Nr. 350. II. 1899. Kirchliches Derordmmgs-Klatt für die Lavanter Zliöcefe. Inhalt. 10. Fastenhirtenschreiben sammt Fastenmandat für das Jahr 1899. — 11. Postni pastirski list in postna postava za leto 1899. IO. Fastenhirten schreiben sniitmt Fnstenmandat für das Jahr 1899. g j -^UZ> IM U I durch Gottes Guade und Barmherzigkeit Fürstbischof von Labant, entbietet dem hochwürdigen Gl'erus und allen chlaubigen der Aiöcefe Gruß, Segen und alles Gute von Gott dem Unter nnd Gott dem Sohne ln Gemeinschaft des Heiligen Geistes! Gemitus matris tuae ne obliviscaris ! Vergiss nicht die Schmerzen Deiner Mutter! (Eccli. 7, 29). Im Herrn geliebte DiScesanen! ht meinem Fasten-Hirtenschreiben vern IN. Februar 1897 versprach ich euch, mitunter Begebenheiten aus der Leidensgeschichte unseres göttlichen Herrn und Heilandes in meinen Lehr- und Sendschreiben zu behandeln. Ist doch die heilige Passion Jesu Christi der unversiegbare Born heilsamer Belehrung, mächtiger Tröstung nnd Stärkung sür uns arme verlassene Menschenkinder. Jur Hirtenschreiben vom 20. Jänner 1895 behandelte ich bereits das letzte Abendmahl, insbesondere die Einsetzung des allerheiligsten Altar-saeramentes, und im eingangs genannten Pastoral-briefe vom 16. Februar 1897 besprach ich die ergreifende Fußwaschung. I Im Sendschreiben vom 26. Jänner 1896 erklärte ich das hehre und heilsame Gebet, das himmlisch süße Ave Maria. Im diesjährigen Fasten-Hirtenschreiben möchte ich aber mit euch, liebe La-vantiner, die heilige Compassion oder das Mitleiden Mariä mit ihrem göttlichen Sohne betrachten, da es nach meiner festen Überzeugung Wunsch nnd Wille der Kirche ist, dass ihre Diener, die Seelsorger, durch Unterricht und Mahnung das christliche Bolk anhalten und anleiten, die Andacht zur Schmerzenmntter fromm zu üben und eifrig zu be-thätigen. Die Betrachtung des bitteren Leidens und Sterbens Jesu nnd der Mitleiden nnd Schmerzen seiner jungfräulichen Mutter Maria ist ganz besonders geeignet, unseren Geist mächtig zu ergreifen und unser Herz nachhaltig zu erbauen. Die Schule der Leiden ist eine Schule der Tugend. Der eilt* testamentliche Prediger lehrt dies mit den Worten: Besser ist es, in das Trauerhaus gehen, als in das Haus des Freudenmahls; denn i in jenem wird mau an das Ende aller Dinge erinnert, und der Lebende denkt an das, was kommen wird. (Ecele. 7, 3). Und ein bewährtes Sprichwort sagt: Die Menschen verstehen besser, das Uüglück zu ertragen, als das Glück. Gewöhnlich sind int Leben des einzelnen Menschen, wie in der Geschichte ganzer Geschlechter und Völker die Tage der Heimsuchung, der Prüfung und höchsten Noth Tage der Einkehr, der Erneuerung und Wiederausrichtung und hiemit der Ehre und des Ruhmes. Zu den glänzendsten Perioden der Geschichte des israelitischen Volkes zählt ohne Zweifel die Zeit, in der die Sekunden das gelobte Land ihrem Seepter unterwarfen und mit der Einführung heidnischer Sitten und Gebräuche die Ausrottung des von den Erzvätern ererbten Glaubens bei den Inden beabsichtigten. Die unerträgliche Gewalttätigkeit eines Antiochus erweckte unter den Israeliten das Heldengeschlecht der Machabäer, die für den heimatlichen Altar und Herd ihr Leben entsetzten und die Freiheit des theuren Vaterlandes mit seltener Tapferkeit vertheidigten.* Diese Zeit der größten Roth und Bedrängnis machte hochbetagte Greise, schwache Frauen, ja selbst ttttntündige Kinder zu Helden und Märtyrern. Wer bewundert nicht den Starkmuth des ehrwürdigen Greises Eleazar, der die schrecklichsten Misshandlungen lieber erdulden, als das Gesetz Gottes übertreten wollte? (II. Mach. 6, 18—31). Und wer rühmt nicht jene Frauen, welche sich die Palme des Martyriums erwarben, da sie den heidnischen Götzen nicht opfern wollten? (II. Mach, (i, JO. 11). Aber alle diese Helden und Heldinnen übertrifft jene ausgezeichnete Mutter, die ihre sieben Söhne mit bewunderungswürdiger Beredsamkeit an-feuette, die eitlen Schmeicheleien und Versprechungen der Heiden zu verachten und lieber die größten Ott al eit zu erleiden, als Gottes Gesetz zu übertreten und heidnisch zu leben. Alle ihre Söhne starben unter den ausgesuchtesten Martern den Heldentod 1 Dr. Hugo Weiß, Judas Makkabäus. Ein Lebensbild aus den letzten großen Tagen des israelitischen Volkes. Freiburg, 1897. für den väterlichen Glauben. Und die Heldenmntter erlitt den Martertod so oft, als sie Zeugin der von ihren geliebten Kindern überstandenen Foltern sein musste. In unmenschlicher Grausamkeit zwang man sie, den Martertod ihrer sieben Söhne mit eigenen Augen zu schauen. Zuletzt nach den Kindern wurde erst die Mutter hingeschlachtet. (II. Mach. 7, 1—42). Fürwahr, diese heroische Mutter verdient es, dass ihr frommes Gedächtnis so gerne mit dein heiligen Gedächtnisse der schmerzhaften Mutter unter dem Kreuze Christi zusammengestellt und ihr Stark-ntitth als ein Hinweis auf den Opfermuth der schmerzreichen Gottesmutter auf Golgotha betrachtet wird. Großinüthig brachte die machabäische Mutter ihr und ihrer sieben Söhne Leben für die vaterländische Religion und Freiheit zum Opfer; und desgleichen opferte mit beispiellosem Heroismus Maria ihr einziges Kind zur Ehre des himmlischen Vaters und zum Heile der Menschen unter einem siebenfachen Leidensschwerte. Die nentestainentliche Machabäerin hatte nicht sieben Söhne, wie die alt» testamentliche, aber sie hatte einen göttlichen Sohn, dessen Hoheit und Würde den Wert des gestimmten Menschengeschlechtes unendlich auswiegt. Und diesen einen und einzigen Sohn opferte Maria zu siebenmalen unter namenlosen Wehen und Schmerzen. Nach einem frommen, altehrwürdigen Brauche werden zumeist sieben Schmerzen der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria gezählt. Es ist die peinigende Weissagung des greisen Sehers Simeon im Tempel, die eilige, beschwerliche Flucht nach Ägypten, der beängstigende Verlust des zwölf» jährigen Knaben Jesu, die ergreifende Begegnung am Kreuzwege, die erschütternde Kreuzigung, die herzbewegende Kreuzabnahme und die wehmuthsvolle Grablegung. Indes erscheint ein jeder von diesen großen und bitteren Schmerzen mit Bezug auf die besonderen Umstände, die dabei obwalteten, als ein mehrfacher. Wie sich das Licht der Sonne tut Regenbogen in rnehrfältiger Farbe bricht, so ist es die glühende Liebe Mariä, die ihr das Leiden Jesu zu einem vielschneidigen Schwerte der Schmerzen für ihr mütterliches Herz umgestaltet hat. Wir wollen nicht so sehr die einzelnen Schmerzen der Gottesmutter, als vielmehr die dieselben verschärfen-dcil und steigernden Umstände betrachten und beherzigen. Die Verehrung und Verherrlichung der schmerzhaften Mutter Gottes ist Wohl ein Erbe von den Aposteln. Die beliebte Andacht der katholischen Christen zur Schmerzensmutter begründete der Hl. Evangelist Lukas, der mit Nachdruck jenes Schmerzeusschwert erwähnt, das nach der Weissagung Simeons die Seele Mariä durchbohrte, und der uns ferner die vertrauliche Frage Mariä an den Jesukuaben im Tempel berichtet: Kind, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht (Luc. 2, 35. 48), sowie auch der Hl. Apostel Johannes, der in seinem Evangelium ein herrliches Bild der Pietà oder Schmerzensmutter zeichnete mit den Worten: Es stand aber bei d e m Kreuze Jesu seine Mutter . . . Da nun Jesus seine Mutter und den Junger, den er liebte, stehen sah, sprach er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein S o h n ! H i c r auf s p r ach er zu de m Jung e r : Siehe, deine Mutter! Und vou der Stunde an nahm sie der Junger zu sich.' (Joan. 19, 25—27). Diese evangelischen Berichte bilden die dogmatische Grundlage der Andacht zur mitleidenden Mutter, die gerade so alt ist, als die Andacht zum leidenden Sohne, das heißt, so alt als das Christenthum. Mau kanu ja nicht ans den Heiland am Kreuze schauen, ohne auch einen andächtigen Blick auf seine Mutter neben und unter dem Kreuze zu werfen. Das hehre Andenken an das Mitleiden Mariä ist untrennbar verbunden mit der Betrachtung des Leidens und Sterbens Christi des Herrn. Die Christen trennten auch niemals Maria vom Kreuze. Im zweiten und dritten Jahrhunderte lobten ein heiliger Jrenäns (f 202) und ein heiliger Cyprian (t 258) die Leidensmutter, während im vierten und fünften Jahrhunderte schon Viele über die Schmerzen Mariä ausführlicher schrieben. Unter Anderen bemerkt der hl. Epiphanins (f 403) treffend: Jesus vertraute dem Hl. Jo- h a it »es sei n e heilt g st e M u t t e r a n, d a m i t alle lernen, dieselbe zu ehre it. In den nachfolgenden Jahrhunderten feierten die meisten Hl. Väter und Lehrer der Kirche die Schmerzenmntter und ermunterten die Gläubigen zur dankbaren Erinnerung an die unsäglichen Leiden und Schmerzen unserer lieben Fran. Im dreizehnten Jahrhunderte nahm aber die Verehrung der tnaier dolorosa einen ungeahnten Aufschwung und fand die großartigste Verbreitung und Befestigung. Am Mariä Himmelfahrt-Feste, den 15. August 1233, fassten die durch Frömmigkeit und angesehene Lebensstellung ausgezeichneten sieben Edelleute: Bonsilius, Bonajuncta, Mauettus, Amideus, Soste-neus, Hugo und Alexius in der Domkirche zu Florenz den Entschluss, alles zu verlassen und sich ganz der Führung der Himmelskönigin hinzugeben. Aut Feste Mariä Geburt, den 8. September 1233, zogen diese heiligen Männer ihre prachtvollen Kleider aus ttttb legten aschgraue Bußgewänder an, und begannen in einer ärmlichen Hütte nahe der Heiligenkreuzkirche ein gottgeweihtes, in Christo verborgenes Leben zu führen. Am 21. Mai 1234 bestiegen sie den in der Nähe der Stadt Florenz sich erhebenden Senariberg, wo sie in Gebet und in Betrachtung des bitteren Leidens und Sterbens Jesu fünf Jahre zubrachten, bis ihnen am Charfreitage, dein ursprünglichen wahren Schmerzensfreitage Mariä, den 13. April 1240, die glorreiche Himmelskönigin, von Engelscharen umgeben, erschien, sie mit dem Sea-puliere der Diener Mariä — servi Mariae, Serviteti — bekleidete ttttb sprach: „Nehmet hin die Kleidung, welche ihr ttttb eure Nachfolger tragen sollen zur Erinnerung an meine Schmerzen. Als meine Diener, lebend nach der Regel des Hl. Augustinus, werdet ihr die Paline des Sieges im Reiche meines Sohnes erlangen." In der Nacht desselben Charfreitages er-theilte die göttliche Mutter auch dem Bischöfe von Florenz den Auftrag: „Bekleide sie mit den heiligen Gewändern, ans dass sie mir dienen". (II. Mos. 40, 13). Die glorwürdige Königin der Märtyrer hätte Wohl nicht deutlicher kundgeben können, wie viel ihr an der Verehrung ihrer Schmerzen gelegen sei, als dadurch, dass sie einen besonderen Orden ins Leben rief, welchem die pietätvolle Aufgabe zufiel, Mariä i* sieben Schmerzen zu verehren und diese gnadenreiche Andacht in der Kirche eifrig zn Pflegen und zu verbreiten, wie der älteste unter den sieben heiligen Vätern, der Hl. Alexius Falconerius, prophetisch weissagte: „Der Orden wird blühen, solange er festhält an der Aufgabe, wozu er bestimmt ist, die Seelen durch die Andacht zur schmerzhaften Mutter zn Gott zn führen." Die Hl. Juliana Falconieri (t 1341) stiftete den Frauenorden der Servitinnen, die von der Form ihres Kleides auch Mantellaten heißen. Die Mitglieder des Serviten-ordens blieben stets treu ihrem Berufe, indem sie nicht nur selbst in dankbarer Gegenliebe das bittere Leiden und Sterben Jesu und die geheimnisvollen Schmerzen Mariä betrachteten, sondern auch durch geeignete Mittel die Christglänbigen dazu «»hielten und ihnen so eine reiche Quelle wirksamer Gnaden zur Übung guter Werke eröffneten.1 Bald zeigten sich die herrlichsten Früchte der Andacht zur Schmerzenmutter. Diese ganz im Geiste der Kirche gelegene, volkstümliche Andacht 1 Die Servite» besitzen »och heilte in verschiedenen Ländern sehr ansehnliche Kloster. In Steiermark befindet sich ein Servitenklosler zn Frohnleiten; in Kärnten zn Luggau und Kötschach; in Salzburg zn Nattenberg; in Tirol zu Innsbruck, zn Waldrast, zn Bolders und Weißenstein; in Niederösterreich zu Wien, Gutenstei», Jentendorf, Langegg und Schönbüchel; in Böhmen zn Gratzen in der Diöcese Bnd-weis; in Ungarn zn Pest, Erlan und Forchtenau. In Polen gibt es sehr viele Servitinnen-Klöster, wie ein solches auch zu Arco und zu Gratzen existirt. In den jüngsten Tagen veröffentlichte der Serviten-ordens-Pricster P. Bernard Maria Spvrr seines berühmten Ordensgenossen P. Chrysologus Maria Greimbl (f 1804) „Predigten zn Ehren der Schmerzensmutter". I. Bnd. Innsbruck, 1897. X + 566 SS. — II. Bnd. Innsbruck, 1898. IV 4- 502 SS. P. Spörr verfasste auch: „Lebensbilder ans dem Ser- vitenorden". 4 Theile; ferner „Monat der Schmerzens- inutter. Betrachtungen Gebete zn Ehren der ' Schmerzhaften Mutter für den September Monat." Innsbruck, 1898. IX 4- 319 SS. — Einige andere Behelfe für die Ber-ehrer der mater dolorosissima wären »och : Alphons Maria Signori, „Die Herrlichkeiten Mariä". Aus dem italienischen übersetzt von P. Schmöger, C. ss. R. Regensburg, 1872. S. 417—478. — P. Frederick William Faber, „Der Fuß des Kreuzes oder die Schmerzen Mariens." Deutsch bearbeitet von Carl B. Reiching. Regensburg, 1869. — ward ein mächtiges Mittel zur Unterdrückung der Sünden und zur Belebung der Tugenden; sie war eine reichliche Quelle himmlischer Gnaden und Gaben, welche einzelne Marienverehrer, wie auch ganze Gemeinden und Länder oft aus wunderbare Weise erhielten. Zur größeren Verehrung und Verherrlichung der Schmerzenmntter wurden allmählich verschiedene Feste und Andachten eingeführt. Die ans der Kirchenversammlnng von Cöln im Jahre 1423 versammelten Bischöfe führten die Feier des schmerzhaften Freitages ein, indem sie erklärten: „Zur Ehre der heiligen und unbefleckten Jungfrau und Gottesmutter, welche für uns armselige Sünder zu ihrem gekreuzigten Sohne unaufhörlich bittet und fleht, sowie zur Ehre ihrer Bedrängnis und ihres Schmerzes, da unser Erlöser Jesus Christus mit ausgespannten Armen am Altare des Kreuzes für unser Heil sich opfernd seine gebenedeite Mutter dem geliebten Jünger Johannes empfohlen, und vorzüglich wegen der Gottlosigkeit der Husiten, welche die zur Ehre des Gekreuzigten und der glor- P. Ventura, „Die seligste Jungfrau am Fuße des Kreuzes." Regensburg. — Kaltner „Die drei goldenen Samstage oder die Leidensmutter vor, bei und nach dem Tode ihres Sohnes". Regensburg. — P. Georg Freund, „Andachtsbüchlein zur schmerzhaften Mutter Gottes." Betrachtungen und Gebete. Wien, 1892. — I. B. Müller, „Die Schmerze» der Mutter Gottes". Ein Lehr-, Gebet- n. Betrachtungs-Büchlein." Dülmen. M. Perzager, „September, Monat der Schmerzensmutter." Innsbruck. — I. Seltner, „Die schmerzhafte Mutter Gottes." Passau. — Sasse, „Die Schmerzen Mariä in Betrachtungen und Gebeten." Aachen. — P. Willen», „Dieschmerzhafte Mutter." Betrachtungen über die sieben Schmerzen." Benziger. -- Joseph Füßl, „Maria, die schmerzenreiche Mutter, unser Vorbild im Leben." Regensburg, 1864. — P. Moser (Servil), „Dienst der Schmerzen-Mutter." Regel- und Andachtsbnch der Brüder und Schwester» des dritten Ordens der Servite» und der schmerzhaften Erzbruderschast. Innsbruck, 1885. — Dr. Nikolaus Gihr, „Die Sequenzen des römischen Messbuches dogmatisch und ascetisch erklärt. Nebst einer Abhandlung über die Schmerzen Mariä." Freiburg im Breisgau, 1887. (S. 1 —130). — P.Mislei 8. J. „Die Mutter Gottes." Geschildert von den Hl. Vätern und Lehrern der Kirche. Wien, 1866. S. 242—262. — Reinhold Albers, „Blüthenkränze auf die Festtage Gottes und seiner Heiligen". Paderborn, 1894. Fünfter Band. Die niedern Marienfeste. (Das Fest Mariä Mitleiden. S. 40—196). — Franc 8er. Bezjak, „Marija žalostna inati“. V Mariboru, 1887. würdigen Jungfrau geweihten Bilder in boshaftem Frevel zu verbrennen und zu zerstören wagten und noch wagen, verordnen wir, dass das Fest des Gedächtnisses an die Bedrängnis und an die Schmerzen der seligsten Jungfrau Maria von nun an alle Jahre am Freitage nach dem Sonntage Judica gefeiert werden soll." Dieses trostreiche Marienfest, das sich in viele christliche Länder verbreitete, dehnte Papst Benedict XIII. am 22. August 1727 auf die ganze Kirche aus und setzte es auf den Freitag in der Passionswoche fest. Wenngleich dieses Fest kein gebotener Feiertag ist, so ist es doch bei den Gläubigen überaus beliebt. Da sich die Andacht zur schmerzhaften Muttergottes immer größerer Beliebtheit erfreute, weihte die Kirche der Schmerzenmutter einen ganzen Monat, den Herbstmonat September, der zwar nicht so lieblich wie der Mai, aber doch freudenreich ist für Jung und Alt, weil er willkommene Früchte spendet; und so soll auch die Andacht zur Schmerzen-mntter der Seele goldene Gnadensrüchte bringen. Papst Pins IX., frommen Andenkens, bereicherte jeden Tag des September mit 300 Tagen Ablass für alle, die reumüthig und andächtig diese fromme Übung des Monates halten. Papst Leo XIII. verlieh am 27. Jänner 1*88 einen vollkommenen Ablass einmal im September an einem beliebigen Tage allen Gläubigen, welche die Schmerzen der heiligsten Mutter andächtig betrachten, sodann beichten, coin-municieren und nach der Meinung des Papstes beten. Der Hanptgnadcntag des Monates ist aber der dritte Sonntag, das eigentliche Fest der Schmerzensmutter, für welches Seine Heiligkeit Papst Leo XIII. durch das Rescript der Ablasscongregation vom 27. Jänner 1880 unter den gewöhnlichen Bedingungen einen vollkommenen Ablass, auch den armen Seelen zuwendbar, für alle Gläubigen bewilligte, so oft sie eine Kirche, in der die Bruderschaft von den sieben Schmerzen Mariä kanonisch errichtet ist, oder aber ihre Pfarrkirche besuchen und nach der Meinung der heiligen Kirche beten. Mit der außerordentlichen Verbreitung des Servitenordens fand auch die Sieben-Schmerzen-Brnderschaft allenthalben eine sehr große Zahl von Mitgliedern, insbesondere aus den höchsten Ständen. Kaiser Rudolf I. von Habsburg stimmt der Kaiserin, Kaiser Karl IV. mit seiner Gemahlin Anna und später sehr viele Mitglieder des habsbnrgischen Erzhauses, Könige von Portugal, Castilien, Arragonien und Navarra, von Polen und zahllose fürstliche Personen wollten sich mit dem Scapuliere der sieben Schmerzen Mariä bekleiden. Ludwig IX., der Heilige, König von Frankreich, gehörte gleichfalls der später von vielen Päpsten wie Paul V., Urban VIII., Clemens XII., und Leo XIII., durch zahlreiche Gnadenerweise und Ablassverleihnngen ausgezeichneten Bruderschaft an.1 Auch in unserer Lavanter Diöcese bestand die ablassreiche Sieben-Schmerzen-Brnderschaft in vielen Pfarren, tvie z. B. in Sanct Nicolaus bei Luttenberg, in Gonobiz bereits im 13. Jahrhunderte, in Maria-Rast, in der Filiale Sanct Michael bei Roßwein, und später besonders zu Cilli, wo sie nach dem Zeugnisse alter Matriken schon vordem 16. Jahrhunderte eingeführt wurde. Papst Clemens VIII. zeichnete sie in seinem apostolischen Breve vom 10. November 1597 mit großen Ablässen aus. Durch die Unbill der Zeit gerieth diese wunderschöne kirchliche Zierde des alten Celeia in Vergessenheit, bis die altehrwürdige Bruderschaft am 12. Jänner 1865 vom F. B. Lavanter Ordinariate neu bestätigt und wieder eingeführt wurde. Die schöne gothische Mariä-Sieben - Schmerzen - Kapelle in der Stadtpfarrkirche Sanct Daniel zu Cilli war und ist noch die Bruderschafts-Kapelle.^ Möge diese lobwürdige Bruderschaft zu neuer Blüte gelangen und der Familienkreis der gnadenvvllen Schmerzensmutter Maria sich erweitern ! Tröstend wie ein Engel des Friedens ist für jedes Bruderschaft-Mitglied am Sterbebette der Gedanke: Ich gehöre einer frommen christlichen Verbrüderung an, die für meine Seelenruhe das heilige Messopfer darbringen und meiner stetsfort im Gebete gedenken wird. Wie übrigens die schöne, herzbewegende und trostvolle Andacht zur Schmerzen-mutter unseren glänbigfrommen Vorfahren lieb und 1 Franz Beringer: Die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch. Paderborn, 1893. S. 656—661. 2 Urban Dietrich, Stadpfarrkaplan zit Cilli und Bruderschaftsleiter: Neue Satzungen der uralten Bruderschaft Maria 7 Schmerzen zu Cilli. Cilli, 1856. SS. 15. theuer war, beweisen die zahlreichen Heiligthümer, wie Kirchen, Kapellen und Altäre, die zu Ehren der schmerzhaften Mnttergottes errichtet wurden. Erwähnt seien hier nur die liebliche Kirche der Hl. Maria sieben Schmerzen in Hoheneck, in Windisch-Feistriz, am heiligen Berge zu Hörberg, in Sanct Georgen an der Siidbahn, tu Jerusalem bei Frieda«, in Polstrau und am Calvarienberge bei Lembach. Eingedenk dieses anziehenden Beispieles unserer frommen Vorfahren und folgend der eindringlichen Mahnung des gottesfürchtigen Tobias: Mein Sohn, halte deine Mutter in Ehren alle Tage deines Lebens; denn dit soll st g e-denken, welche und wie große Gefahren sie ausgestanden hat um deinetwillen (Tob. 4, 2—4), und beherzigend den weisen Rath des Siraeiden: Vergiss nicht der Schmerzen deiner Mutter (Eccli. 7, 29), wollen wir nun, geliebte Bisthnmskinder, mitsammen die erschrecklichen Wehe und Schmerzen der hochgebenedeiten Jungfrau und Mnttergottes Maria betrachten, damit wir in dieser geheiligten Zeit der Buße und Besserung unsere Sünden, die wahren Ursachen des Leidens Jesu und des Mitleidens Mariä, bereuen und dem verordnet«» Priester aufrichtig beichten, damit wir unsere kindliche Liebe zur schmerzhaften Mutter neu anfachen und uns in diesen „betrübten armseligen Zeiten" zur Beharrlichkeit im Guten und zur Ausdauer in den Betrübnissen und Widerwärtigkeiten des Lebens stärken und stählen. Durch 1 die Verehrung und Lobpreisung der Schmerzen-mntter wollen wir zugleich ihrem göttlichen Sohne Jesus Christus huldigen, wie ja eine Huldignngs-feier für den göttlichen Erlöser des Menschen- ! geschlechtes anlässlich der Wende des Jahrtausendes allenthalben geplant wird. So treten wir denn hin neben das Kreuz zu Maria, mW betrachten wir die Leidensstationen, die sie gewandelt am Kreuzwege, den sie so für alle kommenden Zeiten eröffnet und eingeweiht hat! Stabal mater dolorosa Juxta crucem lacrimosa ! Christi Mutter stand mit Schmerzen Bei dem Kreuz und weint' vom Herzen! Im Herrn geliebte Discesane»! 1t rwägen wir nun die besonderen Umstände, q4- welche Mariä Leid und Weh nicht nur ver-anlassten, sondern auch vermehrten und verstärkten. 1. Der erste Umstand, der die Schmerzen der Mutter Jesu erhöhte und vertiefte, war ihre göttliche Mutterschaft. Es ist ein Fnndamentalsatz der Theologie des hl. Augustinus und aller heiligen Kirchenväter, dass der Schmerz des Mitleidcns und Mitfühlens, weil er eben keinen anderen Beweggrund kennt, als das Leiden der geliebten Person, um so fühlbarer ist, je glühender die Liebe ist b Der Grad und die Größe des Schmerzes richtet sich nach dem Grade und der Größe der Liebe. Uiw nun frage ich euch, Theuerste, ob je eine Liebe reiner, inniger und heiliger war, als die Liebe, womit die jungfräuliche Mutter Maria ihren göttlichen Sohn Jesus Christus liebte? Wie mir ein Kind, dem an Schönheit und Anmuth, an Weisheit und Güte nichts Irdisches, ja sogar nichts Himmlisches verglichen werden kann, geliebt zu werden vermag, so liebte Maria ihren Jesus mit der denkbar zärtlichsten Mutterliebe. Was gibt es aber Mächtigeres als die Mutterliebe? Gott der Herr selbst weiß seine unendliche Barmherzigkeit gegen Israel nicht besser darznftellen. als dass er sie mit der Liebe einer Mutter vergleicht: Kann wohl eine Mutter ihres Kindes vergessen, dass sie sich nicht erbarmte des Sohnes ihres Schoßes? (Is. 49, 15). Nun nach dieser abgrundtiefen Mutterliebe ist zu bemessen die Größe des Schmerzes, den : Maria empfand und litt bei dem Leiden und Sterben ihres geliebten Kindes. Zudem war Maria ihrem Sohne Vater und Mutter, so dass sie ihn liebte mit der Vater- und Mutterliebe zugleich. Wohl klagten und weinten die mildherzigen Mütter von i Tantum neoesse est, urat dolor, quantum haeserat amor. (De civit. Dei bei Jakob Coret S. I., Fasten-predigte» über das bittere Leiden und Sterben Jesn Christi. Regensburg, 1887. S. 314). Jerusalem, die mit ihren Kindleiu auf den Armen dem lieben Heiland auf dem Kreuzwege nachfolgten; aber diese jerusalemischen Bürgerinnen hatten nur Jesum zu verlieren, der ihre Kinder gesegnet und geliebkoset hatte, und der sie jetzt tröstete mit den liebevollen Worten: Ihr Töchter Jerusalems weinet nicht. (Luc. 23, 28). Aber Maria hatte ihren eingeborenen Sohn, und nicht etwa nur einen Wohlthäter und Tröster zu verlieren. Wohl weinten und trauerten die Apostel, wtc Sanet Petrus, aber sie hatten nur das Herz eines Jüngers, eines Freundes und Anhängers; sie hatten jedoch nicht das Herz einer Mutter und einer von hingebendster Liebe erfüllten Mutter, wie es Maria war. Man müsste das Herz eines Seraphs haben, um es zu fühlen, und die Sprache eines Cherubs sprechen, um es sagen zn können, wie innig Maria ihrem Sohne zugethan war. Was das mütterliche Herz Mariä bei den Leiden Jesu litt und duldete, das könntet ihr, christliche Eltern, noch an: besten fühlen und es uns sagen. Welche Klagen und Jammerrnfe erhebet ihr nicht, welcher Grain lagert über eurem Gemüthe, wenn euer Kind sterbenskrank daniederliegt, vielleicht der einzige Sprössling, der Gegenstand eures Wohlgefallens, eurer Freude und Wonne, die einzige Hoffnung eurer Zukunft, das Licht eurer Augen, der Stab und die Stütze eures Alters! Und gesetzt, dieser euer Liebling würde nicht einem ruhigen Tode entgegen gehen, sondern dem schimpflichsten und schmählichsten, würdet ihr da nicht vor Übermaß der Bitterkeit zusammenbrechen und dein Schmerze früher erliegen, als das geliebte Kind seinen Geist ausgibt? Jeder Seufzer des sterbenden Kindes würde euer Herz auf das Tiefste verwunden. Die Hammerschläge, die den Todessarg eures Kindes zuschlössen, wären für euch gleichsam Nägel, die euch durch das Herz getrieben werden. Vom mächtigsten Redner Athens, Demosthenes, berichtet Plutarch, dass er beim Tode seines einzigen Sohnes Thronen vergoß, weshalb er von seinen Freunden der Schwäche beschuldigt wurde. Wie kommt es, dass sich ein Mann von Geistesstärke so sehr der Trauer hingibt, fragten ihn die Stoiker? Diesen gab er zur Antwort: die Liebe eines Vaters hat kein Gesetz! Und seinen Freunden rief er zu: Freunde, ihr wisset nicht, was väterliche Liebe ist! Und Maria, die Mutter der Schmerzen, kann sagen: O meine Lieben, ihr wisset nicht, was mütterliche Liebe ist. Maria sah, wie inan ihr einziges Kind haßte und verfolgte, wie man cs verleumdete, verrieth und verkaufte, es fesselte, geißelte, mit Dornen krönte und endlich kreuzigte. Sie hörte die Hammerschläge, die seinen heiligen Leib mit stumpfen Nägeln an das Holz der Schmach und Schande hefteten, und folgte dem Leichenzuge ihres grausam hingemordeten Sohnes von der Anhöhe Golgothas bis zur Grabesstätte. Wer soll es erfassen und sagen, welch entsetzliches Weh hiebei ihr Mutterherz durchwogte, bedrängte und zusammenpreßte! 2. Des weitern steigerte den Schmerz Mariä die göttliche Sohnschaft des leidenden Jesns. Die Liebe Mariä zn Jesus war nicht bloß die natürliche und erworbene Liebe der Mutter zum Kinde, sondern die jungfräuliche Mutter liebte ihren Sohn mit einer übernatürlichen Liebe, wie sie ihn ans wunderbare Weise vom Heiligen Geiste empfangen hatte, der die wesenhafte Liebe ist und der seine makellose Braut mit allen Schätzen der Gnade und mit allen Gütern der göttlichen Liebe bereicherte. Maria liebte Jesnm mit demüthig anbetender Ehrfurcht als den Sohn des Allerhöchsten, als ihren Schöpfer und Erlöser, als ihren Gott, als ihr Alles. Und von ihrem göttlichen Sohne wurde sie nicht wie von einem sterblichen Menschenkinde geliebt, das die Zärtlichkeit der Mutter treu zu erwiederu sucht, sondern Jesus liebte Maria mit unendlich innigerer, weil göttlicher Liebe und Dankbarkeit. Ja, wer wäre imstande, die süßen und zarten Liebesbande, die eine solche Mutter mit einem solchen Sohne verknüpften, nach Gebür zu würdigen? Wir arme Menschenkinder vermögen dies nicht. Den Schluss können wir zwar ziehen, dass sich nach der Weite, Höhe und Tiefe der Liebe auch das Maß des Schmerzes richtet, aber den Schmerz selbst können wir nicht beschreiben, er ist unbeschreiblich, ihn nicht aussprechen, er ist unaussprechlich, ihn nicht nennen, er ist namenlos. Nur das Buch der Bücher, die vom Heiligen Geiste inspirierte Heilige Schrift, bezeichnet annähernd die Größe dieses Schinerzes, indem sie die Frage stellt: Mit wein soll ich dtch ver- gleichen . . Tochter Jerusalems? Wen soll ich dir ähnlich nennen, um dich zn trösten, Jungfrau? Denn groß wie das Meer ist dein Elend, wer kann dich heilen? (Ihren. 2, 13). Also des Meeres Tiefe, Weite und salzige Bitterkeit bilden nur einen schwachen Vergleich mit der Tiefe, Ausdehnung und Herbheit des Schmerzes, den Maria gelitten und empfunden wegen ihres göttlichen Sohnes. Wie sich alle Flüße und Ströme ins Meer ergießen und es voll füllen, ähnlich ergoßen sich die Leiden und Schmerzen Jesu in das Herz Mariä und durchströmten und durch-wühlten es ganz und gar. 3. Das Maß der Schmerzen Mariä richtete sich ferner nach dem Übermaße der Leiden und Peinen ihres göttlichen Sohnes. Die Passion Jesu Christi war für Maria um so schmerzlicher, je schrecklicher die Qualen waren, die Jesus anszustehen hatte. Die Größe ihres Schmerzes ergibt sich aus der Größe ihres Mitfühlend und Mitleidens mit den entsetzlichen Grausamkeiten, unter denen das Lamm Gottes auf dem Altare des Kreuzes hingeopfert wurde. Theuerste, erwäget vorab, wer waren die Verfolger, Kläger und Peiniger des göttlichen Sohnes Mariä? Es waren Angehörige des anserwählten, so begnadigten Volkes Israel. Und welche Unbilden fügten sie ihrem lang- und vielersehnten Messias zu? Die ergreifenden Charfreitags - Jmproperien oder Vorwürfe Jesu gegenüber dem Judenvolke sagen es uns einigermaßen. Christus hat das Volk Israel liebevoll aufgezogen, und dieses hat seinem Netter das Kreuz bereitet. Er hat es herrlich gekleidet, und er ward durch dessen Wahnsinn seiner Kleider beraubt. Seinetwegen schlug er Ägypten in seiner Erstgeburt, und er ist von ihm gegeißelt worden. Er schmückte es mit königlichem Scepter, und er erhielt von ihm ein Rohr zum Hohn. Er bedeckte die Israeliten mit einer herrlichen Krone, und ihm setzten sie eine Dornenkrone aufs Haupt. Er pflanzte sie als schönsten Weinberg und tränkte sie mit dem Wasser vom Felsenqnell, sie aber reichten ihm Essig zum Tranke dar. Er speiste sie mit Manna und mit dem Marke des Weizens, und sie gaben ihm Galle zur Speise. Er befreite sie vom Tyrannen Pharao, und sie lieferten ihn den Hohenpriestern aus. Er zog in einer Wolkensänle vor ihnen her, ne führten ihn vor des Pilatus Nichterstnhl. Er öffnete vor ihnen das Meer, und sie öffneten mit einer Lanze sein Herz. Er brachte sie mit großer Macht zur Höhe, und sie erhöhten ihn am Kreuze. Die Hände, die das Volk segneten, wurden mit Nägeln durchgraben, und die Füße, die sich nach den verirrten und verlorenen Schästein wund giengen, mit Eisen durchbohrt, das holde Antlitz, in das zu schauen es Engel gelüstet, ward mit Speichel und Blut und Staub bedeckt. Das Auge, das einst Zachäus am Feigenbäume und Petrus am Kohlenfeuer aufgesucht und milde angeblickt, das um Lazarus und Jerusalem bitterlich geweint, war voll geronnenen Blutes. Das göttliche Haupt ward mit stacheligen Dornen gekrönt, deren Spitzen tiefe Wunden rissen, so dass das Blut herabfloß über den zergeißelten und zermarterten Leib. 11 ab dieser Hieng in peinlichster Lage am Kreuze, so dass er sich im fieberhaften Zustande die Stellung nicht verbessern konnte. Die geringste Bewegung verschlimmerte nur noch den Zustand. Und diesen namenlosen Leiden entsprach der theilnahmsvolle Schmerz der Mutter. Indem ich alle anderen Schrecknisse aus der Leidensgeschichte Jesu übergehe und sie eurer stillen Betrachtung, Geliebteste, überlasse, hebe ich nur noch hervor die Scheu, welche die göttliche Mutter ergriffen haben musste, als sie das heilige, mit der göttlichen Person Jesu Christi hypostatisch vereinigte Blut ihres Sohnes klpben sah am Gesteine, am Kreuze, an den Kleidern der Henker, ohne ihnen zu nützen; ja, wie es getreten und mit Erde und Staub vermengt ward, es war Blut von ihrem Blute, es war der Preis der Welterlösnng. Nicht wahr, welche Vorsicht wendet der Priester am Altare an, um das kostbare, hochheilige Blut.nicht zu verschütten; welche Ehrfurcht erweist er de- Xjtit Kelche! Und damals stoß es vom Kre>' boben, und niemand war da, der cs aufgefangen, sorgfältig aufbewahrt und angebetet hätte. Welcher Schauer musste wohl Maria darob ergriffen haben! So steigerte denn die Grausamkeit und Schmach, die Jesus litt, den Schmerz seiner geliebten und liebenden Mutter. Mit Recht bemerkt ein Geistesmann: „Als die Nägel durch die Hände ihres Sohnes drangen, drang ein Todesschmerz in ihr Herz. Als die einzelnen Glieder durchbohrt wurden, wurde sie in ihrem Innern noch mehr verwundet. Als ans den Wunden Blutstropfen rannen, entströmten ihren Augen bittere und blutige Thränen." 4. Den Schmerz Mariä vergrößerte auch die lange Dauer der Leiden. Die Leiden kamen nämlich der heiligsten Jungfrau und Mutter Maria nicht Plötzlich und unerwartet. Die vom heiligen Geiste erleuchtete Königin der Märtyrer kannte sicherlich die Weissagungen über die Leiden und Erniedrigungen des Messias. Sie kannte das Programm des Leidens Jesu, den 21. Psalm, die Prophezeiung des Isaias über den Mann des Schmerzes (ls. 53,2—7), die Vorhersagung des Propheten Zacharias über den Berrath und Verkauf um dreißig Silberlinge (Zach. 11, 12. 13), und jene des großen Propheten Daniel über die Ermordung des Messias. (Dan. 9, 26). Zudem bezeugte ihr Simeon titt Tempel, dass ihr Sohn gesetzt sei zum Falle vieler und als ein Zeichen, dem man widersprechen wird, und dass ein Schtvert des Schmerzes ihre eigene Seele durchdringen werde. (Luc. 2, 34). Maria behielt und erwog, wie der Evangelist zweimal anmerkt, alles in ihrem Herzen, was sie über ihr Kind vernommen hatte, und bewahrte in ihrem Herzen alle Worte, die Jesus zu ihr gesprochen. (Luc. 2, 19 ; 2, 51 ). Von ihm erfuhr sie gewiss die Geheimnisse seiner Leidensgeschichte, da er ja zu wiederholtenmaleit von seinem Leiden sprach. Demnach besaß sie eine so lebendige, so deutliche und ttmfassende Erkenntnis der ganzen Passion ihres Sohnes, wie sie noch niemals einem Heiligen zu theil geworden. Und so war ihr eigenes Leiden ein langes und ein beständig zunehmendes. Je mehr Jesus von Seiten der Feinde Widerspruch und Verfolgung erfuhr, desto tiefer drang und schnitt Simeons Schwert in ihr reines, zart- fühlendes Herz. Wie König David, ihr Ahnherr, so konnte Maria seufzen und beten: Erbarme dich meiner, o Herr; denn ich bin bedrängt: b e trübt i st v o m G ra nt e nt e i n A n g e, nt eine Seele u nd mein Leib. Im Schmerze schwindet mein Leben dahin und meine Jahre im Seufzen. (Ds. 30, 10. 11). Indes, Geliebte tut Herrn, wenden wir uns der eigentlichen Passion Jesu Christi zu, wie schaudervoll waren doch die Tage der großen Marterwoche, zumal der Charfreitag, der bitterste Tag, den je eine Mutter erlebt ! Wer schildert den fürchterlichen Schmerz, der die Seele Mariä dnrchwogte und dnrchtobte, als sich ihr Sohn zum letzten Gange von ihr verabschiedete? Christliche Mutter, wenn dein Kind in die Fremde geht und du nitnmst Abschied von ihm, wie ist dir da ums Herz? Oder gar, dein Sohn zieht in den Krieg. Du kannst wenigstens noch aus seine Rückkehr hoffett. Maria aber wusste, dass ihr Sohn unbedingt dem Tode entgegengehe, und zwar dem schmählichstelt und schmerzlichsten Kreuzestode. Als der Patriarch Jakob seinen jüngsten Sohn Benjamin mit den Brüdern nach Ägypten schicken sollte, sprach er betrübt zu den übrigen Söhnen: Mein Sohn soll nicht mit e n ch h i n a b z i e h e n : w e it n ihm Leid Widers ü hre i in Lande, wohin ihr ziehet, so brächtet ihr m c in e g r a it e it H a are m i t Schmerzen unter die Erde. (Gen. 42, 38). Als der junge Tobias sortzog nach Rages, um bei Gabelus eine alte Schuld einzufordern, stetig Anna, seine Mutter, zu weinen an und sprach zu ihrem Manne: Den Stab unseres Alters hast du genommen und weggesandt von uns. Wäre doch das Geld nie gewesen, um dessen willen du ihn fort gesandt hast! Denn wir waren zufrieden bei unserer Armuth und hielten das für Reichthum, dass wir unseren Sohn sahen. (Tob. 5, 23—25). Als sich auf Befehl des Königs Sattl die beiden Freunde David und Jonathan trennen mussten, k ü ß t e n si e einer den anderen und weinten zusammen, David aber am meisten. (L. Regg. 20, 41). Als sich der Hl. Apostel Paulus von den ältesten der Gemeinde Ephesus in Milet verabschiedete, weinte u 2 alle sehr, fielen Paulus um beit Hals und küßten ihn, am meisten betrübt über das Wort, welches er gesagt hatte, dass sie sein Antlitz nicht mehr sehen würden. (Apostelg. 20, 37. 38). Was ist nun die Liebe des Patriarchen Jakob zu Benjamin, der Mutter Anna zu Tobias, was die Freundschaft des Jonathan gegen David, was die Anhänglichkeit der Ephesier an Paulus, wenn man sie vergleicht mit der heiligen Liebe zwischen Jesus und Maria? Und demnach, wie schmerzlich musste ihr Abschied zu Bethanien gewesen sein! Wie peinvoll war siti' Maria die stille, einsame Trauer! Diese bangen Stuttden, waren sie nicht gleichsam Ewigkeiten? Infolge der innigsten Wechselbeziehung, die zwischen heiligen Personen besteht, schaute im Geiste, empfand und litt Maria, wenn auch körperlich ferne, dennoch alle Unbilden, die ihr geliebter Sohn von der Gefangennahme bis zum Antritte des letzten Ganges ans die Anhöhe von Golgotha erdulden musste. Und als sie sich am Kreuzwege zeigte, um denjenigen zu suchen, den ihre Seele liebte, in welch gräßlichem Zustande traf sie ihr Kind auf seinem Leidenswege zur Nichtstätte inmitten der wüthenden Notte? Welch ein langer Gang war dieser Kreuzgang auf Calvaria. Und battìi die entsetzliche Qual des Sohnes am Kreuze und der Mutter unter dem Kreuze. Jene drei Sttttt-den auf Calvaria, in denen der göttliche Dulder am Kreuze Hieng, waren sie nicht Stunden von endloser Dauer für das Mutterherz der erhabenen Dulderin? O endloses Leid und Weh, den Sohn leiden sehen und seine Leiden nicht abkürzen können! Mit vollstem Rechte wendet die Kirche ans Maria, die Schmerzenmutter, den Klageruf, den einst der große Prophet Jeremias, auf den Trümmern seines geliebten Jerusalem sitzend und mit Wehmitth der grauenvollen Verwüstung der heiligen Stadt gedenkend, weinend erhob, so dass es wiederhallte in der Ode: O ihr alle, die ihr da vorübergehet am Wege, neh in et es wa h r und s e h e t, o b e i it (Schmerz gleich sei nt eine m S eh m e r z e. Attendite et videte, si est dolor sicut dolor meus. (Thren. 1, 12). 5. Die Schmerzen Mariä nahmen sodann zu mit der Verlassenheit, in der Jesus die entsetzlichsten Qualen zu bestehen hatte. Das Gefühl der Verlassenheit musste auf den lieben Heiland furchtbar schmerzlich eingewirkt haben. Maria ist aber ihrem göttlichen Sohne in Allem ähnlich geworden, ähnlich in der Reinheit von Sünden, ähnlich in der Er-dnldnng von Schmerz und Leid und ähnlich auch in dem Gefühle der Verlassenheit. Kaum war der gute Hirt geschlagen, so zerstreute sich die furchtsame Herde. Jesus wird gefangen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt, zum Tode verurtheilt, er trägt das schwere Kreuz und hängt an demselben, aber seine Freunde und einstigen Begleiter sind nicht da, um ihn und seine tiefbetrübte Mutter zu trösten, um mit ihnen den guälenden Schmerz zu theilen. Wo ist der feuerige Petrus, der kurz zuvor feierlich erklärt hatte, er sei bereit, mit seinem Herrn und Meister in den Kerker, ja auch in den Tod zu gehen? Er ist geflüchtet, und beweint in irgend einem Verstecke die dreimalige Verleugnung seines göttlichen Lehrmeisters. Wo sind die beiden Söhne des Zebedäus, die auf die Frage des Herrn, ob sie den Leidenskelch zu trinken vermögen, so zuversichtlich antworteten: Possumus, wir vermögen es? Sie sind geflohen, und nur Johannes besann sich nachher und trat hin unter das Kreuz. Wo ist jener Apostel, der damals, als die Jünger ans Furcht vor den Nachstellungen der Juden den Herrn ab-zuhalten suchten, von Galiläa nach Bethanien zurück-zukehren, um seinen Freund Lazarus zu erwecken, in seinem Eifer und seiner Liebe zu Jesus ansrief: Lasset uns a n ch mit i h m g e h c n n n d mit ihm sterben? (Joan. 11, 16). Nun gieng er nicht mit seinem Meister auf Golgotha, sondern wandelte abseits gelegene Wege und verlor beinahe auch noch seinen Glauben. — Ja, die zu Säulen der Kirche bestimmt waren, sie wankten und fielen. Maria allein, die ans Thabor nicht war, folgte dem verlassenen Heilande auf Golgotha und stand im bittersten Schmerze, aber im unerschütterlichen Glauben unter dem Kreuze. Stabat mater iuxta crucem. (Joan. 19, 25). Indes nicht genug, dass den leidenden Heiland seine besten Freunde und treuesten Jünger verlassen, selbst sein himmlischer Vater überlässt ihn so sehr bcm furchtbar schmerzlichen Gefühle der Verein-samung und Trostlosigkeit, dass er in seiner Herzensangst und Beklommenheit den Wehruf ausstieß: M ein G o t t, in ein Got t, w a r u m h a st b u ut i ch V erlasse n ! (Matth. 27, 46). So erschütternd wirkte dieser laute Schmerzensschrei, dass ihn die heiligen Berichterstatter auch in der damals üblichen Landessprache, in welcher ihn der Herr sprach, aufzeichneten : Eli, Eli, lamma sabaeihani. (Matih. 27, 46; Marc. 15, 34). Was musste bei diesem Mark und Bein durchdringenden Klagerufe die göttliche Mutter für innere Leiden fühlen, ohne sich oder ihrem lieben Kinde die masslosen Leiden nur eilt kleinwenig lindern zu können? Denn heute kann jede betrübte und bedrängte Seele im herben Schmerze den Blick auf den gekreuzigten Heiland richten, woraus ihr ein unendlich süßer Trost und erhebender Leidensmnth entsteht. Aber gerade dieser Umstand, der betrübte Seelen im Leiden ausrichtet, war für Maria die Ursache neuen Schmerzes, erdrückte sie schwer und beugte sie tief. Denn der am Kreuze Hängende war es ja. um den sie sich so unendlich grämte, und das Mitleid, das sie hinwiederum von ihrem Sohne erfuhr, konnte wieder- um- ihr teilnahmsvolles Herz bedrängen, aber nicht erquicken. Welcher Mensch soll hier nicht weinen, Wenn er schaut in solchen Peinen Christi Mutter und im Hohn? Wer von Mitleid nicht vergehen Und die Mutter Gottes sehen, Wie sie litt mit ihrem Sohn? 6. Den ohnehin schon wie das Meer bitteren Schmerz der göttlichen Jungfrau und Mutter-Maria vermehrte noch die Unschuld ihres göttlichen Sohnes. Unmeßbar tief dringt der Schmerz in das Herz, wenn die verleumdete und verkannte Unschuld verfolgt wird, wenn sie den Feinden zum Hohn und Spott dienen muss und schließlich ganz unterliegt. Nicht wahr, meine Lieben, wenn sonst ein Kind stirbt oder gewaltsamen Tod erleidet, so kann es noch immer Beweggründe des Trostes und der Beruhigung für die Eltern geben? Der Sohn, den sie verlieren, konnte Mängel gehabt haben; er konnte ungehorsam und treulos gewesen sein; erkennte ohne Tugend und ohne wahres Verdienst gewesen feilt und konnte den Tod nur als Lohn für seinen üblen und ägerlichen Lebenswandel erlitten haben. Aber der Schmerz der Eltern würde den höchsten Grad der Heftigkeit erreichen, ihrer Wehklagen und Seufzer wäre kein Ende, wenn Natur und Gnade ihr Höchstes gethan hätten, mit den Sohn zu einem vollkommenen Menschen, zum Vorbild eines guten, braven, tugendhaften Kindes zu machen, so dass sein Tod der Tod eines Unschuldigen, eines Gerechten, eines Heiligen wäre. Und was erst dann, wenn der völlig Unschuldige, schmachvoll verleumdet und verrathen, unter Schimpf und Spott seine reine, makellose Seele aushattchett müsste? Das alles und noch anderes trifft bei Jesus, dem Sohne Mariä zu. Er blutet nicht nur ungerecht und unschuldig am Kreuze, er wird in seinen grimmigen Leiden noch gelästert. Und Maria, seine heiligste Mutter, musste die Lästerworte mitanhören, ohne sie abwehren und zurtickweisen zu können. Wie tief musste diese höllische Bosheit das reinste und zarteste Herz Mariä verwundet haben! Die aber v o r ü b e r g i e n g e tt — sie thaten es absichtlich, praetereuntes — lästerten ihn tt it b schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: V a h, d e r d tt den Tempel Gottes zerstörst ttitb ihn in drei Tagen wieder a n s b a tt c st, hilf b t r selbst, w e it it du der Sohn Gottes bi st, steige herab vom Kreuze. Gleicherweise spotteten feilt auch die Hohenpriester s a in ntt de tt Schriftgelehrt e tt und Älteste tt ititb sprachen: Anderen hat er geholfen, sich s e l b st kann er nicht helfen. Ist e r K ö n i g von Israel, so steige er nun herab vom Kreuze, und wir wollen an ihn glauben. Er hat ans Gott vertrant, der erlöse thtt ttttit, wenn er ein Wohlgefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn (Matth. 27, 39—43). Es verspotteten ihn aber auch die Soldaten; sie traten hin, r e i ch t e n i h m E s s i g n n d s p r a ch e tt : Bi st du der König der Inden, so hilf dir. Ja, sogar einer von den llbelthätern, die da h ie n g e n, lästerte ihn und sprach: W e n n bit der Christus bist, so h i l s d i r s e l b st u n d uns. (Luc. ‘23, 36. 37. 39). So gewährte man dem lieben Heiland auch in der Todesstunde keine Ruhe, die man doch dem größten Bösewicht in den letzten Zügen gönnt. Und wenn die anwesenden Kinder ihre Väter oder Mütter fragten, mit ihren Händen ans den Gekreuzigten hindeutend, wer doch dieser zwischen den zwei Mördern Hängende sei, erhielten sie wohl zur Antwort: er sei der größte Missethäter. O, wie musste dies das mütterliche Herz Mariä durchschnitten haben! Wie ward die liebenswürdige Mutter so schwer, so hart geprüft. In Nazareth verkündete ihr der Engel, dass Gott der Herr ihremSohne den Th r o it seines Vaters David geben und er Herr# s ch e n ir i rd im Hause Jakobs e w i g l i ch (Luc. 1, 32), und nun sieht sie diesen ihren Sohn wie einen Wurm zertreten, seiner Feinde Spott, am Kreuze erhöht und verhöhnt, von Himmel und Erde verlassen. Musste dieser Anblick des unschuldig hiii-gemordeten Kindes nicht ivie ein scharfgeschliffenes Schwert das Mntterherz Mariä durchbohren? 7. Geliebte im Herrn! Noch eine Schneide des Schmerzensschivertes in dem verwundeten Herzen Mariä wollen wir betrachten, mit noch mehr das Meer ihrer Leiden zu erschöpfen: es ist ihre nnmittel-bare Gegenwart beim Martertode des innig geliebten Sohnes. Der Eindruck von Freud und Leid wird in uns erhöht, wenn der Gegenstand der Freude oder der Trauer unseren Sinnen nahe gerückt wird. Solange nämlich unsere Seele im sterblichen Leibe wohnt, ist sie von den äußeren Organen als ihren Werkzeugen abhängig. Durch diese werden die verschiedenen Zustände und Stimmungen in ihr geweckt und belebt. Darum wird die Lebhaftigkeit der Freude oder die Bitterkeit des Schmerzes um so größer, je näher der Gegenstand der Freude oder des Schmerzes den äußeren Sinnen gebracht wird. Unter diesen ist es aber vornehmlich das Auge, das die Eindrücke des gegenwärtigen Zustandes der Seele leicht und vollständig zuführt, weshalb denn auch unter allen Ein- drücken, welche durch die äußeren Sinne ans unser Inneres gewirkt werden, jene die regsten und mächtigsten sind, die durch den Gesichtssinn erfolgen. Als Hagar ihren Sohn Ismael in der Wüste vor Durst verschmachten sah, legte sie den Knaben unter eilten der Bäume und gieng fort, und setzte sich gegenüber von Ferne und rief vor Schmerz: Ich kann den Knaben nicht sterben sehen. (Gen. ‘21, 16). Als man dem Patriarchen Jakob den blutbefleckten Nock seines Lieblingssohnes Joseph zeigte, zerriß er feilte Kleiber u nd zog e i it T r a it e r-kle id an und b e w einte sei n e n S o h n .. e r wollte sich nicht trösten lasse it n nd s p r a ch : Hinab zu meinem Sohn ins Todt eure ich will ich trauernd gehen. (Gen. 37, 33. 35). Mit Abscheu wenden sich die Leser der Heiligen Schrift ab vom Könige Babylons, Nabuchodonosor, der die Söhne des israelitischen Königs Sedeeias vor den Augen dieses unglücklichen Fürsten tödten ließ; denn das hieß, den Vater oftmal den Tod kosten lassen, ehevor er selber starb. (IV. llegg. 25, 7). Der Hl. Augustinus steht nicht an, zu behaupten, dass die Mutter der Machabäer ein siebenfaches Martyrium erlitten vor dem eigenen, da sie Zeugin war der grauenvollen Todesgualen ihrer sieben Söhne. Dante Alighieri erzählt in seiner Divina Commedia, dass Graf Ugolino mit vier Kindern eingekerkert war. Die Söhne starben des Hungertodes und ihr Vater eines mehrfachen Hungertodes. 1 Als ich tut Jahre 1878 zu Sarajevo einen edlen und frommen Priester ersuchte, er möge mit mir die schwerverwundeten Soldaten im Feldspitale besuchen, erklärte er, von so weichem Gemüthe zu sein, dass er Wunden ohne die tiefste Bestürzung gar nicht sehen könne. Gewiss, es gibt zarte Seelen, die einen Menschen nicht sterben sehen können; sie müssen sich entfernen. Es gibt Mütter, die das Röcheln ihres sterbenden Kindes nicht hören, dem Schließen des Sarges oder 1 Karl Streckfuß, Dante Alighieri's Göttliche Komödie. Leipzig. Hölle 33, 38-75. S. 188-190. Über die poetische Darstellung dieser geschichtlichen Thatsache bemerkt Goethe, dass sie zum Höchsten gehöre, was die Dichtung aller Zeiten hervorgebracht hat. des Grabes des verstorbenen Kindes nicht Zusehen können, ohne selbst von Todeskrämpfen befallen zu werden. Als der berühmte englische Staatskanzler Thomas Morus, wegen seines katholischen Glaubensbekenntnisses zum Tode vernrtheilt, zur Nichtstätte geführt wurde, entriß sich seine Tochter Margaretha den Händen ihrer Freundinnen und eilte, in Schmerz aufgelöst, durch die Straßen und Gassen Londons und kam noch rechtzeitig am Nichtplatze an, wo sie den geliebten Bater umarmte und mit dem Rufe: Vater, mein Vater, wie todt zu Boden sank. Nun, Geliebteste im Herrn, Maria stand unter dem Kreuze und sah den geliebten Sohn alles leiden, was die Grausamkeit der Menschen im Vereine mit der Bosheit der Hölle nur immer ersinnen konnte. Musste das nicht alles menschliche Gefühl und alle menschliche Einsicht übersteigen, was Maria über das namenlose Leiden ihres göttlichen Sohnes im Herzen initsühlte und litt? Sie wäre vor Gram gestorben, wenn sie die Gnade Gottes und der feste Glaube und die frohe Hoffnung an die baldige Auferstehung nicht gestärkt und ans,gewichtet hätten. Behauptet doch der hl. Anselmus: Die Schmerzen Mariä s e i e it s v gro ß gewesen, dass sie h i n g e r e i ch t hätten, sie jeden Augenblick zu tobten, wenn s i e Gott nicht d u r ch e in besonderes W uit de r a nt Leben e r halt e n h ä t t e.1 Heilige Mutter, drücke deines Sohnes Wunden Unseren Seelen mächtig ein! -X- * * 1 Außer den schon obgenannten Werken sei hier besonders erwähnt das ebenfalls verwertete Buch: Simon Knoll, „Leiden und Freuden der jungfräulichen Gottesmutter Maria". Donanwörth, 1877. (II. Theil. Die sieben Schmerzen Mariä. S. 133—250). — Ferner: „Bibliothek für innerliche Seelen". Fünfter Theil: Der Schild der Kinder Mariens oder Belehrungen über das Vertrauen zur heiligen Jungfrau und ihren vier Scapnlieren. Schaffhansen, 1882. (S. 127—160). — P. Caroli Gregorii Rosignolio 8. J, „Pietatis obsequia“. Graccii, 1738. (S. 91—108). — Hermann Koneberg, „Gebetbuch zur besonderen Verehrung der schmerzhaften Mutter Gottes". — Vincenz Lvdler, „Die schmerzhafte Mutter". In Betrachtungen dargestellt. Graz, 1899. Im Herrn geliebte Discesane»! dem Gesagten könnet ihr euch wenigstens in rrjV großen Umrissen ein Bild der schmerzhaften Mutter Gottes entwerfen und erkennen, dass die wunderbarliche Mutter mit Recht als Königin der Märtyrer verehrt und angerufen wird. Was der große Prophet Isaias von Jerusalem sagt, gilt von Maria: Coronans coronabit le tribu- latione. Mit einer Krone von Trübsal wird er dich krönen. (Is. 22, 18). Da die rothe Rose wegen ihrer Blntfarbe als Blume der Blutzeugen bezeichnet wird, begrüßt die Kirche die schmerzhafte Mutter als Erstlingsrose der Märtyrer. Ave princeps generosa rnartyrumque prima rosa. (Achtes Responsorium am 3. Septembersonntage). In der Communion der heiligen Messe preist sie Maria glücklich tun ihres Martyriums willen. Felices sensus beatae Mariae Virginis, qui sine morie meruerunt martyrii palmam sub cruce Domini. Das Martyrium der göttlichen Mutter war zwar kein blutiges, sondern ein unblutiges, innerliches, geistiges; es übertraf aber nach der Lehre der Hl. Kirchenväter alle Martern der wahren Märtyrer. Ich sa g e it o ch zu wenig, schreibt der Hl. Jldephonsns, wenn ich b e h a it p t e : M aria hat bei m Leid e tt ihres Sohnes s o bittere Schm e r zeit ert r a g e tt, dass die P einen aller M ä r t y r e r z tt s a nt m e tt sie nicht erreichen. Der Hl. Bernard feiert die Schmerzenskönigin als M ä r t y r i tt der Seele it a ch und fügt hinzu, dass sie nt e h r a l s M ä r t yr i tt sei. Sie erlitt ein zweifaches Martyrium: durch Theil-ttohme am Leiden ihres Sohnes, sowie durch ein Leben beständiger Sühne und Abtödtung.1 Waswnnder, wenn seit jeher die gewaltigen Schmerzen Mariä die innigste Theilnahme der katholischen Christen erregten und mit frommer, zarter Andacht verehrt wurden, wie ich dies schon in der Einleitung ausgesührt habe? Aus Mitleid, Verehrung und Liebe zur Schmerzenssürstin bauten christliche Baumeister herrliche Dome, Kirchen, Kapellen und Altäre. Christliche Dichter weihten ihre Kräfte der 1 Serin, de duodecim stellis. 2. Noct. des heiligen Officiums an den beiden Festen der Sieben Schmerzen Mariä. Verherrlichung der glorwürdigeu mater dolorosa. Einer der ersten Rechtsgelehrten von Bologna, Ja-copone da Todi (f 1806), sang zur Ehre der schmerzhaften Mutter das schönste Lied des Mittelalters: Stabat mater, das ein Palestrina, ein Orlandns de Lassus, ein Pergolese, ein Mozart, Haydn, Bach, Liszt, Witt, Antoniu Dvorak und andere Tönemeister würdig zu singen versuchten.1 Taufende aber beten es mit der heil. Kirche, besonders seitdem Papst Innocenz XI. durch das Breve vom 1. September 1681 einen Ablass von hundert Tagen siir dessen andächtige Recitativi: verlieh, welchen Gnadenerweis Papst Pins IX. durch Rescript vom 18. Juni 1876 bestätigte. Auch der größte Minnesänger des 12. Jahr-hundertes, Walter von der Vogelweide, besang mit unnachahmlicher Zartheit die Todesschmerzen Mariä.2 Wie frommgläubige Dichter, so nahmen sich auch viele Maler und Bildhauer das Bild der Schmerzenmutter zum Gegenstände ihrer herrlichsten Schöpfungen, und schufen wahre Meisterwerke. Eine vollendet schöne Statue der mater dolorosa befindet 1 Stabat mater. Der Dichter, die Übersetzungen und Melodien desselben. Von Wilhelm Bäumker im „Cäeilien-Kalender" für das Jahr 1883. Redigiert von Fr. X. Haberl. S. 59 — 66. — Lexicon der kirchliche» Tonkunst voi» P. Ittto Kornmüller 0. 8. B. 11. An fl. I. Thcil. S. 272. Artikel : Sequenz Nr. 5. 2 In Goethe's Faust gehört die Stelle im ersten Theile über die mater dolorosa zu dem Schon sten, was Goethe gedichtet. Ergreifend ist der Klagesang einer Büßerin vor dem Andachtsbilde der Schmerzeninntter. Ach neige, Du Schmerzcnreichc, Dein Antlitz gnädig meiner Nvth! Das Schwert im Herzen, Mit tausend Schmerzen Blickst du ans zu deines Sohnes Tod. Zum Vater blickst du, Und Seufzer schickst du Hinauf um sein' und deine Noch. Hilf, rette mich von Schmach und Tod! Ach neige, Du Schmerzenreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Nvth! (Goethe's sämmtliche Werke. Stuttgart und Tübingen, 1851. XI. Band. S. 141. 142). sich auf dem Calvarienberge in Jerusalem.1 Berühmt ist unter anderen die Pietà oder das sogenannte Vesperbild von Michelangelo im Petersdom zn Rom, des Caravaggio in der vaticanischen Pinakothek zu Rom,2 des Cimabue in der Kirche des hl. Franciscns zu Assisi, des Giotto in der Kapelle dell’ Arena zn Padua, des Fiesole zu San Marco in Florenz. des Perugino und des Bartolomeo in Florenz.3 Der Altmeister Wilhelm Achtermann stellte das Leiden der gebenedeiten Mutter Maria in der unvergleichlichen Pietà in Münster in der lieblichsten und ergreifendsten Weise dar. Nach der berühmten Darstellung der Schmerzeninntter vom Professor Trenkwald hält Maria ihren göttlichen Sohn auf dem Schöße. Der ewige Gottessohn hat ausgelitten, doch die Mutter leidet fort in unsäglicher Pein. Man findet vor diesem Bilde Gottvertrauen, Standhaftigkeit und süßen Trost in der Trauer. Ergreifende Vesperbilder besitzen gar viele Kirchen, Kapellen und Oratorien. In der Pfarrkirche zn Heidingsfeld wird sorgfältig gehütet die Pietà von Tillnrann Riemenschneider. In der von den Resurrectionisten renovierten Gardenkirche zu Wien am Rennwege befindet sich auf dem Seitenaltare die Perle dieser Kirche, ein hohes Meisterwerk aus der besten Zeit der italienischen Malerei : die schmerzensreiche Mutter Gottes. Der Künstler verstand es, dieses hohe Ideal eines im Willen Gottes verklärten Schmerzes zn verwirklichen. Theuerste im Herrn! Ich kann mich über die heilsamen Empfindungen, die ihr bei der Lesung meines Hirtenschreibens über die Schmerzenmutter empfangen, nicht täuschen. Es würde eine Verunehrung dieser Gefühle sein, wenn ich nun aus den: Vorgebrachten allerlei Nutzanwendungen ziehen wollte. Eure vom innigen Mitleid über die gramersüllte 1 Erste allgemeine österreichische Pilgerfahrt ins Heilige Land. Wien, 1898. S. 110 und 111. 2 Die katholische Kirche unserer Zeit und ihre Diener in Wort und Bild. Herausgegeben von der Leo-Gesellschaft in Wien. 15. Heft. S. 359. :l Heinrich Detzel, Christliche Ikonographie. Freiburg im Breisgau, 1894. I. Band. S. 431 ff. unter Nr. 4. Die Be-i Meinung des Leichnams Jesu. (Die sogenannten Pietst-Bilder). Mutter durchdrungenen Herzen haben solche bereits 1 gezogen. Nur einige oberhirtliche Lehren und väterliche Mahnungen will ich nicht stillschweigend übergehen. Zum ersten frage ich euch, warum litt Maria, Jesu und unsere Mutter, soviel? Aus Liebe zu Jesus ihrem Erlöser und zu uns ihren erlösten Kindern. Leiden auch wir aus Liebe zu Jesus und zu Maria geduldig und gottergeben! Betrachten wir eifrig in dieser heiligen Zeit des Fastens, des Gebetes und der Abtödtnng die unseren Geist und unser Herz so mächtig erhebende Passion Jesu und Eompassion Mariä. Erforschen wir hiebei genau unser Gewissen, mtd beichten wir renuüithig unsere Sünden, die das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi und das schmerzliche Mitleiden seiner heiligsten Mutter veranlasst haben. Zum zweiten wollen wir uns in den Trüb- und Drangsalen des Lebens an dem Gedanken aufrichten, dass es keinen Schmerz und keinen Verlust gibt, welchen wir erdulden, der jenem der göttlichen Mutter-gleichen könnte. Wenn du auch, mein lieber Christ, dein hoffnungsvolles Kind, den innigst geliebten Sohn oder die eben aufgeblühte Tochter, sterben sehen solltest und dein Herz vor Jammer brechen sollte, so schaue auf Maria hin; wo ist ein Schmerz dem ihrigen gleich? Der Knecht und die Magd sollen und wollen es aber doch nicht besser haben als der Meister und die Frau! Opfere dich willig, ohne zu fragen und zu wissen, warum, wozu? Genug, dass du weißt, dass derjenige deinen Sohn oder deine Tochter abberief, der seinen eingeborenen Sohn martern und am Kreuze sterben ließ. Erkenne daraus, dass du, lieber Christ, nicht fordern darfst, ohne Leiden, ohne Betrübnisse und Bekümmernisse zu sein. Es liegt schon in deiner Natur und in deiner übernatürlichen Bestimmung, dass du von außen und von innen zu leiden hast. Die Israeliten gelangten ans Ägypten nur durch die Wüste ins gelobte Land, und der Christ gelangt aus diesem Thränenthale nur über Golgotha und den Ölberg ins Paradies. Vom Kreuze zur Krone! Zur Zeit des Kaisers Antonin lebte in Rom etite adelige Matrone, Felicitas mit Namen, mit ihren sieben Söhnen glücklich im Glauben an Jesus Christus und in der Ubttttg jeglicher Tugend. Als sie und ihre Kinder als Christen angeklagt wurden, forderte sie der Stadtpräfect Publius im Namen des Kaisers auf, den Götzen zu opfern. Standhaft wies die edle Mutter das Ansinnen zurück für sich und ihre sieben Söhne. Sie erlebte die heilige Freude, dass alle ihre Kinder den christlichen Glauben mnthig vor den Richtern bekannten, obzwar sie diesen Hdreit-inuth durch den Martertod büßen mussten. Sie giengen in denselben unter Jubelgesang. Zuletzt wurde auch die Mutter hingerichtet, so dass sie die Todespein siebenmal erleiden musste, da sie alle ihre Söhne sterben sah. Sehet da eine würdige Schülerin Jesu und eine gelehrige Tochter der Schmerzenmntter Maria. Dieses erhabene Beispiel diene auch euch, Geliebteste, zur treuen Nachahmung. Sieben Kinder des ' Herzens sollet auch ihr vor euren Augen in dieser Heilszeit sterben sehen, die sieben Haupt- oder Todsünden. Bekämpfet im festen Vertrauen auf die Hilfe der jungfräulichen Mnttergottes Maria eure Lieblingssünde, schlaget dieser das Haupt ab, und die übrigen Fehler und Schwachheiten werden leicht überwältigt werden. Wenig hat die heilige Fastenzeit zu bedeuten, so ihr am Ende derselben nicht besser geworden seid, als ihr am Anfänge wäret. Den tapferen Befehlshaber zur See, Li ladani (L’isle Adam) Großmeister der Malteser, sah man im Jahre 1522 nach dein Verluste der Insel Rhodns mit dem Reste seiner Flotte in Messina landen. Eine einzige Flagge wehte noch von seinem Schiffe, aus der die schmerzenreiche Jungfrau, unter dem Kreuze sitzend, abgebildet war mit der Umschrift: In jeder Trübsal und Noth unse r e H o f s-11 n it g! Auch unser Erdenleben gleicht einer Schifffahrt. Wenn nun die Wellen und Wogen des Unglückes uns umdräuen, wenn unsere Lieben dahinsterben oder uns verlassen, wenn harte Proben und herbe Prüfungen und bittere Zweifel uns heimsucheu, so schiffen wir im Sturme der Leiden ganz sicher und ruhig zwischen Felsenrissen und Klippen, wenn jene Flagge vor unseren Augen weht, wenn wir zur stella maris, zu unserer lieben Frau und Leidens-mutter Maria mit kindlichem Vertrauen emporblicken. Maria ist ja nach dein schönen Aussprnche des Hl. Bischofes Epiphanins d a s A n g e, das uns e r Elend sieht, das Herz, das mit nns Mitleid fühlt, die Hand, die helfend sich nach uns ausstreckt. So verehret denn die glorreiche Schmcrzen-mutter und vertrauet auf ihren mütterlichen Schutz vorab ihr Priester des Herrn! Einst verletzten die Hohenpriester das heiligste Herz der leidensvollen Mutter durch ihren Hass gegen Jesus, der ihre Fehler gerügt hatte, und durch die Nachstellungen, die sie ihm bereiteten. Wir aber wollen durch gewissenhafte Erfüllung unseres hehren und heiligen Amtes, durch innige Liebe zu Jesus und zu allen unserer Hirtensorgfalt anvertrauten unsterblichen Seelen der göttlichen Mutter Freude bereiten. Maria ist besonders Mutter der Priester. Ihr Sohn übergab sie ja einem Apostel in die Obhut. Und sie tröstete die verzagten Apostel und weilte in ihrer Mitte, als sie die Gewissheit von der Auferstehung des Heilandes erhielten und als der Heilige Geist seine Gnadensülle über sie ergoß. Wie Maria bei der ersten christlichen Gemeinde sichtbar weilte, so weilt sie unsichtbar in der heiligen Kirche, deren Diener sie besonders liebt, als Stellvertreter ihres Sohnes des ewigen Hohenpriesters, und unterstützt sie durch ihre mächtigen Fürbitten. Stehen wir darum muthig mit Maria unter dem Kreuze Christi und ertragen wir mit christlichem Gleichmnthe die Mühen und Beschwerden unseres hochheiligen Berufes, lvie die Apostel, welche sich freuten, um des Namens Jesu willen Schmach und Verfolgung zu leiden. Juxta crnccm tccuni stare Et 110s tibi sociare In planctu, percupimus. Liebet und ahmet nach die schmerzhafte Mutter ihr christliche Eltern ! Ans euren Armen ruht die Hoffnung der Zukunft. Ihr ernähret das junge Geschlecht mit dem täglichen Brote, stärket es auch mit der Milch des Christenthums aus gläubigfrommen Herzen. Was ihr den Kindern von Jesus und Maria einpräget, das wurzelt tief; mag auch der Sturm der Welt später darüber toben, zur rechten Zeit wird es doch wieder keimen, blühen und des Heiles Frucht I tragen. Erziehet eure Kinder für Gott itttb nicht für die Welt, damit sie immerdar seien und bleiben auserlesene Kinder Gottes und Mariä. llnd ihr christliche Kinder, verehret und liebet aus ganzem Herzen eure himmlische Mutter! Befolget die heilsame Mahnung, die Vater Tobias am Sterbebette seinem Sohne dem jungen Tobias -er-theilte, indem er sprach: Höre, mein Sohn, die Worte meines Mundes und lege sie wie eine G r n n d s e st e in dein Herz: Halte deine Mutter in Ehren alle Tage des Lebens; denn du sollst gedenken, welche und wie große Gefahren sie a n s g e st a n d e n u m deinetwillen . . . Habe Gott alle Tage deines Lebens in deinem H e r z e n n n d h ü t e dich, je in eine Sünde zu willigen und die Gebote des Herrn außer Acht z u lassen . . . Hüte dich vor aller U n k e u s ch-heit n it b lass die Hoffart niemals in deinem Sinne oder in dei it e it Wort e it h e r r s ch e n ; denn alles Verderbe tt ha t i n derselben s c t it c it A n fang g e n v nt m e n . . . Lobe Gott zu aller Zeit und bitte ihn, dass er deine Wege leite. (Tob. 4, 2—4. (>. 13. 14. 20). Verherrlichet die Schmerzenkönigin durch Wort und That ihr christliche Männer; denn euch hat Jesus das Beste gegeben, was er gehabt: Maria, als sie unter dem Kreuze stand! Liebet und preiset ihr christliche Jünglinge und Jungfrauen die Lilie der Keuschheit und die Rose der Märtyrer, und ihr werdet zeitlich glücklich sein und ewig selig werden! Erweiset euch, ihr gottgeweihte Klosterbewohner, als innige Verehrer der allerreinsten, ärmsten und schmerzhaftesten Mutter durch genaueste Beobachtung des feierlich abgelegten Gelübdes der Keuschheit, der Armuth und des Gehorsames. Maria, die demüthige Magd des Herrn und die Königin der Jungfrauen, wird im Himmel euer stets gedenken und für euch bei ihrem göttlichen Sohne bitten und sürsprechen. Fliehet unter den Schutz und Schirm der Schmerzenmutter ihr Arme und Verlassene, und lernet von der weisesten Jungfrau, in der Arntnth und Noth sich Gott anfzuopsern. Das Kreuz ist immer bereit und erwartet den Christen überall. Er kann ihm nicht entfliehen, wohin er auch sich flüchten mag. Trägt er es gerne, so wird es auch ihn tragen dahin, wo alles Leiden endet. Trägt er es unwillig, so belastet es ihn itvch mehr, und gleichwohl muss er aushalten. Wirst er das eine Kreuz ab, so wird er bald ein schwereres finden. Er kann dem nicht aus-weichen, was kein Sterblicher vermeiden kann. Welcher Heilige auf der Welt war ohne Kreuz und Leiden? Das ganze Leben Jesu und Mariä war Kreuz mtb Märtyrthum; darum sei auch jeder bereit als guter mtb getreuer Knecht das Kreuz des Herrn und seiner geknebelten Mutter heldenmüthig zu tragen.1 Selig, die in diesem Thale der Zähren mit Jesu und Maria trauern und weinen ; denn sie werden getröstet werden! Ehret insbesondere ihr Sünder die Mutter der Schuterzen dadurch, dass ihr eure Sünden bereuet, beichtet und dann immer fliehet. Wenn nach der Lehre des Hl. Paulus (Hel)r. 0, 6) Christus durch jede schwere Siinde abermals gekreuzigt wird, dann tnuss auch Maria dadurch jedesmal unter das Kreuz. Dränget sie also nicht aufs Neue unter das Kreuz und stoßet ihr nicht wieder das Schwert in die Brust! Pater Modiglione aus der Gesellschaft Jesu erzählt, dass ein Jüngling die lobenswerte Gewohnheit hatte, jeden Tag ein Bild der schmerzhaften Mutter zu besuchen, das sieben Schwerter in der Brust trug. Einmal war der Unglückliche in eine Todsünde gefallen und als er darauf vor dem Bilde erschien, sah er im Herzen der Jungfrau acht Schwerter, wobei er eine Stimme vernahm, dass feine Sünde das achte Schwert in der Brust Mariä bedeute. Darüber cr- 1 De imitatione Christi. Lib. 2. cap. 12. de regia via sanctae crucis. schlittert, eilte er zu beichten und erlangte die Kindschaft Gottes wieder. Am Schlüsse bitten wir aber alle die liebreichste Schmerzenmntter, dass sie uns als Patronin der Sterbenden in der Stunde des Scheidens ans dieser Welt die Gnade vermittle, zur Siegespalme zu gelangen. Wie sie einst dem greisen Simeon ihr liebes Jesuskind in die Arme gelegt und er in seligster Herzensstimmnng sein Sterbelied Nunc dimittis servum tuum Domine gesungen, welches alle Anwesenden wunderbar ergriff und erhob, also möge sie auch einem jeden von uns in der Sterbestunde die Gnade erwirken, dass wir gleichfalls mit Simeon den Sterbesang anstimmen können: Nun entlasse, o Herr, deinen Diener im Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen! Christe, cum sit hinc exire, Da per Matrem me venire Ad palmam victoriae ! Quando corpus morietur, Fac, ut animae donetur Paradisi gloria ! Amen. Christe, muss von hier id) scheiden, Sage dann der Mutter, leiten Soll sie mich zum Siegeskranz! Muss der Körper einst and) sterben, Dann lass' meine Seele erben Paradieses Rnhm und Glanz! Amen. Marburg, am Feste der Sieben Brüder von den Schmerzen Mariä, den.11. Februar 1899. t Michael, Fürstbischof. Jastenmandat für das Jahr 1899. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnisse und mit Genehmigung des Hl. Vaters bewillige Ich für das laufende Jahr die nämlichen Erleichterungen beziehentlich des kirchlichen Fastengebotes, wie dieselben schon seit einer Reihe von Jahren bewilligt zu werden Pflegen, nämlich: I. Ter Abbruch an Speisen ist geboten n»d nur einmalige Sättigung während des Tages erlaubt: 1. An allen Tagen (auch an gebotenen Festtagen) der vierzigtägigen Fasten mit Ausnahme der Sonntage. 2. An allen Quatember-Mittwochen, Freitagen und Samstagen. 3. In der Adventzeit an allen Mittwochen und Freitagen (statt der alten Vigilien vor den Apostelfesten). 4. An den Vigilien und Vorabenden und zwar: vor Pfingsten, vor dem Feste Petri und Pauli, vor dem Feste der Aufnahme Mariä in den Himmel, vor dem Feste Allerheiligen, vor dem Feste der unbefleckten Empfängnis Mariä und vor Weihnachten. II. Fleischspeisen sind verboten: 1. An allen Freitagen des ganzen Jahres. 2. Am Aschermittwoche, an den Quatember-Mittwochen und Quatember-Samstagen. 3. Alt den drei letzten Tagen der heiligen Charwvche. 4. An den obgenannten Vigilien oder Vorabenden vor Pfingsten, vor den Festtagen : Petri und Pauli, Aufnahme Mariä in den Himmel, Allerheiligen, unbefleckte» Empfängnis Mariä und vor Weihnachten. III. In Bezug auf die Milderung gilt Folgendes: 1. Sv oft ein kirchlicher Festtag d. i. ein gebotener Feiertag, welcher im bürgerlichen Leben als solcher begangen wird, auf einen Abstinenztag (z. B. aus einen Freitag) fällt, ist der Genuss der Fleischspeisen am selben Tage in der ganzen Diöcese erlaubt, und zwar, ohne dass es nvthwendig wäre, dafür an einem ändern Tage sich der Fleischspeisen zu enthalten. 2. Nur für einzelne Orte gilt die oherwähnte Erlaubnis, nämlich an einem Abstinenztage Fleischspeisen zu genießen, dann, wenn daselbst ein Jahrmarkt, zu dem sich gewöhnlich viel Volk versammelt, auf einen solchen Abstinenztag fällt. 3. In Betreff einzelner Personen wird Nachstehendes bewilligt: a) Fleischspeisen dürfen genießen an allen Tagen des Jahres, jedoch mit Ausnahme des Aschermittwvches, der drei letzten Tage der heiligen Charwvche und der Vigilien vor Pfingsten und Weihnachten: Arbeiter in Bergwerken und Fabriken. Reisende, die in G a st- und W i r t h s h ä n s e r n speisen. Auch Andere, d. i. nicht Reisende, welche z. B. in Städten und sonstigen geschlossenen Orten in Gasthäusern ihre Beköstigung haben. b) An allen Tagen mit einziger Ausnahme des Charfreitages können sich der Fleischspeisen bedienen: Die Con ducken re auf den E i s e n b a h n e n. Jene Reisenden, welche in Gasthäuser n der Eisenbah n-S t a t i o n e n speisen müssen. DieBadegäste,überhauptCurgäste, welche wirklich zur Herstellung ihrer Gesundheit sich in Bade- oder Curvrten a n s h a l t e n. — Die gleiche Milderung gilt für ihre Hausgenossen und Dienerschaft. Hingegen gilt sie nicht für solche Personen, welche Cur- und Badeorte nur des Vergnügens wegen besuchen. c) Ohne Einschränkung, d. i. ohne Ausnahme irgend welchen Tages, können Fleischspeisen genießen Jene, welche ihrer äußersten Armuth wegen unter Speisen keine Auswahl treffen können, sondern eben das essen müssen, was sie bekommen, (also wenn sie nicht Fastenspeisen erhalten) ; ferner überhaupt jene Personen, welche und so lange sie in einem solchen Hause leben (z. B. als Dienstboten), in welchem man ihnen keine Fastenspeisen vorsetzt. Doch sollen sie, wenn ihnen nur immer möglich, trachten, we n i g st e ns am C h a r f r e i t a g e sich der Fleischspeisen zu enthalten. 4. Ausdrücklich verboten ist an allen dispensierten Fasttagen des ganzen Jahres — während der vierzigtägigen Fasten auch an Sonntagen — Fleischspeisen zugleich mit Fischen bei einer und derselben Mahlzeit zu genießen. Dieses gilt auch für Solche, welche wegen Alter, Krankheit, schwerer Arbeit u. dgl. von der Fastenpflicht befreit sind. 5. Endlich wird noch bemerkt: a) Alle, die an dispensierten Fasttagen Fleischspeisen genießen, sind verpflichtet an solchen Tagen, so wie an dergleichen Samstagen des Jahres drei Vaterunser, drei Gegrüßet sei st du Maria und den Apostolischen Glauben zu Ehren des bitteren Leidens und Sterbens Jesu Christi andächtig und im Geiste der Buße zu beten. Wo mehrere Hausgenossen zusammen speisen, sollen diese Gebete laut und gemeinschaftlich verrichtet werden. Jnsbesvnders an solchen dispensierten Tagen sollen nach Kräften milde Werke der Barmherzigkeit geübt und die Armen mit den Überbleibseln der Mahlzeit bedacht werden. b) Der Gebrauch anderen Fettes, als des Rindschmalzes, ist auch an den gewöhnlichen Freitagen des Jahres, mit Ausnahme der Q u a t e m b e r-Freitage und des Charfrcitages, gestattet- c) Kranken eine weitere Dispens zu crtheilen, sind Seelsorger und Beichtväter ermächtigt. Es kann sich um eine bleibende Fastendispens im Nothfalle auch an Mich unter Angabe vvllgiltiger Gründe gewendet werden. Zuletzt sei noch mit besonderem Nachdruck betont, dass die Zeit für die Ablegung der Hl. Osterbeicht und für den Empfang der Hl. Oster-Communion mit dem 2. Fastensonntage (Reminiscere) beginnt und bis zum 4. Sonntage nach Ostern (Cantate) einschließlich dauert. Zugleich wird an die alte Vorschrift erinnert, die österliche Eommumon wo möglich in der Pfarrkirche zu empfangen. Auch werden die Gläubigen noch daran erinnert, dass während der geschlossenen Zeit, d. i. vom 1. Adventsonntage bis zum Feste der Erscheinung des Herrn einschließlich, und von deni Aschermittwoch bis zum 1. Sonntage nach Ostern einschließlich, alle öffentlichen Lustbarkeiten und Ergötzungen untersagt sind. Die Gnade des Heiligen Geistes sei mit Euch, auf dass Ihr im Stande seid, im Geiste der Liebe, des Gehorsams und der Buße das Fasteninandat gewissenhaft zu erfüllen. Und alle, welche nach dieser Richtschnur wandeln werden, Friede sei über sie und Barmherzigkeit. (Gal. 6, 17). Marburg, am 11. Februar 1899. t Michael, Fürstbischof. Anmerkung. Vorstehendes Hirtenschreiben soll am Sonntage Quinquagesima, Quadragesima und am 2. Fastensonntage zur Vorlesung gelangen. Das Fastenmandat ist wie gewöhnlich am Sonntage Quinquagesima von der Kanzel zu verlautbaren. Postni pastirski list in postna postava za leto 1899. |VIIJ1 AEIi, po božji milosti in po božjem usmiljenju knez in škof lavantinski, mnogočastiti duhovščini in vsem ljubim vernikom svoje škofije pozdrav, blagoslov in vse dobro od Boga Očeta in Boga Sina v edinosti sv. Dulia ! Gemitus matris tuae ne obliviscaris ! Ne pozabi bolečin svoje matere 1 (Sir. 7, 29). V Gospodu ljubljeni škofljani! svojem postnem pastirskem listu z Mrai dne 16. februvarija 1897 sem vam ob-ljubil, da bodem v svojih podučnih pastirskih listih razlagal vmes dogodke iz zgodovine trpljenja našega božjega Gospoda in Vzveli-čarja. Saj je sveto trpljenje Jezusa Kristusa neusahljivi vir vzveličavnega poduka, mogočne tolažbe in okrepčave za nas uboge zapuščene človeške otroke. V pastirskem listu z dne 20. januvarija 1895 sem že razlagal zadnjo večerjo, posebno ustanovitev najsvetejšega zakramenta altarja, in v zgoraj omenjenem pastirskem listu od dne 16. februvarija 1897 sem govoril o ganljivem umivanju nog. V svoji poslanici z dne 26. januvarija 1896 sem razkladal častitljivo in vzveličavno molitev, rajsko- milo «Češ če n o Marijo». V letošnjem postnem pastirskem listu pa hočem z vami, ljubi Lavan-tinci, premišljevali sočutje ali sotrpljenje Marijino z njenim božjim Sinom. Po mojem trdnem prepričanju namreč sv. cerkev želi in hoče, da njeni služabniki, dušni pastirji, s poučevanjem in z opominjanjem vspodbujajo in vodijo krščansko ljudstvo k srčni in goreči pobožnosti do žalostne Matere božje. Premišljevanje bridkega trpljenja Jezusovega in njegove smrti, pa sotrpljenja in bolečin njegove deviške matere Marije je prav posebno pripravno, mogočno ganiti našega duha in trajno vzdramiti naše srce. Šola trpljenja je šola čednosti. Starozakonski Pridigar uči to z besedami : Bolje je iti v hišo žalovanja, kakor v hišo gostije, ker v oni se spominjamo konca vseh ljudi j, in živi misli, kaj bode prišlo. (Prid. 7, 3). In resničen pregovor pravi : «Ljudje umejo bolje prenašati nesrečo, kakor srečo ». Navadno so v življenju posameznih ljudij, kakor v zgodovini celih rodov in ljudstev dnevi nadlog, izkušenj in naj- vece sile dnevi resnega premišljevanja, duhovnega prenovljenja in vstajenja, ter tako dnevi časti in slave. Izmed najslavnejših dob zgodovine izraelskega ljudstva je brezdvomno doba, ko so Selevcidi obljubljeno deželo podvrgli svoji oblasti in so z vsiljevanjem paganskih šeg in navad nameravali zatreti med Judi vero, podedovano od očakov. Neznosno nasilje kralja Antijoha je vzbudilo med Izraelci junaški rod Makabejcev, kateri so zastavili svoje življenje za dom in aitar, in so z nenavadno hrabrostjo branili svobodo drage domovine. 1 Ta doba največe sile in stiske je sivolase starce, slabotne žene, da, celo nedorasle otroke delala junake in mučence. Kdo ne občuduje srčnosti častitljivega starčka Eleazarja, ki je raji hotel prenašati najstrašnejše muke, kakor prestopiti božjo postavo ? (II. Mak. 6, 18—31). In kdo ne slavi onih žen, katere so si pridobile venec mučeništva. ker niso hotele darovali paganskim malikom ? (11. Mak. G, 10. 11). Pa vse te junake in junakinje nadkriljuje ona sloveča mati, katera je z občudovanja vredno zgovornostjo vnemala svojih sedem sinov, da zaničujejo prazna prilizovanja in obetanja paganov, in da raji pretrpijo največe muke, kakor da bi prestopili božjo postavo in bi živeli pagansko. Vsi njeni sinovi so v najgroznejših mukah umrli junaške smrti za vero svojih očetov. In junaška mati je pretrpela mučeniško smrt tolikokrat, koli korkral je morala gledali strašno trpljenje svojih ljubljenih otrok. Z nečloveško grozovitostjo so jo silili, gledati z lastnimi očmi mučeniško smrt svojih sedem sinov. Naposled za otroki je bila šele umorjena mati. (II. Mak. 7, 1—42). Zares, la junaška mati zaslužuje, da se je tako radi pobožno spominjamo, kadar praznujemo sveti spomin žalostne Matere pod križem Kristusovim, in da nam je njena pogumnost podoba junaške požrtvovalnosti žalostne Matere božje na gori Golgoti. Blagodušno je makabejska mati svoje 1 Ur. Hugo Weiss, Judas Makkabäus. Ein Lebensbild aus den letzten gvossen Tagen des israelitischen Volkes. Ereiburg, 1897. in svojih sedem sinov življenje žrtvovala za vero in svobodo domovine; in prav tako je Marija z brezprimernim junaštvom darovala svoje edino Dete v čast nebeškemu Očetu in v vzveli-čanje ljudem pod mečem sedmerih bolečin. Novo-zakonska makabejska mati ni imela sedem sinov, kakor starozakonska, imela pa je božjega Sina, katerega visokost in čast nedomerno presega vrednost vsega človeškega rodu. In tega enega in edinega Sina je darovala Marija sedemkrat v neizrekljivih bridkostih in bolečinah. Po starodavni pobožni navadi štejejo kristijani sedem žalostij preblažene device in matere božje Marije. Te so: mučna prerokba sivolasega preroka Simeona v tempelju, nagli in težavni pobeg v Egi pet, bridka izguba dvanajstletnega mladeniča Jezusa, ganljivo srečanje na križevem potu, pretresljivo križanje, presunljivo snemanje s križa in prežalostno polaganje v grob. Vsako teh velikih in bridkih bolečin pa pomno-žujejo še posebne okolnosli. Kakor se solnčna luč v mavrici loči v različne barve, tako je bila plamteča ljubezen Marijina, katera ji je trpljenje Jezusovo spremenila v oster meč premnogih bolečin za njeno materino srce. Zato ne bomo preudarjali in premišljevali posameznih bolečin božje Matere, marveč okoliščine, ki so le bolečine množile in poviševale. Geščenje in proslavljanje žalostne Matere božje je podedovano prav od apostolov. Priljubljeno pobožnost katoliških kristijanov do Matere bolečin je ustanovil sv. evangelist Lukež, kateri s povdarkom omenja oni meč bolečin, ki je po prerokbi Simeonovi presunil Marijino dušo (Luk. 2, 35), kakor tudi sv. apostol Janez, kateri je v svojem evangeliju naslikal krasno podobo žalostne Matere z besedami : Poleg križa Jezusovega ji a je stala njegova mati... Ko je torej Jezus mater in učenca, katerega je ljubil, videl poleg stati, reče svoji materi: Žena, glej, tvoj sin! Potem reče učencu: Glej, tvoja mati! In od tiste ure jo je učenec vzel k sebi. (Jan. 19, 25—27). Ta evangeljska poročila so verska podlaga pobožnosti do trpeče Matere, katera pobožnost je prav tako stara, kakor pobožnost do I rpečega Sina, to je, tako stara, kakor je stara naša sveta cerkev. Ne moremo namreč pogledali Jezusa na križu, da bi se pobožno ne ozrli tudi na njegovo Mater poleg križa in pod križem. Častitljivi spomin solrpljenja Marijinega je tesno in neločljivo združen s premišljevanjem trpljenja in smrti Kristusa Gospoda. Kristijani tudi niso nikdar Marije ločili od križa. V drugem in Iretjem veku sta sv. Irenej (f 202) in sv. Ciprijan (f 258) slavila Mater bolečin, medtem ko jih je v četrtem in petem veku že mnogo pisalo posebič o Marijinih bolečinah. Med drugimi opaža sv. Epifanij (f 403) primerno : Jezus je sv. Janezu izročil svojo najsvetejšo mater, da se vsi učijo, jo častiti. V nastopnih stoletjih so večidel vsi sv. očetje in učeniki slavili žalostno Mater in so vspodbujali vernike k hvaležnemu spominu neizrekljivih bolečin in žalostij naše ljube Gospe. V trinajstem stoletju pa se je češčenje Matere bolečin nepričakovano povzdignilo in veličastno razširilo. Na praznik vnebovzetja Marijinega, dne 15. avgusta 1238, so sedmeri, po pobožnosti in po visokem stanu odlični plemiči Bontilij, Bona-junkta, Monet, Amidej, Sostenej, Hugon in Aleksij v stolni cerkvi v Florenciji sklenili, zapustiti vse in se popolnoma izročiti vodstvu nebeške kraljice. Na praznik Marijinega rojstva, dne 8. sept. 1233, so ti sveti možje slekli svoja dragocena oblačila ter oblekli pepelnasto spokorno obleko, in so v borni bajti poleg cerkve sv. Križa začeli Bogu posvečeno, v Kristusu skrito življenje. Dne 31. meseca majnika 1234 so se preselili na Senarsko goro v bližini mesta Florencije, kjer so prebili pet let v premišljevanju bridkega trpljenja Jezusovega in njegove smrti, ko se jim na veliki petek, na ta prvi in pravi petek Marijinih bolečin, dne 13. aprila 1240, prikaže častitljiva nebeška kraljica, obkrožena od angeljskih trum, jih obleče v škapulir služabnikov Marijinih — servi Mariae, serviti — rekoč : «Sprejmite obleko, katero nosite vi in vaši nasledniki, v spomin mojih bolečin, Kot moji služabniki, živeči po pravilih sv. Avguština, bole dosegli venec zmage v kraljestvu mojega Sina». V noči tistega velikega petka naroči božja mati ludi škofu florentinskemu: «Obleci jih v sveto obleko, da meni služijo«. (II. Mojz. 40, 13). Častitljiva kraljica mučencev bi res ne bila mogla jasneje razodeti, koliko ji je ležeče na pobožnem češčenju njenih bolečin, kakor s tem, da je ustanovila poseben red, ki je imel pobožno nalogo, častiti sedmere žalosti Marijine in to milostij polno pobožnost v cerkvi goreče gojiti in širiti, kakor je najstarejši izmed sedmerih svetih očetov, sv. Aleksij Falkonerij, pre- roško napovedal : «Red bode cvetel tako dolgo, dokler se bode držal naloge, katera mu je odločena, voditi duše k Bogu po pobožnosti do žalostne Matere». Sv. Julijana Falkonerija (f 1341) je utemeljila ženski red servitinj, katere se po obliki svojega oblačila imenujejo tudi mantelate. Udje servitskega reda so ostali vedno zvesti svojemu poklicu, ter so ne le sami v hvaležni ljubezni premišljevali Jezusovo bridko trpljenje in smrt in pa skrivnosti polne bolečine Marijine, temveč so tudi verne kristijane s primernimi pripomočki navajali k temu premišljevanju in so jim tako odpirali bogat vir izdatnih milostij v izvrševanje do- brih del.1 Kmalu so se pokazali najkrasnejši sadovi 1 Serviti imajo se dandanes v raznih deželah prav imenitne samostane. Na Stajarskem je samostan servitov v Frohnleiten-u ; na Koroškem v Logavi in Kotičah ; na Solnograškem v Rattenherg-u ; na Tirolskem v Ino-mostu, v Waldrast-u, v Bolders-u in Weissenstein-u ; na Nižeavstrijskem na Dunaju, v Gutenstein-u, v Jetendorfu, v Langegg-u in Schönbiichel-u ; na Češkem v Novem Gradu Budejoviške škofije ; na Ogerskem v Pešti, Jager-u in Forchtenau-vi. Na Poljskem je mnogo servitinjskih samostanov, kakor je takošen samostan tudi v Arku in v Novem Gradu. V najnovejšem času je duhovnik servitskega reda o. Bernard Marija Spörr priobčil svojega slavnega sore-dovnika o. Krizologa Marije Greimbl-a (f 1804) delo : „Predigten zu Ehren der Schmerzensmutter“. I. Band. Innsbruck, 1897. X + 566 str. — II. Band. Innsbruck, 1898-IV + 502 str. — 0. Spörr je spisal tudi : „Lebensbilder aus dem Scrvitenorden“ v 4 delih; nadalje „Monat der pobožnosti do Matere bolečin. Ta v duhu svete cerkve ležeča in vernikom ljuba pobožnost je postala mogočno sredstvo v zatiranje grehov in v oživljanje čednostij ; bila je bogat vir nebeških milostij in darov, katere so mnogokrat na čudežen način prejemali posamni Marijini častilci, kakor tudi cele občine in dežele. V večo po-vzdigo češčenja in proslave Marijinih bolečin so se sčasoma uvedli razni prazniki in so se osno-novale razne pobožnosti. Škofje, zbrani na cerkvenem zboru v Koloniji leta 1423, so upeljali Schmerzensmutter“. Betrachtungen und Gebete zu Ehren der schmerzhaften Mutter für den September. Innsbruck, 1898. X + 319 str. — Nekateri drugi pomočki za častilec prežalostne Matere bi bili se : Alphons Maria Liguori, ,,Die Herrlichkeiten Mariä“. Aus dem Italienischen übersetzt vom P. Schmöger C. ss. R. Regensburg, 1872. str. 417—478. — P. Ventura, „Die seligste Jungfrau am Fusse des Kreuzes“. Regensburg. — Kaltncr, „Die drei goldenen Samstage oder die Leidensmutter vor, bei und nach dem Tode ihres Sohnes“. Regensburg. — P. Georg Freund, „Andachtsbüchlein zur schmerzhaften Mutter Gottes.“ Betrachtungen und Gebete, Wien, 1892. — J. B. Müller, „Die Schmerzen der Mutter Gottes“. Ein Lehr-, Gebet- und Betrachtungs-Büchlein.“ Dülmen. — M. Perzager (servit), „September, Monat der Schmerzensmutter.“ Innsbruck. — J. Leitner, „Die schmerzhafte Mutter Gottes“. Passati. — Sasse, „Die Schmerzen Mariä in Betrachtungen und Gebeten.“ Aachen. — P. Willam, „Die schmerzhafte Mutter.“ Betrachtungen über die sieben Schmerzen. Einsiedeln, Benziger. — Joseph Füssl, „Maria, die schmerzenreiche Mutter, unser Vorbild im Leben“. Augsburg, 1864. — P. Frederick William Fader, „Der Fuss des Kreuzes oder die Schmerzen Mariens“. Deutsch bearbeitet von Karl B. Reiching. Regensburg, 1890. 4. nat. — P. Moser (servit), „Dienst der Sehmerzens - Mutter“. Regel- und Andachtsbuch der Brüder und Schwestern des dritten Ordens der Serviteti und der schmerzhaften Erzbruderschaft. Innsbruck, 1885. — Dr. Nikolaus Gibt-, „Die Sequenzen des römischen Messbuches, dogmatisch und ascetisch erklärt. Nebst einer Abhandlung über die Schmerzen Mariä“. Freiburg im Breisgau, 1887. Str. 1—130. — P. Mislei S. I., „Die Mutter Gottes“. Geschildert von den hl. Vätern Und Lehrern der Kirche. Wien, 1866. Str. 242—262. — Reinhold Albers, „Bliithenkränze auf die Festtage Gottes und seiner Heiligen“. Paderborn, 1894. V. Band. Die uiedern Marienfeste. (Das Fest Mariä Mitleiden. Str. 40 do 196). — Franc Ser. Bezjak, „Marija, žalostna mati“. V Mariboru, 1887. fiesti natisok. sopraznik žalostnega petka in so izjavili : «Včast sveti in brezmadežni Devici in Materi božji, katera neprenehoma prosi in kliče za nas uboge grešnike k svojemu križanemu Sinu, kakor tudi v slavo njeni bridkosti in bolečini, katero je čutila, ko se je naš odrešenik Jezus Kristus z razpetimi rokami na altarju sv. križa daroval v naše vzveličanje in je svojo blaženo mater izročil ljubljenemu učencu Janezu, in posebno zavoljo brez-božnosti busi lov, kateri so z zlobno predrznostjo sežigali in uničevali, in še sežigajo in uničujejo podobe, posvečene Križanemu in častitljivi Devici, naročamo, da se praznik bridkosti in bolečin preblažene device Marije obhaja odslej vsako leto petek po nedelji Judica (t. j. po tihi nedelji)«. Ta tolažbe polni Marijini svelek, ki se je razširil po mnogih krščanskih deželah, je papež Benedikt XIII. dne 22. avgusta 1727 zapovedal za vso cerkev in ga je odločil za petek v tihem tednu. Dasiravno ni zapovedan praznik, je vendar vernikom jako drag in ljub. Ker se je pobožnost do žalostne Matere božje vernikom čedalje bolj prikupila, je sv. cerkev Materi bolečin posvetila cel mesec, jesenski mesec september, kateri sicer ni tako prijeten kakor maj ni k, pa je vendar poln radosti za mlade in stare, ker deli prijetnega sadja ; tako naj tudi pobožnost do Matere bolečin obrodi v duši zlatih sadov milostij. Papež Pij IX., pobožnega spomina, so vsaki dan meseca septembra obdarili z odpustkom 300 dnij za vse, ki skesano in goreče opravljajo to mesečno pobožnost. Papež Leon XIII. so dne 27. januvarija 1888 podelili popoln odpustek enkrat v mesecu septembru na poljuben dan vsem vernikom, kateri pobožno premišljujejo žalosti presvete Matere, se izpovedo, prejmejo sv. obhajilo in molijo po namenu sv. očeta. Glavni milostni dan tega meseca pa je tretja nedelja, pravi praznik žalostne Matere, za katerega so sv. oče papež Leon XIII. z odlokom kongregacije za odpustke dne 27. januvarija 1888 pod navadnimi pogoji podelili popoln odpustek za vse vernike, kolikorkrat cerkev, v kateri je postavno ustanovljena bratovščina sedem žalostij Marijinih, ali pa svojo domačo farno cerkev obiščejo in molijo ! po namenu sv. cerkve. Ta odpustek se more obrniti tudi v prid vernim dušam. Z izredno naglim razširjanjem servitskega reda je tudi bratovščini sedem žalostij dohajalo povsodi jako obilno število udov, zlasti iz najvišjih stanov. Cesar Rudolf I. habsburški s cesarico vred, cesar Karol IV. s svojo soprogo Ano, in pozneje jako mnogo udov habsburške vladarske rodovine, kralji portugalski, kastilski, aragonski in navarski, poljski in neštevilne knežje osebe, so hoteli obleči škapulir sedem žalostij Marijinih. Sveti Ludovik IX., kralj francoski, je bil tudi ud te poznej od mnogih papežev, n. pr. od Pavla V., od Urbana VIII., od Klementa XII. in od Leona XIII. z mnogimi milostmi in odpustki odlikovane bratovščine. 1 Tudi v naši lavantinski škofiji je bila z bogatimi odpustki obdarovana bratovščina sedem žalostij ustanovljena v mnogih župnijah, kakor n. pr. pri sv. Miklavžu poleg Ljutomera, v Konjicah že v trinajstem stoletju, v Rušah, v podružnici sv. Mihaela pri Razvanju in posebno v Celju, kjer je bila po spričevanju starih matic upeljana pred Iti. stoletjem. Papež Klement VIII. jo je v svojem apostolskem pismu z dne 10. novembra 1597 odlikoval z velikimi odpustki. Po nezgodi časa se je pa skoro popolnoma pozabila ta prelepa cerkvena dika starodavne Celeje, dokler ni bila slavna bratovščina dne 12. januvarija 185ti od kn.-šk. lavantinskega ordinarijata vnovič potrjena in zopet uvedena. Lepa, v gotskem slogu zidana kapela sedem žalostij Marijinih v mestni farni cerkvi sv. Danijela v Celju je bila in je še družbina kapela.2 Naj se ta hvalevredna bratovščina povzdigne k novemu cvetu in naj se širi družba milosti polne žalostne matere Marije. Kakor angel miru tolaži vsakega družbenika na smrtni postelji misel : Jaz sem ud krščanske bratov- ščine, katera bo za me oskrbela ter opravila da- 1 Franz Beringet, die Ablässe, ihr Wesen und Gebrauch. Paderborn, 1893. Str. 656—661. 2 Urban Dietrich, Stadtpfarrkaplan und Bruderschaftsleiter: Neue Satzungen der uralten Bruderschaft Maria 7 Schmerzen zu Cilli. Pilli, 1856. Str. 15. ritev sv. maše in se me bo vedno spominjala v molitvi. Kako pa je bila lepa, ganljiva in tolažbe polna pobožnost do Matere bolečin našim verno pobožnim prednikom pri srcu, o tem pričajo mnogoštevilna svetišča, kakor cerkve, kapele, allarji, katere so stavili žalostni Materi božji na čast. Omenjam tu le prijazno cerkev sv. Marije sedem žalostij v Vojniku, v Slovenski Bistrici, na Sveti Gori pri Podsredi, pri sv. Juriju ob južni železnici, v Jeruzalemu poleg Ormoža, v Središču in na gori Kalvariji poleg Le m baha. Spominjajoč se tega vabljivega vzgleda svojih pobožnih prednikov in slušajoč živi opomin bogaboječega Tobije: Moj sin., spoštuj svojo mater vse dni njenega življenja; ker spominjati se moraš, kakošne in kolike nevarnosti je prestala zavoljo tebe (Tob. 4, 2—4), in spolnjujoč modri nasvet Pridigarja : Ne pozabi bolečin svoje matere (Prid. 7, 29), hočemo sedaj, ljubljeni školljani, skupno premišljevati strašne bridkosti in bolečine preblažene device in matere božje Marije, da v tem posvečenem času pokore in poboljšanja obžalujemo svoje grehe, ki so pravi vzrok trpljenja Jezusovega in sotrpljenja Marijinega, in da se jih odkritosrčno izpovemo postavljenemu spovedniku, da na novo vnamemo svojo otroško ljubezen do Matere bolečin in da se v teh «žalostnih in revnih časih » vlrdiino in okrepimo k stanovitnosti v dobrem in k vztrajnosti v bridkostih in zopernostih življenja. S češčenjem in proslavljanjem Matere bolečin hočemo ob enem pokazati svojo ljubezen in udanost njenemu božjemu Sinu Jezusu Kristusu ; saj se ob sklepu sedanjega in ob začetku prihodnjega veka povsodi snuje udanostna svečanost na čast božjemu Odrešeniku človeškega rodu. Stopimo torej pod križ k Mariji in premišljujmo postaje trpljenja, ki jih je prehodila na križevem potu, katerega je s tem začela in posvetila za vse prihodnje čase! Stabat mater dolorosa Iuxta crucem lacrimosa! Mati je pod križem stala, Jokala in žalovala ! V Gospodu ljubljeni škofij ani! remišljujmo torej posebne okolnosti, katere so Marijino trpljenje in žalost ne le povzročile, temveč tudi pomnožile in povečale. 1. Prva okoliščina, katera je povišala in po-globočila bolečino Jezusove Matere, je bila njeno božje materstvo. Temeljna resnica bogoslovja sv. Avguština in vseh svetih cerkvenih očetov je, da je bolečina sotrpljenja in sočutja prav zato, ker ne pozna drugega nagiba kakor trpljenje ljubljene osebe, tem občutnejša, čim srčnejša je ljubezen.1 Stopinja in velikost bolečine se ravna po stopinji in po velikosti ljubezni. In sedaj vas, predragi, vprašam, ali je bila katera ljubezen čistejša, srčnejša, svetejša, kakor ljubezen, s katero je deviška mati Marija ljubila svojega božjega Sina Jezusa Kristusa? Kakor se more ljubiti le otrok, kateremu se v lepoti in milobi, v modrosti in dobroti ne da primerjati nič zemeljskega, da celo nič nebeškega, tako je Marija ljubila svojega Jezusa z naj iskrenejšo materino ljubeznijo, katera se da le misliti. Kaj pa je močnejše od materine ljubezni ? Sam Bog ne ve svojega neskončnega usmiljenja do Izraela označiti bolje, kakor da je primerja ljubezni materini: Ali more mati pozabiti svoje dete, da bi se ne usmilila sinu svojega telesa? (Iz. 49, 15). Po tej neizmerni materini ljubezni torej mora se meriti velikost bolečine, katero je Marija čutila in trpela ob trpljenju in smrti svojega ljubljenega otroka. Poleg lega je bila Marija svojemu Sinu oče in mati, tako da ga je ljubila ob enem z očetovo in materino ljubeznijo. Res, žalovale in jokale so milosrčne matere jeruzalemske, ko so s svojimi otročiči v naročju sledile za ljubim Vzveličarjem po križevem potu ; pa te jeruzalemske meščanke so imele izgubiti le Jezusa, kateri je bil blagoslovljal in polj ubo val njihove otroke, in ki jih je sedaj tolažil z ljubeznivimi besedami: 1 Tantum neccsse est, urat dolor, quantum haeserat amor. (De civit. Dei pri Jakobu Goret 8. I., Fastenpredigten über das bittere Leiden und Sterben Jesu Christi. Regensburg, 1887. Str. 314). Ilčerejeruzalemske, nejokajte! (Luk. 23, 28). Marija pa je imela izgubiti svojega edino-rojenega Sina in ne samó le dobrotnika in to-lažnika. Res, da so jokali in žalovali apostoli, kakor sveti Peter, toda imeli so le srce učenca, prijatelja in tovariša; niso pa imeli srca matere in sicer matere, napolnjene od najudanejše ljubezni, kakoršna je bila Marija. Moral bi imeti srce angela serafa, da bi mogel čutiti, in moral bi govoriti jezik angela keruba, da bi mogel povedali, kako srčno je bila udana Marija svojemu Sinu. Kaj je materino srce Marijino trpelo in prestalo pri trpljenju Jezusovem, mogli bi čutiti in nam povedati še najbolje vi, krščanski stariši. Kako vendar žalujete in tarnate, kakošna žalost mori vašega dulia, ako leži vaš otrok bolan na smrtni postelji, morda edini otrok, ki je vaša radost in vaše veselje, edino upanje vaše bodočnosti, luč vaših očij, palica in podpora vaši starosti ! In ta vaš ljubljenec bi ne imel umreti mirne, temveč najsramolnejše smrti; bi mar ne onemogli pod neizmerno težo bridkosti in žalosti, predno ljubljeni otrok izdihne svojo dušo? Vsak vzdihljej umirajočega otroka bi najgloblje ranil vaše srce. Udarci kladiva, kateri bi zabili in zaprli mrtvaško rakev vašega otroka, bili bi za vas kakor žreblji, katere vam zabijajo v srce. O Demostenu, najmogočnejšem govorniku atenskem, poroča Plutarh, da je prelival solze ob smrti svojega edinega sina ; zato so mu njegovi prijatelji očitali slabost. Kako je mogoče, da se mož krepkega duha tako zelo uda žalosti, vprašali so ga stoji ki? Odgovoril jim je: Ljubezen očetova nima postave! Svojim prijateljem pa je klical : Prijatelji, vi ne veste, kaj je očetova ljubezen ! In Marija, mati bolečin, more reči: O ljubi moji, vi ne veste, kaj je materina ljubezen! Marija je videla, kako so njenega edinega otroka sovražili in preganjali, kako so ga obrekovali, izdali in prodali, ga zvezali, bičali, s trnjem venčali in naposled križali. Slišala je udarce kladiva, kateri so njegovo sveto telo s topimi žreblji pribijali na les sramote, in je šla za pogrebom svo- 4 j ega silovito umorjenega Sina z višine gore Golgote tj e do groba. Kdo bi mogel umeti in povedati, kako strašna bolečina je pri lem prešinjala, mučila in stiskala njeno materino srce! 2. Nadalje je trpljenje Marijino poviševalo božje sinovstvo trpečega Jezusa. Ljubezen Marijina do Jezusa ni bila le naravna in pridobljena ljubezen matere do otroka, temveč deviška Mati je ljubila svojega Sina z nadnaravno ljubeznijo, kakor ga je bila na čudežen način spočela od svetega Duha, kateri je bistvena ljubezen in kateri je svojo neomadežano nevesto obogatil z vsemi zakladi milosti in z vsemi darovi božje ljubezni. Marija je ljubila Jezusa s ponižno molečim spoštovanjem kot Sina Najvišjega, kot svojega stvarnika in odrešenika, kot svojega Boga, kol svoje vse. In njen božji Sin je ni ljubil, kakor ljubi umrljiv človeški otrok, ki želi zvesto povrniti materino ljubeznivost, temveč Jezus je ljubil Marijo z neskončno srčnejšo, ker božjo ljubeznijo in hvaležnostjo. Da, kdo bi premogel spodobno opisati sladko in srčno vez ljubezni, katera je vezala tako mater s takim sinom! Mi ubogi človeški otroci ne premoremo tega. Sklepati sicer moremo, da se po obšir-nosti, po visokosti in globočini ljubezni ravna tudi mera bolečine, toda bolečine same ne moremo popisati, ona je nepopisna; ne moremo je izreči, ona je neizrečna; ne moremo je imenovati, ona je brezimna. Le knjiga knjig, od svetega Duha navdihnjeno sveto Pismo, približno označi velikost te bolečine, ko stavi vprašanje: Komu te bodem primeril., jeruzalemska hči? Komu te bodem priznačil in le potolažil, devica?... Velika namreč, kakor morje, je tvoja žalost, kdo te bode ozdravil? (Jer. žal. 2, IB). Globočina, širina in solnata bridkost morja so potakem le slaba podoba globočine, širine in bridkosti bolečine, katero je trpela in čutila Marija zavoljo svojega božjega Sina. Kakor se reke in potoki izlivajo v morje in je napolnjujejo, enako so se tuge in bolečine Jezusove izlivale v srce Marijino in so je napolnile skozi in zkozi. 3. Mera Marijinih bolečin se je nadalje ravnala po brezmernosti bolečin in muk njenega božjega Sina. Trpljenje Jezusa Kristusa je bilo za Marijo tem bridkejše, čim strašnejše so bile muke, katere je moral Jezus prenašati. Velikost bolečine izvira iz velikosti njenega sočutja in solrpljenja z neznanimi grozovitostmi, pod katerimi je bilo Jagnje božje darovano na altarju sv. križa. Predragi, pomislite pred vsem, kdo so bili preganjalci, tožniki in mučitelji božjega Sina Marijinega. Bili so rojaki izvoljenega, s tolikimi milostmi obdarovanega izraelskega ljudstva. In kake krivice so prizadjali svojemu dolgo in srčno zaželenemu Mesiji? Ganljiva očitanja Jezusova nasproti Judovskemu ljudstvu, katera poje sveta cerkev na veliki petek med počeščevanjem svetega križa, nam to nekoliko pojasnijo. Kristus je izraelsko ljudstvo ljubeznivo gojil in vodil, ono pa je pripravilo križ svojemu rešitelju. Kristus je ljudstvo krasno oblačil, ono pa ga je v svoji za-sljepljenosli oplenilo njegovih oblačil. Zavoljo izvoljenega ljudstva je udaril Egipet in nja prvorojence, ono pa ga je krvavo bičalo. Dal mu je kraljevo žezlo, on pa je dobil od njega sramotilni trst. Ozalšal ga je s krasno krono, ono pa mu je trnjevo krono pritisnilo na glavo. On je zasadil izraelsko ljudstvo kot svoj najlepši vinograd in ga je napajal z vodo iz skalnega studenca, ono pa ga je napajalo s kisom. On je Izraelce živil z mano in z mozgom pšenice, oni pa so mu dali žolča v jed. On jih je rešil trinoga faraona, oni pa so ga izdali velikim duhovnikom. On je šel pred njimi v žarnem oblaku, oni pa so ga peljali pred sodni stol Pilatov. On je odprl pred njimi morje, oni pa so odprli s sulico njegovo stran. On jih je povišal z veliko mogočnostjo, oni pa so ga povzdignili na sramotni križ. Roke, katere so blagoslovljale ljudstvo, so bile predrte z žreblji, in noge, katere so se ožulile s hojo za zgrešenimi in zgubljenimi ovčicami, so bile prebodene z železom. Mili obraz, katerega želijo angeli gledati, je bil pokrit s pljunki, s krvijo in prahom. Oko, katero je nekdaj Calieja na iigovem drevesu in Petra stoječega pri žrja-vici poiskalo in milo pogledalo, katero je za Lazarjem in nad Jeruzalemom milo jokalo, je bilo polno zasedene krvi. Božja glava je bila venčana z ostrim trnjem, katero ji je sekalo globoke rane, da je iz njih tekla kri po razbičanem in raztepenem telesu. Telo pa je viselo na križu v strašnih bolečinah, in si ni moglo zlajšati svoje mučne lege. Najmanjše gibanje je bolečine le še pomnožilo. In tem neznanskim mukam primerno je bilo sočutno trpljenje Marijino. Preljubi, da molčim o vseh drugih strahotah trpljenja Jezusovega in jih prepuščam vašemu tihemu premišljevanju, omenjam le še grozo, katera je morala prešiniti božjo Mater, ko je videla sveto, z božjo osebo Jezusa Kristusa osebno zedinjeno kr v svojega Sina na kamenju, na križu, na obleki razbojnikov, ne da bi jim koristila. Da, videla je, kako so to sveto krv teptali in pomešali z zemljo in s prahom ; bila je kri od njene krvi, bila je cena odrešenja sveta. Kaj ne, kako varno ravna duhovnik pri altarju, da ne razlije dragocene, presvete krvi, koliko spoštovanje ji zkazuje v kelihu ! In takrat je tekla s križa na tla, in ni bilo nikogar, ki bi jo bil zajel, skrbno shranil in molil. Kakošna groza se je pač morala zaradi tega polastiti Marije ! Tako je torej grozovitost in sramota, katero je Jezus trpel, poviševala bolečino njegove ljubljene in ljubeče Matere. Po pravici pripazuje pobožen učenik : «Ko so žre bij i prebadali roke njenega Sina, je smrtna bridkost prebadala njeno srce. Ko so bili prebodeni posamezni udje, je bila še bolje ranjena v svoji duši. Ko so iz ran tekle kaplje krvi, tekle so iz njenih očij bridke in krvave solze». 4. Bolečino Marijino je povečevalo tudi dolgo' trajanje trpljenja. Trpljenje namreč najsvetejši devici in materi Mariji ni došlo nenadno in nepričakovano. Od svetega Duha razsvetljena kraljica mučencev je gotovo poznala prerokbe o mukah in o poniževanjih Mesij in ih. Poznala je načrt trpljenja Jezusovega, glasovih psalm 21., prerokbo Izaij ino o možu bolečin (Iz. 53, 2 — 7), prerokbo preroka Zah arij e o izdaji in prodaji za trideset srebrnikov (Zah. 11, 12. 13), in ono velikega preroka Danijela o umoru ljubljenega Mesije. (Dan. 9, 26). Vrhu tega ji je pričal Simeon v tempelju, da je njen Sin postavljen v padež mnogim in v znamenje, kateremu se bode oporekalo, in da bode meč žalosti presunil njeno dušo. (Luk. 2, 34). Kakor poroča sv. evangelist Lukež dvakrat, je Marija ohranila in premišljevala v svojem srcu vse, kar je slišala o svojem Detetu, in je ohranila v svojem srcu vse besede, katere ji je govoril Jezus, (Luk. 2, 19; 2, 51). Od njega pa je gotovo izvedela skrivnost njegovega trpljenja, ker je gostokrat govoril o svojem trpljenju. Poznala je torej vse trpljenje svojega Sina tako živo, tako jasno in obsežno, kakor ga ni poznal še nikdar nobeden svetnik. In tako je bilo njeno lastno trpljenje dolgotrajno ter je postajalo čim dalje tem hujše. Čim več nasprotja in preganjanja je Jezus prestal od strani svojih sovražnikov, tem globlje je Simeonov meč segal in rezal v njeno čisto, rahločutno srce. Kakor kralj David, njen praded, mogla je vzdihovati in moliti tudi Marija : Usmili se me, o Gospod, ker sem stiskana: pobito je od bridkosti moje oko, moja duša in moje telo. V žalosti zginja moje življenje in moja leta v vzdihovanju. (Ps. 30, 10. 11). Toda, ljubljeni v Gospodu, poglejmo si sedaj Jezusovo trpljenje samo ; kako strašni so bili vendar dnevi velikega tedna, zlasti veliki petek, najbridkejši dan, ki ga je kedaj doživela kaka mati ! Kdo opiše strašno bolečino, katera je pre-šinjala in pretresala dušo Marijino, ko se je njen Sin poslovil od nje, da nastopi zadnjo pot? Krščanska mati, ako odhaja tvoj otrok na tuje, in jemlješ slovo od njega, kako ti je tedaj pri srcu ? Ali celo, tvoj sin gre v vojsko. Ti še moreš vsaj upati, da se povrne. Marija pa je vedela, da gre njen Sin v gotovo smrt, in sicer v najsramot-nejšo in najmočnejšo smrt križa. Ko je imel očak Jakob svojega naj mlajšega sina Benjamina poslati z brati v Egipet, reče žalosten drugim sinovom : Moj sin ne bo hodil dol z vami . . ko bi mu se pripetila kaka nesreča v deželi, v katero potuj et e, bi spravili moje sive lasi od žalosti pod zemljo. (Gen. 42, 38). Ko je mladi Tobija odšel v Ragez, da iztirja star dolg pri Gabelu, jela je njegova mati jokati in je rekla svojemu možu : Najine starosti palico si vzel in poslal od naju. O da bi nikoli ne bilo teh denarjev, zavoljo katerih si ga odposlal. Saj sva bila zadovoljna pri svojem uboštvu, in sva imela za bogastvo to, da sva videla svojega sina. (lob. 5, 23—25). Ko sta se morala po ukazu kralja Savla ločiti prijatelja David in Jonatan, sta se poljubila in sta jokala o b a d v a, David pa najhuje. (1. Kralj. 20, 41). Ko se je sv. apostol Pavel poslovljal od starešin e težke cerkve, so vsi močno jokali in so objemali Pavla in ga polj ubo vali; in so bili najhuje užaljeni zavoljo besede, ki jo je bil rekel, dane bodo več videli njegovega obličja. (Djan. ap. 20, 37. 38). Toda, kaj je ljubezen očaka Jakoba do Benjamina in ljubezen matere Ane do lobije, kaj je prijateljstvo Jonatanovo do Davida, pa kaj udanost Efežanov do sv. Pavla, če se primerja s sveto ljubeznijo med Jezusom in Marijo? Kako bridko je torej moralo biti njuno slovo v Betaniji ! Kako mučna je bila za Marijo ona tiha, samotna žalost ! Te strašne ure niso-li bile, kakor večnosti ? Vsled srčne medsebojne zveze, katera je med svetimi osebami, je Marija, dasiravno oddaljena po telesu, vendar v duhu gledala, čutila in trpela vse krivice, katere je moral njen ljubljeni Sin prenašati od trenotka, ko je bil ujet, pa do časa, ko je nastopil zadnjo pot na višino gore Golgote. In ko se je pokazala na križevem potu, da išče tistega, katerega je ljubila njena duša, v kako groznem stanu je našla svojega Sina na potu trpljenja proti morišču sredi kričeče druhali. O kako dolg je bil ta križev pot na Kalvarijo ! Potem pa neznanska muka Sind na križu in Matere pod križem ! One tri ure na Kalvariji, ko je božji trpin visel na križu, niso-li trajale brez konca za materino srce častitljive mučenice? O neskončna bolečina in bridkost, ko vidi Sina trpeli in mu ne more prikrajšati trpljenja ! Po vsej pravici obrača sveta cerkev na Marijo, mater bolečin, pretresljivo žalostinko, katero je nekdaj veliki prerok Jeremija, sedeč na razvalinah svojega ljubljenegaJeruzalema in spominjajoč se groznega razdjanja svetega mesta, jokaje popeval, da se je razlegalo po puščavi : O vi vsi, ki greste mimo po potu, premislite in glejte, ali je kaka bolečina, kakor je bolečina moja. (Žal. Jer. 1, 12). 5. Bolečine Marijine so se nadalje množile po zapuščenosti, v kateri je moral Jezus prenašati najstrašnejše muke. Občutje zapuščenosti je moralo sila grozno uplivali na ljubega Vzve-ličarja. Marija pa je svojemu božjemu Sinu podobna v vsem, podobna v brezgrešnosti, podobna v prenašanju bolečin in trpljenja, podobna pa tudi v občutju zapuščenosti. Udarili so dobrega pastirja, in razkropila se je plaha čreda. Jezusa vjamejo, bičajo, s trnjem venčajo, obsodijo ga v smrt, mu naložijo težki križ in ga nanj pribijejo, pa njegovih prijateljev in nekdanjih spremljevalcev ni videti nikjer, da bi tolažili njega in njegovo globoko užaljeno Mater, da bi delili ž njima mučne bolečine. Kje je goreči Peter, kateri je malo poprej slovesno izjavil, da je pripravljen, s svojim gospodom in učenikom iti v ječo in tudi v smrt? Pobegnil je in na kakem skrivnem kraju objokuje trojno zatajitev svojega božjega učenika. Kje sta Zebedejeva sina, ki sta na vprašanje gospodovo, ali moreta piti kelih trpljenja, odgovorila tako zaupno : Possumus, moreva ? Bežala sta, in le Janez si je poznej premislil ter je stopil tj e pod križ. Kje je oni apostol, ki je tačas, ko so učenci iz strahu pred hudobnimi naklepi Judov hoteli braniti Jezusu, da se ne vrne iz Galileje v Belanijo, obudit svojega prijatelja Lazarja, kje je odločni apostol, pravim, ki je tačas vskliknil v svoji gorečnosti in v svoji ljubezni do Jezusa : Pojdimo tudi mi, da umerjemo ž njim? (Jan. 11, 16). Sedaj ni šel s svojim mojstrom na Golgoto, temveč hodil je stranska pota in je izgubil skoro še vero. Da, oni, kateri so imeli biti stebri sv. cerkve, so omahovali in so padli, le Marija, katera ni bila na gori Tabor, je šla za zapuščenim Vzveličarjem na Golgoto in je stala pod križem v najbridkejši bolečini, pa tudi v neomahljivi veri. Stabat mater iuxla crucem. (Jan. 19, 25). Toda ni zadosti, da trpečega Vzveličarja zapustijo njegovi najboljši prijatelji in najzvestejši učenci ; celo njegov nebeški Oče ga prepusti tako zelo strašno bridkemu občutju osamelosti in obupnosti, da je v bridkosti in stiski svojega srca klical z močnim glasom : Moj Bog, moj Bog, zakaj si me zapustil? (Mat. 27, 46). Ta glasni klic bolesti je bil tako pretresljiv, da ga je sveti poročevalec zapisal tudi v takrat navadnem jeziku, v katerem ga je Gospod izustil : Eli, Eli, lamma sabacthani. (Mat. 27, 46 ; Mark. 15, 34). Pekočo notranjo bolečino je morala pač Marija čutiti pri tem mozeg in kosti preši-njajočem klicu, ne da bi mogla sebi ali svojemu ljubemu Sinu le nekoliko olajšati brezmerno trpljenje ! Sedaj namreč more vsaka žalostna in stiskana duša v hudi bolečini obračali svoje oči na križanega Vzveličarja, od koder ji dohaja neskončno sladka tolažba in moč v trpljenju. Toda prav ta okolnost, katera povzdiguje užaljene duše v trpljenju, je Mariji povzročila novo bolečino, jo je silno obtežila in globoko potrla. Kajti ravno za njega, ki je visel na križu, se je tako neskončno žalostila, in sočutje, katero ji je skazoval Sin, je moglo zopet njeno sočutno in nežno srce le stiskati, ne pa ga krepčati. Komu potok solz ne lije, Videti bridkost Marije, Grozno kot morja grenkost ! Kdo sočutno ne žaluje, Če to Mater premišljuje In trpljenja velikost! 6. Bolečino božje device in matere Marije, 2e tako grenko kakor morje, je še pomnožila nedolžnost njenega božjega Sina. Neizmerno globoko prešine namreč bolečina srce, ako se preganja obrekovana in nespoznana nedolžnost, ako mora biti sovražnikom v zaničevanje in v po smeh, in ako naposled celo podleže. Ali ni res, ljubi moji, ako sicer otrok umerje ali trpi posilno smrt, moremo še vedno najti nagibov tolažbe za stariše. Sin, ki ga izgubijo, je imel lahko svoje slabosti ; je bil morda nepokoren in nezvest ; jim je morda grenil življenje s svojim slabim obnašanjem ; je bil morda brez čednosti in brez pravega zasluženja in je zatorej prestal smrt le v kazen za svoje hudobno in pohujšljivo življenje. Nad vse hudo pa bi bolelo stariše, žalovali in vzdihovali bi brez konca, ko bi imel ta sin vse naravne in nadnaravne vrline v najvišji meri, ko bi bil popoln človek, ko bi bil uzor dobrega, pridnega, čednostnega otroka, tako da bi bila njegova smrt smrt nedolžnega, pravičnega, da bi bila smrt svetnika. Kaj pa še le, ko bi moral ta celo nedolžni sin, sramotno obrekovan in izdan, med sramotenjem in posmehom izdihniti svojo čisto, nedolžno dušo ? Vse to in še drugo se je izpolnilo nad Jezusom, Sinom Marijinim. Ne le, da krvavi po krivici in nedolžen na križu, ga v njegovem strašnem trpljenju še zasramujejo. In Marija, njegova najsvetejša mati, je morala ž njim poslušati zasramovanja, ne da bi jih mogla zahraniti ali zavrniti. Kako globoko je morala ta peklenska zlobnost raniti naj čistejše in najrahločutnejše srce Marijino ! Ti pa, ki so mimo hodili — storili so to nalašč, praetereuntes — so ga preklinjali in so zmajevali s svojimi glavami in so rekli: Aha, ki tempelj božji podiraš in v treh dneh zopet sezidaš, pomagaj sam sebi; ako si sin božji, stopi s križa. Ravno tako so ga zasramovali veliki duhovniki s pisma rji in starešini vred in so rekli: Drugim je pomagal, sam sebi ne more pomagati. Ako je kralj izraelski, naj stopi sedaj s križa in mi verujemo vanj. Zaupal je v Boga: naj ga sedaj reši, ako ga ima rad; saj je rekel: Sin božji sem. (Mat. 27, 39—43). Zasramovali so ga tudi vojaki, kateri so pristopili in somu ponujali kisa in so rekli: A k o si kralj .judovski, pomagaj si!... Da celo eden razbojnikov, katera sta visela, ga je preklinjal, rekoč: Ako si Kristus, pomagaj sam sebi in nama! (Luk. 23, 36. 37. 39). Tako torej ljubemu Jezusu tudi ob smrtni uri niso dali pokoja, ki se privošči celo največemu hudodelniku, kadar umira. In ako so navzoči otroci z rokami kazali na Križanega in so po-praševali svoje očete in matere, kdo je vendar ta, ki visi med dvema razbojnikoma, se jim je kajpada odgovorilo : ta je največ! hudobnež. O kako je moralo to prebadati materino srce Marijino! Kako je bila ljubezniva Mati tako težko, tako neusmiljeno izkušana! V Nazaretu ji je naznanil angel, da bo Gospod Bog njenemu Sinu dal sedež njegovega očeta Davida in da bo kraljeval v hiši Jakobovi vekomaj (Luk. 1, 32), in sedaj vidi tega svojega Sina, poteptanega kakor črva, zasramovanega od sovražnikov, povišanega na križu in zasmehovanega, zapuščenega od nebes in zemlje. Ali ni moral ta pogled na nedolžno umorjenega Sina kakor ostro brušen meč prebosti preblago srce Marijino? 7. Ljubljeni v Gospodu ! Še eno ostrost meča bolečin v ranjenem srcu Marijinem hočemo premišljevati, da se še bolje pogreznemo v morje njenih bolečin : ta pa je njena neposredna pričujoč-nost pri m učen iški smrti srčno ljubljenega Sina. Veselje in žalost dela na nas tem veči vtisek, čim bliže našim počulkom je predmet veselja in žalosti. Dokler namreč naša duša prebiva v umrljivem telesu, je odvisna od vunanjih udov, kateri so ji orodje. Po njih se vzbujajo in oživljajo v duši razna stanja in čustva. Zato prihaja veselje tem živahnejše in žalost tem bridkejša, čim bolje se predmet veselja ali žalosti približa vu-nanjim čutom. Med temi čuti pa je zlasti oko, katero duši lahko in popolno privaja vtiske sedanjega stanja ; zato so tudi med vsemi vtiski, katere prejema naša duša po vunanjih čutih, najživah-nejši in najmočnejši oni, katere povzročuje pogled. Ko je Hagara videla svojega sina Tzmaela v puščavi žeje umirati, je posadila otroka pod eno izmed dreves in je šla proč, (er je sedla njemu nasproti od daleč in je na glas jokala, rekoč : Ne morem gledati otroka umirat i. (I. Mojz. 21,16). Ko so očaku Jakobu pokazali krvavo suknjo njegovega ljubljenega sina Jožefa, je pretrgal svoja oblačila in se je oblekel v žimo v n i k in je obžaloval svojega sina., pa se ni dal utolažiti, temveč je dejal: Žalosten pojdem k svojemu sinu pod zemljo. (I. Mojz. 37, 33—35). Bralcem svetega Pisma se studi babilonski kralj Nabuhodonozor, ki je ukazal sinove izraelskega kralja Sedecije pomoriti vpričo nesrečnega vladarja; kajti tako je moral oče večkrat okusiti smrt, predno je sam umrl. (IV. Kralj. 25, 7). Sv. Avguštin trdi brez pomislika, da je mali Makabejcev pred svojo smrljo sedemkrat trpela mučeniško smrt, ker je gledala grozne smrtne muke svojih sedem sinov. Dante Alighieri pripoveduje v svojem pesniškem delu «Divina Commedia», da je bil grof Ugolino s štirimi otroki vržen v ječo. Sinovi so umrli glada, njih oče pa je večkrat umrl glada.1 Ko sem leta 1878 v Sarajevu prosil blagega in pobožnega duhovnika, da naj obišče z menoj težko ranjene vojake v vojaški bolnišnici, mi odvrne, češ, da je tako rahločuten, da ga obhaja silna groza, ako vidi rane. Zares, nahajajo se nežnočutne duše, ki ne morejo gledali človeka umirati ; one morajo oditi. Nahajajo se matere, katere ne morejo poslušati sopenja svojega umirajočega otroka, ne morejo gledati, ko umrlega otroka devajo v rakev ali ga pokopavajo, ne da bi tudi jih ne obhajale smrtne težave. Ko so slavnega angležkega državnega kancelarja Tomaža Mora, kateri je bil zarad svojega katoliškega veroizpovedanja v smrt obsojen, peljali na morišče, se je njegova hči Margareta iztrgala svojim prijateljicam iz rok in je v pre-silni srčni žalosti hitela po cestah in ulicah Londonskega mesta in je došla še pravočasno na 1 Karl Streckfuss, Dante Alighieri’» Göttliche Komödie. Leipzig. Hölle. 33, 37—75. Str. 188—190. morišče, kjer se je oklenila svojega ljubljenega očeta in je klicaje: oče, moj oče, omedlela. Marija pa je, ljubljeni v Gospodu, stala pod križem in je videla svojega ljubljenega Sina trpeti vse, karkoli si je mogla izmisliti grozovitost človeška v zvezi s peklensko zlobnostjo. Ali ni moralo presegati vse človeško čutenje in vse človeško spoznanje, kar je Marija sočutila in trpela v srcu nad neznanim trpljenjem svojega božjega Sina? Žalosti bi bila umrla, ko bi je ne bila krepčala trdna vera in ko bi je ne bilo osrčevalo sladko upanje bližnjega ustajenja. Saj trdi sv. Anzelm: Marijine bolečine so bile tolike, da bi bile zadostovale, jo vsak trenotek umoriti, ko bi je Bog ne bil po posebnem č u d e ž u o h r a n i 1 pri življenju.1 Sveta Mati, to le prosim, Rane Kristusa naj nosim, Vtisni v moje jih srce ! V Gospodu ljubljeni škofij ani! rečenega si morete vsaj v glavnih obrisih j|ggj naslikati podobo žalostne Matere božje in morete spoznati, da se prečudežna Mati po pravici časti in kliče kot kraljica mučencev. Kar govori veliki prerok Izaija o Jeruzalemu, velja o Mariji: Coronans coronabit te tribulatione. Krog in krog te bode v e n č a1 z bridkostjo. (Iz. 22, 18). Ker se r trdeča roža vsled svoje krvne barve imenuje roža mučencev, zalo sv. cerkev pozdravlja žalostno Mater kot prvo rožo mučencev. Ave princeps generosa martyrum-que prima rosa. Zdrava bodi o kraljica, prva 1 Poleg že navedenih pripomočkov bodi še posebič omenjena knjiga : Simon Knoll, „Leiden und Freuden der jungfräulichen Gottesmutter Maria“. Donauwörth, 1877. (II. del, str. 133—250). — Nadalje : „Drobtinice za novo leto 1857.“ (Str. 3—86.) — J. Volčič : „Življenje prebla-žcne Dcviee in Matere Marije“. (II. del, str. 56—59, 112 in 143—147).—Janez Zupančič, „Dušna pomoč“. (I. II. del). roža mučenica ! (Osmi rezponzorij 3. nedeljo septembra). V obhajilni molitvi sv. maše poveličuje Marijo zarad njenega mučeništva: Felices sensus beatae Mariae Virginis, qui sine morte meruerunt martyrii palmam sub cruce Domini. Mučeništvo božje Matere sicer ni bilo krvavo, temveč nekrvavo, notranje, duhovno ; po nauku sv. cerkvenih očetov pa je presegalo vse muke pravih mučencev. Rečem še premalo, piše sv. Udefonz, ako trdim: Marija je pri trpljenju svojega Sina trpela tako bridke bolečine, da jih ne dosežejo muke vseh mučencev skupaj. Sv. Bernard slavi kraljico mučencev kot mučenko na duši, in pristavlja, da je več kakor m učenka. Trpela je dvojno mučeništvo : po udeležbi trpljenja svojega Sina, kakor tudi po življenju vedne pokore in ved n ega zatajevanja.1 Kaj čuda, da so strašne bolečine Marijine od nekdaj vzbujale globoko sočutje katoliških kristijanov in da so se častile z iskreno pobožnostjo, kakor sem omenil že zgoraj v vvodu. Iz sočutja, iz spoštovanja in ljubezni do kraljice mučencev in mučenic so krščanski stavbarji stavili krasne cerkve in kapele in al ta rje. Krščanski pesniki so posvečevali svoje moči proslavljanju častitljive Matere bolečin. Eden izmed prvih pra-voslovcev mesta tiolonije, Jakopone da Todi (f 1306), je zložil žalostni Materi na čast najlepšo pesen srednjega veka : Stabat mater, katero so skušali dostojno popevati Palestrina, Orlando de Lasso, Pergolese, Mozart, Haydn, Bach, Liszt, Witt, Antoniu Dvorak in mnogi drugi mojstri glasbeniki.2 Na tisoče pa jih to pesen moli s sveto cerkvijo, zlasti odkar so papež lnocencij XI. z apostolskim pismom dne 1. septembra 1681 podelili odpustek sto dnij 1 Serm. de duodecim stellis. 2. nokt. sv. oficija na obeh praznikih sedem žalostij Marijinih. 2 Primeri sestavek : Stabat mater. Der Dichter, die Übersetzungen und Melodien desselben. Von Wilhelm Baumker v knjigi : Cäcilien-Kalender für das Jahr 1883. Redigiert von F. X. Haberl. Str. 59—66. — Lexicon der kirchlichen Tonkunst vom P. Utto Kornmüller O. S. B. 11. Aliti. 1. Artikel : Sequenz. Str. 272. vsem, ki pobožno molijo to žalostinko. Ta odpustek so papež Pij IX. potrdili s pismom dne 18. junija 1876. Tudi največi ljubavni pesnik 12. veka, Walter von der Vogelweide, je opeval z nepo-snemno nežnostjo Marijine bolečine.1 Kakor pobožnovernim pesnikom, enako je bila podoba Matere bolečin predmet najkrasnejšim izdelkom in pravim umotvorom mnogih slikarjev in kiparjev. Dovršen kip žalostne Matere stoji na gori Kalvariji v Jeruzalemu.2 Vrlo znana je slika žalostne Matere božje (Pietà) Michelangela v cerkvi sv. Petra v Rimu, Michelangela da Caravaggio v vatikanski pinakoteki v Rimu,3 slavnega Ci-mabue v cerkvi sv. Frančiška v Asisiju, Giotta v kapeli deli’ Arena v Padovi, Fiesola v cerkvi sv. Marka v Florenciji, Perugina in Rartolomea v Florenciji.4 Glasovih umetnik Viljem Achtermann je trpljenje blažene matere Marije nad vse ljubeznivo in ganljivo predstavil v kipu žalostne Matere 1 V Goethc-jevem „Faust-u11 je pesen v 1. delu o žalostni Materi eden naj lepših Goethejevih spevov. Ganljiva je žalostinka spokornice pred podobo žalostne Matere : Oh usmili V prebridki sili Se žalostna me Mati ti ! Vsa v bolečini V srca globini Zreš svoj'ga sina vmirati. Solze zdaj liješ, K Očetu vpiješ, Proseča Sinu pomoči. Sramote, smrti me otmi ! Oli usmili V prebridki sili Se žalostna me Mati ti ! (Goethe’s sämmtliche Werke. Stuttgart und Tübingen. 1851. IX. Theil. Str. 141. 142). 2 Erste allgemeine österr. Pilgerfahrt ins Heilige Land. Wien, 1898. Str. 110 in 111. 3 Die katholische Kirche unserer Zeit und ihre Diener in Wort und Bild, llerausgegeben von der Leo-Gesellschaft in Wien. 15. zvezek, str. 359. 4 Primeri : Heinrich Detzcl, Christliche Iconographie. Freiburg im Breisgau, 1894. I. zvezek, str. 431 nasi, pod štev. 4. (Die sogenannten Pietà-Bilder). v Monasliru. Na slavni sliki žalostne Matere od profesorja Trenkwalda drži Marija svojega božjega Sina v naročju. Večni Sin božji je prestal trpljenje, Mati pa trpi dalje v neizrečni bridkosti. Pred to podobo najdeš zaupanje v Boga, stanovitnost in sladko tolažbo v žalosti. Ganljive slike žalostne Matere se nahajajo v premnogih cerkvah, kapelah in molivnicah. V župnijski cerkvi v Heidingsfeldu se skrbno hrani podoba žalostne Matere od Til-in an a Riemenschneider. V cerkvi cesarske dvorne straže na Dunaju na Rennweg-u, prenovljeni od redovnikov resurekcijonistov, najdeš na stranskem allarju biser te cerkve, velik umotvor iz najboljšega časa laškega slikarstva : žalostno Mater božjo. Umetnik je vedel vpodobiti visoki uzor bolečine, udane v božjo voljo. Predragi v Gospodu! Ne morem se motiti o vzveličavnih čustvih, katera je obudilo v vaših srcih branje mojega pastirskega lista o Materi bolečin. Žalil bi ta vaša občutja, ako bi hotel iz omenjenega izvajati sedaj razne nauke. Te nauke so posnela že vaša od iskrenega sočutja z žalosti polno Materjo prešinjena srca. Le nekaterih više-pastirskih opominov ni, da bi zamolčal. K prvemu vas vprašam, zakaj je Marija, Jezusova in naša mati, toliko trpela ? Iz ljubezni do Jezusa, svojega odrešenika, in do nas, svojih odrešenih otrok. Trpimo tudi mi potrpežljivo in udani v božjo voljo iz ljubezni do Jezusa in do Marije! Premišljujmo radi v tem svetem času posta, molitve in zatajevanja našega duha in naše srce vzpodbujajoče trpljenje Jezusovo in sotrp-ljenje Marijino. Izprašujmo pri tem natančno svojo vest, in izpovejmo se skesano svojih grehov, kateri so povzročili bridko trpljenje in smrt Jezusa Kristusa in žalosti polno sotrpljenje njegove najsvetejše Matere. K drugemu se hočemo v bridkostih in stiskah življenja vzpodbujati z mislijo, da se nobena bolečina in nobena izguba, katero mi trpimo, ne da primerjati bolečini in izgubi Matere božje. Moj ljubi kristijan, četudi bi videl umirati svojega nadepolnega otroka, prisrčno ljubljenega sina ali ravno razvito hčer, in bi ti pokalo srce ža- losti, ozri se na Marijo ; kje je bolečina enaka njeni bolečini? Hlapec in dekla pa ne moreta in ne smeta zahtevati, da se jima bolje godi kakor gospodu in gospej ! Daruj se voljno, ne da bi vpraševal in bi hotel vedeti, zakaj, čemu? Dovolj, da veš, da je tvojega sina ali tvojo hčer s sveta poklical tisti, kateri je dal svojega edinorojenega Sina v trpljenje in smrt na križu ter ni prizanesel nebeški hčerki Mariji. Spoznaj iz tega, ljubi kristijan, da ne smeš zahtevati, da bi bil brez trpljenja, brez žalostij in brez bridkostij. Že po svoji naravi in po svojem nadnaravnem namenu moraš trpeti od zvunaj in od znotraj. Izraelci so le zkozi puščavo dospeli v obljubljeno deželo, in kristijan dospe le po križu iz te solzne doline v raj. Po križu h kroni ! Za cesarja Antonina je v Rimu plemenita gospa, Felicita po imenu, s svojimi sedmerimi sinovi živela, vsa srečna v veri v Jezusa Kristusa in v vaji vsakatere čednosti. Ko so bili, ona in njeni otroci, zatoženi, da so kristijani, jih je pozval mestni predstojnik Pub lij v imenu cesarjevem, da darujejo malikom. Stanovitno je blaga mati to zahtevo zavračala za se in za svoje sedmere sinove. Doživela je sveto veselje, da so vsi njeni otroci pred sodniki srčno spoznali krščansko vero, dasiravno so morali svoj pogum plačati z mučeniško smrtjo. Šli so v smrt, veselo popevaje. Naposled je bila umorjena tudi mati, tako da je morala sedemkrat prenašati smrtno muko, ker je videla umirati svoje sinove. Glejte vredno učenko Jezusovo in poslušno hčerko žalostne matere Marije. Ta veličastni vzgled bodi tudi vam, predragi, v zvesto posnemo. Tudi ' pred vašimi očmi mora v tem vzveličavnem času umreti sedmero otrok vašega srca, to je, sedmero glavnih ali smrtnih grehov. V trdnem zaupanju na pomoč deviške matere božje Marije se vojskujte zoper svoj priljubljeni greh, odsekajte temu glavo, in lahko bodete premagali vse druge svoje napake in slabosti. Malo pomena ima sveti postni čas, ako ob njegovem sklepu niste postali boljši, kakor ste bili ob njegovem začetku. Ko je bil junaški pomorski poveljnik Liladam (L'isle-Adam), veliki predstojnik malteškega reda, leta 1522 izgubil otok Rod, videli so ga z ostanki njegovega brodovja pristati v Mesini. Le ena zastava je še vihrala z njegove ladje, in na tej zastavi je bila naslikana žalosti polna Devica, sedeča pod križem, z napisom : V vsaki brid- kosti in sili naše upanje! Tudi naše zemeljsko življenje je podobno vožnji po morju. Ako nam torej pretijo valovi nesreče, ako naši ljubljenci pomerjejo ali nas zapustijo, ako nas nadlegujejo bridke izkušnje in hudi dvomi, pioverne v viharju trpljenja varno in mirno med skalovjem, ako vihra ona zastava pred našimi očmi, ako povzdigujemo svoje oči z otroškim zaupanjem k morski zvezdi, k svoji ljubi gospej in žalostni materi Mariji. Saj je Marija po lepem izreku sv. škofa Epifanija oko, katero vidi našo revo, srce, katero ima sočutje z nami, roka, katera se s t e g a za nami, da nam pomaga. Častite torej veličastno Mater bolečin in zaupajte v njeno materino varstvo pred vsemi vi, duhovniki Gospodovi! Nekdaj so veliki duhovniki žalili presveto srce žalosti polne Matere s svojim sovraštvom do Jezusa, ki je grajal njihove pregrehe, in s hudobnimi naklepi zoper njega. Mi pa hočemo božji Materi veselje delati z vestnim spolnjevanjem svoje vzvišene in svete službe, z gorečo ljubeznijo do Jezusa in do vseh naši pastirski skrbi izročenih neumrljivih duš. Marija je posebno mati duhovnikov. Saj jo je njen Sin izročil apostolu v varstvo. In ona je tolažila obupne apostole in je bivala med njimi, ko so izvedeli za gotovo, da je Vzveličar vstal, in ko je sveti Duh razlil nad nje svoje preobilne milosti. Kakor je Marija vidno bivala pri prvi krščanski občini, tako biva nevidno v sv. cerkvi, katere služabnike posebno ljubi kot namestnike svojega Sina, večnega velikega duhovnika, in jih podpira s svojo mogočno priprošnjo. Srčno torej stojmo z Marijo pod križem Kristusovim in prenašajmo potrpežljivo trude in težave svojega prevzvišenega poklica, kakor apostoli, kateri so se veselili, da s so smeli zavoljo imena Jezusovega trpeti zasramovanje in preganjanje. Iuxta crucem tecum stare Et nos tibi sociare In planctu, percupimus ! Ljubite in posnemajte žalostno Mater vi, krščanski starisi ! V vaših naročjih počiva upanje prihodnosti. Vi hranite in redite mladi zarod z vsakdanjim kruhom, krepčajte ga tudi z mlekom krščanstva iz verno pobožnih src. Kar vi vtisnete otrokom v srce o Jezusu in Mariji, to požene globoke korenine; naj tudi pozneje nad tem buči divji vihar sveta, o pravem času bode vendar zopet pognalo, bode cvetlo in rodilo sad vzveličanja. Odgojujle svoje otroke za Boga in ne za svet, da so in ostanejo vedno izvoljeni otroci božji in Marijini. In vi, krščanski otroci, častite in ljubite iz vsega srca svojo nebeško Mater. Spolnjujte vzve-ličavni opomin, katerega je dal oče Tobija na smrtni postelji svojemu sinu, mlademu lobiji, rekoč: Moj sin, poslušaj besede mojih ust in vtisni jih trdno v svoje srce... Spoštuj svojo mater vse dni njenega življenja; ker spominjati se moraš, kakošnein kolike nevarnosti je trpela zavoljo tebe... Vse dni svojega življenja imej Boga v spominu, in varuj se, da v greh ne privoliš inda ne puščaš v n e m a r zapovedij Gospodovih... Varuj se vsake nečistosti, in napuhu ne pusti gospodovati ne v svojih mislih, ne v svojih besedah; ker v njem se je začela vsa spačenost . . . Hvali Boga vsakičas in prosi ga, da vodi tvoja pota. (lob. 4, 2—4. 6. 13. 14. 20). Poveličujte kraljico bolečin z besedo in z dejanjem vi, krščanski možje ; ker vam je dal Jezus najbolje, kar je imel : Marijo, ko je stala pod križem. Ljubite in proslavljajte vi, krščanski mladeniči in krščanske mladenke, lilijo čistosti in rožo mučencev, in bodete časno srečni ter večno vzveličani ! Skazujte se vi, Bogu posvečeni redov- I niki in redovnice, kot srčne častilce in častilke najčistejše, najubožnejše in najžalostnejše Matere z natančnim spolnjevanjem slovesno storjenih obljub devištva, uboštva in pokorščine. Marija, kraljica devic, se vas bode vedno spominjala v nebesih in bode za vas prosila pri svojem božjem Sinu. Zatekajte se v varstvo in hrambo žalostne Matere vi ubožci in zapuščeni, in učite se od Device najmodrejše, v uboštvu in sili Bogu se darovati. Križ je vedno pripravljen in čaka kri-stijana povsodi. Ne more mu uteči, naj beži kamorkoli. Ako rad nosi križ, bode križ tudi njega nesel tj e, kjer je konec vsemu trpljenju. Ako pa ga nosi z nevoljo, ga teži še huje in vendar ga mora nositi. Ako se otrese enega križa, našel bode k malu težjega. Ne more se ogniti temu, čemur se ne more umakniti noben človek. Kateri svetnik na svetu je bil brez križa in trpljenja? Vse življenje Jezusovo in Marijino je bilo križ in mučeništvo; zato bodi tudi vsakdo pripravljen, da kot dober in zvest hlapec nosi pogumno križ Gospoda in njegove blažene Matere.1 Blagor jim, ki v tej solzni dolini žalujejo in jokajo z Jezusom in z Marijo, ker potolaženi bodo! Častite posebno vi grešniki Mater bolečin s tem, da obžalujete svoje grehe, da se jih izpoveste in se jih potem skrbno varujete. Ako se po nauku sv. Pavla (Hebr. 6, (i) Kristus z vsakim smrtnim grehom vnovič križa, mora potem tudi Marija vsakikrat pod križ. Ne silite je torej na novo pod križ in ne prebadajte zopet z mečem njenih prs! Oče Bevigliene iz družbe Jezusove pripoveduje, da je imel neki mladenič hvalevredno navado, da je vsaki dan obiskal podobo žalostne Matere, ki je nosila sedem mečev v prsih. Nekoč je storil nesrečnež smrten greh, in ko je nato stopil pred podobo, videl je v srcu Device osem mečev in je slišal glas, da osmi meč v Marijinih prsih pomeni njegov greh. Ves prestrašen hiti se izpovedat in zadobi zopet otroštvo božje. 1 De imitatione Christi. Lih. 2. cap. 12. de regia via sanctae crucis. Ob sklepu pa vsi prav ponižno prosimo pre-ljubeznivo Mater bolečin, da nam kot priprošnjica umirajočih ob uri ločitve iz tega sveta zadobi milost, da dosežemo venec zmage. Kakor je nekdaj svoje ljubo Dete položila v naročje starčku Simeonu, in je ta v sladkem veselju zapel svojo popotnico : Nunc dimittis servum tuum. Domine, katera je vse navzoče čudežno ganila in povzdignila, tako naj tudi vsakemu izmed nas izprosi ob smrtni uri milost, da moremo kakor Simeon zapeti večerno pesen: Sedaj odpusti, o Gospod, svojega hlapca v miru ; ker moje oči so videle tvoje vzveličanje! V Mariboru, na god svetih sedem bratov Marijinih žalostij, dne 11. februvarija 1899. f Mihael, knez in škof. Christe, cum sit liinc exire, Da per Matrem me venire Ad palmam victoriae ! Quando corpus morietur, Fac ut animae donetur Paradisi gloria! Amen. Kristus, ko se bo ločiti, Mi po Materi dobiti Zmagovalno krono daj ! Kader smrt mi truplo vzame, Daj, da dušo mi objame Večne slave srečni raj ! Amen. Postna postava za leto 1899. S pogledom na razmere sedanjega časa podelim vam, predragi v Gospodu, s privoljenjem svetega Očeta, rimskega papeža, vse tiste olajšave tretje cerkvene zapovedi, katere so vam bile že pretekla leta podeljene. I. Postni dnevi, v katerih se smete na dan le enkrat nasititi, so ti le: 1. Vsi dnevi Štiridesetdanskega posta, tudi zapovedani prazniki, izvun nedelj. 2. Vsaka sreda, vsaki petek in vsaka sobota v kvatrah. 3. Vsaka sreda in vsaki petek v adventu. Ta post je namesto nekdanjega posta ob biljah pred prazniki sv. apostolov. 4. Bilje ali dnevi pred Duhovim (Binkoštmi), pred Petrovim in Pavlovim, pred vnebovzetjem deviške matere Marije, pred vsemi Svetniki, pred brezmadežnim spočetjem Marije in pred Božičem. II Zavživanje mesenih jedij je prepovedano: 1. Vsaki petek celega leta. 2. Vsako kvaterno sredo in soboto. 3. Na pepelnico in v treh poslednjih dneh velikega tedna. 4. Ob vseh zgoraj naštetih biljah, to je pred Duhovim, Petrovim in Pavlovim, pred veliko Gospojnico, vsemi Svetniki, brezmadežnim spočetjem Marije in pred Božičem. III. Kar zadeva olajšavo, velja nastopna določba, in sicer: 1. Za vso škofijo. Kadar se praznuje zapovedan praznik ob dnevu, ob katerem je zavživanje mesa prepovedano, postavim ob petku, sme se vživati meso, pa ne da bi bila dolžnost, poprejšnji dan se zdržati mesa. 2. Za posamezne kraje. Kjer se ob petkih ali drugih takih dnevih, ob katerih je prepovedana meso- jeja, vrši sejem, in se zbira veliko ljudstva, je dovoljeno, na ta sejmovi dan vživati meso. 3. Za posamezne osebe. a) Mesene jedi smejo vse dni med letom, iz-vzemši pepelnico, tri zadnje dni velikega tedna in biljo pred Duhovim in Božičem, vživati delavci v rudokopih, rokodelci v tovarnah ali fabrikah, popotniki, kateri jedó v gostilnicah in krčmah ; pa tudi taki, ki n. pr. v mestih in trgih in podrugod navadno v gostilnico na hrano hodijo. b) Vse dni med letom, izvzet je le veliki petek, smejo mesene jedi zavživati kondukterji na železnicah in tudi vsi tisti, kateri potujejo z železnico in so prisiljeni po gostilnah na železniških postajah jemati hrano. Enako pravico imajo bolniki v toplicah, na slatinah ali v drugih zdravilstvenih zavodih s svojimi domačimi in strežniki vred. Toda ta polajšava ne velja za take osebe, katere hodijo le za kratek čas v toplice ali v take kraje razveseljevanja. c) Vse dni med letom smejo mesene jedi vživati taki reveži, kateri si vsled velikega siromaštva ne morejo v jedili izbirati in so prisiljeni jesti, karkoli se jim daruje. Ako pa dobijo postne jedi za milošnjo, ne smejo vživati nepostnih. Sploh pa smejo vse osebe, katere morajo služiti ali prebivati pri takih ljudeh, ki nikoli ne stavljajo postnih jedij na mizo, smejo, pravim, jemati mesene jedi, samo ne na veliki petek, če je le nekoliko mogoče. 4. Za vse postne dni med letom in tudi za ves štiridesetdanski post z nedeljami vred je ostro prepo- V Mariboru, dne 11. februvarija 1899. vedano, pri enem in tistem obedu zavživati ribe in mesene jedi. To velja tudi za tiste, ki vsled starosti, bolezni, težkega dela itd. niso dolžni, postiti se. 5. Pomniti je dobro, da morajo vsi tisti, ki vživajo meso ob polajšanih dneh, vsak takošen dan, kakor tudi ob vseh sobotah med letom pobožno moliti trikrat »Oče naš« in trikrat »Češčena si Marija« in »Vero apostolsko» v čast bridkega trpljenja našega Gospoda Jezusa Kristusa. Kjer je več ljudij pri mizi, opravljajo naj to molitev glasno in vzajemno. Posebič še v Gospodu opominjam vse tiste, ki se bodo posluževali postne polajšave, da o postnih dneh tem obilnejše opravljajo dobra dela krščanskega usmiljenja, da radodarno delijo ubogim preostanke svoje mize ali pa to, kar pritrgajo sami sebi. Namesto masla sme se rabiti mesena začimba (ali špeh) ob vseh navadnih petkih med letom : izvzeti so le kvaterni petki in veliki petek. Bolnikom za nekoliko časa še bolj polajšati post, za to pooblaščam dušne pastirje in spovednike. Kdor pa želi za dolgo časa ali za vselej oproščen biti postne postave, mora se do Mene obrniti s prošnjo, katero naj podpirajo polnoveljavni razlogi. Milost sv. Duha bodi pa z vami, da bodete mogli v duhu ljubezni, pokorščine in zatajevanja samega sebe vestno izpolnjevati postno postavo. Ki pa bodo izpolnjevali to pravilo, mir črez nje in usmiljenje božje. (Gal. 6, 16). f Mihael, knee in škof. - -1 i F.-B. Lavante» Ordinariat zu Marburg, am 11. Februar 1899. t Michael, Fürstbischof. Opomba. Ta pastirski list naj bero dušni pastirji vernikom v nedeljo kvinkvagesimo, kvadragesimo in drugo postno nedeljo. Postno postavo pa naj, kakor navadno, s prižnice oznanijo na tretjo pred postno nedeljo (kvinkvagesimo). Med letom morajo še vsaki post posebič oznaniti poprejšnjo nedeljo. Druck der St. LyrilluS-Buchdruckerei IN Mardurz.