IV, tZ» ' Mrettag, dm 14. Hlovemöer 1878. Jahrga«g vi« ,Mar»«g«r SeUn-g- «scheii» I«d«n S,»»>»,. «itwoch ii»» znUai. Preil« — fSr «»rb»r»: -a»»ildr>-,»« Ha», monMch lo k. — mit Voft»«l«iid»n,: S si., »albjähri, 4 fl., »inm 6 ft.,hal^ährig vierteljährig Z fl. 3li . » fl., vierteljährig 1 fl.öv k: fürSustellkug 3nsertion»gebahr 6 kr. pr. Seile. Zur Crapptwerltiallg. Marburg, tS. November. Bor Monaten schon ging die Kunde durchs Land, das KritgSwinlsterium beabfichtige, in Graz tin Grenzerregimmt aeu zu organifiren. Der Ve-meindtrath dieser Stadt verwahrte stch dagegen, we«l die Mannschaft aus einer Gegend kommen sollte, wo dle Cholera herrscht. Das Kriegsmtnistkrium schenkte aber dem Verlangen der Erazer keine Beachtung: dieser Tage ward das Regiment nach der Hauptstadt unseres Lances Verlegt, wurde auch die Cholera eingeschleppt, wie es der beschränkte Un-terthaueuverstand vorausgesehen. Dieser Fall zeigt neuerdings, wie wenig ausgebildet und besesligt in Oestelreich»Ungara uoch der Rechtsstaat ist. Ein natürliches Recht jtdes Staatsverthei-digers ist, mitten i m Frieden seine H.imat nicht verlassen zu müssen. Wäre dieses Recht deS Wehr, oianns aus seine Heimat ia Oesterreich-Uitgarn gesrKlich anerkannt, so wüiden jetzt nicht Chalera-kranke „Vrmzer" sich in der Steiermark befinlttv, ivähk'Nd z. B. nnsere Laudeskinder in Klagenfutt und Billnch ihre Militärpflicht erfüllen und die Kärntner in Tirol ihren Standort haben. Die Gewährleistung des Heimatsrechtes unserer Soldaten käme auch der Staatskasse zu Gute, welcher das Hin« und Herziehe» der Rekruten und der Urlauber nicht gerrnge Kosten verursacht. Dieses wirtl)schastllche Bcdenken sollte besonders in Oesterreich-Ungarn und zumal jetzt doppelt schtver aufs Gewissen der Gesetzgeber und Staatö-verlvalter fallen. Aöktor Ntiahard. von F. L. Ke imar. (Fortsetzung) „Wie fein ist sein ruhiges klares Wesen ditser leidenschaftlichen, zeifahreNsN Natur!" Dann wieder sragte sie sich, wie die beiden Mänaer sich gegen e>n.inder verhallen tvürden, ob jt auf Freundschaft und Harmonie zwischen ihnen zu hoffen sei. und weil ihr inniger Wunsch sich aus daS Ziel richtete, jah sie mit groKer Spannung einer Begegnung Beider entgkgrn. Schon der nächste Tag soUle dieselbe htrbeifüh-ren. Der Doktor hatte der Räthin, als seiner Patientin, den gewöhnlichen Morgenbesuch zu Machen, und ohne etwas von der Anivesenheit ihre» Sohnes zu wifsrn, trat er in's Zimmer. ^Herr Dottor Reinhard — mein Sohn Adalbert!" stellte die Rüthin die beiden Herren einander vor und Eva, dte beim Eintritt R»in-hlirv's unwillkührlich errötljet war, blickte er>var-tungSvoll von Einem zum Andern, fühlte sich aber betroffen durch die auffallende Kälte, welche Beide in die hergebrachte Begrüßung legte». ,^ch erinnere mich, den Herru Lieutenant Mt Witlltr Körst vild das öfftMcht Zuttttssk. l. Unsere zahlreichen Bankblätter und Finanzphilosophen beweisen unermüdlich, was hier geschehen und dort unterbleibeit soll, wer hier einzugreifen und wer von dort sich zu fputen habe; das Ende von jedem Liede ist aber stets dasselbe: der Börse soll geHolsen werden und zwar der Wiener Börse. Ist z. B. von den Nöthm des Hypothekar-Kredits die Rede, so spricht man von den Wiener Bau-Banken und deren gesunkenem Kredite, von der „Entwerthung- der von derselben angekauften Gründe in und um Wien und der darauf emit-tirten Aktien. Klagt man über die Krediilosigkeit der Gewerbetreibenden, über die Stockung der Geschäfte und des Handels, dann rrpliziren die geiverbltchkn ginanzkünstter mit der Gegenklage über' die eingeschränkte oder ganz gehemmte Thätig-keit der Wiener AreUkbanken, reden von i)er „guslon" der kleinen, im besten Falle von der Liquidation der ganz faulen Banken. Wenn's hoch kommt, knüpfen sie an oi,se speziell die Wiener Börse betreffenden Institute und Effekten noch einige Alogen über die Unterbrtchung der Elsenbahn'Bauten und den Rückgang der Eisen-produktion. Mit Letzterem ist es ihnen ollerdiii,ts gelungen, das einzige, eine allgemeine Kalamität andeutende Moment zu streifen, damit aber find sie auch Mit ihr-m Finonztalein zu Ende und s^ehkN nach wie vor als ralhtoie und unvermögende Quacksalber vor dem z rbrochenen Tiegel. von Wallberg bei seinem Ookel gesehen zu ha bei» >- am Tage vor seiner Erkrankung; Sie verliehen ihn, als ich kam," entgegnete der Doktor. Die Worte waren allerdings kühl gesprochen, mußten aber doch völlig unversiingllch erscheinen uud rechtfertigten in Eva's Augen durchaus nicht den herben Ausdruck — sie Hütte ihn fast feindlich nennen mögen — den sie auf Adal-bert's Gesicht hervornefkn. „Ich bewundere Ihr Gedächtniß, Herr Doktor,- sagte er, „wahrend ich mich anklagen muh, daß derartige ZusüUigkeilen und Daten meiner Erinnerung leicht entschwinden . „Die Ursache liegt wohl in Ihrer besonderen Lebensiveise — auf bewegten Meeren; währ-nd wir, die wir an der Scholle haften, zugleich an ollen darauf bezüglichen Erinnerun« gen lvillkürlich oder unwillkürlich festhalten." sogle der Doktor ruhig und wandte sich t,ach einigen mehr gletchgüitigea und der gewöhnlichen Höflichkeit geltenden Fragen und Antworten zu der Rüthin, um dem Zwecke seines B'suchs, ärztlicher Visite zu genügeil. Nach einigen Mi-nuteu verabschiedete er sich dann, ohne daß auch Eva etwas Anderes ats einen flüchtigen Gruß von ihin erhatten hätte. Nur eine Sekunde lang ruhte sein Blick mit einem besonderen Ausdruck aus ihr, den sie im Herzen empfand gleich eiaer So ist denn der Wiener Platz und die Wiener Börse daS Um und Auf, welchem all' diese Weisheit gilt, und die Angel, um die sich alle Betrachtungen drehen. Ob es auch wirklich im öffentlichen Juter-esse gelegen, der Wiener Börse wieder ans die Beine zu helfen, ist freilich eine andere Frage. Das Bolkswohl hat mit der Börse, wie sie entartet und zu Grunde gegangen, und wie man^ sie wieder aufrichten will, nicht das Geringste zu schaffen. Was man im Grunde des Herzeus will, ist ja nicht schwer zu errathen. Die Kourse der auf ihren reellen Werth hinabgedrückten Papiere wieder hinausschwindeln, saule, der GründungS-Vaunerei kNtstammevde Institute fusionireu und so mit Gottes und des Staates Hllfe eine ueue Aera dts wilden Bölfenspieles wieder inauguriren. Da» ist der nicht zugestandene, aber insgeheim angestrebte Zweck ; alles Uebrige isi eitel Blendwerk. Man kennt die Quelle, aus welcher die kürzlich noch so hochgepriesene Hülle und Fülle von Um-laussmitteln stammt, die man zu einem untrüg» lichen Zeichen des National-Wohlstandes gestempelt. ^ Wollte man den Schmarotzern der Börse und ihren Fürsprechern glauben, dann Hütte der Staat keine heiligere und dringendere Pflicht, als den „Konsorlien', welche die Korruption über daS ganze Reich getragen, in die Hütte sowohl als in den Palast, der tausendköpfigen Gründerhydra und threi» Helfershelfern, welche daS Volk bethörteu und dessen Taschen leeren halfen, ausgiebig uuter die Arme zu greifen. Nach den Deklamationen dieser „praktischen Nationalökonomen" ist es mit dem allgemeinen Mahnung, nicht zu waukeu uud nicht zu zögern mit ihrer Entscheidung. «Ist Mir irgend ein Mensch in der Welt unangenehm, so ist es dieser Doktor Reinhard l" rief Adalbert heftig, als sich die Thür hinter dem Genannten geschlossen halte. Erstaunt uuv verletzt blickte Eva aus und kämpfte sichtlich noch mit sich, ob sie nach dem Grunde dieser ihr unerklärlichen Aeußerung fragen dürfe, als ihr die Tante mit der unwillige» Entgegriung zuvorkam: „Das ist eine seltsame Abneigung, Adalbert, die ich im höchsten Grade ungerecht sin-den muß, denn sicher gab /r Dir durch sein Benehmen keine Veranlassung dazu. Du solltest bedenken —" „Ach nein, Mama, laß mich nicht bedenken! fiel er iialb lachend ein, „dazu tauge ich nicht. DaS Bedenken verwirrt mir allemal Kopf und Herz ... ich kann einfach nur fühlen, sei's sympalhisch, sei'S antipathisch, und hernach muß lch etwas thun . . . mag'S nun gut, mag's schlimm sein! Ich wette, Kouslne Eva stimmt mit mir überein, wandte er sich an diese, den Scherz, der aber etwas gezwungen klang, sort-^evd, „daß wir daS Nachdenken, von dem junge Mädchen otinehin selten Freunde sind, bei Seite lassen und UNS nur darum bckümmcrn wollen, wie wir fühlen l" Iatereffe identisch, thkurt Baugründe «»d theures Baumaterial, thture Wohnungfu und theuren Konsum, uatürlich mit B,Hilfe de< Staate», d. h. der Steuerzahler, ausrecht zu erhalten, nur dam'l einige Dudtnd Bankdlr'ktorea und Berwaltungs» rälhe ihr Sydaritenleben forlführev, d. h. ihre Helstrshelftr nach wie vor „b'th'^iligea" können; denn ohne ^etheiligungen ka»« die S'ppe ntch» ged.ihen und mog sie nicht „üffenllche Melnung" machen. Un» scheint es aber im öffentlichen Intereffe nicht gelegen, eine Reihe von t, welche dem Kredit-beduts iß d,r art» itenden Bkvülktrung nicht »nt^ gkg ng»kommrn, lhr,n Iultrefsrn nicht im entfern« teii'N geditut haben und >)rMt>kN in Zukunft tveiisoivtnig ditntn ivürdtN. Das widerliche Schauspiel sollte der Wrlt denn doi» eripart dleidtn, doß Men»ch»n, welche dlk bohe Schule dr» potenzilien Gt?u« rihumS Mit deslem Eifol^e durchg macht und die auch nach dem allgemeinen Schiffbruch, anstatt in eln,r ZuchltiauszeU,, in ihren Ri'igstrußen'Paläiten Hausen, nun zum Hohne auf die öss<'ttllche Moral ulv Wächter und Körde-er des „Kredit s" austreiin nnd von den bkstellten Hü»era derselben — erhört würden. Das hieße denn doch dieser Vielf ach und arg beleidigten Moral zu stark t"'s Gesicht schlagen und dem Krevit, der ja Ulchts anderes s'ln soll, als das uuf Redlichk it und ^tzre gegriindrte Vertrauen, die einzig sichere Grund-ltige entziehen. Die seilen Gesell.n schreiben und dekiamtren ihr Leben ltng, um zu beive s^n, daß d , .Lefk'hr, t^en das Böri uspill »iz ugt, den Bolts lio^lstand verm hrt und den Gl. nz und die Macht des SlaatkS erhöht. Der unerfahrenen, elvig betrogene,' und ooch «v edtl unvetbess.rl'chen Bevölkerung gegenilb't, wUche diesen B'trügern glaub« und folgt, kann u an es utcht oft genug wieserholeu, dap die zum Bü'senspiel Verwendeten Mittel nicht-sljuffni, also ketNl Werthe erzeugen, daß tM besten ^alle.Gewlnn und Verlust fih unter den Spi,lb>l ausglcicdt und daß dadel Zeit, Muhe, so lvte die Vortheile. die aus elNer vernünftigen Ver-ivenduag d^s Kapitals zu ziehen flkd, vc!lo»ea getZkN. Daß b»i der Geschästsverdindung Mti den Börs,« joddeln, hat man di^ Sperrstunde versäumt, zu eAt auch d .s X^pttal zum Teul.l geht, »»aben die Bete ffenoen levthin zur n sei. Auch Hütte ne ii, dtu nächjlen Tagen keine Berantuj-sung, ähnliche Kult0gei)untt»n uner solchen ivahr« zuiieijmelt, d nn tvenn der Doktor auch e>nlg. Mal i,»'» Hau. kam, so wur Adalvert — ob autt zusäll'g oder N'cht — entiveder gar o«a»l anivelen), oder es vlteb bet einer fluchtigen B -gegnuog. Adalbert'» eigentliches Wesen, den Grund seiner vertchiedeneu Stimmungen, vermochte sie Nicht zu erklnaen, so viel sie !'.ch auch innerlich dumit bes t)äjtigt<, und seltiam genug war es, 0uß sie sich immer und immer ivieüer die Klage vorlegen muvte, ivoher die leidenschaftlichen Wallungen seines Gewüths stammen möchte«. Sie hätte kein Mädchen sein müssen, wenn Im Hefchlchte des Zages Die Staatshilfe zur RegelBt:g der w i r th s ch a f tli chen Verhältnisse ioll noch der RetZierungsoorlage achtzig Millionen betragen. Für die Bedürfnisse des Hand ls, der Geiverbe, der Eisenbahnen ist dieser Betrag viel zu gering. Hat villleicht diese Erkennlniß das MtNlfterium bestimmt, den Hypoth tarkredit gänzlich zu übergehen? Beschließt nicht der Reichs-tath einen Zusatz zu Gunsten dieses Kredites, so bleibt derselv-, w« er bislang immer gewesen — e n Stiefkind des Staates, et» Schmerzenskind der Gesellschaft. In DtUtschland geht die Entwicklung einen Gang, weichen ihr die Polit k der Hohen-zoller vorgkschritben. Die Einheit deö Reiches hat wieder einen bedeutenden Fortschritt gemacht, da sich Baikrn und Sachsen zu Gunsten derselben «rklart. Die französische Regierung hat an ihre Vertreter im Ausland eine Denkschrift v rsandt, die eln wahres AiMuthSzeugniß enthält: die Fortdauer dts BelagerungSznUandeS ist zu Paris und tn sünfundzwanzig Dlparteminteu unbedingt geboten — > versichert dtlse Regierung, welche sich selvst die Schöpferin und Schüßerin der moralischen Ordnung nennt l vermischte S^achrichee». (Entdeckung. Lebende M a st o-donter,.) Eine jtltene Entdeckung wird auS England gemeldet. Danach soll ein russischer Oberst in einer bwher noch unerforschten Gegend Sibiriens drei llbendige Mastodonten gefunden hab'N, welche mtt jener Art übereinstimmend find, deren Uederreste man vor lün^ierer Zeit in den Pollkgegenden entd ckt hat. Dle Mostodoriten sind elephaatenähalichr Thiere, w lche der Uinielt ang'häti haben und deren versteinerte Ueberreste vielfach vorgefunden werden. Sollte fich die obige Nachricht bestätit^en, so wäre dadurch ein n u r ivichttger Beitrag zu der Anstcht geliesert. daß man ploßltch eingetretene und genau begrenzte SchöpfUttgöperioden nicht unterscheidtn darf, son-dirn duß ganz nUmälig Wanzen- und Thier-gesvlrcht-r ausgeslord.n sind und andere sich ai» deren Stelle entwickelt haben. (Weltausstellung in Berlin?) Ueber diese Frage schreibt Stettenh im in der ^Trilßnne", Unter den Bismarck Auekdoien. welch« in Wien eittstanden und von doit aus die Reise um die W'li antraten, ist die btdeuisamste di« Einladung zum Besuch der Berlmer W ttaus» lie dabei nicht auch an eine Regung seines Herze.,s »»edachl t»ätle, und unwillkuhrlich dachte sie dieselbe Ml Euitie Watdoo, der er, wie sie wußte, vor eiNtM Lahre so eisiig gehuldigt halt', in Beibtttdnng. Es sstgte sich, daß sie in den nächsten Ta-g'N Z ugt des ersten Wtederfthens der Beiden war, da sie Mlt Ada b rt und skiner Mutter zu eiNu kl iNtU AbenSges^llichaft in einer besrennde-ten Fa'Nilie geladen war, wo sie auch die er-ivahnte julige Dame irasea. Mit gespannter Aufmerksamkeit achtete sie darauf, wie Adalbett derselben begegnen ivürde, und diS in die Seele that es dem schönen Mäo-chti, lv h, als sie die gefltss ntliche Richtachtun., dem ltle. Mit der er dem Mädchen aus den» W'ge ging, die er jeKt kaum noch zu kennen schien, tväyrend diese s»lalt eri^chtlich nur mit Muy, ihre Kassuug ütlir s^in Benehmen zu be-haupken oermochte. Sie selbst kannte nun schon den finsteren Zug zwischeu seinen Augenbramn, der auch h-ute darauf gelagert bltkb, obgleich er sich zivischen« durch einer ausgelassenen, fast ivtlden F öljltch-keit htNgab, und wieder mußte sie sich tm Stil-ltN fragen: „'vaS mag eS sein, das diese jetn ganz.s Wesea vernichtende Bitterkeit tn sein Herz gelegt, so ertödtend auch aus seine Liebe gewirkt hat?" stellung, mit welcher der Reichskaazl-r fich von de» Leitern der Wiener E/sposition verabschiedete. Rehmen wir diese Worte nicht allzu leicht. Hat Bismarck, und sei es auch nur tn der Uebereilung diese Worte gessirochen, so wird er daran denken müssen, sie zur Thal zu machen. Eine Weltausstellung in B rlin — bei diesem Gedanken sahit nns eine Droschke zwelter Klaffe durch alle Gliedern und dem Reicheka«zler tvird auch allmälig bei seiner Gottähnlichkeit tiange werden. Als ob eS nicht leichter wäre, daS einige Deutschland herzustellen nno Rom zn unterwerfen, als Berlin zu befähigen, die Welt bei sich zu empfangen! Berlin und die Weltausstellung sind zwei Gedanken, welche genau so zusammenpasien, ivte Wien und der Eisbock. Wie viel muß sich ändern, wie anders muß Berlin werden, lvenn die Einladung des Reichskanzlers mehr werden soll, als ein gewöhnlicher Akt der Höflichkeit! Schon die Raumsrage ist eine brennende; nicht ettva wegen des Plaj^eS, ans welch-m der Ausstellungspalast errichtet werden soll, sondern nur »vegen des Ortes, tvo der Ma« gistrat bequem in Ohnmacht fallen kann, lvenn er hört daß eiu.WeltauSstellung immerhin der Stadl mehr als hundert Thaler kosten könnte. Doch wozu ivollen tvir uns über einen Gegenstand graue Haare ivachsen lassen, der unmöglich etwas Anderes sein tonn, als die Folge einiger höflichen Worte, welche der Reichskanzler im Trondle ein«s begeistert n Abschieds falleo ließ? Anstatt mit der Glunost.tnieguttg zu einem Iudustrie-Labyrinlh hat sich die Stadt mit der Herstellung der öffentlichen Sicherheit zu beschä'tigea, damit nicht auch die ivrnigen Fremden, ivclche unsere Hotels be-völkelN, von dem Besuch der Stadt zuiückgegrault iverden, »venu die Behörden nicht vielleicht dte Ats ficht haben, unseren Janhagel als eine große Sehenswurvlgkeit sür d'e Zeit rtner Berliner Weltausstellung zu konserviren u. s. n». V. ltöriix, ^pottivlcv ziu ^ariadilf, doi tl^rrv 1^. liiloriö unViQä. li'oistril-: Vivvos, >V»nä (Zr»«: l(aliA»rit>od; ^»ack. I^»lla>borx: V»»»uU>vk> ^pvttivllv; Hkltvr, __' _____ ^ Srikist« iwä dllllsst« von VsGVsikSII NiüÄ KsllbSTiÄSWTK lMW. W^I»avII, IVsmentavI», allM /^rt Narvl»«nt, vi^kizn Li Vi^ppielieil F. 8 dvi NMU Alr»rdl»rx, kiir äoa Vwt«r> vi« «rSsstv von vMen-^Mllm, Wiitel L PMots. soulis ei?» T'es'o^ so7'tt>/6L ^aA67' empLekIt lu bvllvutviul livfsbgvsvtitvii prvisvn 'WD --» ^«»«k lliU»», Leirenß^avse, ^sur l'lrvleril»". gent qesucht sstr ein leistungsfähiges Triester AommisAons-Geschäft, in jeder größeren Stadt. Franko Offerten sub L. k'. 1058 befördert die Annoncen-Expedition von An d-r k. k. L e h r e r b I l d u n g S a n -stalt in Mari'ur«^ 'st d e Stelle eineS rS zu besetzen. ')^e!verbrr um d eselbe haben sich an die D rekt'on dieser Letiranstalt zu lveilden. (9.^7 Viv bvijtv uint ^»Mulil llsrrsMoiäsr, un6 8io1?v naok 2vr ^ufertlKUNK ewxüetilt Kekeilil. 7l''9) Kirchtmein-Lizilalion heuriger Fechsuug Von St Magdalena in Marburg findet am IS. November d. 3. um 9 Uhr Vor-miNag lM Kirchenkeller statt. ES wrrdrn 6 Hli!l)st.>rlin ohne Mfser g gkn Baarzahlui'g öffcnt lich v'rstelgert, wozu Kaufliebhaber hitmit höflichst eiNt.el^dk'i sind. (926 Eine Wohnung am Hauptplatz ist sogleich zu vergeben. (920 Au^unst im Verlag dieses Blatt-S. LederBerkauf. Am HS. November d.J. werden Vor-mittag von 9—12 Uhr und Nachmiltag von 2—5 Udr alle noch volhandrnen Ledcrvorräthe aus dem Blnz''nz F lber'schen Konkurse im »n« gefahren Werth? von 10.000 fl. im Hause Nr. 249 in der Lendgasse zu Marburg in größeren und klei eren Partien öffentlich versteigert und gegen sogleich baare Bez.hlung deS Meistbotes NN den M istbi'tenden hintang^geben iv rd^n. 924) Aer Koak»rimaisa-Vtwalttr. Ein stlickhohes HlUls neben der Draubrücke in Pettau (Nr. 201) ist aus sreier Hand zu verkaufen. Näh re» beim Cigenthümkr. (915 Dliltll lltld Allempsthlaag. Indem ich für das mir bisher gkschenkte V rtrauen herzlich danke, bitte ich das hiesige ?. 1. 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