Winters Flucht. e«W^em Winter wirb der Tag zu lang. Ihn schreckt der Vögel Lustgesang; Er horcht und hört's mit Gram und Neid, Und was er sieht, das thut ihm Leid; Er flieht der Sonne milden Schein, Sein eigner Schatten macht ihm Pein; Er wandelt über grüne Saat Und Gras und Keime srüh und spat: Wo ist mein silberweißes Kleid? Mein Hut, mit Demantstaub beschneit? Er schämt sich wie ein Bettelmann, Und läuft, was er nun laufen kann. Und hinterdrein scherzt Jung und alt In Luft und Wasser, Feld und Wald; Der Kibitz schreit, die Biene summt. Der Kukuk ruft, der Käfer brummt; Doch weil's noch fehlt an Spott und Hohn, So quakt der Frosch vor Ostern schon. H. Hoffmann. MissionS - Nachrichten. „Ein Schreiben deS Missionars F. Pirz aus ^,rt,r6oi-a<:Il6 in Indien 66a. 2. März l. I. belichtet Folgendes: »Im vergangenen Jahre habe ich über 5500 englische Meilen Missions. Reisen mit mehrmaliger Lebensgefahr gemacht, wo ich alle meine MissionS.Stationen aml.»c supsrior besuchte, und wieder über 100 Heiden taufte.s Am vmlmi 5il)i (Taubenfiusse), 5 Stunden von t3r9li66port9A6 legte ich den Grund zu einer hoffnungsvollen Mission an. Mit Zustimmung meines Bischofs verließ ich im Frühjahre ArdrecroollS und reiftte über 8ant auf ^ran^ßportISS. Von dort nahm ich alle schon vor« läufig versammelten Christen und Heiden in mehrere Schiffe, und wir kamen wie mit einer Kriegsflotte an genannten Fluß, wo ich am geeignetsten Platze erstlich den Erdboden unter der erfreulichen Kreuzes» Fahne weihete, und meine Indianer mit emei- passenden Anrede für die ncue Mission ermuthigte. Binnen 3 Tagen war eine ziemliche Strecke Hoch- waldes gelichtet und der Boden gereinigt, und es wurden sonach virle Zelte und eine geräumige Nothkirche aus Birkenrinde, inwendig mit bunten Zedermatten verziert, erbaut. Da ich für die Indianer ein großes Zug-Nctz um 70 Dollars kaufte, womit sie an der Ausmün» düng deS Flusses in den See jeden Abend mit 2 Zügen so viel guter Fische gefangen haben, daß die ganze Congregation hinlänglich alltäglich gesättiget war, konnte ich meine Wilden zur Feldarbeit an» leiten. Wir unterbrachen den Häuscrbau und verwen» beten einen Monat auf Feld» und Gartenbau, wo wir vorerst mehrere schöne Fluß, Inseln am vortrefflichsten Bod?n urbar gemacht, und gleich mit Erdäpfeln, Kukuruz, Erbsen, Fisolen und anderen kramlschen Garten-Sämereien besäet haben. Hier mußte ich jedem wißbegierigen Arbeiter alle Ar-beitS-Manipulationen practisch zeigen, und bald »hre Geschicklichkett und ausdauernden Fleiß bewundern. Nach Vollendung der Ansaat haben Zdie Indianer einer ieden Insel und jedem Felde einen Na» men zum Andenken der ersten Frucht - Erträgniß gegeben: z. B. 0pim>-mm68 (Erdäpfel. Insel), klinllIininick-mIues (Kukuruz.Insel), ^niteinmin-miii6g (Erbsen-Insel), ^skotssimin-miii«» (Fisolen-Insel), ^»wa8kw2NO-min6«6N8 (Blumen-Inftlchen), 86M2-MIN68 (Tabak. Insel), 1'eki8-miu63 (Rüben» Insel), MI)icIion-min68 (Kraut-Insel) 6to. Alsdann fingen wir wieder an, Wälder nieder zu hauen, und eine große Kirche aus masswem Holze mit H'lfe eines gedungenen Zimmermanns zu bauen, welche jedoch bis in den Herbst nicht vollendet werden konnte. Ein Schulhaus nebst einigen kleinen indi-schen Häusern konnte man ausfertigen, und so dcn Grund zu einem Dorfe legen. — 116 — Mit 2Kühen, 4 Schweinen und einem Dutzend Hühnern war der erste Grundstein zur Viehzucht hier gelegt. Eine gute Partie der aus meiner Baum< schule in saut mitgebrachten Bäumchen und neue Kornansaat eröffnete den Weg zur Pomologie. Be» allen häufigen temporalen Geschäften und vielenzelt« lichen Soi-gen >uar der Religions^ und Schuluncer-richt nicht vernachlässiget, denn ich hielt ordentlich zweimal des Tages, Früh und AbendS, Gottesdienst und Unterricht in der Kirche an die ganze Congre< gatlon, und hielt Schule mit 60 Kindern. Auch H.lden taufte ich fast alle Sonntage nach dem Gottesdienste recht feierlich, und vermehrte so die Chri« st.'Ngemcinde. Nachdem der Sommer un glücklichsten Betriebe ein 8pix und Nm-li'n» Reisebeschreibungcn gedacht wird, cine Gattung von ganz schwarzen Bienen gebe, die einen grünen giftigen Hcnig sammeln und schwär-zcs wohliicchcndes Wachs bereiten scll.n. Denn das Wachs wird aus dem Honig erzeugt, ist nun der Honig grün und giftig, was aber gar nicht wahlschcinlich ist, so kann unmöglich ein schwarzes wohlriechendes Wachs daraus entstehen. Uebrigens ist es auch nicht so schwer, wie es heißt, zwei geschwächte Stöcke unter eine Königinn zu vereinigen, weil die Arbeitsbienen zweier Stöcke einander nicht allezeit, wie der Hr. Verfasser sagt,: als Feinde behandeln, wenn sie sich auch nahe be- . rühren, und man braucht sie deßhalb zu ihrer Versöhnung auch niemals im Wasser zu baden/ son- . dcrn man vereinige sie nur Abends vor der Dämmerung mit einander und gebe ihnen cine gute Portion Honig zum gemeinschaftlichen Genusse, so werden sie gleich Bekanntschaft mit einander machen und künftige Freundschaft stiften, ohne daß nur eine einzige ihr Leben dabei verlieren wird.. Nur darf wan nicht zwei Bienenstöcke von ungleichen Weiseln, d. h. einen Zweit- oder Drittschwarm mit einem' Erstschwarm, oder mit einem Mutterstocke, der in demselben Jahre noch keinen Schwärm gegeben hat, vereinigen, weil die ersten zwei noch junge, oder sogenannte Singcrweisel, die letzten aber alte, schon' Brüt erzeugende Königinnen haben, iNdcm die Bie-' Nen von derlei Stöcken durch die Vereinigung sowohl sich selbst aufzureiben, als auch die Weisel gegenseitig umzubringen Pflegen, folglich darf man solche Bicncn von verschiedenartigen Weiseln niemals vereinigen, oder durch das Ilcbersctzcn oder Verwechseln ihrer Standplätze zu verstärken suchen. Uebrigcns befinden sich auch ,n den stärksten und volkreichsten Stöcken, außer der Schwarmzeit, nach einem bereits vor einigen Tagen ausgezogenen Vorschwärme, nie zwei Königinnen gleichzeitig in einem Stocke, weil cine Königinn, wcnn sie anders gesund, und noch nicht über zwei Jahre alt ist, durch ihre außerordentliche Fruchtbarkeit jeden Bienenstock hinreichend bevölkern kann. Denn ich habe schon mchrmal den Fall erlebt, daß ich in eincm gutcn Biencnjahre von einem Weisel 6 Schwärme, nämlich im Monate Mai 3 gewöhnliche, und im August, zur Zeit der Heidcnblüthe, vom Vorschwärme wieder 3 sogenannte Iungfrauschwärme erhalten habe; mithin ,st eine ordentliche Mutt.rbiene in einem Jahre nicht nur 10 bis 12,000, sondern auch 60,000, oder noch mehr junge Bienen zu erzeugen im Stande. Auch ist eS unwahr, daß die Bienen im Win' ter erstarrt liegen und sie erst die warme Luft erweckt; denn die Bicncn ruhen, wie es jeder Bienenzüchter weiß, auch im strcngstln Wintcr nie ganz — 118 — regungslos, wie die Fliegen oder andere Insekten, Daß aber die Bienen in sehr gelinden Win» sondern sie erregen stets ein leises Summen, und tern, wie der dießjährige war, in welchem man erhalten durch die Bewegung ihrer Flügel dir er- ihnen, damit sie nicht ersticken, den freien Ausflug forderliche Wärme im Blocke, damit sie vor Kälte^ gestatten muß, verhältnißmäßig mehr von ihrem nicht erstarren, und in einen gänzlichen Todtenschlum- Vorrathe verzehren, als in regelmäßig kältern mer gerathen, aus welchem man sie nach Ver. Wintern, ist eine auf Erfahrung sich gründende lauf von zwei Tagen auf keine Weise mehr erwek« Wahrheit. ken kann. G. I. -An meine lieben und verehrten Landsleute, Gönner und Freunde in Kram. <^rotz meinem innigsten Wunsche, thätig zu seyn, verlassen mich meine Lebenskräfte täglich mehr; meine körperliche Hinfälligkeit, meine 73 Jahre zwingen mich gebieterisch, von dem Studium der Natur und der Landwirthschaft mich zurück zu ziehen — da ich unfähig mich fühle, ferner für Krain und sein aufblühendes Museum thätig zu wirken. Ich zeige daher an, daß ich den ersten Mai den hochlöblichen Herren Ständen das bisher besorgte Curatorium des Landes-Museums, so wie die provisorische Vorstands «Stelle deS Museums-VereinS-Ausschusses, anheim zu sagen genöthiget war. Ich lebe jedoch in der Hoffnung, daß Sie, Hochverehrte, dieses vaterländische Institut, auch ohne meine, vielleicht Manchen läst,g gewordene Bitten und Aneiferungen, noch ferner unterstützen und seiner Vollendung zuführen werden. Es fehlt nicht mehr viel, da es sich nur um die Ueberbauung der bereits zugesagten Lokalitäten inl ersten Stocke des Lyceal« Gebäudes und um die Auslagen, welche die Abaptirung derselben er» fordern werden, und die wohl m,t oiroa Eintausend Gulden gedeckt seyn dürften, handelt. Wollen Sie, Hochverehrte, den Worten eines sehr schwer von Ihnen Scheidenden Gehör geben, wollen Sie ihm seine letzten Lebenstage versüßen, wollen Sie Ihr unternommenes herrliches Werk krönen, so hängt es nur von Ihnen ab, dieß recht bald zu bewirken. Mögen sich in jedem Bezirke ein Paar Männer, von den Herren Seelsorgern und der Bezirks» obrigkeit unterstützt, vereinigen, denen Gemeinden die Tendenz des Museums erklären und sie zu kleinen Beiträgen ermuntern. Mögen sich in den Landstädten Männer die Mühe nicht verdrießen lassen, gleiche Ermunterungen zu verbreiten. Mögen in Laibach mehrere Patrioten sich diesen Bemühungen unterziehen. Mögen die Frauen, die so viele Geschenk« an daS Museum eingeliefert haben, diese Bemühun« gen ihrerseits unterstützen. Mögen alle diese auch die kleinsten Gaben nicht verschmähen, so wird sehr bald der erforderliche Vetrag beisammen seyn. Dann wird die Mitwelt die Liebe für das Vaterland, d