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Wahrhaftig, das muß man der wunderbaren Legierung unseres unvergleichlichen Grafen Stürgkh Men: sie sorgt in dieser durchaus ernsten und lausigen Äeit noch für köstlichen Humor... Es liest sich nämlich 5le ein Faschingsulk, wenn man vernimmt, daß die Legierung des Grafen Stürgkh vor ein paar Tagen °ert Staatsvoranschlag für 1914 bis 1915 im Abgeordnetenhaus eingebracht hat. Seit vielen Wochen herrscht w dem Hause am Franzensring Kirchhofsruhe, die Abgeordneten sind nach Hause geschickt, die Tore sind ?ugesperrt und was die Regierung an Staatsnotwendigkeiten braucht, erledigt sie einfach auf verfassungswidrigem Wege mit dem § 14, und es vergeht Mt keine Woche, wo man nicht von ein paar neuen -Verordnungen liest, mit denen im kurzen Wege irgend ”wQ§ in Kraft gesetzt wird. Jedermann, der also an die Sitten und Gebräuche der österreichischen Staats-Männer nicht gewöhnt ist, wird sich also wohl fragen: ^e kann die Regierung einen Staatsvoranschlag im Parlament einbringcn, das einfach nicht d a ist, weil es eben nicht tagt? Die Antwort darauf ist ganz einfach und echt österreichisch: Der Herr Graf Stürgkh -aßt eben das grüne Finanzheft, das den Staatsvoranschlag für 1914 bis 1915 enthält, durch einen Amts-oiener in der Präsidialkanzlei des Abgeordnetenhauses überreichen und gibt einen sogenannten offiziösen Waschzettel des Ministeriums hinaus, in welchem es heißt: „Die Regierung hat im Abgeordnetenhaus den Staatsvoranschlag und den Entwurf des Finanzgesetzes für das Budgetjahr 1914/15 eingebracht. Dieser Schritt erfolgte in der Erwägung, daß eine gedeihliche Entwicklung der über Initiative des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Dr. Sylvester eingeleiteten Aktion zur Wiederherstellung des normalen Zustandes in der Landesverwaltung des Königreiches Böhmen und der Arbeitsfähigkeit des Abgeordnetenhauses den Wiederzusammentritt des Neichsrates in absehbarer Zeit ermöglichen würde." Daß diese Art, wie die Regierung des Grafen Stürgkh ihre Staatsgeschäfte erledigt und sich dabei über das Parlament hinwegsetzt, schon nachgerade anfängt in den allerzahmsten Staatsbürgern Erbitterung auszulösen, geht übrigens aus einer recht bissigen Bemerkung eines so durchaus leisetreterischen Blattes, wie es die »Neue Freie Presse" ist, hervor, wenn es zu der Art, wie der Graf Stürgkh seinen Staatsvoranschlag einbringt, sagt: „Es klopft an die Tür der Präsidialkanzlei des Abgeordnetenhauses. Ein schlichter Mann, dem sofort die Gesinnungstüchtigkeit, wie der verstorbene Finanzminister Kaizl sie liebte, anzumerken ist, tritt herein und sagt: I ch b i n d e r Amtsdiener des Ministeriums und habe die Ehre, hiemit den Staatsvoranschlag im hohen Hause einzubringen. Er spricht nicht ohne Würde und fühlt, datz er berufen fei, durch seinen Botengang einer der ernstesten verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen, und hat vielleicht auch eine Ahnung, d.iß in dem kleinen Hefte, das er gemäß dem erhaltenen Befehle überreicht, Milliarden von den Völkern an Steuern, Abgaben. Gebühren und sonstigen Leistungen ver. langt werden. Die Regierung hätte, wenn ihre Achtung vor dem Parlament nicht so groß wäre, diese wichtige Staatshandlung minder feierlich vollziehen lassen können, etwadurcheinenStadtträgervonderEck e." Man wird freilich den Hohn der bürgerlichen Presse etwas deplaciert finden, wenn man weiß, wie die Herren bürgerlichen Volksvertreter erst vor ein paar Tagen in Budapest derselben Regierung, die sich auf solche Art über das Parlament hinwegsetzt, ein militärisches Riesenbudget bewilligten und ihr auf diese Weise das unbedingte Vertrauen votierten. Dort, wo es die guten Leute einfach in der Hand hatten, der Regierung durch ihre Abstimmung unangenehm zu werden und ihr zeigen konnten, däß sie für eine Delegationsspielerei und für eine einfache Bewilligungs-tnaschinerie wenigstens fo lange nicht zu haben sind. bis man wieder im Parlament verfassungsmäßige Zustände einrichten hilft, haben sie eben kläglich und jämmerlich verjagt. Nebenbei bemerkt, sieht dieses Budget, das man in der parlamentslosen Zeit vorzulegen wagt, auch ganz danach aus und zeigt deutlich genug, wie die Regierung mit den Volksnotwendigkeiten und den kulturellen Bedürfnissen sich umzugehen erlaubt, da sie keine parlamentarische Kritik zu befürchten hat. Das Budget weist nämlich einen starken Ausfall bei jenen Ausgaben gegen früher auf, die für volkswirtschaftliche und kulturelle Notwendigkeiten gemacht werden. Für Bauten der Staatsbahnen und Anschaffungen von Waggons und Lokomotiven sind diesmal 120 Millionen Kronen, das ist um 10 Millionen Kronen weniger als im Vorjahr, angesetzt. Die so notwendige Ausgestaltung der Einrichtungen an den Universitäten wird im nächsten Jahr keine Fortschritte machen können, da hiefür nicht mehr, sondern im Gegenteil um 300.000 Kr. weniger als im Vorjahr präliminiert werden. Selbst an dem Bau neuer Schulgebäude werden 700.000 Kr. abgestrichen. An der bei uns ohnedies so karg bedachten Jnduftrieförderung sollen abermals 150.000 Kr. gespart werden. Die Postautomobile haben sich bewährt, werden namentlich in den Gebirgsgegenden sehr stark Benützt, und doch werden für die Anschaffung solcher neuer Betriebsmittel um 500.000 Kr. weniger in das Budget aufgenommen. So kann man die verschiedensten Posten des Staatsvoranschlages durch-mnstern und wird überall das Bestreben vorfinden, wo es nur irgend ging, die wirtschaftlichen Ausgaben des Staates noch mehr herabzudrücken. Gegenüber dem Budget für das Jahr 1913 wird das außerordentliche Erfordernis für Bauliche Herstellungen und die Anschaffung von Fahrbetriebsmitteln auf dem Netz der Staat'sBahnen um 10 Millionen gekürzt, da nur 120 Millionen gegen 130 Millionen per 1913 Beansprucht werden. Zwei Drittel der letzteren Summe entfallen auf Bauten, ein Drittel auf Fahrbetriebsmittel. Bei diesen beiden Kategorien von Aufwendungen sollen je 5 Millionen Kronen erspart werden. Für Lokomotiven und Tender sind 21'8 Millionen, das ist um rund 16 Millionen Kronen mehr, dagegen für Waggons nur 18'2 Millionen, das ist um 6'2 Millionen Kronen weniger präliminiert; das Erfordernis zur Ausrüstung mit der automatischen Vakuumbremse, das per 1913 350.000 Kronen betrug, soll ganz eingestellt werden. Bekanntlich werden teils alte Fahrbetriebsmittel kassiert, teils, davon abgesehen, der Fahrpark vermehrt. Neu bestellt werden (von Kassierungen abgesehen) per 1914/15 insgesamt 139 Lokomotiven (gegen 140 im Jahre 1913), 209 Personenwagen (1913: 400), 71 Dienstwagen (1913: 130) und 1371 Güterwagen (1913: 1600). Bei den Lokomotiven zeigt es sich, daß die Preise höhere sind, die Zahl der Lokomotiven jedoch ziemlich gleich geblieben, beziehungsweise etwas geringer geworden ist. Die Drosselung von 5 Millionen bei den baulichen Herstellungen entfällt zum überwiegenden Teil auf die Herstellung zweiter, dritter und v i e r t e r G e I e i f e, bei welcher 16 9. das ist um 3'5 Millionen weniger eingestellt sind. Bei den Ergänzungen am Unterbau (6'2 Millionen Kronen) werden um 3'8, bei den Oberbauten (19 Millionen Kronen) um 1 Million, bei den Anlagen zur Sicherung des Zugsverkehrs um 0'9 Millionen Kronen weniger präliminiert. Nur die Erweiterung von Stationen und Zugsförderungsanlagen wird um fast 5 Millionen Kronen erhöht. Die Reserve für unvorhergesehene Ereignisse wird per 1914/15 nur mit 12 Millionen Kronen gegen 3'2 Millionen Kronen per 1913 veranschlagt. Man sieht also deutlich, daß Bei dem eingeschlagenen Weg die militärischen Ausgaben ins llitgc- mefferte steigen und für andere Zwecke nichts mehr übrig bleibt, und daß das Budget nach allen Richtungen gedrosselt werden muß. Die Aera, wo die Verfassung fistiert ist, fängt also für die Völker Oesterreichs mit wirklich sehr tröstlichen Aussichten an, und wir dürfen uns auf Zeiten schwerer volkswirtschaftlicher Einbußen und schwerer Belastungen gefaßt machen. Aber der bürgerliche Nationalismus, der mit-1 schuldig ist, daß auf solche Art das Reich verwüstet und1 seiner letzten Kräfte beraubt wird, denkt nicht daran, sich darüber irgendwelche Skrupeln zu machen. Für ihn ist die Frage, ob auf einer Lokalbahn eine deutsche oder tschechische Aufschrift stehen wird, vorderhand noch immer wichtiger, als die Frage, ob man eine Regierung zwingen sollte, daß sie alle ihre Mühe aufwende, wieder ein verfassungsmäßiges Leben in Oesterreich herznstellen! ________________________ Unsere Selcgiettenttetsammlung. (Schluß.) Genosse Scheibein (Innsbruck) bespricht die Verhältnisse, die bei den Lokalbahnen in Oesterreich vorherrschend sino. Für unsere Organisation kann es nicht gleichgültig sein, in welcher Organisation die betreffenden Bediensteten stehen. Wir wünschen, daß für die Lokalbahnbediensteten in Oesterreich eine eigene Sektion innerhalb unserer Organisation errichtet wird. Die betreffenden Anträge sollen der Zentrale zur Be-rücksichtigung zugewiesen werden. Wir wünschen, datz die Delegiertenversammlung be-stimmt, daß keine Ortsgruppe aus dem Rayon einer anderen Ortsgruppe Mitglieder aufnehmen kann. Wir müssen den Kategorienseparatismus energisch bekämpfen. Wir müssen aber auch den Separatismus bekämpfen, der heute schon da ist. Und das ist die völlige Msonderung einer Kategorie in der eigenen Ortsgruppe. Wir wünschen auch, daß bas Vertrauens-männershstem ausgebaut und die Zentrale dazu kräftigst die Initiative ergreift. Genosse Tomschik bespricht im Schlußwort alle Be. schwerden und Anträge in ausführlicher Weise und erklärt neuerlich, daß die Zentrale den Ausbau des Vertrauens-männersystems ernstlich in Angriff nehmen wird. Der Antrag der Zentralleitung fand einstimmige An-nähme, eine Reihe anderer Anträge wurde der Zentrale zugewiesen. Zum dritten Punkt: „Hi n t e rbli eb en e n u n t er. stützung", erstattete Abgeordneter Genosse Rudolf Müller das Referat. Schon im Jahre 1904 beschäftigte sich die Dele-giertenversammlung mit der Einführung von Unterstützungs-Einrichtungen in unserer Organisation. Bei der letzten Dele» giertenverfanimlurtg wurde die fakultative Hinterbliebenen-Unterstützung eingeführt. Wir erwarteten einen starken Zuzug von Mitgliedern. Wir haben deshalb auch eine besonders günstige Karenzfrist für diejenigen eingeführt, die bereits Mitglieder unferer Organisation sind. Nun zeigte eS sich, daß diese Einrichtung im Anfang ziemlich ausgenützt wurde. Seither hat sich die Sache gebessert. Wir haben derzeit 83 Prozent der Mitglieder im Hinterbliebenenfonds vereinigt. An Austritten haben wir 5 52 Prozent zu verzeichnen, und zwar von Mitgliedern, die dem Fonds angehörten, während bei jenen Mitgliedern, die nicht im Fonds sind, 14 bis 15 Prozent Austritte zu verzeichnen sind. Es zeigt sich also, datz dieser Fonds die Fluktuation tatsächlich eingedämmt hat. Und das ist ein naturnotwendiges Bestreben aller Gewerkschaften. Seit 13 Jahren haben unsere Vertrauensmänner viele Mitglieder angeworben; welche Unsumme von Arbeit darin liegt, das weitz nur der, der initgearbeitet hat. Aber viele Mitglieder sind in derselben Zeit wieder ausgetreten. Da scheint uns der Unterstützungszweig ein geeignetes Mittel, diese Tatsachen zu ändern. Um so mehr, als die Beiträge von 60 H. in gar keinem Verhältnis zu den Leistungen des Fonds stehen. Wenn der Unterstützungsfonds ein allgemeiner ist, dann wurden wir ältere und viele fähigere Genossen bekommen. Andere Vereinigungen, die lange nicht die sozialen Aufgaben erfüllen wie wir, haben diese Fluktuation nicht, wie wir; daS ist zum Beispiel beim Leichenverein der Fall und cs ist nur ein Beweis dafür, wie mit solchen Einrichtungen die Stabilität herzustellen ist. Auffallend war auch der Kampf, den der Reichsbund ursprünglich gegen diese Einrichtung geführt hat und schon nach einem Jahr bat er eine analoge Einrichtung eingeführt. Wir müssen diese Neuerung in der Anwerbung von Mitgliedern ausnützcn. Die Zentrale hält diese Einrichtung nicht für ein Universalmittel, aber immerhin als ein geeignetes Mittel zur Stärkung unserer Organisation. Die Finanzen des Fonds haben sich in den zwei Jahren sehr günstig gestaltet. Der Saldo beträgt Ende 1913 148.193 Kr. Bemerkenswert ist der Umstand, daß die meisten Sterbefälle verhältnismäßig auf die Frauen entfallen und daß die meisten Sterbefälle in den Altersgrenzen zwischen 30 und 40 Jahren Vorkommen. Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 53.000 Exemplaren. "W>8 Ich persönlich bin für die obligatorische Einführung der Hmterbliebenenunterstützung. Das bisherige Argument, daß die Mitglieder den Betrag nicht leisten können, ist nicht stich, hältig, weil die Statistik beweist, daß gerade die minder entlohnten Bediensteten die meisten Mitglieder im Fonds stellen. Die Zentrale unterbreitet Ihnen folgenden Antrag, um dessen Annahme ich bitte: Nachdem sich der im Jahre 1912 in unserer Organisation errichtete Unterstützungszweig, genannt „Hinter-bliebenenunterstühungsfonds", dem 31 Prozent der Gefamt-mitgliederschast bereits angehören, gut eingeführt hat, außerdem in der gedachten Hinterbliebenenabfertigung ein Stück sozialer Tat steckt, die mit den geringen Einzahlungen geleistet wird, vor allem die Einführung dieses Unterstützungszweiges ein Mittel ist, die starke Fluktuation der Mitgliederschaft einzudämmen, die Agitation besser betrieben und somit der Organisation ein fester innerer und äußerer Halt geboten werden kann, so beantragt nach eingehender Beratung der Zentralausschuß: „Alle ab 1. Juli l. I. dein Allgemeinen Rechtsschuh-und Gewerkschaftsverein neu eintretenüen Mitglieder sind gleich in Len Hinterbliebenenunterftützungsfonds aufzunehmen." Die Annahme dieses Antrages ist zweifellos geeignet, diesen Unterstühungszweig zu heben, die Riskcnausgleiche herzustellen und das mit der Zeit notwendige Obligatorium dieses Fonds vorzubereiten. Die Annahme dieses Antrages hat weiter zur Folge, daß unsere Finanzen gefestigter, die Leistungen an die Mitglieder größer werden und die Zentralleitung den kommenden Kämpfen und sonstigen Anforderungen gewachsen ist. In der Debatte brachten die Genossen, die gegen die obligatorische Einführung sind, die schon im Jahre 1911 hergebrachten Argumente neuerlich ins Treffen. Insbesondere das Argument, daß die Genossen viel lieber höhere Beiträge an die Organisation leisten oder für einen Kampffonds Bedeutendere Mittel bereitstellen würden, als die Hinterbliebenen-unterstü^ung auSzubauen. Sie könnten sich trotz der Vorteile dieser Einrichtung noch immer nicht mit derselben befreunden. Abgeordneter Rudolf Müller im Schlußwort: Wenn man die Argumente der Gegenseite hört, kann man nicht sagen, daß die Pioniere des Fortschrittes gesprochen haben. Man hat mir die Sache leicht gemacht. Gerade die vorgebrachten Argumente haben mich von der Nichtigkeit unseres Standpunktes überzeugt. Die Zentrale hat die Aufgabe, Pfadfinder für die Besserung der Verhältnisse zu sein. Das haben sie ja selbst ausgesprochen. Wir wollen die NeuBeipetrctenen in dem Fonds ljaben, weil wir üBerzeugt sind, daß jeder Einzelne gern beitritt. Zudem ist es schon in einer Reihe von Ortsgruppen eingeführt. Dies Beweist allein schon, daß die Sache möglich ist und wir Bitten Sie deshalb den Antrag der Zentrale anzunehmen. Der Antrag wird mit 98 gegen 86 Stimmen angenommen. Es wird die Ausdehnung der Sitzung zur Erledigung des Punktes IV geschritten. Genosse Schiller als Obmann des Wahlkoinitees Berichtet über die erstellten Vorschläge. Fünfter BerljandlungStag. Als Zentralobmann wurde Genosse Josef Schwab einstimmig wiedergewählt. Ferner wurden gewählt: In den Zentralausschuß: Konstantin Knei- binjer, Karl Winter, Josef W a b i t f ch, Josef Sommerfeld, Eduard L i n d n e r, Salomon Reiß, Ferdinand In die Kontrolle: Adolf Kotrba, Ftanß B a- bowsiy, Matthias D e i f e n h a in m e r, FraNz Sowa, Johann Pollermann. In die Eersatzkontrolle: Franz Ziegler, Franz Hanslik, Michael Czi 8 l. In die Provinzkontrolle: Josef Petritfch, Wilhelm Scheibein, Eduard Paul, Josef Moritz. Es gelangt Punkt V zur Verhandlung. Referent Abgeordneter Genosse Tomschik schildert den Verlauf der ganzen Aktion seit der letzten Delegiertenversammlung. Das Zustandekommen des 38 Millionenantrages, die darauf erfolgte wiederholte Ablehnung des 17 'MillionenantrageS durch die Mehrheit der bürgerlichen Abgeordneten, schließlich die 15 Millionenerklärung des EisenBahnministers, welcher Betrag in drei Raten in den Jahren 1913, 1914 und 1915 zur Verteilung gelangen sollte. Nun kommen aber die zahlreichen Verschlechterungen und stellt sich auch heraus, warum sich die Regierung so beharrlich weigert, dem Parlament Rechnung zu tragen. Weil sie sich scheut, die Ersparnisse, die sie durch die Verschlechterungen erzielt hat, einzubekennen. Diese Tatsache hat zu dem MißBilligungsantrag im Staatsangestelltenausschuß geführt. Die Verschlechterungen bestehen darin, daß die Dienstturnuffe verschärft wurden und besonders die Normierung der Posten arg reduziert wurde. Das, was wir 1908 und 1911 an Besserem Vorwärtskommen erreicht haben, wurde dadurch wieder weg, genommen. Anderseits har man die vom Parlament beschlossenen Verbesserungen, speziell für das Wächter- und Verschub-personal in anderer Form, und zwar in einer schlechteren Form durchgeführt. So hat man es beim Wächterpersonal mit der nicht entsprechenden Gewährung der Nachtdienstzulage und der Titeländerung gemacht. Beim Verschubpersonal sollte eine Zulage gewährt werden. An. Stelle derselben wurde ein Pia» mieniystem eingeführt, ein Schwindelshstem, das nicht mit Unrecht als Bauernfängerei bezeichnet wird. Wir haben wiederholt im Eisenbahnministerium die Sache klargelegt und verlangt, daß wenigstens ein teilweises Entgegenkommen gezeigt wird. Nun redet sich der Minister auf feine Referenten aus und er sagt selber, daß er mit diesem System nicht einverstanden ist. Wir haben auch Bei den Arbeitern eine Reihe von Verschlechterungen. Da sind die Bahnerhaltungsarbeiter, denen man die Lohnvorrückung um 20 H. vorenthält. ES ist die Nicht-gewährung von Lohnerhöhungen für Aushilfsbedienstete. Mit einem ganzen Rattenschwanz von solchen Verschlechterungen haben wir es zu tun. Die Zentrale hat stets gegen alle diese Erscheinungen energisch Stellung genommen. Wir wollen unseren Kampf noch steigern. Wir werden nicht locker [affen, bis wir vor allem die Verschlechterungen beseitigt haben. Die große Aufregung unter dem Personal bietet uns Anlaß genug dazu. Allerdings ist dazu die Mitarbeit der großen Mehrzahl erforderlich. Vieles erreichen die Genoffen auch ohne die Zentrale, und zwar überall dort, wo sie sich tatkräftig und ziel-bewußt selber wehren. DaS Hauptaugenmerk soll auch stets daraus gerichtet werden, daß die Zentrale mit allzuviel Kleinigkeiten nicht überlastet wird. Die Genossen können auch im Dienstweg'manches erreichen und wenn dies nichts nützt, dann werden wir selbstverständlich tingteifen. Wir brauchen auch stets genaues Material, denn wir wollen nur ernste Aktionen unternehmen. Wir wollen uns nicht des Vorwurfes ausfetzen, daß wir unernst und demagogisch handeln. Wir schlagen Ihnen die Annahme folgender Resolution vor: Die am 20. Bis 24. Mai d. I. in Wien im Eisen-Bahnerheim versammelten Delegierten des organisierten Personals aller Bahnen Oesterreichs konstatieren mit tiefer Entrüstung, daß das Eiscnbafjnminiftermm trotz wiederholter Vorstellungen seitens der sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament, der Vertreter der koalierten Vereine, zahlreicher Deputationen deS Personals und der Perfonalkom-mifsionS- und ArbeiterauSschußmitglieder bisher keine ernste Absicht gezeigt hat, die folgenden zahlreichen Verschlechtern«, gen, die seit 1911 eingetreten find, aufzuheben oder mindestens zu mildern. Einzelne Organe der, Staatsbahnverwaltung, insbesondere der Herr Eisenbahnminister und in seinem Namen der Herr Vorsitzende de» ZentralauSschusseS der Personalkommission und deS Arbeiterausschusses haben im Gegen- teil daS Bestehen irgendwelcher Verschlechterungen wiederhol in Abrede gestellt. Demgegenüber erklären die versammelte Delegierten im Bewußtsein der Tragweite dieser Feststellung, daß daS Eisenbahnministerium folgende Verschlechterungen entweder bereits durchgeführt hat oder solche geplant sind: Für die Arbeiter:, 1. Wegnahme der freien und bezahlten Tage i» Monat. (Magazins- und StationsarBeiter.) 2. Arbeitszeitverlängerung im Wii^pr bei den Bahn-ethaltungsarbeitern. 3. Verschlechterungen in den Lohnvorrückungen, teils der Zeit nach, die verlängert, teils im finanziellen Ausmaß, daS reduziert wurde, insbesondere auch bei den Heizhaus' arbeiten: und Prosessionisten mehrerer Direktionsbezirkc. 4. Verschlechterung der Bezahlung der Sonntage, dcl lleberstunden und der Nachtarbeit. 5. Entziehung und Verschlechterung von Lohnzu» schlügen. 6. Lohnverkürzung durch Zulagen. 7. Verschlechterung der Bezahlung der Bahnerhaltung?' arbeitet bei auswärtigen Arbeiten und substitutionSweiseN Verwendungen als Wächter. 8. Verschlechterung der Stabilisierung durch: a) längeres Zuwarten auf Stabilisierung; b) Nichternennung, beziehungsweise Stabilisierung p°n Oberwerkmännern und dadurch, daß Hilfsarbeiter jetzt überhaupt nicht mehr stabilisiert und einzelne Kategorien nicht als Werkmünnet, sondern als Werkgehilfe» stabilisiert werden. 9. Verschlechterung durch Reduzierung von Arbeitern, wodurch ständige Arbeiter zu nichtständigen Arbeitern ruck« versetzt werden. 10. Degradierung der Bremser zu Arbeitern im Fahr» dienst, wodurch die Nonnietung verschlechtert und eine El« nertnung zu definitiven Bediensteten hintangehalten wird. 11. Teilweise Verschlechterungen im Akkord. 12. Einführung des Akkords bei der Nordbahn. 13. Einführung des Prämiensystems in den Maga> zinen. 14. Wegnahme des freien SamStagnachmittagS in den Heizhaus-Betriebswerkstätten. 15. Nichtbezahlung der Stramzulage an die TurnuS» arbeitet. 16. Verschlechterung der Arbeitsordnung im Heizhaus« dienst. 17. Nichtgewährung der Abschlagszahlung an die Neu* eintreienden in den Norbahnwerkstätten. Für das definitive Personal: 1. Die Reduzierung einer großen Anzahl normiertet Posten in allen Direktionsbezirken. 2. Die infolge der Normierungsverschlechterung erfolgte Nichternennung von Zugsführern, die allen vorgeschriebenen Bedingungen entsprechen, zu Oberkondukteuren, insbesondere auf den neu verstaatlichten Bahnen. 8. Die Nichteinhaltung der Einreihungsgrundsätze bei der NordBahn und der Nordwestbahn betreffend den UsuS wegen Ernennung von Dienern zu Unterbeamten und wegen Einreihung der im Sinne deS Punktes 1, Absatz 3, der Ein-mhungSgrundfätze bereits zu Beamten ernannten, beziehungsweise noch zu ernennenden Stationsleiter, Telegraphisten und Unterwerkführet der ehemaligen Kaiser Fetdi< nands-NorBahn in den Status II b der Beamten. Feuilleton. Kaufhaus Erde. Die Erde ist ein Warenhaus. Habe nur Geld, und du kannst alles haben. WaS du auch suchst, irgendwo und irgendwie ist c§ zu kaufen, wenn du dich gehörig umtust und nicht knauserst. Die Beste Landleberwurst und ein Professorentitel sind dein. Du kannst jeden Tag Gänsebraten essen und dir zum Nachtisch die schönste Geliebte kaufen. Oder auch eine legitime Frau. Wird sie dir spater lästig, dann kaufst du dir einen Detektiv, der alles ermittelt, was du brauchst, um sie wieder loszuwerden. Du kannst im PuppenBazar die herrlichste Puppe für deine kleine Nichte erstehen; du kannst im Bazar Erde aber auch ein Kind einhandeln oder zehn Kinder oder hundert — mit blonden Locken und strahlenden Kinderaugen. Willst du aber eins los werden, weil es dir im Weg ist, so geht es auch. Du kannst ihm eine Pflegerin kaufen, die es zum Engel macht. Du kannst, wenn du es richtig anfängft, die vernünftigste alte ErBtante in eine Nervenheilanstalt bringen und unter Kuratel stellen lassen, damit du desto sicherer und eher in den Genuß ihreS Vermögens gelangst. Und wenn eS dir einfallen sollte, den Mond für ein Känguruh zu halten, so wirst du Leute finden, die deine Ansicht wissenschaftlich beweisen. Aber zahlen muht du, lieber Freund, gut zahlen! Denn timfonft ist der Tod — fagt eine Phrase, die zu bezweifeln ist. Ebenso wie diese: Gesundheit ist nicht käuflich. Und wo ist das Leben zu haben, wenn Freund Hein die knöchernen Arme ausstreckt? Verzweifle nicht; beides ist zu haben. Denke nur rechtzeitig daran, und lange, schmerzlose Iahte sind noch dein, wenn der Prolet längst Erde im Mund hat. So du Münzen hast, kannst du Tätigkeit, Muße und Genuß zu jeder Stunde daraufhin anfehen, ob sie deiner Gesundheit, deinem Leben förderlich ober abträglich sind. Du kannst dir deine Zeit kaufen. Und selbst wenn du leichtsinnig warst und Freund Hein eines Tages grinsend an deinem Bett steht, kannst du dir noch die tiefsten Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft einhandeln; die berühmtesten Forscher des Erd-Balls werden an dein Lager eilen — und vielleicht gelingt cs ihnen, den drohenden Feind abzuschlagen, indessen der Dürftige resigniert und besiegt in die Unterwelt abdainpft. Andere sagen jauchzend: Aber die Sonne, Gott sei Dank, scheint über alle! Die Sonne wenigstens ist noch kein Handelsartikel! Sie ist es längst. Es wohnen so viele in Dunkel, Kälte und Schatten. Warum? Aus Neigung? Ach, sie möchten alle gern auf die Sonnenseite ziehen, ABer dort ist das Wohnen und Leben teuer. Du aber, wenn du Geld hast, kannst sie zu jeder Zeit haben. Wenn sie nicht zu dir kommt, gehst du zu ihr. Fährst im Februar Über die Alpen, und wirft sie auch im Dezember zu finden wiffen, wenn die Plebs unter grauem Schneehimmel keucht. So ift's mit allem Naturgenuß. Du kannst ihn unter Umständen für zwanzig Heller einhandeln, und darauf ist die Ansicht zurückzuführen, die Welt wäre doch schön. Wenigstens stellenweise und am Sonntagnachmittag. Diese Optimisten sitzen bei der Nachhaufefahrt womöglich im Gepäcknetz der Stadtbahn und halten das für einen Naturgenuß. Denn sie jodeln. Und sagen: dies wäre mal eine billige Gebirgstour. Andere sind anspruchsvoller. Sie sparen eS sich den Winter über vom Frühstück ab: daß sie im Sommer auf acht oder vierzehn Tage in ein wirkliches Gebirge kommen. Sie wandern in den Hatz, ins Riefengebirge, womöglich in die Schweiz und nach Tirol. Wer sich so eine Gebirgstour einhandeln kann und will, soll sich beeilen. Denn die Gebirge gelangen allmählich auch zum Verkauf im Warenhaus Erde. Und es vorläufig nicht wahrfchem« lich, daß ihr sie in einer billigen Woche für BO H. erstehen könnt. In Tirol hat man begonnen. Einen der höchsten Berge der Ostalpen, einen der großartigsten Punkte im GebirgSzug der Hohen Tauern — den Großglockner — haben sie kürzlich Um 60.000 Kr. verramscht. Jawohl. Mit allem, toaS drum und dran hängt. Mit dem größten Gletscher der Ostalpen, der Pasterze, mit Sonnenanf-und -Untergängen, mit aller wunderbaren Naturherrlichkeit. Für den lumpigen Preis von rund 60.000 Kr. Man weiß noch nicht recht, zu welchem Zweck. Die einen sagen: da will einer jagen, und der will sich die Steinböcke nicht durch das poplige Publikum verscheuchen lassen. Die arideren: der Berg soll ein Aktienunternehmen werden. Für Rodelbahnen, noblen Wintersport. „Fashionable" Hotels sollen erstehen. Kurz: ein Geschäft. Ein nobles Geschäft. Ich bin für eine Aktiengesellschaft. Es wäre der echte Geist der Zeit. DaS Heucheln soll endlich aufhören. Die Erde ist ein Geschäft. Von den ragendsten Bergfpitzen bis zu den seichtesten MeereSufern. Die Gebtrgsfreunde protestieren. Sie sind Idealisten. Wenn sie Nägelschuhe anhaben wenigstens. Man kann es begreifen, daß sie zornig werden. Aber mit welchem Recht entrüsten sich sonst so lammfromme Zeitungspapiere und offiziöse Regierungsorgane? Warum spötteln sie üBer den „Ewigen Schnee auf Aktien"? Sie spotten ihrer selbst. Sind selbst zum Teil MeinungSfabtiken auf Aktien und handeln hinten und vorn mit allem, was sich denken läßt. Haben ihre Hand in allen möglichen Geschäften und wiffen besser aI8 sonst jemand, daß es nichts gibt, was im Kaufhaus Erde nicht zu erfeilschen ist. In ihren Inseraten findest du alle® angeboten, waS dies Leben angenehm oder schmutzig macht. Käse und Menschen« leiber, Schuhcreme und Liebe, Mostrich und Wuchergeld. Sie kaufen sich Meinung, Ehre und lteberzeugung. Und halten ihre schützende Hand über dem dunklen Laden, wo Professoren-, Hoflieferanten- uud Adelstitel versteigert werden. Aber wenn einmal Arbeiterfäuste auf den Ladentisch klopfen, weil sie um Brot, Muhe, Gesundheit, Leben betrogen wurden, dann fallen sie über euch her. Und sie Hetzen alle ihre Hunde hinter euch wie hinter einem Bettler, der sich ein Brot vom Tische nahm und nicht bezahlte. Ihr sollt produzieren, oBer nicht kaufen. Denn die Welt gehört den Aktien und ihr Zweck ist die Erzeugung von Dividenden. Dies ist der Welt Sinn. Und die Entrüstung wird sofort verebben, wenn die Großglockner» A.-G. fette Jnferate aufgibt. Oder meint ihr, sie wüßten es nicht, daß die Erde ein Kramladen ist? Ihr Augurenlächeln glotzt au8 allen Spalten.... Kaufhaus Erde ist noch in der Entwicklung. Es wird noch viel schönet werHn. Immer schöner. Lest es bei Marx nach. Der hat es schon vor einem halben Jahrhundert gesagt, daß nicht nur alle Dinge, nicht nur Grund und Boden, nicht nur Menschen leiber, sondern daß auch Gehirne und Seelen in diesem Laden von Kapitals Gnaden gehandelt werden. Und wenn lebendige Menschen mit Haut und Haaren, mit Herz, Eingeweiden und Zerebralsystem im Preiskurant stehen, warum, zum Donnerwetter, soll denn nicht auch ein toter Berg zu haben fein? Nein! Platz für das Gold! Platz für Steinböcke und Schießgewehre! Platz für Aktien und DitndendengletfcherJ Wenn ich Geld habe, will ich kaufen können. Alles, ohne Ausnahme. Und wenn ich keins habe-----------------? Wenn ich keins habe, will ich trotzdem au8 aufrichtigem Herzen rufen: Bravo! Weiter fo! Baut den Kramladen aus! Nehmt neue Artikel herein! Treibt daS Geschäft auf den Gipfel! Schmiert, ramscht, schleudert! Macht’s wie Gerngroß.---------------- Damit ihr desto schneller liquidiert. Sorget dafür, daß der »Eisenbahner" anch vom reisenden Publikum aelesen werde! 4. Die Nichternennung von Arbeitern, die jabrelang auf Dienerposten Dienst versehen, zu Aushilfsdienern und die Nichternennung von Aushilfsdienern zu definitiven Bediensteten. Seit Dezember 1913 ist für alle Arbeiter und Bedien-riten'.iie aui e*ne Anstellung reflektieren, festgelegt, daß sie stch mindestens 6 Jahre im Provisionsfonds befunden haben müssen, ehe ihre Anstellung erfolgen kann. 5. Dre Verletzung der im § 40 der Dienstordnung der n k. Staatsbahnen- dem Gesamtpersonal in puncto dauernder Verwendung und Ilnverkürzbarkeit der ständigen Bezüge gewährleisteten Rechte. 6. Die Verfügung, wonach bei der k. k. Nordbahndirek-twn die infolge der Normierungsverminderung überzählig gewordenen Bediensteten in den zeitlichen Ruhestand zu versehen sind. 7. Die erfolgte und geplante Verschlechterung der Dienstturnusse für das Verschub-, Wächter-, Wagenaufsichts-, Zugbegleitung?- und Lokomotivpersonal. Die Bahnwärter erhielten, trotz gesteigerten Zugsverkehrs, vielfach anstatt des 16/i6stündigen Dienstes den 18/9-stündigen. Das wird mit der Einführung der Streckenbegeher begründet. Weil die Bahnwärter nicht mehr die Strecke begehen müssen, so wird erklärt, der Dienst sei leichter und sie können den 18/Sstündigen Turnus ertragen. Den Bahnwärtern werden jedoch an Stelle der Streckenbegehung andere Arbeiten zugewiesen, so daß die Sache also so steht, daß die Bahnwärter nicht weniger Arbeit, aber einen längeren Dienst haben. Auf Strecken, wie Gaisbach-Wartberg, Linz-Budweis und Pilsen wurde es, da die Bahnwärter dienstlich überbürdet waren, stillschweigend geduldet, daß die Bahnwärter die Strecke einfach nicht begingen. Die Bahnwärter der Bahnerhaltungssektionen Gänserndorf, Mährisch-Neudorf, Ungarisch-Hradisch der k. k. Nordbahn und die Bahnwärter der k. k. Linien der St. E. G. Wien-Brünn erhalten schon seit Jahren nicht den ihnen gebührenden freien Tag. Sie haben nach den Bestimmungen Anspruch auf 24 Stunden frei; fällt die Ruhezeit mit der freien Zeit zusammen, sollen sie beim 18/12stün-feigen Dienst 36 Stunden dienstfrei sein. Sie sind es aber nur 24 Stunden. 12 Stunden werden ihnen einfach ge—nommen. Alle Bemühungen diesen Bediensteten die ihnen gebührende freie Zeit zu sichern, waren bisher bei der Direktion der k. k. St. E. G., bei der k. k. Nordbahn und auch beim k. k. Eisenbahnministerium ergebnislos, obwohl in anderen Direktionen (Villach) Erlässe existieren, daß den Bahnwärtern bei einem 18/12stündigen Dienst samt Ruhezeit einmal im Monat ununterbrochen 36 Stunden, und solchen im 18/9stündigen Dienst ununterbrochen 33 Stunden dienstfrei zu geben sind. Das k. k. Eisenbahnministerium hat jüngst mit einem gewalttätigen Erlaß den gegenteiligen Standpunkt vertreten. Der „Eisenbahner", der diese Gewalttat kennzeichnen sollte, wurde konfisziert. 8. Die Reduzierung der Partienstärke beim Verschub-personal. 9. Die Reduzierung der ohnehin kargen Bezüge der ^Mrschublokomotivführer durch Einführung der Verschub- prämien und beim Verschub- und Magazinspersonal durch Einführung des Prämiensystems. •ni? 10. Die Nichternennung von Dienern, die auf höheren Dienstposten, insbesondere auf llnterbeamtenposten Dienst versehen, in die höhere Dienstcskategorie, beziehungsweise zu Unterbeamten. 11. Nichteinhaltung der Ernennung zu Lokomotivführern auf Grund des Erlasses. 12. Die Nichteinhaltung des Zugeständnisses, wonach die Erholungsurlaube ohne Rücksicht auf SubjtitutionSkosten und ohne Turnusverschlechterung gewährt werden. 13. Die bei sämtlichen im Staatsbahnketricb befindlichen Lokalbahnen geplanten Verschlechterungen, wonach beim Fahrdienst die Verwendung von Unterbeamten ausgeschlossen wird, die Verwendung von definitiven Bediensteten tunlichst einzuschränken ist, die Turnusse verschlechtert und die dienstfreien Tage weggenommen werden und das gesamte Personal bedeutend reduziert werden soll. Die versammelten Delegierten verlangen neuerlich energisch die sofortige und vollständige Aufhebung der Verschlechterungen. Sie beauftragen die Zentrallcitung, neuerlich alle ihr geeignet erscheinenden Schritte zu unternehmen, um dieses Ziel durchzuführen. Sie ersuchen insbesondere die sozialdemokratische Fraktion im Parlament, auch fernerhin im energischen, unermüdlichen Kampf gegen die skrupellose Staatsbahnverwaltung die Rechte der Eisenbahner zu ver-leidigen. Besonderen Wert legen die versammelten Delegierten auf die fernere tatkräftigste Mitwirkung der sozial-demokratischen Arbeiterpresse, weil neben der Fachpresse nur diese allein den Kampf um die Erhaltung der erworbenen Rechte für die Eisenbahner ernst und konsequent führt und führen kann. Demgegenüber verpflichten sich die versammelten Delegierten, mit allen Kräften für den Ausbau der sozialdemokratischen Organisation und insbesondere neben der Fachpresse für die Ausbreitung der sozialdemokratischen Arbeiterpresse in den Kreisen der Eisenbckhner zu wirken. Dies-bezüglich bringt die Delegiertenversammlung die Veranstaltung einer lediglich für die Eisenbahner bestimmten Werbe-Woche in Vorschlag, deren Zweck in Wien die Gewinnung von Abonnenten für die „Arbeiter-Zeitung" und auswärts die Gewinnung von Abonnenten für die allerorts in Betracht kommenden sozialdemokratischen Arbeiterblätter und die Gewinnung von Mitgliedern für die gewerkschaftliche und politische Organisation sein soll. Die versammelten Delegierten stellen fest, daß die große Masse der Eisenbahner, die nicht organisiert sind oder in den gegnerischen, bürgerlichen und gelben Vereinen unsere Feinde unterstützen, einen großen Teil der Schuld an diesen Verschlechterungen haben. Sie sind es, die der Regierung und dem Unternehmertum die Möglichkeit bieten, von der Zersplitterung und der Uneinigkeit der Eisenbahner zu zehren und darauf ihre Pläne zu erstellen und sie zu verwirklichen. In Erkenntnis dieser Tatsache fordern die versammelten Delegierten alle bewußten Eisenbahner auf, den Kampf gegen alle Feinde der Besserstellung der Eisenbahner unentwegt weiterzuführen, so lange, bis auch dieser Anschlag staatlicher Willkür und Entrechtung mit vollem Erfolg abgewehrt sein wird. Wir sollen auch dazu kommen .einmal unsere Forderungen so zu handhaben, daß wie einige der wichtigsten herausgreifen und sie dann so lange vertreten, bis sic erreicht sind. Wir müssen auch mit der Taktik der verschiedenen Gegner rechnen. Sie fallen uns bei jeder Gelegenheit in den Rücken und da ist cs notwendig, daß Sie den politischen Vorgängen die entsprechende Aufmerksamkeit zuwcnden und die sozialdemokratische Arbeiterpresse und die Partei tatkräftigst unterstützen. Denn nur durch vereintes Wirken aller in Betracht kommenden Faktoren wird cs möglich sein, weitere Erfolge zu sichern. Die Resolution der Zentrale wurde einstimmig angenommen. Es gelangten noch mehrere Anträge zur Annahme, beziehungsweise wurden'"sie der Zentrale zugewiesen. Bei Punkt VI gelangten noch eine Reihe weiterer Anträge zur Behandlung, die interne Angelegenheiten der Organisation betreffen. Mit einem Hoch auf die Internationale und unter Ab» singung des „Lied der Arbeit" fand die wichtige Tagung ihren Abschluß. Konferenzen der Kategorienvertrauensmänner. Vor und während der Tagung, in den Zwischenpausen, fanden Besprechungen der Delegierten statt, die zugleich als Vertrauensmänner der diversen Bedienstctenkatcgoricn fungieren. Die Zugsücglcitcr der Südbahn hatten am 20. Mai d. I. eine ganztägige Besprechung über die Lage bezüglich der durchgeführten Verschlechterungen. Mit Befriedigung wurde der Bericht des Genossen Weigl von der Zentralleitung zur Kenntnis genommen, wonach die Südbahn bereit ist, ab 1. Juni alle die durchgeführten Verschlechterungen für die Zugsbegleiter aufzuhebcn' Die Zugsbegleiter aller Bahnen hielten am 22. und 23. v. M. Besprechungen ab, deren Beratungen dem Ausbau des Vertrauensmännersystcms gewidmet waren. Die Wächter hielten am 22. v. M. früh ihre Besprechung ab, in der Genosse Sommerfeld den Bericht über die letzte Tagung der Zentralpersonalkommission brachte und einige taktische Fragen für künftiges Vorgehen behandelt wurden. Auch das Verschubpersonal aller Bahnen hielt eine Beratung ab, in der die wichtigsten Forderungen beraten und entsprechende Beschlüsse gefaßt wurden. Auch die anderen Gruppen hatten wiederholt gesonderte Beratungen und wurde von den Delegierten allseits tüchtige Vcratungsarbeit geleistet. Aus dem KorruWonssumpf Her Kategorierrvereiul. Enthüllungen im Weftooseh Seidl und Konsorten gegen den „Eisenbahner". — War die Sengen aursagen. — Die Verhandlung vertagt. Gründlicher sind wohl noch nie in einem Prozeß die Rollen vertauscht worden, als wie das am Dannerstag der vorigen Woche vor dem Preß-gericht Wien-Josefstadt geschah. Als Ankläger waren die Herren Seidl, Verhouz und Konsorten als gewesene Führer des Vereines der Kanzleiexpedienten der Südbahn gekommen, um sich Sühne zu verschaffen und den Schild ihrer Ehre wieder reinzuwaschen, die unter den in unserem Blatt gegen sie und ihre Tätigkeit gerichteten Angriffen und Anschuldigungen schwer gelitten hat. Vorderhand ist das Beweisverfahren, das am vorigen Donnerstag in offener Gerichtsverhandlung eine Reihe von Tatsachen aufgerollt hat, die sich alle Südbahner werden gut ins Gedächtnis schreiben müssen, noch keineswegs abgeschlossen, und es liegt uns schon deshalb fern, dem richterlichen Urtcilssprnch durch unsere Erörterungen irgendwie vorgreifen zu wollen. Aber der Eindruck, den die Ergebnisse dieses einen Verhandlungstages hervorgerufcn haben, wird wohl kaum geeignet fein, die Ankläger als untadelige Ehrenmänner erscheinen zu lassen, und ihre Tätigkeit als Vereinsfunktionäre und Führer einer sogenannten Eisenbahnerorganisation in ein einwandfreies, moralisches Licht zu rücken. Wir haben aus dem Mund von Zeugen gehört, und zwar von Zeugen, die nicht unserer Organisation angchörcn, sondern die selbst früher Mitglieder des Vereines der Kanzleiexpedicnten der Südbahn, ja zum Teil sogar selbst V e r e i n s f u n k-tionäre gewesen sind, daß nicht nur Gelder, die dem Verein gehörten, unterschlagen worden sind, sondern daß auch Gelder, die der Südbahngesellschaft gehörten, von einem gewesenen Funktionär des genannten Vereines dcfraudiert wurden. Wir haben weiters aus den Aussagen der Zeugen vernommen, daß der Präsident des Vereines einem Kontrollmitglied, das, als es den Abgang von Vereinsgeldern entdeckt hatte, so wie es seine Pflicht gewesen ist, den wahrheitsgemäßen Bericht darüber in der Generalversammlung erstatten wollte, mit dem Hinauswurf gedroht habe, wenn es Skandal mache. Und man hat weiters durch die Darlegungen der Zeugen einen Einblick in die ganz eigenartige und wohl schon mehr als sonderbare Auffassung bekommen, die unter einzelnen Vereinsfunktionären über die einfachsten Sitten- und Moralbegriffe geherrscht hat, wenn diese ihren polygamieschen Anwandlungen unter den weiblichen Angehörigen ihrer eigenen Kollegen freien Lauf ließen. Ob die Vorgangsweise des Herrn Seidl und seiner Freunde, die bei der Südbahnverwaltung mit photographierten Kontis und Buchaus-8 ü g e n der Uniformierungsfirma Beck „intervenierten", in der Form, wie sie von den Zeugen geschildert wurde, eine Erpressung darstellt, darüber wird das ordentliche Gericht noch zu entscheiden haben, und die publizistische Oeffentlichkeit wird sich gerade mit diesem Faktum wohl noch ausführlich beschäftigen müssen. Vorläufig werden immerhin die Leute, die Herrn Seidl und Konsorten das volle Vertrauen entgegenbringen zu müssen glaubten und die ihm bei der letzten Generalversammlung des Vereines noch ihr Vertrauen aussprachen und ihm ein Ehrengeschenk durch eine goldene Uhr überreichten, über die Frage nachzudenken haben, wie dieses ihr Verhalten mit jenen Schilderungen, die wir aus dem Mund einer Reihe von Zeugen vernommen haben, in Einklang gebracht werden kann. Aber auch sonst bietet die Darstellung, die bei dieser Verhandlung unter Zeugeneid gegeben wurde, lehrreichen Stoff zum Nachdenken und greift weit über den Kreis der lokalen Bedeutung hinaus. Sie offenbart nämlich in greller Deutlichkeit, w i e in den sogenannten Kategorienvereinen, die heute unsere Gegner und wohl auch das schwerste Hemmnis in der Entwicklung der Eisen- bahnerbewegung zu einer großen einheitlichen Organisation sind, g e w i r t s ch a f t e t wird, von welchem Geist sie durchsetzt und wie die s i t t l i ch e n Q u a l i-täten ihrer Führerschaft beschaffen sind. Am Donnerstag ist vor dem Joscfstädter Strafgericht ein Sumpf aufgedcckt worden, und der Gestank, der ausgesticgen ist, zieht weit hinaus in alle Lande. Aber es war doch nur der Anfang, und man wird Wohl noch Gelegenheit haben, tiefer in den Abgrund zu blicken, der sich schauervoll aufgetan hat... * Die Verhandlung. Dem Prozeß lag folgende Sachlage zugrunde: Wie noch erinnerlich, erschien in der Nummer vom 20. Februar 1913 des „Eisenbahner" unter dem Titel „Aus dem Korruptionssumpf der Kategorienvereine" ein Artikel, in welchem gegen die damaligen Führer des Vereines der Südbahnbeamten und deren Anwärter eine Reihe von schweren Anwürfen und ehrenrührigen Beschuldigungen erhoben wurde. So wurde unter anderem den sogenannten Führern des genannten Vereines der Vorwurf gemacht, daß sie heimlich entwendete Buchauszüge Photo-graphierte, Kontis und Privatkorrespondenzen, durch deren Inhalt einzelne hochstehende Funktionäre der Südbahn Verwaltung schwer kompromittiert erscheinen, dazu benützten, um verschiedene Vorteile zu erpressen. Weiters wurde der Vorwurf einer leichtsinnigen und f r a u d u» losen Geschäftsgebarung in dem Verein erhoben, bei der auch bestimmte Personen namentlich an-geführt wurden, die sich strafrechtlich zu ahndende Handlungen zuschulden kommen ließen. In der Schlußfolgerung des Artikels wurde unter Anführung dieser und noch einer Reihe von Tatsachen von einem Korruptionssumpf gesprochen, und die Führer des Vereines mit naturgemäß nicht schmeichelhaften Bezeichnungen belegt, die den Anlaß zu einer Ehrenbeleidigungsklage gegen unser Blatt, beziehungsweise gegen dessen verantwortlichen Redakteur Genossen Franz Lill bildeten, durch die natürlich die angegriffenen Vereins-funktionäre in der Oeffentlichkeit rehabilitiert werden sollten. Die erste vor dem k. k. Bezirksgericht Wien-Josefstadt statt-gefundene Verhandlung wurde zum Zwecke der Durch, führung des Wahrheitsbeweises vertagt. In der am 4. Juni 1914 fortgesetzten Verhandlung wurden nun eine Reihe von Zeugen über die einzelnen Anklagefakten vernommen. Als Verhandlungsleiter fungierte dabei der Preß-lichter Landesgerichtsrat Dr. Stolz, während die Anklage von Dr. P a l l e st c t vertreten wurde, Als Vertreter des angeklagten Redakteurs Lill fungierte Dr. H a r p u e r. Da esunS fernliegt, heute schon weitgehende Schlußfolgerungen aus dem Beweisberfahrcn zu ziehen, geben wir im nachstehenden lediglich die Aussagen der einzelnen vernommenen Zeugen wieder. ProvisionSgeschSfte mit der Firma Beck. Als erster Zeuge erschien der Assistent der Südbahn Franz Mayer. Derselbe führte aus: Ich habe vom damaligen Präsidenten S e h d l gehört, daß er im Besitze von Dokumenten der Firma Wilhelm Beck u. Söhne sei, welche beweisen, daß einige Funktionäre der Südbahnvcrwaltung für die von dieser Firma bezogenen Kleider zum Teil nichts bezahlt haben, zum Teil Nachlässe gewährt er-hielten. I" der Bereinszeitung ist diesbezüglich eine Vornotiz erschienen, jedoch die weiter in Aussicht genommene Artikelserie eingestellt worden. DaS Motiv hiefür fei darin zu suchen, daß S e y d I mit Herrn Inspektor Merlitschek verhandelte und sodann gegen Gewährung gewisser Konditionen die weitere Publikation der projektierten Artikel unterlassen wurde. Hohe Verwaltungsfunktionäre der Südbahn haben bei der Firma Beck offene Konti gehabt und bezogene Waren überhaupt nicht bezahlt, beziehungsweise im Wege von Abschreibungen ihre Zahlungspflicht reduziert. Es sei so eine Art von Pro-visionsgeschäft gewesen. Ein entlassener Südbahnbeamter namens Neugebauer ist nämlich in die Dienste der Firma Beck getreten, hat sich in den Besitz diverser Konti und anderer Privatkorrespondenzen gesetzt, und diese Dokumente waren in der Verwahrung des Herrn Seydl. Eine Anspielung aus diese Affäre wurde in der bereits erwähnten Besucht «nr Lokale, in welche« der »Eisenbahner" aufliegt! Notiz gemacht, imb zwar in der Nummer der Vereinszeitung vom 2. September 1912. Der Zeuge selbst hat einen solchen Kontoauszug gesehen, und zwar in den Händen des Revidenten Karl Stefan Lay, der im späteren Verlauf zum Vizepräsidenten des Vereines gewählt wurde. Es wurde über diese Angelegenheit im Kreise der Ausschuh-itnd Vereinsmitglieder wiederholt und eingehend gesprochen. So erklärte Herr Seydl unter anderem öfters, er besitze diese kompromi't tierenden Materiale und werde dies benützen, um der Verwaltung sehr unangenehm zu werden. Dr. Pallester: Ist das eine Erpressung? Dr. Harpner: Aber der Anfang dazu! Als nächsten Zeuge erscheint Herr Revident Lay: Ich habe in der „Beckaffäre" in der Zeit vom Juni bis August 1910 auf Grund des Neugebauer schen Materials wiederholt mit Herrn Seydl, der damals Redakteur der Vcr. einszeitung war, gesprochen. Wir sinddannzur Firma Beck, beziehungsweise zu derem Anwalt Dr. Medak gegangen und haben mit demselben konferiert. Mit Rücksicht darauf, daß die anderen Fachzeitungen diese Angelegenheiten nicht zur Sprache brachten, war Seydl Feuer und Flamme dafür, diese Affäre im Vereinsorgan ent-sprechend zu b eha°nd e ln. Auf die in diesem Belang erschienene Vornotiz lieft der Vorstand des publizistischen Büros der Südbahn, Herr Inspektor Merlitschek, Herrn Seydl zu sich Bescheiden. Diesem Ruf leistete Seydl Folge und zog mich den b e-zuglichen Besprechungen bei. Gelegentlich dieser Konferenz bemerkte der Herr Inspektor, es Ware doch nicht gut, wenn derlei Artikel erscheinen würden, denn solche Sachen sollten doch nicht Vorkommen. Ich präzisierte damals gleich meinen Standpunkt: Biegen oder brechen, der Kampf mutz geführt werden. Nach dieser Audienz schrieb ich einen den Gegenstand behandelnden eingehenden Artikel, der ehestens in unserer Zeitung erscheinen sollte. Plötzlich wiegelte Seydl ab, er sagte mir nämlich, Herr Inspektor Merlitschek habe ihm die Erfüllung einer Reihe von Forderungen für die Kanzleiexpedientenkategorie zugesagt, wenn diese Artikelserie nicht zur Publikation gelangt. Dieser Artikel, für dessen Veröffentlichung Herr Seydl so begeistert war, i st auch nicht erschienen. Dr. Pallester: Haben vielleicht damals einzelne Vereins Funktionäre hiefür Geld Bekommen? Zeuge: So etwas macht man doch wohl unter vier Augen aus. Zeuge M a t t a u s ch weiß nichts Wesentliches anzugeben und erklärt, daß er wohl persönlich von der Beckgeschichte nichts wisse, jedoch sehr viel davon reden gehört habe. Zeuge Inspektor Merlitschek deponiert, dah Herr Seydl bei ihm im Büro war und ihm erzählt habe, er wäre im Besitz von kompromittierenden Konto, und BuchauSzügen der Firma Beck. ES war dies zu einer Zeit, als in einer anderen Zeitschrift, „Blitz", bereits e in Artikel veröffentlicht war, der dasselbe Thema behandelte. Ich habe mit Seydl üb diese Sache gesprochen und kann auch heute nur erklären, dag einer der angegriffenen Funktionäre der Südbahnver-Wartung von der Sache nichts wußte, weil er alle feine Rechnungen durch feinen Präsidialsekretär auszahlen lasse. Auf diese Bemerkung erklärte Herr Seydl, ich wäre schlecht informiert, denn die Sache verhalte sich tat. sächlich so, wie er sie publizistisch darstellen wollte. Gleichzeitig wieS er mir einen Zettel vor, welcher mit der Unterschrift des inzwischen pensionierten Oberinspektor» und Direktorstellvertreters der Verkehrsdirektion, AI-Bert, versehen war. Richter: Was war der Zweck Ihrer Unterredung mit Herrn Seydl? Zeuge Merlitschek: Ich war damals Vorstand, stellvertreter des publizistischen Büros und ich habe Herrn Seydl, der damals Redakteur der VereinSzeitung war, gefragt, warum er gerade diesen hochstehenden Funktionär angreise, wodurch er ja nicht nur diesen, sondern auch den ganzen Beamtenstand diskreditiere. Meine - diesbezügliche Intervention war durchaus nicht von der Verwaltung Beein» flutzt; erst nachträglich habe ich über diese Angelegenheit mit diesem Funktionär gesprochen. Für den Fall, als der Artikel nicht erscheinen sollte, habe ich keinerlei Versprechungen ge« leistet. Ich Bemerke noch, daß mir Herr Seydl gelegentlich unserer Unterredung gesagt hat, daß der in dieser Affäre mit» spielende entlassene SüdBahnBeamte NeugeBauer von diesem hohen Funktionär eine größere Geldsumme Be. kommen hat. Der Richter giBt hierauf bekannt, daß der als Zeuge ’geladene administrative Direktor Dr. Gustav Fall aus dienstlichen Rücksichten heute am Erscheinen verhindert ist, jedoch gleichzeitig mitgeteilt hat, daß er nach seiner Rückkunft dem Gericht zur Verfügung stehe. Zeuge Eduard Stampfl bestätigt im wesentlichen die Aussagen der früheren Zeugen Mayer und Lay und konstatiert hiebei, daß Herr Seydl des öfteren mit ihm das ganze Thema behandelt habe. Zeuge Richard Beer erklärt, daß «r wiederholt mit Seydl über die „B e ck a f f ä r e" sowohl innerhalb de» ZentralauSschusseS als auch außerhalb desselben debattiert habe. Zeuge Oberrevident HanS Hochenegger erklärt, daß Seydl ihm mitgeteilt hak, daß er im Besitz von Ma-terial sei, welches einzelne Verwaltung s. funktionäre arg kompromittiert. Gleichzeitig Babe er ihm den Vorschlag gemacht, hievon im Organ des Südbahnerverbandes, dem „Südbahner", Gebrauch zu machen. Der Zeuge erklärte Herrn Seydl, daß er dies nicht tun werde, weil ihm die Sache viel zu schmutzig fei. Seydl habe ganz deutlich durchleuchten lassen, daß man diese Angelegenheit journalistisch auSuützen sollte. Zeuge Oberrevident H a ck h o f e r sagt au?, daß ihm von dieser Angelegenheit nicht? Wesentliches bekannt sei. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib...." Hierauf wird die in dem inkriminierten Artikel erhobene Beschuldigung, daß einzelne Führer auf Kosten des Vereines eine Art Lotterleben geführt und Ehebruch getrieben haben, unter Beweis gestellt. Zeuge Revident Lay deponiert, daß der Vereinssekretär Kanzleiexpedient Adolf Scherer aus der Vereinskasse 1060 Kronen unterschlagen habe. Der Genannte hat, wie der Zeuge aus eigener Wahrnehmung Bestätigen kann, und was auch diverse Kafseehausmarköre bestätigen müssen, ganze Nächre im Kaffeehaus verbracht, und um hohe Beträge das berüchtigte „B u k i" gespielt, trotzdem seine f u nanziellen Verhältniss sehr triste waren. Mit Rücksicht auf die schwerkranke Frau des Scherer hat sich der Zeuge bei dem Personalreferenten der Baudirektiou, Herrn Oberinspektor Ritter v. Berger persönlich verwendet, daß | Scherer zur Deckung des Vereinsmankos einen Vorschuß erhalte. Aber nicht nur Herr Scherer, sondern auch eine Reihe anderer Vereinsfunktionäre haben des öftern in der Woche über die Schnur gehauen und sind in verschiedenen Nachtlokalen zu erblicken gewesen. Auch den Beweis für verschiedene Ehebrüche kann der Zeuge erbringen. S o sei seiner Ansicht nach erwiesen, daß Kollege Seydl mit einer Frau in ehebrecherischen Beziehungen gestanden sei, daß er aber auch die Schwägerin eines Zentralausschußmitgliedes verführte, wofür auch dieser seinerseits sich in ähnlicher Weise revanchiert habe. Als charakteristisch führt der Zeuge eine Szene an, welche sich in Gegenwart mehrerer Personen damals aBspielte, als Herr Seydl seine Beziehungen zur schon erwähnten Frau plötzlich lösen wollte. Die Frau äußerte sich gelegentlich dieser Episode: „Fritzl, so leicht kommst du von mir nicht, das Kind, das ich unter dem Herzen trage, ist von dir " Der Zeuge bemerkt noch, daß das damalige Ausschußmitglied AloiS Zimmer! ebenfalls zirka 12 0 0 K r., und zwar aus der Gepäckskasse der k. k. priv. Südbahngesellschast widerrechtlich entnommen hobt. WeiterS gibt der Zeuge an, daß Herr Scherer, dessen frau, dulofes Gebaren dem Verein svorftand Be« könnt w a r, wohl der Sekretärstelle enthoben wurde, jedoch den Vereinsberatungen und Sitzungen Beige-wohnt habe. Zeuge Assistent Mayer Bemerkt, daß die meisten Vereinsfunktionäre feiten? der Südbahn höhere Vorschüsse erhalten haBen, so Verhoutz, Seydl, Scherer, ExenBerger und Marik. Diese Vorschüsse welche sich in einzelnen Fällen bis zur Höhe von — 6000 Kr. stellten, standen in gar keinem Verhältnis zu dem Einkommen der Vorschuherwerber. Der Zentral, ausschuh des Vereines hat sich jeweils riesig ins Zeug gelegt, um diese Vorschüsse durchzupressen, und gerade diese Leute bildeten ebendas letzte Rückgrat des Vereines, als eS zum Krach kam. Der Zeuge bestätigt weiters, die Ehebruchsfakten konform der AuSfage des Revidenten Lay und fügt eine charakteristische Bemerkung einer der Herren hinzu, der ihm mitterlte: „Ich weiß mehr wie alle anderen, der Seidl ist ein gemeiner Kerl, er hat mir meine Schwägerin verführt,, noch dazu in einem Raum, wo meine Frau gelegen i st." Bezüglich der Vereinskassengebarung bemerkt der Zeuge, dah bei den wiederholt vorgenommenen Skontrierungen Herr Zimmer! das Geld hergegeben Hot, um die Skontrierungen stimmend zu machen. Der Richter droht mit dem Staatsanwalt. Auf eine Zwischenbemerkung des Klageanwaltes Doktor P a l l e ft e r, daß das Ganze den Eindruck eines ! Tratsches mache, erklärte der Richter, daß man eventuell j das Protokoll der Staatsanwaltschaft übergeben werde. Zeuge Adjunkt Anton Franzon: Ich wurde seinerzeit von der Strecke nach Wien versetzt, und nach kurzer Zeit zum Ausschußmitglied gewählt. Im Februar 1918 erschien im „Eisenbahner" ein Artikel über die .Schereraffäre". Da wir aufderStteckevondiesenMachinationenkeine Ahnung hatten, so habe ich selbstverständlich intensw gefragt: »war ist'» mit dieser Sache?» E» war die» bereits zu jener Zeit, als Herr Zimmerl wegen Veruntreuung gesellschaftlicher Geld gemaßregelt worden war. Seydl erwiderte mir hierauf, dah Scherer da» Geld au» der Vereinskasse genommen habe» um den Abgang Zimmerl» zu decken. Ich habe diese Aeutzerung Seydl» für wahr ge. n o m m e n, bin jedoch nach acht Lagen daraufgekommen, daß Seydl gelogen hatte. Zimmerl behauptete das Gegenteil und erwiderte mit: Da» ist da» Höchste, was stch diese Leute leisten. Ich habe au» de« »esellschaftlichen Geldern zu wiederholtenmalen den Abgang unserer BereinS-kasse gedeckt. Diese Aeutzerung machte er in Gegenwart seiner Braut. Infolge dieser Schweinereien habe ich als Vor-standsmitglied ab ge dankt, und wurde, als ich über-dies verlangte, daß die Herren Seydl und Verhoutz ihre Mandate als gewählte Personalkommissions, mitglieder niederlegen, auch al» Mitglied au» dem Verein ausgeschlossen. Da» war da» Prinzip» welche» diese Leute anwendeten» um ehrliche Vorstandsmitglieder auSzu-schalten. Der Zeuge bemerkt schließlich noch, dah er die im „Eisenbahner" veröffentlichten Angriffe für vollständig gerechtfertigt halte, fco» nach jeder Richtung hin von einer moralischen Versumpfung gesprochen werden könne. Aus eine weitere Frage des Verteidigers sagt der Zeuge aus, daß nach der Einbringung der Klage bei Herrn Dr. P a II e st e r ein Imbiß im Gasthaus entgegengenommen wurde. Bei dieser Gelegenheit wollte der damals anwesende Kanzleiexpedient Haider feine eigene Zeche bezahlen, worauf ihm seitens der Herrn Seydl oder de» Herrn Verhoutz bemerkt wurde: »Latz geh'n, da» zahlt ohnehin der Verein." Haider zahlte aber trotzdem seine Zeche selbst und verlieh da» Lokal. Zeuge Revident Viktor Türke! bestätigt die bereit» von anderen Zeugen gemachten Aussagen, daß Scherer wiederholt im Kaffeehaus „Buki" spielend gesehen wurde. Wer die Diebereien aufdeckt, wird hinausgeschmissen. Die Zeugen Mayer und Lay sagen aus, daß gelegent-lief) der Transferierung des Herrn Burg st aller nach Wien diesem von Herrn Seydl gesagt wurde, er könne die einlaufenden Beiträge der Ortsgruppenmit-Glieder so lange für sich verwenden, als dies notwendig ist, er fei ja der Präsident und das K o n t r o l l 8 o r g a n. Zeuge Burg st aller Bestreitet den Wortlaut dieser Bemerkung und behauptet, es wäre nur von den Sitzungsdiäten die Rede gewesen, auf die er allerdings hätte auch verzichten müssen, wenn die Ortsgruppe n k a ))e leer ist. Verteidiger Dr. Harpner hält dein Zeugen Burg-staller vor, daß er die von ihm Bestrittene Aeutzerung auch vor drei anderen Zeugen gemacht habe, deren gerichtliche Einvernahme et sich noch Vorbehalte, Zeuge Inspektor Dr. Ottv Fahler wird über die Gewährung von Vorschüssen befragt und gibt die entsprechenden Aufklärungen. Zeuge Beer: In meiner Eigenschaft als Kassenrevift kann ich nur die Unterschlagungsgeschicy^ Scherer-Zimmerl bestätigen und füge noch hinzu, dar ich den Herrn Seydl von dem Fehlen 1,0,1 800 Kr. in der Bereinskasse aufmerkam machte. Auf meine Vorstellungen, ich werde über diese eigentümliche „Geschäftsgebarung" in der nernlverfammlung Berichten, drohte mir Seydl, cr werde, rocitn ich Skandal mache, hinausschmeißen lassen. Wie Vereinsmitglieder dienstlich geschädigt wurde». Zeuge P l ö s ch l deponierte, er haBe anläßlich der Protokollaufnahme, welche gelegentlich des Fahrkarten» fchwindels mit Herren Seydl und Verhoutz st0“' fand, dieser LBer dienstlichen Auftrag Beigewohnt und ’n gleichzeitiger Anwesenheit des Herrn Inspektors Merlitschek ausdrücklich gehört, daß gelegentlich der Fragestellung seitens des Herrn Inspektors Merlitschek die Aeuße-rung des Herrn Verhoutz gefallen ist, daß man der Verwaltung schon lange Ruhe gcgeBen habe, man muß jetzt etwas anderes anfangeu. Zeuge Inspektor Merlitschek Bestätigt diese Angabe. Zeuge Plöschl: Als der Akt wegen der Versetzung des Herrn Kolbenschlag zu uns herunterkam, waren ioir ganz paff. Wir haben nachgefragt und erfahren, datz Kolbenschlag über Verfügung der General' direktion einem anderen Herrn Platz machen müsse. In einer ein paar Tage später stattgesundenen Versammlung hat Seydl ausdrücklich erklärt, 6atz Kolbenschlag wegen dienstlicher Anstände versetzt worden wäre. Am Tage nach dieser Versammlung ging ich 8U unserem Vorstand, Herrn Oberinspektor KrauS, und fragte ihn, ob diese Behauptung Seydls richtig wäre. Herr Oberinspektor Kraus erklärte mir, Herr Kolben-schlag sei ein tüchtiger und verwenbarer Be» arnter, um den es ihm sehr leid tue. Diese Aeuhe-rung wiederholte Herr Oberinspektor Kraus in Gegenwart des Herrn Assistenten Mayer. Zeuge K o l b e ns ch l a g bemerkt aus die Frage, warum er versetzt worden sei, folgendes: Ich war vom Jahre 1908 bis 1918 beim BetrieBsinspektorat Wien und Bin feit dieser Zeit in der Werkstätte Wien. AIS ich meinen Vorstand Herrn Oberinspektor Kraus um den Grund meiner Versetzung fragte, erklärte er, er wi f se es nicht, denn er habe in dieser Hersetzung nichts verfügt. Als die Personal« komrnission in dieser Angelegenheit intervenierte, erklärte der Herr Oberinspektor Kraus, datz g e g en mich nichts v or-liege. Während also mein Chef mit das beste Zeugnis aus stellte, hat Kollege Seydl Nachteiliges üBer mich gesprochen, oBwohl ich damals noch Mitglied des Vereines war. Dr. Harpner: Die Herren Seydl und Verhoutz hatten jedenfalls die Pflicht, Ihr Interesse, der Sie doch Vereinsmitglied waren, genau so zu wahren, wie ihr eigenes. Solche Gerüchte darf man nicht ausstreuen und ein Mitglied schädigen. Der verschwundene Akt. Auf Befragen Dr. Harpners Bezüglich der Fahrkartengeschichte bemerkt Zeuge Revident Lay, daß er übet Ersuchen des Herrn Seydl nach JnnsBruck gefahren sei. Dr. Harpner: Was hatten Sie dort zu tun? Zeuge Lay: Ich hatte den Herrn ExenBerger zu ersuchen, jenen A k t, welcher den Fahrkarten» schwinde! betrifft, zu unterschlagen. Tatsächlich ist dies er Akt nicht weggegangen. Dr. Harpner: Woher ist das Geld für diese Steife genommen worden? Zeuge Lay: Ich fuhr im Auftrag de» Herrn Seydl nach Innsbruck, und da ich die Kosten per 48 Kr. doch nicht au» Eigenem bestreiten konnte, wurde mit der Bettag aus Vereinsmitteln ersetzt. Nachdem sowohl von Seite des Klageanwalts als auch von Seite des Verteidigers neue Beweisanträge ungebeten wurden, vertagte der Richter zur Einvernahme weiterer Zeugen die Verhandlung. Set Alkohol und die Eisenbahn«. I. Während der Pfingstfeiertage tagte in Brünn der IV. Alkoholgegnertag, der sich hauptsächlich mit zwei Fragen beschäftigte: „Der Alkohol und dis Eisenbahner" (Verkehrs- und Transportgewerbe) und „Alkohol und Landwirtschaf t". An den Beratungen nahmen die bekannten Vorkämpfer der Abstinenzbewegung, Herr Dr. B s k ö s und Genosse Dr. Höllischer aus Birkenhammer, Dr. Be n e s aus Prag und Dr. Jan K u L e r a auS Hohenstadt teil. * Angesichts der Wichtigkeit des Beratungsstoffes entsendete unsere Gewerkschaft den Abgeordneten Genossen Rudolf Müller als Delegierten und der Arbeiter-Abstinentenbund den Genossen Josef Schober zu der Tagung. Daß die Regierung mit einem Dutzend Delegierten paradierte, versteht sich, weil man ohne diesen Aufputz sich eine bürgerliche Veranstaltung nicht vorstellen kann. Der Kongreß selbst bot ein Bild der Unbe» holsenheit und des Jammers dar, und es schien, als ob sich der Hauptzweck der Tagung nur in der gegenseitigen und in der Anstrudelung der Re-gieruugsvertreter erschöpfte. Die Mehrzahl der Teilnehmer waren Guttempler, klerikale Kreuzbündler und Leute von der Straße, die just nichts Besseres zu tun hatten. Jedermann konnte teilnehmen und, wenn er von der Sache auch nichts verstand, mitreden. Die Referate der bekannten Herren waren, einige Nebensächlich» leiten abgerechnet, wissenschaftlich einwandfrei. Die einzige ernsthafte und einmütige „Abstinenz"-Arbeit auf dieser Tagung richtete sich gegen jedwede Diskus s i o it. Gegen diese hatten sie sowie für den Alkohol eine furchtbare Abscheu und Angst. Fünf Minuten wurden hiefür gewährt; diese wurden jedoch wieder durch Schluß der Debatte ganz aufgehoben. Die Verhandlung selbst bot das Bild eines Äausckes dar. Zuerst Begeisterung,. dann aämlicke Er» schlaffung. Mancher der Herren hielt dort sein „Siestaschläfchen", das durch „Nichts" unterbrochen wurde. Die Teilnehmer des Kongresses waren fast durchwegs schwäch« Iiche Menschen, welche mit Degenerationsmerkmalen behaftet waren. Ein Zeichen, daß leider, von Ausnahms-tallen abgesehen, nur kränkliche Menschen sich bisher -ieter "ach jeder Richtung hin edlen Bewegung an-Ichließen. Bei den Schwachen tritt zweifellos die Reaktion dieses Giftes diel härter auf als bei den Starken und gelungen Naturen. Nicht aus Selbstbeherrschung und starkem Willen, sondern der eiserne „Muß" ihrer angegriffenen Gesundheit zwingt sie zur Abstinenz. Daß derartige Leute keine guten Agitatoren und kein gutes Beispiel für die Trinker abgeben, liegt auf der Hand. Drese^ Erscheinung dürfte mit ein Grund sein, warum diese segensreiche Bewegung im Volke so argwöhnisch betrachtet wird und allzu langsam Eingang findet. Auch me Sekten und Logenbildiing der Guttempler, die die Abstinenz üls Askese betrachten, und in ihren Logen meist nur 10 bis 20 Mann vereinigt haben, sind nicht in der Lage, diese Bewegung volkstümlich zu machen. Unter ihnen gibt es Leute, die nicht immer aus innerem Idealismus heraus der Sache dienen, sondern um ihrer Person einen Nimbus zu verschaffen. Es gibt bekanntlich Menschen, die ihre Untüchtigkeit nicht ertragen können und damit sie doch irgend etwas zu sagen oder zu schaffen haben, gehen sie zur Loge. Dort reicht ihr Können aus. Leider gibt es auch Arbeiter, die zu solchen Dingen hinneigen. Denen kommt in dieser Gesellschaft das Klassenbewußtsein bald abhanden und sie verlieren den Zusammenhang der treibenden Kräfte unseres Wirtschaftslebens und können Ursachen und Wirkungen nicht mehr unterscheiden. Die am Kongreß weilenden klerikalen Kreuzbündler erklärten wiederum, der Alkoholismus sei nichts anderes als ein Geiiußteufel; man müsse diesen Satanas des Fleisches mit Gottes Hilfe aus dem Menschen austreibeii und diese Leidenschaften werden von selbst aufhören. Zur Austreibung nehmen die Herren in Christo offenbar die Hexenreinigung des Mittelalters titr Methode. Am Spielberg in Brünn legen ihre Amtsbrüder heute noch Zeugnis davon ab. Die bürgerlichen Vertreter der Abstinenzbewegung hingegen neigen wieder der Meinung zu, daß die Alkoholseuche aus den schlechten Trinksitten entstanden sei und mit der Vernichtung dieser der Alkohol selbst verschwinden wird. Sicher sind unter ihnen anch Vertreter, die tiefer blicken, aber die Mehrheit der Delegierten sah nur den Schmutzfleck auf der Oberfläche des vermeintlichen klaren Wasserspicgls schwimmen und glauben, wenn dieser Fleck herausgefischt wird, daß dann das ganze Wasser gereinigt sein wird. Daß der A l k o h o l i s m u s genau so eine Begleiterscheinung unserer elenden sozialen Verhältnisse i st, wie die Prostitution, die Syphilis, die Tuberkulose :c„ scheint n u r wenigen bürgerlichen St Mt i tt eit t e rt b e-kannt zu se i 11. Die bürgerlichen Lozialpolitiker vermeinen ja auch, wenn sie dem angefaulten kapitalistischen Staat auf feine Schwären ein Pflaster legen, er gesund würde, obwohl sie wahrnehmen, daß täglich neue Ge-iWimtc aufbrechen. Die Prostitution ist einfach zu verbieten, damit ist sie aus der Welt geschafft und einer, der größten Heimsucher der Menschheit, die Syphilis, beseitigt. Die Tuberkulose, diese betblehemitische Menschen-mörderiit, ist dahin, wenn der von ihr Befallene an die Riviera oder auf den Semmering geht und das Sputum gewissenhaft in die ausgestellten Napfe kommt. Nach demselben Rezept soll der Alkoholismus beseitigt werden. Daß der Alkoholismus mit seinen Auswüchsen ein Produkt des Kapitalismus ist, der mit ihm steht und mit ihm fällt, das dürften 99 Prozent der Herren am Brün-ner Alkoholgegnertag nicht wissen. Wer a n der Bekämpfung des Alkoholismus t e i l it i m in t, in u ß auch den Träger dieses soziale n A n s° wuchses, den K a p i t a l i s in u s, m itbe-kämpfen, so it st ist e s n n r halbe Arbe i t. Daß die Verkürzung der Arbeitszeit, die Erhöhung der Löhne, die Aufklärung d e r Masse» und d i e Entwicklung der Liebe zur Natur n n d K u it st die w irksa in st c n Mittel gegen den Mißbrauch des Alkohols ' i it d, steht für den Volkswirt, de n A r z t, Me Gesellschaft außer Frage. Sich um diese T a t s a ch e h e r u m d r e h e n, wie dies die Herren in Brünn getan haben, ist Dilettantismus. Die Gschaftelhnberei und Wichtigtuers:, die sich in das Flittergewand der Phrase kleidet, heißt den Pelz waschen, ohne ihn naß zu machen. Eine einzige Gewerkschaft — die „Arbeiter-Zeitung" gar nicht gerechnet — leistet in puncto Aufklärung gegen den AI» koholismus mehr, als all die Logen und Sekten mit Ausschluß der Oeffentlichkeit zu wirken vermeinen. Es ist auffallend, und mahnt zur Vorsicht, daß sich dieser Bewegung Leute bemächtigen, die im öffentlichen Leben als die größten Reaktionäre verschrien sind. Sollten die Herren Jndustrieritter, die Herren Kommerzial- und kaiserlichen Räte aus Liebe zu den Arbeitern die Sache betreiben? Nein! Ter Kapitalismus versteht es, wo immer er teilnimmt, aus jeder volkstümlichen Sache Geld zu schlagen, auch aus der Autialkoholbewegung. Nachdem den Herren aus Vorträgen und Experimenten bekannt ist, und speziell in den bürgerlichen Vereinen mit Nachdruck hervorgehoben wird, daß Abstinenten leistungsfähiger, ausdauernder und _ genügsamer sind und aus ihnen mehr Wert herausfließt als ans den Alkoholtrinkern, so glauben sie, mit der Unterstützung dieser Bewegung ihren Profit und ihre Aktien damit steigern zu können. Diese Elemente sind es, die den Alkoholismus nicht als eine soziale Krankheit gelten lassen wollen, sondern ihn als Unsitte unserer Zeit darstcllcii, um d c n Arbeiter von den treibenden Kräften der M a s s e n v e r e l e n d u n g a b z n l e it f c it. Als Abgeordneter Müller diesen Akt kapitalistischer Interessenvertretung am Alkoholgegnertag und die Zwieschlächtig-krtt der Regierung nach Gebühr beleuchtete, da schrien die Herren in falscher Scham, wie die Halbweltdame auf, der in einer seriösen Gesellschaft, die Maske her* uittergerifieit wird, und die als das erkannt wurde, was sie ist. Wie oberflächlich nnd seicht die Herren in ihren Darlegungen waren, geht schon darus hervor, daß der Direktorstellvertreter der Tonandainpfchifsahrtgesellschaft 1 in der Diskussion darlegte, daß bei seinem Unternehmen eine Trinkgefahr nicht bestehe, weil die Beamten und Bediensteten in ihrem Diensteid auch das Gelöbnis der Nüchternheit oblegen. Mit solchem Formelkram will der Herr Direktor eine soziale Krankheit beseitigen. Da die wirklichen Vorbeugungsmittel zur Einschränkung des Alkoholgenusses Geld kosten, so bleibt es wenigstens vorläufig bei dem viel billigeren Mittel, beim Gelöbnis. Das Gelöbnis wurde mit reichem Applaus guittiert. Daß der Herr Professor U d e aus Graz die Darlegungen des Genossen Müller mit dem Hinweis zu widerlegen versucht, daß eine Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit nur eine Erhöhung des Alkoholgenusses im Gefolge haben würde, könnte noch als eilte professionale Unkenntnis hingenommen werden. Daß aber ein organisierter Arbeiter mit der Berufung, daß er unser Parteiangehöriger sei, wie es Herr Beutel ans Ottakring getan hat, die Behauptung ausspricht, die Arbeitszeit und Entlohnung sowie die Aufklärungsarbeit der Sozialdemokratie hätten mit der Bekämpfung des Alkoholismus nichts zu tun, zeigt, wie der Denkapparat des Arbeiters in Unordnung kommt, wenn er sich mit bürgerlichen Elementen in irgendeiner Sache vermengt. Daß derartige Reden aus dem Munde eines angeblichen Sozialdemokraten die Abstinenz schädigen und die Interessen des Kapitalismus fördern, steht außer allem Zweifel. Solche Genossen sehen mit der Zeit in dem Alkoholismus nicht den Auswuchs eines Systems, sondern nehmen in den Logen bald die bürgerlichen Anschauungen an, ohne zu wissen, daß sie damit, weder der Sache noch ihrer Klasse einen Dienst erweisen. Der Alkoholkampf wird bei ihnen Haupt- und Endzweck, der Alkoholgenuß als ein Generalübel, als ein Ausbund alles Niedrigen und Schlechten angesehen, und sie vermeinen, daß bei Einschränkung oder Aufhören des Alkoholkonsums die soziale» Gebrechen im Staate von selbst aufhören werden. Auffallend war es, daß die Redner aus dem bürgerlichen Stand ihre bürgerlichen Ansichten ganz und frei anssprachen, während die Sozialdemokraten nur unklar, zaghaft und verschwommen ihre proletarische Weltanschauung darlegten und es schien, als ob sie vor der bürgerlichen Welt ein entschuldigendes Kompliment machen wollten. Es muß im Interesse der Sache den Arbeitern gesagt und den Genossen zur Pflicht gemacht werden, daß sie den Kampf gegen das soziale Gift des Menschen nur unter ihresgleichen, unter Arbeitern führen sollen, und das können sie nur in Arbeiter-Absti-nentenvereinen. Nur dort wird ihnen der Zusammenhang des Alkoholismus als Begleiterscheinung des heutigen Wirtschaftslebens erklärt und sie werden von der kompromittierenden Einseitigkeit bewahrt bleiben. Arbeiterabstinenten, die ans dem Boden des Klassen-kantpfes stehen, sollen bürgerliche Veranstaltungen überhaupt nicht besuchen, sie werden dann von mancher Enttäuschung befreit bleiben. solche nicht warm und nicht kalt, nicht Fisch und nicht Fleisch sein wollende Tagungen sind eines Kämpfers, der es ernst mit seiner Klasse und der Sache meint, unwürdig. Eine der schwierigsten und der nützlichsten Fragen, die der Organisation, die nicht genug erörtert werden kan», wurde mit keinem Wort erwähnt. Gerade das ungelöste Organisationsproblem ist es, das der Verbreitung der Idee hinderlich ist. Die Art, wie Propaganda und Agitation gemacht werden soll, blieb gleichfalls unerwähnt. Offenbar überlassen die bürgerliche» Vertreter diese schwierige» Dinge der gute» und einsichtigen Regierung und dein lieben Gott, der oftmals um seinen Beistand angerufen wurde. Die Tagesordnung wurde ohne jeden Widerspruch monoton abgehaspelt und es machte den Eindruck, als ob den Teilnehmern die ganze Sache lästig sei. Nicht einmal der Vorsitzende hielt es für notwendig, mit Ende der Tagung c.iit Schlußwort zu halten, in welchem er die behandelten Fragen zusamiitenfassend dargestellt hätte, um einen guten Abschluß und Eindruck zu erzielen. Sang-imd klanglos endete diS dreitägige Tagung. Ans der Gasse atmete man wieder auf, als man Leben sah. Daß über keinem der ei »gebrachten Anträge, die dort Postn-late hießen und wie Patente in dem Weltliteraturregister vorgemerkt sind, abgestimmt wurde, versteht sich von selbst. Eine Gesellschaft, die in ihrer Mitte nicht einmal einen Mann hat, der bei solchen Veranstaltungen nach parlamentarischen Regeln den Vorsitz führen kann, dürfte auch sonst nicht vielversprechende Leistungen vollbringen. Das einzige, was der Vorsitzende Herr Hofrat N e it t-w i ch tat, war, die Regierung vor den Angriffen des Abgeordneten Müller zu schützen. Er protestierte gegen den Vorwurf, daß die Regierung nichts für die Sache tue. Er müsse konstatieren, daß sie die Bewegung sehr fördere (?). Wo und wann die Unterstützung erfolgte, hat Herr Nentwich verschwiegen. Noch ein paar solcher Hofräte und die bürgerliche Abstinenzbewegung verfällt von selbst dem Fluch der Lächerlichkeit. Die Oeffentlichkeit hat so gut wie gar keine Notiz von den Verhandlungen genommen. Von den sechs in Brünn erscheinenden Tagesblättern haben bloß zwei davon Notizen gebracht. Die Wiener Presse hat — mit Ausnahme der „Arbeiter-Zeitung" — bis zum heutigen Tag von den Taten ihrer Leute geschwiegen. Die Schicksalsfrage der Bürgerlichen kann nicht die unsere sein. Für uns steht die Frage so: Wer die Arbeiterschaft aus dem Joch des Kapitalismus befreien will, muß sie geistig und körperlich kampffähig mache». Der Alkohol hemmt den Geist, vergiftet den Körper. Er ist daher ein Hittderer unserer Emanzipationsbestrebungen. Ihm muß daher unser Kampf gelten. Gleich den politischen' und Gewerkschaftsfragen muß zn jeder Zeit und an jedem Ort auf die schweren Gefahren, die der Alkoholismus an den Individuen, an seiner Klasse und seiner Partei anrichtet, gesprochen werden. Für d i e Sozialdemokratie ist die Be-k ä nt p f u » g des Alkohols ei » notwendige s, unerläßliches, aber auch schwieriges P r o-b l e m. A l s V e r k ii n de r t n _ der Leb c n sfreude und des Lebensgcnu s>s e s hat die Partei v o r e rst zu sorgen, den breite » M a s s e n Ersatz s ii r einen vermeintlichen Genuß z it schaffen u n d da s G e it it ß lebe n in ei n anderes u m zubilden und zu e n t m i ck c I it. /IO. Juni'191Ä Seite 5 »■WII —... I .1 ——„■ ■■ . .—-~--f Als Kampforganisation hak sie, ohne jede Rücksicht, alles von ihren Klassengenossen fernzuhalten und zu unterdrücken, was dem kulturellen Aufstieg hinderlich ist. lieber die Details der Tagung als auch über die Alkohl-frage für die Eisenbahner werden wir in der nächsten Nummer weiteres berichten. E. M. Aus dem Sumpfe der national-sozialen Korruption. Die Blase platzte, und penetrante Miasmen vergifteten die Atmosphäre des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Böhmen, ja sogar darüber hinaus. Nach Dr. S v i h a, S t i i h e r n y, Vojna, nach Vojna Bukival, von Klofäö, diesem nationalen Heiligen mit seinen famosen Geldgeschäften mit der Länderbank, ganz abgesehen. Ist die Reihe der ans den Tiefen des nationalen Phrasentnms hervorgegangenen Größen bereits geschlossen oder kommt noch etwas nach? lieber Dr. Sviha, dessen Affäre über die Grenzen unserer Monarchie zur Genüge bekannt ist, wollen wir uns nicht ausbreiten; auch Herrn Klosac wollen wir beiseite lassen, obzwar sehr viel über ihn zu berichten wäre. Uns interessieren die drei letzteren Herren; der eine — Stfibcrny — darum, weil er es war, der vor Jahren in Wien eilte unrühmliche Tätigkeit entwickelte, welcher das bisher friedliche Znsammen-leben der tschechische» und deutschen Arbeiter störte und die Arbeiterschaft national durcheinander-hetzte. In der letzten Nummer unseres Blattes wurde auf die offene Anfrage des „Prävo Lidu" hinge-wiesen, in welcher ? perten Wasche neker, Portier, Fassalte r, Magazinsdiener, Pollerm a nn, Spenglerlampist und Egger, Bahnrichter. Genosse Pfeffer ersucht um ausführlichere Behandlung der Begründungen im Protokoll, da sonst der Herr Generaldirektor nie hievon Kenntnis erhalt. Als Verifikatoren werden Herzig und Wagner gewählt. 1. Punkt der Tagesordnung: Zweijährige Vorrückung«, fristen bis zum Endgehalt und Festsetzung des Endgehaltes 2000 Kr.; verweisen die Vertreter der Verwaltung auf die erst eingeführten zwei- und anderthalbjährigen VorrückungSfristen. Die Verwaltung könne erst dann weitergehen, wenn die Staatsbahnen damit vorausgehcn. 2. Punkt: Nachtdienstzulage von 1 Kr., für die Weichen, steiler, Bahnwärter und Wächter, erklärt die Verwaltung, daß mit Zirk. 268 A 1913 den Weichenstellern bereits eine solche Zulage gewährt wurde, und sie über den Nahmen der Staatsbahnen nicht hinausgehen könne. Personalkominissionsmitglied Berger fragt an, wieso die Kanzleidicwer am Graz-Köflacher-Bahnhof, welche auch Nachtdienst versehen, keine Nachtdienstzulage erhalten. Inspektor Bracic sagt die Untersuchung des Falles zu. 8. Punkt: Die Streckenbegeherzulage soll auf 360 Kr. jährlich erhöht und in ein Pauschale umgewandelt werden. Zu-erkennung desselben auch an die Bahnrichter. Die Verwaltung verhält sich zum Petit ablehnend. 4. Punkt: Gewährung einer Verschubzulage im Betrag von 24 Kr. monatlich an dag gesamte Verfchubpersonal. Die Entscheidung der Verwaltung lautet: Kann nicht gewährt werden, weil es bei den Staatsbahnen auch nickt besteht. Persanalkomniissionsniitglied Wagner erklärt, daß das jäerücht verbreitet sei, datz das Prämienstistem analog den Staatsbahnen eingeführt werden soll. Inspektor B r a c i c erwiderte, daß der Südbahnverwal-iung von einer Prämieneinführung nichts bekannt sei. 5. Punkt: Gewährung einer Verschubzulage an jene Weichensteller, welche beim Verfchub mittätig sind. Personalkominissionsmitglied Berger erklärt, neuerdings dieses Petit aufrechterhalten zu müssen. Weiters verlangt er für die Weichensteller in Unter-Drauburg diese Zulage. PersonalkommissionSmitglied Münster verlangt diese Zulage für dos beim Verfchub in Verwendung stehende Personal in Trento. 6. Punkt: Gewährung eines Schuhpauschales an alle Weichensteller, Bahnwärter, Bahnrichter und an das Vcr> schubpersonal im Betrag von 60 Kr. jährlich. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. Personalkominissionsmitglied W a g n er erörtert den . Vorgang bei der Verteilung der Unibaureniuneratiou vom Jahre 1911 in Matzleinsdorf und bemäntelt die Ausschließung der Verfchubarbeitcr. Inspektor Bracic erwidert, datz die Umbaurechnung schon abgeschlossen und die Remuneration schon verteilt ist. 7. Punkt: Gewährung einer Zulage im Betrag von 5 Kr. monatlich, an jene Blocksignaldiener, welche ab 1. Jänner 1909 für den Entgang des Akkordes die Nachtdienstzulage erhielten. 8. Punkt: Regelung der Perfonalzulagenfrage in der Weise, datz für sämtliche in Betracht kommenden Bediensteten alle wie immer gearteten Schädigungen und Zurücksetzungen beseitigt erscheinen. Ferner sollen jene Diener, welche im Genuß einer Personalzulage aus dem Titel der Aufhebung des Akkordes stehen, und nach einer Station versetzt werden, wo sich Bedienstete befinden, welche im Genutz einer Personalzulage aus dem gleichen Titel stehen, ihre Personalzulage crfyilteiv 9. Punkt: Gewährung einer Postenzulage an alle Weichensteller, Bahnwärter und Wächter. Die Vertreter der Verwaltung erklären, datz bereits auf einzelnen stark frequentierten Posten solche Zulagen bestehen und über dieses Matz nicht hiuauögegaugen werden könne. Personalkominissionsmitglied Herzig erklärt unter anderem, er verstehe es nickt, wie es heute heißen kann, datz in Hinkunft keine solchen Zulagen mehr gewährt werden, wo ihm doch erst vor sieben Wochen gesagt worden ist, und zwar auf Grund der Protokolle über die betreffenden Direk-tionssitzungen, datz sich der Herr Generaldirektor Vorbehalten habe, auch in Hinkunft bei besonders strengen Posten Zulagen zu gewähren. 10. Punkt: Entlohnung der Ueberstunden n 1 Kr. für die Ueberstunden der Kartisten oder Schlutz der Diensthunden um 6 Uhr abends. 11. Punkt: Abschaffung des FranendicnsteS. Solange dieser nicht aufgehoben ist, sollen für die Frauen mindestens 45 Kr. monatlich bezahlt werden. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. 12. Punkt: Jenen Dienern, welche am Härtenau?« gleich nicht partizipierten und noch mit dem Gebalt von 600 oder 660 Kr. angestellt wurden, soll die nächste Vorrückung um ein halbes Jahr gekürzt werden. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. 18. Punkt: Abkürzung der Vorriickungsfristcn für jene Diener, welche länger als 15 Jahre angestellt sind oder erst im vorgeschrittenen Alter zur Anstellung gelangten in der Weise, datz denselben die Erreichung des Endgehalies ermöglicht wird. . Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. 14. Punkt: Sämtliche Bahnwärter und Weichensteller, die für den Kanzleidienst verwendet werden, sollen in die Kanzleidienerkategorie eingereiht werden. Die Verwaltung verhält sich dagegen ablehnend. 15. Punkt: Zulassung der Bahnrichter bei Erreichung des Gehaltes von 1*200 Kr. zur Bahnmeisterprüfung nach einjähriger Einschulung. Die Entscheidung der Verwaltung lautet: Mit Rücksicht darauf, datz für die Bahnmeisterprüfung höhere Schul-kenntnisse verlangt werden, diesem Petit 'aus keinen Fall entsprechen zu können. Nach kurzer Debatte änderte Experte Egger seinen Antrag dahin ab, daß die Bahnrichter bei Erreichung des Gehaltes von 1200 Kr. zu Unterbeamten ernannt werden wollen. 16. Punkt: Gewährung der Schnellzugsprämie von 40 Kr. jährlich an die Bahnwärter analog den k. k. Staatsbahnen. Tie Verwaltung verhält sich dagegen ablehnend und beruft sich darauf, datz diese Prämie bei den Staatsbahnen schon vor Einführung der mit Zirkular 3S5/A/1907 zuge- sagten Verbesserungen bestand, daher sie keine Verpflichtung hiezu habe. 17. Punkt: Pfingstremunerationen sollen auch auf Nebenlinien gewährt werd-n. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. 18. Punkt: Schaffung der Kategorie der -Weichen» kontrollore. Die Verwaltung gibt bekannt, daß wohl nicht Weichen-kontrollore. wohl aber die Kategorie der Kontrollwächter ab 1. Juli l. I. in einzelnen Stationen werden eingeführt werden. 19. Punkt: Jenen Magazinsdienern, welche einen Magazinsmeister, beziehungsweise -Aufseher substituieren, soll die in Betracht kommende Verschubprämie zuteil werden. Herr Inspektor B r a c i c formuliert den Antrag in der Form, daß die Magazinsdiener, welche einen Magazins-anfsehcr oder -Meister substituieren, den gleichen Bedienstetenanteil erhalten wie diese, ferner auch bei Nachtdienst die Nachtdienstzulage erhalten. 2 0. Punkt: Schaffung der Kategorie der Ladeaufseher, in welcher die Magaznisdiener einzureihen und ihr heutiger Titel aufzulassen wäre, bei Erreichung der Gehalt-stufe von 1200 Kr. soll es dem Ladeaufseher möglich sein, in die UuterbcnmtcnfrttcQorie vorzurücken. , Der Sekretär der Personalkommission, Dr. G r a b- scheid, erwähnt hiezu, daß sich die Südbahn auch hier nach der Staatsbahn richten müsse. 21. Punkt: Einreihung der Stationsaufseher, Oberverschieber, Blocksignaldiener und Spenglerlampistcn mit dem Gehalt von 1200 Kr. zum Unterbeamten. 22. Punkt: Jene Portiere, welche der Kategorie der ZugSbegleiter angehörten und die Zugsführerprüfung abgelegt haben, sollen analog der Kondukteurzugsführer zu linier-beamten ernannt werden. Der Standpunkt der Verwaltung hiezn ist ein ab- lehnender. 2 3. Punkt: Jene Weichensteller, Verschieber und Bahnwärter, welche in anderen Kategorien dauernd verwendet werden, sind in dieselben einzureihen. 2 4. Punkt: Jene Weichensteller, welche in Stellwerken in Verwendung stehen, sind zu Blocksignaldienern zu ernennen. 2 5. Pufc'kt: Zulassung des Uebcrtritt? in andere Verwendungskategorien. Die Vertreter der Verwaltung erklären, daß fallweise nach Bedarf und Umständen dem nichts im Wege stehe. 26. Punkt: Titeländerung der Weichensteller und Bahnwärter auf Weiches-, Block-, beziehungsweise • Signalund Streckenaufseher. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend, da diese Titel auch bei der Staatsbahn nicht sind und anderseits ohnehin erst eine Titeländernng (Weichensteller und Bahnwärter) Plap gegriffen hat. 2 7. Punkt: Verbesserung der Urlaubsnormen analog der bereits eingebrachten Anträge. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. Personalkommissionsmitglied Luckner erneuert seinen bereits im Vorjahr eingebrachten Eventualantrag, wonach mit 15 Jahren schon zehn Tage Urlaub gewährt werden sollen. Personalkommissionsmitglied Herzig protestiert gegen den Vorgang, daß man das Personal zwingen will, den ganzen normierten Urlaub auf einmal oder höchstens in zwei Raten zu nehmen, uud verlangt die Zurückziehung dieses Erlasses, welcher dein Vernehmen nach ja ohnehin nur von der VerkehrSdirektion herausgegebeu worden fei, und auch das nur, weil angeblich die Beamtenschaft die bestehenden Urlanbs-normen zu viel umgehe. Es gehe doch nicht an, daß man desbalb, weil die .Herren Beamten das nusbeuten, man den Dienern, welche ohnedies wniig Urlaub haben, auch das noch verekeln will. Oberinspektor P ö l I e r i Ij e r begründet diesen Vorgang mit der Ersparung von Substitutionskosten. 2 8. Punkt: Regelung, der Dienst- und Ruhezeiten analog den bereits eingebrachten Anträgen. Die Entscheidung der Verwaltung lautet ablehnend. Experte P o 11 e r m n rt u begründet diese Forderung für die Lampisten. Personalkommissionsmitglied Wagner urgiert die Dienstregelung der Vordernberger Weichensteller. Weiters verweisen die Personalkommissionsmitglieder Wagner und Herzig auf die Unzukön.mlichkeit in der Station Semmering, wonach im Stellwerk bei Ein-schulnng der Magazinsarbeiter dieselben allein im Stellwerk gelassen werden, der betreffende Weichensteller aber, der doch die Verantwortung zu tragen hat, für den Arbeiter einstweilen dessen Arbeiten im Magazin zu verrichten hat. Sie verlangen sofortige Abhilfe. Ferner verlangt Personalkommissionsmitglied Münster die Regelung der Dienstzeit in den Stationen Leoben und Lcibnitz für die Verschieber. Die Personalkommissionsmitglieder Herzig und Wagner verlangen die endliche Durchführung der Dienstzeit Verkürzung für die Wiener L o k a l st r e ck e, insbesondere in der strecke Wien—Neustadt, und des 12- bis I4ftündigen Dienstes für die zwei Blockposten in der Strecke Wien—Mödling; Personalkommissionsmitglied Pfeffer für Blockposten in der Strecke Mürzzuschlag—Bruck a. d. M. 2 9. Punkt: Anderthalbfache Anrechnung der Dienstzeit in die Pension oder aber mindestens Erreichung der vollen Pension nach 80 Dienstjahren. Die ablehnende Entscheidung der Verwaltung stützt sich auf das Vorbild der k. k. Staatsbahnen. 3 0. und 3 1. Punkt: Bessere Qualität der Uniformen und Verkürzung der Tragzeit derselben analog den bereits eingebrachten Anträgen. Ueberzogcne Pelze an alle Wächter und Schrankenivächterinncn. Tie.Verwaltung gibt bekannt, daß eine ganze Anzahl Uniformsragen demnächst dem Herrn Generaldirektor zur Entscheidung vargelcgt werden. Auch sei bereits in einer Anzahl Stationen für die Weichensteller statt der nackten Pelze der kurze, überzogene gewährt worden. Wo Weichensteller darum j ansuchen, werden sie ebenfalls solche erhalten. 8 2. Punkt: Allen jenen Weichenstellern und Babn- i Wärtern, welche einen 16/16« oder 18/18stim6igcn Turnus | haben, soll monatlich eine freie Tcur gewährt werden. i Die Verwaltung verhält sich dagegen ablehnend. 3 3. Punkt: Allen Frauen soll monatlich ein zweiter freier Tag gewährt werden. 3 4. Punkt: Beteilung aller Posten mit 60 Stück Schwellen und Zerkleinerung auf allen Posten, oder aber Einführung der Kohlen wie bei den k. I. Staatsbahnen. (Schluß folgt.) Inland. SiebenhunÄertdrerundvierzig Millionen. Fest und unauslöschlich mit ehernem Griffel soll man diese Ziffer in das Gedächtnis der österreichischen Völker schreiben. Siebe nhundertdreiund-vierzig Millionen Kronen sind nämlich von den österreichischen Delegationen als Heeresbudget bewilligt worden, welches sich nach den Worten der Thronrede in „n o r m a l e n Grenze n" bewegt. Sieben-h il n d e r t d r e i u n d v i e r z i g Millionen, eine Riesensumme, bei der jede Vorstellungskraft versagt und bei deren bloßer Nennung es in den Köpfen aller armen Teufel zu schwindeln beginnt, weil einfach eine solche Summe von der kühnsten Phantasie nicht ausgedacht werden kann — werden wir also für Heer und Flotte aufzubringen haben. Vier ne ne Großkampf-schiffe mit dazugehörigen drei Kreuzern und sechs Torpedofahrzeugen sollen gebaut werden, die nach dem Voranschlag zusammen rund 427 Millionen Kronen kosten werden. Das alles geschieht in einer Zeit, wo die Krise und die aus ihr hervorgegan-gene Arbeitslosigkeit noch keineswegs überwunden ist und wo die Lebensmittelteuerung un-ausgesetzt anhält, ja sich gerade, wie aus den Marktberichten der letzten Tage hervorgeht, noch in einem schärferen Anziehen der Getreidepreise stärker als je bemerk-bar macht. Dieser halb bankerotte Staat, der über Kopf und Hals in Schulden steckt, so daß wir fast von einer ins Ungemessene anwachsenden Zinsenlast erdrückt werden, soll also aus den Steuergeldern der Bevölkerung diese gewaltige Summe aufbringen, damit wir Groß, macht spielen dürfen und der militärische Größenwahn sich unbehindert ausleben kann. Aber das alles bildete für die Herren bürgerlichen Volksvertreter in den Dele-gationen keinen Grund des Bedenkens. Ohne sich irgendwelchen Sorgen hinzugeben, haben sie mit kühler Gelassenheit in einer kaum dreistündigen Beratung dieses Riesenbudget bewilligt, ohne daß ihnen irgendwelche Skrupeln gekommen wären, wo das Geld, das auf diese Art verpulvert werden soll, herzunehmen ist. Die Völker Oesterreichs werden sich also unter solchen Umstanden darauf gefaßt machen müssen, zu zahlen und zu schwitzen, bis ihnen der Atem ausgeht und bis es ihnen blau und schwarz vor den Augen wird. Und eigentlich muß man sagen: Recht so. Es gibt kein anderes Mittel, die österreichische Gemütlichkeit und Dummheit aus den patriotisch umnebelten Gehirnen herauszutreiben, als daß durch den Militarismus der letzte Groschen aus den Taschen geholt wird. Vielleicht wird es auf diese Weise zuwege gebracht, daß auch den schafsmäßigen Oesterreichern einmal der Geduldfaden reißt! Ein sozialdemokratischer Protest gegen die Kriegshetze. Auf eine herausfordernde Kriegshetzerrede des Grafen Clam-Martinie in der österreichischen Delegation hat Genosse L e u t ti n e r die folgende Erklärung abgegeben: Die Fassung der Erklärung des Grafen Clam-Mar-tinte könnte in der Oeffentlichkeit den Eindruck erwecken, als wären weitere Kreise mit denen gemeint, die dem Grafen Bcrchtold in der albanesischen Politik ihre Zustimmung und Unterstützung für den Fall von Komplikationen verheißen. Hinter dieser Erklärung steht aber außer dem Grafen Clam-Marlinic s o gut wie niemand. Ich möchte an den Grafen Clani^Martinic die Frage richten, wo das Interesse Oesterreichs bei den Handlungen des Fürsten zu Wied gegeben war. Wenn wir an das- Vorgehen de« Fürsten unsere Aktion knüpfen wollen, kann von Aktion zu Aktion für uns da nur eine Blamage erwachsen. Es gibt keinen Menschen, der wünschen würde, daß das Leben auch nur eines Menschen für den Fürsten zu Wied und dessen Schicksal sowie für Albanien und dessen Schicksal eingesetzt werde. Ich möchte den Grafen Clam-Martinic an die vielen Umzüge Hungernder und Arbeitsloser erinnern, die im Winter in den Straßen von Wien stattgefunden haben. Die Arbeitslosigkeit ist nicht allein, aber vorzüglich die Wirkung unserer Balkanpolitik! Einen zweiten solchen Winter wie den vergangenen werden die Arbeiter nicht’ aushalten und e s ist unmöglich und undenkbar, Oesterreich noch einmal unter die Beunruhigung einer schwankenden und mit A u S sendung von Schiffen und Soldaten arbeitenden Balkan Politik zu setzen. Wenn Gefahr im Verzug ist, kann Fürst Wilhelm noch einmal auf das Meer übersiedeln und seine Zukunft einstweilen auf dem Wasser finden. Wir wollen unter keinen Umständen dulden, daß Oesterreich bei seinen Handlungen in Albanien ans dem Konzert der Mächte heraustritt. Die Erklärung des Grafen Bcrchtold hat uns mit nichts anderem als mit höflichen, aber wenig sagenden Worten abgespeist, lieber die entscheidende Frage aber, die wir in Bezug auf das Zukunftsprogramm seiner Balkanpolitik gestellt haben, ist er uns jede Aufhellung schuldig geblieben! Dazu bemerkte noch N e in c c, in der Erklärung des Grafen Clam-Martiuic sei eine förmliche Kriegs-erflärüitg an die albanische Revolution zu erblicken, eine Einmischung in die inneren Verhältnisse eines Staates. Die Arbeiter protestieren auf das entschiedenste gegen die Anzettelung jedes kriegerischen Abenteuers auf dem Balkan und gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates. Das arbeitende Volk will keinen Krieg, sondern die notwendige soziale und kulturelle Arbeit zur Hebung und Stärkung des Staates! Kapitalistische Hanzcutration. Die Prager M a s ch i n c n b a u o k t i e n g c i e 11 i ch ti f t ist erst vor wenigen Jahren durch Verschmelzung dreier böhmischer Unternehmungen entstanden. In ihr wurden die Maschinenfabrik der Firma Rufton in Karolinental, die Fabriken der Firma Schulz, Bronowsky u. Sohn tu Königgrätz und Adamstal und der Betrieb der Firma Ringhofer in Smichow vereinigt. Diese Unternehmung ist jetzt in Schwierigkeiten geraten, weil bei ihrer Gründung weit mehr Aktien ausgegeben wurden als dem Wert ihrer Betriebe entspricht. Man hört nun, daß die Skoda-Werke in Pilsen die Mehrheit ihrer Aktien kaufen wollen. Dadurch würde der allergrößte Teil der böhmischen Maschinenindustrie in einer Hand vereinigt: von großen Unternehmungen blieb nur die Firma Breitfeld, Danek u. Komp. außerhalb des Skoda-Konzerne. Die Skoda-Werke haben sich im letzten Jahr auch die Herrschaft über die Daimler-Werke in Wiener. Neustadt und über die Maschinenfabrik Zielcnewskl in Krakau gesichert. Sie kontrollieren den Canti erc N a v a l e in Triest und die lt ngarische Ka n o n e n-fabrik in Raab. Nun gehen sie daran, das größte Unternehmen in der böhmischen Maschinenindustrie ihrer Herrschaft zu unterwerfen. So schreitet die Konzentration des Kapitals mit Riesenschritten fort. Die Sanierung der Südbahn.'Die Durchführung der Sanierungsvorschläge der Siidbahnverwaltnng ist' wie das „Eisenbahnblatt" schreibt, gesichert: Die Besitzer der 3-, 4* und Sprozentigen Prioritäten und die Aktionäre in ihrer am 30. v. M. a&gohaltenen Generalversammlung haben ihnen zugestimmt. Damit ist nun freier Weg für die weitestgehende Entschuldigung der Südbahn und für ihre Regenerierung geschaffen. Die Durchführung der nötigen Investitionen ist durch die Ermöglichung der Hnndertsünfzig-Millionen-Anleihe in breitestem Maße,! unter völliger Vermeidung der Schwierigkeiten, denen! die Bestreitung der Investitionen bisher bcgegitete, an*' gebahnt. Die Sanierungsvereinbarungen sind selbstverständlich ein Kompromiß zwischen den Wünschen der Aktionäre und jenen der Prioritäre. Auf beiden Seiten hat man sich zum Besten des gemeinsamen Zieles zu Zugeständnissen bereit gefunden. Zugeständnisse, die aber an Umfang und Bedeutung weit hinter dem zurücktreten, was damit für die finanzielle Neuordnung der Unternehmung, an der Aktionäre und Prioritäre gleich beteiligt find, erreicht worden ist. Wie verzinsen sich die GewerkschaftSbeitröge? In der letzten Nummer stellt die „Einigkeit", das Organ der Buckbinder, eine Rechnung an, die den großen Nutzen der Organisation für den Arbeiter zahlenmäßig nachweist. Im Jahre 1918 haben die Mitglieder der Wiener Buchbinderorganisation an diese den Betrag von 106.757 Kr. entrichtet. Was hat dafür die Organisation den Mitgliedern geleistet? Zunächst wurde mehr als die H ä l f t e d e r e i u g e z a h l t e n Summe, nämlich 63.558 Kr., a n die Mitglieder in Frr in von Unter-stntzungen für Arbeitslose, Kranke, Invalide, Hinterbliebene Verstorbener, zurückgezahlt. Die Kosten der Arbeitsvermittlung, für Bildungszwecke, für das Fachblatt u. s. w., Einrichtungen, die letzten Endes auch jedem einzelnen Mitglied zugute kommen, sollen hier dennoch außer Betracht bleiben. Aber die Organisation hat vor allem auch den Zweck, die Arbeitsverhältnisse ihrer Mitglieder zu bessern. Wie haben sich mm von diesem Gesichtspunkt aus den Mitgliedern die der Organisation gezahlten Beiträge verzinst? Die im Jahre 1910 vom Verein in Wien abgeschlossenen Tarifverträge haben Erfolge sowohl an Arbeitstier» kürzung als auch an Lohnaufbesserung gebracht. Diese betrug für die männlichen Mitglieder 2 Kr., für die weiblichen 1 Kr. die Woche. Von den 6000 in den Wiener Buchbindereien be- schäftigten Mitgliedern waren 2300 Männer, 3700 Frauen. Der durch die Organisation erzielte Löhngewinn betrug also seit 1910 jährlich: 2300 X 2 Kr. X 52 Wochen — 239.200 Kr. 3700 )< 1 Kr. X 52 Wochen — 192.400 Kr. Zusammen 431.600 Kr. Den 106.757 Kr, die die Mitglieder im Jahre 1912 der Organisation gezahlt haben, steht also an Unterstützungen und Lohnaufbesserungen zusammen der Betrag von 485.158 Kr. gegenüber, wobei die erzielte Arbeitszeitverkürzung nicht berücksichtigt ist. Viel haben die Buchbinder ibrcr Organisation gegeben, aber in ehr als da? Vierfache hat s i e ihnen im selbe,, I a b r zurückgegeben. Die „Einigkeit" sagt mit Recht: „Tic beste Sparkasse für den Arbeiter ist die Organisation!" Ausland. England. Tie Zentralisierung der Gewerkschaften. Ein großer, 400.000 Mitglieder umfassender Verband der Transportarbeiter, Hilfsarbeiter und Arbeiter ähnlicher. Berufe ist in Großbritannien im Entstehen begriffen. Seit langem verhandeln die zahlreichen Gewerkschaften der Transportarbeiter und Labourers (.Hilfsarbeiter, Fabrikarbeiter und sogenannte ungelernte Industriearbeiter im allgemeinen) über die Bildung eines alle umfassenden Zentralverbandes. Als Vorstufe zu dieser Organisation wurde vor drei Jahren der Nationale Rat der Gewerkschaften der ungelernten Arbeiter ins Leben gerufen, und die Transportarbeiter schlossen sich ebenfalls enger zusammen. Jetzt ist der größere Plan zur Reife gelangt. Am 8. Juli werden die Vertreter der in Betracht kommenden Gewerkschaften in London zu einer Sitzung zusainmcntretcn, in der ein von dem Trans-portarbeiterverband und dem Nationalen Rat der Gewerkschaften der ungelernten Arbeiter entworfener Organisationsentwurf beraten werden soll. In dem Entwurf wird borge« schlage», die heikle Finanzfrage in folgender Weise zu lösen: Es soll eine Zentralkasse gebildet werden, ans der Streikunterstützung, Rechtsschutz, Gemaßregeltenunterstützung und Verwaltung bezahlt werden sollen. Die Höhe des Beitrages zur Bildung dieser Hauptkasse soll einheitlich sein und sich nach der Stärke der schwächsten Organisation richten. Es wird ein Beitrag von 2 Schilling für jedes Mitglied in Vorschlag gebracht, was dem neuen Verband ein Vermögen von 40.000 Pfund Sterling (800.000 Mk.) geben würde. Das den beifretenden Organisationen verbleibende Geld soll von den Vorständen der einzelnen Gewerkschaften zugunsten ihrer jetzigen Mitglieder verwendet werden. Die Beiträge und Unterstützungen sollen jick nach dem Leistungsvermögen und den Bedürfnissen der verschiedenen Berufe richten und auf einer besonderen Konferenz festgesetzt werden. Ein einzusetzender Zentralvorstand wird die vollständige Kontrolle über die Zentralkasse haben. Bei einem Mindestbeitrag von 3 Pence die Woche würde die neue Zentral- orgamsation eine Jahreseinnahme von 260.000 Pfund (6,200.000 ‘'Marl) haben. Nach dem letzten amtlichen Bericht bestanden in Großbritannien nicht weniger als 42 Gewerkschaften von Dockarbeitern und „allgemeinen Arbeitern", die zusammen etwas Weniger als 400.000 Mitglieder hatten. Die bevorstehende Ver-schmelzung, die ziemlich sicher zustande kommen wird, wird diese meist schwächlichen gewerkschaftlichen Gebilde zu einem starken und leistungsfähigen Verband machen und auch wohl den end-losen wilden und unbedachten Kämpfen ein Ziel setzen, die fast Beständig wie das Hornberger Schießen enden und die gerade t« diesen Berufen am häufigsten Vorkommen. Amerika. Betriebsunfälle auf den Eisenbahnen. Auf den amerikanischen Eisenbahnen ist die Zahl der verunglückten Angestellten seit der Einführung der automatischen Kuppelung (1893) zurückgegangen, und zwar die Zahl der Getöteten von 2'9 per Tausend auf 1 per Tausend und Jahr, die Zahl der Verwundeten von 76 auf 16. Aber auch diese Zahlen sind noch erschreckend hoch. 1908 wurden 8405 Eisenbahnangestellte getötet und 82.487 verwundet. Dazu sind diese Zahlen noch unvollkommen, denn eS ist sprichwörtlich, daß zahlreiche Unfälle nicht zur Anmeldung gelangen. Auf alle Fälle ader zeigen sie die Bedeutung der gewerkschaftlichen Forderung nach ausreichendem Arbeiterschutz sowie nach einheitlicher Arbeiterbersicherung. Besonders der amerikanische Gewerkschafts, bund betreibt, sowohl durch sein sozialpolitisches Komitee in Washington wie auch durch ähnliche Körperschaften in den ^Hauptstädten der einzelnen Staaten, eine energische Agitation in diesem Sinne. Aus dem Gerichtssaal. lleBerrnübunß im Dienste — ein StrafausschließnngS-grund. Gegen Josef Wieder, Strcckenwächter der St. E. G. M Himberg, war gemäß § 432 St.-G. beim Bezirksgericht Schwechat die Anklage erhoben worden, da er in der Nacht vom 26. zum 26. März 1913 auf seinem Wächterposten geschlafen und daher das Schließen der Schranken unterlassen habe, wodurch ein das Bahngeleise in den Morgenstunden übersetzendes Fuhrwerk von einer Verschublokomotive erfaßt und zertrümmert, die beiden Pferde getötet und der Kutscher verletzt wurde. Bei der am 6. d. M. stattgehabten Hauptver-Handlung gab der Angeklagte, verteidigt durch Dr. Leopold Katz, zu, zur kritischen Zeit geschlafen zu haben. Er sei zur Zeit des Unfalles bereits die siebzehnte Stunde im Dienst gestanden und sei derart erschöpft gewesen, daß er vom Schlaf übermannt wurde und sogar das Glockensignal überhört habe. Der Verteidiger führte aus, daß sich der Angeklagte mit Rücksicht darauf, daß er täglich 18 Stunden Dienst — darunter fast immer Nachtdienst — und nur zwölf Stunden frei hatte, in einem latenten, andauernden Zustand der lieber-müdung befand, daß die Streckenwächter sich wiederholt mit Petitionen wegen Verkürzung der Dienstzeit — jedoch ver. geblich — an ihre Vorgesetzte Behörde gewendet haben. Angesichts dieser Feststellungen könne die Verantwortlichkeit da-Tür, wenn die latente Uebermüdung des Angeklagten ihn zu. sammenbrechen ließ und eine Katastrophe herbeiführte, ihm nicht zur Last fallen, denn er konnte nicht voraussehen, wann Bitz Uebermüdung ihre W'rkung ausüben werde und wie lange er dagegen werde ankämpfen können; daß er tatsächlich vom Schlafe übermannt wurde, sei daher eine Folge seines körper-lich überarbeiteten Zustandes, die ihm nicht zugerechnet werden könne. Der Richter schloß sich den Ausführungen der Verteidigung sowie den Angaben des als ärztlichen Sachverständigen vernommenen Dr. Fuchs, der darlegte, daß der Angeklagte infolge des anstrengenden Dienstes aus Erschöpfung eingeschlafen sei, vollinhaltlich an und ging mit einem Freispruch vor. Renteneinstellung nach erstegtem Fiinfjahrzufchlag. Der pensionierte Lokomotivführer Johann F r a n t a in Stanislau erlitt am 6. April 1906 gelegentlich eines Zusammenstoßes einen Unfall, für den er bis 25. April 1912 auf Grund eines von Dr. Gustav Harpner gewonnenen Schiedsgerichtsprozesses eine 46prozentige Rente bezog. Dr. Harpner führte auch gegen das Berat einen FünfjahrzufchlagSprozeß, der sich durch volle drei Jahre hinzog und schließlich mit einem vollen Erfolg des Johann Franta endete. Die Provision wurde von jährlich Kr. 2006-40 auf 2280 Kr., das ist um jährlich Kr. 273-60 erhöht. Nach ersiegtem Fünfjahrzuschlag wurde nunmehr wieder von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen die Rente eingestellt, da angeblich keine Unfallfolgen mehr vorhanden seien, weshalb Franta neuerlich durch Dr. Harpner beim Schiedsgericht die Klage einbrachte. Bei der Schiedsgerichtsverhandlung wurde dar Gutachten der StaniSlauer Gerichtsärzte verlesen, welche die Er-werbSeinbuße bei Franta mit 25 Prozent einschätzten. Klagevertreter Dr. Hans TauzSky verlangte die Wiederherstellung der ursprünglichen Rente. Die Sachverständigen haben zwar nur eine 25prozentige Einbuße angenommen, da sie aber eine wesentliche Besserung durch konkrete Symptome nicht zu bezeichnen in der Lage seien, müsse die alte Rente aufrecht bleiben. Das Schiedsgericht unter Vorsitz des OberlandesgerichtS-rates Dr. Cap verurteilte tatsächlich die Anstalt zur Zahlung der alten 4Sprozentigen Rente seit dem Tage der Einstellung. Streiflichter. Me viele Mitglieder hast du scho« für deine Fachorganisation gewonnen? Auf diese für jede» Gewerkschaftsmitglied wichtige Frage antwortet da» Organ der Bergarbeiter .Glück auf!“ wie folgt: Was, noch keine? Nicht eines? Na, horche einmal, wenn alle Mitglieder so untätig wären wie du, dann würde cs mit unserer Fachorganisation schön auSschauen. Du hörtest gewiß schon des öfteren, daß, je zahlreicher wir sind, um so mächtiger wir sind, und bist auch du überzeugt davon, daß dies keine Phrase ist. Und dennoch betätigst du dich nicht, damit unsere Fachorganisation gestärkt werde? Denke ja nicht, daß zur Werbung neuer Mitglieder nur die Vereinsbersamm-lungen dienen sollen. Da befindest du dich im Irrtum, denn dieselben sollen in erster Linie dazu dienen, die Mitglieder über die Vorgänge in der Gruppe zu unterrichten, Fachfragen zu diskutieren, gestellte Anträge zu erledigen, für die Ausbildung der Mitglieder zu sorgen, kurz alles das, was im Interesse der Organisation sowie der M i t. glichet gelegen ist, zu erledigen. Wie oft kommt es vor, !daß nicht ein einziges Nichtmitglied der Versammlung bei-iJcoHnt, weshalb du einfehen wirst, daß die Propaganda nicht nur in den Versammlungen möglich, sondern es notwendig ist, Mitglieder auf andere Weise zu gewinnen. Du kannst versichert sein, daß die Mehrzahl der Mitglieder durch Kleinarbeit gewonnen wurde, daß die meisten nur durch Kleinarbeit, als da sind HauSagitation, mündliche Agitation auf ■dem Wege in die und von der Arbeit, in der Arbeit selbst, gewonnen werden können. Du entschuldigst deine Untätigkeit damit, daß du behauptest, du hättest keine Befähigung zur Gewinnung neuer Mitglieder, obwohl du selbst wissen mutzt, daß mit derartigen Veranlagungen niemand geboren wird. Wer ein Kämpfer sein will, muß sich zum Kampf auSbilden. Der Ort der Ausbildung sind die Vereinsversammlungen. In denselben, in Vorträgen und Diskussionen, gewinnt ein jeder Kenntnisse und Uebersicht, so daß die Befähigung zur ^Agitation von selbst kommt, ohne daß man es bemerken würde. Nur ein guter Wille ist hiezu vonnöten. Wir kämpfen einen ehrlichen und gerechten Kampf, weshalb wir es nicht nötig haben, uns Bei der Agitation unehrlicher Mittel oder vielleicht der List zu bedienen. Wer sich daher nur über die vier Hauptfragen: 1. Was ist die Fachorganisation? 2. Welchen Zweck hat dieselbe? 3. Was erreichte die Fachorganisation? und 4. Welche Aufgabe hat dieselbe in der Zukunft zu lösen? unterrichtet, dem wird es nicht schwer fallen, neue Mitglieder zu gewinnen. Also schau, werter Genosse! DaS, was Taufende vor dir zuwege brachten, das sollst du nicht vermögen? O ja, auch du bist dieses imstande, freilich nur bei gutem Willen. Der gute Wille ist das allein Entscheidende. Verspreche uns daher, wir ersuchen dich darum, daß bei dir guter Wille vorhanden ist, daß du deine Pflicht erfüllen wirst Du weißt selbst sehr gut, daß eS noch Lausende und abertausende Arbeitskollegen gibt, die der Fachorganisation noch nicht angehören, und daß ein großer Teil von ihnen gewonnen werden kann, wenn ein jedes Mitglied seine Pflicht erfüllt. Selbst in deinem engsten Kreis gibt es noch Arbeitskollegen, die noch nicht organisiert sind. Versuche es, ob du den einen oder den anderen nicht für die Organisation gewinnen kannst, und du wirst die Erfahrung machen, daß es in vielen Fällen viel leichter geht, als du dir es borgestellt hast. Nur guter Wille ist vonnöten. Versprich, werter Genosse, daß du so handeln wirst. $(. K. Auch eine Interessenvertretung. In Oesterreich besteht ein Verein, der sich „Unterstützungs- und Rechtsschutzverein österreichischer Lokomotivheizer' nennt und vorgibt, die Interessen der Heizer zu vertreten. Der Verein, welcher von der Gesellschaftsfirma Weber sen. und Weber jun., geleitet wird, gibt auch ein sogenanntes „Fachorgan" (!?) „Der Lokomotiv-Heizer", heraus und nennt sich unpolitisch, was ihm aber nicht hindert, den Christlichsozialen nachzulaufen und ihnen Wahl-Hilfe zu leisten, wie das von Dr. Mataja an den ehemaligen Funktionär des Heizervereines Vodarek gerichtete Schreiben, welches sich in unseren Händen befindet, beweist. Vor kurzem fanden nun die Wahlen der Lokalvertrauensmänner im Heizhaus Wien, k. k. Nordbahn statt, an welchen sich der Heizerverein mit eigener Kandidatenliste beteiligte. Als nun die Herren Weber sen. und Weber jun., sahen, daß eS mit der Wahl windig aussah, liefen sie zum Abgeordneten K e m e 11 e r, welcher bei der Direktion intervenierte und erreichte, daß man die Wahl, bevor noch das Skrutinium vorgenommen wurde, auch schon annullierte. Bei der zweiten Wahl ging es der „ehrenwerten" Gesellschaft Weber sen. und Weber jun. nicht besser, indem die sozialdemokratische Liste mit überwiegender Mehrheit gewählt wurde, linier Kandidat Genosse Surrt) er-hielt 89, der Kandidat der Weberkompagnie Herr K 0 n e <5 n f 19 Stimmen. Gewiß ein großartiges Resultat. Bei dieser Wahl darf das Vorgehen des Heizhauschefs, Herrn Fried, nicht unerwähnt bleiben. Während bei der ersten Wahl, das provisorische Personal wählte, durften bei der zweiten Wahl die Arbeiter nicht mitwählen, und nach der Wahl wurde dem gewählten Ver-trauenSmann erklärt, er dürfe die provisorischen Bediensteten und Arbeiter nicht vertreten. Man sieht, daß man bemüht war, der Kompagnie Weber unter die Armezugreifen, und eS wäre sehr empfehlenswert, chenn Herr HeizhauSchef sich bemühen würde, die einschlägigen Vor-fchriften zu lesen. Die Kampagne gegen die Roten mißlang also und es ist auch begreiflich, daß man eS nun versucht, seinem Unmut Luft zu machen, und dazu wird dal „Fachblatt" verwendet. In der Nr. 6 „Der Lokomotivheizer" vom 1. Mai, wird Genosse Surry angegriffen und ihm vorgeworfen, daß er betreffs des Schreibens des Dr. Mataja an Vodarek bewußt ge-logen hat und verlangt, er soll klagen. Das wird nun Surry nicht tun, da er der Ansicht ist, daß ein anständiger und ehrlicher Mensch, von Leuten vom Schlage der Herren aus der Redaktion „Der Lokomotivheizer" nicht beleidigt werden kann. Ueberdies ist daS Original dieses Schreibens Bei uns zur Ansicht aufgelegt. Hiemit wollen wir den „Beobachter" abgetan wissen. Doch auch andere Dinge kann man in der zitierten Nummer lesen, welche den strikten Nachweis liefern, wie ernst die GesellschaftSfirma Weber sen. und Weber jun. die Vertretung der Interessen des Heizerpersonals nehmen und wie notwendig eS wäre, daß der Herr Sekretär Weber jun. die Sekre-tärerei in einer Fachorganisation an den Nagel hängt; denn er mag vielleicht ein tüchtiger „Jugendbildner" (!?) sein, von der Eisenbahn versteht er einmal nichts, und macht durch feine Tätigkeit den ehrenwerten Stand der Lokomotivheizer nur lächerlich. In der zitierten Nummer vom 1. Mai 1914, finden wir nämlich Anträge für die Zentralpersonalkommission, welche das ernannte Mitglied Belöik vertreten sollte, ob und wie er eS tut, wissen wir nicht, da daS Protokoll der Sitzung noch nicht erschienen ist. Zu diesen Anträgen wäre nur zu sagen, daß der Herr Sekretär sich mit der Verfassung derselben nicht viel Mühe genommen Hai, da er selbe einfach von uns ab-aeschrieben hat. Unsere Leser und auch die weitere Oefsentlich-feit wird sich erinnern, daß wir bereits in der Frühjahrssitzung der Zentralpersonalkommission im März 1918, eine Reihe von Anträgen durch Genossen Blaikiewicz gestellt haben, und diese Anträge erscheinen nun im „Lokomotivheizer" a B geschrieben. Aber nicht nur da», sondern man hat Anträge ausgenommen, die schon längst überholt sind, wie zum Beispiel der Antrag Nr. 7, die Auflassung der Gehalt st ufe von 650 Kr. auf 7 00 Kr. betreffend; in der Begründung wird darauf hingewiesen, daß, nachdem bei den Unter. Beamten die Gehalt st ufe von 1300 Kr. durchge« führt wurde, es auch bei den Lokomotivheizern bezüglich der Gehalt st ufe von 650 Kr. geschehe it soll. Man greift sich da unwillkürlich an den Kopf und fragt sich: Ist daS Ignoranz oder Dummheit? Der Antrag Nr. 11 ist ebenfalls lesenswert; ob die alten Berufsheizer, in diesem Antrag Ernst oder Demagogie sehen werden, ist sehr fraglich; der Antrag 5: Anrechnung der Ursachen Dienstzeit für alle, welche Heizerdienst versehen; es scheint wirklich, Cer Herr Verfasser hat seine Zeit verschlafen. Damit auch die Oberheizer etwas abbekommen, fehlt natürlich auch der Antrag (Nr. 2, ad III) auf Ernennung von Unterbeamten. Und so geht es fort. Und da sage einer, daß die Geschäftskompagnie Weber aen, und Weber jun. für die Heizer nichts tut. Wenn sich die im Heizerverein vereinigten Heizer eine solche unernste Fopperei, welche den ganzen Heizerstand nur lächerlich zu machen geeignet ist, gefallen lassen, so ist es ihre Sache; jene ernsten Männer aber, die im schweren Kampf des Lebens ihre Klassenlage erkannt, welche nicht genug Vereins-meier sind, um einen Vater und Sohn, die sich die Heizer als Geschäftsobjekt erkoren haben, aufznsitzen, lassen sich eine solche Vertretung ihrer Interessen nicht gefallen und werden das den Machern im Heizerverein, wie den Geschäftsinhabern Weber sen. und Weber jun. bei Gelegenheit und am richtigen Ort, sehr deutlich sagen. Den Heizern rufen wir aber zu: Lasset euch nicht von Leuten, welche aus der Interessenvertretung nur ein Geschäft machne, zum besten halten, gehe! dorthin, wo ihr hingehört, und wo Tausende eurer Kollegen bc-reits sind: in die Reihen des klas sen bewußten Proletariats des geflügelten Rades! Christlichsoziale Wahrheitsliebe. Kürzlich fand im Hotel Fuchs, Wien, eine Zugsbegleiterversammlung statt, um über dis Streitfrage, die bezüglich der Turnusse am Wiener West-bahnhof schwebt, Klarheit zu schaffen. In dieser Versammlung war auch der christlichsoziale Kondukteur S t r a s s c r au wesend, der es sich nicht versagen konnte, mit einer Reihe unwahrer, lügenhafter Behauptungen, unsere Vertrauensmänner zu verdächtigen. Er behauptete unter anderem, daß Genosse Wabitsch gewußt habe, daß die Kondukteure aus dem Vif lacher Direktionsbezirk hereinfahren werden. Es wurde sofor: festgestellt, und zwar durch Zeugen, daß dieses nicht wahr tii Der Christlichsoziale Straffer hielt aber seine Behauptung auf. recht, was den Genossen Adolf Müller von der Zentrale veran-laßte, Straffer als einen Lügner zu kennzeichnen. Müller forderte den Straffer auf, ihn deshalb gerichtlich zu belangen, und er werde ihm im Gerichtsfaal beweisen, daß seine Behaup tung eine Lüge und er ein Lügner sei. Straffer erklärte aber darauf, das werde er sich überlegen. So handeln diese christ lichsozialen Querköpfe. Zuerst schleudern sie hinterrücks ganze Kübel voll Jauche über unsere Vertrauensmänner, und sobald ihnen Gelegenheit zum offenen Kampf geboten ist, verkriechen sie sich feige. Straffer wird aber trotz seiner Hinterhältigkeil dem strafenden Arm der Gerechtigkeit nicht entwischen. Dafür werden wir Sorge tragen. Genosse Wabitsch, der von Straffer als Verleumder he schimpft wurde, wird ihn klagen und wir wollen sehen, ob nichi auch Straffer endlich zur Einsicht gelangt, daß man nicht ungestraft verleumden und beschimpfen darf. Unfall des Prag-Pilsner Schnellzuges. Der Präget Abendschnellzug Nr. 1101, welcher in Pilsen nach 'ltln abendö eintrifft, wurde am Sonntag den 1. d. M. Bet der Einfahrt in die Station Holoubkau von einem schweren Unfall betroffen, der die mehr oder minder schwere Verletzung cm« großen Anzahl von Personen, insgesamt Über vierzig, im Gefolge hatte. Infolge schlechten Anliegens der Spitzschiene an die Stockschiene entgleisten der vierte und fünfte Waggon, nachdem die Lokomotive, der Hüttelwagen und zlvei Personenwagen die Weiche anstandslos passiert hatten. Einer der entgleisten Wagen kam auf die Lokomotive des auf einem Nebengeleise stehenden Pilsen-Prager Personenzuges Nr. 316 zu liegen, die erheblich beschädigt wurde. Infolge der Entgleisung und des dadurch bewirkten Anpralles sowie durch die Zertrümmerung der Fensterscheiben und daS Jneinanderfahren der Seitenwände und Bänke wurden zahlreiche Reifende verletzt. In das Krachen der Waggontrümmcr mengten sich die EntsetzenSrufe der' Verletzten, Die letzteren wurden, soweit sie sich nicht selbst aus den Wagen zu entfernen vermochten, herausgetragen und auf die Böschung gebettet. Zufällig fuhren in dem Schnellzug mehrere Aerzte. Die Aerzte leisteten den Verletzten die erste Hilfe und legten Notverbände an. Ein kleines schwerverletztes Mädchen, dessen Namen noch unbekannt ist, wurde in Holoubkau belassen und dem dortigen Krankenhause übergeben. Die argbeschädigten Waggons wurden abgekoppelt und die Verletzten in die anderen Waggons übertragen, worauf der Schnellzug mit anderthalbstün-diger Verspätung nach Pilsen weiterfuhr. Auf dem Pilsner Bahnhof hatten sich vier Bahnärzte cingefunden, welche die Verletzten sofort in Behandlung nähme». Die Zahl der Verletzten beträgt über 40. Darunter befinden sich, obwohl der Schnellzug vollbesetzt war, glücklicherweise nur etwa fünf Schwerverletzte. Die Verletzungen bestehen meist in Kontusionen und Abschürfungen. Der Kondukteur Scteckn ist erheblich verletzt. Schwer verletzt ist weiter ein gewisser Johann Gubermatz aus Chotieschau, der neben einer schweren Ritzwunde eine ernste Gehirnerschütterung erlitten hat und bewußtlos ist. Ferner ist die 67 Jahre alte Schmiedwitwe Prschibik aus Pilsen schwer verletzt. Sie hat einen Unter-schenkelbruch erlitten. Ebenso sind ein Maschinist und ein Schlosser der Skodawerke, deren Namen bis zur Stunde nicht bekannt sind, erheblich verletzt. Die Schwerverletzten wurden nach Ankunft des Schnellzuges mittels^ des städtischen Rettungsautomobils in das allgemeine Krankenhaus gebracht, die übrigen Verletzten, mehr als 40, konnten in häusliche Pflege übergeben werden. Vom Franz-Josefs-Balmhsf Wien wird uns geschrieben: Portier Hermann, ein Mensch, dessen Qualifikation zum Bahndienst weit geringer ist als seine Impertinenz gegenüber zugeteilten Bediensteten, hat in der letzten Zeit, das war am 15. April l. I., durch fein lügenhaftes Aussagen einem Mit-Bediensteten schwere Kränkung zugefügt. Der Anlaß war wobl sehr geringfügig, handelte cs sich doch nur um einen zu spät kommenden Fahrgast zu Zug 201 am obgenannten Tage. Hermann denunzierte bei dem diensthabenden Beamten und später bei Inspektor Benisch den Türsteher, er habe mit Wucht die Tür zugeschlagen, und zwar so, daß dadurch die Gefahr entstand, den späten Passagier einzuklemmen. Wie es nun schon Sitte ist und leider noch lange bleiben wird, glaubte man dem Angeber Hermann und nickt dem angezeigten Türsteher, Hermann ließ nun noch seine ganze Macht als „Haupiportier" fühlen und brüllte wie besoffen im Vestibül mit den übrigen Türstehern vor allen Fahrgästen. Diese Affäre dürfte nun ur Folge gehabt haben, daß gleich darauf ein Zirkular des . k. Bahnbetriebsamte» Wien II an die Türsteher gelangte, wonach den Betroffenen bei Strafe verboten wird, den Reisenden Auskünfte zu erteilen. Erst dann, wenn die Hoheit irgendeiner nicht zu bezeichnenden Verrichtung obliegt, also nur in Abwesenheit des Herrn „Hauptportiers", dürfen die Türsteher (obwohl fest 1908 dieser ominöse Titel abge-schafft wurde) das absolute Redeverbot brechen, ohne Gefahr zu laufen, denunziert z» werden. Es scheint ein sauberes Duo zu sein, das wohl aus pekuniären Gründen dieses Verbot erwirkte: Hermann, der Portier, und Jeremiwicin, der Interpret! Jeremiwicin stellte sogar einen Wachmann gut Rede, weil et sich unterfing, Auskünfte zu erteilen. Offenbar hat dieses Duo das Urheberrecht ans Auskünfte von Cer Staatsbahndirektion Wien erhalten. Doch haben auch die Portiere zweiter Klasse, denn so müssen wir sie nach der Interpretation schon bezeichnen, noch andere Sorge,,, vornehmlich die. daß ihre Dienstleistung so anstrengend ist, daß sie ohne weitere Hilfskraft ihren Dienst nicht mehr klaglos leisten könne». Gehen doch der Interpret und Hermann, insbesondere der letztere, mit langer Pfeife im Vestibül herum, um mit hübschen'Mädchen zu schäkern, dieweil die armen Türsteher kaum so viel Zeit haben, um ihren dienstlichen Obliegenheiten Nachkommen zu können. Hier soll der Chef des Bahnamtcs eingreifen und soll diesen überbürdeten Lohnsklaven endlich durch eine Vermehrung der Posten ihrem unleidlichen Dienstverhältnis ein Ende machen. Seite 10 Wien, MiWoH Aber immer nur Erlässe mit Androhung von empfindlichen Strafen herauszugeben, Denunzianten zu glauben, dazu allein sind Bahnamtsvorstände wahrlich zu teuer. Auch die Staatsbahndirektion Wien könnte sich um diese desolaten Zustände kümmern und dort eingreisen, wo blinde Vorgesetzte wie im Taumel wüten. Ueber Vergebung von Druckarbeiten durch Arbeiterorganisationen. Vom Gehilfenausschutz der Buchdrucker wird uns geschrieben: Nach einem zehn Wochen währenden, beiden Teilen — Unternehmern wie Arbeitern — schwere Opfer auferlegenden Kampf ist am 14. Februar 1914 der Friede im Buchdruckgewerbe Oesterreichs geschlossen worden. Wer aber der Meinung war, daß mit diesem unter der Patronanz der Regierung und unter Mithilfe des Tarifamts der deutschen Buchdrucker abgeschlossenen Tarifvertrag auch wirklich der Friede im österreichischen Buchdruckgewerbe wieder einziehen werde, der täuschte sich ganz gewaltig, denn der Funke glomm unter der Asche weiter. In allererster Linie war es die „Buchdruckerwehr", das Organ der Prinzipalsorganisation, welches unmittelbar nach dem Abschluß des Kampfes den Beweis erbrachte, daß auf Seite der Unternehmer im Buchdruck-gewerbe nunmehr erst die Revanche beginnen sollte. In manchen Orten ließ man alte, lange schon den Geschäften dienende Arbeiter außerhalb der Betriebe, wohl um sie mürbe zu machen und ihnen für die Zukunft beizubringen, daß sie nicht ungestraft sich gegen den Versuch einer Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen wehren dürfen. Aber nicht nur gegen die im Kampf gestandenen Arbeiter trat die Majorität der Unternehmer auf — auch gegen jene Prinzipale, welche die Forderungen der Arbeiterschaft bewilligten, ging die Hetze in dem Organ der Unternehmer los. Solcherart ist es wohl naheliegend, daß in den Kreisen der Arbeiterschaft des Buchdruckergewerbes ein gewisser Mißton aufkommen mußte, welcher die notwendige Friedensstimmung ziemlich beeinträchtigte und auch aus Seite der Arbeiter, wenn schon nicht das Gefühl nach einer Revanche, so doch das Bestreben auslösen muß, zwischen den Feinden der Arbeiter und den halbwegs einsichtigen Elementen unter den Unternehmern zu unterscheiden. Dies erweist sich schon aus dein Grunde als notwendig, da verschiedene der Herren, welche in den Konventikeln der Unternehmer gegen die Arbeiter und ihre Organisation losgehen, aus der anderen Seite doch nichts dagegen haben, Aufträge der von ihnen bekämpften Arbeiterschaft und deren Organisationen auszusühren. Wir halten es endlich an der Zeit, mit den Arbeiterorganisationen — insoweit sie Kundschaft der Druckereien sind — ein ernstes Wort über dieses für die Buchdruckerei-arbeiterschast wichtige Kapitel zu sprechen. Es muß auf Seite der Leitungen unserer Partei» und Gewerkschaftsorganisationen endlich mit dem Prinzip gebrochen werden, ihre Druckarbeiten rücksichtslos in irgendeiner beliebigen Offizin Herstellen zu lassen, ohne sich darum zu kümmern, wie der Eigentümer derselben sich zu den Fragen der Arbeiterschaft stellt. Die Unternehmer im Buchdruckgewerbe Oesterreichs haben vor dem Tarif-kampf die Solidarität ihrer Klafsengenossen angerufen und müssen es daher begreiflich finden, daß wir das Gleiche tun. Wir rufen hie mit die Leitungen der Arbeiterorganisationen insofern z u unserer Unterstützung gegenüber unseren Unternehmern auf, daß wir verlangen, die Vergebung von Druckarbeiten möge in Hinkunft nur an Druckereien erfolgen, welche den Arbeitern in Bezug auf ihre im Programm der organisierten Arbeiterschaft begründeten Forderungen möglichst entgegenkomme n. Es besteht in Wien außer der Parteidruckerei noch eine ziemliche Anzahl Offizinen, welche den Bestrebungen der Arbeiter im Such» druckgewerbe sympathisch gegenüberstehen, und es ist — nachdem die Buchdruckereiarbeiter jederzeit ihre Verpflichtungen gegenüber der Gesamtheit der organisierten Arbeiterschaft erfüllt haben — unser gutes Recht, von deren Organisationen zu verlangen, daß sie ihre Kundschaft jenen Firmen im Buchdruckgewerbe zuwenden, welche auch uns entgegenkomme n. Indem wir unseren Appell an die Solidarität der Arbeiterschaft, welche unsererseits stets hochgehalten wurde, wiederholen, geben wir der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß demselben im weitesten Maße entsprochen und solcherart — wenn auch nur in bescheidenem Ausmaß — zur Festigung unserer Position in Hinkunft Beigetragen werde. Korrespondenzen. Görz (Werkstätte k. k. Staatsbahn. — Deutschen kann nur durch Deutschen geholfen werde n). Eine eigentümliche Auffassung von Moral und Recht haben hier einige Vorgesetzte gezeigt. Wir haben hier das zweifelhafte Vergnügen, unter dem Personal der Werkstätte einen Denunzianten und überwiesenen Dieb zu beherbergen. Dieser Mann heißt Franst Sturm. Dieses übelbeleumundete Individuum war früher m Triest, wo es aber sehr bald wegen seiner Anrüchigkeit verschwinden mußte, um in kurzer Zeit in Linz aufzutauchen. Doch in Linz wurde der „Ehrenmann" Sturm bald erkannt und sofort expediert. Nach mancherlei Irrfahrten tauchte er plötzlich in Görz aus und fand hier unter den Deutschnationalen einige geschäftskundige Kollegen, die sich auch seelisch mit ihm verschwägerten. Doch die Direktion kam bald daraus, welche „Laus im Pelz" sie durch die Aufnahme des Sturm erworben hat, und marsch flog der bekannte Gaukler auch aus Görz hinaus. Doch der geriebene Sturm hatte sich bereits durch seine kühnen Taten die Herzen der Deutschgelben erobert und diese können aus eine so „tüchtige Kraft' nimmermehr verzichten. Was für jeden ehrlichen Menschen unmöglich schien, geschah. Aus Betreiben und persönliche Verwendung einiger Radi-Nazi mußte Sturm nach Triest zur Direktion fahren, wo er tatsächlich durch die Fürbitte einiger mächtiger Gleichgesinnten seine Pardonierung durchsetzte. Sogar einige einflußreiche „Goldkrägen' sollen als Fürsprecher mit« gewirkt haben, damit Sturm die gesunde Lust in Görz durch teilte Anwesenheit noch weiter verpesten kann. Doch Sturm belohnte die Güte seiner Freunde und Fürsprecher schlecht. Sofort nach der Rückkehr von Triest stahl er seinem Arbeitskollegen die Taschenuhr, machte sie zu Geld und bereitete sich einige vergnügte Stunden bei Kartenspiel und treudeutschem Trnnke. Nicht genug an der Undankbarkeit des Diebes, ließen es sich die Deutschgelben nicht verdrießen, die von ihrem Gesinnungsgenossen gestohlene Uhr durch gesammeltes Geld zurückzukausen und diese dem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben. Wie aus der Handlungsweise des Sturm ersichtlich ist, so dürfte es dieser treudeutsche Ehrenmann unter seinen Freunden und Gesinnungsgenossen in Görz noch zu einer hervorragenden Stellung bringen. Man soll ihn bereits zum Obmann der Deutschnationalen in Görz vorgeschlagen haben. Daß er hiezu die geeignetste Person wäre und auch die praktischen Fähigkeiten besitzt, bas hat Sturm bereits durch seine verschiedenen Taten hinreichend bewiesen. Komata«. (Die Verschlechterungen auf der Buschtiehrader Eisenbahn.) Schon lange vor dem 1. Mai war es bekannt, daß auf der Buschtiehrader Eisenbahn Verhältnisse Platz greifen werden, die dem Personal, besonders den Zugsbegleitern, mehr Dienst und weniger Ruhezeit auf» bürden werden. Jedoch hat das Personal auf die Humanität »per ®irwnfinpfw und das Wohlwollen ihres früheren Generaldirektors Herrn Dr. Böhm, der noch mit in der Verwaltung ist, Vertrauen gesetzt, welches jedoch jetzt unter dem Regime Gintl, der aus dem Eisenbahnministerium die Verwaltung der Buschtiehrader Eisenbahn übernommen, eine Aenderung erfahren hat. Wohl wird bei jeder Gelegenheit in der Generalinspektion sowie im Eisenbahnministerium versichert, daß eine Verschlechterung der Lage der Eisenbahnbediensteten nicht ein» treten darf. Aber das hat nur so lange Gültigkeit, solange die Herren nicht die Macht besitzen, selbständig zu regieren. Sobald aber einem Herrn aus dem Ministerium die Gelegenheit geboten wird, eine Bahnverwaltung zu übernehmen, so läßt er seinen Scharfsinn und seine Willkür an dem Personal spüren. Mit dem Herrn Generaldirektor Dr. Hans Ritter v. Gintl ist nun das Personal der Buschtiehrader Eisenbahn überzeugt, daß ein Mann an der Spitze der Verwaltung steht, welcher bemüht ist, die Verschlechterungen nach dem Muster der Staatsbahnen auch bei der Buschtiehrader Eisenbahn durchzuführen; die bereits schon mit den Reduzierungen von Personal, Auflassen einiger Züge, welche fahrordnungsmäßig täglich verkehrten, Zusammenschrauben der Turnusse begonnen haben. Die starke Hand des Herrn Gintl hat sich bereits über die Häupter sämtlicher Abteilungschefs sowie Stationsvorstände erstreckt, die mit schuld sind an den Verschlechterungen; anderseits tragen sie selbst mit bei, besonders in der Station Komotau, daß die Turnusse des Zugspersonals immer schlechter ausfallen. Beispiel: Warum wurde dem Güterzugs-personal von Komotau auf ihr Ansuchen vom. Monat März wegen Turnusänderung von 29 auf 31 Partien von seiten der Verwaltung keine Antwort bis heute erteilt? Hier wäre es Pflicht des Herrn Gintl, sich eingehender zu erkundigen, damit ein friedliches Zusammenarbeiten im Interesse des Dienstes sowie des Verkehres unter dem Personal Platz greise. Wir haben aber auch Beweise, daß alle eingetretenen Verschlechterungen über Anordnung der kompetentesten Stelle durchgeführt werden. Insbesondere das Güterzugspersonal wird direkt ausgebeutei. Der Krankenstand wird Tag für Tag immer größer, und es ist nicht ausgeschlossen, daß binnen drei bis vier Jahren sämtliches Fahrpersonal aufgerieben ist, wenn dieser Turnus bleibt. Auch hat man mit der Neueinführung der Sammelzüge, analog den k. k. Staatsbahnen, mit 1. Mai begonnen, was bei der Buschtiehrader schon mit Rücksicht auf den starken Verkehr mit den Bäderzügen nicht durchführbar ist und aus technischen Gründen verwerflich ist, weil die Anlagen der Buschtiehrader Eisenbahn ganz andere sind wie die der Staatsbahnen. Gerade zu den Psingstseier-tagen konnte man bei der Buschtiehrader Eisenbahn wieder die Wahrnehmung machen, daß die Buschtiehrader Eisenbahn eine mit von den respektabelsten Bahnen Oesterreichs ist. Wo bleiben aber die Güterzugsmannschaften mit ihren Zügen? In jeder Station konnte man ein, zwei bis drei Direktionsorgane bemerken, welche faktisch sehr notwendig sind, denn sonst bliebe der Verkehr stehen. Wieder andere Begleiten die Separatzüge u. s. w., aber für die Lastzügler, da schaut kin Mensch hin, da werden auch keine Regeln getroffen, damit auch der Verkehr solcher Züge glatt abgewickelt werden könnte. Obwohl bei uns die telegraphische Verständigung immer möglich ist, unterlassen es manche Dienstbeamten, die sich aus den Güterzügen eine Hetze machen, bei den Hauptstationen anzufragen, wieviel, sagen wir, der Zug 1 oder 2 verspätet ist. Es ist laut Fahrordnung einmal das Vorfahren festgesetzt und dabei bleibt es. Ob nun die Personenzüge 20 bis 30 Minuten verspätet sind, ist solchen Herren ganz egal. Das Lastzugspersonal kommt dann mit einer zwei- bis dreistündigen Verspätung in ihrer Endstation an. Und wenn nun die Zugsbegleiter übermüdet nach Hause kommen, so sollte man meinen, daß ihnen die gebührende Ruhezeit gegönnt ist. Weit gefehlt. Durch viele Jahre kämpft in Komotau das Maschinen- sowie Zugbegleitungspersonal um Verbesserung der Turnusse. Es erreichte unter der Einsicht des Herrn Dr. Böhm sowie Herrn Zentralinspektors Tauber mit harter Mühe halbwegs menschliche Turnusse. Aber kaum waren die Turnusse in Kraft, so wurden sie über Anordnung anderer Elemente wieder verschlechtert. Einesteils trägt das Personal selbst mit Schuld daran, weil einige darunter sind, welche nicht genug fahren können. Nun wollen wir noch einmal auf die Neueinführung der Sammelzüge auf der Strecke Prag-Eger, speziell Komotau« Eger, zurückkommen. Wir sind der Meinung, wenn schon die Verwaltung einige Vorteile für ihr Personal herausgibt, daß solche für das Gesamtpersonal Geltung finden sollten. Aber leider wurde das Komotauer Güterzugspersonol sehr getäuscht. Welches sind nun die Vorteile? D-nt Bubnaer Personal sowie dem Maschinenpersonal von Komotau hat man betreffs der Dienstdaner dieser Sammelzuge das Recht eingeräumt, nach zehnstündiger Dienstleistung in gewissen Stationen um» zukehren. Und zwar kehrt das Zugspersonal von Prag in LuLna-Lischan um, respektive wird dort abgelöst; das Loko-motivpersonal von Komotau vom Zug 157 in Karlsbad, vom Zug 151, der ab Karlsbad als Sammelzug verkehrt, schon in der dritten Station (Falkenaal, beim Zug 156 in Kaaden-Brunnersdorf. Die Zugbegleitungsmannschaft von Komotau werden erst in den Endstationen der Züge nach Uebergabe des Zuges abgelöst. Sämtliche oben angeführten Züge haben eine Fahrzeit von Komotau bis Eger, der Aufenthalt mit inbegriffen, von 13 Stunden 88 Minuten. Rechnen wir die Vorbereitung zu Hause für ZugSsührer und Manipulanten mit einer Stunde, für die Übrigen Zugsbegleiter mit 30 Minuten, das Gehen in den Dienst (alle können nicht im Bahnhof wohnen), so ergibt sich eine Dienstleistung von 15 bis 16 Stunden, ohne der Verspätungen, die oft ein bis drei Stunden betragen. Nun fragen wir eine k. k. General-infpektion in Wien, ist ein Dienst von 18 bis 19 Stunden für das Zugbegleitungspersonal menschlich? Wenn schon Herr Vorstand Fischer kein Gefühl für sein ihm untergebenes Personal hat, dann ist es Pflicht einer löblichen k. k. Generalinspektion, daß sie hier einschreitet. Eine solche Ueberbürdung des Personals hat auch für die Allgemeinheit bedenkliche Seiten. Das Personal wird ganz abgestumpt, es kann für die Sicherheit des Verkehrs und für die Sicherheit des reifenden Publikums die Verantwortung nicht mehr auf sich nehmen. Nun werden diese Sammelzüge mit 750 bis 800 Tonnen aus-genützt unter Beigabe sämtlicher Unterwegsstationen. Auch wird den Zügen in den Unterwegsstationen Brutto beigegeben. Nun sollen nach der Instruktion die Nächstliegenden Stationen unmittelbar hinter dem Gepäckswagen einrangiert werden. Mit den übrigen 85 bis 36 Gruppenwagen soll nun zum Magazin betreffs der Ein- und Ausladung gefahren werden. Am Magazin stehen ebenfalls soviel Wagen. Nun kommt es vor, daß die Züge zwei- bis dreimal geteilt werden müssen, wie es in Schiakenwert schon der Fall war. Nun fott sich das Personal bei den Verschiebungen beteiligen, bei her Aus- und Zuladung mit behilflich sein, der erste Verschieber soll den Manipulanten in der Schreibarbeit unterstützen, muß aber verschieben u. f. w. Der Güterschaffner soll den Nachweis über sämtliche Kurswagen führen, die Ein- und Ausladung aufs genaueste summieren und addieren, widrigenfalls der Manipulant oder Güterschaffner mit 1 Kr. bestraft, das zweite Mal vom Manipulationsdienst abgezogen wird. Nun stelle sich diese Einführung einmal Herr Schaffer sowie Herr Vorstand Fischer von Komotau vor. Wir mochten wünschen, daß die Herren von der Direktion nur einen Monat diesen Dienst versehen möchten. Es würde gewiß anders werden oder ein Wechsel in der Station Karlsbad als Mittelstation vor sich gehen. Man hat die Arbeiten auf das Personal verteilt, aber eS wurde nicht vorgesehen, daß das Zugbegleitungspersonal auch mit einer Minute bedacht wurde, wo es etwas essen kann. Daher die vielen Maroden. Und auS allen diesen Gründen wird das Personal dazu Stellung nehmen müssen, je früher, um so besser für alle Teile. Olmütz. (K. k. Nordbahn. — Außertourliche Qualifikation.) Der Kondukteur F. K r ist einer jener protegierten Glückspilze, die zweimal hintereinander außsrtoumch vorgerückt sind und der hoffentlich auch beim nächsten Avancement berücksichtigt wird. Durch die außertourliche Vorrückung hat Kondukteur K. eine große Anzahl feiner Vordermänner überholt, ja sogar solche übersprungen, die um fünf Jahre länger definitiv sind als K. und feit mehreren Jahren auf normierten Ober-kondukteurposten ihren Dienst anstandslos versehen. Begreiflicherweise sind die gesamten Bediensteten der Station Olmütz neugierig, wieso gerade der F. K .... r fortwährend nußcriourüch beschrieben wird, da er doch selbst zugibt, daß er zur Ausübung mancher Dienste unfähig ist. Ja, nach der Erklärung der Stationsleitung ist K. gar nicht imstande, einem derartigen Posten voll und ganz vorzustehen. Die Bediensteten interessieren sich außerordentlich dafür, was K. eigentlich so besonderes geleistet haben mag, dann! eventuell der eine oder der andere dieses Beispiel nachahmen könnte. So sollte zum Beispiel Kondukteur K r vor drei Jahren provisorisch als Zugssührer bei Güterzügen fahren. Er versuchte es zwar, doch mußte er schon nach einigen Touren einfehen, daß feine Kenntnisse und Fähigkeiten zu diesem Posten nicht ausreichten. Er ging deshalb zu Herrn Inspektor Ratzer und bat denselben, er möge ihn von diesem Dienst ablii|ett lassen, da er nicht fähig wäre, als Zugsführer zu fahren, ft. wurde damals auf sein eigenes Ansuchen vom ZugSsührerdienst abgezogen und als Revisionskondukteur eingeteüt. Doch mich aus diesem Posten konnte K. sich nicht halten, da besonders bei Ausstellung von Nachzahlungen sich verschiedene Schwierigkeiten ergaben, die K. trotz des besten Willens nicht begreifen und erlernen konnte. Auf das hin wollte die StationSlcitung den K. zum Gepäcksdienst einteilen, doch da bat K. abermals, man möge ihn nicht zum Gepäckdienst geben, da er sich aus diesem Gebiet gar nicht auskennt und diesen Dienst sich niemals allein zu machen traut. So mußte nun dieser Mann notgedrungen bei der Revision verbleiben, trotzdem die Nachzahlungen heutenoch von einem jüngeren Kollegen für K. besorgt werden müssen. Daß K. so ein Geisteskind und eine Zierde des gesamten Revisions-Personals ist, weiß der Herr Vorstand und der Schulbeamte. Deshalb dürste er auch noch weiter außertourlich vorrücken. Telfs-Pfaffenhofen. Von seiten des Bahnwächters Klein-heinz und seines Anhanges wird das Gerücht verbreitet, daß unser Genosse Kondukteur Singer trotz des Rechtschutzes den Ehrenbeleidigungsprozeß mit K l e i n h e i n z verspielt hätte, diene folgendes zur Aufklärung: In der ersten Verhandlung beim Bezirksgericht Telfs wurde Kleinheinz wegen Aneignung von Bahngut zu acht Tagen Arrest verurteilt. Das Landesgericht Innsbruck sprach in der Berusungsverhandlung Kleinh ei n z frei. In der darauffolgenden Ehrenbeleidigungsklage Kleinheinz contra Singer zog der Vertreter des K1 e i n h e i n z Dr. S ch u ch t e r die Klage gegen Singer vorsichtshalber zurück. Wenn also Kleinheinz als Klüger von der Klage und dem Verlangen nach einer Bestrafung Singers abstehcn mußte und die Prozeßkosten zur Hälfte selbst zu bezahlen hat, wird er wohl der Besiegte sein. Mögen die schwarzen Elemente den Genossen Singer noch so verfolgen, das werden sie nicht erreichen, ihm in irgendeiner Weise zu schaden. Genosse Singer ist als pflichtbewußt« Mann bekannt, so daß Leute wie K l e i n h e i n z und Konsorten ihm nicht nahetreten können. Wien. (Heizhaus Südbahn.) Am 13. Mai d. 3"-fand im Arbeiterheim X eine Versammlung des Heizhauspersonals der Südbahn statt, in welcher man hören konnte, welcher Mitteln sich die „ehrenfesten" Reichsbündler bedienen, um die verhaßten Roten zu vernichten. Kürzlich wurde im Heizhaus Wien der Südbahn die Wahl der LokalvertrauenStnänner durchgeführt, welche aber annulliert und die Neuwahl ausgeschrieben wurde. Zu dieser Neuwahl gaben die „Deutschen" ein Flugblatt heraus, in welchem sie in der perfidesten Weise unsere Genossen verleumdeten und die Gelegenheit der Ernennung des Genossen Kracatt zum JnstruktionSheizer benützten, um ihn beim Heizhauspersonal zu ventadem, daß er nur aus eigenes Wohl bedacht, die Wahrung der Interessen seiner Kollegen vernachlässigte, daß er die Knmkenkontrolle dazu benützte um die kranken Kollegen zu schädigen rc. Sie sollten kurz diese Ernennung dazu benützen , um dem Heizhauspersonal vor Augen zu führen, daß die Sozi das Bestreben haben, nicht die Interessen des Personals, sondern die der Verwaltung wahrzunehmen, um für sich bessere Stellungen zu ergattern. Wer nun den Genossen K a c i n n, diesen ehrlichen, ausrichtigen Mann kennt, der weiß, mit welcher Hingebung er im Interesse seiner Kollegen gearbeitet hat, und der weiß, daß der Posten eines JnstruktionsheizerS kein so hervorragender ist, welcher mit solchen Mitteln anzustreben genötigt wäre, der begreift die ganze Perfidte dieser Angriffe und bewertet sie auch darnach. Genosse Fronet zerfaserte auch daS Vorgehen dieser Helden und charakterisierte den Macher dieser deutschen Verleumderhorde im Heizhaus Wjen und erklärte den Anwesenden die heutige Stellung Kacian 8, welcher trotz seiner „Erhöhung" zum JnstruktionSheizer Arbeiter blieb. Auch Genosse Dusel beschäftigte sich mit diesen Maulhelden und zeigte aus, wie diese Leute, die über Terrorismus der Sozialdemokraten schreien, ihre wirtschaftliche und amtliche Macht mißbrauchen, um slawische Eisenbahnarbeiter, die keines deutschenWortes mächtig, zwingen, dem Reichsbund als Mitglieder beizutreten, und sich nicht schämen, von diesen armen Teufeln, die sie in ihrem Sudelblatt noch beschimpfen, Geld an zu nehmen. Genosse DuS ek schilderte das Vorgehen deS deutschenNationalverbandes im Parlament, wenn Eisenbahnerfragen und Volksnotwendigkeiten verhandelt wurden und wies nach, in welch inniger Verbindung die Abgeordneten Heine, Kroy, Seidl und Wolf ic. zu den Fabrikanten stehen, die sogar Taufende von Kronen hergeben, um die Wahl solcher „Volksabgcordneter" zu sichern. Auf die anwesenden „Deutschen* wirkten diese Worte wie Peitschenhiebe, doch anszumucksen trauten sich diese deutschen Helden nicht. Die Versammlung hatte den Ersolg, daß die Heizhausarbeiter mit um so mehr Eifer cm die Wahlarbeit geschritten sind. Da? Resultat werden wir später bekanntgeben. Zitatm. (Heizhaus Oesterrcichischc Nord-tue ft bahn.) Von dort wird uns geschrieben: Die Direktion der Oe. N. W. B. hatte angeordnet, daß wegen der am 31. Mai und 1. Juni fallenden Psingstseiertage die Auszahlung der Gehalte und Lohnzahlungen schon am 30. Mai zu erfolgen habe. Dieser Auftrag dürste wohl überall begrüßt und mit Freude durchgeführt worden sein. Nur im Heizhaus Znaim Oe. N. W. B. hat man diesen Auftrag nicht durchgeführt und den Leuten die Freude an den Psingstfeiertagen gründlich verdorben. Um der Herzlosigkeit die Krone aufzusetzen, ließ man die Leute auch noch noch den Feiertagen auf die Auszahlung warten, so daß manche ihr Geld erst am 3. und 4. Juni erhielten. Wir bringen diesen Vorfall dem Heizhauschef Herrn Oberkommissär D a n g l, den wir als einen korrekten und einsichtsvollen Beamten kennen, zur Kenntnis mit der Bitte, diesen Schlendrian in Zukunst ab« zustellen. Lundenvurg. (K. ?. Nordbahn.) Bei den Betriebs« infpeltoraten Wien und Mährisch-Ostrau wurden analog wie bei den k. k. Staatsbahnen je zwei Oberkondukteure als Jn-ftnxftore für das Zugspersonal ausgestellt. Während man bei der West- und Franz Josefs-Bahn nur intelligente und erfahrene Oberkondukteure als Jnstruktore bestellte, so hat man bei der Nordbahn Leute zu Instruktoren bestellt, denen die erforderlichen Fähigkeiten fehlen. Kein Wunder, wenn dann solche Instruktoren ihren Aufsichts- und Ueberwachunasdienst dahin auffassen, daß sie sich zur Belauschung und Bespitzelung der Zugsbegleiter aufgestellt glauben. Oder sollte man bei der k. k. Nordbahn diese Posten nur deshalb geschaffen haben, weil sich die Herren Berkehrskontrollore zu ^diesem Dienst nicht degradieren wollten? Wenn man an Stelle der vier Zugsbegleiterinstruktoren, die alles früher als Instruktoren sind, zwei oder drei tüchtige ältere Verkehrsbeamte aufgestellt hätte, so würde dem Personal und der Nordbahnverwaltung viel mehr geholfen sein. Wie sollen aber Leute, denen es selbst an Erfahrung und Einsicht mangelt, die Zugsbegleiter instruieren und aufklären? So werden auf der k. k. Nordbahn Oberkondukteure und Zugsführer im Sommer als Bremser und Fahrarbeiter verwendet. Trotzdem die Bremsprozente und die Zugsbelastung erhöht wurden, werden die Fahrarbeiter entlasten. Dafür werden täglich oft ganze Zugspartien als Bremser zu den schweren Zügen (1460 Tonnen) bestimmt. Wo_ bleibt in solchen Fällen die Rangeinteilung? Die Direktion sagt wohl, hast bei dieser Einteilung die Oberkondukteure ein höheres Stundengeld verdienen und nicht in Regie fahren brauchen; doch ein Vorteil wird hier wohl schwerlich weder für das Personal noch für die Direktion zu finden sein. Solche Uebelstände waren selbst unter Jeiteles nicht onzutreffen. Daß die neuernannten Instruktoren für das Zugbegleitungspersonal die Direktion auf diese Zustände aufmerksam machen, dazu sind diese Leute weder geeignet noch gewillt. Rumburg. (Nachruf.) lieber höheren Auftrag wurde der Bauadjunkt Herr Ingenieur Rudolf Kolb von der k. k. Bahnerhaltungssektion Rumburg zur Direktion versetzt. Herr Ingenieur Kolb war bei allen Bediensteten und Arbeitern ein beliebter, geachteter und gerechter Vorgesetzter, und wird sein Abgang von dem gesamten Personal schmerzlich empfunden. Wir wünschen ihm in seinem neuen Domizil viel Glück. _____ Versammlungsberichte. In der Aktion der Bahnerhaltungsarbeiter fanden noch folgende Versammlungen statt: . In Czortkow, 4. Mai; Lichtenau, 6. Mm; Protivitz, 10. Mai; Szczakowa, 11. Mai; Triest II, 23. Mai; Straßwalchen, 24. Mai. In der Aktion der Werkstätten- und Hcizhausarbeiter sind folgende Versammlungen zu verzeichnen: In St. Pölten, 12. April; K n i t t e l f e l d, 24. April; Czortkow. 28. April; Stanislau, 29. April; Stryj, 7. Mai; B öhm i s ch ° Le i p a, 6. Mai. In allen diesen Versammlungen wurden die Resolutionen einstimmig angenommen und durch gewählte Deputationen den Vorständen überreicht. Im Hinblick auf die beiden Aktionen konstatieren wir einen zahlreichen Beitritt zur Organisation. Wien. (Die Bediensteten der Schlafwagen-geseilschaft sind erwacht.) Im Eisenbahnerheim tagte am 15. und 16. Mai unter der Leitung des Genossen Weigl zwei Versammlungen, welche massenhaft besucht waren Die beiden Versammlungen bezweckten den Anschluß der Schlafwagenbediensteten an die Organisation. Genosse Dusek, welcher in beiden Versammlungen das Referat führte, klärte eingehend die Anwesenden über die Bedeutung und Notwendigkeit einer gewerkschaftlichen Organisation auf Und forderte sie zur Mitarbeit auf. Das Resultat war ein überraschendes. Die Mehrzahl der Bediensteten trat bei, und täglich laufen Anmeldungen von allen Teilen Oesterreichs, wo Schlafwagenbedienstete domizilieren, ein. Die Bediensteten bilden vorläufig eine Zahlstelle der Zentrale, zu deren Leitung Genosse Dusek bestellt ist, und werden sich später als eine Ortsgruppe für Schlafwagenbedienstete konstituieren. Es ist sehr zu begrüsten, daß die Bediensteten der Schlafwagengesellschaft den Wert der Organisation erkannt haben und sich der Organisation der Eisenbahner, mit der sie vielfach verknüpft sind, angeschlossen haben; die Sympathien der Eisenbahner sind ihnen sicher. Sie mögen nun auf dem einmal betretenen Wege beharren, fest und treu zu der Organisation stehen und sich durch keine Nucken und Tücken, an denen es gewiß nicht fehlen wird, von ihrem Entschluß abbringen lassen, denn nur mit und in der Organisation tonnen sie ein menschenwürdiges Dasein erringen. Wir rufen ihnen zu: Viel Glück mit auf den Wegs Aus den Organisationen. Lin,. (Adressenänderung.) Zuschriften an die Ortsgruppenleitung sind infolge Wohnungsänderung an Kajetan Weiser in Linz, Frankstrahe 6 7, 111/27,. zu adressieren. , „ .. Josefstadt-Jaromek. (V ers a m m lu ngsb eri cht.) Die Generalversammlung fand am 31. Mai statt. Gewählt wurden folgende Genossen: Vinzenz PoSpistl, Obmann, Anton Ba2ant, Wenzel Dödik, Stellvertreter; Johann Pesiöka, Schriftführer, Vinzenz Alina, Stellvertreter; Franz Klieger, Kassier, Josef Möller. Stellvertreter; Vinzenz Rücker, Josef Hanke, Revisoren; Vinzenz Marek, Anton Teifar, Bibliothekare; Franz Hollik, Franz I i r o u s e k, Wenzel F i ö e r. Ignaz S i l h a n, Franz G o t t-st e i n, Karl Schäfer, Anton P i n k a v a, Jo,ef Seidel, Josef Nämecek, Ausschußmitglieder. Zuschriften sind an Vinzenz Alina, Oberkondukte u r in Jaromer Nr. 8 2 5, zu adressieren. Nieder-Lindewiesr. Bei der am 24. Mai d. I. abge-haltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen in die neue Ortsgruppenleitung gewählt: Josef Hübl, Obmann, Joses Franke, Stellvertreter; Eduard Schön, Schrift- führer, Julius P ach, Stellvertreter; Alb. Vitt ich. Kassier, Johann Ludwig , Stellvertreter; Karl Kulhanek, Gustav Hauke, Kontrolle; Johann Göttlicher, Biblio-thekar, Stephan Stöhr. Stellvertreter; Ignaz Benda, Josef Linke, Johann Neugebauer, Franz HeinischN, Ausschußmitglieder. Straßwalchen. (Versammlungsbericht.) Bei der am 24. Mai abgehaltenen Generalversammlung wurden folgende Genossen gewählt: Johann Pauschitz, Obmann, Franz Weber, Kassier; Franz Spitz! und Julius D i w i f ch. Kontrolle; Nikolaus Mösl, Johann B a ch i n g e r und Alois Trawöger, Subkassiere. Zuschriften sind an Johann Pauschitz. Weichenwächter in Kostendorf, Bahnhof Po st Neu markt, zu senden. __________________ Literatur. Hilfstabelle zur geturnt» und sicheren Ermittlung Krankenaeldgevithr während der Krankheit in häuslicher ge und wahrend der Behandlung in einem Spital für das Taglohn stehende Arbeiterpersonal aller Dtenstzweige der .. österreichischen Staatsbahnen, ferner zur raschen und genauen Erstellung der Krankengeldzahlungslisten Allg. Form 21, nebst einer Uebersicht über das Ausmaß der EntbindungSkosten-und BearäbniSkostcnbeiträge für Unterbeamte, Diener und Arbeiter, ferner ein Kalendarium zur schnellen Ermittlung des Erlöschungstages der Kassenleistunaen. Diese Tabelle ist im Ver- lag des Verfassers Josef A r z erschienen und können wir diese enöek, Kanzleiexpedient in Villach iefe allen unseren Genossen sowohl l älS Nachschlagewerk als auch' zur Erstellung der Krankengeldzahlungslisten bestens empfehlen. Preis der Tabelle 40 H. 60 H.). Zu beziehen durch den Verfasser Josef ArzenSek, Kanzle>erped>ent der Rechnungsabteilung der (portofrei k. k. StaatSbahn-Direktion Villach. „Die Rentenbemefluug bei Betriebsunfälle« in Oesterreich." Im Verlag der Gewerkschaftskommission Oesterreichs ist eine von Genossen Jakob Brod verfaßte Broschüre unter dem obigen Titel erschienen, die als Wegweiser für Unfallverletzte dienen soll. Wenn die Broschüre auch nicht speziell für Eisenbahner geschrieben ist, so gibt es darin doch eine Menge Anregungen, welche auch die Eisenbahner sehr gut benützen können. Besonders wertvoll — auch für Eisenbahner — ist die schematische Darstellung der üblichen Renteneinschätzungen, welche auch bei Unfällen im Verkehr vielfach angewendet werden. Es ist daher diese Broschüre unseren Vertrauensmännern und Funktionären sehr zu empfehlen. Der geringe Preis von 80 H. ermöglicht den Ankauf der Broschüre. Bestellungen sind an die Gewerkschaftskommission Oesterreichs, Wien V, Rechte Wienzeile 97, zu richten. 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101 102 103. 104. 105 106, 107 108. 109 Demattta Jakob in Innsbruck I, , r-~< >-< Simandl Franziska in Jinec. . zj . V , Rippe» Theresia in Salzburg II • ., , Knoblvch Josef in Linz.............. i. « t. ■ Steidl Josef in Kufstein .... t h r« « :• v Zerhau Marie in Bodenbach -i n n r» r« Ramisch Anna in Böhmisch-Käninih ;■ . ■ Binder Rudolf in Leopoldstadt, Nordbähn I Konrath Simon in Graz II..................... Stormke Marie in Fünfhaus ^ > , . < . Holbcin Josefa in Goding. ... . L > Blagar Alois in Pettau. < Pilz Anna in Friedland. « . » : Kkaura Johann in Franzensfeste. . -» . Smrcka Marie in Mährisch-Ostran I Neubauer Marie in Klamm ....<, . Koller August in Leoben 200 50 100 200 200 100 50 200 200 100 100 200 100 200 100 100 100 AuSbezahlter Betrag . . 2300 Achtung, Mitglieder der Betriebskrankcnkassc der ?. f. österreichischen Staatsbahnen j|'r den Bereich dcx Lokalkommission Nimburg wiufioc Deutschbrod! Für die Wahlen in die Lokalkommission Nimburg-Deutschbrod empfehlen euch die Vertrauensmänner folgende Kandidaten: votava Wenzel, Bahnwärter, W e I e I i 6. Solamänek Matthias, Oberbauvorarbeiter, N i m b u r g, Cernh Alois, Platzmeister, Nimburg. PoSpisil Ernst. Stationsarbeiter, Nimburg. Krupirka Franz, Heizer, Nimburg. Kaspar Josef, Lokomotivführer, Nimburg. Wir bitten euch, Genossen, eifrigst für diese Kandadten einzutreten, denn sie sind Männer, auf die wir uns verlassen können und welche für die Interessen der -Krankcnkasse-mitglieder gewissenhaft cintreten werden. D i e Vertrauensmänner. Mitteilungen der Zentrale. ZentralawSschutzfitzung am 3. Juni 1914. — Fortsetzung der Beratungen über die Aufstellung der Kandidaten zur bevorstehenden Wahl in den Borstand und in das Schiedsgericht der Beruflichen Unfallversicherungsanstalt. — Erledigung der in dieser Sache eingelangten Zuschriften. V ersammlun gsanzeigen. In nachstehenden Orten finden Versammlungen statt: Königinhof. Am 11. Juni um y3S Uhr abends im Gast-haus der Frau Rücker Generalversammlung. Die Mitgliedsbücher sind mitzubringen. GaiSbach-Wartberg. Am 14. Juni um 8 Uhr nachmittags in Lunetzbergers Gasthaus in Prägarten. Hannsdorf. Am 14. Juni um 2 Uhr nachmittags bei Herrn Verth in Geppersdorf. Innsbruck I. Am 15. Juni um 8 Uhr abends im Arbeiterheim Generalversammlung. Oderfurt. Am 16. Juni um 148 Uhr abends im Vereins» lokal, Ringplatz 516, Vereinsabend des LokomotivpersonalS. Turnau. Am 21. Juni um 8 Uhr abends im Vereins» lokal in Ohrazenic. _______________________ Sprechsaal. Achtung, Vertrauensmänner der BahukrhaltüngS-arbeiter der St. (F. G. von Wien bis Grußbach, beziehungsweise Marchegg—Bruck an der Leitha! Am Sonntag den 21. Juni l. I. um 0 Uhr vormittags findet in M i st e l b a ch in Panzers Bahnhofrestauration eine Sitzung der Vertrauensmänner statt, zu welcher bestimmtes Erscheinen jedes Vertrauensmannes bestimmt erwartet wird. HinterbliebenennnterstützungSfonds. Vom 8. Mai bis 6. Juni 1914 wurden für nachstehende Sterbefälle Unterstützungen ausbezahlt: Schlafmagenbcdienstcte, Achtung! Am 16. und 17. Juni finden im Eisenbahnerheim um ]/s 10 Uhr abends Versammlungen der Schlafwagenbedienstete» aller Kategorien statt. Die wichtige Tagesordnung erfordert Beteiligung aller dienstfreien Mitglieder. Besondere Einladungen werden nicht ausgegeben; es komme daher jeder, der dienstfrei ist. ' Die Z a h l st c l l e n l e i t u n g. Offene Anfragen. An die k. k. Staatsbahndircktion in Villach! Die Magazinarbeiter der Station Rosenbach bitten eine k. k. Direktion um Beistellung eines UnterkunftSraumes, wo sich dieselben während der Zugspausen aufhalten könnten. Die Magazinarbeiter haben dort noch den 24stündigen Dienst, und ist denselben laut Dienstauftrag der Aufenthalt während der Pausen in dem Wartesaal III. Klasse verboten. Au die f. f. Staatsbahndirektion in Pilsen! Die Arbeiter der k. k. Bahnerhaltungssektion Podersam bitten, eine k. k. Staatsbahndirektion in Pilsen möge gütigst anordnen, daß bei den monatlichen Lohnauszahlungen bei der k. k. Bahnerhaltungssektion in Podersam Lohnzettel cingeführl werden. _____ Briefkasten der Redaktion. „Avancement." Ihre nächste Vorrückung erfolgt normal am 1. Juli 1915 nach 2 X Jahren. Auf einen HarteauSgleich haben Sie keinen Anspruch, da Sie nur zwei Differenzjahre haben, zum HarteauSgleich aber mindestens fünf -.ifferenz-jahre erforderlich sind. — HärteauSglrich, Marienbad. Jhre Borrückung wird normal nach SSM Jahren erfolgen. Sie haben nach Ihren eigenen Angaben am 1. Juli 1912 die Gehaltstufe von 1100 Kr. erreicht, folglich werden Sie am 1. Jänner 1915 in die 1200 Kr. vorrücken. Fflr Ml Inhalt Mr laterale übernimmt Ule Redaktion und Admlnl-etntioi keine wie Immer geartete Ver-o e entwortung. * e Für de* Inhalt der Inserate übernimmt die I Redaktion und Admlnl-| itratton keine wie Immer geartete Vor-0 o entwertting. e o 500 Kronen zahle ich Ihnen, wenn mein Wurzel» vertilget „:liia »Balsam" Ihr, Hühneraugen. Warzer i-i und Hornhaut nicht Inelogen schmerzlos entfernt. Breis: l Tiegel samt Garantiebrief 1 ftt. 6 Tiegel Kr. S'OO. Hunderte Dank« und Anerkennungsschreiben. KEMßNY, KASCHAU (Kassa) I. Postfach 1 M/715 (Ungarn.) Nordwestbahnbedienstetc, Achtung! Wahlen in die Krankenkassen-Lotulkommifsionen. Laut Zirkular Nr. 119, Z. 11.202/1/1, vom 4. Mai d. I. sind die Wahlen in die Krankenkassenkommissionen auf der k. k. Nordwestbahn ausgeschrieben. AIS Wahltermin ist die Zeit vom 12. bis 15. Juni 1914 bestimmt. Die Stimmzettel find spätestens bis zum 9. Juni 1914 den wahlberechtigten Kranken-kassenmitgliedern auszufolgen und von diesen an einem der Wahltage (12. bis 15. Juni 1914) bei dem Dienst-Vorstand oder dessen Stellvertreter wieder abzugeben. Es ist daher im Sinn dieses Zirkulars das sofortige Abverlangen der Stimmzettel verboten. Wir ersuchen die beteiligten Ortsgruppen, hauptsächlich aber jene welche sich am Sitz einer Lokalkommission befinden, sofort die Kandidatenliste festzustellen und mit der Agitation zu Beginnen. „ Das Wahlmateriol (Flugschriften und Klebezettel) chaben die im Bereich einer Lokalkommission befindlichen Ortsgruppen auf eigene Kosten zu beschaffen. , Die Lokalkommissionen sind in allen größeren Stationen aufgestellt und bestehen aus sechs Mitgliedern der Krankenkasse, von denen drei dem Stande der Taglohnbediensteten und drei der Kategorie der Unterbeamten und Diener angeboren müssen; innerhalb dieser Kategorien sollen die Haupt, dtenstzweige: Bahnerhaltungs-, Verkehrs» und kommerzieller Dienst, ferner der Werkstätten- und Zugbeförderungsdienst eine gleichmäßige Vertretung finden. Aktiv wahlberechtigt sind alle im Bezirk der betreffenden Lokalkommissionen stationierten Mitglieder ohne Unterschied des Geschlechts, passiv wahlberechtigt dagegen nur jene, die am Sitz der Lokalkommission stationiert sind. Die Wahlen erfolgen schriftlich mittels amtlicher Stimm-zettel, und sind dieselben frei und geheim und stehen unter dem Schutz des Gesetzes vom 26. Jänner 1907, 9t.-G.-Bl. Nr. 18 ex 1907 (Wahlschutzgesetz). Die Stimmzettel können auch mit der vorgcdruckten Kandidatenliste beklebt werden, und sind die Stimmzettel nicht zu unterschreiben. Wir ersuchen die Genossen, an die Wahlarbeit zu gehen und für unsere Listen energisch einzutceten. Die Exekutive der organisierten Eisenbahner Oesterreichs. Alte Män»er die infolge adilcchfer Jngendgewolm-hotton, Ausschreitungen und dergleichen an dem Schwinden ihrer Besten Kraft ru leiden haben, wollen keinesfalls versSnmon. die lichtvolle und aufidürende Schrift eines Nervenarztes ilbcr Ursachen, Folgen und Aussichten auf Heilung der Nerven-schwache zu lesen, illustriert, neu bearbeitet. Zu beziehen für K V60 in Briefmarken von Br. Bumleri gatlacstaU. Oonf 881 Qohwata). 'Welthandel Durch Vertrieb eines neuen, hervorragenden Massenartikels finden ttiolltlfle Heerolt solide Gelegenheit zu dauernd gutem Einkommen oder lohn. Nebenverdienst. — Sofort ohne bes. Umstünde zn übernehmen Durchschlagender trioly RESTE. Infolge halbjähriger Inventur verkaufe ich verschiedene Banm-woltwaron in Resten unter dem Erzeugungspreis, und zwar: Kanafase (Bettzeug), schöne Muster, licht II. dunkel. Oxfbrde (grobfärbig) auf Hemden. Französische Zophlre für Hemden und Blusen. Blaudrucke für Hauskleider und Schürzen. Brlsette für Röcke. 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Der ersten Unfähigkeit folgt dauernde Schwäche und von diesem Gebiete aus wird das Gemüt des Mannes nmdtistert, sein Kraftgefühl wird auf allen Gebieten untergraben — der Mann wird zum Wrack. und Gleichgültigkeit den ersten Solche Schwächen gegenüber sind schuld an vielem Unglück, an vielen gescheitcrton Existenzen, an Geisteskrankheit und Selbstmord. Wollen Sie sich nicht warnen lassen? Wollen Sie sich nicht schützen vor solch verzweifeltem Ausgange? Sie sollten sorgfältig allen ungewissen gefährlichen Behandlungsmethoden u. sogenannten guten Ratschlägen aus dem Wege gehen und den erprobten Rat eines erfahrenen Mannes einholen. Icn habe meine Erfahrungen und Erfolge auf diesem Gebiete niedergeschrieben und versende das Buch gegen Einsendung von 80 Heller an jeden erwachsenen Mann, der über 18 Jahre alt ist. Derjenige, der Befreiung von seiner nieder-drückendcn Schwäche sucht, hat noch eine Entschuldigung für seinen Zustand. Er braucht nur das Buch zu verlangen. 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