Laibacher Zeitung. Nr. 1«7. PlHnum«r»tio»«»lli»: I« lomptolr ganzj. fl. ll, halbj. s>.5<». Flll dl« Znstellunn in» H»u« <»albj.«i» li. Mit bn Post ganzj. fi. ,5, h«lbj. fi. ?H>. Sumst««, l<>. Mai 5«.!« !l. n. l. ». au<«Ni«»»ftNllpel jed«««. «) ll. 1873. Amtlicher Theil. ,, ^r Minister für Kultus und Unterricht hat den 1>N«schullehrer an der t. l. Lehrerbildungsanstalt in sz?"t Ferdinand Unterwandling zum Vezirls- ^^,'pector im Bezirke St. Veit m Kärnten ernannt. Nichtamtlicher Theil. Vom Tage. . Die Reichsrathsde legal ion hielt am 7. d. ^Sitzung, in welcher der Rechnungsabschluß für das ^ l8?I ohne Debatte nach dem Ausschußantraae kommen wurde, Auf der Tagesordnung dieser Si- /'« Nand auch der Gericht dcs VudgetauSschusscs über ^luntium der ungarischen Delegation inbetreff des MtscluerüstungS'Pcltrages mit dem Consortium Slcne. !»nnnen. .„, ^«r wiener Correspondent des „P. ^l." dringt ,^ 5). d. fol^l'de Mittheilung: „Die Delega' Nl?"^""0/" zj^z, ihrzul linde entgegen, uyd die ^,.'^ d«r nächsten Woche bringt uns vielleicht den "Muß derselben. Die heurige Session fiel in einen !?l sehr glücklich gewühlten Zeitpunkt, da die Thätig« l bcr Delegation, die aufreibende Arbeit der Refe< ,!^n wie der Ausschüsse mitlen in den einander ab» ltnden festlichen Ereignissen, welche die Residenz be« ^sen und von ihl' aus weitere Kreise ergreifen, nicht ^ Beachtung finden, die sie eigentlich verdienen wür-^> Wa« die odschwebenden Differenzen betrifft, so ^cn sie unschwer zn lösen sein und es wird kaum zu ^ größeren Nuiitienwechsel kommen. — Die innere , M feiert. Für heute klammern sich einige Organe ük»> ^" tinem untergeordneten czechischen Organe yin-,,/^liitn politischen Brocken, nach welchem die Eichen. ^>n Beschlusse der Rechtspartei solgend. also doch im z», l" H- erscheinen werden. Als ob je daran zn N>> ' ^'vesen wäre! Interessant und originell wäre g! d'e Motivierung. da diese ?inen Eintritt der sMsPartei" ankündigt, während diese durch ihr hic. h^ ^lgan noch immer den ReichSralh entschieden per. l^ ^'ttt. Pikant ist die Meldung von der Candida-ls^^nwarls und SchäffleS, die an ihrer einmaligen tiich, Nln M^^ ^^ ftz Bretts im Parlamente spielten. ^ c>,^"ug zu haben scheinen und dencn es nach neuem ,,^^'^co gtlüstet. AlS ttrysiallisalionsvunlt für die s^,c "^e Fraktion wäre üorigenS Graf Hohenwarl in» lih^" l)°n Werth für die VerfassungSpartci, alS die ^nler/' ^lcmente im nationalen ^agcr nicht unbedingt stoß l^cher Fahne fechten könnten und damit der An» ^ einer Hersetzung gegeben wäre. Auch für die Polen müßte der Schöpfer der Fundamentalarlilel im Reichsrathe eine weithin sichtbare Warnungstafel bilden. Die hiesige Wahlbcwcgung beschränkt sich vorläufig aus einige unschädliche, demokratisch lhuende Vereinsmeierei. Die Verhältnisse sind in der Klärung begriffen und in der Stunde der Entscheidung werden die Elemente, welche den Mund bisher so voll „ahmen, über ihre politische Bedeutung wohl klar werden," Die Vorbereitungen zu den R e i ch S r at h s u> a h» len befinden sich im Zuge. Die .Presse' meldct: „Gegenwärtig schon tauchen Meldung», der wibtlspre. chendsten Art über den Zeitpunkt der direclen RcichS-rathswahlen auf. Nach der einen Version hätte das Ministerium beschlossen, die Wahlcampagne auf den Monat Juli zu verlegen, nach cincr anderen sie erst im Herbste eintreten zu lassen. Alle dicsc Meldungen sind nur als bloße Muthmaßungen anzusehen, nachdem die Regierung ftishcr tcine Ci'lschcibung getroffen hat, Trotz dicser Ungewißheit, die auch kaum in dcr aller, nächsten Zeit gelöst werden dinfle. werde», die Wahlvorbereitungen in den einzelnen Kroulänoern theils be-qonnen. theils eifrig fortgefetzt. Verfassungstreue Lan. deswahl.iiomilös wurden bisher aufgestellt in Ober-österrcich. Salzburg, Sleiermarl, Kärnten und Mähren. Nach dcm bevorstehenden Schlüsse der Delegationen dürste sofort ii, allen Provinzen zur Bildung von Wahlcomil6s geschritten werben. Aus laibach kommt uns die interessante, wenn auch nicht unerwartete Mit-theilung zu, daß die Iunaflovenen, die Miene machten, den Herren Vlciwcis und Costa nicht länger die Schleppe nachzutragen, eines andern sich besannen und in das von den Altslovencn gebildet: Wahlcomit6 eintraten." Die «Deutsche Zeitung" berichtet: ..Die Wahl. bcwegung nimmt in allen Kronländern, adgeschen von Galizien, cinen, wir nicht zu leugnen ist. günstiqen Forl< gang. In Kän'tcn. Schlesien, Gttinmall. Mähren sind die ^anoeS.WllhlcomilöS der deutschen mrsassungblreuen Partei bereit« in Thätigkeit, in Niedcrösterreich und wohl auch in den übrigen Kronländcrn sind alle Vorbereitungen zur demnächtiaen Coilstituicrung der ^cilidcS-Wahlcomilss der deutschen verfassungstreuen Partei gclroff.-n. In allen Ländern, ir< denen bisher die ttaiidcs'Wllhlcomil6s sich consliluicrl haben, ist di: Anficht zum Sicge gclan^t, daß nicht besondere Comites für jede der beidcn Frac» tionen der VcrfassungSpartei. die altlibrrale und die deutsch'Nalionale, gebildet werden, sondern daß Anhänger beider Fractioncn sich zu den ^andcS-Wahlcomil6s der dcutsHcn vnfasslmgstreum Partei vcrciucn. So ging man in Kärnten vor, wo der deutsche Verein in Klagen-fürt, so in Schlesien, wo der deutsche Verein in Troppau, so in Stciermarl und Mähren, wo hervorragende ^and» lagSabgcordiitte im Verein mil den verfassungstreuen politischen Vereinen des Kronlanocs die Bildung der Landes-Wahlco!niln Zug. Für lommtndcn Sonnt g arrangieren die Dcusch» natiooalen hier in Wien eine große Wahlversammlung, andererseits zeiyt sich auch die demokratische Partei un» gemein rührig. Die Wahlagitation in Galizien hat eben« falls ihren Anfang genommen und verspricht nach den gegebenen Anzeichen ein für die VerfassungSpartei glln« sligeS Resultat. Die Ruthcnen im Vereine mit der üb« riqen reichstrcuen Bevölkerung entwickeln einen anerlen« l'.cnSwerlhm Eifer, um die Wahl solcher Elemente in den neuen ReichSrath herbeizusühlcn, die den wahren Ausdruck des VandeS und seiner Gedürfmsse repräsentieren. Die Wahlagitation der national-föderalistischen Partei ZmolkaS wurde durch den Rechenschaftsbericht, den der-seldc vor sriucn lemberger Wählern über seine Reichs» raths'Thätigteil ablegte, eingeleitet." Das Central «Wahl com itö für die Reich«, rathswahlen in Steiermarl hat sich in Graz conftitutiert und den ^andeedauptmann M. v. Kaiserfeld zum Obmann, den Bürgermeister Kienzl zum Obmann-Stell» Vertreter, Professor o. Zwiebineck und Alois Mosdorfer zu Schriftführern, sowk den ^anotagsabgeordneten Scholz zum Kassier gewählt. DaS Eomit^ wird sich durch Option verstärken. Bezirks- und Subcomilss sind in der Bildung begriffen. Zu den Monarchenbegegnungen, die anläßlich der wiener Wlllau5slellung stattfinden sollen, bemerkt der „P. ?l." nachstehendes: „Zunächst hat es nicht in den thatsächlichen Ver« hältnisscn seine Begründung, wenn man aus der Annli« hcrung zwischen Deutschland, Oefterreich-Un« gärn und Rußland eine Eoalation zu aggressiven Zwecken herauSdeduciert. Ist die auswärtige Politik dieser drei Mächte in Wahrheit von einem einheitlichen «Hedanlen duchzogeu — und diese Annahme bedarf einst» weilen noch concrctcr Beweise —. so kann er lediglich in der Wahrung der bestehenden Machtverhältnisse und folge-richtig in der Wahrung des europäischen Frieden« gipfeln. Darüber hinaus u»o in Bezug auf eine Action in aggressiver R'chtung liehe sich eine Identität der Iüterrfscn zwischen Deutschland. Oesterreich-Ungarn und Rußland schlechterdings nicht finden; eine Allianz zwischen Mächten von solcher Bedeutung bedingt aber je< denfalls die Uebereinstimmung wichtiger Interessen. Man vergesse doch vor allen Dingen nicht, wie man vor gar nicht langer Zeit solch schroffe Gcaelijätze zwischen unserer Monarchie und Rußland erblickte, oaß man den Auebruch cmeS ernsten Conflict« zwischen den zwei Müch-ten für eine Frage der nahen Zulunsl hielt, und wenn e« nun erfreuliche Thatsache »st. daß eine günstige Aenderung dieses Verhältnisses eingetreten und eine freund, schafllichc Annähcrnng erfolgt ist. so würe c« absolut sinnlos, sofort aus eine gemeinschaftliche Attion gegen den Frieden Europas zu schließen. Gegen wen tiinnte oder sollte Oesteireich'Ungarn im Vereine mil Deutsch» land und Rußland aggressiv auftreten? Frankreich bringen wir die aufrichtigsten Sympathien entgegen, und der h. Die Kalallroj'lie l'ci Prst d^ ^°'u ..Ung. ^loyd" geschildert, wie folgt: ..Der l"»ne «l-" kommende gemischte Zug Nr. I.W (M,< ^ n/ ^"es") »st an der erwähnten Stelle gcge:, halb ^lln, "°lluiltags, da der Zug auf einem Geleise da« btlle» ' ^ welchem an cmer Schieimwerlegung a.car< ^nlck"'"^ ""b da« abgesperrt scin sollte, extgleiSt. Die ^r? ^l sich hiebe, bis zur Achse in den Sand ^cn c^l' "^ ""lt>c noch durch einen querüber gclc-^Ü» d ss ^l in ihrem AnSlauf plötzlich gehemmt. In-^ll« «'^", pralllm die sieben WiagonS dcS Zugs so »>erl ^'' d',^ Maschine, daß vier Waagons ganz zerlrüm->»l,^ die anderen drei mchr oder minder beschädigt "tit, jn..^" den Waggons befanden sich circa 140 Holz« h'ro» "Keiler, geborne Krainer, welche aus der Mar-s'iu,'"^ anderer «ngabe von Szathmar kamen und ^°ns l, s "^ Kroatien begcber, wollten. I„ zwei Wag-»«lh ./'°"d sich ein größerer Transport Schafe. Gleich sich G, .^"nde von diesem fürchterlichen llnglückfall hat ^ Unt? ^"^^"^"" ^^'^ '"^ mehren Beamten. Aerz. ^ll U« fuhrwerken an Ort und Stelle begeben. Nach ^ A;^" der Stadthauptmannschaft wurden im gan. ^ ll,«. dtc vorgesunden, die alle furchtbar zerfchmct. ^'lheil ' ^"" dreien davo>' wurden nur einzelne Kör. Nischel, t!c!i ;?rtrümmerssn W^onS ssefimden. Nach anderen Angaben wmden im ganzen 2l Personen getödtet. Bei mehrercn der Verunglückten wurden fo!» gendc ^tgitimationslarten vorgefunden: Thomas Grabusil. Anton Simsic. Martin. MalhiaS und Andrea« Aulo» vic (d'.ei Ariider). A'ilo» P l^'sa. Die meisten ocr Ge-lödteten sind bis zur Unkenntlichkeit vcislümmcll; inanchc der Unglücklichen sind lheilweis. ganz plattgedrückt wor« den, Gehirn lkote an dcn Waggontrümmern und verschiedene .ssßrpertbüilc lagen zerstreut umher. ,,>:rmr wur den noch Ai Pcisonen und zwar c;röhtcli sen wurden circa 40 bis l"»0 Stück gclüdtcl. Die Bahn-gesellschaft hat aleich nach der Kunde von diefem Un. qlücksfallc die umsassendslen Vorkehrungen getroffen und sür die Pflege der Verwundeten, sowie sür deren Trans. Portierung bestens gesorgt. i5vcnso waren nuch ncben Oberstüdlhauplmann ThaiSz m^rerer Polizeibcamte, Ober-physitus Dr. Ha!««z und noch mehrnc Aerzte an dem Oite des Unglückes thätig, wohin mehrere Omnibusse mit Malratzen, TragtLroen u. dgl. dirigiert wurden. Außer de» Verwundeten haben auch andere Arbeiter leichte Contusionen erlitten. Bei den meisten der Getvdteten wurden Erspalnissc von «0 bis 100 ft. und 400 ft. vorgefunden. Die «Erhebungen wegen Hrforschung, durch wessen Schuld dieser Unglückssall veranlaßt wurde, sind im Zuge, und werden wir seinerzeit über das Resultat derselben berichten. Soviel sich bis jetzt ergibt, isl der verunglückte Zug bei Steinbruch aus da« unrechte Ge-lciS geralhcn wclchrS bei Pest an der Stelle de« Un« glücklalleS verlegt war. Da tijolgtc der grauenhafte Un» glücksfall. dem das ^cben zahlreicher, fleißiger und sparsamer Arbeiter ;um Opfer fiel. so daß mehrere Fami-milien ihre Ernährer verloren haben. Von einem anderen Berichterstatter geht un« noch die folaende Mittheilung zu : Der Schauplatz deS grüß-lichen UnftlücksfaUcS war dc>, qanzcn Tag über von einer nach Hunderten zählenden Volksmenge umgeben. Dlc locomotive, die sich tief in die Erde eingewühlt hat, lomtte bis halb sieben Uhr abend« noch nicht gehoben werden, so daß der Verkehr aus dem betreffenden Geleise zur angegebenen Stunde noch immer unmöglich war. Die vier Waggons, die sich zunächst hinter der locomotive befanden, wurden bis alls kleine Splitter zertrümmert, die in Blutlachen liegen. Die Verwundeten wurden grüßten-theils in da« Rochusfpital gebracht, vier der am schwersten verwundeten Individuen aber. die man nicht so weit zu transportieren wagte, su.d i„ einem in der Nähe befind» > lichen Hause untergebracht. Herzerschütternd war da« Jam« mern, Stöhnen unti Aechzcn der Verwundeten, die man 754 EonsolidierungS-Prozeß dieses Bandes ist von unseren' besten Wünschen begleitet; unsere Beziehungen zu Ila^ lien gestalten sich mit jedem Tage intimer, und wir ha» ben von dieser Monarchie nichts zu fordern, als die Er. wideruna unserer freundschaftlichen Gefühle; ja mit dem ganzen Westen Europas haben wir unsere Rechuuny so ziemlich abgeschlossen und concrete. Interessen flehen für nnS nur im Orient auf dem Spiele, hier aber lann es schlechterdings nur die Aufrechterhaltung der bestehenden staatlichen Verhältnisse sein, waS wir anstreben dürfen, was wir vertheidigen müssen — wo in aller Welt sollte Österreich-Ungarn die Hebel zu einer Nngrissspolitil an« s«hen wollen?" Deutschlands neue Flotte. Die ..Darmst. Allg. Ztg." bespricht den Plan betreffend die Gründung einer neuen Flotte Deutschlands. Das genannte Fachblalt sagt: „Für den neuen dem Reichstag vorzulegenden Flotten-Gründungsplan ist ein einmaliger Kostenaufwand von 86,386.910 Thalern vorgesehen, in welcher Summe die außerctatsmäßigen Forderungen für 1873 und 1874 mit 22.257.300 Thalern «halten sind. Nach dem Gesetze betreffend die Erweite« rung der Marine von 1867 waren für die einmaligen Ausgaben der Marine-Verwaltung bis 1877 nur 9'/, Millionen Thaler bestimmt, die Mehrtosten würden mithin 76,886,910 Thaler betragen. Das Gesammterfor-dernis an Schiffen stellt sich auf: Panzerschisse: 8 Fregatten, 6 Corvetten, 7 Monitor«, 2 Batterien; ferner 20 Eorvetttn, 1.8 Kanonenboote, 2 Artillerieschiffe, 3 Segelbriggs, 20 Torpedo-Fahrzeuge. Die ^änge der gesammten deutschen Küsten beträgt circa 1870 Meilen, die der Russen allein an der Ostsee nahe das doppelte, wozu dann noch die nordischen Küsten und die des schwarzen Meeres treten. Die Franzosen haben mehr« als das doppelle der europäischen Küste, und England hat nur maritime Grenzen. Die Offensivkraft in einem großen Kriege lann und muß Deutschland seiner landarm« überlassen. Denn einen Punkt darf man nicht beim Vergleich des 3and- und Seekrieges vergessen; jedes feindliche Dorf, welches in Besitz genommen wird, ist ein factischer Erfolg, ein erobertes Schiff lommt erst in Nnschlaa, wenn das Facit des Krieges gezogen wird. Eine eroberte Festun« sichert die Eroberung einer Provinz. Die Wegnahme einer ganzen feindlichen Kriegs-siotte gewährt höchstens das Mittel, eine Eroberung zu beginnen. Was nun die Beschaffenheit unserer Küste an« betrifft, so unterstützt dieselbe so wenig feindliche ^an-düngen, sowohl in Bezug der Tiefenoerhältnisse und Strllmungen, als auch in Bezug auf die Etablierung von Landungstruppen, daß man die Vertheidigung auf diejenigen Oertlichteiten beschränken lann, welche den, Gegner besonders locken, z. G, die großen Handelsstädten. Für diese Aufgabe gewähren die Offensiv- und Defensiv-Torpedos das geeignetste Mittel. Die Vertheidigung deutscher Küsten ist so lange eine in sich getheilte, als nicht der Nord«Ostsee-Kanal Nord- und Ostsee verbindet und es gestattet, die Schisse von einem Meere zum andern auf einer innern Linie zu bewegen, ohne die in fremden Händen befindlichen Wasserstraßen zu passieren. Die Nords« hat ihre bedrohten Punkte ziemlich con-centriert in der Elbe«, Weser< und Jade-Mündung; Wil« helmshaoen ist die Bast« der militärischen Vertheiln« gung, und die dort stationierte Flotte hat eine große Freiheit der Bewegung, da sie auch in den anderen beiden Mündungen freie Rückzugslinien hat. Die Verlhei« digung der Ostsee bietet große Schwierigleiten. Die Linie zieht sich 130 Meilen lang und hat auf beiden Flügeln di: dcm Anqrcifer offenen lAewWr. Die Wich.^ lililcildeS Nord-Osisee'Kanalz für dic Vertheidigung uüsncl i Küsten ist bereits in dcr vorliegenden Denkschrift klar-gelegt worden. Für den Kanal ist d^ Richtung von St, Margarethen an der Elbe unweit ^runsbütt'» iibcr Rendsburg nach Eckernfö.oc m /luösichl genommen. Seine volle Gedeutung für die Vertheidigung der Küsten erhellt erst durch die Herstellung eines Verbindungskanals mit der kiilec Bucht. Derseloe soll lxi Slemwthr umucit Rendsburg vom Haupltanale abgezweigt und unter Benützung des vorhandenen kleinen schleswig-holstein'schen Kanals in einer Länge von 3^ geographischen Meilen bis in die sogenannte wyter Bucht unwcit Kiel siefi'chrt werden. Der Perbindungskanal soll oic Profil-Dimensionen des Hauptlanals, nämlich 224 Fuß SpillMrcite bis 31 Fuß Wassertiefe. entHallen, Die Herstellungskosten einschließlich der Nebenanlageli werden nuf 10 Millionen Thaler veranschlagt. Für die Ausführung ist ein Zeitraum von acht Jahren von 1873 ab unter gleichmäßiger Vertheilung der Baukosten auf die einzelnen Baujahre angenommen worden." Thiers über Frankreich. Der Präsident Thiers empfing uoi. tnr^m dic Versicherung, daß der Sieg der Radicalen keinerlei gefährliche Bewegung in der Bevölkerung hervorgerufen, und daß man den Radicalen unrecht lhuc, wcnu man, wie die Monarchisten, ihnen destructive Pläne zum Vorwurf macht. Präsident Thiers anlwoltelc: „Sagen Sie allen Ihren Freunden, daß ich der oon mir eingegangenen Verpflichtung, der Nation das mir anvertraute Pfand der Republik unversehrt zurückzustellen, niemals un» treu werden will. Sagen Sie ihnen alicr auch gleichzeitig, daß, so republikanisch da« ^and auch in seiner großen i Majorität ist. wir nur unter der Bedingung dahin gelangen werden, die Republik in Frankreich zu begründen, wenn wir nicht nur eine rein republikanische, sondern au<) im weitesten Sinne versöhnliche Politik verfolgen. Unsere Situation ist eine sehr verwickelte: wir müssen unendliche Schonung den mannigfaltigsten Interessen und noch verschiedenartigeren Meinungen gegenüber walten lassen. Es isl ferner nöthig, daß bei den bevorstehenden Ereignissen, bei den täglichen Kämpfen, bencn wir im friedlichen Wege entgegengehen, die r«publitanischcn Deputierten den beiden Elementen, wclchc man nicht allgemein nach ihrer wahren Bedeutung zu würdigen scheint: der Nationalveisammlumi, welche im Besitze der gesetzlichen Macht ist und deren Majorität nur wenig republikanisch ist, und der noch mehrere Monate dauernden Anwesenheit der Deutschen auf unserem Gebiete, im aus' gibigsten Maße Rechnung tragen." «aibach, li. Mai. Im ungarischen Hardelsministerium liegt der Gesetzentwurf über das Metermaß fertig. Derselbe schließt sich im allgemeinen dem österreichischen Gesetze an. — Seclionsrath Dr. Stojanoviö wurde als Vertreter der kroatischen Landesregierung zu den Verhandlungen über das ungarische Handelsgesetzbuch nach Pest entsendet. Dem deutschen Reichstage wurde ein Gcsetz vorgelegt betreffend den außerordentlichen Geldbedarf für die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen und für die im Großherzogthume Luxemburg gelegenen Strecken der Wilhelm«öuxembura»Eisenbahn. Es sollen für genannte Bahnen 37.519.587 Thaler in Verwendung kommen, ilxlchl Smmiic d'n ein uiid ein halb ans der sranD» schcn KciegslostcncnlsctMiuuiiu rcsecvienen Mlllalden i" cl'lnchmen ist. Hicnon sind im Iahrc I87I! >5 Mll1>^ nen, im Iali'c 1874 13 Millionen und im Iuhre Ik?» 0.519.587 TlMcc zn verwenden. Die französische Regierung hat dir GesetzentwuNe ülier die Urbertraguna der Gewalten und über dic Organisation einer zweiten Kammer zur Ablage vorbe^let. Oer Ministeirath lic^ilet auch den E>^ Wurf eines Wahlgesetzes vor, welcher bis zum M> derzusammentritt der Nationalversammlung ;ur Vorlag an dieselbe fertig sein wird. — Der „Gien publtt dementiert die Gerüchte oon neuen, auf beschleunig Räumung des La ndesae biet cs abzielenden Un<"' Handlungen in folgender Weise: ..Seit einigen Tage" spricht man von neuen Unterhandlungen zwischen ssram-reich und Deutschland.' Die einen geben Einzelhcite". die andern Berichtigungen oder geheimnisvolle Demenw' In den „Times" finden wir eine berliner DepM nach welcher General v. Manleuffel und Herr v. Sal>"' Vallier sich über emc Modification des letzten Vertrag" besprechen sollten. Man nimmt nicht einen oder zw" Monate, nachdem man eine wichtige Convention unl^' zeichnet hat, die Unterhandlungen wieder auf; eine ern!« Regierung kommt nicht so im Handumdrehen auf V"' avredungen zurück, mclche sie nach reiflicher Untersuch^ ihrer Hilfsquellen getroffen hat. Es wäre vielleicht «>"' schwer zu errathen, welcher Ealcul der anscheinend "" leichtfertigen Verlircilnng folcher Nachrichten zugl»°° liegt: man will an Unterhandlungen glauben ma<^ und. da diese nicht bestehen und mithin auch keine Pl^ schen Folgen haben tonnen, dann erklären, da die s^' zösischc Regierung eine Schlappe erlitten hätte. ^. beste Mitttl. diesen Plan zn vereiteln, ist ein einsaß Dcmenll: wir erklären, daß keinerlei VerhaudllM dieser Art geführt weiden." Das englische Unterhaus verwarf mit 268 M 77 Stimmen eine von Dillc cingcbrachlc Äill bewil neuer Repailition dn Wahlberechtigten. Das Manifest der spanischen RegierU"^ welches die absolute Freiheil der Wahlen zusichert. "°' slalicrt die bisherigen MiSbräuchc und v^sprichtunn^ ^sichtlich gegen alle Beamten vorzugehen, welche ihr« ^' >lung dazu fMoucken sollten, lim die Wahlen in ih^ Sinne zu beeinflussen — In dem Gefechte bti ' Brücke oon Vera verloren die Earlisten 50 ^ und 20 Gefangene oder Verwundete, l Der ..Russische Invalide" meldet, daß das ^ burger Oetachemcnt der Expedition nach Khiwa ? l l. (23.) April das Hochplateau van Ust-Urt bei »" ' hundert Werst südlich von Namastau. erreichte. ^, Schwierigkeiten wegen der Schneemasscn sind "M scheinlich beseitigt. „ Die Bundestluppen in N e w. Orle a n S erb'" Befehl, den Behörden bei der Steuereinhebung W'^ zu leisten. Die Steueroerweigerung dauert an; de^ bel plünderte Waffenläden. Wiener Weltausstellung. Amcrila hat mit der Aufstellung sei«"^» slellungSgegenstände noch nicht begonnen, ^"s^ glänzt durch Juwelier-Arbeiten. Mctallgeräthe. 3ay^. imitierte Majoliken. Glas. Teppiche, ein Karlon^ch field«Möbel, prächtige indische Stoffe. Fra«l^^ dnrch Porzellane und Fayencen. Die Schweiz ,^, vorzügliche Seidenstoffe, Gardinen. Stickereien. ^ lj. glsche Instrumente. Italien durch prächtige ^, mosaiten, aus Palermo mit Perlmutter ringele»" zum Theil erst nach angestregter Arbeit oon den auf ihnen lastenden Trümmern befreien konnte. Zwei zu Tode Verwundete, die neben einander gelegt wurden, waren Vater und Sohn, die sich noch einmal umarmen konnten, bevor fte verschieden. — Von Herrn Dr. Kreß erhalten wir spül abends noch folgende Zuschrift: Ich gebe Ihnen hiermit die Namen derjenigen bekannt, die heule bei dem Eisenbahnunglücksfall verwundet sind und bis jetzt, abends 8 Uhr, im Spitale St. Rochus eingebracht wurden: Seitz Joachim. Schinloutz Thomas, Lehman Josef. Stutzil Matthäus, Kosparetz Josef. Stauber Matthäus, Grugorai Johann, Zormann Jakob, Tomöit Johann, Tramota Martin. Z:kul Johann mit leichteren Verwundungen. — Wotaj Jakob, Hauser Andreas, Schlavatz Anton mit leichteren Verbrennungswunden. — Strumpf Johann. Mutzier Johann. Frank Josef, Oraz:m Anton. Rusit Matthäus. Rohataj Johann, Rehor Demeter. Temsche Ignaz. theils mit Rippen-, Ober- und Unterleibs- und Extilmitätsbrüchen. — Eontel Michael, dessen rechter Arm durch Ministerialrath Dr. S. Koväcs im Laufe des Nachmittags abgenommen wurde. — Sahon Matthäus gefährliche Fußverletzung. Todte sind bisher 22 eingebracht, deren Namen zum größten Theile unbe« kannt sind. — Herr Dr. Kreß wird. wie derselbe uns mittheilt, aus dem Grunde, weil die meisten der Todten unbekannt sind. den Antrag stellen, behufs späterer Agnoscierung dieselben photographieren zu lassen. — NuS Anlaß diese« bedauerlichen Unfalles hat sich der Herr General-director Bresson sofort nach Pest begeben." Eine Stimme aus Laibach macht sich in höchst humorister Weise in der „Agramer Zeitung" suft, um ihren Anfchauungen über die poli-tlschc Action in Krain mit nonchalanten Zügen Aus« druck zu verleihen. Diese Stimme gibt nachfolgendes zu vernehmen: „Und ich sag's und ich bleib' dabei, man könnte aus der Haut fahren, wenn man nicht ebenso fest hineingewachsen wäre. Ist d.as ein Welter in unserem Slovenien! Alt« slooenen, Iungslooenen, Germanen —alles, uur keine Kcainer mehr. Es ist rein zum verzweifeln, wenn es nicht gar so lächerlich wäre. Der alte Ianez hat drei Sühne, und in diesen spiegelt sich die Geschichte unserer modernen Politiker deutlich ab. Alle drei sind veritable laibacher Kinder, der älteste ist ein Iungslovene, der „8lM6!l8" ist ein Germane, und der jüngste, ein 22jähriger Bursche, bei dem ich Taufpate war, ist Altslooenc! Nicht wahr, eine schöne Gegend da«; wenn's nur nich'so kalt wäre, — so hätte ich mir erlaubt, den drei söhnen die Kaltwasserkur in VeldeS, namentlich die Sturzbäder, anempfehlen zu lassen. Vor lauter „Eosta, Zarnil und Bleiweis" wird es einem blitzblau vor den Augen und enterisch vor den Ohren. Haben sich's die Leute in den Kopf gesetzt, uns alle verrückt zu machen? Was werden die Leute da;u sagen, wenn sie hören werden, daß wir gutmüthigen Kramer den Kopf verloren haben und auS dem leidigen Politisieren gar nicht mehr herauskommen können? Geschieht uns aber ganz recht, mir 'verdienen es, daß man sich über uns lustig macht. ^^^^^^^___________________^^ >aß 'Ü Ich bin auch nicht so aufs Hirn gefallen, " ^. immer und überall fünf gerad: sein ließe, ja "0V z< ich bin, ohne mir zu schmeicheln, ein Mann ^s .^. schritte«; aber offen gestanden, sehe ich ^/e" ^ triebenen NalionalilätSschwindel auch nicht t»e N ^ Spur des Fortschrittes. Denn sehen Sie nur. >° ^. len uns doch immer an den in der Bildung wc ^, geschrittenen Völker ein Beispiel nehmen, ""b,"«^ dcl' diese etwas genauer betrachten, so sehen wir bcl le^it selben, daß sich die Nationen weaen der 2im°)l ^ ihrer Bevölkerung herumbalgen und sich und a"°" ^ v^ die Gtlüsle der nationalen Suprematie de" App ^j«, derben oder die Lust zur Arbeit und zum "vc ^„, tern würden. Verbietet man etwa jemanden do" ^ ^,, wie ihm der Schnabel gewachsen ist? Ich '^ warum man das gerade bei uns thun wollte. ^' Ich sage Ihnen, das Rad der Zeit wird 1 ^ hen, wir werden wieder die kehren unseres - » ^ßl^, menbüchleins befolgen müssen, wo es unter an ^ eo „Fürchte Gott. thue recht, scheue niemand -^ en etwa Gott fürchten, wenn män zweit? Heißt es etwa recht thun. """ j and«'' bemüssigen will, gegen ihre Ueberzeugung ,^.^ ^ die Bandes- oder Reichsvertretung zu w " pol'M" es niemand scheuen, wenn man wegen an "^ ^hl Meinung mit x oder > den freundsch°l"'«i ^ abbricht? . c>„lioranten " . Würden sich mit diesen Dmgen >5g ^hl. « sonstige unverständ.ge Menschen be asse , ^b lo ließe sich noch begreifen; z. S' ""' fein wollen, ^ eule. die gebildet sein mup 755 «l, aus Mailand herrliche Marmorgruftpen. Velgien °urch Leinen. Garne, Tapisserien, Pendulen. Eisen, "bellen. Niederlande durch Producte und Ge-Me der Molullcn, Leder, Liqucure, Lehrgenenstände. "lutschland durch Chemikalien, Krankenwagen, Münchener Spiegel, dürnauer Tcppiche, lslfenbein.Ar-dtlten. Möbel. Einzig in ihrer All ist dic reiche und geschmackvolle ilsenburger Ausstellung, die collectiven "dcr.Uusstellungen au« Mühlheim a. d. R.. und die ltllhe Gruppe von Militiir-lifiecten des l. Hoflieferanten ^ Sachs in Berlin und Metz. Oesterreich glänzt °"cch Stosse. Möbelarbeiten, Eonseroen und Glassachen. Ungarn ist reich vertreten. Nuß land fast ganz "tig; der eiserne Pavillon, der den Schatz des Sul-l'ns bergen soll. ist erst im Bau begriffen. Persicn, 5'na, Japan bringen bereite hübsche Ausstellungen. In der Kunsthalle befinden sich durch Vermittelung 'lc Münchener Kunstgcnosseüschast: 347 Gilde» von ^ Malern. 7? Werle von 33 Bildhauern, 22 von ^ Kupferstechern, 1 von einem Lithographen. 1 von l'üein Xylographen, zahlreich: Plane, Nisse :c. von 7 "lchitcltcn, 3 Bilder von 2 Glasmalern, 8 von (i Por-^»nmalern. Den ersten Play unter den Bildern nimmt llllrl Pilolys ..Thusnelda im Triumphzug des Germans" mtt 25.000 fl. ein; dann solgt Defreggers ..Ball 'llf dcr Alm" mit 20.000 fl. ö. W.; 21.000 fl. südd. W. Mm-. Defregger« ..Preiepferd" und KurzbauerS ..Auf-'"lderung zum Tanz"; 20.000 si. lost;t I. VrandlS: 'Schlacht bei Wien 1683"; 10.000 Thaler: Boden« Mers ..Schlacht von Sedan" (im Priuatbesitz des Miys Ludwig II); zu 12.00l)ft. sind ausgesetzt: A. ?°cllings ..Piela". Desreggers ..Italienische Vetlelsänger". "l. Gabls ..Conscription in Tirol". A. v. Raumbcrge -"ach Tisch", serncr die ..Waldnymphc" von dem kürzlich "ltstordencn Victor Müller un?» ..Ein Gartcn in Italien" "°n Ferdinand Knab. Je 13.000 ft. tosten 2 Bilder: ''"ie Beichtzettel'Ablieferung" von Schmidt und „Der T^a zur Tafcl" von Schneider. Zu dem Preis von ^.Wen, ,W auf den Zusah, lsgeleisen placiert. 210 'lthcn auf dcn wiener Nordbahnhof, il in Sladelau, 200 ^ dem wiener Westbahnhofe und 150 auf dem wiener ^llllllsdahnhofc. Bei dem gcgenwältigen Fortschreiten btr l^ntladungsarbeiten dürfte in li—8 Tagen der ganze Ausstand aufgearbeitet sein. und wird man dann die in Wien «intrtssenden Wagen für die Weltausstellung sofort ^ denjenigen Ort bringen tonnen an welchem sie ent- ^n werden soll(n. Im Industriepalaste mußten die Organe der Ge« llaldireelion mehrfach intervenieren, weil einzelne Auster, dzm Ausstellung-Reglement zuwider, derartige ^schüfte mit dem Publicum machten, daß stc ausgestellte "bjecte verlausten und gleich aus dem Kasten heraus /ln «iiufcr übergaben. Das ist insoserne verboten, als u , angemeldete und katalogisierte Object wohl verlaust, z."° «uch als ..verlauft" bezeichnet, aber vor Schluß der '"bslelluiig nicht entfernt werden dalf. Diese Beslim, bll!^ l""ß strenge aufrecht erhallen werden, weil sonst d,«, >>ie Ausstellung zu einem Jahrmarkt herabsinlen °la ^" »Präger Abendblatt" zieht mit scharfer Feder Fel> ^ czechischen Organe und politischen Hetzer zu twn ^ gegen die Weltausstellung lämpfen. Das ge-lv«« ° ^lult sagt: «Das ist doch schon das höchste, senb "" «alionaler Einseitigleit und kleinlicher Perbis-^'l geleistet werden kann. wenn man an ein Wert, das so durch und durch ein kosmopolitischen Charakter trügt, wie eine Weltausstellung, den engherzig nationalen Maßstab anlegt, und »eil den bezüglichen Prätensionen leine Rechnung getragen wurde, ein ganzes Voll ron der Getheilung an derselben zurückzuhalten sucht. Wohl sind bis dahinzielenden Agilalioncn fruchtlos gtt'lieben und jene Producenten slavischer Nationalität, welche wirtlich hervorragendes in ihrem Fache leisten, haben ohne Rücksicht auf die gegenlhcilige Parole der nationalen Glätlcr die Ausstellung beschickt. Wäre es aber für das' Interesse uud das Ansehen des czcchische« Voltestammes nicht viel ersprießliche gewesen, wenn eine noch stärkere Betheiligung aus den slavische«, Landestheilen Böhmens erzielt worden wäre? Böhmen als Ganzes ist allerdings in der würdigsten Weise repräsentiert, wie es eben dem ersten Industriclande der Monarchie ziemt; ,st aber nicht aerade dadurch, daß man in die Reihen der slavischen Producenten Zwietracht trug und dadurch deren Reprä« sentation in c>er Ausstellung beintriichtigte, der ohnehin allseitig vorherrschenden Meinung Vorschub geleistet worden, die gcsammte Industrie in Böhmen befinde sich fast ausschließlich in deutschen Händen? Das mö» gen die Blätter bedenken, bevor sie in ihrer kleinlichen Wuth über daS Durchkreuzen ihrer Pläne die über alle Erwartung glänzend ausfallende Weltausstellung durch komisches Vornehmthum und Ausstreuung falscher Gerüchte zu verkleinern suchen und so sich und diejenigen, deren Herolde sie sind — einfach lächerlich machen." Hagesueuisikeiten. — (Ball fest in München,) Bei dem zum Schlüsse der Vermählung«,Iestl,chleilen am 6. abends im Palais Sr, l. Hoheit des Prinzen Luitpold abgehalle, nen großen Balle erschien Se. Majestät der König von Baiern in der Uniform seines östcrieichischen Regiment« und eröffnete den Ball mit der Prinzessin Gisela, dann folgte der feit 5. d. in München anwesende Herr Erz. herzog Ludwig Victor mit der Frau Prinzessin Lud. wig. Das gesammle diplomatische Corps und der größte Theil der hohen Gesellschaft der bairischen Residenzstadt haben dem in jeder Beziehung glänzenden Ballfeste, da« bis zum frUhen Morgen dauerte, beigewohnt. — (Verbotene Druckschrift.) Das l. l. Lan-desgcricht in Strafsachen als Preßgericht in Wien erkannte Über Antrag der l. l. Staatsanwaltschaft, daß der In» hall der unter dem Titel: .Mn Nachtrag«worl Über die Eisenbahnfrage Predil- oder lacker Linie, von Alois von Sudenhorst, Ingenieur. Mit Profil- und Ueber» sichtSlarte, Wien 1873. Verlag von Friedrich Beck, Seiler, statte Nr. 30" erschienenen Broschüre das Vergehen nach § 300 St..G. eventuell nach Art. V des Gesetze« vom 17. Dezember 1862 und tz§ 491 und 4U2 El.»G. begründe, daher nach Art. V des Gesetzes vom 15. Oktober 'i8«8. R. O. Gl. Nr. 142, das Verbot der Wcitervcr. breilung dieser Druckschrift ausgefprochcn wurde. — (Im erzbischöflichen Seminar in Prag) sino nationale Reibungen ausgelirochen. Acht deutsche Seminaristen verließen bereits freiwillig das Se» minar. Line deutliche Mahnung, daß sich der Klerus mehr mit dem Evangelium als mit Politil beschäftigen soll. — (Zum Eisenbahnunglück beiPest. ) Die Hauptschuld an dem letzten Eisenbahnunglück trägt, wie ein Telegramm aus Pest der ,D. Ztg." meldet, der steinbrucher Inspections»Beamte Gustav Biedermann, der bereits eingestanden hat, den Zugführer nicht gehörig avi. siert zu haben. ^locales. Aus der Gemeinderathssitznng vom 9. Mai. Gegenwärtig die Herren: Bürgermeister K Dejch-mann als Vorsitzender, 25 Gemeinderäthe und der Schrift» führer. 1. Der Schriftführer verliest das letzte Gemeinderath«, Sihungsprotololl; dasselbe wird verificiert. 2. Die Herren Karl Recher, Mathias Horvath, Eb», ard Kotlel und Matthäus Ieras, welchen das Bürger, recht der Landeshauptstadt Laibach verliehen wurde, leiste» mittelst Handschlag dem versitzenden Bürgermeister die An» gelobung, nachdem der Vorsitzende in einer warmen An» spräche die neuen Bürger zur Erfüllung ihrer Gemeinde-und StaatSVUrgerpfllchlen aufgefordert hatte. 3. Der Vorsitzende theilt den Gemeinderathe das Allerhöchste Handschreiben an dem Ministerpräsidenten Fürsten NuerSperg mit, womit Se. l. und l. Apostolische Majestät für die au« Anlaß der Hochzeitsseier Ihrer l. Hoheit der Frau Erzherzogin Gisela — anch vom laibachn Gemeinderalh — dargebrachten loyalen Kundgebungen Aller» höchstseinen Dank auszudrücken geruhten. 4. Der Vorsitzende gibt belannt, daß da« Reichsgesetz inbetrefs des der Landeshauptstadt Laibach bewilligten Lot, terieanlehens bereits publiciert und inbetrefs der Emission mit dem Banlhause Sothen in Wien die Vereinbarung bereits getroffen wurde. Der Vorsitzende be« antragt, den Herren Ritter v. Savinfchegg und Grafen Thurn. welche das Zustandetommen des diesbezüglichen Ge-setzcS lräfligst gefördert haben, den Danl des Gemeinde-ralhcs auszudrucken. (Wird angenommen.) b. Der Gemeinderath genehmigt nachträglich die Ab« ändcrung des behufs der Unterbringung der Landwehr-cadres bestehenden Mielhvertrages. 6. Der Vorsitzende theilt mit, daß der zur Prllfung der hierstädtischcn Kassa» Agenden bestellte Buchhal-lungSbeamle Herr 3o«na« am 15. April l. I. die Nrbeit begonnen und bereits zwei Iahresrechnungen der Revision unterzogen hat. 7. Der Vorsitzende widmet dem vor lurzem verstorbenen Professor und OrlSfchulinspector P. Lesjal einen würdigen Nachruf; anstatt des Verstorbenen wird Profefior Linhart zum Mitglied des hiesigen Ortsschulrathes gewählt. Hiernach wird zur Tagesordnung geschritten: 8. Der Gemeinderalh rectisiciert nach Vorlrag des Herrn Magistratsreserenten und nach längerer Debatte, an der die GR. Dr. Schaffer, Dr. Pfeffer« und Dr. «itler v. Kallenegger lheilnehmen, infolge vorgekommener slecla» malionen dle Urliste der Geschwornen für Preßdelicte. 9. GR. Dr. Suppan ergreift das Wort, u» in der Erwägung, als die entsprechende Perwendung de« Gemeindeanlehen« noch heuer vorbereitet und i» lünsllgen Jahre begonnen werden soll, den Nntrag zu stellen: Die gcmeindcräthliche Bauseclion im Einvernehmen mit den Übrigen interessierten gemcinberäthlichen Section« habe ohne Verzug das geeignete einzuleiten und sodann de» Gemeinderalhe Anträge über folgende Projecle vorzulegen und zwar Über: 2) die Anfertigung eines Stadtplane« -bj den Bau von zinstragenden Arbellerhäusern; e) die ürbauung eines Schlachthauses; 6) die Herstellung einer Schwimmschule und eines Freibades; «) die Erweiterung und Verschönerung der Anlagen in Tivoli; s) die Errichtung von Trolloirs von der Hradezlybrucke bis zum Theater und vom Casino bis zur Thealergasse; ^) die Herstellung emes Weges über den Laibachfluß nächst dem Theater. Der Antragstelleller betont in Rücksicht der steigenden Gestion in Bausachen die Verstärkung der Bausection durch zwei Mitglieder aus dem Gemeinberathe. Der Gemeinderalh begrüßt mit Freuden die 00« GR. Dr. Suppan beantragten Bauprojecle. Vs »erben aber noch folgende Zusahanträge gestellt: GR. Laschan beantragt die Herstellung eine« Trot» toirs an der Hradezlybrlicke bis zum Rann, Demolierung der auf dem Rannplatzc stehenden HUltcn und Buden, Pla-nicrung des dortigen Platzes und Räumung des User«. GR. Bürger beantragt die Pflasterung der Wie» nerstraßc, Orwcilcrung der Gasbeleuchtung auf alle Vorstädte und Herstellung von Brunnen aus gutgelegenen Posten. GR. Dr. v. Kaltenegger beantragt die «u dioo Annahme der vom GR. Dr. Suppan gestellten Antrüge mit dem Neijahe, bah auch die Bausection ihre eigenen selbständigen Anträge stellen und man in erster Reihe nutz» bringende Baulen im Auge halten wolle. GR. Dr. S chaffer beantragt: die Vauseclion habe sich noch durch andere Mitglieder aus dem Schoße be« Gemeindcralhe« und durch Sachverständige zu versliirlen. GR. Haussen beantragt, es sei auch der Schloß» berg zu bedenken. G3». Landesschulinspeclor Pirler macht aufmerksam, daß die Gemeinde den bevorstehenden Bau einer Mädchen, schule ins Auge fassen wolle. GR. Dr. v. Schrey beantragt die Verstärkung der Baufection durch drei Mitglieder. Gi«. Laßnil beantragt die Verstärkung der Van-section auch durch Erperten. Der Generalanlragsteller TR. Dr. Suppan stimmt diesen Zusahanträgen bei; d»r Generalantrag de« GN. Dr. Suppan sammt Zusatzanträgen wird M dioo angenommen und in die Bauseclion werden als Verstärkung gewählt die GR. Dr. Keeebacher, Dr. Suppan und Terpin. in?^lb'a,en, sich mit solchen Dingen, von denen doch dl« ^'^l, in den Propheten und in allen Güchcrn sen ^" Gunde« lein Wort votlomml, so eifrig befas. l'ch« m>"' ^ '^ st"^' ja stärker, als es der gewöhn. usstnschenverstand begreifen taun. — l'Nen ^'" "" gemüthlicher Kramer, habe überhaupt ulll« /'"^t'vrbentlich guten Humor, aber wmn ich das ^rau l "^ "^ "bcrlege. so — nein, ich lasse keine d°k n ^ spüren. Denn ich hoffe es noch zu erleben, «ln . ? "'^t "ller Tage Abend ist und die Vcrnünfli« ^ttn c "^'" b°^" merden. daß man sie mit der h,t . ^^' Uebeihaupt muß ja alles, waS einen Ansang «n/ "A lin Ende nehmen, und eS kommt nur darauf "lcht »l , ' ^" Anfang bei uns war zwar durchaus ^tiß z'"bend, ob das Ende besser sein wird — wer Wnl... ^""^ Sollte etwa auch daS mit Prügellrapfen "ttt sei,,? lttut lnlü.' ^ euch unten ist alles schön ruhig, und das blochtn«, Seitdem Euere Broschüren.Fabrilantcn so ltln d, aufgesessen sind. mag ihne» die Luft vergangn ^Ucn ,» ^°^'li^b 5" wiederholen; und ich halte ''"hin ^"^""' """' b't Nuhe geben werden, so ist alles ^ b°,^.l S"' s° wird es einmal auch bei uns sei", bunt/"plschrcier werden so lange kralchlcn. bis es zu b«ld «/^' dann aber wird's gar sein. Wenn's nur sehr ""« und geschehen wäre! ^t d ^"' v°l lauter Polililtreibcn kann ich auch ^lhtlr /^ ^tll>' das kommt mir vor. wie eine lst, h.s , ^'l' ruem die einmal in die Glieder gefahren ^ nich. " lrumm und lahm davon werden, und bis ^ ordentlich schwitzt, nützt alles nichlS; deshalb lobe ich Euer Krapinaoad, das treibt uns Krämern so ordentlich den Schweiß heraus, und seitdem wir uns Slovcnm nennen, macht Herr Badl sehr gute Geschäfte; denn die Anzahl der Gcsucher seines Gadcs Hal sich feitdlin wenigstens verfünffacht. Aber die Wirkung ist doch nur ten porär, denn sic muß jährlich wicdeiholt werben, und sollte mit — lallen Douchcbödern abschließen; so Hal sich wenigstens ein aller russischer Arzt, der unlängst Laibach passierte, um nach Sorrento zu reisen, auSgc» sprochen; und ich habe vor allen Praltitern, noch dazu vor solchen, Respcct. denn die müssen'« ja wissen. Etwas kalte Douche ist auch schon bei uns ange» wendet worden. Der Vcnvalluligsralh der Gant „Slovenia" hat es nämlich während der Pausen seiner Ge< schäslslhäliglcii für gut befunden, diese dazu zu benutzen, um mitunter auch in Polilil zu machen; und da ist denn einigen Herren im Verwaltungsralhe das Enl. weder — oder gestellt worden. Neugierig sind wir hier in Laibach, wie die Ber« Handlungen, die zwischen Kroatien und Ungarn bald endigen müssen, aus die der oppositionelle slavischen Partei angehörigen Aspiranten zu den Aemtern willen werden; wir Kramer glaubcn. es wirb so mancher mil einem „llc w ""'" abfahren und sodann zur Einsicht lommen. daß es llüger gewesen wäre. schön ruhig ge' blieben zu sein und sich nicht nutzlos kompromittiert zu haben. Wir aber werden von dieser Leclion, die uns nichts lostet, profitieren, und ich soll nicht mehr ..Fly' rian" heißen, wenn dann nicht mancher All- und Jung« slovene, ja sogar mancher unscrer Germanen wieder ein v-rital»ler Krainer wird." 7Z6 10. Ueber Antrag der Rechtssection wird die neuerliche Herstellung der lippe er Straße auf Grund des Uebereinlommens zwischen der Stadtgemeinde Laibach und den anliegenden Grundbesitzern vom 9. Juni 1871 geneh« »igt, und haben die stipulierten Leistungen auch fur die > Zukunft zu gelten. 11. Der Gemeinderath bewilligt über Antrag der Finanzfection einen Vetra.; von 1000 fi. zur Trfolglassung ^ von 20 Stipendien H 50 fl. an vermögenslose Lehrer, j Gewerbsleute und Arbeiter behufs des Besuches der wiener Weltausstellung. 12. Ueber Antrag der Finanzsection «ird das Lici» tationsergebnis betreffend den Verlauf mehrerer Parzellen, der »Lurßklski äoli" in der Erwägung, als der Erlüs j den Schähungswerth um 2070 st. überstieg, gemeinderiithlich genehmigt. Die zu diesem Beschlusse erforderliche Anzahl von Stimmen ist vorhanden. 13. Ueber Antrag der Bausection genehmigt der Ge« meinderath die Auszahlung folgender liquidierter Veträge aus der Gemeindelasse, u z. 200 fl. flir Schotter, lieferunq auf der st. martiner Straße, 1412 fi, fUr Gru-^ den« und Dolomitschotter. 1410 ft. 70 tr. für Bau- und > Schnittholz, 625 st. 89 lr. OrUckenauSlaqen. ! 14. Der Gemeinderüth u. ratificiert ferner den j «auäzfanglehrers.Vertrag pro 1873 bis 1876;' d. bewilligt Herru Peter Kosler die Einfriedung seines j Ackergrundes nächst dem Rudolfsbahnhofe mit einer 7 Schuh! hohen Mauer gegen Einhaltung der bestlmmten Baulinie! und c. die Vergrößerung der Fenster dem Besitzer res hau« ^ se« Nr. 29 in der St. Petersnorstadt unter Ablehnung der beantragten Bauareaabtretung um den überspannten Ablösungsbetrag von 1000 st. 15. Der Gemeinderath präsentiert über Antrag der Schulsection einen Bittsteller zur Vetheilung au« der G. Schmid'schen St u den t e nst i stung. ^ Wegen vorgerückter Stunde werden die übrigen Geqen» > stände von der Tagesordnung abgesetzt, und eS beginnt die vertrauliche Sitzung — (Zur Aufklärung.) Der .Slov. Narod"! brachte in einer Correspondenz aus lfchernembl die Nach< richt, daß auf den Postboten in Allenmarlt ein Rauban-! fall verübt wurde. Wir siud in der Lage, aus authenti« scher Quelle diesen Bericht dahin richtig zu stellen, daß der Postbote Mulavec am Tanzberge näckst Pöllano bei Tscher« nembl und auch der 60jährige Georg Kobbe aus Schmieddorf zwei Zigeunern begegneten, die, als sie die Gendar» meriepatrouille erblickten, die Flucht ergriffen. Die angedeutete Flucht der Zigeuner rief in dem genannten Kobbe d« Be< sorgnis wach, daß er von den Zigeunern in räuberischer Absicht verfolgt werde. ! — (Vereinswesen.) Äestern fand im Locale des hiesigen «ushilfslassevereines eine Versammlung von Aclionüren der Banl .Slovenija" behufs der Feststellung der Eandidaten für die erledigten Verwaltungsraths« stellen der genannten Vanl statt. — (Das landschaftliche Theater) in Laibach wurde für die nächste Saison dem Director Herrn ttotzty überlassen. Das Theatercomit6 gibt sich der erfreulichen Aussicht hin, daß die Herrn Kotzly garantierte Subvention von Seite der p. t. Logenbesitzer und Theaterfreunde reichlich einstießen wird. — (Slovenische Bühne.) Morgen Sonntag 11. Mai findet — wie wir bereits erwähnt haben — die letzt« Nemfizvorftellung statt. — (Maiausfüge.) Am 8. d. machten die Van» didatinnen der hiesigen Lehrerinnen'Bildungsanstalt mittelst Südbahn einen Ausflug nach Littai und besichtigten das Schloß Wagensburg. — Das Erziehungsinstitut Wald. Herr feierte am felben Tage in Rosenbach das Maifeft. — (Gestohlen wurden:) Der Helena Koro-schitsch in Betsch, Bezirl Planina. 2 Ohrgehänge, 1 Bratpfanne u. a. Kleinigkeiten; dem Lederermeister Franz Dolenz in Mannsburg 62 Rindshäute; dem Josef Leander aus Prag auf der Bahnfahrt von Trieft nach Laibach eine Brieftasche mit 32 fi. 50 lr. Varschaft, 1 Urlaubspaß auf «Josef Leander" lautend. — (Steckbrieflich verfolgt) werden: Maria Steyer aus Döblitfch, Bezirl Tschecnembl, 16 Jahre alt, wegen ausweislosen Betteln« und Herumvagierens; Doro, thea Scholar aus «uden, Bezirck Nischoflack, 32 Jahre alt, wegen Verbrechens des Betruges; Anton Ulle aus Iirlnih, Nezirl Loitsch. 23 Jahre alt, Soldat beim 17. L. Inf..Reg., flüchtiger Arrestant; Matthäus Martinlo, 62 Jahre alt, aus St. Georgen, Bezirl Franz, wegen Unzucht; Josef Tscharfitscb, 19 Jahre alt. au« Klagenfurt. Flüchtling; Michael Vaupetitfch, Bezirk Stein, 50 Jahre alt, wegen Diebstahl; Anton Bulvic aus Rudolfewerlh, Dragoner, Flüchtling, Josef Iuraj aus Klagenfuit, 37 Jahre alt, Flüchtling. Eingesendet. Entgegnung. Die „Novice" beliebt in ihrer letzte» Nummer den ,. Ehreu -lnllnn" Dr, Costa auf Rechnung der llvrigcu Direction«»«!!: ! glieder als oic einzige Stütze dri. Vanl „Sluuenija" zu glori- , sic»eren, insbesondere dessen Uncigcnnutz hervorhebend. „Dr, Tost» habe seit dem Bestellen der Vanl" fasst die „Novice" — „alle Geschäfte unentgeltlich gefllhrt, während die Director«! 50 ft. monatliche Remuneration und Präsmzmartcu ü 10 fl. be-zogen, und um in letzterer Beziehung möglichst viel au6 der Banl zu ziehen, seien im Monate März neun Sitzungen in ..Abwesenheit" des Herrn Dc. Costa abgehalten worden," Zur Beleuchtung dieser von Unwahrheit strotzenden Verleumdungen von Seite der „Novice" diene folgendes: 1. Herr Dr. Costa hat vom Februar bis Ostober 1872 anticipanoo gleich den ilurigen Directoren 5 0 ft. monatlich als Remuneration bezogen und fich durch diefe ganze Zeit die P r äse nzma rle n ü 10 fl. auszahlen lassen; um diese Zeit scheint der rechtskundige Banl-Vizeftriisidem darauf ge^ lommeu zu fein, daß er als solcher laut statute» (8 40) gar leinen Anspruch auf eine derartige Entschädigung habe, und hat auf diefe Bezüge ans einmal „ans purem Patriotismus" uer zichtet. sich »edoch protokollarisch vorbehalten, daß er sei »erzeit sich für diese seine Mühewaltung von der Oeneralvelsanun-lung iiue entsprechende Entlohnung werde votiere» lassen -welch nneigennichiger Patriotismus! — Dermalen bezieht Dr. Costa jedoch stet« die ihm statlitcnlnUßiq gebührenden Prüseuz gelder ü, 10 ft. für jede V?nualtungarathssihung. Außerdem gebühren dem Präsidium laut tz 60 der Statuten 3 Perzeut des Reingewinns und dasselbe participiert an den 12 Perzente« der Tantieme des Aerwlllluugsrathes, 2. Im März d, I, wurden 8 Directions- und 1 «erwal-tuugsrathssitzung abgehalten. Von den Directionssitzungen wurden fünf von dem „abwesenden" Dr. Costa einbernfen und abgehalten, dagegen in dem Zeitraume vom 4. bis 18. März wurden in der wirtlichen Abwesenheit des Dr. Costa, welcher damals die prager Banlfilialc nach seiner, hier nicht näher zu bezeichnende»! Art und Weise revidierte, zwei statutenmäßige Wo-chensitzungeu und eine außerordentliche Directionssihung abgehalten. - Diese letztere als einzig »berflüfsig erscheinende »var »der gerade eine der wichtigsten, indem sich die Direction zur Wahrung ihrer verantwortlichen Stellung veranlaßt sah, telegraphisch den ohne ihr Wissen von Seit.» dci« Herrn Dr. Costa der Banlfiliale in Prag bewilligten Betrieb der „Hagelversicherung" - iencr Branche zu sistic-rtn, welche, wie notorisch belannt, schon manches jungt Institut vcr »lichtet hat!! -- Die Perwaltungsrathssihnng am 30. März wurde ebenso vom Herrn Dr. Costa einberufen. Die von Dr. Costa einberu^ fenen und abgehaltenen Sitzungen fanden am 4., 20., 21., 2!», 30. und 31. Mär, l. I. statt. Laibach, am 8. Mai 1873. Carl AcfeMi Dr. Valenta. Dr. T.ZantiL Neueste Post. (Original'Telegramm der „LaibacherZeitung.") Wien, tt. Mai. <3ine Versammlung der Vankhciuser besckloft behufs der Vehebunss der Voisenkrisis Hintanhaltunss der OxecutionS-Verkäufe durch Feststellung eines Gompensa» tionscurseS und schonendsten Vorgang bei Kündigungen und Zuschuftforderungen. Oin Fond von zwölf Millionen wurde zur Erleichterung der Prolongation sofort subscribiert. Wien. 9. Mai Mehrere Moraenblätter geben die Zahl der schon seit glstern belalmteu Zahlungseinstellun« gen auf 104 an. Ferner belichten sic. daß heute Wck' mittag eine zweite Zusammenkunft dtr Vanlen bei der Ereditanftalt flatlfinden wird. Nach der ^N. fr. Pl. ließ sich der Kaiser gestern einen Vericht über die Lagt der G0rse überreichm. infolge dessen man in Wlst« kreisen auf eine pecuniilre Unterstützung vonseiten dl« Staate« hofft. Telegraphischer Wechselkurs vom !». Mai. Pavier-Rellte 6950. - Silber-Rente 72 «0 - W"" Staats-Anlehen 99 25). - Vanl-Äctien 930. - " 315. — London 108-90. — Silber 107 70. — K- l M"i Dncatm. — Naftoleonsd'or 8'72. Verftorbene. Den 2. M a i. Gertraud Vobm, Arbeiterin, 52 I., 2'°!' jpital, Nbzehrnng. — Iofes Erzen, Arbeiter, .'!2 Jahre, tivilspital, Abzehrung, .,., Den «»e^> «>^l»„«. Plirstinger fammt Frau, Kfm., ^l' Leslovic. Idria. - Hermann und Blau, Kaufleute, W»^ Koczyan, Oberlisutlnant, Salzburz. - ssrau Karlin, ^ ^, grn. - Frau Vicii sammt Tochter, III. Feistriz. ^,^B Gäpplngen. Vioubclli, Venedig. — P,rz, Trieft. - "'" ter, Sagor. — Gras Pace sammt Familie. Ponovilsch' .^ »»<«» ^t»«lt ^K««n. Kohn und Sllß, Wien. -^ ^ maimsthal, Private, Trieft. Wetz, Preußen. ,^, >««te> ««,'«>»«. kraust», Ingenieur. Marburg. ^^e> Vanunternrhmer, Schladuing. — Ritter v. Hursirc,, sl^,B"^ besitzcr. Voitöberg. — Langraf, Reifender, Wien.' ^ " Gottschee. ' ^,, »»«>>«»«>,«5 «»s. Felduer. Domschale. — Kttl^'M Peter. — Gulit, Scssaua. - Pavlic. Trieft -- l»'l>°"i«s»N' - Galli, l. l. Hauptm., sammt Stubeumädchen, ^l«^ JTCeteorosogtscGe Bcoüadjtungeu in C^^; ? i as* tt 1 ! • 1 *^ - -I i Hi 11 - -5 !?J| I 61! SRfl. 728.JO } 8.« SO. mäßig 3fefl<» j Ji 0.1 2 „ m. 729 «a +10.t 0. fdjtpadj trübt 19t(fl(I |!0,,«b. 780.84 f 9.6 O. fdjtoai^ Irübe , „«. Pr««t»«nl^n. », 100 st. >.«.Z«««< . . . " 97 _. 97.50 Geld »are Wiener Tommunalanlehen, rückzahlbar 5 p«t. fllr 100 fl. . 86.50 87. «V. Acti«n von Bankinstituten. Veld Ware «nglo-üfterr. Vaul .... 262— 263.- «anlverein.......335.— 337. - Vodencreditanftalt.....290.— 292. «reditanftalt ftlr Handel u. Gew. 316.50 317.— Lreditanftalt, allg. uugar. . . —.— ...— Depositenbank......106.— 107.— E«compt«gts«llschaft. n. ö. . 1160.-1165-ßranco-iifterr. Vanl .... 122.— 123 — Handelsbani.......252.— 253. - Nationalbanl......930 — 935.— Unionbant.......227.50 228.— Verrin«banl «, Vez. «... 132.— 132 — Vertehrsbanl.......200.— 202.- «. «etien von Transport Unternehmungen Geld Ware NlM-Fiumaner-Vahn . . . 168. 169— Vilhm. Weftbahn.....-.— —. - ikorl.ziudwis-Vahn.....217.— 219.— Donau-Dampfschiff.-Gesellschaft 640.— S42.-- Glisabeth-Weftbahn.....236.— 239.-- Elisabeth. Wefibahn (Nnz - Vnd<- »eiser Stteck«).....—.— —.— ß«di»aud«««or»bahn. . . 2180.-2190.— züuftirch«»«Vaicjn.««hu —— - .— Veld Van ssran;-I°sePh-Vahn ... 218. 219.— Üemb,-L,ern.-Iassy-Vahn . . 148.— 150 - Lloyo, »fterr.......560.— 570 — Oefterr. Nordweftbahn . . . 212.50 213.50 Rudolf«-Nahn......165. 166 — Siebenburger-Vahn .... —.— -..— ! Slaatebahn.......882— 333. Südbahn........IK9 - l89.50 Südnorbb. Verbindungsbahn . 168.75 169.25 l Theiß-Vahn.......224.— 225.— Ungarische Nordoftbahn . . . 142 — 142.-- , Ungarische Ostbahn .... Il450 115.50 Tramway.......328.— 330.— 5. Pfandbriefe (für 100 fi.) Veld W»re Nllgem. ilflerr, Vodencreditanftall verlosbar zu 5 ', in Silber . 100.25 100.75 dt°.in33I.rück,.zu5'. in ö.W. 88. 88.25 Nationalbanl zu 5'/. ö. W. . . 90.— 90.25 Ung. Vodencreditanfialt zn5'/,°,, 84.- 84.50 «l. Priorität«oblistat,one». Geld Na« Elis.-Wtstt,. in S. verz. (I. Em.) 93.50 94.-Ferd.-Nordbahn in Silber verz. 104.— 104 50 Frz.-Ios.-Vahn „ „ . ,01.25 101.75 ».«. ^ndw..«. i. S. verz. l. Vm. 101.50 102. -Oeße«. «sldweftbah» . . 100.80 101.— ----------------------^oeldA Siebend, «ahn in Gllber ver,. - A A ^b0 Staatsb.G.3'/,^500Fr, ««Em. l^ M.5" SUdb..O. 3"/« ^500 Fr. pr. Sttlcl 1"°^ SUdb.-O. i^ 2W fl. zu 5°/. f" «^ 95.?' 100 fi.......- ' ""-^ SUdb. »Von« 6 °/. (1870-74) ^^ .^. k 500 Fr. pr. Stuck . - - 7/40 ??'" Un«. Ostbahn sur 100 fi. ' 'SlUck). ^tt »«. Privatlose (p« ^ ^h «"" CreditanNalt für Handel u.sew. M^ zu 100 st. ». W. - ' ' 14.50 ^ «ud«.f-S.^n^^fi^ „,„^ ^, »a^f^Us^ Z Z «. MUnzducaten - H st- ^, , « " gß -Napoleonsd'or - ? " ^4; ^ ! " ,0 ^ Preuß. «»ssenscheine 1 . b4. ^^ ^ iu Silber . - "" " ^liaationt^ PrWatnotierlUl«' »el« "?-",