'Po&tnins p'«f«nn ' ^otorinH Deutsche Zeitung i — Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat — Gchriftleitnng und Verwaltung: Prejernooa Ultra S, Telephon Nr. Zl «rorban> t Bezugspreis» für da« Inland: vierteljährig *0 Din, halbjährig 80 Din, ganz-»nkündigungen werden in der Verwaltung zu billigsten Gebühren entgegengenommen f jährig lkv Din. Für da« Au»Iand entsprechende Erhöhung. Einzelnummer Din 1-50 Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 63 Celje. Sonntag, den K. August 1938 58. Jahrgang Tagesschau Wie aus Beograd gemeldet wird, soll die Gendarmerie in der Landeshauptstadt Beograd ab-geschafft und dafür ein eigenes Polizeikorps einge-fihrt werden. In der letzten Zeit haben reichsdeutsche Flug-zeuge des öfteren im österreichisch-bayrischen Grenz-yebiet Propagandamaterial gegen die Regierung Dollfuß abgeworfen. Die österreichische Regierung hat die Ententemächte daraufhin zu einer diplomatischen Aktion gegen Deutschland veranlagt, die unter Umständen die Angelegenheit vor dem Völkerbund-rat bringen wird. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" meldete kürzlich, daß in Fürth Zusammenstöße zwischen Reichswehr und SA-Leuten stattgefunden hätten. Wie sich nun herausstellt, handelt es sich bei dieser Meldung um eine bewußt unwahre Tendenz-meldung. Die Untersuchung des Geschäftsgebarens der früheren leitenden Stellen des Reichsrundfunkgefell-schaft hat einen schweren Mißbrauch der Hörer« gelber aufgedeckt. Aus Rom verlautet, daß Mussolini demnächst eine umfassende Rekonstruktion seines Kabinetts vorzunehmen gedenkt. Es steht eine von Reihe perso-nellen Aenderungen bevor, wobei Mussolini für junge Kräfte Platz schaffen will. Vor allem sollen aber die bisher getrennten Ministerien des Krieges, der Marine und der Lustfahrt zu einem einzigen Ministerium unter Mussolinis Leitung zusammen-gelegt werden. Der bekannte italienische Erfinder auf dem Gebiete der drahtlosen Telegrafe Senator Mar-coni erklärte Journalisten gegenüber, es sei ihm nunmehr gelungen, die drahtlose Telefonie derartig auszubauen, dajj die menschliche Stimme drahtlos auf beliebige Entfernungen übertragen werden könne. Die Königin-Mutter Emma von Holland feierte dieser Tage ihren 75. Geburtstag. Sie ist eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Waldeck-Pyr-mont. Die Trockenlegung der Zuidersee soll trotz der enormen Kosten fortgesetzt werden. Die holländische Regierung hat nochmals nahezu 180 Millionen Mark dafür bereitgestellt: die Gesamtkosten für das Projekt sind schon jetzt auf 800 Millionen Mark angeschwollen. Amerika geht über die Abrüstungsoerhand-lungen hinweg und schreitet zum Bau von 21 neuen Flotteneinheiten. Diese Aufrüstung wendet sich gegen Japan, das gegenwärtig jjroße Flottenmanöver in nächster Nähe der im Stillen Ozean stationierten amerAanischen Hochseeflotte abhält. Wie Presse-Meldungen besagen, ist ein Wettrüsten zwischen USA und Japan nicht mehr zu vermeiden. Der Rat der Chikagoer Kaufleute, dem die Getreidebörse in Chikago unterstellt ist. hat beschlossen, daß Weizen nicht unter dem Kurs vom 30. Juni d. I. gehandelt werden darf. Infolge der schlechten Wetterberichte über die europäischen Weizenanbau-gebiete verschlechtern sich die Ernteaussichten und die Börsen reagieren in England und auch schon in Kanada mit einem Anziehen der Weizenpreise. In den Vereinigten Staaten ist eine Streik-welle ausaebrochen, die stellenweise zu blutigen Zusammenstößen mit Bewaffneten führte. Aus Paris werden wiederum Gerüchte über die bevorstehende Verlobung des Erzherzogs Otto von Habsburg mit der jüngsten Tochter des ttalienijchen Kvnigspaares. Die Verlobung soll anläßlich der Anwesenheit Ottos von Hobsburg, der zum Heiligen Jahre nach Rom kommt stattfinden. Um den Donauraum Verschiebungen auf der politischen Bühne Europas Auf .dem Schauplatze der europäischen Politik ist in den letzten Monaten eine ganz merkwürdige Verschiebung eingetreten. Waren noch bis vor kur> zem Paris und sein politischer Ableger Genf die Zentrale der Diplomatte, von der aus der Puls-schlag Europas geregelt wurde, so ist es heute Rom. Mussolini hat, wie die teilweise wiederholten Be-suche europäischer Staatsmänner in Rom zeigen, heule das Heft in der Hand. Und noch eine andere Verschiebung ist eingetreten: Seit dem Eintritt Deutschlands in den Völkerbund war das Kernstück der diplomatischen Ereignisse der Kampf Deutschlands gegen die Reparationen. Nachdem die Reparationen nun so gut wie beseitigt sind und keinen strittigen Punkt mehr abgeben, konzentriert sich unter Musso-lini» Führung das politische Geschehen aus die Re-gelung oer Verhältnisse im Donauraum. Alles an-der« steht augenblicklich im Hintergrunde. Die Rom-reise des ungarischen Ministerpräsidenten und die da-bei getroffenen Abmachungen lassen keinen Zweifel darüber, daß Ungarn das treibende Moment in diesem neuen Kräftespiel ist. Mussolini leiht — nicht ohne seine eigene Politik im Auge zu behalten — seine starke Hand zu diesem Werke. Was geht aber im Donauraum vor, was ift das Ziel der neuesten diplomatischen Ereignisse? Knapp gesagt: Eine Umstellung im Donauraum zugunsten Ungarns, also Revision des Friedens-Vertrages von Trianon und zwar territorial und moralisch. Was bisher geschieht in dieser Frage ist Vorbereitung, wie Gömbös in seiner letzten Rund-funkrede äußerte. Man erfährt aber noch nichts, was hinter den Kulissen an konkreten Revisionsplänen ausgeheckt wurde. Es wird also jetzt durch publizi-zistische Tätigkeit zunächst das Interesse Europas auf die ungarische Politik gelenkt und so der Boden für die später durchzuführenden Aktionen vorbereitet. Es ist erklärlich, daß Ungarn versucht, in sei-nem Streben nach Revision der Grenzen und nach Anerkennung seiner Gleichberechtigung, eine günstige Atmosphäre zu schaffen und seinen Rücken zu decken. Nur sc ist es zu verstehen, daß Gömbös in seiner bereits angedeuteten Rundfunkrede besonders der Kleinen Entente Verständigung im Zeichen de» Friedens und der gegenseitigen Achtung anbietet. So dürste es sich in der nächsten Zeit um die Frage handeln, ob diese Verständigung zustande kommt oder nicht. Italien steht ohne Zweifel auf ungarischer Seite. Deutschland hat keinen Grund, die ungarischen Pläne zu kreuzen, zumal es dem Viererpakt beige-treien ist, der ja die Möglichkeit der Revisionsver-Handlungen nicht ausschließt. Die beiden anderen Viererpaktmächte England und Frankreich find in ihrer Hallung zu der neuen Polttik Mussolini-Gömbös noch nicht offen aus sich herausgegangen. In Bezug auf Frankreich deutet alles darauf hin, als ob es. abgesehen von der revisionsfeindlichen Haltung, die es immer eingenommen hat, den un-garischen Bestrebungen nicht freundlich gegenüber stände. Wenigstens die Reise Herriots nach Beo-grad, Sofia usw. läßt schließen, darauf daß es sich hinter den Kulissen für die ungarische Polttik erheblich interessiert. Schließlich bleibt als am meisten territorial interessiert die Politik der kleinen Entente und Oesterreichs in der Donaufrage zu erwägen. Mit Oesterreich sind bereits wirtschaftliche Verhandlungen als günstigen Abschluß gekommen. Oesterreich kann es auch nur wünschen, ein lebenskräftiges Ungarn als Nachbar zu haben. Es fragt sich nun schließlich, ob die Kleine Entente als Gefolgsschafts-block Frankreichs sich den ungarischen Bestrebungen entgegenstellen wird oder nicht, wenn Gömbös und Mussolini mtt konkreten Vorschlägen zur Ungestal-tung des Donauraumes auftreten. Um diese Frage dürfte sich in der nächsten Zett die europäische Po-littk drehen. Der erste Vorstoß wird auf der kommen-den Völkerbundoerfammlung im September erwartet. Herriot reist nach dem nahen Besuche sind vorgesehen in Beograd, Bukarest, Sofia, Athen, Ankara h. Moskau Osten Wie die Beograder „Politika" aus Sofia be-richtet, wird anläßlich des am 12. d. M stattfin-denden internationalen Kongresses der demokratischen und radikalen Parteien auch der frühere französische Ministerpräsident Herriot in Sofia anwesend sein. Dieser Besuch gelte der Aussprache über die französisch - bulgarischen Beziehungen und über die Herstellung dauernder freundschaftlicher Beziehungen zwischen Frankreich und den Balkanstaaten. Die bulgarische Presse messe dem Besuche des französischen Staatsmannes hohe Bedeutung auch darum bei, weil er auf dem Wege nach Sofia auch Be-suche in Beograd und Bukarest, vielleicht auch in Athen und Ankara machen werde. Ueber die weiteren Reisepläne Herriots unter-richtet ein Gespräch Herriots mtt einem Vertreter der Agentur „Radio". Er äußerte sich dahin, daß er wie im Jahre 1922 nach Ruhlcmd seih», in der einzigen Absicht, sich Rechenschaft zu legen über die dortige Lage. Seiner Meinung nach müsse man reisen und Verbindungen anknüpfen und persönliche Freundschaften pflegen mit Ländern, die durch ihre Kultur, ihre Mentalität und ihre soziale Lage von Frankreich am weitesten entfernt seien. Er wolle in Rußland nichts anderes tun, als studieren und sich unterrichten und gehe umso lieber dorthin, als er im Jahre 1925 die Unterzeichnung des französisch - russischen Nichtangriffpaktes herbeigeführt hatte. _ Minaturrevolution Auch die kleinsten Staaten haben «in Recht ans ihre Revolution Die Auflösung des Generalrates von Andorra durch den französischen Staatspräsidenten und den Bischof von Urgel sowie die Ausschreibung von Neuwahlen hat in Andorra eine Palastrevolutton her-vorgerufen. Die Mitglieder de« abgesetzten General-rates haben sich schwer bewaffnet im Regierungs-gebäude verbarrikadiert. Im Hinblick auf die allgemeine Erregung hätt man es für ausgeschlossen, daß die neue Regierung vor der für den 10. August ausgeschriebenen Neu-wähl ihr Amt wird übernehmen können. — Andorra ist ein Zwergstaat in den Pyrenäen, beherbergt etwa 5200 Bauern und steht unter französischem Schutz. Seite 2 Deutsche Zeitung Nummer 63 Kampf um gesunden Nachwuchs Das neue deutsche SterilisationsgeseH — Die Reichsregierung betreibt aktive Boltshygiene Wie wir bereits andeuteten, hat die Reichs-regierung kürzlich ein Sterilisationsgesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses erlassen. An sich rechnete man seit langem mit der Ein-bringung eines derartigen Gesetzes. In der Presse und im Rundfunk wurde die Diskussion über die Notwendigkeit von Sterilisationsmaßnahmen gegen-über erbkranken Personen bereits seit Wochen leiden-schaftlich geführt. Trotzdem überrascht gerade die Fassung der neuen Gesetzesbestimmungen auf da» Angenehmste. Man kann einen großen Umschwung der' Gesundheitspflege nicht vorsichtiger und jach-gemäßer einleiten, als es hier geschehen ist. Nur die gesicherten Erfahrungen der Wissenschaft find verwertet. Sämtliche phantastischen Hypothesen und allzu kühnen Forderungen stürmischer Rassenpolitiler wurden mit Bewußtheit ausgeschaltet. Das neue Gesetz betrifft in keinem Augenblick zweifelhafte Fälle. Maße Charakter und Fähigkeiten eines Menschen bestimmt, wird nicht verändert. In keinem Fall kann die Sterilisation mit der Entfernung der Keim-drüsen verglichen werden, die zu einer starken or« ganischen und seelischen Veränderung der gesamten Lebenseinstellung führt. Von nicht geringer Bedeutung ist die Ein-schränkung der Sterilisationsmöglichkeiten auf einen sehr eng umgrenzten Kreis von Kranken. Auch hier hat man zunächst alle Krankheiten ausgeschaltet, bei denen die medizinischen Erfahrungen noch nicht allen Einwendungen Stich hallen. So wurde zum Beispiel die sogenannte Bluterkrankheit nicht be» rücksichtigt, aber auch gegenüber vererbter Tuber-kulose oder Geschlechtskrankheiten allergrößte Zurück-Haltung geübt. Mit Recht hat schließlich die Reichsregierung darauf verzichtet, die Unschädlichmachung von krimi-nellen Personen (Sittlichkeitsverbrechern) dem jetzigen Zusammenhang des Gesetzes einzüfügen. Derartige kriminell bedingte Vorbeugungsmaßnahmen gehören auf ein völlig anderes Blatt, so daß ihre Zusammen-fassung in einem parallelen zweiten Gesetz gegen gemeingefährliche? Verbrechertum, das gleichfalls zum 1. Januar 1934 in Kraft treten soll, durchaus gerechtfertigt ist. Die russische Hungersnot Eine Denkschrift Dr. Ammendes Dr. Ewald Ammende, der Generalsekräter der Europäischen Nationalitätenkongresfe hat im Anschluß an eine Ausschußtagung der europäischen Volks-gruppen in Wien in einer ausführlichen Denkschrift Als wichtigster Punkt des neuen Gesetzes sind \ die russische Hungerkatastrophe behandelt und im nicht die Zwangsmaßnahmen anzusehen, die dem Staate in Zukunft ein Vorgehen gegen erbkranke Personen erlauben. Ebenso wichtig sind besonders für die Oeffentlichkett die Sicherungen, die in dem Gesetz gegen möglichen Mißbrauch eingeschaltet worden sind. Es Handell sich hierbei vor allem um die bmchaus neuartige Einrichtung von Erbgesund-heitsgerichten, die eine strenge Auslese der wirklich kranken und den Nachwuchs des Volkes gefähr-denden Personen erlauben und von deren Zu-stimmung und Entscheidung jeder Eingriff abhängig gemacht wird. Wenn diese Gerichte, an denen außer Juristen beamtete Aerzte und Fachärzte der Erbge-sundhellslehre wirken, ihre Ausgaben erfüllen, dürsten Mißgriffe mit fast hundertprozentiger Ge-wißheit ausgeschaltet sein. Der notwendige Zwang zur Sterilisierung, der für bie Durchführung des Gesetzes unumgänglich war, erscheint von hier aus gesehen wirklich als eine ultima ratio, bei der alle nur denkbaren Einwände berücksichtigt wurden. Auch die Personen unb Amtspersonen, die Anträge auf die Sterilifierung kranker Staatsbürger stellen, werben ungewöhnlich strengen Prüfungen unterworfen. Per-sönliche Wünsche und Leidenschaften können bei dem so durchgebildeten Verfahren die Entscheidungen niemals bestimmen. Ein Wort gebührt noch dem medizinischen Ver-lauf der Sterilisation selbst. Der Reichsregierung genügte die Versicherung der Aerzte, daß man die Sterilisation bei Männern kaum als eine Operation bezeichnen kann. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um einen nur wenige Zenti-metcr tiefen Schnitt in der Leistengegend und um eine Unterbrechung und Abbindung der dort un-mittelbar unter der Haut laufenden Samenstränge. Etwas schwieriger ist der Eingriff bei Frauen, wo die sogenannten Eileiter operativ unterbrochen werben müssen, aber auch hier besteht — klinisch gesehen — nicht bie geringste Gefahr. Das Wichtigste, bie innere Sekretion ber Drüsen, bie in weitgehenbem Namen der europäischen Volksgruppen zur Bildung einer allgemeinen Hilfsaktion aufgerufen. Der de-kannte Kämpfer für Volkstumsrecht appelliert in seiner Darlegung, die zugleich ein erschüiternbes Bilb ber russischen Wirklichkeit zeichnet, nicht nur an bie sittliche Verpflichtung der Völker Europas, sich in letzter Stunbe aktiv um bie Rettung von Millionen vom Hungertobe bedrohter Menschen zu bemühen, er weist auch auf den wirtschaftlichen Tatbestand hin, daß zur gleichen Zeit, da in Rußland der Hunger wütet, in den überseeischen Agrar-gebieten riesige Getreideüberschüsfe nutzlos lagern, ja, vernichtet werden, ihre Ueberführunq in die Hungerzonen Rußlands — also auch zur Behebung der internationalen Agrarkrise — beitragen könnte. Praktische Hilfe für die Opfer der russischen Hun-gerkatastrophe würde „somit nicht nur die Erfüllung einer Pflicht der Menschlichkeit, sondern in gleicher Weise die Berücksichtigung zwingender wirtschaftlicher Gegebenheiten bedeuten". Von den Erfahrungen der Jahre 1921/22 ausgehend, in denen eine ähnliche Hilfsaktion bereits erfolgreich durchgeführt werden konnte, legt Dr. Ammende bann bie Aufgaben bar, bie insbe-sonbere dem internationalen Roten Kreuz und den Religionsgemeinschaften im Rahmen des internatio-nalen Rettungswerkes zukommen, und er hebt vor allem auch hervor, daß von Seiten der russischen Regierung, wie vor zwölf Jahren, keine Schwierig-leiten zu erwarten seien, sobald die Wellmeinung ihren Willen zu tätiger Hilfe geschlossen zum Ausdruck bringe. Sollen Millionen von Menschen verhungern? Das ist die Kernfrage, und von ihr aus wird sich kein zivilisiertes Volk der Forderung der europäischen Volksgruppen verschließen können. Das deutsche Gesamtvolk aber, das bereits von sich aus dos Hilfswerk „Brüder in Not" aufbaute, nimmt umso tieferen und tätigeren Anteil an der großen Tragödie, die sich gegenwärtig in Ruß-land' vollzieht, als viele Hunderttausende deutscher Volksgenossen gerade in den am schweiften betroffenen Hungergebieten an der Wolga und im Kau-kasus leben und leiden und zu Grunde gehen müssen, wenn nicht in letzter Stunde die Rettung von dem Hungertode erfolgt. „Sieben deutsche Weltwunder" «in deutscher Beitrag zur Chitagver weltau»st«ll»ng Für das „Deutsche Haus" auf der Chikagoer Weltausstellung würben von führenben deutschen Persönlichkeiten und Unternehmungen u.a. folgende Gegenstände zur Verfügung gestellt: Ein Modell des Lustschiffes „Graf Zeppelin" durch die Leitung des Deutschen Luftfahrt-Museums in Stuttgart und der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Friedrichshafen; ein Modell des Riesen-dampfer» „Bremen" vom Norddeutschen Lloyd in Bremen: ein Modell des Schnellflugzeuges „H. E. 70" von den Ernst-Heinckel-Flugzeugwerken in Warnemünde: ein Modell des größten Landflug, zeuges „© 38" von der Deutschen Lusthansa in Berlin; ein Modell des „Fliegenden Hamburgers" (Schienenzeppelin) von der Reichsbahn-Zentrale für den deutschen Reiseverkehr G. m. d. H . Berlin: das Gemälde „Tag der nationalen Arbeit" von Kunstmaler Haas, das Modell der Riesentribüne auf dem Tempelhofer Feld von der Feier des 1. Mai sowie Vergrößerungen von Fotoaufnahmen anläßlich der Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld; eine Buchausstellung „Volk ohne Raum" vom Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. Die Ausstellung dieser Gegenstände wird unter dem Leitsatz „Sieben deutsche Weltwunder" statt-finden und soll in einfacher, aber doch eindringlicher Art dem amerikanischen Volk und der ganzen Welt zeigen, daß Deutschland trotz aller Not noch immer Spitzenleistungen auf kulturellem und technischem Gebiete auszuweisen hat. Am 13. August wird die „Deutsch-amerikanische Gruppe" in Chikago anläßlich der Wellausstellung einen „Deutschen Tag" ver-anstalten. Die Zerstörung von Speyer Sin Abschnitt aus dem Ponten Roman »Rhein und Wolga" Mit dem neuen Tage rückten die Pioniere ein auf die Brandstätte, um umzureißen, was sich nicht ohne weiteres der Majestät von Frankreich gefügt hatte: die stehengebliebenen Mauern der Gebäude aus Stein und die wie kleine Türme aus der Brandflur noch auftagenden Kamine der Holz- und Fachwerkhäuser. Die Wertsoldaten kamen mit Brech-und Stemmeisen, mit Picken, Hebeln und den fahr-baren Essen. An den Ausfallstraßen der Stadt wurden Schilder errichtet. Zuoberst in französischer, darunter in deutscher Sprache wurde den „ehemali-gen Bewohnern der gewesenen Stadt Speyer" bei Guts- und Lebensstrafe verboten, das Gelände der Stadt wieder zu besiedeln und auch nur zu betre-ten. Denn ein könglicher Wille verordne, daß dieses Stadtgelände in Zukunft als ein verfemtes anzusehen sei, und der König wünsche nicht, aus einer neu errichteten Hütte und nicht einmal aus einem wieder-benutzten Keller Herdrauch aufsteigen zu sehen. Der Altstädtmeister und Ratssenior Christian Heinsberg, gefolgt von Leitzingen, dem Handwerks-meister Plappert, Paul Läppchen, dem Faßschwefler, dem Küfer Reiser und anderen ging an der Tafel vorüber in die Stadt, ohne das Brett und die Wache dabei eines Blickes zu würdigen. Der Polten schaute verdutzt den Leuten nach und ließ sie gehen. Die Speyer« schritten ernst, wie man einen Fried-hos besucht. Angekohltes Holz, das abscheulich roch, abgesprengte Steine und die verwickelten Drähte, an denen die Lampen der Straßenbeleuchtung ge-hangen hatten, versperrten den Weg. Der Altstädt-meister hob einen Draht mit seinem Stäbe hoch und man schlüpfte darunter durch. Eine Wolke von Dunst ausgelaufenen Weines kämpfte säuerlich riechend mit dem Brandgeruch. Tote Hunde mll angesengtem Fell lagen im Weg. Die Pioniere rissen die Reste der Häuser ein. Sie lösten von ihren Wagen die Deichseln, steckten deren eisernen Schuh in eine Mauerfuge und legten den Schaft über einen dicken Stein in der Straße; wenn dann das Schaftende mit der Kraft und der Last von vier oder sechs Mann niedergewuchtet wurde, fiel die Mauer nach innen auf die Hausstelle. In den todesstillen Gassen, wohin die Einreiher noch nicht gekommen waren, strichen Katzen um die Stätten ihrer Heime. Manch-mal dielten die Speyerer sich die flache Hand vor Mund und Nase, denn es stank entsetzlichjzu? den Ruinen. Sie beschleunigten den Schritt. Sie sahen Plünderer, Soldaten und Bauern der Nachbar-dörser, verstohlen um die Ecken schleichen und in den eklen Ruinen nach vergessenen und verschonten Werten stochern. Erschüttert von den Schritten des Dutzends Menschen fiel in der Armbrustgasse eine Mauer zusammen. Die Männer kamen auf Markt und Brette Straße, der Ort des Domes leitete ihre Schritte. Die werkelnden Soldaten und die eine oder andere Straßenwache hatten die Zivilisten vorbei-ziehen lassen, denn es ist schwer, gegen den Ernst und die Würde des Unglücks aufzutreten. So kamen die Männer bis zum Domplatz. Ei schau der Speyerbach, durch die in ihn gestürzten Haustrüm-mer und den Brandunrat gestaut, hat sein Bett verlassen, seinen Lauf verlegt unb sich durch die Ruinen des Reichskammergerichts, durch das Gäß-lein zur Hölle und die große und kleine Himmels-gaffe seinen Weg quer über die Brette Straße ge-sucht, läßt den Dom, den er früher « seiner Rechten hatte, zu seiner Linken unb fließt durch die Ueberreste des Fischtors hinaus in ben Rhein? An biesem jungen Bache stand eine Posten kette, Rücken zu ben Ankömmlingen unb Gesicht nach bem Dome. Die Sargwänbe des Langhauses, durch Minen, die in die klotzigen Pfeiler gebohrt worden waren, erschüttert, kamen soeben unter furcht-barem Krachen und Donnern zur Erde nieder. Eine Wolke von Kalkstaub stieg auf, und alle, Soldaten und Bürger, rieben sich die Augen. Als die Staub-wölke sich davongehoben hatte, sahen die Soldaten die Bürger. Nummer 63 Deutsche Zeltung Seite 3 Zähne können Sie kaufen -aber nicht Ihre eigenen! . \ > Darum: Kampf dem gefährlichen Zahnstein! Ihre Zähne scheinen gesund . . . sind sie es ober auch wirklich ? Denn der Zahnstein ^ di* Ursache vieler Zahnleiden — sitzt unsichtbar hinter den Zähnen! Von diesem Obel befreit Sie regelmäßiges Zähneputzen mit Sarg's Kalodont. Nur Sarg's Kalodont enthält in diesem Lande dos gegen Zahnstein wirksame, wissenschaftlich anerkannte Sulforizin-Oleat noch Dr. Bräunlich. Richtige Zahnpflege heißt: 2 * im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt — 2 * täglich Sargs KalodontI SARG'S gegen Zahnstein Steuerskandal in Novisad 12 Million»» Steu«rrii«tstände Viz«bürg«r-meister und Sttuerfeitator von Novisad in Hast Wie die Novisad« „DeutscheZeituna" ausNovisad meldet, wurden am vergangenen Montag unter ausersehenerregendcn Umständen der stellvertretende Bürgermeister von Novisad, Senator Dr. Radivoj Boksan. der zugleich das Amt des Chefs des Städtischen Steuer- und Finanzamtes bekleidete, und der Senator Julius Kitz, der stellvertretende Leiter des Städtischen Steuer- und Finanzamtes, in Hast genommen. Die Verhafteten werden beschuldigt, den Staat bei der Steuereinhebung um große Summen geschädigt zu haben. Der städtische Disziplinarausschuß wurde einberufen, um nach der Entscheidung des Untersuchungsrichters gegen die Beschuldigten das Disziplinarverfahren einzuleiten. Die erste Affäre um das Novisad« städtische Steueramt begann im Dezember o. I., die eigent« lich den Grund zu den Verhaftungen bildet. Das staatliche Steueramt hat bekanntlich im Jahre 1931 die Steuereinhebung von der Stadt übernommen, die etwa ein Jahrzehnt hindurch mit der Steuer-einHebung betraut gewesen war. Bei der Ueber-nähme wurde eine Ueberprüfung vorgenommen, wobei Steuerrückstände in der Höhe von 12 Millionen Dinar festgestellt wurden. Die endgültige Entscheidung in dieser Steuer-affäre war noch nicht gefällt, als bereits eine zweite Steuerangelegenheit die Behörden beschäftigte. Die Polizei hat eine 150 Dinar betragende Strafe durch den städtischen Vollzieher Julius Rupp eintreiben lassen. Rupp hob das Geld ein, lieferte es aber der Polizei nicht ab. Rupp wurde verhastet, bald darauf jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Polizei beschloß aber, den städtischen Vollziehern größeres Augenmerk zu widmen und konnte bald darauf unter schw« belastendem Verdacht vier Vollzieher und vier Schätzmeister der Stadt verhaften. Bei der Einvernahme versuchten die verhafteten Vollzieh«, die Verantwortung für diese Mißbrauche auf and«e zu lenken, Man neigte zur Annahme, daß die unmittelbaren Vorgesetzten zur Verantwortung gezogen w«den müssen, da sie es mehrere Jahre hindurch unterlassen hatten, die Arbeiten ihrer Unterstellten zu überprüfen, so daß diese ihre Amtsgewalt mißbrauchen konnten. Besondere Teile der Gemeinde Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gemeindegesetzes Wir setzen nachstehend die Verössent-lichung der nichtigste» Bestimmungen deS neuen Gemewdtgesetzes fort. Die Schriftleitung. Die Sorge für die besond«en Rechte und In-teressen von Gemeindeteilen, die nach ihrer Lage od« Größe natürliche gegenseitig abgetrennte Ein-hellen (Weiln) bilden, wird der Ortsversammlung solcher Weiler und dem Ortsällesten anoertraut. Das Recht auf eine Ortsversammlung und einen Ortsältesten haben solche Teile der Gemeinde (Weiln), die schon bisher als selbständige Gemeinden vrgani- „Marsch! Fort da, ihr deutschen Lauskerle!" riefen die Soldaten und meinten das fast gutmütig. Die Speyn« wichen ein wenig zurück. Es war ab« auf Augenblicke so still in dn toten Stadt, daß Heinsbng und Plappert die flüsternd geführte Unterhaltung von ein paar Soldaten hörten : „Sie haben die Gräber aufgebrochen . . . Gräber? Wo? . . . Im Dom . . . Gräber von was? . . . ihr« Kaiser ... Ei, Kais«! Haben sie was drin gesunden? . . . Alle Lumpen. Ein paar blinde Steme. Nichts von Wert . . . Nicht zu ver-wundern. Was soll denn so ein schäbiges Volk auch seinen Kaisern mitgeben? Denkt, tot ist tot, « merkt auch nichts mehr... Ja, ja, warum sich noch Kosten machen, wenn's schön's ganze Leben kostet? . Die Gen«ale Mvlac und Monclar standen mll ihrem Stäbe im brockenbesäten Hof des Dom-kreuzgangs. Ihnen wurden ein paar Soldaten zu-geführt. In der Nacht hatten sie sich in den Dom geschlichen und die auf der Chorempore liegenden Gräber von der Krypta her angebohrt. Die Gene-rale blickten streng. Ein Hauptmann erklärte: ..Nichts von Bedeutung gefunden. Zwei Gräb« erbrochen mit diesen den Leichen beigefügten Steintäfelchen: Adolf von Nassau, Albrecht von Oesterreich . . — „Kennen wir nicht," sagten die Generale . . . — „Hier ist ein Schädel," sagte der Hauptmann. „Eine Schramme darin. D« Kais« war vor seiner siert waren, oder schließlich ein Sondervermögen od« besondere Anstalten besitzen, ohne Rücksicht da-rauf, ob für die Verwaltung dieses Skrmöaens besondere Organe vorhanden sind od« nicht. Der Banus kann auch anderen solchen Weilern das Recht auf eine Ortsverjammlung und einen Orts-ältesten zuerkennen. Die Ortsv«sammlung beruft d« Gemeinde-vorsieh« zur Wahl des Ortsältesten und einmal jährlich zur Erbringung von Entscheidungen üb« das Ortsvermögen, die Ortsbedürfnisse und die be-sond«en Ortszuschläge ein. Außerdem muß die Versammlung einberufen werden, wenn ein Fünftel der Wähler dies zu einem bestimmten Zweck, der Wahl ein strellbar« Landgraf..." — „Die Deutschen waren immer Raufbolde, schlagen sich die Köpfe ein . . ." — ..... Landgraf im Elsaß..." — „So? Also in Frankreich! Ein französischer Graf! Rasch, anständig wieder begraben!" — „Noch zwei Frauengräb«. einer Beatrii, Kaiserin, und eines Kindes, Agnes, Frau und Tochter von Fried-rich Barbarossa ..." — „Aha kennen wir, Barba-rousse! ..." — „Und hier ist das Gehirn des Kindes, d« Kerl da hatte es in der Tasche." Der Hauptmann reichte dem Gennal Melac das zur Größe eines Aepfelchens zusammengetrocknete und hartgewordene Gehirn. „Haben Ball damll gespielt," fügte der Hauptmann hinzu, denn n war in Wut übn die Ruchlosigketten. (Schluß solgt.) Das Wetter im August 1933 Mutmaßliche Allgemeinvoraussage, gestellt von Lehrer Adolf Brieskorn. Stockerau Gebietsweise wnden heiße Schönwettertage wiederholt durch Regen, Gewitter, tells mtt Unwetter - Charakter und nachfolgender fühlbar« Ab-kühlung, unterbrochen; bergwetterkritisch um den 5.. 8., 2l! und 23. Von Auslandbeben, Brandkata-ftrophen (14. und 24) wird man mehrmals lesen. nicht gegen das Gesetz verstößt, fordert. Der Tag der Versammlung und ihre Tagesordnung müssen im Weil« selbst auf ortsübliche Art bekanntgemacht werden. Der Gemeindevorsteher oder sein Vertreter leitet die Versammlung. Sie kann rechtskräftige Entscheidungen «bringen, wenn an ihr wenigstens ein Drittel der eingetragenen Wähler teilnimmt. Ueber die Beschlüsse der Versammlung ist ein Proto-koll aufzunehmen, das der Gemeindevorsteh« und zwei von der Versammlung bestellte Wähler be-glaubigen. In der Ortsversammlung wird öffentlich aus die in dem betreffenden Weiler gewohnheitsrechtliche Art abgestimmt. Entscheidungen w«den mit Stimmen- Die Tage um den 2., 5., 21., 24. und 28. «fordern «höhte Aufmerksamkeit bei allen Verkehrs-mittein. In den ersten Tagen sonnig mit örtlichem Gewitterregen und Abkühlung, besond«s im Nor-den und Westen. Um den 5. verbreitete heftige Ge-will« mit starkem Regen, örtlichem Sturm und Hagel. Touristen seien gewarnt! Die zwelle und drille Woche vermutlich sonnig, warm und leicht-windig, jedoch drohen stellenweise Störungen durch Gewitter, Niederschlag und kurze Abkühlung um den 13.. 10. und 19. Um den 21. ist ein Wettersturz zu befürchten, der örtlich Sturm, starke Gewitter mit Hagel und Gutzregen, Abkühlung (Gebirge Schneefall) und Unwett« bringen kann. Anschließend wechselnde Temperatur und Bewölkung, örtlich gewitterig. Um den 27. sonnig und heiß mit nächtlicher Abkühlung, jedoch bringen örtlich heftige Gewitter, teils mll Hagel, gegen Wochenende fal-lende Temperatur mit windigem, stellenweise regne-rischem Wetter; der Norden dürfte dabei besser abschneiden als der Süden. Man beachte, daß Gewitter nicht überall auf-treten, starke Einflüsse das Wetter für mehrere Tage stören können, die Nacht zur Prognose gehört und die angeführten Stichtage, je nach Lage, eine Verschiebung erfahren können. Seite 4 Deutsche Zeitung Nummer 63 Letzte Nachrichten Der Pariser Korrespondent der „Wiener Neuesten Nachrichten" weih zu berichten, dnh in Paris Verhandlungen stattfinden, die die Bildung eines Wirt-schaftsblöcks der Donauländer zum Ziele haben. Reichskanzler Hitler hat sich auf sein kleines Landhaus in Bayern begeben, um dort einen kurzen Erholungsurlaub zu verbringen. Der „Angriff", das von Reichsminister Dr. Joseph Göbbels herausgegebene Berliner Blatt wurde für ganz Oesterreich verboten. Die österreichische Regierung hat ein söge-nanntes „Braunbuch" zusammengestellt. Es soll die ganze „Wühlarbeit" der österreichischen National-sozialisten nach Tatsachenberichten und Geständnissen von verhafteten Mitgliedern der NSDAP (Hitler-bewegung) enthalten. In Straßburg im Elsaß sind Kommunisten-unruhen und Streits ausgebrochen. Es kam bereits zu nächtlichen Schiebereien und Barrikadenkämpfen. - Der Führer der indischen Unabhängigkeit?-bewegung Mahatma Gandhi ist zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden. Aus China werden wieder katastrophale ^Überschwemmungen gemeldet, die bereits Tausende von Menschenleben vernichteten. Der dritte Stratosphärenflug soll, wie aus Brüssel gemeldet wird, in der nächsten Woche statt-finden, falls die Witterung günstig ist. Zeitungsmeldungen zufolge sieht Europa einer ungeheuren Hitzewelle entgegen, die von Amerika kommend bereits England erfaßt hat. Die Hitze forderte binnen fünf Tagen allein in den Ver-einigten Staaten 125 Tote. Der Rückflug des italienischen Ozeangeschwa-ders verzögert sich immer noch. Balbo wartet gün-stiges Wetter ab und wird wahrscheinlich den Rück-flug auf der südlichen Route über die Azoren durchführen. Schweres Flugzeugunglück bei Crikvenica Am vergangenen Dienstag gegen Abend stürzte in der Nähe von Crikvenica das Sportflug-zeug ..Zagreb" des Zagreber Aeroklubs ab. Der Doppeldecker hatte am Sonntag zuvor an einer Flugveranstaltung teilgenommen und startete Dievs-tag zum Rückflug nach Zagreb. Kurz nach dem Start stürzte das Flugzeug vermutlich wegen Geschwindigkeitsverlustes plötzlich aus geringer Höhe ab und wurde vollständig zertrümmert. Einer der beiden Insassen war sofort tot, während der Pilot, Reserveflieger Canic, mit lebensgefährlichen Ver-letzungen ins Spital geschafft werden muhte. Mehrheit erbracht. Erhält bei der Wahl des Orts-ältesten von mehreren Kandidaten nicht einer die | absolute Mehrheit, ist eine engere Wahl zwischen jenen zwei Anwärtern vorzunehmen, die relativ die meisten Stimmen erhielten. Gegen Unregelmäßig-keiten bei Ortsversammlungen kann jeder Wähler im Laufe von acht Tagen eine Beschwerde an den Gemeindeausschuh einreichen. Der Ortsälteste muh dieselben Bedingungen erfüllen, die nach diesem Gesetze für den Gemeinde-Vorsteher gefordert werden. Sein Mandat dauert drei Jahre und hört aus denselben Gründen auf, aus denen die Gemeindeausschuhmandate aufhören. Wenn der Ortsälteste die Pflichten, die ihm die Ortsversammlung auftrug oder die er nach den bestehenden Vorschriften als örtliches Hilfsorgan des Gemeindevorstehers zu erfüllen hat, nicht ausübt oder sie nicht so ausübt, wie dies die Natur der Dinge verlangt, kann er auf Antrag des Gemeindevorstehers vom Gemeindeausschusse seiner Stelle enthoben werde. Der Ortsälteste ist das örtliche Hilfsorgan des Gemeindevorstehers. Wenn für die Verwaltung des Lokalvermögens nach den geltenden Bestimmungen keine besonderen Organe bestehen, verwaltet er es gemeinsam mit zwei von der Ortsversammlung bestellten Wählern und unterschreibt mit ihnen alle Ver- pflichtungen für diesen besonderen Teil der Gemeinde. Der Ortsälteste ist ein Ehrenorgan, doch kann ihm nach Beschluß der Ortsversammlung ein Kosten-ersatz für Auslagen und Zeitverlust zuerkannt werden. Dieser Ersatz fällt zu Lasten des Weilers. Ein Pake» Perill - koM oufgelöit -genügt liir 3 Eimer (25-30Liter) Waner und gibt eine kräftige, üppig schäumende WascMöiung PtRSILMWPERSIL Aus Stadt und Land Celje Zwei tödliche Unglücksfälle Freitag den 3. d. M. ereignete sich auf der Staatsstraße bei Petrovce ein schweres Autounglück, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Kauf-mann Josef Holzapfel befand sich mit seinem Lastauto aus dem Wege von Ljubljana nach Steier-mark. Bei Petrovce begegnete er einem Autobus, der von Celje nach Vransko fuhr. Holzapfel ver-suchte dem Autobus auszuweichen, stieß aber dabei auf einen holzbeladenen Bauernwagen, der auf der rechten Straßenseite stand. Das Lastauto verlor da-durch plötzlich die Richtung und stürzte in den Strcißenxriben, wobei der vordere Teil zertrümmert wurde. Holzapfel wurde bei dem Stur; aus dem Lastauto geschleudert, brach sich die Schädelbasis, das rechte Bein an mehreren Stellen und erlitt zahlreiche äußere Verletzungen. Sein Begleiter blieb jedoch unverletzt. Die sofort benachrichtigte Rettung«, abteilung in Celje brachte den Verunglückten ins hiesige Krankenhaus. Eine Gerichtskommission stellte an Ort und Stelle den Tatbestand fest. Josef Holzapfel ist noch am Freitag nachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen. Er stand im Alter von 38 Jahren und stammt aus Lutverci bei Gornja Radgona. Aus Ljubljana wird gemeldet, daß der einzige Sohn des hiesigen Juveliers Anton Lecnik, der 18 jährige Gymnasiast Franz Lecnik, im Triglavgebiet tödlich abgestürzt ist. Er war als guter Bergsteiger bekannt. Franz Lecnik bestieg gerade die sogenannte Nord-wand ökrletica im Triglaomassio. von der er 80 m tief in eine Schlucht abstürzte und tot liegen blieb. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig und erforderten mehrstündige anstrengende Arbeit. Die Leiche des Verunglückten wird nach Celje über-führt. Evangelische Gemeinde — Samstag Festabend. Sonntag — Gustav Adolf-Fest» gottesdienst. Anläßlich der Gründung des Gustav-Adolf'Zweigvereines und der Senioratstagung der deutschen evangelischen Gemeinden im Draubanat findet am Samstag abends um 7« 9 Uhr in in der Christuskirche ein Festabend statt. Um-rahmt von einem Frauenterzett und Geigenvorträgen werden dabei Dr. FriH Zangger und Senior Baron aus Maribor Ansprachen halten. Im Mittelpunkt steht ein Vortrag von Pfarrer Hellmut May, der aus seinem früheren Arbeitsgebiet in Hrastovac in Slawonien über „DasRingen schwäbischer Bauern um Glaube und Heimat" spricht und ein Vortrag von Pfarrer Gerhard May über „Aufbruch und Erneuerung im deutschen Protestantismus", der zu den neuesten kirchlichen Ereignissen im Deutschen Reiche Stellung nimmt. Sonntag, den 6. August, wird bereits um 9 Uhr (statt 10 Uhr) der F estg otte s dienst abgehalten, in dem das Frauenterzett I. S. Bachs „Dir. dir Jehovah will ich fingen" zum Vortrag bringt, Pfarrer Hellmut May die Fest-predigt hält, der kurze Jahresbericht des „Prote-stantisch-kirchlichen Hilssvereins in Slowenien" er-stattet und sodann dieser Verein aufgelöst, bzw. um-gewandelt wird in einen Zweigverein des „Jugo-slawischen Gustav Adolf-Hauptvereins". Der Fest-gottesdienst schließt vor I I Uhr. Um 11 Uhr treten die Vertreter der deutschen evangelischen Ge-meinden im Draubanat zu ihrer diesjährigen Vollversammlung unter dem Borfitz von Senior Baron-und Senioratvinspektor Dr. Kieser zusammen. Zu den Veranstaltungen ist jedermann herzlich eingeladen. Das „Celjer Studio" bereitet für Anfang September die Aufführung des Dramas „Hermann von Cilli" von Dr. Anton Novacan im hiesigen Stadtpark vor. U. a. werden Gäste aus Ljubljana und Zagreb mitwirken. Portiunkulafest. Gelegentlich des heurigen Portiunlulafestes wurden in und vor der Kapuziner-lirche neun Personen verhaftet und zwar wegen Ruhestörung oder unsittlichen Benehmens. Bezcich-nenderweise wurde aber diesmal der Polizei keine Anzeige wegen Diebstahl erstattet, obwohl in nzetc früheren Jahren gerade die Diebe das Portiunkula-fest als Gelegenheit zur Ausübung ihres „Handwerks" benutzten. Menschliches Skelett gefunden. Bei der Regulierung des Kopreinitzbaches fanden kürzlich die im Nahmen der städtischen Unterstützungsaktion be-schäftigten Arbeitslosen ein menschliches Skelett in etwa 2 in Tiefe. Da der Schädel gespalten ausge-funden wurde, liegt die Vermutung nahe, daß es sich um ein unaufgeklärtes Verbrechen handett, dem der Mann vor geraumer Zeit zum Opfer gefallen war. Hausbesitzeroerfammlung. Am 9. d. M. findet um halb 9 Uhr abends im Hotel „Post" (Rebeuschegg) eine Versammlung der Celjer Haus-besitzer statt, aus der auch der Vorsitzende des Hous-besitzerverbandes Frelich — Ljubljana anwesend sein und das Wort ergreifen wird (Siehe Inse-ratenteil). Freiw. Feuerwehr u. Rettungsabtg. Celje, Tel. I In der Woche rom 6./VIII. bis 12./VIII. ist Inspektion: Obmann Jellenz Johann. Jeuerdienst: IV. Zug ZugSs.: Schlosser Gottsried Jahrer: Karbeud Iran; Eanitätsdienst: It. Rotte Pristoschet Joses Schier Adelmar Findeisen Heinrich Fahrer: Sukly Stesa« Inspektion: Maschinenmeister Gradt Gottfried. Maribor Magistratsdirettor i.R. Al.Kuechler f. Der erst vor kurzem in den Ruhestand versetzte Magi-stratsdirektor i. R. Alois Kuechler ist plötzlich an einem Schlaganfall verschieden. Die Bahnhofrestauration in Maribor wird am 4. September d. I. bei der Staatsbahn-direktion in Ljubljana auf dem Versteigerungswege neu verpachtet. Fahrpreikermähigung zur „Mariborer Festwoche". Nach Beograder Meldungen hat das Verkehrsministerium für die auswärtigen Teilnehmer der Festwoche in beschränktem Umfange eine 50-prozentige Fahrpreisermäßigung bewilligt. Sie gilt ür die Hinfahrt vom 8.—10. und für die Rück-ahrt vom 12.—15. August. Verlängerung der Polizeistunde wäh-rend der „Mariborer Festwoche". Für die Zeit vom 5. bis zum 15. d. M hat die Banal-Verwaltung auf Ansuchen der Vereinigung der Gastwirte die Mariborer Polizeiverwaltung ermäch-tigt, allen Mariborer Gaststätten die Verlängerung der Polizeistunde zu gestatten. Während der Fest-woche schließen also die Gasthäuser und Restaurants um 2 Uhr, die Kaffeehäuser um 4 Uhr früh. Alkoholische Getränke dürfen jedoch ab 2 Uhr nicht mehr abgegeben werden. Pwj Falsche 50-Dinar-Münzen. <3n Dornava bei Ptuj tauchen in der lejjten Zeit gefälschte 50-Dinarmünzen auf. Die Falsifikate find leicht zu er-kennen an ihrem geringen Gewicht, an der dunklen Farbe und der undeutlichen Aufschrift. Es empfiehlt sich daher, 50-Dinar-Münzen vor der Annahme auf ihre Echtheit zu prüfen. Stammet 63 Deutsche Zettung Seite5 Rogatec M.jähriges Bestandesjubiläum der Feuerwehr. Aus Rogatec wird uns berichtet, dah die Vorbereitungen für das große, Sonntag den 6. d. M. stattfindende Fest anläßlich des 00-jährigen Jubiläums des Bestandes der hiesigen Feuerwehr, im vollen Gange sind. Aus allen Teilen der weiteren Umgebung find dem Borbereitungsausschutz zahlreiche Anmeldungen zugegangen. Alle Freunde des Vereines sind herzlich willkommen. Für gute Unterhaltung und voi^üglichen Wein ist gesorgt. Gute Zugverbindungen. Sportsfrau am Steuer Auszeichnung des evangelischen Lan-desbischofo Dr. Popp durch den Bolks» bund für das Deutschtum im Auslande. Wie das Rooisader „Deutsche Volksblatt" aus Zagreb meldet, wurde am vergangenen Sonntag dem evangelischen Landesbischof von Jugoslawien durch den deutschen Konsul Dr. Freund die Ehren-Plakette des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland überreicht. Sie ist als Dank und Anerkennung für die glänzende Rede des Bischofs auf der diesjährigen Pstngst-tagung des VDA in Passau zu betrachten. Gleich-zeilig übergab Dr. Freund dem Landesbischof ein herzlich gehaltenes Schreiben des Reichsführers des BDA Dr. Steinacher. Schweres Erdbeben in Zagreb. Aus Zagreb wird unter dem 3. d. M. folgendes ge-meidet: In den heutigen frühen Morgenstunden kurz nach drei Uhr wurde ein Grohteil der Zagre-ber durch ein heftiges Erdbeben überrascht. Es er-folgte eine heftige Erdbewegung, die Schlafende aufrüttelte, Häuser erzittern mochte und Einrichtungs-gegenftinde in den oberen Stockwerken zum Schau-lein brachte. Nach dem Bericht der Geophysischen Anstalt am Gric in Zagreb handelt es sich um ein Nahbeben, dessen Herd in einer Entfernung von höchstens 10 km zu suchen ist. Der Ausgangspunkt des Bebens lag zweifellos im Zagreber Gebirge (Zagrebacka gora). „Der Volksbote" eingegangen. Der im VIII. Jahrgange erscheinende, mit der „Neuen Zeit" vereinigte „Volksbote" ist mit feiner 31. Nummer des laufenden Jahrgang» eingegangen. Der Schrift-lele: und Herausgeber Stefan Kaufmann in Ve-Ifli Beckerek (Banal) bezeichnet als Grund für die Auflassung des Blattes wirtschaftliche Schwierig-kvlen. Kathreiner > Kneipps Vorzüge: Un- nochahmlicher Wohlgeschmack und feinstes Aroma. — Gesund und nährkräftig, ausgiebig, bekömmlich — und dabei billig. Wirtschaft uBerkehr Usancen für den Hopfenhandel (Fortsetzung.» 14. Fall» der Tret« das Einsacken über Auftrag des Käsfers durchgeführt und den Hopfen beim Einsacken bricht, ist dafür der Verkäufer nicht verantwortlich. 15. Falle der vom Käufer entsandte Treter feststellt, das> der Hopsen zum Tacken ungeeignet ist, kann er das Ein-s«ul«7i vorläufig ablehnen. 16. Falls der Verläufer da» Einsacken selbst vornimmt, ist er für alle Unrichtigkeiten selbst verantwortlich. 17. Der Verkäuser bringt zur Uebernahme des Hopfens die Kopie des Schlutzzettels mit. 18. Pflicht des Verkäufers ist es, nur trockenen Hopsen zu liefern. Für Beschädigungen durch Feuchtigkeit ist er selbst verantwortlich. 19. Die qualitative Uebernahme der Ware erfolgt bei der Abwäge in der Weife, dah der Käufer oder dessen Der-treier in Gegenwart des Verkäufers oder dessen Vertreter» den Hopfen besichtigt. Im Streitfälle, wenn das offene Muster der zugcsütmen Ware nicht entspricht, wird das nach Punkt 8 adjustierte Muster mit der zugeführten Ware ver-glichen. 20. Falls der Käufer den Hopfen vor der Uebernahme weiterverkauft hat, so hat der Verkäufer allfällige Streitig-leiten mit dem ersten Käufer, bzw. nur der crfte Käufer mit dem Verläufer auszutragen. 21. Zur llebergabc der Ware und zum Empfang der Kain'summe wird, fall, nichts andere« vorgesehen ist, der- jenige als bevollmächtigt angesehen, welcher der Abwäge beigewohnt hat. 22. Uebernahme und Bezahlung der Ware erfolgen, fall» nicht» anderes vereinbart würd«, bei der Abwäge der Ware. 23. Säcke, die Eigentum de» Verkäufers find, hat der Käufer im selben Zustande, spätesten» bis zum kommenden 1. Auguli, rückzueifiatten. Nichtbenützte Säcke, die der Käufer zum Sacken de» Hopfen» beigeftellt hat, hat der Verkäufer bei Ablieferung de» Hopfens rückzuerstatten, sonst ist e» für die Vergütung des Wertes der Säcke verantwortlich. Der Vcrläufer ist nach Abschluß de» Kaufe», falls er nicht eigene Säcke hat, verpflichtet, diese beim Käufer zu beheben. I I e°ergiScL dic *•»*<* **r Sd,ö0j™. e' S«A ih. y dc. 0 die pflcy *>« ; • . Sie . .gcrsP^Cn. fdc Stund"'cmt Elid* I iVlrn sie ,■ ClJie, ^ teG^uZ"tr°" ____a°de ELIDA Creme de chaquc heure 24. Die Tara der gebräuchlichen leichten SäckeZwird mit höchsten» 2 kg pro Stück berechnet, g s* 25. Der Verkäufer musz dem Käufer bei der Ablieferung dic Herkunstsbeflätigung ipoociHnica) seiner Gemeinde einhändigen, falls sie derselbe zum Zwecke der Herkunftsbe-Zeichnung des Hopfens verlangt. 2K. Falls der Käufer nachträglich beim Ausleeren, Schwefeln u. s. w. eine falsche Packung, Steine und andere Kegemtände vorfindet, so ist für den Schaden der Verkäufer oerantvonlich. Hopfenbericht aus ?alec vom 31. Juli 1<*33 Nach dem andauernd heigen Wetter, welches schon längere Zeit unvermindert anhielt, hat der ausgiebige Regen vom vorigen Sonntag insbe-sondere für die jetzige Doldenbildung ungemein günstig gewirkt. Auch die später geschnittenen und sonst zurückgebliebenen Anlagen sind nunmehr in voller Blüte, während aus den besseren Feldern schon vielerorts der Uebergang in Dolden deutlich merkbar ist. Die Pflanzen sind allgemein gesund, von meist sattgrüner, tiefer Farbe und weisen einen besonders reichlichen Blütenbejatz auf. Es mehren sich die Fälle, in welchen die Hopsenbauern eingegangene Borverkaufsverträge in legalem Wege stornieren. Hierzu sei ausdrücklich fest-gestellt, daß die gegenständlichen Erklärungen beim zuständigen Bezirksgerichte abzugeben sind, da ander-wältige Abmachungen mtt den Käufern, wenn nicht richtig und schriftlich niedergelegt, kaum rechts-wirksam sein werden. Der Pflanzenstand in den übrigen Anbau-staaten ist sehr unterschiedlich. Während sich die Hopfenfelder in den deutschen Hauptanbaugebieten Spalt und Hallertau in der letzteren Zett sichtlich erholt haben, konnten die böhmischen Hopfen bisher das Versämte nicht nachholen. Man rechnet dort mit einer wesentlich geringeren Ernte als im Vor-jähre. Unser zweites Anbaugebiet, die Backa, weist einen sehr schwachen Stand der Hopfenpflanzen auf. Es ist dort mtt einem nur geringen Ernteertrag zu rechnen. Dasselbe gilt für Polen. (Wolhynien und Lubliner Gebiet.) Etwas zuversichtlicher lauten die Meldungen aus Frankreich (Elsah) und auch den beiden belgischen Anbaugebieten Poperinghe und Alest, während der Pflanzenstand in England durchaus zuftiedenstellend ist. Zusammenfassend ist der Stand in den übrigen Anbaugebieten keineswegs befriedigend und es bleiben vor allem auch noch die Auswirkungen der überall mehr oder minder aufgetretenen Peronospora abzu> warten. Vk. Handels-, Industrie- und Gewerbekammer in Ljub-Ijana auch weiterhin bestehen bleibt. In anderen Städten wie Zagreb sind für die Gewerbetreibenden be-sondere Kammern errichtet worden. Die Weizenausfuhr neu geregelt. Der Ministerrat hat in seiner Sitzung vom 29. Iuli d. I. die vom Minister für Handel und Industrie, vom Landwirtschaftsminister und vom Finanzminister vorgeschlagene Neuregelung der Weizenausfuhr an-genommen. Sie bestimmt folgendes: Artikel 1. Als Ausnabme von den Vorschriften des § 1 des Ge setzes über die Ausfuhr von Weizen, Korn und Weizenmehl vom 27. Juni 1931 und des 8 1 des Weizenverkehrsgesetzes vom 29. März 1932 können auch Produzenten, Genossenschaften und Ausfuhrfirmen mit Ermächtigung des Ministers für Handel und Industrie die Ausfuhr von Weizen vornehmen. Die Ermächtigung zur Weizen-ausfuhr erteilt ein vom Minister für Handel und Industrie damit betrautes Organ. 'Artikel 2. Sofern auf Grund des £ 1 des Weizenverkehrsgesetzes vom 29. März 1932 die „Prizad" Wehen ausführen sollte, wird der Reinertrag dieses Ge-schäftes der Regierung zur Verfügung gestellt und nach Weisungen verwendet, die im Einvernehmen mit dem Finanzminister und Landwirtschaftsminister gegeben werden. Der Minister für Handel und Industrie erlätzt im Einvernehmen mtt dem Finanz-minister und mit dem Landwirtschaftsminifter nähere Bestimmungen zum Vollzug dieser Verordnung. Artikel 3. Diese Verordnung tritt in Kraft am Tage der Kundmachung in den „Sluzbene Novine" und gilt ein Jahr lang. Das Handelsministerium hat auf Grund einer Abstimmung der Gewerbeorganisationen im Sinne des neuen Gewerbegesetzes verfügt, daß die Sport Auswahlteam Zagreb — Städteauswahl-team Celje Sonntag findet am Sportplatz Felienleller mit Spiel-beginn 17 Uhr ein FreundschaftSweUfpiel obiger Team« statt. Die Zagreber - Mannschaft besteht zum Grohtnl aus Spielern der momentan stärksten Zagreber-Mannschaft Con-cordia und wird sicherlich dem Celjeer > Team einen unüber windbaren Segner abgeben. Da« Celjeer Team wird in der Aufstellung Hillinger (SK Celje), Mitui »K Celje,, ftonfan (Btt.;, Prefsinger II (©St Celje i, Hojnik (HtL), Zupan, (®R Celje), Gobec (SÄ Celje), Koielj (All.), Marie >KS Celje), Rajtooii (»S> pp, Zora» l»v. pp) antreten. Wir wollen hoffen, dab eS auch dieser Bianuschaft gelingt, die Farben der Städterepräsentanz gut zu vertreten und nn ehrenvolle« Resultat zu erzielen. — Die Zagreber Mannschaft besteht auSschltevltch au« Mitgliedern de» kaufmännischen Verein» .Mertur", der nach dem Spiel ei» Sommerfest bei Stegu veranstaltet. (Eintritt frei». Der Reinertrag diese« Feste« wird wohltätigen Zwecken, u. a. auch den notleidenden Kindern von Hrastnik und Trbovlje zugeführt. Seite 6 Deutsche Zeitung Nummer 63 19 Das Haus an der Heerstraße Eine düstere Geschichte aus vergangenen Tagen von Anna Wambrechtsamer Also zogen unter Kajelan«. Führung die Dienstleute nach Feierabend aus und gesellten sich m den lustigen Mädel, und Burschen aus der Nachbarschaft. Doch um Mitternacht muhten Männ-lein und Weiblein, streng gesondert, unter Dach sein. Und es kostete den Altknecht manchen zornigen Stoßseufzer, bis die Mägde hinter Schloß und Riegel in ihrer Kammer nächst der Küche und die Knechte drüben im * Stall zur Ruhe gekommen waren. Doch endlich ward auch in diesem Jahr der lustige Fasching unter dem nötigen und altherge-brachten Unfug begraben. Mit übernächtigen Gesichtern kam am Morgen des Aschermittwochs das junge Volk, feiner Christenpflicht genügend, in die Kirche, um sich in mehr oder minder aufrichtiger oder begründeter Reue da, Haupt mit Asche be-streuen zu lassen. Am Vormittag noch rannten die Buben mit den vom geweihten Feuer glimmenden Schwämmen von Haus zu Haus. Nachmittag aber griffen die Leute wieder allmählich zur Arbeit. Es war ja Werktag und dazu auch noch die ernste Fastenzeit. Kajetan ging zufrieden und wohlgemut in die Zeugkammer und besah sich die Ackergeräte, um alles für die nahende Frühjahrsarbeit wieder in Stand zu setzen. Denn schon wurden die Tage merklich länger, die Sonne bekam immer mehr belebende Kraft und löste in den Mittagstunden die Starre des Winters zu glitzernden großen Tropfen und sickernden Bächlein auf, die sich im Werden hurtig ihr win-ziges Rinnsal bereiteten. Freilich zog dann über Nacht dir Kälte wieder an und die Bächlein er-froren. Aber der Winter verlor ständig an Macht und in der immer dünner werdenden schmutzigweißen Schneedecke zeigten sich allenthalben große dunkle Flecken. Wie lange konnte es noch dauern bis das allerfte Grün aus diesen hervorbrach? So ähnlich mochten auch die Spatzen denken, die in zahlreichen Schwärmen die großen Holzstöße im Hof umlärmten, auf dem Gartenzaune saßen oder sich vor der Tür des Pferdestalles kreischend und flatternd um versträute Haferkörner balgten. Jetzt kam der lange, mit hohen schwarzen Schaftstiefeln, blauer Hose, ebensolchem Schurz und roter Weste angetane Pferdeknecht Janes mtt dem schwarzen Struwelkopf heraus, langte nach der be-schmißten Fuhrmannspeitsche, die neben den schwe-ren Kummeten unter dem bretten Vordache hing und klatschte in die spektakulierende Schar der klei-nen Schmarotzer hinein, daß sie surrend aufflogen und sich in dichter Reihe gegenüber auf die Dach-rinne des Haufe« setzten. „Witt — witt", begannen die Allerftechsten. Da oben fühllen sie sich auch vor oer längsten Peitsche sicher. „Witt — witt — witt — witt", fielen die andern ein und lärmten so unverschämt, das Jane» die Peitsche wieder an die Nagel hängte und sich ärgerlich zu den Gäulen in den Stall begab. Die Spatzen aber erzählten sich in übermüliqer Freude, daß die goldene Zett der Raupen. Schnecken und Regenwürmer, nach welcher dann da» Paradies der reifen Getreidekörner kam, nicht mehr allzufern fei. Dann konnten sie das spärliche Futter, das der lange blaubehoste Lackel wider Willen ausstreute, nur allzuleicht entbehren. Wenn der Tag zunimmt und alles in der Natur aufwärts schreitet, da gleitet auch die Zett unmerklich rasch dahin. So war auf einmal die Osterwoche gekommen. Freude und Auferstehung bereitete sich allerorten vor. Nur wenige Tage noch blieb die jauchzende Lust gefesselt, bis zu dem große? Sonntag, da der Herr de» Lebens im frommen Gedächtnisse der Menschen alljährlich aufersteht. Das ist das Fest hoffenden Werdens und ichwellender Erwartung. Das aufblühende Land liegt im Sonnenschein, ein zartgefärbter rosiger Märchentraum auf frischgrünem Grunde. Wie Felder und Wiesen vom Drude des Winters, so waren auch Ehrenwald und Maria von ihrem schweren stillen Gram befreit. Sie glaubten wieder an das Leben und hofften von ihm. Die Hausleute gingen in die Kirche, um ab-wechselnd am Grabe des Heilands zu beten. So erheischte es die qute alte Sitte. Die Glocken hingen mtt gefesselten Zungen im Turme. Ihre Seelen waren nach Rom geflogen und sollten erst wieder-kehren, wenn der Heiland erstand. Nur heute, am Charsamstag, konnte die Kü-chenmagd nicht in die Kirche gehen, da sie neben der Hausfrau in der Küche alle Hände voll zu tun hatte. » Der proße Backofen, dessen hohe gelbe Kacheln draußen m der ehemaligen Wirtsfwbe das auf-rechte Bild des Feuerpatrons St. Florian mtt Lanze und Wassereimer zeigten, war gehitzt und seinem glühenden Bauche wurden die verschiedenen, mit geriebenen Nüssen, Topfen und Mohn ge-füllten Potitzen anvertraut, welche an Größe und Ausdehnung mittleren Wagenrädern gleichkamen. Nebenan auf dem Herde kochten in großen gußeisernen Töpfen die Schinken und Frau Maria färbte die schönsten und größten Eier, welche die Haushühner in den letzten Wochen geliefert hatten, rot, blau und grün. Alles im Haufe war blank gerieben und ge» scheuert und am Abend legten die Leute sorgsam ihren Sonntagsstaat zurecht, um in aller Frühe das Fest der Auferstehung zu begeben. Da geschah es, daß aus einmal mitten in der Nacht, lange bevor der Ostermorgen ihre Stimmen befreien sollte, die Glocken von selber zu tönen be» gannen. Ader nicht erhebend und feierlich, sondern abgerissen und unregelmäßig anschlagend, wie un-mutig und geängstigt. Die Bilder an den Wänden beweaten sich, durch die Mauern rieselte ein zittern-des Aechzen und Reiben, einen Augenblick schien das Haus zu wanken, dann setzte ein donnernde» Krachen und Pottern ein. und dazwischen erschollen vereinzelte Schreie und Hilferufe. „Erdbeben!" gellte es durch Almwach. Die Leute wußten selbst nicht, wie sie so schnell auf die Straße gekommen waren. Binnen wenigen Mi-nuten erfolgten sieben Erdstöße. Dann war aus einmal lauilose Stille. Die Glocken schwiegen wie zuvor, die Nacht war still und sternenhell. Da und dort glitt der abgebröckelte Bewurf eines Hauses rieselnd die Mauer herab zu Boden. Hätten sie nicht Angst und Entsetzen gefühlt, die Leute würden geglaubt haben, es sei gar nicht, gewesen, so schnell war es vorübergegangen. Aber als sich die Leute jetzt bei Kerzen- und Laternen-licht ihre Häuser besahen, mertten sie freilich den Schaden, der entstanden war. In Ehrenwalds Hof schrien die Dienstboten durcheinander. Kajetan stieg über die Trümmer der herabgestürzten Rauchfänge. „Gesund und unverletzt, Herr?" rief er zu den Fenstern der Oberstube hinaus. Es dauerte eine kleine Weile bis Ehrenwald die Balken aufstieß und hinabrief: „Ja, für diesmal ists beim Schrecken geblieben. Wie steht» mtt den Leuten ?" Kajetan erkannte, trotz der Dunkelheit, daß Ehrenwald vollständig angekleidet war. „Ist alles heil und gesund", antwortete der Knecht. „Die Weibsbilder machen halt einen Spek-takel. Das andre schauen wir uns in der Früh an. Beoors Tag wird, können wir so wie so nichts machen". In der Frühe, als Ehrenwald seinen Rund-gang machte, gab es für ihn nicht viel Angenehmes zu sehen. Im Vorhaus war der Bewurf an vielen Stellen heruntergefallen und die Bodentür stand offen. Auf der Stiege knirschte bei jeder Schritt der abgebröckelte Mörtelstaub unter seinen Füssen. Einlsdliny ei der Mittwoch, den 9. August 1933 um '/,9 Uhr abends im Hotel Post (Rebeuschegg) in Celje stattfindenden Zusammenkunft in welcher der Vorsitzende des Landet verbände» Herr Frelih aus Ljubljana über die Besteuerung der eigenen Wohnungen vortragen wird. Mit Rslcksicht auf die Wichtigkeit dieses Vortrage«, werden die Mitglieder höflichst eingeladen, sich vollzählig bestimmt einzufinden. Der Verein der Hausbesitzer für Celje und Umgebung. Chauffeur Mechaniker, 21 Jahre alt, nüchtern, verl&salich, sucht Stelle. Gefällige Zuschriften an Ednard Prechtler, Maribor-Pobrezje, ceata Nabrezje.T7. 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