ytätmmttalim - preist: Für Laibach: «»nzjährig . Halbjährig . vierteljährig. Dionalli» 8 fl. 40 kr. 4 „ io „ Laibacher 10 . M i t der P o st: Ganzjährig Halbjährig . vierteljährig. 11 fl. - lt. 50 76 , Kür Zustellxng in« HciuS vierteljährig 26 tr., monatlich 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. Nr. -240. Tagblatt. Anoniwe Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgeseudet. Donnerstag, 19. Oktober^1871. — MvMnTMizian. «kdadti»» «ahnhosgafie Nr. Hz. « und 3nftralru ßurraii: »vngreßplatz Nr. 81 (Luchhandlunx von 3. e.SleinmaUr & R. Bamberg) ÄnserlionsPttisr: 8iit die einspaltige Petit,eile 3 kr bei zweimaliger Einschaliung n 5 kr dreimal ii 7 kr. Injerlionssteiiipel jedesmal so tr. Bei größeren Inseraten lind österer Einschaltung entsprechender Rabat». 4. Jahrgang. Das Ministerium Hohenwart in der Klemme. Zweierlei mag zusaminengewirkt haben, daß noch im letzten Augenblick, wo der verhängnißvolle Sturz in die Nacht des Föderalismus unabwendbar schien, ein kurzes Besinnen, eine Ueberlegung eintrat, und in Folge dessen ein zu Rathe gehen mit den Freunden nothwendig befunden ward. Einmal leisten die Deutschen, mit denen man so leichten Kaufes fertig zu werden wähnte, energischen Widerstand und haben sich geschworen, czechischem Trotze und czechischem Staatsrechte sich nimmer zu beugen; anderseits sind die Forderungen der Czecheu derart alles Maß übersteigend, daß jedermann, der nicht mit Blindheit geschlagen, einsehen muß, Oesterreich würde durch bereit Zugeständnis? zum leeren Namen, die Kaiserkrone zum leeren, bedeutungslosen Tand. Wenn auch noch bei weitem nicht alle Gefahr für das Reich als beseitigt zu erachten, muß man es doch schon als ein Glück bezeichnen, daß der Monarch sich von feinen bisherigen Rathgebern nicht in eine Sackgasse drängen ließ, aus welcher jeder Rückweg verrammelt ist. Man fetze einmal den Fall, cS hätte wirklich das „FriedcnSwcrk," das nur der Unverstand ans-geheckt haben kann, feinen ungehemmten Fortgang genommen, dies Oesterreich, das schon an sich so viele tausend Keime der Zersetzung birgt und nur durch Wachsamkeit, Energie und ausdauernde Klugheit zusammengehalten werden kann, hätte wirklich die ezechischen Fundamental-Artikel als annehmbare Grundlage einer Neugestaltung erklärt, fo würden gar bald auch diejenigen Stämme, die auf föderalistischem Standpunkte stehen, wie die Slovenen und Polen, zur Einsicht gelangen, daß die Ansprüche der Czechen an das Reich in alle Zukunft unerfüllbar. Kein Staatsbürger könnte auf die Länge einen Zustand dulden, der die Grundlagen jedes einheitlichen Finanzsystems erschüttert, den Zusammenhang der Gerichte und Verwaltungsstchen in bat 17 Krott-ländern auf die Basis künftig zu schließender Ueber-einkommen stellt, außerdem aber die Minoritäten in Böhmen, Galizien, Kraitt, Dalmatien zu Heloten der Majoritäten macht. Zudem wird jeder über* zeugungstrette und einsichtsvolle Anhänger der föderalistischen Gestaltung deö Reiches die Form, in welcher die Czechen den Föderalismus anbahnen wollen, unbedingt verdammen müssen; denn jedermann, der ihre Fundamental-Artikel auch nur oberflächlich prüft, ersieht, daß dieselben eine Gleichstellung ihres Königreiches und ihrer Nationalität mit ändern Königreichen und Ländern und ihren Nationalitäten absolut unmöglich machen, weil sie die reine Personalunion fordern. Mit welchem Rechte könnte man denn dieselbe Stellung zum Reiche de» Polen, den Slovenen, den deutschen Kroitlaitden, den Wälschtirolerit u. s. w. verweigern, ohne diese sofort zu geschwornen Feinden der neuen Staatsordnung zu »lache» ? Sind aber einmal alle «Stämme und Provinzen mit denselben Rechten, wie sie die Czechen beanspruchen, ausgestattet, so ist der Staat aufgelöst, in feine Atome zersetzt; versagt matt sie den ändern außer Böhmen, wo bleibt da das föderalistische Staatsprinzip, die vielnniworbene „Gleichstellung?" Freilich, hätten unsere Staatsmänner, die das gegenwärtige Chaos in Oesterreich durch ihr geheimes Paftircti mit den Dunkelmännern veranlaßt, von allein Anfang genugsam politische Einsicht besessen, so würden sie auch nicht in die Sackgasse gerathen sein, woraus nur mehr die entschiedenste Umkehr zum verfassungsmäßigen Boden retten kamt, wenn nicht die schwersten Katastrofen für das arg geschädigte Ansehen der staatlichen Gewalten folge» sollen. Der erste verhängnißvolle Jrrthum der Regierung war, daß man glaubte, durch Zurückdrän gen und Mundtodtmachen der Lerfaffungspartei für die Ausgleichöaktion „freie Bahn" schaffen zu können. Aber inan dürfte jetzt bereits zur Einsicht gelangt sein, daß matt sich dadurch mir selbst am empfindlichsten geschadet hat. Denn damit hat man sich auch des einzigen wirksamen Bundesgenossen beraubt, um den übertriebene« Forderungen der Czechen mit Nachdruck entgegen treten zu können. Denn nie und »immer kann die Perfassungspartei, will sie nicht ihre Grundsätze verleugnen, in dem von diesem Ministerium eigens zum Umsturz der Ver fassuitg hergerichteten Reichsrath erscheinen. Es müßte erst durch wiederholte Landtagsauflöfungen oder durch direkte Nothwahleu ein Reichsrath ge schaffen werden, nnd wie Aschwer mag ein Einlenkcn in die verfassungsmäßigen Bahnen bei der Erregtheit der Parteien nnd der ob der Enttäuschung gesteigerten Leidenschaftlichkeit nicht werde»! Doch die daraus erwachsende Gefahr ließe sich vielleicht noch beschwören ; weit verhängnißvoller jedoch droht ein anderer Fehler der Regierung zu werde», der im ersten Momente schon seines Bckanntwerdens das Entsetzen aller erregte, denen der österreichische StaatSgedanke noch nicht abhanden gekommen war. Es ist das Reskript an den böhmischen Landtag, wodurch das Ministerium vollständig den Boden der Verfassung verließ, ja sogar das kaiserliche Wort für die Anerkennung eines außerhalb der Berfasfnng liegenden nebelhaften „Staatsrechtes" verpfändete. Die ganze unheilvolle Lage, in der das Reich sich gegenwärtig befindet, ist auf diesen unbedachte» Schritt zurückzuführen. Diesen Mißgriff machten Feuilleton. Die Ausgaben der Naturwissenschasten in dem neuen nationalen Leben Deutschlands. Rede V i r ch ow' s in bet 44. Naturforscher Versammlung zu Rostock. (Schluß.) Die Bedeutung der Schule wird in allen ihren Abtheilungen anerkannt. Aber ist man sich auch klar geworden über die Frage, inwieweit die Schule, aus der die künftigen Generationen hervorgehe» sollen, von dem neuen Wissen beeinflußt werden soll ? In Bezug auf unsere äußere Entwicklung haben wir genug gethati. Es handelt sich also um die innere Entwicklung. Und soll dieses einen wirklichen ideellen Gehalt haben, so wird matt sich fragen müssen, auf welche Grundlagen soll denn dieses neue Leben und Denken der Nation gestellt werden? Und die Antwort wirb sein, daß nach der äußern Einheit eine innere Einheit hergestellt werde» muß, die wirkliche Einigung der Geister, das Stellen der vielen Mitglieder der Nation auf einen gemeinsamen geistigen Boden, wo man sich dann wirklich als Eins fühlt, wo mau nicht blos weiß, daß man eine gemeinsame Abstammung hat oder vielleicht auch nicht einmal hat, wo man nur zufaninicnlebt und gewisse herkömmliche Sitten bewahrt, sondern wo man im Geiste zusammentebt und auf ein gemeinschaftliches inneres Wesen kommt, so daß matt sich sagen kann: weint ich einen Deutschen finde, so kann ich mit ihm unter Voraussetzung volle» Einverständnisses nicht blos sprechen über die gemeinsamen Grenzen, sondern ich darf auch voranssetzett, er stehe mit mir auf einem gemeinsamen Boden geistigen Lebens. Die Zeit, wo die Arbeit der Universitäten auf die äußere Ciiiiguttg gerichtet war, ist vorüber. Sollen sie noch speziell etwas für das Lebcu der Nation thitit, fo ist das erste, daß sie versuchen, das Volk mit gemeinsamem Wissen zu durchdringen, damit nicht bei dem erste« Anfänge dcö Denkens, bei den ersten Voraussetzungen, ja selbst in den Methoden des Denkens die größten Widersprüche bestehen bleiben. Wenn der obligatorische Unterricht in einem Volke besteht, wenn jeder gezwungen ist, sich der Erziehung zu unterwerfen, welche der Staat vorschreibt, dann ist die erste Konsequenz, daß man verlangt, es müsse eine gewisse Reihe gleichmäßiger Grundlagen des Wissens gegeben werden und welche es unmöglich machen, daß absurde Differenzen bestehen, wie sie gegenwärtig in den meisten Kultnr-Nationcn vorhanden sind. „Man hat gut reden von den Fortschritten der Naturwissenschaften, man hat gut sich rühmen wegen der Spektral-Analyse; aber es klingt doch sonderbar, wenn gleichzeitig die alten Vorstellungen über den Himmel noch ebenso festgehalten werden, wie sie im ersten Buche Mosis niedergeschricben stehen. Es ist eben keine Möglichkeit, eine Verständigung herbeizu* führen unter Leuten, von denen der eine von den Thatsachen der Spektral-Analyse erfüllt ist, während der andere sich eine Art großer Bühne vorstellt in der Gegend wo es blau wird, und diese Bühne mit Gegenständen feiner oder fremder Fantasien bevölkert." Eine solche Differenz hat etwas Komisches an sich und ist doch das ernsthafteste Ding der Welt. Die negative oder passive Haltung der Naturforscher hat ihre großen Ucbclftiindc. Es ent wickeln sich inmitten der Nation zwei Kreise von Vorstellungen neben einander her, die natürlich zu einer größeren Differenz führen oder die Besorguiß erregen, es werde zu einem gewaltsamen Zusammen stoße kommen. Dahin darf es nicht wieder kommen. Beliebige politische Gewalten dürfen sich nicht dieses Gegensatzes der Anschauungen bemächtigen, um ihn sich die Lzechen vollauf zu Nutze, und nur vom obersten Grundsätze ihres feierlichst anerkannten „Staatsrechtes" aus konnten sie ihre ungemessenen Forderungen stellen und den Anspruch erheben, das Reich fortan nach ihrem Gutdünken zu gestalten. Damit war man aber bereits in ein Stadium getreten, wo die Lage sich dem Willen der Gewalten, die sie beherrschen sollten, entzieht — das schlimmste, was die Thätigkeit einer Regierung befahren kann. Wie schwer wird da die Umkehr! Aber ohne entschlossene Umkehr die unvermeidliche Katastrose!____________________ Politische Rundschau. Laibach, 19. Oktober. Inland. Heber die innere Krisis lautet das letzte politische Krankenbulletin: Günstiger Verlauf der Krisis, langsame Besserung, Rückfälle jedoch noch immer zu befürchten. Zwei Tage hinter einander ward unter dem Borsitze des Monarchen großer Ministerrath gehalten, an welchem außer den ziSleithanischen Ministern die gemeinsamen Minister Beust, Kuhn und Lonyay, ferner die ungarischen Minister Gras Andrasfy und Baron Wenkheim theilnahmcn. Als erstes Ergebniß dieser Berathung wissen einige Organe schon zu melden, daß ein neues kaiserliches Reskript an den böhmischen Landtag ab-gegangen sei, welches, der Prinzipienfrage ausweichend, zur Bornahme der Reichsrathswahlen auffordere. Darnach wäre der neueste Plan der Regierung darauf gerichtet, nicht selber die czechischen Forderungen zurückzuweisen, sondern dieselben durch den Reichörath zu Falle zu bringen, um auf diese Weise die Gehässigkeit vom Ministerium abzulenken. Darum heißt es, sei auch die Frage wegen des Mi-nisterwechsels bis zu dieser Entscheidung durch den Reichstag vertagt. Mit der Reise Andrassy's nach Wien treten auch die ungarischen Organe aus ihrer Zurückhaltung heraus. Die hohe Bedeutung des Augenblickes — sagt das deakistische Organ — springt in die Augen. Von welcher Art auch immer unser staatsrechtliches Verhältnis? zn Oesterreich sein würde, so wäre doch immer der Einfluß der Geschicke vereinen Hälfte des Reiches auf die andere unvermeidlich. Der Föderalismus drüben zieht hier die Zersetzung der ungarischen Staatö-Jdec nach sich, säet den Keim unübersehbarer Erschütterungen und zwingt uns zu einem beständigen Kriege jenen gegenüber, deren Widerstandskraft durch jede Konzession nur gesteigert wird. Wie. die Würfel der Entscheidung auch in Wien fallen mögen, in jedem Falle warten aus die ungarische Nation Tage der nationalen Krastentwicklung und der Erprobung der- zu ihren Experimenten zu verwertheu. Die Nation muß dahin geführt werden, daß eine Verständigung ermöglicht wird, daß eine heilvolle Entwicklung zu Stande komme, nicht blos auf dem segensreich verfolgten Wege der Popnlarisirnng, sondern vielmehr auf dem Wege der rationellen Erziehung. Alle blos populäre Bildung bleibt Stückwerk. Bei einem Orthodoxen vom reinsten Wasser bleiben alle richtigen Kenntnisse der Natur vereinzelt, sie führen ein besondere« Dasein, etwa wie ein Eingeweidewurm in einem Thiere. Sucht er sich weiter zu entwickeln, dann gerath er in Entzweiung, verliert seinen Glauben und wird ein unglücklicher Skeptiker. Unser Ergebniß der Popnlarisirung ist ein sehr gewöhnliches. Das Wissen der meisten Gebildeten besteht aus einem Gemcngc, cs hat etwas Porfirartiges. Das Wissen muß daher ein gleichmäßiges, ein homogenes, ein aus gleichmäßiger Quelle fließendes werden. Dazu gehört eine allgemein geübte Methode des Denkens nnd gewisse gleichmäßige Formen der Auffassung und Deutung der Naturerscheinungen. Matt hängt an traditionellen Vorstellungen, an liebgewordenen Ideen, und weil sic lieb geworden sind, so glaubt man daran. Es ist vollkommen inhuman, vollkommen wider die Natur, solche traditionelle Liebhaberei zu pflegen. ES genüge in dieser 'elben. ... Die österreichischen Wirren und die von Beust aufgeworfene KabinetSfrage — fährt das Blatt fort — haben noch vor den Verhandlungen des Reichsrathes eine Bedentnng für beide Theile der Monarchie erlangt; die Parteistelluug werde für Ungarn unvermeidlich, könne sich jedoch nur in mittelbarer Weise äußern, um nicht die österreichischen Völker tu ihrem SelbstbestimmuugSrechte zu verletzen. Die czechischen Blätter setzen ihre frühere Maßlosigkeit fort. Die „Politik" z. B. schreibt: „Es ist möglich, daß die bekannte österreichische Zaghaftigkeit nicht so sehr den ganzen Hohenwart'schen Gedanken, als vielmehr dessen Form oder dessen Bedeutung abzuschwächen gedenkt, und daß es schließlich durch einen Ausgleichs-Kunktator nach Jahren dorthin gelangen zu können glaubt, wo sich heute nach Monaten das Ministerium Hohenwart befindet. Wie es jedoch sicher-gestellt ist, daß es im ganzen böhmischen Volke nicht einen Mann gibt, der es wagen könnte, über die Fuudameutal-Artikel hinaus weitere Konzessionen an den Dualismus und die 1867er Gesetze zu machen, so wenig sichergestellt ist es, daß Oesterreich nach Jahren noch Gelegenheit und Muße haben wird, seinen Hanshalt zu regeln. Indessen pflegen oft alle Rathschläge überflüssig zu sein. Böhmeu hat mehr als seine Schuldigkeit ge-than, es braucht keine Verantwortung zu tragen.“ „Narodni Listy" führen aus, daß der Kaiser nicht mehr zurück könne; sein Königswort sei gegeben, womit die Giltigkeit der Rechte des czechischen Staates anerkannt sei; er habe versprochen, dieselbe durch einen Eid zu bekräftigen. Die Dynastie und Oesterreich möge» sich gratuliren, einen so günstigen Ausgleich erzielt zu haben. (!) Sollte jetzt der Ausgleich sich zerschlagen, dann werde die czechische Nation anders sprechen, wenn überhaupt dann noch je ein Ausgleich oder die Wiederherstellung Oesterreichs möglich sein werde. „Pokrok" wiederholt die Drohung, daß die soziale Revolution folgen müsse, wenn man die cze-chische» Forderungen nicht bewilligt! Nicht mir die finanziellen und national-ökonomischen Verhältnisse des Reiches, ja ganz Mittel-Europa's fordern die unaufschiebbare Dezentralisation als einziges Mittel gegen die sozialistische Revolution, die von Deutschland aus unterstützt wird — so sagt „Pokrok" — und deshalb könne von einer Veränderung des Ministeriums Hohenwart und des Anögleichsprograin-uieS keine Rede sein. Von der Ansicht ausgehend, als ob die Szenen in der Aula die Ursache der Krise seien, schließt „Pokrok" seine Auseinandersetzung mit den Worten: „An eine Krise dieser Art können nur jene Leute glauben, die einen außer- Hinsicht ein Beispiel. In den biologischen Wissenschaften stößt man auf das alte Problem der Seele oder des Geistes. Es soll hier nicht näher darauf cingegangen werden. Aber man darf hier nicht die wissenschaftliche Erörterung mir der Meinung ab-schneiden: „Ich meine, es existirt eine persönliche Seele, welche, vom Körper trennbar, eine selbständige Existenz führen kann" u. s. w. Wenn man untersucht, was unter dem Begriffe der Seele zu-sammengcfaßt wird, „so kommt man zn einer Reihe von organischen Thätigkeiten, die sich überall an bestimmte Regionen knüpfen, die ganz bestimmt loka-lisirt sind, wo es durchaus unmöglich ist, daß die Kraft wegläust und das Organ verläßt, sondern wo sie absolut geknüpft und gebunden ist an das Organ und wo von ihrer Thätigkeit gar nichts zu finden, gar nichts wahrzunehmen ist, sobald das Organ nicht da ist." Auf dem Gebiete der Geisteskrankheiten läßt man sich diese Betrachtungsweise gefallen. Fährt aber der Naturforscher fort, analy-sirt er das Gehirn, löst er die vorausgesetzte Einheit der Seele auf, nach der Topografie des Organs, dann ist der Naturforscher ein „Materialist." Wenn es möglich sein sollte, die Mehrzahl der Gebildeten zu einer wirklich objektiven Analyse des Geistes zu veranlassen, sie dahin zu bringen, nnmög- gewöhnlich entwickelten Geruchssinn haben — für Petroleum." Auslaud. Sämmtliche deutsche Blätter loben einhellig die Thronrede des Kaisers Wilhelm, besonders wegen Betonung des herzlichen Einvernehmens mit Oesterreich, worin sie eine der Hauptbürgschaften für den Frieden erblicken. „Der Reichstag," sagt die „Krenzzeiteung" hierüber, „wird sich der Würdigung dieser Thatsache nicht verschließen; je aufrichtiger er sich dem daraus gewonnenen Eindrücke hingibt, desto mehr sei sein Wirken gesegnet." Die „Nordd. Allg. Ztg." findet in dem Passns der Thronrede die Absicht bestätigt, daß die staatliche Trennung Preußens von Oesterreich beide Länder in ihren freundlichen Beziehungen nur nähern könne. Die „Times" analyfirt bereits die Thronrede des Kaisers Wilhelm nnd sagt: Die deutsche Nation hat das Prinzip der Einheit unter dem Präsidium Preußens vollständig akzeptirt; das Land kann vielleicht einen Angriff von außen zu bestehen haben, es wird aber eine innere Zwietracht nicht mehr dulden. Die „Tims" billigt die zugesagte Regelung des Münzsystems und die liberale Politik des Kaisers gegen Frankreich. Schließlich sagt das genannte Blatt: So lange Thiers am Ruder bleibt, könne man nicht zweifeln, daß Frankreich seine Verpflichtungen halten und das Geld finden werde, um sie zu erfüllen. In M ü n ch e n findet eine liberale Volksversammlung statt, um den Deutschen in Oesterreich in ihrem muthigeu Kampfe gegen die Vergewaltigung des deutschen Elements die Sympathie aus« zudrücken. In Frankreich dauern die Enthüllungen aus dein letzte» Kriege und der ihm vorangegangenen Epoche fort. Eine der letzten und interessantesten ist die Benedetti's, des französische« Botschafters in Berlin, unmittelbar vor Ausbruch des Krieges, der die be- kannten Auftritte mit dem Könige Wilhelm in Ems hatte. Den vielen Urtheilen über Benedetti's Broschüre gesellt sich in der „Times" eine Kritik aus einer französischen, dem Anscheine nach der Opposition «»gehörenden Feder hinzu, di£ sich merkwürdigerweise auf beit deutschen Standpunkt stellt. „Trotz der Opfer, welche die Weigerung des Königs von Preußen gekostet hat," heißt es am Schlüsse dieser Kritik, „und der Trauer, welche dieselbe hervorgerufen, muß der unparteiische Richter erklären, daß cs nicht der König von Preußen war, der im letzte» Momente diese blutige Katastrofe herbei führte. Die Schuld ruht gänzlich ans der Unfähigkeit des französischen KabinetS, anf den dynastischen Rücksichten, denen die heiligsten Interessen des Landes geopfert •r_" —.. 11 ■, 1 1 ^—ssssssafßi liche Probleme aufzugeben, daun würde mau ohne-weiters über eine Menge von Schwierigkeiten hin-wegkommen. Aber die sogenannten positiven Religionen sind es, die den schloffen Gegensatz schaffen. Dieser Gegensatz ist so schroff, daß die Gesetzgebung, die Naturforschung diese Gebiete nicht als unantastbar anerkennen darf. Wenn der Syllabus die bestehende Staatsordnung angreift, so kann auch die bestehende Staatsordnung den SyttabnS angreifen. Kann eine dauernd glückliche Gestaltung des nationalen Lebens gewonnen werden, wenn cs nicht möglich wird, neben den theologische» Streitigkeiten ein allen gemeinsames Gebiet cmszuscheiden, auf welchem die Nation ihr neues Wissen aufbaut und auf dem sie dann auch zu einer gleichartigen universellen Anschauung gelangen'? Die katholische Kirche schließt sich dem genetischen Prozeß an, sie macht neue Dogmen, kon-struirt neue Religionssätze, sie ist im Fluß wie die Sonne. Aber der Gegensatz, in welchem diese Entwicklung gegenüber der Naturwissenschaft sich scheidet, ist nicht scharf genug auszndrückcn. Jeder Fortschritt der Kirche im Ausbau der Dogmen bändigt den freien Geist, bis gar kein freier Gedanke mehr zulässig sein wird. Die Naturwissenschaft umgekehrt befreit mit jedem Schritte ihrer Entwicklung, sie wurden, und auf der Unwissenheit jener, welche die Geschicke Frankreichs (eiten. Herrn Benedetti's Buch beweist, daß er gewisse Dinge voraussah, die vorauszusehen unnütz war, und daß er nicht im Stande war, sein Land vor einem Konflikt zn schützen, den er vorgeblich voranssah. Mit einem Worte, dieses Buch reinigt Herrn Benedetti nicht sehr viel, aber es inkrimiiiirt ungeheuer die Regierung, in bereit Namen er sich an Preußen wendete." Der Kaiser von Rußland hat nach seiner Rückkehr aus dein Kaukasus von der Grenzfeste Gounib an den Feldinarschall Fürsten Bariatinski ein sehr anerkennendes Reskript erlassen; der Kaiser betont darin, „daß er von Gonnib aus an den Fürsten schreibe, wo der letztere durch die Gefangennahme Schamyl'S und seiner Bande» den Grundstein zur Pazifikation des ganzen Kaukasus gelegt habe, deren Früchte ein unvergängliches Denkmal für die Verdienste bilden, die sich der Fürst um das Reich erworben hat." Der „Moskauer Zeitung" zufolge hat der Ministerrath beschlossen, alle Gesuche fremder Handels- oder Finanzgesellschaften um Zulassung zum Geschäftsbetriebe in Rußland abweislich zu bescheiden, und zwar insolange, bis nicht im legislativen Wege in dieser Beziehung ein Gesetz zur Regelung von auswärtigen Kommandit- oder 2lftictt-Gesellschaften in Rußland erlassen sein wird. Zur Tagesgeschichte. — Erzherzog Albrecht ist nach Riva abgereist. Der Erzherzog begibt sich von dort nach Meran, verweilt einige Wochen daselbst und in der Umgebung and kehrt Milte November nach Wien zurück. Wie man versichert, ist diese Reise früher nicht auf dem Programm des Erzherzogs gestanden, aber ©e. kaiserliche Hoheit verläßt Wien, um durch seine Abwesenheit zu bekunden, daß er jede Einmischung in die schwebenden Fragen vermeide. — Dem „Aktionär" wird aus Wien geschrieben: „Die Börse hat sich so sehr an den Gedanken gewöhnt, daß Oesterreich trotz aller Versuche, die von Freunden und Feinden gemacht werden, das altehr-wUrdige Erbe der Habsburger zu Grunde zu richte», alle Stürme überdauern werde, daß sie bisher auch den sogenannten czechischen Ausgleich gar nicht ernst nehmen wollte. Die Demonstrationen jedoch, mit welchen Wien den czechischen Hegemoniegelüsten sofort entgegengetreten, haben auch der Börse die Augen über die Gefahren der Situation geöffnet und klammert sie sich bald an Beust, bald an die Ungarn, von welchen sie eine Klärung der Situation erwartet. Die Furcht daß sich der Bürgerkrieg des Jahreö 1848 wiederholen könnte, wäre wohl allerdings geeignet, die vielen Millionen, die in halboollendeten Bahnen investirt sind, gründlich zu gefährden; allein so weit reichen die Be- erösfnet dem Gedanken neue Bahnen, sie gibt nicht bloö die Freude des Gewinnes, das Wohlsein der Arbeit, sie gestattet auch dem Einzelnen, im vollen Maße wahr zu sein. In dem Fortschreiten des Wissens liegt auch zugleich ein Motiv höheren Eifers, eine Quelle immer größeren Strebcnö nach Wahrheit, Ehrlichkeit und Treue im Handeln. „Wenn es gelingt, unsere Methode zu der Methode der ganzen Ratio» zu machen, sie nicht blos in immer größerer Ausdehnung den materiellen Arbeitsleistungen zu Grunde zu lege», sonder» sie auch allinälig zn erheben zu der eigentlichen Maxime des Denkens, des sittlichen Handelns, so wird die wahre Einheit der Nation gewonnen fein." Die Wirkung dieser Rede war großer, allgemeiner Beifall der Versammlung. Allgemeiner, aber nicht einstimmiger. Denn in Folge dieser Rede trat Becker, Professor der Land- uud Forstwissenschaft, aus der Versammlung mit der Erklärung aus, daß seiner Meinung nach die Theologie die Grundlage der Erziehung sei» müsse, und mies auf ein Buch hi», das ihm viele erbauliche Stunden verursacht, auf Amadeus Ercutzberg's „Gottselige Betrachtungen ans alle Tage des Jahres." sorgniffe der Börse noch nicht und ängstigt sie sich momentan nur über die Konsequenzen, welche die Dcei-cheilnng der Monarchie, selbst wenn sie sich ruhig vollziehen würde, nach sich ziehen könnte. Abgesehen davon, daß jeder weitere finanzielle Ausgleich eine Bedrohung der Staatsgläubiger involvirt, ist auch zu besorgen, daß die Feudalen, wenn sie wieder ans Ruder kommen, der ganzen modernen volkswirthschastlichen Bewegung den Krieg erklären werden, weil sie die naturgemäßen Feinde der Geldaristokratie sind und die Börse gründlich hassen, obgleich sie in den letzten Jahren nicht verschmäht haben, von der verbotenen Frucht zu naschen und mit den Börsenbaronen am grünen Tische zu sitzen und gemeinschaftlich mit denselben — Geld zu verdienen. Trotz ihrer liberalen Gesinnung anerkennt wohl allerdings auch die Börse die Rothwendig-keit einer Verständigung mit den nichtdeutschen Rationalitäten des Kaiserstaates, aber andererseits fühlt sie doch jetzt, wo wieder ein neues Experiment in Szene gesetzt werden soll, ein gewisses Unbehagen, das sich mehr in einem Abbröckeln, als in einem rapiden Rückgänge der Kurse Lust macht nnd die GemÜther in ungewöhnlicher Weise aufregt. — Das Zentralblatt für Eisenbahnen veröffentlicht den Bericht, den der bautechnische Konsulent im Handelsministerium, Hofrath v. Rördling, Über daS Ergebniß feiner im heurigen Frühjahre vorgenoinme-nen Bereifung Dalmatiens bezüglich der dort herzustellenden Bahnen an den Handelsminister erstattet hat. Die von der General-Inspektion der Eisenbahnen für Dalmatien ausgearbeiteten Projekte umfassen eine Hauptbahn, welche bei Pribndie aus der Militärgrenze heraustritt und über Kain, Klanac, Mnc und CSliffa Spalato erreicht; ferner drei nacheinander westwärts auszweigende Flügelbahnen, nämlich von Knin nach Zara, von Klanac nach Sebenico und von Sta-silev nach Trau. Der Bau sämmtlicher Linien mit einer Länge von 38., 25 Meilen sollte eine Summe von 37,211.000 fl. kosten. Die schwierigen Bauverhältnisse bestimmten Hosrath v. Nördling, andere Linien zu studiren, welche bedeutend kürzer und auch weit billiger herzustellen sind. Die neue Hauptbahn soll über Pribudic, Knin, Dcrvis, Klanac und Perkovic nach Spalato ziehe» und nur zwei Nebenlinien von Knin nach Zara und von Perkovic nach Sebenico erhalten. Die Gefammtlänge wäre 30.35 Meilen und würde ein Bankapital von nur 23.755.000 Gulden erfordern. Der Bau einer Meile dieser Strecke würde im Durchschnitt um 208.000 fl. billiger zu stehen kommen, als bei der erstem: Linie, und da die Linie mehr westwärts liegt, weit fruchtbarere Gegenden als die Ufer des Kanals der Siebenkastelle zwischen Sa-lona und Trau und die Gefilde von Verpolje und Maddalena durchziehen. Hofrath von Nördling spricht auch die Absicht aus, den Bau der Hauptliuie von Spalato, der bedeutendsten Stadt des Landes, zu beginne», während von der Karlstadi-Finmaner Bahn ans gleichzeitig in südlicher Richtung entgegengearbeitet werden sollte. — Aufruf zu Beiträgen für ein S e n e f e l d e r-D e n k m a l in München. Am 6. November dieses Jahre« ist ein Jahrhundert vergangen, seit AloyS Sene selber, der Erfinder der Lithografie, geboren ward. Von unscheinbaren Anfängen ausgehend, vom Unverstände angefeuidet und verlästert, hat' seine Erfindung sich nur im Kampf ins Leben setzen und im zähen und ausdauernden Widerstande gegen Mißgunst nnd Mißgeschick sich entwickeln können. Aber diese Entwicklung ist eine so großartige und glänzende geworden, wie n iemaub, kaum der Erfinder selbst, ans ihren Anfängen zu ahnen vermocht hätte. Die Kunst der Lithografie, des Steindrucks, der Steiit-zeichnnng mit Kreide, Feder und der Graviernadel, hat lauge vor der Erfindung des Lichtbildes, erfolgreicher wie jede andere reproduktive Technik, au der Verwirklichung einer der großen geistigen Aufgaben der Neuzeit mitgearbeitet, der: die erhabenen Gebilde der hohen fimist ebenso wie die Anschauung, nnd damit auch die ans dieser beruhende Kenutuiß, von den Werken der Natur zum Gemeingut aller zu machen. Aber wenn die Lithografie mit frohem Stolz auf dieses achte Jahrzehnt ihrer Geschichte zurückblicken darf, so soll und wird jeder von den Tausenden, welchen sie, sei es Freude und Belehrung, sei es Lebensberuf, nährende, gewinnreiche, ruhmvolle Arbeit und Beschäftigung gegeben hat, nicht ohne ein inniges Dankgefühl und nicht ohne Rührung des deutschen Mannes gedenken, der in Sorgen und hingebend opfervoller, an Mühsal und schmerzlichen Enttäuschungen nur zu reicher und doch unverzagter Lebensarbeit den ersten Keim zu dieser prächtigen Entwicklung gelegt, und das erste junge Wachsthum treulich gehegt und gehütet hat. Auch in Bezug auf ihn soll uns das Dichterwort: Drum feiert ihn, denn was dem Mann das Leben nur halb et-ertheilt, soll ganz die Nachwelt geben," wie eine Mahnung klingen. Es gilt: am hundertsten Jahrestage von Seuefelder's Geburt sein Andenken würdig zu ehren durch Begründung eines in München zu errichtenden Denkmals. Zu diesem Zweck richtet daS Berliner Komitee an alle BerufSgenoffen, an Maler und Lithografen, Steindrucker, Verleger, an alle Freunde und Förderer der Lithografie in allen ihren Formen, nah und fern, diesseits und jenseits des Ozeans die Aufforderung: Komitee's zu bilden, Sammlungen von Beiträgen zu veranstalten und dahin zu wirken, daß dem großen Erfinder jene Ehrenschuld von dem lebenden Geschlecht voll uud ganz gezahlt werde. Alle gesammelten Beiträge mögen die Komitee's an das Komiteemitglied Herrn Kommerzienrath L. Sachse in Berlin, Jägerstraße 30, sowie etwaige Korrespondenzen 2C. an den Vorsitzenden, Herrn Theodor Boesche in Berlin, Leipzigerstraße 136, einsenden. — ES ist nicht wenig interessant, sagt der „In» dependieiite" von Chile, zu erfahren, wie Telegrafendrähte und Pfosten vor Beschädigungen seitens der Indianer gesichert worden sind, um die Verbindung zwischen den festen Plätzen der Grenze aufrecht zu erhalten. Folgendes Manöver wurde angewendet. Als die Pfosten aufgestellt wurden, befanden sich 40 bis 50 gefangene Indianer im Lager der chilenischen Truppen. Der General Pinto, aus Furcht, daß dieses wichtige Werk der Zivilisation vernichtet werden könnte, ries sie zusammen und brachte sie zu einer elektrischen Batterie. »Seht Ihr beit Draht, der hier ausgespannt ist?" — »Ja, General." — „Gut, ich habe dies machen lassen, damit Ihr weder ihn berührt, noch darunter hinweg-laust, denn wenn Ihr es thut, werden Eure Hände daran hängen bleiben." Die Indianer lächelten mit ungläubigen Blicken. Der General rief einen nach dem ander», ließ ihre Hände die Enden der Drähte der Batterie anfassen und brachte sie in Thatigkeit. „Laßt den Draht los, ich befehle es!" „Ich kauu nicht, Herr, meine Hände sind erstarrt." Bei Unterbrechung des Stromes ließen sie natürlich den Draht los. Jeder Indianer mußte es selbst versuchen. Bevor der General sie entließ, empfahl er ihnen, das Geheimiiiß zu bewahren und nicht ihren Landsleuten zu erzählen. Natürlich thaten sie ganz das Gegentheil und sagten jedem Indianer, was sie gesehen und was ihnen widerfahren fei. Seitdem ist kein Draht beschädigt worden, denn alle glaubten jetzt, daß, wenn sie die Drähte berührten, sie festgehalten werden würden, bis die Truppen sie zu Gefangenen machen könnten. Lokal- und Provittzial-Ängeleaenheiten. Lokal-Chronik. — (Allerhöchster G n a d e n a c t.) Mit a. H. Entschließung vom 13. Oktober 1871 wurde 16 in der hiesigen Strafanstalt am Kastellberge in Hast befindlichen Sträflingen der Rest ihrer Strafe allergnädigst nachgesehen. Bon diesen 16 Begnadigten war die Mehrzahl (9) wegen Kreditspapierfälschnng, die übrigen theilS wegen TodifchlageS, (Heils wegen Vergehen gegen die Sicherheit des Lebens uerurtheilt. Der a. H. Gnadenakt wird feine wohlthätigen Folgen weithin in die Gauen KraiitS tragen, zumal die Begnadigten zum großen Theile verehelichte Grundbesitzer find, die nach langjähriger Trennung ihren Familien wiedergegeben werden. Die betreffenden Familienkreise werden in Folge dieses a. H. GnadeuakteS gewiß dankbaren Anlaß nehmen, den Segen und Schutz des Himmels über daS durchlauchlizste kaiserliche Haupt zu erflehen. — (Zur Sprachenfrage.) Laut einer Mi-nisterialverordnung mllffen auch die beiden ersten Klassen des Gymnasiums in je eine deutsche und eine slo-venische Ablheilung getrennt werden. In der deutschen Abtheilung werden alle Gegenstände, somit auch die Religion, in deutscher Sprache gelehrt; dafür werden die Schlller gezwungen, die slovenische Sprache als obligaten Gegenstand zu lernen, damit sie, wie der Herr Minister erwartet, sodann in der dritten Klasse im Stande seien, den Unterricht in der slov. Sprache zu genießen. Andererseits wird in den slov. Abtheilungen die deutsche Sprache (in slov. Sprache) vorgetragen. Daß diese Schüler nicht im Stande sein werden, in der 3. Klasse mit gutem Erfolg einen deutschen Unterricht zu srequentiren, unterliegt wohl feinem geringeren Zweifel, als daß die Deutschen viel von dem sloveni-schen gewinnen würden. In der Stadt herrscht unter den Eltern eine Art Panik, es könnten ihre Kinder zum Besuche einer rein slovenischen Anstalt gezwungen werde». Sie mögen sich beruhigen. Wir hoffen und erwarten von der Gerechtigkeit des Lehrkörpers, daß er die Eltern sämmtlicher Schüler der beiden ersten Klassen des Gymnasiums durch auio« grafirte Mittheilungen über den Stand der Dinge belehre und sie zu Cer Erklärung auffordere, ob ihre Söhne die slovenische oder die deutsche Abtheilung besuchen sollen. Kein Mensch, außer den Eltern, hat das Recht, über diesen vitalen Punkt zn entscheiden. Ein ängstlich strenges Beobachten ihres Willens ohne jede Beein-flußung desselben ist hier Pflicht des Lehrkörpers; an die Presse tritt die der Theilnahme und die des Schutzes heran. Leider kann sich das Ministerium nicht zu der ganzen Maßregel der Errichtung eines slovenische» und eines von diesem getrennten deutschen Gymnasiums entschließen. . — (Ein Pröbchen krassen Aberglaubens) wird uns von höchst glaubwürdiger Seite mit- getheilt. Ein wohlhabende« Bäuerlein zu St............. in Oberkrain hatte ein Kraul- und RUbenseld, welche« von Erdflöhen, Raupen und anderem Ungeziefer stark heimgesucht war, so daß sich der gute Mann nicht ein- noch auSfannte, wie diesem Uefcet zu steuern; da verfiel er denn nach vielem Grübeln und Rathserholen bei weisen Leuten auf ein noch weiseres Mittel: er ging Mitternacht«, mit seiner Laterne und dem Evan-getientuch versehen, auf den betreffenden Acker und las das Evangelium Johannis von rückwärts mit lauter Stimme ab; denn wie er erfahren, mußte nun alles Gcwüruie vor diesem Zaubermittel zerplatzen. Leiber half dasselbe nichts, und da er bei seinem Hokuspokus von einigen Personen überrascht wurde, hatte er daS Vergnügen, tüchtig ausgelacht zu werden. — (Aus de m A m ts blatte der „Laib. Ztg.") Für den Umfang des SteuerbezirkeS Feldkirchen in Kärnten wird die Einhebung der Verzehrungssteuer am 27. d. M. bei der Klagenfurter Finanzdirektion verpachtet. — Am 26. d. M. wird die Lieferung der verschiedenen Materialien sür die Bekleidung der Gefangenen am hiesigen Kastell in der Verwaltungskanzlei vergeben werden. — Die nächste Verlosung krainischer Grundentlastungs-Obligationen wird am 31. d. M. vorgenommen. — (Polizeibericht.) Johann Martincic aus Grüble und Maria Robaö aus Ziegelhütte», wegen eines in Stauden verübten Diebstahls vom k. f. Kreisgerichte Rndolsswerth steckbrieflich verfolgt, wurden durch hiesige Stadiwachiuänner angehalten und eilige liefert. — Die Taglöhncr Mathias Poder^ai und Johann A o t t m a n n wurden wegen Diebstahls einer großen Eisenstange, die sie einem hiesigen Geschäfts manne entwendet; n, angehalten und dem f. k. Landes gerichle eingeliesert. — Ein unbekannter fremder Bursche, 18 big 20 Jahre alt, entwendete im Gast-Hanse „zum schwarzen Bären" einem taubstummen Graveur ans Linz einen neuen ledernen Handkoffer mit Effekten im Werthe von 45 fl. und wurde flüchtig. — Der von der Triester Polizeidirektion wegen Dieb-stahlö telegrafisch verfolgte Kellner Karl Eondußer aus Eilli, wurde gestern hier angehalten. — Der Wäscherin Magdalena Leben aus Wizovik wurde am 16. d. M. ein Bündel mit fihmugiger Wäsche aus dem Vorhause, Stadt Nr. 308, durch unbekannten Thäter entwendet. — (Theater.) Deinhardsteins bekanntes und recht gutes Lustspiel „Fürst Wilhelm und Wilhelm Fürst" ging gestern Abends in Szene und erheiterte die — leider nur spärlichen — Anwesenden in recht angenehmer Weise. Die Durchsührnng des Stückes war eine allseits znfriedenstellende iinb zeigte sowohl im Detail wie im Ensemble von fleißigem Studium. Eine köstliche Figur führte »ns Herr W a I * b u r g als „von Kuh" vor, dessen titelsüchtige und geldstolze Bornirtheit er in charakteristischer Weise zur Anschauung brachte; seine Tochter Emma fand iit Frl St tage! eine liebenswürdige Vertreterin, und ebenso fand sich Herr Trant als „Sonverain wider Willen" mit viel Geschick in seine Rolle. Als Gast sahen wir gestern Frl. T h a l -boru zum ersten male in einer Heilten Rolle (Mathilde) und können vorderhand nur sagen, daß auch sie zu dem gerundeten Zusammcnspiele entsprechend beitrug. Mit einem weiteren Urtheile über diese Dame müssen wir wohl noch zuwarten, bis sie nus iu größeren Rotten mehr Anhalts* Punkte zu ihrer Beurtheilung geboten haben wird. Witterung. Laibach, 10. Oktober. Gelockerte Wolkendecke ans 9iO ziehend, schwacher Nordost. Wärme: iüfotgens ti Uhr (• 0.8“, Stachln. 2 Ut,r + 11.4° C. (1870 + 12.8"; 1869 ~f 3,3"). Barometer im fallen 737.10 Millimeter. Das gestrige Tagesmittet der Wärme -f- 8.8n, um 2.f>" unter dein Normale. Angckoiniilciic Fremde. Am 18. Oktober. Elefant. Dr. Rapor, Marburg — Paich, t. f. Major, Karlsburg. — Batog, k. k. Hauptmann, Essek. - Fu-inazalli, Mantua — Bas, Franz. — Spttidal, Krain-bürg. — Pauser, RndolfSwerth. — Fridniann, Redakteur, Wien. -- Dr. (Strich, Graz. — Salix, k. k. Hauptmann, Görz. -- it. S. Michelcitsch. Radoliea. — Anton Michelatsch. Äarlsstadt. Stadt Globocuig, Besitzer, Eisnern. — Gratzer, Ingenieur, Sava. — Müller, Privat, Graz. — Zellarz, Privat, Oberlcubach. — Rikli, Naturarzt, Triest. - Dinn, Kfm., Wie». — Grass, Kfm., Kassel. v. Schulderer, f. k. Oberst. — Uhl, Kfm., Wie». Haierlnviier Hof. Moravic, Handlungsreisender, Linz. — Pagliaro, Sisfek. — Renner, Schneider, Sessaiia. ^adstatter, St. Beit. — Scandolarci, Jugeinenr, Turin. Gedenktafel über die am 21. Oktober 18 7 1 siattfindenden Lizitationen. 1. Zeilb, Zgvne'schc ilicnl., Radlek, BG. Laas. — 3. Feilb-, Beslaj'schc Real., Bicje, BG. Laibach. — 1. Feilb., Potietzaj’fchc Real, Oberduplitz, BG. Laibach. — 1 Feilb., Snink'sche Real., Vir, BG. Egg. — 1. Feilb., Zavbi'sche Real., Obertuchein, BG Stein. - 1. Feilb., Blas'sche Real, Mauusburg, BG. Stein. — 1. Feilb., Petric’fche Real., Grad, BG. Krainburg. — ! Feilb., Tomse'sche Real-, Jiemile, BG. Lack. — 1. Feilb., Marlovnc'sche Real, Bu-kovje, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Zakrajsek'sche Real., Grotzoblak, BG. LaaS. ______________ Thcnter. Heute: Der RegimentSzanbercr. Komische Operette in 1 Akt von Offenbach. Fn^on. Lustspiel in 1 Akt von O. F. Berg. Zum Schluß: Tchneiver FipP-5. Posse mit Gesang iu 1 Akt von Berg. Wierne Börse vom 18. Oktober. i>2.— 83.— Btotttsfond». ®»Ib 1 iB«e Wetc.fRente, äft.'ltaD.1 57.SC] 07 »c dto. dto. öst.inGilb. i,7 60 «7 70 "•ofe von 1864 . . . M«.—| 88 SO io je von 1860, fianj* 91.f 2 »7.75 io|e 80?. 1860, Fünft. 1 >4 — 114 l.i vrämicnsch. e. iS6i . 97 — 97.rs Ornndentl.-Obl. Steiermark ju *> JvM. itärnten, Rrtuft u. »itftcnland 5 „ 85.75 86 — Ingarn . . ju5 . 7 9.5 79 75 ikroat.u.Slav.5 „ 87 7' HD.— Siebrndürz. „ 5 „ 74 74.50 Aotlen. ftationalbant . . .768-770 — Union < Bank . . . an«.:],) j&s.50 tictitanftalt . . . SS# 60 Si 8.80 K. 6. 84 ’.—!95 i.— flirnlo=öflevr. Bon! . U6 60 y-tii Sil 0-st. Bodencred.-A. . 164 — iCfi — O-st Hyvoth.-B-!-! . - — -.-Steter.tt«cem#t.*#!. Mn.- —.... Franko - Austria . . ij7. - 1)7 in *«if. Ferd.-Nordd. . $(i‘,7 Südbahn-Bcs-lls». . »!• im.— »ais. Llilabetd-Bah».: 4^ 75 »43 — Kart-Ludwig-Bahn if.s.— 158.10 Siebend. Eisenbahn .!i7*.—ii7S 50 Staatsbahn. . . . 387.50 3h8.-- tat(. 9tar.i-3ofefäb.. 205.50 st:«.— jünfk.-Barcfcr @.=8, 174 — 175 ■-Mföld-Kium. Lahn . 179.75 160 15 Pfandbriefe. -tation. S.W. verlos!?. 88.75 8». Ing. Bod.-Sreditanst. «7 50 88 - illlg.öst.Bod.-Lredit. 105 |lb5.Si' dto. tu .JSy.rua». . 88.-- 86 50 Geld | 0est.H,poth..«aul.' —: Pflorit&ts-Oblig. Südb.-Bef. ,11500 Fr. 108 75 dt». Bons 0»Ct. —.— «oebb. (ioo st. EM.) 104 75 Si-b.-B.kL00 st. ii.W.» «8 iöi Staatsbahn pr. Stück :s8 — StaatSb. pr. St. 1867 137.--fflubolfSb.(SOOst.ö.iU).) 6» 40 jkran,-Oos.(»00fl.S.). 88.30 Lose. Kredit 100 fl. ö. M. .18:.25 Don.-Dampfsch.-Bes. ,u 100 fl. EM. . .. — stieflet IOO fl. am. . ISO 5o dto. 50 ft. ö.W. 68 — Ofener . 40 st. ö.SD. 32 —I Salm . „ 40 „ ; 40 «öl Palls, . . 40 . ; 27.-- @arb . „ 40 „ | t6.~ I ®t.(9enot«„ 40 „ ! 31.— Ärinbifchgrätz 20 „ ; 23___ Walbflein . 20 „ 19.50 *C8le«i Oiuili und 3.nniiplrl)lmuj. Indem ich den hochverehrten p. t. Gästen, welche mich im „Hotel Elefant" mit ihrem Besuche beehrten, ergebenst danke, bitte ich um ferneren gütigen Zuspruch iu den 6affiiait5lo(i(ilitdtcu „zur goldenen Schnalle," welche ich ani 16. d. M. übernommen habe. Für gute Getränke und Küche wird bestens Sorge getragen. Billiges Frühstück und Mitiagseffen im Abonnement. Hochachtungsvoll Alox. Doleiiz. (485—2) Restaurateur. A. J. 1 I * « 18 K K Wiener Herbst und Ämter! Ijiichll iiitnrliiuit für Damm! Ich beebre mich, die elegante Daniel,wSlt bei meiner soeben erfolgten Rückkunft aus Wien zum Besuche meiner 'fl werden (1 höflichst einzuladen. Alles, >oas in Oamen-Regenmänteln, Paletots und Jacken, Damen- niid Mädchen-Sammt-, Seiden- und Filz-Hüten, Kapuchons und Baschliks, Seelenwärmern, Chlgnons, Zöpfen und Haareinlagen die Mode und feiner Geschmack in Wien und Paris ersonnen hat, ist in reicher Auswahl bei mir zu seben. In der Ueberzeuguug, das; alles Gesehene sich am besten cmpseh len wird, erspart sich jede weitere Anpreisung (186 - 2)' A. Fischer, K » U d sch a^ t s p l a tz Nr. 2 2 2. MT Filzhüte “Uf ier 311111 E üi'li<‘ii und .Ttoilernittlrcii augeuonmicu. K » 11 d s ch a f t Ü p l a tr. y Drark »an Jg». v. «irivmahr » 8ed. Bamberg in Laibach. Berleger und für die Redaktion veramworttich: Dttomer Bamberg.