Donnerstag den W. Juni 1832. ^ Wl i e n. >-^e. k. k. Majestät haben mit an den Ober« sien Kanzler, Grafen v. Mittrowsky, gelangtem Allerhöchsten Eabinettöschreibcn ausTriest vom 12. Juni l. I>, den (^oncepts-Practicanten der Mai«-länder Provinzial > Delegation, Felix Freiherr« von Laz ari ni, zum überzähligen Kreis» 6om« missär im Laibacher Gouverneinents ' Gebiete al> lergnädigsi zu ernennen geruhet. (W. Z.) Mpstliche Staaten. Nach Berichten aus Ancona vom 5i. Mai nimmt dort die Auswanderung mit jedem Tage zu, nachdem das Leben aller Priester und Mönche be» droht wird; viele aus ihnen sind weggegangen, andere haben sich verborgen; es sind deßhalb mch, rerc Pfarrkirchen geschlossen, und oft mußten in nächtlichen Stunden die Sterbenden den priesterlichen Beistand entbehren. (B. v. T.) N e u t s ch I a n v. Das badischc Regierungsblatt enthält eine großherzogliche Verordnung, die ein Verbot gegen alle ohnc Staatsgenehmigung bestehenden oder zu errichtenden Vereine ausspricht, zugleich die Theil« nehmer an dergleichen auswärtigen Vereinen mit Strafen belegt, endlich alles öffentliche Tragen von im Lande nicht genehmigten Abzeichen untersagt. Würzburger Blatter sagen: „Aus dem baieri° schcn Rheinkreise gehen betrübende Nachrichten von Aufregung ein. Man sagt, die dortige Militsir-macht werde ansehnlich verstärkt uno der Kreis in den Kricgszusiand erklärt werden.« (B. v. T.) V 0 I e n. Die Festung Modlin wird mit neuen Wer-ten versehen, wobei gegenwärtig schr viel Arbeiter Beschäfligung erhalten. '(Kcrrcsp. v. u. f. D.) BieVerlanV e. Der französische Mourner spricht von einem neuen (Zonferrenz - Protocol!?, worin der König Wilhelm aufgefordert wird, bis zum 3c>. Juni kathegnisch zu erklären, ob er entschlossen sei, den Tractat vom ,5. November anzuerkennen, oder nicht anzuerkennen, zu vollziehen, oder nicht zu vollziehen. Sollte die Antwort bejahend seyn, so muß der Vollzug mit i5. Juli beginnen. Del franzosische Botschafter soll an. der Verfassung dieses Protocols vielen Antheil gehabt haben, indem der König Ludwig Philipp, ehe er seine Tockter mit dem Könige Leopold vermählt, ohne Zweifel wünscht, daß Belgiens ?age minder prekär fei. (B. v. T.) Oessentliche Blätter melden gus dem Haag vom i2. Juni: „Vorgestern präsidirtt Se. tönigl. Hoheit der Prinz Friedrich, als National-Großmeister, bei der gewöhnlichen Jahresversammlung der großen Mutttrlogc des Freimaurerordens in Altnicdcrland. — Aus Herzogcnbusch wird gemcl-» det, daß das Feldlager bei Ryen am ,5. und das bei Oirschot am 16. d. M. bezogen werden soll. In jedem dieser Lager werden fürs Erste ungefähr »0,000 Mann versammelt seyn. — Man sieht bier mit Ungeduld neuen Mittheilungen von Seiten der Londoner Confcrrenz entgegen, da nach den (ge-sicrn mitgetheilten) Aeusserungen unseres Finanz« ministers cine endliche Lösung der belgischen Frage bald erwartet werden darf. — Bei unserer Schiffs« macht auf der Scheide herrscht einige Bewegung. Es sind Maßregeln genommen worden, um unsere (Communication mit der Citadelle von Antwer» pcn nocd mehr zu beschleunigen. (Ocsi. B.) Aus Brüsseler Blättern vom ,3. Juni: 2l2 «Das Memorial meldet , daß nach den zu Com, piegne getroffenen Uebereinkünfcen die Kinder Tr. Majestät in der katholischen Religion erzogen wer' den sollen. Das nämliche Journal sogt, daß man im Pallaste, die Zimmer, welche bis ze^t vom Kö' uige beiwohnt wurden, für die Königinn einrichle. — Die, Zectionen der Repräsentanten^ammer haben sich einstimmig für die Annahme des Gesetzes-Entwurfs in Betreff der Bildung einer Reserve» Armee ausgesprochen. Um jeden Borwurf von Verfassungswii)rigkeit in Betreff der Wahl der Of' fiziere zu beseitigen, wird in dem neuen Gesetze von der Bürgergarde nicht mehr die Rede seyn; es soll eine außerordentliche Aushebung von 5o,OooMann Statt finden, worin die »7,000 Mann Oürgergar-den, die jetzt unter den Fahnen stehen, begriffen seyn werden. — Wle verlautet, soll zu Merchtem ein Lager für dasArmeccorps des Generals Niellon aufgeschlagen werden; auch spricht man von der Bildung eines zweiten Lagers für die Ncseroe'Ar» mee. — Zu Gent hatten am >a. Juni Streitigkeiten zwischen den Garden der Lüttichcr Legion und den Linientruppcn Statt. Mehrere wurden verwundet und I verhaftet." Die Zahl der Truppen, welche am i5. und 16. d. die beiden Lager beziehen, belauft sich auf 2u,ooa Mann. — In diescm Jahre werden l»6 holländische Schiffe auf den Haringsfang auölau-fen." , (Allg. Z.) Der Tempo tadelt die Verlängerung des Belagerungszustandes im Schooßc einer Stadt, rvs Jedermann nach dem Siege der Staatsgewalt zu den Gewohnheiten der Ruhe zurückgetreten sei. Er gibt zu, daß die Opposition viele Iehlcr ge» macht, 4Mb nicht verdient habe, zur Staatsgewalt zu gelangen. aß der Acmiral^ Sir Eduard (Zodringtsn beah- 2 «4 sichtige, bei der Parlamcntswahl für den neuen Burgftccken Dcvonport als Kandidat aufzutreten. — Die Freunde des Kapitän Elliot bemühen sich schr, die Ncchl desselben zum Parlametitsmitglie» de für Plymouth zu sichern. (Ocst. B.) (Globe.) Graf Flahout wird als der interimistische Nachfolger des Fürsten Talleyrand in Lon-don erwartet. Es sind Nachrichten aus Madeira angelangt, daß i5o Mann die Fahne Don Miguels verließen, und auf der kleinen Insel Porto Santo anlangten, um sich Don Pedro anzuschließen. Das Oourt ' Ionv nal spricht von der Krankheit des Grafen Grey und seiner Absicht sich zurückzuziehen, sobald er es mit Ehren thun kon-n'. 2er König hege eine große Achtung für den Marquis von Lansdowne, und dieser könnte wohl, im Falle Graf Grey abtritt, Premierminister wer. den. (Courrler.) (Schreiben aus St. Michael rom 28. Mai.) Die Escadre Don Pedro's be-ficht aus ,5 Kriegs- und 48 Transportschiffen. Zwei Transportschisse mit Vorräthen, deren man noch bedürfte, sind angekommen und haben alles Nothige mitgebracht. Nnsere Seemacht wurde mit einem sehr schon gebauten Schooner von 14 Kanonen vermehrt, so wie mit emcm portugiesischen Schiffe von 56o Tonnen , das von Lissabon ankam und ohne Bezahlung der Regierung angeboten wurde; man hat es jetzt als Corvette ausgerüstet. Auch haben wir jetzt eine Flotille von i5 Kanonenbooten, um die Landung zu decken, und 24 flache Boote, um die Truppen zu landen, wodurch 240G' Mann auf einmal en ligne landen können. Der lZourrier theilt verschiedene Nachrichten aus Lissabon mit, von denen wir das Wichtigsie ausHeden. Vor dem Tajo besingt sich jetzt eine ziemlich bedeutende Flotte: die Linienschisse Asia, Revenge, Britannia, Caledonia, Donegal, Talaver^, die Fregatten Briton und Stag, nebst einigen kleineren Schissen'. Der englische Gene. -ralcönsul kündigte am 1. Juni den in Lissabon woh-nenden Engländern an, daß die englischen Kriegsschiffe den Tajo verlassen, weiter-unten eine Stellung einnehmen, und sich neutral-halten würden, so lange nicht spanische Truppen die Gränze überschritten, in welchem Falle die brittischen Streit-krafte sogleich Don Pedros Sache ergreifen würden. Der Admiral Sir William Parker erklärte dem Staatssccretär, Viscomte ,Santarem, daß er, wcnn irgend ein brittifcherUnterthan beleidigtwcr-de, sogleich vor die Stadt herauf segeln und ernste Maßregeln ergreifen werde. Oberst Mair ging nachdem Norden, und Oberst Hare nach demSü« den, um die Bewegungen der Spanier zu bcobach» ten, von denen zu Badaj"; eine Armee von25,uao Mann stand, bereit in Portugal einzurücken. Die Verhaftungen in Portugal dauern'fort; am 2. Juni ging ein Schiff mit 400 Verurtheiltcn, meistens wegen politischer Vergehen, nach Angsla ab. (Allg. Z.) Gsmannisches Neich. (M 0 n i teur O t,t 0 m a n n vom 19. Mai.) Sonst begingen die irregulären Truppen auf ihrcm Marsch alle msglichen Ausschweifungen, die Or» ganisation der regelmäßigen Truppen aber hat dem ein Ende gemacht. Die zahlreiche Armee, die we» gen der ägyptischen Angelegenheiten nach Anatolien geschickt wurde, hat beim Duvchzuge durch dieses Lano ein höchst lobcnswerthes Benehmen beobachtet. Die Einwohner aller Orte empfingen deßhalb auch die Truppen mit lautem Beifall, und bewirtheten dieselben festlich. Die Pforte ist fortwährend beschäftigt, iffre Seemacht zu vermehren. Gine Brigg ward zu Sinope, eine Fregatte auf den Werften von Mity. lene gebaut, und eine elegante amerikanische Cor-vette angekauft. (Allg. Z.) M a O r i O t. - Da mit dcm Schluße dieses Monates die Pranumeration auf die Laibacher Zeiw^g für den ersten Semester zu Ende gehet; so werden sämmtliche ?. 1'. Herren Pränumeranten, welche mit ihrem Pranumeratwns-Betvage noch nn Rückstände find, ersucht, selben ehestens berichtigen zu wollen, weil man sich sonst genochiger sehen wird, kein Exemplar ohne Anticipation abliefern zu können. Laibach den 21. Juni i352. Nlvatteur: ^r. Lav. Wei»rich. Verleger: Dgnaj A!. Evler v. Uicinmaur.