L a i b ache r zum Nutzen und Vergnügen. Freytag den 5 May. ;8 » 5- Zustand der Christen - Sclaven in Algier. ^5on der Sklaverei und dem Zustande der Christen - Sklaven in Algier, macht ein neuereM>isender folgende Schilderung: „Wahrend meines Aufenthalts in Algier, wohnte ich bey dem englischen Consul, a«f dem Lcmchause, ging aber alle Morgen in die Stadt, um meine unglücklichen Rnsegnahrten, besonders die Gebrüder Terrens, aus Livorno, zu besu-chcn, deren ein^r ein rechtlicher Kausmann . der andere aber ein vortrefflicher Mahler war. Beide waren Sklaven it) Algier, und nur durch gan; blondere Gnade von den öffentlichen F ohna.belt.n befreit. Ich konnte nur eine i>hr kleine Jett bey ihnen bleiben, und ketz.te allemayl mit großer Niedergeschlagenheit aus dieser exschrecklichen Stadt zurück. Innechalb der Mauern von Alg'er empfindet man eine gewisse Bangigkeit und Angst: es scheint, als ob man in dieftm Lcmoe des Schreckens und Despotismus nar fthr mühsam athmete. Der Anblick von Tyrannen und Sklaven, von UiNsrdrackern und Unterdrückten, voH hochmäthigen Barbaren und seuszenden Une glücklichen, der Abstand von Uebermuch un^ Uaterthänigkett, von Gewaltsam« keit unv Fa rchr, die Möglichkeit ohne Rüge verhönt und inißhandolt, eingekerkert und hingerichtet zu worden, blos weil man» bei einem willkürllchm Wätherich Verdacht erregt hat, oder wül es ihm so beliebt: alles da^ macht I^den verzagt, beunruhigt und erschüttert das G.muth, und stumpft endlich alle VTrstandslräfte ab. Wer nie ' erfuhr, was Sklaverei ist, und nie sah, was in Algier vorgeht, dem ist das größte Unglück fremd, l no dervermag nicht, sich einen Begriff davon zu machen, bis auf welchen Grad von Jammer und Elend , der Geist emes unglücklichen Sterblichen sinken kann. Es waren damahls mehr als 1600 Sklaven in Algier. Alle Jahre sterben ih^er mehr als hundert vor Erbitterung und Kummer, ooec vor Beschwers lichkeiten und übertriebener Züchtigung. AlleAbend werden sie in ein Bad eingeschlossen, wo sie auf bloß r E.'ds lica/n müßen, uno wo W nd und R'a/n durchdnngcn. Sobald der Tag graut, weckt und treibt man sie mit gräßlichen Schlagen zu ihm schwe- vm Arbeit, welche bis Abends dauert. Etluhe arbeiten im Zenghanse, wo man sie wegen des geringsten Versehens er-schreckl'ch prügelt; sa, manche erhallen wohl fünfhundert Schläge auf die Fußsohlen. Andere müssen wie wilde Tyiere gewaltige Werkstücke von den Gebirgen schleppen oder tragen, sie stürzen oft unter diesen Blöcken zn Boden, und werden zerschmettert. Einige von ihnen habe ich verstümmelt und von Blut triefend in die Stadt zurückkommen sehen, ich habe gesehen , wie andere auf der Straße hinstürzten , und dann gleich dem verworfensten Thiere unter den fürchterlichsten Hiebcn wieder aufstehen mußtcn, während anders diese Folter geduldig litten, und unbeweglich liegen bleibend , sehnsuchtsvoll auf den Tod harrten. Die Nahrung dieser Elenden besteht aus zwey Broten des Morgens und einem des Abends; es ist kohknschwarz und gallenbitter. Sie sind alle elend , ohne Hoffnung und ohne Trost. Das Gezücht der Mohren und, Türken verachtet, verspottet und mißhandelt sie. Ohne Geistlichen und ohne Gottesdienst haben diese Unglücklichen nicht einmahl den Trost der Religion. Blos Spanien bezahlte einen armen Priester, welcher die Aufsicht über ein kleines Hospital führt, und das Begräbmß der Christen besorgt. Vor etlichen Jahren, ehe Spanien den jetzigen kleinen Kirchhof erkauft hatte, begrub man die armen gestorbenes Christen gar nicht, sondern warf sie öffentlich hin , bis sie von Hunden aufgefressen wurden. Zum Unglück wird das Auslösen durch den hohen Preis, welchen mau fordert, sehr erschwert. Der Bey vnl.nlgt für jeden Sizilicmcr ig o Pia-stor, omn Geiz ist die Hauptieidenschaft dieser Barbaren. Der Bey und etliche andere Familien sind ungeheuer reich. Der jetzige B.y, Hadschi Ali Pascir, ist der ftlwgrausamsten, welcher je in Algier re? giert hat. Er herrscht bereits sechs Jahre, und verdankt diese lange N-giernng s^ncr Wachsamkeit und außerordentlichen Grausamkeit. W^nn er öffeumch erscheint, umgeben ibn viele Wachen, das Volk wagt es nicht, dem Ungeheuer in das Ge-ficht zu selM, sondern fällt zu Bo^en und rüst Salamelch, indem er vorbeizieht. Er rühmt sich, daß sain Reich eine Rauc berhöhle sey. Einmahl beschwerte er sich darüber, daß ihm die Engländer eines von seinen Schiffen weggenommen hätten, und sagte zu ihnon bcy dieser Gelegenheit: „Ihr thatet da Unrecht: wenn'wir es thun, so geschieht es, weil wir R u^ bsr sind, und ich bin ihr Ob^haupt." Merkwürdige Notitzcn bon Argyptm. Von dem grossen Französischen Pracht-werke über Aegypten ist nun die zwcyts Li^'fcn'ng erschienen, die besonders dcn Uebcrr.sten des altcn Theben gewidmet ist. Manche Kupferstiche mcsscn ü Fuß. Unter andern isi in der Ebene von Theben noch der berühmte Koloß des Memnon vorhanden, Wr bey Anfgang der Sonne einen Ton von sich gab. Merkwürdig ist, daß die Französischen Künstler, wie sie mit ihrer NaiM^s - Unterschrift bezeugen , in einer andern G'gMd mitten unto? Granitblöcken beym Attfgcmg der Sonne einen ähnlichen Ton hörten. Sollte die schnelle Verankerung der Temperatur der Lust solche Wirkung aufdie Sieine hervorbrwgcn ? In dem Pallaste uud dem Grabmahle des Osyman:yas steht noch e'mcr der größten und schönsten Kolosse von rosenfarbenem Granit, über 2 MU, lion?n Pfund an G tmcht , der aus einem, 45 Metlün entlegenen Steinbruche dahin geschafft wurde. Der wgcnannte Pallast der Propyläen enthält einen ^'ulen- Saal^ - dessen kurze Beschrslßung deck Leser zum MaaMabe jener ungeheuren Ueberreste dicncn mag. Er ist 50 Faden lang, LZ Faden brett; 134 Säulen, jede'65 Fuß hoch, tragen die Decke, die ans ungeheuren Steinblöcken besteht. Die ganze Kirche ^'rre I_)^n'.c- zu Paris könnte in dieftm Saale stehen. - „Als wir, sagen die Verfasser, nach einem achtmonathlichen Aufenthalte unter diesen Alter.thümern zuerst wieder Griechische Architektur erblickten , können wir kaum den unangenehmen Emdruck schildern, den sie auf uns machte. Die zierlichen korinthischen Säulen schienen uns mager und ohne Festigkeit, ihre reichen Aapttale cine Verwickelung ohne Grund. Wir brauchten Zett, um unsern alun Geschmack wieder zu finden.^ Die Griechische A chitektur hat die a/ößtt Eleganz und Gchönhett' dM nget kc'lne N tterchat. Wm: Fug und U sach ist zu brechen, Wenn F^ind n^cht F.eund mchr bleiben kann, Da muß man nur vom Schen sprechen. Da zeigt allem das H:rz den Mann. Logogriph. Selbst Vesiris war kein größre« Springer, Als euch mein Logogryph benennt; Em Springer ist es ohne Gleichen, Den tr«un l wohl jede Schöne kennt. Nehmt diesem SplMgor weq ein Z ^chen, Auf sieigt's in Flamme l^ckt und brennt; Und muß auch noch ew Z-v?it s weichen, So bringt's zum Stch'n oas Pferd, dft5 ^____ rennt. Auflösung Her in Nro. 17. enthaltenen CharadV England.