PrSnumeratisuS - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 6 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 2g „ Bierteljährig . 2 „ 10 « Monatlich ... — „ 70 Mil der Post: Ganzjährig............12 fl. Halbjährig............ « . Vierteljährig ..... 3 „ Laibacher Für Zustellung inS Haus viertelj. 25 kr., monall. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Nr. 18. Redaktion Bahnhosgafle Nr. 132. «xpeditions- L Inserat««-Bureau: Longreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von Jg. v. mayr L Fed. Ba Jnsertionsprt Für die einspaltige Ke^ L 4 kr, bei wiederhol^ schaltung L 3 kr. Anzeigen bis b Zeilen 20 kr. Anonyme Mitlheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Montag, 24. Jänner 1876. —- Morgen: Pauli Bek. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entspre-chrnder Rabatt. Für complioerten Satz besondere Vergütung. 9. Jahrgang. Die Festungen Roms. (Fortsetzung.) Damit aber das dumme Volk immer bei guter Laune bleibe und nicht grüble und nachdenke oder gar wieder zu den Protestanten übertrete, machte man ihm das Gewohnheitssündigen im Fleisch und in der Beichte leichter und bequemer als je früher. Dem Volke wie de., Großen gegenüber wurden die Jesuiten die Advocaten der Sünde. Dazu beschäftigten sie die Sinne des Volkes viel mehr als früher durch Aeußerlichkeiten der Andacht, durch Bilder, Prozessionen und geistliche Schaustellungen. Mit dem Jesuitenorden kamen eine Menge neue Wunder auf, so viele alte auch schon vorhanden waren, die Je suiten trachteten dessalls zu einem Monopol zu gelangen. Ihre Kirchen, ihre Schulen, ihre Heiligen, ihre Bilder, ihre Wallfahrtsorte, ihr Reliquien-und Amuleltenschacher sollte alles je in dieser Beziehung dagewesene überbieten und verdrängen. Daher ersannen sie in allen Provinzen, in denen sie zur Herrschaft gelangten, neue Heilige und neue Mirakel (Johann von Nepomuk, Aloisius, Stanislaus u. s. w.) Daher wollten sie in Oesterreich und Böhmen und überall, wo bereits protestantisch gewordene Länder wieder durch ihre Dragonaden katholisch gemacht wurden, die säkularisierten Klöster nicht den Orden, denen sie ursprünglich gehört, zurückgeben, sondern sich allein dadurch bereichern, alles über den jesuitischen Kamm scheeren und jesuitisch uniformieren. Erst gegen das Ende seiner Thätigkeit machte der Orden Versuche, sich eine gewisse selbständige Stellung zwischen dem Papste und den katholischen Mächten zu erringen. Die Gründung eines von Spanien unabhängigen Jejuitenstaates in Paraguay, der seine Grenzen den spanischen Colonisten versperrte, erregte den Unwillen der Regierung. Sie trat daher Paraguay an Brasilien ab und duldete die endliche Vertreibung der Jesuiten ans diesem Lande, nachdem die bekehrten Indianer sich für ihre geistlichen Herren ritterlich gewehrt hatten. Da ferner die Jesuiten in ihren weitzerstreuten Missionen auch Handel trieben unk, große Rcichthümer zu>-sammenhäusten, so wurden sie darum beneidet und ihre Lchätze fingen an die habgierigen Blicke geld-vrdürftjger Staatsmänner auf sich zu lenken. Die katholischen Höfe hatten von der Jesuitenmoral profitiert und kehrten sie nunmehr gegen ihre Lehr> meister. Auch waren sie lange nicht mehr so bigott wie früher; indem sie unter dem Segen der Kirche und mit Erlaubnis der Beichtväter sich in allen Ucppigkeilen und Lastern des wiedererweckten Heiden-thumS gewälzt, wurde ihnen auch das bischen Christenthum noch lästig und die bisherige Scheinheiligkeit lächerlich: Ludwig XIV. ergötzte sich noch am Tartuffe Moliöres, der die fromme Heuchelei der Jesuiten beißend verspottet; der Atheist Voltaire wurde der Liebling des französischen Hofi?- Auch in Spanien, Portugal, Neapel. Oesterreich wurde die logenannte Aufklärung Mode. Was brauchte man da noch die Jesuiten? Rom war zu ohnmächtig. als daß ein Lompromiß mit demselben sich noch lohnen würde. Man nahm den Jesuiten ihr Geld, jagte sie fort und zwang den gehorsamen Papst den Orden ganz aufzuheben (1774.) Indessen war der Orden nur scheintodt, die Exjesuiten arbeiteten als Lehrer, Beichtväter und in allerlei Lebensstellungen heimlich fort. Auch nahmen Neid und Eifersucht bei den anderen MönchsoMn gegen die Jesuiten jetzt Ende.. Viele schlossen sich an sie an, nahmen in ihre Statuten jesuitische Maximen auf. Eine neue Organisation nahm der Jesuitenorden mit einstweiliger Preisgebung seines Namens in den Brüder- und Schwesterschasten vom Herzen Jesu an und hoffte auf künftige Auferstehung, die denn auch wirklich schon während der Erschütterungen Europas durch die französische Revolution zuerst nur heimlich in Neapel und Polen, 1814 aber öffentlich erfolgte, denn Papst Pius VII. stellte in diesem Jahre den Jesuitenorden wieder her. Die Menschheit taumelt eben von einem Extrem ins andere. Erst wird der Orden durch die Aufklärung gestürzt, die Revolution häuft im ersten Taumel Greuel über Greuel, und aus Ekel und Abscheu vor diesen Greueln ergeben sich die Massen wieder der Frömmelei und werden neuerdings eine Beute des Jesuitismus._________________________ (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach» 24. Jänner. Julavd. In der Freitagssitzung des Abgeordnetenhauses wurde ein Vertrag mit der Schweiz wegen Lösung verschiedener Rechtsverhält- Äeuilleton. Prinzlieschen. Novelle von M. Osterwal d. (Fortsetzung.) Während Thomas Müller so in allerlei Gedanken verloren in seinem Gartrn herumirrte und schließlich in dem kleinen Gehölzchen ,eine Zuflucht suchte, um unter dem Laubdache einer prächtigen Buche weiter seinen Gedanken nachzuhängen, stand Lieschen noch immer auf demselben Platze, an welchem sie der Vater verlassen. Der Ton, in welchem ihr Bater, ganz gegen seine Gewohnheit, zu ihr gesprochen hatte, klang noch in ihrer Seele nach und sie gestand sich, daß sie dem gütigen Vater allerdings dazu Veranlassung gegeben. Und doch konnte sie nicht anders sprechen. Früher da hätte sie ihrem Vater dafür auf den Knieen danken mögen, daß er sie zur Erkenntnis eines besseren Genusses de« Lebens gebracht, indem er ihrem Geiste Nahrung gab. Aber jetzt ? Jetzt war aber diese Bildung, auf welche sie vordem so stolz gewesen, das hauptsächlichste Hindernis sür sie, das Ziel zu erreichen, was ihr für das höchste, schönste galt. Am letziverflossenen Abend war Eoord Tein. mene« Sohn, Albert, mit dem sie schon seit längerer Zeit ein heimliches Liebesverhältnis unterhielt, zu ihr gekommen und hatte ihr mitgetheilt, daß sein Vater von ihrer gegenseitigen Liebe erfahren und ihm gedroht hatte, ihn zu verstoßen, wenn er nicht von Lieschen lassen wolle. Er halte ihm gesagt, daß eine solche Dame, die alle« mögliche dumme Zeug in der Welt gelernt, nicht in eine Bauernwirthschaft tauge. Es war zu einem heftigen Streit zwischen Vater und Sohn gekommen, der damit endete, daß Coord Tem-mene seinem Sohne befahl, entweder jeden Gedanken an die Tochter seines erbittersten Feindes aufzugeben oder sich bereit zu machen, drei Jahre in das Heer zu treten. Lieschen hatte darauf viele bittere Thränen vergossen und zum erstenmale in ihrem Leben klagte sic, daß sie Dinge gelernt, welche sie als eine rechtschaffene Bauersfrau recht gut entbehren konnte. Ach, wie werthlo« erschien ihr jetzt alles, worüber sie sich einst gefreut. Ja, als Albert ihr sagte, wie die Leute schlecht genug wären, sie ob ihres Wissens zu bespötteln, da fühlte sie gar etwas wie Zorn in der Brust gegen ihren Vater auftauchen. Voll tiefen Herzeleid« trennten sich die Liebenden, zwar mit der gegenseitigen Versicherung der Treue, aber doch sehr entmuthigt. Lieschen halte nicht den Muth, ihrem Vater oder ihrer Mutter etwas von dem heimlichen Verhältnisse, das sie mit dem Nach, barssohne unterhalten, zu sagen, nicht weil sie deren Zorn fürchtete, aber sie kannte ihren Vater gut genug» um zu wissen, daß er seine Tochter niemals von sich geben würde, ohne die Ueberzeugung, daß man sie mit offenen Armen aufnehmen würde. Da war denn für beide wol wenig Hoffnung vorhanden, Coord Temmene willigte niemals ein, daß „PrinzlieSchen" als Schwiegertochter auf seinen Hof kam, eher würde er seinen Sohn von sich stoßen. Während „Prinzlieschen" noch in Gedanken verloren dastand, hörte sie den zurückkehrenden Schritt ihres Baters. Sie wollte eine abermalige Begegnung mit ihm vermeiden, hastig wie das böse Gewissen schlüpfte sie durch die gegenüberliegende Thür, von wo aus sie ungesehen den Gang, der zum Boden hinausführte, erreichen konnte. Dorthin wollte sie gehen. Nirgends war sie so ungestört wie in der alten Rumpelkammer, wo die großen Truhen der unlängst verstorbenen Großmutter standen. Eiligst schlüpfte sie die Treppe hinauf, nachdem sie die Schlüssel vom Haken genommen, und kaum ein paar Minuten später, da saß sie auf einem der großen schweren Koffer und blickte durch das geöffnete Fenster hinaus ins Freie. niffe zwischen beiderseitigen Staatsbürgern, ferner ein Gesetzentwurf, betreffend die Fristenbestimmung zur Geltendmachung der Rechtsmittel gegen die Ent-scheidung der Organe der Finanzverwaltung überreicht. Das Haus ging hierauf zur Verhandlung über die Anträge der Abgeordneten Strudel und Ikysei^ über, betreffend die Hintanhaltung der Ver theuerung der Steinkohle durch zu hohe Eisen bahntarife. Die Resolution, welche der Ausschuß in dieser Angelegenheit vorschlug, ist jedoch seither durch die Vorlage über die Maximaltarise der Eisenbahnen .überholt und wurde deshalb abgelchnt. Dagegen genehmigte das Hau« das vom Finanzminister vorgelegte Gesetz über die Abwicklung der Geschäfte der Staatsvorschußkassen, durch ^welches der be-reitS einmal verlängerte Termin zur Auflösung dieser Kassen endgillig auf den l. März d. I. angesetzt wird. Der „D. Z." schreibt einer ihrer pester Cor-respondenten: „Nicht geringes Aussehen erregen die in hiesigen parlamentarischen Kreisen verbreiteten Nachrichten über die am 17. d. M. stattgesundene Conferenz der Mitglieder des österreichischen Herrenhauses. Man behauptet hier, über diese Conferenz genaue Informationen zu besitzen, denen zufolge dieselbe gegen den Willen des Ministeriums Auersperg abgehalten worden sei. Im Verlaufe der Conferenz sei von den einflußreichsten Mitgliedern des Herrenhauses der Besorgnis Ausdruck gegeben wMcn, daß mit der cisleithanischen Reichshälfte der Gesammtstaat Gefahr hmfe, in verhängnisvolle Bahnen gedrängt zu werden, da dem Ministerium Auersperg die Kraft zu fehlen scheine, den vom Grafen Andrassy patronisierten Sonderbestrebungen des Cabinet« Tisza einen erfolgreichen Widerstand entgegenzusetzen. Am Schluffe der Conferenz sei ein Comit6 niedergesetzt und mit der Ausgabe betraut worden, die Haltung des österreichischen Ministeriums im Auge zu behalten. Dieses Comitö habe für den Fall, als es der Ansicht sein sollte, es sei im In. teresse der cisleithanischen Reichshälfte oder im ge sammtstaatlichen Interesse eine Kundgebung des Herrenhauses nothwendig, sofort eine neuerliche Conferenz einzuberufen und dieser einen eingehenden Bericht zu erstatten. Als Obmann dieses Ueber-wachungscomiiS« wird Herr v. Schmerling bezeichnet." In der letzten Sitzung des volkswirthschast-lichen Ausschusses des Abgeordnetenhauses referierte der Abgeordnete Dormitzer über die Beantwortung der Interpellationen seitens der Regierung, betreffend die handelspolitische Frage. Derselbe stellte fo'gende Anträge: Das hohe Haus wolle beschließen: die Regierung werde aufgefordert: 1. Den Entwurf eines allgemeinen Zolltarife«, sei Aber Lieschen halte hier keine allzuweite Aussicht und es währte nicht gar so lange, da hatte sie sich an dem allen Apselbaum mit seinen kleinen Früchten, welcher hier jede Aussicht hemmte, herzlich satt gesehen und sie begann sich, trotz allen immer wieder aus sie einstürmenden Gedanken, lödtlich zu langweilen. Sie erinnerte sich noch, daß die alte Großmutter in ihren Soffern immer zahlreiche Dinge gehabt, welche ihr Kindesherz mit dem höchsten Entzücken und den sehnsüchtigsten Wünschen ersüllt hatten, seither aber hielt eine gewisse Scheu Prinzlieschen stets davon zurück rinmal eine genaue Durchsuchung all' der Herrlich, leiten vorzunehmen. Jetzt bot sich dazu die wunder-schönste Äelegenheit, einestheils befriedigte sie so einen längst gehegten Wunsch, andererseits war es für sie eine Unterhaltung, die wohl ihre trüben Gedanken auf kurze Zeit zerstreuen konnte. Gedacht — geihan! Nur ein paar Augenblicke war Lieschen noch unschlüssig, dann zog sie die Schlüs-sel hervor und begann ihre Arbeit. Al« sic den Deckel des ersten Koffers geöffnet hatte, stieg ein moderiger Dunst fast betäubend daraus hervor, aber das geöffnete Fenster that seine Schuldigkeit und obgleich Lieschen einen Moment wie betäubt zurückfuhr, so war sie doch im nächsten schon beschäftigt, die wunher. es allein oder in Verbindung mit den mittlerweile vereinbarten Handelsverträgen thunlichst bald, jedenfalls aber rechtzeitig genug, der verfassungsmäßigen Behandlung zu unterbreiten, um eS auf diese Weise dem Reichsrathe zu ermöglichen, eine freie und unbe-irrte Entscheidung behvsS Wahrung der Interessen unserer Industrie treffen zu können. 2. Vorsorge zu treffen, daß die in der Handhabung des Appreturverfahrens zum Nachtheile der heimischen Industrie eingeschlichenen Misslände sofort abgeschafft werden. 3. Bei den staatsrechtlich gebotenen Unterhandlungen mit der königlich ungarischen Regierung die berech-tigten Interessen der diesseitigen Reichshälfte mit Entschiedenheit und Festigkeit zu wahren. Im Dorfe Vugrovec nächst Agram fand am 21. d. M. ein blutiger Zusammenstoß zwischen Bauern und Gendarmen stall. Die Landbevölkerung verweigerte den Zehent, der an den agramer Bischof abgesührl werden soll, und bedrohte hiebei die diesbezügliche Einhebungscommission. Die Gendarmen feuerten auf die Volksmenge, die an dreihundert Köpfe zählte. Bier Personen blieben todt, eine bedeutende Anzahl wurde verwundet. Von Agram ist bereits Militär nach Vugrovec ab-gegangen. AuSlaud. Dem preuß. Abgeordnetenhause ist ein Gesetzentwurf zugegangen, nach welchem die deutsche Sprache die ausschließliche Gefchäfts-sprache aller Behörden, Beamten und politischen Körperschaften des Staates sein soll. Für die Dauer der nächsten zehn Jahre von dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ab kann im Wege königlicher Verordnung für einzelne Kreise der Monarchie der Gebrauch einer fremden Sprache neben der deutschen bei den mündlichen Verhandlungen der Schulvorstände, sowie der Gemeinde- und Kreisvertretungen gestattet werden. Das preußische Staatsgebiet umfaßt etwa 12 Perzent Nichtdeutsche, Polen, Litthauer, Dänen, Wenden, Czechen und Wallonen, von denen jedoch eine große Anzahl der deutschen Sprache, welche überall einen obligatorischen Umerrichlsgegen-stand der Elementarschule bildet, mehr oder minder kundig ist. Die Arbeitseinstellungen in den Kohlenwerken des Hennegaus dauern noch fort, doch finden keine erheblichen Ruhestörungen statt. Die Befürchtungen, welche man bezüglich der Waffenankäufe der Arbei'er hegte, haben sich bis j:tz» nicht als begründet erwiesen. Jnzwi chen hat die Regierung in dem Repräsenlantenhause einen Gesetzentwurf über das ungesetzliche Waffentragen eingebracht. Danach soll, wer ohne berechtigten Grund und vorgängige Ermächtigung im Besitz einer KriegSwaffe betroffen wird, mit einer Geldstrafe von 26 — 200 Francs bestraft werden; geschieht die Contravention baren Gegenstände ein Stück nach dem anderen hervorzuziehen. Aber es war doch Schade um all' die schönen Hauben. Bänder und Blumen, die seidenen, goldenen, silbergestickten Gewänder, wie ein anderes Jahrhundert sie hervorgebracht, vielleicht auch schon aus einer Zeit, wo die Urahne gelebk, von welcher die Großmutter die Dinge geerbt. Auch Gold und Silber, altes Geschmeide, Münzen, Ringe, Knöpfe, tausend Kleinigkeiten, wovon Prinzlieschen jetzt nicht einmal mehr eine Ahnung hatte, wozu sie genützt und gedient, waren da. Ach, wie schön mußte doch damals die Welt gewesen sein, als die Leute sich so kleideten? Wenn sie jetzt einmal das seidene Kleid anzog, das der Vater ihr zur Eonfirmation geschenkt, so zeigten die Leute mit Fingern auf sie und nannten sie Prinz-lie-chen. Ach, jetzt wars eine ganz andere Welt ! Einen Augenblick wollte Prinzlieschen sich wieder ihren Träumereien hingeben, aber die Dinge da vor ihr zogen sie davon ab. Es fiel ihr plötzlich ein, einmal etwa« von den Sachen anzuziehcn und den Versuch zu machen, sich damit zu schmücken. Da hing noch ein al'er Spiegel mit einem zwar bedenklichen Riß, allein um sich darin zu besehen, dazu war er längst gut. (Fortsetzung folgt.) gegen diese« Gesetz bei einer Ansammlung, so wird sie mit Gefängnis von acht Tagen bis zu zwei Monaten bestraft; in beiden Fällen wird außerdem die Waffe confisciert. Wenn die Arbeiter wirklich revolutionäre Pläne hegen würden, dürfte dieses Gesetz sie wenig in denselben behindern. Zu Paris hat sich unter dem Namen „6owiL6 esutral äk iHnioii Lonssrviltrics" mit Zustimmung Buffets ein großes Wahlcomit6 gebildet, welches alle Wähler Frankreichs, die das Manifest des Marschalls Mac Mahon ohne Rückhalt annehmen, unter seine Fahne scharen will. Gemäßigte Bonaparlisten, Klericale, gemäßigte Legitimiste« und einige Orleanisten gehören zu demselben. Den Vorsitz führt der General Changarnier, dessen Stellvertreter ist Daguin, Präsident des Handels-Tribu-nals der Seine, ein versteckter Bonapartist, und das Schriftführeramt ist einem srühern Richter des genannten Tribunals, Namens T'burce Ferry, übertragen. Nach dem Muster dieses Central>Comit6s sollen konservative Comit6s in allen großen Städten Frankreichs gebildet werden. Alle Telegramme, welche von den Beschlüssen Englands über die Reform-Note des Grafen Andrassy handeln, lassen an Klarheit noch immer viel zu wünschen übrig. Wenn wir sie mit einander vergleichen, so will uns scheinen, daß die britische Regierung beschlossen hat, der Überreichung deö Schriftstücke« in Konstantmopel kein Hindern!« entgegenzusetzen, aber sich das Recht des Einspruches bei Ausführung jedes einzelnen Details vorzubehalten. Sonach würde der diplomatischen Intervention kein Hindernis entgegenstehen, sobald nur die drei kaiserlichen Cabinete die Verhandlungen über die Form der U-beneichung erfolgreich beendet haben. Ob da nicht Rußland abermals Verzögerungen her. beizuführen weiß, da« vermögen wir nicht zu ermessen ; daß jedoch mit Ueberreichung der Note nicht« erzielt wird, ist oft genug dargelegt worden. LjubobratiL hal den Kriegsschauplatz in der Herzegowina verlassen müssen, w:il er sich die Ungnade des Hofes von Cetinje zugezogen halte. Lju-bobratic zog e« nemlich vor, im serbischen und nicht im montenegrinischen Interesse zu arbeiten. Er soll nun die Absicht haben, die Leitung de« Aufstande« in Bosnien in die Hand zu nehmen. In Cctinje beschäftigt man sich jetzt damit, die Jnsurrection« Streit-kräste in der Herzegowina in 15 Legionen zu theilen, von welchen jede zur Hälfte aus Monlenegrinern bestehen und von einem montenegrinischen Serdar befehligt sein wird. Der oberste Kliegsralh, von welchem alle Operationen geleitet sein werden, soll nach wie vor am Hofe des Fürste-i Nikola seinen Sitz haben. Zur Tagesgeschichle. — Sterbesall. Herr Franz Wallner, Theater-Elgentbümer und Director in Berlin, ist im Kurorte Nizza gestorben. Wir brachten in unserem Blatte vor einigen Jahren eine Änzahl aus der bekannten Feder Wallners stammender sehr interessanter Feuilletons übe? Reisen und Zustande in Egypten. -- geistvolle Chronik Die geistvollste Chronik unseres Jahrhunderts, schreibt die „Hildburghäuser Dorfztg.", hat sich einer unserer Freunde in seinem Keller angelegt. Die einzelne» Jahrgänge haben kunstvolle Einbände von Holz und tragen in erhabener Schrift die Jahreszahlen 1811, 1834, 1846, 1857, 1858, 1859, 1865. Er studiert in seinen besten Stunden andächtig in der Chronik, allein und mit guten Freunden, und sitzt stundenlang über vem Jahrgang >874, welchen er für den besten deS Jahrhunderts erklärt. — Wenn man sich von ein cm Hunde klls-sen läßt. Au« Berlin erzählt die dortige „VolkS°Ztg ": Am Sonntag spielte die älteste, vor einigen Wochen erst verlobte Tochter des RegierungsratheS von S. mit dem bet den Ihrigen hoch angesehenen Pudel, nnd ließ sich, den Kopf des Thieres zwischen den Händen haltend, mehrmals küssen, eine Unterhaltung, welcher sehr viele Damen I) und Kinder huldigen. Sie muß vabei den Hund zu stark gedrückt oder sonst wie incommodiert haben, denn derselbe schnappte plittzlich zu und biß der Dame die Unterlippe vollständig urch, so daß, abgesehen von den Schmerzen, daS schöne blühende Mädchen aus viele Wochen entstellt ist. — Die Bewegung der Bevölkerung Frankreichs. Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung hat Frankreich 38.102,921 Einwohner; die Bevölkerungsziffer von Paris ist auf 1.884,874 gestiegen mit Einschluß der 33,000 dort in Garnison stehenden Soldaten. Die Statistik constatiert eine stetS zunehmende Vermehrung der Bevölkerung; außer in den Departements Aube, Calvados, Eure, Herault, Lot-et-Garonne, Manche, Oise und Orne, wo sich eine allerdings ganz unbedeutende Abnahme der Bevöllerung zeigt. Aus 203,995 Kinder, die seit dem letzten Kriege geboren sind, kommen 54,623 uneheliche, d. H. mehr als 25 Perzent. Lokal- uud Provinzial-Angelegenheiten. — (Personalnachrichten.) Dr. Ludwig Gerbez, jub. BergphhsiAs in Jdria. wurde mit der Verleihung des kaiserlichen RathStitelS ausgezeichnet. --Forstadjnnct Julius Figala in Borgo nnd Forstverwalter Ferdinand Tepper in Kleuovnik wurden zu Forstcommis, sären im KUstenlande ernannt. — (Attentat.) In der Nacht zum 18. d. fielen ö Burschen, welche angeblich bei der Schneeschauflung nächst Salloch beschäftigt waren, in der Nähe der Ortschaft Maria-feld nächst Laivach über einen Schlitten her, in welchem sich der Bezirkswundarzt Finz und ein Stationsbeamter aus Salloch befanden. Es gelang den erwähnten Herren diese fünf Individuen in die Flucht zu schlagen. — (Feuer.) Gestern um die Mittagsstunde brach im Hause Nr. 84, Drnanvorstadt, ein Schadenfeuer auS, welches durch die aus der dortigen Militärkaserne herbei-geeilte Mannschaft gelöscht wurde. - Heute in der sechsten Morgenstunde wurde ein Kamüiseuer im Hause Nr. 299, Hauptplatz, gemeldet. Der schnell am Brandplatze erschienenen Feuerwehr gelang eS, nach halbstündiger Arbeit den Brand zu löschen. — (Tod infolge überreich! i,Len Genusses von Speise.) Gestern abends >/,7 Uhr starb das 14 Monate alte Kind der ledigen Tuchfabriksarbeiterin Maria Bode in der St. Petersvorstadt Nr, 48, Franz, an einer Magenlähmung infolge unvorsichtiger Ueberladung des kindlichen Magens, kurz nachdem cs eben reichliche Nah. rnng erhallen. Die Ouartiergeberin der VodL, Anna Weber, soll dieselbe wiederholt wegen Verabfolgung von zu reichlicher Nahrung, bestehend aus Suppe und Brod, an das Kind gewarnt haben. — (Die hiesige Feuerwehr) hatte vorgestern im Vereinslokale „Hotel Elefant" wieder einen recht »er-gnügten Kneipabend. Nach Erledigung der Feuerwehrangelegenheilen begann die Ausführung des Unterhaltnngs-programmes. Die Herren Kapellmeister Weiß und Re-dacteur Müller spielten ein Duett für Klavier und Violine aus der Oper „Rigoletto" und zum Schluß Tanzweijen. Fenerwehradjutant Herr Schulz trug unter Klavier, begleitung ein Quodlibet aus dem Holzstrohinstrumente vor. MusikverelnS-Kapellineister Weiß führte ein von ihm komponiertes großes Potpourri aus vem Klavier mit viel Präzision aus. Em gemüthlicher Feuerwehrveteran sang zwei lustige Lieder mit Guitarrebegleitung. Stürmischer Beisall ertönte, als Feuerwehrhaupttnaun Doberlet aus dem Holzstrohinstrumente den Radetzlymarsch anschlug. Adjutant Schulz verlas die in Form fliegender Blätter aufgelegte neueste Nummer der improvisierten Kneipzeitung, enthaltend einen humoristischen Leitartikel, Rückblick aus die Thätigkeit der Feuerwebr im Jahre 18/5, eine komische politische Heber-sicht über das Feuerwehrwese» in Deutschland, Italien und Spanien; schließlich Tages- und Lokalnachrichten Über Per-sonalangelegenheiten der Feuerwehrmänner, in humoristisch-satyrischer Färbung. Sämmtliche Programmnummern er-sreuten sich großen «eisalles. — Der ^ereinsansschnß beschloß die Avhalluug eines Feuerwehrkränzchens im Laufe dieses FaschingS an einem Sonntage im Februar. — (Der hiesigeTurnverein) hält regelmäßig an Samstagen im Llubzimmer der Lasinorestauration einen Kneipabend ab. Jener vom 22. d. ersreme sich wieder einer lebhafte» Theilnahme. Geschäftliche VereinSangelegenheiten bildelen diesmal den Hanptgegenstaud der Lonversation. Hieraus machten Witz, Humor und gute Laune ihre Rechte geltend. Es wurde Beschluß gefaßt, Sonntag den 27. Fe- bruar einen Faschingsabend zu veranstalten. Dem Bernehmen nach werden für diesen Vergnügungsabend bereits Vorbereitungen getroffen; es sollen großartige Larnevals-scherze zur Ausführung gelangen. — (Selbstmord.) Mathias Iefsich ans Lippo-glov, Psarre St. Leonhard, ein im übelsten Ruse gestandenes Individuum, welches sich im Straf- und Arbeitshause längere Zeit zwangsweise aushalten mußte, von Proseffion Bäcker, wurde steckbrieflich verfolgt, stürzte sich in den Laibachfluß und wurde am 20. d. von einem Fischer nächst dem Dorfe Moste, Bezirk Umgebung Laibach, tobt ausgefunden. — (Lacker Bahnproject.) Der triester Bürgermeister Herr v. Angelini ist an der Spitze einer Stadt-rathsdeputation nach Wien gereist, um dem Handelsminister noch einmal den Vau der lacker Bahn dringend anS Herz zu legen. — (Der Eisenbahn-Ausschuß über die Predildah n.) In der Abendsitzung des Eisenbahnans-schuffeS des Abgeordnetenhauses vom 21. l. M. erstattete der ilbg, Dumba Bericht über die Predilbahn. Derselbe führt in eingehender Darstellung die Gründe an, welche vom politischen, strategischen und volkSwirthschastlichen Standpunkte auS daS Subcomite bestimmt haben, aus die A b l e h n u n g der Predilbahn anzntragen. Vom handelspolitischen Standpunkte sei dieselbe nicht nvthwendig, weil Italien durch die Pontebabahn erschlossen wirv. Strategisch sei die Predil-linie noch weniger gerechtfertigt, weil sie bei einem Kriege mit Italien zu exponiert und ihre Verwendbarleit zu Mili-tärtrauSporten von Fachleuten angcziveifell wird Was die Hebung Triests betrifft, fo fei diese nur durch wohlseilere Anlagen möglich. Durch die Predillinie werde das söge-nannte Monopol der Südbahn nicht gebrochen. Angesichts des Misoerhältilisses in der Entfernung zwischen Triest und Rorschach gegenüber jener zwischen Rorschach und Venedig oder Genua tönne man Triest nur Lurch gewisse admini-irative Maßregeln zu Hilse kommen, beispielsweise wenn man der Rudolssbahn das Mitbenutzungsrecht aus der Südbahn einräilmen oder ihr mit Refaction zu Hilse kom-men würde. Die Trennung des Südbahnnetzes werde die Verhältnisse Triests gewiß sanieren; es wäre dann der Ankauf der Südbahn selbst ins Auge zu fassen, Triest sollte sein Heil im Kampfe um den lnnern Handel suchen, statt den Verkehr nach dem Westen anzuftrebeu, wo es nicht con-currieren kan». Ebensowenig sei die Predilbahn aus technischen Gründen zu empsehlen. Man habe es hier mit einer eingeleisig prvjeclierlen Gebirgsbahn der schwierigsten Art, mit einer Steigerung von 1: 3t>, zu thun. Deshalb und infolge gewisser klimatischer Verhältnisse werde der Verkehr ein sehr schwieriger sein. Die Abnützung des Oberbaues erhöhe sich aus daS Fünffache, einzelne Strecken mUßlen unbedingt zweigeleisig angelegt werden, der Rauch in dem langen Tunnel lasse auch iu sanitärer Beziehung viel besor-gen u. s. w. Aus allen diesen Gründe» deaiitragt Rese-rent: I. DaS Abgeordnetenhaus wolle in den Bau, der in der Regierungsvorlage, betreffend den Bau neuer Eisenbahnlinien, im H 1 Hauptbahnen, Punkt 3, zum Bau beantragten Hauptbahn von Tarvis, im Anschluß an die Kronprmz-Rudvlssbahn Uber den Predil nach Görz zur Ver-biilduug mit der Südbahn (Predilbahn- nicht ein gehen und solglich die sür diesen Bau beantragten drei Millionen Gulden nicht bewilligen. 2. Die Regierung werbe ausgesordert, dahin zu wirlen, daß durch das Zustandekommen eines Milbeuützungsvertrages zwischen der Südbahn und der Rudolssbahn für die Strecke» L a t b a ch - T r i e st und durch Regelung der Tarife, eventuell auch durch vom Staate zu gewährende Frachtrefaclien an diese beiden Bahnen — sür den der proMieiten Predilbahn zuueschriebeuen Güterverkehr — die HaiibelSiuleresse» Triests gefördert u»d die Wünsche dieses EmpormmS enl>p>echend gewürdigt werben. Bei der Abstimmung wird der Antrag des triester Abgeordneten Teuschl aus Pertagung der Brathuiig Uber die Anlräge uud Auflegung des SubcomilLberichles im Hause zur Einsichtnahme für die Äusschußmitglieder aiigenomme». — (Jstriauer Bahn.) Das «aninspectorat der istrianer SiaatSbahn in Pisino schreibt sür die Eisenbahnlinie Dtvaia-Pola sammt Äbzweigungen Lansanaro-Rvoigno die Lieferung von 104 completen Garnituren für Wächter-und Dienerwohnungen aus. Jede Garnitur besteht auS 2 Betten (Gestellen), 2 «astenbänken, 1 Tisch, 3 Sessel, 1 Kleiderkasten, 1 Wasserbank, 1 Wandbrett und Gefchirr-stellage. Offerte sind bi« 15. Februar l. I. an daS ge- nannte Jnfpectorat einzusenden. Die näheren Bediiigniffe und Zeichnungen der Einrichtungsstücke können in der hiesigen Handels, und Gewerbekammer eingefehen werden. — (Aus der Amtszeitung.) Besetzung einer Telegraphenleitungs-Aufseherstelle in Visinad-i (Pisino); Gesuche bis Ende Februar an die Telegraphendirection in Triest. — Besetzung einer Lehrstelle in St. Kanzian; Gesuche bis Ende Februar an den Bezirksschnlrath in Laibach. — Beistellung von Brückenhölzeru; Licitation am 31. d. beim hiesigen Magistrate. ,— (Für den krainischen Schulpsenuig) haben gespendet die Herren: Joh. Brolich, k. k. Ober-landeSgerichtSrath in Pension und Advocat, 2 fl.; Leopold Bürger, Haudelsmani', 3 fl.; Alexander Drev, Präsident der kcainischen Handels- und Gewerdekammer, 5 fl.; Franz Ehrseld , Gastwirth, 1 fl.; Anton Ritter v. Gari -boldi, LandlagSabgeordneter, 2 fl.; Heinrich Maurer, Handelsmann, 2 fl,, Emerich Mayer, Handelsmann, 2 fl.; I. L. Mayer , Banquier, 2 fl.; Oltomar Bamberg 2 fl., Zirma B a u m g a r t n e r 2 fl, — (Verzehrungssteueraufschlag.) Die Ver-zehrungssteuer-Pachtungssection zuKronau in Oberkrain erhielt die Weisung, auf Grund eines Erlasses der Finanz-direction in Laibach vom 12. d. M. den Grundcntlastuiigs-und Landesfonds-Zuschlag von Wein, Most, Fleisch u. a. vom 1. Jänner 1876 angesangen nicht, wie bisher, mit 33'/» Perzent, fondern nach dem neuen um 20 Perzent erhöhten Tarise, d. H. mit vollen 40 Perzent einzuheben. Der bisherige Tarif hat daher eine Erhöhung um 6^/, Perzent erfahren. Der im Bezirke Kronau bestellte Verzehrungs-ieueragent wurde vom Gefällspächter Tautfcher in Laibach am 17. d. M. aufgefordert, von jenen Parteien, welche in der Zeit vom I. bis 17. d. M. Verzehriingssteuer-Taris-gebühren nach dem alten Modus einzezahlt haben, den vom I, Jänner l. I. an entfallenden erhöhten Zuschlag nachträglich einzuheben. Diese neueste Bestimmung hat bei Len Wirthen uud Fleischhauern des Bezirkes Kronau eine große Verstimmung erzeugt, die Parteien leisteten, um allfälligen Einvernahmen in RadmannSdorf oder Laibach zu entgehen, der Aufforderung des Verzehrungssteuerbestellten zur Nach» iragszahlung Folge, konnten sich jebock nicht enthalten, der gerechtfertigten Beschwerde Ausdruck zu geben, die eingetretene Erhöhung der Tarissgebühren, beziehungsweise Zuschläge hätte einige Tage vor dem 1. Jänner l. I. kundgegeben werden solle», damit die Gastwirthe und Fleischhauer in der Lage gewesen wären, vie Wein- und Fleischpreife vom Iten Jänner l. I. an im Verhältnisse zur eiiigelretenen Steuer-erhöhiing z» bestimmen. Dieser 40perzentige Zuschlag sei durchaus nicht geeignet, den Wein- und Fleischverbrauch zu steigern. — (Die neue Maß- uud Gewichtsord-nung) wiid auch von den Geschäftsleuten im Bezirke Kronau zur Uebervortheilung des Publikums benützt. ES soll vor einigen Tagen der Fall vorgekommen sein, daß ein Tabakraucher in Weißensels, welcher sich eine aus 25 Paketen bestehende Scheibe Rauchtabak ankaufte, bei der Nachwage folgende Resultate vorfand: Eiu Paket wog 28, die anderen je 32, 34, 35, 36, 37 Gramm. — (Hanptverhandlnngenbeim k. k. Lan-desgerichte Laibach ) Mittwoch 26. Jänner: Josef Tomsii und Jalob und Michael Eesnik: Diebstahl; Simon Fortuna und Genossen; schwere körperliche Beschädigung. Donnerstag 27. Jänner: Valentin Snoj und Michael Jamnik: schwere körperliche Beschädigung; Johann Semraj?: öffentliche G-waltthätigleit; Urban Usenitnik: Dtebstahl. Freitag 28. Jänner: Franz Bojnar: schwere körperliche Beschädigung; Georg Susteröik und Simon MalenLek: Diebstahl; Franz Urenei: Betrug — (Appellverhaudlungen beim k. k. Landesgerichte Laibach.) Freitag 28. Jänner: Bartelmä Voniina, Johann Jstenii, Anton Brate, Johann Kerzii, Josef GroSnit und Joses Lkerjanc: schwere körper-liche Beschädigung; Gregor Skamperle: Ehrenbeleidigung ; Josef Sturm: Diebstahl ( GhPse » des Stallmistes.) Der Stallmist, der auf dem Lande längere Zeit in Haufen aufgesetzt liegt, verliert eine ansehnliche Menge feiner Pstanzennährende« Beslandtheile. Das sicherste Mittel, diesen Verlust zu verhüten und das Entweichen flüchtiger Düngersubstanzen auch schon aus der Hofstätte aus ein Minimum zn beschränken, ist das Ueberstreuen des Stallmistes, fo wie er aus de« Stalle gebracht wird, mit vyps. Man rechnet aus jedes Stick Großvieh täglich gegen zwei Kilogramm Gyps. - (Eoncert.) Der Erfolg des gestern im Glassalon der Lasinorrstauration vom Kapellmeister Herrn Pick veranstalteten zweiten Musikabends war wieder ein recht günstiger. Der Eoncertgeber spielte zwei Biolinpiecen von Beriet und Bieuxtemps unter Entfaltung großer Technik und Zartheit. Frau Paul mann brachte durch Gesang und Vortrag Leben in die Gesellschaft. Fräulein Adlor sang die Romanze aus Hal6vy's „Jüdin", erzielte jedoch mit dieser elegischen Lompositiou keinen Erfolg; im Duett aus „Martha" mit Fräulein Stein und in Schubert's „Wanderer" trat ihre hübsche Altstimme recht kräftig und wohlklingend hervor. Fräulein Stein elektrisierte die zahlreich anwesenden Gäste durch Benedikt's Loloratur-Variationen über das Thema „Der Cariieval von Venedig". Herr Reich mann erheiterte die Gesellschaft mit einer komischen Arie aus Mozart's „Figaro's Hochzeit", Herr Jank trug das Gedicht „das erste und das letzte Bild" mit gefühlvollem Ausdruck vor; Herr Schimmer spielt als Liedersänger eine recht dankbare Rolle, nur kann er — wie die Katze das Mausen — das Gixen nicht lassen. Die Geschwister Thaller scheinen sich mit den Eoncertgeber» und dem Publikum „einen Jux" zu machen; beim ersten Loncert wurde Herr Th all er und beim gestrigen Fräulein Thal le r unpäßlich gemeldet. Dem Vernehmen nach werden noch mehrere derartige Eoncertabende veranstaltet werden — (Landschaftliches Theater.) Das Schauspiel findet in unserer Stadt keinen empfänglichen Boden. Dem Weilen'schcn Schauspiele „Dolores" wohnen doch dramatische Schönheiten inne, die wir in einem neuen, histori-schen, ernsten Bühnenwerke nicht allzuhäufig antreffen. Die Titelrolle führte diesmal Fräulein Bsirsky (Estrella) in lobcnswcrtkester Form aus. Weibliche Würde und Hoheit, treueste Liebe und Ergebenheit bis in den Tod, verstand Fräulein Bsirsly wirkungsvoll darzustellen. Jene Scenen, in welchen „Dolores" ihr Kind wieder siebt, sich ihrem greisen Vater zu erkennen gibt und ihrem zuerst angetrauten Garten den Scheidebries überreicht, waren gelungen und von stürmischem Beisalle begleitet. Herr Frederigk «hat als «Don Pedro Rnnnez" in Sprache und Handlung manch, mal des Guien zu viel; anerkennnngswerth jedoch bleibt das tiefe Verständnis, das edle Feuer, von welchem die Dar-stellnng, die den geschulten Schauspieler nicht verkennen ließ, dnrchglüht war. Herr Berla zählt die Rolle des »Don Alsonso" zu seinen besten. Seine lebendige Deklamation, sein Feuer kommt in „Dolores" zur Geltung. Herr Unger spielle den „Don Arias d'Aqnilar" mit einer Wärme und Würde, die das Publikum überraschten. Herr Jank (Pro-curador), Fräuleiu Corbach (Benita) und Herr Adam (Hernando) erledigten die Partien zweiten Ranges mit an-erkennenswerthem Eifer. — (Theater-Repertoir.) Montag: Drei Hüte; Dinstag: Drei Paar Schuhe; Mittwoch: Frau Meisterin; DonnerStag: Veilchendame (Benefiz des Komikers Steinberger); Freitag: Blanbart; Samstag: Schöne Helena (an beiden letztgenannten Abenden Gastspiel des grazer Operettentenors Herrn Matthias.) Witterung. Lai bock. 24. Jänner. Trübe. Höhennebel, schwacher NO. Temperatur: morgens 7 Ubr - 4 2°, nachmittags 2 Uhr -- 0'8" 6. (187S 4- 5-1«; 1874 -s- 10° Q> Barometer 752 37 mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Temperatur -s- 19«, das gestrige — 0 9", beziehungsweise um 3 9» über und 01» unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 155 mm. Regen. Schwarz, Kfm., Graz. Trewen, Sava. — F. Deu, Malli, I. De», N. Pollak und V. Pollak, Neumarktl. — Florianiit, Oberkrain. Hotel Europa. Barn'avii, jtarlstadt. — Kasnoffer und Cerne, Rann. — Ballon, Visel. - Schwarz, Fleischer, Klagenfurt. Kaiser von Oesterreich Gregorik, Triest. - Trojer, Marburg. — Raunicher, Beamter. Littai. Hafner, Krain. — Pichlmajer, Salzburg. Mohren. Tamnitz, Kaufm., Wien. — Arid nnv Pavetii, Agram. - Eisenstädter, Ungarn. — Rozmann, Trisail. -- Willron sammt Frau, Triest. Angekommene Fremde am 23. Jänner Hotel Ttadt Wien. Ribik und Braun, Handelsmann, Gottschee. — Balko, Privatier; Schulmann, Jahn und Tahauer, Kaufleute, und Schröpl, Reisender, Wien. — L, Malli und P. Malli Handelsleute, Neumarktl. — Ur-bantschitsch, Gutsbesitzer, Thurn. -- Pollak, Handelsm., Triest. — Königsberg, Ksm., Agram. — Gulit, Sessana. — Singer, Kfm., Kanischa. Hotel Elefant. Rnzik, Fiume. — Breyer und Kuschar, Karlstadt. Brezuikar, Fabrikant, Gonobiz. — Hausner, Gvrz. — Sonenberg, Getreidehändler, L;akathurn. — Voll und Betthen, Wien. — Gorischek, Proseco. — Tom-sii, Ksm., Triest. — Rumpret, Lederer, Gurkfeld. — Kau-der, Budweis. - Tomazin, St. Georgen. — Stenowitz sammt Tochter, Sagor. — Pillcr, Großhändler, und Verstorbene. Den 22. Jänner Aloista B-rbiS, Auslegers-Tochter, 8 I., St. PeterS-Vorstadt Nr 24, Rachenbräune. — Karl Jordan, Bäckers-Kind, 1'/, I., St. Peters-Vorstadt Nc. 98, Gehirnhöhlenwassersncht. Den 23. Jänner. Joses iiraintr, Zuckerbäcker, 38 I., Civilspital, Lungentubeiculose. — Johann Windiich, Aufsehers-Sohn, 10 I,, Stadt Nr. 3^, an Verletzungen. LebenSmittel-Preise in Laibach am 22. Jänner Weizen 8 fl. 20 tr., Korn 5 fl. 80 kr., Gerste 3 fl 90 kr., Hafer 3 fl. 50 kr., Buchweizen 5 fl. 50 kr., Hirse 4 fl. 10 kr., Kukurutz > fl. 80 kr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 3 fl. 60 kr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 7 fl. — kr. per Hektoliter; Rindschmalz fl. 97 kr., Schweinfett 80 kr., Speck, frischer, 64 kr., Speck, geselchter, 82 kr., Butter 80 kr. per Kilogramm; Eier 3 kr. per Stück; Milch 8 kr. per Liter; Rindfleisch 48 kr., Kalbfleisch 44 kr, Schweinfleisch 46 kr. per Kilogramm; Heu 2 fl. 68 kr, Stroh 2 fl. 30 kr. per 100 Kilogramm; Harles Holz 9 fl. kr, weiches Hol, 6 fl. — kr. pr. vier Q.-Meter : Wein, rother 22 fl. 50 kr., weißer 20 fl. pr. 100 Liter. Gedenktafel aber die am 2 7. Jänner 1876 statt findenden Äcilativnen. 2. Feilb., Rojc'sche Real., Volaolje, BG Littai. — 1. Feilb., KraZovc'sche Real., Dobravice, BG. Möttling. Lottoziehung vom 88. Jänner. Wien: 7l 77 53 76 17. Graz: 35 39 86 56 57. Theater. Heute: Drei Hüte. Lustspiel in 3 Acten von L. Neumann. Morgen: Drei Paar Schuhe Lebensbild mit Gesang in 3 Acten von A. Berla. Telegramme. Belgrad, 23. Jänner. Die Lkupschtina soll übermorgen geschlossen werden. In der gestrigen Sitzung wurde einc Interpellation über zu hohe RisticS Pension zurückgewiesen. Die erweiterte Anklage gegtti die Cabiiiete Murinovit und Stefanov^ wurde dem Unlersuchiwgsaussckusse ;ugewiesen. Der frühere Kriegsministcr Prot t ist gestern von diesem Ausschüsse einvernommeii norden. Ei» Blatt von diesem Papier migeziindet und glimmen gelassen, oder auf einen heißen Ofen gelegt, verbreitet eiyen angenehmen Duft; zwischen Wasche gelegt benimmt es den Seifengeruch nnd parfümiert dieselbe. Preis eines Paqncts, enthaltend 20 Blätter, lO kr. Apotheke „zum goldenen Einhorn," Hanptplalz, Laibach. («33) 20-15 Jedes Lob wäre überflüssig für das LMttii-IIIMmm M MMr zubereitet von (780) 10 —9 6. Apotheker in Laibach, indem schon allgemein bekannt ist, daß dieselben die besten und billigsten Mundreinigungs-Mitteln sind. Preis einer Flasche Mundwasser . . 60 kr. „ Schachtel Zahnpulver . . 40 „ Im Gasthause „zur Krone" Gradischavorstadt Nr. 24, sowie am Domplatze Nr. rvii wird der Wein, wovon srisher I Maß 56 kr. kostete, jetzt 1 Liter mit 40 kr. l 48 „ „ 1 „ „ 34 „ - - ' » 40 .. „ l ., 30 „ ausgeschänkt. (40) 3—2 Mit nur SO Lr als Preis eines Vrigiaakkose» find zu gewinnen^ Dncaten Diese, vom Magistrate der Stadl Wien zum besten res Amensondes veranstaltete Lotterie enthält Treffer von >000. 200. I Ducaten >00. >00,1 fl. 200,>00,lOOsin Gold, >00 /Silb. S Wiener Kommunal-Lose, deren S, 200.000 ü. und viele andere Kunst- und Werthgegenstände in Gold und Silber, zusammen effektiv in Gold. 3000 Treffer "L"" 61,000 ff. Die Ziehung erfolgt unter Controle des Ma giftrateS am 28. Febrnar 1876. Bei auswärtigen Austräger, wird sraukierte Einsendung des Betrages und Beischluß von 40 kr. sür franco Zusendung der Lose nnd s. Z. der Ziehungsliste ersucht. Wechselstube der k. k. pr. wiener Handelsbank, 1700) 12-9 vorm. Joh. tz. Sothe», Graben 13. Diese Lose sind auch zu beziehen durch F. Al. in Laibaek. ^ Wihiilnschinrn von 15 fl. bis 15« fl., so auch Maschin-Seide, Zwirn, Nadeln und Apparate stets in größter Auswahl billigst zu haben nur bei (679) 13 ssnanr vetlei-, Laibach, Judengasse Nr. 228. WUUUUUKM .E Znr Lieferung von ... X Commis m» Firmeutlruck D M empfiehlt sich M E Jg. v. KleiilUlllyr L F. L'auiberg. ^ Wiener Börse vom 22. Jänner. St»»t»ko»ü». ? Geld War-5perc. Rente, öst.Pav. «8 85^ 88-S5 dto. dto. üst. in Silb-! 7» 85,! 73-95 " e von I8S4 . . . . ri>SüS^(^-75 e von 1880, ganze lüi kn'ilü'80 e von 186V, Fünst. ILS üü ,23-75 0rru»«!«iit.0KI Liebenbürg. Ungarn 76-- 78'50 76' 76'SV itnalo-Bank uo bvl s, Srebitanstalt 18, 60 ,9, Dq>ofitenbank .... ,3ü- -i,3, EScomvte-Änstalt . . 8?o - S7S Franco-Bank .... rs SV 50 Handelsbank «7 — 17 Nationalbank .... gvo - - SVS Oeft. BankaeseM. . . ,68 - ,68 llnion-Bank..........7S7S 7t BerkebrSbank.........7t So 75 «lsöld-Bahn ..,.i,S-„ü tkarl Ludwigbahn . ,37— , 7 «ais. Ms.-Bahn . . I 5 7i,8» «als. Kr, IosesSb . . ,46 50 ,47 EtaatSbahn.............>SS.S»SS4 Klldbabn................,,s — NS 5v üS ^kLuübrivko. lllg. öst. Bod.-Eredit. dto. in 33 3....... Nation, ö. W........ Ung. Bod.-Ereditanst. rrioritLt»-0dI. ranz Josefs-Bahn . )est. Nordwestbahn . Siebenbürger . . . . Staatsbahn.......... Südb.-Ges.zu 50« Fr. dto. Bons I.0SS Credit - Lose . . . . . Rudolfs - Lose .... ^sok«. (3Mon.) AugSb.ioofl. südd.W. Franks. 100 Mark. . Hamburg „ London 10 Pfd. Sterl. Paris 100 Franc» . . MiiQLVQ. Kais. Münz-Ducaten 20-Fcancsstück . . . . Preuh. Kassenscheine . Silber . Geld Ware 101 L5,1V1'75 90 Lü 90 75 26-85! 97'— 8b 10! 85.30 94.751 95'- 99 50 100'— «8-75 69 -145 25! 145'50 107 25 107-50 161 7S 13 60 56'10 56-10 5610 114 20 45 50 5 41 9 18 56 85 104-50 162— 14- 56 80 56 !>!5 56 25 11460 45 60 542 919 56 90 104 7) Lt-Itscaphllcher Curr'drricht am 24. Jänner. Papier-Rente 68 90 — Silber-Reme Staats-Anlehen >12 70. Bankactien 896. — London 11435. Kilber >04'ü0 ducaten 5 4t. 20-Francs Stücke 8 19. mark 66.86. 74'— - - - Lredit >91 80 K. k. Münz. - 100 Druck von Jg. v. Kleinmavr ck Kev. Bamberg. Verleger Ottomar Bamberg. Für die Siedaciion verantwortlich: Franz Spitaler.