Nr. 56. Donnerstag, 8. März 1888. 1<17. Jahrgang. Zeitung. ^?^?"?."°"p"": Mi< Postvlrscnbung: ganzjllhli, fi, IN, haldjährig sl. 7.«0. Im «iomptoir: ll«!n.'^"' halbjähri« sl.s.M. Für die Zustellung in« Hau« g<">,jähri>, fl, ,. - Ins«tl»n»gtb»r: ffUr ^ ">nl xinserate bl« ,« < Drilln z»ti.. g,öft«l- :vr.><«!!« « tc.: >",', oilers» Wiebelhcluooen pr, Zcilc 3 fr, Dle „iialbachel .^ttNlng" «scheint täglich mit Ausnahme bei Gönn» und Feieiloge, Die »»»illlftrati»» beünbet fich lUllbnholgafse »5, die Mebactto« wienerftraßc 15, — Nnsranliert« Vr«« "nzubr,ngen, wodurch die Zinsen von Dar-g/n ' "^che zum Zwecke von Widmungsbauten a»f-kerd, "werde"' ^" der Einkommensteller befreit '"ter^tt- . Abgeordneten Ghon. Lax und Genossen Die 9«,?"" den Minister des Innern folgendermaßen: tische,, 2^"gierung '" Klagenfnrt forderte die kärn-Evas^tt ^""'^"- ausgenommen die Klageufurter Uch .;^' °"f. Darlehen gegen Wechsel einznstcllen zmvick. . ^"glichen Geschäfte nach Thunlichteit ab-Iol """'."ecursen dagegen gab das Ministerium keine gllmli^ H '"cd der Personalcredit in Kärnten genf.n? "'"erdrückt. Die kärntische Sparcasse in Kla-Llllldwiril3 c^" ^^er Art das Geld anzulegen der äloke Äc ^^' ^^^ Gewerbe und deu Handeltreibenden 'n andp. ^ Z^"^" ""d "ielnalö Verluste erlitten. Da der öst^ Ic^"'^" "ll^ Sparcass^u und die Filialen Achseln '''^'Ul'garischen Bank die Erwerbung von büchi, ?"^s Escomptes unbehindert fortbetreiben credits' k ^"^ die Entziehung des Personal- "lcht enl fluchtenden Verarmung'der Bevölkerung lanten?^'^"beit?t wird, so fragen die Intcrpel-^„,!„ der Mi"is^ ^^„^gt ist, den Erlass, welcher anordnet, dass die kärntischen Sparcassen ihre Gelder nicht mehr in Wechseln anlegen dürfen, wieder auf« zuHeben. Abg. Dr. Meng er interpellierte die Regierung wegen der Reform der Lagcrhausqcsehgebung. Dann 'folgte nach dem Schlussworte des Berichterstatters Fuchs die Abstimmung über H 1 des Legalisierungs-gcsetzes. Der Antrag Kühn bürg auf Rückverweisung der Vorlage an den Ausschuss wurde angenommen. Ueber Antrag des Abg. Siegl erhielt der Ans-schuss cine Frist von 14 Tagen zur Berichterstattung. Der Gesetzentwurf, betreffend die Unterstützung des nothleidenden Landes Görz, wurde ohne Debatte genehmigt. Der Antrag Sturm, betreffend die Aus» fertignng von Besitzurkunden über grunbbücherliche Liegenschaften, wnrde in erster Lesung dem Justiz-ansschusse zugewiesen. Dann folgte die Verhandlung des Gesehentwurfes, betreffend die Bl-stlcit'ing des Kostenaufwandes des Religionsunterrichtes au Volks- nnd Mittelschulen. Abg. Eduard Sueß vertrat den Minoritätsantrag, wonach jene Bestimmungen des Gesetzes, welche nicht zur Durchführung der Mitwirkung der Landtage be« dürfen, sofort durchzuführen sind. Der Redner erklärte, die Miuorität stehe auf dem Standpunkte der Regierung, dass die bestehenden Uebelstände dringend Ab' Hilfe verlangen, weshalb die Mitwirkung der Landtage nur insoweit, als es unbedingt nothwendig ist, be« ansprucht werden solle. Der Redner erklärte, die Be< stimmung des ersten Alinea des § 5. wonach der Reli» gionsnnterricht denConfcssionsgenosseujchaften zunehmen und die Kosten hicfür der betrchknden Schnle zuzu» weisen sind. bedürfe zur Annahme der Zweidrittel-Majorilät, weil darin eine Aenderung der Staalsgrund-gesetzc liege. Die Linke werde für die Aenderung stim» meu, könnte aber nicht anch für das Grseh stimmen, falls der Artikel 3 über die Mitwirkung drr Landtage unverändert nach dem Majoritätsantrage angenommen würde, womit zum lebhaften Bedauern der Linken das ganze Gesetz fallen würde. Abgeordneter Fuchs drückte seine Verwunderung darüber aus, dnss die Vorlage, welche doch von der Regierung dnrch den früheren Untcrrichtsminister Frei Herrn von Conrad eingebracht worden sei, erst jetzt, zwei Jahre nach der Vollendung des Ausschussbcnchtes. znr Verhandlung gelange. Es sei eine Pflicht, die Re» ligionslrhrer in entsprechender Weise zu entlohnen, wenn auch thatsächlich der Religions-Unterricht manchmal zu slavischer Propaganda missbraucht werde. (Unruh»', Rufe: Wo?) Der Gedanke, die Kosten des Religious-uuierrichtes durch eine Umlegung auf die betreffenden Rrligionsgenossen zu bestreiten, sei praktisch unausführbar. Um dem gegenwärtigen chaotischen Zustande ein Ende zu machen, müsse man daher zu einem leicht, schnell und allgemein durchführbaren Mittel greifen, wie es ebrn das vorliegende Gesetz biete. Doch hoffe Redner, dass die Religionslehrer sich dann auch ihrer Pflichtln gegen die Schule vollkommen bewusst würden und dass in den Schulen die Agitation gegen die so» genannte «Neuschule» fortan unterbleiben werde. Diese Agitatwn sollte so wenig geduldet werden, wie die auf der Kanzel zugunsten der konfessionellen Schule. Zum Schluss verlangte Redner bei tz 5 die Constatierung der verfassungsmäßig nothwendigen Zweidrittel-Majorität und appellierte an den Unterrichtsminister, seine Schuldigkeit zu thun. Minister für Cultus und Unterricht Dr. von Gantsch: Hohes Haus! Der Herr Abgeordnete für Troppau hat gegen Schluss seiner Rede davon gesprochen, dass Schweigen unter Umständen der Weisheit befserer Theil sri. Daraus, dass ich mich sofort nach Beendigung seiner Rede zum Worte gemeldet habe, wird der Herr Abgeordnete entnehmen, dass ich in diesem Falle der Weisheit besseren Theil nicht zu wich» len qeneigt bin. Auch erlaube ich mir bei diesem Anlasse ausdrücklich hervorzuheben, dass ich eine Ermah« nung an meine Pflicht — wie sie in diesem Falle erfolgt ist — durchaus nicht nöthig habe. Ich glaube für mich in Anspruch nehmen zu dürfen, dass ich bis-nun meine Schuldigkeit gethan habe, so gut wie ich konnte, und ich werde sie fürderhin thun, auch ohne Erinnerung seitens des Herrn Abgeordneten für Troppau. Die Situation, in der sich der Unterrichtsminister in der gegenwärtigen Debatte befindet, ist durchaus nicht so unangenehm, wie es der Herr Abgeordnete für Troppau meint. Ich werde Gelegenheit haben, den Antrag, welcher heute dem hohen Hause vorliegt, zu vertreten und den Standpunkt der Regierung ebenso bestimmt zu präcisieren, als ich dies im Ausschüsse zu thun die Ehre hatte, und ich glaube nicht, dass aus Jeuilleton. Dr. Holulis Vortrag. gtuppe dk! ^ ?""a.ung der hiesigen Frauen»Orts-l""l am . ""Aschen Schulvereines war uusercm Publi-zeboten ^angenen Montag die seltene Gelegenheit ^rika.'»^ d?e Ergebnisse der österreichisch ungarischen Ms Dr l?"°" aus dein Munde des kühnen For-Müsse lu . ?' Holub selbst hochinteressante Auf-^lub'sch" I"ten. Bevor wir anf die Wiedergabe des HM«! ük.? Ues übergchen, fcheint es uns an-""rlcherz ?.' "ste Afrika-Reise des vaterländischen , < U » vorauszuschicken ' M er zum K^" stiren verließ Emil Holnb, kaum ^rt wo?»," ^°"°l der gesammten Heilkunde promo-ln^inent °:, ' seme Heimat, um fern im schwarzen ^ H sieben «f. Forschuugsdrange qenüqezuleisten. H°lub,,?lahrwem Aufenthalte in Südafrika kehrte K?'? naturbisj^^ 5'""^' cr brachte eine groß-^'sen der N! r ^^ Sammlung mit, welche in del. ^""ffentl^M." berechtigte Bewunderung erregte; w ^ in SZ.s -'."" '"teressantes Ncisewcrk' «Siebeu .?e und N'""'' das in drei Sprachen übersetzt V^tten MHen Absah fand. Bald gab es keinen siM" kan, ''? ""Hr. der nicht den österreichischen ^ürdiq ei, ^"^1 seine Forschungen in Afrika be» H°lub h' ,?^"ingstone ""d Stanley anreihte, d r. 3' die e/3 Fe s'ch aber keineswegs mit den Lur-wither t °"lch seine erste Reise erntete. Sowie es ^ Kndrän^ " Stürme und Strandnngen immer ?V" twhU '" die bewegte See, so zog es den wensckl^ ^fahren wieder in jene Gegenden, '^>n)e Civilisation noch nicht hingedrnn- gen. wo für die Wissenschaft noch manches zu leisten ist. Rasch entschlossen, fasste Holub den Plan zu einer zweiten Afrilareise. die noch weit großartiger war als die erste und die er im November 1883 in Geslll-schüft seiner wenige Tage vor der Abreise ihm an-getrauten Gattin nnd der Reisegefährten Karl Bulac, Ianos Fekrte, Ignaz Leeb, Iofef Halouska. Oswald Söllner und Josef Spiral — durchwegs tüchtige Handwerker, antrat. Diese Reise bildete den Gegenstand des von Dr. Holub im landschaftlichen Rrdoutensaale ab. gehaltenen Vortrages, dessen Inhalt wir im Nach« stehenden, soweit unser Gedächtnis reicht, wiedergeben wollen. Zu Begiun des Vortrages warf Dr. Holub vor allem einen Blick auf jene bösen Tage. wo er. von Unglück nnd Widerwärtigkeiten aller Art verfolgt nnd von Gefahren dnrch die ',hm und den Seinen feindlich gesinnten Maschukulumbe umgebeu, krank und ohne Mittel — seine Expedition für gescheitert, sein und seiner heldenmüthigr» Fiau Unternehmen für miss« luugen achten musste. Glücklicherweise sei Hilfe zur rechten Zeit in der höchsten Noth gefunden worden. . . . Der Probleme, fuhr Dr. Holüb fort. welche ich mir für die afrikanische Expedition gestellt hatte, waren vier. Erstlich die Ergänzung meiner früheren Reisen, zweitens die Erreichung der groß-n Seen Inncr-Nflika's von Süden her, drittens die Erforschung des Gebietes der Maschukulumbe, viertens die Aufbringung von Sammlungen. Alle diese Absichten bis auf die zweite wurden erreicht. In welchem Masic und bis zu welchem Grade die Ergebniss!» meiner Forschungsreise eine Bereicherung unserer Kmntmsse Mr jene Gegenden sein werden, darüber werden die Mäuner der Wissenschaft urlheilen, wenn die Ausarbeitungm meiner Tagebücher erscheinen werden, darüber wird auch das große Publi- cum imstande sein. sich eine Meinung zu bilden, wenn die von mir beabsichtigte Ausstellung meiner Samm» lungen in der Rotunde im Prater zu Wien ihm vor Augen gestellt sein wird. Durch den Exportverein in Wien in meinem Unternehmen wesentlich gefördert, war ein Theil meiner Bemühungen, besonders unmittelbar nach unserer Ankunft im Caplande, auch der Vermittlung neuer Handelsbeziehungen jener Gegenden mit Oesterreich-Ungarn gewidmet, und auch diese Bestrebungen sind nicht ohne glückliche Erfolge geblieben, obgleich gerade die Aer-anstaltung der Ausstellung der zu diesem Zwecke mitgenommenen Waren großen Schwierigkeiten begegnete. Sir Varlle Frere, der frühere britische Gouverneur des Caplandes. welcher meine bezüglichen Absichten auf das freundlichste und entgegenkommendste gefördert und uuterstützt hatte, war von diesem Posten entfernt, als ich zum zweitenmale aus Europa aukam, und sein Nachfolger verhielt sich ganz anders gegen mich und mein Unternehmen. Man wird es übrigens seither bedauert haben, mir nicht jene Beachtung zutheil werden zu lassen, welche ich mit Fug meinte, in Anspruch nehmen zu können. Meine Hinweise auf bedeutende Kupfer-miuen, von welchen ich der Regierung des Caplandes Kenntnis gegeben, haben sich bald nachher als vollständig richtig erwiesen und sind bekanntlich ein Haupt-gründ für die Unternehmungen der Deutschen in Angra Pcquenna geworden. Durch die bedeutenden Zollforderungen für dle von mir behufs Veranstaltung einer Ausstellung mit-genommen!» österrtichifchcn Waren kam ich bald nach meiner Ankunft in Capstadt in nicht geringe Schwierigkeiten. Mit Hilfe der großmüthigen Unterstützung, welche Se, Majestät unser Kaiser und meine Wiener Freunde mir zukommen ließen, wurden dieselbm überwunden. Laillacher Zeitung Nl. 56. 474 «. März 1888. diesem meinen Standpunkte irgend eine Unannehmlichkeit für die Unterrichtsverwaltung oder mich erwachsen könnte. Das einzig Unangenehme für die Unterrichts-verwaltunq bestände darin, wenn das Gesetz als solches mit seinen Grundsätzen überhaupt nicht zustande käme. Darin würde ich allerdings einen wesentlichen Nachtheil für die Schule erblicken. Ich muss aber, bevor ich auf den Gesetzentwurf selbst eingehe, noch eines kleinen chronologischen Irr« thums erwähnen, den der Herr Abgeordnete für Trop-pau bereits zu berichtigen die Güte hatte. Ich bin am 5. November 1885 ins Amt getreten, und der vorliegende Entwurf wurde am 8. Oktober desselben Jahres von meinem Amtsvorgänger eingebracht, womit ich nicht sagen will, dass ich nicht die Anschauungen des Gesetzentwurfes in vollstem Maße anerkenne. Die Verhält, nisse, welche sich gegenwärtig auf dem Gebiete der Schul-Administration in Bezug auf diesen Gegenstand herausgebildet haben, sind in der That ganz unhaltbare, ich kann sagen, unmögliche geworden, und ich glaube wenigstens aus den Verhandlungen im Schul-Ausschusse entnehmen zu dürfen, dass die weitaus überwiegende Majorität des hohen Hauses dieser Anschauung beittitt. Evens) haben auch die verschiedenen Landtage Gelegenheit gehabt, in dieser Beziehung mit Wünschen an die Regierung heranzutreten, und gerade in den Landtagen der größten Länder wünscht man am aller» dringendsten das Zustandekommen dieses Gesetzes. Das Gesetz, das eine Abänderung des Gesetzes vom 20. Juni 1872 bezweckt, enthält im wesentlichen drei neue Grundsätze. Der erste dieser Grundsätze be« steht darin, dass bezüglich der Remunerierung oder Systemisierung von Religionslehrer-Stellen künftighin an Stelle des administrativen Ermessens die gesetzliche Norm tritt. Dies ist eine Bestimmung, welche ich nicht besonders vertreten zu sollen glauben, den es liegt zwei« fellos in der Billigkeit, dafür schon 6x le^e vorzusor-gen, dass den Religionslehrern unter gewissen Voraus» setzungen und unter Einschränkung der Unentgeltlichkcit auf die Unterclassen an der Volksschule eine besondere Remuneration oder Entlohnung in irgend einer Form ertheilt werde. Der zweite Grundsah, der hier zur Geltung kommt, besteht darin, dass im Gegensatze zu den bisherigen Bestimmungen künftighin der Aufwand für den Religions-Unterricht dieser Art zum ordentlichen Schulaufwande gerechnet werden wird. Endlich ist ausgesprochen, dass hinsichtlich der Ausführung dieses Ge» sehes die Landesgesche die näheren Normen zu erlassen haben werden. Diese Grundsätze, welche nicht aus Er» wägimgcn principieller Art, sondern aus den praktischen Bedürfnissen der Schul-Administration mit Noth« wendigkeit hervorgegangen sind und der Unterrichtsverwaltung sich aufgedrängt haben, finden, wie gesagt, von keiner Seite irgend einen Anstand. Es wird, falls das hohe Haus diesem Gesetzentwürfe seine Zustimmung ertheilen sollte und Landesgesetze zustande gekommen sind, eine volle Ordnung auf diesem Gebiete hergestellt werden. Der gegenwärtige Zustand ist mit Rücksicht auf die früher bestandenen oder besser bestehenden Ee-setze sowie mit Rücksicht auf die Entscheidungen des Verwaltungsglnchtihofes ciu außerordentlich schwieriger. Währ.nd der Verwaltungsgerichtshof einmal an« erkennt, dass der Aufwand auch jetzt schon zum ordent« lichen Schulaufwande gehöre, in dem Sinne, dass diejenigen Factoren, welche für den allgemeinen Schul» aufwand concurrieren, auch in diesem Falle die nöthigen Mittel beizustellen haben, sei es die Schulgemeinde, der Schulbezirk, der Landesfonds oder der Normalschulfonds, so erklärt der Verwaltungsgerichtshof auf der anderen Seite, dass bei Aufbringung dieser Mittel der berufene Concurrenzfactor zu beachten sei, der durch die Religions»Genossen gebildet wird. Die Durchführung dieser letzteren Entscheidungen ist nun ganz unmöglich, weil, wie hervorgehoben nud auch vom Herrn Vor-redner betont wurde, Cataster für die einzelnen Reli-gions-Bekenntnisse nicht geführt werden. Es erübrigt daher für mich bei der Vertretung dieses Gesetzentwurfes, nur auf jene Abänderungen hinzuweisen, welche sich gegen die Regierungsvorlage im Schul'Ausschusse ergebeu haben. Es wurde zunächst ein Artikel 2 eingeschaltet, der die Bestimmung enthält, dass die Bezüge im Sinne des neuen Gesetzes nicht in das Minimaleinkommen einzurechnen seien; ein Gesetzartikel, gegen welchen die Regierung von ihrem Staudpunkte gar nichts zu erinnern hat. Die Regierung hat jcdoch in ihrem Entwürfe im Artikel 2, der nun nach Einschaltung des neuen Artikels 2 der Artikel 3 heißt, einen zweiten Absatz proponiert, der lautet: «Nur die Bestimmung des Absatzes 1 des vorstehenden § 5 ist in Bezug auf die bisher systemisierten und noch weiter zu systemisierenden Religionslehrer-Gehalte und Remunerationen mit dem Tage der Kundmachung des gegen» wärtigen Gesetzes in Vollzug zu sehen.» Das heißt, die Regierung hatte die Absicht, im Gesetze dafür Vorsorge zu treffen, dass für die Zeit vom Zustandekommen dieses Gesetzes bis zum Zustandekommen von Landesgesetzen in klarer Weise Vorsorge getroffen werde, um in administrativer Beziehung auf Grund des Gesetzes vorgehen zu können. Dieser Entwurf der Negierung hat sich des Beifalls des Schul-Ausschusses nicht erfreut, und es ist ein sogenannter Compromiss-antrag zustande gekommen, der jedoch die Majorität im Ausschüsse nicht gefunden hat. Es liegt uns nun ein Minoritäts» und ein Majo» ritätsantrag vor. Der Minoritätsantrag enthält nicht genau das. was die Regierung sich vom hohen Hause erbeten hat; er sagt das in einer etwas verschleierteren Form. und ich habe keinen Anstand genommen, im Ausschusse mit Rücksicht auf die Chancen des Zustandekommens des Gesetzes mich sofort für diesen Autrag auszusprechen, nachdem dieser Antrag wenigstens jenen Propositionen näher kommt, welche die Regierung ge-macbt hat, als der Antrag der Majorität. Die beiden Artikel 3 der Minorität und der Majorität unterschei» den sich nur — ich muss dies hervorheben — im wesentlichen durch die Deutlichkeit oder Undeutlichkeit ihrer Fassung. Während im Antrage der Minorität gesagt wird: «Das gegenwärtige Gesetz tritt, soweit zur Ausführung desselben nene Landesgesetze erforderlich sind, gleichzeitig mit diesen in Wirksamkeit» — enthält also implicite, wie auch der Minoritätsantrag in seiner Motivierung hervorhebt, im wesentlichen dasselbe, was d.r Antrag der Majorität enthält. Allerdings wird das durch den zweiten Sah: «und werden mit diesem Zeitpunkte die widersprechenden Vorschriften außer Kraft gesetzt», bis zu einem gewissen Grade in Zweifel ge-zogru. Ich bin auch der Ansicht, dass, ob nuu die eine oder die andere Fassung in diesem hohen Hause angenommen werden möge — und ich wünsche vor allein das Zustandekommen des Gesetzes als solchen -^ es gar keinem Zweifel unterliegt, was auch von keiner Seite bezweifelt wurde, dass es uicht in der Competes der Landesgesetzgebung liegen kann, Reichsgesetze abzu« ändern. Ich möchte mir erlauben, weiter hervorzuheben, dass, welcher Artikel immer angenommen wird, die Administrativ!! immerhin nicht in jene klare Pusü'^ gebracht ist, in welche sie gekommen wäre nach dein Antrage der Regierung. Beide Fassungen — und anct) der Herr Berichterstatter der Minorität hat in seinen« Vergleiche mit dem Pentagramm dies hervorgehoben --sagen nicht mit Deutlichkeit das, was die Regierung wollte. Es folgt daraus mit Nothwendigkeit, dass unter alleu Umstäudeu sich gewisse administrative Schwier^ leiten ergeben müssen und dass die Thätigkeit der Unter-richtsverwaltung, welche das baldige Zustandekommen von Landesgesetzen auf das sehnlichste wünschen wilrde. doch bis dahin im wesentlichen nur eiue provisorische sein kann, nachdem sie abwarteu muss, in welcher 23e:»e das Neichsgesetz ausgeführt wild. .. Ich erkläre daher nochmals, dass über die Oll-tigkeit der reichsgesetzlichen Normen, soweit ReichsgeW abgeändert werden, kein Zweifel bestehen kann, da>s aber bei beiden Fassungen wesentliche Schwierigkeiten für die Administration sich ergeben werden und da! die Unterrichtsuerwaltung unter allen Umständen gezwungen sein wird, nur in provisorischer Weise vor-zugehen und erst dann die volle Ordnung — welche von beiden Artilelfassungeu auch angenommen wird -- ^ gestellt sein wird. wenn einmal die Landrsgesehe ^ stände gekommen sind. Meine Bitte an das hohe Haus geht daher vor allem dahin, weil ich das wichtigere uud höhere ^" teresse der Schule hier zu vertreten habe, es möge den' hohen Hause gefallen, das Gesetz als solches zu.^ nehmigen. Es ist aber dringend nothwendig, dass dme Gesetz zustande kommt, wenn Sie uns aus dem ^'7 wiederhole es — chaotischen Zustande, in dem siH ^' Administration auf diesem Gebiete befindet, endlich " freien wollen. Ich gebe auch der sicheren Erloart'W Ausdruck, dass die Landtage, wenn dieses Gesetz lN ^ einen oder anderen Form zustande gekommen 1 wird. auch möglichst bald Landesgesetze beschiße ' damit für die Unterrichtsverwaltuug auch der immer« noch schwierige administrative Zwischenzustand "i lichst abgekürzt werde. . i, Der folgende Reduer. Abg. Heinrich, ""N ^ der Religionsunterricht könne gegenwärtig O^^ halb nicht entsprechen, weil ihm viel zu wenig ^i ^ stunden gewidmet sind. Außerdem herrscht ein wa/M §,, chaotischer Zustand, indem niemand den ^ug' ^ unterricht regle und controliere. Dazu tonnue / dass von 16.400 Volksschulen 12.000 ein- und s" classig sind, an denen die Religiunsstunde "st/!, ' ausfallen müsse, weil der Geistliche mit der bettM"',^ Seelsorge überbürdet sei. Der Rcduer Die zum Theil wenigstens unfreiwillige Dauer unseres Aufenthaltes in der Eapstadt wurde zur besseren Vor« bereitung meiner sechs Gehilfen — die ich aus 700 Gesuchswervern auserlesen habe — für unsere Expedition so gut als möglich ausgenützt. Ich gab ihnen regelmäßigen Unterricht in allen jenen Theilen der Wissenschaft und der praktischen Arbeiten, in welchen sie mich unterstützen sollten, in Ornithologie, Mineralogie. Meteorologie u, s. w. und fand so viel glückliche Begabung und guten Willen bei ihnen, dass sie aus gewöhnlichen Arbeitern wirklich fast zu Wissenschaft-lichen Assistenten sich herausbildeten. Ihrer Hilfe und der ausdauernden Unterstützung meiner Frau verdanke ich es, dass es mir trotz der Schwierigkeiten uud des Unglückes, welches über die Expedition hereinbrach, gelungen ist, eine Fülle von Sammlungen zustande zu bringen, wie noch kein Afrika-Reisender vor mir. In raschen Umrissen zeichnete der Vortragende das abgestumpfte südliche Dreieck des afrikanischen Continents uud den Lauf des Orange«Flusses. des Lim« popo und des Zambesi an die Tafel, bezeichnete die Richtung, in welcher die Expedition sich bewegte, und charakterisierte in großen Zügen die Eigenthümlich» keiten der Landstriche, welche durchzogen wurden. Die Landstriche im Orange-Staat und Transvaal, durch welche die Expedition nach dem Gebiete der Betschuana sich bewegte, sind trefflich für Viehzucht geeignet, die denn auch im großen Umfange betrieben wird. Das Land ist keineswegs dicht bevölkert; zusammenhängende Ortschaften sind selten. Die Farmer sitzen in der Mitte ihrer Ländereien, und es gibt nicht wenig solche, die bis zu 5000 Morgen Landes besitzen, wovon allerdings nur ein ganz unverhältnismäßig kleiner Theil unter den Pflug genommen und bebaut wird. Der größte Uebelstand ist aber der. dass in diesem viehreichen Lande keinerlei Veterinärgesehe bestehen. Dr. Holub, der natürlich auf die landesübliche Weise mit vier Riesenwagen, jeder mit vielen Paaren Ochsen bespannt, reiste, hatte bald genug, ja fast unmittelbar nachdem er sich von der letzten Eisenbahnstation eutferut hatte, unter diesen Umständen zu leiden. Seine Zugthiere wurden von der Lungenfäule befallen. Es gelaug ihm noch, eine Farm zu erreichen, deren Eigenthümer ihm gestattete, einige Wochen zu verweilen, währeud deren es gelang, die Herde zu heilen. Als die Zugthiere bald darauf vom Milzbrand befallen wurden, hatte der Reisende gleichen, zumeist glücklichen Erfolg der von ihm angewendeten Cur — der Impfung, zu verzeichnen. Der längere Aufenthalt wegen der Erkrankung der Zugthiere brachte jedoch bald nachher die Expedi» tiou neuerlich in eine sehr unangenehme Lage. Durch jenen Aufenthalt war die günstige Zeit für den Marsch über das Hochland, welches man bereits erreicht hatte, versäumt worden. Der Wiuter. welcher an der Küste als Regenzeit auftritt, ist auf dem Plateau durch große Trockenheit gekennzeichnet. Es begann Futtermangel für die Zuqthiere einzutreten, und infolge der Theuerung des Futters — Holub hatte täglich bei 100 fl. dafür auszugeben — gerieth die Expedition in pecu-niäre Schwierigkeiten. Wie iu den Zeiten seiner ersten Afrilareise, half sich Dr. Holub auch in diesem Falle; er nahm seine Thätigkeit als praktischer Arzt wieder auf. Auf diese Weise erwarb er die Mittel, weiter zu kommen. Im Gebiete des Oranje Staates hatte Dr. Holub bei dem Präsidenten dieser Republik, Mr. Brand, freundlichstes Entgegenkommen und vornehmlich Gelegenheit gefunden, interessante Gravierungen der Buschmänner auf Diorit uud Diabas zu sammeln. Im Transvaal hielt sich Holub insbesondere in der Stadt Linotaua auf, wo besonders die Herbarien der Expedition große Bereicherungen erhielten. Längs des Marico, ^ südwestlichen Seiteustusses des Limpopo, gelangte ^ dieseu uud wandte sich sodann gegen Schosch^ .^ Hauptort des östlichen Äamanguato-Landes, ^ .^,, Freund Kahama. «eine Perle unter den Schwäche herrscht. Auf dem Wege dahin lieferte die Jagd. ^^ Holub auf Orund der Erfahrungen seiner 1",^ Reisen durch die Schwarzen betreiben ließ. erg ^ Beute für den Unterhalt der Expeditiou "N" Sammlungen. , i^ei In Schoschong hielt sich die Expedition über ^ Monate auf. Die Weiterreise nordwärts g^ sjch. Zambesi gieng unter großen Schwierigkeiten v ^ besonders infolge des Mangels an Wasser "' <,»f riesigen Staubwolken, welche deu laugen ^e'i^ ,^^ mehrere Kilometer Länge schier thurmhoch eu^'g" Da,ul kam noch. dass die schwarzen Treiber a>^B wegen der Gefahren der Reise davonliefen. ^' ^in0' und Noth wurde endlich das Waldgebiet von B klenjana erreicht, welches dem Zambesi ich"^,,spilce''' nahe ist. Hier sah Frau Holub zuerst Elepha" " ^„„ Leider wurde auch dieses Waldgebiet nicht P"' ^ die Station PaudamaTenka nicht erreicht. oy> ^>>e Missqeschick zu erfahren, das die Fortsetz»ug fast unmöglich machte. .. _"d^^ V-j geu dem Zuge voraus, klärten mit Aet"" ^bl'A,i und reinigten die Lagerplätze von dem " ^llV 'Machäu». So langte die Expedition naH " /* Mühsalen in Pandama-Tenta an. jacher Zeitung Nr. 56. 475 8. März 1888. bch für den confessionellen Charakter der Volksschnle. ^le katholische Schule sei da. allein sie werde von memnndem gepflegt. Er beantragt schlichlich die An« ayme emer Resolntion, welche den Schnlansschnss auf-Moert. über eine Reform des Religionsunterrichtes n den Volksschulen eingehende Berathungen zu pflegen. . ^ach Heinrichs Rede wurde die Verhandlung über °ae ^atrchetengesetz abgebrochen. — Die Abgeordneten A^ leg er. Herold i:nd Genossen interpellierten "" "«lgierunq wegen der Schule in Krnman; die Ab-»ordneten Dr. F o r e g g e r und Genossen iuter-^uierten den Iustizminister wegen der angekündigten Ernennung eines zweiten slovenifchen Notars in Cilli. ^ ^ ^'buntl wurde hieranf uln '^4 Uhr geschlossen ^no d'e nächste Sitzung auf Freitag, den 9. d. M., Politische »leliers,cht. zu,...(^le nächste Delegations-Session.) 2 Uuch der nächsten ordentlichen Delegations-Session sick l'^ ' ^^ ^'^^ "lit Rücksicht auf den voraus' he?!, 3 verlauf der parlamentarischen Arbeiten in den Um5" ^"^" der Monarchie, dann auf den ferneren "«Mnd. dass am 13. Mai d. I. die Enthüllung drs in Wien stattfindet, wohl werd'" ^ ^"' Hälfte des Monates Mai eröffnet wrn^'ö dem Budget-Ausschüsse.) In der C ^"ngen Sitzung des Äudget^Auischusses wurde das Ans 'Mautru» behandeit. In Erwiderung einer "'Mag« des Abg. Dr. Heilsberg erklärte der' Rcgie-">g«vertreter Ministrrialralh Scheck, dass entsprechend Aefu ^" ^"^^^ ein Gesetzentwlirf. betreffend die bei!^"' ^ Mauten, im Finanzministerium ausgear-mdN ' ""^ bereits fertig sei. um zur Einsicht zu ^ Züchtung an die übrigen (Zentralstellen geleitet beil«, '^" demselben Ausschusse trat Abgeordneter ^^ für die Verbesserung der Lage der Brief-seher ti/°'^n'tsdiener und Telegraphen-Streckenauf- '"ini^^i'^^'^^U«' des Unterrichts. ^rläs« ., ^ '^""dnl List. erfährt ans angeblich dass der Unterrichtsminister Dr. von N'svic^ '^". ^"^"' Zeit die Schulen in Dalmalien »"^lrreu werde. gearb!i?!^^'"^"^ Das von der Regierung aus-bestim^ """' Marteuschutzgrsetz enthält folgendeStiaf. Mcherp?'!!'^ ^" ^""" "^ ^schlich geschützter Marke wer :. "" s"Ulich in Verkehr setzt oder feilhält, ferner Mackt s-3^."' Zwecke wissentlich eiue Marke nachmacht, biz !>' ?/""s Vergehens schuldig und ist mit Arrest dulden z ? s^^"at"l oder mit Geld bis zu tausend sind in^" Verhandlungen mit dem Lloyd) °hne ,„ ^u^estrigen letzten Sitzung beendet worden, l" dies r??,' ^'sultate gefiihrt zu haben. 'Nachdem "ochlnala^ '^""^""ä die Delegierten des Lloyd Sllbl)?„.i ^ Erklärung abgegeben halten, von ihrer Zu kö»,,1 '"^"""a. von 1.440.000 fl. nicht abgehen und Sck'l'l."'"^ denselben der Entwurf eiues Post. ^lotoluls - ^^""^"l;es übcrgebeu uud gleichzeitig en, dass die M "^""^l' welches die Erklärung enthält. vo„ i lls^^""9"l sich über eine Sutwentioussumme leinellei ii . ^' geeinigt haben, uud dass uuter h'nausap "U""deu über das Ausmaß dieser Summe den 5>err "^" "^^" ^"'^- Diese Erklärung wurde Meinsan "' ^^ ^o als Ultimatum seitens der ge« das« ^," ^Mning mitgetheilt mit dem Beifügen, ^schloss.,, ^lcderaufnahme von Verhandluugen ans. Nach ^, /'. Das Anbot der Regierung bleibt bis ^''sserma? /Ä b" Generalversammlung, einer ge- K? ' elbstverständlichen Frist, in Giltigkeit. Gelneindr^s ^') Obwohl der Conflict im Ägramcr ^nunen er ^s. "^ ^" ^ach gegenseitigem Entgegen-^e dostest?' l Eompromiss beigelegt wurde, 'artete brnnoch :, .' s^ttgehabte Sitzung'des Gcmeiuderalhes ^teuden N'"l ^'^ulrute Scene aus. welche vom al> Cruadak provociert wurde. . "ufuna ,i " ^'^er lehute das Ansuchen um Eiu-ledoch mit ^5?"^^ldeullichen Sitzung ab. gestand ^"adak s.>! 'Ä^ "uf die Kürze der Zeit zu. dass Knülln i ss"' ?"^"l1 "ach Erlcdiguug der Tages-'°^"n all, ' ^""^ Der Gemcinderath verifici.rle ^" Cernkmii-^^^^lten Mitglieder, mit Ausnahme ." nicht b^< ""^ Dr. Schwarz, welche die Zuständig-k'ner IdH'den. Der Antrag Crnadak auf Erlassimg kommen .^^-' ^" Bischof Strußmayer wurde an-l ^ Graf w? '" ^'^' Deputation Badovinac. Lovrencic ^ von? "gewählt. Die Opposition stand vor-^""Ul'a Cn.^ ,"^'"«"^ ^s Antrages Zahar auf p ^ sich ^ ^ zum Ehrenbürger ab. Zum Schlüsse V^ll sick ? ^ """' Oemeindcrathe verabschieden. ,^l)len. ^,5 ^ '" """' scharfen Kritik der letzten ^3 ihm >,. ^^sitzeude eru.ahute ihu wiederholt. ?>- (Der?" ^ Wort und schloss die Sitzung. lV'staq i,n?,'"/s'sche Gesandte beim Kaiser.) "'^e Gsa^t "^ "" ^ Uhr überreichte der chine-le am Wiener Hofe, Hung'Seun, seine Crcditive, nachden, er vom Kaiser in Priuat.Audienz empfangen worden war. Hung°Seun begab sich mit einem Dolmetsch in großer Gala in die Ofencr Hofburg, wo der Empfang im kleinen Thronsaale statt' fand. Der Gesandte richtete an den Kaiser eine längere Ansprache, welche vom Dolmetsch in die französische Sprache übersetzt wurde. Hung»Seun gab dem Wunsche Ausdruck, dass die freundschaftlichen Beziehungen zwi-sch>u China und Oesterreich-Ungarn erhalten bleiben, und erkundigte sich im Auftrage seiues Kaisers uach dem Befinden der kaiserlichen Familie. Der Kaiser erwiderte in freundlichen Worten, worauf die Audienz nach wenigen Minuten zu Ende war. (Zur Situation.) Die Pforte hat also in der Form dem russischen Vorschlage Folge gegeben, dass auf Grund eines Irade' des Sultans telegraphisch an den Ministerpräsidenten Slambulou die Uugesetzlichkeit der Position des Prinzen von Coburg als Fürsten von Bulgarien notificiert wurde. Es kommt wesentlich auf den Wortlaut dieser Notificatiou uud ganz besonders darauf an, ob die Pforte zugleich die uatürlichen Cou» sequenzen einer solchen Erkläruug bereits angedeutet hat. Ist letzteres nicht geschehen, dann rmrd es viel< leicht zuerst zu eiuem aufklärenden Depeschenwrchsel zwischen Sofia und Constantinopcl kommen. (Das Ergebnis der serbischen Slup-schtina-Wahlen) ist in der Hauptsache schon bekannt. Es stellt eine zerschmetternde Niederlage der Liberalen uud des Herrn Rlstic dar. welch letzterer persönlich von der Wahlurue fernblieb. Nach der «Corre. spondance de l'Tst. sind 132 Radical?. 13 Liberale. 5 Unabhängige und 5 Eandidatm mit noch un« bekannter Parteistellung gewählt. Die Fortschrittspallei halte Wahlenthaltung beschlossen. Der König und das Ministerium Grnic sind. wie vorausgesehen werden konnte, die Herren der Situation geblieben. (Die italienische Regierung) gedenkt, angeblich um Gelder für den Fall einer Mobilisierung zu besitzen, wieder die Mahlsteuer provisorisch ein» zusühreu. Au auszermdeutlichen Credit, u fordert heuer der Kriegsminister 4'/.^ Millionen Lire zur Anschaf« fnng von Lcbensmitteln. 3.400.000 Lire für neue Festnngs- und 1.600.000 Lire für neue Feldgeschütze. (Aus Massauah.) Nach einer osficiellen De> Pesche meldete der italienische Posten bei deu Tata« Brunnen vorgestern bei Einbrnch der Nacht das Heran» nahen eines abessyuischen Detachcmeuts. Das Fort gab einige Schüsse ab. um deu Feiud zu verhindern. Wasser zn nehmen, worauf letzterer sich zurückzog. Nach Kund' schnfterbcrichtcn traf ein anderes abessynisches Detache-mcut bei den Thermen von Ailet ein. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben dem Vereine für die evangelische Diakonissen-Sache in Wien zum Baue eines Diakonissen-Spitales eine Unterstützung von 500 sl. aus der Allerhöchsten Privatcasse allcr-gnäoigst zu bewilligen geruht. — (Eine Entführung.) In Smyrna hatte iu den letzten Wintermouatc,, ein österreichisches Orchester, welches iu den verschiedenen Cafe-Chantanls spielte, gro> ßen Erfolg. Der Dirigent desselben war ein Oesterreicher. Johann Uuger, Musitlehrer, dcsscu Sohn und Töchter im Orchester die Hauptinstrumente spielten. Eine der vier Töchter, die 21jährige Anua, begann ein Liebesverhältnis mit dem Cassicr der Krcmcr'schcn Vierhalle in Smyrna, Simon Voudi, welcher beim Vater um die Hand derselben anhielt. Der Vater konnte seine Emwilligung nicht versagen, wollte jedoch die Hochzeit hinausgeschoben wissen; er wollte nämlich seine Tochter, welche die vielgefeicrte Primgcigerin scmcs Orchester war, so lauge als möglich bei sich behalten. Dieser Aufschub behagte jedoch den Lic< benden wenig, und als der Vater sich ihren Bitten weiter uuwillfährig zeigte, verschwand das Pärchen plötzlich am 11. Februar d. I. Infolge dcr Anzeige des Vaters beim österreichischen Consulate forschten die türkischen Behörden nach den Flüchtigen und fanden sie auch nach zwei Tagen iu eiucm Hotel, wo sie sich verborgen gehalten hatten. Johann Unger sah nun ein, dass es lein anderes Mittel gäbe, als die beiden Liebenden zu vereinen, und die Hochzeit fand uuu auch ordnungsgemäß statt. Allein nun ließ die östcrrcichis^e Behörde den Bo»di verhaften und wegen Entführung des minorenneu Mädchens vor Gericht stellen. Der zu dieser Verhandlung delegierte Triester Gerichtshof sprach den Augeklagten jedoch nut der Begründung frei, dass der väterliche Conseils zur Heirat vorhanden gewesen sei, von einer Entführung daher keine Rede sein könne. — (Der Fixsternhimmel) zeigt sich in der ersten Hälfte des März abends noch in sei »er ganzen Pracht. Später wird das herrliche Bild durch den Glanz des Mondes beeinträchtigt. — Das Zodialallicht ist in deu ersten vierzehn uud an den drei letzten Tagen des Monats unmittelbar nach verschwundener Abenddämmerung am westlichen Himmel bemerkbar. "(Für Gartenbesitzer.) Gartenbesitzern, die ihr Eigenthum nicht gerne von jedermann betreten lassen wollen, ist eine Vorrichtung zu empfehlen, die sich in einem schönen Privatgarten zu Palermo befindet. An der Thür steht «Oeffnet nicht». Einige Engländer, welche trotz des Verbotes in den Garten treten wollten, öffneten keck die Thür, wobei ihnen, als sie eben die Schwelle überschritten, ein gewaltiger Wasserstrahl ins Gesicht spritzte. — (Alfred Grünfeld) begibt sich am lOlen März zu mehrwöchentlichem Aufenthalte nach Paris, wo er am 18. und 25. März in Symphonie»Concerten spielen und hierauf drei eigene Concerte o.cben wird. — (Palais Semiramis.) Ein englischer Millionär, Herr Fay, der sich zu Guanajato in Mexiko niedergelassen hat, ist im Begriffe, ein?r sehr kostbaren Laune zu fröhnen. Er lässt sich nämlich einen prachtvollen Palast bauen, der wenigstens hundert Meter Höhe haben wird, mit unermesslichen Gärten, welche an die fabelhaften hängenden Gärten von Babylon erinnern werden und zu denen man auf einem riesigen Ascensor gelangt. Fay glaubt, dass man in einer solchen Höhe leben müsse, um vor den Mikroben in der Athmosphärr der großen Städte geschützt zu sein. Der lustige Palast, welcher den wohlverdienten Namen «Palais Semiramis» führen soll, wird in telephonischer Verbindung mit der Stadt Guanajoto stehen, und das Wasser wird aus einer in einiger Entfernung gelegenen Quelle hingeleitet, welche Fay gleichfalls käuflich an sich gebracht hat. Das Curio-seste dabei ist, dass dieser babylonische Palast, welchen enorme Pilaster von massivem Eisen tragen werden, ganz aus Papiermache (!) gebaut sein wird. — (Ueberwachung der Brücken.) Das Ministerium des Innern hat. für die Ueberwachung und Instandhaltung der an den Reichsstraßen bestehenden eisernen Straßenbrücken eine eigene Instruction festgestellt. — (Unüberlegter Vorwurf.) Sie: Geh' Alter, auf! es ist schon 8 Uhr vorüber! — Er: Ja, Herrgott, warum hast denn dies nicht schon früher gesagt!________________________________________ Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Die Kronprinzessin in Abbazia.) Aus Abbazia wird uns berichtet: Die Kronprinzessin wohnte vorgestern mittags und auch nachmittags dem Park-Concert im Freien mitten unter dem Cnrpublicum bei in Gesellschaft des Grafen Georg und der Gräfin Pasqualine Wald st ein, des Grafen und der Gräsin Coudenhove, des Grafen Festet ics und anderer Cavaliere; mittags ließ sich die Kronprinzessin durch den Obersthofmeister Grafen Vombelles die aus Volosca Herübergelommenen Graf Keglevich und die Barone Apfaltre^n, Lichtenberg und Herrn von Zichy vorstellen und gieng dann auf den Grafen und die Gräsin Brenner zu, mit denen die hohe Frau längere Zeit conversierte. Abends unternahm die Kronprinzessin eine Promenade auf dem Strande gegen Ila. Alle Welt ist hier entzückt von dem Liebreiz und der Leutseligkeit der hohen Frau. die sich hier sehr wohl fühlt und ihrer Zufriedenheit über den Aufenthalt in Abbazia wiederholt Ausdruck gab. Der Kronprinz soll diesertage hier eintreffen. Das Wetter ist etwas kühl, aber schön. — (Concert Zichy,) Graf Geza Zichy, der im Interest« der Kunst und Humanität rastlos wandernde Troubadour, erschien nach zwei Jahren gestern wieder vor unserem Publicum und wurde von demselben beim ersten Erscheinen mit sympathischem Beifalle begrüßt. Graf Zichy, der einhändige Clavieroirtuose, bewährte sich auch gestern wieder alS solcher. Es gehört in der That eine riesige Trainierung einer Hand dazu, um im Zu» Hörer das Gefühl wachzurufen, es seien zwei Hände, die da spielen. Aber abgesehen von dieser außergewöhnlichen Geschicklichkeit, zeichnen des Grasen Spiel auch Sicherheit und Schönheit des Anschlages und ein vornehmer Vortrag aus. Er spielte drei Pieren: «Erste Liebe», «Liebes« sommer» und «Letzte Liebe» eigener Composition, eine Don-Iuan-Phantasie und eine ungarische Phantasie eigener Composition, letztere mit Pros. Hubay zusammen, und brachte zum Schlüsse infolge des stürmischen Beifalles noch als Zugabe den brillant gespielten Vindobona-Walzer. Des Beifalls und der Hervorrufe war kein Ende. In Prof. Hu bay trat uns ein vollendeter Künstler entgegen, der uns gleich durch die ersten Töne schon vollends gefangennahm. Er brachte <>ben alles mit, was ein Violinspieler zu vollem Erfolge braucht: einen brelt-auslcgendcn. markigen, vollen Ton, eine jeder technischen Schwierigkeit spottende Sicherheit, einen seeleiwollen Gesang, einen künstlerisch abgeklärten Vortrag und — ein herrliches Instrument mit weichem, süßem Tone. In der im Vereine mit Herrn Luka gespielten Sonate zeigte Hubay alle Vorzüge seines Spieles in» glänzendsten und blendendsten Lichte, abgesehen von dem lebhaften Interesse, welches uns die hier noch nie zu Gehör gebrachte prächtige, trotz ihres Alters frisch und modern klingende Composition abgewommen, denn Nust ist säst so alt als I. Sebastian Bach, und trotzdem frappiert die Composition durch den iu ihr pulsierenden Schwung und ! den Reichthum an musikalischen Formen. Wunderbar schön , spielte cr mit breitem Tone und mächtig seurigem Ge- Laibachcr Feitung Nr. 56. 476 8. März «- fange eine Arie von Bach, vornehm und graziös «Cre-puscule» von Massenet, voll Feuer den «Valse caprice» von Wieniawski und ebenso die Polonaise von Wieniawski, welche der Künstler, um dem stürmischen Neifalle, welchen er hervorgerufen, entgegenzukommen, als Zugabe mit gleich vollendeter Meisterschaft fpielte. Herr Lula, welcher die Begleitung der Violinpiöcen besorgte und in Rusts Sonate den Clavierpart spielte, hat sich durch die Lösung der ihm gewordenen schwierigen Aufgabe (Prof. Hubay ist erst eine Stunde vor Beginn des Concertes in Laibach angekommen) um das Gelingen des Abends sehr verdient gemacht. Wir denken, auch die philharmonische Gesellschaft kann mit dem materiellen Erfolge des Abends zufrieden sein, denn das Haus war sehr gut besucht, und überdies hat der hohe Landesausschuss im Interesse des künstlerischen Zweckes des Concertes auf die Saalmiete verzichtet. — (Personalnachricht.) Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Notar Herrn Victor Rosina von Seifenberg nach Landstraß versetzt. — (Section «Krain»des Nlpenvereines.) Da die außergewöhnlichen Schneefälle des heurigen Winters bisher den im November v. I. befchlossenen Winterausflug der Section «Krain» auf den Monte Maggiore nicht gut zuließen, beabsichtigt man, denselben in der zweiten Hälfte dieses Monates auszuführen. In der eben abgehaltenen, recht gut besuchten Sectionsversammlung wurde unter lautem Neifalle auch mitgetheilt, dass die krainische Spar-casse zum Zwecke der beabsichtigten Erbauung einer Aussichtswarte auf dem Schifchkaberge bei Laibach einen namhaften Betrag gespendet hat. Darnach erfreute der bekannte Botaniker Herr Prof. Wilhelm Voß die Versammelten mit einem längeren Vortrage über das Edel» weiß. bei welchem Anlasse von einem Mitgliede der Sec« tion auch mitgetheilt wurde, dafs man in und um Lengenfeld diese vielgesuchte Alpenpflanze als Mittel gegen Bauchgrimmen schätze und aus ihr überhaupt in Fällen, da die Schleimhäute des Magens einen entzündlichen Charakter annehmen, den «Eoelweiß bereite. — (Die zukünftigen Landes st ratzen in Krain.) In dem vom Landtage in der letzten Sitzung beschlossenen Kategorisierungsgesetze werden folgende bisherige Bezirksstrahen als Landesstraßen erklärt: 1.) Die Weihenfelser Straße von Würzen bis zur Landesgrenze; 2.) die Lees'Veldes-Wocheiner Straße von der Eisenbahnstation Lees bis Feistritz in der Wochein; 3.) die Krain-burg-Steiner Straße von Primslau über St. Georgen nach Stein; 4.) die Trata-Bischoflacker Straße von der Eisenbahnstation in Trata bis Bischoflack; 5.) die Straße von Bischoflack nach Eisnern; 6.) die Straße von Bischoflack über Pölland'Hotaule durch das Kopatschnizathal bis zur Landesgrenze ober Kirchheim; 7.) die Straße von Stein über Mannsburg und Tersein bis zur Wiener Neichsstraße; 8.) die Stein-Tucheiner Straße über Sanct Martin, Neuthal bis an die Landesgrenze bei Möttnik; 9.) die Littai-Wagensberger Straße bis Pluska; 10.) die Radna - Nassenfuß - Treffener Straße längs der Neuring über Nassenfuß, Neudegg bis zur Agramer Reichsstraße nächst Nnterdeutschdorf bei Treffen; 11.) die Ratschach-Gurtfelder Straße von der Save-Ueberfuhr bei Steinbrück bis Gurlfeld; 12.) die Gurkfeld'Velibreger Straße bis zur Ein» mündung in die Agramer Reichsstraße bei Brod; 13.) die Großlup-Obei gurker Straße nebst dem weiteren Straßen» zuge über Seisenberg, Ainöd Waltendorf nach Rudolfswert; 14.) die Abzweigung von dieser Straße bei Ainöd über Tschermoschnitz nach Tschernembl; 15.) die Tschernembl«Wei« nitzer Straße bis zur Kulpabrücke in Weinitz; 16.) die Gottschee-Laibachcr Straße von Gottschee über Reifnitz, Großlaschüsch, Auerspcrg, Piauzbüchl bis zur Einmündung in die Agramer Reichsstraße bei Geweihten Brunn; 17.) die Reifnitz-Oblaker Straße, von der früheren bei Schlebitz abzweigend, über Soderschitsch, Neudorf bis Blosch« kapoliza; 18.) die Laas-Planinaer Straße von der kroa» tischen Grenze über Babnapoliza, Laas, Bloschkapoliza, Zirknitz bis Ratet und von da über Maunitz gegen Adelsberg bis zur Triester Reichsstraße; 19.) die Loitsch. Idrianer Straße, bei Kauze von der Triester Reichsstraße abzweigend, über Hotederschitsch, Godowitsch nach Oberidria und von da die Fortsetzung gegen Kirch' heim über Unteridria bis zur tolmeinischen Landes« grenze; 20.) die Rekastraße bei Struschnilar von der Fiumaner Reichsstrahe, abzweigend über Ober-Urem, Nritof bis zur lüstenländischen Grenze an der Brücke über die Reka bei Alofle; 21,) die Mantfcher Straße im Wippacher Thale von Wippach über Mantscha nach Braniza bis zur küstenländischen Grenze; 22.) die Gottschee-Tschernembler Straße von Gottschee über Mosel, Graflinden, Vresowih, Vrunngereuth und Doblitsch bis zur Tschernembl-Weinitzer Straße. Diese als Landesstraßen erklärten Straßenzüge haben eine Länge von beiläufig 514 Kilometer. — (Ein Lehrer« Veteran.) In Laibach wird heute ein Lehrer-Veteran, der jub. städtische Volksschullehrer in der Tirnauer Pfarre Herr Lucas Suschnik, zu Grabe getragen werden. Im Jahre 1802 zu Cisnern in Ober-lrain geboren, erhielt Suschnik, nachdem er seine Stu» dien absolviert, die Lehrstelle an der Tirnauer Schule und wirkte an dieser Anstalt volle 45 Jahre. Seit 18 Jahren befand sich der in seinem Berufe ungemein eifrig gewefene alte Herr im wohlverdienten Ruhestande. Alle, die ihn kannten, werden ihm ein freundliches Andenken bewahren. Das Leichenbegängnis findet heute um 4 Uhr nachmittags vom Tirnauer Pfarrhofe aus statt. — (Blattern-Epidemie in Laibach.) Stand der Blatternkranlen am 5. März: 33 Männer, 22 Weiber und 33 Kinder, zusammen 88 Kranke. Bis inclusive 6. März ist zugewachsen: 1 Weib. In Abgang gekommen, und zwar durch Genesung: 3 Männer, 2 Weiber und 3 Kinder, zusammen 8 Personen. Es verblieben sonach in ärztlicher Behandlung: 30 Männer, 21 Weiber und 30 Kinder, zusammen 81 Personen. Der Zuwachs gegen den Vortag hat somit um 2 Personen, der Ge-sammtlrankenstand um 7 Personen abgenommen. — In der Umgebung Laibachs: In der Pfarre St. Veit verblieben 5 Vlatternkranke in Reconvalescenz, weswegen das Erlöfchen der Epidemie in naher Aussicht steht. In der Pfarre Rudnit ist die Epidemie erloschen; in der Pfarre St. Marein sind 13 Kranke zugewachsen; in der Gemeinde St. Martin unter Großkahlenberg sind 3 Erkrankungen vorgekommen. In der Pfarre Brunndorf find noch 5 Kranke, und in Unterschischka sind neuerlich vier Kinder an Blattern erkrankt. — (Die Macht der Vora.) Aus Innertrain wird berichtet: Schon seit einigen Tagen quält uns die eisige Nora und bedeckt unsere Zimmcrböden und Möbel trotz der besten Fensterverschlüsse recht häusig mit einem feinen Schneestaube. Mit einer Vehemenz, wie schon seit einigen Jahren nicht, hauste dieser «Stoßwind> namentlich um St. Peter, Divaca und Dornegg. Man kann sich von der Heftigkeit desselben eine Vorstellung machen, wenn man von Vahnbediensteten die Mittheilung vernimmt, dass die Blechdächer mehrerer Waggons von der Bora aufgerollt und durch die Luft getragen wurden. In den Häusern glaubte man sich während der einzelnen Windstöße förmlich in das Gebiet periodischer Erderschütterungen versetzt. Das «Schneetreiben» war stellenweise ein so bedeutendes, dass die zum Schutze der Bahn erbauten Schneemaucrn und hohen Bretterwände aus den oft plötzlich entstandenen Schneehügeln gar nicht mehr herausragten. — (Wölfe in Ober train.) Der heurige abnorme Winter hat manchen Ortschaften sehr unangenehme Gäste gebracht. So wurde u. a. aus Neumarttl wiederholt gemeldet, dass sich in der dortigen Umgebung ein Wolf herumtreibe und großen Schaden anrichte. Am 4. d. M. gelang es dem Besitzer Jakob Primozic, den Wolf durch einen wohlgezielten Schuss zur Strecke zu bringen. Das Thier misst in der Länge 1'6 m und ist sehr gut genährt. Wie es heißt, hat dieser Wolf zahlreichen Schafen den Garaus gemacht und nach Angaben der dortigen Jäger über 60 Rehe getödtet. — (Bicycle - Elul>.) Der slovenische Vicyclisten-Club in Laibach veranstaltet heute halb 9 Uhr abends im «Hotel Elefant» einen gemüthlichen Unterhaltungs« abend. Auch die unterstützenden Mitglieder sind eingeladen. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Berlin, 7. März. Der «Reichsanzeiger» meldet: Beim Kaiser haben sich zu den allgemeinen Erkältüngs-erscheinungen schmerzhafte Nnterleibsbeschwerden gesellt; seit gestern ist auch der Appetit wesentlich vermindert, infolge dessen eine merkliche Abnahme der Kräfte eingetreten. Den letzten Nachrichten zufolge sind keine Besorgnisse vorhanden. Die eingenommene Nahrung übte eine belebende Wirkung aus und brachte eine Wendung zum Bessern hervor. San Remo, 7. März. Der Kronprinz verbrachte eine recht gute Nacht, fühlte sich gestärkt, war guter Stimmung und nahm das Frühstück mit vielem Appetit ein. Husten und Auswurf haben sich weiter vermindert. Der Kronprinz beabsichtigt heute wieder im Garten zu promenieren. Das Wetter ist prächtig. Paris, 7. März. Die Kammer genehmigte in ihrer heutigen Frühsitzung einstimmig die Creierung von fünf Generalinspectoren der Armee. — Die Appell» Verhandlung in der Affaire Wilson findet am INen März statt. London, 7. März. Die meisten Morgenblätter glauben, die Notification der Illegalität-Erklärung werde den Prinzen Ferdinand zum baldigen Verlassen Bulgariens veranlassen, betonen jedoch, nach der Abreise Coburgs dürfte sich die bulgarische Frage dringlicher und gefährlicher gestalten. «Standard» deutet an, Oesterreich-Ungarn, England und Italien würden keinen Fürsten anerkennen, von dem anzunehmen ist, dass er Bulgarien an Russland ausliefern dürfte. Belgrad, 7. März. Als definitives Resultat der SkupschtinaWahlen stellt sich heraus, dass unter den gemahlen Deputierten 133 Radical?, 15 Liberale und 7 keiner Patteirichtung Angehörige sich befinden. Eine Wahl ist annulliert worden. Sofia, 7. März. In unterrichteten Kreisen ver-lautet, die bulgarische Regierung werde sich nicht beeilen, auf die Depesche des Grohveziers betreffs der Illegalitäts-Ertlänmg des Prinzen Coburg zu antworten; eine solche Mittheilung wurde erwartet, und er- ihrilte Vlllkovic' in Constantinopel bereits die vorlbM Antwort. Das Eintreffen des Telegramms des Groß' ueziers rief keinerlei Besorgnis hervor. Volkswirtschaftliches. Laibach, 7. März. Auf dem heutigen Marlte sind "' schienen: 6 Wagen mit Heu und Stroh, 14 Wagen und 1 Lyon. — Friedmann, Krupla, Saus und Müller, »au," Wien. — Einspicler. Kaplan, Klagrnfurt. _______^-> Pelstorbcne. « Den 6, M ä rz. Maria Viragh, Veamtcns'Gattin, ^ .' Deuische Gasse 9, Tuberculose, - Ursula Fiala, Amts»"" Tochter, 2'/< I., Krakauergasse 27, Fraisen. <,, c? ^ Den 7. M ärz. Lucas Susnil, pens. Lehrer, «» "' lesiagasse 1, Marasmus. Meteorologische Beobachtungen in^aibach^ ^___«^ »-2? ö^ ^^---^-^ ^A. Mgll 74^5^—1?2" windstM"! Nebel^ ^ 7. 2 . N. 740-7 4>6 SW. schwach fast heller 9 . Ab. 7415 16 W. schwach bewöllt ^ Morgens Nebel, nicht lange anhaltend, dann l)"t"'^. Nachmittag Thauwetter: intensives Abendrot!,, "bends ^ Das Tagesmittel der Temperatur —16", um 4 2 um Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. -----------------.----------------------------------------------— «rost, Mit dem Winter und seinem leidigen ^folge H,^, Schneewehen. Glatteis ?c. beginnt, gleichsam als Ew!» , ,veiw auch das Regen der Vällc, seineu Diners lc. In der ^) ^ d>e drausien der Nordwind weht, wird am eifrigsten a^a>'i' ^^ Feinschmecker geben sich alsdanu mit Wohlbehagen den . ^,, ausgesuchter Speisen, edler Weine uud seiner ^,^, ^" Dieses Jahr gebürt die Palme dem echten Venedlct" ,^l auserlesenen Liqueur der Abtei zu Fecamp; durch ^M«^ lichen Geschmack uud durch seine touischcu und ^e " s^ M befördernden Eigenschaften hat sich dieser Liqueur b" ^W".^,, der verwöhnlesten Gaumru zu erwerben gcwusst. ^'«^ li>^,» ständigen Dessert und auf jedem wohlgarnierttn WM ^t '> heute der Vencdictiner drn ersten Rang ein. In ^"„,nittt^ nichw angenehmer und gleichzeitig gesunder, " ^iMcUl^/ nach dem Eis ein Glas dieses ausgezeichneten ^'"/^^. trinken. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, "" cn innigstgeliebtcn Bruder, beziehungsweise Onle>, v Pension, städtischen Volksschullehrer gestern morgens um 1 Uhr nach kurzen Le^' ',^, scheu mit den heil. Sterbesacramenten, 'U^fe'l- l «6. Lebensjahre in ein besseres Jenseits "^..jchei'c" Die irdische .hülle des «henren «"^fe d^ wird heute um 4 Uhr nachmittags im D" ^,l!l,'arl ^. Etaats.Anlllitn. 2i,V^!!.V...... "'" "" >8',<^ /,I, «^...... ?»^ci 7» 2b I8«"r "„/ ^^""«losc Ü5N fl, ,«o 25 '»! - lines'.«/ l>^^'"" « '»2-l.'!2 50 «e Elaateiose , ,00 ^ l„g,^ ls.4 - " ' . 50 ., 1!!3'50 >64 — °"»r. Notenrente, sw.crflei 92 2>i !,2 45 «°5° s^n!'^ '<^ slavonische' 103.25 --- Gcld Walt 5"/„ Tcmeser Vanal .... >li«'00 104-30 5"/„ lingarische...... 124'— >04'75 Andrre öffcntl. Anlchen. Doüa»°Nca..Losc 5"/n ^«N fl. . N7'20 l1?'7L dto, Vlnlcihc i!<7«, sleuersrei 1N4 75 105 70 Änlchcil d, Etadtgciüü'Nbt Wi«n ^<<'— >04'7b Änlchcn d, Eladlgüiiieinvc Wien (Cilbei und Gold) .... —'-- — — Pltiinicn-Vlnld.Slabtqem.Witn 13> 70 132 21, Pfandbriefe ch'!r !»<> sl,) Aodcnc». all,i. österr. 4"/„ Gold . 157-2!. i,!?'5,o d«o, in s>u „ „ 4'/,"/» > dli', Prämirn Schnl^vcrschr,»"/« 101 s>0 ü,2 — O>st,HyPc>N>csc»l,'i!lll I«j, 5i'/,"/i, I0>>s>l) UN 5l> Och i!»a, > a»! veil, 4>/,"/„ - - l0I 7^> IU2-25, dto, „ 4"/n , . i!» «0 IUNN, ttc', „ <"/o . , 9« «0 IUU 10 u>'^, "K>1, Äodencfcdit'Äcticnnes, », Pcsl im I, '^!!< verl, 5>>/,"/„ —'— — - Prioritllts-Oblissationcn (sllr luo sl,) LlisabelhlWcftbahn l, Emission —'— — — l5crdma»bl«-Nordbah,! i» Eilbcr 89 — 8S«N j5rn„z.I°scf,Vabn..... —'— —.— OaÜzischc .ssail-V»t>w>n »V^hn Em. I««I »<>« fl. E, 4'/,°/« ^ »?'20 97 60 Ocstcll. Norbwestbahn . . . iNb-Ll» inu-— Eicbenbillgcr ...... —— —-— Gcld Wai« Slaatsbahn l, Lmisfion , . ll<7-50 1»«'10 «Lüdbahn l^ »"/»..... l«»'— 14!'- „ l^ s.°/„..... Il7- - 1^7^,0 Ung.'ssaliz, Nahn..... l»0— »5-75 Diverse Lose (pci stillt), Ereditlose ino «I, . . , i?8'^ l?8'75 Elaly-Losc 4» sl..... s>N'2U - ^ 4"/„ Do„<>!!°Dampssch, 100 fl, ü'',— N»'- k<,ibachcr Prämicn»3l!lleh.20sl. 2l »n 22 50 Ofen» l!osc «U fl. . , . "2^ bk'25 Palffu.l'ose 40 sl..... 4»'— 4<» s>0 NotbcnKrc»,, öst,Gcs. v.iofl, 17— I7»<» Mndrls^'osc ,0 sl. , . 2« 50 «,'— Calm Vole u «n— «7 lw Vanluriein. Nicncr, U»0 jl, . ?!»^ «N ^ Vdncr.^Änst^öft.^noflE^o"/,, «'6'5<> LL7-5U <ärdl,^Uns<, s, Hand,u G,i«u ll. 2s>, >?N7 !°>0 L'!U — Depofilcnb^nl, ÄNq, 2n« fl, , >7<> — '?» — Le>coü,pte G,, Nicdeiost s.oosl, 510 — 520— b»po!hefcnl',.öst,2c»osl,25"/»(i, —-—------- Ländtlb., öft,2N0fl. G,.»»«"/!,«!. 800-5C 2Nl — Ors!ctr.>unss. Vcinl .... »55-- 857 — Uinoilbanl 200 fl..... 184-50 1«5' — BcrlebrSbanl, Nll<,,, 140 sl. . >47— 14?.50 Gelb Ware Actien von Transport-Unternehmungen. (per Stück). Albrccht'Nahn «ou fl. Sllb« . —'— —' — ?!I!öld.st!,!»i Äahn 200 sl. Silb , 17, — i?ü-- 3l!issig-Tcpl, ltiscnt'. i!00 fl, ÜM. — — —'— Bii^m. V Ges. Oestcrr, 500 fl. LVI, , , .347 — 349 — Dvcni-Lis,l«c>t,-Dli,,«,)l!N0fl,V. 10«- l«7>- Dux Äodenbe>cherE,«Ä2uosl.V.-------— — 0 fl, ,,Tricsl 50» sl,<5M, <»? — 4«n - Ocsterr. Nordwestb. »00 fl. Silb. 153 — 15» 50 dto. (lit, Il> 20« fl, Silber . —-- — — Pran-Durer liiscnb. 150 fl. Silb. I7-— 1» — Rüdols'Vah» 20« sl. Silber . 177 — 17».— Siebci'l'iiraci' Eisenb, 200 «, . —-— — - Staatseisenbahn 2uo sl, 0, W, . «14-. 214,25 Ge'b Ware Silbbahn 200 fl. Gilb« , , , 7«^ 74 — Süb'«orbb..Velb..«.»00sl.0ll,S, I»,- . 15,- ^. Industrie-Actien (per Stücl), Egvbi und Kindbera, Eisen» und Stahl'Ind, in Wien 100 sl, . «2— »,> — Präger itiscn'Ind. - Ges, 200 fl, 214 — 215 — SalnoTari, «iisenraff, 100 f!, . I«8 — 1«» — wanens.,G .Oeft.in W, lOOfl. 255 — ,57 — Devisen. Deutsche Pl«he...... «,-40 «2 »0 London......... I«?.I5 I»? «« Pari«........ I.0»»,. b«'4', Valuten. Ducaten........ 5 9» «01 zlU'Francs'VtUlt«..... 100« !0«7» Silber......... —-— —.— Deutsche N'ichsbanlnolen . . «z-40 ,»4?» Italienische Vanlno^en (100 Lire) <9'»5 <»'« Papier-Nudel per Stück . . , 1'0I„ 1 »1,^