Deutsche Macht (KrüKer „EMer Zeitung"). Erscheint jede» Z«»»erA«i v«Z Gamttaß «arie»» u»d für Silli «ut Z»ftell»ng .»< Ha«» manaclich 1L —.55. vierteljähr,g k. 1-ftO, halbjährig st. S. ga«zjshrig st. K.—. Mit Poftverse»d»»g viertelt «thrtz tLSO, tzalbjilhr^H st. ».10, g«R&i&ä"9 fl. 8.40. ttte einjelae N»»»er 7 fr, I»terate na« Tarti; bet öfter rr Männerg»sangverein pflegte nur daS Lied, «t Theater aber nur die Operette, von klassier Musik war nur sehr selten etwas zu hören, ichstens wenn etwa gerade durchreisende Künst-t «in Concert veranstalteten. Run ist es anders. ES entstand der phil-pmonische Verein, der es sich zur Aufgabe Achte, vornehmlich classische Instrumental- und iicalmusik zu pflegen und alljährlich eine be-tomte Reih« von periodisch wiederkehrenden loncerten zu veranstalten, die nach und nach Gliders in instrumentaler Beziehung an Werth »bedeutend stiegen, daß dieselben einer ein« venderen Besprechung würd'g sind. Am 26. lU. fand in unserem großen Casinosaale die m diesjährige Produktion statt und wie wir «ich vorausschicken wollen, mit bedeutendem Meiste. Den Anfang deS Concerte» machte die pc Symphonie in C-Dur von Beethoven. Dielt erste symphonische Werk Beethovens läßt «h deutlich Haydns und Mozarts Einflüsse «»aen. verräth aber dennoch in manchen Thei-»bereits den Feuerkops und rnthält so man-»Schwierigkeiten, welche aber vom Vereins-«ester unter der umsichtigm Leitung de« Ministerium durchmachte, bis e« sich als Partei-Ministerium entpuppte, welche« nach dem AuS-spruche des Grafen Taaffe sich vertrauensvoll auf die Majorität stützt, haben in das öffentliche Leben Oesterreichs tiefe Furchen gezogen. Diese Furchen bilden nun die grundlosen Bahnen. m denen sich unsere innere Politik bewegt. Von Fall zu Fall wurden die Karyatiden, welche den österreichischen StaatSgedanken stützten, beseitigt, von Fall zu Fall wurde dem Förderalismus immer neues Material« zugeführt. Die Ver-söhnung, für w?lche man als Medicin die natio-nale Gleichberechtigung verschrieb, ist trotz der Lpser. die man letzterer schlachtete, ein lucuz a nou lucendo geblieben und w,r heute die Ver-bitterung der Nationen offen schildern wollte, der müßte constatiren, daß der Haß des Slaven gegen den Deutschen in Oesterreich dem National-hasse Frankreichs gegen Deutschland gleicht, daß jedoch zwischen den letztgenannten, da beide große Culturstaaten sind, die an der Spitze der Civilisation einherschreiten, leichter eine AuS-söhnung möglich sei, als zwischen den ersteren, weil die slavische Einbildung sür Vernunft«-gründe vollkommen unempfänglich ist. Wir erlassen unS die manigfaltigsten Wün-sche, von denen Polen, Tschechen und Slovenen ihre VersöhnungSgeneigtheit abhängig machen, aufzuzählen. Wir bemerken nur, daß jede Er-füllung das Begehren steigert und dem Wasser-tropfen gleicht, der auf eine glühende Eisenplatte fällt. Wie wunderbar aber sich angesichts fort--laufender Concessionen die Finanzlage Oester-reichs entwickelte, davon gibt unS daS Deficit, welches sich gestern im neuen ParlamentShause präsentirte, ein charakteristisches Bild. Nach dem Präliminare des Finanzministers beziffern sich die Ausgaben für das Jahr 1864 aus 511'II Millionen Gulden, die Gesammteinnahmen aber auf 472 3 Millionen; der Abgang beträgt da-her 38'75 Millionen. Für das Jahr 1883 war Musikdirektors Herrn Korel in anerkennendster Weise bewältigt wurden. Der mit Feinheit aus-gearbeitete Vortrag machte auch einen bedeuten-den Eindruck auf daS für symphonische Werke noch nicht genugsam empfängliche Pub-licum, das reichlichen Beifall spendete. Nicht minder wirkungsvoll, stellenweise mit vielleicht zu mächtiger Tonentfaltung brachte da« Orchester zum Schlüsse des Concerte« die Ouverture zu „Ruy Blas" von Mendelssohn zu Gehör. Nicht ebenso günstig wie über die orchestra-len Leistungen de« Abend« können wir unS die«-mal über die gesanglichen auSsprechen. Die zur Aufführung gelangten Chöre waren mit AuS-nähme de« ziemlich monotonen von Cherubini gut gewählt, litten aber unter technischer Un-sicherheit, die wol auf Rechnung nicht genügend sorgfältigen Studiums zu fetzen sein dürste. Am besten gesiel uns der ziemlich schwierige Damen-chor von Schubert: „Gott meine Zuversicht." welcher an Schönheit allen Schöpfungen de« Liedercomponisten gleichkommt. Wenn die Damen sich einer energerischen Texiau«sprache befleißen würden, dann würde auch der musikalische AuS-druck ohne Zweifel gewinnen. In den beiden gemischten Chören: „Ständchen" von Jensen und „JohanniSsest" von Büchler bekundeten zumal die Männerstimmen Mangel an vollständiger Sicherheit und schien eS, als ob die Stimmen- das Deficit inclusive der Nachtragscredite mit 34 Millionen Gulden praliminirt. Das neue Deficit ist daher trotz der unerschwinglich gewor-denen Steuerlast, trotz der höheren Präliminirung der Einnahmen im Ausmaße von 8.6 Millio-nen um rund 4 75 Millionen gestiegen. Wenn man nun erwägt, daß auch der Tilgungsbedarf von I2Millionen im Wege des Credits aufgebracht wird, so muß die Finanzverwaltung im Jahre 1884 für ein Ersorderniß von nicht weniger als 50 Millionen Gulden Vorsorge treffen, welche« durch Steuern und regelmäßige Abgaben nicht bedeckt wird. Diese Summe spricht eine be-redtere Sprache, al« alle Enunciationen. welche im Laufe der letzten Jahre von oppositioneller Seite laut wurden. Wird die nun begonnen« Stssion «in na-türliches Ende finden, und welche Stellung wird die Vereinigte Linke den kommenden Ereignissen gegenüber einnehmen? Wird jener Opportuni-tätscompromiß, der vor zwei Jahren im So-phiensaale zu Wien geschlossen wurde, noch länger andauern, oder wird die Vereinigte Linke dem Drängen ihrer Wähler nachgeben und sich auS einer politischen Partei in eine nationale umwandeln? Die« sind wohl die vornehmsten Fragen, mit denen sich daS deutsche Volk Oesterreichs in Bezug auf die parlamentarische Thätigkeit seiner Abgeordneten beschäftiget. Wir haben nie ein Hehl daraus gemacht, daß wir in der Vereinigten Linken nur die alte Verfaffungspartei in neuer Drapirung erbl'cken, wir haben e« auch nur der Parteidisciplin un-serer Abg«ordnete» zugeschrieben, wenn sie sich oft schwer den Parteidictaten der Gruppe Herbst-Chlumecky fügten; doch wenn diese Die-täte auch für die Zukunft regierungsfähige Halbheiten erheischen sollten, dann werden wir e« freudigst begrüßen, wenn unsere Abgeordneten auf eigene Faust handeln, denn welch' Aenßerste« soll noch geschehen, bis es gewissen Herren ge- vertheilung nicht gleichmäßig genug sei. Ohne Zweifel wird sich aber deS Chöre« wieder der alte Eifer bemächtigen, mit dessen Hilfe er be-reits schwierige Aufgaben in tüchtiger Weife ge-löst hat. Nach langer Zeit trat in diesem Concerte Herr Musikdirektor Korel wieder als ausübender Künstler aus dem Cello auf, in welcher Eigen-schast er sich nur gar zu selten hören lZßt. Er spielte Walthers PreiSlied aus ven „Meisterst«-gern" von Richard Wagner und ein gefühlvolle« Adagio von Goltermann mit edlem Tone und in dmchauS geschmackvoller Weise, so daß sich der Beifall erst legte, als der Künstler noch eine Zugabe: Schubert« „Ständchen" machte. Die Clavierbegleitung der Damenchör« und Violoncellpiecen war eine so diScrete und ver-ständige, daß sie. wenn auch zum Schluß, da« nachdrücklichste Lob verdient. Gut zu begleiten ist eine Kunst, die oft dem sonst geübtesten Pia-nisten abgeht. Daß da« Publicum zum Concerte zahlreich erschienen war, braucht man eigentlich kaum zu erwähnen, denn bis nun gab es noch kein Con-cert deS philharmonischen Vereines, daS nicht zahlreich besucht gewesen wäre. Möge die« auch stet« so bleiben! 0. K. 2 nehm wird. daS letzte Mittel zur Beseitigung einer unerträglich gewordenen Situation zu ver-suchen? — Keslkichte einer Wiener Zeitung. Erzähl! von Dr. Heinrich Friedjung Wozu Dinge verschweigt, welche auf Al-ler Lippen schweben? Man muß freilich den moralischen Widerwille» überwinden, den es stets kostet, bevor man in das Meer der Cor-ruptio» hinabsteigt, aber eS kann nicht schaden, der Residenz eine Geschichte zu erzählen, au« welcher Regierende und Regierte »ine ernste Lehre ziehen können. Vor einigen Jahren kam I. S. Ckreischossky nach Wien. Taheim in Prag war seines Blei-bens nicht mehr. Dereinst ein Führer der tsche-chiichen Ration, der journalistische Bahnbrecher für all die Rohheit, die sich von der Redaction der „Politik" a»S über die Teutschen Oesterreichs ergossen, hatte er in Prag Alles erreicht dessen er begehrte; ein Aogeordnetenmandat, Macht und Reichthum. Er halte dasselbe Hand-werk in Prag eingebürgert, das gleichzeitig in den Redactionen mancher Wiener Blätler cm-porblühte: er hatte die Pudlkität ausgeschrotet, verpachtet, verkauft. August Zang, der in Wien zuerst den gleichen Markt eröffnet hatte, wußte in der Form gewisse Rücksichten zu wahren, doch die warf Skrejschossky hinter sich. Dies hätte ihn, bei den übrigen Führern der tschechi-schen Nation uicht geschadet, evensowenig. daß er wegen Unterschleifes von Zeitungsstemp.l-Ge-bühren von den Prager Gerichten zu anderthalb Jahren schweren Kerkers verurlheilt worden war. Aber er brach zugleich den Bann der nationalen Disciplin, bemächtigte sich der „Politik" wie seines Eigenthums und warf den Abgesandten des tschechischen Fuhrercollegiumö, Thierhier, einfach die Treppe hinunter, wo er besinnungs-los liegen blieb. So verließ er denn Prag und zog zu Beginn des Ministeriums Taaffe nach Wien. Er lieh der „Versöhnung" seine Dienste und gründete in Wien die „Tribüne." Nur mit verhaltenem Grimme kann der Deutsche daran denken, mit welchem Unflathe Skrejschossky durch Jahre in diesem Blatte jede deutsche Re-gung in der Reichshauptstadt verfolgte, wie sein Blatt mit unverhüllter Schamlosigkeit der De-nunciation deutscher Beamten und Lehrer in den gemischtsprachigen Bezirken betrieb. * * ♦ Aber es fehlte ihm, zumal da er an ein luxuriöses Leben gewohnt war. alsbald an Geld. Doch diesem Mangel sollte bald abgeholfen wer-den. ES kam die Zeit der galizischen Eisenbahn-bauten, u»v nun traten alle die Ereignisse ein, welche jedwedem Leser noch iu frischer Erin-nerung sind. Tamals vermittelte das österreichi-sche Preßbureau einen Vertrag zwischen Skrej. ichofsky und einem vielgenannten Bauunterneh-liier, der durch den Abg. Dr. Ruß im Parla-nteute zur Sprache gebracht wurde. Für die „Tribüne" wurden damals bequeme Localitäten gemiethet, und Skrejschossky erhielt noch eine beträchtliche Sumnie in Baarem, welche übrigens in seinem fürstlichen Haushalt bald aufgezehrt war. Jedermann weiß, daß, als Abg. Dr. Ruß diese Angelegenheit zur Sprache brachte, Taaffe selbst antwortete und in seiner Entgegnung — er hatte offenbar nicht genau zugehört, als Dr. Ruß sprach — so nebenbei auch mittheilte, daß Skrejschosskl) damals auch eine vortrefflich einge-richtete Druckerei erhalten habe, eine Enthüllung, welche Dr. Ruß als eine wirklich interessante dankend quittirte. * * * So lebte denn — um die Worte des Mär-cheus zu gebrauchen — SkrejschosSky so lange, biS er endlich starb. Er hinterließ große Schul-den; seine Familie befand sich in den bedräng-testen Verhältnißen, und da tauchte die zweite be-merkenswerthe Figur in dieser tragischen Farce auf. die eines bekannten Wiener Journalisten der bereits mehreren Parteien seine Feder zur Verfügung gestellt hatt« und zuletzt in einem li-beralen Blatte von zweideutiger, oder eigentlich „Z>e«tf,e nicht m«hr zweideutiger Gesinnung gearbeitet hatte. Dr. Julius Gutmann suchte bei der Verwirrung. die nach SkrejschofSky's Tode entstand, die Leitung des BlatteS an sich zu ziehen, in-dem er die Familie des todten Herausgebers für sich gewann; höchst stürmische Nacht-scenen fanden in den Räumen der Redaction statt; der Polizeipräsident Krticzka von Jahden wurde auS d^m Bette geholt um Ordnung zu schaffen und die Dinge blieben beim Alten, ch » ♦ Abermals geht der Vorhang in die Höhe, und Dr. Neminar erscheint auf der Bühne. Ent« weder ist in meinen Landsleuten in Oesterreich jede satirische Ader vertrocknet oder dieser lie-benswürdigste aller Professoren der Mineralogie wird noch der Held zahlreicher Lustfpiele. Fr»i-lich mit tragischem AuSgange, denn Neminar befindet sich jetzt unter Anklage deS Betruges und leichtfertigen Schnldenmachens in der Untersuchungshaft. Mit wenigen Worten : der „Co-tillonprofessor," wie man diesen jungen Elegant nannte, wurde 1877 — es geschah dies noch unter dem Unterrichtsminister Stremayr — über die Köpfe verdienter Assistenten und Privatdo-centen mit 23 Jahren zum ordentlichen Profef-sor der Mineralogie an der Innsbruck« Universität ernannt. Hier verkehrte er viel mit dem damaligen Statthalter Tirols, dem Grafen Taaffe, und als er dann die Vorlesungen conse-qnrnt durch Jahre „schwänzte", wurde er vom akademischen Senat seines Amtes enthoben. Die „Tribüne" war herrenlos; Dr. Neminar konnte sich seiner Beziehungen zu hochgestellten Personen rühmen, und so brachte der Advocat Dr. Wurzbach einen Vertrag zwischen ihm und der Redaction der „Tibüne" zu Stande, ver-möge dessen Neminar in nahe Beziehungen zu dem Blatte trat. Thatsächlich nannte er sich fortan „Chef der Administration der „Tribüne"" und wäre wohl bald zu deren Herausgeber avancin, wenn er nicht früher — eingesperrt worden wäre. Er soll wirklich der „Tribüne" eine gewisse Summe mitgebracht haben; ob diese Gelder auS der Tasche des Herr» von Dräsche flößen, der bekanntlich vor einiger Zeit ins tschechische Lager übergegangen und kurz dar-auf zum Baron ernannt worden war, können wir natürlich uicht constatiren. Thatsächlich ging durch alle deutschchöhmischen Blätter die Na cd-richt, welche Baron Dräsche nicht demenlirt?. daß er der „Tribüne" zur Zeit seines Ueber trittst zu den Tschechen 80.000 fl. zur Verfügung gestelll habe. * * * Dies also ist die Geschichte jenes Blattes, das in ver deutschen Reichshauptstadt gegründet wurde, um alle Ideen zu bekämpfen, welche deutschen und freisinnigen Männern hoch und theuer sind. Wer sollte blind sein für die tiefen sittlichen Gebrechen, an welchen das Zeitungs-wesen überhaupt und leider auch die Wiener Journalistik krankt? Aber so viel ist sicher, daß es ein ganz und unvergleichlich widerwärtiges Element der Fäulniß war. welches sich mit Skrejschossky und der „Tribüne" in Wien ein-drängt« und hier Förderung fand. Nicht etwa daß Skr«jschossky allein stand; «r gründete zu seiner Verherrlichung den „Nattonalitäten-Club." in welchem er namens der in Wien wohnenden Tschechen, Polen, Slovenen :c. die Fahne der „Versöhnung." schwang und eifrig die Gründung der tschechischen Schul« in Wien betrieb. Die Personen, welche er da um sich versammelte, sind — wir wollen nicht daran zweifeln — „leidlich brave Leute und schlechte Musikanten ihr Oberhaupt aber wußte, weßhalb er sich mit ihnen umgab. Wollte man übrigens in gleicher Weise bi« Geschichte jener Zeitung«» durchmustern, welche in Wien den Kampf gegen die deutsch« Opposition aufgenommen hebe«, so könnte man noch «in oder das andere Beispiel vorfinden, das in gleicher Weise lehrt, welche edlen Käm-pen sich in den Dienst der „Versöhnung" gestellt haben. Es ist ja klar, daß uns^e Geg»r. eben weil sie keinen Rückhalt im deutsch-österreichischen Stamme besitzen und deshalb keine leoenssähige Publicistik in deutscher Sprache erhalten können, zu Mitteln se'-tsamer Natur greisen muffen, um -1 m glauben zu machen, daß ein Theil der „öffentlichen Meinung" hinter ihnen stehe. Solch ein Mittel besteht darin. Zeitungen durch Banken ankaufen zu lassen nnd sie auf deren Kosten und Gefahr herauszugeben. Wie sich die Banken dann am Publikum schadlos halten, das ist ge-rade keine geheimaißvolle Sache. „Deutsche Wochenschrist." ) Wundschau [D i e erste Clubsitzuug d e r Ver-einigten Linke nj fand am 3. £>. M. statt. Sr. Excellenz Ritter von Chlumecky wurde zum Obmann gewählt. Der neugewählte Obmann hielt eine längere Rede über die Stellung und das nothwendige Verhalten der Opposition im Lause der bevorstehenden Session. Es wäre in mancher Beziehung erwünscht, daß diese Club-reden, welche Abgeordnete von der Couleur des Herrn von Chlumecky halten, zur Senntn.ß der Wähler gelangten. Teu Tenor derselben können wir uns übrigens lebhaft vorstellen. „Verfasfungs-treue" sprechen immer unter dem Motto: „Hier wird rechts vorgefahren und links ausgewichen." [AbgeordneterMenget und die A b st i n e n z s r a g e.s I» dem Rechensckafts-berichte, welchen Abgeordneter Menger leinen Wählern in Iägernöorf erstattete, sagte derselbe, daß er stets ein Gegner der Abstinenz war, daß aber die Vorgänge der letzten Zeit eine Situa-tion geschaffen haben, welche ganz verschieden sei von der früheren. Die Gegner täuschen sich, wenn sie glauben, daß eine Spaltung der Ver« einigten Linken in dieser Frage bevorstehe; über die Frage der Abstinenz hat nur die gesammte Partei zu entscheiden und ihrem Beschlusse muß sich der Einzelne fügen. Das ist doch ein Cabi-netSstück „verfassungstreuer" Rhethorik! Abge-ordnete? Menger spricht zwar über die Abstinenz, jedoch so. daß man unmöglich entnehmen kann, ob «r für oder gegen dieselbe sn. Er unterläßt es aber freilich nicht, mit großem Nachdrucke zu betonen, daß sich jeder Einzelne dem Beschluss« der Gesammtheit werde fügen müssen. Die Co-mödie, welche diese Verfassungstreuen a la Menger in den Berathungen der Gesammtheit auf-führen werden, haben wir bereits skizzirt. Diesen Biedermännern ist keine Demüthiguna des deutschen Volkes in Oesterreich zu groß, wenn es gilt, sich am Strohhalme streberischer Hoffnun-gen festzuhalte». Plugarn. sE i n n a t i o n a l er C l e r u S.j Der ungarische EpiScopat hält gegenwärtig in Pest unter dem Vorsitze des Primas Sitttor Berathungen über den Civil-Ehe-Gesetzentwurf. Die Bischöfe schicken sich an diese Vorlag« im Obkrhaus« energisch zu bekämpfen, und ihr Affiliirter. Graf Johann Cziraky. sammelt die Laien - HilfSschaar. Allzu tragisch darf man diese Opposition nicht nehme», falls die Regie-rung ihre Vorlage ernstlich vertritt und nicht im Stiche läßt. Sehr lehrreich tn dieser Beziehung ist ein Gespräch, welches zwischen Baron Eötots und dem Primas stattfand, als jener eine« Gesetz-Entwurf über die allgemeine obligatorische Civill-Ehe vorbereitete. Tamals erklärte Primas Simor dem Minister, daß der EpiScopat de» Entwurf bekämpfen und. wenn möglich, deniel-den im Oberhause zu Falle bringen werde. Auf den Einwurf des Unlerrtchtsministers aber: Und waS dann, wenn das Gesetz im Oberhauses dennoch angenommen wird i erwiderte der Primas, die ungarischenBischöfe seien nicht nur Priester, sondern auch treue Söhne, des Landes, und als solche kennen sie die Pflicht bei Gehorsams gegenüber den Be-schlüssen der Gesetzgebung. Die Ungarn sind um ihren CleruS wahrlich zu beneiden und zwar von Niemandem mehr, als von^ uns Teutschen. Während sich der deutlche Prie-ster mit deu erbittertsten Gegnern seiner Nalioil aliirt. unterhält er im Deutschen Reich« ein« Propaganda, welcher eine gewisse, rcichsfrcund-liche Tendenz nur allzusehr innewohnt. 1883 Türkei. [6 r n ft e Reformversuch e.j Die Pforte hat, wie die „Turquie" erfährt, kürz-lich neuerding« ein Rundschreiben an ihre Ver-treter im Auslande in Angelegenheit der inneren Reformen gerichtet. Die Türkei theilt darin ihren Vertretern mit, daß sie noch immer mit dem großen Reformwerk beschäftigt ist, daS auf alle Pro-»inzen ohne Ausnahme Anwendung finden soll. DaS Rundschreiben führt dann aus, daß die Pforte von dieser Reformardeit, welche lange und eingehende Studien erfordert, in dem Maße, als es sich entwickelt, den Mächten Mittheilung ma-chen wird. Die Pforte werde sich jedoch hüten, fqrungweise vorzugehen oder abenteuelichen Lösungen nachzustreben; sie werde trachten, dem gan zen Reformwerke soviel als möglich einen einheitlichen Eharacter zu geben, dabei aber gleichzeitig den verschiedenen Tendenzen und den wirkliche» Bedürf-nifsen der Völkerschaften deS Reiches Rechnung zu tragen fuchen. Norwegen. Minister auf der An-k l a g ? b a nt.] In dem norwegischen Minister-Processe plaidirt der Vertheidiger des Staats-Ministers Selmer seit Anfang vorigen Monat» täglich 5 bis 6 Stunden, und er ist noch lang« nicht fertig. Er sucht den Beweis zu führen, daß das Ministerium berechtigt war, daS absolute Veto de« Königs bei den vom Storthing beschlossenen VersassungS-Veränderungen wie* verholt in Anwendung zu bringen. Gleichzeitig sucht er darzuthun, daß selbst eine Verurtheilung des Ministers durchaus nicht das absolute Veto des König« aus der W.'lt schaffe. Wenn der Vertheidiger seine Rede beendigt hat, antwortet der Ankläger, dann nimmt wieder der Verthei-diger das Wort, und schließlich hat noch der Minister Selmer das Recht, zu sprechen. Ob er von diesem Rechte Gebrauch machen wird, steht dahin. Jedenfalls wird das erste Urtheil in dem Monstrcproeeß nicht vor Mitte Januar 1384 fallen. Korrespondenzen. Cilli, 3. December. (O.-C.) (Winkel-jüge.s Die slovenisch gesinnten Abgeordneten haben eS nöthig, einen Beweis ihreS Einflusses I in der lausenden Aera zu liefern; es muß ihnen ! sehr daran gelegen sein, ihrem Streite am hei-matlichen Herde ein Ziel zu seyen, und zugleich ihr erschütterte« Ansehen im Kreise ihrer ver-bündeten Streber, welche» allein sie ihre Man-bäte zu danken haben, wieder einigermaßen zu befestigen. Da eS in Krain für die Anhänger der slavischen Idee im Augenblick nicht viel zu wünschen gibt und man sich daselbst in aller-neuester Zeit den Einfluß der Regierung aus [ die stramme Einigkeit der slavisch-nationalen Volksvertreter sehr zu Herzen genommen hat, bat ?ian mit mehr Jnstinct als Bescheidenheit sich die Untersteiermark und daS windische Stück Rärntcn» zum VersnchSfelde für die Macht der slovenisch gesinnten Abgeordneten auserkoren, l denn hier ist eine Verschiedenheit der Interessen sür die ehrenwerthen Herren aus Krain nicht vorhanden, und deshalb eine Meinungsdifferenz der nationalen Ehrenmänner nicht zu befürchten. Wir haben de» Vorbereitungen zu dem Bitt-gange, welchen Graf Taaffe in diese» Tagen seitens seiner slovenischen Freunde ausgesetzt sein wird, mit Gewissenhaftigkeit zugesehen. Die slo-venische Presse entwickelte den nöthigen Lärm, der über die Thatsache hinweghelfen muß, daß ; ihre Heeresfolge eine recht bescheidene ist. Als gelte e« einen wahrhaftigen Sturm, vor welchen der Vertheidiger alter, strategisch wichtiger Plätze, durch Geschütz- und Gewehrfeuer mürbe ge-macht werben muß, knatterte und donnerte eS aus den Sümpfen an der Laibach gegen die bisherigen richtigen Anschauungen des Unter-richtSministerS in der slovenischen Mittelschul-stage sür den steierischen Boden. Großer Jam-»er über die bedeutenden Fortschritte der deutsch-nationalen Idee im steierischen Unterlande füllt die Spalten der slovenischen Presse, und ein unartiges Gepolter gegen jene Beamten, die die Sprache „SlovenSki NarodS" nicht völlig inne haben, würbe in derselben unterhalten. In Deutsche ZS-cht." Folge dieser chablonenhaft inscenirten Vorgänge „sahen sich die slovenischen Abgeordneten ver-anlaßt" zusammenzutreten, die Erklärung abzu-geben, sie seien einig, wie nie zuvor, und ge-zwnngen, dem erregten Voltswillen Rechnung zu tragen. So ist denn daS Arrangement glück-lich getroffen. daS nothwendige Etwas geschaffen, welches über bie fatale Situation ber slovenisch-gesinnten Abgeorbneten hinweghelfen soll. Einen recht charmanten Beleg für bie hingebungsvolle Treue ber nicht factiösen Herren au« Krain sür die gegenwärtige Regierung ist die trockene Er-klärung de« Laibacher slovenischen Volksblattes, baß bie slovenischen Abgeorbneten gegen bas Ministerium Front machen werben, wenn man ihre speciellen Wünsche nicht erfüllt. Aver auch die freundschaftlichen Verhältnisse der österrei-chischen Slaven unter einander erscheinen unter dem Einflüsse derartiger Erklärungen, die die Fahnenflucht der Slovenen «»künden, in einem eigenthümlichen Lichte. Unter den Klängen dieser schrecklichen Drohung wird der Bitt- und Klage» gang zum Ministerium und der buntfarbigen „Rechten" unternommen werden — und während man in Laibach mit Bomben unb Granaten herumwirft, wirb Herr Doctor Voinjaf sein süßestes Lächeln aufbieten, um bie Begriffe über Nothweubigkeit unb Luxus ber Slavisirung unserer Mittelschulen unb ber Beamtenschaft zu verwirren. Denn bie Herren au« Kraiu wissen eS recht wohl, baß sie eine ungerechte, eine vom Standpunkte be« Staatsinteresse« und des Volks-wohles betrachtet schäbliche Sache aus ben nichtigsten Ursachen vertreten. Nicht» liegt unserer Partei ferner, al« sich von ber Regieruug Gnaden zu erbitten, aber so lange da« Interesse an den Staat noch einigermaßen vorhanden ist, nimmt sie sich zu Randbemerkungen bie Frei« heit. Den Herren Dr. Vo^njak unb Genossen würde zu anderen Zeiten bebeutet werben, daß weder die Kündigung der zweifelhaften Freund-schast imponire, noch daß die Slaoisirung der Mit-telschulen in Untersteiermark und Kärnte«, wenn auch nur mit dem schüchternen Anfange, und auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der „Parallelclassen" vom Volke gewünscht werde. Die Genossenschaft würbe erfahren, baß man m ißgebenben Orte« sehr gut unterrichtet sei, baß bas Volk die energischeste Eultivirung des deutschen Sprachunterrichtes in den Volksschulen wünsche, daß die Gewährung dieses Wunsches ein Gebot jener Klugheit sei, die ihn erweckte, weil nicht nur jener Bauernsohn ein Anrecht aus die deutsche Sprachkenntniß habe, bem eS vergönnt ist, ein Obergymnasium zu besuchen, sonbern auch jener, der daheim bleibt, um den wachsenden Verkehr mit dem deutschen Nachbar pflegen zu können. Die Slavisirung unserer Mittelschulen ist nicht nur nicht im Interesse des Staates und der Bewohner deS Landes gelegen, sondern diese Frage kann aus eben so practifche als nothwendige Weise vollkommen beseitigt werden, indem den slavisch gesinnten Lehrern, bie eine Force barein setzen, den Schul-kinbern bas Deutjchthum möglichst unmöglich z» machen, die gemessenst.» Befehle ertheilt werden, ihre Pflicht zu erfüllen. WaS den Lärm unb di? Beseitigung der objectiven Beamten-schaft anbelangt, so wird er von selbst verstum-men. wenn die Erfahrungen, die man an ben ultra-slavischen Herren macht, noch weitere Be-reicherungen erfahren; — zudem kann es für die maßgebenden Kreise unmöglich ein Geheim-nis sein, daß die ganze Beamtenhetze nicht nur recht überflüssig, und die Kenntniß der Sprache „SlovenSki NarodS" in Untersteiermark eher ein Hinderniß für die Verständigung zwischen Partei und Richter ist. So würde zu anderen Zeiten die Procession zur Thüre geleitet werden, die, um Fatalitäten im eigenen Lager zu besei-tigen, unter dem Spectakel der slovenischen Zei-tungen als politischer Heldenzug von Laibach absuhr, um in Wien demüthig bittend im eige-nen Lager einen Waffenstillstand zu bewirken und gleichzeitig sür die slavische Idee eine neue Etappe zu erschleichen. Mahrenberg, 1. December 1883. (O.-C) (21 u s welcher Seite sind die w a h-ren Freunde derSchule?1 Diese Frage 3 wird durch das untenstehenbe Schriftstück be« Bezirksschulrat he« Mahrenberg vom Jahre 1830 (Referent Notar Rubel) beantwortet, welches von ber liberalen Majorität zum Beschlusse er-hoben unb »on einem damaligen Mitgliede in Abschrift rückbehalten wurde. Diese« Schriftstück lautet wörtlich: „Hoher ?. f. LandeSschulrath! Mit Bezug uns den Erlaß vom 12. Jänner d. I-, Z. »5440 wird in Ansehung der angeregten Uebertragung des ErnennungSrechteS der provi-sorischen Lehrer an die Lande«schulbehörde auf Grund des Sitzung«beschlusseS vom heutigen ergebenst erstattet, nachstehender Bericht: Die angeregte Frage ist — wie ein hoher k. k. Lan-de«schulrath im obcitirten Erlasse bereit« selbst betont, von großer Wichtigkeit und Tragweite, denn dieselbe berührt nach der Ueberzeugung be« BezirkSschulrathes nicht blos eine interne Angelegenheit ber Schulaussichl« Organe, sondern hat auch eine tminent politische Seite. Der er» gebenst gefertigt« k. k. Bezirksschulrath kann einer Aenberung b « §. 14 be« Gesetze« über ba« L«hrtrernennung«recht nicht beistimmen unb er-laubt sich sein Votum in beiden Richtungen folgend zu begründen: Im staatlichen Leben ist al« Princip anzunehmen, daß jede Centralisation von segensreicher Wirkung ist; — insbesondere muß dieser Satz hinsichtlich der Schulgesetzgebung al« zutreffend erklärt werden. Auf die angeregte Frag-» übergehend, mag es daher richtig sein, daß der autonomistische §. 14 des Lehrerernennungsrechte« verschiedene im citirten Erlaffe berührte Unzukömmlichkeiten zur Folge hat, deren Beseitigung im Interesse der Schule angezeigt erscheint. Hätten wir in unserem Staate gere-gelte (stabile) Zustände und wären alle gesetz-gebenden Factoren sowie die obersten Organe der Regierung in Betreff der Volksschule vom gleichen freundlichen Geiste beseelt, so unterläge e« keinem Anstaude, den L. 14 im Interesse der Centralisatiou unb rücksichtlich Beseitigung ber burch ihn erzeugten Uebelstänbe aufzuheben. Allein bie« ist nicht ber Fall, wie un« ber heftige Widerstand der ultramontanen Partei de» Reichsrathe« gegen die Reichsschulgesetz-gebung. sowie der Rücktritt de« um die Volks» schulgesetzgebung hochverdienten sortschrittSsreund-lichen Uiiterrichtsministers von Stremryr de-währt. Es unterliegt angesichts dieser Thatsachen keinem Zweifel, daß in Betreff der Volksjchul-gefetzgebung eine reactionäre Strömung herrscht, welche selbst die höheren Schul-Organe der Re-giernng zu iusisciren im Stande ist. Angenom-men nun. es würde in Folge dieser Strömung bie reactionäre Partei in der Landesschulbehörde zur Majorität gelangen; was hätte man im Falle der Preis lebung de« §. 14 zu erwarten ? Die früheren Schulzustände geben die Antwort darauf: Anstellung guter Meßner und Vorbei« — als Lihrer — sohin geist.ger Rückschritt und jene Lethargie im Volke, die nicht das Leben und nicht der Tod ist, sondern das Nachten der Geister im Schatten der Levitenröcke. Eine gute, e rlich durchgeführte Volksschulgesetzgebung ist und bleibt bas einzig« untrügliche Mittel, bas Volk geistig, sittlich unb materiell zu heben, unb so in den Stand zu setzen, den großen Anforderungen de« modernen Staates zu genü-gen. Nur der aufgeklärte Mann weiß selbst bei Unglücksfällen, bie den Staat treffen, den wah° ren Patriotismus zu bewahren, unb nur dieser ist im Stande, das notorische Bestreben unsere« allergnädigsten Monarchen, sein Volk glücklich zu mache», zu würdigen und zu schätzen. Die neue Schulgesetzgebung erfreut sich bereit« günstiger Resultate. Diese könnten jedoch noch gün-stiger sein, wenn von Seite des Staate« zur Heranbildung einer genügenden Anzahl Lehrkräfte Sorge getragen werden würde. Der Gehalt eines mit den Staatsprüfungen versehenen Leh-rer« von 500 bis 800 fl. ist entschieden unge-nügend, wenn man bedenkt, daß Manipulation«-beamte bei Staatsbehörden, deren Bildungsgrad oft unter jenem de« Lehrers steht, mit Inbegriff deS erlaubten Nebenverdienstes (Commissionen) daS doppelte ja dreifache Einkommen eine« Lehrers beziehen Dieser Uebelstand, diese unge-rechte Behandlung der Lehrer ist die wahre Ursache, daß die Nachfrage größer als da« Angebot: diese« Mißverhältniß bildet naturge- 4 maß den Grund, warum die vorhandenen ge-prüften Lehrer nach frequenteren Nebenverdienste bietenden Orten streben. Lediglich «ine «ntspr«' chende Gehaltsverbesserung vermag das Ange-bot zu erhöhen und all« Uebelstände des beste-hende» ErnennuugSrechteS zu beheben. Bei diesen Prämissen ergibt sich, daß die Aufhebung des L. 14 höchsten» ein Palliativmiltel zur Be-seitigung der gedachten Uebelstände — dagegen aber geeignet wäre, die Bezirksschulbehörde um ein wirksames Präservativmittrl gegen reactio-näre Tendenzen zu bringen." Mögen die» sich nun die im national-clericalen Lager befindlichen Lehrer zu Herzen nehmen, über, dieses Schrift-stück und die seither erschienene Novelle nach-denken. Vielleicht kommen sie zur Ueberzeugung, daß sie bewußt oder unbewußt Gegner ihrer eigenen Sache und der wahren Interessen des Volkes sind. Kleine Wronik. (DerAusnahmszustand in Cro-a t i e »] ist nunmehr definitiv beendet. Gras Khuen.Hedervay wurde zum Banus ernannt, Bedekoviö zum Minister ohne Portefeuille für Croatien. Slavonien und Dalmatien neuerdings accreditirt und Baron Ramberg unter Berlei-hung des Ord.ns der eisernen Krone I. Classe seiner Mission als königlicher Commissär ent-hoben. ^Gleichberechtigung.^ Die vom deutschen LandeSlehrerveine iu Reichenberg herausgegebene ..Freie Schulzeitung" bringt in ihrcr letzten Nummer den Schmerzensschrei eines deutschen Lehrers aus dem ^rachatitzer Schulb^zirk«. der uns wieder eindringlich belehrt, daß Prachatitz nicht im nördlichen Böhmen ge-legen sei. Die Schulzeitung schreibt: „Ein Col-lege, Oberlehrer, in O—t theilt uns folgendes mit: Im September l. I. übersiedelte ich nach meinem jetzigen Dienstorte und gab — Wunder nehmen dürfte das wohl Niemandem — meine letzten Kreuzer sür Einpacken. Fuhrleute u. f. w. her. Am 4. October bekomme ich ja meinen Gehalt, dachte ich. Die Täuschung war groß: am 23. October erst brachte mir der Postbote die ersehnten Gulden. Ich zählte mein Nega-tiveS und — Null von Null geht auf, so schloß die Rechnung. Nun es kommt ja bald der 4. November: ja da trifft ein Sonntag, also ist der erste erst am 5. — „ES ist kein Geld hier." donnert der Controlor den Postboten an, „kommt ein andermal!" Während noch der Bote dasteht, kommen etwa 10 tschechische Lehrer und erhalten anstandslos auf ihr ein-schmeichelndes „Prosim" (ich bitte) hin, den Gehalt anSgezahlt. Jetzt frage ich, warum die ihr Geld erhalten und wir deutschen L e h> r e r nicht; vielleicht weil ihre Abgeordneten für das neue Schulgesetz gestimmt haben. Heute ist schon der 12. November und ich habe noch kein Geld und so dürfte eS am 20. und 30. auch noch sein. So geschehen im Winterberger Steueramte unter dem Controlor — Wotruba. (Der Kronprinz von Portugal, welcher augenblicklich in London weilt, ist, dem „Manchester Guardian" zufolge, ein angehender Mezzofanti, denn er spricht jetzt im Alter von 22 Jahren schon 14 lebende Sprachen geläufig. Dazu ist er ein großer Bücherliebhabe? und hat schon eine Bibliothek von über 40.000 Bänden, die viele Seltenheiten enthält, gesammelt. (480.000 T ä u f l i n ge.] Am vergangenen Mttwoch empfing der Papst den Monsignor Fou-gerein, Vorsteher der Gesellschaft „Da la saint« enfante," welche sich die Aufnahme von Heiden lindern in das Christenthum zur Aufgabt 'gestellt hat und vernahm aus dessen Mund/ daß diese Gesellschaft im vergangenen Jahre nicht weniger als 480.000 Heidenkinder dem Christenthume zu-geführt hat; jetzt stehen schon wieder 90.000 Kin der zur Taufe bereit. (Ein Damen-Duell.) Nach einem Berichte der „Newyork Times" fand am 13. November zwischen zwei Modedame» in New-?)ork ein Säbel-Duell statt. Ursache deS Zwei-kampfeS war ein französischer Modellhut. den ,.Deutsche Wacht " beide Damen zu kaufen wünschten. DaS Aner-bieten der Modistin, einen zweiten ganz gleichen Hut anzu chaffen, ward mit Entrüstung zurück-gewiesen. Nach kaum minutenlangem Kampfe sanken beide Duellantinnen gleichzeitig zu Boden; die berbeigeeilten Aerzte constatirten, daß keiner-lei Verwundung vorhanden, die Damen nur in Folge — verhaltener Wuth in Ohnmacht gefallen feien. Die findige» Amerikaner haben aus der Sache sofort Capital geschlagen, der Hut ist in einem Bretterverschläge ausgestellt und wurde am 22. November öffentlich ver-steigert. sEin großer B e a m t e n st a b.J Der Berliner Polizei präsident Herr von Madai hat einen Stab von Beamten, wie ihn in gleicher Anzahl nur wenige Ressorts auszuweisen haben. Nächst dem Polizeipräsidenten steht der Ober-Regierungsrath von Heppe, der auch in Verbinde rungsfällen feines Chef mit dessen Vertretung betraut wird. Es folgen die Abtheilungs-Dirigen-ten mit dem Titel Regierungsrath; es find dies die Dirigenten der II. Abtheilung (Gewerbe-Polizei,) der III. Abtheilung (Bau-Polizei) und der IV. Abtheilung (Criminal- und Sicherherts-Polizei, deren Chef Herr Graf Pückler ist); ihnen schließen sich an 20 Abtheilungs-Dirigenten mit dem Titel Polizeirath; 10 Polizei-Assessoren, 78 Polizei-Sccretäre; 42 Bureau-Assistenten (als Bureau-Beamte 2. Klasse fest angestellt) und 54 Bureau Assistenten beim Einwohner-Meldeamt (aus Kündigung angestellt) und 15 Kanzlisten. In der Polizei Hauptcasse fungirt ein Rendant, ein Oberbuchhalter, ein Cassirer und 7 Buchhal-ter, ein Botenmeister, ein Hausinspector, ein Kastellan, 2 Eassendiener, 43 Boten, ein Portier, 2 Leichendiener, drei Auffeher im Männergewahr-sam und eine Aufseherin im Frauengewahrfam der Polizei vollenden diesen Stab, den man als den der Bureaux bezeichnen kann. An der Spitze der Schutzmannschaft steht als Comandeur Herr Polizeioberst Herquet. Ihm folgen etatsmäßig 13 Polizei-Hauptleute, 1 :i6 Polizei Lieutenants und Eriminal -tzCommissari n, 10 Abtheilungs Wacht-meister, 283 Wachtmeister und schließlich 2971 Schutzmänner. (Ein Student en streich.) In dem durch polizeiliche Strammheit und Schneidigkeit ausgezeichnete» Berlin legt Bruder Studio sich in Bezug aus lustige Straßenstreiche einige Be-schränkung aus. Dennoch verzichtet er nicht ga»z darauf. So bot sich in einer der letzten Nächte ein höchst seltsamer Anblick aus der Marschalls-brücke dar, indem auf jedem der dort befindlichen zur späteren Aufnahme der Statuen der Gene-ral-Feldmarschälle bestimmten Postamente eine menschliche Gestalt Posto gesaßt hi.tte. Jede war mit einem Bibi von vorfündflnthlicher Form ausgestattet und malerisch in einen Plaid drapirt. Die zitternden Strahlen der Gasflam-men umspielten die sonderbaren Säulenheiligen, welche etwa 15 Minuten in absoluter Bewegungslosigkeit verharrten und dadurch ein großes Heer von Neugierigen um sich versammelten. Dann tönte ein Signalpfiff, dem sofort da« alte Studentknlied ,Gandeamus igitur' von frischen und gesunden Kehle» gesungen, folgte. Nach die-fer musikalischen Leistung verließen sie ihren er-haben?» Standpunkt schleunigst und marschirten im Gänsemarsch ab nach der Louisenftraße. (Auch eine S t a t i st t f.] Di« Heiraths-gesuche in den öffentlichen Blättern mehren sich in so hohem Grade, daß sich die statistisch« Beobachtung mit vollem Recht „diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" zuwendet. So hat ein hervorragender Statistiker vor einiger Zeit 400 solcher Gesuche gesammelt und untersucht. Das Ergebniß war interessant. 1. sah er, daß fast dreimal so viel Männer als Frauen aus diesem Wege in den Hasen der Ehe einzulaufen versuchen. Merk-würdiger Weise machen die Frauen an das Alter des erwünschten Zukünftigen weniger Ansprüche, als die Männer; denn während 81 Procent Frauen gegen 50 Procent Männer vom Alter ganz absahen, machten 32 Procent Männer und 6 Procent Frauen Anspruch an die Eigenschaft der Jugend für die gesuchte Gattin resp, den Gatten. Betrachtet man die sonstigen Eigenschaften, so giebt man von männlicher wie weiblicher Seite 1883 in den Heirathsgefuche» nächst dem Vermögen am meisten auf Intelligenz, am wenigsten auf die Confeffion. Diejenigen Personen, welche sich in ihren Gesuchen zum Israelitischen Glauben besann-ten, betrugen 6 Prtftent Männer und 13 Procent Frauen. Der Umstand, daß nur 13 Procent Männer und dagegen 33 Procent Frauen von der Familie der oder deS Zukünftigen sprachen, beweist, daß die Frauen noch weit mehr Werth auf ei»« geachtete, unbescholtene Familie legen, als die Männer. Die Frauen halten eS für nothwendiger als die Männer, Aussagen über ihren Besitzstand zu machen. Die Angabe eines bestimm-tenlVermögens »and sich nur bei 7 pCt heirathslu'liger Männer, dagegen bei 41 pCt. Frauen; demnach scheinen die Frauen entschieden die Ueberzeugung zu hegen, daß auch bei Heirathtsai'gelegenheile» das Geld der nvrvu» rerurn sei. Ueber den Be-rus läßt sich natürlich nur bei denMännern sprechen; am vorwiegendsten ist die Zahl der Kaufleute, Fabrikbesitzer und Gastwirthe oder Restaurateure unter den Heirathscandidate» der Zeitungen. (200.000 Mark Strafgeld.) In Würzburg starb kürzlich «in reicher ConfectionS-waarenhändler und hinterließ ein Vermögen von über 4 Millionen. Bei der ErbkchaftSconstatirung entdeckte nun das Rentamt, daß der Verstorbene bedeuten! weniger an Einkommen beclarirt hatte, als er wirklich besaß, und dadurch eine betracht-liche Steuerentziehnng sich zu Schulden kommen ließ. Die Erben müssen nun circa 200.000 M. Strafe und Steuernachzahlung leisten. (Käppenchensteuer.s In Rußland geht augenblicklich eine Agitation durch die Presse, die noch zu Recht bestehende, aber seit 1848 außer Gebrauch gekommene Steuer wieder zu erheben, welche jeder Hebräer für das Trage» des KappchenS (Jsomolka) zahlen mußte. Sie betrug 5 Rubel. ES wird berechnet, daß dies« Steuer 15 Millionen Rubel aufbringen würde. Bleibt nur die Frage, ob die russische» Juden daS Käppchen weiter tragen würden. (Ein neuerGrund derTa»bheit.j Dr. Moure, ein französischer Arzt, behauptet, daß das Trage» der am Kinn gebundenen Kopftücher, wie eS bei den Frauen auS dem Volke gebräuchlich ist, einen schädigenden Einfluß auf die Gehörorgane habe. Das Tuch drückt die Haare gegen daS Ohr. dieses wird immer mehr und mehr an den Kopf gepreßt und es bildet sich eine Verengerung der knorpelartigen Theile der äußeren GeHörmuschel. Die Taubheit, die auf diese Art entsteht, findet sich auch recht häufig bei Nonnen, die bekanntlich die steife Kopstracht fast niemals ablegen. (Ein Kuß und feine Folge n.) Ein sehr bekannter Pariser Porträtmaler, zu dessen Klientel fast ausschließlich Damen aus dem high life gehören, ward kürzlich von den Reizen eines feiner Modelle derart hingerissen, daß er, ein mo-dm,er Pygmalion, ein unsagbares Sehnen fühlte, seine schöne, blauäugige Galathea an's Herz zu drücken und mit ihr das prächtige Duett „Küsse michzu singen. Aber die Dame, deren herrliche blaue Augen und blondes Haar in allen SalonS berühmt sind, verstand dieses künstlerische Sehnen falsch: statt in das Kußduet einzustimmen, verlieS sie voll Entrüstung des Künstlers Atelier und klagte ihren hochgeborenen Herrn Gemahl die ihr widerfahrene Unbill. Eine regelrechte Forderung war die Folge davon. Der Künstler nahm dit Forderung an und stellte sich zur bestimmten Zeit pünktlich aus dem Rendezvous - Platze ein. Ein paar Minuten darauf erscheint andem Stelldichein eine Equipage, welcher zwei feingekleideteHerren entsteigen. „Sie sind dkr brrühmlt Damenmaler I. ?" so fragt der eine den harrenden Künstler. — „Ja wohl!" lautet die Antwort, und a tempo beginnen die beiden Cavaliere den armen Pygmalion mit ihren Reitpeitschen ganz gottsjämmerlich zu bearbeiten. Nachdem dies lange genug gedauert, bestiegen fie wieder ihren Wagen und fuhren da-von. Der Künstler aber unternahm Tags darauf eine kleine Erholungsreise. (Schrecklicher Verdacht.^ In dem Marktflecken Jakobswalde im Kreise Kosel verschwand kürzlich eine Frau aus unerklärliche Weise. Jetzt haben Knochen Überreste, die auf dem Herde und in der Asche eines dortigen 1883 Schmiedes aufgefunden wurden, den Verdacht auf den Schmied gelenkt, die Verschwundene getödtet und verbrannt zu haben. Ter Unistand, daß die Frau als Belastungszeugi» in einem Meineidsprocesse gegen den Schmied anstrrten sollte, bestätigte diese Vermuthung. Die Knochen-reste sollen als menschliche von wissenschaftlicher Seite anerkannt sein. [Zeichen der Z e i t.s In New-Aork verbreitete sich fängst die Kunde, daß ein junges Mädchen am Tage nach ihrer Hochzeit ihr Clavier verkauft habe, um sür das Geld eine Nähmaschine und Stoff zum Hkindennähkn sür sich und ihren Mann anzuschaffen. Zöenige Wochen später waren auch ihre vier Schwestern theils verlobt, theils schon verheirathet. jDer Bau des Mormonente m-p e lS] in Salt Lake City. Utah, zu welchem der Grundstein bereits vor 28 Jahren gelegt wurde, ist jetzt so weit gediehen, daß die auße-ren Mauern fertig sind; dieselben sind 85 Fuß hoch und 10 Fuß dick und auS massivem Gra° «it aufgeführt. Die Kosten deS Baues haben bis jetzt 18,000.900 Mark betragen. Bis zur Vollendung des Gebäudes werden noch sechs Jahre vergehen. [Ein Riesenhummer.s In Paris wurde dieser Tage der größte Hummer, dessen man sich seit Menschengedenken erinnern konnte, an ein Pariser Restaurant für 35 Franken ver-kauf». DaS Thier, welches l Meter undlO Centime-ter maß und in Roßkoff gefischt wurde, ersor-derte die Kraft zweier Männer, um eS mit eiuem starken Stricke binden zu können. Die Scheren waren so groß wie eine Hand, und gewiß hätte das Riesenthier, wenn eS einen Finger erwischt hätte, ihn bis auf den Knochen durchschneiden können. sEin sonderbares Temperenz-st ü ck ch e nj wird aus Rußland gemeldet. Der Versuch, die Trunksucht der Bauern durch Schlie-ßmtg der Dorfschänken einzuschränken, hat, wie man der „Now. Wr." schreib«, im Kreise Tich-win zu einem ganz unerwarteten Resultat ge> führt. Die Bauern der Landgemeinde Bolsched-wor hatten durch Gemeindebeschluß bestimmt, für das Jahr 1883 keine Concessionen zu Dorf-schänken mehr zu ertheilen und seit Beginn des lausenden Jahres gibt es denn auch in den ver-schiedenen Dörfern der ganzen Landgemeinde keine einzige Schänke mehr. Aber was geschah? Die Bauern tranken nach wie vor; wo sie aber den Branntwein hernahmen, wußten nur sie allein. Die Administrativ-Behörden wandten der Sache ! ihre Aufmerksamkeit zu und da stellte sich denn heraus, daß in derselben Gemeindeverwaltung, ido die Schließung der Schänken beschlossen war, ein heimlicher Branntweinhandel in großem Maßstabe betrieben wurde. Die Bauern hatten die Schänken nur geschlossen, um die Steuern zu ersparen. Sie tranken ihren Brannt-»ein daher zwar heimlich, aber zum Schaden Uz StaatScafse um Vieles billiger. sE i n st und I t t.] Einst hat man vor Äebe den Verstand verloren, jetzt verliert man «r Verstand die Liebe. Weibliche Philosophie.} Aus der Mädchenschule. Wir haben also jetzt über Zeit md Raum gesprochen. Was. liebe Anna, ist Saum? — Anna (nach einigem Zögern): Raum in in der kleinsten Hütte für ein glücklich liebend $oar. sEin Cnriosnm.f Wenn man Jeman-»er erzählte, daß eS mitten in Deutschland eine «elgenannte Stadt von 37.000 Einwohnern, mit lebhaftem Fremdenverkehr und vielfältig entWickel-tan Gewerbefleiß gibt, die keinen Gasthof besitzt s» hätte man unzweifelhaft auf ein ungläubiges ticheln zu rechnen. Und doch existirt eine solche Äadt. und zwar in unmittelbarer Nähe Berlins - eS ist Charlottenburg. Dicht hinter dem „Tür-kifchW- Des Feiertages wegen erscheint die nächste Älummer Samstag Mittag. Locates und Wrovinciates. Cilli. 3, D«ember. fCillier Bezirksvertretung, j Das Präliminare der Cillier Bezirksvertretung pro 1884 beziffert sich an Erfordernissen auf 33.55W7 fl., an Bedeckung 4140 st. Der Ab» gang beträgt daher 29.415 77 fl., welcher durch eine 23 Htige Uuilage auf die directen Steu-ern de§ Bezirkes per 128 593 fl. mit dem Er-gebniß von 29.576 fl. 39 kr. gedeckt wird. Die höchsten Beträge in dem Voranschlage bil-den der 7°/,tige Schulbeitrag mit 9002 fl. und die Schotterbeistellung mit 9082 fl. sBezirksvertretung G o n o b i tz.] Am 18. d. findet die Wahl deS Obmannes der Bezirksvertretung Gonobitz statt. Unser hochge-achteter Gesini.ungSgenosse Herr Gewerke Eduard Muley in Weitenstcin hat sich bereit erklärt eine aus ihn entfallende Wahl als Obmann anzu-nehmen. Wir gratuliren dem uns sreundnachbar-lichen Bezirk zu dieser anzuhoffenden Errungen-schast, denn Herr Muley gilt wohl im ganzen steirischen Unterlande sowohl in wirthschaftlicher wie politischer Beziehung als eine Kraft ersten Ranges. sGewerbliche Fortbildungsschule. | Der Landesausschuß hat für die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule eine Subvention von 150 fl. bewilliget. [Heranziehung der vierten Al-t e r s c l a ss es Da die auf Grund der Contin gentS-Abrechnungen pro 1881 und 1882 angestell-ten Untersuchungen ergaben, daß die ErgänzungS-erforderniffe in den drei ersten Altersklassen dieser Jahre mit einem größeren als 3°/„tigen Ausfalle gedeckt wurden, so wird von der stciermärkischen Statthalterei im Sinne deS bezüglichen Gesetzes angeordnet, die Borarbeiten für die bevorstehende regelmäßige Stellung, im Jahre 1884 auch auf die IV. Alterclasse zu erstrecken. Gleichzeitig wird bemerkt, daß das Berehelichungsverbot bezüglich der IV. Altersclasse bis auf Weiteres fortbestehe. fStadttheater i n C i l l i.] Der außerordentliche Erfolg, welchen Klein-Däumling am Stadttheater in Graz errungen hat, verpflichtet Direnor LöcS diefe Vorstellung am nächsten Samstag und Sonntag dortselbst zu wieder-holen, und werden in Folge dessen die für Cilli angekündigten drei Vorstellungen : „Klein-Däum-ling", ..Genovefa" und der „Gestiefelte Kater" unwiderruflich am 15., 10. und 17. d. MtS. stattfinden. Vormerkiuigen auf Logen und Sitze finden in der Papierhandlung deS Johann Rakusch statt. [De? Reblausrummel bei Rann.j Am 19. d. beginnt vor dem Erkenntnißsenate des hiesigen Kreisgerichtes die Schlußverhandlung gegen die bei dem Reblausruminel betheiligt gewesenen Bauern. Die Anklage, welche aus Auflauf und öffentliche Gewaltthätigkeit lautet, erstreckt sich auf 53 Personen. Den Vorsitz der Verhandlungen wird der KreisgerichtSpräsident Hofrath Hein-richer führen. sS ch w e st e r li e b e.i Die vom hiesigen Kreisgerichte wegen Diebstahls zu mehrere» Monaten Arrestes verurtheilte Köchin Elife Pre-vojfchek fand in ihrer Schwester A^nes Prevoj-schek eine Stellvertretern zur Abbüßnng der Freiheitsstrafe. Letztere wurde denn auch, da man sie für ihre Schwester hielt, in Strafhast genommen. Am gestrige» Tage waren bereits drei Monate verflossen, daß Agnes Prevojschek die Gnadenkost des hiesigen Gesangenhause» genoß. Die Genannte hätte auch zweifelsohne sich das Absolutorium für ihre Schwester er-festen, wenn sie nicht vo.i einer neuen Arrestge- 5 noffin als Falsificat erkannt worden wäre. Das Schwesternpaar wird sich nun wegen dieses Be-truges vor den Schranken des Gerichtshofes zu verantworten haben. ^Kurzer Freiheitstraum. > Wie wir letzthin meldeten, entsprang der Jnquisit Michael Rosmann aus dem dieSgerichtlichen Gesangenhause. Seine Entfernung wurde sofort telegraphisch nach Agram, wohin er sich auch i» der That flüchtete, mitgetheilt. Die dortige Sicherheilswache nahm daher den Ausreißer so> fort in Einpfang, übergab ihn dem Gerichte, welchcs ihn sodann mit Gendarmerie-Escorte nach Cilli zurückbeförderte. sEin Messerheld.) Der Knecht NicolauS Bolkovac a. Osek bei St.Leonhard versetzte während eines Raufhandels im Gasthause des Boraviö zu Nik dem MathiaS Hebet mit einem langen Messer einen Stich in den Rücken. Der Gettoffene schleppte sich zur Thürschwelle, brach dort blutüberströmt zusamen und gab bald daraus seinen Geist auf. [Versuchter Einbruchsdieb-st ahl.j Am 1. d. versuchten vier Diebe in das Wohnzimmer des Andreas Fließ. Besitzer in Slatece bei Neukirchen, einzubrechen. Sie wur-den jedoch vom Besitzer verscheucht, hi^bei feuerte einer von den Dieben aus Fließ einen Schuß ab. ohne indeß denselben erheblich zu verletzen. Man vermuthet, daß Zigeuner, welche TagS znvor in der dortigen Gegend lagerten, diesen Einbruchs-diebstahl versuchten. Am Thatorte wurde ein großes Stichmesser vorgefunden. [A»fgefundene Leiche.s Vorgestern fand man im Walde bei Preschern die Reiche eines alten Bettlers auf einem Baume hängend. Merarisches. [D i c Dirigenten des Jahres 1884.} Nächst der Mode ist wohl die Herrschaft des Kalenders eine der unumschränktesten, regelt sich doch all unser Thun und Lassen nach der schwarz und roth gedruckte» Marschroute in das neue Jahr. Dem Bedürsniße, welches aus dieser Thatsache entspringt, kommt wohl am Vollkom-mensten die rührige Buchhandlungsfirma M o-ritz PerleS in Wien (I. Bauernmarkts mit ihrem großen Kalenderverlage nach, der jctzt der bekannt größte in allen Staaten ist und nahezu lOO verschiedene Nummern zählt. ES ist klar, daß bei einer so großen Anzahl Kalender für alle Stände und Bedarfsfälle gesorgt wird ; von den F a ch k a l e n d e r n er-wähnen wir die für A e r z t e (C i v i l und Militär,) Apotheker, Bergleute, B ö r s e n m ä n n e r, Chemiker, Forst-wirthe, Gärtner, Jäger. Juristen, Landwirthe, Militär», Müller, Professoren und Lehrer, Studenten, Techniker, Thierärzte ic. k. Ganz besonders möchten wir aber auch auf die für Je-d e r in a n n nützlichen und sehr eleganten P o r-t e m o n n a i« und B l o ck- (A d r e i ß-) Kalender in den verschiedensten Ausgaben, ferner auf die Collectiv» reich illustrirter Volks-Farbendruck und Wandkalender auf-merksam machen. Wir schließen mit dem Hin-weis auf die Publicationen, welche unsere Da-menwelt besonders interesfiren werden, eS sind dies der WienerHauSfrauen-Kalen-der, der elegante Damenalmanach und die zur Sparsamkeit anregende Buchführung fürs H a u s unter dem Titel: Wiener-Haushaltungsbuch. Reich illuftrirte Prospekte werden überdies von genannter Buchhand-lung auf Verlangen gratis zugesandt. — In Cilli zu haben bei Johann Rakusch, Papierhandlung, Herrengasie Nr. 0. Eingesendet.*) Herr Redacteur! Der Versasser des dichterischen Ergusses in Nro 94 Ihres Blattes wolle mir freundlich vergeben, daß ich dem Gedachten nicht sofort den schuldigen Dank gezollt habe. *) Für Form und Inhalt ist die Redaction nitz> verantwortlich. .putsche Wacht' 1883 Ich bin nicht gewohnt in den Tag hinein zu schwatzen, und da wollte ich mir vorerst von einem maßgebenden Vereine Liedertafel - Pro-gramme verschaffen, um mit denselben die Richtigkeit meiner Kritik in Nro 93 zu begründen und meiner heuligen Duplik eine um so bessere BasiS zu geben. DaS Auchgesang?vereinS - Mitglied hat zu seiner Antwort einen PegasuS-Ritt gewählt, sich dabei aber als schiechter Reiter bewiesen; ein guter Reiter muß auch gut aufzuzäumen ver« stehen, und der Gaul war schlecht aufgezäumt. Habe ich in meinem Eingesendet in Nro 93 mit einem Worte oder nach dem Sinne eines Worte» eine Liedertafel zu einem Kneipgelage und zu Bänkelgefang erniedrigen wollen? Mit nichte»! Mein Bestreben war und ist, der Wunsch nach einem Programme mit solider ge-müthreicher, bescheidener und dadurch edle: Zu-sammensetzung, den Fähigkeiten der GesangS-kräfte ebensowohl wie den Fähigkeiten deS Pub-licumS entsprechend, Kunst — nicht Künstelei. DaS Auchmitglied hat ganz vergessen, daß eS zwischen Wagner und Augustin noch etwas überaus Werthvoll.S giebt, das ist die goldene Mittelftraße; und weiter vergessen, daß. wie im Alltagsleben, man sich auch bei musikali-schen Produktionen nach der Decke strecken müsse. Ich bin kein Feind von Wagnermusik, aber in Cilli, bei der Unmöglichkeit zureichender Kräfte, lasse ich mir Wagner nicht gerne bieten. Wagner selbst hat gesagt: ..Meine Werk« sind nur als Ganzes mein Meisterwerk"; und wie sehr Wagner selber für seine Werke großartige Orchesterdegleitung, großartige scenische Gewan-dung verlangt, das ist ja bekannt, dafür spricht, daß eS Wagner nothwendig fand, sein eigenes Theater zu bauen, sein eigenes Orchester auS Künstlern zu bilden, feine Darsteller ans den ersten Kräften aller deutschen Bühnen auSzu-wählen. So wird dann Wagnermusik freilich zu einem Kunstgenuß. So wenig, als ein einzelner Knochen ein Mittagessen abgiebt, so wenig ist ein herausge^ risfener Chor mit Clavierbegleitung wahre Wagnermusik. Daß meine Ansicht und mein Geschmack trotz der getadelten Großvaterlichkeit, von Fac-toren getheilt wird, welche daS Auchmitglied jedenfalls nicht überragt, das beweisen mir die Programme deS Wiener Männergesangvereines, welche vom vierzigsten Vereinsjahre vollzählig vor mir liegen; mit Ausnahme der eigenen Wagnerseier, nicht ein einziger AuSriß auS einer classische» Oper, und wie singt der Wiener Männergesangverein, welche Begleitungsmittel ste-hen diesem zu Gebote! Aber einfach und edel weiß er seine Pro-gramme zusammenzustellen; nur zwei davon mögen als Beweis hier Platz finden. Concert, am 16. December 1882: „Wie funkeln die Höhen," Chor. Heinr. Esser. „Waldlied." Chor. Bincenz Lachner. „Nachthelle," Chor. Franz Schildert. „Sonnenaufgang," Chor, Ferdinand Hiller. „Heim von Steier," Chor, Engelsberg. „Waldeinsamkeit," Chor. Storch. „Das alte Lied," Volkslied, Hugo Jüngst. „Wenn Zwei sich gut sind," Volkslied, Ed. Kremser. „Wie die wilde Ros' h» Walde." Volkslied, Franz Mair. „Einsiedler," Chor. Cngelsberg. Liedertafel, 5. Juli 1883: „Der Frühling ist ein starker Held." Chor Heinr. Esser. „Ständchen." Chor. Mendelsohn. „Der Hut im Meere," Chor, Engelsberg. „Bunte Blumen" (altdeutsches Volkslied». Chor. Kristinus. „KriegSgesang der allen Deutschen," Chor. Kleinecke. Chor der Landsknechte aus „Aennchen von Tharau," Heinr. Hosn»ann. „Waldesgruß." Chor. Franz Abt. „Tanzlied." Chor, Julius Otto. „DaS Sitzen," Quadrille, Weinzierl. Ich bitte um Vergebung die löbl. Re-daction, daß ich den Raum des Blattes, die geneigten Lescr, daß ich deren Zeit so au^ßiebig in Anspruch nehme; eS ist mir aber fürwahr und lediglich darum zu thun, den Mitgliedern bet_ musikalischen Vereine, den, gesang- und musikfreundlichen Publicum den guten, soliden Geschmack zu erhalten. Mit gutem, soliden Ge-schmack, auch wenn er wirklich großväterlich sein sollte, läßt man sich durch einfachen, edlen Kunstgenuß gerne bilden, man schätzt wahre Kunst, ist aber der Künstelei und musikalischen Exaltationen abhold. WaS hier geschrieben steht, ist an keine Person adressirt, eS gilt der Sache; ich spreche an das Publicum, an die VereinSleitung deS Cillier Männergesangvereines, welche die Pro-gramme ihrer Liedertafeln zusammensteht. ich spreche im Interesse einer guten Sache ein of-fenes Wort und schließe mit meiner in Nro 93 ausgesprochenen Bitte: Einem guten Wort «inen guten Ort zu gönnen. - DaS unterstützende Mitglied in Nro 93. Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der Herren Kauf-mann & Simon in Hainburg besonders aufmerksam. Wer Neigung zu einem interessanten wenig kostspieligen Glücksversuche hat, dem kann die Betheiligung an der mit vielen und bedeutenden Gewinnen ausgestatteten staatlich garantirten Geldverloosung nur bestens em-fohlen werden. [I »t e r e f f a » t] ist die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks-Anzeige von Samuel Hekscher »en. in Hamburg. Dieses Haus hat sich durch seine prompte und verschwiegene Auszahlung ver hier und in der Umgegend gewonnenen Beträge eine» dermaßen guten Ruf erworben, daß wir Jeden aus dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle auf-merksaui machen. Woskswirtöschafttiches sVerzehrun gs st euer Verpachtung.^ Am 8. d. findet bei der Finanz BezirkSdirection in Marburg die Pachtverhandlung betreffend die Verzehrungssteur der Sektionen Cilli, St. Georgen S. B,, Tüffer, St. Leonhardt, Laak, Lich-tenwald und Reichenburg statt. (Markt-Durchschnittspreise) vom Monate 9looem. 18*3 in Cilli: per Hektoliter Weizen fl. 8.30 Korn st. 5 20, tgerste fl. -1.40, Hafer fl. 3.25. Äuhiruj fl 4.90, Hirse ft. 6.35, Haiben fl. 6.35, (ftbäpfel fl. 1.95. per 100 Kilogramm Heu st. 2 15, tiornlagerstroh fl. 1.80. Weizenlagerstroh st. 1.45, Streuftrob fl. —80. Ale isch-preise pro August 1883. 1 Hilogr Rindfleisch ohn« Zuwage 52 kr., Kalbfleisch 56 tr„ Schiveinfleisch 60 kr. Schöpsenfleisch — tr. Kourse der Wiener Morse vom 5. December 1883. Goldrente. . ......98.40 Einheitliche Staatsschuld in Noten 79.1«) „ „in Silber . 79,55 Märzrcnt« 5♦/• ........ »3.85 Bankactien .........836.— Creditactien .......281.75 London wista ......120.60 Napoleoi.d'or ....... 958.'/, k. k. Münzducaten........ 5.70 100 Reichsmark.........59.15 G i 1 t i k vom 1. .T 11 u i 1HHU. Trl®«t—Wien. Courirxug Nr. 1, Ankunft Cilli 1 Uhr 26 Min. Nachts. Abfahrt . I . 28 . Anschlags Pragi'ihof, Eilzug Nr. 202, ab 3 Uhr Kräh. , Marburg — Eilzng N'r. 3, Ankunft Cilli t Ihr 15 Min. Mittags. Abfahrt , 1 » 17 » Anschluss PraRerhof — , Marburg Portsog Xr. 406. ab 3 Uhr Nachm. Postzug Nr. 5. Ankunft Cilli 6 Uhr 9 Min. Abend*. Abfahrt , 6 » 14 » » Anschluss Pragerhof Port». 206*b 7 Uhr 53 Min. Abends. , Marburg — Postxug Xr. 7, Ankunft Cilli 3 Uhr 10 Min. Früh. Abfahrt , 3 , 15 » , Anschluss Pnigerhof, Postz. 204. ab9 Uhr 30 Min. Von» Marburg, . 404, » 9 . 15 . . Secundärx. Xr.93, Ankunft Cilli 9 Uhr 4 Min. Abends. Sccundilntug 91, Abfahrt Cilli 6 Uhr 5 Minuten früh bis Mümuschlag. Anschluss Pragerhof Postz. 204 ab 9 Uhr 30 Min. Vorm Gemischter Zug Xr. 97, Ankunft Cilli 9 Uhr 1IM. Vorm. Abfahrt » 9 . 19 , , Anschluss PraRurhof — » Marburg wie bei Zug Xr. 3. Wien—Trleat. Courirzug Xr. 2, Ankunft Cilli 2 Uhr 41 Min. Xachtg. Abfahrt , 2 , 43 , Anschluss Steinbrück, Gemischter Zug Xr. 512 ab 4 Uhr 55 Min. Früh. Eilzug Xr. 4, Ankunft Cilli 3 Uhr 49 Min. Nachm. » » 3 » 51 „ » Anschluss Steinbrück Posting Xr. 502. ab 5 Uhr 45 M. Xachra. Postzug Xr. 6, Ankunft Cilli SO Uhr 24 Min. Vorm. Abfahrt » 10 , 29 , . Anschluss Steinbrtick wie bei Zug Nr. 4. Postzug Xr. 8, Ankunft Cilli 1 Uhr 45 Min. Xachts. Abfahrt , 1 , 50 ,. , Anschluss Steinbrück wie bei Zog Xr. 2. Secund&rzug Xr. 94 Abfahrt Cilli 6 Ihr Früh. Secundürzug, Ankunft Cilli, 9 Uhr 18 Min. Abends, t. Mümuschlag. Gemischter Zog Xr. 98, Ank. Cilli 5 Uhr 27 M. Xachm. Abf. . 5 „ 35 , Anschluss Steinbröck — Courirzöge 1 und 2 »eikehri-n mit Wagen 1., II. und 111. Classe; die Eilzüge 3 und 4 mit Wagen 1. und II. Cla»»e. Vom 1. Juni an werden Tour- und Betoorkarten aller 3 Wagenetassen sowohl nach Marburg als auch nach Pettua ausgegeben. ?robevlatter gratis v franco ll li „Der Bauerilfreund." Erscheint jrbrn 2. nnb 4. Somttiz im Moiilit. Vraanmtratiin: Ganzjährig fl. 1.50. — Halbjalritj st. —.Mi. Einzelne Nummer 10 kr. Administration: Cilli, .Herrengasse ?tr. 6. ?robel»«».er gratis u. franco ? Dr. Behr s © Nerven Grtract, ein au« Heilpflanzen noch eigener : Meibodc bereiteter Extract, welcher j j ftd> seil vielen Jadren al» vortrefi-I P liche« Mittel gegen Nervenkrank» heiten, wiei Nervenschmer-r* ze», Miarän». Ischias, «irenz-^ nnV ?lückenmarks«iimerzen, ivtini-tiM- wä-chezustnnde u. Pollutionen iieivabne. ferner wirb Tr Bebrs Nerve« Sttract »it bestem Er-solqe angewendet ge^en: (Sicht nut Rheuma» tismnS, Steifheit See Muskela, Gelenks-und Muskel - ?kde»inatismus, nervösen Kvpfschmer, und i^drensnnsen. Tr. Bedr'S Nerrui Eiuacl wir rur au»erltcd angewendet. Preis einer ftlaft« mit genauer Gedrauchsianw.: So kr. 0. H»uv!vkrsendn»y^-?r»ol: i^loqgni?, N.-Lest.. in Iuliu« Bittner » iö. Avithete. Depot in Silli: i» »ei Avolheke«: I. Kup-ferschmid; Ad. Marek. NB Beim Anlaufe die!es Präparate« wolle das P. T. Publikum stets daraus achten, laß jede ?!asche auf der äußeren Urnhullunli veige-druckie ^chuKmarle silhre. ü\9—25 IÖ83 „z'tuiiqrr wnuii, hasche Linderung und Beseitigung ber »iiii«ftt» »I» Rheuma- und Nervenschmerzen, als Gesichtsschmerze», Migräne, Hnstweh Ischias), Cbrtnrtisjtii, rbeumaiische Zahnschmerzen, tireuz- u. tHcIrnfefdimcrtru, »irampfe, allgememer Muskel-schwäche des ZiNerus, sowie theilweiser (»rschlassuilg oder Steifheit der Glieder und der bei WitterungS-Wechsel austreienden schmerze« in »erbrüten 2ßun» den, partieller Lädmungr» :c. bewirkn schon einige Einreibungen mit dem aus Heilträutern der Loch-alpen bei eile >en. allgemein als das beste, schwer,-stillende Mittel anerkannte» Plliinxrn - Eilrurlm: „Neuroxylin: drs ÄpothrKrrs^ llrrbMbnyiiilirit. AnertennnngS-Schrribe». «ts—so txrtn Zniiu« Herliad»», ?li>oiJ)ct«T, seien. Xiitrti Zdr ribmcneiKr-IM Präparat: „JleutOfilin" von m-iani btliinttt Velbe« in1 t«ii ,vu«imt i« fen!>tii, da mir ittbel btt «leintm flildli Tllttrl empfohlen. das mir und IOOO Anderen (pliolfrn liat. Anfragen beantwortet gern Theodor Rössner, Leipzig. Feine Lieore c und bei J. Casali's Neffe, 11 pri?. Lipear-Falirii ans Triest, in W I E J, ff(riindet 17U2) V., Griesgasse Nr. 21. ^ 41»—« Man biete dem Glücke aie Hand! 300,000 Mark Hauptgewinn im geistigsten Falle bietet die Hamburger groaa« field-Verloiisung, w lche vom Stantn genehmigt und garantirt ist. Die vortheilliattc Einrichtung d«s ueuen Piunes ist derart, dass im Laufe von wenigen Moiater. durch 7 Classen 50.300 (■enlniie zm Entscheidung kommen, darunter belinden sich Hauut-trefler von eventuell Mark 500.000 speciell aber 1 Gew. ä M 300.000 26 Gew. a M. 10.000 1 Gew. a M. 200,000 56 Gew. ä M. 5000 2 Gew. a M. 100,000 106 Gew a M 3000 1 Gew. a M 90,000 253 Gew. ä M. 2000 1 Gew. a M. 80.000 6 Gew. a M. 1500 2 Gew. ä M 70,000 515 Gew. a M. 1000 1 Gew. ä M. 60,000 1036 Gew. a M. 500 2 (iew. ä M. 50,000 29020 Gew. a M. 145 1 Gew. a M. 30,000 19.403 Gewinn? äM. 200, 5 Gew. ä M. 20,000 150, 124, 100, >4. 07. 3 Gew. ä M. 15.000 40, 20. Von diesen Gewinnet gelangen in erster Classe 4000 in» Gesammtbetragc von M. 157.000 znr Ver-loosung. Der Haupttreffer lter Classe beträgt M. 50 OOO und steigert sich in 2ter auf Mark 60.000. iter M 70 000, 4ter M. 80.000 5ter M 00 000 Oter M. 100.000, tu 7ter aber auf eventuell M 300 000. spec. M 300 000. 200 000 etc. Die nächste erste Gewinnziehung dieser grossen vom Staat - ■r.iriiniirten Geldverlosnng ist amtlich festgestellt und findet schon am 12. u. 13. December d. J. statt und kostet hierzu 1 ganzes Original-Loos nur L. 3.50 kr. <>. W, 1 halbes n „ « 1.75 ^ „ 1 viertel „ „ „ —.90 „ „ Alle Aufträge werden sofort gegen Einsendung. Postanweisung oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt und erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen Original-Loos« selbst in Händen. Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gratia beigefügt, aus welchen sowohl die Eintheilung der Gewinne auf die resp. Classen, als auch die betreffend«! Einlagen zu ersehnn sind, und senden wir nach jeder Ziehung unseren Interessenten unaufgefordert amtliche Listen. Auf Verlangen versenden wir den amtlichen Pkn franco im Voraus zur Einsichtnahme und erklären uns ferner bereit bei Nicht-Conveuienz die Loose gegen Rückzahlung des Betrages vor der Ziehung zurückzunehmen. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt planiuäs-ig prompt «n/er SlaaU-Garantit. Unsere Collecte war stets vom Glücke besonders begünstigt und haben wir unseren Interessenten oftmals die grössten Treffer ausbezahlt. n.A.solche von Mark 250,000. 100,000, 80,000. 60.000, 40.000 etc. 576—12 Yoratutichtlich kann bei einem solchen auf der swIldeMlrn Haff Im gcffrilnd'Jen Unternehmen Oberall auf eine »ehr rege Betheiligung mit s! :-atimmtbeit gerechnet werden; man beliebe daher, schon der Xtehnnff haltte»'* alle Aufträge ötiltlif/Mf flirrn zu richten an Kaufmann & Simon, Bank- und Wechsel-Geschäft in Hamburg, I».H. Wir danken hierdurch fOr dn» un« seltner «eachetikle Vettrauen und bitten durch Einsichtnahme In idung. Die erst« Gewinnziehung ist am! Mch festgestellt und kostet hierzu das ganze Original-Los nur 3 fl. 50 kr. das halbe Original-Los nur I fl. 75 kr. das viertel Original-Los nur 88 kr. und werden diese vom Staate garantirten Ori-ginal-Loose (keine verbotenen Promessen) gegen frankirte Einsendung des Betrages selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt. Jeder djr Betheiligten erhält von mir neben »einem Original-Lose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gratis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsliste unaufgefordert zugesandt. Die Aualliu u. Versendung der Gewinngelder erfolgt Ton mir direct au die Interessenten prompt und unter strengster Verschwiegenheit. Jede BesteIlang kann man einfach auf eine Posteinzahlungskarte oder per recom-mandirten Brief machen. Dfe. Man wende sich daher mit den Aufträgen der nahe bevorstehenden Ziehung halber, bis zum IS December <1. J. vertrauensvoll an 577—16 Samuel llecksclier sen«, Banquier und Wechsel-Comptoir in Hamburg. Eine schöne »»W Wotani, bestehend aus einem grossen Zimmer und einer schönen Köche ist sogleich tn ver,nichte». 660 — 1 Wohnung! 2—3 Zimmer sammt Zugehflr. trocken und rein, wird vom I Februar oder I. Män an zu miethen gesucht. 659—1 Stein- & Edelmarder-, Fuchs-, lltiss-, Otter-, Wildkatzen-, Kaninchen-, Dachsund Hasenbälge etc. bezahlt zu den höchsten Preisen "VS Joh. Jellenz in Cilli, Postgasse Nro J-H. 655—3 Verkaufs'Antrag, Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli verkauft ihre eigenthümlichen Realitäten, als: a) Die ehemals Adam LassnigVhe Rausrealität in der Herrengasse Consc.-Nr. 125, Urb.-Nr. 61, ad Magistrat Cilli im gerichtlich erhobenen Schätzwerthe von 30.000 fl. - b) Die ehemals Triebnigg'sche Iiausrealität in der Wie-oerstrass* Consc.-Nr. 7. Urb.-Nr. 134 und 139 ad Kirchengült St. Daniel, im erhobenen Werthe von 12.000 fl.; c) Die ehemals Kuchar'sche Hausrealität in der Gartengasse Consc.-Nr. SS, Grundbuchs-Einlage 6i der Catastral-Geineinde Stadt Cilli im gerichtlich erhobenen Schatzwerthe von 5468 fl. 77 kr. Kauflustige belieben ihre Anbote versiegelt unter Bezeichnung der zu kaufenden Realität bis 1. März 1881 Vormittags 11 Uhr an den Obmann der Direction Herrn Carl Tränn zu »dressiren. an welchem Tage sämmtliche Anträge in Gegenwart der Sparcassa-Di-rection eröffnet werden. Von dem Resultate werden die Antragsteller sofort verständiget und hat der Erstehet den 10*/, Kaufschilling sogleich in erlegen. Auskünfte werden in der Amtskanzlei der städt. Sparcasse bereitwilligst ertheilt, sowie alldort auch die Kaufbedingungen eingesehen werden können. Sparcasse der Stadtnemeinde Cilli, 551 -S am 1. October 1888, IDie IDixection.. Wichtig für Aemter, Notare, Advocaten, Spediticns- und Handelshäuser etc. N N N N II tiHM t eUulahd. N dauerhafter und billiger als Metall- oder KaotschukstempeL Patentgesuch eingereicht. Celluloid, wi-d seit mehreren Jahren — besonders in Frankreich, England und Amerika — zu Clicb£s verwendet and hat sich widerstandsfähiger und dauerhafter erwiesen, als Kupfer oder Metall, da selbst bei einer Auflage von einer halben Million kaum merkliche Spuren von Abnützung sich zeigten. Celluloid gestattet die Verwendung aller Farben, selbst wenn dieselben ätzende Flüssigkeiten enthalten, also auch von unvergänglichen Firnis,- (Buchdruck-) Farben oder Copirfarben. während bei vulkanisirtem Kautschuk nur die leicht verwitternden Anilinfarben Anwendung tinden kstnnen. Celluloid-Stampiglien können daher auch in der Buchdruckerpresse verwendet werden. Stampiglien aus Celluloid empfehlen sich besonders dort, wo deren Abdruck unvergänglich bleiben soll (aas Vollmachten. Cessionen, Urkunden etc.); also vorzüglich bei Aemtern, Notaren, Advocaten, Spediteuren, Handlungshäusern n. s. w. Nachdem sich ferner auf Tuch, Leder oder Leinwand jjnte Abdrücke erzielen lassen, so empfehlen sich diese Stampiglien auch für Gewerbetreibende zur Markirung ihrer Erzeugnisse. _ Preise von 2 fl. aufwärts. Bestellungen für Cilli und Umgabung bei [J Johann Rakusch, Cilli, ™ Bachdruckarei, Papier- und Sckreib-materialianhandlung. W Prelaeonrante gratis aid fraaro. ifWs Eigenthum, Druck and Verlag von Johann Rakuscb in OUli. Verantwortlicher Redacteur Max Besoxxi.