Nr. 224. Montag, 3. Oktober 1910. 129. Jahrgang. Mbacher Zeitung Ornnumerallonoprri»: Mit Postvrilendiiiig: ganzjährig 3N X, halbjährig 15 K. Im Kontor: ganzjährig »2 K. lillibjähriss 11 K, ssür die ZustrNuna ins HanL ganzjährig 2 K. - Inlrrlwngssrbuhr: ssür llcinc Inserate bis zu 4 Zeilen b0 d, größere per Zeile 1^ b; bei österen Wiederholungen per Zeile 8 b. Die »Laibacher Zeiluüg» erscheint täglich, mit Ansnalnnc der To»n> »nd Feiertage, Tie Vl>,n<»illral!r>n befindet sich Milloäi^straße ^ir, 20; die Llrdnktivn MilloZiöstrnße Nr, A0. Sprechstunden der Ncdaltiun vu» » bis 10 Uhr vormittags. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen, Uannslriptr nicht zurückgestellt. T«l«Phon°Nr. der U«»aMon 52. Amtlicher Heil'. Seine l. und k. Apostolische Majestät werden vom 6. Oktober d. I. a umfangen wieder allgemeine Audienze n in Wien zu erteilen geruhen. Auf Aller» hüchfte Anordnung siild jedoch alle, die aus Anlas; des Allerhöchsten achtzigsten Gebnrtsfestes einer Aller° höchsten Auszeichnung teilhaft geworden find, von der persönlichen allcrnntertänigstcn Danksagung enthoben. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 4. Augnst d. I. den Gchnmen Nat, Sektionschef Dr. Wilhelm Exn er über sein Ansuchen unter neuerlicher besonderer Anerkennung seiner durch die Organisierung und vieljährigc Lei» tung des staatlichen Gewerbeförderungsdieustes erwor-benen Verdieilstc von den Funktionen des Präsidenten des Geloerbesörderuugsamtes huldvollst zu entheben geruht. Seine k. uud k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 22. September d. I. den Sektionsrat im Ministerium für öfentliche Arbei» ten Dr. Adolf Vetter zum Direktor des Gewerbe-förderungsamtes zu ernennen nnd ihm taxfrei den Titel ewes Hofrates allcrguädigst zu verleihen gernht. Ritt in. i,. Den 30 September 1910 wurde in der t,k,Hof.und Staats» bniclerei das I.XXIV. Stück des Reichsgesehblattes in deutscher "Usgabe ausgegeben und versendet. . Den 30. September 1910 wurde in der l. t. Hof« und Staats» Druckerei das I.VI. Stück der rumänischm. das I.XVII. Stück b?5 italienischen uild polnischen, das I.XVIII, Stück der rumä» Uychcn und das I.XX, Stück der düymischcn Ausgabe des Reichs» ^Ictzdlattes des Jahrganges 1910 ausgegeben und versendet. , Nach d?,u Anitsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 30. Scv< teurer l^i,, sNr. 22^) wurde die Weiterverbreitung folgender ^^'he^eugnisse verboten: Nr. 10 «Grobian» vom Ende August 1910. Nr. 115) «Nuvü Ooba» vom 2N. September I9I0. Nr. 76 .111^8 I.illu» vum 24. September 1910. Nr. ^11 «Dlw» vom 22. September 1910. Nr. 18 «U1u,3 rü,äuc>F n^roci^» vom 23. September 1910. MchtamMcher Geil. Portugal. Aus Lissabon wird geschrieben: Die Vertagung der neuen Kammer sofort nach deren Eröffnung scheint im Auslande vielfach falsch beurteilt worden zu seiu, indem man geneigt war, darin einen auffälligen Vorgang zu erblicken, der vielleicht auf überaus große Schwierig» leiten der Negierung hindente. Dicfe Ansicht ist irrig und ganz verfehlt ist der Versuch, die erwähnte Maßregel als gesetzwidrig hinzustellen. Das Kabinett Teixeira» Sousa hat deu Entschluß der Vertagung des Parlaments im Hinblick auf den Umstand gesaßt, daß eine große Anzahl von Mandaten noch der Prüfung durch den kompetenten Gerichtshof harrt. Ein nicht geringer Teil dieser Mandate wird Zweifellos Anhängern der Ne> giernng zuerkannt werden, so daß diese dann in der Lage sein wird, über eine genügend starte Majorität zu verfügen und günstige Bedingungen für eine gedeih» liche parlamentarische Tätigkeit zu schaffen. Unter fol» chen Umständen kann man es dem Kabinett nicht zu» muten, mit einer neuen unvollständigen Kammer, die daher noch nicht als die wirtliche Vultsverlretnng angesehen werden kann und in der die Stellung der Negie» ruug ausschließlich infolge des einstweiligen Mangels der Verifizierung vieler Mandate keine hinreichend kräftige ist, an die Arbeit zu schreiten. Die Vertagung der Kammer bis nach Abschlnß der Prüfling aller Mandate darf fonlit als ein ganz berechtigtes und wohlbegründetes Vorgehen bezeichnet werden. Frankreich und Brasilien. Das Gerücht über eine starke Verstimmung, die zwischen Frankreich nnd Brasilien entstanden sein soll, wird, wie mau aus Paris meldet, an dm znständigen Stellen bestrillen. Es heißt, daß der nene Präsident Marschall Hermes da Fonscm mit der vor sciuer Ab» reise aus Paris erfolgten Abstattuug von Besuchen beim Präsidenten Fallwres nnd bei den Mitgliedern der Regierung auch den Zweck verknüpfte, das erwähnte Ge» rücht zu entkräften. Die Vchaupwng, daß die fran» zösische Negiernng für eine von Brasilien geplante An° leihe schwere Bedingungen aufgestellt habe, wird durch die Tatsache widerlegt, daß eine solche Anleihe der° zeit überhanpt nicht in Betracht gezogen wird. Was die Entsendung brasilischer Offiziere zu zeitweiligem Dienste in der französischen Armee, sonne die Zu-lassuug dieser Offiziere zu den Hecresmanövern und Schießübungen betrijft, ist es allerdings, zutreffend, daß die brasilische Negierung einen solchen Plan erwogen hat. Da die Augelegenheit in Paris weder beim Kriegsminister noch beim Minister des Äußern auf Hindernisse gestoßen ist, hat man auf die betrefseude Anfrage eine zustimmende Antwort erteilt. Aus Grün» den, deren Beurteilung der brasilischen Negiernng über-lassen bleiben mnß, hat sie jedoch von der Ausführung des gedachten Planes vorläufig abgesehen. Es ist mög» lich, daß man in Nio de Janeiro nach der Nückkehr des Präsidenten da Fonseea auf die Sache zurückgreifen wird. Politische Uebersicht. Laibach, 1. Oktober. Der böhmische Landtag wurde am 3U. v. M. um l l Uhr programmäßig eröffnet. Vorher fanden Before« chnngen, dann Sitzungen aller Parteigruppen statt, die den Zweck hatten, die Mitglieder für die nationalpoli» tische Kommisfion zu nominieren. Vor der Eröffnung des Landtages erschien eine zehngliedrige Deputation von Gastwirten, welche eine von 50(10 Personen besuchte Ver» sammlnng ans der Schützenwiese abgehalten hallen, im ^nnohanje und sprachen sowohl bei den Denlschen als auch bei den böhmischeu Abgeordneten vor uud ließen sich dann beim Oberstlandmarschall melden. Der Zweck derDe» putation war, die Bitte vorzubringen, daß die Landes» diernmlage nicht wieder eingeführt werde. Von allen Abgeordneten wurde der Deputation gegenüber einslim» mig betont, daß ein folches Bestreben aussichtslos sei. Ein Vudapester Blatt meldete, daß der Unterrichts, minister Graf Johann Zichy vorigen Samstag in Wien, gewesen sei, bei dieser Gelegenheit vor dem Erzherzog» Thronfolger erschien nnd folgenden Tages von Seiner Majestät in Andicnz empfangen worden sei, um seine Demission zu überreichen. Das Ungarische Telegraphen» Korrespondenzbureau erfährt demgegenüber aus anthcn» lischer Quelle, daß der Minister Zichy zwar nicht am Samstag den 24. v., aber am folgenden Tage bei Erz-herzog Franz Ferdinand in Audienz erschienen ist, sich jedoch sofort nach dieser Audienz auf den Bahnhof be» Feuilleton. Eine Radikalkur. Von Josef Aawrence. "Ich hoffe, du wirst keine Schwierigkeiten haben, "lck, am Murgen ist nie viel los," sagte Dr. George -^ernam, während er Hnt uud Handschuhe uahm, nm sur Nah,, ^ ^^ Richard Hodges, der eben seine ^-s '" blendet hatte, verbrachte seine Ferien al3 "wstent bei seinem Frennd Dr. Merriam. Er war eMlgrrmaßen verlegen, als sein Frennd ihn bat, ihn ^Nlge Stunden zu vertreten nnd eventuelle Patienten in "Handlung zu nehmen. ^ ,.Ich will nur hoffen, daß niemand den Wuufch Mben wird, nähere Beziehungen mit deinen Marter» weckzeugcn anzuknüpfen," bemerkte er mit einem Blick auf die verschiedenen Elektrisier, und Massierapparate. Dr. Merriam lachte. .,O, es ist sehr leicht möglich, daß die alte Mrs. ^ttupsun kommt," sagte er, „aber lass' dich nur nicht u.un lhr einschüchtern. Sie bildet sich ein, an allen mög» "chcn Krantheiten zu leiden, uud ich habe mir sür sie ^n niedliches Programm zurechtgemacht, ich lass' näm» Uch alle Apparate nacheinander auf sie los, das beruhigt Ne. Sie ist stocktaub uuo halb verrückt. Es fehlt ihr naturlich gar uichts, aber sie ist durch und durch hyste-^sch; würde ich sie nicht irgendwie behandeln, so ginge Ne zu einem anderen Arzt, der's weniger ehrlich mit ihr meinen könnte als ich. Lass' dich durchaus nicht durch sie in deiner Arbeit stören. Es ist ihre Gewohnheit, zu brüllen und sich zu wehren, aber wenn dn sie nicht mit Gewalt zwingst, alles über sich ergehen zu lassen, wird sie über dich wütend sein. Es ist die größte Freude ihres Lebens, hierher zu kommen und mit mir zu streiten. Sie schwört, daß ich sie langsam, aber sicher, umbringe, würde ich ihr aber keine Schmerzen bereiten lind sie nicht mit den Apparaten quälen, wäre ich am längsten ihr Arzt gewesen. Ich lass' dich ja nicht gern allein, aber ich muß unbedingt Taute Mary an der Bahn erwarten. Dn weißt, sie ist eine gute alte Seele und hält große Stücke auf mich. Sie wäre fehr gekränkt, wenn ich sie nicht in dem Bahnhof in Empfang nehmen würde. Na, uud mein kaufmännischer Geist läßt mich auch nicht vergessen, daß sie ein ueltes Sümmchen sür ihreu Lieblingsnefsen aufgespart hat, uud da muß ich sie mir doch warui halten." „Vorwärts, Alter," lachte Hodges, „versänm' den Zug nicht meinetwegen. Bei diesen herrlichen Aus» sichten kannst dn dir's ja leisten, schlimmstenfalls ein paar Patienten dnrch mich zu verlieren." Die Sprcchsinnden waren von neun bis elf Uhr. Eiue halbe Stuude faß Hudges ungestört im bequemen Lehnflnhl seines Freundes und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Gegen halb M Uhr erschien ein Kindermädchen mit einem verschnupften Kind, und er entließ fie eiligst mit einer Schachtel Zuckerpilleu. Ihr folgte ein aller Herr, der entrüstet war, von einem bartlosen Jüngling empfangen zu werden; er schwor, einen anderen Arzt anfzusuchen, der mehr Achtung vor seinen Palienlen habe nnd verließ pollernd das Ordi» nationszimmer. Eine Weile blieb alles still, dann mel-dele das Mädchen eine alte Dame an. Hodges bemühte sich, ein möglichst würdevolles Gesicht zn machen, und öffnete die Tür ins Warte» zimmer. Eine streng aussehende alte Dame saß müde in einem Lehilsllihl, daneben standen ein paar Krücken. Hudgcs folgerte sofort, das muffe die alle Dame fein, der er die energische Behandlung angedcihen lassen sollte. „Ich srene mich, Sie zu sehen, Mrs. Simpson", sagte er freundlich, „Dr. Merriam hatte Sie erwartet." „Was sagten Sie, junger Mann?" sagte sie, die Hand ans Ohr legend. „Ich sagte, Dr. Merriam hatte Sie heute erwartet," wiederholte er sehr laut. „Ich bin voll» ständig unterrichtet, wie ich Sie zu behandeln habe. Dr. Mcrriam mußte in einer sehr dringenden Ange,-legenheit fort, er hat es sehr bedauert, konnte aber uicht anders. Ich bin sein Assistent und weiß ganz genau Bescheid." „Ah, ah, Sie sagen, er sei abberufen wor. den," keifte die alte Dame. „Na, ich finde es nnverant» wörtlich von ihm, daß er mich in diefer Weife vernachlässigt. Wann kommt er zurück, jnnger Mann?" „Ich kann es wirtlich nicht sagen, gnädige Frau," antwortete Hudgcs, „aber bitte kommen Sie doch ins Ordinations» zimmer." Er nahm sie unterm Arm, hub sie nicht ohne Schwierigkeilen vom Slnhl aus nnd schleppte sie in die moderne Folterkammer. ^Fortsetzung ft'lgt.) Laidllcher Zeitung Nr. 224. 2048 3. Oktober 1910. geben hat, mn an das Sterbebett seiner Mutter zu eilen. Dcr Unterrichlsmin ister isl deiiinach von Seiner Maje° stät überhaupt nicht empfangen wordeil und wird daher auch nicht seine Demission überreichen. Wie die „Novojc Vrenlja" aus zuverlässiger Quelle erfährt, wird Tasonov znin Minister des Äußern ernannt werden, während Izvolskij den Bot» schafierposten in Paris übernimmt. Der nach dem Tode König Eduards VII. durch ein übereinkommen vertagte große Entscheidungskamps zwi» schcn Oberhaus und Unterhaus rückt seiner unmittel-baren Entscheidung näher. Die in der Zwischenzeit gepflogenen Verständigungskonserenzen haben, wie jetzt bekannt wird, ciu vollständiges Fiasko gebracht. Die Lords des Oberhauses verweigern die von dem Unter« hause geforderte Aushebung des Vudgelvelos. Eine letzte, am 26. v. in der Wohnung Lord Noseberys stallgefun» dene Konferenz hat das unbefriedigende Resultat be-siätigt. Die bevorstehende Parlamcntstagung wird, wie die konservative Presse zugibt/die für die derzeitige eng» lische Verfassung folgenschwere Entscheidung zu treffen haben. Bezüglich der Erklärungen des Pariser türkischen Botschafters Naum Pascha über die türkischen Schiffs» kaufe hebt „Figaro" in einer sichtlich offiziösen Mit» tcilung hervor, daß die Türkei kein altes, sondern ein zur Lieferung bereilstehendes 15.l)00°TonneN'Pa!izer> schiff neuesten Modells verlangt habe. Die Angelegen-heit sei damals auch im französischen Minislcrrale er» örtert worden, doch habe der Marineminister kurz und bündig erklärt, daß es ihm unmöglich sei, der Türkei ein derartiges Schiff zu überlassen, da für dessen Er» sehung drei Jahre erforderlich wären. Eine türkische Zeitung bringt Einzelheilen über den Rücktritt des Khedive, den die Pforte herbeiführen wird, um die Anerkennung der türkischen Souveränität über Ägypten bei England durchzusehen. Der Khedive Hal seinen daueruden Aufenthalt in Kunstnntinopel bereits vorbereitet. Der Thron solger wird bis zn seiner Gruß-jährigkeit in England bleiben und in Ägypten durch eine Regentschaft vertreten werden. „Eclair" erhält von einem französischen Offizier, der sich als Forschungsreisender einen hervorragenden Namen gemacht hat, dir Mitteilung, daß die franzö-fischen Posten an der tripolitanischcn Grenze ernstlich bedroht seien, da die türkische Negierung Angriffe und Einfälle ans französisches Gebiet systematisch begun° slige, ja geradezn veranlasse. Die Stämme, die die fran» zösischen Trnppcn angriffen, würden von türkischen Militärposten mit Lebenömitteln und Munition ver-sehen. Es sei unerläßlich, die Besahung der franzö» fischen Posten zu verstärken. Tagesncuigteiten. — sDarf man im Theater pfeifen?) Die Frage, ob man im Theater sein Mißfallen durch Pfeifen oder in milderen Fällen durch Zifchen kundgeben darf, ist auch bei uns bereits häufig öffentlich erörtert worden; in Newyork hat fie aber, wie die „Newyork City" er» zählt, jüngst zu einem interessanten Prozesse geführt. Eine Schauspielerin war bei ihrem ersten Auftreten in Newyork regelrecht ausgepfiffen worden. Kurz cut» chlossen, holte sie Polizisten, die die Personalien einiger der ärgsten Pfeifer feststellen mußten. Wenige Tage später wurden diese vor Gericht zitiert. Die Schanfpic» lerin hatte sie auf Schadenersatz verklagt und die Ent» scheioung der Richter hing nun von der Frage ab, „ob es einem Bürger erlaubt sei, einen anderen Bürger gewaltsam an der Ausübung eines ehrbaren Berufes zu hindern". Die Klage führte aus, das Pfeifen im Thea» ler sei ein ehrenrühriges Mißachtungszeichen, außerdem aber ein verwerfendes Urteil über die Fähigkeiten des Darstellers, das nicht dem Publikum zustehe. Leistet der Darsteller nichts, so werde die Direktion ihm hievon wohl Mitteilung machen. Die Richter urteilten jedoch vernünftigerweise durchaus nicht zugunsten der Schauspielerin. Das Urteil begründete vielmehr den Freispruch der Augeklagleu damit, daß es kein Gesetz gebe, durch das man die persönliche Freiheit eines Bürgers derart einschränken könne, daß mau ihm gewisse Kundgebungen seiner Ansichten untersagen dürfe. Das Pfeifen im Theater im besonderen könne als „spontane uud ge» räuschvolle Urteilsabgabe" desiuiert werden. Es sei zu bedenken, daß ein Urteil im allgemeinen zwar in Worte gefaßt werde, daß jedoch kein Gefetz verbietet, ein Urteil unter Umständen, besonders unter dem Ein» fluß einer hingerissenen Stimmung, durch mehr oder weniger lebhafte Geräusche, wie Händl'klalschen, Zischen oder Pfeifen, zu äußern. Die Schauspielerin mußte sich wohl oder übel mit diesem Urteil zufrieden geben. Als es jedoch verkündigt wurde, spitzte sie die Lippen und begann äußerst geräuschvoll zu pfeifen. Der Vorsitzende fragte fie, was das bedeute, uud sie antwortete, daß in den Vereinigten Staaten kein Gefetz die Änßerung eines Urteils durch mehr oder weniger lebhafte Geränsche, wie Klatschen, Zischen oder Pfeifen, verbiete, besonders wenn es nnter dem Einflüsse einer hingerissenen Stim° mnng abgegeben werde. — sDie neuen Kaisergrälier Chinas.) Wieder einmal hat der chinesische Finanzminister auf höheren Befehl hunderttausend Taels zur Förderung des großen Grabmonumeules des kaiserlichen Dulders Kuang-Hsü im Hsi-ling bereitstellen müssen und sie dem Prinzen Tsai°Hsün als dein Vorsitzenden der Vanlommission überwiesen. Das Grab soll den Namen Tschnng-ling, das heißt „Erhabene Grabställe", führen. Zn dem Vor» stände der Kommission, die seinen Bau überwacht, ge° hören, wie der „Ostasialische Lloyd" mitteilt, außer dem genannten Stiefbruder des Kaifers, dem Prinzen Tsai-Hsiin, der Finanzminister Herzog Tsai°Tse uud der kraule Großsekretär Ln-(5huan-lin. Die Kosten stellen fich auf sieben Millionen sechshunderltansend Taels. Das Grab der Kaiserinregcntin Tse-Hsi soll sogar über acht Millionen Taels kosten. Letzteres soll Ting-Tung« ling, das ist „Festes östliches Grabgewölbe" heißen, aber erst in etwa achtzehn Jahren fertiggestellt sein. — Erasmus Darwin als Prophet der Fluqschiff. fahrt.) Erasmus Darwin, der Großvater von Charles Darwin, hat sich neben seinen medizinischen und naturwissenschaftlichen Werten auch der Dichtkunst befleißigt. Daß er ader schon im achtzehnten Jahrhundert in einem seiner Gedichte sogar das Fliegen vorausgesagt hat, isl so gut wie völlig unbekannt geblieben. Diese merkwürdige Knnde hat der englische Naturforscher Pro° fefsor Meldola ansgegraben und den „Times" mit» geteilt. Das Gedicht lautet in prosaischer Übersetzung folgendermaßen: „Bald wird dein Arm, du unbesiegter Dampf, die langsame Barke ziehen und das schnelle Gefährt treiben; oder anf weit ausgebreiteten wogen» den Schwingen den fliegenden Wagen" durch die Ströme der Luft tragen; fchöne Insassen werden sich im Trinmphgefühl aus ihrer Höhe herablehnen und mit ihren flatternden Tüchern winken, wie sie über die Erde hingleiten; oder Kriegsbanden werden die gaffende Menge in Alarm setzen, und Armeen werden unter der schattigen Wolke zusammenschrumpfen." Der alte Dar» Win ist jedenfalls nicht der einzige gewesen, der eine solche Prophezeiung geänßerl hat. Immerhin ist es bemerkenswert, daß er anch schon an den Gebrauch von Luftschiffen im Kriege gedacht hat. — lDie Dame mit dem ssrüncn Gesicht.) In Lon» don spielte sich soeben ein sehr amüsanter Prozeß ab. Die Frau eines Nankbeamlen wollte eine Ehetrennnna, von ihrem Gatten, der sie, wie sie behauptete, durch Eifersucht iu unerhörter Weise belästigte. Unter dem schallenden Gelächter aller Anwesenden erzählte sie, daß ihr Gatte ihr einmal aus purer Eisersucht, um sie am Ausgehen zn verhindern, das Gesicht mit Schuhwichs schwarz, ein anderesmal mit Farbe grün gefärbt haoe. Sie haben drei Stunden gebraucht, um dle Farbe mit Petroleum wieder herunterzubelommen. Im Laufe des Kreuzverhörs gestand die arme Fran ein, daß sie sich zu schminken und zn pndern pflege. Als ihr Gatte einmal eine Schachtel Karmin bei ihr gesunden habe, schul» tele er den Inhalt voll Wut in seine Stiefel. Der Ver» leidiger des Gallen bemerkte darauf unter allgemeinem Gelächter, daß sein Klient wahrscheinlich für rote Füße schwärme, während der Richter feststellte, daß das Schminken lein Verbrechen sei. „Sonst wären die Hälfte uuserer Fraueu Verbrecherinnen," fügte er hiuzu. Der Angeklagte stellte die Sache ciu wenig anders dar. Er behauptete, daß seine Frau sich derart zu schmiuken pflegte, daß er, um ihr das zu verleiden, ihr einmal zwei große grüne Kleksc in das Gesicht gemacht habe. Die Schuhwichse leugnete er entschieden ab. Die Ehe wurde schließlich vom Gerichtshof für getrennt erklärt uud der Gatte für feine Anstreicherkuust zu einem Pfuud Geld-strafe verurteilt. — lTic Opfer von wilden Tieren.) Ein offizieller Bericht, der jüngst in London erschieneil ist, verzeichnet die Zahl der Menschen, die in Vritisch-Indien in einem Jahre Opser von wilden Tieren werden. Sie ist er. schreckend groß. Nicht weniger als 19.658 Menschen er-lagen dem Biß giftiger Schlangen. Von Tigern wurden 9l!9, von Leoparden 302, von Wölfen 269 und von an-deren reißendeil Tieren 686 getötet. Noch viel höher >sl die Zahl der Haustiere, die' so in einem Jahre um» gekommen sind. Sie beträgt all 99.000 Stück. Dcr Kampf ist selbstverständlich 'ein gegenseitiger. Nach dem-selben Bericht wnrden 70.000 Schlangen und 18.000 wilde Tiere erlegt. — iDas Verschwinden der Pferde in den Groh« städtcn.) In London waren vor etwa fünf Jahren rund 450.000 Pfcrde vorhanden. Heute ist diese Zahl infolge der ,miner »veiter nmsichgreisenden Ansdehnnng des Netzes dcr elektrischen Straßenbahn und infolge, der Entwicklung des Mowrwagenwesens auf nur noch l 10.000 Pscrde zusammengeschmolzen. In nicht mehr als fünf Jahren hat fich also eine Abnahme des Pferde« beslandes nm mehr als 75 Prozent ergeben. Und ebenso wie in London verhält es sich in den'Großstädten aller europäischen und amerikanischen Länder. Diese Talsachen bedeuten ohue Zwei sei eine große Genugtuung für die Molorwagenindustrie, welche namentlich' auf dem Gc» biete des Nutzwagens von 1896 an einen harten Kampf für die Durchsetzung des Motorwagens führte. Aber der Triumph der Maschiue über das Pferd ist nun offenbar. Während anfangs die Berichte städtischer Behörden das Die schöne Amerikanerin. Roman von Erich Ebenstein. (25. Fortsetzung.) (Nachdruck veiblllen.) „Höre, Mabel, du bist wirklich töricht wie ein Kind. Wozu jetzt darüber grübelu? Du hattest ja alles in der Hand — warum versäumtest du die Zeit?" Mabel stand auf und ging unruhig auf und nieder. Endlich sagte sie scheu: „Weil ich ihn zu lieb hatte. Ich fürchtete . . . o Lucy, hast du Hendersons Tod ver» gessen? Mußte ich nicht zögern . . ." „Dann klage jetzt nicht!" Mabel richtete sich Plötzlich auf. „O, jetzt — jetzt bin ich eine andere! Mutig cnt» schlössen, bereit, alles zn tun —" Die Mulattin riß die Augen weit auf und sah ihre Herrin leuchtend an, als sie atemlos heransstieß: „Endlich! Und wenn er käme — was würdest du — -tun?" Das letzte kam zischend über die Lippen. Mabel achtete nicht daraus. „Tölen würde ich den Teufel, der sich noch einmal meinem Glück in den Weg zu stellen wagte!" „Tölen! Töten! Töten," kicherte Lucy strahlend. „O, das ist gut, mein Täubchen! Das ist gut! Endlich bist du so weit . . . ich danke dir!" Mabel strich sich wie erwachend über die, Stirn und starrte die Mnlallin verständnislos an. „Was hast du? Was ist dir, Lucy?" Lucy sank in sich zusammen und machte plötzlich ihr gleichgültigstes Gesicht. '„Mir? __ nichts! Aber nun laß dir fagen, Mabel, laß dir raten. Allzeit warst dn kindisch in deinem Tun uud hast nur das im Auge behalten, was dir lieb war — jetzt wieder mit den Briefen! Wer hebt solche Briefe auf? Wahnsinn war's, der jetzt dein Verderben werden kann. Nun endlich lasse die Gefühle beiseite uuo sei klug. Du mußt fort. Du brauchst Schutz — Kasanov bietet dir beides in seiner Heimat. Er wird ein gefügiger Gatte sein. Tu's. Nütze die Minute. Heule noch —" „Nimmermehr!" rief Mabel. „Ich liebe ihn nicht. Ich liebe doch Dan..." sie brach in Tränen aus. „Unsinn. Das ist vorüber. Er selbst hat sich von dir gewandt. Den anderen aber brauchst du, denn es handelt sich um alles. Sei doch endlich vernünftig. Begreife end» lich, daß uns nur das relteu kann. Die Briefe sind sort, Gott weiß, in welchen Händen. Jetzt gilt's rasch zu handeln. Unten ist die Polizei bereits da, und wenn dn nicht wegen falscher Zeugenaussage bestraft werden willst — von schlimmeren Dingen ganz zn schweigen — so stecke dein törichtes Herz ill die Tasche und laß allein den Kopf sprechen." Mabel war noch immer sehr blaß. Aber die ener» gischen Worle dcr Mulattin, deren eiserner Wille sie unbewußt in aller Unterwürfigkeit stets beherrscht halle, wirkten anch jetzt. Anch hörte sie wirklich im Flnr unten eine befehlende Stimme. Sie trocknete ihre Tränen uud fuhr mit der Puderquaste über die geröteten Lider. Dann raffte sie die Schleppe ihres hellgrauen Kleides zusammen und rauschle die Treppe hinab. Es war wirklich ein Pulizeibeamter, von zwei Wach. leuten begleitet, angelangt, und befand sich bereits im Gespräch'mit Herrn Mittler. Als er die königliche Gestalt in raffiniert einfacher Sommerwilette auf sich zukommen sah, machte cr un» willkürlich eine tiefe Verbeugung. Mabel lächelte zufrieden. Es freute sie immer, wenn ihre Erscheinung Eindruck machte. Sie dachte dann an die Zeit, wo sie als halbwüchsiges, sommersprossiges Ding barfuß mit Lncy aus den Klippen bei Eesalu her» umgellelten und nur einen unbestimmten Begriff von „Vornehmheit" besaß. Hente in dem feinen pastellgrauen Kleid mit dem wallenden Federhut, den großen Brillanten im Ohr, mW dem bescheidenen Veilchenbukett, das eine kostbare Agrasse am Gürtel festhielt, glich sie nicht mehr der Tochter des Ölhändlcrs Stevenson, sondern sah wie eine Prinzessin aus. Und mit der huldvoNeu Freundlichkeit einer solchen nickte sie nun auch und reichte dem Beamten ihre fein» behandschuhte Nechlc. „Herr Kommissar . . .?" „Wachinspcklor Semmler, gnädige Frau." „Ach, Herr Inspellor, ich bin untröstlich, das; man Sie in meiner Abwesenheit völlig umsonst herbemüht hat! Ich habe soeben mit meiner Gesellschafterin" -" eine vorstellende Handbewegung — „Fränlein Lucy Valello — eine Nevision oben vorgenommen und ge» funden, daß gar kein Diebstahl vorliegt." „Wie —? Die Leute hier behaupten aber --" „Es ist ein Irrtum. Mir fehlt absolut nichts-Nicht der kleinste Gegenstand." Mabel lachte fröhlich-„Ich bin so froh, Herr Inspektor! Es muß sich jemand einen Scherz gemach» haben, um meine Leute 'U Schrecken Zu versetzeil. Nur, daß man Sie nutzlos h^> bcirief, tut mir schrecklich leid!" „Das ist lein Unglück, gnädige Frau. Im Gegen» lcil ..." Mabel reichte ihm noch einmal die Hand. „Also, herzlichen Dank, Herr Inspektor! Ich kann mich leider nicht länger aushalten, Fürst Kasanov wartet schon eine kleine Ewigkeit auf uns." Ein freundllchcs Nicken und sie ging weiter. lFortschung solgt-1 Laibacher Zettnng Nr. 224, 2049 3. Oktober 1910. immer weitere Umsichgreifen des Automobilvcrkehrs wit schelen Augen betrachteten, bricht sich jetzt sasl über» all die Erkenntnis Nahn, daß das Antomobil nicht nur mfulge seiner größeren Schnelligkeit eine weitans bessere, Ausnutzung der Hauptverkehrsstraßen zuläßt, sondern auch die Straße weniger abnützt und vor allem die, Kosten für die Straßenreinigung erheblich reduziert. Das Straße»leben der Städte hat in den letzten dret Zähren allmählich ein bullig anderes Aussehen gewon» nen und der Pferdevcrkehr beschränkt sich mehr uud mehr auf die ländlichen Bezirke. Der Übergang der großen Geschästshänser zum Motorwagen würde, sich teilweise noch schneller vollziehen, wenn man nicht be° fürchten müßte, dnrch ein plötzliches Auf-den-Markt-bringen großer Mengeil von Pferden den Verkaufspreis fur die Pferde stark herabzudrüclen; so unterläßt man zwar den Ankanf neuer Pferde, gehl aber nur schrittweise zum völligen Verkanf des Pferdebestandcs über. — Din eigenartiger Omnibnsnnfall.) Aus London Wird berichtet: Ein eigenartiger Unfall hat sich auf "nem Motoromnibus in der Nähe von Chalam in Siidenglaud ereignet. Als der Omnibus einen Hügel lMabsuhr, löste' sich plötzlich das Oberdeck, ans dem dichtgedrängt die Passagiere saßen, nnd rutschte znr ^rde. Acht Personen wurdeu erheblich verletzt, darunter swci besonders schwer. Lolal- und Prouinzial-Nachrichten. Die Lcdcrcrzuuft in Ncumarktl. Ein Beitrag zur Gcschlchte des heimischen Gewerbes. Von 5tnrl Millitsch. Neunlartll hat sich wie kein zweiter Ort in Kram M jeher durch besonderen Gewcrbesleiß ausgezeichnet, ^er älteste und ursprüngliche Gewcrbezweig, die Eisen» lndustrie, reicht weit, weit zurück, denn schon im Loibl» Nlarlte sioruin in Ludolino), der am Fuße der Kopula Rlegen war uud um das Jahr 1300 durch einen Berg» NUrz zerstört und verschüttet wurde, pochten die Häm» wer und glühten die Essen. Ein Teil der Flüchtlinge a"g der Sage nach über den Loibl und schloß sich den Fcrlacher Schmieden an; der größere Teil jedoch ließ sich tiefer im Tale am Zusammenflüsse des Mo^enik» Und Feistritzbaches nieder, lvo schon vorher wegen der vorhandenen günstigen Wasserkräfte etliche Hammer. Werke entstanden waren. Hier — im neuen Markte (Neumarktl) — gedieh dieser Industriezweig zn ungeahnter Vlüte uud begründete den späteren erheblichen Wohlsland der Vürger. Ein völliger Umschwung der Dinge trat ein, als um die Mitte des 16. Jahrhunderts'der Transport des Eisens von italienischen Gesellschaften ans Billig» keitsrncksichten über Villach und Pontasel nach Fiumi-cella in Oberitalien gelenkt wnrde nnd der Verkehr über den Loibl infolgedessen bedeutend nachließ. Nen-warktl, wo es trotz der nngnnstigcn Zcitlage — Handels» "uckung wegen der häufigen Türkeneinfälle — znr Er» Achtung neuer, größerer Hammerwerke gekommen war, ward hievon am härtesten betroffen. Die von Erzherzog Karl 1575 erlassene neue Berg» °rdnung bezweckte zwar außer der Regelung des Ge» werkswesens vornehmlich den Schutz der schon bestehen- kn Hammerwerke gegen die überhandnehmende Über» Produktion infolge Nenerrichluug von Schmelzöfen nnd "^"erlen und räumte den alten Eisengewerken anch auderweitige große Begünstigungen ein, wie Befreiung uun allen Zöllen uud Gebühren ans Lebensmittel und <>edarfsartilel, doch vermochten auch diese auf Förde» rung der Werke gerichteten Bestrebungen dem unanf-laltscitn sich vollziehenden Niedergänge keinen Einhalt A! lun. 159L heißt Nenmarktl bereits „abgekommen", ^lnzelnen Gewerkcn gelang es trotz alledem, sich in k" hierauf folgenden Jahren wenigstens teilweise wie» er emporzuarbeiten, znr einstigen Blüte aber gelangte ^ Eisenindustrie nicht wieder, da sich zu den alten ^hlvierigteiten neue gesellten. So wurde infolge An» 'edlung der Aanern in den Gereuten „das Kohl" tenrer, we'ters legten den GeWerken die Städter Hindernisse ei der Verprovianliernng in den Weg. In einer Ein-Nabe an die Kammer führen die Ncumarktler bittere ^age, „daß die Statt und sonderlich zu Läbach" ihnen . Getreide zu erkaufen gestatten wollen; wenn die Nc» 8'erung dagegen nicht einschreite, müßten sie aus Man» ^l an Proviant „die Hämmer in Abbau, Knappen nnd ^lenslboten mit Weib und Kind ins Elend geraten nnd uerlnmmern lassen". Ferdinand II. wies in einem Erlasse vom 9. De-«ember 1628 den Landc-sverwalter Dietrich von Auer. Werg und den Vizedom Oelavio Pamzol an, dem An-Wcheu zn willfahren nnd die Gewerke zn schützen, allein "'s stete Sinken der Preise sowie die um sich greifende ""Idverwüsluug ließen die Gewerke nicht recht auf° luuuuen. Was war nun natürlicher, als daß die Nen° mawlc-r bestrebt waren, nene Enoerbsqnellen zu er° Mleßen? Bei der Wahl entsprechenden Ersatzes für die lN'ußtcuteils eingegangene Eisenindustrie war nalur» gelnäh wieder der vorhandene Wasserreichtum bestim» mend nnd ausschlaggebend, nnd so mag die Gerberei, begründet wurden sein. Dies kann nnd soll natürlich nnr ein Versnch sein, das Entstehen der Lederindustrie Hn erklären nnd ver» sländlich zu machen. Der Ursachen für das plötzliche Anstanchen des neuen Gewerbezwciges mögen noch an» derc mehr sein. Im Jahre 1662 finden wir die Gerber Neumarktls bereits in einer Zunft vereinigt, die Kaiser Leopold 1. im gleichen Jahre mit besonderen Rechten und Frei» heiten ausstattete. Der Grund hiezu war wohl zwei Jahre früher gelegt worden, als der Herrscher znr Entgegennahme der Erbhuldigung über deu Loibl nach Lai» bach gezogen war. Wie ängstlich die Zunft darüber wachte, daß ihr die verliehenen Rechte nicht geschmälert oder gar von Unbefugten ausgeübt würden, zeigt ein Befehl ocs da» maligen Landeshauptmannes Wolf Engelbrecht Graf von Anersperg vom 4. Juli 1663 an die Herrschaft zu Neumarktl, worin es heißt: „Ich . . . sürge allen vnd Jeden Geist, vnd Weltlichen Herrschafsien vnd Grnndobrigkeilen neben erbie» tung meiner willigen Dienste vnd srdl. grüeßes hiemit zu vcrnemben, daß von allerhöchst S. Khays. May. an mich hiernach volgundt allergnüdigstc Verordnung ein» thomben. — Leopold nsw. . . . Hoch vnd wollgeborener, Lieber Gethrener. Waßgeslalt Vnß die Meisler des Löderer vnd Cordabanmachers Handtwerch zn Nen» märkhtl in Erain mit nebenliegendcm gehörige memorial angelangt, Würc geruehetcn, dir die Ihnen von Vnß fertiges Jahr erthailte Handtwerchsfreyheit nit allein zu disem Ellde gnädigst zu intimieren, daß dn sye darbey schnzen und schirmen, sondern anch die vernere Ver» fiegilng an die Herschafft alda zn Neumärthll ergehen lassen sollest, damit Sy auch daselbst darbcy mann» teniert vnd denen Ihenigen, so bey Ihnen nit einver» leibt, gleichlvollen aber daß Handtwerch treiben und mit dem Löder handeln nnd wandlen, solcher Unfueg abgestelt werde. Dire hierauf gnädigst benelhendt, daß du diesen der supplieanten bcgern statt thuen sollest. Gräz den 15. Dez. 1662. — Damit nnn Ihro Khay. May. allcrgnädigster Willen nnd Mainung wolgezogen, aiß ist in dcroselben Nanlbeil vnd von Landtshanbt' manschaft in Erain wegen »nein gemessener beuelch, daß Sy die Supplitanten bei Ihrer erlangten Freyheit schizcn vnd schirmben vndt bei denen Ihcnigcn, so bei Ihnen nit cinuerleibt, gleichluollen aber daß Handtwerch treiben, a»ch mit Leder handeln vnd Wandlen, ans Ihr anmelden abstellen sollen." Neuer Unfng und Mißbrauch riß ein, nachdem am 7. August 1689 der Privilegienbrief ein Raub der Flammen geworden war. Die Ledererznnft suchte um Neuausfertigung an und fand die kräftigste Unter» stütznng nnd die wärmste Fürsprache bei der innerösler» reichischen Regierung und Hoftammcr. Diese läßt sich in ihrem vom 26. April 1701 datierten Gutachten an den Kaiser also vernehmen: „Bey Euer Khays. May. hat daß gesamble Handtwerch der dnrch daß Fener rni» nierlen bürgerlichen Löderer vnd Cordabanmacher zn Neumärthll in Ober«Crain vmb allergnedigste de nono anßförtignng Ihrer durch das Fener verzöhrtcn Handt-werchs°Freyheilen allervndterthenigsl angelangt vnd ge° betten, zn dem Ende aber lanlh Ihres hiebey ill Eopia Kombenlen Memorialis snb Nr. 1 allergehörigsl vor-vnd angebracht, waßgestalten sich noch vntern 7. Aug. lcngstverwichenes 1689. Jahrs Ein Vnversehcne Er» schröckliche Fcuersbruilst zli gedachten Nenmärkhtl in Ober-Crain Eraigllet, wodnrch nit allein in die 80 bür» gerliche Häliser solldern anch anneben alle Mobilien vnd cirmnthey leider in Rauch aufgegangen, forderist aber die von Ener Kays. May. aiß Jetzt Regierenten Erblandsfürslen Ihnen lodern vnd Corduball»Machen daselbst akcrgnedigst verliehene Halldllverchs» Freyheit oder Artieal-brieff iil origillali sambl allen Ihren alt» vnd Neuen Schrüfften, Büchern, Registern vnd Handt» werchslaadt zngleich völlig verbrünncn vnd Jämmerlich ruiniert wäre werden, daß also weither sye nichts als Ein Copiam von Erwehnter ihrer Handtwerchssreyheit, welche sich zn allen glikh bcy Einril Ihrigen vorhin geWesten Zöchmeistcr befnnden vnd Er selbe vnter anderer wenigen armnlhey von diesen so Erschrökhlicheil Feuers-slammen saluiert, hicmit »ub ^, zu Slandtcn geschrieben allervildlerthenigist zn produzieren haben, dises bezeug» ten die zwey xnl, I> <^t I) von deul Hainrich Freyherrn von Egglh alß Ihrer grichls» vnd grundobrigkheit, dan Thomas Podgoriz Pfarrern alldort außgeheute original Atteftata. Vlnb das aber sye Supplieanteu zu weitherer Con» sernierung ihrer gehabten Statuten Saz^oronnngen vnd gnetten Mannßzncht, anch zn Entgehen aller Vneinig» kheit vnd Einschleichenleil schödlichen Müsßgebranch Einen Neuen Handlwerchssreyheit oder Artiets-brüff höchst bedürftig »vären. Alß haben Ener Kays. May. mehrerholtc Löderer vnd (5urd»ban°Macher allervndterthenigst sueßfahlenl gc» betten, mehr allerhöchst gedacht diselbc geruechelcil i» Erinanglung Ihrer durch das Feuer vcrzöhrtl» minmal, Handwerchssreyheit oder Artiels°Vrüess, das oben nud H. dem original ill allen gleichlauthentes exemplar zu er« Haltung gneler Oronnng, Fridt vud Einiglheit aller» gnädigst zn sörtigen. Gleichwie mm Encr Kays. May. von vnß, alß haben Wür wcilhcrs von dem landsvizedanb in Crain .^il> Nr. 2 hierüber bericht vnd Rälhliches gnelachten abgefordert, welcher dan vor Erslattnng des» ßelben die beede Stölt Rottmanstorsf vnd Crainburg alß dilssahls intereßierte ill fachen vernombeu. Vndt bc> richten daherr Richter vnd Rath zu gedachten Nottmcm» florff hiebey «ud Nr. 3, das neuiblichen in Ihren mit weilh ansßer der Statt extendierenten Inrisdietion khcin löderer nach Corduban>Macher ihnen Vnterworfener bc» sindtel." Die Nadnlannsdurfcr beschließen ihre etwas lang» atnligen Ansführnngen mit der Erklärung, daß sie „Kheines wcegs zn wider sein wollen." Desgleichen kommt aus Krainbnrg die Versicherung, sie hätten „dar» wider nichts vorzubringen." Und ebenso änßert sich der Landesvizedom Graf von Ursin und Blagay, dainit „die» selben (die Ledercr) Zu Ihrer Einmal! Erhaltenen i,«? <üi«um fortuitunl l't, tllin inl«^rnl)il^in aber vnter» gaugene Freyheit lviderumb gelangen mögen, Er eben so »venig alß vorbedeite beede Stötl Etwas darwider in contrarinm zu berichten habe, zumahlen derselbe deren Supplieanten petitum für gar glieth vnd billich be» findete." Die Überprüfung der in Abschrift vorliegenden Zunftsatznngen hatte ein vollkommen befriedigendes Er» gebnis, denn es heißt weiter, daß „solche Arlicl denen Ienigen, welche den Supplicanten anno 1662 von Euer Kays. May. Erthailt vnd den 11. Oktobris eiusdenl anni dem Landtshaublman in Erain iulimiert lvorden, gleich lvären ... danenhcrr sie llichls beyznruthen iloch >ueni. ger aber selbe zu Mündern wußten." (Fortsetzung folgt.) — ^Vorkehrungen ^,.^ z,ie Einschleppung der lsholcra aus Ungarn.) Aus Anlaß des Auftretens der Cholera in Ungarn hat das k. k. Ministerium des Inilern im Einvernehmen mit den k. k. Ministerien des Handels und des Ackerbanes auf Grund des Gutachtens des k. k. Obersten Sanitätsrates die Ein» und Durch, fuhr folgender Waren und Gegenstände ans dem König» reiche Ungarn bis auf weiteres Verbole», bezichungs» weise beschränkt: 1.) gebranchle Leibwäsche, alle und getragene Kleionngsstncke ) srifche Abfälle aus Spinnereien, Webereieil, Konfeklionsanslalten oder Bleichereien, Knnstwolle, Shoddy nnd Abfälle nenen Pa» Piers. Die Durchfuhr der uuter 1.) uud 2.) bezeichneten Waren nnd Gegenstände ift jedoch gestaltet, wenn diese so verpackt sind, daß eine Manipulation mit ihnen unter» wegs nicht möglich ist. 3.) Frisches Obst und frisches Gemüse, ferner Milch dürfen an der Grenze nicht zurück» gehalten werden, wenn mittelst von den kompetenten königlich ungarischen Behörden ausgestellter Ursprungs» zertisikale bestätigt ist, daß sie ans einem von Eholera nicht verseuchten Gebiete stammen. — sDcr Verein der Ärzte zur Vholerasrage.j Der „Verein der Ärzte in Krain" hielt am 29. v. M. eine Monatsversammlnng ab, die anch von auswärtigen Ärzten zahlreich besnchl war. Zunächst referierte der Leiter der Landesirrenanstalt Studenee Dr. F. G ö st l über die, Abfassnng von Zeugnissen zwecks Ausnahme von Geisteskranken in Irrenanstalten. Hierauf hielt Doktor Demeter R. v. Blei w e i s mit Rücksicht aus die Aklua» litäl des Gegeustandes und die drohende Gefahr einen Vorlrag über das klinische Bild, die Epidemiologie und Prophy'lar.e der Chul e r a. Ctadtphysiler Dr. O. K r a. jee, der eben an einem Zyklus voll Vorträgen teil» genommen hatte, die die Wiener Ärztekammer über die Eholera veranstaltete, berichtete über das Ergebnis die» ser Vortrage. Seinen Ausführungen war zn entnehmen, daß der Laibacher Stadtmagistrat alles Nötige vor» gelehrt hat, um gegebenenfalls unverzüglich die Abwehr» aktion gegeil die Cholera ills Werk zn setzen. Doch steht zn erwarten, daß nns die Cholera diesmal noch ver» schoneil wird. Schließlich demonslrierle Prosektor Doktor I. Ple^nik Knltnren nnd mikroskopische Präparate von Choleravibrionen. In der Diskussion betonten samt» liche Arzte die Notwendigkeit, daß in La i bach un» verzüglich eine mit einer bakteriu» logischen U n t e r snchu n gs a n st a l t vcrbun» dene Prosektur errichtet werde. Die Diagnose der Cholera läßt sich mit Sicherheit nnr auf bakleriologischem Wege erbringen. Mit Recht betonte, deshalb iil deu Wiener Vorlrägen der Hygieniker Pro» fessor Grasberger, das; wir zum Kampfe gegen die III« feklionskrankheiten Bakteriologe!! brauche» nnd solche erzieheil luüssen, da sie sich im Momente der Gefahr nicht ans dem Boden stampfen lassen. Nnr mit einer genügenden Anzahl von bakteriologischen Uulersuchiings-austalten könne» wir gegeil die Seuchen mit Ersol.q zu ^elde ziehen. I» ^ibach haben wir einen cifahlenen PvuseNor n„5 AaNeriow^n zur Nrrfi.n"".,, d" "b" uich/ über ^„.',>>nd cinql'richteic- ^alnnaim„„».'NNiüic Laibacher Zeitung Nr 224. 2050 3. Oktober 1910. verfügt, um alle einschlägigeu Untersuchungen vorneh° men zu können. Einstiveilen ist das Grazer hygienische Institut autorisiert, die Uulersuchuug von choleraverdächtigen Materialien auch aus Main vorzunehmen. Aber abgesehen down, daß dauiil viel kostbare Zeit verloren geht, ist es nicht zu bezweifeln, daß das hygienische Iuslilut, das stets bereitniilligst und aufopferungs-voll an der Lösung epideniiologischer Frageii milgeivirl't hat, im Falle einer größeren Epidemie dieser Ausgabe nicht nachkoiiinien könnte, da seine Arbeitskräfte kaum für das Land Steiermark hinreichen würden. In Wien waren z. V. im Falle Gasselhnber allein, in welchem die Cholera ein einzelstehendes Gehösl mit seinen Insassen ergriffen halte, an 200 Stuhlnutersuchungen notivendig. Wie wertvoll diese »vareil, hat es sich gleich gezeigt, da die gesnnogebliebenen Kinder des an Cholera verstor» denen (Gärtners Gasselhuber als Bazillenträger erkannt wnrden. Wären diese vorzeitig aus der sanilätspolizei-lichen Isolierung entlassen wordeil, was ohne ballerio» logische Cluhlnillersnchnngen sicher geschehen wäre, so hätten sie die Cholera weit herum verbreiten tonnen. Als oie Cholera das letztemal in das Weichselgebiet ein» geschleppt wurde, traten ill 102 Ortschaften insgesamt nur 200 Eholerofälle auf, demnach dnrchschnitllich zwei Fälle in jedem Orte, da das kaiserlich deutsche Gesundheitsamt sofort in die größeren Zentren Bakteriologen entsendet halte, die bei den Kranken, Ret'onvaleszenten und gesundgebliebenen Mitbewohnern'die nötigen Stuhl-untersnchnngen vornahmen. Es ist deshalb notwendig, daß ill ^aibach unverzüglich eine bakleriologische Unter-suchungsanslall errichtet werde. Alle Vorbedingungen hiezu sind vorhanden, wenn nur rasch die nötigen Labo» latoriumsräume geschaffen werden. Der „Verein der Arzte in Kram" beschloß demnach in dankbarer Anerkennung der bisher vom krainischeu Landtage und Landesausschusse gesaßteu Beschlüsse eine Depntalion znln Landesausschusse und zur t. k. Landesregierung zn eillsenden. Der Landesausschuß soll gebeten werden, die einschlägigen Arbeite» bei allen in Betracht kommenden Fakturen möglichst beschleunigen zn lassen, der k. l. Landesregierung aber soll die Bitte unterbreitet werden, sie möge ihreu ganzen Einfluß einsetzeil und die vom krainischen Landesansschnsse begonnene Altion derart unterstützen, daß mit der Proseltnr anch eine balte° riologische Unlersnchungsanstalt verbunden werde. In die Deputation wnrden Landlagsabgeorducler Doktor Ivan Zaje, der Obmann des „Vereines der Arzte in Krain" Dr. Demeter Ritter von Bleiweis uud Dtadtphysiker Dr. O. Krajec entsendet. — lPersonalnachricht.) Seille Exzellenz Herr Generaloberstabsarzt Dr. Josef Ritter von Uriel, eine in Weileren Kreisen, insbesondere aber auch in Lai-bach infolge vieljährigen hiesigen Wirkens hochangesehene Persönlichkeit, ist zn kurzem Anseulhalte in Laibach angekommen und in Hotel „Elefant" abgestiegen. * N' sicht. Nicht eine einzige der zahlreichen Personen /st vertieft; Kacijanar selbst erschließt nur flüchtige Ein-blicke iii seine seelischen Kämpfe, die ihn stets weiter abwärts auf die schiefe Nahu drängen und ihn schließll") Hilfe bei den Türken suchen lassen', um den Tram» >."N einein neuerslandenen Illyrien (der natürlich nur als eine ausgiebige dichterische Freiheit Medveds anfzN' fasseil ist) iu' Wirllichleil umzusetzen. Zudem ist d>e Szenensührnng nicht gerade die beste; der Autor r>in oie Perwnen auf die Bühne, »vie es ihm eben PM^ ohne daß sich ihr Erscheinen oder Verschwinden aller« zeil dnrch das logische Fortschreiten der Handlung ue» gründen ließe. — Man nahm die Tragödie als ?> ernstes Wert' mit Achtung ans, zumal sich die^ War^ steiler der Sache sichtlich angenommen halten. In oe Titelrolle war Herr Verov.^ek bestrebt, s'^/'^ seinen stereotypen Vanernfignrcn loszulösen. ^ ^ ließ sein Kaeijanar Festigkeit und vermissen, was freilich auch ans Rechnnng oes ^" Z zn setzen ist, der dieser Figur unbedingt ein l"M" Rückgrat hätte verleihen sollen. Der H"rs"hrer !>" .^ zn viel und handelt zn wenig. Die Rolle dev ", >." ZrinjZN staltete Herr Nu^i'ü mit verschiedenen "" samen nnd charakteristischen Zügen aus, aber "' 1 Laibachcr Zeitung Nr. 224. 2051 3. Oktober 1910. Spicl schlichen sich Mucik'n wcincrliche Momente, anderseits wieder umiuqedrcichles Pathos als Ersatz für energische Ausdrucksweise. Herr ^iiuä^ek, der sich zum erstenmale dem Publikum vorstellte, litt zu Beginn an Vesaugeuheit in Sprache und Spicl, ge-wann aber spater festeren Vooeu und söhnte mit so manchem aus, was früher nicht just sympathisch gewirkt hatte. Es ist Aussicht vorhanden, daß er sich als einen brauchbaren Darsteller erweisen wird. Die sonstigen lnäunlicheu Figuren sind von mehr oder weniger untergeordneter Bedeutung; zu nennen wären die Herren Dllnilo, Vohus'lav, Povhö, Grom, Vuk-öek und Skrvin^ek. Unter den Dameu spielte Frau Ili«i6eva die Skolasta mit beträchtlicher An° Mut, Frau Danilova die Gattin .^aeijanars und 3'wulein Wiutrova die Gräfin Katharina mit An» stand und Würde. Mehr als der Autor konnten fie eben auch nicht bieten. Fräulein äetrilova als Grä» fiu Salamanka hatte wenig Gelegenheit, ihr Wunen zu betätigcu. Die Sprache bereitet ihr noch Schwierigkeiten, das Schauspielerische aber ist verständig uud baher stilgerecht. Mit der Komparserie konnte man im allgemeinen zufrieden sein. Einzelneu Darstellern, auch solchen, die zu den besseren Kräfteu zählen, ist ein ocutlicheres Sprecheu driugeud anzuempfehlen; verschiedenes blieb namentlich in den ersten Akten unver» ständlich. — Die Vorslelluug war gut besucht; die Hauptträfle konnten nach den Aktschlüssen für Veisall danken. Gestern nachmittags wurde Hauplmanns tiefergrci» feudcs Poem „Hanneles Himmelfahrt" gegeben. Etliche Mimen gefielen sich dariu wieder in dem ungenießbaren Kauderwälsch von Schriftsprache uud grob akzentuiertem Laibachcr Vorsladlsdialell, das für sie den Gipfel der "alistischl'u Schauspielkunst zu bedeuten scheint. Als Hannele schuf Fräulein Wintrova dnrch ihr an» spruchsloses, natürliches Spiel eine Gestalt von rühmender Tragik; auch die Leistung des Herrn Nu^i« (Lehrer Gollwald, bczw. der Fremde) verdient uucin» lN'schränltes Lob, »vie denn anch Fräulein 6 ctri ° luva als Diakonissin Anspruch ans höhere Vewer-tuug erheben konnte. Die Thealcrleilnng aber dürfte sich's überlegen, „Hanncle" nochmals dem Sonntags» Publikum vorzusetzen, das tragische Szeuen mit Gau» dium genießt und sie über alle Maßen komisch findet. Mit ein paar Schwanken vom Genre des Kadelburg» schen „In Zivil", das als das zweite Stück in Szene ging, dürste man nnter den obwaltenden Verhältnissen gerade sein Auslangen finden. Die Reihe der Musikwerke wurde abends mit Smetanas bekannter Oper „Dalibor" eröffnet. Sie tvurde ill den Hanptpartien mit neuer Nefetznng gegeben uud erregte aus diesem Grunde erhöhtes Inter» esse. Die Nolle der Milaoa fand in Fräulein N a d ä -sova eine ganz vortreffliche Interpretiu, die mit wohlklingender Stimme an bedeutendem Umfange verstand« nisvollcs Spiel verband und auch durch ihre äußere Erscheinung sympathischen Eindrnck übte. Herr W a s z -'>' n t h, der neue Tenor, verfügt über eine kräfligc Stimme von heroischer Färbung, die anch in der Höhe Zu eindringlicher Wirlnng gelangt; nnr scheint er von ll)r einen zu ausgiebigeu Gebrauch machen zu wollen, ^r wird gut luu, der Dynamik größere Ausmerlsamleit D widmeu. Herr Per.^l, der oen König sang, kann s>ch einer weichen Varitonstimme rühmen, die sich mit ^'r Zeit noch kräftigen wird; sein Spiel zeigt vorder» Hand etliche Unebenheiten, doch waren sie nicht von slür^der Wirlnng. Fräulein 5 midova als Inta er-^ies sich als eine Sängerin vou guter Schulung, die Mem hellen Organ sehr zu stalten kam; die Herren l"Uf^'t' und Kri5aj bestanden ihr kleines Pensum mit Ehreu. Der Ehor luar seiner Sache sicher, das Archester folgte willig dem Dirigenten, Herrn Professor ^eiuer, der mit Energie und Tcmperameut den i>aktstock schwang und zudem durch die sorgfältige Eiu-lludierung der Oper bewies, daß er willens und fähig 'I.l, die Oper auf dem bisherigen Niveau zu crhalteu, ^'clleicht auch ein wenig höher'zn rücken. Das Theater war sehr qut besucht,' der Beifall reich und wohl» Verdient. '' " __„__ ~- l.,6erkveni cilazdenilt.") Inhalt der 9. Num. ^eri 1.) Prospekt der Ableilnng sür Kirchenmnsik an ^r k. k. Akademie für Mufil und darstellende Knust in ^"n. 2.) Neue Orgeln. 3.) Zuschriften. 4.) Aus dem ^?'sschufse des Eäci'lienvereines. 5.) Verschiedene Mit-leUungen. U.) Anzeiger. — Die Musikbeilage bringt ,Aompl)si. — l„planin8lli Veztnik."j Inhalt der 8. Nummer: i'i Ianko M l a kar: Auf den hohen Alpen und in der niedrigcn Lombardci. 2.) T.: Uuscrc Bauten im Triglav» ^'biete. 3.) Dr. H. Tnma: Einige Morphologie und ^erminulogie für Alpiuifteu. 4.) I. T.: Die Erösfuung ber Pre,^eren^Hütle anf dem Kleinen Stol. 5.) Litera» "r. 6.) Umschau. 7.) Vereinsmitteiluugen. 8.) Unsere -"llder. ^ Das Heft enthält 6 Illustrationen. Illusion, »».orn. i« der Dornüirche. Dienstag, den 4. Oktolier l"nläßlich des Namens-lagcs Seiner Majestät des Kaisers) Pontifilalamt um w Uhr: ^ii^il 8ol!^,^«a von I'. Hug. Sattner, ^radnalr U« ^'u8U vuu Kimovec, beim° Ösfertorium «lu^iul,« O<,o von Aibliuger l.1779 bis 1867). Telegramme des k. l. TelegraphenKorrespondenz-Bureaus. Gegen die Flcischuot. Wien, 2. Oktober. Heute vormittags veranstaltete die sozialdcmokratische Partei einen Monstredemonstra-tiunszng gegen die Fleischlenernng. An der Demon-stratioil beteiligten sich auch Anhänger der bürgerlichen Parteien. Um 10 Uhr ralliierte sich der Zug auf dem Schwarzeuberg-, bezw. auf dem Karlsplatz und zog in dichten Reihen durch die Ringstraße zum Nathans, wo zahlreiche sozialdemokratische Abgeordnete Neden hielten, worin sie die Aufhebung des Fleischeinfuhrverbotes uud der ^ebensmittelzölle sowie die Öffnuug der Gren» zcn und die Erlaubnis der Einfuhr argentinischen Fleisches forderten. Im Zuge wurdeu unzählige Tafeln mit. Ausschristen getragen, welche Proteste gegen den ^ebensmittelwucher, die Forderung nach der Einfuhr argcniiuischen Fleisches und die Offuung der Grenzen enthielten. Um 1 Uhr waren die letzten Teilnehmer im Znge am Rathanse vorbeimarschiert/Die Demonstration, an der sich etwa 8l).<)<)0 Personen beteiligten, ging in der vollsten Nuhc uud Ordnung vor sich. Die Polizei hatte keinen Anlaß einzuschreiten. Die Cholera. Konstantinopcl, 1. Oktober. In Trapezunl wurden am 28. September 19 Neucrlranknngen nnd !5i Todesfälle nnd am 29. September 19 Neuerkranknngen und 13 Todesfälle au Cholera festgestellt. Unter den Truppen sind 15 Erkrautungen und 5 Todesfälle au Cholera vorgekommen. Unglücksfällc bei einem Automobilwettrennen. Ncwyork, 2. Oktober. Bei dem Antomobilwett-fahren nm den Vanderbilt-Becher wurden insgesamt 4 Personen getötet und 40 verletzt. Korea. Ea.qlc°Pas; sTczas), 2. Oktober. Einem Gerücht znfolge sind infolge von zwei Explosionen, die Freitag nnd Samstag erfolgten, 150 Bergleute anf der Zeche Palan bci Mnrqnez-Cochnilla (Mexiko) eingeschlossen worden. Söul, 2. Oktober. Gestern sind die Bestimmungen für die Regierung von Korea veröffentlicht worden. Es wurden 13 Gouverneure ernannt, von denen 7 Japaner und 6 Koreaner sind. Eine Dynamit-Explosion. Los An.qclos (Kalifornien), 1. Oktober. Bei einem dnrch eine Explosion entstandenen Brande des Gebäudes der hiesigeu „Times" sind zwanzig Personen gelölet und ebenso viele verletzt worden. Die Mehrzahl der Opst'r sind Mechaniker. Der Chefredakteur des Blattes be» Häuptel, da die Zeituug nur Nichtorganisierte Leute anstelle, hätten die Feinde der gewerblichen Freiheit das Gebäude mit Dynamit zerstört. Der Echadeu wird aus eine halbe Million Dollars geschätzt. Los Angeloo, 2. Ollober. Zum Brande des Ge-bändes der „Times" wird noch gemeldet: Auf dem Dache der in emem anderen Teile der Stadt befindlichen Hilfsdrnckerei, die eben für den Fall einer schon ost angedrohten, nunmehr eiugelrcteuen Zerstörung des Hauptbureaus der „Times" erbaut worden war, wurden gestern srüh zwei Männer bemerkt, die, als sie sich entdeckt sahcn, flüchteten. Man nimmt an, daß sie vcr° sucht habeu, auch diese Zweigdruckerei iu die Luft zu sprengen. Neue Erreguug rief der Umstand hervor, daß unter der Wohnung des Sekretärs der Fabrikanten-Vereinigung, der die „Times" in ihrem Kampfe gegen die Arbeiterorganisationen unterstützt halte, eiue Bombe gefunden wurde. Der Sladtrat bewilligte 25.000 Dollars zu dem Zwecke, die Anstifter der Explosion zu ermitteln. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Landestheater in Laibach. 1. Vorstellung. Ungerader Tag. Montag den 3. Dttober. IM^ Oröffnungsoorftellung. ""W> Festvorstellung zur Vorfeier des Namcnsfcstes Seiner Majestät des Kaisers Franz Iusef I. Fest'vuvertüre unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Theodor Christoph. Zum erstenmal: Ter dunlle Punkt. Lustspiel in drei Alten von Gustav i,ladelburg uud Rudolf Presucr. Anfang halb 8 Uhr. Ende nach halb 10 Uhr, Depot der k.u.k. Generalstabs karten, Maßstab 1:75,000. Preis per Blatt 1 X in Taschcnforma' auf Leinwand c>espcmut 1 K 80 l>. 3z. v. Aeillmyl i W. Vmwgs VuWllülW Herzlicher Dank. Von der mit Wehmnt betretenen Ruhestätte unseres mir allzu früh verstorbenen, ümigstgclicbten und unvergeßlichen Herrn Anton Moller Maschincnfülirers der k, l. priv. Südbahn i. R. zurückgekehrt, finden wir nicht Worte genug, um jedem einzelnen von den Vielen zu danken, die uns gefühlvollst ihre Teilnahme bekundeten. Wir sprechen daher auf diesem Wege allen Verwandten, Frenilden, besonders auch den Herren Vahubeamten und Kollegen des Verblichenen für die schönen .Mnnze, mit denen sie entweder den Sarg nuseres Entschlafenen schmückten oder auch für die zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse unseren tiefempfundenen Dank ans. Laib ach, am 1. Oktober 1910. Hermann Waibl auch namens der Familien Moller und Kump. Danksagung. Anläßlich des Todes unseres geliebten Vaters, Sohnes, Bruders und Schwagers, des Herm Josef Diroüa Industriellen sind uns von alle» Seiten so viele Beweise auf» richtiger Teilnahme zugekommen, daß wir nicht im-stände sind, jedem einzelnen zn danken. Deshalb sprechen wir an dieser Stelle dem Herrn Werks» beamten I. Täufer und den Kameraden für die aufopfernde, tätige Beihilfe bei dem Unfälle, den löbl. Feuerwehren ans Sagor, Littai, St. Martin nnd Trifail, dem lübl. Turnvereine Sokol in Sagor, der Töplihcr, Sagorer nnd Trifmler Lehrerschaft, den Gewcrtschafts» und Bahnbeamtcn für das Geleite, dem löul. Gesangvereine Sagor für den rüh» renden Gesang, allen Spendern der Kränze nnd überhaupt allen, die dem unvergeßlichen Verbliche» ncn die lchte Ehre erwiesen, unseren innigsten Van! ans. Sa gor a. d. Save, den 1. Oktober 1910. Hie !lllutl!ll>e,l Zmlien MM-Mlml. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme, sowohl während der langwierigen Krankheit als beim Tode ihres unvergeßlichen, unersetzlichen Gatten, Herrn Heinrich Mrker l. l. Professors i. N. «nd für die ehrende Begleitung zur letzten Ruhestätte sagt hicmit gerührten Herzens den innigsten tiefgefühltesten Dank die tiefgebeugte Witwe Marie Pirkcr. Laibach, am 1. Oktober 1910. Zalujoèa rodbina dr. Windisoher-jeva izreka svojo uajsrènejšo zahvalo za vso ljuboznivo izrazo sožalja, ki so ji došli ob smrti nepozabne kèerko Marje. Srèna potroba nam jo, zahvaliti se kar | najtoplojo vsem sorodnikom, prijatoljora in znancom za tako obilno in krasno cvetje, ki &D ga darovali v slovo naši ljubljonki, kakor tudi za štovilao spromstvo na njeui posloduji poti. Slohcrno sožalno tolažilo uam jo bilo v voliko uteho iu smo resnièno srèno hvaložui za vaak dokaz sožalja. i V Ljubljaui, dno 1. oktobra 1910. ! (3580) 1 Laibacher Zeitung Nr. 224. 2052 3. Oktober 1910. Lottozichullssc»! am 1. Oktober 1910. Graz: 61 79 70 38 90 Wien: 11 9 75 4 35 Mctcorolossischc Bcobachtuna.cn in Laibach. Scehöhe 30«'2 m. Mittl. Lilftdruck 7W0 inm. Z B «D W Wind ^WtelsßW ^ 2U. N. 7411 21« windstill heiter I- 9U. Ab. 742 4 1b b W. schwach 7U, F. ,743 9 Nbj windstill bewölkt ! 2. 2U.N. ' 742'0 2U-3ONO. schwach heiter 0-0 9U.Ab. 741 8 14-1 windstill » 3.l?U. F. j 741-2 10 3> SO. schwach Nebel > 0 tt Das Tagesmittel der Teinperntnr vom Samstag betraf 15'8°, Normale 12'8°, vu,n Sonntag 1b 3°, Normale 12 6° Seismische Berichte und Beobachtungen der Laibachcr Erdbebenwarte (gegriindet Uon der «iliiiiiichen Zpailliise <«!>?,) (Ort: Gebäude dcr k. l. Staats.Ol'eirralschnle.) Lage: Nördl. Breite "M-03'; Östl. Llincie um, wreenwich 14" 31'. Veben berichte: Am Ltt. Septeniber gegen 2 Uhr 15 Min. Nahliebl'naiifzeichnnng in Tarent; gegen b Uhr Nah-bebenaufzcichnnng in Ischia. Vodenunrnhe: Äiäßig start. Angekonlmenc Fremde. Grand Hotel Union. Am 30. September. Dr. Racii, Advokat. Spalato. — Varon Ioelson, Priu.; Reiner, Wojta, Verwn, itflte.; Dr. Kornke, Advokat; Leitxcr, Jug.: Stark, Hoffmann, Reich, Eißner, Hangl, Tfirst. »iebitsch, Erdmann, Mayer, Wintler, Roßaner, Vilgrej, Horn, Felbinger, Rsde., Wien. — Perlo, Pfarrer, Ccsnjice. — zt'lemensiewicz. Einj. Freiio,; Sigl, Fürst, Rsdc., Graz. — Zagar, Kausmcinnswitwe, Otoiac. — , (Mai-Nov.) pcr Nu,<) <7!l 5° l»«<)kr „ l«N fl. 4°/„ 226 —238' l8S4ei „ 10<> ft. . .lls2'- 32«" »8«4«I „ 5U fl. . . 322— 328'— Dllm.-Vfanbbr. il 120 fl. b"/^tU 2ü5l»2 25 Vtantsschuld d. i. Reichsrate vertretenen König reiche und Länder. Östcrr. Guldreütc stcucrfr.. Gold per Nasse .... 4"/<,1ib «0115'S0 vstcrr. Rente in Nrouenw, stfr., per Nasse.....4"/^ »3iü V3N5 betto per Ultiino , . . 4°/^, 8» :b »3 »l> Iiwestitloiis-Rente, stfr., Kr. per Kasse . . »V2°/°l »»20 8! 40 llsenbahn>3!nat»>chuld. ntlschieibuugln. «lisaoetl, Val,!i i. G., steuerfr,, zu 1<».0<>o sl.....4"/<, ^'--------'- gränz Iosepü-Uahn in Silber (diu. St.) . . . . 5>/<"/<, l^?^l01l8'in Galiz. Karl Ludwig-Bllh» (div. Stüclc) Kronen . . . 4°/„ 9580 94 80 !iiubols-ÄaI)N in Kroneuwtihr. steuersr. (dlu. St.) , . 4°/^ »3 9U S< 20 Uorarlberger Bah», stfr., 4lludN,ei8 200 !I, ö. W. L. 5>///n .... 423 » 4L6--detto Lnlj,l»«rn-Tirol L00 sl, b. W. S. 5"/,. . . .416- «17 5U Kremötal.Bahu 2<>0 n »OOU Kr. t>»/„.......18!)' l!>0 ' ! Geld Wll'l yoni Ztllule zur Zahlung üb«' nommen» Lisenbahn.PllllrilLl». ssbllßntlonen. Bl'hm. Westlill!,n, Em, 189b, 400, 8U0l» u. 10,00« Kr. 4°/„ U4'40 vb'40 Vlisabetl, Uahn eoo u. 300« M. 4 ah 10"/„......Itb 80 !,c 90 Elisab^li-Äahn 400 u. 2000 M, 4'Vo........114 75 lib 7b ^erdinaübö-Nordtml,!! Em. 1886 se 75 8? 7b detto Em, 1904 W'ib »7 1 b ifraiiz Iosep!,-Bahl, Ein 1884 (div, St.) Hill,. 4"/a . , , 95 10 «L'1« Gallische Karl Ludwig - Vul)» (diu, St.) Eilb. 4"/„ ... 93 8.«, »4 85 Uiia.-a.aliz. Bahn 200 fl. S. b"/„ 104- l0? - dctlu 400 II. 5000 Nr. »'///n Ub'Lb 8« L5 Äorarlderaer Ba!i>i lt>». 1884 (div. St.) Eilb. 4°/„ . . V3 80 !14'80 Staatsschuld dcr Länder der ungarischen Krone. 4°/n una. Guldrente per Kasse . ,i1-bNii1"70 t«/„ dettu per Ultimo 1ii'501i1 7« 4"/^ ungnr. diente in Kronen- wiiyr. stfr. per Kasse . . 9i'?o 81 9N 4"/^ detto per Ultimo 91-70 »i 90 »>/,"/« detto per Kasse 80'«o 81 — Unliar, Prämien,«nl. i^ ino f!. 224 b0<-3l> i'0 dcNo k bo fl !i24 l!30^ Thcih.Ml,.-L«se 4"/„ . . . . il>6 9b lU2 l.!.' 4°/i, iliignr. Vlundeiitl.-Oblili. »1'!/,"/„ . . u« 70 99 70 5"/„ Tonan-Nea.-Anleilie 1878 102-ün I03'50 Wiener Vcrlelirö-Anl. . . 4«/„ 9410 85 ^0 dettu 19UU 4"/„ 94 ^ Lb 10 '^nlehrn der Stadt Wien . . 100 25 2«'- !2i - dett» (1894).....92 2b 33^5 detto (Gas) v. I. 189» . 94 75 9Ü'?5 detto (Eleltr.) v, I. 1900 93-90 94 ün betto (Inu.-A.) v.J.1902 9l»40 96 40 Vürseban-Anlelie» veilo^b. 4"/„ 9b 15 >««<.', Russische ElaatömN. u. I. 19U« s. ,00 Nr. p. ic. . . b°/<> 103 70 l04 20 deltu per Ultimo . . 5°/« —'- —- Vul». Staats-Hypothelar?lnl. 1892......«n/s 122-- 123'— Geld War, Äulg. Etaat« - Goldanlelhe 1907 s. 100 Kr. , , 4l/,"/„ 92 70 93 70 Pfandbriefe usw. Vodentr..lllIa,üst.t.5<>I.vI.4<'/n 9445 35-5b VölM. Hypothelenb. verl, 4"/o «6 — »« 8bo Nred.-Iüft.. üsterr., f.Vcrl.-llnt, n. ostentl. Arb. Kat. ^.4°o 92 b« 82-b« Uuildeßb, b. Kö». Galizien und Lodom. 57>/, I. rückz. 4°/<, 94 1ü 9ü>— Vlalir. Hypotl>e!enb. verl. 4«/„ ue>-.. «s - ^..i'stcri. Lanbf«-Hr/2">, 8«'— 89'- detto zl,-Schulbsch, verl. 3'/»°/° 8?'9l> 88-9» „ dettu verl......4°/° »5'ü0 VU-b« Osterr.-imgar. Nanl 50 Jahre ver!. 4«/„ ö. W..... »g»- 10«-- dclto 4"/„ Kr...... 98-eo 99 9« Spar!., Ersteüst., 60I. verl. 4°'„ 9>j.?b 9s 7b Eisenbahn-Prioritätö-Obligationen. Österr, Ätordwestd, livo sl. O. . i>i«- 26« 4ü Kilduahn 0. 3°/^, Jänner-Juli 500 Fr. (per St.) . . . 228-- 270- «lidbahn k b°/» «00 fl. S. sl, KM. . . . 212-- iüill- Ofener Luse 40 fl...... —>— --'- Palssii-Lose 40 fl. KM- - - - 265-- 285- Roten Kreuz, öst. Ges, v, 10 fl, «i!'2f, 0» Ll> ,>,oil'!i Kreuz, ung. <>.-es. v. 5 sl, 38bu 42bl> «uduls-^usr 10 fl...... 67'- 73' 2a!m Lose 40 fl. KM- . . . 250 290-iürl. E. P.-Nnl.-Pram.-Oulig. 400 Fr. per Kl>ssc . . . —'- -^ detto per Medio . . . 2ü6'50 257 b0 Geld skare Wiener Komm.-Lose v. I, 1874 b2»'5U 539 3? Gew,-Sch. d. 3°/„ Pram.-Schuld d. Vode,i:>.-?lnst. Em, 1889 99-- «0« - Altien. st«u»plllt>ZlultlNlt>ml,ulZln. Aussill-Teplitzcr Eisenv. 500 fl. 1845-— 1952 -. Böhmische slurdbüt,,! »50 fl. , --— -.-^. Vnschtielirader Vüb, 500fl.NM, 24fi5 - 24«3 delto (!it. U) 200 fl. per Ult. 988'— 99s -Lunau - Tampfschifsahrt« . Ges., 1., l. l. pliv., 500 fl, KM, 1L1Ü — 1177 > Dnx-Vodebachuer E.-V. 400 ,nr. k»?— 60!i ^erdinanbö-Nordb. 1000fl,KM, b250-^ e>2»jü Naschau-Oderuergcr Eisenbalin 20U fI. T....... 852 5N 52450 ^emb.-Czern.-Iassti-Eiseiidahn- Gesellschaft, 200 fl. L. , , b53' b5L - 1oyd, ös!.. Trieft, 500 sl.. KM. ü?5'5N b?6 - Österr, Nordweftbahn 2N0 - detto (lit. «) 200 fl. S,p. U!t, —>- —-— l>ral,-DulerEisenb, 1»0sl,abgst, 224'50 22l>- ^taatöeisenb. 200^sl, S, per Ult. 759 50 ?(,0 üN ^üdbahn 200 fl. Silber per Ult, ne^5 11? 25 Sübnurddeiitsche Verbinbungsb, 200s!.KÄe...... —-^ — ^ Iraü^vort-Oes., intern., »l.-G. 200 Nr........ 10b 11U — Ungar. Westbahu (Raab»Vraz) 20« fl. S....... 403 bo 4N5-— Wl. Lolalb.-Alticn-Ges. 200 fl. 248 2U2' Vanken. !Ä»a!0'Östcrr. Äanl, 120 fl. . »16b0 217'50 Banlverein, Wiener per Kasse —-- —> detto per Ultiüw t>58 90 L59 90 Vudrnlr,.Anst, öst,, 300 Kr. . 13,»-.- .317 — Lailiachcr Kreditbank 400 Kr. 4«-- 446 — ^eittc.-Vob.-Nredvl, üst, 200 fl. b?5'— k»78> Kreditanstalt für Handel und Gewerbe, 820 Kr., per Kasse —-. -,,. drttu per Ultimo 6g? 59 868 5" ziiedilbllNI. ung. lllll,., 2Ul! fl. 857 b» 858 5l> Depositcnbanl, alla., >i0U fl. . 492 - 494-H>!lompte - Gesellschaft, nieder- österr., 400 ttr..... 749- 7b1 — «iro- u. Nasjennerei!!, Wiener, 20» sl........ 46,-— 468'. Mpotheleubanl, öst. li00jN'.b"/„ »3b- 33«-«änderbanl, östcrr., 200 fl,, per Uassc....... 533 85 5L? sn detto per Ultimo b33 30 t34 30 „Merkur", WechleINüb,-Mtirn- Gesellschaft, 2m» sl. . , . «29 - «43- Ostecr.-ungar. Vanl 1400 Kr, I860— 1884'- ^wll, A-are Nnionbanl 200fl...... 623 60 624 6c» llniondnnl, bütilüijche 10l» fl. . L6? H0 268 50 ^erteüröbanl, allg.. 140 sl. . . »7>-— 572 50 Induftrie'Zlnl»rneti«nng«n. Vauncsellsch., all,,, öst., 100 fl. 333 — 3,3 50 Äruxcr Kohlenbcrgb^Gcs, 100 sl. 75U — ?f>8 — Liseubahuuel'leürs- Anstalt, öst., 100 sl........ 458- ^61 — Msenbalmw.-Leiha,., erste, 100fl. 200— 2>,l! 50 ,,VlbemühI", Papiers, n. V.-G. l«U sl........ 2>9'b0 221 — Eleltr.-Gcs,, allg. österr,. 200 s>. 414 - 41S — Vleltr.-«esellich,, inter», 200 sl. —>,. —>— lileltr.-Gesellsch., Wr. in Llqu. —„ __.— Hirtenbcrüer Patr,-, Ziindh. u. Mel.-Fabril 400 Kr. . . ,,32 - ,141 — Liestnger Brauerei l00 fl, . . 22?— L3l — Muntni!-!^es., üst. alpine 100 fl. 77020 771 sO ,,Poldl-Hütte", Tienelgnßstahl- ss.-A.-G. 20« fl..... b38- H40 — PragerEisen-Indnstrie-Gesellsch. 200 fl........ !«83b-' 284»'— Mina- Vtiiran» - Talgo Tarjancr Eisenw. lc>0 sl..... «96 — 6,7— öalgu-Tarj. Steinlohlen 100 fl. «40 — 64L'7O „Nchlöglmühl", Papiers.,200sl. -.-- — — ,,Schudnica", «,-O, f. Petrol.- Industrie, 500 ttr. . . . 545— 550— ,,3ter,rerin!ll>!",Papiers,u,V,G. 49>— 4!»?' ^ Trlfailer Kol!>ei»o,-G, 70 sl. . 240— 242 20 Ti»l. Tabalienie-Oes. 200 ssr. per Kasse..... — . __>— detto per Ultimo . . , 375 880'^ Waffcnf.-Ges., üstrrr.. loufl. . 73050 733b» Wr. Vaiissesellschaft, 100 sl. . . 213- 2l4'- Mencroerne Ziegels.-Alt,-Ges. «m.,_ «z?— Devisen. Kulze Klchten und Zchcck». Amsterdam....... 199'l0 199-40 Dcutsche Äanlplatze .... 1t?'60 117 60 ^lalieü ische Onnfpläve . . 94 5b 94 72» Bonbon........ 24040 2406b jinii«......... «b25 9542» Zt. Pelersbura....... 254 50 25l>'50 Zürich und Aasel..... vb 10 95'2b Valuten. Zutaten . ..... 11-34 11'3» 20-^ranlen.Btüllc..... 19 u»^ 19' «' 20-Marl-Etücte...... 2»'ft2 23'5« ^iutsche Reichöbanlnote» , . !17 U» 117'»" Italienische Banlnotei', , , . »4 60 94'80 Äubel-Noten....... »'5^°, 2bo» Ein- und Verkauf "von Renten, Pfandbriefen, Prioritäten, Aktien, Losen etc., Devisen und Valuten. _________Uos-Verslcherung.________ Jf. CX Mayer ¦ Bnnlo und Wechslergeschäft " ¦—i Privat-Depots (Safe-Deposits) Unter eigenem Verschluß der Parte» Vtrzlüsini riR Birelulipj» Im Itnto-IUrrBnt int lut Blra-Ktil*.