präliunicratious-Preise: Für Laibach: Sanzjährig . . . 8 fl. 40 Ir. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ Vierteljäbrig. . . 2 „ 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ M i t der Post: Ganzjährig . . . 11 fl. — kr. Halbjährig , . . 5 „ 50 „ Vierteljährig. . . 2 „ 75 „ Für Auslellünz in« Haus viertel- jährig 25 !r.. tncnatlid) :i Ir. Einzeln- Nummern « Ir. Laibacher R t b a k I i o n Bahnhofgasie Nr. 132. (ErycMlion uni 3nfcmttn-ßiirrnu: Kongrebplay Nr. 81 (Buchhandlung von 3. v.Meinmavr L F. Bamberg). Jnserlionspreisr: Kür die einspaltige Petitzeile 3 Ir bei zweimaliger Einschaltung ii 5 kr dreimal L 7 Ir. Jnsertionösicmpel jedeSmal 30 Ir. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht znrUckgesendet. Nr. 186. Mittwoch, 16. August 1871. — Morgen: Bertram. 4. Jahrgang. Warum wir den Föderalismus tie-kiimpseu. Bor die Alternative gestellt, ob es die Kultur der Deutschen in ihrem berechtigten Einflüsse belassen, wie er ihr durch die Verfassung Oesterreichs noch nothdürftig gewährt ist, oder auf der abschüssigen Bah» des „Ausgleichs" den letzten verhängniß-vvllen Schritt durch Gewährung der c;cchischeu Forderungen thun soll, ist das Ministerium Hohenwart durch die letzten Kundgebungen mit Sack und Pack und mit fliegenden Fahnen ins Lager der Föderalisten übergegangen und hat sogar alle Brücken des Rückzugs hinter sich abgeworfen. Es steht auf dein Pnnkte, aus Oesterreich einen mittelalterlichen Staa-tenvercin zn machen, der dem Reiche weit weniger Einheit und Zusammenhang lassen müßte, als die bundesmäßig geordneten Staaten, wie die Schweiz, Nordamerika oder selbst das neugefügte deutsche Reich besitze». Doch nicht allein die Auflösung Oesterreichs in seine einzelnen Theile ist das letzte Ziel, wozu die Erwählung des föderalistischen Weges nothwendig führen muß, sondern durch die Verlegung des Schwerpunktes aus dem Zentrum in die Peri-feric, durch die Auftheilung der Rechte des Reichstages an die Landtage wird uugezweifelt der klerikal-feudale Absolutismus nach der alten Losung „divide et impera“ zum Siege gelangen. Graf Clam-Martinitz, auf den die gesummte konservative imb fortschrittfeindliche Partei mit Hoffnuug und Dank blickt, hat ja den großen Ausgleich gemacht, imb gewiß »icht, um zuletzt deutsche und liberale Politik zu treiben. Der Jesuitismus mit seiner schwarzen Armee, seinem altererbten Einfluß auf die höchsten Kreise, der treueste Verbündete aller slavischen Wider» spenstigen, wird nach Freigebuug der einzelnen Länder mit Hilfe der willenlosen und politisch unfähigen Massen die altsendalen und klerikalen Vorrechte wie- der erkämpfen. Erzbischöfe lind Bischöfe, im engsten Verbände mit den Altaristokraten, können den Gedanken ebenfalls nicht ertragen, daß dieses Reich unter deutsch-freiheitlicher Rechtsentwicklung, deren Grundlage die Verfassung ist, sich von Rom los-sage und einen eigenen Kulturgang einschlage. Wenn wir alle die Elemente zuscuumenfassen, von welchen der Föderalismus getragen wird, so unterliegt es keinem Zweifel mehr, welches Schicksal unter seiner Herrschaft dem gesummten Fortschritt auf politischem und religiösem Gebiete bereitet würde, daß er gleichbedeutend wäre mit dem Rückschritt auf allen Gebieten des staatliche» und bürgerlichen Lebens. Wir möchten diese föderalistische Verschwörung aller freiheitsfeindlichen Elemente des Staates gegen die Einheit mit dem Sezessionsversuch der amerikanischen Südstaaten und ihrer Sklavenbarone vergleichen, nur mit dem Unterschiede, daß eö dort galt, die Sklaverei der Menge aufrecht zu erhalten, hier aber nach Beseitigung der deutschen Führerschaft ein neues Helotenthum im Dienste einer1-herrschsüchtigen und berechnenden Führerschaft unter slavischer Firma aufzurichten. Nicht etwa alö Staatsform, welche der freien Entwicklung keinen Raum gestattet, bekämpfen wir den Föderalismus, sondern einzig und allein, weil er bei uus gleichbedeutend mit der finstersten Reaktion, mit der Herrschaft der Unkultur und des nationalen Uebermuthes über Bildung und Fortschritt wäre. Das Vorbild der Schweiz oder der nordarnerikauischeu Freistaaten kann für österreichische Volkerverhältnisse durchaus nicht maßgebend feilt. Nicht auf gleicher Stufe der Kultur und der Entwicklung stehende Völkerschaften sino es, welche unter dem Schutze dieser Staatsform an ihrer besseren Zukunft zu arbeiten und sich friedlich unter dem Banner der gleichen Freiheit und der gleichen Rechte zu schaaren gesonnen find, sondern eine Kaste strebt mit Hilfe der rohen zurückgebliebenen Massen nach der Herrschaft iiber Kultur und Fortschritt. Wird heute der föderalistische Versuch zur Wahrheit, bekommen die Landtage die Gesetzgebuiigsiuitiative in den wichtigsten Zweigen des Staatslebens, so sind morgen nicht nur die Deutschen in Böhmen, Mähren, Krain ihrer politischen Rechte beraubt und iit die Stellung der Ruthenen in Galizien gedrängt, sondern binnen Jahresfrist sind alle Errungenschaften der Neuzeit, Preßfreiheit, Schulgesetze, religiöse Freiheiten beseitigt und der Konkordatsstaat steht in schönster Blttthe. Aber auch, wenn man in den slavischen Elementen des Reiches eine neue Grundlage der Staatsbildung gefunden zu haben wähnt, wird man sich arger Täuschung hingeben. Wägen wir die Atomgewichte der in Oesterreich häufenden Völkerschaften gegen einander ab und bemessen wir danach das politische Verhältniß, in welche« sie von der Natur sebst gesetzt sind, so werden wir ganz andere Ergebnisse erhalten. Die germanische Raße ist, wie die Erfahrung der altern und neuern Zeit beweist, vermöge der ganzen geistigen Begabung zu einer weltgeschichtlichen Rolle bestimmt. Germanische Elemente haben dies Reich begründet, nur sie werden es vor Zersetzung und Auflösung bewahren. Der Slave hingegen scheint ungeachtet seiner großer» Lebensgewandtheit und Beweglichkeit von der Natur nicht zum rcohnxbv lvjov, zum staatenbildendeii Wesen bestimmt. So sehr mich sein Herrschtrieb mit demjenigen des Deutschen iibemnftmtnicit mag, seine Begabung, wie es sich durch eine tausendjährige Geschichte bokuinentirt hat, befähigt ihn nicht zur Einrichtung imb Beherrschung großer Kultnrstaaten. Ueberall wo ber Slave einen Anlauf machte, ein größeres Staatswesen zu otbitett, geschah bieS auf Grundlage einer Kasten Herrschaft, es fehlte überall das sittigeiide bürgerliche Element, der eigentliche Träger der Kultur und des modernen Staates. Jeuilleton. Walter Scott. Gestern, den 15. August 1871, waren cs ge-rabe hundert Jahre, seitdem Walter Scott in Edinburgh zur Welt kam. In England wurden bereits feit längerer Zeit mannigfache Vorbereitungen getroffen, bie hundertjährige Geburtstagsfeier des großen Romanschriftstellers in würdiger Weife zu begehen. ES ist auch diese Säknlarfcier an vielen Orten Englanbs, namentlich aber in der Geburtsstadt des Dichters gefeiert worden. Ein Mann aber, beffeit geistige Wirkungen sich weit hinaus erstrecken über bie Grenzen seines VaterlanbeS, ein Dichter, dessen Werke, wen» auch zunächst der englischen Literatur angehörig, durch ihre Bebeutung sich zu beut wohlverdienten Range erhoben, daß sic ein Gemeingut aller gebildeten Völker der Erde geworben imb somit zur Weltliteratur gehören, hat ein Anrecht darauf, nicht nur vo» der Nation, der er angehört, sondern auch von allen den Völkern, denen er so viele Stunden der sittlichen und künstlerischen Er- hebung bereitet, an diesem Tage gefeiert zu werden; imb wen» er, ber feit 1832 im kühlen Grabe ruht, ein solches Recht in Person nicht mehr geltend machen kann, und wenn er, hätte ihm das Schicksal selbst eine so lange Lebensdauer befchicbcit, seinen hundertjährigen Geburtstag zu erleben, ein solches Recht schwerlich geltend machen würbe, weil er ein echter Künstler war, zu bessert persönlichen Eigenschaften ja auch bie wahre HerzeuSeiufalt imb Dernuth gehören, so haben bie gebildeten Nationen nichts desto weniger die Pflicht, diesen Tag zu feiern. In schönster und edelster Weise aber übt wohl derjenige seine Pflichten aus, welcher in seiner Pflichterfüllung nicht etwa einen harten Zwang, sondern in der Pflicht selbst sein Recht erkennt; in diesem aber hat gembe die deutsche Nation ihre Pflichten gegen die große» Männer, die bahimjefchicbeii, von jeher aufgefaßt, und darum glauben wir uns im wahrhaften Einklänge mit den Empfindungen und Anschauungen unserer Leser zu befinden, wenn wir die Erinnerung an beit großen Meister, beut bie folgcitbcii Zeilen gewidmet sind, am heutigen Tage nicht als bie Erfüllung unserer Pflicht, fonbent alö bie Wahrung eines guten Rechtes angesehen wissen möchten. Zuerst einige kurze Worte über die äußeren Utustciube seines Lebens. Geboren würbe er, wie schon gesagt, zu Edinburgh im Jahre 1771. Sein Vater war ein Rechtsgelehrter. Frühzeitig wirkten auf den sinnigen Knaben dichterische Einflüsse. Namentlich war es der in dem Kinde so häufig gefundene Nachahmungstrieb der Dichtkunst, der dasselbe dieser Knust zngesührt hat; denn seine Mutter beschäftigte sich selbst sehr eifrig mit Poesie und die dichtende Mutter erregte in dem Knaben beit lebhaften Wunsch, sich ber Dichtkunst zu widmen. Allein nicht gleichzeitig mit diesem Eifer traten bei dem Knaben die Spuren des Talentes hervor; mindestens galt er auf dem Gymnasium gerade nicht als ausgezeichneter Kopf, ja seine Lehrer erkannten so wenig Begabung in ihm, daß sie an seinem wissenschaftlichen Talente verzweifelten. Er ist aber nicht der einzige, welcher in der Folge die Profezciungcn seiner Lehrer zu Schanden machte. Gleich seinem Vater widmete auch er sich dem Studium des Rechtes, und folgte er der Mutter mit seinen innersten Herzensueigungen, so folgte er dem Vater in der Wahl des praktischen Berufes. Er wurde 1799 Advokat unb verheiratete sich. Seine ersten schrift- Statt dessen birgt dieser Stamm, dessen Leben mehr ein Blut- als ein Nerven- und Denkleben ist, der zersetzenden und staatsauflöseuden Elemente genug in sich. Nur der eiserne Dreschflegel Ziska's, nur die despotische Faust der Czaren vermochte diese Kräfte, wenn einmal entfesselt, zu zahmen, und nur dort, wo sie in politischer Verbindung mit den Deutschen standen und in germanische Zucht genommen wurden, ist es ihnen gelungen, etwas für ihre Kultur zu leisten, ohne darum ihre nationale Natur aufzugeben. Aber um über ihre bisherigen Lehrmeister zu herrschen oder diese in eine untergeordnete Stellung herabzudrücken und im Bunde mit Pfaffen und Junkern ein Oesterreich auf flavifcher Grundlage aufzurichten, dazu gehört etwas mehr als slavifche Kurzsichtigkeit, nationaler Fanatismus und Deutschenhaß. Es ist darum ebenso sehr in eigenem Interesse, wie in dem ihrer slavischen Reichsgenossen, wenn die Deutschen Oesterreichs jetzt ihre äußersten Kräfte aufbieten, um die Herrschaft der Feudalen über das intelligente Bürgerthum und die Rückkehr zur Konkordatspolitik hintanznhalten und bas Reich vor neuen Katastrofen, die es nicht mehr ertrüge, zu bewahren; indem sie gegen die drei verbundenen Mächte der Föderalen, Junker und Klerikalen ankämpfen, schützen sie das Reich vor Zersplitterung und die große Vormauer der Kultur in diesem vor dem Zusammensturze. Politische Rundschau. Laibach, 16. August. Inland. Die Wahlvorbereitungen geschehen allenthalben in beiden Lagern mit Eifer, da die Aus-schreibuugen in sämmtlichen Ländern, die von der Auflösung betroffen wurden, bereits auf die ersten Tage des September erfolgt sind. Den katholischpolitischen Kasinos waren bereits einige Tage vordem Erscheinen der kaiserlichen Patente desfalls Winke zugekommen, damit sie vor den liberalen Vereinen einen Vorsprnng gewännen. Für die Deutschen bringt der Parteitag in St. Pölten, den es der Regierung bei allem guten Willen doch nicht gelang zu verhindern, die Losung. Hoffentlich bekommt in Folge dessen die ergangene Herausforderung die einzig mögliche Antwort. Nach der Eröffnungsrede des Doktor K o p p betont Dr. Hans Stiugl aus Krems die Wichtigkeit des hochpolitischen Momentes. Der Slavismns poche bereits an die Pforten Wiens, ja er suche in Wien selbst bereits eine Stätte zu finden. Der großen Gefahr und Bedrängniß gegenüber sei es Pflicht der Deutschen Oesterreichs, einig zusammeuzustchen. Sache des Parteitages sei es, dieser Stimmung zum Ausdruck zu verhelfe». In Uebereinstimmuug stellerischen Versuche datiren aus dem Jahre 1797. Daß seine Neigung gänzlich den Musen gehörte, und er den Advokatenstand eben nur ergriff, um sich eine Lebensstellung zu sichern, beweist (wenn dies überhaupt eines Beweises bedarf), der Umstand, daß er sein Geschäftswesen als Rechtsgelehrter sofort aufgab, um sich der Dichtkunst ganz und nn-getheilt widmen zu können, sowie er aus andere Weise diejenige Unabhängigkeit erlangte, welche ihm einen so freien und ungezwungenen Gebrauch seines Talentes gestattete. Diese Unabhängigkeit erlangte er durch Erbschaften, er beerbte nämlich 1806 seinen Vater und Oheim, und fortan sah er seine Lebensaufgabe in der Beschäftigung mit Poesie und Geschichte. Im Jahre 1808 erschien: „Die Jungfrau ant See" (tlie lacly of tlie lake), von welchem Werkchen binnen 3'/r Monaten 8000 Exemplare abgesetzt wurden. 1815 erschien: „Das Feld von Waterloo" (the field of Waterloo). Auch liefert? er in jener Zeit vortreffliche Monografien, besonders Lebensbeschreibungen und Charakteristiken vaterländischer Dichter und Schriftsteller, so die Biografien von Goldsmith, Sterne, Makenzie, Walpole und Johnson; endlich trat er auf dem Gebiete hervor, auf welchem er unsterblichen Ruhm ernten sollte, mit zahlreichen Gesinnungsgenossen bringt Redner eine Reihe von Erklärungen in Vorschlag: Angesichts der Angriffe der Stauen auf die Verfassung und das Deutschthum in Oesterreich antworten wir deutschen Männer in Niederöslerreich mit folgenden Erklärungen: Erstens. Wir halten fest und unverbrüchlich an der Zusammengehörigkeit aller Deutschen in Oesterreich. Zweitens. Wir verwahren uns gegen jede Vergewaltigung unserer deutschen Stammesbrüder in den vormals deutschen Bundesländern Oesterreichs. Drittens. Wir geben niemals einem auf Kosten der staatsrechtlichen und nationalen Stellung der Deutschen in Oesterreich geplanten Ausgleiche unsere Zustimmung. Viertens. Wir betheiligen uns niemals an einer Umwandlung der Verfassung und Gesetzgebung im slavischen Sinne. Fünftens. Wir sind fest entschlossen, die Angriffe der Slaven auf unsere verfassungsmäßigen Freiheiten und unsere Nationalität mit allen gesetzlichen Mittet« entschieden und nachdrücklich abzuwehren, und endlich sechstens, wir geloben feierlich, daß wir, unbekümmert um andere fremdartige Interessen, an unserer Nationalität sesthaltcn um jeden Preis. Angesichts der bevorstehenden Landtagöwahlen erklären wir, nur jenen Männern unsere Stimmen zu geben, welche für unsere Nationalität mannhaft einstehen in Wort und THat. (Lebhafte Zurufe.) Nach einer kurzen, von Professor Muth aus Krems, Lustkandl und Menget aus Wien geführten Debatte wird beschlossen, den Antrag Stingl's der politischen Sektion znzuweisen. Auf einem Landgute in der Nähe Wiens hat eine Versammlung von Großgrundbesitzern srattgesunden, welche von Anhängern des Ministeriums bearbeitet wurden, bei den bevorstehenden Großgrundbesitzwahlen ministeriell zu stimmen. Namens der Reichsrathsabgeordneten des niederösterreichischen Großgrundbesitzes wurde in der Versammlung erklärt, sie hätten im Reichsrathe mit dem Ministerium Hohenwart finanzielle Kompromisse geschlossen, nie politische. An letztere im Momente, wo die Regierung den Ezechen sich in die Arme wirft, zu denken, verbietet die Ehre eines deutschen EdclmanmS. Durch die Auflösung des niederösterreichischen Landtages fühlen sich auch die Großgrundbesitzer persönlich beleidigt. Die Auflösung des ziSleithanischen Reichsrathes und der verfassungstreuen Landtage wird von den meisten ungarischen Blattern besprochen und auch dort kommt das Mißtrauen zum Ausdruck, mit welchem die Journale die Ausgleichsverhandlungen begleiteten. „Unser eigenes Interesse,." sagt „Naplo," „muß uns die Herstellung konsotidirter Zustände und die Erstarkung des Konstitutionalismus in Oesterreich wünschen lassen. Allein zielt das, was auf dem Gebiete deS (man darf wohl sagen) von ihm erst wahrhast geschaffenen historischen Romanes. Die Reihe dieser Romane erössnete „Waverley." welchem bald „der Alterthümler" (the autiquary), „Montrose," „Die Schwärmer oder Presbyterianer" und alle die anderen (wer sollte es wohl für uöthig halten, ihre Namen alle aufzuzählen), nachfolgten. Wer hätte nicht das „Mädchen von Lammermoor," das „Herz von Mid Lothian" oder „Jvanhoe" gelesen ? Nicht gleich anfangs trat er mit seinem vollen Namen als Verfasser dieser Romane hervor. THat er es aus Bescheidenheit, weil er selbst ihnen zu wenig Bedeutung beimaß, oder war es Schüchternheit, die ihn veranlaßte, vor Nennung seines Namens den Erfolg erst abzuwarten, oder waren es, wie einige glauben, finanzielle Gründe, um die Neugier nach dem verborgenen Antor dieser Werke nicht verschwinden zu machen — wir können diese Frage auf sich beruhen lassen; als aber die BnchHandlnng Constable in England Bankerott gemacht, er hiebei selbst Schulde« aus übernommene Pflichten von 140.000 Pfd. Stert, sich zugezogen hatte und bereit war, seinen schön eingerichteten Landsitz zu Abbotssord bei Edinburgh dafür zu veräußern (was jedoch das wir jetzt ins Lebe» treten sehen, dahin ab? Werden Parteihaß und nationale Gegensätze die Kluft nicht noch mehr ausweiten, welche die einzelnen Stämme ZiSleithanienS von einander scheidet? Werden Aspirationen der Nationalitäten nicht die allgemeinen Interesse» des Fortschrittes untergeordnet? Die Patente, welche die „Wiener Zeitung" veröffentlicht hat, bilden die Grabschrift jener Partei, die im Namen Oesterreichs mit uns den dualistischen Pakt eingegangen, und so wenig wir auch der Sentimentalität Raum geben, so vermögen wir uns doch des Gefühles nicht zu erwehren, welches einen überkommt, wenn man ans gewohnten Verhältnissen hinausge-rissen und neuen Faktoren entgegengestellt wird. Wir denken dabei nicht an die sinnlosen Drohungen der „Politik," die im Grunde nichts weiter als die Unreife dieser neuen Faktoren beweisen; aber wir können auch die Augen vor der Thatsache nicht verschließen, daß der Ausgleich nur einen Theil der Nationalitäten befriedigen wird, daß der andere darob Verrath rufen wird, daß nun die Deutschen sich über Bedrückung beklagen werden, und daß zu dem allen noch die Herrschaft der czechischen Feudalen tritt. Diese Aussichten reichen doch wohl hin, damit wir uns Reserve auferlegen." „Magyar Ujsag" kan» noch immer nicht glauben, daß der Ausgleich fertig sei. Geschähe dies, meint sie, dann kämen die österreichischen Deutschen in eine Lage, gauz ähnlich der, in welcher sich seinerzeit Venetien zu Italien und Oesterreich befunden. Von den czechischen Blättern erkennen „Na-rodni Listy" in der Auslösung des Reichsrathes, daß die Regierung mit Sicherheit (?) vo» den Landtagen den Beitritt zu ihrer Politik erwarte. Die Ezechen werden ans dem Landtage nur den Standpunkt der Deklaration sesthaltcn. Nach der Deklaration wird sich die czcchische Opposition richten bei allen Schritte» zur Herstelluug des inneren Friedens. „Potrot" begrüßt aufs freudigste den entscheidenden Schritt auf der Bahn der Versöhnung (?) der Nationalitäten und sieht in der Auflösung des Reichs-ratheö und der Uebertragung aller verfassungsmäßigen Thätigkeit auf die Landtage (?) nur den Vorläufer weiterer wichtigerer Entschließungen, welche nicht lange auf sich werden warten lassen. — Für die Regierung gab es in der jüngsten Zeit nur die Alternative, entweder die czcchische Opposition oder die Verfassungstreue. „Potrot" macht der Regierung ein Kompliment über ihren Scharfblick, weil sie sich für die erste« entschied. Auf den Landtagen werde nun die wahrhafte Ausgleichsthätigkeit sich entwickeln . . . Von einer Uebertragung der verfassungsmäßigen (d. H. verfassungswidrigen) Thätigkeit au die Landtage haben wir in der „Wiener dankbare England durch Subskriptionen zu verhindern wußte), da erst bekannte er sich öffentlich als Verfasser dieser Schriften. Seine Werke waren seinerzeit der Stolz Englands und der geistige Genuß der ganzen zivilisirten Welt, welcher sie durch mannigfache Uebersetzungen in die meisten europäischen Sprachen zugänglich gemacht wurden. Außer der Poesie, dein Studium der Geschichte und anderer Wissenschaften war der Gartenbau auf seinem Landgute des Dichters liebste und angenehmste Beschäftigung. Er war eine ziemlich an das Haus gewöhnte Natur. Reisen machte er wenig. Eine Zeit laug hielt er sich zu Paris auf, um Materialien zu feinem „Leben Napoleons" zu sammeln. Nur eine Krankheit, die ihn befiel, konnte ihn veranlassen, den gewohnten Sitz ans seinem Landgute zu Abbotssord zu verlassen und einen milderen, seiner Gesundheit zuträglichen Himmelsstrich aufzusuchen. Er ging nach Neapel. Auf der Rückreise traf ihn auf der Waal in Holland der Schlag; zwar kam er noch bis Edinburgh, seiner Geburtsstätte, und nach seinem geliebten Landsitze, Abbots-sord, allein bald darauf starb er; er starb iit einem Jahre mit Goethe, 1832. (Schluß folgt.) Zeitung" noch nichts gelesen — und ob die czechische Opposition schwerer ins Gewicht füllt, als die deutsche, muß sich ja bald zeigen. Sehr bezeichnend, wenn wahr, ist die Nachricht der „Vorst.-Ztg.," daß Graf Hohenwart, bevor er in der „Ausgleichsaktion" die Auflösung der Landtage auf das Programm setzte, Gelegenheit genommen habe, bei den ziöleithanischen Bischöfen eine Enquete zu veranstalten über deu Stand der Parteien in ihren Diözesen. Die Stimmungsberichte, welche dem Grasen von den Kirchenfürsten eingeliefert wurden, lauteten dahin, daß in den deutschen Provinzen mit Hilfe der Organisation der katholisch'politischen Vereine eine Niederlage der Liberalen zu erzielen sein werde; speziell Kardinal Rauscher soll sich für die niederösterreichischen Landbezirke verbürgt haben. Dieses Resultat der Enquete bestimmte denn deu Grafen Hohenwart, vorwärts zu gehen und sich von der Krone die Ermächtigung zur Auflösung der verfassungstreuen Landtage zu erbitten. Ausland. Unter hochoffiziösem Zeichen wird der „A. A. Ztg." über die Stroußberg-Affaire aus Wien geschrieben: „Alles in allem genommen, wird man hier nichts unterlassen, was dazu beitragen könnte, daß die finanzielle Angelegenheit im Sinne der preußische» Wünsche ausgetragen werde, aber man wird wohl fortfahren, in derselben nur eine finanziele Frage zu erblicken, und alles verhüten, wodurch sie zu einer großen politischen Frage erweitert werden und gerade jenes Streben kreuzen könnte, das man hier gemeinschaftlich mit Preußen hegt, nämlich das Streben, den Fürsten Karl auf seinem Throne ;u erhallen und Umwälzungen vorzubeugen, die, wenn sie Eintreten sollten, Oesterreich allerdings wieder mit dem Berliner Kabinet in drin Gedanken vereint fänden, daß dann der Artikel 27 des Pariser Vertrages zur Anwendung zu kommen habe. In dieser Uebereinstimmung Oesterreichs und Deutschlands liegt eine Bürgschaft, daß wir, was sich auch in Rumänien ereignen mag, von dort keine Gefährdung des Friedens zn besorgen haben." Die „Italic" glaubt versichern zu können, Laß der französische Minister des Aeußeru, Herr Le R e m u s a t, bereits über die Haltung des Versailler gegenüber dem italienischen Kabinet schlüssig geworden sei; demzufolge sei dem Grafen Choiseul Dorgezeichnet worden, nach seiner Rückkehr nach Florenz nicht mehr und nicht weniger zu thun, als ferne übrigen in Italien beglaubigten Kollegen; sobald letztere sämmtlich nach Rom übersiedelt sein werden, habe Gras Choisenl denselben zu folgen. Man Äaubt, daß diese Kollektiv-Uebersiedlung der Gesandten nach dem 1. November vor sich gehen werde. Weiter theilt die „Jtalie" mit, daß die österreichischen Gesandten beim Papste und beim König Viktor Emanuel nicht, wie man bisher geglaubt, in einem und demselben Palast residire«, sondern jeder für sich wohnen werden. Der kleine Thiers steht nun am Ziele seiner ehrgeizigen Wünsche. Die Gewalt, die er bisher als Chef der Exekutive gleichsam nur provisorisch, so lange es nämlich der Majorität der Nationalversammlung gefiel, besaß, soll nun aller Form Rechtens ihm ans drei Jahre unter dem Titel eines Präsidenten der Republik verliehen werden. Bei der Verhandlung, die darüber iu der Kammer stattfand, meinte Herr Thiers, die ihm anferlegte Aufgabe sei zwar erdrückend, doch fei er bereit, sich dem Willen des Landes zu unterwerfen. In der That, diese Aufopferung ist rührend! Wie groß aber trotz alledem die Abneigung gegen Thiers ist, geht daraus hervor, daß er es für nothwendig hält, die Kabinetsfrage zu stellen, mit sich die Präsidentschaft sicher zu stellen. Ucbrigeuö verfolgt Thiers unausgesetzt und unbekümmert um alle parlamentarischen und finan-S^lleit Zwischenfälle die Wiederherstellung der französischen Streitkräfte auf einem möglichst imponiren-den Fuße. So hat er, wie der „Franxais" meldet, vor wenigen Tagen erst, im Hinblick auf die Eventualität eines Krieges, die Notwendigkeit gewaltiger Rüstungen vor der Budget-Kommission dargethan. Nach der Ansicht des Chefs der Exekutivgewalt muß die Zahl der Regimenter wenigstens 140, der normale Effektivbestand der Armee über 500.000 M. betragen. ES ist dazu eine Vermehrung des Kriegsbudgets im Betrage von 100 Millionen Franken nöthig, und es beläuft sich nunmehr, mit Einschluß dieses Kredits, nach den Berechnungen der Budget-Kommission die Gesammterhöhuug des Budgets für 1872, die durch neue Steuern gedeckt werden soll, auf nicht weniger als 800 Millionen Franken. Man kann also voraussehen, daß die Diskussion dieses Budgets eine überaus schwierige werden wird. Zur Tagesgeschichte. — Zum Olm ü tz er Sängerfeste liegen folgende Nachrichten vor: Die Theilnahme war eine ungeheuere, die Landbevölkerung erschien in großen Massen. Ihre ©änderten waren reich und stattlich geschmückt mit schwarz-roth-goldenen Schärpen und Bändern. An der Fahnenweihe nahmen mehr als 20.000 Menschen Theil. Der deutsche Verein überreichte als Zeichen der Eintracht ein prachtvolles fchwarz-roth-gol-deneS Fahnenband. Das herrlichste Wetter begünstigte das Fest. Am sympathischesten wurde der „Wiener Sängerbund" begrüßt. Ehrenjungfrauen warfen den Sängern Kränze zu. — In einer alten Kirche in Siebenbürgen sieht man die biblische Erzählung Über die beabsichtigte OpferungJsaakö durch Abraham — wie „Seiet" erzählt — durch folgendes Gemälde veranschaulicht. Der kleine Isaak kniet mit auf den Rücken gebundenen Händen auf dem Holzstoße; der greise Abraham hält statt Des scharf geschliffenen Schlachtmessers eine Feuersteinflinte schußfertig in der Hand; in dem Momente, wo er losdrücken will, erscheint selbstverständlich der rettende Engel, doch darf dieser das Verbot des beabsichtigten Opfers nicht durch feine Donnerstimme verkünden, denn Abraham konnte erschrecken und der ver-hängnißvolle Schuß loSgehen. In dieser kritischen Lage erglänzt eben des Künstlers geniale Erfindungsgabe. Der Maler malt dem Engel ein Schaff Wasser in die Hände; der Gesandte des Himmels begießt mit dem nassen Inhalte die Pulverpfanne der Flinte und Isaak ist gerettet! Der zur Ergänzung dieser Szene vom Herrgott hinbestellte Widder ist aus dem Gemälde nicht sichtbar, denn derselbe befindet sich hinter einem dichten Gebüsche. — Vor einigen Tagen wurde ans Rom gemeldet, daß viele römische Bürger dem Papst PiuS IX. einen goldenen Thron zum Geschenke zu machen und ihm den Beinamen „der Große" beizulegen gedenken. Die „Opinione" aus Rom vom 12. d. bringt nun einen offenen Brief PiuS IX. an feine Verehrer, mit welchem er in freundlichen, aber sehr bestimmten Worten auf das „goldene" Geschenk und auf den Namen „der Große" verzichtet, mit der Bitte, daß die für den Thron bestimmte Summe zum Loskanse der Seminaristen vom Militärdienste verwendet werden möge. — Fast dreihundert Damen sind an der Mi-chigan-Universität immatrikulirt und werden im nächsten Semester ihre Studien daselbst machen. Bon dreißig, welche im letzten Jahre daselbst studirten, ist nicht eine einzige bei der Prüfung dnrchzefallen. — Neunundzwanzig japan esische Prinzen trafen vor kurzem unter Führung des Fürsten Schemidzo Jngad in Newyork ein und fliegen im St. Nicholas-Hotel ab. Dieselben werden aus Universitäten in den östlichen Staaten wissenschaftliche Studien machen. — Ein nordamerikamsches Blatt (Scientific Americain) sagt, daß es jetzt zur Unmöglichkeit geworden sei, diebssichere Schränke zu bauen, da man mit einem Werkzeuge, das aus einem mit gepreßtem Wasser- und Sauerstoff gefüllten Zylinder besteht, Locher in daS härteste Metall bohren kann. In Amerika nennt man diese Werkzeuge Feuerbohrer. Die Spitzbuben scheinen durch diese Erfindung den Kasseschrank-Fabrikanten wieder um einige Nasenlängen voraus zu fein; die Fabrikanten müssen sich daher beeilen, sie wieder zu überholen. Es spielt sich hier ein ähnlicher Prozeß ab, wie derjenige zwischen Panzerplatten und Kanone. Glücklicher Weise können die Herren Gauner den Telegraf nicht überholen und die Fotografie'nicht unerfunden machen. — Eisenbahn inPeru. Ein neues speziell auch für den Naturforscher interessantes Unternehmen ist die Ende März oder Anfang April dieses JahreS dem Verkehr eröffnete Areqnipa-Eifenbahn in Peru. Dieses großartige Jngenieurwerk ist mit englischem Kapital durch amerikanische Unternehmer ausgeführt worden. Die Eisenbahn durchdringt die westliche Kordillereenkette und erstreckt sich bis zu den Tafelländern des Innern, wo Arequipa, die Endstation, in 7800 Fuß Meereshöhe liegt. Die Verdünnung der Lust in dieser bedeutenden Höhe ist so groß, daß gewöhnliche Arbeiter aus niedriger gelegenen Gegenden nicht lange verwendet werden konnten; dieselbe» hatten in zahlreichen Fällen außerordentlich zu leiden. Und doch werden die Arbeiten mit Kraft und Nach» druck fortgeführt; denn der Unternehmer, Herr MeiggS, engagirte zu diesem Zwecke für feine Entreprise sechS-zehntansend Arbeiter, hauptsächlich Ayinara-Jndianer, aus Bolivia. Der berühmte Forscher David ForbeS beschreibt in feiner im „Journal of the Ethnological Soziety" veröffentlichten Abhandlung den abnormen Brustbau dieser Indianer, der sie befähigt, in fehr verdünnter Luft, ohne irgend welche Beschwerde, sich anfzuhalten. Es war wahrhaft erstaunlich, diese Leute bei einem Unternehmen betheiligt zu sehen, welches sicherlich binnen verhält nißmäßig kurzer Zeit ihre Unterjochung herbeiführen muß. Für fremde Truppen war die Ersteigung dieser Regionen stets mit den größten Schwierigkeiten verbunden; indessen jetzt hat die Eisenbahn diese Arbeit übernommen, obgleich für Soldaten wie für andere Passagiere die Reise nicht immer frei ist von Mühsal und Beschwerde. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — Die k. k. Landesregierung hat dem Georg Bitenz in Sucha Nr. 42 für die mit eigener Lebensgefahr bewirkte Errettung des Franz Rebol von Primskau vom Tode des Ertrinkens im Savefluffe die gesetzliche NettungSgebühr zuerkannt. — (Soiree.) Zu Ehren des k. k. Feldmar-schall-Lieutenauts von Fratriisevicö findet heute Abend im Kasinogarten eine Musik-Soiree von der Regimentskapelle des k. k. 79. Jns.-Reg. statt. — (Gemäldeausstellung.) Um dem viel« (eiligen Wunsche des kunstsinnigen Publikums zn entsprechen, wurde der Redouteusaal gefälligst noch überlasten und bleibt die Gemäldeausstellung bis Ende der Woche geöffnet. Die Filiale des Kunstvereins hat da» Entree auf 10 kr. gesetzt, um jedermann den Besuch zu ermöglichen, wie auch diesen häufiger zum Anblicke der besonders meisterhaft angeführten Oelgemälde: „Holländische Flotte," „des Lebens Lust und Leid," „die Waldlandschaft," „Urwald," „Heimkehr ändern Weingarten," „Sturmbewegt," „PfarrerSfiidje „Perchta mit den Heimchen," „die Erwartung," „die Ankunft," „Fischsang am Chiemsee," „Vierwaldstättersee ," „die Kokette," „Villa Slquaranta," u. a. ausüben zu können. Diese Gemälde sind vom Kunst-verein in Wien zur diesjährigen Verlosung angekauft, wozu Anteilscheine ä 5 fl. 25 kr. bei Josef Karinger zu erhalten sind, wie auch Lose ä 30 kr., 4 Stücke 1 sl, zu der von der Filiale veranstalteten Verlosung von 10 werthvollen Treffern. — (Bettlerunwesen.) In der Umgebung von Laibach, speziell jedoch in der Schischka, steht baS Beitelunwesen wieder in der schönsten Blüthe und inan muß staunen, wie gemütlich die Behörde diesem Treiben zusieht. Gesunde und verkrüppelte Männer, halbnackte Weiber und Kinder mit aufgedunsenen Gesichtern und nach Schnaps stinkendem Athem taumeln aus der Straße, in den Wirthsstuben und Wttths» hausgärtcn zwischen den Gästen herum, beschimpfen dieselben, wenn ihnen kein Almosen geboten wird, kriechen unter den Tischen nach Zigarrenstumpfen, mit einem Wort, belagern Haus und Garten, und die WirthSleute zucken mit der Achsel, wenn man sich an sie um Abhilfe wendet. „Ja, wenn der rothe Hahit nicht wäre!" und diese Drohung ist bei diesem Gesindel landläufig. Die Umgebung von Laibach ist seit rin paar Jahren das Eldorado der Bettler und Baga-bunden geworden, dort ist der sichere Hasen für dieses aus der ganzen Provinz zusammengelaufene Gelichter. Die Laibach besuchenden Gäste machen sehr schmeichelhafte Bemerkungen über unsere vortreffliche Aufsicht und jeden Augenblick hört man einen Fremden sagen, Aehnliches habe man noch nirgends gefunden. Es ist merkwürdig und vor allem während des Abendimbisses sehr angenehm, von 7 bis halb 9 Uhr Abends in der Reihenfolge von sechszehn meistens betrunkenen Baga-bunden angebettelt, angehaucht und angesprudelt zu werden. — (DasDorsVi^marjeabgebrannt.) Montag Vormittags 9 Uhr wurde die Ortschaft ViZ-marje von einer Feuersbruust heimgesucht. Das Schadenfeuer, welches im Hause des Michael Archer Nr. 8 auf unbekannte Weise auögebrochen ist, griff, von einem leichten Luftzuge angesacht, so rasch um sich, daß bald von den 51 Häusern der Ortschaft 34 fammt den dazu gehörigen Wirthschastsgebäuden in Flammen standen. Die Gedrängtheit der Häuser und Mangel an Wasser, sowie der Umstand, daß die meisten Häuser mit Stroh gedeckt waren, begünstigten natürlich außerordentlich das Umsichgreifen des verheerenden Elementes. Der Schade läßt sich noch nicht übersehen; nach den amtlich gemachten vorläufigen Erhebungen durfte derselbe mit circa 50.000 fl. anzurechnen sein. Menschenleben ist keines zu beklagen; gerettet wurden das Bieh und einige Habseligkeiten. Die meisten Abbrändler waren assekurirt. — Gestern Nachmittag wüthete abermals ein verheerender Brand ganz in der Nähe von Vizmarje. In der Ortschaft Poljane, knrz vor St. Veit, an der Eisenbahn gelegen, brannte eine große Anzahl Gebäude nieder. — (Störung desGotteSdienstes durch den Blitz.) Die Pfarrkirche St. Georgen, unweit St. Marein, war vorgestern (14. d. M.) der Schauplatz eines schrecklichen Unglückes. Ein Augenzeuge gibt davon folgende Schilderung: Um halb 3 Uhr Nachmittags, als gerade ungefähr 150 Psarrkinder in der Kirche bei der Christenlehre versammelt waren, schlug der Blitz ein. Der Herr Pfarrer, eben auf der Kanzel anwesend, taumelte und fiel nach rückwärts mit den Worten: O JesuS, Maria! und itt dem Momente lagen auch alle Anwesenden auf dem Boden. Der Herr Pfarrer erholte sich bald, schritt von der Kanzel herab, war aber noch ganz betäubt und rathlos, was er thun sollte. Zum Glücke ist die Kirche ganz in der Nähe mehrerer Ortschaften. Die Bewohner von Malavas, Gorikice und Pece waren durch den Donnerschlag aufgeschreckt worden und sahen, wie vom Thurme und aus den Fenstern der Kirche Rauch emporstieg, sie eilten herbei und waren Zeugen des gräßlichen Unglücks. Heber Anordnung des Herrn Pfarrers zogen sie die Leblosen aus der rauchersüllten Kirche auf den Friedhof, wo ihnen der Herr Pfarrer unter Assistenz des Meß. nerS das heil. Sakrament der letzten Oelung spendete Zugleich wurden Wiederbelebungsversuche, und zwar mit Erfolg angestellt. Mit Ausnahme dreier lediger Männer, die an dem Pfeiler, welcher den Chor trägt, lehnten, wurden alle früher oder später zum Leben gebracht. Von den Uebrigen schweben aber noch immer mehrere in Lebensgefahr. Zerrissene, halb verbrannte Weiberschürzen und Stucke von abgerissenen Weiberröcken lagen in der Kirche herum. _ Die hohen Stiesel wurden einigen Männern ausgerissen, als wären sie mit einer Scheere zerschnitten worden; ein Mann hatte nur einen Stiesel an, der andere war verschwunden. Der Blitz schlug in den Thurm, der keinen Blitzableiter hatte, spaltete sich dann und der eine Strahl glitt an den Glockensträngen in das Glcckcnhaus und tödtete die drei Männer, der andere Blitzstrahl drang durch eine Lucke auf den Chor und erfüllte das Gotteshaus. Der Thurm hat Schaden gelitten ohne jedoch Feuer zu fangen. So der Berichterstatter. Gleich nach Bekanntwerden dieses traurigen Ereignisses wurde von Seite der Laibacher k. k. Bezirkshauptmannschast ärztliche Hilfe nach St. Georgen entsendet. Literarisches. Unter tim vielen Chroniken des letzten Krieges nimmt unstreitig die im Verlage von Eduard Hallberger in Stuttgart erschienene „Jllustrirte Geschichte des Krieges von 1870 für Volk und Heer" einen ehrenvollen Platz ein. Die Geschichte des Krieges selbst ans der Feder LLilh. Müllers zeichnet sich durch Lebendigkeit, llebersichtlichkeit und Vollständigkeit vor vielen anderen vortheilhast aus. Nächst dein bringt das Werk aber auch die poetischen Ergüsse, welche den Siegeseinzug der deutschen Heere begleiteten und der gehobenen Stimmung des Volkes begeisterten Ausdruck gaben, eilt vollständiges Kriegstagebuch, Korrespondenzen vom Kriegsschauplätze, aus den Lazarethplätzen und Gesan-genendepots u. s. w.. kurz es liefert ei» möglichst vollständiges Bild der ewig denkwürdigen Kriegsepoche. Die Illustrationen selbst nmsassen nicht blos Karten und Ansichten vom Kriegsschauplatz, Porträts der Führer, Schlachtenpläue it. dgl., soudern auch die beliebten Szenen aus dem Lager-nnd Qnartierleben des Soldaten und humoristische Skizzen ans dem Leben der braven deutschen Truppen in Frankreich. Der Preis des Werkes, vaS vollständig 2<> Hefte umfaßt, daS Heft zn 2Sgr. oder !< kr, süddeutscher Währung, ist bei der Fülle des gebotenen, ein stanuenswerth billiger. Das neue Blatt 1871 gibt allen Abonnenten monatlich eine große Extra < Mode - Beilage gratis, umfassend 16 Seiten des Vielten Blatt-Formats mit farbigen Schnitt-Mustern auf der Rückseite der Mode-Beilage. Der Preis bleibt wie bisher 12'/, Sgr. vierteljährlich pränumerando gleich 45 kr. südd. Wahr., oder 80 Nkr. ö. W, oder eilten Franken 00 Centimes. Die soeben eingetrosfene Nr. 33 enthalt: „Die Studentenkläre." Von Arnold Wellmer. — „Denkspriiche." Von Albert Rosshak. — „Die deutsche Genossenschaft dramatischer Autoren und Komponisten." Von Ernst Wichert. — „Walter Lcotts hundertjähriger Geburtstag." — „Die beiden Orangen." — „Drei Ritter." „Chemische Briefe an unsere Leserinnen." Von Th. Schwartze. — „Für Haus und Herd." „Allerlei:" Vater und Sehn. Eine Liste der Pariser Zeitungen. — „Korrespondenz." -An Illustrationen folgende: 'Adolf Wildbrandt. Gustav Freytag. Pmit Heysc. Ernst Wicherl. Ednard von Baueru-feld. Ein hundertjähriges Geburtstagskind. Denkmal Walter Scotts in Edinburgh. Graf von Paris. Das Neue Blatt ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen mid Postanstalten. Witterung. Laibach, 10. August. Gestern schönes Wetter, Abends etwas fliegen, Wetterleuchten in W. und SW. Heute wechselnde Bewölkung. Wärme: Morgens 6 Uhr -f 17.0", Nachm. 2 Utr + 25.0" (1870 + 21.5"; 1809 22.0"). Barometer 731170 Millimeter. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme 19.9°, das gestrige + 213* C., beziehungsweise um 0.5° und 2.0° über dem Normale. Der gestrige Riederschlag 1.9° Millimeter. Angckommene Fremde. Am 15. Angnst. Elefant. Perz, Beamte, Jll.-Feistriz. — Lavric, Triest. — Ludwig Dolenz, Triest. — A. Dolleuz mit Sohn, Triest. — Meyer, Passan. — Steiner, Oesterreich. — Dr. Schleifer, k. k. Kreisarzt, Wien. — Bradaska, Wa-rasdin. — Brocchi, Triest. — Kralj, Unterkrain. — Ritter v. Reya, Großhändler, Triest. — Sanzin, Triest. — Miknlatzky, Kauft»., Wien. — Hren, Vigaun. — Craß, Private, Triest. — Snpattcic, k. k. Major, Tarvis. — Hrehu, Besitzer, Planina. - - Krans, Kauf,it., Wien. — Cadore, Kanfm, Triest. — Reinhardt, Private, Wien. — Stondrofch, Private, Wien. - Maria Gasch, Görz. — Knecht, Kanfm, Wien. — Riugitsch, Private, Graz. — Pollak, Kausm., Wien. — Cron, Triest. — Cando- Iiui, Venedig. — Beco, Liniago, — Poe, Handelsmann, Johannisthal. — Homann, Eisttern. — v. LencseS. Beamte, Pest Hotel Wien. Meisel, Onaßnein. — Natansky, Kauft»., Wieu. — Peier, Kauft» , Graz. — Dobratitz, k. k. Haupt-mann, Rudolfswerth. — Merini, mit Familie, Triest. Gedenktafel über die am 18. Au gust 1871 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Mersnik'sche Real., Srnerje, BG. Feistriz. — 2. Feilt)., Hocevar'sche Real, ad Reisuiz, BG. Reisuiz. - 3. Feilb., Sitinger'sche Real., Parje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Dovgan'fche Real., Hambije, BG. Feistriz. Wiener Börse vom 14. August. Staatsfonds. 1 Veld Ware ©slb Wart iperc. Rente, öst.Pap.' 59.kO dro. dto. öft.inSilb. 70.70 do e von 1864 . . . ^5.— 60.— 80.- 95.25 Oeft. Hypoth.-Bank . Prlorlt&ts-Obllg. f»5 ro io e von 1860, ganze 103.— 103. Sn io e von 1860, gtiuft. m.75 113.— 'IMmienf*. v. 1864 . 138.80 139.— Orandentl.-Ob!. Steiermark znSpLt. 98.— 94.— Kärnten, Kram >i. Küstenland S Ungarn. . zu 5 ikroat. u. Clav. 5 Siebenbürg. „ 5 Aotien. -i-ttionalbank . Union - Banl . Kreditanstalt 8i.15 86.— 80.— 80 20 80 251 feti 50 V7.25^ 77.56 763 — 764.— 110.- Il0.5u . ;SS2 2 i 292.30 ■ft. 8. EScomPte-G-s. 9.».—»35.— jinalo-österr. Banl Den. Bodencred.-A. . Deft. Hypoth.-Bank . eteict. T»comvl.-Bl. Franko - Austria . . ft.iij. Ferd.-Mordb. . S üdbahn^Gejellsch. . Siebeiib. Eisenbahn . Staatödahn. . . . üaii. Frauz-Josef-b.. jLnsk.-Barcser L.-B. L!söld-Fium. Bahn . Pfaaäbriofo. Jiaticn. 6.äS. uetioeb. Eng. Bod.-Credilanst. Allg.öst.Bod.-Lredit. dto. >u b3 v. tüdti. . 156.10 Jf6 30 iül—jif.3.— 75.-1 77.-135 -| — 119.80 120.-H160J 2165 181.40 181.50 124.—1219 60 ta 50 IM.— 74.— >1.1 oo 41».50}420.50 2tlß— I2U6.50 176.— 175.50 177.50 177.75 61 60 94.80 8.1.25 89.50 US.25I1U8.J0 88.— 88 50 Südb.-Ges. zu 500 gr. 109 75 110.— dto. Bon« 6 p®t. 2.1-.1.E0 210 — Nordb. (100 ft. CM.) 106 — 1( 6 d0> Sieb.-B.<200fi.ö.W.> s:< i-o yo 10 StaatSbayn Pr. Stück >40.75 141.2) Staatsb. Pr. St. 1867 138.25 ns 50 Rudols«b.(S00ft.ö.W.) 91 2i 91 30 inz=3of. (200 Lose. «tebit 100 fl. ö. a>. Don. ~ - za ioo fl.________ Triester 100 fl. CM. dto. 50 fl. ö.W. . Ofener . 40 fl. ö.W. Salm . „ 40 „ PMy . „ 40 „ Clary . „ 40 „ ©t.@enoi6„ 40 „ WindisSgrätz 20 „ Waidstein . 20 „ Keglevich . 10 „ RndolfSstift. 10 ö.W. Woohool (3 Mou.) «ug«B. ioon.Tttbb.ro. Franks. 100 ft. „ „ London 10 Ps. Ster'.. Pari» 100 Franc» . Zäünsen. Kail. Münz-Dncaten. so-FraneSflück . . . BereinSthaler . . . Silber . . . . 99.20 99.30' 180.50 181 —' 102.- 119 — 121.— fty.— 60.- 84 — 35.- 43 50 44.^ 32 fO 33.50' 38.- S9-- 83.— 33 — 24.— 26.— 24.50 25 — 15.— 17.— 15.- 15.50 1< » nrt IO,-r0. 102.70 102.SÖ 121.SO 121 40 47 55 47 60* 5 FO 5 81 9.68 9.6» 1.81 1.82 12u.öC 121.— Telegrafischer Wechselkurs vom 16. August. 5perz. Rente üsterr. Papier 60.—. — 5perz. Rente iistert. Silber 71.40. — 1860er Staatsanleben 102.70. — Bankaktien 762. — Kreditaktien 292.40. — London 121.15. — Silber 120 —. — it. I. Münz-Dukaten 5 77. — 91a« poleonsd'or 9.64:/,. «JN»Ü8. liisfsser, Tcilerineistcr in Laibach, mit alten Markt Nr. 163 und Krcnnaffe Nr. 310, (360 -1) empfiehlt allerlei Seilerarbeit zu den billigsten Preisen. SGV3ES <~xVL -3V2 ffu; c*v.,. r=V"d. Gyf)(ßifz. &/- AsK Garaiitirt Drnck von Jgn. v. Klein»«yr * Fed. Bamberg in Laibach Din berühmten Oriirinnl (Ireilcr-Fiimilien-Niilimascliinen aus der Fabrik von Wheelcr & Wilson in New-York y.iassi E’ri'ist1 vobi aciiizig tieileleie ii. SV. gier StüfU sind vorrätliig und allein zu beziehen bei Henriette Luscher in Laibach, Thaatergasse Nr. 23, wasserseits. Ferner Original niuorikanische Ilowc-Mnschiiicn für Schneider, Schuhmacher und Riemer. (357—2) Gründlicher Gratisunterricht für Käufer, fünf Jahre schriftliche Garantie. Lei leger und für die Redaktion verantwortlich: Otto mar SBamlterg.