Nro> 25. OnUniU^ ^R^W^UH ^^^lN^ Dienstag den 29. März 1791. Inländische Nachrichten. N>ien den 23. März. Auf eine wiederholte Bitte des Staatsminisiers Grafen v. Pergen, um die gnadigste Enthebung von der Leitung der Polizey und Aufsicht über die Gefangenhäuser, haben Se. K. K. Mai. nachstehendes Handbillel au denselben zu erlassen geruhet. -^ Lie-der Graf Pergen! Der Anth'il, den Ich an der immer sich vermehrenden Abnahme ihrer Kräfte nehme, ist um desto grösser , jemehr Ich überzeugt bin, daß ihre Gesundheit hauptsachlich das Opfer Mci-nrm Hause durch 43 Jahre i« ausland-Und inländischen Geschäften mit immer gleiche Anstrengung und Ergebenheit qe« leisteten Dienste geworden ist. So ungern c> fi. jährliche Besoldung hatten, sind min auf lOQZ fl. gesezt worden, welche Vermehrung ihnen , bey der hiesigen Theuerung aller Lebenserfordernisse, der Wohnungen und des Holzes . ( worüber ich ihnen nächstens eine Preistafel schicken werde) dann bey der außerordentlichen Prachtsucht, wohl zu gönnen ist. — Die einträgliche Stelle des hiesigen in Ruhestand gesezten Kanlcralzahlmeisters Herrn von Zanchi, hat, wider alle Erwartung der ehemalige Bankozettelkassier in Fiume, Herr Johann Probst, erhalten, und der Postwagensexpediwr und Kontrolor in Linz, Herr Wießner, ist zum Oberpost-Verwalter in Görz, statt des in Ruhestand versezten Freyherrn von Vogtberg, befördert worden. — Nach der bereits Vor sich gegangenen Entwafnung der trie- sier und sinnier Marine, ( wodurch die Kapitäne Potts, Williams und beyde Simpson in Reduktion gefalkn sind) werden die Schiffe, besonders zween Kutter , der Gerechte und der Standhafte, als vorzüglich zu Kriegsdiensten geeignete Fahrzeuge, nach Livorno geschickt, und mit Kaufmannswaaren aufPrivatrechnung befrachtet, sodann, wenn sie zum toska« Nischen Seedienste taugen, dem Guber-tlium von Livorno, oder, Falls sie dieses nicht wollte, dem Meistbietenden verkaust werden. Hicr aber bleiben , zu Bedeckung des Hafens, blos 2 bis 3 Ka-nonicrschaluppen mit 1 Offizier und den nöthigen Bootsleuten. Brunn den 19. März. In Absicht auf Rußland vernehmen wir folgendes: " Mit der Hoffnung zu eitlem baldigen Vergleiche zwischen dieser Macht und der Pforte, unter der Vermittelung Preußens und Englands/ sieht es noch viel zwey-deutiger aus , als mit den Aussichten zum Frieden zwischen dem Haus Oesterreich und den Qsmantn. Wie man hört, so werden bey der Rußischen Armee neue Ansialten getroffen, um die festen Platze Braila, Warna und Silisiria , einen nach dcm andern mit Macht anzugreifen. In Lieftand soll alles in Bewegung seyn, und es heißt, daß gar bald eine Rußische Flotte im Baltischen Meere erscheinen werde. — Das neue Wucherpatent ist nun erschienen , unter dessen wesentlichen Artikeln auch folgendes mit begrifcn ist: Der Gebrauch der Wechsel ist dergestalt abgeschaft, baß sie nicht einmal zu einem Beweise dienen können, so daß all« Personen, die nicht zum Handelsstande gehören , nur gewöhnliche einfache Schuldverschreibungen ausstelle« dürfen. Viala ben 54. März. So fürchterlich im vorigen Jahre die Dotmerwol-Ä ken waren, die wir um diese Zeit in un- > fern Gegenden aufsteigen sahen, und voll « denen wir immer das Einschlagen von« der Preußischen und Pohlischen Seite be- » fürchteten, so still und günstig ist itzt« das Wetter. Die Augen unserer Herre« « Nachbarn , dcr Preußen und Pohlell, z müssen itzt auf eilien andern Gegenstand > gerichtet seyn, wcil man an den Gratt- « zen der einen und der andern kaum ss ß viel Truppen sieht, als sonst in Zcie-V denszeiten, dcr gewöhnlichen Aufsicht mck « Ordnung wegen, da zu stehen pflegen. « Man muß vielmehr sagen , daß die z Wachsamkeit auf unserer Seite größcr ist, « als auf jener der Nachbarn; denn unsere H tapfern Dragoner, von denen der Stab 3 in Tarnob liegt , streifen stets umher, V und lassen ihrcr Aufmerksamkeit nichts I entgehen. Von dem Pohllschen Regi- z meine Beniowskn , welches i« Klukalti laq / und damals aus ungefähr 802 > Mann bestehen mochte, bleibt nur ei« Z Kommando in gedachter Stadt , und der 1 größte Theil zieht sich weiter ins Laub z zurück, wohin demselben auch die Rekru- z ten, die es aus dem ganzen Krakauer 1 Palatinate erhalt, folgen muffen. Wie z erhalten fast taglich ein Paar Uiberläu- ! ftr, die auch sogleich Dienste bey un« z nehmen. Der Pohle ist ein entschlossener z vortrefticher Soldar; es liegt in ihm dee Z Keim vieler guten Eigenschaften. Aber ^ gemeiniglich zeigt er sich erst so in der H Fremde, nämlich unter Ocsttsreichischer, 1 Rußischer oder Preußischer Manns.ucht. 1 Auch braucht der gemeine Pohle zu i feinem Unterhalte fast eben jo wenig 1 als der gemeine Ruße. ! Aemberg den.,6. März. Es geht inH Briefen ein Handbillet der Rußischen Monarchin an den Fürsten von Pomn-kin umher, und man giebt es, wie man ts da, in dies?« Briefen liefet: " Mein ^" lieber Fürst Pottmkin ! Wir freuen '"uns, daß Sie in der Fremde immer ," bey guter Gesundheit sind. Je tiefer " Sie in das Herz des Osmanischm " Reichs dringen , desto besser scheint "Ihnen die dornge Luft m behagen. ,^ Lieber Potemkin! allerdings muß man " für seine Gesundheit etwas wagen. " Jüngst gab uns ein gewisser Ge-" sandter, der uns um Audienz bat, " unter hieroglyphischen Bildern zu ver-/^ stehen , daß der König sein Herr " geneigt wäre, die Vermittlung zwi-^^ schen uns und der Pforte an un» " sern getremsten Freund und Bundsge-^ kosten , an den Kaiser Leopold, un-," sern Vetter, abzuttetteu. Wir ant-^ worreren ihm wieder in Bildern , so " daß wir schon eine ganze Vilder-,^ galleeie beysammen hatten , als wir "den Gesandten entließen. Etwas " hievon wußte ich bereits durch den ^ Bericht, den ich von meinem innig-" sten Freunde , dem Kaiser Leopold " erhalten hatte; und nun wollen wir " sehen / ob der Halbmond würdig ist, " daß wir ihm etwas von seinem dun-' " keln Lichte wieder geden, Sie aber, " mei« Fürst, dürfen sich darum nicht " irre machen lassm, sondern nur fort-" fahren, wie Ihre Kluqh?it und Ihr " Heldengeist es Ihnen eingeben wird. Katharina. Ausländische Nachrichten. Deutschland. Vreslau den 10. März. Der Oberste von Bischofswerder, bisher m Preußischen Diensten, hat Berlin verlassen, und hat in seinen Privatangelegenheiten auf einige Wochen eine Reise nach Sachsen, seinem Vaterlande, angetretten^ Andere sagen ^ daß er nie wieder zu-? rückkommen werde , indem er als Mitschuldiger an einer neulich Vorgefallenest Entwendung, wodurch geheime Staats» schriften aus dem Königlichen Kabinette verlohren gttngen, in dls Monarchen Ungnade gefallen sy. Frankreich. Paris den