präinimcralions-Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . . 8 fl. 40 Ir. Halbjährig . . . i „ 20 „ Vierteljährig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ 3)( i t der Post: Ganzjährig . . . II fl. — tv. Halbjährig . . . 5 „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ 75 „ 5'ür Zustellung inS Haus viertel jährig 25 tr., monatlich 0 Ir. jinidue Nummern li Ir. K t iht li I i 0 11: Bahnhosgafle Nr. 162. 6«|)tbilii)n 11116 Sitftriilni-flureiut: Kongrebplay Nr. 81 (Buchhandlung von y. v.KIeinmayrLF. Ba>nbeig). 3nfcrlipits|»mfr: Für die einspaltige Petitzeile :i tr. bei zweimaliger ümschattuug a 5 Ir. dreimal ü 7 Ir. Onferfionifitiiipel jedesmal ;to tr. Lei gröberen Inseraten »iid iislmt Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 18. Montag, 23. Jänner 1871. — Morgen: ThimotenS. 4. Jahrgang. Wehe dem, der tilgt! Wir hören ans verschiedenen Theilen des Landes, daß mit allen dein hochwürdigen Klerus zu Gebote stehenden Mitteln die Unterfertigung der Beileidsadresse an den Papst und, so wie es heißt, auch eine Petition an den Kaiser um wirksame Unterstützung derselben und, wenn wir nicht irren, gegen den leitenden Staatsmann unserer auswärtigen Angelegenheiten betrieben wird. Wer nicht unterschreibt, ist kein Christ! so beiläufig lautet es von so mancher Kanzel; bei der Ausfrage wird das Dokument zum Unterzeichnen gegeben, und wer nicht schreiben kamt, für den nnterkrenzt und fertiget gefälligst der betreffende Seelsorger oder Bertrauensagent dev nltramontanen Partei. So manche hielten das ganze für eine Art Statistik, damit der Papst ersehe, wie viele Christen nnter ihm stehen, andere meinen, daß dadurch die angeblich bedrohte katholische Kirche gerettet werde nnd die Katholiken vor dem Protestant tischwerden geschützt würden, noch andere leben in dcn^ sonderbarsten Borstelluiigen über die Lage und Schicksale des Papstes und seiner Kardinüle, die durch die kunstvoll eingerichtete Beleuchtung der Spache, durch das mistische Halbdnnkel nnd die schat tenhaften Wandbilder, welche mau selbst au heiliger Stätte und in der nltramontanen Presse hervorzuzaubern versteht, erzeugt und genährt werden. So durfte der Papst sich nicht in der Wcihuachtsnachl auf die Straße wagen, weil die italienischen Revolutionäre ihn bedrohten; der aviuc ehrwürdige alte Greis ist sammt seinen Kirchenfürsten kaum des Lebens sicher. Er ist vollständig verarmt und uoth= leidend il s. w. Der Kaiser müsse gebeten werden, daß die Hoheit des Papstes in der Kirche aufrecht erhalten werde n. dgl. Daß der Papst alle seine kirchlichen Prärogative, so weit sie ihm der gesamm-ten Kirche gegenüber ziistcheu, in vollem Besitze habe, daß er noch so wie früher Papst und nur nicht mehr ein weltlicher Regent sei, wobei jedoch in seinen Palästen selbst dieses Vorrecht zum Theile aufrecht erhalten ist — das wissen die wenigsten, im* mentlich von jenen, die nicht lesen können; das ist aber weitaus die überwiegende Mehrzahl. Daß mit der Petition um Wiederherstellung der päpstlichen Herrschermacht der Krieg verlangt wird, wenn auch davon nichts wörtlich darin stehen sollte, das wird den Gläubigen nicht gesagt, und doch ist es so. Denn die Restituirung der päpstlichen Hausmacht müßte uns in, jedenfalls zum Kriege führende Konflikte mit Italien bringen und unser in Geld und öffentlichem Rechte zerrüttetes Oesterreich in die j Gefahr bringen, saß cs vollends in Trümmer geschlagen werde, das Österreich, welches ja dnrch i die Kriege für Erhaltung der päpstlichen Landes-Herrschaft mid unseren Einfluß in Italien, den wir ! wahrlich zum meiste» im Interesse des Ultvammv | tamsmuü und Iejuitismns verwerthete», ohnehin iu : seinen pekuniäre» und territorialen Grundfesten erschüttert worden ist. Das sagt man den mueu Bethörte» nicht, daß, j weuit ihre Namenszüge und Kreuze eineu thatjtich-: licheu Erfolg haben sollen, nicht die Tinte, die verschwendet wird, gelingt, daß nicht die Buchstaben ; nnd Kreuze als gewaffuete Fahnleiuo ans den pa-1 piente» Äricgssordernngeu heraus springen werden, I sondern daß unsere Sohne den tödtlichen Kugeln i entgegengehe» und unsere ohnehin schon sehr geleer-! ten Geldtaschen die letzten Pfennige hergeben müssen, | damit Oesterreich einen Versuch mache, de» als ! Kirchenoberhaupt ohnehin gar nicht geleugneten und ; behinderten Papst wieder als weltliche» Herrscher ' aus den Thron zu setzen. Blut und Geld, das ' müßten mir geben, nnd wen» uitS das Wasfeuglück 1 nicht hold sein würde, so wären mir in Krain in vorderster Reihe daran, von den Feindesschaareu überschwemmt zu werden, unsere Felder würden verheert, unsere Häuser zerstört. Und wenn »vir siegte», hätten wir den alten ewigen Kamps zwischen Oesterreich und Italien aufs neue ins Leben gerufen, einen Kampf, in dein auch der heutige Papst die Truppen gegen Oesterreich ins Feld schickte und die dem streng katholischen Oesterreich feindlichen Fahnen segnete. Für was miißten^wir Krieg führen? Ist der Glaube bedroht'? Nein, wer das sagt, lügt. Ist der kirchliche Oberhirt beirrt i» der Ausübung seiner oberpriesterlichen Funktionen? Nein, und wer es sagt, der tilgt! Ist derselbe mit seine» Kirchen fürsten am Leben oder in der Sicherheit einer reich liehen, von materieller Lorge ungetrübten Existenz bedroht y Nein, und wer ixis behauptet, der lügt! Das aber sagt man dem bcthörtei; Volke nicht, daß die ganze Bitte entweder eine Spiegelfechterei, eine Komödie ist oder, wenn sie ein Resultat habe» soll, unbedingt zum Kriege führen muß, de»» daun würde» außer einige» gedankenlosen alten Weibern in Unterröcken und Hosen nur sehr wenige de» Namen imter die Adresse setze». xW schon herrscht bei so manchem, und zwar bei einer nicht geringen Zahl der Bevölkerung, ein Widerwille gegen die ganze Agitation, der sich beim Verlasse» der Kirche oft i» sehr bezeichnenden Ausdrücken und Gesten kund gibt. Doch unterzeichne» viele, um Ruhe vor dem mit so vielem Rüstzeug anögeftatteten seelsorgerlichen Eifer zu haben und mit nicht — vom Gezische der frommen Untcrröcke, das selbst dnrch Schlüssellöcher i» Haus und Schlaskam-mer eindringt, als Nichtchrist, als Heide oder Jude gezeichnet zu werde». Würden die Leute aber die Wahrheit wisse», daß der Papst als Hoherpriester gar nicht bedroht ist und daß die Agitationen ihrer geistliche» Führer, wenn sie in Wirklichkeit eine» Erfolg hätte», n»s in Feuilleton. Bon der Poesie zur Proja. Äwei Tage aus dem Leben einer Fr a». «du »linniib u. LcrchcufclS. (Fortsetzung.) dier r”/ lljj!öcrc Pause ein, während wel mir ! i kft N«chsi,mc., versank. Ich dachte, i,li 15,rtu« «flenem Antriebe fortsetzen, und , ei i ^ ? ’ sn ,t stören. Endlich ergriff er ein- iS ? mlt zitternder Stimme antia m.« . ?ciba'; ic rascher ihre Besie- viir ’ bc,t0 toctu9cv steckt dahinter. Das Zeit aber'die id)u,cid)c(t »"ftrer Ei- SS' Z i klctnste Lauiie kann alles wieder zer- dk leiseste Berührut7?7^'"S cil,e8 ^lterflügcls, . ? ' 6 verwischt die zarten ©diillcr tone. Dieser Gedanke folterte meine Seele, als ich zurück tu die Stadt fuhr, nnd zu ihm gesellte sich noch die wehimithtge Empstndung, durch ciacue Leidenschaftlichkeit Iadwiga's Ruhe untergraben “zu haben. Weit» es Exaltation von ihrer Seite war die Vorliebe, die sie für einige warmempfundene Verse hegte, auf ihren Verfasser zu übertrage», so war es vo» mir Unrecht, diese Neigung protegirt, ja bis zur volle» Leidenschaft geschürt zu habe». Und das alles innerhalb einiger Stunden! Lassen wir dieses Ereigniß, begann er nach einigem Nachdenken, das beste kommt nach. Vier Jahre wäre» seit jenem verhäugnißvolle» Tage verstriche» und i» den Wechselsällen des Lebens stählte sich meine Seele. Ich wurde reifer und erfahrener, die Mensche» hatte ich zur Genüge keime» gelernt, meine Ideale begannen zu wanken, einzelne waren schon von ihren Thronen gestürzt, und durch die Halbheit aller geistige» Bestrebungen und Ziele rang sich meine Seele auf einen sehr ifolivten Standpunkt. Zu jung, um etwas in der Welt vorzustelle», überging ich dieselbe. Die Liebe entbehrte der Poesie und die Poesie der wahren Liebe für sie, denn ich sah sie gewissermaßen ver höhnt, und auf dem Altäre der Venns Vulgivaga opferten die modernen Tannhäuser ihre fchmutzigen Minnelieder. Glaube ja nicht, lieber Freund, daß ich zum Weltschmerzler geworden, dazu besaß ich eine» viel z» gesnnden Magen und einen gesunden Verstand, welche beide, gut konservirt, selten den Menschen verzweifeln lassen. Aber die Weiber haßte, ja verachtete ich. In der kurzen Zeit von vier fahren hatte ich die Erfahrung gemacht, wie unhaltbar jene Bestrebungen feict', die auf eine gewisse ! geistige Gemeinschaft zwischen Mann imd Weib, bc» Hufs Erreichung allgemeiner geistiger Ziele, aus ! gehen. Ich fand in der Gesellschaft geschminkte und | ungeschminkte Komödianten, die die Fräse beherrsch-| ten, und wer seine Seele nicht hinlänglich mit Zucker : luasscr versetzt hatte, der war im vorhinein verlo-reu. Die hohen Damen jener abgeschlecklen Assem-blees lenkte» »ach Willkür die charakterlose» Puppen vo» Schattenmänuer», um nach Laune ihrem Ge-schmacke nachzukommen. Als ich die Welt von dieser Seite kennen ge lernt hatte, waren bereits einige Jahre verstrichen, denn es währte keinen ganzen Monat »ach jenem Ereignisse im Schlosse Freudenau, daß ich * verließ und nach der Residenz übersiedclte, um mich vollends auf die Schriftstellerei zu werfen. Iadwiga hatte ich aus den Augen verloren und mithin auch aus dem Sinn. Nach ihrer Verehelichung, welche vierzehn Tage später erfolgte, reiste sie mit ihrem Manne nach Norddeutschland, um sich sodann tu dessen Vaterstadt »iederrulafsen, wo er eine bedeu den Krieg treiben müßten, so würden sie mit aller Entschiedenheit nicht gegen die Regierung und deren äußere und kirchliche Politik, sonder» gegen die Tendenzen der ihnen zugeuiutheten Adresse» protestiren. Und glaubt inan beim, daß diese Wahrheit nicht einmal dem Volke klar werden wird? Was werden die Folgen davon sein? Wehe bei», bev lügt! Ein srattzösisches Urtyei^ Der- die preußische und österreichische Armee. Unter ben in deN Tnilci ien von der repnbli-kanischen Regierung aufgefuudcucn Papieren befanden sich auch bie Berichte des französischen, am Berliner Hofe beglaubigt gewesene» Militär - Altach 's Oberst Stoffel, welche yput Journal „d(tf .Dtbat^' gegenwärtig veröffentlicht werden tiitb welche den Politikern nach den: Schlage ber oster r. „Wchrzeitung" zur aufmerksame,t Stttiire' anzuempfehlen mären. In einem dieser Berichte stellt der Militür-Altachö in Berlin Betrachtungen an, die vollständige geeignet sind, dem Kaiser bie Eigenschaften ber preußischen Armee, den Geist, ber sie beseelt, kurz ihren ganzen moralischen Zustand zu schildern. Der Bericht, der höchst interessante Einzelnheiten enthält, schließt mit folgender Darstellung: „Um es kurz zu sagen, das Schauspiel, welches Preußen bei» Beobachter bietet, ist folgendes: Auf der einen Seite eine lebenskräftige, energische, unterrichtete Nation, wie keine aubere in Europa es ist, allerdings jeder liebenswürdigen nnd hochherzigen' Eigenschaft bar, aber mit ben tüchtigsten Eigenschaften ausgestattet, ehrgeizig dis zum Uebermaß, ohne Gewissensskrupel kühn und seit langer Zeit vollständig für das Mi-litiir-Äegiment bvcffivt. Auf der anderen Seite ein Mann, der zwanzig Jahre lang als Prinz nnd eh» Jahre als Regent und König alle feine Sorg' ;att a'u'f die Armee mit einer wahren Leidenschaft verwendet und sich ans derselben ein furchtbares Werkzeug geschafft» hat. Diese Armee ist es , bie bei Königtzrätz gesiegt hat." Die Aussicht auf einen Konflikt zwischen Frankreich und Preußen veranlaßt ben Verfasser zu folgenden Betrachtungen: „Es ist Mode in Frankreich, bie österreiclsische Armee über alle Maßen zu loben, und jette, welche damit nicht vollständig ilbeteinftimme», setzen sich dem Borwurfe ans, daß sie, indem sie die österreichische Armee herabsetzen, den Ruhm der Franzose» abschwächeu. Die Frage liegt nicht so. Man jinbet ans ber Geschichte gar (eicht bie Belege heraus, daß die österreichische Armee, trotz ihrer Eigenschaften, unter allen europäischen Armeen am wenigsten zu fürchten ist. „Die Oesterreicher besitzen bie Routine bet Niederlage," sagte mir eines Tages Prinz Friebrich Karl, der eine sehr geringe Meinung von ihnen hat. Meinerseits habe ich die österreichische und die preußische Armee hinlänglich stubirt und mit ein-anber verglichen, um mit aller Bestimmtheit sagen zu können: Hüten wir uns in Frankreich, zu glaube», daß wen» der iirieg ausbräche, wir mit österreichischen Truppen zu thirn haben würden. Die preußische Armee würde uns mit einer «rast, mit einer Kühnheit nnd einer Liriegswissenschaft eiitge-gentrete», bie wir i» Italien nicht gefunden habe». . . . Würden wohl die preußischen Truppen ihre regelrechte ManoMrfähigkeit' vor bem Elan unserer Solbaten beibehalte» ? Ich weiß eö nicht. Unglücklicherweise haben wir iit Frankreich eiiie Sch»le von Offiziere», welche ben Vortheil präziser ALanöver in Abrede stellen und sogar das Ungestüm in de», ungeordneten Angriffe als Prinzip fefthalten. Wollte Hott, daß ünscre Generale über bas ernstlich »ach-bacljteii, was Napoleon l. nb'er das Manövrireii geschrieben hat, imb daß sie mehr Rücksicht auf ihn lmhtiiai, dessen Solbaten gewiß ebenso viel Elan als unsere heutigen Truppen besaßen. Der ungc-ovbncte Angriff ist uns gegen die Oesterreich« geglückt ; die Sache könnte aber anders ausfällcn, wenn wir mit festen Truppen^ wie es die englischen oder preußischen sittb, zu thnw hätten, nnd — die Reift käme dann zu spät." Endlich schließt Oberst Stoffel seinen Bericht mit folgenden> Ausrufe: „Welch ein Kontrast mit der Vage der Armee in Frankreich, die nur cittc Aufhäufung von Stiefkindern des Glückes ist und in der' mehr und inehr die Disziplin und der Militärische Geist abhanden kommen! Berlin, 22. Juli 18138." Bom Äriege. Vvr Paris erfolgte am 1U. ei» Ausfall gegen Westen, wo sich gegenüber bem Mont Valerien das deutsche 5. Armeekorps eiugenistet hat. Gewaltige Biassen der Besatzungstruppen wurden ansge-boten, um unter dem Schutze des genannte» Forts sowie der in dessen Nähe erbauten Batterien gegen bie Belagerer hervorzubrechen, die indessen mit Zähigkeit widerstanden und den Ausfall zurückwiesen. Der deutsche Verlust hiebei wird aus 400 Mann angegeben, der der Franzosen soll so arg gewesen fein, daß sie um einen 48stü»digeu Waffenstillstand ansuchten; sie verloren auch 5uu Manu au Gefangenen. Mit de» letzteren Angaben über die starken französischen Verluste stimmt die weitere Meldung Nicht recht überein, daß die beiderseitigen Truppe» um m wieder iii Position gegenüberstanden und daß man einen abermaligen Angriff erwartete. Derselbe hatte jedoch bis Mittage 2 Uhr nicht stattgefuubcn, wie ber Kaiser nach Berlin meldete, und ei» Sensationstelegramm der französischen „Presse" iit Wien, welches von zerstörte» Belage- rungsbatterie» bei ÜOZaltnaison, von der Erstürmung von Reuil u. dgl. .zu melden wußte, dürfte demnach wohl auf Erfindung beruhen. Die Beschießung geht ihren ungehemmten Gang weiter. Die -eiste parallele ist beendet, die zweite tu Angriff genommen. I«; der Nacht vom ,9. wur '1"00 Granaten j» die Stadt geworfen, eine Bombe traf den Jmvalidendoi». Die drei Forts der Siidfrout, M, Sanw Montrouge sind, une jetzt bestätigt wird, gemium mtd von Geschütze» fcntMbBt, so' daß man erstens besonders als sturmfrei ansieht. Eö soll ferner, auf franMschcr Seite Mnnitionsmangel an getreten, sei» und deshalb das Feuer immer schwächer werden. Ein Berliner Telegramm vom 21. meldet, daß an diesem und am vorhergehenden Tage meh veve Parlamentäre Trochu's in Versailles eingetrof fen feien; ja iit der Stadt, war das Gerücht ver breitet, daß Kapitnlationsverhanblnngen stattsünden. Es wird nun zwar ans Paris versichert, daß trotz des großen materiellen Schadens, den die Beschie ßllilg verursache, der Muth der Belagerten ungebrochen nnd sic znin äußersten Widerstand entschlossen seien. Wen» aber die Pariser erfahren, daß nicht allein ihre Anstrengungen, den eiserne» Gürtel zu durchs brechen, der sie einschlicßt, nutzlos sind, sondern baß auch säuiiutliche Armeen, bie Frankreich zum Entsatz in ben Kampf schickte, geschlagen, völlig geschlagen würben, so werben sie doch am Ende lieber ihre Stadt retten, als zerstören wollen und werbe» sich mit dem Gedanken an die Uebergabe vertraut machen, um so leichter, wenn der Hunger durch seine fortwährende unerträgliche Mahnung sie hierin unterstützt. Die vom Operatiouöschauplatze im Weste» Frankreichs eingelaufenen Nachrichten stimmen darin überein, baß eö höchst wahrscheinlich schon nächster Tage bei Rennes in ber Bretagne zur Schlacht kommen bürste. Der Rückzug ber Armee Ehanzy's geht konzentrisch aus jette Stabt, welche iit Verthei-digungözustand gesetzt wird und wohin auch die ihm von Cherbourg zugesattdtett Verstärkungen geleitet werden. Nach französisch-» Berichten sollen diese Nachschübe 50.000 Mann betragen. Die französische N erbarme« unter Faid-herbe erlitt durch Göbett ,, de» neuen Führer der deutschen 1. Armee, am 19. bei St. One nt it, eilte entscheidende Niederlage. Faidherbe rückte am 17ten von Eanibrai vor, ließ sich jedoch, wie es scheint;, durch vorgeschobene kleinere deutsche Abtheiluitgeit über die Stellung des Gegners täuschen und wurde von Göbett in der Flanke gefaßt. Nach 7stitndigev heißer Schlacht würbe er nach St. Quentin hineingeworfen, mußte aber auch hier, imchbem der Bahnhof von ben Deutschen erstürmt worben, noch, in der Nacht weichen tmb wurde nun von der Kavallerie tende Stelle bekleidete. Ich konnte seitdem nichts mehr von ihr erfahren. Nachdem ich durch einige eklatante Nichtswürdigkeiten von Seite der Repräsentanten der vornehmen Damenwelt auf den richtigen Weg geführt würbe, verstrich eine geraume Zeit ohne jedweden Verkehr mit beit noblen Taugenichtse» ber Gesellschaft, und so traf es sich, was die Abgeschlossenheit immer nach sich zieht, daß ich ans das Ideal meiner Träume mit offenen, wachenden Augen stieß: auf die heilige, unberührte Blüthe eines sechzehnjährige» Mädchens. Sic war die Tochter einer anspruchslosen, in ihrem Wesen sehr gewinnenden Witwe tmb hieß Louise. Als ich späterhin inniger mit ihr bekannt wurde, nannte ich sie wegen ihrer zarten, anmuthigen Gestalt und ihrem kindlichen Wesen immer nur Kle in - L i s che n. Ich übergehe die zahllosen, ersten schüchternen Begegnungen, die den von wahrer Liebe Durchdrungenen so sehr beseligen, ich übergehe auch den unvergleichlichen Augenblick, wo die gleiche Empfindung, die gleiche Begeisterung zum erstetmtak aus vier bebenden Lippen zitsammeuklattg und wo ich im kleinsten Opfer den irdischen Himmel wähnte, nachdem jenes vollgenvssene Glück au dem Herzen ber heißblütigsten Schönen nur moralischen Katzenjammer tmb unsägliches Unbehagen rückzulassen wußte. Eö war baS zweite wahre Glück, baö ich in meinem Leben empfand, tmb die Reife deö Geistes ließ es mich doppelt empfinden. Ich besuchte nahezu täglich Klciii-Lischen. Ich brachte ihr Bücher und Zeitschriften, selbstverständlich vorerst jene, in denen sich Artikel unb Novellen von mir befanden, daun verschiedene Maiuiskripte,, aus denen ich ihr vorlas, wir arbeiteten bie Klassiker unb Romantiker durch und trieben bei" all'; dem auch ein klein wenig Privatromantik für uus. Seit langem zog zum ersten male wieder eine wunderbare Harmonie in meine Seele ein, und wenn: ich recht betrübt und verstimmt war, brauchte tch! nur in die dunklen Augen Klein-Lischens zn blicken, j unb ber Mißmuth war vorüber. _ Kein Wort kam je über meine Lippen, bas unsere» platonischen Bunb hätte entweihe» können, ich verehrte sie im reinsten Gebete, sic, die selbst nur ein verköpertes Gebet war; ihr Wille war mir Gebot und ihr Wunsch die unverrückbare Richtschnur meiner Hand-luiigen. Weint wir beisammen waren, saß sie meistens zu meiner Rechten, die Anne verschämt unter dem Busen zusammengeschlagen, die Gestalt in ein dunkles, enganliegendes Kleid gehüllt und bas liebliche Gesichtchcu von Heiterkeit und Aiimuth umstrahlt. Ihr schlanker, ebenmäßiger Körper war ein Gemisch vou dnrchgeisteter Grazie und jugendlicher Gewandtheit, in die bezauberndsten Konturen gebannt, das Gesicht prägte eben so viel: Unschuld als Offenherzigkeit aus und in ihre» dunkle» Augen lag, ein ganzes Meer von Sehnsucht, -Uederzengu»»«.-treue, Zufriedenheit, Liebe uiib Glaube. Das rabett schwarze Haar hatte sie in zwei lange Zöpfe ge. flochten, bie den Scheitel umspaunten, und die hochgewölbten Augenbrauen gaben ihrem Blicke etwas mildes, ja schwärmerisches. Die Lippen, in reinstem Karmin getränkt, Pflegte sie meistens halb zu offnen, um die obere Reihe der schimmernden Zähne sehen zn lassen, lieber das schölte, regelmäßige Gesicht breitete sich stets eine sanfte Röthc, die ihm eilten wunderbaren Teint verlieh, nnd selbst die zwei Muttermale aus der linken Backe und ein kleineres unweit der Unterlippe konnten keine Störung in die Harmonie der edlen Züge bringen, sondern hat tett im Gegentheile etwas reizendes, daß man stets versucht war, diese dunklen Pünktchen zn küssen. (Sortierung folgt.) verfolgt, so daß er allein au Gefangenen 15000 Mann verlor. Außer den Truppen der ersten Armee hat auch eine Abtheilung Sachsen an der Schlacht bei St. Quentin glänzenden Antheil genommen ; cs scheint also im rechten Moment von der Pariser Belageruugsarmee dem General Göben Hilfe geworden zu sein. Im O st e lt drängt Werder, noch verstärkt durch die 14. Division, dem znrückweichenden Bonr-baki nach, die Pommern von Vesoul aus und das 7. Korps von Autun aus suchen die Rückzugslinie der Franzosen zu gewinnen, so daß es binnen, knr-zem zu neuen Kämpfen kommen muß. Politische Rundschau. Laibach, 23. Jänner. Wie der „P. Lid." zu wissen glaubt, hat die österreichische Minister kr isis in den letzten Tagen eher Rückschritte als Fortschritte zu verzeichnen. Die Debatten in der Delegation haben die tiefe Kluft, welche die einzelnen Führer der Berfaffungspartei vom Grafen Beust trennt, zu deutlich erkennen lassen, als daß man sich jetzt nicht die Frage vorlegen sollte, ob ein Zusammenwirken dieser Elemente als Mitglieder eines Kabinets mit dem Grasen Beust als Minister des Aeußern jene Harmonie schaffen könnte, welche in den höheren Regierungssphären ein- für allemal die Voraussetzung einer jeden staatlichen Funktion bilden muß. Nach Mittheilung des ungar. „Llohd" wäre es nicht unmöglich, daß Herr v. Schmerling wieder an die Spitze des Kabinets träte. Die „Bohemia" nennt neben Schmerling noch den Grasen Wrbna. Die nächste Sitzung der ö st e r r e i ch i s ch e» R e i ch s r a t h s d e l e g a t i o n soll am 26. d. M. statthaben und darin zuerst die Verhandlung über das Budget der Kriegsmarine auf die Tagesordnung kommen. Der Militärausschuß der ungari-e _n Delegation erlheiktc die Indemnität für oie Kosten de« Boechesenausstande«. Die Indemnität für tne Mehrausgaben der Jahre 1868 und 1869 wurde von der Vorlegung der Schlußrechnung abhängig gemacht. Der Nachtragskredit für die Mllitärgrenze wurde verweigert, da dies keine gemeinsame Angelegen heit ist. Für Festungsgeschütze wurden 3,300.000 fl. bewilliget; für Revolver statt 1,528.000 fl. blos 400.000 fl. votirt. Zur Anschaffung von 150.000 Werndlgewehren wurde» 5,802.000 fl. votirt. Zur Anschaffung von 400 Kanonen für die Landwehr wnr den 2,835.000 fl., für Munition und Munitionswägen für die Landwehr 2,000.000 fl. votirt. Für Faschinenmesser wurden 110.000 fl. und für kleinere Anschaffungen 100.000 fl. gestrichen. Für Patronen-preffeti wurden 12.000 fl., zu GenieauSrüstungsstücken 13.170 fl., \u Befestiqungswerken in EperieS 1,000.000 fl, in Jaroslaw 1.000.000 fl., in Krakau und am Berge Siffa 600.000 fl., in Kvmorn 1.400.000 fl. tn Olmütz statt 510,000 fl. 310,000 fl. votirt. Hingegen wurden 1.501,000 fl. für die EnnSlinie und 2.000,000 fl. fiir Prag gestrichen. _ Die Czecheii bekommen vor dein Bündnisse Oesterreichs mit Deutschland Augst. Die „Politik" "ngcirn »,id Polen zur ‘Opposition gegen fordert DK ^r Richtdentsche» Oesterreichs auf. ptiip« n'm‘ dieser Sache gerade X- £Trbclom,C1' i« haben, denn der Kra ( s. t" ., ^ öa3 Einvernehmen mit Deutsch' reichs wnnschenswerth im Interesse Oester- "^cumch in einzelnen czechische» q,,cr ^^dmikc heraufzudämmern, daß mit der passive» Widerstandes die glorreiche sie haben den Mutb^ ,"clb,‘t fd)abc' >a "°ch mehr, V ! L-v d-es ansznsprechen. Der „Posel" * 1 qSS ,t,crcitä für das Aufgeben des passiven W-derstanbes und für Beteiligung am parlamentarischen Leben. - Ans dem Lande wird seitens der Gzecheu für französischc Gefangene gesammelt. endlos langen Verhandlungen am Samstag die Abstimmung über die Verträge, welche die Einheit des deutschen Reiches begründen sollen, stattgefunden. Mit 102 gegen 48 Stimmen, also mit 6 Stimmen über die erforderliche Zweidrittelmajorität, wurden dieselben angenommen. Somit haben nun sämmt-lichc deutschen Volksvertretungen den neu geschaffenen Verhältnissen zugestimmt. Die Verhandlungen hatten förmlich wie ein drückender Alp auf den Gemüthern geruht, und als daher das Abstimmungsresultat bekannt wurde, brachte die Kammer dem Könige ein dreimaliges Hoch aus, die Stadt aber prangte alsbald im Flaggenschmucke, gleichsam wie zur Siegesfeier. Der preußische „Staatsanzeiger" veröffentlicht eine Depesche d es Grafen Bismarck vom 17. d. an den schweizerischen Gesandten Kern in Paris. Dieselbe beantwortet ein am 13. d. an Bismarck gerichtetes, vom schweizerischen und amerikanischen Gesandten und mehreren anderen Diplomaten mitcrzcichuctcö Schreiben, welches nachsuchte, daß ihren Landsleuten ermöglicht werde, Paris jetzt zu verlassen. Graf Bismarck führt aus, daß diese Reklamation völkerrechtlich nicht begründet sei. Auf die Gefahren deö Pariser Aufenthaltes wurde bereits in 2 Noten hingewiesen. Die fortschreitenden Operationen der Belagerung können nicht vorher angezeigt werden und auf die Beschießung von Paris mußte man gefaßt fein. Monatelang wäre es den Neutralen freigestanden, Paris zu verlasse». Die den Mitgliedern des diplomatischen Korps ertheilte Ermächtigung werde aus internationaler Kurtoisie aufrecht erhalten bleiben. Für andere Landölente liege jedoch kein anderes Mittel vor, als die Kapitulation von Paris. Der preußische „St aat s a nzeige r" kon-statirt, daß mehr als c in Drittel feindlichen Landes, 27 Departements mit 11',/* Millionen Einwohnern, gegenwärtig von deutschen Truppen besetzt und 17 Festungen und Eitabellen in ihrem Besitz sind, Amiens genommen ist, sechs Festungen ohne Hoffnung auf Entsatz belagert ober eingeschlossen, und mehr als 400.000 Mann gefangen sinb. Die große Defeiisivkraft Frankreichs in diesem Kriege erweise, daß solch einer starken kriegerischen Nation gegenüber besonders geboten sei, eine strategisch gesicherte und feste Grenze für Deutschland zu gewinnen. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." veröffentlicht die telegraphische Korrespondenz zwischen dem Grasen Sigmar cf u ii d dem Gesandten des Nord-bundes bezüglich ber Eventualität ber Abreise bes Papstes von Rom. Auf bie Anfrage bes Papstes vom 8. Octobcr durch den Gesandten des Nordbundes, v. Arnim, i» Versailles, ob er auf die Unterstützung des Königs rechnen könne, daß man ihn mit allen Ehren abveifeit lasse, antwortete Gras BiSmark den *. Octobcr bejahend und verwendete sich gleichzeitig in Florenz hiefttr, indem cr hervorhob, der König sei den Katholiken beS NorbbnnbeS zur Betheiligung au der Fürsorge für die Würde und Unabhängigkeit deS Papstes verpflichtet. Die italienische Regierung antwortete, daß über ihre Intentionen, die Würde und Unabhängigkeit deS Papstes zu wahren, kein Zweifel bestehen könnte. nr K o u - fchifsahrts-Akte bahitt zu erweitern, daß das Tätigkeitsgebiet der europäischen Kommission an der unteren Donau bis nach Braila ober Orsova hinauf erweitert werbe, baß bie Stromregulirungs-Arbeiten am Eisernen Thore vorgenommen werden und zum Ersatz der Kosten das in der Donauschiffahrts-Akte vorgesehene Prinzip der Erhebung von Zöllen von den Schiffen aller Nationen in Anwendung gebracht werden darf. Zur Tagesgeschichte. — Von Wölfen gefressen. Bei Loro-P on o r im Biharer Komitate ist, wie man „Ragyv." schreibt, die Leiche einer Frau gefunden worden, die ganz zerfleischt war, so daß nur Knochen und die in den Stieseln steckenden Theile der Beine übrig wäre». Die Unglückliche ist ohne Zweifel die Beute hungriger Wölfe geworden. Auch Bären und Wildschweine Hausen in den Wäldern des Köröslhals. In der Nähe von Loro wurden unlängst acht Wildschweine gesehen, zu deren Verfolgung sich vier Jäger aufmachten, welche auch zwei Schiere erlegten. Der Korrespondent meint, daß es zweckmäßig wäre, eine große Treibjagd auf das überhandnehmende Raubwild zu veranstalte». — Auch im Eifenbnrger-Komitate soll in der Gegend von Pinkafeld ein Mädchen von Wölfen zerrissen werden sein. — Den Souveränen Englands, Oesterreichs, Rußlands und Italiens hat König Wilhelm die Annahme des Kaisertitels eigenhändig angezeigt. — Gegen die französischen Gefangenen in Deutschland werden in Folge von Widersetzlichkeit« und entdeckten Verabredungen zu größeren Befreiungs-Versuchen weit strengere Maßregeln angewendet; außerdem werden sie aus vielen Plätzen im Westen Deutschlands nach den nördlichen und östlichen Provinzen gebracht. Die Gefammtzahl der französischen Gefangenen übersteigt 400.000 bereit» und wächst noch fortwährend, so daß dieselben nachgerade eine fast unerträgliche Last und eine nicht zu unterschätzende Gefahr werden. Lokal- und Provinzial-Augelegeuheikn. Original-Korrespondenz. Cilli, 21. Jänner. (Jesuitenmissionen.) Ihr geschätztes Blatt hat wiederholt hervorgehoben, welche nachteilige Wirkungen die Jesuitenmissionen in Krain hervorgerufen haben. Dieselben mehren sich von Tag zu Tag in auffallender Weise und vertilgen den letzten Funken gesunden Menschenverstandes indem Hirne unserer gläubigen Landbewohner. Seit einigen Tagen werden Missionsschauspiele in St. Georgen bei Cilli aufgeführt. Das Landvolk strömt in Massen zu den Predigten, die häuslichen Arbeiten und die Obsorge der Wirtschaft unserem „lieben Herrgott" über« lassend. Man kann nur mitleidig die Opfer dieses religiösen Wahnes betrachten, welche sich in dem Haus« GotieS gleich Wahnsinnigen förmlich im Staube wälzen. Im Interesse deö öffentlichen Wohles wäre eS gelegen, daß die Regierung den Missionspredigten ein achtsames Auge zürnenden würde, indem durch selbe der Sandmann von seiner Arbeit abgehalten und dessen Beutel zur Ehre Gottes auf unverantwortliche Weise geschröpft wird. Sicherlich sind die um sich greifende Arbeitsscheu, der moralische und finanzielle Verfall des Landvolkes genügende Gründe, mit die strengsten Maß Jesuitenmissionen . . «ft fereuz emhcfscu. »Im wn Ul )l ^ Landvolkes vor dem Landklerus zu erhalten, statt gemeldet, baß der iiorbbtnt che «coollmadj) g c fcj5 än(el)CU desselben durch Heranziehen fremder Pre-.lustrag habe, sofort die > jungen zi ~ . '; diger zu untergraben ? Rur der Energie unseres Weckern wenn die FriedeuSsrage etwa vo» fvanjopfaer I ^rgeJmeistert Dr. Neckermann haben wir es zuver-zur Sprache gebracht werden lollte In JJhmchen. ^ nid)t 0U(t) bic Stadt Cilli ber Trimmet« In der baierische» K a m »i t r eifrig hat »ach sind entgegengesetzte Mittheiluugc» .eingelangt. Darnach würde Bismark eine Diskussion der Friedens-frage auf der Londoner Konferenz nicht unbedingt zurückweisen. Doch sei man der Meinung, daß er die Verhandlungen über de» Friede» hinanSschieben wolle, weil mau im Hauptquartier zu Versailles fest überzeugt sei, daß Paris binnen acht oder zehn Tagen fallen müsse. Die Anträge Oesterreichs bezüglich der Dona n-s d)i f f ah r t s f x a g e auf der Londoner Konferenz bestehen im wesentlichen in dem Projekt, die Douau- platz dieser .religiösen Fanatiker geworden ist; wir hoffen auch von unserem freisinnigen LezirkShaupt-mann, daß er, soweit eS eben in seiner Macht liegt, diesem Unwesen baldigst steuern wird. Lokal-Chronik. — (Kaiserliche Spende.) Se. k. unv k. apostolische Majestät haben der Ortschaft Rüßdorf im Bezirke Adelsberg zum Wiederausdaue ihres al'ge-braunten Schulhciuses einen Beitrag von 200 fl. aus Allerhöchsteren Privatmitteln huldreichst zu bewilligen geruht. — (Die Diäten für die Zu reise der BezirkSschulräthe zu dem Sitze des Be-zirksschulrathes) sollen nach der Ansicht der Regierung von dem Landesfond übernommen werden. Der krainische LandeSansschuß, um seine Wohlmeinung hierüber von der Regierung befragt, gab die Erklärung ob, daß er diese neue Belastung des LandesfondeS beim Landtage nicht befürworten könnte und es daher dem LandeSschnlrathe überlassen bleiben müsse, eine diesbezügliche Landtagsvorlage zu veranlassen. Demnach werden die BezirkSschulräthe ihre Zureisen nach dem Amtssitze auf eigene Kosten unternehmen müssen. — (Industrieausstellung in Laibach.) In der letzten Handelskammer-Sitzung wurde der vom Präsidenten V. C. Supern gestellte Antrag, die Kammer möge das Präsidium beauftragen, sich an den h. Landesausschuß, an die Landwirthschaftsgefellschaft und an den Stadtmagistrat zu dem Behufe zu verwenden, um eine Industrieausstellung in Kram, welche seit 1844 hier nicht stattgesnnden hat, zu Stande zu bringen, einstimmig angenommen. — (Mangelhafte T odt en b e f chau.) In einer Korrespondenz aug Oberkrain wird Klage ge führt, daß auf dem Lande die gesetzmäßig vorgeschriebene Zeit von 48 Stunden vor der Beerdigung des Todten gar nicht eingehalten wird. Der Grund hie von liegt einerseits darin, daß die Angehörigen des Verstorbenen wegen Beschränktheit des von der Familie bewohnten Wohnungsraumes, in dem der Todtc in der Regel aufgebahrt wird, denselben baldmöglichst auS dem Hanfe zu schaffen trachten, anderseits sieht es die Geistlichkeit nicht gerne, wenn ein Todter durch zwei Nächte im Hanse verbleibt, indem sie von dem Nachwachen der bei solchem Anlasse zahlreich versammelten ländlichen Jugend beiderlei Geschlechtes allerlei Unfüge besorgt. So kommt es denn, daß in einer Pfarre in Oberkrain seit 1868 mehr als ein Drittel der seit dieser Zeit Verstorbenen, 60 an der Zahl, binnen kaum 30 Stunden, und kein einziger nach der gesetzlichen Frist beerdigt wurde. Ein weiterer Grund dieser Praxis ist der, daß die Todtenbeschau meist von den Schullehrern besorgt wird, und diese bei der geringen Entlohnung hiefür und bei ihrer sonstigen vielfältigen Beschäftigung — soll es ja in einem bekannten Markte in Oberkrain einen Lehrer geben, der sechserlei gewerbsmäßige Beschäftigungen betreibt — sich darum nicht viel kümmern. Es wäre an der Zeit, daß von Seite der politischen Behörde und namentlich der Gemeindevorstände diesem bisher völlig vernachlässigten Gegenstände der öffentlichen Ca-nitätSpflege die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt würde. — (Bürgerkränzchen.) Die vielversprechenden Unterhaltungen in den schönen Sälen der Schieß-stätte sind mit dem gestern stattgehabten Kränzchen in höchst gelungener Welse eingeleitet worden und scheinen die gehegten Erwartungen in vollstem Maße rechtfertigen zu wollen. Trotzdem derartige Unterhaltungen nach alter Sitte das erstemal stets schwächer besucht zu. sein pflegen, waren gestern doch mehr als 200 Gäste erschienen. Auch der Herr Bürgermeister Dr. Suppan beehrte da« Bürgerkränzchen mit seiner Gegenwart. Die Gesellschaft war im allgemeinen eine sehr gewählte und der Ton, der sie beherrschte, jener heitere und angenehme , wie er vorzugsweise in Bllrgerkreisen getroffen wird. Die meist einfachen und doch geschmackvollen Toiletten machten einen höchst angenehmen Eindruck auf jeden, der einen Ball des Vergnügens wegen besucht und nicht Moden dabei studiren will. Sehr zahlreich war das Offizierskorps gestern vertreten, ein Faktum, daß wir mit um so größerem Vergnügen foiv flatiren, als es ein Beweis ist, welcher Theilnahme das ganze Unternehmen sich in allen Kreisen erfreut. Bis lange nach Mitternacht blieb die sehr animirte Gesellschaft versammelt und gab sich im vollsten Sinne des Wortes dem Tanzvergnügen hin; über 40 Paare tanzten bei den Quadrillen. Der gestrige Abend erinnerte uns lebhaft an bas einstige Laibach, das nicht du ch Parteiungen in seiner Geselligkeit gestört wurde. Unter den auf der Galerie ausgestellten Gewinnsten für die nachfolgende Tombola befanden sich sehr schöne und werthvolle Gegenstände. Das Komitee hat in dieser Beziehung sehr viel geihan und ist überhaupt bemüht, den Ansprüchen des Publikums möglichst nach-zukommen; nur auf eine Sache möchten wir feine Aufmerksamkeit hinl.nfen, nämlich auf die übertriebenen Preise des vom Restauranten aus Wien bezogenen BiereS und wir hoffen für das nächste mal Abhilfe. Zum Schluffe fei noch der Küche erwähnt, welche in Bezug auf Güte und Preise völlig zufriedenstellte. _ — (Erfroren.) Wie uns aus Planina geschrieben wird, ist am 15. d, M. in Niederdorf bei Zirknitz eine Frauensperson, welche in den Wald Holz fammeln ging, erfroren. — (Erstickt.) Eine alte Inwohnerin zu Vu-kouk, Bezirk Rudolsswerth, kam vergangenen Sonntag bei der herrschenden Kälte auf den unseligen Einfall, um das Zimmer schneller zu erwärmen, zeitig in der Früh ein kleines Gluthscuer auf dem mit Malter ausgeschlagenen Fußboden anzumachen, worauf sie sich wieder schlafen legte. 'Das Unglück wollte jedoch, daß herumliegende Gegenstände Feuer singen, welches sich langsam ausbreitete und selbst die Zimmerthür erfaßte. Zwar wurden die anderen Hausbewohner schnell das Feuer gewahr und verhüteten ein weiteres Umsichgreifen des Brandes, die alte Inwohnerin jedoch fand man in ihrem Bette bereits erstickt. tftnnefeitDet. Die delikate Heilnahrung Revalesciere du Barr}1 beseitigt alle Krankheiten,die der Medizin widerstehen,nämlich Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Diarrhöen, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Fieber, Schwindel, Blut aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst in der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Genesungen, die aller Medizin getrotzt, worunter ein Zeug niß Sr. Heiligkeit de« Papstes, des Hosmarschalls Grafen PluSkow, der Marquise de Bröhan a. ^ A. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die lievalescifere bei Erwachsenen uud Kindern 50 mal ihren Preis im Mediziniren. Castle 9tou3. Alexandria Egipten, lO.März 180!) Die delikate ILevalesciere Du Barry's hat mich von einer chronischen Leibesverstopfung der hartnäckigsten Art worunter ich neun Jahrc lang aufs schrecklichste gelitten und die aller ärztlichen Behandlung widerstanden, völlig geheilt, und ich sende Ihnen hiemit meinen tiefgefühlten Dank als Entdecker dieser köstlichen Gabe d>r Natur Mögen diejenigen, die da leiden, sich freuen: was alle Medizin nicht vermag, leistet Du Barry's Revalesciöre, deren Gewicht wenn in Gold bezahlt, nicht zn theuer sein würde. Mit aller Hochachtung (£. Spadaro. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — Revalesciere Clioco)at6e in Tabletten für 12 Taffen fl. 150, für ü4 Taffen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Larry k Co. in Wien, Wallfischgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumeur und Anton Krisper; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagen snrt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Graz Oberranzmeyer, Grablowitz; in Marburg F. Kolletnig; in Lemberg Rottender; in Klausen bürg Kronstädter, und gegen Post Nachnahme. Angckommene Fremde. Am 22. Jänner. Elefant. Jelauscheg, Jllirisch Feistriz. - Fougnai, und Torre, Bitinje. — Breznik, Handelst»., Gonobitz. — Vautic und Hocevar, Besitzer, Planina. — Stuller, Han-bclSm., Triest. — Pvllak, Fabulant, Billach. — Pollak ofbiifnnt, Neumarktl. — Den, Besitzer, Neuinarktl. — Mal t, Fabrikant, Neumarktl. — Pellikan, Forstmeister, Sltnüb. — Piller, Sauf m., Graz. — Schwarz, .«aufm., Graz — Kastetitz, Äaufm., Triest — timet', Pfarrer, <&t. l'amptecht. — Klein, Äaufm, Trieft. — Baron Tauffver, Weixelburg — Thoinann, Besitzer, Steinbilchl. — Stern, Weinhändler, tlgram. - Wutscher, Besitzer, St. Barthelma. — Spitzer, «aufm., Agram. - Hönias-berg, Agram. — Gorjup, Pottitulier, Triest — Koltnia Besitzer, Oberlaibach. — Berenger, Maschineuinspektor^ Wie», — Sorte, Besitzer, Steiermark. — Oser, Kanfm., Wien. — Singer, Graz Stadt Wien, üangraf, öilli. — Adler, Äaufm., Wien. — Pottat, Äaufm., Agram. — Henmer, Äaufm., Agram. — Feigei. Fabrikant, Agram. — Perinzig, Kürschner. Agram. — Piipper, Tarvis -- Testin, Handelsm., Gottschee. — Malli, Neumarktl. — Pollak, Handelsm.. Neumarktl. — Rossenberg, Handelsm, Wien. — Ärener, Äaufm., Lack. - Deisiuger, Äaufm., Sack - Mülluer. Äaufm., Wien. — Malli, Handelsm., Neumarktl. — Braune, Handelsm., Gottschee. - Dornig, Postmeister, tiiann. Bal<*ri*eliei* Hol'. Sialeucii mit Spieler, Jllirisch Feistriz. — Prister, Giatisfa. — Wullic, Handelsm. Sesana. -______________________________________ Theater. Heute: Die Auna-Lise. Schauspiel in 5 Akten von Hermau Hersch. Morgen: Er will nicht Stevbe«. Lustspiel in I Akt. I« Irrenhaus. Szene mil Gesang Beckers beschichte. ____________________Singspiel in 1 Akt._________ Witterung. Laibach, 23. Jänner. Gestern den ganzen Tag Nebel. Heute Morgens Nebel, seit Vormittags diinnflockiger Schueesall, ruhige Lust. Temperatur: Morgens 6 Ühr — 7.9,11 91a»m. 2 Ulir — 3.1)'' R. (1x70 — 0.0", 1869 — 7.2°.) Barometer im steigen 827.16*". Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme - 0.7”, um 0.9® über, das gestrige — 4.8“, um :S.2” unter dem Normale. Lottoziehung vom 21. Jäuner. Trieft: 48 43 ]?, Hi 78 Telegramme. Berlin. 22. Jänner. (Offiziell.) Die französische Armee, welche sich vor dem Mont-Valerien anfgestellt hatte, zog sich nach Paris zurück. Bordeaux, 22. Jänner. Dole wurde nach vorherigem Bombardement von den Preußen besetzt. Dijon ist gestern Früh angegriffen worden. In den Nachbarortschaften den ganzen Tag heftiger Kampf. Niciolti. eingeschlossen, schlug sich durch, Menotti behauptete sich; im ganzen behauptete» die Franzosen ihre Stellungen und machten Gefangene, die durchaus Pommern sind. Beiderseitige große Verluste. Morgen dürfte die Schlacht wieder beginnen. Wiener Börse vom 21. Jäuner. •dble.li' 68.80 58.4c 67.40 88.60 H6.-11*7.50 119 50 «7.60 89.- m -no.io Staatsfonds. | Zperc.Rente. öst.Pav.1 fcto. dto. öst.in'Lilv. >-ose von 1854 . . . xole von 1800, ganze t'ofe von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . Örundentl.-Obi- SHeiermar! 92 — 03. tarnten, Riatn u. ffkftcnlanb 6 -Ungarn . . zu 5 * Rvcitt.u. Slav. 5 , L-iedenbürg. * & „ Aotion. Jiationalba»! . . . Union - Bank . . . Kreditanstalt . . . il. 6. (5acoinptc=- — 74.5< I 76. 725.— 7V6 — 234. — ,231.20 »50 40 250.60 93«.- 1938 — 210.80 JtU. — —! 80 230. -100.2U 2105; 181.10 221.50 244 — 169.— 377.50 189.75 163 25 169.75 100.40 2110 184-40 222.-244 50 169.50 378.10 ISO. 163 75 170 — 83 — 93.10 88.50 89.— 107.- 1107.25 83.25? 88.76 | Geld «JCa.e st. Hypvry.-Vanl .' — Prlorltfctn-Obllg. Srtdb.-Gel.zuüOOYr. 114.80 H5 20« blO. Beug 6 pLt. 237.— 238.— ittotbb. (100 fl. * Sr. Genoie „ 411 _ Dindischgratz Äßalbflcir. . Keglevich . Rul'olsSftifl. St» M 20 „ 10 „ lOö.W. Wechsel (3 3;lon.) LnqSb. lOOff.fübb.to. «hrontf. 100 st. W -8onbcn 10 Pf. Steel. Pari§ 100 Franc- MÜRSGC. Äflij. Münz-Ducatea. SV-tzrancSstück . . . BercinSthalc: . . . eiltcr . . 90.— 90.25 94.— 94 SO 159.75 16" 25 95.- 96.— 116.— 185.— 54.— 58.— 27.— 30.— 37.- 39.- 26.— 27.— 31.— 33 — 28.— 29.— Ü2.— 24.— IS.— »ü.— 14.— 26.— 14.— 14 50 103.75 103 fcO 103.90 104 10 124.25 124 40 5 86 5.87 9.f 6 9.96» 1.83 1.83* 122.- 122.15 Telegrafischer Wechselkurs vom 23. Jänncr. f.pcvÄ- Rente österr. Papier 58.40. — 5perz. Reute öfterv. Silber 67.50. — 1860er ©tantesanteben 95.—. — Bankaktien 726. - Ärediiaktie» 251.90. - London 124.20. — Silber 122.—. — K. I. MUnz-Dukaten 5.86. — Na-poleonsd'or 9.95. 2'iiiJ :cr. 3 9 ii. o. !f lntrio t)t 4 5$ft» fäir.tftg in t'aibach. Verleger mit für die Äiedattion verantwortlich: Otiowar Bamberg.