Nr. 23._______________________Wien, den io. August 1909. 17. Jahrg. Der OeneraMreik in Schweden. Am vergangenen Donnerstag haben 300.000 Arbeiter in Schweden die Arbeit niedergelegt, täglich folgen neue Industriezweige nach dem Plane der Steigerung und in kürzester Zeit wird die gesamte Produktion bis aus wenige vorbehaltene Zweige lahmgelegt sein, Handel und Verkehr ins Stocken geraten, das ganze weite Land den Folgen dieses Riesenkampfes ausgesetzt sein. Der schwedische Generalstreik stellt nicht die Verwirklichung des anarchistischen und syndikalistischen Glaubenssatzes von der „letzten Auseinandersetzung zwischen Bourgeoisie und Proletariat" dar, sondern ist als eine unabwendbare Folge kapitalistischen Ueber-mutes anzusehen. Die schwedische Arbeiterschaft hat die industrielle Entwicklung, die erst seit zehn Jahren kräftig ein-fetzte, zum Aufbau einer wunderbaren Gewerkschaftsorganisation ausgenützt. Von zirka 500.000 industriellen Arbeitern gehören 230.000 der Organisation an, weshalb es ihnen gelang, in der Prosperitätsperiode ihre Forderungen durchzusetzen. Dies können nun die zu einer modernen Jndustriepolitik und rationellen Betriebsweise unfähigen schwedischen Kapitalisten nicht verwinden, weshalb sie die Krise benützten, um die Arbeiter wiederholt auszusperren. Da -die Krise noch anhält, wollten sie den Arbeitern sogar den errungenen Anteil vom Kapitalgewinn wieder entreißen, die Lohne reduzieren und die Gewerkschaften durch eine Aussperrung im großen Stil vernichten. Die Arbeiter sind sich jedoch ihrer Krast und Disziplin zu sehr bewußt, _ als daß sie diesen vernichtenden Schlag ruhig hingenommen hätten. Sie durchkreuzten den brutalen Feldzug der Kapitalisten durch den Generalstreik und setzten dem konzentrierten Angriff auf ihre Haushaltung die allgemeine Abwehr gegenüber. Obwohl die kapitalistische Presse diese Sachlage damit zu verdunkeln sucht, daß sie, wie die „Neue Freie Presse" behauptet, die Arbeiter hätten für die Industrie geradezu vernichtende Forderungen gestellt, wird die Tatsache, daß es die Industrie ist, die der Arbeiterschaft empfindliche Lohnreduzierungen aufzwingen wollte, dem Generalstreik einen ganz besonderen Schwung verleihen. Die schwedischen Kapitalisten müssen lügen, um die international-kapitalistische Solidarität wachzurufen, während die schwedischen Arbeiter der Solidarität ihrer Brüder im Ausland sicher sind, wenn sie nur eine objektive Darstellung der Sachlage haben und die Tatsachen sprechen lassen. Zunächst sind die Heimischen Kassen intakt und die Berufszweige, welche vorläufig noch vom Streik ausgefchloffen sind, sorgen sür Uiue Mittel. Die schwedischen Eisenbahner haben beschlossen, wöchentlich 6 Kr. an die Streikkasse zu zahlen, eine Solidarität, die eine ungeheure Höhe zeigt. Daun wird das Ausland gewaltige Summen zuschießen, daß neben der Moralischen auch die wirtschaftliche Widerstandskraft gesichert ist. Von einer Zuführung fremder Arbeits-jvästc kann bei einer so dimensionalen Arbeitseinstellung leine Rede sein, sie würde auch die Position der Angreifer keineswegs verbessern, sondern zu einer elementaren Gegenbewegung im Lande führen. Obwohl auch ore Verbünde der Unternehmer intakt sind und hinter chueu die schwedischen Großbanken stehen, zeigt der Generalstreik schon vor seiner Entscheidung die Grenzen der Unternehmermacht. Der Kapitalismus treibt zu immer größeren umchekriegen gegen _ das Proletariat und offenbart v.ibeivorallerWcltseinkulturwidrigcsbestialischcsWesen. Was bei all diesen Kämpfen die bürgerlichen Zeitungen über die höheren Interessen der Industrie, die von einem angeblichen Schreckensregiment proletarischer Zerstörermacht in Gefahr gebracht werden, faseln, ist purer Humbug und nicht einmal zu halten vor der vulgären bürgerlichen Nationalökonomie. Der höchste Wert ist und bleibt der produktive Mensch und das Ziel des Kapitalismus geht im Kriege wie im Frieden auf eine Verschleuderung und Zerstörung dieses Wertes hinaus. Privaten Interessen einzelner Nutznießer eines unvernünftigen Systems, das irrationell und anarchistisch produziert, bald Niesenprofite für einzelne schafft, bald Krisen und Hungerzeiten für die Masse erzeugt, soll die teure Volkskraft geopfert werden. Bäumt sich oiese Volkskraft aus, wie der fieberkranke Körper, der in kräftiger Reaktion die Krank-heitskeime ausstößt, dann schreien die kapitalistischen Preßreptile über die Verletzung höherer Interessen der Ordnung. Es wird ein gräßliches Ringen, das in unserer Zeit anhebt. Das Proletariat reift langsam, aber sicher zur Befähigung heran, der gefräßigen Profitgier, welche die Volkskraft verzehrt und Millionen gebrochener Existenzen schasst, mit eisernen Armen in den Reichen zu fahren. Riesige Kämpfe stehen uns bevor, aber unbeschadet, ob sie mit Sieg oder Niederlage für uns enden, kann das Endresultat nicht zweifelhaft sein. Die Erhebung der Arbeiterklasse beginnt in der kapitalistischen Periode überall mit dem Kamps gegen die Maschine, die den Häusler aus seiner Selbständigkeit reißt und in die Fabrik zwingt. Die Fabrik wird Siegerin über die Hausindustrie, und lange Jahre geduldiger Lohnknechtschaft vergehen, bis der Kapitalismus die Arbeiterschaft an den Rand der Verzweiflung führt. (Siehe Friedrich Engels: „Die Lage der arbeitenden Klassen in England.") Die Arbeiterklasse wird bis zur Erschöpfung ausgepreßt und mit solchen Hungerlöhnen abgefertigt, daß die ganze Familie arbeiten muß. Es beginnt ein betlehemitifcher Kindermord, eine Vernichtung der Frauenkraft, bis spontane Arbeitseinstellungen die öffentliche Meinung aufrütteln und mit der grauenhaften Lage des Fabriksproletariats vertraut machen. Gestützt aus das Mitleid der Ocsfentlichkeit müssen die Fabrikanten nachgeben und kleine Zugeständnisse machen, die sie jedoch den unorganisierten Sklaven immer und immer wieder entreißen. Dies führt die Arbeiterschaft endlich zu den Anfängen der Gewerkschaftsorganisation und ein mühsames Aufsteigen beginnt, bis die Zahl der erfolgreichen Kämpfe und bleibenden Erfolge zunimmt. Nun beginnen auch die Unternehmer ihre Verbände in Kampforganisationen umzuwandeln, alle Rücken und Tücken wirtschaftlicher Erpressung und Vergewaltigung setzen ein und werfen die Arbeiterorganisation zeitweilig zurück. Schwarze Listen gehen um und bedrohen die Vertrauensmänner mit dem Hungertod, die Verwaltung und Justiz des Staates müssen sich zu Werkzeugen des Kapitalismus hergeben und greisen das Koalitionsrecht der Arbeiter an. Bürgerliche Arbeitervereine und gelbe, von Unternehmergeld gespeiste Gewerkschaften suchen den geschlossenen Ring der Freiorganisierten zu Durchbrechen. Das Arbeitsbuch als Steckbrief und viele andere giftige Mittet fetzen ein, aber alles ist vergebens, die Mitgliedeirzahl der Gewerkschaften steigt auf dem Kontinent, steigt in England, in Amerika, in allen kapitalistischen Staaten. Nun setzt eine Periode rücksichtsloser Aussperrungen ein, Schlag auf Schlag erfolgt gegen die Arbeiter. Preußen-Deutschland marschiert an der Spitze, aber auch das sonst so duldsame England bleibt nicht zurück, Italien, Frankreich, Belgien und nicht zuletzt auch Oesterreich beschließen den liebreichen Reigen kapitalistischen Rachedurstes und staatlicher Kurzsichtigkeit. In dem Generalstreik in Schweden haben diese Kämpfe ihren bisherigen Höhepunkt erreicht, denn noch niemals erfaßte ein solcher Kampf das ganze Land. Der Generalstreik war hier von den schwedischen Kapitalisten nicht gewollt. Die Herrschaften wären zufrieden gewesen mit einer großen Teilaussperrung und mit der Schmälerung des Haushaltes in hunderttausend Arbeiterfamilien. Doch die Arbeiter find zu reif, als daß sie die frechen Angriffe auf ihren Haushalt und ihr Koalitionsrecht geduldig hinnehmen, sie werfen die ihnen zugeworfene Sperre beherzt wieder zurück, daß es aufheult in dem ganzen kapitalistischen Blätterwalde. Wie auch dieser Kampf, der den schwedischen Arbeitern von den Kapitalisten auf gezwungen wurde und der für die Arbeiterschaft die günstigsten Chancen hat, ausfallen mag, die Arbeiter der ganzen Welt werden daraus die Lehre ziehen, intensiver zu rüsten und energischer an dem Ausbau ihrer Organisation zu schreiten, da gleiche Kämpfe in allen Staaten über kurz oder lang folgen werden. Immer gygantifcher wachsen die Organisationen des Unternehmertums empor mit der Neigung den eilten Fabriksabsolutismus wieder zur Herrschaft zu bringen. Immer auffälliger nimmt der Staat für die Zerstörer der Volkskraft Partei und stellt ihnen seine Verwaltung, seine Polizisten und Richtet zur Verfügung, damit den Proletariern demonstrierend, daß er sich mit diesem Kapitalistenstaat niemals befreunden kann. Deshalb müssen die Proletarier aller Berufe rüsten. Der Kapitalismus schafft zuerst das Proletariat, dann rüttelt er dasselbe durch Rachekriege solange auf, bis er sein eigener Todtengräber wird. Je gewaltiger die Kämpfe, d esto näher die Entscheidung. Der flufftieg der Gewerkschaften. Unsere Gewerkschaften, die soeben wieder eine überaus hartnäckige Krise überwunden haben, zeigen eine ruhmreiche Geschichte auf und das Wort, daß die Arbeitervereine sür den künftigen Historiker von größerem Werte sein werden, als alle aufgedonnerten Taten unserer gegenwärtigen Staatslenker, wird sich auch an ihnen bewahrheiten. Die großartige kulturelle Wirkung der Gewerkschaften läßt sich heute schon an den englischen Trabes ItniotiS erkennen, von denen Sydnei und Beatrixe Web in ihrer Geschichte der Trabes Unions erklärten, daß sie ein gutes Stück englischer Kulturgeschichte darstellen. Ohne die Tätigkeit der Trades Unions hätte England nie und nimmer seine große Nolle in der Welt-prodnktion und im Welthandel spielen können, die ihm bis vor kurzem die erste Stellung als Wirtschaftsmacht in Europa einräumte. Die Arbeiter Englands haben in der Genossen-schasts- und Gewerkschaftsorganisation eine Macht aufgerichtet, welche der Gesellschaft die Achtung vor der teuersten Kraft, die sie besitzt, abnötigt, die alles erhaltende und alles bewegende Arbeit. Die Gewerkschaftsorganisation des Deutschen Reiches und Oesterreichs hat eine kürzere Geschichte, doch indem sie weit ungünstigere Verhältnisse zu überwinden hatte, nahm sie sofort bcu Gedanken des modernen Klassenbewußtseins auf und durchlief die Bahn, welche die englische Gewerk-schastsbeweguug in sechzig Jahren genommen, in der halben Zeit. Man kann in der Staatsgeschichte Deutschlands und Oesterreichs in der Tat nichts großartigeres finden, als Redaktion: Wien, F/Z, Hentagnlfe tlr. 5. Redaktionsschluss vier Tage bor dem Erscheinen des BlatteS. Lj>r«chftun-ammen-stellung der Tabellen der Organisation und ihren Vertrauensmännern für ihre weiteren Aktionen die verläßlichste Richtschnur an. Gewiß müssen die Tabellen, um verstanden zu werden, auch richtig gelesen werden, und Tabellen liest der richtig, der alles liest und insbesondere die Anmerkungen nicht außer acht läßt. Bei Beurteilung aller jener Vorteile und Begünstigungen aber, die die Tabellen zur Darstellung bringen, muß selbstverständlich die Tot;imje festgehalteil werden, daß die Besserstellung nicht immer sofort nach der Regulierung wahrgenommen werden konnte. Hier handelt es sich, wie eben bei jeder Regulierung, um Verbesserungen, die den einzelnen Bediensteten erst allmählich im Laufe der folgenden Jahre in ihrer Gänze zugänglich werden. Die Tabellen müssen richtig gelesen, richtig verstanden und richtig ausgenützt werden, dann ist mit ihnen eine nützliche Arbeit für die Gesamtheit der Eisenbahner geschaffen worden. Will man aber weitere Erfolge erzielen, dann legen gerade die Tabellen Zeugnis ab, daß Erfolge nur mit einer starken Organisation erzielt werden können, die noch weiter auszubauen Sorge jedes einzelnen unserer Genossen sein muß. Die Kraft der Eisenbahner liegt eben in ihrer Einigkeit, in ihrer Organisation, und je größer, je stärker diese sein ivird, desto größer ivexden die Erfolge der Zukunft iverden. 8 8 8 8 1 1 8 Gehalt I 8 S 8 8 8 8 8 8 y dUNgs-kate- ■ orien V* Vergleichende Tabellen der Hehatts- und Huartisrgeldbezüge feit Einführung der ersten Automatik für dis k. k. priv. Südöahn. Nnterbeamte. Berwendungs- kategorie Regulierung — ——— ...... —-—1——>—1—■■■. > - Erreicht «ach Dienstjahre« ... * „c-l Sß sl 5-s j», E> § «> !ll «f8| 1 S sS fl lv SD "E St 1 2 3 4 6 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 29 an Gehalt und Ouartiergeld in Kronen in Kronen Werkmeister I. Kategorie in Werkstätten (früher Werkführer) ab l./VII. 1906 1440 660 1680 *660” 1920 "76*6“ 2200 *76*0 * 2160 760 * •2100 "SGÖ* 2640 86*»' 68400, 2"iööö1 5200 21*20" 1 244 ob 1./X. 1907 1400 060 " 1600 660 1800 *760" 2000 "766" 2400 660 2600 *860 * 2800 1000 3000 1000 73600. 26120 1 k. r. St. B. 1400 500 i6oo 600 - 1300 "600" 2000 700 2200 *700" 2400 800" 2600 odd" 2800 1000 3000 10CO 5200 100 5400 IOOO 78800 25490 5200 - *720 149 Werkmeister II. Kategorie in Heizhäusern u. elektrischen Zentralen (früher Werkführer) ab l./vn. 1906 1440 660 1680 660 1920 *700 " 1800 760 2160 *7*6*0* 2400 860" 64800' 2VÖ0Ö 1 2400 960 1 112 ab l./X. 1907 1400 660 1600 660 2000 760 •2200 760 •2400 "86»" 2600 860" 2800 1000 67200. 219G0 1 k. t St. 8. 1400 ’söo" 160Ö 600 1800 600 2000 700 2200 *'7Ö'Ö" 2400 800 2600 *800" 2800 1000 3000 'iööö' 749b0 21039 1 7700 40* 1 258 Werkmeister ü. Kategorie (früher tuten^iiSertfülLer bei denk. k.St. B.) ab l./VII. 1906 960 "»60 " 1080 '«60" 1200 600 1440 660 1680 66» 1920 *7*6»'* 2160 '760 * 2400 86*d" 55440| 2120*0*1 11761) 2700 617 ab l./X. 1907 1400 *660" 1600 660* 1800 76*6" 2000 * 760 * 2200 *7*6»" 2400 *860" 2600 *8*6»" 2800 1000 «72M 240GÖ 1 1. k. St. B. 1200 400" 1300 500 1400 *500* 1600 600 1800 600 äooo 7ÖÖ" 2200 *706"* 2400 800* 2600 *80*0" 2800 iooo 3000 load* 3 3100 iooo 67500 20869 "j 5900 — 2000 130 Maschinenmeister I. Kategorie (früher HeizhauSlerter, Lokomotivauffeher) ab l./VII. 1906 1200 500 1440 *660* 1680 C6Ö" 1920 "760" 2160 *7*60* 2400 *86»" 2640 06» 63360 *2*3100’ 10240 *30*2*0* 445 ab l./X. 1907 1400 c«o" 1600 66 V* 1800 *760" 2000 *7*60” 2200 *705" 2400 "SGÖ" •2600 *860” 2800 "iööö 3000 1(00 73600 29*120* i. r. St. 8. 1400 500 10Ö0 600 1800 600 2000 700 2200 *709 2400 m" 2ü0ö ÖOÖ“ 2800 ioöd* 3000 idbö 35oö 1000 3400 iooo *70800 25460 5200 — 720 149 Maschinenmeister II. Kategorie (früher Lokomotivauffeher und HeizhauSleiter) ab l./vn. 1900 1200 *560* 1440 660 1680 ”ccö* 1920 *760* 2160 *760* 2400 "m" 2640 *860* 63360 *23100'’ .. 640 980 54 ab l./X. 1907 1200 600*' 1400 66*0" 1660 860* 1800 TtJO* 2000 760 2200 76» 2400 860 2600 *800" 2800 "iööö" 64ÜOO *2*4080" t. k. St. 8. 1400 500 1600 8ÖÖ* 1800 600 2000 *7ÖÖ' 2200 *700 * 2400 806 2000 cöö' 2800 1000 3000 1000 3200 iööö 34bb iuoo 178800 25496 58320 *222*00" 14800 13200 537 Maschinenmeister U. Kategorie (früher HeizhauSaufseher) ab l./VII. 1906 1080 «00* 1200 V66Ö" 1440 "ÖGÖ" 1680 "ÖGÖ" 1920 *76»" 2160 7kÖ 2400 860 5680 188*0 252 ab l./X. 1907 1200 'Kg ö* 1400 "e"ö" 1600 660 1800 *760* 2000 76»'* 2200 76» 2400 860 " •2600 w 2800 'iöb'ö* 64000 *24080" k. f. St. 8. 1400 500 1600 60*0* 1800 "600* 2000 700 2200 700 2400 SCO 2600 "buo" 2800 *1*800 3000 1300 3200 i'OOij' ■ . -™ 3400 1000 7Ö800, 25400 :i48O0 13200 537 Lokomotivführer ab 1./VII. 1900 1200 *560" 1440 *660* 1680 "ggo* 1920 *7*60* •2160 *76*0 " •2400 860*' 57300! 221*00" 13540 *8340'j 18240 4*460* *| 563 757 ab l./X. 1907 1300 660 1400 660 1600 *660* 2000 7*60*: 1800 *760" 2000 *76»" 2200 *7*60" 2200 76»" 2400 SÖÖ” — 2400 81» 2600 86Ö* 2600 *8*60** 2800 "iööö" i 3000 IOOO — 709110 müö; 75000 äiiöö" au» dem Dienerftand1 = 1400 600 1600 660 1800 760 28Ö0 ’iöüb* 3000 1000 I. t. St. 8. 21400 500 1600 *6ÖÖ" 1800 *600* 2000 "700" 2200 *700* 2400 800 2600 "cöö* 28Ü0 1000 3000 *1880 3 3100 IOOO 74900; 25000 — 700 -1560 - 78 Zugsrevisore» ab l./vn. 1906 1200 660 ’ 1440 *'«*60*' 1680 *660" 1920 *700" 2160 "7*6»" 2409 8GÖ" 56360 2*210»' 6240 709 ! 198 ab l./X. 1907 1200 560 1400 660 1600 "öoö" 1800 *760" 2000 *760" 2-200 "76*»"" •2400 8*6»" 2600 "860* 3 2700 "8*6»" 61600! 22SOO k. k. St. 8. 1200 «00 1300 500 1400 5ÖÖ" 1600 600 1800 **6Öb" 2000 *700* 2200 *700" 2400 800 2600 800 2800 IM 30Ö0 iööö* 3 3100 iooo 67500 20800 5900 - 2000 130 Maschinisten ab 1./VH. 1906 1080 «60 ' 1200 *660** 1440 6*60 ’ 1680 *606" 1920 *76*0* 2160 76»" 50520; »öiool 9780 2400 406 ab l./X. 1907 1200 560 13Q0 *660 * 1400 660* 1600 *660" 1800 760 2000 *7*6*0" 2200 "76*0" 2400 Ä'o" 2600 860 “2700 *8*60" 60300 2*2*60» 1 au» dem Dienerftand1 1200 öoö" 1300 "660* 1400 OliÖ 1600 *660 * 1800 706" 2000 760 2200 76» * 2400 860* 2600 860 “2700 860 63200 2siöö1 12680 3000 523 k. k. St. 8. 1200 400 1300 500 1400 500 160b 600 1800 600 2000 "7ÖÖ* 2200 7 öd 2400 800 2600 800 2800 IÖÖÖ* äooo 1000 3 3100|67500 Iooo ll 20800* 4300 - 2300 109 _ StattonSlelter, Etationserpedicnten, Kanzlet erpedtenten, BahnerhaltungS-expedlenten ab l./Vn. 1906 960 "»60 * 1080 460 1200 660 1440 '66»" 1680 660 1920 *76*»" 2160 7*6»' *2400j4ö200 *860 1*8*»»»*' 3 2700:57 4 00 86» 11 iicöö 11200 »wo ' 477 ab l./X. 1907 1200 *5*60" 1300 500 1400 ggo 1600 "CGÖ" 1800 *760** 2000 760 2200 "im" 2400 *860* 2600 8(10 t. t. St. 8. 1200 400 13Ö0 500 l-too 500 1600 600 lÖOO 600 2000 700 2200 700 240Ö 800 2600 800 ääoö 1000 3bbo 'iööö* 3310C 'M 87500 120800 101Ö5 -1100 300 Telegraphen- und Bahnmeister. Zen-trauvelchenmeifter, BeleuihtungS-revttoren tiriiher ititlcudjlungäincifter, Danamo- und Echalt-tafelmeiflet) ab l./VII. 1906 1080 *460" 1200 560 1400 ’o'cö" 1680 "66Ö" 1920 "7ÖÖ" 2160 *76»" 2400 860 >52040 J 20*060’ 5860 253 ab l./X. 1907 1200 *660* 1300 660 1400 "ggo" 1600 *660" 1800 "7*60 * •2000 760 2200 *760" 2400 M* - 2600 860 2800 "iööö* 73000157900 iööö 1 27320** L k. Et. 8. 1400 fcoo 160Ö 600 1800 6ÖÖ" 2006 700 2200 *700" 2400 *800" 2600 800 2800 1000 äöbb *1000 ' V • *3100 Sboö" "■■"II7490Ö II2W 17000 2680 656 Werkmeister II. Kategorie (früher Wagenmetster, noch füiher Wagenaufseher Z) ab l./vn. 1906 1200 660 1440 060 1680 *66*6" 1920 *760" »2700 "86»'* 50400 67400 2*iööb" 7000 ii'öö 270 ab l./X. 1907 1200 "66*0" 1300 "b*60" 1400 "ÖGÖ" 1600 660 1800 76»" 2000 760 •2200 *76»" 2400 860 2600 "860** mit dem Jahre 1908 1400 600 1600 leb" 1 1800 *700" 2000 760 2200 *76*0" 2400 860 2600 860 2800 IÖÖÖ* »7200 1*24960" 16800 416Ö 699 k. !. St. 8. 1200 *40*0" iäoö 500 1400 500 1600 600 180Ö 600 2000 700 2200 700 2400 800 2600 800 2800 IM* äbod IM 3 3100 1000 20MÖ 72b0 -1700 180 Berschubmeister (früher Wagew-meister V), MagazinSmeister ab 1./VII. 1900 1080 «60* 1200 680 1440 "860" 1680 660 1920 “iw' 2160 *760" b0520 Mob" 7880 2400 10180 3000 343 489 ab l./X. 1907 1200 660* 1300 '*660 1400 600 1600 660 1800 *760” 2000 *76»*' 2200 760 24ÖC "bgö“ 2400 860 68400 225ÖÖ" bö7Ö0 L^sioo aus dem Dlenerftaad1 1200 66Ü" 1300 ■*66Ö‘ 1400 6ÖO* 1600 *6CO * 1800 *760" 2000 760 2200 *760* J" k. f. St. B. 1200 490 läoo 600 1400 500 l606 600 18Ö0 600 iöoo 700 baoa 700 2400 800 2600 W *2700 800 Siioo 20800 4400 -2300 70 Oberkonduktenre ab l./VII. 1906 1080 460 1200 600 1200 *660* 1200 600 1440 660 1680 600 1920 *76»** 2160 *78ö“ 50520 20iuo 5§100 21900 22900 6580 1800 9680 280» 25» 416 ab l./X. 1907 au» dem Dienerftand > 1300 660 1300 600 1400 "eso -— 1400 *6*60" 1600 060* 1800 '*760 * 1600 jscif —- 2000 760 1800 .ZS". 2200 *7*6»" 2000 760 2400 *860" 2200 760. 2400 .8®. k. f. St. 8. 1200 '"400" 130C *5ÖÖ" 14Ö0 500 160b "eöö" 1800 600 iooö 700 2200 700 2400 8M 2600 800 "2700 800 Bbiöo 20MÖ* 490(1 -21ÖÖ" 97 StationSmeister ab l./VII. 1900 1080 «60* 1200 600 1440 *6*60" 1680 "ccö* 1920 "760 * 2160 "7*60* 2400 860 52200 20600 833 ab l./X. 1907 1200 600 1300 *660* * 1400 "liiiö" 1600 660 18ÖÖ *7(5*0*’ — 1800 760 2ÖÖÖ *7*60" 2000 760 2200 *760* 24Ö0 860 2400 *86»' 26ÖÖ *860* 2600 860 >2700 *8ÖÖ* BÜ300 22600 8100 1900 au» dem Dienerftand» 11200 "600" 1300 *660* 1400 'ülio" 1600 'g'gö** 2200 “cd* S270C 860 63200 *231*00* 11000 " *26ÖÖ .60 t. t. St. 8. |1200 1*400 1360 600 1400! "üb" 1 1600 600 1800 600 2000 700 2500 700 2400 800 2600 800 äätib iööö 3000 im 3 310t im .fl?Sbo 1 20800* 4300 "-230Ö* 87 önmcrluitg: Die zu den Tabellen aebdrigen Erklärungen befinde» sich aus Seite 7. V Diener, die nach den jetzt geltenden Normen bei Erreichung einer bcstimmten Gehaltsklasse automatisch zu Unterbeamten ernannt werden. V - V' ' PerwendungS- kategorie Wagenanfseher als Dieners Wagenmeister als Unterbeamte (früher Wagenuntcrsucher) Wagcnaufseher (früh Wagcnuuter- siichcr als Diener, Wagcnmeistcr (fr. Wagenausseher Z) als Unterbeamte Stationsanfscher mit Prüfungen als Diener, Sta-lionsmcistcr als Unterbeamte Lokomotlvführcr- onlunrlcr (früher Aiofo-motisführerjubttitut und Sofomotiofirijcr) als Diener, Lokomotivführer als Untctbeamle Regulierung ab l./VII. 1900 ab l./X. 1907 k. k. St. B. Erreicht nach Dienstjahren 10 11 12 13 14 15 10 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 31 an Gehalt und Quartiergeld in Kronen C.S >öi2 J5 £) ® ® |ti<* fit Fronen- 900 960 1080 300 360 460 1000 1100 860 460 1000 1100 1200 350 400 460 Bcrschiivaufsehcr n. Mollazinsansfclicr als Diener, Verfch nb- (früfiet Waaenm. V) and Magazinsmeistcr als Umcrbeatnte lPlatzmeister bei der k. k. SI.-B.) Maschincnauf-schcr (früher Maschinenwärter) als Diener, Maschinisten als Unterbeamte Kondukteur?,ngS-fiihrcr als Diener, Obcrkondnktcnr als Unterbeamtc Tclcgrovhenaussehcr, ®eleurfihmi)6aui(ctiec (Sdjnlttafelroärier), (Stmainoicärtct), Bahn-oüfiefjer, Zentralweichen-ausseher K al-5 Diener, Tclcgraphcumcister, Beleiicilinttgsrevisll' reu (Schalnaselmelsär), (Dijnamomeifter), Bahn-meiftcv, Zciitral-wclchcnm.alsUnldeamie i17000 11120 2800 2800 ll! iöbo 3270(151600 860 ! 19800 2800 3 ioöö 41920 182(30 ab l./vn. 1906 151600 19800 54400 ab i./X. 1907 2800I3 1000 18600 7880 19100 ab l./VII. 1906 53400 2Ö4Ö6 I8Q io” ab l./X. 1907 67500 22CÖÖ 12001300 4ÖÖ*1*500 k. k. et. B. ♦1000 48200 19100 1603 ssai’io ab l./VII. 1900 12100 soi6:* I ab l./X. 1007 3000*|3 3100557 löoolt 1ÖÖQ — 2600 2440 - KiE3 k. r. El. B. (42960 1770*6 ab l./VII. 1906 47000 19900 ab l./X. 1907 9900 - 123» k. k. St. B 350 400 ab 1./VII. 1906 17700 1600 19900 77001 197*66 8640 2200 15i09 — 29*5 2700 5 ÄPÖO Z10P tiOÖQ ab l./X. 1907 k. k. St. B. 350 400 0335640 150*60: 47200! *0480 ab 1./VII. 1908 11560 342*6" ! 2000 **760" * ab l./X. 1907 9004000 350” * 350 f. I. St. B. ab l./VII. 1908 10020 3220 ab l./x. 1907 . i 14001600 5*6*0* isoö r. f. St. B. für vor 1906 Ern. Anmerkung: Die obere grössere Zahl gibt immer die Höhe deS GehalteS, die untere kleinere immer das Quartiergeld an. Die dritte, beziehungsweise dritte und vierte Kolonne mit k. k. StaatSbahn bezeichnet, zieht die bei den k. k. Staatsbahnen mit 1. Jänner 1909 in Kraft zu tretenden letzten Verbesserungen in der Automatik gegenüber ^n Si,dbahnverhältnis,ci, in Vergüich und in den Rubriken „Gesamtcrhöhung" und „Jahresdurchschnitt' erscheint das in 30 Dienstjahren nach den k. k. StaatSbahnverhaltmssen gegenüber lenen der Sudbahn an Gehalt und Quartiergeld Wenigerbezogcne mit — (Minus) bezeichnet. Zn den k. k. Staatsbahurubriken wurden hur Verhältnisse der vor inklusive 1. Jänner 1909 ernannten Unterbeamten in Vergleich gezogen. I Nach dieser Markierung erfolgt bei den Stationsaufsehern (wenn sie die vorgeschricbeucn Prüfungen vorher mit Erfolg abgelegt haben), Wagenaufsehern, L^motivsühreranlvürtern, Verschub- undMagazinsaufsehern, Telegraphen-, Bahn-, Zcntralweichcmneistern und Beleuchtungsrcvisoren automatisch, bei den Kondukteuren Z je nach dem Freiwerden von Oberkonduktcnrstellen, die Ernennung zu Unterbeamten. In der Rubrik der k. t. Staatsbahn wurde — weil bei den k. k. Staatsbahnen zufolge (der Normierung die Ernennung zu Unterbeamten nicht automatisch erfolgt — die Ernennung zu Unterbeamten unter denselben Voraussetzungen angenommen. , i Es wurde angenommen, daß die Lokomotivsührer z-vei Jahre in der Gehaltsstufe von 1200 Kr. als Diener verbleiben, womit sie sich das Anrecht aus Uebersprmgen der GehaltSklasse von 1300 Kr. erwerben. ' - ... .. .^ » Diese konnten früher gar nicht oder nur bei besonders günstiger Qualifikation Unterbeamte werden. Ftnhenriffeii die in die Vension einrecklonbäre Alterszulage von 100 Kr. gesehenen soird nach dem aUe^rWienftValjr/ unbbaä öeitijen"^’'ba^biefe ©e^altgftitfe eviVttad; dem 3titcn Dienstjahr erreicht wird. Diener. 5 an u “ ElO Erreicht nach Dienstjahren Berwcndungs-kategorie Regulierung in Kronen an Gehalt und Quartiergeld in Kronen 39120 *17600*1 43200! ab l./VH. 1906i..,t?.9 Statlonsaufseher (ohne Prüfungen) ab l./X. 1907 2700 —*31*00 1. k. St. B 36120 iöis'o 40400 17*1*00 44000 16700 ab l./VII. 1906 Wasserleitu,>gs ausseher, Pumpenwärter Oberheizcr (früher Vorheizer) «b l./X. 1907 3600 18ÖÖ *7ÖÖ'* 1.1. et. B. 36000 16900 4040 moo 415 15200 ab l./vn. 1900 Portiere ab l./X. 190? 9001000 350**1*350 1.1. et. B. 4680 16380' 8600 *16380 41500 ab l./VII. 1906 Kanzleidiener (früher Amtsdiener) auswärts ab l./X. 1007 k. k. St. B. 36120 16*1*00 10400 17*1*00 ab 1./VH. 1906 iooo *8(80 l'Ö'ii) 5BÖ.1G0Ö ab 1./X. 1907 1100 -1900 k. T. St. 350 350 Kanzleidiener (früher Amtsdiener) in Wien Nr. 23 »Der «rfrnvahire».* 6eiß7_ DerwendungS» kategone Regulierung Erreicht nach Dienstjahren -='e| |s| :i| s§«| 1 | © fl fS “ 1 s® »S * •f 68 L 8 4 6 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 26 26 27 29 30 an Gehalt in Kronen in Kronen Kondukteur- zugsführer a6 l./VII. 1906 720 300 840 360 960 'scö' 1080 "icö" 1200 *660" 31320 is8co 8580^ 808ö"’ 388 ab l./X. 1907 800 300 900 SCO 1000 "s60” 1100 *460" 1200 "m~ 1300 660 1400 "ceö" 1500 660 1600 cco 1700 "ceö" 39900 16940 k. 1. St. SB. säo 350 1000 350 1100 400 1200 400 1300 "Sbo" 1400 5ÖÖ" 1500 600 1600 600 1 . . 41700 W 41500 *15200* 1600 — 1740 — 4 Frachtenzugs- koudukleur ab l./VII. 1906 720 MO" 800 '»ff“ 840 860 960 “sbo" 1080 *4*60" 1200 oco 28800 12100 9800 4280 469 ab l./VII. 1908 900 '360" 1000 "scö" 1100 Tco" 1200 *6CÖ" 1300 560 1400 *660” 1500 *660" 1600 "cco' 1700 CÄ" 386001 16380 t. t. St. B. 900 350 1000 350 1100 400 1200 4ÖÖ 1300 "söö" 1400 50*Ö" 1500 600 1600 600 81700 *6ÖÖ" 41500 15280 3400. — 1180 74 Magazinsdiener ab l./VII. 1906 720 300 840 SCO 960 "scö" 1080 "4GÖ" 1200 ' 6GÖ'* 1440 *6Ä" 34680 *15380* .. 3920 1000" 164 ab l./TO. 1908 800 300" 900 "86b" 1000 "scö" 1100 *4CÖ" 1200 5CÖ" 1300 "üb" 1400 CCÖ* 1500 SCO* 1600 *660 1700 660 38600 16380 I. k. St. B. 900 350 100Ö 350 1100 400 1200 400 1300 500 1400 500 *1500 500 39600 138ÖÖ 1500 - 2580 - 36 Zentralwärter (k. k. St. B., Blocksignaldiener) ab l./VII. 1906 660 300 720 800 840 *860** 960 360 1080 *460* 1200 560 28380 "imö 10220 4160 479 ab l./VII. 1908 800 300 900 360 1000 ‘360“ 1100 "4CÖ" 1200 660 1300 *6Cd'" 1400 660 1500 “ccö" 1600 "C6Ö" 1700 cco" 16880 r. k. St. B. 900 350 1000 350 udo 490 1200 "iöö" 1300 500 1400 500 1500 600 1600 600 *1700 600 41500 15200 6000 -120 199 Weichenwächter, Blockwü^ter^ Zugmeldcwächter ab l./VII. 1906 660 300 720 söö" 840 860 960 "sco" 'MO Icö" 27066 10320 4340 2940 242 ab l./X. 1937 800 300 900 SCO 1000 SCO 1100 460 1200 660 31400 18260 ab l./VII. 1908 800 300 900 360 1000 SCO 1100 *460" 1200 *560" 1300 *660" 1400 CCÖ " 1500 "m" 377001 167-80 10640 6060 557 1. f. St. B. 900 350" 1000 "350" 1100 400 1200 400 1300 *506"" 1400 500 * 1500 500 39600 13630 1900 -2580 - 23 Torwächter, Tagwächter, Nachtwächter ad l./VII. 1906 660 300 720 "söö" 840 "SCO** >960 860 25320| 10200, 2630 180 92 ab l./X. 1907 750 300 800 300 900 300 1000 SCO 27950 10380 ab l./VII. 1908 800 300 900 SCO iao "scö" 1100 *460" 1200 SCO* 1300 *660* 1400 ccö" 1500 cco 377001 16380! 12380 6180 619 k. 1. St. B. 900 350 1000 350 1100 400 120Ö 400 1300 500 1400 500 31500 500 39600 13800 1 1900 - 2500 - 23 Lampisten (früher Lampisten ober Lampenwärter) ab l./VII. 1906 840 36Ö“ 960 SCO 1080 "■iöö" 1200 660 1440 'ccö" 36120 16100 1980 280 75 ab l./X. 1907 800 300 900 360 1000 "36Ö" 1100 *460* 1200 "scö" 1300 *560 " 1400 "66Ö" 1500 660 1600 660 38100 16860 f. r. Et. Ä. 900 350 1000 350 1100 400 1200 «ö" 1300 500 1400 "5Ö0" 21500 500 39800 13800 1500 1 -26S0 - 36 €*cnoTÖ" 900 "jcö" 1000 SCO 1100 460 1200 S6Ö " 1300 ’m’ö“ 1400 860*' 1500 "ccö" 1600 CCO 1700 "ceö" 38600 1638Ö k. t. et.«. 900 380" 1000 350' 1100 400 1200 400 1300 *500" 1400 600 1500 600 1600 600 “1700 600. 41500 15200 Verschieber ab l./VII. 1906 1500 -2580 - 36 ab l./X. 1907 800 "liÖO " 900 "SCO** 1000 "scö" 1100 400 1200 "söö* 1300 *560* 1400 CCÖ" 1500 "cco" 1600 *CÄ" 38100 16380 r r. St. «. 900 350 1000 350 1100 400 1200 400 1300 500 1400 500 *1500 600 39660 13800I Anmerkung: Mit der zweiten Automatik im Jahre 1907 wurden bei der Südbahn folgende Kategorien neu geschaffen: Kanzleigehilfen, Pumpenwärter, Stabilkesselheizer, Motorsührer, Lokomotivheizer, Oberverschieber, Verschieber, Oberbaupartieführer. Bei diesen Kategorien entfällt somit ein Vergleich mit früheren SüdbahnverhÄtniffen. Die obere größere Zahl gibt immer die Höhe des Gehalts, die untere kleinere das Quartiergeld an. Die dritte, beziehungsweise dritte und vierte Kolons mit k. k. Staatsbahn bezeichnet, zieht die bei den k. k. Staatsbahnen mit 1. Jänner 1909 in Kraft zu tretenden letzten Verbesserungen in der Automatik gegenüber den Südbahnverhältnissen in Vergleich und in den Rubriken „Gefamterliöhung" und .J„k,re8dnrchschnitt' erscheint das in 30 Dienstjahren nach den k. t. Staatsbahnverhältnissen gegenüber jenen der Südbahn an Gehalt und Ouartiergeld Weniger» »zogene mit — (Minus = weniger) bezeichnet. 1 Die in die Pension iad)t eiinecyenbare Dienstalterszulage von 120 Kr. inbegriffen. * Die in die Pension einrechenbare Dienstalterszulage von 100 Kr. mitgerechnet. Die vorhergehenden Erklärungen mutzten wegen technischer Schwierigkeiten hier untergcbracht werden, dieselben gehören in Wirklichkeit als Fußnote zu den Tabellen aus Seite 5 und 0. Staatsund in den _ . ___________________________________________________________ , ,__________ .... ,_____________ ,................................ Wenigerbezogene (minus — weniger) bezeichnet. Die Kategorie der Skontisten und Druckereiaufseher wurde wegen deren geringer Anzahl nicht in Vergleich gezogen. Die Kategorie der Wagenführer der elektrischen Bahnen entfällt, da hierfür eine neue Dienerkategorie geschaffen wurde. Jenen Unterbeamten einzelner Kategorien, die aus dem Dienerstande hervorgehen, wird bei der Südbahn für je drei in der Dienerkategorie zugebrachten Dienstjahre, je ein Jahr von den vorgeschriebenen Wartejahren gekürzt, was aber in vorliegender Tabelle nicht immer berücksichtigt werden konnte. 1 In der Rubrik „aus dem Dienerstande"' ist die Kürzung von je einem Wartejahre für je drei aus einem systemisierten Dienerposten zugebrachten Jahre mitberücksichtigt und zwar wird hierbei das gegenwärtig geltende Dienerschema zur Grundlage genommen. 8 Es wurde angenommen, daß die Lokomotivführer alö Diener zwei Jahre in der GahaltSstufe von 1200 Kr. verbleiben, womit sich das Anrecht aus Ueberspringen der Gehaltsklasse vo 1300 Kr. erwerben. Bei der k. k. Staatsbahn muß, um den Vergleich richtig zu gestalten, der Anfangsgehalt mit 1400 Kr. angenommen werden. 5 Inbegriffen die in die Pension einrechenbare Alterszulage von 100 Kronen. * Um einen richtigen Vergleich zu erhalten, muhte als AnfangSgehalt 1400 Kr. angenommen werden. St der k. k. Staatsbahnrubrik wurden nur Verhältnisse der schon vor 1. Jänner 1909 ernannten Unterbeamten in Vergleich gezogen. Wegen technischer Schwierigkeiten konnten nicht mehr Dienstjahre als vorgesehen, gegenübergestellt werden. Um aber doch immer daS Enbgehalt verzeichnet zu haben, wurden die nicht in die vorgesehenen sondern erst in späteren Dienstjahren erreichten Gehaltsstufen in fettgesetzte Felder gestellt und hierin bezeichnet wieder das besondere Zeichen * dich diese Gehalsklafse erst nach dem 33ten Dienstjahr, und das Zeichen t, daß diese Gehaltsklasse erst nach dem 30ten Diensstahre erreicht wird. mit Cörzcr Verhältnisse. Das Kronland Görz, eines der am wenigsten bekannten Länder in Oesterreich, war bis in die letzte Zeit politisch und wirtschaftlich ganz verwahrlost. Bekannt ist eie Phrase des gewesenen Ministerpräsidenten Kasimir Badeni, daß er das Kronland Görz im Jahre 1897 erst entdeckt hätte. Und sie mag teilweise zutreffend sein. Das Görzische hatte nur eine Eisenbahnlinie: Triest-Nabresina-Monfalcone-Görz-Cormons und Nabresina-Divaöa. Im Jahre 1894 wurde die Lokalbahn Monsalcone-Cervignano und im Jahre 1901 eine solche Görz-Haidenschaft erbaut. Beide Linien sind jedoch sekundären Charakters. Erst die Wocheinerbahn (im Jahre 190ti dem Verkehr übergeben) brachte in das Land eine wirkliche Hebung und Bewegung. Die Wocheinerbahn durchzieht das ganze Stroit-lano vom Norden, Station Podbrdo, durch das Wippach-tal bis OpLine, wo sie das Land verläßt und in das Gebiet der Stadt Triest übergeht. Die Älteste Eisenbahneroraanisation wurde im Johre 1894 in Nabresina gegründet und feierte im laufenden Jahre den 15 jährigen Bestand. Erst in letzterer Zeit wurden die Ortsgruppen (I) der Eisenbahner der Südbahn, der Eisenbahner der Stuatsbahn (II), des Fahrpersonals (Ortsgruppe III) in Görz und die Ortsgruppe in Divaott gegründet und die Zahlstellen in Cormons, Haidenschaft und St. Lucia abgezweigt. Das Land Görz zählt zirka 1200 Eisenbahner, somit für ein Land wie Görz, welches zirka 250.000 Einwohner zählt, einen ganz beträchtlichen Prozentsatz von berechtigten Wählern. Das Land Görz zerfällt nach den Nationalitäten in zwei Teile: in den fnaulifch-italienischen und in den slowenischen Landesteil, welche beinahe {präzise durch die Eisenbahnlinie Nabresina-Monfalcone-Görz-Cormons geo* graphisch abgegrenzt, beziehungsweise geschieden werden. Sowohl die friaulische als auch die slowenische Bevülke« rung besteht aus Kolonen und Kleinbauer», die politisch und wirtschaftlich ziemlich rückständig sind und somit unter klerikalen Einflüssen und Leitung stehen. Um so schwerer fallen demgemäß im politischen Leben die Stimmen der Eisenbabner ins Gewicht, da dieselben unter der Arbeiter- schaft und in der allgemeinen Kurie sozusagen den Stod bet intelligentesten Wähler bilden. Zum erstenmal wählten die Eisenbahner in der allgemeinen Kurie im Frühjahr 1908 bei den Landtagswahlen, doch war ihre Beteiligung geradezu minimal. Die sozialdemokratische Partei war bis vor kurzem nicht organisiert, andererseits ist eine beträchtliche Anzahl der Eisenbahner deutscher Nationalität, die glauben,, sich um die politischen Schicksale des Landes Gütz nicht viel kümmern zu müssen. Im Gürzer Landtag herrschen slowenische und Halte« nische Klerikale und Liberale, die sich gegenseitig die Wage halten. Infolgedessen kommt der Landtag nicht zur Arbeit und wurde derselbe neuerdings aufgelöst und find die Wahlen für die allgemeine Kurie aus den 26. September l. I. ausgeschrieben. Deshalb wendet sich die gefertigte Landesorgcmi« sation an die Oeffentlichkeit und insbefonders an die Eisenbahner deutscher Nationalität im Görzischen, um sie auf die Wichtigkeit der Lage aufmerksam zu machen. Italienischer- und slowenischerseits halten sich die Stimmen fo riemlich die Waae und wird die ilvialdeinokratische Sette 8 Partei berufen sein, entscheidend aufzutreten. Im Herbst 1908 wurde die politische Landesorganisation im Kron-land durchgeführt und wird die sozialdemokratische Partei bei den nächsten Wahlen organisiert und diszipliniert auf-treten können. Schon jetzt appelliert die Landesorganisation an die Genossen Eisenbahner deutscher Nationalität, daß dieselben bei oen bevorstehenden Wahlen ihre Solidarität mit den slowenischen und italienischen Genossen im Mahlgang bewähren und sich dazu rechtzeitig organisieren. Die Eisenbahner deutscher Nationalität werden somit aufgefordert, unverzüglich die Vertrauensmänner behufs Prüfung der Wählerlisten und Reklamationen zu ernennen. Das politische Exekutivkomitee der Landesorganisation steht denselben zur Verfügung und sind alle Zuschriften um Vermittlung an das Landessekretariat der sozialdemokratischen Partei: Josiv Petejan, Görz, Via Teatro No. 20/1, zu richten. Rcidiskonfcrenz der Fahrkartendrucker und Steindrucker. Am Sonntag den 25. Juli 1909 tagte in Wien im Favoritener Arbeiterheim eine Konferenz des Personals der Fahrkarten- und Steindruckereien der k. k. Staats-Lahnen, der k. k. Nordbahn, der Oe. N. W. B. und der St. E. G. Die Konferenz wurde auf mehrfaches Verlangen der organisierten Fahrkarten- und Steindrucker von der Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines für Oesterreich mit der Tagesordnung 1. Die Lage der Fahrkarten- und Steindrucker und die Wünsche und Forderungen derselben, 2. Organisation und 3. Eventuelles, einberufen. Delegierte waren erschienen von der k. k. Nordbahn, von den k. k. Staatsbahndirektionsbezirken Wien, Villach, Innsbruck und Krakau, von der Oe. N. W. B. und der St. E. G. Die Zentrale war durch Genossen Adolf MüIIer und das Sekretariat in Prag durch Genossen Brodecky vertreten. Zum Vorsitzenden der Konferenz wurde Genosse Popolorum und zum Schriftführer Genosse Toda (Wien) gewühlt. Zum ersten und zweiten Punkt der Tagesordnung wurden nach ausführlichen Referaten, die vom Genoffen Müller erstattet wurden, und einer eingehenden sachlichen Debatte, an welcher sich sämtliche Anwesenden beteiligten, folgende Beschlüsse gefaßt: Die versammelten Delegierten des Fahrkarten- und Steindruckerpersonals sind nach eingehenden Beratungen, mit Rücksicht auf die Tatsache, imfj die Lage dieses Personals noch einer weiteren Verbesserung dringend bedarf, zu folgendem Entschluß gelangt: In hervorzuhebenber Anerkennung der bisherigen Verbesserungen, welche den Fahrkarten- und Steindruckern bis nun durch die Tätigkeit des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines, vereint mit den:'übrigen Personal der österreichischen Eisenbahnen, zuteil wurden, ersuchen sie die Vertreter der Organisation, in analoger Weise wie bisher die Forderungen und Wünsche der Fahrkarten- und Steindrucker an maßgebender Stelle zu vertreten und einer entsprechenden Durchführung zn-s(ihren zu wollen. Nachstehende Forderungen erachten die versammelten Delegierten als besonders dringend und im Bereich der Möglichkeit einer baldigen Durchführung gelegen: 1. Die gelernten Drucker sind nach zwei in der Gehaltsstufe von 1100 51 r. zugebrachten Dienstjahren unter Vorweisung eines Lehrzengnisses zu Nnterbcamten zu ernennen und in das Unterbeamtenschema einzureihen. 2. Einführung der täglichen sechsstündigen Arbeitszeit analog dem Kanzleipersonal. Abschaffung der Ueberzeitarbeit sowie beS Sonn- und Feiertagsdienstes. Ueberstunden dürfen nur in bringenden Fällen gemacht werden und sind dieselben mit dem Betrag von 1 Kr. per Ueberstunde zu vergüten. 3. Die im Taglohn stehenden Bediensteten sind in die Normierung einzubeziehen und nach einjähriger Verwendung zu definitiven Dienern zu ernennen. Durch die Stabilisierung darf kein Arbeiter in seinem Einkommen gekürzt werden. Die Zentrale des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerk-schaftsvereineS wird ersucht, vorstehende Forderungen in ein Memorandum zufammenznsassen, welches eine Deputation, bestehend aus den Genossen Popolorum und Gärtner (k. k. Staatsbahnen) und To da (k. k. Nordbahn) im Laufe der nächsten Zeit dein Eisenbahnministerium zu unterbreiten und dort zu vertreten hat. Schließlich erachten es die versammelten Delegierten als ihre besondere Pflicht, durch eifrige Mitarbeit in der Organisation durch den Ausbau derselben unter den Fahrkarten- nnd Steindruckern sämtliche Bahnen Oesterreichs ihren berechtigten Forderungen den nötigen Nachdruck zu verleihen. Sie fordern alle, der Organisation noch nicht angehörenden Kollegen im Interesse jedes einzelnen auf, dem Allgemeinen Rechtsschutz-und Gewerkfchastsverein unverzüglich als Mitglieder beizutreten» da sie der Ueberzeugung sind, daß aus andere Weise eine weitere Verbesserung der Lage der Fahrkarten- und Steindrucker nicht zu erreichen ist. Deshalb erscheint es auch notwendig, entsprechend den diesbezüglichen Aktionen anderer Kategorien in analoger Weise das Vertrauensmännersystem in der eigenen Kategorie auszubauen und wird die Zentrale ersucht, die diesbezüglichen nötigen Schritte einzuleiteu. Nach Beantwortung einiger Anfragen zum dritten Punkt der Tagesordnung „Eventuelles" wurde die Konferenz nach mehrstündigen Beratungen vom Vorsitzenden mit dem Appell um rührige Mitarbeit und treues Ausharren in der Organisation geschlossen. Die Konferenz hat mit den gefaßten Beschlüssen dem Personal der Fahrkarten- und Steindruckereien den Weg geebnet, den dieses Personal gehen mutz, wenn es auch künftig analog dem übrigen Personal Verbesserungen erreichen will. An der Hilfe der Organisation wird es nicht sehlen, wenn die Fahrkarten- und Steindrucker aller Bahnen Oesterreichs diesen Weg einschlagen werden.______________________A. M. Inland. Vereinfachung des Geschäftsganges der Staats-eisenbahnverwaltnng. Wie das ,Eisenbahnblatt' mitteilt, hat gleichzeitig mit der hier schon besprochenen Kundmachung über die Vereinfachung des Geschäftsganges der Staatsersenbahnverwaltung oas Eisenbahnministerimn einen Erlaß an alle Bediensteten gerichtet, in dem hcrvor-gehoben wird, daß die nunmehr getroffenen' Maßnahmen nur einen e r st e n Schritt auf dem Wege der Sicherstellung einer den berechtigten Anforderungen der Oeffent-lichkeit entsprechenden einfachen und rafchen Geschäftsführung bedeuten. Weitere Reformen der Geschäfts-fützrung im allgemeinen und speziell jener bei den exekutiven Dienststellen müssen dem Zeitpunkte der Einsührung der Neuorganisation Vorbehalten bleiben. Das ..Der Gisenbahrrs».* Eisenbahnministerium lege besonders Gewicht darauf, daß bei diese «Reformen, soweit a l s r r g e n o t u u-l i ch, die Erfahrungen d e r O r g a n e des exekutiven Dienstes verwendet werden und daß zu diesem Zwecke den letzteren die Möglichkeit geboten werde, durch geeignete Anregungen zur Erreichung des an ge strebten Zieles mitzuwirken. Es wird demnach an sämtliche, zum Stande der Staatsbahndirektionen, der Nordbahndirektion, der Direktion für die Böhmische Nordbahn, der Betriebsleitung Czernowitz und der diesen untergeordneten Dienststellen gehörigen Bediensteten die Aufforderung gerichtet, binnen bestimmter Frist beim Eisenbahnministerium im Dienstwege, gegebenenfalls ans eigener Initiative Vorschläge und Anregungen in vorbezeichneter Richtung vorzubringen. Die Vorschläge sollen sich nicht auf eine anderweitige Regelung des Gesamtorganismus der österreichischen Staatsbahnen erstrecken, sondern sich auf die Gestaltung des exekutiven Dienstes in seinen einzelnen Zweigen sowie auf die Einrichtung und den Geschäftsgang der verschiedenen exekutiven Dienststellen beschränken. Es bleibt den Bediensteten überlassen, innerhalb vorstehender Grenzen nach Maßgabe ihrer praktischen Betätigung jede beliebige Anregung varzubringen, durch die eine Vereinfachung, Beschleunigung und Verbilligung der Geschäftsabwicklung, und zwar insbesondere durch Vermeidung von Doppelarbeiten und Verringerung des Schreibwerkes erzielt rverden könnte, weiter aber auch Verbesserungen und Vervollkommnungen der Betriebsdiensteinrichtungen oder die Neueinführung einzelner Maßnahmen vorzuschlagen, die nach Anschauung der Antragsteller geeignet sein könnten, Ersparnisse im Betriebe herbei-zuführen. Ausführliche Abhandlungen sind nicht erforder r (ich. Es genügt, wenn die Vorschläge kurz formuliert und begründet werden. Anträge, die sich zur Durchführung eigne», sollen in angemessener Weise auch durch Zuerkennung von Remunerationen anerkannt werden. Das Budget des Eiscnbahnministerinms. Im Finanzministerium finden gegenwärtig eingehende Beratungen über das Budget des Eisenbahnministeriums statt. Von allen staatlichen Betrieben ist das Netz der Staats-Lahnen das umfassendste, und das Budget des Eisenbahnministeriums schwillt Heuer ganz besonders an, weil zum erstenmal die Rechnungen der verstaatlichten Bahnen, Staatsbahn, Nordwestbahn und Südnorddeutsche Verbindungsbahn, in dasselbe vollständig einbezogen werden. Das Bestreben der Finanzverwaltung geht dahin, die vorhandenen Ansprüche der einzelnen Ressorts und in erster Linie auch des Eisenbahnministeriums wesentlich zurückzuschrauben, während andererseits die staatliche Eisenbahn-Verwaltung mit Recht die Bereitstellung hinreichender Mittel zur Ausgestaltung der staatlichen Eisenbahnbetriebe begehrt. In den letzten Jahren wurde immer der Ausweg gewählt, daß die 'Anschaffungen von Waggons und Maschinen nicht aus dem regulären Budget, sondern aus dem Ueberschuß der vorangegangenen Periode gedeckt wurden. Ob dieser Weg diesmal gangbar ist, bleibt die Frage. 5Det, Rechnungsabschluß des Jahres 1908 ist noch nicht fertig-gestellt, und es läßt sich noch nicht übersehen, wie derselbe abschließen wird. In informierten Kreisen glaubt man zwar, daß auch der Rechnungsabschluß des Jahres 1908 einen Ueberschuß ergeben wird, doch dürfte derselbe keineswegs so groß sein, um aus ihm die notwendigen Anschaffungen von Fahrbetriebsmitteln vollständig decken zu können. Es steht tut gegenwärtigen Augenblick noch nicht fest, wie weit die Ansprüche der Eisenbahnverwaltung befriedigt werden und welcher Weg zu ihrer Bedeckung gewählt werden soll. Familie Kroy im Dienste der Tschechen. In der Teplitzer „Freiheit" lesen wir: Bekanntlich ist der deutschradikale Abgeordnete Otto Kroy einer der fanatischsten Schimpfer nttf die Tschechen. Der Bruder des Herrn Otto Kroy ist Baumeister Karl Kroy in Aussig, ebenfalls ein eifriger Anhänger der deutschradikalen Partei. Doch das hindert den Mann nicht im geringsten, mit den Tschechen Geschäfte zu machen, und zwar solcher Art, daß sie im Sinne des nationalen Chauvinismus zum verwerft I i ch st e n Volksverrat gezählt werden müßten. In Nr. 86 der „Elbe-Zeitung" schreibt im Sprechsaal die „Deutsche Elbewacht": Tschechisiernng deutscher Gegend! Unlängst berichteten die „Narodni Listy", daß es dem Tschechisierungsverein Nordbvhmens gelungen sei, drei Realitäten um den Gesamtpreis von 101.000 Kr. aus deutschen Händen zu erwerben. Dadurch wurden drei große tschechische Minoritäten ans heißumstrittenem Boden" sichergestellt. Anschließend an diese Notiz können wir heute nach einer uns von glaubwürdiger Seite gewordenen Mitteilung berichten, daß in Schreckenstein gegenwärtig zwei Häuser gebaut werden, und zwar für Tschechen, denen ein Deutschnationaler den Baugrund verkaufte. (Im Tschechischen würde ein solcher Vorgang einfach unmöglich sein!) Dieser Deutsch nationale ist der Baumeister Karl Kroy, Bruder des deutsch radikalen Reichst a t8-abgeordneten Otto Kroy. Wenn Genannter Häuser im Aufträge von Tschechen baut, so krönte er das schließlich vom Existenzstandpunkte aus rechtfertigen; aber streng m u ß g e« rügt werden, wenn Grund und Boden zu tschechischen Ansiedelungen verkauft werden. Eigentümlich berührt es, daß der Schreckensteiner O r t s r a t sich in diesem Falle in Schweigen hüllt. Wenn es sich auch hier s o-gar um ein sonst eifriges Mitglied handelt, wenn eS gilt nationale Lauheit zu geißeln, darf es doch bei Tiefer Hängung derartigen undeutschen Vorgehens keine Ausnahme geben. Herr Kroy wird vielleicht mit Berufung auf die deutschen Namen dieser Tschechen Brunner und Schmiedet in Abrede stellen, daß es sich um solche handelt; das muß aber jeder hören, der mit den Genannten spricht, denn sie radebrechen die deutsche Sprache gewaltig und ihre Frauen verstehen überhaupt sast nicht deutsch. Vom deutschen Arbeiter verlangt man stets nationale Opferwilligkeit, uni so mehr kann man die Hochhaltung der ersten völkischen Schrift: „die Erhaltung deutschen Besitzstandes vom deutschgesinnten Besitzer deutscher Scholle" verlangen. Wozu nur noch zu bemerken wäre, daß man dem Herrn Abgeordneten K r o y, wenn er wieder irgendwo den Mund ausmacht, um seine Prasen vorzutragen, diese „Taten" wird Vorhalten und zeigen müssen, daß der deutschradikale und nationale Radikalismus eitler Schwindel ist. Der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie findet heuer vom 19. bis 24. September in Reiche n-b e x g, der Wiege der sudetenlündischen Arbeiterbewegung, statt. Auf der von der Parteivertretung veröffentlichten vorläufigen Tagesordnung stehen die Berichte der Parteileitung (Parteisekretär Abgeordneter S k a r e t), des Kassiers Är 26 Abgeordneter Dr. Ellenbogen, dann Referate übet die Organisation (Abgeordneter Star et und Abgeordneter Seliger (Teplitz), über die indirekten Steuern, und die Teuerung (Abgeordneter Dr. Renner), über auswärtige Politik und Rüstungen (Abge-' ordnetet Dr. Viktor Adle r), über die Parteipresse (Chefredakteur Austerlitz und Administrator Emmerling-von der „Arbeiter-Zeitung") und Über die bekanntlich nicht vom Fleck kommende Sozialversicherung (Abgeordneter E l d e r f ch, Sekretär der Reichskommission der Krankenkassen und Genossin Adelheid Popp). Unter den Berichten sind noch die über die parlamentarische Tätigkeit! zu vermerken. Ueber den Reichsrat berichtet Abgeordneter' Seitz, über die Tätigkeit in den Landtagen Abgeordneter R e s e l (Graz) und über die kommunale Abge^ ordnetet Win arsky. An den Parteitag schließt sich die erste Reichskonserenz deutscher sozialdemokratischer Gemeindevertreter an, die von der Fraktion des Wiener Gemeinderates einberufen ist. Elektrischer Betrieb auf den österreichischen Staatsbahne». Seit einiger Zeit prüft im Eisenbahnministerium eine besondere Kommission die Frage, wie die gewaltigen Wasserkräfte der Alpen zum Betrieb der Bahnlinien ausgenützt werden können. Für jene Strecken, die wegen starker Steigungen, Vorhandenseins von Tunnels. (Rauchplage!) und der Nähe von Wasserkräften für die Elektrisierung technisch und wirtschaftlich am geeignetsten erscheinen, werden schon die Detailentwürfe angefertigt, foj für die Arlberg-, Karawanken- und Wocheiner-, Tauern-nnd Salzkammergutbahn und verschiedene Anfchlußstrecken. Insgesamt ist der elektrische Betrieb für 4000 Kilometer in Aussicht genommen. Die Erhöhung der Tarife im Staatseisenbahnrat. Im Staatseisenbahnrate wurde eine der wichtigsten Fragen, die Erhöhung der Personen- und Gütertarife nach einer Reihe von Abändernngsanträgen des Spezialausschusses durchgearbeitet. Die Regierung gab die Erklärung ab, daß Erleichterungen gegenüber den ursprünglichen Borschlägen in Aussicht gestellt werden und stimmt dem Begehren des Ausschusses, daß die neuen Tarife erst am 1. Jänner 1910 irr Kraft treten, zu. Wir bringen im nachstehenden einen kurzen Auszug, über die Reformen der Personentarife und werden in einer der nächsten Nummern diesen Gegenstand ausführlich behandeln. Die Reform der Personentarife. Der eingesetzte Spezialausschuß hat ein eingehendes Gutachten über die Erhöhung der Personentarife erstattet. Auf Grund dieses Gutachtens hat die Staatseisenbahnverwaltnng ihre ursprünglichen Anträge modifiziert. Es stellen sich die neuen ©in* '"tze, einschließlich Fahrkartensteuer, wie folgt: v Personciizug UI. Klaffe II. Klasse I. Stusse Heller 1 bis 400 Kilometer ... 3ö 55 9 401 „ 600 „ ... 3 5 8 5 über 600 „ ... 2 5 4 5 8 Der Schnellzugszuschlag beträgt in der III. «lasse II. Masse I. Klaff« Helle« 112 176 2'88 Angesichts der unleugbaren Vorzüge, die diese Vorschläge vom Standpunkt einer richtigeren Verteilung des Klassenverhältnisses besitzen, und mit Rücksicht aus die durch die kilometrische Berechnung im wichtigen Nahverkehr eintretenden Erleichterungen hat das Eisenbahnministerium dieselben als Basis für de» neuen Personentarif akzeptiert. Hierbei ist jedoch den schon im Ausschuß geäußerten Bedenken, die sich gegen die allzu empfindliche Verteuerung des Fahrpreises speziell in der III. Klasse auf große Distanzen richteten, durch eine scharfe Herabsetzung der Staffelung Rechnung getragen worden. Dieser Abfall soll in der Weife erfolgen, daß der Einheitssatz in der III. Klasse Personenzug schon bei 600 Kilometer um weitere 0 5 H., also auf 2 H. herabgesetzt wird, wodurch noch ungleich wirksamere Erleichterungen für die größeren Distanzen eintreten, als dies bei der ursprünglich ge-, planten Einschiebung eines weiteren Staffels bei 800 Kilometer der Fall gewesen wäre. i In analoger Weise werden auch die Grundlagen dcr zweiten und ersten Klasse aus 4 H., beziehungsweise 7 5 H. herabgesetzt. Hiernach werden sich die Einheitssätze beziffern, wie folgt: SBctsonetmig HI. Klaffe II. Klasse I. Klaffe Heller 1 bis 400 Kilometer 3 5 5 5 9 401 , 600 , 3 5 8 5 über 600 , 2 4 7'5 Ferner hat die Regierung den folgenden Anträgen des Spezialausschusses zugestimmt: die neuen Tarifgrundlagen bei allen Staatsbahnen, wozu die jüngst verstaatlichten gehören, gleichzeitig durchzusühren; die Tarifbegünstigungen für einzelne Lokalzüge auf den letztverstaatlichten Bahnen auszuheben; die Konkurrenztarife zwischen den bisherigen Staatsbahnstrecken und den jüngst verstaatlichten Bahnen zu beseitigen ; den alten Wettbewerb der Zugsverbindungen zwischen den bisherigen Staatsbahnstrecken und den jüngst verstaatlichten Bahnen, also namentlich der Böhmischen Nordbahn, der StaatSeisenbahugesellschaft, der Oesterreichischen Nordwestbahn und der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn zu beseitigen; die Fahrbetriebsmittel in genügender Zahl und moderner Ausstattung beizustellen; den Zngs-verkehr nach Maßgabe des Oberbaues uns der verfügbaren Maschinen zu beschleunigen; die Fahrpreisbegünstigungen nicht mehr anSzudehnen, sondern nach Möglichkeit einzuschränken. Ruslsnd. Zustände in der Eisenbahnverwaltung in Sizilien. Das Eisenbahnpersonal der Strecke Palermo-Cor-leone-S. Paolo hat eine Protestversammlung abgehalten, in der eine Resolution gegen die übermäßige Verspätung tn der Auszahlung der Gehälter seitens der Verwaltung angenommen wurde. Das Personal beschloß, künftighin jedesmal die Arbeit niederzulegen, wenn die Gehälter nicht am reglementarisch festgesetzten Tage ausgezahlt werden. Dienst« und Ruhezeit der Eisenbahner in Deutschland. Ueber die planmäßige Dienst- und Ruhezeit der Eisenbahnbetriebsbeamten find zwischen den beteiligten Bundesregierungen neue Bestimmungen vereinbart worden. Es heißt iii den Bestimmungen, daß die Dauer der täglichen Dienstschicht des Bahnbewachungspersonal« 14 Stunden nicht überschreiten soll. Nur bet einfachen Betriebsverhältnissen, wie auf Nebenbahnen, kann die Schicht auf 16 Stunden ausgedehnt werden. D«3 Gtationspersonal foll bei anstrengendem Dienst nicht längere Schichten als acht Stunden, einzelne Schichten nicht länger als zehn Stunden machen. Sonst kann bis zu 12 und 14 Stmideni I ' .... gegangen werden. Beim Zugbegleitungspersonal soll die tägliche Schicht nicht mehr als 11, die einzelne nicht über 16 Stunden betragen. Beim Lokomotivpcrsonal 10, II und 16 Stunden. Jeder Betriebsbeamte soll monatlich mindestens zwei Ruhetage erhalten. Auf Nebenbahnen genügt ein Ruhetag im Monat. Im Nachtdienst darf kein Beamter mehr als sieben Nächte Hinteremander beschäftigt werden. Der Verband süddeutscher Eisenbahner hat laut Bericht an die Hauptversammlung — Karlsruhe, 24. Juni — nennenswerte Fortschritte an Mitgliederzal uud sozialer Aufklärungsarbeit gemacht. Seine allzueifrige Agitation wurde sogar von einzelnen Vertretern beanstandet, von der Verbandsleitung jedoch durch Hinweise darauf, daß in manchen Eisenbahnerkreisen noch „zuviel militärischer Geist stecke", verteidigt. Der Anschluß des Verbandes an die Äeneralkommission ist wieder von mehreren größeren Vereinen abgelehnt morden. Im württembergischen ,und im bayerischen Landtag hat der Verband zugunsten der Eisenbahner zu wirken verstanden. 152.000 Mk. Einnahmen standen 85.000 Mk. Ausgaben gegenüber. Angesichts des Vermögensbestandes von 129.000 Mk. beschließt man ohne Beitragserhöhung Herabsetzung der Wartefrist .für Erweros-losenunterstützung von 13 auf 10 Wochen. Die Hinterbliebenenunterstützung wird um zwei Klassen mit 55 und 60 Mk. erweitert. Kranke Mitglieder können von der vierten Woche an vom Beitrag befreit werden. Die Gehälter der Ortsbeamten werden auf 2200 bis 2600 Mk., der Gauleiter auf 2400 bis 3000 Mk., des Redakteurs auf 3000 bis 3600 Mk. bei 14 Tagen Urlaub im Jahre festgesetzt, die Gauleiter im Nebenamt erhalten 300 Mk. Vergütung. Der Name des Verbandes soll fortan sein: Verband des süddeutschen Eisenbahn- und Postpersonals. Selbsttätige Wageukuppelung und Betriebsunfälle auf den nordamerikanischen Eisenbahnen. Die seit dem Jahre 1893 in den Vereinigten Staaten zwangsweise eingeführte selbsttätige Kuppelung der Eisenbahnwagen hat nach dem letzten Bericht des Commissioner of Kailroads die beim Aus- und Einkuppeln entstehenden Unfälle beträchtlich vermindert. Während im Jahre 1893 von 1,130.734 Wagen 322.238 (20 Prozent) mit selbsttätigen Kuppelungen ausgerüstet waren und beim Kuppeln 433 Bedienstete getötet und 11.277 verletzt wurden, waren im, Jahre 1907 von 2,010.584 Wagen 1,989.796 mit selbsttätigen Kuppelungen ausgestattet und nur 302 Tötungen und 3948 Verletzungen vorgekommen, was einen Rückgang der Unfälle um 64 Prozent bedeutet. Hätten sich die Unfallszahlen nach dem Verhältnis des Jahres 1893 vermehrt, so müßten sie in den folgenden 14 Jahren auf insgesamt 250.000 angewachfen Jein. Trotzdem die Zahl der Beamten um 116.000 nnd die Anzahl der Fahrzeuge um 50 Prozent zugenommen hat, ist durch die vermehrte Einführung der selbsttätigen Kuppelung ein Minderverlust von 96.000 Toten oder Verletzten erzielt worden. Daß die Gewerkschaften die vorteilhafteste» Sparkassen für die Arbeiterschaft sind, dafür bieten nachstehende Zusammenstellungen den besten Beweis. Der durchschnittliche Wochen-beitrag der deutschen Gewerkschaften betrug in den Jahren 1905 bis 1907 der Reihenfolge nach 40, 47 und 53 Pf. Die gewerkschaftlichen Erfolge stellen sich in denselben drei Jahren dagegen ivie folgt: An Arbeitszeitverkürzung wurden im Jahre 1905 für 186.363 Arbeiter per Woche 696.259 Stunden, im Jahre 1906 für 339.469 Arbeiter per Woche 1,248.119 Stunden und im Jahre 1907 für 249.911 Arbeiter per Woche 912.660 Stunden erreicht. Auf die einzelne Person berechnet, ergibt dieS eine Verkürzung per Woche int Jahre 1905 um 3 Stunden 44 Minuten, 1906 um 3 Stunden 41 Minuten und stir 1907 um 3 Stunden 39 Minuten. Gleichzeitig ergibt eine Berechnung der im gleichen Zeitraum erreichten Lohnerhöhungen im Jal,re 1905 für 427.187 Personen per Woche 885.311 Mk., 1906 für 691.703 per Woche 1,290.736 Mk. und im Jahre 1907 für 513.213 Arbeiter für die Woche 992.695 Mk. Auf die einzelne Person berechnet, ergibt dies eine Lohnerhöhung per Woche im Jahre 1905 um Mk. 2‘07, 1906 um Mk. 189 und 1907 um Mk. 193. Es darf bei Bewertung dieser Uebersicht aber allerdings nicht außer acht gelassen werden, daß die Durchschnittssätze der Lohnerhöhung jedenfalls in allen jenen Arbeiterkategorien überschritten wurden, wo auch ein höherer Gewerkschafts-' beitrag eine wirtschaftlich stärkere Macht der Organisation repräsentierte. Nus dem Gerichkssaal. Ein komischer Demokrat. Nach einer kürzlich stattgehabten Generalversammlung der Südbahn erschien in der „Oester-' reichischen Eisenbahnbeamten-Zeitung" eine Glosse über den Antrag des Aktionärs Lurian Brunner, die Sanierung der Südbahn in der Weise zu bewirken, das; die bisherigen Gehalte für neueintretende Beamte von 1600 Kr. auf den früher bestandenen Betrag herabgesetzt werden. In der Notiz wurde der sonderbare Demokrat Brunner wegen dieser Haltung gegen die Beamten glossiert und ihm Verrat seiner stets zur Schau getragenen Prinzipien llorgeivorsen. Herr Brunner, eine der unsympathischesten Gestalten, die sich dann und wann ,n sehr aufdringlicher Weise im öffentlichen Leben Wiens bemerkbar machen, fühlte sich durch diese Bemerkung „beleidigt". Bei der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Josefstadt stellte der Verteidiger unter Beweis, daß B r u n n e r stets als Demokrat austrat und als solcher kandidierte sowie daß er bei den März-feiern der Bürgerlichen immer voran war u. s. w. Andererseits aber habe dieser merkwürdige Demokrat (er wollte sich vor etlichen Jahren auch der Sozialdemokratie anbiedern, wurde aber deutlich abgewiesen) in der betreffenden Generalversammlung zum Hohn des demokratischen Prinzips tatsächlich eine Verkürzung der Beamtengehalte beantragt. Der Klagevertreter erklärte, dies zuzngeben, eine Beweisführung sei daher überflüssig. Der Verteidiger deö angeklagten Redakteurs saud, der Wahrheitsbeweis sei bereits erbracht, denn es stehe sest, daß Klager den Demokratismus im Stiche lasse, wenn er seine eigenen Interessen vertrete. Weil aber >n der gegen Herrn Brunner gerichteten Glosse auch noch andere Angelegenheiten besprochen wurden, für die aber kein Beweis erbracht werden konnte, wurde der verantwortliche Redakteur der „Eisenbahnbeainten-Zeitung" zu einer geringfügigen Geldstrafe verurteilt. Jedenfalls wurde aber durch die Gerichtsverhandlung bewiesen, daß der Freiheits- und Gleich-heitsdeinokrat Lucian Brunner sofort für die Ungleichheit opfert, wenn es Bezahlung geleisteter Arbeit gilt.... Ein komischer Volksfreund I • Mährisch-Schönberg. Am 29. Juli d. I. fand beim hiesigen Bezirksgerichte die Verhandlung gegen den Bahn-arbeiter Joses Neutzner statt. Derselbe beschuldigte die Funk-t»onäre der hiesigen Ortsgruppe unlauterer Manipulationen mit dem Vcreinsve:mögen und wurde deshalb geklagt.^Bei der Verhandlung, wo er seine Anschuldigungen beweisen sollte, kam es infolge seiner verworrenen Redensarten zu Heiterkeilsszenen. Man scheint die Beschränktheit dieses Neutzner benützt zu haben, um von gegnerischer Seite der Organisation eins am Zeug zu flicken. Auf die wiederholten Vorstellungen des Verhandlungsrichters, den Angeklagten als armen Arbeitskollegen in seiner Existenz nicht zu schaden, sahen die Kläger vou einer Bestrafung des Angeklagten ab und waren mit folgender Erklärung einverstanden. Erklärung. „Joses N e u tz n e r, Eisenbahnarbeiter in Mährisch-Schön-berg, bedauert durch unrichtige Informationen die Funktionäre des allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafisverein, Ortsgruppe Mährisch-Schönberg, eines selbstsüchtigen Gebarens beschuldigt zu haben und erklärt, daß ihm hiesür keine Beweise zur'Verfügung standen und dankt, daß die Kläger aus Grund dieser Erklärung die Klage zurückzieheu." Nun sollten wir aber gar zu bald einsehen, daß der Angeklagte unsere allzu große Rücksicht mißbrauchte, da er sich nach der Verhandlung mit höhnischen Bemerkungen brüstete, daß ihm nichts geschehen konnte. Wir geben ihm aber den Rat, seine Zunge künftighin besser im Zaume zu halten, zda wir ein zmeitesmal jede Rücksicht beiseite lassen werden. Streiflichter. Eisenbahn Wieu-Aspang nnd Lchneebergbahn. Die W o h n u n g s v e r h ä l t n i s s e der Bediensteten dieser beiden Bahnen sind derart schlechte, daß wir »ns gezwungen sehen, die leitenden Organe auf diese Misere aufmerksam zn machen. So ist im Badeort F i s ch a n absolut keine menschenwürdige Wohnung zu bekommen, da durch den von Jahr zu Jahr steigenden Andrang von Badegästen sowie durch die Ausbreitung und Vermehrung des Betriebes der k. k. Munitionsfabrik und Feuer-werksanstalt alle Wohnungen vergeben sind. Infolgedessen sind die Eisenbahnbediensteten gezwungen, nach Brunn am Steiuseld zu ziehen. Doch jauch dort sind keine entsprechenden Unterkünfte zu finden; so wohnen dort gleich zwei Eiseubahnerfamilien in einer Wohnung» eine andere Familie bewohnt nur eine Waschküche. Selbstverständlich widerspricht dies allen hygienischen Anforderungen. Die gleich schlechten Wohnungsverhältnisse finden wir auch in dem Luft- und Höhenkurort Puchberg am Schneeberg. Dort ist es schon vorgekommen, daß Eisenbahner überhaupt keine Unterkunft gefunden haben, trotz der Hilfe des betreffenden Abteilungsvorstandes Die wenigen Wohnungen, die eventuell frei wären, sind wahre Tropfsteinhöhlen, wo das Wasser sowohl von der Decke als auch von den Wänden reichlich herunterrinnt. Diese Wohnungen stehen auch noch gegenwärtig leer und werden niemals mehr als Unterkunstsraum für Menschen verwendet werden, da sich doch kein Bediensteter mit seiner Familie mit Gewalt eine Krankheit zuziehen will. Gebaut wird in diesen Orten im Verhältnis wenig und wer baut, vermietet seine Wohnungen an Sommerfrischler und dergleichen. Die Verwaltungen der A s p a n g - u n d S ch n e e b e r g-b a h n schauen diesem WohnnngSelend ruhig zu, ohne irgendwelche Abhilfe zu treffen. Hier wäre es angezeigt, ja sogar vorteilhaft, wenn in den genannten Orten durch die Bahnverwaltung entsprechende Wohnungshäuser gebaut würden. Ein Schwerenöter. Vergnügt schmunzelnd geht in den Couloirs des Abgeordnetenhauses der Herr Eisenbahnminister aus und ab und man sieht ihm an, daß sehr angenehme Gedanken ihn beschäftigen; ein leises Lächeln umspielt seine Lippen und der Gesichtsausdruck zeigt freudige Selbzufriedenheit. Wie denn auch nicht; hat er doch vor einigen wenigen Minuten seine Rede im Saale beendet uud den „sozialdemokratischen Lappschwänzen" wieder einmal ein T für ein U vorgcmacht. Auf einmal bleibt er wie angewurzelt stehen, seinen Blick an das Ende des Couloirs geheftet, das Gesicht verfinstert, die Stirne in Sorgenfalten gelegt und ein Zittern geht ihm durch die Glieder. Was mag da nur geschehen sein? Was hat den Plötzlichen Umschwung in der soeben noch so fröhlichen Stimmung hervorgebracht? Ein Blick an das Ende des Couloirs klärt die Frage auf; den Saal verlassend, schreitet eine Gestalt gerade aus den Minister zu. Die Gestalt selbst ist durchaus nicht importierend oder furchterweckend; was aber imponiert, ist der hoheitsvvlle Blick des Mannes, der interessante Kopf mit hoher, einen „tiefen Denker" verratenden Stirne, mit dem Blick eines Olympiers, eines Heros; das Furchtbare an dem Manne ist •* feine tiesfchwarze, auf Künstlerart gebnndene^Krawatte, wie selbe auch von den Anarchisten getragen wird und seine unverwüst-baren Sprechorgane; wenn dieser Mann spricht, wenn die Schleusen seiner Beredsamkeit sich öffnen, dann ist jeder, der ihn zu hören bemüßigt ist, zu bedauern. Dieser Mann, der so einen furchtbaren Stimmungswechsel beim Herrn Minister verursacht, ist Herr B u k i v a l, ReichSratsabgeordneter, Zentralsekretär, pensionierter Eisenbahunter, Bruder re., rc. Er ist der Messias der Eisenbahner, Er hat die Eisenbahner aus der Wüste der Knechtschaft in das gelobte Land, in welchem Milch und Honig fließt. Er, der alles gemacht hat, was aus den Eisenbahnen Oesterreichs gemacht worden ist und gemacht werden wird. Er, nein, das waren seine Brüder Vorgänger, die die „Zemski Jednota“ mit dem der aufgelösten Organisation gehörigen (Seide, welches sie liebevoll in Verwaltung nahmen, gegründet haben — aber Er war es, der alle Institutionen der dreimal verfluchten sozialdemokratischen Organisation — von den Arbeitskongressen angefangen, bis zu den Ausweisen der Administration, in seinem „Fach"blatt nachahmte; E r war es, welcher nicht nur diverse Forderungen enthaltende Memoranden, sondern auch den Gesetzentwurf abschrieb und sich ein fremdes geistiges Eigentum nutzbar machte; E r war es schließlich, der alle Forderungen, die die Sozialdemokraten für die Eisenbahnbediensteten ausgestellt haben, dadurch übertrumpfte, daß er dieselben bedeutend höher hinaufschraubte, um schließlich bas zu nehmen, was diese verräterischen Sozialdemokraten in fortgesetzten Verhandlungen erwirkten; Er war es, der der erstaunten Eisenbahnerwelt den Verrat der gekauften sozialdemokratischen Führer ausdeckte; E r war eS, der schließlich in seinem „Fach^blatte erklärte, daß die von den Sozialdemokraten erwirkten Zugeständnisse E r mit feiner mächtigen Organisation errungen. E r war zwar bei keinen Verhandlungen, niemand hat Ihn geladen, Er ist selbst gekommen, um in biblischer Bescheidenheit nach den Worten Christi: „Wex klopft, dem wird ausgemacht" nachzusragen, was die Sozialdemokraten erreicht haben; aber Er ist doch Retter der Eisenbahner, der tschechischen, deutschen, polnischen und slowenischen, alleö hat er „gerettet“. Und das macht ihn so fürchterlich, darum beugt sich der Eisenbahnminister so tief vor dieser hehren Gestalt, — die freilich mit ihrem bereits im Abrunden begriffenen Bäuchleiu beinahe an „die von blutigen Eisenbahnerkceuzern sich mästenden sozialdemokratischen Führer" erinnert — und flüstert dem Erhabenen devot und furchtsam zu: „Sie Herr Abgeordneter, Sie sind sehr gefährlich mit Ihrem MaterialI" Bei jeder Gelegenheit hält der Eisenbahnminister — trotz seiner Furcht — den „Schrecklichen" auf, um ihm diese Worte zu wiederholen und ihn um Verzeihung und um Geduld zu bitten, da sein in feinen Anträgen zu-sarn men getragen es umfangreiches Material nicht so leicht durch zu studieren feil Nun seht ihr Eisenbahnbedienstete, so ist der Herr V u f !-> val und wir sind dessen gewiß, daß dieser Heros des zwanzigsten Jahrhunderts seine „Liebe zur Wahrheit" nicht ver-läugnen und uns dementierenwird; denn wir tiersichen ihn, daß wir diese Worte nicht vom Eisenbahnminister oder gar von einem sozialdemokratischen Abgeordneten, auch nicht von Eisenbahnbediensteten, sondern direkt aus seinem Munde in einer in Pardubitz abgehaltenen Eisenbahner-Versammlung gehört haben. Nun Sich selbst wird Sr. Hochwohlgeboren denn doch nicht dementieren wollen. Nachdem er in feiner rhetorischen Meisterleistung — alle seine Leistungen sind nur meisterhaft — welche mit dem den Chinesen eigenen blumenreichen Wortreichtum durchsetzt war, konstatiert hatte: „daß derfozialdemokratifcheAbgeordnete Genosse Binovec ein Lappfchwanz ist, welcher seine Reden sich aufschreiben lassen muß, umsi e dann von dem Papierle abznlesen, erklärte er, daß Genosse Tomschik im Eisenbahnausschuß über die Verhältnisse der Eisenbahn bedien-steten ganze fünf Minuten gesprochen hat und dann zu ihm gekommen ist, um ihn z» bitten, sich der Eisen» bahnbediensteten im Plenum anznnehnieu. Alle G e--nofsenAbgordneten, fei esTomfchik, Binovec, Ellenbogen, Müller und wie sie alle heißen, haben nicht einen DeutEiusluß aus d ieRegierun g, dafür ift aber Er allgemein gefürchtet. Also Eiseubahu-bedienstete, Hut herunter und allen Respekt vor der Hoheit Burivnlsl Wie haben die Zuhörer in Pardubitz den Mund angelweit aufgemacht, als sie derartiges hörten; ein ganzer „Seifensieder" ging ihnen im Kopfe auf und unter brausenden, frenetischen, nicht enden wollendem Beifallsorkan wurde ihnen klar, daß der Teufel sämtliche Sozialdemokraten, besonders Agitatoren und Fachblätter holen soll, weil sie nichts anderes verstehen als die zuhörenden Bediensteten mit dem Organisationsthema anzu-surnpern. „Bruder" B u l i v a l scheint also noch immer nicht zu wissen, daß vom Erhabenen zum Lächerlichen nur ein ganz kleiner Schritt ist. — d. —. Amtliche Agitation auf der k. k. Nordbahn. Zu wiedecholtenmalen wurden uns Aufrufe und Einladungen von verschiedenen Vereinen nnd Klubs eingesendet, die neben dem Titel des betreffenden Vereines noch die amtliche Stampiglie irgend einer Werkstätten- oder Heizhausleitung der k. k. österr. St. B. als Unterschrift tragen. Ja, es find uns Fälle bekannt, wo auf den im Heizhausrayon affichierten Aufrufen irgend eines parteipolitischen Vereines einzig und allein die Stampiglie der Heizhausleilung als beglaubigte Unterschrift prangte. Vor uns Itegt heute wieder ein von der k. k. Heizhausleitung in Friede! unterfertigter Aufruf, den wir zur vesseren Illustration wortgetreu zum Abdruck bringen: Aufruf! Zu dem am 1. August 1. I. vom Deutsche» Arbeiterverein Friede! veranstalteten Volksfeste im Pappelhaine nächst der Bahnstation Karlshütte hat unsere Ortsgruppe beschlossen, sich an dein Ausmarsche, welcher von der Volks- und Bürgerschule stattfindet, korporativ zu beteiligen. Zusammenkunft der Mitglieder samt Frauen und Kindern findet in der Bahnhosrestauration II. Klasse um 2 Uhr nachmittags statt. Nachdem der Deutsche Arbeiterverein eben ein Gewerkschastsocrein ist wie unser Verein, wird um vollzähliges Erscheinen ersucht. Ortsgruppe Friede!: Reichsbund deutscher Eisenbahner Oesterreichs. K. k. ö. St. B. (Nordbah«) Heizhansleitung Friede!. Wir vermuten hier entweder einen Mißbrauch der bahnamtlichen Stampiglie durch einen besonders singer-fertigen Parteigänger oder einen absichtlich demonstrativen Mißbrauch der Amtsgewalt. Nachdem wir heute mit unserem wenn auch alten und nicht mehr zeitgemäßen Vereins- und Versammlungsrecht notdürftig auskommen, o erscheint uns diese amtliche Bestätigung von Aufrufen und Einladungen zumindest höchst überflüssig. Von der Lokalbahn Wien-Baden. Schon zn widerholtenmale wurden die Bediensteten der Wiener Lokalbahn um eilte Regelung der überaus strengen Dienstzeit und um Ausbesserung der gewiß niederen ßöhne bittlich, doch zumeist immer ohne jeden nennenswerten Erfolg. Am 16. Juni d. I. sprach abermals eine Deputation vor, dieser wurde eine schriftliche Bekanntgabe der Zugeständnisse ver« prochen, da aber bis 22. Juli keine Antwort kam, so wurde auch dieselbe nochmals urgiert Und so wiederholt sich die Geschichte von Jahr zu Jahr, die Bediensteten werden einfach mit Versprechungen auf lange Sicht getröstet — besser gefoppt — und können fehen, wie sie bei den teuren Lebensbedürfnissen ihr Drauskommen finden. Dabei wird das Personal dieser Lokalbahn durch eine überlange Dienstzeit schrecklich ausgebeutet. Trotzdem vom k. k. Eisenbahmninisterium eine durchschnittliche monatliche 40prozentige Dienst- und eine 60prozentige Ruhezeit vorgeschrieben ist, so fahren beim Personenzug der Wiener Lokalbahn die Bediensteten 50 Prozent Dienst und 50 Prozent frei (samt den freien Tagen), beim Lastenverkehr sogar 60 Prozent Dienst und 40 Prozent Ruhezeit. Da nun bei einer derartig überlangen Dienstleistung die Gefahren einer Überanstrengung des Personals gegeben ind, so ist es im Interesse des Verkehres und des reisenden Publikums gelegen, die k. k. Generalinspektion der österreichischen Eisenbahnen auf diesen Umstand aufmerksam zu machen. Um so mehr, da die Linien der Wien-Badener Lokalbahn durch die verkehrsreichsten Straßen von Wien Sette 10 h0«* Htt-ttbayne*.'- Nr. 23 führen und somit jede Ueberlastung des Personals eine eminente Gefahr auch für die Passanten der Straßen und Plätze bleibt. Wer Gelegenheit hat mit dieser Bahn zu fahren und das betreffende Personal bei Ausübung des Dienstes aufmerksam beobachtet, wird zugeben, daß täglich Drei Touren eine hinreichende Dienstleistung für die Bediensteten bedeuten. Gegenwärtig muß das Personal vier Touren, das ist acht Züge täglich fahren. Wenn nun ein Wagenführer oder Kondukteur seinen Vorgesetzten meldet, daß er infolge Ueberanstrengung die vierte Tour nicht mehr fahren kann oder wenn er schon fahren muß, keine Verantwortung infolge Abgespanntheit und Erschlaffung übernehmen kann, so erhält er einfach — keine Antwort. Jnsbesonders an Sonntagen oder bei starker Frequenz wird der Wagenführer vom Verkehrsbeamten gezwungen, anstatt 5 gleich 13 Personen auf das Plateau zu nehmen. Macht der Wagenführer den Stationsausseher auf die diesbezügliche Vorschrift aufmerksam, so wird er in der unhöflichsten Weise von oem Stationsaufseher Herrn Nntosch angebrüllt und mit der Entlassung bedroht. Was sollen sich die Passagiere von so einen Vorgang denken? Anstatt daß der Wagenführer von den Stationsbeamten in der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften unterstützt werden soll, wird er gezwungen, seine Pflichten unter Androhung von Strafen zu verletzen. Wie viele tüchtige und geschulte Leute sind auf dieser Lokalbahn schon davongelaufen, weil die ileberbürdung und die Verantwortung eine allzugroße Ausdehnung gewonnen hat. Kaum ist der Neueintretende einigermaßen abgerichtet, so werden übermäßige Anforderungen an seine Person gestellt. So führt nun der nur Halbausgebildete, oft noch im Zweifel über so manches Wissenswerte mit den vollbesetzten Wagen durch die belebten Straßen und über unzählige Uebersetzungen, bis ihm endlich auch die Sache zu dumm wird und er nicht vor Gericht den Prügelknaben für die Sparwut der Betriebsleitung abgeben will. An die Stelle des Entlaufenenen oder Entlassenen tritt eine wiederum nur oberflächlich ausgebildcte Kraft, den die Gesundheit und das Leben der Fahrgäste „an-vertraut" werden. Mit Entsetzen hat schon so mancher alte und erfahrene Wagenführer seinem jungen Kollegen seine ersten Fahrten nachgeschaut und mit Bangen die Stunde der Rückkehr erwartet. Was mag sich wohl da im Innern des jungen Wagenführers, wenn er zum erstenmale selbständig fährt alles abspielen? Der Herr Direktor hat darauf zu achten, daß die Einnahmen gut und größer werden, das Personal wird weiter gefoppt und vertröstet. Doch auch hier muß mit diesem Leichtsinn gebrochen werden, wenn nicht anders, so durch die Oeffentlichkeit und durch die Fahrgäste selbst. Ein Köder für das Berschubpersonal. Die k. k. Staatsbahndircktion Innsbruck hat unter Zahl 1321/V folgenden Erlaß herausgegeben: AndieBahnbetriebsämterSalzburg, Bischof s. Hofen, Wilten, Landeck undBIudenz und an die Herren VerkehrSkontrollorel Die zahlreichen, auf den Abrollbahnhöfen vorkommenden Wagenbeschädigungen und die dadurch auflaufenden hohen Reparaturkoslen sowie der damit im Zusammenhang stehende vermehrte Wagenbedarf haben Veranlassung zu folgendem Anträge gegeben: Um die Verschieber, welchen daS Aussangen der Wagen obliegt, zur größtmöglichen Aufmerksamkeit anzuspornen, wäre denselben per Mann und Diensttour eine Prämie von 30 H. zu gewähren, falls während derselben keine meldepflichtige Wagenbeschädigung vorkommt. Im Falle auch nur einer solchen Wagenschadens verliert jener Verschieber, dem die Bedienung des Geleises oblag, auf dem die Beschädigung statt-fand, die ganze Prämie, sämtliche übrigen im Dienst gestandenen Nollschuhvorleger die H ä l f t e derselben. Diese letztere, aus den ersten Blick zu hart erscheinende Bestimmung hat den Zweck, die Gesamtheit der Verschieber für die tadellose Dienstleistung jedes einzelnen zu interessieren und dieselben zur gegenseitigen Unterstützung anzueifern. Drei unmittelbar auseinander folgende Verluste der ganzen Prämie haben die Abziehung des betreffenden Organs vom Rolldicnst zur Folge. Da dem Nollschuhvorleger auch das Wiederausladen der während der Nollmanipulation von den Wagen herabgcfallenen Stücke Kohle oder Koks obliegt, wäre die Hälfte der Prämie auch in dem Falle der ganzen Partei zu streichen, wenn näch Beendigung der Diensttour auf der Nollanlage Kohle oder Koks herumliegend vorgcfunden wird. Selbstverständlich würbe der Verlust der Prämie eine etwaige Weiterahndung konstatierter Dienstesnachlässigkeit mit Ordnungs-, beziehungsweise Disziplinarstrafen nicht auöschlietzen. Die k. k. BahnbetriebL-ämter haben sich bis spätestens 10. August l. I. über die Zweckmäßigkeit dieses Antrages zu äußern, wobei auch eventuelle Abänderungen desselben in Vorschlag gebracht werden können, ferner die Anzahl und Namen der in Betracht kommenden Verschuborgane bekanntzugeben. Zu letzterem wird bemerkt, daß für die Beteilung mit der Prämie nur die Rollschuhvorleger (Wagenaufsänger) in Aussicht genommen sind. Für die k. k. Staatsbahndirektion: Krumholz Mit diesem Erlaß kommt eine eigentümliche Moral an die Oberfläche. Entweder vermutet man in der Direktion, daß das Pflichtbewußtsein der Verschieber derart defekt ist, daß dasselbe nur mtt einer Zulage von 30 H. per Diensttour und Mann repariert werden kann, welche Vermutung eben nur in der Direktion ihre praktische Grundlage hat, oder man strebt gleichzeitig auch darauf hin, diese versprochenen Tantiemen womöglich nicht zur Auszahlung zu bringen, was ja deutlich daraus hervorgeht, daß man die Verhütung von Wagenbeschädigungen mit dem Auflegen einzelner Kohlen- und Koksstücke zusammenwirft. Dinge, die absolut m keinem Zusammenhag stehen. Ist etwa der beabsichtige Zweck nicht erreicht, wenn kein einziger Wagen beschädigt wurde, aber von einem vollbeladenen Kohlen- oder Kokswagen einige Brocken herunterfallen ? Wer ist nun damit betraut in den einzelnen Stationen, mit Hilfe einiger Kohlenbrocken die verdiente Prämie den Verschiebern streitig zu machen? Offenbar der Nächstbeste, den der Neid dazu treibt. Weil aber anzunehmen ist, daß die Herren beim grünen Tisch keinen blauen Dunst vom Dienste auf Abrollanlagen haben, und nicht das Bestreben, die Wugenbeschädigungen zu vermindern, sondern wahrscheinlich die Hundstagshitze diesen Erlaß gezeitigt hat, so wollen wir ihnen sagen, warum so viele Wagenbeschädigungen Vorkommen und wie dem vorzubeugen wäre. So ein Nollsckiuhleger hat oftmals 6 bis 10 und noch mehr Geleise zu bedienen, dazu hat er nur einen Rollschuh. An der Abrollanlage wird, sobald die Grenzmarke frei ist, die nächste Wagenpartie abgelassen, mittlerweile hat der Rollschuhleger den Schuh an die vorhergegangenen Wagen eingelegt, ist daher ohne Schuh und es kommt die zweite, 'a schon die dritte Wagenpartie. Haben diese Partien vieleicht Bremsen, so bedient er sich derselben, die erste Partie aber ist, weil niemand dabei war, am Rollschuh aufgelaufen, zurückgeprallt — dies derMoment wo der Schuh herausgenommen werden soll — und wieder nachgerollt, so daß sie fest am Rollschuh aufsitzt. Währenddem kommen aber schon wieder Wagen nachgerollt und es mag so ein Verschieber zusehen, daß er die Wagen auffängt. Oder laut Instruktion — ha, ha, ha: Die Wagen sind innerhalb der Grenzmarke aufzufangen, der Schuh ist dieser Partie neuerlich auf eine gewisse Entfernung vorzulegen u. s. w. bis die Wagen am untersten Ende oder an eine bereits stehende, vor dem Entrollen gesicherte Wagenpartie angelangt sind. Das liest sich ganz schön und wird auch dem Laien klar, daß dadurch Wagenbeschädigungen vermieden werden. Dazu aber gehören soviele Verschieber, daß keiner der Rollschuhleger mehr als zwei Geleise zu bedienen hat und auch mit zwei Rollschuhen ausgerüstet ist. Nicht aber, wie bisher, 10, 15 bis 20 Geleise. 4 bis 5 Verschieber, davon nur 1 bis 2 Rollschuhleger mit oftmals gar nur einem Rollschuh am ganzen Bahnhof, weil die übrigen defekt sind. Wenn nun diese Prämie eine so verlockende sein sollte, so wird sie jedenfalls sehr viel Geld ausmachen. Könnte man nun nicht diese vielen 30 H. znsammensparen und dafür mehr Verschieber anstellen? Vielleicht dazu ein Frauenzimmer — etwa eine Manipulantin — zum Koksglauben verwenden. Wenn man vielleicht einen Sparmeister — natürlich gegen Tantiemen — mit der Lösung dieser Frage betrauen würde, könnte man ja zu einem günstigen Resultat kommen. Die Verschieber aber lassen sich mit diesem Versprechen nicht ködern; sie versprechen, auch ohne diese 30 H. ihren Dienst ewissenhaft zu machen. Daran aber, daß so viele Wagen-eschädigungen Vorkommen, sind nicht die Verschieber, sondern die Einsichtslosigkeit maßgebender Faktoren schuld. Zur Wahl eines Delegierten und eines Ersatzmannes für de» Dircktionsbezirk Wien der k. k. österreichischen Staatsbahnen in die bernfsgenofsen-schastliche Unfallversicherunasanstalt der österreichische» Eisenbahnen. Der christlichsoziale „Verkehrsbund" ist bereits mit seinen Kandidaten zu dieser Wahl ans Tageslicht getreten. Es sollen dies, wie sie bas Organ des .Verkehrsbundes" marktschreierisch anpreist. Leute sein, deren Namen in Kreisen der Eisenbahner einen guten Klang und einen guten Ruf haben. Wir wollen gleich feststellen, wie es um den guten Ruf bestellt ist, der dem Kandidaten des „Verkehrsbundes" für dieses Delegierten-mandat, dem Platzmeister Rudolf Teiser, in Eisenbahnerkreisen vorangeht. Im Jahre 1904 hat Genosse Duäek beim Bezirksgericht Fünfhaus den Wahrheitsbeweis erbracht, daß Teifer seinerzeit eines Kandidatur in den Vorstand der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt lediglich aus dem Grunde angenommen habe, um seinen zerrütteten finanziellen Verhältnissen auszuhelfen. Teifer hatte gegen Genossen D u Z e k beim Bezirksgericht Fünfhaus eine Ehrenbeleidigungsklage angestrengt, weil Genosse Du sek in einer öffentlichen Eisenbahnerversammlung in Fünfhaus diesen Vorwurf gegen ihn erhoben hatte. Genosse Dusek wurde freigesprochen, Teifer zum Ersatz der Kosten verurteilt und der Richter begründete seinen Freispruch damit, daß für diese Behauptung der Wahrheitsbeweis erbracht worden sei. Teifer legte gegen den Freispruch Berufung ein, das Landesgericht bestätigte aber den erstrichterlichen Freispruch, gleichfalls mit der Begründung, daß der Wahrheitsbeweis für diese Behauptung erbracht sei. Diese Gerichtsverhandlung warf aber auch sonst auf die Tätigreit T r i f e r s im Vorstand der berufsgenossenschaftlichen Unsallversichcrungsanstalt ein schönes Licht. Teifer hatte die Kandidatur gegen den Beschluß des Wagenmeistervereines, der die Kandidatur unserer Organisation unterstützte, angenommen, war also seinen nächsten Berufskollegen in den Rücken gefallen. In der 266. Sitzung des Vorstandes der berufsgenossenschaftlichen Unfallversichc-rungsanstalt am 19. Mai 1903 denunzierte er einen Rentner, weil ihm derselbe in einer Versammlung in Sankt Veit an der Glan, in welcher Teifer einen Bericht über seine ruhmreiche Tätigkeit brachte, gegenübergetreten war. Teifer verlangte vom Vorstand die Untersuchung des Krankheitszustandes des Rentners. Der damalige Vorstand verstand den Wink mit dem Zaunpfahl und kürzte die Rente des Denunzierten. So sieht es um den „guten Ruf" aus, der dem Kandidaten der Christlichsozialen vorangeht. Wir wissen 'nicht, hat der „Verkehrsbund" mit dem schlechten Gedächtnis der Eisenbahner gerechnet, als er Teifer wiederum aus der Versenkung zog, oder sind cs gerade Teifers moralische Qualitäten, die ihn zum Liebkind der christlich-sozialen Eisenbahner machen? Leute, die rein ihrer materiellen Vorteile wegen, die Erlangung von Mandaten anstreben und gelegentlich vor kleinen Denunziationen nicht zurückschrecken, die sind nach der Meinung des christlichsozialen Verkehrsbundes die richtigen Männer, die Rechte der verunglückten Eisenbahner zu vertreten, die haben sich das Vertrauen ihrer Berufskollegen in reichem Maße erworben. Wir wollen ruhig abwarten, wie sich bei der Stimmenabgabe in der Zahl der für Teifer und H e i tz i n g e r abgegebenen Stimmen das Vertrauen der Eisenbahner zu diesen beiden Kandidaten der Christlich-sozialen ausdrücken wird, können aber dem „Verkehrsbund" auch noch mit Reminiszenzen aus der Zeit dienen, als die Christlichsozialen, wie sich brüsteten, in oer berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt „die Herren wäre n". Ein verhüteter Zusammenstoß. Unter dieser Aufschrift brachte» wir i» unserer Nummer vom 20. Juli d. I. eine von vertrauenswürdiger Seite gezeichnete Notiz, wo durch die Aufmerksamkeit des Personals ein Zusammenstoß verhindert wurde. Wir glaubten, daß die Direktion alle Hebel in Bewegung setzen wird, um durch eine strenge und unparteiische Untersuchung Den wahren Schuldigen zu finden, doch ist uns bis jetzt von einer protokollarischen Einvernahme der betreffenden Personen nichts bekannt geworden. In der Station Penzing ist man über diese Notiz keineswegs so ruhig dahiugegaugen, doch hat man nicht etwa eine strenge und unparteiische Untersuchung verlangt, was einzig und allein eine entsprechende Aufklärung geschaffen hätte, sondern ein gewisser Herr Josef Niedermayer, Offiziant in der Station, sucht auö diesem Vorfall für fick Reklame zu machen. Dieser Mann will Beamter werden und, da seine dienstlichen Fähigkeiten hierzu nicht ausreichen dürsten, so muß eben so manches mithclsen, um sich ,s ä h i g" zu zeigen. In einem an unsere Redaktion gerichteten Schreiben beschimpft er den Einsender der betreffenden Notiz und fordert dieser „Held in Pappendeckelrüstung" eine geharnischte Erklärung auf Grund des § 19 des Preßgesetzes. Wir wissen zwar nicht, in welchem Verwandschaftsgrad der Offiziant Josef Niedermayer mit Herrn Inspektor Schneider, Stationsvorstand in Penzing, steht, ebenso wie wir jeden Rechtstitel zu einer Berichtigung in Namen des Herrn Schneider bezweifeln, doch das wissen wir genau, daß Nieder mayer dienstlich mit dem verhüteten Zusammenstoß nichts zu tun hatte, infolgedessen die ganze Sache den Herrn nichts augeht. Wenn er trotzdem in vorwitziger Weise eine Berichtigung aus Grund des § 19 des Preßgesetzes verlangt und den Einsender als Lügner beschimpft, so macht sich dieser „Beamtenanwärter" durch seinen Vorgang höchst verdächtig. Zu welchem Zwecke die Entrüstung und die Unterschriften fabriziert wurden, ist denn doch für die meisten zu durchsichtig. Trotz der ausgerechneten Entrüstung und trotz der „freiwilligen" Unterschriften ist die Tatsache (der verhütete Zusammenstoß) nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil. Durch dieses Sammeln von Unterschriften wurden wir erst recht auf die dienstlichen Verhältnisse in der Station Penzing aufmerksam gemacht und da läßt sich eben der Verdacht nicht von der Hand weisen, daß dort, wo man die Bediensteten aushorchen und Unterschriften sammeln muß, der Dienst manchmal darunter leiden konnte, um so mehr, wenn man sich noch dazu aufgeregt gebärden soll. Herr Offiziant Niedermayer, wenn Sie der Ocffent-lichkeit beweisen wollen, daß ihre Entrüstung keine Komödie war und baß sie ein uneigennütziges Interesse dazu bewogen hat, Unterschriften zu sammeln, so müssen sie, um nicht als „w a t-tierter Ehrenmann" zu gelten, nochmals den Unterschriftenbogen zur Hand nehmen und Unterschriften für eine strenge und unparteiische Untersuchung dieser Angelegenheit in der Station Penzing sammeln. Auf Grund der ermittelten und erwiesenen Tatsachen wären wir selbstredend jederzeit bereit, anstandslos eine diesbezügliche Richtigstellung ohne jede Berufung auf das Preßgesetz aufzunehmen. Bis dorthin müssen Sie uns jedoch gestatten, daß wir uns an Ihren persönlichen Eigenschaften einstweilen noch ergötzen. Zweifellos wird daun Ihre Tätigkeit an maßgebender Stelle entsprechend gewürdigt und dies dürfte Ihrer Beamtencarriere nur förderlich sein. NvrrespvndrnM. Semmering. (Stellwerk I und II). Mit welcher Verantwortung die Zeutralwärter dieser Stellwerke ihren Dienst verrichten müssen, zeigen die Menge spezieller Vorschriften, die in beiden Stellwerken asfichiert sind. So besagt die eine, daß „die fernbedienten Weichen binnen 24 Stunden viermal vom diensthabenden Zeutralwärter zu besichtigen sind. Hierbei ist nicht nur der ordnungsmäßige Zustand der Spitzschienen, sondern auch der ganzen Weichenanlage (der dazugehörigen Gleisteile, Herzstücke, Zwergschieneu, das Weichenbecken, der Signalkörper :c.) genau zu überprüfen. Dieser Dienst hat zu erfolgen um 0 Uhr früh, 12'10 mittags, 8 Uhr abends und 12‘58 nachts." — Eine zweite Vorschrift ordnet an: „Der Zentralwärter hat wöchentlich mindestens zweimal die Weichen zu schmieren, einmal wöchentlich die Fenster des Stellwerkes zu reinigen. Ebenso werden die Zentralwärter beauftragt, anläßlich der Weichenrevisionen den Zustgnd der Weichenriegel, Töpfe und Verbindiingsstangcn täglich um 1210 Uhr mittags anzusehen und die Notwendigleit des Schmiercns zu melden." — Eine dritte Vorschrift für das Stellwerk I besagt: „Behufs Verhinderung von Wagen- entrollungen hat bei Zügen, welche mit zwei Maschinen verschieben, der Stockmann hinter dem Signalwagen den Wagenunterlegkeil einzulegen. Der Zentralwärter im Stellwerk 1 ist mitverantwortlich, daß der Stockmann beim Sigual-wagen anwesend ist und daß er den Keil unterlegt." Die vorstehenden Vorschriften sind selbstverständlich nur ein Bruchteil aller dort bestehenden, doch zeigen sie schon zur Genüge, was für Unmengen von Verpflichtungen diesen Zentralwärtern neben dem eigentlichen Stellwerk- und Telcphoudienst noch zugemutet werden. Es wäre in der Station Semmering kein Bahnunsall denkbar, ohne daß nicht der Zentralwärter in diesem Netze von Verantwortung als der Schuldige hingcstcllt werden könnte. Es ist daher notwendig, öffentlich zu erklären, daß die Zentralwärter unmöglich für alle diese Anordnungen die Verantwortung übernehmen können, solange nicht andere Verhältnisse platzgreifen und diese Verordnungen daher das bleiben müssen, was sie sind: papierene Erlässe, die nicht eingehalten werden können. St. Michael ob Leoben. In der Nacht vom 22. auf den 23. Juli streifte bei der Durchfahrt der Schnellzug 501 die leere Garnitur des PersoncnzugeS 1411. Beim Schnellzug wurde die Maschine, der Gepäckwagen und 1 A. 15. v., welcher mit Reisenden dicht besetzt war, beschädigt. Zum Glück schaute niemand von den Reisenden bei den Fenstern heraus, sonst wären Verletzungen unvermeidlich gewesen. Nun da ein Unglück geschehen ist, sucht man jetzt fleißig um den Schuldigen, daS heißt einen Sündenbock, den man für die Nachlässigkeiten der anderen zur Verantwortung ziehen kann. Um in Zukunst derartige Unfälle in unserer Station zu verhüten, wäre vor allem die Beistellung von Kontrollwächter» notwendig und mochte sich empfehlen, wenn der Schnellzug aus Geleife I eingelassen würde, da selbes ohnehin durch siebe» Stunden von keinem Zug befahren wird. Zur Erhöhung der Sicherheit kann auch die bei dem Wechsel stehende Laterne bei Dunkelheit augezüudet werden. Hoffentlich ist dieses Kuriosum zu diesem Zweck dort ausgestellt worden. Wir sind der festen llebcrzeugung, daß wenn unser wohlgemeinter Vorschlag durchgeführt wird, derartige oder ähnliche Unfälle vermieden werden könnten. Gerade zur kritischen Zeit sind drei Güterzüge zu verschieben, der diensthabende Beamte drängt auf Fertigstellung und der einzig anwesende Platzmeister läuft und springt mit seiner nur aus vier Manu bestehenden Partie, um den Verschub zur rechten Zeit zit beende». In einem solche» Durcheinander kommt eben der Schnellzug an und jetzt wird der angebliche Missetäter gesucht. Wir sind diesmal sehr neugierig, tver diese Karambolage an Stelle der Verwaltung auslöffeln wird. Wir werden über den Ausgang dieser Angelegenheit berichte». Prcrau I. Eine der bestbekannten Personen wegen seiner Höflichkeit und Liebenswürdigkeit ist unstreitig der Herr Inspektor Quizala in Prerau. Da nun Höflichkeit gepaart mit einer genügenden Portion von Liebenswürdigkeit auch zu geschäftlichen Zwecken von Vorteil sind, so Unterhält Herr Q u i z a > e neben einem ausgcbreitete» Kohlenhandel noch einige Liebesabenteuer. Doch steht er in dieser Beziehung durchaus nicht vereinzelt da. Was die „v i e l g e r ü h m t e Höflichkeit" anbclangt, hat er in .dem Stellvertreter Herrn Hava einen gelehrigen Schüler und würdigen Nachfolger gesunde». Seitdem Herr H a v a de» dritten Stern durch daS Kreuzeisystem erhalten hat — woher bas Verdienst dieser außer-tourliche» Vorrückung, ist bei dem Mann einfach unverständlich — ist seine blöde Sekkatur der Untergebenen unerträglich geworden. So gibt dieses Geisteskind sogenannte Hauszirkularien heraus, deren Provenienz und Anwendung an den Narrenturm erinnern. Wir wollen diese genialen Geistcsprodukte des Herrn H a v a nicht veröffentlichen, da wir fürchten, daß sich ein gewisse- städtisches Organ mit der gefürchtete» Drahtschlinge dieses Stellvertreters bemächtige» würde. tT-Säf Doch erwarten wir, daß er so rücksichtsvoll sein wird und wahrend seines Erholungsurlaubes mehrere kalte Waschungen vornehmen und wenn möglich Knigges „Umgang mit Menschen" lesen wird. Vorteilhafter wäre wohl eine Reise nach dem Süden, damit einmal die viele Butter, die Herr H a v a am Kopfe hat, zum Schmelzen kommt, denn sonst kommt er uns in demselben Zustand zurück, wie unsere verkörperte Höflichkeit, Herr Inspektor Quizala. Herr Inspektor Quizala ist von seinem Urlaub plötzlich zurückgekchrt, weil ihm angeblich sein Kohlengeschäst sehr viele Sorgen bereitet. Will jedoch ein Bediensteter seinen von der Direktion bewilligten Urlaub antreten und trägt dem Inspektor seine Bitte vor, so kann er sofort die Höflichkeit des Herrn Quizala verspüren. „Haben S' einen Ersatz, dann können S' gehen, ich werde mir doch wegen eines Bediensteten den Kopf nicht zerbrechen, wo ich den Ersatz hernehmen soll. Dies einer seiner geistreichen Ausdrücke. Es wäre höchste Zeit, wenn der Herr Inspektor Quizala den blauen Bogen nehmen möchte oder sich in irgend ein Bureau zurückziehen würde, wo er dann ungestört über seinen Kohlenhandel und seine pikanten Liebesabenteuer Nachdenken könnte. Den Bediensteten würde damit eine große Freude bereitet. Juusbrnck. (O b e r i n n t a 1.) Wie wenig die sogenannten leitenden Organe von den dienstlichen Arbeiten der Magazinsarbeiter verstehen, zeigt uns die Station Imst in Tirol. Jeder, der die dortigen Verkehrsverhältnisse kennt, wird zugcben, daß zur Bewältigung der ungeheueren Arbeiten im Frachtenmagazin und der Station zumindest sechs gesunde und kräftige Arbeiter notwendig sind. Die Staatsbahndirektiqn in Innsbruck, die doch aus den Verrechnungen einen Ueberblick über den Frachtenverkehr haben muß und des öfteren irgend ein kontrollierendes Organ in die Station Imst entsendet, könnte zwar die Arbeiten im Magazin beurteilen und Abhilfe schaffen, doch wer kümmert sich bei einer Besichtigung des Magazins um die Arbeiter, wenn diese nur fleißig arbeiten, damit keine Beschwerden einlaufen. Die Vorstellungen und Beschwerden werden wohl von den Herrn Vorständen ruhig angehört, doch kommt immer dieselbe Antwort: die Staats-bahndirektion bewilligt keine Leute. Die kontrollierenden Organe wiederum sagen: „Ja, was wollen Sie denn eigentlich. Sie haben doch vier Mann im Magazin, mit diese werden sie doch aus-kommen." Das sind so die Auskünfte, die man erhalten kann. Immer wieder muß man sich sagen, die Herren wissen nicht, was und welche Arbeiten von den Magazinsarbeitern geleistet werden, denn sonst würden diese nicht so sprechen. Er sagt mit vier Mann werden sie doch ansreichen, ja wo sind denn eigentlich diese vier Mann? Diese vier Mann reduzieren sich in Wirklichkeit auf nur zwei Mann, die beständig im Magazin oder auf der Rampe arbeiten. Und diese zwei Mann müssen die sämtlichen Ein- und Ausladungen der vielen Frächter für die umliegenden Täler besorgen. Ferner sind in der dortigen Gegend fünf große Fabriksunternehmungen, die jährlich mindestens 120 Waggons Kohle beziehen. Diese Kohlen müssen von den beiden Magazinsarbeitern nach Feierabend oder an Sonntagen als Draüfgccke und ohne jede Entschädigung entladen werden. mit . Die Bahnverwaltung erhält wohl für jede Tonne Kohle, die abgeladen wird, eine EntkadungSgrbühr von 20 H., doch der arme Teufel, der diese Arbeit nach Feierabend machen müh, geht leer aus. Wo sind dann eigentlich die vier Mann, wenn nur zwei Mann immer im Magazin zu sehen sind. Der eine Mann vom Nachtdienst ist bei Tag frei, infolgedessen bleiben nur noch drei Mann übrig. _ Der dritte Mann hat vollauf mit den verschiedenen Stationsarbeiten zu tun, beim Eilgutdienst, Briefe und Gepücks-dienst bei den Zügsn. Hierzu gesellt sich noch die Stationsbeleuchtung und diverse Gänge nach dem drei Viertelstunden entfernten Imst. Da in Imst kein Magazinsdiener und auch kein Ladescheinschreiber vorgesehen ist, so werden diese Arbeiten ebenfalls von Magazinsarbeitern verrichtet. Wenn irgend eine Vermehrung des Stationspersonales notwendig ist, so in erster Linie in her Station Imst- Ditz Magazinsarbeiter in der Station Imst haben es redlich verdient, daß man mindestens zwei Mann noch aufnimmt uüd die alten Arbeiter endlich einmal zu definitiven Angestellten -ernennen würde. , Die k. k. Staatsbahndirektion in Innsbruck wird gebeten, die Verhältnisse in der Station Imst zu berücksichtigen und diesen arbeitsamen Leuten die verdiente Besserung ihrer Lage ehestens burchzusühren. . Bischofshofen. Wenn auch anerkannt werden muß, daß beim hiesigen Vahnbetriebsamte sich so manches zum Besseren wendete, so haben ■ wir unter dem Regime Hiebaum trotz Interventionen noch immer eine alte, periodisch wicderkehrende Klage : die Auszahlungen am 1. und 15. eines jeden Monats. An diesen Tagen kommen die Gemüter des gesamten Personals immer in Erregung und mit Bangen sieht, man demselben entgegen. Dem Herrn Inspektor H i e b a u m scheinen die Auszahlungen lediglich Gnadenakte zu bilden. Dem dienstfreien Personal, den provisionierten Bediensteten bedeuten die Zahltage verlorene Tage, den Zugsbegleitern vielfach gestörte und verkürzte Ruhezeit. Als wenn dies gar keine Gebühren wären, die zu erhalten am Tage der Fälligkeit das Personal ein Recht hat, läßt man dasselbe stundenlang aus die Auszahlung warten. Die letzte diesbezügliche Veröffentlichung hatte zur Folge, daß eine Tafel verschafft wurde, auf welcher die Stunde der Auszahlung ausgeschrieben wurde. Daß damit dem Personal nicht gedient ist, geht daraus hervor, daß einerseits die Zeit willkürlich gewählt und kurz Bemessen wird, andererseits auch diese Zeit nicht eingehalten wird. Da steht zum Beispiel „Auszahlung der Provisionen von halb 10 bis 10 Uhr." Ter provistonierte Bedienstete kommt früh 8 Uhr sein Geld zu beheben, zieht angesichts dieser Affiche unverrichteter Dinge ab und erscheint vielleicht knapp Vor 10 Uhr wieder. Zu spät; es ist schon vorüber. „Kommen Sie nachmittags", tönt cS ihm entgegen und ein halber Tag ist pfutsch. Vielleicht nachmittags dazu dasselbe Schauspiel, so kamt man die Erregung leicht begreifen. Das dienstfreie Personal kürzt den Schlaf, erscheint zur Auszahlung und erfährt — laut Tafel — daß die Auszahlung zu ganz anderer Zeit stattfindet oder gar schon vorüber ist; daher ebenfalls Erregung. Die Zugsbegleiter kommen mit den Zügen an und um nicht noch einmal fortlaufen zu müssen, warten sie ans ihr Geld. Der Herr- Inspektor promeniert lustig plaudernd am Perron und während die Frau des Zugsbegleiters daheim mit dem bereitgestellten Essen auf den Gatten wartet, wartet der Zugsbegleiter aus die Auszahlung Wie ein Bettler an der Klosterpforte auf die Suppe. Oder es gehen Zugsbegleiter, welche mittags wegfahren, vormittags zur Auszahlung. Diese kommen dann entweder zu spät oder sie müssen dort so lange warten, bis — nun bis ihre Abfahrtszeit hcrangerückt ist, wo sie dann unverrichteter Dinge absahren müssen und dergleichen mehr. In allen übrigen Stationen beginnt die Auszahlung um 8 Uhr früh und endet um 6 Uhr abends und wird nur durch die Mittagspause unterbrochen; in Bischofshosen seine Gebühren zu erhalten miss erstemal und ohne warten zu müssen, ist ein Treffer. Deshalb sagen wir: Wenn schon die Anwesenheit Hiebau m s am Perron und die Assistenz des Herrn Swaton bei der Auszahlung unerläßlich find so möge eben die Auszahlung ausschließlich dem letzteren übertragen werden und die Auszahlung so erfolgen wie in den übrigen Stationen. Dann wird der Herr Inspektor am Zahltage vor uns und wir vor ihm Ruhe haben. »Her Eisenbahner?« Limberg-Meissau. Vor zirka zwei Monaten haben wir uns mit den Aushilfsbahnrichter Klein von der Bahnerhaltungs-sektion- Eggenburg befaßt, in der Hoffnung, daß dieser Jüngling andere Manieren annimmt. Von dort wird uns nun folgendes berichtet: Der Aushilfsbahnrichter Klein scheint bei der Bahn-erhaltungsfektion Eggenburg einen guten Protektor sitzen zu haben, sonst könnte er sich so manches nicht erlauben. So unternimmt dieser Jüngling Bahnwagenfahrten ohne Passierschein, trotzdem dies instruktionswidrig, Klein kann sich» erlauben. Das Denunzieren ist diesem Menschen zur zweiten Natur geworden und mit Ekel und Abscheu muß man dieses widerliche Schauspiel Betrachten, an den sich unsere Vorgesetzte» durch Anhören des Denunzianten mitschuldig machen. Nun kommt' erst das, was auch den Herrn Oberingenieur Kobler nicht ganz gleichgültig sein darf. Im vorigen Jahre wurde dieser Klein für farbenblind erklärt, int heurigen Jahre wurde er als zum Bahndienst tauglich befunden. Als er im „Eisenbahner" mit seinen Heldentaten veröffentlicht ward, wurde er von Herrn Oberingenieur Kobler getröstet. „Er soll sich nichts daraus machen, wenn er in die Zeitung kommt, das hilft ihm nur im Avancement vorwärts". Aushilfs-bahnrichter Klein hat die- besondere Fürsorge deS Herrn Oberinspektor für seine Person mit folgenden Worten skizziert: Mir ist gar nicht bange, daß ich nicht Bahnrichter werde, ich brauch' nur e i n F a ß l Wein z u m Herrn Kobler hinauftragen, dannkannich alles haben. Bis jetzt wollen wir diese Aeußerung des Klei n als eine seiner vielen Prahlereien ausfassen. Hoffentlich wird der Herr Oberinspektor so freundlich sein und die Oeffcntlichkeit über den Sinn und Zusammenhang dieser Worte genügend austlären. Wien-Penzing. Aus der Station Penzing wird über die dortigen Verhältnisse des Verschubpersonals ivie folgt geschrieben: In der Station Penzing dürfen die Verschieber kein Essen und keine Ueberkleider mitnehmen, da hier dem Verschubpersonal kein Platz zugewiesen ist, wo dasselbe sein mitgebrachtes Essen aufbewahren oder einnehmen könnte. Außer man hängt den Nock neben dem Essen auf einen Zaun oder einen Schwellenhaufen zur allgemeinen Besichtigung auf. Ist bei Tag oder Nacht eine kurze Pause, um dein müden Körper eine kurze Erholung zu gönnen, so müssen die Verschieber unter die Magazinsrampc oder in einen leeren Güterwagen kriechen, wenn sie nicht mit dem ölgetränkten und schmutzstarrenden Fußboden einer Wächterhütte fürlieb nehmen wollen. Auf der Wien I-Seite kann der Bedienstete seinen Durst nur dann stillen, wenn er sich mit dem Wasser aus dem Kran-bottich zufrieden gibt. Da nun in diesem Bottich die Hände und vieles andere gereinigt werden, so ist diese Labung nicht gerade appetitlich zu nennen. Um ein gutes Trinkwasser zu bekommen, muß selbes durch einen Bediensteten vom entfernten Kirchenplatz geholt werden. Aus dieser Seite kann der Verschieber Nicht einmal seine Notdurft verrichten, ohne unfreiwillige Znichmier anzulocken, weil Aborte hier eine Sehenswürdigkeit sind. In beiden Fallen müssen sich die Verschieber von ihrem Dienstplatz entfernen, was weder im Interesse des Bediensteten ohne Nachteil erfolgen kann, da bei-den Arbeiten keim Mann auch , nicht für eine kurze Zeit ent» behrt werden kann:; . < «.■ - ' Da für dre in Urlaub befindlichen Kollegen keine Substituten beigestellt werden, so ist ses für den, Oberoerschieber fast unmöglich, den Dienst bei den heutigen Verkehrsverhältnissen anstandslos durchzusühren. Bei jeder Partie sind ein Ober-Verschieber und drei Mann. Bei der Spitzpariie, welche die Züge für die Hauptlinie zu rangieren hat, kuppelt ein Mann die Wagen ab, der zweite bedient die Bremsen und der dritte muß elf Geleise überwachen. Bei Nacht muß sich der Oberverschiebcr sogar mit nur zwei Mann behelfen, da der dritte in der Zeit von 9 bis 1 Uhr von der Partie abwesend ist, um die Zugsmaschinen von der Platzinspeltion abzuholen und das Brutto für die Lokalzüge abstellen muß. Gerade um diese Zeit gehen die meisten Züge auf die HauptlsNie ab, daher auch die meiste Arbeit. Wer nun den Verschubdienst einigermaßen kennt, wird zugeben- müssen, daß es unter solchen Umständen den Leuten herzlichst schwer wird, den Dienst vorschriftsmäßig zu versehen, um so Mehr, da in der Zeit der meisten Arbeit der dritte Mann abkommandiert ist. Daß der Dienst des Verschiebers, in der Station Penzing sich unter solchen Verhältnissen abwickeln muß, daran sind viele' schuld. Obwohl es in der Macht des Herrn Vorstandes gelegen wäre, so manches Notwendige durchzusühren, so liegt doch der größere Teil der Schuld am Personal selbst. Die-Wünsche und Beschwerden des Personals wurden zumeist im Wirtshaus und an anderen Orten kritisiert, anstatt diese bei der kompetenten Dienstesstelle varzubringen. Die einzelnen, die den Mut haben, die verschiedenen Anliegen des Personals an kompetenter Stelle vorzutragen, werden als Krakeeler gebrandmarkt. Die Folge davon ist, daß unsere bisherigen Forderungen nach einem entsprechenden Unterstand (einer Verschieberkaserne), Trinkwasser, Urlaubssubstituten und Aborte bis jetzt unerfüllt blieben. Da überdies das Spitzel- und Dcnunziantenunwcsen in Penzing noch in vollster Blüte steht, ja von einigen Herren mit Vorliebe gehegt und gepflegt wird, so fürchtet sich einer vor dem anderen, daß er von einem solchen Schurken denunziert werden könnte. Doch auch mit diesem System muß endlich gebrochen werben, damit wir frei und offen bekennen, waö wir denken und fühlen und was wir zum Schutz unseres Lebens und unserer Gesundheit von der Bahnverwaltung fordern müssen. Um dies zu erreichen, wollen wir uns in einer strammeit Organisation zusammenfinden, wo wir uns über die einzuschlagenden Wege schlüssig werden; darum hinein, Mann für Mann, in den Allgemeinen Rechtsschutz- und GewerkschaftSvercin für Oesterreich! Hötzelsdorf. (V. E. S. Eg gen bürg.) Die Arbeiter in dieser Sektion haben nicht nur unter der allgemeinen Teuerung der Lebensmittel und der Wohnungsmiete zu leiden, dieselben werden zum Ueberfluß von diversen gutbezahlten und wohlgenährten Vorgesetzten schikaniert. Zum Beispiel früher war es Usus, daß man den Obcrbauarbeitern am 15. eines jeden Monats einen Vorschuß gab, jetzt müssen die Leute mit dieser Begünstigung bis 18., ja bis 19. im Monat warten. Eine weitere Benachteilung erfahren die Bahnarbeiter auch durch die Entziehung der alten Schwellen. Nach vielem Bitten und Betteln kann man für das ganze Jahr höchstens fünf Stück bekommen, angeblich weil keine unbrauchbaren Schwellen vorhanden sind. Wandert man aber durch die diversen Dörfer und Städte, die nahe an der Bahn liegen, so finden wir bei so manchen Leuten, die doch keine Eisenbahner sind und auch keine Eisenbahner im Quartier haben, ganz ansehnliche Stöße von Schwellen vor oder hinter dem Hause aufgeschichtet oder bei Gärten, Wegen oder Feldern als Zauntrager in der Erde eingerammt. Wo zum Teufel mögen denn diese Leute die manchmal noch eigentlich sehr guten Schwellen eigentlich her haben? Wer verkauft denn so viele und billige Schwellen und wo sind diese jederzeit zu kaufen? Sind das vielleicht gar jene Schwellen, die den Arbeitern entzogen wurden? Für diesmal genug, wir rufen den Oberbauarbeitern aus dieser Strecke nochmals zu: „Hinein in die Organisation, denn so kann es nicht weiter gehen." Bodenbach. (Heizhaus d e r k. k. St. B.) Der provisorische Heizhausleiier Herr Fried will aus unserem Heizhaus eine Zwangsarbeitsanstalt machen, wo jeder Untergebene fortwährend beaufsichtigt und ununterbrochen zur Arbeit angetrieben wird. Die Heizer müssen aus der Strecke in den Zugspansen die Beite TL ' Maschinen reinigen * ja man kann sogar bei Talfahrten bemerken, wie der Heizer am Kessel hängt und wischt. Jede Minute und jede Gelegenheit muß ausgenützt werden, um zu putzen und zu reinigen, lim ja keinen Putzer im Heizhause mehr anzustellen. Ebenso hat Herr Fried herausgesunden, daß die Kohlenarbeiter an Sonn- und Feiertagen, wo einige Züge aussallen, hin und wieder einige Minuten Zeit zum Ausruhen haben. Flugs wurde schriftlich angeordnet, daß an diesen Tagen die Kohlenarbeitcr Kohlen in die Depots nuszuladen haben. Wenn Herr Fried nur eine Tour bei dieser Arbeit mitmachen würde, wir sind überzeugt, er möchte so schnell wie möglich mit seinem eigenen Erlaß wieder verschwinden. Wehe demjenigen Arbeiter, der sich erlaubt, einmal die Hände abzuwischen oder mit einem Arbeitskollegen sprechend an-getrofien wird, so gibt es Strafe, innersten Fall 1 Kr., das zweitemal 2 Kr., im dritten Fall erfolgt die Entlassung. Zu dieser unmenschlichen Behandlung muß bemerkt werben, daß Herr Fried es zumeist nur den Kämpfen des Eisenbahnpersonals zu verdanken hat, wenn er auf diesem Posten steht, jedenfalls praktiziert er eine etwas sonderbare Dankbarkeit. Doch auch hier muß ehestens Wandel geschaffen werden. Für die Dauer ist dieser Zustand nicht haltbar. Wäre im Heizhause Bodenbach eine richtige und zeitgemäße Einteilung getroffen und würde nicht alles durch unverständliche Anordnungen lächerlich gemacht, so brauchten die vielen llebelstände nicht aufgcdcckt zu werden. Also, Herr Fried, überlegen Sie sich die Sache sehr gut, entweder menschliche Behandlung und fort mit der Zwangsarbeit oder — wir packen aus. Brün». (Steg.) (Rossitzer Bahnhos.) In hiesiger Station droht seit letzter Zeit dank der aufreizenden Vorgangsweise der Vorgesetzten eine förmliche Anarchie unter den Bediensteten auszubrechen. Die Station hat jetzt nicht weniger als drei Souschefs und diese stiert» aus Mangel an einer nützlichen und notwendigen Arbeit, nachdem ihnen der „ZelezniCni zttzenec“ die Kaninchenzucht und das Grasmühen sauer gemacht hat, aus Langeweile nur am Bahnhof herum und benützen jede Lapalie zum Vorwand einer Anzeige, damit der VerkehrSchef respektive die Direktion steht, daß sie doch etwas machen und ihren Gehalt nicht ganz umsonst einstecken. Der eine scheint eigens dazu bestellt zu sein, die Unterschriften im Normalien« buch zu bewachen, und ivehe dem Unglücklichen, der eine Stunde -nach Einklebung eines Befehles oder einer rkurrende seine Unterschrift nicht beigesetzt hat. Unter dieser Haarspalterei leidet am meisten das Fahrpersonal des Personenturnusses. Da das betreffende Personal laut Dienstcinteilung durch volle drei Tage am Rossitzer Bahnhof nichts zu tun hat — die Personenzüge werden vom oberen Bahnhof abgefertigt und auch dort bei Ankunft aufgelöst — werden sie doch ohneweiteres wegen Nichtunterschreibens zur Anzeige gebracht und obzivar sich bann ihre Unschuld herausstellt, so haben sie doch eine Menge unnützer Laufereien und Scherereien, abgesehen davon, daß sie .dadurcki um ihre freie Zeit gebracht werden. Warum ein Normalienbuch nicht auch am oberen Bahnhofs aufgelegt wird, wonach dann auch das Fahrpersonal des Perjonenzugsturiiusses vor jeder Abfahrt oder nach jeder Ankunft ohneweiters diese lesen und unterfertigen könnten, ist unbegreiflich. Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch eines an Größenwahnsinn leidenden Beamten gedenken und demselben einen guten Rcit erteilendes ist dies der KommandierungsbeamteHerr K l i m ä k. Dieser seine Herr wolle sich nur gütigst aus seine Anstellung bei der Firma Wani ek und auf die Zeiten erinnern, wo auch ihm der Kondukteur S p u r t> u n d K o m P. Samariterdienste geleistet hat, und er möge seinen Mangel an Bildung, speziell gegenüber den älteren Dienern, nicht mit Arroganz wettmachen, denn die Zeiten, wo schwer mit Taschen und Körben beladene Leute seine Wohnung ausgesucht haben, sind für immer vorüber. Also, Herr Klimäk, beizeiten umsatteln, und wenn Sie es schon dank der Ihnen bekannten Umstände zum Beamten gebracht haben, nur bitte mit der Butt-r am Kopfe, nicht gar zu viel an die Sonne zu gehen, sonst zergeht sie und da wäre die-Kappe mit den Goldborten ganz fett und ruiniert, und diese Freude werden Sie schon mit Rücksicht auf Ihre Frau den Leuten nicht machen. Ptct'au. (S tteik'- d er Werkstä t-t e n a r b e i t e r.) Am 22. Juli d. I. wurde Genosse M o u k a, Sekretär des mährischen Landesverbandes telegraphisch nach Prerau berufen, um dort wegen ausgcbrochener Differenzen Ausklärung zu schassen. Ein ängcblicher „Sekretär undBertrauensmantt der Arbeiter" mit Namen Pelikan hatte die Austeilung der bewilligten 4 Millionen für die Arbeiter als passende Gelegenheit benützt, um für die tschechischnationale „Zemskä Jednota“ Propaganda zu machen. Der tschechischnationale Bruder Pelikan hetzte die dortigen Arbeiter aus, daß diese ohne weiters die Arbeit niederlegten und in den Streik traten., Dann berief Pelikan eine Versammlung ein, in welcher er einige Vertrauensmänner wählen ließ. An der Spitze dieser Leute begab er sich zu Herrn Inspektor Cerny und stellte sich dort als „Vertrauensmann der Arbeiter undVertreterder, Z emskaJednot a‘" vor. Herr Inspektor Cerny wollte wahrscheinlich mit diesem bekannten Radaubruder nichts zu tun haben und wies Herrn Pelikan mit den in freundlichstem Tone gehaltenen Worten: „B i t t e, Herr, v e r l a s s e n S l e d a s Z i in m e r", die Türe. Herr Pelikan wollte jedoch den gutgemeinten Rat des Herrn Inspektors nicht befolgen, worauf der Herr Inspektor C e r n y den „Vertreter der ,Z e m s k ä Jednota“ mit folgenden Worten hinaussalutierte: „Herrl Bitte das Zimmer sofort zu verlassen, mit Ihnen haben wir gar nichts zu sprechen, wir haben unsere Arbeiter, mit diesen werden wir verhandeln, nicht aber mit einem Aushetzer." Ohne sich weiter um die Arbeiter und Vertrauensmänner zu kümmern, packte Bruder Pelikan seinen Marschallstab zu seinen Kenntnissen und verduftete unbemerkt aus diesen ungastlichen Hallen und fuhr als „avgeblitzter Vertrauensmann" nach Hause. Unser Genosse M ouka aus Brünn, der gerade zu der im Bräuhause stattfindenden Versammlung zurecht kam. übernahm sofort das Referat und klärte die Arbeiter über den gegenwärtigen Stand der schwebenden Angelegenheit auf und nachdem mehrere an den Referenten gestellte Anfragen zur vollsten Zufriedenheit beantwortet wurden, war die ganze mit so viel Pomp in Szene gesetzte Angelegenheit geschlichtet. Armer Pelikan, wobt ft du? Brünn. (Dekorierung.) Am 1. August d. I. wurde unserem alten Parteigenossen und Mitgründer der Brünner Ortsgruppe Herrn Alois Geiger, Ntagazinsmcister der k. k. Nordbahn, die Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste durch den substituierenden Leiter des k. k. Bahnbetriebsamtes Brünn, Herrn Offizial Kreysa in feierlicher Weise im Beisein zahlreicher Beamter, Unterbeamter und Diener überreicht. Möge cs unserem wackeren Mitkämpfer beschicken sein, noch viele und schöne Jahre in treuer Freundschaft unter uns zu weilen. Wien-Brigittenau. Der Herr Inspektor Neu mann findet, daß durch die Verstaatlichung der St. E. G., Oe. N. W. V. und B. N. B. die Arbeiten derart vermindert werden, daß daS Personal vermindert werden kann und ist sehr fraglich, welche Art von Information sich Herr Inspektor eingehvlt hat, um zur Ueberzeugung zu gelangen, daß nach der Verstaatlichung erwähnter Bahnen die Arbeiten abgcnommen haben. Wenn auch die Wagen aus der lleberaabsanlage zur Oe. N. W. B. nicht mehr wie früher in so großer Menge mit Uebergangszettel zu bekleben sind, so ist, da sich der Wagenpark der k. k. Staatsbahn vergrößert hat, dementsprechend auch die Dirigieruna eine andere. Was nun das Magazin betrifft, so wird wohl auch dort ’XSeiti 12 „Der Gistnvayne-." Nr. 23 sehr viel gesündigt und mit den Arbeitskräften & conto der dort Bediensteten gewuchert. Der Stand der Arbeiter ist immer in einer solchen geringen Zahl, daß nur mit größter Aufbietung und Anspannung die Arbeit geleistet werden kann. Denn es werden nicht nur die Substituten sür die eigene Station aus demselben für Monate entnommen, sondern es werden auch an andere Stationen Leute abgetreten. Was das Personal selbst anbelangt, so sei besonders ein Magazinsausseher erwähnt, welcher nichts anderes macht als Kisten nageln, zu den hohen Feiertagen Geleise putzen und dieser wird als äußerst tüchtige Straft genannt. Sollte dieser jedoch nach der geleisteten Arbeit beurteilt werden, die er eigentlich verrichten soll, so müßte dieser unbedingt von diesem Dienst abgezogen werden. Und nun zu unserem Herrn Restaurateur Pribil. Derselbe hat, wie schon einmal an dieser Stelle berichtet wurde, die Vierpreise erhöht, so zwar, daß er höhere Preise als im Bezirk die üblichen „UeBer die Gassenpreise" hat. Die organisierten Eisenbahner haben sich daher entschlossen, dem Pribil kein Bier mehr abzukaufen, sondern sich dasselbe billiger zu beschaffen. Nun hat dieser Restaurateur nichts eiligeres zu tun, als alles mögliche daranzusetzen, die Selbsthilfe der Bediensteten zu vernichten. Herr Inspektor Reumann hat in eigener Person interveniert, um dem Wirt wieder zu seinem Gewinn zu bringen. Aus welche Intervention das Nußdorfer Brauhaus die Abgabe des Bieres verweigerte, wollen wir nicht näher untersuchen und haben bloß in Erfahrung gebracht, daß Herr Pribil auch an den anderen Wirt, der das Bier lieferte, ein Schreiben richtete, in welchem er selben ausfordert, nach Brigittenau kein Bier zu liefern und beruft sich auf die hohen Spesen. Wir mache« nun drn Herrn aufmerksam, daß er nicht einmal s o viel P a ch t zahlt als andere für Miete allein, und rufen ihm ferner alle Begünstigungen in Erinnerung, die er genießt, infolgedessen mit geringerem Gewinn arbeiten kann. Es möge sich Herr Pribil erinnern, was er gehabt, als er das Gasthaus übernommen und was er jetzt hat und glauben wir, er kann mit den Eisenbahnerkrenzern zufrieden sein. Marienbad. Ein Muster von einem Bahnmeister ist unstreitig Herr C h m e l i k nur schade, daß sich dieser Vielseitig-verwendbare in der Berufswahl vergriffen hat, denn Herr Chmelik, würde sich entschieden besser für einen Bräu- als zu einem Bahnmeister eignen. Der Bräu-, Pardon Bahnmeister hat verdammt wenig freie Zeit zur faktischen Ausübung feines Berufes als Bahnmeister und die Bediensteten und Oberbauarbeiter müssen oft mehrere Stunden suchen, bevor sie ihren Vorgesetzten finden. Am schlechtesten geht es aber hier den Oberbauarbeitern, die nebenbei noch für das durch den Fehler in der Berufswahl entstandene Defizit immer aufkommen müssen. Eine besonders günstige Gelegenheit hiezu bietet das vor Jahren eingesührte System des Borschußwesens. Dies hat sich zwar auf Grund einer eingeleiteten Anzeige einigermaßen gebessert, doch gibt cs noch immer genug Leute, die immer noch auf ihr voreuthaltenes Geld warten. Benötigt Bahnmeister C h m e l i k größere Beträge, die sich manchmal nicht so ohne-weiters beschaffen lassen, so werden einfach die Arbeiter angepumpt. Kommt den Oberbauarbeitern die Kreditfähigkeit deS Bahnmeisters zweifelhaft vor und weisen sie das Ansinnen desselben unter 'irgend einem Vorwande ab, dann droht Bahnmeister C h m e 1 i k, daß er sich dies merken wird u. s. w. Im ganzen ein sehr nettes Verhältnis! Eine weitere Schädigung erleiden die Arbeiter durch den Verkauf der alten Schwellen, da diese immer schon verkauft sind, bevor dieselben ausgewechselt werden. Die Käufer sind meist Private. Infolgedessen ist es für die Arbeiter oft schwer, die nötige Anzahl von Schwellen zu erhalten. Wenn jedoch die Arbeiter die Konsignation zur Unterschrift bekommen, dann machen freilich die Leute große Augen, wenn die Mehrzahl eine größere Stückzahl bestätigen muß, als sie faktisch beziehen werden oder bezogen haben. Ja, es gibt Leute, die im Frühjahr ihre Schwellen mittelst Bezugschein bezahlt haben und im Winter nochmals mit der gleichen Stückzahl auf der Konsignation standen, wieder andere, die überhaupt \leine Schwellen bezogen hatten, doch 40 Stück bestätigen mußten. Es ist dies nur eine kleine Auslese von den vielen Vorkommnissen auf dieser Strecke, doch dürste dies jedenfalls genügen, daß sich die Direktion um das Treiben des Bahnmeisters C h m e l i k in Wilkowitz sowie dessen Schützling, den Arbeiter P ö tz l interessieren möge. Wir Verwarten, daß die Staatsbahndirektion m Pilsen hier umgehend eine unparteiische Untersuchung einleite und diesen russischen Zuständen ein für allemal ein schnelles Ende bereitet. Prera«. (Demagogie der Zemek& Jednota.) Um die Zemskä Jednota zu retten, bemüht sich ihr neugebackener Sekretär für Mähren, auf alle mögliche Art Zwietracht unter das Eisenbahnpersonal zu säen, trotzdem er sich eine .Blamage nach der anderen holt. Das schönste Stückei hat er zuletzt am 21. v. M. in Prerau auSgeführt. Trotzdem er wissen muß, daß die Lohnaufbesserungen auf Grund der für die Arbeiter ausgeworfenen vier Millionen Kronen erst ain 29. Juli zur Begutachtung in den Zentral-ausschuß kommen, veranstaltete er doch am 19. Juli in Prerau eine Versammlung der Heizhauswerkstättenarbeiter und brachte die Leute schließlich so weit, daß sie eine sofortige Taglohnerhöhung per 40 H. verlangten und auch infolge sofort in Streik traten. Dann begab er sich zum Werkstätteninspekior und stellte sich als Sekretär der Zemskä, Jednota und Vertrauensmann der Organisation vor. Der Inspektor lehnte aber mit den Worten: „Wer sind Sie und was wollen Sie'? Mit Ihnen habe ich gar nichts zu reden, dort ist die Tür, schauen Sie, daß Sie bald hinaus-kommen 1" jede Verhandlung ab und setzte sich mit den Arbeitern selbst ins Einvernehmen. Da wollte der liebe Pelikan die Vertrauensmänner die er früher selbst wählen ließ, vernadern und da er sah, daß die Leute aus seine bombastischen Reden nichts gaben, ergriff er schließlich das Hasenpanier. Am 22. Juli wurde, als die Sache schon schief ging, Genosse M o u k a telegraphisch nach Prerau gerufen und kam gerade zu einer Versammlung der Arbeiter, die im Brauhause abgehalten wurde, recht. Bei dieser Versammlung, die sehr zahlreich besucht war, außer den Tschechischnationalen, die im Wirtö-hause gesessen, gesoffen und die Rückkehr des Heilandes Pelikan erwartet haben, besprach Genosse M o u k a eingehend die Situation, erklärte den Leuten den ganzen Sachverhalt, und warnte diese, solche unsinnige Schritte aus Anraten eines Menschen zu unternehmen, der dafür keine Verantwortung übernehmen kann und beantwortete schließlich zu vollkommenster Zufriedenheit mehrere an ihn gestellten Ansragen. Folgende Resolution würbe am Schlüsse einstimmig angenommen: „Die heute im Prerauer Brauhause versammelten Arbeiter der Prerauer Heizhäuser erklären, daß sie die bevorstehenden Ausbesserungen auf Grund der für die Arbeiter ausgeworfenen vier Millionen Kronen abwarten werden; sollten diese aber nicht zufriedenstellend sein, nur im Einvernehmen des Arbeiterausschusses und der Personalkommission sowie der Organisation vergehen zu wollen." Karlsbad. (Bnschtiehrader Eisenbahn.) Die Station Karlsbad der B. E. B. ist für den jetzigen Verkehr viel zu klein und es ist gerade ein Wunder, wenn eS dem Verschub-personal möglich ist, den Verschub ohne größere ZugSverspätung zu vollziehen. Es steht hier kein besonderes Geleise zur Verfügung, wo bas Ausrangieren besorgt werden kann. Rur dos AuSfahrtSgeleise gegen Prag. Run betrachte man sich den Fahrplan, und man kann sich ein Bild vorstellen. Wie schaut erst der Verschub bei Nacht aus? Unsere Station ist, wie jedem bekannt, in keiner Weise beleuchtet. Die Folge davon ist, daß in den kritischen Jahreszeiten, also im Frühjahr und im Herbst, die Nächte durch starken Nebel den Leuten die Arbeit viel erschweren. Geschieht bann und wann einmal eine kleine Entgleisung, so darf man nicht den schuld-tragenden Faktoren im Personal suchen. Noch viel ärger ist es bei den Magazinsarbeitern. Diese Kategorie von Menschen scheinen die Sündenböcke zu sein. Jene müssen bei den Lastzügen die auszuladenden Güter oft zehn bis zwölf Wagenlängen schleppen, da sie meistenteils sich mit dem Sammelwagen nicht rühren können. Ans dem Geleise 5 ist der Sammelwagen Posttierl. Nun ist meistens so viel abgestellteS und abzurollendes Brutto auf selbem Geleise, daß sür den Sammelwagen nur eine kleine Strecke in Betracht kommt. Hier sind einige Herren, die es wunderbar verstehen, den Dienst in der hiesigen Station zu leiten. Zum Nachtdienst sind 16 Mann kommandiert. Sie haben jeden vierten Tag 24 Stunden Dienst mit darausfolgenden 24 Stunden frei. Außerdem sind noch sechs bis acht Mann, welche nicht im Nachtdienst eingereiht sind, welche also den Vorzug habe». Das Personal, welches jeden vierten Tag zum Nachtdienst kommandiert ist, kommt sieben- bis achtmal monatlich dazu. Also müssen die im Nachtdienst eingereihten mehr Dienst machen als die übrigen, und haben doch nur denselben Lohn wie jeder andere. Der Herr Magazineur Franz H o s e k hat auch eine besondere Freude über das Denunzieren seiner Untergebenen. Vor allem gönnt er den Ausladern die halbe Stunde Frühstück nicht, und wie oft ist es vorgekommen, wo er diese „faule Bande" schimpfte. Nun, Herr Hose!, wir fragen einmal, ist vielleicht ihr dicker Bauch von der vielen anstrengenden Arbeit, die sie verrichten ? Mitunter bläht sich auch ein gewesener Magazinsarbeiter auf (durch rastlose Tätigkeit e m p o r g e s ch w u n g e n zum Magazineur, Hausbesitzer und Stadtrat der Stadtgemeinde Fischern). Jenen Mann warnen wir ganz besonders, sonst würde man ihm ein Liebchen fingen, dessen Melodie sehr unangehm fein möchte. Aßling. Von dort wird uns geschrieben: In der Station Krainbutg wurde im Monat Mai dieses Jahres unter der persönlichen Leitung und Kontrolle deS BahnerhaltungssektionS-vorstandes Herrn P o l y a k ein Wasserkran aufgestellt, und damit die Betonarbeit ja recht gut hält, nicht weniger als 32 Fässer Portlandzement hierzu verwendet. Die Arbeitspartien mußten damals Tag und Nacht arbeiten, damit der Wasserkran zur festgesetzten Zeit in Betrieb gefetzt werden konnte. Doch als die Ar-etten so weit vorgeschritten waren, daß man den Kran hätte aufstellen sollen, zeigte sich, daß das ganze Werk vollständig verpfuscht war. Sämtliche Betonarbeiten mußten mittels starker Pulverladungen herausgesprengt und nochmals neu hergestellt werden. Solche und ähnliche Böcke soll Herr Polyak schon einige geschossen haben, die dem Bahnärar Taufende Kronen kosten. Herr Polgak macht sich sonst gerne wichtig, doch ist er dort, wo er sein sollte, selten oder gar nicht zu treffen. Im Winter, wo wir auf der Strecke manchmal bis zwei Meter Schneehöhe hatten, wäre oft eine Fahrt mit dem Schneeräumer notwendig gewesen, doch da hat sich dieser Herr lieber im warmen Zimmer aus-gehalten und sich um die Strecke verdammt wenig gekümmert. Jetzt, wo es im Freien bedeutend angenehmer ist finden wir unseren SektionSvorstand jeden zweiten Tag auf der Strecke, um die Arbeiter bei der Arbeit aufzuhalten und mit den bergauf gehenden Draisinenfahrten zu quälen. Dabei finden die Bitten und Beschwerden der Arbeiter bei Herrn Polyak feilt Gehör. Als einst die Oberbauarbeiter um eine Lohnerhöhung bittlich wurden, sagte dieser Herr ganz entrüstet: .Wenn einer um Kr. 220 Taglohn nicht arbeiten will oder nochmals um eine Lohnansb esser»n g bitten kommt, so wird er einfach entlassen". Weiters verlangt Herr Polyak, daß jeder Wächtersubstitut deutsch und slowenisch können muß, da er sonst nicht zur Wächtersubstitutenprüfung zugelassen wird. Im ganzen und großen hat Herr Polyak in der Behandlung der Bediensteten sowie vom ganzen Eisenbahndienst eine recht eigentümliche Auffassung, die sich auch in feinen Leistungen überall bemerkbar macht. Man hätte diesen Herrn bei seiner Sektion im Bahnerhaltungsdienst etwas gründlicher ausbilden sollen, denn zu einem Sektionsvorstand gehört doch so manches, was Herrn Polyak heute noch gewaltig mangelt. Wenn die Bahnverwaltung mehrere solcher Vorstände hätte, müßten viele Waggon Pulver angekauft werden, um die verschiedenen Polyak-Böcke zu sprengen. Briinn. (Dte Misere des Brünner Lokomo tiv-personales der Staatseisenbahngesellschaft.) Schon voriges Jahr waren wir gezwungen die miserablen Verhältnisse des Brünner Lokvmotivpersonales zu erwähnen, in der Hoffnung dadurch eine Besserung berbeizusühren. Leider sehen wir uns in dieser.Hoffnung getäuscht. Schon durch zwei Jahre herrscht hier ein Mangel an Lokomotivversonal, ohne daß das Geringste gemacht wird. Selbstverständlich leidet dadurch das Personal, der Maschinenmeister welcher die Lokomotiven und das Personal beistellen soll, aber weder Maschinen noch ausgeruhtes Personal zur Verfügung hat, sieht sich gezwungen eine Trübauer Maschine samt den imausgerichteii Personal zu einer Diensttour zu kommandieren und da muß gefahren werden bis zur Erschöpfung. Die Dienstleistungsausweise werden gefälscht und umgeschrieben, daß er wenigstens seine vorgeschriebene Ruhezeit am Papier hat. So haben speziell die Lastzügler die Dienstüberbürdung einerseits, andererseits die Schädigung ihres Einkommens immer zu erwarten. Rach vielmaligen petitionieren Wels-Grmskirchen. (Von der Strecke.) Derjenige Streckenwächter, welcher unlängst bei der Dienstübernahme, respektive Dienstübergabe seinen Ablöser grundlos beschimpfte und beleidigte, wird hiermit öffentlich vor einer derartigen Wiederholung gewarnt, da wir gegen Betrunkene und Dienstunfähige unnachsichtlich die Anzeige erstatten. , Wolfsberg. AnS Wolfsberg wird uns geschrieben: Anfangs Juli 1909 wurde an die Expositurleitung ein anonymes Schreiben durch die Post gesendet, worin der dortige Herr Stationsvorstand beschuldigt wurde, daß er mit einer Maschine um halb 9 Uhr abends verschoben hätte. Unterschrieben war der Brief mit den Worten: „Bon der Lokomotivmannfchaft.' Da nun das Lokomotivpersonal in den Herrn Stationsvorstand einen strengen, doch jederzeit gerechten Vorgesetzten ge-funoen hat, so liegt die Vermutung nahe, daß irgend ein charakterloser Denunziant den Herrn Statwnsvorstand durch diesen anonymen Brief gegen das Maschinenpersonal aufzuhetzen beabsichtigte, was ihm jedoch nicht gelingen dürfte. Das gesamte Lokomotwpersonal verdammt und verurteilt eine derartige Kampsesweise und erklärt diesen Brieffchreiber als gemeinen Denunzianten, der feig und hinterlistig hinter den Kulissen arbeitet. Eine derartige niedere Kampsesweise ist bei den organisierten Lokomotivpersonale weder Brauch noch Sitte und wir warnen diese lichtscheuen Individuen nochmals den Namen des Lvkomotivpersonals zu solch erbärmlichen Mitteln zu mißbrauchen. Bozen. (Eine deutsche Eisenbahnerorganisation inMeran inSicht.) Eine Gruppe deutscher Männer in Meran, an der Spitze die Herren Adjunkten Titz, P a v l e k, ZugSrevisor Oppenauer und Magazinsausseher Wruß haben es für notwendig erachtet, für den 31. Juli 1. I. beim „grauen Baren* in Meran eine Besprechung nach § 2 behufs Gründung einet deutschen Eisenbahnerorganisation einzuberufen, zu der sich zirka 20 deutsche Männer eingefunden haben. Da nun der Wiskoiil, Raorotil, MiSlovie und Podworny nicht anwesend waren, mußte der .deutsche Stammesgenosse* Wruß die Schriftführerstelle Übernehmen. Noch vor Eröffnung derselben sind plötzlich die Roten sichtbar geworden, die man selbstredend nicht hineiiilaffen kann, weil sie den echt deutschen Mann Wruß nicht verstanden hätten, wie derselbe die slawischen . Magazinsarbeiter verdolmetscht hat, als er ihnen den großen Wert dir echt deutschen Sache erklärte. Das schönste an der Sache ist nur das eine, daß man einen Genossen mündlich und schriftlich tingeladen hat, bann aber mit Bedauern hinaus-gewiesen. Jedenfalls ist daS echt deutsche Manier, das hm die internationalen Soziführer, wie sich diese Herren auszüdrücken belieben, nicht. Wien, Hauptzollamt. Ein diensteifriger Verkehrsbeamter, den sich jedoch das Personal keineswegs als Muster nehmen kann, ist der Aspirant Prinz in der Station Haupt-zollamt. Wenn man seinen Diensteifer in kurzen Worten kennzeichnen sollte, so genügen einige Silben: „Unermüdliches Jagen." Um l/«8 Uhr früh stürzt dieser diensteifrige Jüngling behufs Dienstübernahme in die Kanzlei, um mit der größten Fingerfertigkeit einige Dutzend Papierkugcln zu erzeugen, denn es ist die höchste, Zeit, daß der diensthabende Blockfignaldiencr zumindest eine Stunde mit diesen Kugeln bombardiert wird. Doch halt, was sind das sür Signale? Wahrscheinlich will schon wieder ein Zug herein. Der Herr Aspirant stellt für einen Moment das vorschriftsmäßige Bombardement mit Papierkugeln ein, ein Sprung des diensteifrigen Beamten und er ist beim Fenster. In Anbetracht der Wichtigkeit des Verkehrsdienstes wird das Fenster pfeilschnell geöffnet, ein geistreiches Gesicht wird bemerkbar und im nächsten Moment werden der Verschnbanfscher mit samt den Verschiebern zusammengeschiinpft, weil sie durch das laute Pfeifen den Herrn Aspiranten aus seinem Diensteifer aufgeschreckt haben. Dieses laute Pfeifen kann nämlich auch einmal der Herr Vorstand hören und würde sich wahrscheinlich nach der Ursache erkundigen. Besser wäre es, gar nicht pseifen, damit dieser Herr in seinem verantwortungsvollen Dienst nicht gestört wird. Kaum ist diese unliebsame .Verkehrsstörung" behoben, so erblickt sein stets wachsames Auge schon wieder eine rauchende Maschine. Um die drohende Gefahr abzuwenden, muß hier sofort geamtshandelt merzten und die schuldtragenden Kerle des Maschinenpersonals mit den nötigen bahnamtlichcn Ausdrücken beehrt werden, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Nachdem diese anstrengende Arbeit glücklich und ohne Unfall erledigt ist, kommt eine der schwierigsten Dienststunden heran; langsam, aber sicher rückt der Zeiger gegen Zwölf. Doch das ficht unseren diensteifrigen Aspiranten Prinz nicht im geringsten an und ohne jede Spur von Erschlaffung zu zeigen, setzt er sich hin und fängt an — zu essen. Auch diese aufreibende und aufräumende Tätigkeit ist kaum beendet, so grinst schon wieder der alte Diwan mit seinem abgewetzten Lederüberzug dem diensteifrigen Prinz einladend entgegen, um ja nicht aus den turnusmäßigen Mitiagsschlas zu vergessen. Denn wie könnte da die Treffsicherheit beim nachmittägigen Bombardements darunter leiden, wenn der jugendliche Schütze sich nicht vollständig von den Sttapatzen deS vormittags geleisteten Dienstes erholt hätte. Bedeutend anstrengender und verantwortungsvoller ist bet Herrn Prinz der Nachtdienst, denn da heißt es schon um 6 Uhr abends am Platze sein, damit der anstrengende Dienst des Promeuierens mit den verschiedenen Damen womöglich um halb 10 Uhr beendet ist. r . Dann rasch noch einige Zigaretten und geschwind hinter den Blockaparat aus den vielgeliebten Diwan, um im Interesse der persönlichen Sicherheit bis 3/45 Uhr schlafen zu können. Ein zehnmaliges, vorschriftsmäßiges Gähnen ist das sichere Zeichen, daß Aspirant Prinz den schweren Nachtdienst überwunden hat, um mit nachahmenswertem Pflichteifer den Tagdienst begrüßen zu löiirien. „ , Laut Instruktion 26'/« noch ein sechsmaliges Dehnen der Vordersüße und ohne jede weitere körperliche Erholung hinaus — ja hinaus zu dem Verschubpersonal, um nachzuschauen, ob diese Kerle ihren Dienst auch vorschriftsmäßig verrichten. Da nun der Diensteifer deS Herrn Prinz weder Zeit, noch Gelegenheit gibt, den Verschubdienst gründlich zu studieren, so sucht er seine Unkenntnis auf diesem Gebiet durch die Stärke seiner Aussprache zu ersetzen. Dabei findet er in dem Adjunkten Herrn Regelsberger einen getreuen Sekundanten, wo dann beide Herren vereint das unterstellte Personal schikanieren, eventuell auch ein bißchen denunzieren. Insbesondere möchten wir den Herrn Vorstand aus den Adjunkten Herrn R e g e l s b e r g e r, respektive aus dessen rohe und rücksichtslose Behandlung des Personals aufmerksam machen, da wir uns diesen Patron sonst an anderer Stelle ausborgen müßten. Klein-Reifling. Die Oberbauarbeiter der B. E. S. Hiestau beklagen fich bereits zu wiederholtenmalen über die unwürdige Behandlung durch den Bahnmeister Julius Hirn und den Partiesührer Blank. . t Letztgenannter gehört viel früher in ein Sauferasyl, als denn als Partieführer und Vorgesetzter für nüchterne und fleißige Arbeiter. Durch die Räusche des einen und die fachmännische Unkenntnis des anderen haben die Arbeiter viel unnütze Sch,kn-merunge^ zu erdulden und das Bahnürar hat dadurch den Nach-teil. Bezeichnend sür den Bahnmeister Hirn ist cs, daß er in seiner Kanzlei als Symbol seiner Würde eine — Peitsche zur Schau stellt. , ..r Oh dieses fragwürdige Instrument noch von der früheren Beschäftigung des Herrn Hirn stammt, können wir nicht genau angeb»n, immerhin läßt die besondere Verehrung einer derartigen Reliquie aus die Vorliebe der Beschäftigung Schlüffe ziehen. Herr Sektion-vorstaiid Haas wird freundlichst gebeten, auf diese beiden Herren ein besonderes Augenmerk zu richten, wenn er nicht haben will, daß aus seiner Sektion ein Taubenschlag werden soll. t t , Für den Bahnmeister Hirn und den Partiesuhrer Blank wäre es nttt vorteilhaftesten, wenn diese sobald wie möglich von der Bildflüche verschwinden würden, um dort hiuzngehcn, wo man die eigenartigen Charaktereigenschaften dieser beiden Vorgesetzten höher einschätzt als wie in Hieflau. Ja, ia, Herr H,rn, die Autorität ist beim Teufel l r.,,,., Olmütz. (Todesfall.) Wiederum hat der unerbittliche Tod einen der besten Genossen auS unseren Reihen gerissen. . Nach fast dreijähriger Krankheit ist Genosse M arkn 8, Vertrauensmann für Hodolcin und Mitglied der Pci'fonalkoni-mifion der k. k. Nordbahn an Lungentuberkulose gestorben. Welch allgemeiner Achtung sich Genosse Mark u s unter seinen Kollegen erfreute, dafür war das am 27. Juli stattgefundene Leichenbegängnis der beste Beweis. Von Olmütz unv Prerau waren dte Eisenbahner und Genossen gekommen, um Ab,chied für immer von dem treuen Kämpfer zu nehmen. ■ Die Gauleitung des dritten mährischen GaueS war durch den Abgeordneten Schloßnikl vertreten, die BezirkSorgmu-sation Olmütz durch Genossen Grimm und ZaSkolny. von der Zentrale war Genosse Adolf Müll er und als Vertreter der Landesorganisation der Eisenbahner in Mähren Genosse Mouka entssndet. Am offenen Grabe hielt zunächst der altkatholische Pfarrer Fett eine ergreifende Leichenrede. Hieraus sprachen der Reihenfolge nach: Reichsratsabgeordneter Genosse Schloßnikl, Müller, Mouka und Ocenasek. Genosse M a r k u s wird uns unvergeßlich bleiben und sein Wirken wird ein Ansporn sür viele junge Genossen sein. Leoben. (SA d b a hn.) Unter den Beamten der Südbahn in Leoben ist der Verkehrsbeamte Herr Löffler, ein ehemaliger Schullehrer, -wegen Schikanierung des Personals weit über die Grenzen feines Dienstbereiches bekannt. Wenn Herr Löffler als ehemaliger Jngendbildnerfeine Schüler ebenso behandelte wie gegenwärtig die Bediensteten, so ist seine Entfernung vom pädagogischen Gebiete notwendig ge-wesen- Wie hoch seine erzieherische Tätigkeit eingeschätzt werden könnte, zeigt seine Umgangsform mit dem Personal, die fich neben roher Behandlung noch in nicht ganz wahrheitsgetreuen Anzeigen erschöpft. Schimpfmotte wie .Gesindel" u. s. w. sind an ir wollen nicht näher darauf eingehen, weshalb der Schullehrer Löffler den Bahndienst mit dem Lehrfach vertauschte, doch hoffen wir, daß in der Behandlung der Bediensteten eine baldige Besserung sich bemerkbar macht. In der Station Leoben machen doch so viele Beamte denselben Dienst wie Herr Löffler, doch hat sich noch keiner der Herren so weit erniedrigt, um aus dem Bahnhof einen Kasernenhof zu machen. Darum, Herr Löffler, ehemaliger Pädagoge und Jugendbildner, etwas mehr Bildung und Anstand sowie männigliche Wahrheitsliebe bei Ihren durchsichtigen Anzeigen. Mus den Organisationen. Wels. Bei der am 24. Juli d. I. ftattgesundenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Leopold Polndorfer, Obmann; Franz Lehner, Kassier; Ludwig K o n r a d, Schriftführer; Holzmann, Fischer, Mayr, Bernhard, Jungmayer,Leidinger,Friedwanger, Huber, Lichl und Hittmayer, Ausschüsse. Hierauf erstattete Genosse Hattinger aus Linz den Bericht über die Zentralpersonalkommission. An der darausfolgenden Debatte beteiligten sich die Genossen Polndorser, Vogel, Straßer und Ladet. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind an Leopold Polndorfer, Keimstraß e 4, in Geldangelegenheiten an den Kassier, Franz Lehne r, Stelz Hammer st ratze 16, ZU richten. Piefting. Bei der am 25. Juli ftattgesundenen Generalversammlung der Zahlstelle wurden folgende Genossen gewählt: Johann Steiner, Obmann, Franz Rainer, Stellvertreter; Leopold Reiter, Kassier, Franz Brandstetter, Stellvertreter ; Johann Brandt, Schriftführer, Anton Hauer, Stellvertreter ; Anton Hauer, Kontrolle; Leopold Reiter, Bibliothekar ; M. Figerl und F. Taus, Ausschüsse. Hainfcld. Die Sonntags durchgesührte Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe war gut besucht, der Bericht des Obmannes sowie die Berichte der übrigen Funktionäre fanden reitfieit Beifall und wurde dem scheidenden Ausschuß das Absolu-torium erteilt. Die Neuwahl der Ortsgruppenleitung ergab folgendes Resultat: Johann Brandstätte r, Wächter, Obmann, Krumberg; Franz Happenhofer, Werkmann, Stellvertreter; Franz C y a d i rn, Werkmann, Kassier; Kaspar Sundermann, Oberwerkmann, Stellvertreter; Johann I e s e r e r, Schlosser, Schriftführer; Martin Tornar, Kondukteur, Stellvertreter; Josef R o t h e n e d e r, Verschieber, Bibliothekar;1 Rudolf K a r-becher, Schlosser, Stellvertreter; Ignaz Sieben Hose r, Lokomotivführer, Josef P r e h, Stationsarbeiter und Friedrich N e 6 e r l e, Werkmann, Ausschüsse; Leopold Hagel, Werkmann und Johann Birkner. Aushilfslokomotivsühreranwärter, Kontrolle, sämtliche in Hainfeld. Nach Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten und Beantwortung einiger Anfragen wurde die Versammlung um 5 Uhr abends geschlossen. Aßling. Bei der Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Joses Pintar, Magazinsansseher, Obmann; Anton SoDsct, Portier, Stellvertreter; Lorenz Krottendorf, Magazinsausseher, Schriftführer; Josef Schleschitz, Streckenwächter,Stellvertreter; PaulGroznik, Portier,Kassier; Joses Sbasnit, Lokomotivheizer, Karl Sausing, Kontroll-wächter, Franz 6 i m L a, Oberbauarbeiter, Stellvertreter; Johann Omann I, Verschieber, Bibliothekar; Ferdinand Kart-i n i g, Verschieber, Stellvertreter; Friedrich,T ra ttner, Platzmeister, Kassierkontrollor; Karl Gabriel, Wagenwärter, Stellvertreter; Josef Mrak, Oberbauzimmermann, Anton Glinig, Magazinsarbeiter, Kaspar F e u e r a b e n d, Weichenwächter, Johann Omann II, Weicheiiwächter, Joses LoLar, Kohlen-partiesichrer, Ausschüsse; Alois P r e ft v r, Kohlenarbeiter, Karl Eherer, Oberbaupartieführer, Johann A m b r o z, StationS-arbeiter, Josef B o g a t a j, Weichenwächter, Ersatzmänner. Rauönitz-Slatvikowitz. Im Laufe des letzten Jahres ist die Anzahl der organisierten Eisenbahner auf unserer entlegenen Strecke derart angewachsen, daß die Zentrale der Organisation zur Errichtung einer Ortsgruppe an Stelle der bereits bestandenen Zahlstelle in Rausnitz-Slawikowitz schreiten mutzte. Die konstituierende Versammlung der neuen Ortsgruppe fand am 11. Juli statt und wurden in die Leitung derselben folgende Genossen gewählt: C h l a d e k, Obmann, Dohnalek, Stellvertreter ; Martin Ski-ivanek und Frühauf, Schriftführer; Havranek, Kassier; Paulik, Söitafek, FranzSklivanek und sRysane k, AuSschutzmitglieder; Prneny, Kkivanek und BaSta, Kontrollkommission; als Subkassiere wurden bestimmt: Peter P o m a n n für W i f ch a u, Franz K o v a l i k für Eywanowitz und Karl Sykora für die StreckeWischau-E y w a n o w i tz. Als Vertreter der Zentrale referierte Genosse Mouka über die Bedeutung der Organisation und schlotz unter großem Beifall mit einem Glückwunsch für den neugeschaffenen Vorposten im Kampfe der organisierten Eisenbahner. Von allgemeinem Interesse waren ferner die Ausführungen des Genossen 'Rudolf Paulik, Mitglied des Direktionsarbeiterausschusses. Der Redner sprach über diq Bedeutung der Personalkommission und Arbeiterausschüsse, sowie deren Verhältnis zur Organisation und verstand es, mit kurzen kernigen Worten die Aufmerksamkeit sämtlicher Zuhörer zu fesseln. Reicher Beifall lohnte den jungen Vorkämpfer, als er seinem Referat die Mahnung anknüpfte, jeder Eisenbahner möge eingedenk des Wahlspruches: „In dergEinigkeit liegt die Macht!' feine Pflicht erfüllen und unermüdlich in der Organisation tätig sein, damit dieselbe sowie die Vertrauens-inännerinftitutionen jederzeit bei Vertretung der Wünsche des Personals auf die Solidarität des Gefamtftandes Hinweisen können. Der bisherige Zahlstellenleiter Genosse K u p n i k, welcher demnächst in feine neue Domizilstation Göding übersiedeln wird, richtete an die organisierten klassenbewuhten Eisenbahner den Appell, in der aufklärenden Arbeit jederzeit auszuharren und widmete hierauf kurze Abschiedsworte der ihm Itebgewordenen Ortsgruppe. Unter allgemeiner Bewegung würdigten hierauf die Genossen Mouka und Paulik und in Vertretung der politischen Organisation Genosse S m e t a n a die unermüdliche Tätigkeit des Genossen Kupnik und begeistert nahmen die Versammelten die Versicherung auf, daß der ausgestreute Samen aus guten Boden gefallen ist, und daß die Eisenbahner dieser entlegenen Strecke jederzeit in der Lage sein werden, mit berechtigtem Stolze auf ihre starke Organisation hinzuweisen. Es wurde hierauf noch der Beschluß gefaßt, die monatliche Mitgliederversammlung jeden ersten Sonntag im Monat um halb 3 Uhr nachmittags im Gemeindegasthaus in Slawikowitz abzuhalten, wo auch die Mitgliedsbeiträge eingezahlt werden. Alle Zuschriften in Ortsgruppenangelegenheiten sind zu adressieren an den Obmann Anton Chladek, Wächterkontrollor, in Kassenangelegenheiten an Johann Havranek, Stationsmeisteranwärter, beide wohnhastinSlawikowitz, Post Neu-Rau snitz. Zeltweg. Samstag den 31. Juli fand in Herrn N i ch-lerS Gasthaus die Abschiedsfeier des nach Amftetten versetzten Genossen Anton Ackerl statt, die durch den guten Besuch bewies, daß Genosse Ackerl bei der organisierten Arbeiterschaft sehr beliebt war. Es wurde ihm vomGenossenFasser im Namen der Lokalorganisation und der Ortsgruppe der Eisenbahner von Zeltweg, vom Reichsratsabgeordneten Genoffen Vinzenz Muchitfch im Namen der Landesparteivertretung und vom Genoffen R e g-n e r im Namen der BezirkSorganisation Knittelfeld für seine aufopfernde Tätigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen. Genosse Fässer überreichte ihm ein von den Genossen Eisenbahnern gewidmete« sinniges Erinnerungszeichen für fein ununterbrochenes, verdienstvolles Wirken als Obmann der Eisenbahner der Ortsgruppe Zeltrveg. Die organisierte Arbeiterschaft von Zeltweg bedauert daS Scheiden des Genossen Ackert aus ihrer Mitte um so mehr, da sie an ihm einen tüchtigen Genossen verliert» und beglückwünschte die Amstetter Genossen zu ihrem neuen Kämpfer. Die Zeltweger Genossen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und wünschen, daß es ihm in seinem neuen Domizil sehr gut gehen möge, und rufen ihm und feiner Familie nochmals ein herzliches Lebewohl nach. Zum Schlüsse sei den erschienenen Genossen Sängern von Zeltweg der herzlichste Dank für ihr Mitwirken an der Abschiedsfeier ausgesprochen, wodurch sie uns die letzten Stunden, die wir noch mit dem Genossen Ackerl verbrachten, verschönerten. Die Genossen Eisenbahner von Jitdcnbunj, welche leider dienstlich verhindert waren, an der Abschiedsfeier teilzunehmen, rufen dem Genossen Ackerl ein herzliches Lebewohl nach. Graz. (Heizhaus derSüdbahn.) Im Grazer Südbahnheizhaus Hais immer einen Haken. Das, was die Herren Souchefs gern hätten, kann das Personal nicht tun und was das Personal nach Vorschrift macht, paßt den Herren Souchefs nicht. Und so kommt es leider vor, daß Rapporte nicht so ein- tetragen werden, wie sie die Meldung der Führer enthalten, lamit die betreffenden Herren das nicht abstreiten können, so reden wir etwas deutlicher darüber. Es kommt ja nicht selten vor, daß die Herren Vorgesetzten beim Nachtdienst hie und da a Natzerl machen (was wir ihnen gar nicht verübeln) und da ist es leicht möglich, daß sie ihre Pflicht mitunter dabei vergessen. Es kommt auch vor, baß der Führer hie und da in seiner Meldung, wenn es um feine Haut geht, von der Pflichtvergeffen-heit feines Vorgesetzten Erwähnung tut. Dies fehlt dann in der Buchung vollständig und ist noch eher zugunsten des Herrn Souchefs eine Bemerkung dabei, obwohl er in Wirklichkeit die ganze Sache vernatzelt hat. Die Sonntagsfahrordnung wird fast alle Sonntage nach einem anderen Muster ausgearbeitet, weil mitunter doch ein Liebkind vorhanden ist, das mit etwas Besserem bedacht werden muß als die unverbesserlichen Krakeeler. Die sollen nur das Ueberbleibsel fressen. Man muß wirklich sagen, daß mit der Verteilung der Sonntagszüge Herr S ch m i d, welcher derzeit Sonchefdienst macht, ein außerordentlicher Praktikus ist. Am 15. Juli wurde der sogenannte Einspriugturnus I£ s mit dem Bemerken abgeändert, daß die k. k. Generalinspektion drei auseinanderfolgende Nächte nicht zulasse. Am 1. August d. I. trat ein neuer Turnus in Kraft, taut welchem daS Personal wieder drei auseinander folgende Nächte durchzufahren hat. Ob die k. k. Generalinspektion auch von dem neuen Turnus Kenntnis haben wird, wissen wir nicht, hoffen aber, datz sie auf unseren Bericht aufmerksam wird und dann aber^ sofort den Grazer Turnusfabrikanten anständig das Hinterzeug ausklopst, zumal das Personal nach diesem Turnus gar keinen freien Tag hat, trotzdem der Ministerialerlatz einen 24ftiinbigen freien Tag verschreibt, in den die Ruhezeit »ach der Diensttour nicht eingerechnet werden darf. Versammkmgslierichte. Waidhofe» a. d. 9)663. Den 21. Juli, um 2 Uhr nachmittags, fand im Arbeiterheim eine gutbcfuchte Eisenbahner-Versammlung statt, in welcher Zentralkommissioiismitglied G e-noffe Sommerfeld den Bericht über die letzten Sitzungen der Zentralpersonalkommission erstattete. Reicher Beifall lohnte denselben für feine klaren und Icichtvcrftändlichen Ausführungen. Der Vorsitzende brachte hierauf folgende Resolution zur Abstimmung,: , , . » Die heute den 21..Zuli 1009 in Waidhofen versammelten Eisenbahner. 5er k. k. Staatsbahn sprechen ihren Vertretern in der Zentralpersonalkvmmission das vollste; Vertrauen aus und fordern dieselben auf, unentwegt an dem dem Exekutivkomitee tut Oktober 1908 gegebenen Versprechen, Automatikverkürzung von 1000 Kr. auf 1100 Kr. mit zwei Jahren feftzuljalten. Ferner.bestehen dieselben auf sofortiger Annullierung der Klausel im k. k. Minisierialerlaß Zahl 14.53o, worin es heißt, daß eine Oualisikationsnote vierten Grades (ungenügend) die Vorrückung hemmt, was viele brave Eisenbahner um ihr langersehntes Avancement bringen würde. Diese Resolution wurde "einstimmig angenommen. Nachdem noch einige Anfragen vom Referenten in zufriedenstellender Weise beantwortet wurden, schlotz der Vorsitzende mit einem Dank für das zahlreiche Erscheinen um 5 Uhr nachmittags die Versammlung. Bregenz. Am 18. Juli d. I. fand in Levis eine freie Wächterversammlung statt, - in welcher Genosse Bernardi den Bericht von der Reichskonferenz erstattete. Zur leichteren Durchführung einer regen Agitation wurde das Vertrauensmänner-fystem eingeführt und als Landesvertrauensmann Gettoffe Ber-nardi gewählt. Klosterneuburg. Montag den 2. August d. I. fand in S t r a tz e r s Gasthaus eine gutbcsuchte Versammlung statt, in welcher Genosse Sommerfeld referierte. Kleinreiflmg. Am Sonntag den 27. Juli 1909 fand um halb 2 Uhr nachmittags im Gasthaus „zur schönen Aussicht in Kastenreith eine gut besuchte Mitgliederversammlung statt, in welcher Genosse Somitsch aus Wien in leicht faßlicher Weise die Organisation und ihre Erfolge besprach und allgemeinen Beifall erntete. Mit einigen kräftigen Worten von feiten des Vorsitzenden wurde die Versammlung um 5,'45 Uhr geschlossen. Wie». (V e r s a m »t l u n g d e r O b e r b a u a r b e i t e r.) Am 31. Juli 1909 fand in HorakS Saal, XV., Neubaugürtel 15, eine von 400 Personen besuchte Versammlung der Bahnerhaltungsarbeiter von Wien (k. k. Staatsbahn) statt, in welcher die gewählten AuSschutzmitglieder des DircktiouSausschusseS dieser Kategorie über die am 22. Juli stattgcftnidene Sitzung wegen der Lohnregulierung Bericht erstatteten. Genosse Schneider schildert in seiner Einleitung die Entwicklung des Kampfes im Jahre 1908 und die Auflösung der alten und Schaffung der neuen Arbeiterausschüsse. Der neue Arbeiter-ausschutz wurde sofort nach den Wahlen zu einer Vorbesprechung einberuseu, in welcher die Staatsbahndirektion bekanntgab, welche Summe ihr zur Verfügung steht und wie sie dieselbe aufzuteilen gedenke. In der offiziellen Sitzung am 22. Juli 1909 wurde dem Ausschutz das fertige Elaborat vorgelegt, das sie nun annehmen oder ablehnen konnten, ohne daß daran etwas geändert worden wäre. Höchstens, daß sie imstande gewesen wären, eine weitere Verzögerung herbeizuführen. Der Ausschutz hat daher diese Vorlage angenommen, jedoch verlangt, daß der eingesetzte Betrag in der vollen Höhe noch einmal vom f. k. Eisenbahnminifterium bewilligt wird, um die unzureichende Lohnerhöhung mit den Teiierungsoerhältnisfen in Einklang ■ zu bringen. Genosse Schneider schließt mit dem Appell, die Organisation auszubauen, um dem Arbeiterausschuß auch den nötigen Rückhalt zu geben. Genosse Hinterwallner zeigt an einem Beispiel die ungerechten Löhne im Verhältnis zur Dienstzeit, davon wollte die Direktion nichts wissen, sie wisse nur die Fälle, wo einzelne mit kürzerer Dienstzeit einen höheren Lohn haben, als sie nach normalem Vorrücken haben könnten. Damit glauben die Herren ihre Sozialpolitik schon bewiesen zu haben, wir wissen aber, datz dies nur aus Kosten und zum Schaden der großen Masse gemacht wurde und man dabei noch den edlen Zweck verfolgte und auch erreichte, datz die Arbeiter gegen einander aufgehetzt und uneinig wurden; es wäre endlich Zeit, datz die Arbeiter dies einfehen und solchen Sachen durch strammen Anschlutz an die Organisation ein Ende machen würden. Genosse Hofbauer erklärte die zugestandene Lohn-regcltmg ebenfalls für unzureichend und beantragte eine Resolution, in der die Erhöhung der Minimallöhne und die Aufbesserung der älteren Arbeiter im Verhältnis zu ihrer Dienstzeit verlangt wird, wozu die nötige Summe vom k. k. Eisenbahnministerium noch zu bewilligen ist. Schlieblich forderte er die versammelten Bahnerhaltungsarbeiter auf, die Organisation und das Vertrauensmännersystem auszubauen, damit auch hier endlich einmal mit den schon längst unwürdigen Zuständen aufgeräumt wird. In gleichem Sinne sprechen noch die Genossen P e t r a k und D i e r, worauf der Vorsitzende Genosse Hutterer nach einigen kernigen Worten um halb 11 Uhr nachts die Versammlung schloß. Prerau. Am 2. Mai d. I. fand in Prerau eine Versammlung der Stationsmeister und Stationsmeisteranwärter statt, in der folgende Resolution einstimmig angenommen wurde: „Das PcrsonalkommissionZmitglicd Genosse Kupnik wird aufgefordert, bei der Direktion die nötigen Schritte einzuleiten, damit den beim Telegraphendienst in den Dispositionsstationen ausübenden Organen die Nachtdienstzulage von 1 Kr. auf Kr. 1*50 erhöht wird." Genosse Kupnik ist dem Wunsch des Personals nachgekommen, aber das k. k. Eisenbahnministerium hat prinzipielle Gründe, die Forderung abzulehncn — wahrscheinlich, Herr BilinSki, das bosnische Abenteuer — es sandte ein Zirkular mit folgendem Wortlaut: Nr. 28.064 B. I. W.' SammluugS-Nr. 356. Zirkular an die k. k. Bah nb etri eb sä nt t e r Wien. S tr atz ho s,L u n d e nbu r g,Hull e i n, P r er a u, Brünn und Olmütz. Das k. k. Eisenbahnininisterium hat dem Direkuons-nttstrag aus Erhöhung der Nachtdienstzulage für die in den Dispositionsstationen den Telegraphendienst ausübenden Organe aus prinzipiellen Gründen keine Folge gegeben. Hiervon wollen Sie das in Betracht kommende Personal in geeignet erscheinender Weise verständigen. Wien, am 31. Juli 1909. Der Betriebsinfpektor: I. V. Böhm. Wir Sozialdemokraten, an solche Halbheiten gewöhnt, dachten an weitere Ausarbeitung unserer Forderung, anders aber unsere Gegner. Sie erhoben ein Zetergeschrei, ja, daran sind nur die Sozialdemokraten schuld, die haben mit der Regierung einen Pakt abgeschlossen und jetzt müssen sie ruhig sein. Nun, liebe „I e d n o t a f i" und „R e i ch s b ü n d 1 er", ihr habt keinen Pakt abgeschlossen, habt also die Hände frei, zeigt uns doch auch einmal, daß ihr Forderungen deL Personals durchsetzen könnt, damit ihr nicht immer auf Raub ausgehen müßt, wie die Hyänen des Schlachtfeldes. Und ihr, Stationsmeifter, wißt nun, woran ihr seid, datz ihr euch weder mit He-1 oder Nadzargeschrei, noch mit prinzipiellen Gründen von oben den Magen sättigen könnt. Darum hinein in die Gewerkschaft und wenn jeder seine Pflicht tut,mutz der Sieg unser sein. Verschiedenes. Einzahlen allein tnt's nicht. Es sind viele der Meinung, cs sei genügend, wenn sie sich in eine Organisation einschreiben lassen und ihre Beitrüge entrichten. Daß man aber als Mitglied nicht nur die Pflicht zur Zahlung der Beiträge hat, sondern das; man mich agitieren und Mitarbeiten, mithelfm muß an allen Bestrebungen der Organisation, das übersehen sehr viele. Wie viele sind es, die glauben, für die Erreichung höherer Löhne, Verkürzung der Arbeitszeit, Durchführung des Ruhetages und anderer Arbeiterschntzbestimmungen zur Wahrung der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter Genüge getan zu haben, wenn sie einzahlen. Und doch ist mit dem bloßen Einzahlen noch keine einzige Forderung durchgesetzt, es ist damit allein noch kein höherer Lohn, keine Verkürzung der Arbeitszeit, kein Ruhetag, keine der übrigen Forderungen erreicht. Auch hat die Organisation nicht nur materielle Verbesserung zum Ziele, sondern sie sucht auch die Bildung unter den Mitgliedern zu fördern durch Vorträge, Versammlungen, Diskussionen, durch Unterrichte u. s. w., wo es sich jedes einzelne Mitglied zvr Pflicht machen sollte, an allen diesen Veranstaltungen teils zunehmen. Nicht eine rechnungsmäßige Zahl von Mitgliedern allein wird der Organisation nützen, sondern sie müssen auch überzeugte, kampflustige Streiter sein. Und wenn wir das und noch vieles andere in Betracht ziehen, was noch zu tun ist und ungelöst auf alle, die es mit der Organisation ernst nehmen, wartet, so kann man den Mitgliedern, die ihre Pflichten schon im bloßen Zahlen gedeckt finden, nur zurufen: Es ist eure Pflicht wie die eines jeden Mitgliedes, mitzutun an allen Aufgaben und Bestrebungen eurer Organisation. Nicht alle können Schriftgelehrte werden, aber alle können Mitarbeiten an dem großen Werke des Besserwerdens, ein jeder kann und soll Kleinarbeit leisten von Tag zu Tag, von Werkstatt zu Werkstatt, von Mctmi zu Mann. Tue deshalb jeder Genosse seine Pflicht. Wenn alle Mitglieder ihrer Pflicht voll und ganz genügen, dann ist unsere Organisation eine festgeschlossene, zielbewußte Schar von Streitern und Kämpfern. Das gemeinsame, einheitliche und zielbewußte Handeln kann und muß zum Ziele führen. Nicht nur kürzere Arbeitszeit, höhere Löhne u. s. w. ivoilen wir, sondern wir wollen unser Teil erstreiten an allem dessen, was uns von den Reichen und Mächtigen vorenthalten wird; auch wir wollen die Schönheit der Natur und ihre Poesie bewundern, auch wir wollen an all den Kulturschätzen, die heutzutage nur Besseren zugänglich sind, teilnehmen. Aber wir müssen auch den Dornenweg durchschreiten, der zu einer gerechten, besseren, höheren Gesellschaftsordnung führt, der verbunden ist mit unnachgiebigem Agitieren, Organisieren, Streiten, Kümpfen und Siegen. Aber Opfer einzelner können vermindert werden, wenn alle, die mit uns fühlen und denken, ein jeder ein wenig von den Opfern auf sich nimmt. Der Weg zum Ziele wird dadurch viel kürzer gemacht und die Gefahren werden oiel leichter zu überwinden sein. Organisiert fein heißt in die Reihen derer zu treten, die für bessere Arbeits-, Lohn- und Lebensverhältnisse und somit für bessere Gesellschcistszu-stände kämpfen. Große Aufgaben harren unser, die keine einzelne Branche der Arbeiter imstande ist, zu lösen, die nur erfüllt werden können mit den Arbeitern aller Nationen als Arbeiterpartei der arbeitenden Menschen überhaupt. Wir müssen oaher unsere Organisationen nach jeder Richtung zu vervollkommnen trachten, denn nicht nur als Arbeiter einer wichtigen Branche organisieren wir uns, sondern als Glieder der organisierten Arbeiterschaft aller Länder, wo es solche gibt, um zusammenzustehen in Freud und Leid zum Kampf und Sieg. Die neue bayerische Lokomotive. Die bayerischen Staatsbahnen sind mit den besten Betriebsmitteln ausgerüstet. Und das ist im Hinblick auf die besonderen Schwierigkeiten, mit denen sie bei den stark wachsenden Steigungen und Gefällen zu rechnen hat, notwendig. Sie wendete stets ihr Augenmerk der Verbesserung des Maschinen» und Wagenmaterials, namentlich auf den großen, dem Schnellzugsverkehr dienenden Linien zu. Unterstützt rZithemT^ aller Systeme, VioBineiv nadx allen McislermoO., Celli, Manilolinen, Gitarren gegen geringe r Photogr. 1 Apparats Slaiiv-u. Handkameras neueste Typen zu bill. Preisen gegen bequem. Waffen Doppelflint., Drillinge, Sdieibenbüths., Revolver usw. gej. bequeme von 2 Kr. an. llluolr. Kamera-Katalog grat.u. hei. Postkarte genügt. Bial L Freund Wien VI,50 Anöcre Gläser m.bestcr Paris. Opt. zu all. Preis. lll.Qläaerkatalg. gr.u.lr. Bial 8t Freund Wien VI/50 v. 2 Kr. an. III. Katalog überSaltcnlnstrumente gral.u.lr. Poslk.geniigt. Bial & Freund Wien VI/50 von 2 Kr. an. lilustr. Grammophon - Katalog gral.u.lr. Poatk.genügl. Bial Ä Freund Wien VI/50 FaAmänn. Leitung. Iii. Wallen-Katalog grat.u. frei. Postkarle genügt. Bial & Freund Wien VI/50 wird sie dabei von hervorragend leistungsfähigen einheimischen Maschinenfabriken. Die seit einigen Jahren die Schnellzüge fahrenden neuen bayerischen Schnellzugsmaschinen 8 2/5 und 8 3/5, die trotz ihrer großen Ausmaße ein gefälliges Bild bieten, wurden in letzter Zeit sehr vervollkommnet und zu noch höherer Leistungsfähigkeit gebracht. Eine solche, von der Firma Massel erbaute Maschine (2/6) zierte bereits die vorjährige Münchener Ausstellung, und deren Schwestermaschinen — sieben Stück — (S 3/6) werden Heuer in Betrieb gestellt. Diese Maschinen eignen sich besonders zur Beförderung sehr schwerer Schnellzüge und werden auf den Strecken München-Berlin, München-Salzburg-Wien und München-Paris in Dienst gestellt. Weitere zehn solcher Maschinen sind in Bau begriffen. Diese Maschinen sollen vie kostspieligen Vorspannleistungen, deren Beseitigung auch aus Gründen der Betriebssicherheit erwünscht ist, entbehrlich machen. Ferner sollen durch sie die Bor- und Nachläufer von Schnellzügen eintjefpmt werden. Der Schuellzugbetrieb wird also durch sie wirtschaftlicher. Die neue 8 SIQ ruht auf sechs Achsen, wovon die drei mittleren als Triebachsen, die tn einem Drehgestell vereinigten zwei vorderen Achsen sowie die Hintere Achse als Laufachsen angeordnet sind. Der Durck/messer der Triebräder beträgt 1870 Millimeter, der der vorderen Laufräder 950 Millimeter und der der Hinteren Laufräder 1206 Millimeter. Die Lokomotive hat ohne Tender ein Leergewicht von 78 6 Tonnen und ein Dienstgewicht von 86-1 Tonnen. Von diesem entfallen auf die drei Triebachsen je 16 Tonnen oder zusammen 48 Tonnen. Die vier nebeneinander gelagerten Dampfzylinder arbeiten gemeinsam, das heißt im Verbund, auf die mittlere gekröpfte Triebachse, die der Sicherheit wegen aus Nickelstahl hergestrllt ist. Zwei Steuerungen, eine auf jeder Maschinenfette, 1 regeln die Dampsverteilung in den vier Zylindern. Die zwei innen liegenden Hochdruckzylinder haben einen Durchmesser von 425 Millimetern und einen Kolbenhub von 610 Millimetern, während die zwei auhenliegenden Niederdruckzylinder bei einem Kolbenhub von 670 Millimetern einen Durchmesser von 650 Millimetern haben. Der Kessel ist für eine Dampfspannung von 15 Atmosphären gebaut und mit Dampfüverhitzer, System Schmid, versehen. Seine Heizfläche betrügt 268'4 Quadratmeter und seine Rostfläche 4 5 Quadratmeter. Die Lokomotive besitzt ivie alle neueren Schnellzuglokomotiven einen geschmiedeten Barrenrahmen. Die innen liegenden Teile des Triebwerkes sind gut zu übersehen und leicht zugänglich. Der vierachsige Tender der Lokomotive saht nicht weniger als 26.000 Liter Wasser und 75.000 Kilogramm Kohlen. Das Gesamtdienstgewicht von Lokomotive und Tender beträgt 141-8 Tonnen, die Gesamtlänge 21-396 Meter und der größte Radstand 18-842 Meter. Lokomotive und Tender haben Westinghouse-Lustdruckbremse, die aus sämtliche Räder wirkt. Der Tender hat auch noch eine Handbremse, Die Kosten der neuen 8 3/6 betragen ungefähr 118.000 Mt. Die Lokomotive hat bei den bisherigen Probefahrten einen Wagenzug von 400 Tonnen Gewicht auf wagrechter Bahn mit einer Geschwindigkeit von 110, bei Steigungen von 5°/00 mit einer solchen von 90 Kilometer und bei Steigungen von IO0/™ mit einer solchen von 60 Kilometer in der Stunde befördert. Dabei hat sie Kesselleistungen bis zu 2000 Pferdestärken entwickelt. Einen Wagenzug von 480 bis 500 Tonnen Gewicht vermag sie auf wagrechter Bahn ohne Ueberanstrengung des Kessels dauernd mit einer Geschwindigkeit von 90 bis 100 Kilometer in der Stunde zu fahren. Gegenüber der vor etwa 15 Jahren in Betrieb gewesenen Schnellzugsmaschine BIX, die auf den Kilometer 13 Kilogramm Kohlen brauchte und bei 80 bis 90 Kilometer Geschwindigkeit 95 Tonnen beförderte, benötigte die neueste 8 3/6 nur 14 Kilogramm Kohlen, wobei sie aber über 400 Tonnen bewegt und noch die Schnelligkeit der alten Maschinen weit übertrifft. Es sind also tatsächlich überaus große Fortschritte aus dem Gebiete des Maschinenbaues in kurzer Zeit erzielt und von der bayerischen Staatsbahnverwaltung ausgenutzt worden. Pfäffischer Größenwahn. Wie eine jener berüchtigten Eruptionen der wahnwitzigsten Selbstüberschätzung, Selbstberäucherung und Selbstgottesdünkels aus der Zeit des Verfalles der römischen Kaiser, welche man als Cäsarenwahnsinn bezeichnet hat, mutet uns eine Aeußerung des bayerischen Pfaffenblüttchens „Die Welt am Montag" au, die den Hochmut und Größenwahn der katholischen Priester in ebenso widerlicher als lächerlicher Weise zum Ausdruck bringt. Die Stelle, einem mit bischöflicher Genehmigung bei Auer in Donauwörth erschienenen „Schu^ngel-btief" entnommen, der auch in Oesterreich stark verbreitet wird, lautet: „Keine menschliche Zunge ist imstande, die erhabene Würde eines katholischen Priesters zu schildern. Sie über ratzt die Hoheit der Kaiser und Könige, ja selb st die M a j e st ä t der e r h a b e n st e n H i m m e l s s ü r st e n. Die Engel sind Boten Gottes, die Machthaber dieser Welt, Gottes Stellvertreter in irdischen Dingen, Hoch über beiden st ehen die P riest er, denn sie sindGottesStellvertreter in Sachen des ewigen Heiles. Ihre Würde ist darum göttlich zu nennen. Die allerheiligste Jungsrau Maria hat nicht s o l ch e M a ch t, denn sie kann nicht die allerklein st eSün de vergeben; der Priester aber kann die himmelschreiendsten mit einem Worte austilgen —- er ht darum der Vater seiner Gemeinde, der größte Wohltäter des Volkes. Was folgt daraus? Schreibt der Katechismus den Kindern schon Liebe, Gehorsam und Ehrfurcht gegen die Eltern vor, in wie viel höherem Maße gebührt sie dann dem Priester, dessen Würde und Wohltaten unermeßlich größer sind als die der leiblichen Eltern! Darum darfst du nie des Prics«»rs Ruf tierletjen durch etwaige Schwächen — F l u ch s o l ch e n L i p p e u, d i e eine heimlich eSün de des Priesters ans Licht ziehen oder auch selbst ein schweres AergerniS desselben anderen Mitteilen! Hingegen sorgt für sein leibliches Wohl, seid pünktlich im Za hlen d er Gebühren und Lasten. Was Ihr ihm vorenthaltet, das verweigert Ihr Gott selbst, dessen Stellvertreter er ja ist." — Sehr erbaulich! Am ergötzlichsten klingt der Austrag an die Schäslein, für des Hirten leibliche Bedürfnisse gut zu sorgen. Das ist eigentlich des Pudels Kern: reichliche Speise und Trank und eine dralle, junge Wirtschafterin für den würdigen Zölibatär und beileibe keine üble Nachrede. Sonst Fluch und GotteS Zorn 1 Wenn in der Weltstadt der Verkehr stockt. Doktor Jacques B e r t i l l o n gibt anknüpfend an den Streik der französischen Postbeamten in „Jo n»is taut“ ein interessantes Bild der Möglichkeiten, die entstehen würden, wenn in einer Weltstadt wie Paris alle Staatsbeamten und Arbeiter gemeinsam in beit Generalstreik träten und damit eine Menschen-anhünsung von sast vier Millionen mit einem Schlage vorn NahrungsmittelanStausch mit dem Lande Abschnitten. Der Streik der Eisenbahner würde die Schlachthöse veröden lasse». Paris verzehrt alljährlich 275.000 Ochsen und Kühe, 45.000 Pferde, 290.000 Kälber, 8,125.000 Hammel und 415.000 Schweine, täglich nicht weniger aus rund 8600 Tiere, die alle aus der Provinz mit der Bahn nach Paris befördert werden. Dazu kommt noch das geschlachtete Fleisch und die 50 Millionen Pfund Geflügel und 92 Millionen Pfund Fische, die alljährlich nach Paris versandt werden. Aber nicht an Fleisch allein würde e8 mangeln. Paris empfängt im Jahre rund 3 Millionen Zentner Mehl und Getreide, 1,512.000 Zentner Speisewaren, 1,798.000 Zentner Zucker, 305 Millionen Liter Millch. Eine der größten Gefahren aber wäre der eintretende Wassermangel. Der Wasserverbrauch von Paris beträgt zurzeit für den Kops der Bevölkerung rund 260 Liter Wasser am Tage. Die gewaltigen Aquädukte mit ihrer riesigen Leitungslänge von 2650 Kilometern würden bei dem Streik der Wasserarbeiter bald verödet liegen, und die Einwohner wären genötigt, ihren Wasserbedarf in Wagen oder mit Eimern aus der Seine zu holen. Die Beleuchtungen, die Industrien, ja selbst die Heizungen in Privatwohnungen wären unmöglich, wenn durch das Stillliegen der Verkehrsmittel die 3 Millionen Tonnen Kohle ausblieben, deren Paris jetzt bedarf. Der Streik der Postbeamten würde in einer Woche so viel Bries-uud Telegrammmaterial in den Postämtern zusammenströmen lassen, daß man den Obelisk des Konkordienplatzes ohne Mühe in einen gewaltigen Papierberg begraben könnte. Denn ein einwöchiger Poststreik bedeutet 300.000 unbestellte Depeschen, 100.000 unbestellte Rohrpostbriese, 600.000 aufgehaltene Durchgangsdepeschen und 26 Millionen Papierbogen aller Art, Briefe, Drucksachen, Zeitungen: insgesamt mehr als 1300 Kubikmeter eingepreßten Papiers. Die Straßen würden in kurzer Zeit kaum mehr , passierbar sein, denn im Jahre produziert Paris rund 1,325.000 Kubikmeter Straßenschlamm und Schutt; dazu käme der Hausmüll, der im Jahre 220 Millionen Kubikmeter erreicht. Reliquienschacher. In der Nummer vom 1. Mai der „Pfarrämtlichen Nachrichten für Deutsch-Gabel und Riugelshaiu" findet sich folgende Mitteilung an die frommen Gläubigen: Es ist ei» Vorrat von Reliquien der seligen Z d i s l a w a in den Händen des hvchwürdigen Bischofs. Es können Gläubige Reliquien erhalten, wenn sie die Kosten einer , Verschluhkapsel tragen wollen. Es sind solche um 3, 5 , und 10 Kr. zu haben. Die „selige Zdislawa" ist also zum Handelsartikel geworden. Und angesichts solcher Angebote wagen cs die Pfaffen noch, den Reliquienschacher zu leugnen. Das Bett ist eine kleine Betrachtung Peter Altenbergs in der „Wiener Allgemeinen Zeitung" betitelt. ES heißt da: „Dein Bett ist wunderbar, so eine Art Refugium vor den Gefahren des wachen Lebens! Aber zugleich eine Gefahr selber nämlich eine Art von Varsarg deines Gestorbeuseins. Dein Leben erhält im Bette retardierende Kräfte, das alles, was entgegenmirten soll deinem Absterben, läßt nach! Nur außerhalb deines Bettes bist dn eigentlich widerstandsfähig den tausend feindlichen Mächten deines Lebens! Im Bette bist du ihnen unentrinnbar ausgeliefert, verfallen, uud du selbst verfällst! Dem Bett schützt deine vorhandenen Kräfte, aber zugleich verhindert cs die Zufuhr deiner neuen möglichen Kräfte durch das bewegte Leben deS Tages! Du ziehst dich zurück aus dem nützlichen Kampfe I Dein Bett ist eine Art von Vorsarg I Es ist derTod im Leben! Ein sanfter Tod, von dem cs eine Auferstehung gibt! Aber vergiß es nie. Erwachsener: Kinder in der Wiege, Kranke in ihrem Bette schlafen unendlich lange! DaS heißt einfach, sie find noch nicht lebensfähig I Sonst würden sie das .Wachsein" vertragen I Der wahre Mensch lebt, der schlafende ist gestorben! Man kann viele Sünden durch ausgiebigen Schlaf ersetzen . Aber wenn man keine begeht ?! V Dein Beit ist dein Vorsarg! Sobald du darin einschläfst, stirbt irgend etwas Wertvolles in dir ab 1" — Der tödliche Staub. In dein Jahresbericht des Arbeitsbureaus der Vereinigten Staaten für 1908, der soeben veröffentlicht worden ist, wird eine Untersuchung über die verhängnisvolle Rolle, die der Staub für den allgemeinen Gesundheitszustand spielt, mitgeteilt. «Es wird berechnet, daß im Lande jährlich daS Leben von mehr als 22.000 Menschen gerettet werden könnte, wenn nur die Ventilationsbedingungen in den Werkstätten, in denen die Lust mit „tödlichem Staube" gesättigt ist, verbessert würden. Die Zahl der Fälle von Tuber-kulose würde um ein Drittel vermindert werden. 24-8 Prozent der Todesfälle unter den Fabriksarbeitern sind nach dieser Ausstellung durch Staub aus organischen Bestandteilen und 36-9 Prozent durch Metallstaub verursacht. Die höchste Ziffer wird bei den Arbeitern an den Zerreibungsmaschineu erreicht und 49 2 Prozent der Todesfälle werden bei diesen durch Tuberkulose herbeigeführt. Die mitgeteilten Zahlen sichren zu dem Schlüsse, daß eine der Hauptursachen der Sterblichkeit unter der Arbeiterbevölkerung dem Mangel an reiner Lust zuzuschreiben ist. Der Staub in den Räumen, in denen die Arbeiter sich den größten Teil des Tages aufhalten müssen, ist schädlicher als die Wirkung von ansteckenden Krankheiten; zudem ist diese Ansteckung in staubgeschwängerter Lust noch besonders erleichtert. Die Ventilation der Räume kann bis zu einem gewissen Grade die schweren Schädigungen, die der Staub für alle darin Weilenden mit sich bringt, herabmindern, so daß also eine ständige und strenge hygienische Kontrolle durchaus erforderlich ist. Als „tödlicher Staub" werden alle die kleinsten Körperteilchen bezeichnet, die sich Beim Gebrauch von den Werkzeugen oder den hergestellten Gegenständen ablvsen. Von welchem Stoffe diese Teilchen auch herrühren mögen, sie bringen den Arbeiter in Gefahr, indem sie durch den Mund und die Nasenlöcher in die Lungen cindringen und sich in den Luftröhren scstsetzen. Zur Bekämpfung des Staubes werden in dem Bericht des Arbeitsbureaus eine Reihe von praktischen Anweisungen gegeben, die aus Grund der Untersuchungen der Professoren Hofmann, Richardfon und Haldane erprobt worden sind. Besonders bewährt hat sich das Verfahren, den Staub durch Saugröhren aus den Arbeitsräumen auszusaugen und ins Freie zu befördern, wie durch den Kamin der Rauch ins Freie abzieht. Auch die Herstellung von Lustströmen, die in geeigneter Weise durch die Arbeitsräume geleitet werden, vermag große Dienste zu leisten. Fachtechnisches. Patentbericht, mitgeteilt von Dr. F u ch s und Ingenieure Kornfeld u. Hamburger, Wien, Vll,, Siebensterngasse 1. Auskünfte in Patentangelegenheiten werden Abonnenten dieses Blattes unentgeltlich erteilt. Gegen die Erteilung unten angeführter Patentanmeldungen kann binnen zwei Monaten Ein-fprnch erhoben werden. Auszüge aus den Patentbeschreibungen werden von dem angeführten Patentanwaltsbureau mäßigst berechnet. O e st e r r e i ch. Ausgelegt am 15. Juli 1909, Einspruchsfrist bis 15. September 1909. Kl. 20 a. Abraham Horn, Kaufmann in Bukaczowee (Galizien). Schutzvorrichtung gegen daS Umstürzen von Eisenbahnwagen und dergleichen, gekennzeichnet durch zu beiden Seiten deS Wagens gelenkig angevrdiiete Stütz* Hebel, die von der Wagenwand nach außen abgehoben werden können und sich beim Kippen des Wagens in die Erde rammen und hierdurch defsen vollständiges Umlegen verhindern. — Kl. 30». Alois Kraus, Fabriksarbeiter in Gorma bei Rositz (Sachsen-Altenburg). Eisenbahnkippwagen mit durch Zahnstangentrieb in der Querrichtung des Geleises um die Drehpunkte der gegenüberliegenden Hebevorrichtung kippbarem Wagenkasten, dadurch gekennzeichnet, daß die Zahnstangen mit dem Wagenkasten mittels Gelenken verbunden sind, deren Zapfen auf beiden Seiten seitlich herausragen; so daß sie bei ihrer Auslagerung auf Querleisten des Untergestelles die Drehachse zum Kippen des Wagenkastens bilden. Ungarn. Ausgelegt am 15. Juli 1909, Einspruchsfrist bis 1. September 1909. B. 4267. PolE Bynum, Maschinist in Strashson (Kanada) und Newton Barnwell, Maschinist in Alberta. Eisenbahnrad. V/b. — B. 4388. Louis Boirault, Ingenieur in Paris. Bremsvorrichtung für Eisenbahnwagen. V/b. — B. 4528. FereNcz Buchbinder und Lip6t M a c i e i f, Tischlergehilfe in Ujpest. Stellbares Schiebefenster für Eisenbahnwagen nnd Fahrzeuge. V/b. — E. 1460. Societe d’ Etüde et d’ Exploitation des Attelages Automatiques pour Waggons Brevets Moyet-Bonnier in Grenoble. Selbsttätige Eisenbahnwagen-kuppelung. V/b. — K. 3733. Aladär v. Kovacs-Sebestsny, diplomierter Ingenieur, Professor der technischen Hochschule nnd Josef W e i ß m a h r, diplomierter Ingenieur, Adjunkt der technischen Hochschule in Budapest. Eisenbahnquerschwelle aus Eisenbeton. Va/1. Deutschland. Ausgelegt am 8. Juli 1909, Einspruchsfrist bis 1. September 1909. Kl. 20c. Hermann Wegner, Fasanenstraße 43, C. Dempewols, Göttingslraße 15, und Aug. Buerschaper, Sophicnstraße 4, Braunschweig. Gepäcknetz, insbesondere für Eisenbahusahrzenge. Literatur. „Der Bahnmeister." Handbuch für den Bciu-und Erhaltuugsdienst der Eisenbahnen. II. Band. Heft 1: Allgemeine Vorkenntnisse. Bearbeitet von Oberingeiiienr ci. D. A. Birk, k. k. Professor. Mii 36 Abbildungen im Text. Preis Kr. 4-80. Inhalt: Geschichte, Bedeutung uud Einteilung der Eisenbahnen. Bahuerhaltungs- und Bahnaufsichtsdienst. Die Fahr-betriebsmittel. Züge und Zugsverkehr. Die Anlage der Bahn im allgemeinen. Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung W. Knapp in Halle an der Salle. Sein diesjähriges Vortragö- nnd Nednerverzeiclinis versendet soeben der Deutsche M o u i st e u b u n d. Die hübsch ausgestattete Broschüre hat gegen das Vorjahr erheblich ent Umfang gewonnen, ist sehr zweckmäßig angeordnet und führt 35 Redner mit ihren VortragSlisten aus, unter denen wir recht klangvolle und ernsthafte Namen sieden wie die Professoren Dr. Ludwig Plate, Dr. Arthur Drews, Dr. August Forel und Dr. Ludwig Gurlitt, Wilhelm Bölsche, Dr. Bruno Wille, Dr. Rudolf Penzig, Dr. Graf M citusch ka, Dr. Johann llnol d, Dr. Wilhelm S ch a 1t m a g e r, Dr. Helene ©to ecket, Dr. Walter VielHaber, M. H. Baege, die Bonner Pastoren Ernst Baars, Liz. Dr. LipsinS und Emil F e l d e n und andere mehr. Das sehr reichhaltige und interessante Verzeichnis weist über 260 wissenschaftliche und volkstümliche Einzelvorträge und Zyklen aus und widerlegt in der Vielseitigkeit der Probleme und der vertretenen Standpunkte deutlich die früher oft gehörte Meinung von einer einseitigen Aufklärung und Propaganda des Momstenbundes. ES ist deshalb allen Bereinsvorständen, BortragSkomitees n. s. w. zur Wahl von Vorträgen unbedenklich zu empfehlen und von der Geschäftsstelle des Deutschen Monistenbundes in Berlin W 57 Kurfürstenstraße 167 gegen Einsendung von 30 Pf. zu beziehen. Mitteilungen der Zentrale. VerwaltttNgSkontitcesitzttng am 29. Juli 1909. Es liegen 112 UnterstüMligsansuchen vor; für 86 Reifte werden Unterstützungen im Betrag von 2460 Kr. bewilligt; 20 Fülle aligewiesen; 6 Falle an die Ortsgruppen rückgeleitet. Für 41 Fälle wird der Rechtsschutz bewilligt. Zur Begleichung von 94 Expensnoten werden Kr. 11.08712 und 44 Mark 60 Psg. angewiesen. Entgegennahme des Berichtes über die Lohnbewegung unter den Oberbauarbeitern der Südbahn in Südtirol und aus der Strecke Marburg-Triest. Erledigung des vorliegenden Einlaufes. Personalangelegenheiten der Zentrale. Sprechj'aal. Funktionäre nnd Vertrauensmänner, Achtung? Genossen Funktionäre und Vertrauensmänner, dic mit dein Prager Sekretariat des Allgemeinen Rechtsschutz-und Gewerkschastsvereines in Oesterreich in Verbindung stehen werden, aufmerksam gemacht, datz das Prager Sekretariat und die Administration und Redaktion des B r u d e r b l a t t e s „Z o 1 o z n i c n i Zf i zenec“ a m 14. A ugust l. I. in das von u n-[ercr Organisation an gekaufte Haus, Z i z k o o, IC r ä s o v a u 1 i c e 914, mit den Kanzleien einzi e h e n w e rd en. Es sind d e s h a b ab 1 !i. A u-gust alle für das Prager Sekretariat der Organisation oder für die Administration und Redaktion des Bruderblattes „Zelez- nigni Zrizenec“ Beftimmte Sendungen ein die neue Adresse: „^elezniöni Zrizenec“ Zi5f o tn, Kräsova ulice 914 3 u richten. Indem mir dies den geehrten Funktionären zur gefälligen Kenntnis bringen, zeichnen wir mit sozialdemokratischem Grus; . Böhmisches Sekretariat des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines für Öe st erreich. Achtung, Eisenbahner! Anläßlich der in Pilsen stattfindenden Arbeiter-, Gewerbe- und landwirtschaftlichen A u s st e l l u n g veranstaltet die Ortsgruppe Pilsen am 12. S e p t e in b e r d. I., einen Eiseubahncrtag mit folgendem Programm: 1. Vormitags Empfang der auswärtigen Teilnehmer am Bahnhof. 2. Um 11 U hr vormittags Versammlung am R a d c tz k y p l a tz unter freien Himmel mit folgender Tagesordnung: 15 Jahre soziale Kämpfe des österreichischen Eisenbahnpersonals. Referenten: R e i ch S r a t s-abgeordncter Genosse I. Tomschik, ReichsratS-abgeordneter Genosse Binovec und LandeSsckretär Genosse B r o d e c k y. 3. Umzug durch die Stadt in geschlossenen Reihen zum A u s st e l l u n g S p l a tz (Arbeiterhei nt). 4. Um 1 Uhr gemeinsames Mittagessen. 5. Besuch der Ausstellung. R c n d e z-v o u s am AuSstellnngsplatz. Konzert zu Ehren der Teilnehmer am Eisenbahnertag (Eintritt 40 H.) Genossen, wir erwarten allerorts eure Zustimmung und zahlreichen Besuch. ... A n Meldungen zum Eisenbahncrtag in Pilsen sind bis längstens 5. September d. I. an Genossen Vaclav Snajdr, Ustava ulice 18 I in Pilsen zu adressieren und müssen folgendes enthalten: Ortsgruppe oder Zahlstelle. Anzahl der Teilnehmer und eventuelle Ankunft in Pilsen. . O.cnier Anzahl der Teilnehmer, welche Millagessen und Logis für Samstag und Sonntag oder einen dieser beiden Tage wünschen. .... Iür gute Bewirkung und anstandslose Unterkunst wird reichlich Sorge getragen. Etwaige Anfragen wegen diverser Angelegenheiten, die sich auf den Eisen bahnertag beziehen, sind ebenfalls an Genossen Snajdr, zu richten. , Anmeldungen, die nach den 5. September e i n l a u f e n, können nicht mehr berücksichtigt werden. Au die Mitglieder des Lebeusmittelluagazins in Budweis. mV* bemühen uns schon längere Zeit, um eine für die Mitglieder des Konsums nützliche Statutenänderung durch-zu fuhren. Dieses war uns aber bis jetzt, wegen den Machinationen der „Zemska Jeduota“ nicht möglich. • m Hn' 311 zeigen, wie dieser Verein kämpft, wollen wir nur ein Beispiel anführen. , . Wir beantragen die Vermehrung des Aussichtsrates von vrer auf sieben Mitglieder, zugleich aber auch die Herabsetzung Gesamtentlohnung des Ausschusses und zwar daß derselbe vlos /2 Prozent vom Verkauf erhält und nicht wie bisher auch vom Einkauf. . , . ”.ZcV;slil1 Jednota“ will den Mitgliedern weiSmachen, burch die Vermehrung des Aufsichtsrates die Ausgaben erhöht wutbcii, was aber ganz unrichtig ist, denn Prozent bleibt immer bloß /2 Prozent, ob dasselbe aus zehn oder vierzehn Ausschussmitglieder aufgeteilt wird. Um eine Statutenänderung durchzuführen,? werden wir suchen Um cmc ausserordentliche Generalversammlung an- Km gewiß zu siegen, benötigen wir 60 Prozent der Vollmachten, das sind 770 Mitglieder, welche sich persönlich an der ausserordentlichen Generalversammlung beteiligen. . , .Zweck sowie der Text der Statutenänderung wird durch Flugblätter bekanntgegeben. Wir ersuchen daher sämtliche Konsummitglieder ihre Voll-zngcbcn' unterschrieben und unausgesüllt, an uns ab- Wir ersuchen daher sämtliche Konsummitglieder ihre Vollmachten bloö unterschrieben unausgesüllt an uns abzugeben. .. ,, Mitglieder der Strecke machen wir aufmerksam, daß sie ihre Vollmachten von den Dienstvorständen fordern, an uns abgeben und nicht dulden, daß die Vorstände diese wieder an das LebcnSmittelmagazin zurückschicken. In BudweiS können die Vollmachten an sämtliche Ver-trauenSnianncr und OrtSgruppcnfunktionüre abgegeben werden. _ , der Strecke Budweis-Linz sammelt dieselben der Oberkondukteur Franz Röbl. BudweiS-Salnau: Kondukteur Josef Schuh, Budweis.Wesely: Loko-m o t l v f ü h r e r Boleslav Weber. , , Mitglieder, welche weit entfernt stationiert sind, werden ersucht, ihre Vollmachten per Post an den Obmann Karl N o v a k. Budweis, Rudolsstätterstraße Nr. 425, zu senden. Achtung, Eisenbahner! Leopold L ö w y, BelcuchtungSnieisler und Ausschussmitglied beS Provisionsfondsinstituts der k. k. österreichischen Staatsbahnen, wohnt nunmehr in Wien, XV. Sechshauser Hauptstraße 13, 111/42. Alle Zuschriften sind an diese Adresse zu richten. Alt alle Ortsgruppe» und Zahlstelle»! Die Ortsgruppen und Zahlstellen haben in den letzten Tagen ein Zirkular erhalten, worin sie ersucht werden, bas seinerzeit besprochene Buch „Der Bürgerkrieg", sozialhistorisches Drama von I. B r o d für die Bibliothek anzuschassen. Wegen seines sozialpolitischen Wertes sollte dieses Buch in keiner Arbeiterbibliothek fehlen. Wer die große Tragik der Pariser Kommune von 1871 kennen lernen will, dem sei dieses Werk bestens empfohlen. Bestellungen können an die Redaktion des „Arbeiterschutz", Wien, VI. Gumpendorser st ratze 62 oder an die Administration des .Eisenbahner", Wien, V. Zentagasse 6, gerichtet werden. Offene Anfragen. A« die k. k. Staatsbahndirektion in Wien. Das Wächterpersonal der k. k. BahnerhaltungSsektion Wien I bittet um Einführung der Gehaltszettel, wie selbe bei der Bahn-erhaltnngssektion Wie» III Bereits eingesührt sind. Durch das Fehlen einer Gehaltsliste respektive deren Einsichtnahme und Unterschrift ist dnS Wächtcrpersouale das ganze Jahr nicht in der Lage sich über die Höhe der Abzüge und der Gebühren zu orientieren. A« alleOrtsgrnPpen nnd Zahlstellen inMähren. Die Photographien des verstorbenen Genossen Glaser (Größe 45 X 32) sind beim mährischen Landessekretariat um den Preis von Kr. 1"20 per Stück zu haben. Um größere Portoauslagen zu vermeiden, werden die Kollegen ersucht, gemeinsame Bestellungen zu machen. Alt die k. k. Staatsbahndireltion tu Wien. DaS gesamte Verschubpersonal von Wien I (Lasienseite) erlaubt sich die höfliche Anfrage, wann die Kaserne für das Personal gebaut wird. Beim Bahnbetriebsamt Wien I wurde in dieser Angelegenheit bereits am 30. Mürz 1909 vorgesprochen und von Seite der k. k. Staatsbahndirektion, Abteilung V, wurde zugesagt, diesbezügliche Erhebungen zu pflegen. Das gesamte Verschubpersonal ersucht um dringende Er-edigung. Alt die k. f. Staatsbahiidirckiioii in Innsbruck. Die Streckenblock- und Zugmeldeivächtcr der Bahnerhaltungssektion Saalfcldcn bitten um baldige Einführung des 16stündigen Dienstes mit darauffolgender Kistündiger Ruhezeit, wie selbe bereits bei der k. k. Bahnerhaltungssektion Kitzbühel eingeführt ist. Ebenso ersuchen die Stationsblockwüchter um den freien Tag im Monat, um sich mindestens einmal im Monat der Familie widmen zu können. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gcwerkschaftsverein für Oesterreich. Ortsgruppe Klagenfurt. Am Freitag den 13. August l. I. um 8 Uhr abends, findet im Saale des Herrn Koll-m a n n, Hotel „Bahnhof" eine freie E i s e n b a h n e r v e r-sammluug mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht der gewählten Vorstandsmitglieder der berufsgenossenschaftlichen U n f a l l v e r s i ch e r u n g s a u-stalt der österreichischen Eisenbahnen. 2. Die g e-planteBerschlechterung derSozialversicherung b e i d e n ö st e r r e i ch i s ch e n E i s c n b a h n e n. 3. An fra g ein und AllsülligeS. Als Referenten erscheinen die Genossen Karl Wild und Alois Beck, Vorstandsmitglieder der berufsgenossenschnstlichen UnfallversicherungSanstalt in Wien. Ortsgruppe Küttetdorf. Die Ortsgruppe Hütteldors gibt auf diesem Wege allen jenen Genossen, welche die Vcreins-abendc mit einer Ausdauer boykottieren, die einer besseren Sache würdig wäre, bekannt, daß sie laut Ausschußbeschluß dem Verein „Freie Volksbühne" beigetreten ist, und am 29. August die erste Vorstellung im Deutschen Volkstheater stattfindet. Karten zu derselben sind beim Kassier G e n o s s e n F r a n z D a v i d zu beheben. Der Ausschuss erwartet zuversichtlich, daß sich die Genossen an dieser Bildungsarbeit rege beteiligen. Ortsgruppe Gggrnburg. Es diene den geehrten Mitgliedern der Ortsgruppe Eggenburg, zur Kenntnis, daß Sonntag den 21. August die halbjährige Generalversammlung in P f a n n s Gasthaus um halb 4 Uhr nachmittags stattfindet. Die Genossen werden ersucht, zu dieser wichtigen Versammlung pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Referent aus Wien. Ortsgruppe Ansersdorf. Sämtliches dienstfreies Personal der Lokalbahn Wien-Baden, wird izu der am 11. August 1909, in Seiters Gasthaus in Siebenhirten stastfindendeii Persammlung freundlichst Ungeladen. Es ist Pflicht eines jeden, zu dieser Besprechung bestimmt zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten besprochen werden. Ortsgruppe Leoben. Am 15. August d. I., um 3 Uhr nachmittags, findet in Iud cndorf bei Leoben, SchmölzerS Gasthaus, eine Versammlung der Eisenbahnbediensteten mit folgender Tagesordnung statt: Erfolge der Organisation. Am selben Tage, mit 7 Uhr abends, wird in Kaufmanns Gasthaus in Donawitz ebenfalls eine Eisenbahnerver-sanimlung abgehalten. In Leoben findet die Versammlung am 16. August, um 8 Uhr abends, im Hotel „Lamm" statt. Die Eisenbahner von Leoben und Umgebung werden auf-gesordert zu diesen wichtigen Versammlungen zahlreich zu erscheinen. Als Referent zu diesen Versammlungen ist Genosse S o m i t s ch aus Wien bestimmt. Ortsgruppe JaromLt. Alle Mitglieder, die mit ihren Beiträgen länger als drei Monate rückständig sind und bis 15. August den Rückstand nicht begleichen, werden als ausgetreten betrachtet und aus dem Mitgliedcrverzeichnis gestrichen. Es werden daher die rückständigen Mitglieder ersucht, ehestens ihren Verpflichtungen nachzukommen. Ortsgruppe Lundenburg. Den Genossen der Ortsgruppe Lundcnburg diene zur Kenntnis, daß das Vereinslokal ab 1. August in das Gasthaus des Herrn Rudolf W i in m e r verlegt wurde, woselbst jeden Montag, 8 Uhr abends, der Vereins-abend stattfindet. Die Ortsgruppenleitung. Ortsgruppe AuMg. Sonntag den 15. August, um 8 Uhr abends, im Vereinslokal Restaurant „VolkSkcller", Pokauerstraße, Monatsversammlung mit Vortrag. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Ferner diene den Genossen zur Kenntnis, daß die reichhaltige Bibliothek wieder zur Verfügung steht und die Bücherausgabe jeden Montag von 7 bis 9 Uhr abends im Vereinslokal stattfindet. Weiters werden die G e n o s s e n d e r S t. E. G. ersucht, sich in Organisationsangelegenheiten an Genossen Anton Kranich, Zieberniker st ratze 39, zu wenden. Ortsgruppe Kteinbrücki. Die öffentliche Eisenbahnerversammlung findet Dienstag den 17. August d. I., um 8 Uhr abends, im Gasthaus Moser statt, in welcher die Genossen R. Weigl und I. K o p a e sprechen werden. Um 6 Uhr abends findet eine Vorbesprechung statt, wo eventuelle Anträge und Anfragen besprochen werden. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Ortsgruppe Selzttzal. Es diene den geehrten Mit- Sliebem der Ortsgruppe Selzthal zur Kenntnis, daß sämtliche Zu-hriften an Genossen Josef Hollub, Wagenaufseher in Selzthal zu richten sind. Weiters werben jene Mitglieder, welche mit ihren Monatsbeitrügen im Rückstand sind, freundlich ersucht, dieselben pünktlicher zu entrichten, da wir sonst gezwungen wären, nach den Pereinsstatuten §§ 6, 7 und 9 vorzugehen. Die Vereinsabende finden jeden ersten Sonntag im Monat um 8 Uhr abends statt. Sammlungsausweis. Für die streikenden Oberbauarbeiter der Strecke Sankt Michele-Avio sind uns von folgenden Ortsgruppen Streikunterstützungen zugekommen: Von den organisierten Eisenbahnern der Ortsgruppe M e i d l i n g Kr. 50, von den Werkstätteitarbeite der Südbahn Ortsgruppe I n n 8 b r u ck II, 29 60, Ortsgruppe Franzensfeste 20, Ortsgruppe Graz I 50, ' Ortsgruppe Monfalcone 60, Ortsgruppe Leoben 10; bis zum 7. August 1908 zusammen Kr. 209-60. 800 Dutzend fertig gesäumter Leintücher ohne Nah! 180 om breit, 2 Meter 35 om lang, garantiert Leinen, ans den besten Leinengarnen verarbeitet, werden infolge Itedu--ziemng der Produktion nm 2 Kronen 40 H©SBei* per 1 Stück abgegeben. — Dieselben Leintücher, jedoch in bochprlma Qualität, aus den edelsten Leinengarnen verarbeitet, verwendbar für feinste Brautausstattungen, d 2 BCronen 60 Helges11 per 1 Stück. — Mindestabnahme 6 Stück gegen Nachnahme. — Für Niolitraasender sende das Geld samt Spesen retour. Bitte meine Ware mit der der Konkurrenz nicht zu verwechseln, da ich nur dasBoste versende und ein jeder die Ware nachbestellt. ÄCHTUNG! BCf Ich bitte auf die Länge zu achten! lEBei. Snile Kl Billige böhmische Bettfedern! 5 Kilo neue, geschliffene Sir. 9-60, bessere 12 Kr., weiße daunenweiche, geschlissene 18 nnd 21 Str., schneeweiße daunenweiche, geschlissene so und 36 fit. «Serfand franko per Nachnahme. 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Gang, von ihrem unermüdlichen nnd einigen Mitarbeiter als Schriftführer in der Ortsgruppe und sendet demselben auf diesem Wege ein herzliches Lebewohl sowie die besten Grüße der gesamte Ausschuß. Die organisierten Eisenbahner von Sigmundkhcrberg beglückwünschen wir z» ihrer neuen Kraft, die sie an dem Een. G a a g in der CiW gruppe erlangen. Ortsgruppe Keuzittg. Tage zur Probe. Neueste Musihpeadeluhi: mit Schlagwerk,W eckeru. Musik in prachtvollem Natur-jtfursbaum, färb. Kasten, 75 cm hoch, schlügt halbe und ganze Stunden, weckt und spielt die schönsten Musikstücke zur beliebigen Stunde uud verpflichte mich, tlio Uhr iuneihalb 8 Tagen franko unbeschädigt reUmr zu nuhmon und den Betrag ohne jeden Abzug retour zu senden. Preis per Stück K14'—. Ohm Musik IC 10'—. 3 Jahve schviftl. Garantie, Versand per Nachnahme, Erste und grösste Uhren-Nlederlago MAX BOHNEL Wien, IV., Margareibensü'asse 27/9. 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Die schönste elektrische Leitung nützt aoer nichts, wenn sie „stromlos“ wird, d. h. wenn die elektrische Kraft ausbleibt. Sie ist dann nur ein armseliges Stück Draht, ohne Zweck und Nutzen. Auch das Nervensystem kann „stromlos“ werden, die Nervenkraft kann abnehmen, kann ganz vernichtet werden. Die Folgen sind entsetzlich. EU ü H Nervosität, Neurasthenie, Neuralgie, gekennzeichnet durch Mattigkeit, Kopfschmerzen, Empfindlichkeit . i Geräusche, Reizbarkeit und üble Laune, besonders des Magens, Zittern der Hände. Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche, Angstgefühl, Unsicherheit beim Sprechen, Zuckungen der Muskeln und Glieder, Epilepsie, bohrende Schmerzen ohne Geschwulst, Ischias, Impotenz, Trunksucht. Neigung zu Ausschweifungen, Verdauungsstörungen, Melancholie und viele andere Beschwerden stellen sich ein. Unter normalen Verhältnissen genügte die gewöhnliche Zufuhr von Kraft, um das Nervensystem hinreichend mit Energie zu versorgen, ln der erschöpfenden Hast des modernen Erwerbs- und Gesellscnaftslebens genügt aber die auf langsamen Verbrauch berechnete Versorgung nicht mehr, es treten ganz auüergewöhnliche Ansprüche an das Nervensystem heran, und wenn dasselbe nicht entsprechend besser mit Kraft versorgt wird, so versagt es, der Lebensprozeß wird gestört und stockt. Schnellste Hilfe tut dringend not. Man muß die ermatteten, abgespannten, überarbeiteten Nerven durch Kraftmifte! stärken und stählen, und das beste, weil natürlichst und am schnellsten wirkende Mittel ist unsere Nerven-Nahrung „Visnorvln“. Das berühmte chemische Untersuchungs-Laboratorium von Dr. Lebbin, Berlin, sagt: Neben diesen, dem Präparat einen hohen Nährwert verleihenden Bestandteilen enthält das „Vlsnervin“ wesentliche Mengen von Lecithin, jener organischen Phosphorverbindung, welche anerkanntermaßen zu den funktionell wichtigsten Stoffen des tierischen Organismus zählt. Lecithin befindet sich In fast allen tierischen wie pflanzlichen Zellen, vor allem Im Gehirn und in den Nerven. Da ihm in erster Reihe die Aufgabe zufällt, die für das Zelleben nötigen phosphorhaltigen Zellbestandteile aufzubauen, so besitzt das Lecithin hohe physiologische Bedeutung für die Entwicklung und das Wachstum des menschlichen Organismus, sowie für die Ernährung des Nervensystems. Da in „Vlsnervin“ eine rationelle Vereinigung der oben angeführten Nährstoffe mit dem Lecithin erzielt Ist, so ist dieses Präparat als ein vorzügliches Nerven-Nähr- und Stärkungsmittel zu bezeichnen, welches auf Grund seiner chemischen Zusammensetzung in hohem Maße geeignet erscheint, den Gcsamtstoffwechsel im Organismus anzuregen, der Erhaltung und Förderung des Kräflezustandes. sowie der Ernährung und Stärkung des gesamten Nervensystems zu dienen und einen Ersatz der verbrauchten Nervenzellen herbeizuführen. Wie es wirkt, das sehen Sie aus unserer Broschüre über Nervenleiden, die auch sonst noch zahlreiche, für jeden Nervenleidenden hochwichtige Aufklärungen enthält. Sie sehen es aber euch aus den Ergebnissen eines kostenlosen Versuches, den wir Ihnen ermöglichen. Ganz umsonst eine große Probe. Wir senden ihnen die hochwichtige Broschüre: „So bekämpft man Nervosität, Neurasthenie, Nervenschwäche mit Erfolg“ sowohl als auch eine für einen ersten Versuch genügend große Probe „Vlsnervin“ ganz gratis, wenn Sie uns darum schreiben. Sie sollen selbst urteilen, sich selbst überzeugen, daß wir nicht zu viel versprechen, selbst sehen, wie schnell sich die Anzeichen der Besserung bcmerklich machen. Wir garantieren für den Erfolg laut Garantieschein. Verlangen Sie einfach per Postkarte heute noch die kostenfreie Probe nebst Broschüre. ' Dr. Arthur Erhard e.m.b.H., Abt, 15 Berlin W. 35. s/. /), Nicht einen Heller kostet Sie meine Jn-Vftruftion, tute man Brüche heilt. Viele 1 Dankschreiben. Schreiben Sie sofort an E.Uil!liitt,ZMMlist, pni,VII. UimnhilfttstrnßeMl v ' Mcrchruf. Anläßlich der Verschling de8 Gen. Johann Pfatsch-bacher von Selzthal nach Villach erlauben sich die Genossen von hier dem Genannten ein herzliches Lebewohl nachzurufen und beglückwünschen die Genossen von Villach, da er hoffentlich in ihren Reihen ebenso wacker kämpfen wird, wie er dies in Sclzthal getan hat. Die organisierten Eisenbahner von Selzthal. Um meine vorzüglichen neuesten Siarkton-Goldharignßwalzen überall c!n-zusilhren, habe td> mich entschlossen, 2500 Phono- graphen zu verschenken. Bedangen ©Je gegen Ein-fentmng von lo li (in Briefmarken) Prospekt und Sie Minnen einen prachtvollen Kouzert-Phouograph«» gratis und zollfrei erhalten. I. Sprechmaschlnen-Versand „Löwin« Wien, VI., Qnmpendorferati-asse 111/6. Fleisch! V N Fleisch! Versende gntcS irisches Reisch, konserviert, 10 Tage haltbar, in Postpaketen L 5 Kilo, gromm per Nachnahme franko jeder Station, und zwar Rindfleisch hinteres \51W, Kalbfleisch vom Schli "* ................ 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In den meisten Fällen versteht der Betreffende gar nicht, weshalb er plötzlich Spiritus nicht vertragen kann, sondern glaubt, dass der übertriebene Genuss davon der G rund dazu sein wird, wie mau oft eine gewisse Speise verabscheuen kann, wenn man dieselbe zu oft genossen hat. Coom sollte jeder Vater seinem Sohne, dem Studenten, geben, ehe er benn Examen durchfnllt; wenn er dem Trunko auch nicht besonders ergeben ist, ho schwächt der Alkohol dennoch sein Gehirn. Ueberhaupt sollte cm jeder, der nicht willenskrdftig genug ist, sinh dem Genuss geistiger Getränke zu enthalten, eine Dose Coom einnehmen. Selbiges ist völlig unschädlich. Der Betreitende konserviert dadurch seine Gesundheit und erspart sehr viel Gold, das sonst zu Wein, Bier, Branntwein oder Likör verwendet worden wäre. Das Coom-Priiparat kostet 10 Kronen und wird versandt gegen Vorauszahlung oder gegen Nachnahme nur durch: CMI-MSTITUT Kopenhagen 314F, Dänemark. 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