Vriitemetetiens - Preis«: Für fleibodb: «enii66ng . . 8 fl. 40 (r. HalbjLdrig . . 4 . 20 „ «teätljatrig . 2 10 „ Monatlich . . - „ 70 „ Mit der Post •wiitortg................12 fl. HakdjShrig................ 6 , »irrtelilibrig 3 „ Laibacher Für Zustellung m< Hau» »inttlj. 25 K., motietl. 9 kr. tinjrtnt Stummem 6 it. Tagblatt. Anonyme Kittheilungen «erden nicht berückfichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Redacti«»: Bahnhofgaffe Nr. 15. Erpedtti»»«-«! Juserate«-vnrean: «vngreßplay Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein« wahr & Fed. Bamberg.) JnsertionSvreise: Kür die einspaltige Petitzeile i 4 kr , bei wiederbulker Ein» idialtung ä 3 tr.,,#'’**'-’. Anzeigen bi» 5 geiles 2Ü!r.~"' Bei größeren Jnser-tten und öfterer Einschaltung entspre»? chender Rabatt. Kur complicierten Satz beson» dere Vergütung. Nr. 244 Dienstag, 23. Oktober 1877. - Morgen: Raphael Erz. 10 Jahrgang. Echter und unechter Patriotismus, j Martin Hotschewar übte im Lande Srain tintn eminent patriotischen Akt durch Widmung eine« au« eigenen Mitteln aufgesührten und zu Schulzwecken bestimmtc:, Unterrichtsgebäudc«. Di-ser patriotische; «et fand wohlverdiente Anerkennung in den Provinzen: de« Reiches und im engeren Baterlande in allen; Schichten bet besonnenen, schulfreundlichen Bevölke- j rung. Die loyalen Journale in der Hauptstadt und j in den verschiedenen Provinzen de« Reiche« brachten, Berichte über die würdige Eröffnungsfeier dieser Unterrichtsanstalt. Der Minister deS Unter* j richte« begrüßte die erste Bürgerschule im Lande j «r»in mit sympathischen Worten; er sprach seine Befriedigung darüber au«, daß in dieser Anstatt die deutsche Sprache gepflegt werden wird. Der Regierungspräsident von Srain bezeichnet? da« neue Schulhau« als eine der schönsten Zierden de« Bezirke« Gurkfeld« und de« Lande« Ärain; er rief dieser Anstalt die klassische Devise: „Vivat, crescat und floreatl“ zu und nannte de» Erbauer und Spender diese« Schulhause« den ersten Bürger Gurkfeld«. Der Bor stand de« Bezirks sch ul-rat he« von Gurkfeld betonte, Guikfeld könne sich glücklich preisen, die erste Bürgerschule in Krain zu besitzen. Der Landeshauptmann de« Herzog« thumeö Kram sprach dem patriotischen Spender de« neuen SchulhauseS den Dank de« Landes aus. Der nationalst sinntc Bürgermeister der Stadt Gurkfeld war der erste, der dem patriotischen Mitbürger Martin Hotschewar den Dank der Stadt-gemeinbe in deutscher Sprache darbrachte. Der eminent patriotische Act Hotschewar« fand in den weitesten Kreisen wohlverdiente Anerkennung, und selbst die Krone fand in gerechter Anwendung ihre« Grundsätze« — da« Verdienst zu belohnen dort, wo e« sich findet — willkommenen Anlaß, die Bruft de« großen Patrioten und Schulfreunde« Hotschewar« mit dem Orden der Eisernen Krone zu schmücken. Während der eminent patriotische Act Hotsche« war« in den entlegensten Theilen de« Reiche« mit voller Befriedigung begrüßt wird, machen die slovenischen Blätter im Lande Ärain e« sich zur Aufgabe, den patriotischen Act Hotschewar« zu besudeln und dessen Bedeutsamkeit herabzusetzen; sie erfrechen sich, die schwerwiegenden «ohlthätigen Folgen dieses Acte« für Bezirk und Land zu verkleinern, da« Verdienst Hotschewar« für Hezirk und Land in den Augen der slovenischen Bevöflerung in Schatten zu stellen und die würdige Er-ffnungsfeier dieser Lehranstalt als eine „Komödie" zu bezeichnen. Ganz Ärain, die ruhig und klar denkende, fchulfreunblich gesinnte und für Jugendbildung begeisterte Bevölkerung de« Lande«, mag dieselbe der deutschen oder slovenischen Zunge angthören, feierte den 15. Oktober 1877, jenen Tag, an welchem die erste Bürgerschule in Ärain inauguriert wurde. Die Slovenen sind e« nicht, die Hotschewar« patriotische« Werk mit Äoth bewerfen und lästern, solch cynischer Frechheit, solch gemeinen Verbrechen« macht sich der denkende, geistig gesunde Slovene nicht schuldig. Die slovenische Presse ist e«, die Hotschewar« patriotischen Act lästerte und den Vorgang bei der feierlichen Schulübergabe al« „Komödie" bezeichnet?. Die slovenische Presse ist e«, die den unbestreitbaren Nachwei« erbracht hat, daß sie allemögliche, nur nicht patriotisch ist. Hätie Hotschewar einen Prachtbau zu Zwecken einer slovenischen Hochschule, auf welcher da« slove-niiche Staatsrecht mit slovenischer Unterrichtssprache gelehrt werden muß, gewidmet; — hätte Hotschewar den nationalen Svkolverein reichlich mit Stiftungen bedacht; — hätte Hotschewar hohe Taglien für jeden ausgespießten türkenfteundlichen deutschen Kopf aus geworfen; — hätte Hotschewar da« neue Schulhau« durch den „Vater der Nation" unter Assistenz seiner zahlreichen Rauchfaß- und Schleppt,äger einweihen lassen; — hätte Hotschewar bei der kirchlichen Weihe de« neuen Schulhause« an Stelle de« Männerchore« der philharmonischen Gesellschaft die Sänger dt« Litalnicavereine« berufen und von diesen den Chor „Kje dom je moj?“ abfingen lassen; — hätte Hotschewar beim Festbankette den Gebrauch der deutschen Sprache bei den Toasten untersagt, — dann wäre der eminente HumanflätSact Hotschewar« von der slovenischen Presse al« ein patriotischer an. erkannt und in den siebenten Himmel erhoben worden. Die slovenische Presse hat ganz andere Begriffe vom Patriotismus; letzterer äußert sich durch selbstlose Hingebung und sympathische Be-geisterung für Rußland, — durch Au«hän«en nationaler Fahnen nach erfolgter Kundmachung fingierter Telegramme über russisch-serbische Siege, — durch Geldsammlungen für Insurgenten und durch andere verschiedene Heldentaten. Der Patriotismus de« Bürger« Hotschewar, der einen Betrag von wenigsten« einmalhunderttau- Ieuiüeton. Die Herrin von Kirdy. Roman von Ld. Wagner. (Fortsetzung.) Buonarotti überlegte eine Weile, seinen Gang durch« Zimmer etwa« ruhiger fortsetzend, bann blieb er vor seinem Burschen stehen und sagte: „Du mußt ben lahmen Smith aus eine falsche Spur leiten, und anftait direkt mit un« nach dem Gute der Lady Helene zu gehen, mußt du einen Umweg machen. Entferne dich sogleich aus dem Hotel durch die hintere Thür und verlasse die Stadt in ber entgegengesetzten Richtung, welche wir nehmen. Von der ersten Station kannst du bis Dro-pheba fahren, von dort gehe über MuUinger unb Tullamore nach Athy, abwechselnb zu Fuß und mit der Eisenbahn, unb schließlich zu Fuß nach dem Landgut der Lady Helene. Das ist freilich ein großer Umweg, aber der gewandteste Polizeispion wird deine Spur auf diese Weise verlieren und der lahme Smith erst recht. Kannst du da« aussühren?" „Da« kann ich I" rief Filipp hastig, und au« seinen Augen strahlte neue Hoffnung. „Dann mache dich sogleich auf den Weg," sagte Buonarotti. „Wenn du diesen Plan gut au«« führst, sind wir gerettet. Sei aber auf deiner Hut und vermeide die Wirthshäufer und Schankläden." „Ich habe aber kein Geld," sagte Filipp zögernd. „Lady Helene wird dich damit versehen," sagte Buonarotti in einem Tone, ber einem Befehle gleich« kam. „Ich denke, mit zehn Pfund wirst du vollständig ausreichen." Lady Helene, welche die ganze Unterredung mit Staunen angehört hatte, zog schweigend ihre Börse, nahm die verlangte Summe heraus und legte sie auf den Tisch. Filipp griff gierig nach dem Gelbe, betrachtete e« mit sichtbarer Freude und steckte e« bann in die Tasche. Nachdem ihm Buonarotti noch einige weitere Instructionen gegeben, verließ er da« Zimmer und schlich einige Minuten später unbemerkt aus dem Hause. „Ich möchte wol wissen, ob der lahme Smith ihn erkannte," murmelte Buonarotti, als er wieder mit feiner Gattin allein war. „Es ist ein Unglück, daß er die Narbe hat, die sich nicht verstecken läßt und ein ziemlich sichere« Kennzeichen ist. Ich hätte mich be« Burschen entledigen sollen, und ich würde c« gethan haben, wenn ich gekonnt hätte. Aber er drohte mich zu verrathen, wenn ich ihn nicht bei mir behielt. Er weiß zu viel von mir, und darum kann ich ihn nicht fortjagen." Lady Helene erwiderte nicht« auf diese Worte, die er auch mehr zu sich selbst gesprochen hatte; sie faß stumm, gedankenvoll da, den Ausdruck de« tief, sten Kummers auf ihrem Gesichte. Die Unterredung der beiden Spießgesellen hatte ihr wieder einen liefen Blick in die verworfene Seele des Manne« gewährt, an besten Leben ba« ihre gebunden war. Ihr Abscheu vor ihm hatte den höchsten Grad erreicht. Sie dachte daran, ob es nicht besser sei, ihr Geheimnis der Welt preiszugeben unb ben Mensche«, ber sich ihr al« Gatte ausgedrängt hatte unb ihr ganzes Leben vernichtete, den Gerichten zu Überliefern. Aber ba trat wieder da« Gespenst eine« öffentlichen Skandal«. welches sie so sehr fürchtete, vor ihre Seele, sie hörte im Geiste ben Spott und Hohn der Welt, sah ihre Frennbe sich von ihr wenden und selbst den, der sie jetzt noch liebte und dessen Liebe ihr Itnb Gulden zu Schulzwecken widmete, wiegt vor den Augen der slooenischen Presse nicht so schwer, als der Patriotismus jener national-klerikalen ‘Parteiführer, die den armen Bauern und Dienbstoten im Lande Krain wehr als zweimalhunderttausend Gul den aus der Tasche zogen, um düse dem unersättlichen Moloch einer nationalen Vchwindelbant als Opfer preiszugeben. Dieser Schwindelbank-Patriolis-muS war keine „Komödie", sondern diese Gattung Patriotismus zählt zu den Trauerspielen ersten Ranges, Inhalt und Schluß desselben preßte den betrogenen armen ictionärtn Thcänen aus dem Auge. Patrioten dieser Sorte zollt das Land Krain keinen Dank!_______________________________________ Der preußische Landtag wurde am 21. d. in Berlin vom Finanzminister Camphausen eröffnet. Die von ihm verlesene Thronrede bezeichnet das Finanzergebnis des Jahres 1876 als ein über Erwarten günstiges; da-gentn sei der bei der Etatsaufstellung für das laufende VerwaltungSjahr gehegten Erwartung entgegen der Matricularbeilrag für das Reich bedeutend erhöht; ferner seien einzelne Einnahmszweige hinter dem normalen Erträgnisse zurückgeblieben, andererseits seien für neue Bedürfnisse, namentlich zur Förderung notwendiger öffentlicher Bauten, bedeutendere Mittel in Anspruch zu nehmen; deshalb, und da in der gegenwärtigen Zeit, wo der Verkehr vielfach daniederliege, eine ausgedehntere Thätigkeit auf dem Gebiete des Staatsbauwesens mit besonderem Nutzen geübt werden könne, sei eine Verstärkung der verfügbaren Mittel durch außerordentliche Einnahmen in Aussicht genommen. Der Nachtragsetat für das laufende Verwaltungsjahr wird im Staatehaushalts-Etat für das kommende Jahr gleichzeitig mit dem Entwürfe eines Anlehensgesetzes vorgelegt werden. Um in den fünf Provinzen die wesentlich durchgeführte BerwaltungSrefvrm zunächst in diesem Bereiche voll abzuschließen, sei eine Abänderung der Städte-Ordnung für diese Provinzen in Aussicht genommen, durch welche die Verwaltung der Städte bezüglich Regelung der Staatsaufsicht und der Verwaltungs-Gerichtsbarkeit in ein bisher nur für das platte Land geltendes System der Selbstverwaltung eingcfügt werden solle. Als weitere Vorlagen kündigt die Thronrede an: eine Wege-Ordnung, ein Feld- und Forst-schutzgesetz zur Regelung der Aufbringung der Gemeinde-Abgaben, Gesetze zur Durchführung des deutschen GerichtSverfaffung« - Gesetzes, endlich ein Gesetz über die Vorbildung für den höheren Verwaltungsdienst. Vom Kriegsschauplätze. Am 19. d. griffen die Russen bei Sonnenuntergang die Stellungen auf dem rechten Flügel einziger Trost in ihrem Leiden war, sie verlassen. — In diesen Gedanken wurde sie gestört durch Buonarotti, welcher an» Fenster getreten war. „Unser Wagen wartet unten vor der Thür, Helene," sagte er. „Wir müssen aufbrechen. Und so wahr ich lebe," fügte er bestürzt hinzu, „da ist der lahme Smith, welcher vor dem Hotel auf- und abgeht und ohne Zweifel auf jemanden wartet. Sollte ich eS fein, auf den er lauert? Sollte er schon meine Spur gefunden haben?" Er hatte diese Fragen kaum ausgesprochen, als zwei Diener eintraten, um den Wagen anzumdbm und das Gepäck hinunterzubringen. „Ich muß es wagen," bochic Buonarotti. „Wie soll ich den Blick des lahmen Smith ertragen, wenn ich ihm zufällig begegnen sollte? Wird er mich UN. geachtet meiner Veränderung erkennen?" Als die beiden Diener das Zimmer wieder verlassen hatten, trat er wieder ans Fenster und sah vorsich.ig auf die Straße hinab. Der ihm verdächtig erscheinende Mann schritt langiam auf dem Trottoir hin und her, stets den Eingang zum Hotel bewachend. Buonarotti'« Angst steigerte sich bis zur der türkischen Schlachilinic an, aber sic wurden, wie in den früheren Kämpfen, mit großen Verlusten zurückgeworfen. Die Vorposten fahren fort, in Zwlichenpausen Flintenschüsse zu wechseln, in die sich von Zeit zu Zeit Anilleriefeuer nvsebt. Ismail fturd Pascha wird bei Huffan-kale, östlich von Eizerum, Ausstellung nehmen, um die Straße, die von dort nach KaiS führt, zu decken. Die Wälle Erzerutn« sind jetzt mit 112 Kanonen, darumer 18 Krupp'sche, verseyen. D>e Stärke der Truppen Ismail fturd Pascha's wird mit Inbegriff der unverlaßuchen Kurden mit 24,000 Mann Infanterie, 6000 Mann Kavallerie und 6 Batterien angegeben. Nach Bericht des „Standard" bestand die Armee Mukthar Pascha's, welche in der Schlacht bei Kars betheiligt war, aus 60 Batail- lonen Infanterie, 80 Geschütze» und 6000 Mann größtenteils irregulärer Kavallerie. Die Zatjl der von den Russen gemachten Gefangenen roitd auf 32 Bataillone und 4 Artillerie Brigaden geschätzt. Sieben Pascha- und 100 Oifii>ere befinden sich unter den Gefangenen. Die R- sscn erbeuteten auch 2000 Pferde. Unter den Getödteten befinoet sich Schamyla Sohn, Kasi Mahomet, und der türkische Kavallerie-General Moussa Pascha. Der Gesammt- verlust der Türken beläuft sich nach russischen Schatzungen auf circa 16,000 Mann. Das türkische Lager in Aladjadagh, welches genommen wurde, enthielt 36 Kanonen, viele Tausende von Zelten und große Vottäthe an Schießbedarf und Lebensmitteln. Politische Rundschau. Laibach, 23. Oktober. Inland. Jnbeireff der Handel s. Ber-tragsverhandlungen mit Deutschland meldet die „Mont. Revue : „Herr von Hasselbach ist noch immer nicht nach Wien zurückgekehrt. In leitenden Kreisen hat man die Hoffnungen auf das Zustandekommen des neuen Handelsvertrages auf ein Minimum reduciert." Bezüglich der titulierenden Vermittlungs-Vorschläge der neutralen Machte sagt das genannte offiziöse Ocgan, daß den durch die russische» Ei folge in Asien wieder in den Vordergrund der pubUcistischcn Discussion getretenen Mediation«* gerüchten, obgleich londoner und Pariser Berichte von einem lebhaften, in der englischen Hauptstadt stallfindenden Diplomatenverkehr wissen wollen, in polnischen Kreisen jede augenblickliche Actualität ob» gesprochen wird. Gegenüber gewiffen Jonrnalftirnmen, die Oesterreich zum Eintritt in eine Aciion drängen wollen, äußert sich der .P. Lloyd" wie folgt: „Die europäischen Mächte werden die Sache des Friedens schwerlich kompromittiere», wenn sie den Berhält- Vuzwitflung, es war ihm, alS sollte er Spießruthen laufen. Et trat wieder vor den Spiegel und prüfte sei» Gesicht, ob es ruhig genug schien, um eine scharfe Musterung bestehen zu können; dies schien ihm unzweifelhaft, weshalb er sich an Helene wandte mit den Worten: „Wir wollen gehen, Helene. Nehmen Sie meinen Arm und lehnen Sie sich fest darauf. Es kommt jetzt alles darauf an, wie wir uns zeigen. Sie wissen, daß ein Mann unten vor dem Hotel auf jemanden wartet — vielleicht auf mich, — welcher mich kennt, welcher mich haßt und welcher zehn Jahre seines Lebens opfern würbe, wenn er mich der Polizei überliefern und bas Geld, welches als Preis für u eine Festnahme ausgesetzt ist, in die Tasche stecken könnte. Bedenken Sie, daß mit meinem Sturz auch der Ihrige erfolgt. Nun kommen Sie, Mylady." Lady Helene rief ihr Mädchen, gab dieser einige nöthige Anweisungen, zog ihren Schleier über ihr bleiches Gesicht, legte dann ihren Arm auf den Buonaroui’6, und so gingen sie die Treppe hinab. (Fortsetzung folgt.) niffen jetzt noch freien Lauf lassen und ihrem natürlichen Drucke auf die Entscheidungen beider Staaten nicht vorgreifen. Die Möglichkeit größerer militärischer Operationen zählt wahrscheinlich nur mehr nach Tagen. Mit der Thatsache der nvth« gedrungenen Waffenruhe werden sich auch die Friedens! endenzen Bahn brechen, und im Frühjahre, vor dem Wiederausbruche des Krieges, wird sich vielleicht eine Action einleiten lassen, der die Aussicht auf Erfolg jetzt jedenfalls versagt wäre. ES wäre durch nichts gerechtfertigt, eine völlig unangreifbare Position zu verlassen, ehe man nicht dir Basis für eine ebento gesicherte gewonnen hat." AuSland. Bei Besprechung deS Wahl- ergebnisses in Frankreich bemerkt die Berliner „Prov.-Korr.", daß der Ausgang der Wahlen, wenn schon die Regierung Stimmen gewonnen habe, dennoch für die Regierung kein Sieg sei, weil die Frage bei den Wahlen ausdrücklich und bestimmt als die Vertrauensfrage für den Marschall gestellt worden war. Die erheblichste Stärkung habe die bouapartistische Partei gewonnen, deren selbständige Pläne sich aber schwerlich mit einer versöhnlichen Politik de« MarschallS nach der republikanischen Seite hin vertragen würden. Die innere Lage Frankreichs scheine nach den Wahlen noch völlig dunkel, ein weiterer wechselnder Kampf der Parteien scheine sicher in Aussicht zu stchen. Für die Beziehungen Frankreichs nach außen sei die Thatsache bedeutungsvoll, daß beide große Parteien bei den Wahlen die FriedenSwünsche Frankreichs und ihre eigene Friedensliebe aufs eifrigste betont und daß die klerikale Partei die aus der Wendung der Dinge in Frankreich erhofften Erfolge keineswegs davongetragen habe. Der russische .Rcgierungsbote" veröffentlicht einen kaiserlichen Ufae vom 14. d., wodurch an» geordnet wird, die Fuß- und reitenden Reserve-Batterien auf den Kriegsfuß zu stellen. Nach Berichten aus Moskau wurde dort ein beträchtliches Quantum Waffen mit Beschlag belegt, welches als altes Eisen ankam und für die Nihilisten bestimmt war. In Petersburg und Moskau wurden Menschenansammlungen auf der Straße verboten. In Tiskowaz, dem Hauptquartier der Insurgenten, wurde diesertage eine provisorische Regierung für Bosnien eingesetzt und ein Russe, Wladimir Jonin, ein Verwandter des russiichen Generalkonsuls in Ragufa, zum Präsidenten der provisorischen Regierung ernannt. Zur Tagesgeschichte. — Der deutsch-mährische Parteitag in Sch önberg nahm folgende Resolution an: „Der sechste deutsch-mährische Parteitag spricht seine Ueberzengung dahin aus, daß bei Erneuerung des Ausgleichs mit den Ländern der ungarischen Krone eine Auserlegung weiterer Opfer in finanzieller und wirthschasllicher Beziehung sowie eine Mehrbelastung der diesseitigen Reichshälfte unbedingt und gänzlich unzulässig sei. Der Parteilog spricht die Erwartung aus, daß Regierung und Reichsrath die Interessen der diesseitigen Reichshätfte kräftigst wahren und einem denselben abträglichen Ausgleich die Zustimmung versagen »erben." Ueberdies wurden weitere zwei Resolutionen angenommen. In Bezug auf die staatlichen, finanziellen und volkSwirthschastlichen Interessen des Staates spricht der Parteitag die Erwartung aus, daß die bei Revision de-Wehrgesetzes betheiligten gesetzgebenden Faktoren auf eine entsprechende Herabsetzung des Heeresstandes dringen werden. In Bezug auf die ä u ß e r e Politik wird eine friedliche, blos die Entwicklung des Volkswohlstandes berücksichtigende Politik anempfohlen und in Bezug auf den russisch.türkischen Lrieg die strengste Neutralität mit Ausschluß aller annexionistischen Nebenzwecke gefordert. — Vorgänge in Rußland. In Kronstadt waren am 10. d. M. Gerüchte in Umlauf von der Entdeckung einer revolutionären Verschwörung, sich der Werste in Nikolajefs zu bemächtigen. Infolge dieser Nachricht wurde ei« Bataillon Matrosen von Petersburg per Sonder- jug zur Bewachung der Regierniigs-Etablissements im Süden adgksendei, und in Nikolaj, ff selbst hat der Gouverneur die Bildung eines Wachsamkeits-Ausschusses, bestehend aus Beamten und Bürgern, unter der Leitung der ersten Marinebeamten des Häsens genehmigt. Gruppen von AuS-schußmitgliedern, mit Revolvern bewaffnet, patrouillieren des Nachls in der Stadt, und die Behörden glauben, daß, »a die Rädelssührer des Tvrnplots verhaftet worden sind, keine Gewaltacte staNfiiiden werden — Wie der „Nord. Bote" berichtet, beginnt in Petersburg am 30. d. M. der große Prozeß gegen die der revolutionären Propaganda in Rußland Angeklagten. Na» dem Umfange der Acten zu schließen, dürfte dies die größte Verhandlung Rußlands, wenn nicht Europa's werden. Auf der Anklagebank befinden sich 196 junge Leute, von der Procuratur sind 472 Zeugen aufgeruscn, von der Vertheidigung 150. Die Vor-Untersuchung umfaßt 200 Bände, die Anklage-Acte 300 Druckseiten. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Griginal-üorrcspiniLen). Rntschach, 20. Oktober. Die Stadt Gurkseld, da? Land Krain erlebte am 15. d. M. einen Festtag, bereitet durch die Munificenz eines edlen Bürgers. Die neue Bürgerschule in Gurkseld wird ihre segensreichen Erfolge über den tilgen Beznk Gurkseld in erster Linie und weiters über das ganze Land Krain ausbreiieu. Das Werk Hotschewars wird üuch in unfern Bezirke mit großer, dankbarer Befriedigung begrüßt. Rügen wollen wir das taktlose Benehmen einiqer nationaler Heißsporne, die sich erfrechten, die edle That Hotschewars einer schamlose« Kritik zu unterziehen. Nicht nur in slovenischen, auch in Wiener und Agrainer Blättern wagen es vorlaute und überreizte Stimmen, den Wohl» tfjätigleitsoct Hotschewars in nationalen Kreisen in übles zu stellen. Namentlich fällt im .Vaterland" ein Lai-bacher Korrespondent gleich einem Raubthier über Hotschewar t«. läßt a» diesem Ehrenmanne keinen guten Bissen Fleisch und bespricht sogar in kecker Weise die Privatverhältniffe dieses Patrioten. O diesen nationalen Lästerzungen ist nichts heilig ! Die Oderrealschule in Laibach, die neue Bürgerschule in Gurkseld sind diesen wahnsinnigen Kandidaten der Hochschule zu Studenz ein Dorn im Auge. Jedoch Eines tröstet uns, der Bedanke nämlich, daß diese nationalen Hetzer ihre Rollen ansgespielt haben. Mit Verachtung blickt die Mehrheit der Bevölkerung ans das böse Thun dieser unverbesserlichen, inkurablen Gesellen; mögen sie immerbin ihren Zorn im „Vaterland", im .Narod", .Sloveitec', in dir „Nowce" oder in der „Agrarner Presse" lvslasien. ‘ific Hetzereien dieser erzürnten dunklen Gesellen verfangen nicht wehr; das liberale, besonnene Element hat auch in slovenischen Bevölkerungskreisen tiefe Wurzel geschlagen ; die Ritter der geistigen Finsternis und Volksverdummung haben abgewirtschaftet. Ihr Ritter von der traurigen Gestalt nennt uns eure Hotschewars! Wo sind sie? Was haben sie zur Wohlfahrt des Landes Krain schon gethan? Eure Hotschewars haben mit fremdem Gelte, aus dem Säckel des Landes den Bau einer Heilanstalt bewilligt, das ist das Um und Aus, was sie gethan I WaS haben eure nationalen Hotschewars für die Schule geleistet ? Ging es nach dem Willen dieser, so wäre die Schule noch immer ans jener niedrigen Stufe, wo sie vor 30 Jahren stand. Die neue Schule huldigt ändern Prinzipien, als die unter klerikaler Herrschaft bestandene. Die nationalen Hetzer haben abgewirtschaftet, der gesunde Sinn des frai-Nischen Volkes ließ denselben den Absagebrief zustellen. Die liberale Partei ist gegen nationale Wühlereien taub und weist 6a6 Vordringen vorlauter, unberufener und der» wegener nationaler Gesellen zurück. Diese Gesellen sind nicht fähig, die Majestät der edlen Gesinnung und hoch-beizigen Opferwilligst eines LhrenmanneS zu beleidigen. Der aus dem Lästermaule ausgeseudete Strahl der Be» achtung trifft nur den Aussender. — (L a n d e s g e s e tz.) Die heutige .Laib. Ztg." bringt das sanktionierte Landesgesey für »min, betreffend dir Berechtigung zur Einhebung von Mauthgebüren auf der Reka-straße. Die Mauthgebüren betragen : 1.) von einem Zugtiere in der Bespannung 4 lt.; 2.) von einem Stück schweren Treibviehes (Pferde, Ochsen, Stiere, «ühe, Junzen, Terzen, Maulthiere und Esel) oder Zugtiere» außer der Bespannung 2 tr.; 3.) von einem Stück leichten Treib-vieheS (Kälber, Schafe, Ziegen und Borstenvieh) 1 kr. Jenes Vieh, welches getragen oder gefahren wird, unterliegt nicht der Manth. — (In der hiesigen Hufbeschlag-Lehr-anstali) wird das neue Schuljahr am 5. k. M. eröffnet. — (Ausstellung von Glasphotogra» p h ien.) Kunstfreunde nehmen die im hiesigen Handels-Lehranstaltsgebäude ausgestellten Parifer GlaSphotographien mit regem Interesse in Augenschein. Diese Bilder übertreffen an Schönheit und Reinheit alles bisher auf diesem Gebiete Vorgeführte. Die Beleuchtung ist eine vorzügliche und das Auge des Beschauers wird nicht im geringsten angegriffen. — (Der Forstverein für Krain und Küstenland) hielt am 15., 16. und 17. d. M. in Veldes feilte Jahresversammlung ab. Die anwesenden Mitglieder dieses Vereines besichtigten am 15. d. die nächst Seebach gelegenen Holzindustrie-Etablissements des Freiherrn Alois Z oi s. Am 16. d. unternahm die Vereiusgesellschaft einen Ausflug in das Wocheinerthal zur Drahtseilbahn der frai» nischen Jndtistriegescllschast, und erregte die in Augenschein genommene Neuerung beim sorülichen Transportwesen die volle Aufmerksamkeit der Beschauer. Am 17. d. fand unter Vorsitz des Vereinsobmannes Forstrath Salzer, in Ge-gegenwart des Regierungskommissärs R. v. Fladung und des Bezirkskommissärs Iagritfch , eine Vereinssitzung statt. Forstmeister Seltner und Werksdirektor R. von P a n z hielten Vorträge über die besichtigte Drahtseilbahn, der Verein acceptierte einen Antrag betreffend die Abschaffung der Ziegenweide in den Wäldern, Forstmeister F a b e r machte Vorschläge Über die Verwerthung des Buchenholzes, Forstmeister v. Obereigner beleuchtete die Plänter-wirthfchaft in Krain und Forstmeister Scbeyer besprach die technische Qualifikation von bestockten Grundflächen. Wir begrüßen die Thätigkeit dieses Vereines mit lebhafter Befriedigung und geben schließlich der Hoffnung Raum, daß es dem Forstvereine durch Belehrung und Einflußnahme aus die bäuerliche Bevölkerung, allenfalls durch Verbreitung in populärer Form und in slovenischer Sprache abgefaßter Druckschristen gelingen möge, bei Gemeinde- und bäuerlichen Waldungen im Lande Krain eine rationelle Waldwirtschaft einzubürgern. — (Bom Büchertische.) Zu den interessantesten Druckerzeugnissen der Neuzeit zäh.'t ohne Zweifel die illustrierte Zeitung „Ueber Land und Meer". So-eben wurden das erste und zweite Heft deS Jahrganges 1878 ausgegkben. Wir finden in denselben Novellen, Biographien, Gedichte, Plaudereien, historische Skizzen, Räthsel, kleine Erzählungen und Geschichten, Bilder vom Kriegsschauplätze u. a. aus der Feder bekannter und bewährter Schriftsteller (Silberstein, Hanns Hopfen, Hanns Müller, M. v. Schlägel, Mosenthal, v. Dewall, v. Weilen); wir finden gelungene Illustrationen: Porträts von Ministern und berühmten Persönlichkeiten; weiters Genrebilder, Kriegs-(jenen, Gebirgslandschaften it. f. w. Als Ergänzung zu „Ueber Land und Meer" wurden unter einem das erste und zweite Heft .Deutsche Roman - Bibliothek* ausgegeben, enthaltend: Romane von Gregor Samarow, Robert Byr und verschiedene unterhaltende Aufsätze. Preis eines Heftes von .Ueber Land und Meer" 50 Pfennige und von .Deutfche Roman-Bibliothek" 35 Pfennige. Abonnements auf beides besorgt die hiesige Buchhandlung von Sleinmayr & Bamberg. — (StaatsverrechnnngS-Wissenschaft.) Die nächste Prüfung aus der Staatsverrechnungs-Wissen» schaft wird am 12. November 1877 in Graz abgehalten werden. Diejenigen, welche dieser Prüfung sich unterziehen wollen, haben ihre nach §§ 4, 5 und 8 des Gesetzes vom 17. November 1852 (ReichSgesetzblatt Nr. 1 vom I. 1853) instruierten Gesuche bis längsten« 8. November 1877 an den Präses der Prüfungskommission in Graz eiuzufenden und darin insbesondere dokumentiert nachzuweisen, ob sie die Vorlesungen über die Berrechnungswissenschast frequentiert, oder wenn sie dieser Gelegenheit entbehrten, durch welche Hilfsmittel sie alS Autodidakten die erforderlichen Kenntnisse sich angeeignet haben. — (Landschastl. Theater.) Laibach, SS.Oktober. Zum zweitenmale ging A. Dumas' „Die Fremde“ Über die Bretter. Auch diese Novität, obgleich reich an Überraschenden, effektvollen Szenen, in glänzender Ausstattung und klappend zur Aufführung gebracht, fiel hier auf unfruchtbaren Boden, Logen waren gut, Parterre und Gal-lerie jedoch sehr schwach besetzt, die Theaterkasse ist nicht in der Lage, die ihr mit 60 fl. ausiayierte AuffüdrungStaxe aus den Reiuerträgniffen der beiden Vorstellungen zu bezahlen. Das Publikum wird nach solchen kläglichen Kaffe« Resultaten aus die Vorführung von Novitäten Verzicht leisten und sich mit alter Ware begnügen müssen. Unsere Blihnenkräste leisteten das Ihrige in befriedigendstem Maße, wieder waren cs Frau Dupri-Hasselwander (Die Fremde), Fräulein A n f e I m (Herzogin) und Herr Leuthold (Slarkson), die ein sehr verständiges, eminentes, elegantes und lebhaftes Spiel in die Arena warfen und hiesUr auch immensen Beifall ernteten. Dumas' .Fremde" erlebte eine kalte Ausnahme; vielleicht gelingt es der am Dienstag den 23. d. in Szene tretenden „Martha" und ihrer Gesellschaft, eines freundlicheren Empfanges theilhaftig zu werden. In großartigem Maßstabe wird die Direktion daS neueste Ausstattungsstück .Der Courier des Zaren" auf hiesiger Bühne zur Aufführung bringen und läßt, da der engagierte Dekorationsmaler Herr Kilanyi die vielen hiezu erforderlichen Dekorationen nicht allein bewältigen kann, mehrere größere Decorationen und Requisiten in Wien eilfertigen. Zu Beginn dieses Jahres hat dieses Ausstattungsstück in Wien und hernach in Pest monatelang gegeben werden müssen und erzielte stets ausverkaufte Häuser. — Die neue Operette von Wolf „Die Porträtdame" kommt, dem Vernehmen nach, schon diese Woche in bester Besetzung zur Aufführung. Die Handels- und Gewerbekammer für Krain. (ftortseeung.' III. Herr Kammerrath Trenn theilte die Vorschläge der Handelskammer in Eger zur Hintanhaltung und Beseitigung von Unzukömmlichkeiten, welche bei sogenannten Warenausverkäufen Vorkommen und deren sich Handelsreisenden nd Handelsagenten schuldig machen, mit. Wir sind zufällig in der Lage, den Antrag der Egerer Kammer, der solidarische Schritte aller Handels- und Bewerbekammern in Oesterreich bezweckt, eingehend zu beleuchten, wie folgt: Zahlreiche Beschwerden aus kaufmännischen und gewerblichen Kreisen an die Regierung veranlagten nämlich die Beorderung von Gutachten seitens der Handelskammern, wie die ansässigen Geschäftsleute gegen unsolide Soncurrenj erwähnter Art Schutz erhalten könnten AlS Resultat lebhafter Debatten in der genannten Handelskammer gingen nachstehende Vorschläge hervor, deren Unterstützung feitenS der anderen Kammern zu befürworten gleichzeitig beschlossen wurde. Diese Vorschläge lauten: .Die Gemeindeämter seien durch die Bezirksbekörden anzuweisen, daß sie die Über den Verkehr der Handlunqsreifenden und die Ausverkäufe bestehenden und noch zu erlaffenden Gesetzesbestimmungen genau übetwichen. — Zur Einschränkung der Ausverkäufe wären die Veranstalter derselben gesetzlich zu verhalten, ihr Geschäft und dessen Dauer vor der Eröffnung anzumelden und die höchste Steuer zu entrichten, welche von analogen Geschäftsleuten in loco entrichtet wird, und zwar halbjährig im vorhinein, und nicht blos die Einkommen-und Erwerbsteuer, sondern auch die im Bezirke Vorkommen-den Zuschläge. Als grundsätzliche Bestimmungen für Gesetzesvorschristen zu strengerer Kontrolle der Handlungsreisenden aber seien zu empfehlen: a) Jeder Reisende hat eine Legitimations-katte zu führen, in welcher neben Namen und PerfouS-befchreibnng auch angegeben ist, für welches Haus er reist, ob für Rechnung oder auf Provision, ob er mit Muster oder Ware reife, b) Jedem Sicherheitsorgane wäre das Recht, die Vorzeigung dieser Karte zu fordern, einzuräumen, und hätten sich im Jnlande reisende Ausländer überdies bei der GewerdSbehördc anzumelden. Wer ohne solche Karte reist, dem sollen die Muster, wer im Widerspruche zu den gesetzlichen Bestimmungen mit Privaten in Geschäftsverkehr tritt, die Karte confisciert, der «ewerbSbehvrde de« Ausstellungsortes darüber berichtet werden, c) Bei wiederholter Beanstandung könnte dem Hause selbst die Ausstellung einer muen Karte verweigert, dasselbe eventuell deS Rechtes, durch Reisende Bestellungen zu suchen, verlustig erklärt werden. d) Die SicberbeitSorgane sollen in die Muster selbst Einsicht nel mm können, im6 falls die AnSsührung von Bestellungen erwiesenermaßen zu einem Warenverkäufe ausgedehnt wird, dir Ware confisciert und zugunsten des »rmenfonde« der-Lußert werden, der (Ergreifet aber einen Antheil erkalten. e) Dur» BerhLngung von Seldstrasen könnten diese Bestimmungen noch unterstützt, die »entrolle auf dem flachen Lande aber der Bendarmerie ausgetragen werden. Unverkennbar sind die Nachtheile, »elche auS den der Wahrheit gemilß geschilderten und in Wirklichkeit noch mehr zutage tretenden abnormen Seschäftsmanipulationen ge-wisser Geschäftsleute zumeist dem Provinzial-Kaufmanne erwachs,n, welcher durch solche oft meuchlings Hereinbrechente Loncnmnz hart betroffen wird; erhöht wird dieser Umstand noch dadurch, daß solche herumwandernde Geschäftsleute in den Provinzen einen Abzugskanal für verschleppte, auf unlauterem Wege zu stande gekommene Waren erblicken. Ost find diese RomadenverlSnfer nichts anderes als dunkle Existenzen, welche unter falscher Firma hinausziehen und unter allerlei listigen Vorspiegelungen sich ihrer »mächtigen Daren im Hotelzimmer rasch und um jeden Preis zu entledigen suchen. WaS Wunder nun, wenn die Provinzkaus-leuie sich in ihren Interessen arg gefetäbigt finden und nach Abhilfe rufen. Es darf hiebei nicht übersehen werden, daß diese Nomadenverkäufer sich nicht etwa darauf beschränken, ihre Ware den Händlern anzubieten, sondern daß sie die selben auch an Private verkaufen. Sv lange nun bei uns nicht das Prinzip der vollständigen Handelsfreiheit vorherrscht, werden derartige Eingriffe in die Rechte anderer stet» als (Kewaltacle betrachtet werden. In jüngster Zeit hat sich dieses Freibeutersistem in aufsehenerregender Weise gemehrt und so auch die Aufmerksamkeit der Egerer und anderer Handelskammern auf sich gezogen. Wenn nun auch Einzelne gegen jede Beschränkung des Handel-, und sri eS auch diese genannte Methode, protestieren und sich vollständig für das Sistem des freien Handels ft-klären, so ist denn doch dermalen die M»jorität und ins-besondere der Kaufmann gegen eine solche Auffassung, welche ihm zunmthet, seine wohlerworbenen und thener bezahlten Rechte zugunsten eines zufällig daher kommenoen Fremden, d,m es beliebt, dieselben Artikel wie er zum Berkause zu bringen, ruhig abzutreten und zuzusehen, wie jener Fremde, in der Siegel nnbesteuert, den Platz in einigen Tagen aus-beutet nnv dann die nächste Stadt zu seinem Reiseziele wählt, um dem nächst Ankommenden wieder Platz ju machen. Zumeist sind es nicht-voluminöse Artikel, wie z. B. Seiden-, feine Galanterie-, Lederwaren, optische Wegenstände sc., mit welchen dieser iBatidtrocilaus betrieben wird. Durch solche unbeanstandete Erfolge kühn gemacht, steht man beute bereits Leute mit voluminöseren Artikeln, z. B. Leinwänden, Batisten, Kleiderstoffen rc., solch unbefugten Handel treiben. (Fortsetzung folgt.) Witterung. Laibach, 23 Okiober. Morgen« Nebel, Reif, dann heiter, schwacher O. Temperatur: morgens 7 Uhr — 2 3«, nachmittags 2 Uhr -1- 10 0» C. (1876 + 9-6»; 187f. + 12 0'6.) Barometer im Fallen, 738 70 mm. Das gestrige TageSmittel der Temperatur + 31°, um 7 2» unter dem Normale. Angekommene Fremde am 23. Oktober. Hotel Stadt töten. Hochsinger, Reis; MuSquitter, Binzen,. Hirschseld, Fahn, Kflle; Dr. Haderer, Bergkom-miffär, und Miestv, Wien. — Carlcbach, Kfm., Stuttgart. - Jersche, Pfarrer, Altlag. — Läwinger, Kfm., Kanifcha — jfohnflam, Kfm., Furth. - Friedberger, Goepingen. — Friedberg, Kfm, Stuttgart. Hotel Elefant. Lengyel, Ksm, Kanischa. — WeiSkop, Kfm.. Wien. — Koch, Stadlsekrelär. Baden. — Seelig, jkaffel — Dvlenz Theresia, Präwald. — Schotten, »n-iiquai, MatterSdorf. Bairischer Hof. Loniarii, Selze. — Franiii, Gurkseld. Mohren. Stampfl, Commis, Ara». - Jaschweg Emilie, Schauspielerin, und Urbascheg, Wien. — Dementi, Pola. — Klinget Steiermark. Verstorbene. Den 21. Oktober. Margaretha Terpin, Inwohnerin, 71 y., Zivilspital, chronischer Darmkatarrh. Den 22. Oktober. Karl Blasnik, Tabaktrafikantens Kind, 1 I. 5 Tage, Aller Markt Rr. 17, Wasserlops. Theater. Oper Heute (ungerader Tag): M o r t 6 n i oder der Markt zu Richmond. in 4 Abteilungen von W. Fiikdrich. Musik Friedrich v. Flolow. Morgen (gerader Tag): Othello, Der Moht von Venedig. Trauerspiel in 5 Vielen von Lhakespeare, bearbeitet Schlegel. von von Telegramme. Budapest, 23. Oktober. (K r u ch, b ö r s e.) per Melerzenlnec 80 Kilo effcctio 12 fl. 15 tr., weichende Tendenz; 10 fl. 80 fr., kauflustlos, roeniu Pi ima- Weizen, wiegend, kostet Usance-Weizen Berkehr. London, . V2. Oktober. „Daily News" mel-den aus Karajal: «Keneral Heimann marschiert gegen Erzerum, Kar« ist umzingelt, angeblich sind Unter« Handlungen wegen dessen Uebergabe eingeleitel. Da« russische Haup!quartier befinde- sich in B-zinkiöi. Lazareff marjchirri gegen Ismail Pascha. Wiener Börse vom 22. Oktober. Üffgtmeine Staats-fcfiufd. Papierrente........... Silberrente........... Goldrente............. Staat-lose, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . . „ 1860(5tel) „ 1864. . . CruniUntfafhings~ Obkigatiruen. Äalizien.............. Siebendürge» . . . Temeser Banat . . . Ungarn................ Hader« ö|ftntti<6e Ünlcfun. Donan-Regnl.-Lose Ung. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Hdializ. Karl-Lubwigb Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . . Geld 64-25 66-90 74-60 315*— 10650 1 0 — 12V— 134 — 85-50 74-50 75-77 — 103 — h0-25 92-25 21390 840- Ware 64-3; 67 — 74 70 317 107 — 110-25 1*1-60 134*50 86'-75 - 76- 77-50 103-50 80-. 0 92-50 214 10 812— 115-50 116 — 340 - 342— 173*— 17350 1937 1942 13250 133 50 249 — 249ü5 121-50 122— 304 — 396 — Nordwestbahn . . . . RudolfS°Bahn . . . . Staatsbahn............ Südbahn............... Ung. Nordostbahn . . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Silber........... in öfterr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . jßrioriiäls~$Mig. . ,n, l.Em. Nord^.i. Silber Ferd ________________ ^ranz-Ioseph-Bahn. Galiz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatöbahn, l. Em. Südbahn ä 3 Perr. » L 5 „ . Privatkose. Kreditanstalt .... Donau-Regul.-Lose NudolsSstistung. . . Devisen. London Gekäsorten. Dukaten............ 20 Franc- . . . . 100 d. Reichsmark Silber............. Geld 112*— 114*50 262 75 70-50 112*50 104 — 88-50 97 45 90 75 92-V5 104 50 h6-75 99-50 86-50 6650 15 104*75 9025 161— H3 — 13-25 11825 566 98 58-25 1C4-85 Ware 112-50 115 — 263 — 71 — 113 — 104-50 88-75 9760 9l — 92-75 105 — 87-100 — 87-— 67'— >5-50 105 — 90*50 161-60 103-50 13-50 118-25 b 67 9 49 58 35 105-— Trlrgrafischrr tlmsbmdjt am 23 Oktober. Papier-Rente 6410. — Silber-Rente 66 .80 - «old-Rente 74.36. — 1860er StaatS-«nlehen 107 75. — Bank-aetien 838. — »rcditactien 210 80. — London 117 90. — Silber 105 —, - ff. k. Miinzdnkaten 5 66. — 20-Franc» Stücke 9 48. - 100 Reichsmark 58*25. Laibacher pro 1878 in Wrinnmtzr & Mmlmgs Buchhandlung. Elegante Ausstattung, PreiS 20 fr. per Stück, auf' gespannt; Bersenduiig nach auswärts mit Postnachnabme. Pariser «8-^photogropMcn (Kunst-Ausstellung). Vom 21. bis 27. Okiober ist ancgestelll: I. Serie: Reise durch Nordamerika und Kalifornien. Zu sehen im Hause der Haudels-Lehr-austalt am Kaiser Josefsplatz Nr. 12. 8V Eingang im Hause rechts, zu ebener Erde. Beöffuet von 10 Ubr vorm. bis 8 U'.'t abends. Eintritt 20 fr. (537) l : Miinstliflie | | Zähne und Gebisse § mit und ohne Luftdruck, jjjj ** schön, naturgetreu, zweckentsprechend, werden u nach der neuesten Methode verfertigt und, ohne v/ die Wurzeln zu entfernen, schmerzlos eingesetzt, f* Alle Operationen: Plombieren mit Gold *S oder anderen geeigneten Füllungen, Feilen, Rei- M $$ nigen und Ziehen der Zähne, werden erfahrungs- iS gemäss schonend ausgeführt bei U | Zahnarzt Paichel | Jj5 an der HradetzkybrUcke Im Mally’sehvn fjfc Hause, I. Stock. (366) >3 Jjjf «»XfXOKKSBKSEXSKXXIHIffSiSSRKNOKä «osese, 2. Feilb., Zarekica, 3. Stilb, Gedenktafel über die am 26 Oktober 18 7 7 ftaufinbenben Üicitotiontn. 3. Feilb, Sever'sche Real., Dorneqg, B«. Feistriz. — 3. Feilb., Krajric'ste Real., BS. Feistriz. - vatista'sche Real., 93®. Feistriz — . Meierle'sche Real., Vornschloß, Bv. TIchernembl. — 3. Feilb., «nSma'sche Real., Munkendors, BG. Gnrlscld. 2. Feilb., R-ijakovU'sche Real., Radolovi^e, BG. Möttling. — 2. Feilb., Pestotnik^sche Real., Medija, B». Littai. — 2. Feilb., Kot'sche Real.,Stop, BB. St-in. - 1. Feilb, Tnrk'sche Real., Rndolsswerlb, KG. Rudolfswerth. -1.Feilb., Giitzl'sche Fahrnisse. Laibach, üffi. Laibach. — Neuerliche Feilb. Znidersii'scher Real., Nadajnelelo, BD. Adelsberg. — 1. Feilb., Reich'srde Real., Rndolsswerlb, H®. Rudolss-Werth. M. Hofherr UandtüittRfcbafts-dllafcbincn- Wien, X. Br)., Erlachgnsse 26, empfiehlt seine neu verbesserte (530) 3—2 Patent-Zeupiesje für Handbetrieb mit einer jehnstündigen Leistungssühigkeit von 70 Ballen, wovon 120 Ballen eine Waogonladung (201 Zir) bilden Anssllhrliche Mittheilungen, Prospekte rc. werden bereitwilligst ertheilt. Druck von Jg. v. ftleinmatit & Fed. Wamberg. Berleger: Ottomar Bamberg. Für die Redactivn verantwortlich: Franz iviüller.