. (Manche von euch dürften auch schon von einem Wechselfieber etwas gehört haben.) (Schluß folgt.) Praktische Rechenaufgaben. 31.) Nützlichkeit des Maulwurfes. Ein in Gefangenschaft gehaltener Maulwurf verzehrt an einem Tage 150 Engerlinge. Wieviel Engerlinge verzehren 6 Maulwürfe in 1 Monate? 32.) Nützlichkeit der Katze. Eine Katze kann täglich bis 20 Mäuse vertilgen. Wieviel in 1 Monate, in 1 Jahre? Wieviel Mäuse hätte somit eine 13 Jahre alte Katze vertilgen können? 33.) Schädlichkeit des Fischotters. Ein Fischotter kann täglich bis 3 kg Fische verzehren. Wie groß ist der jährliche Schade, wenn man 1 kg Fische im Durchschnitte mit K 240 rechnet? 34.) Schädlichkeit des Hamsters. Welchen Wert hat der Wintervorrat eines Hamsters von 25 kg Weizen zu 24 h? 35.) Schnelligkeit. Eine Brieftaube legt in 1 Minute 1200 m zurück, ein Schnellzug 80 km in der Stunde. Vergleiche die Geschwindigkeiten 1 Wie lange fährt der Schnellzug von hier nach N. (Fahrplan! 200 km)? Welche Zeit braucht eine Brieftaube zu dieser Strecke? 36.) Winterschlaf. Während des Winterschlafes büßen die Tiere ungefähr 24% ihres Gewichtes ein. Wieviel wiegt eine Fledermaus im Frühjahre, wenn sie im Herbste 42 dkg wog? Ein Igel? (12 kg). 37.) Schädlichkeit des Wolfes. Ein Wolf zerriß in Oberbayern in 9 Jahren gegen 1000 Schafe. Wieviel durchschnittlich in I Jahre? Welchen Schaden richtete er dadurch an, wenn 1 Schaj durchschnittlich 60 kg wog und 1 kg mit 52 h bezahlt wird ? 38.) Geographie. 1 Kg Straußfedern wird in Südafrika mit 1200 K bezahlt. Wie hoch stellen sich 10 kg in Europa, wenn man für die Spesen K 32 rechnet? 39.) Tierriesen. Der Grönland-Wal erreicht ein Gewicht bis 150.000 kg. Wieviel Ochsen von durchschnittlich 750 kg Gewicht könnten diesem Ungeheuer die Wage halten ? 40.) Hühnerzucht. 1 Henne legt jährlich ungefähr 150 Eier zu 8h. Wie groß ist der jährliche Gewinn, wenn für das Futter 21 h pro Woche gerechnet werden ? 41.) Gesundheit. Unser Schulzimmer ist 93 m lang, 6 2 m breit und 3 9 m hoch. Wieviel Schüler können aufgenommen werden, wenn auf 1 Schüler 4 5 m3 Luft kommen sollten? Eingeliefert von Matthias Schindler, Lehrer in Moosburg, Kärnten. Schulhumor. 27. Am ersten Schultage: Lehrer: „Was seht ihr auf dem Bilde?“ Karl: „Ein Haus!“ Lehrer: „Komm heraus und zeige es!“ Karl: „Sie sehen es so selber.“ Mitgeteilt von Samide in Langenton. Stoßseufzer einer Handarbeitslehrerin. Sehr geehrter Herr Schriftleiter! Vor einigen Wochen kam mir, als ich bei einer Kollegin in Mähren zu Besuch weilte, das „Deutsch-mährische Schulblatt“ in die Hand, und zwar die Nummer, in welcher der Lehrertag in Neutitschein bekannt gegeben wurde. Als Handarbeitslehrerin interessierte mich natürlich das Programm der Versammlung der Handarbeitslehrerinnen; besonders fesselten zwei Punkte meine ganze Aufmerksamkeit: „Fachinspektionen für den weiblichen Handarbeitsunterricht“ „Frauenkomitee“. Dieser Umstand veranlaßt mich, diese Zeilen an Sie zu richten. Hat also endlich eine Handarbeitslehrerin den Mut gefunden, mit ihren Ansichten und Erfahrungen öffentlich hervorzutreten und eine Sache zu beleuchten, wodurch die Nutzlosigkeit der Einführung des Frauenkomitees eikannt werden muß! Ich hörte mit nicht geringer Freude der Erzählung obenerwähnter Kollegin zu, die mir den Verlauf der Versammlung schilderte, denn auch ich gehöre zu jenen „nicht beneidenswerten“ Handarbeitslehrerinnen, die unter dem Drucke eines Frauenkomitees zu leiden haben. ,Sie dürften sich wohl denken: Warum ich Ihnen dies schreibe? Ganz einfach, weil ich Sie bitte, mir zu helfen. Das Frauenkomitee ist etwas ganz Überflüssiges; denn wäre es notwendig, dann wäre es in allen Schulen vorhanden. Nachdem aber dies nicht der Fall ist, so ist anzunehmen, daß nur jene Schulen es noch aufzuweisen haben, an denen die Handarbeitslehrerinnen nicht den Mut finden, über die Zwecklosigkeit zu sprechen und die Behörde darauf aufmerksam zu machen. Ich gehöre ja schließlich auch zu jenen Mutlosen, doch, da die Angelegenheit in Neutitschein aufgegriffen worden ist, will ich nicht mehr schweigen, sondern zur aufgerollten Frage Stoff liefern. Mir hat das Frauenkomitee viel bittere Stunden bereitet, mich gedemütigt, aufgeregt, mir auch Verdrießlichkeiten im Orte gebracht. Für die Anschaffung der Lehrmittel hatten die Frauen nicht zu sorgen, denn die Utensilien werden ja vom Oberlehrer angeschafft; also sahen sie ihre Aufgabe darin, sich in meine Pflichten einzumengen und auch oft in pädagogischer Hinsicht breitzumachen.1 So bin ich also unter derart mißlichen Verhältnissen im Dienste vorzeitig ergraut; aber seit ich hörte, daß es sich in Mähren rührt und man die Abschaffung des Frauenkomitees beantragte, so lebe ich wieder auf und balle die Faust und dies umsomehr, da ich die Demütigung erfahren habe, seit einigen Wochen ein junges Frauchen im Frauenkomitee zu haben, die vor nicht langer Zeit noch zu meinen Schülerinnen zählte. Wäre es da nicht besser, von einer Fachinspektorin, deren Einsetzung die mähr. Kollegin angeregt hat, inspiziert zu werden als von Frauen, die weder pädagogische noch didaktische Kenntnisse besitzen? Verzeihen Sie, daß ich Ihnen mein übervolles Herz ausgeschüttet habe, und helfen Sie einer bedrückten Handarbeitslehrerin 1 Antwort: Nach meiner Ansicht — und diese wird in den verschiedenen Durchführungsbestimmungen zur Schul- und Unterrichtsordnung bestätigt — hat das Frauenkomitee lediglich den Zweck, für die Beschaffung der Utensilien zu sorgen und das Interesse für den Gegenstand in der Bevölkerung rege zu erhalten. Es ist eine Art Ortsschulrat und hat sich daher im Rahmen desselben zu halten. Wer Übergriffe duldet, verdient sie. Wozu gibt es einen Bezirksschulrat, einen Lehrerverein? Jede unberufene Einmengung muß znriickgewiesen werden, wenn es auch persönliche Feindschaft erzeugt. Solange man seine Pflicht erfüllt, braucht man niemanden zu fürchten. Ich werde übrigens Sorge tragen, daß die Damen eine Instruktion bekomme», die ihnen entsprechende Schranken setzt. P. Lose Gedanken. 13.) Erdkunde in der Natur. Es war der zweite Schultag. Lehrer und Schüler waren noch in Ferienstimmung. Nun hieß es, heute sieben Stunden in der dumpfen Schulstube zubringen. Wie schwer mußte das doch den Kindern fallen, die noch vor zwei Tagen in voller Freiheit und mit lautem Jubel Feld und Flur durcheilten und vor deren Stimmen noch vor kurzem die Wälder widerhallten! Und gewiß hatten dabei die kecken Dorfjungen, die ja doch ausgesprochene Naturforscher sind, „aus den Eichen und Buchen“, wie Comenius sagt, viel gelernt und von manchem aus der Natur recht deutliche Begriffe mitgebracht. i Und der Oberlehrer und der Inspektor — sie duldeten das? Im Stundenpläne stand Erdkunde. Stoff und Vorgang waren zurechtgelegt. Der Gesichtskreis und die Weltgegenden sollten besprochen werden; auch die Orientierungsübungen sollten an die Reihe kommen. Doch, wie die nötige Stimmung erzielen ? Das ist wohl der Fels, an dem so manches Schifflein scheitert. Denn ohne Stimmung gleicht das geflügelte Wort „dem tönenden Erz und der klingenden Schelle“ und Unterricht ohne Freude ist wertlos. Er macht Schüler und Lehrer zu Sklaven. Und plötzlich kam der Gedanke: Sollte der Übergang nicht ein allmähliger sein? Wie wäre es wohl, wenn der Unterricht heute in freier Natur stattfände? Die Natur macht keine Sprünge, sie geht stufenweise vorwärts.“ So ging es nun nach 10 Uhr hinaus auf die Wiese hinter dem Schulgarten. Überall herrschte Herbststimmung. Ein kühles Lüftchen rauschte in dem teilweise vergilbten Blätterwerke und aus der Nähe hörte man das plätschernde Bächlein, das sich zwischen der Wiese und der waldgekrönten Berglehne dahinschlängelte. Die Blumenpracht des Sommers war bereits verschwunden; nur colchicum autumnale steckte noch seine bläulichroten, zarten Köpfchen hervor. Hin und wieder durchbrach die Sonne die Wolken, die in Eile am Firmamente hinzogen. Die Schüler standen im Halbkreise um den Lehrer. Unter manchem Lockenköpfchen blitzten die Augen nun auf und manch rotbackiger Junge rückte sich die Mütze weiter aus dem Gesichte. Stimmung war also schon da. Unzweifelhaft war das Richtige getroffen; der Unterricht konnte beginnen. Schaut einmal alle dorthin, wo jetzt die Sonne steht! Stand sie heute früh auch dort? Wo ist sie aufgegangen? Da zeigte es sich, daß die kleineren Schüler sehr getrennte Ansichten besaßen, auf die der Lehrer beim Unterricht im Zimmer gar nicht gekommen wäre. Jetzt wurden die Weltgegenden, der Tagbogen der Sonne erklärt und Orientierungsübungen vorgenommen. Die den Schülern bekannten Orte der Umgebung wurden nach Lage und Richtung bestimmt. Lugte die Sonne hervor, so konnte man den Schatten sehen. Die hierüber einzuprägenden Sätzchen wurden auf Grund der Schülerbeobachtung festgestellt. Auch über die Richtung des Windes kamen wir bald ins Klare. Als die Schüler nun selbst zu fragen anfingen, wurde selbst bei den ältesten derselben das Interesse lebhaft. Sie zeigten Freude daran, verschiedene Städte, Länder und Flüsse nach Lage und Richtung bestimmen zu können. Überall wurden die Ansichten geläutert. In die Klasse zurückgekehrt, wurden die Orientierungsübungen wiederholt, eine Windrose wurde gezeichnet und die Zeichnung an der Nordwand aufgehängt. Ein bedeutendes Stück Arbeit war von Kindern und Lehrer spielend und mit Freude geleistet worden. Verschiedene unrichtige Ansichten hatten in kurzer Zeit klaren Begriffen Platz gemacht. So trefflich hatte die Okularinspektion gewirkt und es bewahrheiteten sich die Worte des alten Horaz: „Langsamer fasset der Geist auf, was ihm berichten die Ohren, als was mit scharfem Blicke des Auges Hochwacht erspähte und was selbst der Beschauer geseh’n.“ Josef Hobler, Lehrer in Hoflenz (Mähren). Spracbunricbtigkeiten der Scbulspracbe. 28. „Wir waren in der Stadt gewesen". Aber, mein gnädiges Fräulein, wie können Sie jetzt in der Schonzeit, in den Ferien, einen solchen Bock schießen! Ohne Beziehung auf eine Mitvergangenheit gibt es doch keine Vorvergangenheit! Das liegt ja schon im Worte. „Sie waren also in der Stadt" und nicht: „Sie waren in der Stadt gewesen". — Wenn Sie sich den Unfug abgewvhnen, reiche ich Ihnen die Hand zum freundschaftlichen Bunde, wie das Plusquamperfekt dem Imperfekt sie beut. Welches Mindestmaß an Wissen und Können braucht der Teil der Bevölkerung, der seine ganze Bildung in der Volksschule erhält? Diesbezüglich wurden in einer Konferenz zu Hagenau die nachstehenden Forderungen aufgestellt. Sie seien Hier in ihrer Gänze wiedergegeben, weil sie ein modernes Unterrichtsprogramm bedeuten. A. In der Muttersprache: 1.) Hören und verstehen, was der Meister, der Vorgesetzte und die Berufsgenossen ihm mitteilen oder erklären, seine Mitbürger mit ihm verhandeln, der Richter, der Beamte sagt oder fragt, der Geistliche predigt, der Redner in öffentlicher Versammlung vorträgt. 2.) Lesen und verstehen: Briefe, Verfügungen, Rechnungen, Quittungen, überhaupt alles Geschriebene des Familien-, Geschäfts- und öffentlichen Verkehrs, unterhaltende und belehrende Bücher, die seinem Bildungsgrade entsprechen, Zeitungen, Fachblätter, amtliche und geschäftliche Bekanntmachungen, Bücher religiösen Inhalts: Gebet- und Erbauungsbücher, Bibel und Gesangbuch, alles das in deutscher und lateinischer Schrift, u. zw. richtig und aufmerksam, um Mißverständnissen zu entgehen, fließend, um Freude am Lesen zu haben, mit sinngemäßer Betonung, die das sicherste Zeichen des Verständnisses ist. 3.) Sprechen können mit seinesgleichen und mit Höherstehenden, vor Verwal-tungs- und Gerichtsbeamten, wenn’s nottut, auch in Versammlungen, nicht nur in der Mundart, sondern auch hochdeutsch, u. zw. richtig, sonst fehlt der Mut zum Sprechen, klar und bestimmt, um verstanden zu werden, auch zusammenhängend, denn dies ist das einzige Mittel, um einen oder mehrere Gedanken zum Ausdruck zu bringen. 4.) Schreiben können alle im Familien- und Berufsleben vorkommenden Schriftsätze, also Familienbriefe (Postkarten, Telegramme), Briefe bezw. Gesuche an die Behörden, den Arzt, den Geschäftsfreund (Anzeigen und Anfragen, Bestellungen und Abbestellungen, Beschwerde-, Mahn- und Entschuldigungsbriefe, Erkundigungs- und Auskunftsschreiben), Lebenslauf, Verträge aller Art: Rechnungen, Quittungen, Pacht-und Mietvertrag, Vollmacht, Schuldschein, Sicherungsschein, Zeugnis, was in amtlichen Formularen (Bahn, Post, Krankenkasse) handschriftlich beizufügen ist — in deutscher und lateinischer Schrift, u. zw. richtig (Rechtschreibung, Sprachlehre), klar (Plan, Gedankenfolge, Ausdruck), schön (Satzbildung, Wechsel im Ausdruck, letzterer dem Inhalt angemessen), erschöpfend, aber ohne Überladung, in der üblichen Form (Anrede, Schluß, Höflichkeitsformeln). Die Kinder lernen 1.) hören und verstehen, wenn sie weder bei der Behandlung von Sprachstücken noch bei irgend einem anderen Unterrichte am Gängelbande geführt, sondern nur soweit als eben nötig im Suchen nach dem Verständnis unterstützt werden; 2.) lesen, wenn in den Lesestunden wirklich gelesen und nicht bloß erklärt wird, wenigstens auf der Oberstufe auch unvorbereitete und nicht vorgelesene Stücke gelesen werden, in allen Stunden auf gutes, langsames und ausdrucksvolles Lesen gedrungen wird; 3.) sprechen, wenn die Fragen eingeschränkt und die Wortfragen ganz vermieden werden, in allen Stunden die Ergebnisse des Unterrichtes im Zusammenhänge wiedergegeben werden, die Kinder von Anfang an gewöhnt werden, alles zu sagen, was sie wissen, wenn es auch nicht in einem Satze geht, der Lehrer die Kinder zu Worte kommen läßt und auch außerhalb der Schule mit ihnen spricht; 4.) schreiben, wenn jedes neu auftretende Wort nicht nur gelesen oder gesprochen und erklärt, sondern auch gleich geschrieben wird, kein Tag vergeht ohne Brief, die im Leben vorkommenden Schriftsätze fort und fort geübt werden. B. Im Rechnen: 1.) Vollendete Fertigkeit — mündlich: in den vier Grundrechnungsarten innerhalb 100 und in den auf diesen sich aufbauenden einfachen Übungen innerhalb 1000, im Gebrauch der im Leben häufig vorkommenden gewöhnlichen Brüche — schriftlich: in den vier Grundrechnungsarten mit ganzen und dezimalen Zahlen, in der Anwendung des Bruchansatzes. 2.) Genaue Kenntnis des dezimalen Aufbaues der Zahlen und ihrer Schreibweise, der Zeit- und Stückmaße, der hundert- und tausendteiligen Maße und ihrer dezimalen Schreibweise, der in den bürgerlichen Rechnungsarten vorkommenden Begriffe und ihres Verhältnisses zu einander," der wichtigsten Verkehrseinrichtungen, der allgemeinen Bedingungen zur Berechnung der Erträgnisse aus Ackerbau und Viehzucht (auf dem Lande), aller bei Festsetzung des Kostenpreises für eine geleistete Arbeit zu berücksichtigenden Umstände (Handwerker), der Arbeiterfürsorgegesetze, der Grundsätze bei Berechnung der Steuer (Steuerzettel). 3.) Hinreichende Fähigkeit, die den örtlichen Bedürfnissen entsprechenden eingekleideten Aufgaben des Rechenbuches ohne fremde Hilfe zu lösen, das erlangte Wissen und Können auf die wirklichen Verhältnisse des Lebens zu übertragen und aus diesen heraus selbständig Aufgaben zu bilden und zu lösen. 4.) Wirtschaftlichen Sinn: Sparsamkeit (Spar- und Darlehenskassen), Fähigkeit, den größten Nutzen aus den Produkten und aus der Arbeit zu ziehen, wie man gut und billig wohnt, sich kleidet und nährt, Vorzug der Barzahlung, Warnung vor Abzahlungen, umherziehenden Händlern, gewissenloser Reklame (Schaufensterpreisen, Rabattmarkensystem), Mäßigkeit, Arbeitsamkeit, Miß- und Musterwirtschaft. (Schluß folgt.) flu$ dem Cebreralbum. 34. „Eine neue Fachzeitschrift, Herr Kollege!" „ „Lassen Sie mich mit dem Zeug in Ruhe! Ich lese nichts vom Fach, ich denke nicht übers Fach, ich tue nichts fürs Fach. Schule muß ich halten — leider! und muß mich plagen übergenug. Schlägt jedoch die Feierstunde, dann hol der Kuckuck die Arbeit!"" „Genau so hört' ich gestern den Gehilfen des Schusters sprechen." Diensttausch auf Zeit. (Erwiderung zur Randbemerkung auf Seite 1113.) Ein Kollege, der einen Diensttausch mit mir angestrebt hatte, war (nicht durch seine Schuld) in mißliche Verhältnisse mit der Gemeinde geraten. Die Behörde hatte ihrn den Diensttausch nahe gelegt. Er konnte sich aber nur schwer dazu entschließen; denn er hatte den Ort, in dem er nun dreizehn Jahre wirkte, liebgewonnen wie seine Heimat; zudem war es ein Posten an der Bahn, sehr nahe bei Wien. Wie schwer mußte ihn der Gedanke drücken, sein weiteres Leben etwa in einer entlegenen Schule zu verbringen, vielleicht in noch mißlichere Verhältnisse zu kommen. Wer wird sich von einem ruhigen Orte auf einen Vulkan setzen, welcher Kollege auf einem günstigen Posten sollte mit ihm tauschen wollen? Ich habe ihm damals zugeredet abzuwarten, ob man ihn überhaupt versetzt. Das ist nun allerdings nicht ausgeblieben. Ob dieser Kollege mit Freuden in seinen neuen Berufsort eingezogen ist? Wie anders wäre es gewesen, wenn man diesem Lehrer und Schulleiter gestattet hätte, seinen Dienstort auf zwei Jahre zu wechseln! In zwei Jahren ändert sich vieles: die Stimmung kann ins Gegenteil Umschlägen, der allmächtige Pascha im Bauernkittel wäre vielleicht von der politischen Bildfläche verschwunden, vielleicht hätte man die alte treue Schulmeisterseele, als welche man sie erkannt hat, da sie verloren war, wieder zurückgewünscht, vielleicht aber wären die Tauschenden noch weiterhin im Tausch geblieben. Herr Kollege Stein sitzt eben an einer Stadtschule und hat die Schwierigkeiten, die dem Lehrer der Einklassigen aus dem Verkehre mit Ortsschulrat und Gemeinde erwachsen, nicht gefühlt. Ich erwähne nur die Kapitel Beheizung und Reinigung. Da ist der Lehrer zwischen Scylla und Charybdis. Hier Vorschrift, dort Knausern. Der Erfahrene wird sich nicht an die Vorschrift halten, wenn auch dabei sein eigenes Wohl und das der Schulkinder empfindlich tangiert wird. Da heißt es eben: „Es ist ja richtig, daß die Vorschrift besteht, aber wenn Sie es verstünden,. .. .“ oder: „Schauen Sie, gütlich auszukommen I“ (Man bedenkt eben nicht, daß der bäuerliche Ortsschulrat, den die Vorschrift ganz kalt läßt, auf „gütliche“ Art schon gar nicht herumzukriegen ist. Geht es dennoch glatt, so zahlen die Kosten der Lehrer und die Schulkinder.) Wer aber auf die Verordnung pocht, dem bleiben der Zwist in der Gemeinde und die Mißgunst der Behörde nicht erspart. Der niederösterreichische Lehrer kann versetzt werden, ohne daß ihm ein Rechtsmittel dagegen offen stünde. Es ist aus dem Angeführten leicht einzusehen, daß es dem Gewaltigen in der Gemeinde nicht schwer fallen wird, Zwistigkeiten herbeizuführen und dann geht es nach der Regel: die Gemeinde kann man nicht versetzen, also versetzt man den Lehrer. Weil aber der Lehrer diesen Vorgang voraussieht, so duckt er sich und muckst sich nicht, u. zw. auch dann nicht, wenn er auf das empfindlichste beleidigt wird; denn selbst als Sieger bei Gericht wird er der Besiegte sein und bleiben — im administrativen Verfahren. Der erfahrene Lehrer trachtet also, sich in die Verhältnisse zu schicken; aber er wird einen stets wachsenden Groll mit sich führen, der ihn mit der Zeit nervös macht.1 Nervosität ist aber eine Krankheit, die durch einen kurzen Urlaub nicht geheilt wird. Einen längeren Urlaub hingegen nimmt und gibt man nur im äußersten Falle. Hier wäre Diensttausch auf Zeit so recht am Platze, keineswegs ein Übel für die Schule, Herr Kollege Stein! „Wenn schon einer versumpft, soll noch ein zweiter versumpfen?“ schreibt Herr Kollege Stein. Antwort: Das Versumpfen geht langsam; in zwei Jahren ist man nicht versumpft2 und für länger ist der Tausch nicht gedacht. Die Gefahr der Versumpfung besteht ohne Zweifel; sie trifft den Lehrer und verschont auch Geistliche und Ärzte auf dem Lande nicht. Wer das an sich selbst nicht erkennen will, kann es an anderen sehen, wann und wo er nur will. Die Versumpfung besteht nicht allein in dem Verluste guter Manieren. Die reine Schriftsprache und mit ihr der erworbene Wortschatz erleiden zuerst Einbuße; denn man paßt sich notgedrungen seiner Umgebung an. Eine weitere natürliche Folge ist die mangelhafte mündliche Wiedergabe seiner Gedanken. Der Gesichtskreis wird immer enger. Das Interesse am Schönen, Guten, Erhabenen, das den Jüngling begeistert hat, — es schrumpft und schrumpft. Ein Wechsel des Dienstortes aber zwingt, die abgelegten Manieren wieder hervorzusuchen, hebt das Interesse, erweitert das Gesichtsfeld, erfrischt nach allen Richtungen. Wer zweifelt daran ? Wenn es wahr ist, der alte Lehrer habe seine Schule so liebgewonnen, daß er nach keiner anderen verlange, so müßten nur junge Lehrer auf Oberlehrerstellen berufen werden, was aber tatsächlich nicht zutrifft. Doch kann ich den Satz nicht bestreiten: „Junge Lehrer können jederzeit kompetieren.“ Aber der Erfolg? Halten Sie einmal Umfrage, Herr Kollege! Ich verkompetiere seit zehn Jahren 3 K jährlich. Noch niemand hat dagegen Einsprache erhoben, aber in einen anderen Dienstort bin ich auch nicht gekommen. Sie meinen, daß kein Kollege sich nach dem Orte zurückverlangt, von welchem er freiwillig gegangen ist? Da irren Sie! Ich bin ein solcher Kollege und ginge sofort einen Diensttausch mit einem Kollegen in der Bukowina ein — allerdings auf höchstens zwei Jahre. Zum Zwecke der glatten Rückkehr in mein Heimatland reserviere ich mir eben meinen Posten. Reisen und Studienfahrten können gewiß praktischer und erfolgreicher sein als Diensttausch auf Zeit. Sie erfordern aber einen bedeutenden Aufwand an Geld und auch an Zeit, werden somit für den gering besoldeten Lehrer fromme Wünsche eines Optimisten sein und bleiben. „Ein Wandervolk von Lehrern!“ Es wird viele geben, denen das Interesse mangelt; viele, die wollten, aber nicht können oder nicht dürfen (Familie); verhältnismäßig wenige würden mit Freuden zugreifen. Klagen über den Lehrerwechsel 1 Faule, verzogene Kinder und deren Eltern schreiben bekanntlich dem Lehrer geringe Erfolge zu. Sie wissen über den Lehrerwechsel zu lamentieren, andere nicht. Wenn ein tüchtiger Lehrer von einem ebenfalls tüchtigen Lehrer abgelöst wird, wird nichts zu beklagen sein. Wechselt man in anderen Berufsarten nicht auch? Wenn ich recht verstanden habe, arbeitet Herr Kollege Stein auf lange, lange Zeit und nur dann mit Freude; denn er schreibt: „Der Wanderer kann nie mit Freude seine Arbeit beginnen; denn er kennt die Zukunft, die ihm sagt: Nur auf eine Zeitl“ Weiter heißt es: „Er hat keine Arbeitszeit vor sich, somit wenig Lust, hier zu arbeiten.“ Ich aber meine, zwei Jahre Arbeit machen ein schönes Stück Zeit aus im kurzen menschlichen Leben, Zeit genug, um Tüchtiges leisten zu können, wenn man nur will. 1 Dieser Wurm ist schlimm! D. Sch. 2 Mancher bringt es in einem halben Jahre zuwege. D. Sch. Ich bin dem Herrn Amtsgenossen Stein trotz eines bösen Fremdwortes sehr zu Dank verpachtet; denn er war der erste, der auf meinen Artikel reagiert1 und somit denselben über Wasser gehalten hat. Auch hat er mir Gelegenheit gegeben, meine Ausführungen in Folge 67 zu vertiefen und zu klären, sowie nachfolgende Ankündigung kostenlos unterzubringen: Ich wünsche einen Diensttausch auf ein bis zwei Jahre mit einem Kollegen, Kronland und Dienstcharakter Nebensache. Doch würde ich gegebenen Falles Fachlehrer der ersten Gruppe vorziehen. Das Einkommen der Tauschenden wird dadurch nicht irritiert. Ich bemerke noch, daß mein Dienstort 15 Kilometer von Wien entfernt ist und an der Bahn liegt. Leo Grünauer. 1 Es wäre wünschenswert, die Äußerungen eines Kollegen zu vernehmen, der einen Diensttausch nach dem bisherigen Modus eingegangen ist. Pestalozzis Mutterschule. Von Jos. Wohlfarter. Ha»1 hoat d’ Sunna bam Fenschtr iha2 gschina. S’Woassr im Kruag afm Fönschtrbalka hat am Übrboda Wichtli gschpielt und d’ öscht im ziarbaholzana Gatafl3 haba döm Umfanz4 goar wundarli zuagschaugt. A poar Fluiga hoaba mit iahra groaßa Oga noach Zuckrbrösmala5 gsuacht, dia vo dr Marönd0 no am Tipf liega blieba sei. „Muatr, geaht soagat mar, wia ma da sollt, wönn mia Fluiga am Tisch sei?“ „Dös sei fünf Fluiga, Seppali!“ „Wiavl sei dönn fünfa.“ „Joa woascht dös sei hoalt fünfa.“ 8' Seppali schüttlat da Kopf, schaugt af d’ Fluiga und noacha af d’ Fingr. Galiga7 söhts zur Muatr: „Sei dös o fünfa?“ und schtröckt darbei a Hond weit asnondargschprissa8 hi. „Ja, söht d’ Muatr. „Sischt Seppali, dös ischt ua Fingarli und wönn da iatz no sövlu drzua tuascht, noacha seis zwoa Fingarla. Konscht dös iatz noachasoaga ?“ „Eija Muatr: ua Fingarli und ua Fingarli sei zwoa Fingarla. — Wönn i iatz oabr no uas drzua tua, wiavl seis noacha?“ fröds10 Büabli weitar. „Dös sei nu drei Fingarla. Zwoa Fingarla und ua Fingarli sei drei Fingarla. Soags noacha 1“ S’ Seppali söhts woartweartli.11 D’ Muatr: „Wönn ma drei moal ua Fingarli in d’ Hond nimmt, noacha hoat ma drei Fingarla. Iatz tia mar oabr no uas drzua und as sei viar Fingarla.“ „Drei Fingarla und uas drauf sei viara,“ söhts Büabli und höbt dr Muatr loachatr viar Fin- garla voar d’ Oga hi. „Geah, du Koli12 du, wönn du a moal in d’ Schual geascht, noacha weara dr dia Finessa13 öbba wo» vargiah. Glei sag mar iatz, wiavl viar Fingarla und ua Fingarli seil“ „Viar Fingarla und ua Fingarli sei fünf Fingarla I Hahahal Abr galt i hons gwißtl“ „I hon ja o gwißt, daß das konscht, mei liabs Büabli,“ söht d’ Muatr und schaugts a weilali on. Noacha geaht sie aus dar Stuba außa, drbei wischt sa si mitm Für»14 huamli18 d’ Oga aus. Si geaht zur Noachbari oha und drzöhlt ara, wia gliarni10 iahr Seppali sei. Voar lautr Fröd17 bringt si s’ Gsicht goar numraa zama.18 Zlöscht poatscht si los: „Mei Büabli muaß a Pfoarr weara und wönn mei Oaltar gschtoarba16 ischt, noacha geah i zuam als Häusari.“ 20 Pfarr ischt asm Seppali wo» kuar gwoara, abar a Leahrar. „D’ Muatr hoat dr Hear zua iahni in Himml auha gnohma und da schaugt si iatz oaha vom hiinmiischa Fuaßlschtiiahlala21 af iahr Büabli, wias ara Schtuba vo» umfanziger22 Kindr s’ zöhla23 learnat: ua Fingarli und no ua Fingarli sei zwoa Fingarla. 1 Hell. — 2 Hinein. — 3 Im zirmholzenen Getäfel. — 4 Spaßmacher. — 5 Zuckerbrosamen. — 0 Jause. — 7 gleich, gar bald. — 8 auseinandergespreizt. — 0 noch so viel. — 10 fragt’s. — 11 wort- wörtlich. — 12 Spitzbub in scherzhaftem Sinne. — 13 Einfälle. — 14 Fürtuch, Schürze. — 15 heimlich- — 13 gelehrig, gescheit. — 17 Freude. — 18 gar nicht mehr zusammen. — 19 gestorben. — 20 Haus- hälterin. — 21 da schaut sie jetzt herab vom himmlischen Schemelchen. — 22 überfroher, besonders munterer. — 23 zählen. Meine Antwort auf zwei „Randbemerkungen“. Meine im Novemberheft abgedruckten Glossen zu den vorausgegangenen Nummern hatten zur Folge, daß ich einmal schlecht verstanden und das anderemal wegen meines (unter Gänsefüßchen gestellten) Kunstsinnes apostrophiert wurde. Ich rege mich darob nicht auf, gilt es doch nur die Sache. Also zu dieser! 1. Die Ausfüllung der Blankette ist Tagdieberei. Ich habe dem Herrn Schriftleiter eine Anzahl von Blanketten, die zur Probe von meinen Schülern ausgefüllt wurden, zur Verfügung gestellt.1 Hoffentlich muten mir meine Kollegen soviel Ehrlichkeit zu, daß ich kein Wort der Erklärung dazu gab. Ich nannte nur den einzusetzenden Betrag oder den Adressaten. Sonst war überhaupt nie von derartigen Gegenständen die Rede. Ich betone auch, daß ich diese Arbeiten nur von wenigstens mittelmäßigen Schülern ausführen ließ. Die Schwächeren kommen nach meiner Ansicht überhaupt nicht in Betracht, weil sie von dieser „Tagdieberei“ keinen Nutzen haben, wie ich behaupte, weil sie, bis sie in die Lage kommen, Gebrauch machen zu können, diesen Schimmel schon längst vergessen haben. Eben zur richtigen Stunde, ich hatte kurz vorher die Folge 67 erhalten, in der mich eine Kollegin unbekannten Namens anspricht, eben zu dieser Stunde kommt ein Tischlerlehrbub an meine Stubentür. Er arbeitete im Schulhause. Ich möge ihm einen Frachtbrief ausfertigen. Wie mich da das Gewissen zwickte! „Kommen Sie herein! Wo sind Sie in die Schule gegangen?“ „In O.“ — „Wer war ihr Lehrer?“ — „Herr M.“ (Ich kenne zufällig dieses O. und den M.) „Haben Sie in der Schule niemals solche Dinge ausgefüllt: Postbegleitadressen, Postanweisungen?“ — „O ja!“ — „Nun, und können Sie das nicht mehr?“ „Ich hab’s wieder vergessen!“ — Wünscht jemand noch erklärende Worte hiezu? Konsequent müßten eigentlich die Anhänger dieser „Blankettausfüllungsmethode“ alle im amtlichen Verkehr üblichen Drucksorten, wie z. B. Meldezettel, Personal - Einkommensteuerbekenntnisse, Hauzinssteuerfassionen u. a. in die Schule bringen und ich betone nochmals : es gibt Wichtigeres zu tun, um die Jugend zu bilden; das werden auch Leute begreifen, die nicht so „kunstsinnig“ sind wie ich. Wer sagt denn, daß die Schule für die „papierene Regierung“ zu sorgen hat, wer weiß, was für „Drucksorten“ in Zukunft noch erfunden werden, und was ist es mit den Telegrammen? Ja, die Telegramme! Auf sie hätten wir bald vergessen, nicht wahr? 2. Über das Briefschreiben. Beide, die Kollegin und der Kollege, vermengen merkwürdigerweise meine Worte über die Blankette mit meiner Ansicht über die Briefe. Allerdings halte ich auch vom Briefschreiben in der Schule nicht viel. Ich bin der Meinung, daß die Briefe sich von anderen Aufsätzen lediglich durch die Einleitungsund Schlußformel unterscheiden. Diese formellen Dinge entstellen aber gerade häufig den Brief. Ein Gegner der schriftlichen Übungen bin ich nicht, sondern setze sie sogar gleich — hinter die mündlichen Ausdrucksübungen und gehe fast ebenso vor wie das anonyme Fräulein, das sich zur Pfingstrose gesellt. Wenn uns „Briefungeheuer“ in die Hände kommen, so ist wohl das Gesamtergebnis des deutschen Unterrichtes nicht erreicht. Warum soll das mit dem Briefschreiben allein erzielt werden? Die Briefe werden meist solche Ungeheuer, weil es Ansicht des Volkes ist, wenn „sie die Feder ergreifen“, auf einmal ganz anders sprechen zu müssen als sonst, wo sie reden, „wie ihnen der Schnabel gewachsen ist“. Wie wir uns selbt aus unsrer Jugend erinnern (ich hielt zu diesem Zwecke Rundfragen in meinem Bekanntenkreise), haben wir alle nicht gerne geschrieben und die große Lust der Kinder am Briefschreiben, gar dann, wenn der Postverkehr dazu imitiert wird, ist bloß ein Ausfluß des kindlichen Spieltriebes. Das wird bei gutem Willen niemand bestreiten. Nun bin ich noch die Antwort auf die Frage schuldig: Wie sollen dann, wenn nicht in der Schule, die Kinder das alles lernen? Antwort: Wie so vieles, vieles, worauf die Schule nicht eingehen kann, im Leben mit ein bißchen Hausverstand! 2 Die Mustersendung ist musterhaft. Schade, daß sie nicht zur allgemeinen Kenntnis gebracht werden kann! D. Sch. Es tut mir wahrhaftig leid, daß man diese „Blankettenfexerei“ höher stellt als die Ausbildung zu „wahrhaften Menschen, zu natürlichem Denken, kräftigem und warmem Empfinden“. Und diese Ausdrücke sind mir mehr als eine Phrase, als die man sie lächerlich zu machen suchte. Ed. Buxbaum. Uachöcmcrliiulg: Eine leidenschaftslose Anseinandersetzung über die im vorstehenden berührte Frage würde zweifellos zur erwünschten Klärung führen. Die Schriftleitung läßt daher die Bahn noch frei. D. Sch. Schlagwort - Methodik. Von Ferd. Zenz. Unsere Methodik krankt vor allem daran, daß man alles über einen Leisten schlagen will. Ein an und für sich einwandfreier Grundsatz sagt: „Jeder Unterricht sei sprach-bildend.“ Welch Unheil richtet aber dieser Satz an, besser, welch großer Schaden entsteht durch das Mißverstehen dieses Satzes I Beim Anschauungsunterrichte glaubt der Lehrer diesem Grundsätze gemäß, jeden Sprachfehler ausstellen und verbessern zu müssen. Dabei geht die Zeit, die dem Denken und Sprechen in erster Linie gewidmet sein sollte, nutzlos verloren. Nicht nur, daß das Kind durch diese ewige Nörgelei verdrießlich und redefaul wird, auch der durch diese fortwährende Verbesserungen angestrebte Erfolg bleibt aus. Wenn wir dem Kinde 20 verschiedene Formen, Redewendungen ausbessern, so können wir mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß sich der Schüler keine einzige richtige Form merkt. Beschränken wir uns dagegen auf die gründliche Einübung einiger Formen, so haben wir immerhin einen kleinen, aber sichern Erfolg. Im übrigen lassen wir die Kinder sprechen, wie sie es eben auf dieser Stufe vermögen. Ähnlich soll auch auf den höheren Unterrichtsstufen jede Nörgelei vermieden werden. Ist der Schüler gut vorgebildet, so sind ihm die ärgsten Sprachfehler schon durch einen systematischen Sprechunterricht [durch planmäßige, gründliche Einübung der verschiedenen Formen (sieh Lindenthalers Sprechlehre)] ausgemerzt worden; ist er es nicht, so wird sich dieser Mangel trotz der Nörgelei nicht mehr beheben lassen, da diese Verbesserungen planlos, rein zufällig, zusammenhanglos sind, daher für die Dauer nicht gemerkt werden. Außerdem kommt noch die erziehliche Seite in Betracht! Die Nörgelei erzeugt Verdrossenheit und Verbissenheit bei Lehrern und Schülern. Nicht minder schädlich ist die kurzsichtige Handhabung des eingangs angeführten Grundsatzes beim Rechenunterrichte. Bei diesem handelt es sich doch wohl in erster Linie um das Rechnen, das Sprechen kommt erst nachher in Betracht. Trotzdem hat man für das angewandte Rechnen einen Stufengang aufgestellt, der sich ganz von dem Gesichtspunkte des Sprechenlernens leiten läßt. Ich denke an nachstehenden Gang: 1. Vorsagen der Aufgabe. 2. Nachsagen derselben. 3. Schlußbildung. 4. Ansagen der Rechnung. 5. Ausrechnung. 6. Kurze Antwort. 7. Lange Antwort. Dieser Vorgang ist derart umständlich und zeitraubend, daß in einer Stunde höchstens einige Aufgaben gelöst werden können. Wie soll aber dann das Kind rechnen lernen? Man sollte doch nicht vergessen, daß die Rechenstunde keine Sprechstunde ist. Außerdem ist aber dieser Gang geradezu zur Ertötung der Rechenfertigkeit geeignet. Viel vernünftiger ist folgendes Verfahren: 1. Ansagen der Aufgabe ohne Frage. (Der Schüler soll sich selbst fragen.) 2. (Nach einer entsprechenden Pause, wenn sich schon fast sämtliche Schüler melden) Angabe des Ergebnisses.1 3. Jetzt erst vorrechnen. Der Lehrer sagt bloß: „Ich habe 1 K 35 h, kaufe um 85 h Fleisch.“ Weiter nichts. Der Schüler sagt: „Sie haben noch 50 h.“ Erst jetzt kann der Lehrer den Rechenfall ansagen und sodann vorrechnen lassen. So kann der Schüler rechnen lernen, bei dem ändern Vorgänge lernt er vielleicht sprechen, rechnen aber sicher nicht. Ebenso unpraktisch ist es, wenn der Schüler beim abstrakten Rechnen den ganzen Rechenfall ansagt, statt bloß das Ergebnis anzugeben. Für die Rechenfertigkeit ist sehr viel gewonnen, wenn der Schüler möglichst wenig spricht. Lehrer 24 —j— 30! Schüler einfach: 54! — (Schluß folgt.) Randbemerkungen zur Folge 66. Richtlinien für den Nachfolger. Aus vollem Herzen stimme ich den Ausführungen des Herrn Kollegen Eppich zu; doch möchte ich diese „Richtlinien“ noch ergänzen. Sind sie schon notwendig und wünschenswert für den Lehrer als Berufsmenschen, wieviel mehr als tätiges Glied im Ortsschulrate, in der Gemeinde, in der Kirche, in den Vereinen. Ich würde diese schriftlichen Aufklärungen wie folgt erweitern: Verhältnis des Schulleiters zum Ortsschulrate: Schriftführer des O. S. R. — Ehrenamt; Matrikenführung— 10 K; Schulbeschreibung — 15 K; für Kreide, Tinte, Schwamm — 10 K; Heizungspauschale — 200 K; Reinigungspauschale 50 K usw. Verhältnis des Schulleiters zur Gemeinde: Für die Gemeindeschreiberei — 200 K; als Regenschori — 80 K festes Gehalt usf. Verhältnis des Schulleiters zur Kirche: Als Regenschori — 120 K festes Gehalt; Stiftungen — 60 K; Saitengeld — 30 K; für jede Maiandacht, für jeden Kreuzweg — 2 K; für Leichen, Segen, Hochzeitsmessen usw. Verhältnis des Schulleiters zu den Vereinen: Für die Feuerwehr: Schriftführer — Ehrenamt; Verschönerungsverein: Obmann — Ehrenamt; Sparkassa: Rechnungsführer — 200 K; Gesangsverein: Chormeister — Ehrenamt usf. So erweitert, werden die „Richtlinien“ dem Amtsnachfolger helfen, in seinem Verhalten der Öffentlichkeit gegenüber das Richtige leicht zu finden. Und ist des Lehrers Arbeitskraft schon so sehr beansprucht und so vielseitig, so ist es auch gut zu wissen, ehe man eine „so viel beneidete Nebenbeschäftigung“ sich aufhalst, wieviel sie einbringt. Gerade ein Personenwechsel wird ja mitunter benützt, um Änderungen in den Remunerationen eintreten zu lassen. Haben wir aber unsere „Richtlinien“ in dieser Weise ergänzt, so ist das nicht möglich. Karl Wanderer, Schulleiter in Wetzleinsdorf, N.-Ö. Schulhumor. 28. ’s kann sein. Am ersten Schultage wurden die neueingetretenen Schüler um die Namen der Eltern gefragt. Dabei geschah es, daß der Lehrer auch einen unehelichen Knaben um den Namen seines Vaters fragte, worauf sein Hintermann in die Rede fällt mit den Worten: „Dar hot kan Voater.“ Verächtlich dreht sich der zuerst Gefragte um und spricht: „Vielleicht mehr wie du!“ Eingesendet von K. H. in F. 1 Sehr richtig! D. Sch. 16. Frage. Schuksparkassen oder nicht? Diese brennende Frage begegnet sowohl bei uns als auch in Deutschland einer geteilten Meinung. Es erscheint daher geboten, sie allseitig zu beleuchten. Zur Einleitung möge ein Aufsatz aus den „Mouatsblättern für die Schulaufsicht", Verlag Hirt in Breslau, platzfinden. Dort führt Lehrer Reinirkens in Essen-Ruhr folgendes aus: „Die Frage der Schulsparkassen steht seit einiger Zeit im Vordergründe der pädagogischen Zeitfragen. Viele Stadt- und Landgemeinden, ja ganze Kreise beabsichtigen die Einführung solcher Kassen. Im allgemeinen steht die Lehrerschaft der Sache sympathisch gegenüber. Nachdem vereinfachte Systeme geschaffen wurden, durch welche die Arbeit des Lehrers sehr vermindert wird, finden sich viele bereit, die soziale Einrichtung zu treffen. Es ist angeregt worden, ähnlich wie in Belgien, behördlicherseits Erhebungen anzustellen über die Verbreitung der Schulsparkassen und deren Erfolge. Durch Zusammenstellung solcher amtlicher Statistiken würde man ein genaues Bild gewinnen über die Verbreitung der Jugendsparkassen, soweit sie in Verbindung mit der Schule gehandhabt werden. Bei dieser Gelegenheit könnten dann auch gleichzeitig die Beurteilungen der Praktiker eingeholt werden. Es würde sich so ein wertvolles amtliches Material ergeben, welches eine endgültige Stellungnahme der Schulbehörde zu dieser so wichtigen Frage ermöglichte. Die in jüngster Zeit in einzelnen Tages- und Fachblättern veröffentlichten Einwendungen stammen fast ausnahmslos aus der Feder von Theoretikern. Die erhobenen Bedenken sind immer dieselben: Verschärfung der sozialen Gegensätze, Verleitung zur Unredlichkeit usw. Trotzdem alle diese Einwände von den Praktikern samt und sonders abgelehnt werden, begegnet man ihnen immer wieder. Praktische, tatsächliche Fälle sind jedoch bisher von keinem als Beleg dieser schwerwiegenden Vorwürfe erbracht worden. Dieselben beruhen meist auf der Verallgemeinerung von Auswüchsen, die sich bei falscher Handhabung oder Anwendung ungeeigneter Sparsysteme in einzelnen Fällen gezeigt haben. Bei einer richtig gehandhabten Schulsparkasse sind z. B. solch große Unterschiede in den Einlagen gar nicht möglich. Bringen Kinder regelmäßig 2 M, 5 M oder mehr, so weist man diese Beträge einfach zurück mit dem Bemerken, die Eltern sollten dieses Geld selbst zur öffentlichen Sparkasse bringen. Die Schulsparkasse sei nicht dazu da, die Gelder der Eltern zu verwahren. So werden die Einlagen ziemlich einheitlich. Von einer Verschärfung der sozialen Gegensätze, die durch mancherlei andere Dinge, wie Kleidung, Frühstück, Schulutensilien usw., viel eher hervortreten, kann nicht die Rede sein. Gerade dadurch, daß die Erziehung zur Sparsamkeit in der Schule sich vollzieht, ist die Gewähr gegen eine Ausartung geboten, weil sie eben in den Händen des pädagogisch geschulten Lehrers liegt. Der Einwurf, daß die Schulsparkasse zur Unredlichkeit verleite, wird durch das System des Lehrers Reinirkens in Essen vollständig ausgeschaltet. Die zur Verwendung kommenden Sparmarken werden durch den Datumstempel entwertet. Die Eltern müssen monatlich in einer besonderen Rubrik das Sparbuch unterschreiben. Sie können also genau nachprüfen, wann und wieviel Geld das Kind eingezahlt hat. Gegenüber den hohen Summen, die durch die Schulsparkassen gesammelt werden, führen die Gegner an, daß solche Zahlen nichts bedeuteten, denn die Beträge seien von den Eltern erbettelt und nicht die Sparpfennige der Kinder. Sie sprechen von abfälligen Bemerkungen der Eltern, denen die Einrichtung durch die Quälereien der Kinder lästig würde. Von den Bekundungen aufrichtigen Dankes durch die Eltern, denen man bei der ersten heil. Kommunion resp. Konfirmation den Notpfennig auszahlte, ist ihnen anscheinend nichts bekannt. Eine mehrjährige Erfahrung berechtigt erst zur Abgabe eines Urteiles über eine Einrichtung, die in Lehrerkreisen so viele Freunde gefunden hat. Mögen selbst 50 und mehr Prozent dieser Gelder Sparpfennige der Eltern sein, so verschlägt dies auch nichts. Im Gegenteil, der erziehliche Einfluß der Schulsparkassen macht sich dadurch auch in der Familie geltend. In den meisten Orten wäre hinreichend Spargelegenheit geboten, die es den Eltern ermögliche, auch geringe Beträge von 1 M an einzuzahlen, hört man vielfach einwenden. Wer ein offenes Auge für unser Volksleben hat, wird zugeben, daß ein Arbeiter bei den heutigen wirtschaftlichen Verhältnissen von seinem Lohne nur wenig ersparen kann. Es kann sich bei Lohnzahlungen nur um eine oder zwei Mark handeln, die als Notgroschen zurückgelegt werden können. Soll die Mutter nun hiemit zur Sparkasse gehen? Die Wartung der Kinder und ihre sonstigen häus- liehen Pflichten machen ihr dies unmöglich. Sodann ist es den Leuten peinlich, mit so wenigen Groschen zum Schalter zu treten. Viel leichter wird es der Mutter, wöchentlich 20 bis 50 Pf. dem Kinde auszuhändigen. Sie sieht mit Freuden, wie diese regelmäßig gezahlten Ersparnisse anwachsen und ihr einst über schwere Tage der Sorge hinweghelfen werden. Das Kind nimmt teil an der Freude der Mutter und wird gern auf Genüsse verzichten, um die Einlagen zu erhöhen. Es wird in Erkenntnis der mütterlichen Sorgen auch seine Kleider und Bücher schonen, um den Eltern unnötige Ausgaben zu ersparen. Wie sehr die Arbeiterbevölkerung diese Einrichtung begrüßt, zeigen uns so recht die Erfolge der Sparkasse zu Aplerbeck i. W. Von den 3703 Kindern der Bergleute sparen dort 2357. Ihre Ersparnisse beliefen sich im verflossenen Jahre auf 32.014 M, also auf 13 60 M pro Kind. Die Kinder der Fabriksarbeiter sparten durchschnittlich 11-80 M. Es entspricht dies einer wöchentlichen Einlage von 26 Pf. resp. 22 Pf. Man kann wohl mit Bestimmtheit behaupten, daß der größte Teil dieser Gelder ohne die Schulsparkasse nicht gespart worden wäre. Die Aplerbecker Schulsparkasse besteht nunmehr 27 Jahre. Bis zum Jahre 1907 betrugen in dieser Zeit die Gesamteinlagen 995.16668 Mark, also annähernd 1 Million. Solche Zahlen müßten auch den hartnäckigsten Gegner von der volkswirtschaftlichen und erziehlichen Bedeutung der Schulsparkasse überzeugen. Wenn sich all die Mängel und schädlichen Einflüsse, die von den Gegnern stets hervorgehoben werden, in der Praxis gezeigt hätten, würden die 4055 Schulsparkassen Preußens, die zum Teil seit 28 und mehr Jahren bestehen, längst eingegangen sein. Die Schule erziehe durch den gesamten Unterricht zur Sparsamkeit und lasse es an Belehrungen und Ermahnungen nicht fehlen, sagen die Gegner. Ich nehme für jeden Lehrer in Anspruch, daß er in dieser Hinsicht voll und ganz seine Pflicht erfüllt hat. Welchen Erfolg hat denn diese theoretische Anleitung gehabt? Statt einer Abnahme der Verschwendungssucht, müssen wir leider feststellen, daß Leichtlebigkeit und Genußsucht unserer Jugend sich fortgesetzt steigern. Die bisherigen Maßnahmen haben sich also als nicht ausreichend erwiesen. Eine konsequente Pflege des Sparsinnes durch frühe Gewöhnung ist notwendig, damit unsere Jugend den Wert des Geldes schätzen lernt und das Erworbene zusammenhält. Der erziehliche Einfluß der Schulsparkassen zeigt sich in allen Ländern, in denen dieselben allgemeine Verbreitung fanden. So z. B. in Belgien, Frankreich und in der Schweiz. Von den 9535 belgischen Elementarschulen haben 6474, also 74 Prozent, Schulsparkassen. Dort kommen in manchen Provinzen auf 1000 Einwohner 461 Sparkassenbücher. In Frankreich sparen 25 Prozent der Schulkinder, während in der Schweiz auf 1000 Einwohner 396 Sparbücher entfallen. Wie sehr Preußen bei seinen günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen und Erwerbsbedingungen zurücksteht, beweist dieTat-sache, daß in Preußen auf 1000 Einwohner nur 205 Sparkassenbücher kommen. (Unb Österreich ? D. Sch.) Was die vielgefürchtete Mehrarbeit betrifft, so ist diese nach dem vereinfachten Markensystem äußerst gering und läßt sich in wöchentlichen 10—20 Minuten leicht erledigen. Es liegen die günstigsten Beurteilungen von einer ganzen Reihe von Lehrern vor, welche das System seit zwei und mehr Jahren praktisch erprobten. Die Einfachheit und Zweckmäßigkeit wird am besten bewiesen durch die große Verbreitung. Bis zum 1. Jänner 1909 hatten 507 Städte und Landgemeinden mit 118.650 Sparern dieses System eingeführt. In Belgien, wo die Schulsparkassen seit dem Jahre 1866 bestehen und wo man reichliche Erfahrungen in dieser Zeit gesammelt hat, wurden in vielen Orten die bestehenden Einrichtungen umgestaltet und das vereinfachte Markensystem Reinirkens-Essen eingeführt. Mögen die Lehrer, die zu Ostern die Einführung beabsichtigen, sich nicht durch die meist einseitigen Beurteilungen der Gegner beirren lassen und wenigstens für ein oder zwei Jahre den Versuch machen, um sich ein eigenes Urteil bilden zu können. Die örtlichen Verhältnisse sind für solche Einrichtungen auch entscheidend. Gewiß hat jede Münze ihre Kehrseite. Es fragt sich aber, ob die großen Vorteile die geringen und meist auf der Theorie beruhenden Nachteile aufwiegen. Es wird jedem einleuchten, daß bei dem herrschenden Zeitgeiste, der sich in maßloser Verschwendungssucht und unbegrenztem Hang nach Vergnügen kundgibt und der jeden Gemeinsinn in kirchlicher und bürgerlicher Vereinigung zu zerstören droht, durchgreifende Maßnahmen dringend geboten sind. (Besonders bei uns ist die Wandlung dringend geboten! D. Sch.) Jeder Pädagoge begeistert sich für die eifrigen Bestrebungen, durch Errichtung von Spielkursen und Pflege des Bewegungsspieles die körperliche Entwicklung unserer Jugend zu fördern, um der zunehmenden körperlichen Degeneration entgegen zu arbeiten. Wieviel größer ist heute die Gefahr einer sittlichen und geistigen Degeneration, die in den Grundübeln unserer Zeit, in der Vergnügungsund Verschwendungssucht ihre hauptsächlichsten Förderer findet I Müssen wir nicht besonders da den Hebel ansetzen ? Warum also eine Einrichtung kurzerhand verwerfen, die sich seit langen Jahrzehnten als wirksames Gegengift bewährt hat? Bringen wir Lehrer freudig und gern unserer Jugend, dem künftigen Geschlechte, dieses Opfer an Zeit und Mühel Helfen wir so an der Erziehung unseres Volkes, wie zur Sparsamkeit und Fleiß, so auch zu Mäßigkeit und Ordnungsliebe, zu wirtschaftlicher Strebsamkeit und zu Gemeinsinn, zum Wohltun von dem Ersparten und zur Dankbarkeit! Bete, arbeite, sei genügsam, spare, tue Gutes und sei glücklich 1 Achte das Kleine nicht klein, es bewahrt die Keime des Großen. Pfennig auf Pfennig gespart, türmt sich zum silbernen Berg. Ist uns die Jugend gewonnen zum emsigen Sparen, Lebt in der Zukunft gewiß froh ein zufriedenes Volk. Hiemit sei die Wcchselrede über die neue Frage, der ein überaus wichtiges soziales Interesse zugrunde liegt, eröffnet. Die ttltcbsclrtdc. Zur 13. Krage. (Soll den Eltern der Zutritt zum Unterrichte zeitweise gestattet werden oder nicht?) 20. Urteil. Schulleiter Lud. Demal in Winklarn, Niederösterreich. Lange Zeit saß ich grübelnd da und konnte mich nicht recht für und nicht so ganz gegen diese Neuerung entscheiden. Große Vorteile auf der einen Seite werden durch gewichtige Bedenken wieder aufgehoben. Vorteile: Das Volk lernt unsere schwierige Arbeit kennen; die Achtung wird erhöht; damit wächst unsere Berufsfreude. Auch Lehrweise und Methode könnten durch diese Neueinführung gewinnen. Dieser Lehrer würde bedächtiger sprechen, bei jenem verschwände das Stäbchen, Kollege N. würde die Schulzucht etwas strammer führen, die meisten von uns beachteten beim Unterrichte mehr das wirkliche Leben (Bodenständigkeit), mancher ginge besser vorbereitet an die Arbeit usw. Gewiß kann der Nutzen für die Schüler ein großer werden. Beim Überlegen dieser Vorteile tauchten aber zugleich mancherlei Nachteile auf: Es ist zu befürchten, daß die Individualität des Lehrers gefährdet werden würde. Den Eltern zuliebe fände gewiß manche Abänderung in Lehrstoff und Lehrweise statt, die der Schule nicht zum Vorteile gereichte. Die Gefahr ist nicht zu übersehen, daß Blend- und Scheinwerk in Blüte kommen könnte. Das Urteil des Volkes ist ein recht gefährlich Ding. Was der eine lobt, finden nicht alle gut; was ein anderer tadelt, bemängeln gleich alle. Wir kennen das, wie die Leute den einen Lehrer weit über Verdienst loben, während ein anderer in allem zu streng beurteilt wird. — Manche Unterrichtsstörung wäre nicht zu vermeiden. Die zweckmäßige Durchführung der in Rede stehenden Neuheit ist schwierig. Noch immer habe ich mich also nicht entscheiden können. Auf einmal tauchte in mir blitzartig ein Gedanke auf, der die so verwickelte Frage scharf beleuchtete, so daß ich mich nun entschieden für den Zutritt der Eltern zum Unterrichte aussprechen kann. „Der Unterricht der Kinder sei zugleich ein Unterricht für die Eltern.“ Das war der neue Gedanke. Unsere Schule heißt Volksschule; leider ist sie es nicht ganz. Viele, viele stehen abseits, haben kein Interesse und werden aus Unkenntnis gar unsere Gegner. Wenn das Kind mit dem 14. Jahre die Schule verläßt, ist es dem Lernen und dem Lehrer in den meisten Fällen ganz entrückt. Die Sorgen des Broterwerbes lassen eine tiefere Geistesbildung nicht zu und so kommt es, daß vieles wieder verloren geht, nicht allein an Wissen, sondern auch an guter Sitte. Leider schreibt man dann solche Folgen des sozialen Lebens oft der Neuschule zu. Vater und Mutter wuchsen auch derart heran und haben dann wenig Interesse für die Jugendführung, wie man dies am besten an ihren sechsjährigen Kleinen beobachten kann, wenn diese in die Schule eintreten. Ich denke da besonders an das Landvolk. Um die Eltern für das Erziehungsgeschäft mehr zu interessieren, hat man die Elternabende geschaffen, welche cider nicht überall möglich sind. Einen Ersatz sehe ich darin, daß die Eltern dem Unterrichte ihrer Kinder beiwohnen dürfen. Sie lernen dann ihre Kinder im Vergleiche mit den vielen anderen besser kennen. Der auf sein Söhnchen eitle Vater sicht in der Schule tüchtigere Kinder; die um ihr zurückgebliebenes Kind besorgte Mutter findet hier zum Tröste auch andere schwache Schüler; mancher gewalttätige Vater wird durch den milden Lehrer bekehrt; die bequeme Frau lernt die Arbeit mit den Kleinen lieben; dem trunksüchtigen Manne gehen angesichts so vieler Zukunftspflänzchen die Augen auf; das ungebildete Weib behütet von nun an die Kinder besser vor dem Verkehre mit rohen Dienstboten. Und wie sich die sozialen Stufen unter den Kindern einer Klasse vermischen, so dürften diese Elternbesuche auch auf die Erwachsenen verschiedener Gesellschaftsschichten versöhnend einwirken: „Man haßt sich oft nur, weil man sich gegenseitig zu wenig kennt.“ Überdies können die Eltern dem pädagogisch gebildeten Lehrer manchen Kunstgriff in Beeinflussung der Kinder ab-sehen; sie werden angeregt, die Erziehung von einem höheren Standpunkte aus zu betrachten. So kann die Kinderschule auch für die Erwachsenen eine Schule werden. Nur durch diese Besuche wird sich das Volk von der Unwahrheit der Anwürfe und Verdächtigungen überzeugen, welche seine Führer vielfach gegen die Lehrer der Neuschule schleudern. Welcher Nutzen für die Allgemeinheit, wenn einmal die Leute lernten, nur ihren eigenen Augen zu trauen I Wie manche Berufsarten arbeiten stets mit größtem Gepränge vor der Öffentlichkeit! Weshalb sollen wir allein uns mit unserer Arbeit hinter die Mauer verstecken? Oft hört man sagen: „Wenn ich jetzt zur Schule gehen könnte, würde ich besser aufmerken.“ Gut! öffnen wir dem Volke die Schule! Manches vergessene Wissen wäre einer Auffrischung wert, manche Anregung zur Weiterbildung könnte gegeben werden und allein durch Weckung des Interesses der Eltern für das geistige Leben ihrer Kinder wäre dem Volke, der Schule und dem Lehrer gedient. Manch guter Vorschlag aus verständiger Leute Mund könnte den Unterricht nützlicher machen und so würden Lehrer und Eltern endlich als Freunde vereint an der Bildung des künftigen Volkes arbeiten; das wäre dann die echte Volksschule. Wegen der Wichtigkeit dieser Frage dürfte es sich empfehlen, daß man die Erlaubnis zu den Elternbesuchen vorerst der Entscheidung der einzelnen Lehrer überläßt; später könnten die Erfahrungen gesammelt und entsprechend verwertet werden. 21. Urteil. Lehrer Hans Pfetschnigg in St. Gertraud, Kärnten. Diese Frage wirkt zwar sehr befremdend, dürfte jedoch wenigstens hier in Österreich einseitig beantwortet werden. Meine Antwort ist: Nein. Wozu dienen unsere Schulzeugnisse? Die Eltern werden damit von Zeit zu Zeit von dem Betragen und Fortgange des Kindes in der Schule in Kenntnis gesetzt und das genügt. Was für Folgen hätten solche Besuche? Der Lehrer würde bald ein Diener des Volkes sein, der dem Vorurteile ausgesetzt ist. Wehe dem noch so tüchtigen Lehrer, der sich einige Feinde zugezogen hat! Er stünde unter ständiger Kontrolle und würde in den Augen des Volkes vielleicht als minderwertige Kraft hingestellt werden. Des Lehrers Autorität muß geschützt sein und er sollte als freier Arbeiter im Dienste der Schule wirken. Wozu würden solche Besuche führen? Eine Störung um die andere entstünde und dabei gäbe es etwaige unangenehme Szenen. Also weg mit solchen Rechten; laßt dem Lehrer ungestörtes Arbeiten! Jur 15. Aragc. (Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern?) 8. Urteil. Lehrer Friedrich Madritsch in Leoben-Eisentratten, Kärnten. Vorschläge zur Reform der Lehrerbildung durchrauschen den Lehrerblälterwald und werden in Lehrerversammlungen erörtert. Man sieht, die Lehrerschaft ist eifrig bemüht, Bausteine zusammenzutragen, die aber die berufenen Baumeister, getreu dem Bibelworte: „Wollen habe ich wohl, aber zu vollbringen das Gute finde ich nicht!“ noch lange Zeit unbenützt liegen lassen werden. Eine Änderung des Lehrplanes, Einführung neuer Unterrichtsgegenstände und eine etwaige Hinaufschraubung des Lehrzieles brächten eine längere Studienzeit mit sich, deren Kosten aber mit der jetzigen materiellen Stellung der Lehrerschaft in keinem Einklänge stünde. Lehrermangel und die Anstellung von Notlehrern wären die traurigen Folgen. Ich glaube weder an eine Änderung der bestehenden Lehrerbildung, noch an eine materielle Besserstellung der Volkspioniere in den kommenden Jahren.1 Glücklich, wer in dieser hoffnungslosen Hoffnung lebt! Was nützt die viele Reformerei, wenn die Lehrerbildner dem Stoffe kein Leben geben, wenn das gesprochene Wort tot ist? Hier ist der wunde Punkt, wo das Veredlungsmesser angesetzt werden muß. Was frommt die Schale ohne Kern? Daß dies nicht nur ich meine, sondern daß es auch die Meinung vieler anderer ist, möge nachstehende Lesefrucht aus dem ersten Julihefte des „Kunstwartes“ zeigen. Ernst Weber schreibt dort: „Wichtiger als alte und neue Methoden, wichtiger als prächtige Schulhausbauten, wichtiger als vervollkommnete Lehr- und Lernmittel sind Menschen, die sich vollebendig äußern können. Das Wesentliche jeder pädagogischen Tat besteht in der Wirkung von Mensch auf Mensch. Diese Wahrheit ist nur zu oft verkannt und vergessen worden. Auch von den Genossen unter den pädagogischen Führern und Pfadfindern — von Ratke und Pestalozzi bis herauf zu den Modernen, die immer nur nach neuen Methoden suchen und dabei der Menschen vergessen, die diese Formen anwenden sollen. Sie alle vergessen, daß es in erster Linie nicht darauf ankommen darf, in welcher Form sich das Leben äußern soll, sondern auf das Leben selbst. Wo eine gestaltungsfähige Kraft vorhanden ist, da schafft sie sich ihren Ausdruck mit zwingender Notwendigkeit. Überkommene Formen können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie neues Leben erhalten. Der Kern ist höher zu werten als die Schale. Bloße Formen sind taube Nüsse. Kein Mensch mag ihrer froh werden. Um den Menschen und seinen Gehalt handelt 1 Elfteres steht in naher Sicht. D. Sch. es sich in erster Linie, nicht um die methodische Form. Jeder wahre Fortschritt auf schulischem Gebiete wird darum bei dem Pädagogen selbst einsetzen müssen, bei der Vervollkommnung seines Menschentums, bei der Ausbildung seiner gestaltenden Kraft. Sonst bleiben alle Formen Äußerlichkeiten, die zur Qual und zum Ekel werden. Ausdruck, wahrhaftige Sprache, die von einem starken Innenleben Kunde gibt, brauchen wir auch hier. Nicht auf den Ritus kommt es an, sondern auf den Priester.“ So Ernst Weber. Und sollte er nicht recht haben? Mir und vielen anderen hat er wenigstens aus der Seele gesprochen. Ich glaube, als Lehrerbildner wären nur die besten und erfahrensten Praktiker gut genug, nicht aber junge Akademiker, die die Lehrerbildungsanstalten als Übergangsstationen zu Mittelschulen und die Kandidaten als Versuchskaninchen betrachten. Ergebnis: Tüchtige Praktiker, Persönlichkeiten — als Lehrcrbildner! 9. Urteil. Rudolf Ritter in Holtschitz, Böhmen. Was der Herr Amtsgenosse Lendl in seinem Urteil über die Mängel der Lehrerbildung gesprochen, hat er wohl an sich selbst empfunden. Und seien wir ehrlich! Wohl jeder, der als 19 oder 20jähriger Jüngling aus dem Pädagogium entlassen wurde, fühlte sich fremd in der neuen Welt. Er, der nur dem Unterrichte in einer Musterschule beiwohnen konnte, sieht sich plötzlich in eine Klasse mit 60 bis 80 Kindern der verschiedensten Altersstufen gestellt. Nun muß er doch wieder von vorne anfangen, muß sich erst in seiner Kunst versuchen. Und wer leidet dabei? Ganz gewiß die Kinderschar, die das Versuchskaninchen abgeben muß, an dem sich der Lehrer Erfahrungen sammelt. Ganz anders wäre es, wenn der junge Mann eine bestimmte Zeit in der Werkstätte eines erfahrenen Schulmannes mitarbeiten könnte. Welche Fundgrube diese Werkstatt für den Jünger Pestalozzis wäre, das wird wohl jeder am besten an sich selbst fühlen, wenn er an seine eigenen Anfänge zurückdenkt. Und nach dieser Zeit, am besten wohl nach einem Jahre, das sich an fünf Seminarjahre anreihen sollte, könnte der Lehrerpraktikant ohne besondere Prüfung, gewappnet und mit der nötigen Praxis ausgestattet, vor seine ihm allein anvertraute Kinderschar treten. — Noch ein Wort über das Hospitieren der Zöglinge: Im dritten Jahrgange beginnen die Zöglinge eigentlich erst mit ihrem Fachstudium; sie betreten die Übungsschule als Hörer, dürfen aber noch nicht selbst unterrichten. Umgekehrt ist es im vierten Jahre, wo sie zwar unterrichten, nicht aber hospitieren gehen. Nun werden mir wohl die meisten Kollegen recht geben, wenn ich behaupte, daß den meisten Zöglingen des dritten Jahrganges das rechte Verständnis und das Interesse für die verschiedenen Unterrichtswege noch fehlt. Erst, wenn sie selbst vor die Kinder treten müssen, dann stellen sich diese zwei notwendigen Eigenschaften von selbst ein; dann wird der Zögling mit wachsendem Verständnis den unterrichtlichen Wegen des Übungsschullehrers folgen. Also meine ich, die Zöglinge mögen auch im letzten Jahrgange hospitieren, dafür aber vielleicht schon im zweiten Semester des vorletzten Jahres vor den Schülern auftreten. Ergebnis: a) Praktizieren bei einem erfahrenen Schulmanne. b) Abwechselnd Hospitieren nnd Praktizieren im dritten und vierten Jahrgange, bezw. im vierten und fünften Jahrgange. 10. Urteil. Schulleiter Friedrich Scharf in Nöhagen, Niederösterreich. Was die heutige Lehrerbildung anbelangt, so glaube ich, wäre zu ihrer Erhöhung und Festigung folgendes streng durchzuführen, also wünschenswert: 1. eine gleichmäßigere Vorbildung der Zöglinge, 2. die Übernahme jedes Gegenstandes durch einen Fachmann, 3. die gründliche Behandlung des Rechen-, Sprach- und Realienunterrichtes sowohl in wissenschaftlicher, als auch in methodisch - praktischer Hinsicht. Einigen Dingen sollte noch mehr Beachtung geschenkt werden: so dem naturgeschichtlichen und weltkundlichen Unterrichte im Freien, dem selbsttätigen Experimentieren der Zöglinge in der Naturlehre, dem Vorschreiben, dem Vorzeichnen und dem Skizzieren im Sach- und Realienunterrichte. Dagegen könnte meiner Meinung nach die Landwirtschaftslehre tüchtig gestutzt werden. Wie wäre es, statt ihrer Sachunterricht und Zeitgeschichte zu betreiben? „Volkstümliche“ (nicht »wissenschaftliche“) Vorträge über Technik, Handel, Gewerbe und Industrie betreffende Dinge würden eine nützliche Erweiterung der Kenntnisse des angehenden Lehrers sein. Und unsere, an interessanten Ereignissen so reiche Zeit böte Stoff genug für die Zeitgeschichte. Hier wäre auch den Lehrerbildnern Gelegenheit geboten, den Zöglingen ein Bild des wirklichen Lebens zu entrollen, was diese für letzteres reifer machen würde! Es darf eben nicht vergessen werden, daß viele Studenten elternlos oder fernab von Vater und Mutter, aber auch ferne von ihren anderen Angehörigen bei fremden Leuten ihre Ausbildung durchmachen. Da könnten die Lehrerbildner ein herrliches Amt übernehmen, die Erziehung ihrer Zöglinge fürs Leben! Wie ein Schiff ohne Steuer schwankt der junge Mensch gar oft ins Leben, das er eigentlich nicht kennt. Wirtshaus, Gesellschaft, freie Zeit u. a. m. locken ihn und ziehen ihn oft auf Abwege. Wäre er rechtzeitig belehrt, aufgeklärt und gewarnt worden, mancher wäre vor Schaden bewahrt geblieben; so aber kommt der Wechsel zu schnell: heute noch die Schul-zucht — morgen volle Freiheit und kein Führer, wenn nicht der Oberlehrer es versteht, den jungen Kollegen an sich zu fesseln. Dazu die völlig veränderten Schulverhältnisse, in die der „fertige* Kandidat tritt. Eine große Schülerzahl, viele Abteilungen, schwankender Schulbesuch, mangelhafte Lehrmittel und der Verkehr mit dem Elternhause: lauter Dinge, die dem jungen Lehrer off trübe Stunden machen können. Drum eifrig in Landschulen hospitieren! Und vor allem mehr Bewegungsfreiheit für unsere tüchtigen Lehrerbildner, damit sie nach eigenem besten Wissen und Können an der Heranbildung der künftigen Volkserzieher an ihrer hehren Arbeit schaffen können! Ergebnis: Punkt 1, 2, 3 und freie praktische Lehrerbildung für das Leben. Der kranke Lehrer und das kranke Kind. li. Von der Psyche. Wissenswertes für den Lehrer. Vom emerit. Universitätsassistenten Dr. med. Leo Wolf er. Eines der schwierigsten Kapitel der gesamten Heilkunde ist unstreitig das der Psychiatrie, da die Geisteskranken den gewöhnlichen Untersuchungsmethoden der inneren Medizin nicht zugänglich sind und fast immer nur solche Symptome bieten, die während längerer Beobachtungsdauer oft recht mühsam aus Wort und Gebärde des Kranken herausgeschält werden müssen. Obgleich bestimmte krankhafte Erscheinungen einer ganz bestimmten Form der Geistesstörung angehören, gibt es doch auch wieder derart verwaschene Bilder der pathologisch veränderten Psyche, daß die Diagnose großen Schwierigkeiten begegnet. Der Laie ist mit der Diagnose oft rasch zur Hand: er spricht von Größenwahn, wenn der Irre Größenideen äußert, von Verfolgungswahn, wenn Verfolgungsideen vorhanden sind, von religiösem Wahn usw., wenn Ideen religiösen Inhaltes usw. in den Vordergrund treten. Während die angeführten krankhaften Störungen des Geisteslebens dem Laien die Diagnose bedeuten, haben sie für den Arzt nur die Bedeutung des Symptoms. Für die meisten Geisteskrankheiten besteht heute die weitläufige Annahme zurecht, daß sie auf dem Boden eines wenig widerstandsfähigen, eines sogenannten minderwertigen Zentralnervensystems zur Entwicklung gelangen, wie ein solches nicht etwa als die Folge verschiedener körperlicher und geistiger Alterationen während der Dauer eines Lebens anzusehen ist, sondern vererbt wird. Ein so beschaffenes Nervensystem befindet sich im Zustande der Labilität. Es verliert also sein Gleichgewicht beim Anprall irgendeiner Widerwärtigkeit, welche einen tieferen Eindruck hinterläßt, — es erkrankt. So können z. B. ein gewaltiger Schmerz, eine große Sorge, die wohl geeignet sind, ein vollwertiges Nervensystem in seinen Grundfesten zu erschüttern, ohne es jedoch jemals vollends aus dem Gleichgewicht zu bringen, bei einem dazu Veranlagten zum auslösenden Moment für eine Geistesstörung werden. Weil es eben auf eine überkommene Disposition sosehr ankommt, erklärt sich aber auch die wiederholt beobachtete Tatsache, daß die Ursache einer geistigen Umnachtung mitunter auffallend geringfügig ist, von selbst. Daraus ergibt sich für uns die Aufgabe, durch strenge Individualisierung in der Behandlung der Jugend das etwa vorhandene labile Gleichgewicht des Zentralnervensystems in ein stabiles überzuführen. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß dies — soferne es sich nicht um angeborene Entwicklungshemmungen handelt — auch gelingt. Nun sind aber leider die Erzeuger, die ihrem Kinde ein minderwertiges Nervensystem vererbten, in den allermeisten Fällen auch die Erzieher desselben. Lassen sie einerseits Liebe und Geduld in ihrem psychisch abnorm veranlangten Kind nicht als eine bestimmte Eigenart erkennen, die sich im Leben abschleifen wird, so gibt es anderseits Eltern, die ihr armes Kind durch strenge Beurteilung seiner Leistungen, Anstachelung seines Ehrgeizes und Verständnislosigkeit für seine Fehler zur Bewältigung größerer Geistesarbeit zu veranlassen suchen, weil sie keine Ahnung von dem bestehenden Mißverhältnisse zwischen der Begabung des unglücklichen Wesens und den gestellten Anforderungen haben. Ich habe daher in meinem ersten Aufsatze in Folge 67 dieser „Blätter“ schon darauf hingewiesen, wie wichtig die Bestellung von Schulärzten wäre, die nicht nur den physischen, sondern auch den psychischen Gesundheitszustand der Schuljugend zu überwachen und von Zeit zu Zeit zu prüfen hätten. So ist der Lehrer meist der erste, dem das geistig von der Norm abweichende Kind auffällt; macht er dessen Eltern auf die schlechten Schul-erfolge aufmerksam und wagt er es, letztere auf die mangelnde Begabung zurückzuführen, dann wird er eher als schlechter Pädagoge gescholten, als daß eine geringe Befähigung des Kindes zugegeben wird. Stünde dem Lehrer ein mit entsprechender Macht ausgestatteter, von der Gunst der Bevölkerung unabhängiger Arzt zur Seite, dann könnte manches Unheil verhütet werden; dann würde auch die Behauptung, daß Über-bürdung in der Schule den Grund zu dieser oder jener Geistesstörung abgegeben habe, sich bald als übertrieben erweisen, denn in den so oft als Beispiel hiefür angeführten Fällen ergab sich immer erbliche Belastung. Ich gebe zu, daß die strenge Disziplinierung der kindlichen Psyche zu geregelter Gedankenarbeit Gefahren birgt; doch ist nicht darauf zu vergessen, daß die Natur dem Kinde in der sich rechtzeitig einstellenden Aufmerksamkeit ein Schutzmittel gegen übergroße Spannungen gegeben hat. Ich erwähne nur der Vollständigkeit halber, daß sich psychische Störungen auch im Anschlüsse an Kopfverletzungen, Gehirn- und Nervenkrankheiten, gewissen akuten und Infektionskrankheiten, sowie bedingt durch chronische, für das Kindesalter aber kaum in Betracht kommende Vergiftungen und bei dazu Veranlagten durch Ansteckung im Verkehr mit Geisteskranken einstellen können. Solche Fälle besitzen jedoch für den Schulmann deshalb geringere Bedeutung, als sie ja von vorneherein in ärztliche Behandlung kommen. Indem ich vorhin sagte, daß — das Fehlen jedes organischen Defektes vorausgesetzt — eine rechtzeitig einsetzende, zielbewußte und richtig geleitete Erziehung den Ausbruch einer Geisteskrankheit verhüten könne, ergibt sich von selbst, daß das Schwergewicht der Behandlung der Psychosen in der Prophylaxe zu suchen ist. Solange es jedoch keine Schulärzte gibt, müssen wir die Beurteilung der kindlichen Psyche dem Pädagogen überlassen; die Schulerfolge der einzelnen Kinder genügen aber allein nicht, sich eine klare Vorstellung von deren Geistesleben zu verschaffen. Darum will ich im folgenden einige Anhaltspunkte geben, die dem Lehrer das Studium der kindlichen Seele erleichtern, ihm die Pfade weisen sollen, auf welchen er zur Erkenntnis pathologischer psychischer Veränderungen bei der ihm anvertrauten Jugend gelangen kann. Vor allem sind es äußerlich wahrnehmbare Abnormitäten, die wir beobachten können und die, so gering ihre Bedeutung an und für sich ist, bei etwa sich einstellenden, nicht gleich im Beginn richtig deutbaren Abweichungen des Geisteslebens von der Norm doch schwer mit ins Gewicht fallen. Solche Abnormitäten sind: Assymmetrie des Gesichtes und des Schädels, auffallender Bau des Schädels, fliehende Stirne, übermäßig starke Entwicklung des Ober- oder Unterkiefers, Vorspringen der Jochbeingegend, stark ausgeprägte Unregelmäßigkeit in der Stellung der Zähne, zu flacher oder zu stark gewölbter Gaumen (sogenannter steiler Gaumen), ungleich hohe Anheftung der Ohrmuscheln, henkelförmiges Abstehen derselben, Fehlen des Ohrmuschelrandes, Fehlen (Angewachsensein) des Ohrläppchens. Dazu wird als unterstützendes Moment etwa in Erfahrung gebrachte erbliche Belastung kommen. Was die psychischen Erscheinungen betrifft, so will ich vor allem die dringende Notwendigkeit betonen, daß Kinder, die, um mich laienhaft auszudrücken — am »Hinfallen“ leiden, unbedingt — mag es sich um Epilepsie oder Hysterie handeln, aus der Schule zu entfernen sind, da es bei dem so stark entwickelten Nachahmungstriebe der Kinder, der uns bei der Erziehung so willkommen ist, zur Infektion einer ganzen Klasse kommen kann. Ferner erinnere ich daran, daß die Pubertätsjahre eine gefährliche Zeit darstellen, weil die unbestimmten Empfindungen und Stimmungen derselben oft in wirkliche Geistesstörungen übergehen. Von den nervösen Symptomen, die die Beiziehung eines Arztes höchst notwendig machen, erwähne ich die folgenden: erhöhte Reizbarkeit, Neigung zu Zornausbrüchen, zum Zertrümmern von Gegenständen, zu Grausamkeiten oft raffiniertester Art, mit Hinterlist verbundene Gewalttätigkeit gegen Geschwister und Mitschüler, Lieblosigkeit gegenüber den Angehörigen, Widersetzlichkeit, Neigung zu Tränenausbruch, notorische Unruhe, zerfahrenes, haltloses Wesen, Trägheit, Zerstreutheit, Vernachlässigung der Aufgaben, Scheu, Angstzustände, melancholische Zustände, Unsauberkeit, erschwerte Erziehung zur Sauberkeit, Bettnässen bis ins schulpflichtige Alter, schweres Erwerben von Vorstellungen, oberflächliches Denken, Un- Selbständigkeit im Arbeiten, Hemmungslosigkeit in der Abgabe von Urteilen, Sinnestäuschungen, das schnelle Vergessen einer Strafe, Gleichgültigkeit gegen Strafen, Frühreife in sexueller Beziehung und rücksichtslose Befriedigung sexueller Gelüste, Neigung zu Alkohol und Tabak, die durch Geldborgen beschafft werden, grundloses Denunzieren, Selbstmordversuche. Ich muß jedoch davor warnen, aus dem Vorhandensein eines einzigen solchen Symptomes auf eine psychische Erkrankung schließen zu wollen. Erst das Auftreten mehrerer der angeführten Erscheinungen, etwa im Verein mit schon äußerlich wahrnehmbaren Abnormitäten gar bei erblich Belasteten drängt zur Vermutung, daß eine Geistesstörung vorliege. Dabei können unter Umständen die Leistungen in der Schule noch sehr befriedigend, ja ausgezeichnet sein, da oft mehrere Jahre bis zum Auftreten der ersten Ausfallserscheinungen vergehen. Es wäre gewiß ein lohnendes Unterfangen, gleich beim Eintritt eines Kindes in die Schule körperliche Abnormitäten und etwa vorhandene Heredität festzustellen. Das eben Angeführte reicht natürlich nicht aus, einem Nichtarzte all die dunkeln Tiefen und Irrwege einer kranken Seele zu erschließen, im Dämmerscheine aber, den — wie ich hoffe — das Gesagte immerhin zu bieten vermag, wird der Pädagoge Dinge ausnehmen können, die ihn veranlassen werden, den Rat eines Fachmannes einzuholen. Die Lehrmittelsammlung der Landschule. „Der Unterricht sei anschaulich“, „Der Unterricht sei interessant“! So hörten wir es in der Lehrerbildungsanstalt und so steht es in jeder „Unterrichtslehre“. Es steht auch darinnen, daß die Schüler das Anschauen erst lernen müssen, denn die Kinder können, wenn wir sie in die Schule bekommen, zumeist nur sehr mangelhaft beobachten; sie müssen also erst zum richtigen Schauen, zum Beobachten angeleitet werden. Und dazu bedarf es mannigfacher Lehrmittel. Die Stadtschulen und die höher organisierten Landschulen in Märkten sind in der Regel mehr oder minder reich mit Lehrmitteln ausgestattet. Wie sieht es aber diesbezüglich in den entlegenen Dorfschulen der Gebirgsgräben aus? Nur zu oft findet man im Lehrmittelzimmer (wenn überhaupt ein solches vorhanden ist) eine trostlose Leere, welche die Eintönigkeit des Unterrichtes ahnen läßt. In 99 von 100 Fällen ist die Ursache dieses traurigen Zustandes in der Unzulänglichkeit der diesem Zwecke zur Verfügung gestellten Mittel zu suchen. Häufig scheitern die Bemühungen des Schulleiters, gute Lehrmittel anzuschaffen, an der Verständnislosigkeit des Ortsschulrates; nicht selten aber ist das Haupthindernis die traurige Lage der Gemeindefinanzen. Die Bevölkerung hat oft eine Umlagenlast von 180 bis 220 °/o, ja noch höhere Zuschläge zu den direkten Steuern zu tragen, so daß eben an allen Ecken und Enden im Gemeindehaushalte gespart wird. Kommt dazu noch ein Schulhausneubau, eine Kirchenrenovierung, eine Bachregulierung oder eine Straßenanlage, so steigen die Lasten ins Unendliche und die Schule geht auf Jahre leer aus. In solchen Fällen kann man dem Lehrer, bezw. Schulleiter keinen Vorwurf machen, wenn es ihm nicht gelingt, von der Gemeinde die nötigen Lehrmittel zu erhalten. Und doch müssen sie im Interesse eines gedeihlichen Unterrichtes beschafft werden. Wie soll man dies beginnen? Ich habe seinerzeit eine Schule in solch trostlosem Zustande übernommen und besitze heute doch eine Lehrmittelsammlung, von der manche Amtskollegen behaupten, „daß sie sich sehen lassen könne“. Wie so oft im Leben gilt eben auch hier der Spruch: „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott!“ Wir müssen uns also auch in diesem Punkte selbst helfen. Ich möchte mir nun im folgenden erlauben, einige Winke zu geben, wie man die Sache anpacken könnte. Jedem Lehrer, der im Sommer eine Reise unternimmt, werden die prachtvoll ausgeführten lithographischen Kunstdruckplakate auffallen, die in den Bahnhöfen, besonders an Eisenbahnknotenpunkten zu Reklamzwecken ausgehängt sind. Nicht selten trifft man solche, deren Ausführung geradezu künstlerisch genannt werden muß. Ich habe an meiner Schule über hundert Plakate, die mir im geographischen Unterrichte schon die wertvollsten Dienste geleistet haben. Woher ich die Plakate habe? Je nun, ich ersuchte die betreffende Druckerei oder das Industrieunternehmen in einem 11 r.:$ ausführlichen Schreiben, mir die gewünschten Plakate zu Unterrichtszwecken zu überlassen, da die Gemeinde infolge ihrer großen Belastung nicht in der Lage sei, andere geographische Charakterbilder anzuschaffen. Die Adressen sind in der Regel am unteren Rande oder seitwärts am Plakate angegeben. So erhielt ich von verschiedenen lithographischen Druckereien des Inlandes, der Schweiz und Deutschlands eine große Anzahl herrlicher Kunstdruckbilder, u. zw. fast immer gratis und franko. Der größeren Haltbarkeit wegen habe ich die Bilder auf schwachen Pappendeckel Aufziehen lassen. Zur allgemeinen Orientierung führe ich einige Quellen an, von denen wir geeignete Plakatbilder erhielten: Vom Zentralvorstand des Thüringerwaldvereines in Eisenach ein Prachttableau: Der Thüringerwald; von der Wörtherseedampfschiffahrts - Gesellschaft zwei Dampferbilder; von der Verwaltung der Eisenbahn Mori-Arko-Riva je ein Plakat über Südtirol, die Zillertalbahn und den Gardasee; von der Direktion der Schneebergbahn in Wiener-Neustadt ein Plakat über die Schneebergbahn; von der Firma Hubacher u. Komp. in Bern, Schweiz, Plakate über die Rigi bahn, die Jungfraubahn, den Vierwaldstättersee, die Wengernalpbahn, Montreux usw. (Prachtbilder), von der Direktion des Brennerbades in Tirol ein Bild in Holzrahmen über das Bad und die Bahn am Brenner; von der Direktion der Gaißbcrgbahn in Salzburg ein Plakat über den Gaißberg; vom Fremdenverkehrsverein in Hamburg ein Prachttableau über Hamburg; vom Stadtrat Reichenberg in Böhmen ein Plakat über diese Stadt; von der Firma Fritz Schneller in Nürnberg folgende Plakatbilder: Orientbahn nach Konstantinopel, Bulgarische Staatsbahnen, Elbogen im Egertale, Homburg, Saalburg, Karlsbad und Marienbad; von der Firma Orel Fiißli in Zürich, Schweiz: Triest-Opöina, Engadin mit Zufahrtsstraßen, Graubünden mit den rhätischen Bahnen, Appenzellerland, Zürich-Rigi; von der Firma Ernst Matthey in Graz die Plakate: Marburg, Steyrtalbahn; von der Firma Rollinger, Moessmer & Schulda in Wien: Arlberg, Semmeringhotel; vom Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs in Weimar die Plakatbilder: Weimar, Bremen, Elberfeld (Hängebahn), Karlsruhe; vom Verein zur Förderung des Fremdenverkehrs in Ulm ein herrliches Bild: Der Ulrner Dom; vom Zentralbureau der Hamburg-Amerika in Wien I. eine ganze Serie schöner Dampferbilder; ebenso vom Zentralbureau des Bremer-Lloyd in Wien I. und von der Cunard-Linie in Triest, via di Miramare 5, verschiedene Prächtig ausgeführte Bilder über den Seeverkehr; von der Firma Fr. Scheiner in Würzburg ein Plakat über die Stadt und Butzbach-Licher-Eisenbahn; von der Firma Gebrüder Fretz in Zürich mehrere nette Bilder über Schweizer Alpenbahnen; von der lithographischen Kunstanstalt Schaar & Dathe in Trier ein herrliches Bild: Moseltalbahn; von der Kunstdruckanstalt Strache in Warnsdorf, Böhmen, je ein Plakat über den Achensee und die Erdpyramiden bei Bozen; von der Verwaltung der Chiemseebahn in Prien (Bayern) ein Bild über das Schloß: Herrenchiemsee; von der lithographischen Kunstanstalt Humar in München: Bayerns Rigi, Landsberg am Lech, Immenstadt im Allgäu, Burghausen a. d. Salzach, Pfarrkirchen a. d. Rott, Walhalla bei Straubing, Bad Tölz, Plansee in Nordtirol (sämtlich interessant wegen der Bauart); von der Druckerei J- Maubach & Komp. in Frankfurt a. Main je ein Plakat über Bergzabern in der Rheinpfalz und Bernkastel im Moseltale; vom Künstlerbund in Karlsruhe ein Bild über den Spessart. (Schluß folgt.) Aus dem Tagebuche einer Dorfschullehrerin. Wie schön ist es, wenn ich mich in den Unterricht vertiefe und die Kinder begeistere, so daß wir es alle mitsammen nicht glauben können, die Stunde sei in der Tat schon um! * Merkwürdig ist es doch, daß manche Eltern über den Lehrstand mit den Achseln zucken, ihre Söhne und Töchter aber diesem Berufe zuführen. * Der eine nimmt den Beruf als notwendiges Übel, der andere reibt sich auf. Und doch beziehen beide den gleichen Gehalt! — Wenn der Lohn nicht wäre, der im Bewußtsein treu erfüllter Pflicht liegt 1 . Wer unter dem väterlichen Dache lebt, ist vor mancher Gemeinheit sicher, die sich an ein alleinstehendes Menschenkind heranwagt. Und das bitterste Bewußtsein ist das: Die Frauen werfen zuerst mit Steinen nach den Frauen. * Eine arme Lehrerin wird für jedes Wort, für jede Geste, für jeden Blick verantwortlich ge- macht; sie ist der Spielball aller Berufenen und Unberufenen. * Ist es schon schwer, Mensch zu sein, so ist es doch noch schwerer, Lehrer zu sein; am schwersten aber, dünkt mir, ist es, — Lehrerin zu sein. * Träumen darf eine Lehrerin nie; sie muß stets mit beiden Füßen auf dieser irdischen Welt stehen. . Wirklichen Berufseifer, jenes heilige Feuer, das uns trotz aller Unbillen im Berufe Freude erleben läßt, kann man nur aus der Liebe zu den Kindern schöpfen. Briefkasten. Letzthin kramte ich wieder einmal im „Rückstand". Da wurde ich mit Schrecken gewahr, daß ich noch vielen Einsendern eine Antwort schulde und manches wertvolle Manuskript schon längst an den Tag hatte bringen sollen. Man möge dem Vielbeschäftigten das Versäumnis zugute halten! Bis zum Schlüsse des Jahres soll alles hinaus, was wert ist, gelesen und genossen zu werden. Damit können jene, die etwa abzuspringen gedenken, sodann alles als abgeschlossenes Ganzes haben, was mit dem bisherigen Programm der „Blätter" zusammenhing. Mit 1910 tritt nämlich unsere Zeitschrift aus dem euggezogenen Kreise der methodischen JiiHrerin hinaus; sie soll dein Leser alles, alles bringen, was er zum geistigen Leben braucht: Fachliches, Sachliches, Erzählungen, Uuterhaltungsstoff verschiedenster Art, allgemein Nützliches, das Neueste auf allen Gebieten, damit man in der Schwebe bleibt, ohne eine große Anzahl von Zeitungen und Büchern beziehen zu müssen. Nur dem Politikum gehen wir aus dem Wege; das werden die Blätter der Organisation vertreten. „Unsere Blätter" haben sich von dem Duell, der aus tausend Schulhäusern stoß, genährt; sie sollen nunmehr in alle Stätten wirbeln, wo treue, echte Lehrerherzen schlagen. Sic mögen den in seiner Arbeit aufrichten, der der Kraft bedarf, ihn erquicken nach des Tages Arbeit und auch die, die ihm als Gefährtin zur Seite steht! — Aachkehrcr Iiud. Sch. in K.: Sie gehören zu beit „Verschollenen". Ihr trefflicher Aufsatz für .Elternabende' wird demnächst kommen. Der Winter ist eben die rechte Zeit zum Austausche der Meinungen; daher sollten jetzt die Elternabende allerorts mit Eifer in Szene gesetzt werden. Die Lehrerschaft darf die Waffe, die man ihr blank in die Hand gegeben, nicht rosten lassen. — 2>»r Darlehenskassen, die jenseits der Leitha etabliert sind, wird neuerdings gewarnt. — Lehrer A. W. in In meinem Jn-spektionsgebiete ist zwar dermalen alles besetzt; trotzdem mögen sich jedoch Absolventen, die noch stellenlos sind, melden. Vielleicht bringe ich sie anderwärts unter. Als Obmann des „Reichsbundes der österreichischen Bczirksschulinspektoren" habe ich nach allen Seiten hin Fühlung. — Den zweiten den von Ihnen Empfohlenen konnte ich nicht nehmen, weil es galt, einen ändern, der in Gefahr war, drei Jahre hartes Brot zu beißen, noch rechtzeitig in den sichern Hasen zu bringen. — Lehrer St. W. in L.-H.: Ihren in Aussicht gestellten Beitrag „Aus dem Leben eines Taugenichts" erwarte ich mit Ungeduld, denn ich möchte nach vielen säuern Wochen wieder einmal lachen und das Rütteln wellenförmig verbreiten. Führen Sie also den Jungen vor! — I. K. in K.: Ich Hab' Ihnen die lateinischen Schnörkel gestutzt. Wozu die paar geretteten Brocken, da sich deutsch ja alles prächtig geben läßt?! Werden Sie darob böse sein? Ach nein! Man merkt Ihnen die Jugend an und Jugend muß sich „hobeln" lassen. — §?tf. Z8. K. in K.: Ihre Wünsche können nicht so kurzweg abgetan werden. Wollen Sie nicht auf eine mündliche Erörterung warten? Ich werde in den nächsten Ferien wieder einmal das Ränzel umhängen und zu den schweizerischen Bcrgschulen wandern. Da sehen wir uns. — Südheimreserent W. j».: Ein Gedicht für das Lehrcrheiin in Laurein märe mir sehr lieb, aber es müßte was Gediegenes sein, damit es dem hehren Zwecke entspräche. Besteigen Sie den Pegasus nochmals! — Lehrer A. W. in Kt.: Nur noch mehr vom Schulhumor! Wir brauchen Würze. Mein Gott, es wächst soviel von diesem Kraut in unfern Schulen. Warum geizt man damit? — A. K. in A!-: Das wiedererwachte Kapitel „Des Lehrers Takt und Schliff" wurde allgemein mit lebhafter Zustimmung begrüßt. Es wird darum fortgesetzt werden. — Jen Sndheimgäsien herzwarmen Gruß zurück! Möge das Haus in der Tat das sein, als was es der Gedanke schuf! — „LeVensVkätfer", so nennt sich eine Sammlung nachgelassener Dichtungen von Friedrich Marx. (Geheftet 6 K, gebunden 7 K 20 h; zu beziehen von K. W. Gawalowski in Graz, Schöplgasse 9.) Den heimischen Dichter soll man ehren, indem man seine gediegenen Schriften verbreitet. — I. W. in A.: Lassen Sie die dickleibigen methodischen Anleitungen beiseite! Das ist ein zäher Brei, mit bem man sich höchstens ben Magen verbirbl. Nehnien Sie Ihre fünf Sinne zwischen bie y x ß Finger unb schaffen Sie aus sich heraus! In bic „Blätter" fliegen soviel Jbeen, baß ein Stiinblein Lesens genügt, um in Ihnen ein Sprudeln zu erzeugen, Unb, glauben Sie mir, was bann so stürmisch hervorstürzt, ist besser, als bas trübe, milbe Wasser, bas Sie aus bem breiten Rinnsal herüberleiten. — Joses und Kätyi T- in Z.: Ihre Karte bringt ben Vermerk: „Hochzeilsstimmung erfaßt uns immer beim Lesen ber] .Blätter'". Gut, baß Sie bereits verheiratet finb, sonst trüge ich bie Schuld daran! Im Ernst: Das ist eines meiner Ziele, bic Frau des Lehrers derart für das Amt zu gewinnen, daß sie gleich ihm darin aufgeht. Bei Ihnen ist es mir gelungen, ohne daß ich es offenkundig beabsichtigte. Umso besser! — Schlkt. 1*. K. in K., fofi A.: Wie mich bas freut, daß ich Ihnen den Harm von der Stirne geblasen. Doch Ihr „Schulhumor" ist noch nicht echt; ba muß mehr Feuer hinein, bann lassen wir's leuchten. Nicht ermatten, nicht ermüden; strecken Sie sich unb schauen Sie der Welt kühn ins Auge! — Der Leyrerrunde Mrünu (Land) treuen Gruß zurück. Lehrerrunde», im rechten Stile gehalten, sind zweifellos ein treffliches Mittel zur Pflege der Kollegialität unb eines frischpulsierenden Schaffens. Dort, wo zwischen ben Bergen bic Dörfer aneinanberaichen, sollten auch bie Lehrer sich oft ins Auge blicken. — Fachlehrer I. K. in Sch.: Der Tag ber erhebenden Versammlung zu Amstetten wird sich demnächst sichren. Es war in der Tat schön! Ich zähle diese Zusammenkunft zu ben erquickendsten Leider muß ich mir das Reisen langsam abgewöhnen, bcitn bie Arbeit wächst ins Unermeßliche. — Ihr Urteil wird wahrscheinlich durch Folge 71 hinausgetragen werden. — Hvk. W. in H.: Aus Ihrem gehaltvollen Briefe: „Schulsorgen, Schriftstellerei unb — bie Treulosigkeit manches .Kollegen' haben meinen Lebensnerv stark zerschlissen." — Glauben Sie, es ist mir anbers ergangen? Allerbings habe ich mir bie Überraschungen im Verlaufe nicht mehr betart zu Herzen genommen, baß sie in meinen Nerven eine sonderlich merkbare Spur hätten zurücklassen können. Es ist nun einmal so unb bannt muß man sich abfinben: Will man für Stand unb Schule sein Bestes einsetzen, so kommt gar oft gerade von dieser Seile der Geifer. Gottlob sind es indes nur wenige, bic das Überragen nicht vertragen; darum Kopf hoch, mein Lieber! Ziehen Sie auf einige Wochen in unser Sübheim unb des Meeres Zephyr weht Ihnen jede Sorge hinweg! — Lehrer H. K. in A. (Denlschkanb): Auch aus Ihrem Schreiben muß etwas in die „Blätter" herüber. Sieklagen: „Die tüchtige Arbeit ist nicht jedermanns Sache, das weiß ich aus dem Verkehr mit Kollegen nur zu gut. So mancher äußerte seine Freude über dies und jenes — unb das bedeutet doch schon etwas —, aber wie oft schlug sie um in bic Klage: bie Arbeit, bie Arbeit! Oder ein anderer flüchtete hinter bic Behauptung: „Man kann auch zuviel tun." Als ob bas je möglich wäre! Was nützt ba bie Vorführung neuer Lehrmittel, das Zeigen neuer Wege, wenn sie bic Lehrer nicht ergreifen, bezw. nicht gehen? „Selig finb, bic guten Willens finb", sagt ein neuerer Dichter; ich sage: „Selig sind, die überwinden" — bie Feinde des Fortschrittes: bie Beharrung im Alten, bie Trägheit, bie zu große Lust an Nebenbeschäftigungen, ben Geiz, bie Genußsucht. Am Ende muß unb kann man sich damit trösten: Wenn nur einer dem gezeigten Wege folgt unb es wirklich ernst nimmt mit den gegebenen Weisungen, so wird doch ein Häuflein Kinder gefördert, seien es deren auch nur zehn, unb um derentwillen muß es gewagt sein." — Fachlehrer K. F- in ti».: Ich warne Sie unb andere neuerdings vor dem Selbstverläge. Waltet über dem Buche nicht ein guter Genius, so geht Ihr mühsam erworbenes Kapitälchen darein ober Sie geraten in Schulden. — Dr. L. W. in H.: Die Operation war nötig; unsere Leserinnen könnten nämlich das Naschen rümpfen, wenn wir allzu-medizinisch sprechen. — Lehrer D. {£. in L.: Entleihen Sie sich irgendwo ben Jahrgang 1907 unb schreiben Sie bie angegebenen Titel der Werke heraus! — Lehrer (S. W. in A.: Na, es freut mich, baß Ihr Groll wie ein fernes Donnern verhallt ist. Wenn Sie übrigens nachsehen, so werden Sie merken, daß Sie Ihrem Gegner vorher eine Prim versetzten, bie kräftig saß. Demnach seid ihr quitt. — Lehrer H. H. in H.; Sie fragen sich an, ob Sie sich im Gesuche um Zulassung zur Lehrerbefähigungsprüfung für Bürgerschulen auf bie „Blätter" beziehen sollen. Da sie weit vom Standorte des Herausgebers sind, tun Sie es getrost! Es haben sich mit den „Ratschlägen" schon so viele bie „Auszeichnung" geholt, daß bie Angabe der Firma jedenfalls nur nützen kann. — Lehrer F- Sch- in Ä.-W.: Mein Aussatz über Schülerkorrekturen ist im Jahre 1890 im „Österr. Schuldsten" (Verlag Pichler in Wien, V. Margarethenplatz 2) erschienen. — Aushitfskehrer A. W. in L.: Für Sie und Ihre Genossen, bie nach dreijähriger Praxis mit Dispens die Lehrbefähigungsprüfung ablegen wollen, gelte folgendes Rezept: Arbeiten Sie vorerst kapitelweise die Lehrbücher der Lehrerbildungsanstalt durch; werfen Sie sich hierauf mit dem ganzen Schwergewicht auf bie Lehrbücher der Bürgerschule und ziehen Sie schließlich noch jene der Volksschule heran! Die Lehrerbildungsanstalt sei ihr weitester, bie Volksschule ihr engster Ausblick, bic Bürgerschule der Standort. Sobald Sie Ihre ganze Kraft an jene Bücher abgeben, die ben Zögling durch die Jahrgänge begleiten, ermatten Sie, um schließlich ganz zusammenzubrechen. — I. H. in D*.: Sie berichten, der Regen hätte Sie in eine einsame Bergschule verschlagen und dort wäre „Talaufwärts" Ihre einzige Rettung vor ertötender Langweile geworden. Doch Sie haben sich auch geärgert, weil die „Lateiner" einen Klapps erhielten. Nun beim, allgemein will ich sie ja nicht verdonnern, bin ich doch selbst einer der Lateiner; aber es gibt unter ihnen gar sonderbare Kauze, die das Blendwerk der Mittelschule nicht loswerden wollen und die bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit ihrer Herkunft prahlen, als verbürgte sie allein tiichiges Wissen und Können. — Rückstand: Ich kann ihn mit dem besten Willen nicht aufarbeiten. So müssen denn viele Briefe bis zur nächsten Folge warten. Sie fliegt bald hinaus, vielleicht mit dem ersten Flockenwirbel. — Kleine Mitteilungen. 167.) Kin Iienstlileid für die Lehrer. Darüber enthält die „Österreichische Volkszcitung" nachstehende Darstellung: „Der Wiener Stadtrat hat letzthin betont, daß jene Präsidialbeamtcn der Gemeinde, welche bei festlichen Veranstaltungen zu intervenieren haben, ein Dienstkleid tragen sollen, um sich leicht erkennbar zu machen. Auch die Lehrer sind beinahe bei allen öffentlichen Festlichkeiten als Begleiter der Schüler-dienstlich beschäftigt. Bei solchen Anlässen kommt es trotz aller Umsicht der diensthabenden Lehrpersonen vor, daß sich erwachsene Personen in großer Zahl an die Schülerreihen herandrängen, den Lehrer, der nicht allgemein erkennbar ist, und den sie persönlich nicht kennen, von den Schülern wegdrängen. Die Konsequenzen sind: Ausschreitungen von Seite unfolgsamer Kinder, Streitigkeiten des Lehrers mit den heran* drängenden Personen, Respektlosigkeit gegenüber dem Lehrer, später Klagen wegen Einmengung in Amtshandlungen, wegen Amtsehrenbcleidigung u. bergt. Außerdem sei noch bemerkt, daß selbst ganz kleine Staatsangestellte in Uniform den nichtuniformierten Lehrer als Privatmenschen selbst während der Ausübung seines Dienstes ansehe». Es mögen daher die Lehrervereine an die Landesschulbehörden oder direkt an das Unterrichtsministerium mit dem Ersuchen herantreten, den Lehrern das Tragen einer für diesen Stand eigens zu bestimmenden Uniform zu gestatten, mit dem Hinweise, daß die Lehrer ein öffentliches Amt bekleiden, daß sic durch den Unterricht und die Erziehung sämtlicher Staatsbürger dem Staat gar wichtige Dienste leisten und daß die Lehrpersonen ihren Dienst auch in Uniform, ebenso wie beispielsweise ein staatlicher Professor oder ein Übungsschullehrer an einer Staatslehrerbildungsanstalt, die ja auch uniformiert sind, ideal ausfassen würden. Man möge auch darauf Hinweisen, daß die Uniformierung unstreitig einen großen Einfluß auf die Zusammengehörigkeit eines Standes ausübt Es handelt sich nicht um einen Uniformzwang, sondern bloß um die Bewilligung zum Tragen einer diesen Stand kennzeichnenden Uniform." 168.) Was ist die größte Kraufamkeit l Einem Lehrer mit Frau und Kind und 600 K Gehalt guten Appetit zu wünsche». Aus der „Tir. Lhrztg." 169.) Z»es Lehrers Mache. Die Gemeinde Unterkulm hat mit 100 gegen 97 Stimmen eine Besoldungserhöhung der Primarlehrer von 1600 Franken auf 1700 Franken abgelehnt. Ein kinderreicher Vater Halle in der Gemeindeversammlung gegen die Besoldungserhöhung des im Dienste ergrauten Lehrers gepoltert und sprach ihm nachher die Befürchtung ans, er werde sich nun wohl an seinen Kindern dafür rächen. „Nein, mein guter Mann", erwiderte der Lehrer, „meine Rache ist die: Ich mache, daß deine Kinder gescheiter werden, als du es bist". Aus der „Tir. Lhrztg". 170.) Lehrerpersönlichkeit. Der Zeitschrift „Deutscher Frühling" entnimmt die „Pädag. Rundschau" folgenden beachtenswerten Aussatz: „Die Fugend hat ungeheuer seine Instinkte. Der Lehrer kann sie wohl in Bezug auf das Wissen, das er ihr beibringt, mit faustdicke» Lügen traktieren, aber über seine persönlichen Qualitäten kann er weder durch Tyrannengebärden noch Hanswursteleien hinwegtäuschen. Der unbändigste Junge unterwirft sich ohne weiteres der starken Persönlichkeit, dem reinen Willen, der noblen Gesinnung, deren Ausfluß Gerechtigkeit ist, wohingegen ein stumpfer, beschränkter Geist, dem es an Schwungkraft der Seele fehlt, der sich durch nörgelnde Pedanterie oder polternde Strenge ein Ansehen zu geben versucht, sofort durchschaut wird. Dazu kommt noch der bei den meisten gut veranlagten Kinder» vorhandene Scharfblick für das Lächerliche im äußeren Gebaren. Einem guten Lehrer, und ein solcher ist jeder, den die Jugend als eine freie, starke Persönlichkeit empfindet, wird es ungemein leicht, seine Schüler für den Gegenstand, den er lehrt, zu begeistern, und er wird in den raschen Fortschritten, die sie machen, und in der stürmischen Anhänglichkeit für seine Person eine Befriedigung finde», wie sie so schön und stetig wohl keinem anderen Berufe beschieden ist; denn die Verehrung für einen geliebten Lehrer dauert gerade bei feineren und reicheren Naturen weit über die Schuljahre hinaus, manchmal ein ganzes Leben hindurch an. Der arme Schächer von Lehrer aber, der jahraus, jahrein seine Weisheit trocken und schwunglos wieder vorbringt, nur darauf bedacht, seiner Vorgesetzten Behörde zu genügen, sich die nichtsnutzigen Jungens vom Halse zu halten und in seiner Philisterbehaglichkeit nicht gestört zu werden, der wird nie seine Saat herrlich aufgehen sehen, nie das Höchstgefühl kennen lernen, den Werdenden ein verehrter Freund zn heißen." 171.) Netrests der Mnsttte des Mauchens stellt Dr. H. Molcnar in seiner Zeitschrift „Menschheitsziele" folgende Minimalforderungen: 1. Die soziale Gerechtigkeit erfordert, daß der Raucher nicht vor dem Nichtraucher bevorzugt wird. 2. In einem Rechtsstaate darf niemand gezwungen werden, stinkige Luft ein« zuatmen, wie es bisher sehr häufig der Fall war. 3. Deshalb muß das Rauchen in allen öffentlichen Lo- kalen, die auch von Nichtrauchern besucht werden müssen, strengstens verboten sein, vor allem in Postämtern, Bahnhöfen (besonders Wartcsälen), Schulen (besonders auch iu Lehrzimmern), wie überhaupt in Dienst-räumen aller Art, in denen das Rauchen nur dann gestattet werden darf, wenn dem Publikum der Zutritt verboten ist und alle darin Beschäftigten um die schriftliche Erlaubnis eingekommen sind, rauchen zu dürfen. 4. Alle Eisenbahnzüge müssen eine ausreichende Anzahl von Nichtraucherwagen (nicht Abteile, in die der Rauch doch eindringen kann) führen. 5. In Trambahnwagen muß das Rauchen auch außen verboten sein, weil der Rauch durch den Zugwind doch Hereingetrieben wird. Es sind, wo angängig, eigene Rauch-, bezw. Stinkwagcn anzuhängen, in welche auch solche Personen zu verweisen sind, die durch andere Gerüche (Parfüms u. dcrgl.) die Fahrgcnossen belästigen. 6. Kindern sollte man das Rauchen nicht verbieten, sondern ihnen durch möglichst frühzeitige Darreichung von Tabak das Laster gründlich verekeln — ein mehrfach erprobtes Mittel. 7. Die Jndiancrsitte sollte auf jede anständige Weise lächerlich und verächtlich gemacht werde». Ein „Genuß", den Europa Jahrtausende entbehrt hat und erst seit wenigen Jahrhunderten kennt, kann nicht als unentbehrlich bezeichnet werden. Kein Mensch wird behaupten, daß wir das Opium als Genußmittcl nicht entbehren könnte», obwohl es nicht unwahrscheinlich ist, daß in einigen hundert Jahren auch dieses Laster bei uns heimisch geworden sein wird. 172.) Ale Legende von der Kervstzeilkofe. Als Gott, der Herr, die Blumen erschaffen hatte, stand jede da, auf seinen Ruf, und die bunten Gestalten liebevoll überblickend, fing er an sie zu zählen und sandte sie darnach in die weite Welt, eine jede auf ihren bestimmten Standort. Eine Blume aber war dem Befehle Gottes, vor ihm zu erscheinen, nicht nachgekommcn, und deshalb sprach der Weltcnschöpfer zu ihr tretend: „Weil du ungehorsam meinem Gebote, so darfst du künftighin mit deinem schönen Kleide nicht in die bunten Reihen deiner folgsamen Schwestern treten, einsam und allein sollst du blühen auf den herbstlichen Fluren und deine Samen müssen im dunklen Schöße der Erde reifen! Dem Menschen, den ich schaffen werde, sollst du zurufen, so oft er dich erblickt: „„Schönheit ist vergänglich und hat vor mir keinen Wert; Tugend, Herzensgüte und Gehorsam vor meinem Gebote aber werden ewig bestehen."" Traurig senkte sich die Blume tief in die Erde und erst, als ihre zahlreichen, schönen Schwestern verwelkt waren, durfte sie sich der schönen Welt erfreuen. Aus der Lehr- und Lernmittelrundschau. 173.) Dem Entrückten ins Stammbuch: Bist du betrübt, beseligt, Herz, so meide der Gesellschaft Fratzen; dein höchstes Glück, dein tiefster Schmerz sind ihnen nichts als Stoff zum Schwatzen. Geibel. An der Neichsgreiye von Schule ju Schule. ((stur Schulreife durch Kärnten, Eirof, Vorarlberg, die Schweiz, Maden, Württemberg, die Kohenzollern- kande und Mayern.) 15. Mit einem pädagogischen Gentleman Ins Bayerland. Der österreichische Inspektor hatte ihn mir als Reisebegleiter für den nächsten Tag zuge-wiesen. Es lag jedenfalls Absicht in der Wahl meines Mentors; das Beste wollte der Inspektor dein Auslande bieten. Ich mußte nämlich über die Grenze, hinein ins Baycrland. Dort waltete an einer Einklassigen ein „Musterlehrer", dessen Ruf diesseits und jenseits weite Kreise zog. Für mich ein treffliches Objekt der Ausbeutung! Aber auch mein Genoß sollte es werden. — Vorerst besah ich mir den Ankömmling. Er war ein Kavalier von oben bis unten. Unter dem schmucken Hütlein, auf dem ein Gemsbart prahlerisch strotzte, leuchteten zwei Sterne herfür wie Helles Himmelsblau hinter einer Wolke. Das Gesicht, in dem die Dreißig lag, war verbräunt. Wie konnte cs bei dem modern Nimrod anders sein? Der Schnurrbart bog sich keck hinan, er verriet sorgliche Pflege; sie sprach auch aus den blendenden Zähnen. Für die Wanderfahrt hatte der Führer einen vornehmen Reiseanzug angelegt, so daß ich mir recht armselig vorkam. „Wenn ich wieder einmal in die Ferne ziehe", so dacht' ich, „lasse ich die schlotternden Gewänder daheim und berge mich in die kleidsame Tracht des Touristen." Wie schmuck, wie flink war mein Begleiter! Der Rock enganliegend mit vielen, vielen Taschen, das Beinkleid bis zum Knie, dann die farbigen Stutzen und daran ein Paar llf.8__ tüchtige Bergschuhe. Ob es nicht die beste Mvde wäre, in veränderter Form wieder zn dem naturgemäßen Gewände, wie es die Urgroßväter trugen, znriickznkehren? Wenn wir so vieles abgcstrcist haben, was der Franzmann brachte, warum lassen wir uns in der Kleidung noch immer tu seine Fesseln schlagen? Warum wir, die Männer?! Das schwache Geschlecht ist eben schwach, ihm mag man die Torheiten lassen; buch uns, die wir stark genug sind, äußeren Tand zu verschmähen, sollten heimischer Geschmack, Zweckmäßigkeit, bodenständiger Gebrauch über parfümierte Künste gehen. Der Bauer hat die Tracht, wie sie Herkommen, Landschaft und Klima schufen, er hat die naturgemäße Tracht. Muß nun der Gebildete sich von ihm unterscheide», indem er ein Kleid anlegt, das allen natürlichen Bedingungen widerspricht? Ist es nicht weibisch, wenn wir uns von der verrückten Mode knebeln lassen? Im edelu Stil gehalten, dem Geschmacke der Zeit angcpaßt, soll das Kleid des Gebildeten jenem gleichen, das der Jäger trägt, das der Land mann am Festtage hervorsucht, das uns frei durch die Flnreu und über die Hänge schreiten läßt, das den Unbilden des Wetters trotzt. Reißt die zylindrische Hose herab, werft den Rock mit Schößen und Zipfeln, den steifen Hut, den beengenden Kragen und alles Naturwidrige zu dem alten Gerümpel, das an eine Zeit erinnert, in der wir der Fremdländerei sosehr ergeben waren! Wir haben sie innerlich abgestreift, werden wir nun ihrer auch äußerlich los! Noch einmal sah ich mir den Mann in der Jdealkleidnng gründlich an; dann ging cs bergan über die sausten Höhen des östlichen Bodcnsceusers, hinein ins Baycrland. Ach, das war ein herrlich Wandern! Der Morgen zog durch die frnchtbcladeiien Bäume, ein Hochgefühl durch unser» Sinn, da wir immer weiter in das sagenrciche Schwabenland blickten, immer neue Gestalten ans dem Nebel tauchen sahen. Dort stach der Hohentwiel durch den grauen Schleier, links drüben glänzte der Säutis wie ein Diamant. Und vor uns, da wir fürbaß schritten, türmten sich Massen beängstigend ans. Der Weg führte allmählich an der Lehne hin, über sanftes Hügelland, wo in einer Mulde, eingebettet in einen Wald von Obstbäumen, unser Ziel lag. Es war so stille, so einsam um das Schnlhans. „Ist heute nicht Unterricht?" „„Eben ttich! Der Herr Lahrer ischt krank; er hat sich's Beinle brocha."" Schlimme Kunde! Drei Stunden gewandert und nichts erworben! Wir wollten den Kranken eilends begrüßen und rasch zu einer Nachbarschule pilgern. Als wir jedoch an seinem Bette standen, da ließ er es nicht geschehen, daß wir beutelos weiterziehen sollten. Er befahl, seine Rüstkammer mtszuschließen, auf daß wir sie noch freier Wahl plündern mögen. Das besorgten wir redlich. — In der Schnlstnbe fiel mir vor allem eine Lehrstvffoerteilnng ans, die gedruckt war und als Verfasser die Schulbehörde nannte. Für jede Woche war der bestimmte Stoff für alle Gegenstände vvrgezeichnct. Also eine gebundene Marschroute! Der Rand gestattete Vermerke; dort sollte mit dem Datum angegeben werden, wann der Stoff durchgcnonimeu wurde. Somit entfiel die Anlage des Wochenbuches. Das hatte sein Gutes, regte aber auch zum Überlegen der Nachteile an. — Fürs erste konnte doch eine gedruckte Lehrstoffocrteilnng nicht für alle Schnlorte Geltung haben, wollte man den Unterricht individuell, bodenständig gestalten. Im weiteren war die Einrichtung dazu angetan, zur Oberflächlichkeit zu verleiten; denn waren plötzlich Hindernisse eingetreten, das geforderte Pensum zu erledigen, so mußte der Lehrer über einen Teil flüchtig hinweg, um im Tempo zu bleiben. Die Fessel war da, die lästige Fessel. Aber cs klebte auch Gutes an ihr. Man war sich nun des festen Zieles bewußt, man sah den Punkt und den Weg, der zu ihm führte. Ich für meinen Teil entschied mich dafür, die festgelegte Lehrstvffoerteilnng als Grundlage zu benützen, um ans ihr jene, die zu den besonderen Schul-Verhältnissen paßt, aufzubauen. Sie sollte also das Ausmaß dessen kennzeichnen, was unter allen Umständen an jeder Schule in einer bestimmten Klasse durchgenommen werden sollte. Gewisse Abschnitte müssen nämlich allerorts behandelt werden. Es ist demnach gut, wenn man sie in Erinnerung bringt. — Jedem pflichteifrigen Lehrer ist ein Plan, der das enthält, was der Inspektor auf alle Fälle an jeder Schule fordern muß, angenehm; er übt daran für seine Arbeit Kontrolle und schreitet solcherweise sicher. Schier unerschöpflich war der Schrank im Schulzimmer. Wir besahen uns vorerst die Lehrbücher. Das Lesebuch hatte ein Kompendium, betreffend die Verhältnisse des Schulkrcises. Wäre diese Einrichtung nicht auch bei uns besser als die Schaffung von Kronlandslesebüchern? Wenn wir alles nach Provinzen trennen, so werden wir niemals den großen Reichsgedanken in die Massen bringen können. Das Vaterland voran, dann kommt das Heimatland I Sv muß die Parole für die Pflege des patriotischen Empfindens lauten. Wer es anders hält, lockert den Bestand der Monarchie. Krvnlandslesebücher sind Zerstörer der Einheitsi d ee; sie verengen den Sinn und verleiten zu übertriebenem Kultus der eigenen Scholle. Würde der Staat die Augen offen halten und sich nicht allein mit der Versicherung in Worten begnügen, so erstickte er alle Separationsgelüste im Keime. Dazu gehörte dann auch die Abschaffung der Krvnlandslesebücher. Ein bestimmtes Lesebuch, zu dessen Verfassung die besten Schulmänner aller Kategorien herangezogen werden müßten, für das ganze Reich und Beihefte für jedes Land — das genügte, das wäre naturgemäß, kulturgemäß uud wie man es sonst noch benennen will. Aber geht mir nur mit der Dutzendware, die unsere Lesebuchfabrikanten liefern, und mit jenen überhasteten einseitigen Werken, die aus dem übersprudelnden Lvkalpatriotismus geboren werden! Ja, ich lobe mir mein Heimatland, ich liebe eö mit ganzer Seele; aber höher steht mir, dem ernsten Manne, der sich nicht von der Gefühlswelle allein schaukeln läßt, das Vaterland, weil es den großen Gedanken faßt, der mein Sinnen durchzieht. Überaus niedlich war das Format der Lesebücher. Man konnte sie ohne Beschwer in eine halbwegs große Tasche schlüpfen lassen. Den Schülern warb also viel Ballast erspart. Inhaltlich bot das Buch alles, was ein junger Staatsbürger wissen mußte. Im Beiheft war das Lob der Heimat, deren Naturgeschichte, Geographie und Geschichte. — Wir gingen zu den Heften über. In erster Linie interessierte mich die Korrektur der Aufsätze. Sie wich von der herkömmlichen Art ihrer Behandlung ab. Da gab es nicht Bogen und Striche und Haken und anderen Schnickschnack, woran sich der junge Gymnasiallehrer gütlich tut, sondern alles, was nicht paßte, wurde vom Lehrer zurechtgerichtet, was fehlte, wurde ergänzt. Hernach hatte der Schüler den also gefeilten Aufsatz in der richtigen Form abzuschrciben. Als ich in mein Heim zurückgekehrt war, betrieb ich diese Manier mit meinen Zöglingen, ja ich ging noch weiter: Ich ließ sie den blankgcputzten Aufsatz nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich wiedergeben. Die Erwägung hiefür war sehr einfach: Beim Auswendiglernen des gesäuberten Aufsatzes mußte sich das Ohr von selbst an die Phrase gewöhnen, die ich hineinkomponiert hatte, und das Auge an das Bild, wie eö nunmehr erschien. Damit die angestrichenen Stellen die Aufmerksamkeit in vollem Maße beanspruchten, stellte ich jedesmal die Frage: „Welche Wörter und Stellen wurden in Ihrem Aussätze berichtigt? Was werden Sie also in Hinkunft zu beachten haben?" Das Mittel bewährte sich ganz außerordentlich; der Fehler wurden immer weniger, im Ausdruck zeigte sich allmählich Korrektheit und Bereicherung. Was also der Ein-klassige zu S. mit Geschick begonnen, hatte der Lehrerbildner ausgestaltet und bei jenen verwendet, die, ausgerüstet mit erprobten Methoden, ins Leben ziehen sollten. Der junge Lehrer wird nimmer die rechte Fährte finden, wenn man ihm das, was sich bewährte, lediglich vvrgesagt hat; die Methode muß an ihm erprobt werde», dann dringt sie ihm förmlich ins Mark, um in jedem Augenblicke auf sein Tun richtunggebend zu wirken. — Gründlichkeit und Fleiß lagen auch in den Schönschreibheften. Jede schlechtausgeführte Buchstabenfvrm erschien auf die rote Linie zurückgezogen. Hernach folgte zunächst das zu übende Schriftelement und erst später die volle Form, alles von der Hand des Lehrers vvr-geschriebcn. — Nachdem wir den Schrank ausgiebig geplündert hatten, gingen wir zum kranken Kollegen zurück. Er hatte sich mittlerweile mit Material versehen und Hub nun an, uns den ganzen Apparat der Schule aufzudeckeu. Die Einklassige war in vier Abteilungen gegliedert: a) Vvrbereituugsklasse, b) Unterklasse, c) Mittelklasse, d) Oberklasse. Daran schloß sich die Sonntags schule. Sie währte durch drei Jahre, an jedem Sonn- und Feiertage anderthalb Stunden. Wer sie nicht fleißig besuchte, mußte in die Alltags- schule zurück. Das Schuljahr begann am 1. Mai u. zw. mit der Halbtagsschule, so daß die größeren Schüler am Nachmittage der häuslichen Arbeit obliegen konnten. Der Kollege nannte diese Einrichtung „Wcchselschule". Bom 1. Juni angefangen waren nachmittags auch die Kleinen frei. Wie war das möglich? Sehr einfach! Von halb 8 bis 10 Uhr gab es gesonderten Unterricht für die Großen (Mittel- und Oberklassc), von 10 bis 12 Uhr kamen die Kleinen dazu, indes die Großen mit den Stillbeschäfligungen versehen wurden, die sich ans dem 272 stündigen direkten Unterrichte ergeben hatten. — Die Ferien richtete» sich nach den Erwcrbsverhältnissen; es gab Hopfen- und Kartoffelferien. Die Winterschnle war eine Ganztagsschule, d. h. es war für alle Schüler vor- und nachmittags Unterricht. Die Einrichtung war durchaus bodenständig und trug den örtlichen Verhältnissen Rechnung, ohne dem Erfolge Abbruch zu tun. Würde man bei uns der Bevölkerung derart entgegenkommen, wie anders wäre es um die Schul- und Lehrerfreundlichkeit bestellt! Doch stille, Kinderlein stille, sonst hageln Schläge von allen Seiten herein!------------- Vom Helfcrdienst machte unser „Ausbeutungsobjekt" häufig Gebrauch u. zw., wie dargclegt wurde, hauptsächlich auf der Elementarstufe, da es galt, den Anfängern die rechte Griffelhaltnng und das mechanische Lesen beiznbringen. Die Vvrbereitungsklasse bestand aus ein paar kleinen Knirpsen, die nach Ratke „schnlgerecht" gemacht werden sollten. Sie konnten kommen, wann sie wollten; sie durften überall mithorchen; gab es sonst nichts für sie, so oblagen sie ihrer künstlerischen Sendung: sic zeichnete», daß es eine Freude war. Hinsichtlich der Disziplin mußten sie sich gleich den ändern füge». Traten sie dann als „ordentliche Hörer" ein, war dieser Teil erledigt und man konnte frischfröhlich in die Massen schreiten. — An der Schule waren die Schulschlnßprüfnnge» eingeführt. Um die Ostcrzeit erschienen der Distriktsschnlinspektvr, der OrtSschulaufseher und die Gemeindeverwaltung. Der Allgewaltige nahm die vorgedruckle Lehrstvffoerteilung zur Hand und prüfte den als „durchgenommen" bezcichncten Stoff. Das ganze Kollegium hörte zu. Diese Prüfung war gleichzeitig eine Inspektion. Es kam nicht darauf an, wie der Lehrer zum Erfolge gelangt war, sondern maßgebend war ausschließlich das Ergebnis der Jahresarbeit. Ob das nicht allenthalben Geltung haben könnte?---------------- Der pädagogische Gentleman drängte zum Gehen; er wollte mir vor Anbruch der Nacht auch seine Werkstatt zeigen. Wir nahmen Abschied. Traurig blickte uns der Kranke nach, er wäre so gerne über die Hügel ins „schöne Österreich" mitgezogen. Als wir an einer Gesindestube vvrübergingen, sahen wir eine in inniges Gebet versunkene Schar von Arbeitern; sie hatten ihr Vesperbrot verzehrt und dankten nun dem, der alles spendet. Beim Ausgange des Dorfes streckte uns ein Schulmädchen die Hand entgegen. Mein Begleiter meinte, das sei hier so Sitte und daran dürfe man nicht rühren. — Nach einer halben Stunde waren wir über die Grenze gekommen, ins teure Vaterland. Im Halbdunkel lagen schon die Zimmer der Zweiklassigen meines Führers. Ich sah in Eil', wie die Tafel auf Rollen lief, wie man sie nach Belieben drehen und wenden konnte, blickte in die Hefte, in die Amtsschriften und vermerkte: Im Kataloge ist der erste Schnleintritt rot eingetragen, am Schlüsse des Schuljahres steht vermerkt, wieviel Jahre der Schüler die Schule nunmehr besucht hat, auch in den Aufsatzheften werden jedesmal die verschrobenen Bnch-stabenformen ins rechte Gestell gebracht, in allen, allen Heften wird auf eine schöne Schrift gesehen; das Buch ist sauber, das Heft ist sauber, das Zimmer ist sauber, das Haus, der Garten und der — pädagogische Gentleman. So muß es denn doch wahr sein, daß eine Eigenschaft, wenn sie einmal nach einer Seite hin sich ausgeprägt zeigt, auf alle Handlungen ü b e r g r e i f t und zum unauslöschlichen Merkmal wird! — Die Schatten schnitten scharf in die Wiesengclände, als ich abwärts stolperte, dem See entgegen, wo fern dort im Dunst der Abendröte Singen verschwand, Hadwig den Witwenschleier lüftete und Ekkehard — die Vesper las... . HerauSfleder und verunrwortllcher «vchrljnetter: Stuboli G. Peerz. — Druck von )v,e, tsuulivcr in H>oui<$cc Krennden der Bienen- und Geflügelzucht wird das Erste österr.-schlesische (Etablissement der Firma Fraiy Simnlich, Jmtmthj Hsterr.Schtesteu zum Bezüge aller in diese zwei Fächer einschlagenden Gebrauchsgegenständen bestens empfohlen. Lehrreiche illustrierte Preisliste» mit IHontits-anweisüngen für Bienenzüchter nebst Notizblatt umsonst und frei. Vierfach Ijöchfl prämiiert! glcbicuung streng reelk. »Sr Verbrauch pro Kind u. Schuljahr 2 kr. 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Auflage erschienen (geheitet) 4 K elegant gebunden 5 „ b) 4. Jahrgang (1907) als Buch in 4. Aufl. erschienen (geheftet) 3 „ elegant gebunden 4 „ c) 5. „ (1908), in Heften zu haben 4 „ d) 6. „ (1909) 6 „ _ _ ________________________ ------- Wm m MM Mm MO Jm m§ Wm m is M ■ m mm WM W m iS Ä| W Uh Wß M i 31 m 'hfa. «f W -MB vWw Wäfki M ZW m