(Wbacher-W°Z eituna.) Dienstag _____den 23. Februar 1836. «Mien. >Ve. k. k. Majestät haben vermöge allerhöchster Entschließung vom 4. Febr. d. I., den bei dem Scadc-und Landrechte in Novigno angestellten Appellations! rath, Friedrich Edlen v. Bembo, mit Vcibelafsung flines ganzen Gehalts als Pension, in den wohlverdienten Ruhestand zu setzen, und ihm die Allerhöchste Zufriedenheit mit seiner vieljährigen eifrigen und redlichen Dienstleistung zu bezeigen geruhet. Zugleich haben Se. k. k. Majestät den Nach des Collegialgerichls in Cattaro, Franz Gottfried Werzer; dann die Criminal-Actuare Joseph Rack und Anlon von Scheuchenstuel, zu Räthen des Stadt-und Land« rechtes in Rovigno allcrgnädigst zu ernennen geruhet. Mit Allerhöchstem, an den Obersten Kanzler, Grafen von Mittrowsky, gelangten Cavinetts - Schreiben vom l3. Oct. 1335, haben Se. k. k. Majestät aller, gnädigst geruhet, dem Bischöfe von St. Pö'llcn, Io, hann Michael Lconhard, zu gestatten, das Bisthum St. Pötten zu resigniren, und den Hof- und Vurg-pfarrer, Bischof Michael Wagner, zum Bischöfe von St. Polten allergnädigst zu ernennen. (W. Z.) A3 ö h ,n e n. Seine k. k. Majestät haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 17. Jänner l. I. hem Oberjager in der böhmischen Gräuzwache, Joseph Marauschek, aus Anlaß des von demselben dci der Ausübung des Dienstes bewiesenen mulhigen und eifrigen Benehmens, die silberne Civil - Ehren - MedMe mit dem Bande und di: fär diesen Fall bestimmte LöhnungszMage al« lrrgnädigst zu verleihen geruhet. Aönigrnch bnvcr Sicilicn. Das Diario di Noma meldet aus Neapel vom 2. Februar: Am 29. Januar ist die sardinische Es-<"dle hier angekommen. Gleich nach dem Hintritte Ihrer Majestät der Königinn ist Se. Majestät der König mit der gesamm-ten königlichen Familie nach Portici abgereist. In dec Kirche Sta. Chiara werden Vorbereitungen zu den Traueifeierlichkeiten getroffen. Man hat die Bemerkung gemacht, es seyen nunmehr iiber vierthalb Jahr« Hunderte, daß keine regierende Königinn in Neapel gestorben war. Die letzte Königinn, welche in der Hauptstadt verschied, war Isabella von Chiaramonle, Gemahlinn Ferdinands I. (von der arragonischen Dy-nastie), die im Jahre 1^75 mit Tode abging. (W. Z.) K a r v i n i e n Ein von mehreren Blättern bekannt gemachtes Schreiben meldet? daß die sardinische Flotte von ihren Kreuzzügen nicht vor fünf oder sechs Monaten zurück-kehrm werde. Diese besteht aus 5 Fregatten von 90 bis 60 Kanonen, zwei Briggs, einem Kutter und ei« uem Dampfschiffe. Die gesammte slirdinische See-, macht soll aus 2l Schiffen bestehen. (W/ Z,) D e u t s ch l a n v. Die Gothaische Zeitung enthält unter dem 2. Febr. nachstehenden Artikel: Der portugiesische Gesandte, Graf v. Lavradio, hat die Ehre gehabt, im Namen seiner Souvräninn, unserm Herzoge die Groß-kreuze des Christus« so wie des Thurm, und Schwcrl-Ordens, und unserer Großherzoginn, welche gestern aus Coburg hier eingetroffen ist, das Großkrcuz des Isadellen «Ordens zu überreichen. Dem Prinzen Ferdi. nand, Höchstihrem Gemahle, hat die Königinn sämmtliche portugiesische Ordens » Decoralionen übersandl, welche ihr verstorbener Vater, der Kaiser Dom Pedro, getragen. Dem Staats . Minister v. Carlowitz und dem hier anwesenden Baron v, Slockmar aus Brüssel hat die Königinn das Eroßkrcuz des Thurm, und ZK Schwert «Ordens verliehen,' wogegen der Graf v.,La-«radio von unserm Herzoge das Großkreuz des Sachsen-Ernestinischen Haus'Ordens erhalten hat. (W.Z.) D e l F i e n. In der Provinz Lüttich sind gegenwärtig in Thätigkeit : 216 Dampfmaschinen, zusammen genommen von 5^^5 Pferdekraft; nämlich 157 Maschinen von 2176 Pferdekraft auf dem rechten, und 79 und 2260 Pferdekraft auf dem linken llfer der Maas. Von allen diesen Maschinen sind nur drei fremden Ursprungs. Die stärkste hat 200 Pferdekraft, die schwächste 1 ^. -In Frankreich existirt noch keine von mehr als 100 Pferdekrast. (W. Z ) Schweiz. Schweizer Blätter schreiben: «Vom Lungern-See laufen seit ein Paar Tagen ungünstige Nachrichten ein. Fortwährend Einstürzen des Seegestades in Folge des Sinkens der Wasser l Vorgestern sollen 10 Iucharlen des besten Landes bei Lungern auf einen Schlag hinabgesunken seyn. Das Haus des Pfairhel-fers stürzte mit. Die Kirche bekam einen gewaltigen Niß. Ein Zimmermeister von hier ist geholt worden, «m mit Flaschenzügen und anderen Geräthschaflcn die Olockcn aus dem Kirchenthurme zu retten. Die Kirche muß, wenn sie nicht vorher versinkt, abgetragen werden, und andere Gebäude ebenfalls. Da der See immer noch 11 Klafter tief ablaufen muß, so befürchtet man noch mehrere Einstürze. Die Straße längs des Sees ist bereits grö'b'tencheils versunken. Die gesunkenen Landstücke werden sich übrigens in ihrer tieferen Lgge mit der Zeit,wohl wieder ausbessern lassen." (Salz. Z.) Frankreich. Marseille, 2. Febr. Der Capitän Adolph Nibal, Commandant der Handelsbrigg la Coquille, ist gestern, 2. Fedr. früh, vonOran in Marseille angelangt, und hat erklärt: daß die französische Armee den 10. Jänner van do^ nach Tremecen aufgebrochen sey, und sich den 16. oder 17. in Besitz der Stadt gesetzt habe. Am Abend vor der Abfahrt des Capitäns warinOran Genecalmarsch geschlagen worden, da sich die Beduinen den Bollwerken der Stadt genähert hatten. Vis jetzt fehlen officielle Nachrichten über diese Expedition. Ein Schreiben alls Toulon gibt folgende Details ober die letzten Milita'rcorporationen des Marschalls Clauzel und dessen weitere Projecte: »Die von dem Marschall Clauzel selbst befehligt? Expeditionsarmee brach am 3. Jänner, 5000 Mann stark, auf und kam am 15., ohne auf den Feind gestoßen zu seyn, nach Tremiccn. Die Türken zogen ihr entgegen und zeig-tm die lebhafteste Freud« bei dem Anblick der Franzo- sen. Der MarscsM beschäftigte sich sogleich mlt Oes ganisation desjenigen Theils der Provinz, wovon Tremecen die Hauptstadt werden soll. Er ernannte zuerst einen Bey, der in der Stadt residiren wird. Man sagt nicht, ob Mustapha-Schnael mit dieser Verrichtung bekleidet würde. Auch meldete man, daß bei der Rückkehr der Armee ein hartnäckiger Kampf stattgefunden habe, daß zwei Offiziere Abdel-Kaders getödtet, und dieser Chef selbst bedeutend am Schew-kel verwundet worden sey. Doch sind dieß bloße G»< rüchte. Der Marschall wird in Algier erwartet und soll den Plan haben, Velida zu besetzen. Gewiß ist, baß das am meisten vorgeschobene Lager Anstalten zu weiterem Vorrücken macht. Es heißtauch, der Ge-neralgoilvemeur werde mit einigen Truppen nach Vo^ na rücken, um den tapfern Commandanten Iussuf z« installiren und für Vubgia einen Chef zu suchen, der auf die benachbarten Stämme Einfluß habe. Das Jahr 1826 dürste sonach reich an Resultaten für die Colom'e werden, wenn die Regierung dem Marschall ble Mittel, worüber er gegenwärtig verfügt, nicht ent-zieht.« (Allg. Z.) Spanien. Zu Mahon ist am lss. Jan. eln ernstlicher Auf« stand ausgebrochen. Wahrscheinlich war es ein Wie« derhall der Vorfälle in Catalonien. Die Anhänger der Constitution von 1312 blieben drei Tage hindurch unter den Waffen; endlich aber wußte man sie durch Versprechungen zu beruhigen. Am 21. war Alles ruhig. Diese Nachricht kam über Afrika. — Man weiß aml-lich, daß die erste portugiesische Division von ihrer Regierung den Befehl erhalten hat, unverzüglich nach Vit« toria zu rücken, und daß ihr das übrige portugiesisch« Contingent bald folgen soll. (Mg. Z.) Nach Madrider Blattern erhielten am 2?. Jan. Abends mehrere Mitglieder der Majorität der Cortes, und unter andern die Herren Martinez de la Rosa !,md de Toreno Charivaris; doch sino keine andern Unordnungen vorgefallen. Nich französischen Blättern ist die Fessung G«. taria zur See ravitaillirt worden. Der Gouvclniuc ließ bei der Nacht einen Weg graben, um M!t der Kii-ste m Verbindung zu kommen; auf dicse Weise erhielt -er, Munition und Wasser, woran es ihm 5" feblen Ve. gann. (B. v. T.i Nachrichten aus Madrid vom 30. Fanner, in der Gacette de France, zu Folge, hatte Hr. Mendizabal wiederhohlte Conferenzen mit vielen einflußreichen Peo-cur.idores gebalten, und verfügte i'lch am 30. Abends um s) Uhr n^ch dem Prado, wohin Hr. v, NuyNs^U von Ihrer Majestät berufen worvtn wir. IS Vice 59 möglich, wlrd welter bemerkt, daß das neue Ministerium, oder vielmehr die Erneuerung des alten, cm die-scm Abende endlich zu Stande käme. Man glaubt, daß die ossicielle Zeitung ungesäumt die Wahl der Königinn bekannt machen wird, welche heule die HH. Caballero, Lopez und Carasco in einer Privat.Audienz empfing. Die nach Cadiz instradirren Mönche sollen daselbst eingeschifft und deportirt werden; man hegt Vtsorgniss?, daß sie in Andalusien Opfer von Gewaltthätigkeiten werden könnten. — Die Madrider Zeitungen theilen folgende Berichte vom Kriegsschauplätze mit: Zu Vit-«oiia hatten am 25. Jänner die Truppen noch immer ihre Cantonnirungm in der Umgebung der Stadt inne. Die Carlisten haden das Schloß von Guevara und den ««stoßenden Gebirgskamm durch eine dreifache Linie »on Verschanzungen befestiget, um die Desileen nach Snate von dieser Seile zu decken. — Nach Berichten «us Saragossa wurde der General Rodil in Arragonien erwartet, um das Commando eines Truppen» Corps zu übernehmen, und seine Bewegungen mit denen der Armee von Navarra zu combiniren. — In Catalonien hatten die unter dem Oberbefehle des von Don Carlos hesttllcen Obersten Torres vereinigten Banden von Nos d'Erole und d'Orten eine Bewegung gemacht, welche »»n Plan eines durch ^ ber-Arragonien zu unternch-wcnden Einbruches in Navarra vermuthen lassen soll« »f. Der Oberst von Halcn wurde nach Hu«Sca mit 800 Mann abgeschickt, uin diese Bewegung zu bcobach: lm. — Die Zeitungen uon Barcelona vom 29. Iän. metb^n: Am 27. fanden hier große Festlichkeiten und ebie allgemeine Beleuchtung zur Feier der Einnahme des Schlosses Horta, Statt, wovon die amtliche Nach" »!cht eingetroffen war. Gleichzeitig mit der Eroberung dlesfs festen Punctes erfochten die Belagerer auch einen Sieg über einen Carlistischen Heerhaufen von 9000 Mann, der daß Schloß entsetzen wollte. (W. Z ) Die Journale von Barcelona vom 20. und 51. Jan. melden nichts von Bedeutung. Der Guar. dia National zieht mit Heftigkeit gegen die Probte in Betreff emer Änderung dcs Zolltariffs und der den englischen Manufacturwaaren zu gewährenden freien Einfuhr, die Hr. Mendizadal im Schilde führen sol,, zu Felde. - Der Commandant des portugiesischen HiilfScorps war am 29. Jänner mit 25u Mann vom Chasscurregimenle von Oporto in Barcelona gelandet. — Mina hat Befehl gegeben, das Fort del Hort zu demoliren. (Oest. B.) Berichten aus Madrid vom 3l. Jänner zu Fol-«,, war dlese Stadt vollkommen ruhig, und die südlichen Provmzen gewähren fortwährend einen günstigen Anblick. Die Nothwendigkeit der Auslösung tcr Oor- tes wird allgemein zugegeben. Seit den letzten Erc'a.. Nissen von Barcelona wurde die Ruhe in jcnem Lande ohne mililälische Hülfe ausrecht erhallen. Zu San-tander sind über See und Land 12,900 Rekruten aus Galizien angelangt, so daß bis Mitte des Monats März 13» bis 20,0U0 Mann an 'der Kusic sieben weiden. General Rodil ist im Begriff, das Comm^do in Arragonien zu übernehmen, wo er ein anderes Corps von 20,000 Mann formiren wird. — Der Pharc von Vayonne vom h. Febr. meldet Folgendes: Die Trup« pen der Königinn haben sich endlich an der Gränze fest: gesetzt, und treffen alle Vorkehrungen, um ihie Stellun, gen zu behaupten. Sie befestigen Valcarlos, eine kleine Stadt im Thale gleichen Namens, welches mit d?m Thcile von Noncevallcs zusammenhängt. So ist der von dem General und dem Grafen Almodovar entworfene Kriegsplan in Ausführung gebracht, welcher in der Besetzung aller vortheilhaften Puncte in dm Grän;-thälern von Nav.nra bestand, um alle Communication zwischen den Carlisten und Frankreich abzuschneiden, so wie auch die Verbindungen zu verhindern, welche die Carlisten mit Arragonien zu unterhalten suchten, uin einen zweiten Einfall nach Katalonien zu unternehmen, welche Provinz dem Kriegsminister des Don Carlos als General'Capitanerie bestimmt war. (W. Z.) Großbritannien. Am 3. Febr., als dem Tage vor der Parlaments» «rö'ffnung, ertheilte der König im St. James - Pallaste folgende Audienzen: drm portugiesischen Gesandten Baron del Torre de Moncorvo, der ein Schreiben überreichte; dem türkischen Gesandten Nurri Essend«, welcher einen Brief und ein Geschenk vom Sultan übergab; dem brasilischen Gesandten, Hrn. Galvao, der bei dieser Gelegenheit seine erste förmliche Audienz hatte, und seine Creditive überreichte. Auch der Marquis von Varbacena, der mit einer besondern Sendung von der brasilischen Negierung belraut ist, hatte AudiVnz, uin seine Beglaubigungsschreiben zu übergeben, so wie ferner Hr. v. Gers5?rf, der sächsische Gesandte. In dem darauf folgenden Gcheimcouseil beeidigte der König m?hr 60 feierliche Eröffnung des Parlaments durch den Konig in Person St ca 30 geographische Me'lcn lange, 90 Fuß breite und 6 Fuß liefe Canal vollendet, und bildet gegenwärtig den Haupt-Communicationsweg zwischen Alexandria und Cairo. (W. Z.) Gsmannifchea Rci cy. Das Oiul'ilale cllll I.Io)-cl ^uzll-i^a berichtet aus Constantinopel vom 12. Jänner: Seil unserem Schreiben vom 6. war bic Kälte gemäßigter, und der in den vergangenen Tagen gefallene Schnee fängt an zu schmelzen. Während dieses ganzen Zwischenraumes ist nur die englische Brigantine Ansiedl aus dem schwarzen Mccre hier eingelaufen. Aus dem mittelländischen Mccre sind das österreichische Dampfschiff Maria Dorothea, uno das englische Dampfboot Crescent, und zwar bcid, aus Smyrna, angekommen. Nebst mehreren Küsten - Fahrzeugen sind auch zwei türkische Brigantinen an der rumelis n Küste teS schwartn Meeres verunglückt. Aus cintm heute erhaltenen Schreiben erfahren wir, daß es wegen des vielen Schnees und der außerordentlichen Kalie noch immer nicht möglich war, die zur theilweisen Rettung der bereits erwähnten österreichischen Brigantine PiuBello uorgenomme, ncn Arbeiten fortzusetzen, und daß man nunmehr Weniges in Sicherheit bringen wird, da die starke Vran, dung den größte»: Theil der Ladung, und vorzüglich die Wolle davon schwemmte. Ebcn so wenig hoffen wir etwas von der Ladung des Wraks zu retten, welches wir für jenes des Probo halten; wir werden trachten, einiges Tauwerk hervorzubringen, ^aber erst wenn sich die strciige Kälte legt, denn die Leute müssen eigends darum untertauchen. Wiewohl in diesen Gcglndm bci 200 Hirten, und zwischen 70- und 8^,U0U Schafe vor Kälte umkamen, so darf man nicht glauben, diese s«y nur hier so übermäßig gewesen, denn der Winter zeigte sich injSmyrna eben so streng, w° vicle Persbnen und eine groß» Menge Vieh zu Grunde gingen. Man spricht, es sey bei Kili ein e,'glifchcS Schiff gescheitert; man weiß aber bisher noch nicht, welches der zwei nach Odessa abgesegelten Fahrzeuge, Jane oder, Albion, dl,ß Los getroffen habe. (W. Z.) Nroacteur: Fr. 5av. Aeinrlch. Verleger: Dgnat M. Svler v. Ulelnmavr.