Lailmchcl^7Mtullg. Nr. 3. N'»«-W^ DolmeMa^ 4. Jänner ^^NM3«^^ '87«. Nichtamtlicher Theil. Mrnaljlimmcn über dic österrcichischc Thronre>e. Sämmtliche Journale deS Iu< l,nd Auslandes .beschäftigen sich in eingehender Weise mit der Allcrhüch« sten Thronrede. Die Gramer „Tagespost" bezeichnet sic als die der Form und dem Inhalte »ach bcdeulendstc, welche seit dem Gestände der Velsassung gehalten wor den sei; werden, die verli'mdcten Gedanken des Regie-rungaprogrannnes Verwirklichung finde", so werde dirs für die iimcrc Kraft so wie für die äußere Machtsttl« lung deS Reiches von den vorthellhaftcstcn Folgen sein. Der „Mährische Correspondent" steht in den vom Throne herab ausgesprochenen Absichten ein Programm, welches aNe billlgen Wünsche der Vcrfassungsparlci übertrifft,- der staalsmännischc Geist »»d das Bewußtsein van Kraft und Würde, welche dic Allerhöchste Rcoe durchwehen, ftnden den ungetheiltcn Beifall deS Eorre-sponbcnten. Die Olmützer „Neue Zeit", das Organ des Vereines der Deutsche» in Mahren, erwartet, daß das Vertraucil der Oev0llerung durch die in der Thronrcde enthaltene wahrhafte und warme FsiedenSbolschaft neu erst.nl'N werde. Die „Grl'mncr Zeitung" erkennt in der Thronrede dcn getreuen Ausdruck dcr Wünsche der Verfassung?» parlci und h^>t hcrror, daß darin alle Punkte und Ausgaben beiiN^t fticu, von deren Lösuog das Mlnistc^ rium eine Zlällung der Verfassung und die Confoli< dirung der Verhältnisse erwarten lann. Die ..Tiroler Stimmen" gestehen, daß die Thron' rede ln sämmtlichen ausgleichsfreundlichen Kreisen wic ein»' Voml'c eii'schla^n U!»d wirken werde; oa nnn das Miülslcii»!!, iln Älsitz?, dci Macht sei, seine Grund» slltz- dnrch^lsühlcli, mussc mar, mil ihm rechnen. Dec „Taa.eki)o!e aus Aöhmcn" rcsumirt sein Ur« theil in folgenden Worten: „UlleS ln Allem macht die Thlomcftc cin>„ ermnlhigenden, nufrichtendrn Eindruck, wic er lrotz des häuften Wechsels seit Jahren laum zu ocr^'iämcll »^ar, eben weil sie neue Wcchselfälle aus-schlicht mid einc gesunde organische Entwickelung ver^ lündct. Sie eröffnet ui,s den Ausblick a»f nn gesehcS» trcucs Walls,,, auf Reformen i>n Geiste und zum Schutze dcr Verfassung, auf eine ernste, tiefgreifende und umsasscndc Albeil zum Besten deS Ganzen wic der Theile. Sie wird da;u beitragen, das Vcrlrunen im In- und Auslande zu heben und den ersten Anlaß zur festeren Organisation einer ministeriellen Partei bilden, wie sie jenseits der ^cilha zu Zcitcn dcs Mini' stclprüsidenlc!, Andrassy bestand >md sich so große Verdienste um dic iuncrc Ec.nsolidi,u»g Ungarns er»varb." Die „Präger Ab:«,dftnsl" ncuitt dic Thronrede ein klares, scharf begrenztes, maßvolles Regitsiinasprogramm, in welchem auch „icht Ei>,c Zcitc tvs inneren Vcbcns dcr Monarchie unberühtt bleibe, sic proclainilc die Herr-schast des Gcsctzcs. ohne den Gcoa„ken eincr Weilerent« Wicklung vorweg auszuschließen. ..Kräj" und „C^aK" bringen ^ilartilel über die Thronrede und begrüße» mit Gcnuglhuuua dcn auf Galizieu bezüglichen Absatz derselben. „EzaS" ficht darin das Wohlwollen Er. Majestät dcs Kaiser« für Galizlen; „Kraj" fin^t ii, dcmfclb.'N eine Aussoidcrung zum parlamentarische» Kampf: um die Postulate Oa-lizicns, worauf unt kr Einbringuua dcr Resolution zu antworten Pflicht sei. Wcnn die beiden eben angeführten Krakauer Glätter einzig und allein aus Oppoltuuilälsaründcn ciuc dcr "ersassung nachgerade nicht feindliche Haltuni beobach. ten und der galiziscke» Repräsentau^ eine ebeu solche VaUung anrathcn, so thut eS dagegcu dcr ..Dzienml p°)^'' "us Motiven principieller Natur. Spreche man Nlchl. läßt er sich aus Aulah der Tl)>o!ncdc ranchmen, daß e? /2cntralistcn und Föderalisten gebe. DaS ist eine lliigllchc Äcqr>ff^elwirl.n,a. Ocue.inen wlr liebcr! t»t politischen ss'nder h-im rcchlcn Nimm. Thalsachlisl' gibt es Leute, dle a>, dem Galaftc velaüeicr I-istilutlo. nen eine liudischc »^citdc haftc«, u'ik ,„i,cr ei,iem föde ralistischc,, FeiaMla'le wieder dc„ Absolutismus von Gottes Gnaden zu Ehren bringn wollen, serner Fort-schrittsfreundc. Vehtei- ltlruliren sich zumeist auS dem bkulschcn Cullulstamme, und deshalb bsürworlct das l'berale Journal, die polnischen Rtichvrälhe mo^en durch 'nnigen Anschluß an die deutsch, nationale Partei und N'Ht durch «in Vimdniß mit bildungsscheuen Nuckfchritts. „ültlein eine dem Verhältniß Eroaliens zur Stephans» lraue analoge Sonderstellung GallzienS in EiSleilhanien zu erlangen anstreben. „Pcsti ltaplo" sagt: „Selten hat eine Staats» schrift in so berechtigter Weise die Hochrufe verdient, die ihr zu Theil wurden, wic die Thronrede, welchc der Kaiser bei dir diesmaligen Eröffnung des ReichsralhS qehalteu. Wohl noch „ie hat eiüt Regicrong in Oester-icich cxistlrt, die fich lli'er das Ziel, das sie sich gesteckt, sowie über dic Mittel, dasselbe ^, erreichen, über ihre Aufgaben und die zu dcrcn t'Ssulig führenden Wege so llar gen^sen, wie es. nach dcr Th'vlircde zu schließen, ^as (5abin^l «uersperg ist. Die Regierung spricht es vor allem Anderen deutlich heraus, wic sie den VuS> gleich versteht. Sie schreitet auf der verfassungsmäßigen Gähn fort, auf welcher allein der »u«gleich der eMi-renden Opponenten ocnlozr ist. Dadurch wird jede Hinterthür verrammelt." „Naplo" betont die Wichtigkeit des Pafsu« über dlc dircclen Rcich^rathswahlen. wclchc die gesammlen HosslUlngfn der Föderalisten zunichte machen. WaS die Throuredr über Galizicn spricht. lann nicht zu Miß» Verständnissen Anlaß geben und bcwrist, daß die ssor dc>,Mlicn dcr Polen nicht unter jene gehören, welchc mit dcm Interesse der SlaalSrinheil und der gemeinsamen Vcchisslmc, unvereinbar sind. Nebligen« beweist das Hliristerium llar genug, daß cS nicht als eine Regie» ^rulig angesehen wcrdcn will, die dcn Ausgleich uiu jeden Prcis miillscht. Ällcii. welche in Oesterreich sich um dic Vcrfassüüa schaarcn, wclchc Ocst:rlcich wollen, lann lalm das h?ule in der Throrede Gehört« zur vollen s)cruhissung dienex; nur niögc» sic nicht vergessen, daß dies noch nicht der Sieg, sondern das Entfalten dcr Hahne sei. unter welcher Mm sit nur siegen tonnen. Dic »Reform" erllürl, daß der AuSzlcich mit den Polen, die Verlegung der Ntichsvlrlrclung auf feste, direct- Vasis und die besonnene, freisinnige, nicht doctrinal« Lösung der in der Thronrede ausgestellten Fra» gen eine Politil bilde, welche, wenn mit Geist, Umsicht und Tac! kctricbeu, sich in Oesttrrlili bewähren lönnc. Dc, „Pcster Vloyd" schrcibl: „Dic Mitglieder dcS östcrrcichischen Reichsralhes mögen wohl stylistisch schönere, an Phrasen reichere Thlonrcdcn gehört haben, als jcnc war, mit welcher hc,,tc d!s ^ " ' rrüffnct wurde, allmi ml lincr offcnirc',, ehr> , spräche sind sie wohl säum noch jemals r>om Tyrone hcrab begrüßt worden. Phiuscn pflegen in dcr Ncgcl dort angewendet zu werden, wo cS lcincn entschicdencn Gedan?en gidt, oder wo ein solcher diplomatisch verhüllt werden soll i die rcd lickc Absicht, das bewußte Nollm gibt sich in schllchicr. tlarcr Sprache lund, und diescr Vorzug ist eS, der die heutige Thronrede hoch Dcr allc ihre Vorgängerinnen stellt. ES findet sich darin leinc einzige Stelle, deren Sinn nicht vollkommen durchsichtig wäre. die einen Zwei« fcl darüber licßc, was dcr Sprecher eigentlich damit sagc-i wollte. So schwierig rS auch sein mochte, nach dcm verunglückten Hohcnwarl'fchrn Experimente ohne allc Umschweife ein llarcS Gild dcr Situation zu bieten, die heutige Thronrede hat diefc fchwierigc Ausgabe in der. befriedigendsten Wcise gelöst." Die „Norddeutsche Nllgcmcil'l chl die österreichische Throurcdc iu li sc Sie sagt, der bedcillungsoollc Inhalt derielben lajje eS erklärlich erscheinen, daß dic Zuhörer die Verlesuliz mit häusigen Beifallsrufen unterbrachen. Die wenigen auf die auSwn'listcn Vcrhältnissc brzilglichcn Worte nmdm qrwiß übcrall daS beifälligste Echo fmdcn. wo die That-sachc freundlicher Vczichungcn zwiichcn kcn lcilenben Ea^ bincllcn Europas und deren Wichtigkeit sür dcn allge-mcincn Frieden eine entsprechende Würdigung finden. Die Al'tündigung zahlreicher, beinahe lclncn Zwcia der öffentlichen Verwaltung unblrührl lassender Reformen wcrdc gewiß mit Danl und Flcudc bcgruht wcrdcn. Dic „Voss'schc Zeitung" sagt: ..Ei>, solches P,o-qramm hat noch lein österreichisches Ministerium gehabt, und cs ist schon ein Gewinn, daß eS auS dcn trübem Kämpfen hcrnorglnss, welche dcn größten Theil dnscs Jahres ausfüllten. Noch bcdculcndcr ist aber die Vilrg' schaft dcr Männci-, wrlchc das Programm aufgestellt und den?!» die Ausführung anvcriraul worden ist. Gras Andiassy, dcr Nachfolger Veusl'S, hat sich über sein Verständniß unserer Zeit und ihrer GedUrf. niss- nicht mehr zu lcftitimircn. cr ist gan^ ein Kind dcrsclben und lann nicht allenfalls, wic lein Vorgänger, alle Verbindungen mit weltlichen und clericalcn Ncac^ lionen wieder anknüpfen. AlS Ungar benimmt er dcn Czechen und Slavophile,, von Ha»s au« jede Hoffnung. Fürst AuerSperg ist als Ministerpläsioenl de» spe* cifisch deutschen Theiles von Oesterreich in on« Nmt getreten; er ist ebenfalls ein Prolest gegen c zech is che Ueber» Hebungen, und sein Name ist unverträglich mit den Parteien dcr Camarilla. In Andrassy hat die österreichische SlaalSibee, in NuerSpera die deutsche Nationalität gesiegt ; damit ist zugleich bll Friedenspolillk oeS Kaiser-staitc« eine feste Unterlage gegeben, bei der schon jetzt die Finanzen gut gediehen sind, und man darf wohl hoffen, dih dicsc aus einer Rcihe unverantwortlicher Irrthümer hcroorglgaugcne Combination im nächsten Jahre einen Rücksall in die allen Schwächen unmöglich machen wild. Dann lann auch in Oesterreich wieber Manches, wenigsten« fo viel wieder gut werden, daß bi« neuen Regierungsparteien den allen die Rückkehr unmog» lich machen." Die ..VreSl. Ztg." ruft. oah eS die«mal oder nie. malS gelingen müßte, der Verfassung eine breite Vast« auch bei den Slaven zu gcben. Der „Schlcs. Ztg." erscheint eS als wirklicher Schritt zur Vefesligung und ..als ein Veilassen dlS alten Schau« lelsystcms," daß die Einführung der directen Wahlen in dcn Reichsroth in Aussicht genommen ist. Die ..Verl. V.'Ztg." schließt ihre Erörterung «it den Worten: „Im Große» und Ganzen entrollt die Thronrede ein besrildigcndcs ittild, wcnn auch lncht von dcn gegenwärtige,, Verhältnissen Oesterreichs, so doch von den oils Vlssenma derselben gelichteten Absichten der Regierung. Es lst für das Deutsche Reich ein angenehmes Vewußlsein, daß in dem zu seinem besten Theile deutschen Oesterreich endlich der innere Frieden aufzu» sprießen beginnt. Ulchie aufrichtigsten Wünsche begleiten dcn österreichischen RcichSrach bei seinen für Oesterreich so hochwichtigen Arbeitt»." Dic „Vcrlincr VoltSzeitung" spricht ihren Gta«-Mtsbrüdern, dcn Deutschöslerreichern gegenüber d«n Wunsch auS, daß ihre in dcu letzten Stunden dcS alten IahreS so herrlich bewährte Einheit in dem Kampfe für die Verfassung auch in Zukunft andauern und sie vor fo schmerzliche, Erfahrungen bewahren mvge, wie sie ihnen daS scheidende Jahr zugegangenen „lulzen" telegraphischen AuSzug entnehmen kann, daß diese Thronrede sich oor-theilhaft von den früheren unterscheidc, in welchen eine mit fcsten Zügen voraezeiämete Politil und die Principien einer liberale " ähnlich durch ihre '',o„e ^,i uild schscibl: , Oer Kaile, l^ielle in dem Beg!"!' , il'-r ' ?rtdc auf die ^ nen an, 'wlllh er ^c>> .'^ ^l>li und den übü^ü un-zufricdcncn NaNonalitaten gewähren wollte. Adel solche Lonslssionrn !i,gt te! Kaiser hinzu, ds,rfcn nicht so »eil glhc, iaß si» mit der Einheit des TtaateS ln Widerspruch yerathci,, sie müssen ans jener Verfassung basiren, welche dic Ncchle deS siesamtt'len N ^'" ''^'' stellt, während sie zugleich die ^ritcressen dc-Königreiche und Bänder wahrt, di>. Negieruna jlcyl ninci dll ^»ilim^ einer streng sonslisuticmellcl» Pattei. Ihre il»fc,abc wird es scin, ble verfassungsmäßige und legale AasiS zu stärken und überall den strengsten «Hchorjam für die Gesche zu erwirken, »uf die maßlosen Förde« rungs» der Ezcchen wird kein Vezug genommen, und wem, anderseits dcn Polen bedcuttt wird, daß ihren Minschcü ' '"nen wcldm soll. fo geschieht die», weil dic v .., ^ ^as I: !c,csst eincr Nationalität von dem dcr übrigen ablösen will, jenem clivicll» < t imp< r« ^elrtu. welchcS stets der Rettungsanfcr der vsterre,chi schcn Monarchic gewesen." Die „Times" spricht dann von dem Nolhwahl-gesctz. und nachdem sie einen Zweifel darüber auSzt» sprochcn. ob dasselbe die erforderlichen zwei Drittel er« langen wird. schreibt sle^ „Nachdem dlc Verfassung«, f'agcn erörtert wurden, weiden die »bgeordnete« aüsyt. IS fordttt. ihr Augenmerk den Angelegenheiten zuzuwenden, welche mit der Religion und der Erziehung im Zufam» menhange stehen. Die Aufhebung de« Concord»«« hat alle Beziehungen zwischen Staat und Kirche gebrochen. Durch den Wunsch, mit dieser Frage sich zu befassen, scheint die Regierung die Hoffnung ausgedrückt zu ha» ben, die Ullramontanen zu versohlen, in denen die Feinde der Verfassung ihre kräftigste Stütze finden." Nicht minder günstig spricht sich .. l aily News" aus. Die Rede, welcher der Kaiser an den Reichstag gerichtet h^t, wird von Jedermann mit Sympathie ge» lesen werde»,, welche die schmerzlichen und wohlmeinenden Anstrengungen dieses Monarchen, seinem Lande gegen» über pfllchtmühig zu verfahren und ihm eine constitutio» nelle Regierung zu gcdcn, beobachtet hat. Hin besserer Lohn hätte, so werden viele denke«', dem Vertreter der Habsburger zu Theil werden sollen, welcher den Muth hatte, die Traditionen seines Hauses von sich zu werfen und den Rath freisinniger und erleuchteter Minister zu befolgen. Sehr zu bedauern ist es, daß die unzusrie» denen Stämme Oesterreichs nichts, was einem vorübergehenden Kompromiß ähnlich sieht, annehmen woUen. nicht einmal wo es gilt, eine Anzahl sehr nöthiger Reformen zu sichern. Theoretische Fragen haben seit Jahren dringend nöthige Fragen praktischer Reform hin-weggeschwemmt. Ganz ähnlich äußert sich der ..Daily Telegraph": Der «vürdlge und feste, zugleich aber besorgte und ver» söhnliche Ton, in welchem Kalser Franz Joseph zu dem Reichsrathe gesprochen. wird weit über die Grenzen Oesterreich« hlnaus den ernsten Wunsch wachrufen, daß sem Streuen, das ihm, wie wir glauben, ernstlich am Herzen liegt, mit Erfolg gekrönt werden möge. Es wird dieser Wunsch um so lebhafter sein, wenn man die Worte der Reoe über Erledigung der Schulfrage erwägt. Die „Morning Post" glaubt, daß die Thronrede d«m Reichsralhe zu viel legislatorische Arbeit auf« bürdet. Im Weiteren sagt da« Blatt: ..Es ist vergeblich für eine Regierung, davon zu sprechen „die con« stitnlionelle und legale Basis" ^u befestigen und überall absoluten Gehorsam für d«e Gesetze einzuschalen, wenn die Vasts und jcnc Gesetze in hoffnungslosem Antagonismus gegen die Ueberzeugungen, dlt Traditionen und die Besinnungen von Zweidrittel der Bevölkerung des Staates erhalten werden. Das bestimmte Versprechen einer günstigen Erwägung der Wünsche Galiziens, obwohl ge> paart mit dem Vorbehalt — um die Polen daran zu verhindern, in Gemeinschaft mit den anderen unzufriedenen Nationalitütln zu handeln — daß diese Wünsche auf diese Provinz zu beschrünlen sind, ist ein weiteres Symptom, baß der alle Traum dtr Allmacht der österreichisch-deutschen Fraction, zu thun was sie beliebte und wie sie beliebte — ganz unabhängig von der Gunst oder Opposition der anderen österreichischen Raccn — die Otston dcr gegenwärtigen Leiter der Geschicke Oesterreich« nicht bewölkt." politische Uebersicht! Laibach, I. Jänner. Im Ministerium des Innern soll «cgenwärlig, wie das „Fremoendlatt" berichtet, auf Grund des reichlich vorhandenen Materials mit vollem Eifcr an der Aus» arbeitung eines Gesetzentwurfes über die Einführung direct er Reichsrathswa hlen gearbeitet werden. Die Wiener Journale werfen in den Neujahrs» nummern einen Rückblick auf die Ereignisse des Vorjahres und suäieu zugleich aus der gegenwärtigen politische« Lage kie lammende Entwicklung unserer Verhältnisse zu enträthseln. T^ier Blick in die Zu» lunft ist bei der weitaus größeren Mehrzahl derselben ein durchaus erfreulicher, hoffnungsreicher. „Wir dürfen wieber Muth fassen," sagt die „N. Fr. Presse," „indem wir das Wert der Gesetzgebung wieder aufnehmen. Die Träger der bewußten Treue zu Oester« reich sind im Kampfe gekräftigt worden in dieser Treue." — „Frohen Muthes und gehobenen Vertrauens — schreibt die „Tagespresse" — treten wir in das neue Jahr ein. An der Wende desselben steht der Beschluß der Ver» fassungstteucn des Abgeordnetenhauses, einig und fest ge» schlössen in sich, Hand in Hand mit der Regierung zu gehen, um den großen Gedanken, dem die kaiserliche Thronrede so beredten Ausdruck geliehen, rasch ins Werk zu sehen." — „Wir dürfen wieder frohen Muthes in die Zukunft blicken", ruft das „Fremdcnblatt" aus, und das „Neue Fremdenblatt" gibt demselben G'danlen mit den Worten Ausdruck: „Wie da« Wehen eines besseren Geistes tönt es durch das weite Reich. Wir treten mit froher Hoff-nung ein in das neue Jahr." Das „Tagblatt" blickt in ebenso vertrauensvoller Weise in die Zukunft, gleich» wie die „Morgenposl", welche lhrc Hoffnungen auf die günstige Entwicklung unserer inneren Angelegenheiten in folgenden Worten ausspricht: „In gehobener Stimmung begrüßt Oesterreich den Eintritt des neuen Jahres. Der österreichische StaalSgedanle hat eine klare, präcise, mit den realen Verhältnissen übereinstimmende Form angenommen, wie dies noch niemals der Fall war." Ein bei Einführung der königlichen Ge» richtshöfe in Ungarn äußerst folenn vom Justiz-minister Vilto erlassenes Rundschreiben legt den Be treffenden die Bedeutsamkeit der Iustizpflegc ans Herz. Ueber die Verhandlungen, welche mit den Vertrauensmännern der croatischen Opposition von dem Grafen Lonyay in Wien geführt werden, theilt die Reform mit: Der Erfolg der Unterhandlungen mit den Croaien ist gesichert. DaS Ausgleichsgesctz lvird mannigfoche Veränderungen erfahren, die gleichwohl das Wesen desselben unangetastet lassen werden. Die Er« nennung des Banus wird zwar nicht, wie die Croaten wünschten, nach der Candidatur des Landtages, adcr auch nicht über bloßen Vorschlag deS Ministerpräsidenten, sondern über Vorschlag und unter Gegenzeichnung des OesammlministcriumS erfolgen. Der Wirkungskreis und die Verantwortlichkeit deS croatischen Mmisters wird ebenfalls modificirt, und zwar in der Weise, daß der Minister nicht nur dem gemeinsamen Reichstage, sondern gewissermaßen auch dem croatischen Landtage verantwortlich sein wird. Die Antrittsrede Döllinger's in der Eigen« schaft alS Rector der Universität zu München wird von dem konservativen „Standard" mit großem Beifallc be< sprochen. Es ist unmöglich — heißt es ^ sich etwas zu denken. waS passender unter den Verhältnissen wäre, alS diese Ansprache des Mannes, welchen man den Nestor der Theologie genannt hat. Nach den jüngsten po» lilifchen Ereignissen ist die Rebe voll von deutscher Na-tionalität, allein es hallt in derselben ein Ton des na» lionalen Triumphes nach, wie er eines Gelehrten und eines Christen würbig ist. In seinem heuligen persönlichen Ringen mit Rom war es ferner natürlich, daß die Erhebung g gen den Vatican ausdrücklich Erwähnung finden sollte. Der ausgesprochene deutsche Charakter der Rede beweist den prallischen Ernst des Mannes. Er weiß, daß wenn einmal die Massen in Deutschland ein volles Interesse an der Bewegung genommen, die Wir- kung auf die ganze katholische Kirche eine gewaltige seln muß. Es ist allgemein bekannt und Dr. Döllinger beruft sich auf die Thatsache, daß der im Anfange de« Jahrhunderts in Deutschland herrschende Unglauben einem liefen religiösen Gefühl plahgemacht hat, und von diesem Gefühle erwartet Döllinger. daß es den Vatican überwältigen und der Welt die Kalholiciläl zurückgeben werde. Da« „Avenir national" billigt die Absicht Thiers, die Depesche Bismarck's zu beantworten, und fügt hinzu: Die Zukunft wird es sagen, wer seine Würde und Pflicht mehr gewahrt hat, ob die unglück' liche Nation, wclche sich ohne Recri.'iimaticmcn alle Opfer anfcrlegt, um die Kriegsschulden zn begleichen, oder der Sieger, welcher von einer individuellen Un-tlugheit Anlaß nimmt, um gegen ein besiegtes Volt lange nach dem Kriege die schmählichsten Anklagen zu erheben. Die mit der Prüfung und Untersuchung des vom Iustizminister vorgelegten GesctzentwuifcS qca.cn die „Internationale" beauftragte Commission hat denselben mit dem Zusatzartilel angenommen, daß vcr-urtheilte Mltglicdcr der „Inlcrnallolialc" ,h»cr Eigenschaft als Franzosen verlustig eillärt werden. Die Königin von England ließ durch den Minister des InnerS nachstehenden Schreiben bekannt machen: „Es ist der Könlgin ein wahres Bedürfniß, ihrer liefen Erkenntlichkeit für die rührende Tleilnahme dcr ganzen Nilion gelegentlich dcr schweren Erkrankung ihres theuren Sohnes, des Prinzen von Wales, Aus' druck zu geben. Die von ihrem Volle während jener peinvollcn, furchtbaren Tage bekundeten Gesühle und die lhr und ihrer y-liebten Tochter, dcr Prinztssin von WaleS, bewiesenen Sympathien, sowie die allgemeine Freude über die Besserung im Befinden des Prinzen von Wales habe,', einen liefen und dauernden Eindruck aus ihr Herz gemacht, der nimmer verlöscht wcrdcn kann. Sie waren ihr eigentlich leine neue Erscheinung, dem, die Königin halte demselben Mitgefühl begegnet, als gerade jetzt uor zehn Jahren eine ähnnchc Krankheit die Hauptstütze ihres Bebens, den besten, weisesten und qü< tlgsten aller Galten, von ihrer Seite nahm. „Die Königin wünscht gleichzeitig, den Empfinkun» gen herzlicher Dankbarkeit seitens dcr Prinzessin von Wales Worte zu geben, denn sie >sl ebenso licf wie die, Königin von der großen und allgemeinen Kundgebung dcr Loyalität und sympalhie ergriffen gewesen. „Die Königin kann nicht schlichen, ohne die Hoff» nung auSzusprccheil, daß ihre getreuen Unterthanen fortfahren werden, ihre Gebete um vollständige Wieder« gelangung ihres Sohnes zu Gesundheit und Kraft zu Ootl emporzusendcn." Die Gerüchte iilier eine C a.b in e l S kr i s i s i »< Spanien, welche von mehreren Journalen verbreitet wurden, werden dcmcnlirt. Die letzten Nachrichten au« Mexico thun dar, daß dse Wirren daselbst leine Aussicht auf baldlae Beilegung bieteli. Es bestätigt sich vollständig, daß die Regierungstruppen in Saltillo an die Insurgenten ca» pituliren mußten. In MatamoraS ist ocn fremde», Kaufleuten seilen« der Regierung eme Honlributlon von slO.OW Dollar« auferlegt worden, aus dem einfachen Grunde, weil Geld zur Bezahlung der Truppen da sein muß, und weil man es eben nimmt, wo man es findet. , Mazallan ist noch immer von den Insurgenten besetzt; ß dieselben befestigen sich daselbst, um dem Angriff der Truppen, welche General Bolena in Sinoloa gesammelt hat, Widerstand leisten zu lönnen. Anderseits wird aus .sluillelon. Aus dem Kindergarten. sin tltin« Mahnruf an große Leser, Christus der Herr sagte: ..Lasset die Kleinen zu mir kommen, denn ihrer ist das Himmelreich!" — Christus, der Stifter der Religion der Liebe, hat insbesondere durch diesen Spruch seine Gottheit con^ statirt. Er. der Gottessohn, konnte mit Gewißheit sagen: «Den Kindern ist das Himmelreich!" — Insolcmge das Kind der bösen Welt fern bleibt oder von ihr fernae-halten wird, bleibt e« Engel und des Himmelreiches theilhaftig. Mit dem ersten Fehltritt hört das Kind auf — Engel zu sein. Wir zählen gefallene Engel wohl nicht zu den Teufeln, aber der Eingang in das Himmel-reich bleibt gefallenen Engeln verschlossen. — reit« «ine dreiundzwanziaMrige Große zu sich gerufen hat. Haben diese Blätter Wahrheit berichtet, dann kommt weder der falsche Erzengel Gabriel, noch die üppig« drei« undzwanzigjährige Kleine in da« Himmelreich. Den Tugendpreis der Iofeph«.Lilie können wir, lii kkui» vsru,, keinem von beiden zuerkennen! - Auch Schwender, Hirschberger, Lüwy u. a. in Wien rufen die Kleinen -Achtzehnjährigen. Sie lassen diese Kleinen zu sich kommen, aber weder die Rufer, noch die Gerufenen der Grade dieses Schlages werden da« wahre Himmelreich und seine Freuden je mit wonnetrunkenen Augen sehen! — Damit die Kleinen, wenn s!e groß werden, nicht fallen, damit sie deS Himmelreiches theilhaftig werden, ist es Aufgabe der Eltern, die zarte Blume von den rauhen Lüften und eisigen Frösten fern zu halten und möglichst zu schützen, d. h. ihre Kinder durch frühzeitiges Anhalten zur Arbeit, durch Gestaltung erlaubter gesund» heilszuträglicher Spiele, durch den Vortrag nützlicher und moralischer Erzählungen oder Lieder von der Bahn des Unrechte« ab» und auf jene des Rechtes hinzuleiten. In erster Linie ist es Aufgabe der Mutter, die Bahn dcs Rechte« dem Kinde zu zeigen. — Sind aber auch alle Mütter in der Lage, diese schwere Pflicht zu er» füllen? Hat eine Mutter nicht auch andere, oft zugleich mehrere und höchst wichtige Aufgaben zu lösen? Was dann? Dann tritt das Princip der Stellvertretung, ein. Es muß jemand anderer an die Stelle der Mutter treten. Wer dieser Jemand ist, wird leicht zu errathen sein. Wenn man diesen Stellvertreter aussucht, wird man ihn auch finden. Vor allem anderen werden wir unsere Kinder der Obhut des Schutzengels Gabriel empfehlen (wir meinen ja nicht jenen Gabriel in Linz!) dann werden wir uns um Personen umsehen, die den Willen, den Beruf, die geistigen nnd körperlichen Fähig» leiten, Herz und Gemüth besitzen, die Pflichten der Kindererziehung an Stelle der Mütter zu über- nehmen Wenn wir die Millll zur Ausnahme einer Bonne, eines Hofmeisters, einer Gouvernante u. s. w. nicht haben, so stehen uns concessionirle Erziehungs < Institute zum Zwecke der Kindererziehung offen. Wir finden Institute, die sich nicht nur mit er» wachsencn Kindern im Alter von 13 b<« lft Jahren und darüber beschäftigen, fondern auch die Beschäftigung der Kinder im Alter von A bis l; Jahren übernehmen. Die Institute letzterer Gattung nennt man Kindergarten. Wir finden derlei Kindergarten in Deutschland, in England, Schottland u. f. w. In der Regel sind diese Institute nach dem Systeme eineS sicherem Friedrich Fröbel, Sohn eines Geistlichen aus Ober« weißbach im Fürstelithume Schwarzburss-Nndolstadt in Deutschland, eingerichtet. Die Monalschrifl ..Ninder» garten," aufgelegt in Weimar, bestätigt daS wohlthätige Wirken des ..Kindergartens." - Von großem Vortheile sind solche Institute in grö» ßeren Städten, in welchen di: Mütter a.roßenthcils dem Erwerbe nachgehen oder mehrere Kinder erzicljcn. »icbsll'ei die ganze Hauswirlhschast führen müssen. Glücklich jene Stadt, jener Ort, in welchem sich ein „Kmdcrgarlcn" befindet. In die Ntihc dieser qliick» lichen Orte ssthüit ^ai bach. Dic Frilnlcin Bictorinr nnd Gabriele R e hn , Inhaberinnen »mdLeiteliimen cmcr scchs tlassigenLehr- nnd Erziehungsanstalt süiMüdchen, have» mit letzterwähnter Anstalt auch einen Kindergarten errichtet. Die Zöalinye werden schon mit dem .'i, und 4. Jahre in den Kindergarten anfgcnomuien, alsdann in die sechs Klassen eingetheilt und lönnen fähige Mädchen auch zu Lehrerinnen ausgebildet werben. l? Vonora gemeldet baß die Revolte gegen Juarez von den Truppen unterbrückt worden ist, daß die Insurgenten bei Puerto Cito geschlagen, so wie sämmtliche Officiere und 100 Mann «efangeu wurden. Hagesneuigkeiten. — (Audienz bei Sr. Majestät. Am Same» tag, den 30. v. M., fand die Vorstellung de« neugewählten Presidiums des Abgeordnetenhauses, nämlich des Präsiden« ten slitter v. Hopsen und d«r beiden Niceprästdenten Dr. Bidulich und Dr. Groß in einer besonder« hiezu anberaumten Nudienz bei Sr. Majestät dem Kaiser ftatl. Der Empfang war ein sehr huldvoller. Se. Majestät geruhten an jeden der genannten Herren einige freundliche Worte zu richten und sprachen in Folge einer Aeußerung des Präsidenten Ritler v. Hopfen die Hoffnung aus, daß bei dem harmonischen Zusammenwirken der Majorität beider Hauser des Reichs-racheS und der gegenwärtigen Regierung die Arbeiten der beginnenden Session von einem ersprießlichen und segensreichen Erfolge fur das Vaterland begleitet scin werden. Auch gedachten Se. Majestät in freundlicher Weise der diesmal so schnell zu Stande gekommenen Er» ledigung de« Gesetzes Über die Forterhebung der Steuern und Abgaben. — (Neues Kabel.) Im Herrenhause Überreichte FZM. Ritter v. Hauslab eine Petition des Obersten von Paradis als Oeneral»Bevollmächliglen der Gesellschaft zur Leguug eines maritimen Kabels von Trieft nach Aleiandrien. — (Ein neues Gesetz über Actiengesell-schasten soll nach der „Bohemia" dem Reichsrathe vor. gelegt werden, durch welches die bisherige Bestimmung, daß das Aufstchlsrecht über Nctieng^esellschaflen der Regierung vorbehalten ist, aufgehoben werden soll. Die Regierung hat dabei nur das Interesse der Actionäre im Auge, da die staatliche Aufsicht und die in derselben liegende Garantie nur illusorisch waren und die Actionäre oft dem Glauben an eine Sicherheit sich hingaben, welche aber factlsch nicht efistirtc, während sie nun darauf angewiesen sein werden, von oen Gesellschaften reale Garantien zu verlangen. — Die Regierung soll ferner beabsichtige», dcu Reichsralh zu dem Beschlusse aufzufordern, daß in dcr nächsten Zeit bis zu einer noch zu bestimmenden Frist Bahnen, für welche die Staatsgaranlie verlangt wird, nicht concefsiomrl werden sollen. Locales. Zur Bersassungsseier. (Fortsetzung.) Ncde des Dr. Schaff«: Jede Zeit hat ihre Schlagworte. Auch die unsere hat daran wahllich lcmcn Mangel. Mit solchen Schlagworlen ^ Hai es seine eigene Bewanoniß. Sie fußen mit der ganzen politischen Älchtung der Zeit, der sie angehören, in demselben Boden. Derselbe weltbeherrschende Gedanke pulsirt da wie dort. Manchmal treibt er in einem solchen Schlaqworte cine gltinzendc Blllte, oft aber auch sind diese landläufigrn Aeußerungen nur unbrauchbarer Niederschlag, werlylosö Schlacken. D,»S Gewand einer freiheitlich schillern» den Fraje genligl oft, baß ein in die Well geschleuderter Sah zuerst stillschweigend hingenommen wird, daß er all« mälig fllr unbestreitbar gilt und endlich gar zum »fiom sich gestall, t. Unsere Zeit mit ihren gewalligen Aenderungen in den Verfassungen der Staaten, mit ihren tiefgehenden Um wälzungen in der Gliederung der Gesellschaft, ihrem mäch. llgen Drängen und Treiben m jeder Richtung, womit ein ernstliches Durchdcnken aller neuen Beziehungen und eine vollkommene Klarstellung del selben durch die Erfahrung nicht gleichen Schritt zu halten vermag, begünstigt da» Entstehen folcher Schlagworte in befonderem Maße. Ganz entsprechend dem allgemeinen Zuge der Zeit, tragen sie eben» falls in der Mehrzahl ein liberale« Gepräge. Es »st meist ein undankbare« veschäft, gegen solche Überall als bar« Münze angenommene Redensarten zu Felde zu ziehen. Allein der ernste Politiler hat die Pflicht, die kritische Sonde daran zu legen und zu unter» suchen, in welchen wirklich ein gesunder Kern liegt oder welche nicht« weiter sind, als gern geglaubte Fräsen, poli» tische Modethorheiten, wie sie ein großer Staatslehrer treffend genannt hat. Heute fehlt bei weitem die Zeit, auf diefem Gebiete eine erschöpfende Umfchau zu hallen, und es fei nur ge» stattet, zwei der verbreilelslen politischen Schlagworte näher zu untersuchen, die theils wegen ihrer außerordentlichen Verbreitung, theils wegen ihrer engen Beziehung auf un» sere Verhältnisse ein besondere« Interesse bieten dürften. Da« eine dieser Schlagworte lautet: „Freie Kirche im freien Staate, wohl auch in einer verwandten Fassung: „Trennung der Kirche vom Staate." Es ist eine bekannte Thalsache und au« der Ve» schaffenheit der betreffenden Länder und Völker leicht erklärlich, daß im Süden die politischen Bewegungen meist «it religiösen Elementen verquickt sind; Politische« und Religiöses gehen hier fast immer Hand in Hand. Die Lehre »on der freien ssirche im freien Slaale ging nun eben' falls als eine ausdrückliche und bestimmte Forderung vom katholischen Süden, von Italien au«. Der geniale Negene. ralor Italiens, Graf Cavour. ist zwar nicht gerade der Schöpfer diese« Gedankens, wohl aber derjenige, der ihm die Gellung als ein allgemein giltiges Losungswort der liberalen Parteien verschaffte. Da« Wort ist geduldig und läßt sich leicht nach. sprechen, aber wie stellen sich denn die Dinge mit der freien Kirche im freien Staate in der Prari«, in ihren Confequenzen? Freie Kirche im freien Staate kann doch nichts an» dere« bedeuten, als daß Staat und Kirche als zwei felbst« stündige, gleichberechtigte Potenzen, als zwei von einander unabhängige Gewalten gegenüber gestellt werden. Keine soll vor der anderen etwa« voraus haben und auf ihrem Gebiete nach Belieben schalten und wallen können. Ich will nun die schwierige Frage gar nicht unter» suchen, die sich in jedem einzelnen Falle ergibt, wo denn die Grenzlinie zwischen kirchlichem und weltlichem Gebiete liegt, eine Frage, die allein schon die freie Kirche im freien Staate im vollen Sinne des Wortes unausführbar machen dürste. Und dann die unendlich bedeutsamen, verwickelten vermögeusrechtlichen kontroversen. Wer könnte es leugnen? Eine aufrichtige Scheidung zwischen Staat und Kirche würde erfordern, daß da« eigentliche Kirchenvermögen in rein geistliche Verwaltung und zur beliebigen Disposition de« Clerus käme. Uud was muß nicht noch alle« der freie Ttaat die freie Kirche gewähren lassen? Die freie Kirche will die ungeheuren Mittel, die ihre abfolutistische und centralisirle Organisation ihr zur Ver» fügung stellt, ungehemmt in jeder Richtung nmlen lassen, die freie Kirche strebt allenthalben Kräftigung und Ner« mehrung ihrer Macht an, als einfache logifche Folgerung der ihr bedingungslos zugestandenen Unabhängigkeit, sie weist jeden Anspruch, welchen der Staat von seinem Stand, punkte aus zur Ordnung bürgerlicher Verhältnisse, z. V. in Betreff der Schule, der Ehe, der Güter der todten Hand erhebt, als einen Eingriff in ihre Rechte zurück und macht die unerbittlichste Opposition, wo es nur möglich ist, auch auf die Gefahr beständiger Aufregung hin. Im Kindergarten, welchen auch Knaben besuchen tonnen und in dem nach der Früoel'schen Methode un-terrichtet wird, werden die Züglinge durch allerlei oil' dende Äeschüftlgungsmitlel fl,r die eigentliche Schule vorbereitet, deren erste vier Klasseu.alle vorgeschriebenen Gc. genstilndt der Volksschulen umfassen; die 5>. und <'». Klasse, von denen jede aus 2 Jahrgängen besteht, entspricht aber den neuesten Anforderungen höherer Töchterschulen. Der Lehrplan für den Kindergarten, welcher da« elterliche haus mit der Schule vermitteln soll, umfaßt folgende Lehrgegenslilnde: 1. Das Ausnützen und Zeichnen auf Netzpapier, 2. das Ausstechen und Flechten in bunten PapierNreifen, -j. die Beschäftigung mit Bausteinen. Lege« tüfelchen u. dgl. Einen Hauplgegensland bilden für die Kleinen die Bewegungsspiele, die sich theils aus da« Natur-, theils aber auf das Menschenleben begehen; !« »!^ ^°" Gesänge begleitet und sollen die Geselligkeit fordern; sie werden in dcn Sommermonaten in dem der Anstatt ^hörigen Garten, ausgeführt. . 5^" """ "cituncz des Fräulein Bictorine Rehn stehende Kmoerg«»««,, st.hl bereit« in schyner Vlülhe, und wird derzett vo« vierzig Kindern besucht. Durch da« eifrige, sorgsame und «cht weibliche Wirken dieses «inen sehr guten Nuf aen.tß««^,, Inftitule« wird die Zahl der Kindcrgarleubcsucher wohl bald verdoppelt wer« dtn. Dieses Institut feierte am 23. v. M. da« drille Klnoergartenfest E« war freundlich anzusehen: wie her« zig und gelenkig sich die pausbackigen Kleinen mit dem Häuserbauen und Kettmschnüren, mil dem Fallen von Pllft'erformen und Sliiochenlegen bcschusligt haben! — Es war erhebend anzusehen, wie sich dle Kleinen um l den Christbaum schaarten und da« Christfest mit liebli-chem Gesänge eröffnet haben! Maria Andolöel sprach einen weihevollen Prolog, die Instilulsmädchen stimmten einen feierlichen Chor, ..der Weihnachtsbaum." und schließlich drei Lieder an. Mil Blitzesschnelle wurden die von den Eltern gespen-deten Welhnachlsgeschenle von den Kindern abgepflückt; die Kinder haben die Arbeiten des „Kindergartens" ihren Eltern übergeben. Auf dem «rbtit«au«stelluna«tische sahen wir zierliche Notizbücher, Körbchen, ZeitunaMatler und andere mannigfaltige nette Sachen. Unter den dem Fesie beiwohnenden zahlreichen Oüsten befanden sich Frau v. Wurzbach (Landeepriisit»enlcn«galtin). die Herren Smolej (Vezlllsschulinspeclor). Krobath (Director der Lehrer» bildungsschule), Eanonicu« Klofular. Dr. Schöppl (Re. gierungsrath) u. a. m., Honoratioren. Wlr sahen auch Einige, die nicht da waren! Geaen jene, >ie nlcht da waren, sei der Mahnruf gelichtet, sich von den Früchten de« „Kindergattens" augenscheinlich Überzeugen und den Kindergarten benutzen zu wollen. Thatsachen sprechen! - Wir zollen diesem humanen wohllhlltigen Institute unsere Achtung und em» bfehlen den Kindergarten der freundlichen Veachtung und Pflege von Seite der Lalbacher Vevvllerung. Wir em> pfehlen den Kindergarten in der sicheren Ueberzeugung, baß derfelbe unter dem Schutze de« Erzengel« Ga« briel steht, und ein falscher Prophet in demselben nicht geduldet wird, am allerwenigsten ein Gabriel mit der ..Linzer Haube" ! — Ein Hoch dem Kindergarten! Er grüne, er blühe und gedeihe auch im Neujahr 1872! Die freie Kirche leugnet und bekriegt zwar den Modernen Gtaal in seine» Wesen und seinen Befugnissen, aber sie benutzt alle von demselben gegebenen Freiheilsrechte, nicht nur, um ihre kirchlichen Pläne zu fördern, sonbm» auch, um in ihrem Sinne auf «in politische Angelegen, heilen Einfluß zu gewinnen. Die freie Kirche derd»«»t jede freie Forschung, jede Aufklärung, aber sie will die Wifsenfchafl in ihre Dienste nehmen und ihre Grenzen be-stimmen. Sie benutzt ihre wundervolle Qlgantsation, »w die Wahlen in der Gemeinde, den Landtag, da« Parlament zu beeinflussen; die Preßfreiheil wud bi« über die äußersten Grenzen hinaus für die eigenen Zwecke beansprucht, ebenso da« Versammluugsrecht, da« der Vereine. Mit einem Worte: nur da, wo man sich »«bedingt sügl, auch »U Mißachtung der eigenen Gesetze, dort Frieden— sonst aber führt die freie Kirche Krieg, offenen, erbitterten, nie endenden Krieg. Dies sind die unerträglichen und hüchft bedenklichen Verhältnisse, die sich au« der freien Kirche im freien Staate ergeben. Sie bedrohen uns schon heule mit eine» Rücksall in Oesiltung5zustänbe, die man längst überwunden glaubte, und außerdem exiftirl nicht ber mindeste Zweifel, daß die freie Kirche mit jedem Tage weitergehende Förde-rungen stellen wird, denn nicht« — e« muß da« immer wieberholt werden — ift aufgegeben von den strammsten Forderungen de« Mittelalter«, nur da« gar zu exorbitante vorläufig zurückgelegt. Die freie Küche setzt also den freien Staat, selbst die Errungenschaft von Jahrhunderten aufs Spiel. Niemand tröste sich mit der vagen Hoffnung, daß ein bereit« errungener Grab von geistiger Freiheit nicht mehr verloren ge-hen könne. Die Geschichte weist solche Beispiele nur zuviel« aus. Der Fortschritt der Menschheit zu höherer Gesittung bewegt sich nach einem bekannten Worte leide« nicht m gerader Linie, sondern in einer sehr gewundenen Spirale auswärt«. Längst überwunden geglaubte Mißftände lehre» nur zu oft wieder zurück. Ober wer hätte e« gedacht, baß nach der Deformation, nach der Geifte«rlchlung de« Ittlen Jahrhunderte«, nach der französischen Revolution — die geistliche Hierarchie noch einen solchen Kamps, nun ihre alle Macht entfesseln könnte, al« die« thatsächlich heute der Fall ist. Au« allebem ergibt sich, baß e« vollständig unwöglich ist, eine freie Kirche in consequenter Durchführung im freien Staate zu dulden. Zwei Freiheiten mit gleichen Rechte» kann e« nicht nebeneinander geben. Die freie Kirche ift geradezu der Untergang und die Negation de« freien Staates. E« ist somit eine unabweisbare Pflicht der Regierungen und der Bevölkerung, gegenüber den drohenden Uebergristen der kirchlichen Gewalt die durchgreifendsten Maßregeln i» Anwendung zu bringen und eine Wiedererweckung ber Theorie von den zwei Schwertern mit allen Kräften z» verhindern. Die Macht der Klerisei beruht hauptsächlich auf zwei Factoren. Auf der EinHeil de« Befehle« und be« Gehorsam«, fodann auf der Beeinflussung der großen Vle»ge der Ungebildeten durch die Geistlichen. In ersterer Beziehung scheint es «ir nun ei» »irl-fames Gegenmittel zu geben. Der einheitliche» Macht der Hierarchie muß ein einheitliches Auftreten der Regierungen gegenübergestellt werden. So lange da« nicht geschieht, wlrd die Kirche stet« ihre alte Taktik und stet« mit Erfolg fortsetzen : immer in einem Staate sich festzusetzen und von hin au« bann wieder die anderen mit Krieg zu überziehen. Ein solche« übereinstimmende« Vorgehen der Regierungen mag allerdings schwer zu erzielen sein, allein auf andere» Wege wird sich die Ruhe nicht herstellen lassen. Vielleicht dürfen wir hoffen, baß mit den Vorkehrungen, die ebe» jetzt m diefer Richtung im deutschen Reiche getroffen werden, ein vielverheißender Ansang zur Lösung dieser Eapital« frage der Gegenwart gemacht worden ist. Was die zwme Grundlage der kirchlichen Macht, de« Einfluß der Prlesterschafl aus die Menge der Gläubigen, anbelangt ein Einfluß, der in den verschiedenen Dogmen, in der Lehre der Heilmittel und ber Art ihrer Handha» bung seine Wurzel hat, — hier kann und darf die wellliche Gewall mchl unmittelbar auftreten, «in solcher Ver-such wäre unklug, nutzlos, vielleicht sogar gefährlich. Indirect aber stehen dem Staate hier zwe» Wege zu« Schutze und zur Stärkung seiner Rechte ojsen. Einmal — es ift die« ein langwieriger aber sicher zu« Ziele führe», der Weg — die möglichste Verbreitung allgemeiner Ver-stande«bildnng, daher v»r allem die Errichtung au«gezeich-neler Schulen jeden Grade« und überhaupt Anwendung aller andern Mittel, die geeignet sind, Voll«ausllärung zu verbreiten und zu fördern; zweiten« aber die Ueberwachung der Kanzel. Diesfall« kann die Zuläfsigleit einer staatlichen In. gerenz nicht geleugnet werden s« darf leinen Ort inner, halb de« S»aat»gebiete« geben, welcher nicht den Gesetzen de« Staate« unterworfen wäre, die K'rche ist lein Asyl «eh für Verbrecher; niemand al« da« Staal«oberhaupt tft heltt« und unverantwortlich. Mll welchem Rechte wurde z. V. ein Arbeiter bestraft, der vielleicht ein Gla« über die Gebühr getrunken und in einer entlegenen Schanle vor wenigen Zeugen eine unehr-erbietige Aeußerung au«stvßl, wenn der vor Hunderten von Zuhörern gegen die Staatsgewalt aufreizende Prediger straf, lo« au«ginge? Die Straflosigkeit strafwürdiger Predigten wäre eine flagrante Ungleichheit vor dem Gesetze, und eitle Thorheit wäre e« hier, bei einem Gegner durch Nachsicht auf Versöhnung zu hoffen, von de« wir durch hundertfältige IN Erfahrung wissen, daß er jede Nachgiebigkeit stet« «ur al« Gchwäche und Furcht ansieht und al« Aufforderung zu immer weiter gehenden AnfprUcben. Das französische Aesetz, welches dem Geistlichen bei schwerer Strafe jede Aeußerung über Staatsangelegenheiten «mf der Kanzel untersagt, und da» deutsche Gesetz, das in ähnlicher Fassung bald zu Stande kommen dürfte, — beide sind daher vollkommen gerechtfertigt und auch bei uns drin» gend zur Nachahmung zu empfehlen. Unsere Betrachtungen von der freien Kirche im freien Staate enden also mit der Ueberzeugung, daß diese« Schlag, wort ein unstichhältiges und gefährliche« ist und daß dessen confeauente Ausführung ein den staatlichen Ruin nach sich ziehende« Experiment wäre. Da« wahre Interesse des Staate« verlangt die aufrichtigste Förderung einer erleuchteten Religiosität, zugleich aber auch, daß die Kirche al« gesell, fchaftlicbe Institution, al« ein innerhalb des Elaate« arbei« tender Organismus, als Corporation dem Gesetze des Staa« tes erreichbar sei. Die Kirche ist nicht identisch mit der Religion. Die Fniheit der Religion ist durch die Freiheit des Rech»staa« tes vollständig garantirt. Eine freie Kirche aber bedroht dessen HMenz. weil sie in Wirklichkeit nichts anderes be« deutet, als eine Kirche, dit sich über staatliche« Gesetz und staatliche Ordnung hinwegsehen will. (F«rtflhun, folgt.) — (Die fteiermärtische ««comptebanl), welche bereit« seit mehreren Jahren in Graz wohlthätig und erfolgreich wirkt, und seit zwei Jahren in Klagenfurt eine recht lebensfähige Filiale besitzt, hat am l. d. M, auch in Laib ach eine Filiale errichtet, welche verfchiedene Bankgeschäfte betreiben wird. In der Erwägung, al« die Ttablirung eine« auf soliden Grundlagen beruhenden, mit bedeutenden Geldmitteln versehenen und den Interessenten volle Garantie gewährenden Banlinstilute« für finanzielle und industrielle Kreise von hoher Vtdeutung ist; in der Erwägung, al« Industrie, Handel und Gewerbe in unserem Kronlande in stelem Steigen begriffen find, dllrfte die Eta« bUrung einer Filiale der steiermärlifchen E«compttbank in Laibach fogar nothwendig sein. Der Hauptzweck dieses Bankinstitutes ist die Veschafsung von Geldmitteln für die Industrie, den Handel und das Gewerbe unsere« Heimat«» land es, für die Steigerung des Verkehre« in diesen Richtungen. Die neuerrichtele Filiale wird auch al« W ech« selstu.be fungiren und einem längsigefühlten Bedürfnisse unfere« Platze« volle Rechnung tragen, zumal die Theil» nahm« der Bevölkerung an BÜrfegeschäften täglich lebhafter wird. Die hier neuerrichlete Filiale ist in der Lage: dem lauflustigen Publicnm Rathschläge zu ertheilen und auf Grund ihrer Connerionen Aufträge bestens und schnellsten« zu vollziehen. Die Teilung dieser Filiale ist tüchtigen Be« amten und die Aufsicht einer Direction, bestehend aus den Herren Val. Zeschko, Albert Tamassa, Dr. Robert v, Schrev, Josef Krisper und Richard Ianeschitz anvertraut. Die er« forderliche Garantie für da« Publicun, ist vorhanden und wir versäumen es nicht, die Bevölkerung de« Kronlande« Krain auf diese hier etablirte Filiale aufmerksam zu machen. — (Im Kindergarten), der unter Leitung der verdienstvollen Vorsteherin Frl. Victorine Rehn steht und sich im ffllrstenhofe befindet, fand am 23. v. M. ein weihe« volles Kinderfest, verbunden mit einer Ausstellung von zier» lichen und netten Arbeiten de« Kindergarten«, statt. Wir halten es für unsere Pflicht, die Bevölkerung Laibach'« auf dieses wohlthätige Institut neuerlich aufmerksam zu machen. — (Moskauer internationale Ausfiel, lung.) Die Betheiligung an der Moskauer internatio-nalen Ausstellung macht die erfreulichsten Fortschritte. Nachstehende Fabrikszweige werden sich daran betheiligen : Baum» und Schafwollwaaren. Broncewaaren, Branntweine und Liqueure, Farben und Lacke, Flachsspinnereien und Leinen« fabricate, Hanf» und Seilerwaaren, Gold«, Silber« und IulveleN'Ardeiten, physikalische Instrumente, Ledergalanlerie. waaren und Lederriemen, Möbel, Nahrungsmittel, ätherische Oele, Papier und Papierarbeiten, Photographien, Wagen, Werkzeuge «. Da der Axmeloungsltrmin bei dem General« Vevollmächtigten (Georg Koch, Wien, VI. Bezirk. Maria« hilferftratz« Nr, 18) mit 10. I 5 uner 1872 zu Ende geht. so wäre eine rasche Betheiligung auch anderer Fabrik«« zweige, welche in Rußland noch wenig Eingang gefunden, sehr wünschenswerth, besonder« da die Tran«portlosten für Frachten und Personen von sämmtlichen Bahnverwaltungen bedeutend ermäßigt worden sind. Von dieser Noliz wollen die p. t. Industriellen in Kram gefälligst Kenntniß nehmen. WW^ Für die Stadt.Nbonnenteu liegt der heutigen Zeitung eine Beilage über LeinenwaarenAusver» kauf bei. Giustesendet 4!!en kizuken 3l»lt Ulla ttelMllübeit obll« Neäicill llllä ollue koztell. kevzlezciöie Du Nan? van I.olläou. Keine KrantheU vermag der delicalen N^v,!««,»:,^« <1u Ij«i->^ zu widerstehen und beseitigt dieselbe ohne Medicin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Bungen-, Leber-, Drusen-, Schleimhaut-, Athem-, Vlaseu- und Niereuleiden, Tuberculosr, Schwindsucht, Asthma, HuNen. Unvcrdaulichltit. VerNopjung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit. Schwüche. Hämorrhoiden, Wassersucht. Fieber. Schwindel. Nlutaufsteigen, Ohrcnbraufen, liebelten und Erbrechen »elbst während der Schwangerschaft, D,abcte«, Melancholie, Nb-magerung. Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. Auszug au« 72.000 Certificate« Über Genesungen, die aller Mcdicin widerstanden : Tertificat Nr. 58782. Tyinau. 10. Mai 1869. Ich litt lange an Appetitlosigkeit und Erbrechen nach dem Essen. Ihre vortreffliche NevÄlegcier« hat da« Erbrechen gänzlich gehoben und meinen Appetit hergestellt. Meine Ueberzeugung von der vortrefilichteit Ihrer Nev,Ie,«:lüi-«, veranlaßt mich, dieselbe an-dern Leidenden besten« anzuralhen. Carl Verger, «lertificat Nr. 62914. Weslau. 14. September 1868, Da ich jahrelang für chronische Hämorrhoidal-Leiden, Leber-traulheit und Verstopfung alle mögliche ärztliche Hilfe ohne ^le bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis in Arzneien. In Vlechbuchsen von j Psund st 1.50, 1 Pfund ft. 2.50, 2 Pfund fl. 4.50, 5 Pfund fl. 10, 12 Pfund fl. 20. 24 Psund ft. 36. ttev2le»«!öi-e ^l,o,:o!,l, Fürst, iu Vrllnn F. Tder. sowie in allen Städten bei guten Apothekern »ud Hpec«eihändleru; auch versendet da« Wiener Ha»« uach allen Hegenden gegen Postanweisung oder Nachnahme. Wir machen hierdurch auf die lm heutigen Vlalte stehend« Annonce der Herren T. Hteindecker « (?o. in Hamburg besonders aufmerksam. E« handelt sich hier um Original^'ose zu einer s» reichlich mit Haupt-Gewinneu ausgestalteten Verlosung, daß sich auch ill unserer Gegend eine sehr lebhafte Vetheilignna. voraussehen läßt. Dieses Unternehmen verdient um so mehr «a« volle Verhauen, indem die besten Slaatsgaianlien geboten sind und auch uarbenanute« Hau« durch ein stel« stieng reelle« Handeln und Auszahlung zahlreicher Gewinne allseits bekannt ist. Neueste Post. Verlin, 2. Iünner. Dtr Kaiser ha» den Kriegs« minister o. Noon auf dessen Wunsch seiner Functlvnen al« Marineminlster entbunden und dabei in den wurm» slen Worten des Daute« die Vereitwilligleit anerkannt, »omit dcr Minister in einem langen Zellraum sich der mühevollen Verwaltung der Marine unterzogen, welche unter seiner Leitung in so erfreulicher weise in ihrer Entwicklung fortfchritt. Zum Marineminister ist Ge» neral Slosch ernannt. London. 2. Jänner. Die „Times" billigen t« unumwunden, daß Fürst Oismarck in diplomatischen Uctenstücken die deutsche Sprache nebraucht hat. Die anderen Nationen, sagt das Matt, werden diese« Bei« spiel nachahmen und gleichfalls ihre Sprache gebrauchen. 5— Da« offlcielle Bulletin von h«utl Mittag« sagt. ', daß der Prinz von Wale« die Nacht hindurch geschlafen hat und daß dlssell Befinden befriedigende Fortschritte macht. Madrid. 1. Jänner. Der König und dle KL« nigin haben heute Deputationen des Senates und d«ö Congresses, da« diplomatische Corp«, die Potstandc der Corporalionen und viel« hohe Civil» und Milltürbeamle empfangen, welche erschienen waren, um die Majestäten ihrer Ergebenheit zu versichern. Der Empfang war ein glänzender. __________ telegraphischer TUechselcoue« oom 3 Jänner. 5perc. Metalliaue« 63. - 5perc Melalllque« mi< Vlai-und November-Zinsen 62. — bperc. National - Nnlel»en 78.10, — 1860er S,aat«-«>ilthen 104. — Vllul-«ct,e>l «30. lrebit, Nctien339. i.'ondan 115.15. - Silber 114.25 - Kl Mün^ Ducatm 5,35 - Napaleond'or 9.15'/» Kandel und "Ilolkswirlhschaslliches. Verlosung. (1854er Lost.) Vei der am 2. d. M. im Vrisein dcc Staatsschulden ^ Eontrolscommilsiou de« Reich«ralhsi< vorgruom-mentn 35. Verlosung de« vlerpelccntigen StaatsloltericAnlehen« vom 4. März 1854 per 50,000.00^ ft. s» 352 457 729 1081 1^08 1347 !413 1581 220^s»»<. Petrit, Marburg. — Zupaniii, Wien Dobos f. l. Lieutenant, und Gyorgypa. l. l. Obtl»i,m,nan«. Vtileqyl'aza - Hautschle. «rün». - v, Schwarzbofen, l. l. Lieutenant Sla> ronlen. - Koprlvnilar, Pfarrer, Saoa. - Priester, «roßdändler, Ngiam. »t»««t RV«<»n. Sllh, Bureauchef. Vraz. - Graf Strassoldl,. - Hänselt, Wien. — Waldmann, Ingenieur. — «ohn und Mllller. Kaufleute, Wien, - Plescke, Väcler. (vottschee — ^ »taudau und kow. Wien. Notinger, Trieft M ^ Theater. ^I Heute: Zum zweite» male: Die Telia« an den Ner storbenen. Lustspiel in 5 Acten von Venrdir. ^lelearlilliglsch« Aelilmchllmgen ill ^Mach. > 6U, Mg, 741.5« — 4., , wiudslill lrllbe 3. 2 „ N. 740.9, — 3.« windstill trllbe 0 ^ 10.. Ab. 741.,z —4« windstill trUbe Tlllbt Uitternng anhaltend, Wollendecke dicht g,schlosw, Da« Tage«mitttl d«r Temperatur — 4 1", um 13' unter »e,» Normale. Verantwortlicher Redacteur: I,na,"v? Kl e i n m » y r. ^äsli'N^l'si^t Wien, 2. Jänner. Die «orse zeigte eine sehr gute Mlinung für Schranlenpapiere und lebhafte« «nimo im Hanbcl mit Gpecl,lalion«tfseclen. von welchen »anz besonder« AlUl^Ullll»U/l. VanlvereinslActien eine sehr bedeutende Avance verzeichnen. 4. ««O»mein» «taatsscknl». ii» Kletten von I^ranOportnntefneh» mu»g« weiser Strecke).....210.50 211.- F«dmaul>«-«orbb«hn . . . 314^ 2150.— M»"w«v5^v«str.»«b» . 177. - 178 — ^r»ni'I«sevb»«V«bn .... 210— 21050 Lemberg:l,ll«.lIaflytr,v»hn . 163 5>0 164 50 i.'loyd. ilfterr........415. - 420.— Oeflerr. Nordwestbahn . . . 222 222 50 «udolss-Vohn...... 163. - 164. - Ziebeubürger «ahn .... 176— 177.- Z'.alltsbahn.......391,- - 392 — klibbahn........21130 21170 siio.norod Verbind. Vahn . 179... 179 50 theih-Vahn.......260- 262. - llugarische Nordoftbahn . . . 162.25 162.75 Ungarische Oftbahn.....156.50 127.50 tramway........238- 238.50 ?. Pfandbrief« (für 100 fi ) «ll„. «ft Voben-Credit Nnftoll Veld Waare vrrlosbar ,u 5 p«t. ,n Tilber 105— 105 25 )to.in33I.ruck,.,u5ptl.illö.W. 86 50 U7_ «aNonalb. zu 5 p«t ö. W. . . 90,15 9030 l!n,. vod.-«red.-«nft. zu 5'/. Plt. 87.50 88.50 «. Vrioritätsobligationen. Oeld W«ar« «lls.-Wtftb, in G. verz. (I. Cmiss.) 95 50 96,— Ferdln°nd«-Nordb. m Kilb, oerz. l05.l>0 106.- l jranz I°seph«.«<,hu .... 100.70 100.90 l H.««l.i?nd»».V.».G.»lrl.'.Vm. 106. - —l 0t»err. Nord»»fii,bn . . l0080 10! — > Gell» Waa> Bltbenb. Vllhn in Tllber »er,. . 89.75 90 A> Gl»al«b. O. 3'/. «. 5,lX)Fr. ,.l. Äm. 134 50 135.' -Olldb.O«'. «500Frc.pr.TtUck 113.50 114 -Olldb.-O.i2sX>fi.,.5'«sur100fi. 94 75 35-Vlldb.-Von« «',. (1870-74) i 500 Frc« pr. Glück . 231— .' Un«. oftbahn sür 100 fl . . 86. N. Vrivatlose ,p»r GtUck.) Creditanftall s. Handel u.Vew. Oeld W»«r< zu 100 fi. ll.W......------ Rudolf-Gtistung zu 10 ft. . . 14.M 15b<> Wechsel (8 Mou) «,ld Waal» «u««burg sNr 100 st südd. W. 97 60 9?.?0 »ranlsurt a.M. 100 fi. delto 97 70 lBilb« . . N4 . 50 . 114 « 7.^ ^ lKrawischt Ornndentlnftung« , Obligationen, V^ »