-65." Dienstag den 16. August 1836. Mpstlillie Staaten. Mit Billet Sr. Heiligkeit wurden Wons. Silvester Belli zum Eccretär der EonsistoriabCongregstlon' und Mons. Lorenzo Gras Simonetti zum Secretär der Studien-Congrcgation ernannt. Am 17. Juli siel in Macerata ein fürchterlicher Hagel durch mehr als eine Stunde. Alle Fenster wurden zerbrochen, die Dächer abgeworfen; Menschen gingen zu Grunde, der öffentliche Gottesdienst wurde unterbrochen, denn Geistliche und Volk flohen aus den Kirchen. (W. ,Z.) F t n n k e e i ch. Der Monitcur enthält einen ausführlichen Be-tlcht des Generals Bugeaud über die Schlacht an det Sickack. Abdel^Kader hatte seit mehreren Tagen seine Streitkräftc conccntirt und hielt sich gefaßt, der' Expedition, welche Trcmecen verproviantiren sollte, um jeden Preis in den Weg zu treten. Am 4. Juli marschirte die Expedi!ions-Armee aus dem befestigten Lager an der Tafna aus; am 6. stieß sie aus dcn F"nd' "elchcr übrigens elne sthr schlechte Stellung gewählt hatte, denn Abdel-Kadcr hatte eine 2 bis 3 Stunden lange Ebene im Rücken, welche von drei Seite« her durch^die Sickacf, den Isser, und die Tafna eingeschlossen lst, und sobald cr geschlagen war, hatte feine Infanterie keinen Schutz mehr gegen die verfolgende Reiterei und wurde zuletzt in die Schluchten gtstürzf, welche durch die genannten klclnen Flusse nu't chren hohen und steilen Ufern gebildet werden. Der Angriff ging von den Arabern aus, welche die französischen Mnkler und Cpahis über dcn Haufen warfen und in großen unförmlichen Massen unter wildem Ge. schrei vorrückten. Die französische Artillerie empfing sie nu't einem Kartätschenfcuer, das in diesem dicht g«? drängten, verwickelten Knäuel eim^rchlbare Wirkung that. Hierauf setzte sich die ganze Armcc zu gleicher Zeit in Bewegung und warf sich dcm Feind entgegen. Der Kampf war mörderisch. Als Abdel-Kader seine Leute weichen sah, führte er die regelmäßige Infanterie ins Feuer, welche er als 3?esc,ve aufgestellt hatte. Es war das ttste Mal, daß die Araber eine Reserve m Anwendung brachten, und GcncralBugcaud laßt dem Emir die Gerechtigkeit widerfahren, daß er den rechten Augenblick getroffen habe, sie mö Gefecht zu bringen, aber sie vermochte den vordringenden Franzosen keinen Einhalt zu thun. Das furchtbarste Gemetzel war aus einem Punct/, wo die erwähnte Ebene sich etwas senkt und dann in einen 30 bis 40 Fuß hohen, fast senkrechten Felsenabhang ausgeht. Hier wüchctcn dit Düaren Unter den Flüchtigen, welche kci.ie Wahl vor sich hatten, als den sichern Tod von den Händen il> rer Verfolger oder den fast eben so sichern durch den Sturz vom Felsen hinab. General Bugeaud selbst warf sich abwehrend unter die Duarcn, welche sich ihrer »schauderhaften Liebhaberey des Kopfabfchneidens" überließen, undi vermittelst Zurufs und flacher Säbelhiebe gelang es ihm, etwa 130 Mann von der regulären Infanterie des Feindes zu retten, welche nunmehr als Gefangene nach Frankreich gebracht werden sollen. Auch eröffnete er den Duaren — nämlich nach dem Tressen ^ er werde ihnen in Zukunft kcine Köpfe mehr bezahlen, und auch jetzt bezahle er ihnen nicht die eingelieferten Köpfe, st ndern die Gefangenen. M-' del-Kader lließ 12-bis 1500 'Todte und Verwundete auf dtm E chlachtfelde; seine Truppen hatten sich übrigens tapfer sgeschlagen, und der Kampf dauerte s 238^ bis 6 Stunden. Am folgenden Tage zog General Bugeaud in Tremecen ein. (W. Z.) Im Hafeil von Toulon ist am 25. Juli die Brigg Emie verbrannt. Das Feuer entstand' dadurch, daß mehrere Fässer mit Vitriol aufgebrochen wurden. __ Bei dem nculichen Zusammenstoßen des Trident und der Galäthce wurden drei Matrosen ins Mecr geschleudert, und 10 verwundet. Beide Schiffe sind zu.- Ausbesserung nach Toulon gebracht worden. (Corresp.) Paris, t. August. Der Prinz von Ioinville hat Paris am 1. August verlassen, U'.wsich als Lieutenant aufcincr französischen Fregatte einzuschiffen. (Bekanntlich widmet! sich dieser dritte Sohn des Königs dem Seedienste.) Das Schiff, auf dem er sich befindet, wird zu Admiral Hugons Geschwader in der Levante stoßen, und nach einem Besuche an der syrischen Küste im Spätherbste nach Toulon zurückkehren. ^_ Es sch „,c zuverlässig, daß die hiesige Ne. gierung dem sogenannten gemäßigten System u.n je-dm Preis beizustehen gedenkt. Man sagt, die Fremdenlegion solle nicht mit 8030, sondern mit 1,2,099 Mann verstärkt werden, und durch den Telegraphen sey heute die Nachricht ausBayonne .gekommen, daß ein einzelnes Regiment 300 Freiwillige geliefert habe. (Allg. Z.) Der'Adjutant des HcicgZministerZ, Pellion, des-s,n Sendung nach der spanischen Gränze,.oben angekündigt wurde, ist am 23. in Bayonne angelangt, und von dort Tags darauf nach Bau abgereist, wo das Depot der Fremdenlegion liegt, die, wie die neue-st: i Pariser Blätter melden, mit 10,000 (nicht, wie eS früher hieß, MtM>0) Mann verstärkt werden soll. WähreHd mehrere Blätter berichten, daß ein Ad-, jutant dcs Kriegsministers nach der spanischen Gränze^ «bgeganM sey, um dort ein Corps von 4000 Mann (nach aüdern Angaben sogar, 10,000) zur Verstärkung des französischen Hülsscorps unter General Bernelle zu vereinigen, behaupten dagegen andere Angaben, daß General Bernelle keineswegs eine Verstärkung verlangt habe. Es soll derselbe vielmehr der spa» Nischen Rcgieru.ig erklärt haben, er werde nach Frank, reich zurückkehren, wenn nicht der spanische Odergeneral der königl. Truppen, Cordova, abberusen werde. Im gleichen Sinne soll sich der Obergcneral des Hülfskorps, Evans, erklärt haben, Es heißt sogar unverbürgt^ daß der französische Gesandte beauftragt worden sey, , die Beschwerden der beiden Generale über Cordova mit seinem ganzen Credit zu unterstützen, mit der Be-merkung, die Ersetzung Cordova's durch einen andern erfahrenern und mehr Vertrauen genießenden General könne Frankreich bestimmen, sein Hulfscorps in Spanien zu verstärken. ^. ' (Allg. Z.) Das l^cho de Oalenciennes v^mHZ. Juli spricht von -einer Perletzung,der französischen Gränze durch belgische Uhlanen, welche ein Dutzend'Deserteure, die in die Fremdenlegion tretcn wollten, aus dem Wirthe hause des Gränzortes St. Amand zurückholten. gen das christinische Reservecorps im Menathale e» ftchlcuen Sieg. Nach späteren Berichten belauft sich der Verlust der Christinos in diesem Gefechte auf 200 Mann an Todten und Verwundeten und 400 Gefangene; dcr Feind zog sich in Unordnung zurück und wur< he lebhaft verfolgt. — In Folge dieser glänzenden 259 Affaire hat Don Carlos dcm General Villareal dcn Grad eines Generallieutnants seiner Armem verliehen. __ Ein Schreiben aus Estclla vom 24. bestätigt die Gräuel und Gewaltthaten aller Art, welche die Division unter Commando des Generals Bcrnelle am 19. in Oteiza verübt hatte, und sü'gt hinzu, daß die Division, obgleich 7000 Mann Fußvolk und 300 Reiter stark, vor fünf carlistischen Bataillons, mit welchen sich Garcia bei Villatuerta aufgestellt hatte, geflohen lst, und sich nach Lcrin zurückgezogen hat, wo sie in der Nacht vom 19. auf den 20. Halt machte." (Ost. V.) Bayonne, 27. Juli. Die seit einigen Taaen von verschiedenen Corps der Armee des Generals Cordova ausgeführten Märsche und Gegenmärsche hatten zu unbedeutende Resultate, um sie näher anzugeben. Eine Expedition des Generals Bernclle, die man bestimmt glaubte, Estella zu nehmen, hatte eben-falls wenig Erfolg. Einige angezündete und geplü'n-ndertc Häuser und ein tapfer ausgeführter Rückzug gegen sehr überlegene feindliche Streitkrä'fte, das ist. Alles, worauf diese Unternehmung sich beschränkt. General Evans liegt krank zu St. Sebastian,, und hat dem Brigadier Iaurcgui den wenig schwierigen Befehl über ein Armeecorps übertragen, das zur Unthä-tigk^ verurtheilt scheint. Gomez ist in Gallicien.,wo er auch nicht auf einen Schein vou Widerstand stieß, in Lugo ausgenonimen; es fehlt an-zuverlässigen Nach.-richten. Aus der Gazetta von Madrid hoben wir er-f.ihren, daß sich der General Espartew mit seinem Ar-mcecorps noch in dieser Provinz befand, wo er sich mit den Generalen Manso und Lalre und einer portu.-Liesischen Brigade vereinigt haben soll. General Gar-lia hielt Eoria eine Zeit lang besetzt, und hat sich von da mit einer Abtheilung seiner Truppen nach Siguen-za und mit dem. Rest derselben nach Catalayud gewen^ det. Das System der Unthätigfeit, das bei der Nord.-«rnr'ee herrscht, scheint auch von der arragonischen an-genommen worden zu seyn, denn die in dieser Provinz unter den Befehlen mehrerer Generale siehenden 50,000 Mann verfolgen die Insurgenten nur sehr nachlässig. (Aüg. Z.) Aus den Provinzen lauten die Knegsnachrichtcn fortwährend besorglich. Die 20M0 Mann., welche wir in Arragomen stehen haben, verhalten sich so ru-hiZ? als Cordova mit seiner Nordarmce, während die tzarlisten sich täglich weiter ausbreiten. In Catalo-nien thut man sich wenigstens so weit um, daß von Zeit zu Icit ein kleiner Kriegs- und Tagesbericht erscheinen kann, aus welchem man ersieht, daß die Car- listischen Banden __ die kleinste derselben zählt 1900 Mann__fortwähren^ das Feld halten. In Valla- dolid hat man eine permanente Vertheidigungs-Iunta eingefetzt, alle Zusammenrottungen von mehr als zwci, Personen verbogn, und sämmtliche Thore der Stadt bis auf ein einziges zugeworfen; so groß ist die Be^ sorgniß vor einem carlistischen Angriffe. -_ Generat Cordova soll gefährlich krank seyn, so daß die Arzte und die Carlisten wenig Hoffnung haben, ihn davon kommen und Generalissimus bleiben zu sehen. Die Sentinelle will wissen, die Königinn-Re-gentinn habe aus ihrem Privatvermögen, das in der englischen Bank angelegt ist, 100 Millionen Realen in dcn Staatsschatz gespendet; man erwarte diese Summe bereits in Vittorm, wo die Beamten, die Armee und d:c Lieferanten selbst sich in 'äußerster Geldnoth besinden. Die Zeitungen von Barcelona bis zum 22, Juli sind mit Adressen der verschiedenen Truppen-Corp» und Milizen gefüllt, worin sie öen General Mina ihrer Anhänglichkeit an die bestehende Ordnung verfi> chcrn. Es scheint, daß man nicht ohne Besorgniß in B?zug auf die bevorstehenden Wahlen ist, welche am 1., 2. und 3. August vor sich gehcn sollten. (W. Z.) V o r t u g n l. Das Journal du Commerce enthält folgendes Schreiben seines Korrespondenten auZLissabon vom 16. Juli: »Seit einigen Tagen hatte sich das Gerücht verbreitet, daß die Miguelisten, den Zwiespalt, der gegenwärtig unter den Liberalen herrscht, benüz? zend, Unruhen in der Hauptstadt erregen wollten, um das Unternehmen, das (wie sie laut sagen) in der Provinz Tras-os.-Montes an der Gränze von Gallicien sich vorbereitet, zu begünstigen., Der für diesen Versuch bestimmte Tag war der 8. Juli, der Jahrestag der Landunq der Befreiungsarmee zu Oporto. Da jedoch die Negierung alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen hatte, so wurde die Ruhe an diesem Tage nicht gestört. Die Königinn musterte die Nationalgarde und die Besatzung der Hauptstadt und ging dann nach ihrer Sommerrcsidenz Cintra ab. ___ Li ssabon erfreute sich der tiefsten Ruhe, als vorgestern im Hotel des Finanzministeriums ein Brand mit solcher Heftig.-keit-ausbrach, daß in Zeit von acht bis ze^n Stünden d stürzt worden und unmittelbar darauf gesunken ist. Zwanzig von der Mannschaft, unter ihnen 15 Engländer, sind ertrunken. Oberst Chesney selbst, nebst fünf Anderen, war es gelungen, durch Schwimmen das Ufer zu erreichen und sich zu retten. Von dem gesunkenen Schiffe war jede Spur verloren, man hatte selbst nicht einmahl durch das Senkbley seine Lage entdecken tonnen. Ungeachtet des Unfalls hatte die Expedition doch nach den letzten Nachrichten vom 29. Mai jede Hoffnung auf Erfolg. Das übriggebliebene Schiff hatte die Neise schon wieder fortgesetzt. (Ost. B.) Gsmannisches Neich. Constantinopcl, den 27. Juli. Der otto. manische Botschafter am kais. österreichischen Hofe, Ferik Achmed Pascha, ist am 21. d. M. auf der Fregatte »Tariri Bahri" nach Trieft abgesegelt. Der erste Botschastssecretär Envcri Efendi begibt sich mit einem Theile des Gepäckes gedachten Botschafters über Semlin nach Wien. Dcr kais. österreichische Viceadmiral, Graf voil, Dandolo, welcher durch widrige Winde seit dem 13.. d. M. in der Meerenge der Dardanellen aufgehalten war, ist heute Morgens am Bord der Fregatte Vene-re vor Kum Capu in der Nähe der sieben Thürme an^ gelangt und wartet daselbst auf günstigen Wind, um die Fahrt bis Bujukdcre fortzusetzen. Der Großadmiral Tahir Pascha war, den neuesten Berichten aus Tripoli zufolge, am 22. Imu mit seiner aus zehn Kriegsschiffen, nämlich 1 Linienschisse, 2 Fregatten, 4 Corvettcn, 2 Briggs und 1 Goclctte, und 19 TranZpottsahrzcugen bestehenden Escadre da-selbst angelangt und hatte sich sogleich mit den an Bord befindlichen Truppen ausgeschifft und Befehle an die vorzüglichsten Oberhäupter der arabischen Stämme e> Zehc.f lassen, um sie zur Unterwerfung auszufoö-dern. ' l Die Pestseuche hat leider seit Abgang der letzten Post zugenommen. In Galata haben mehrere Falls 'Statt gefunden und selbst im grcßhcrrlichcn Serail von Weilerbei sind drei Individuen von derselben be? fallen worden. (Ost. B.> A e g V p l e n. Es ist schon früher die Rede davon gewesen, die H^optischen Ppvamlden abzutragen, und sie zur DatM mung des Nils zu verwenden. Man erfährt jetzt, durch das Schreiben cincs französischen Mavinc-Oss^ ziers in Alexandrien, daß jenes Project von Mchcmed Al5 verworfen wurde, und daß man dieses Resultat besory ders den Bemühungen bcs französischen Gerfalcon-suls Hrn. Mimaut verdankt. Hr. Mimaud hat eine Sammlung ägyptischeiMer-thümer angelegt, deren Ankunft in Paris Epoche ma, chen wird, und unter welchen sich auch die glücklich wiedergefundene Vase des Lysippus, Alexander nut den Attributen des Bacchus darstellend, besuchet, Mg. Z.) Vevacttllr: Lr. Vav. Heinrich. Verleger: Sgnaz Äl. Sdler v. Nlelnmapr.