Bezugspreise Jiir Gsterreich-Uiigarn ganzjährig K 4' — halbjährig K i' — ^iir Amerika: ganzjährig D. V25 ^tir das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 «Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurückgesendet. am 4. und 19. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „IDanöemappe' eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Kerivattung des Hottscheer Daten in Gottschee. Hauptplatz dir. 87. Berichte sind zu senden an die Schristteitung des Gottscheer Woten in Gottschee. Anzeigen (Hustrate) werden nach Tarif berechnet und non der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage desGotl-j che er Boten erhältlich. P ostsparkass en-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gaffe Nr. 75. Mr. 4. Kottschee, ant 19. Aeörnar 1908. Jahrgang V. Zn den Landtagswahlen. Am 10. Februar fand in Laibach eine Versammlung der christlichsozialen Slowenischen Volkspartei statt. Herr Dr. Šušteršič sprach über die politische Lage und die Landtagswahlen. Es handle sich in erster Linie gegenwärtig um die Schaffung einer Wahlreform für den krainischen Landtag, also um eine Frage, die der nächste Landtag unbedingt zu lösen haben werde. Die Änderung der Wahlordnung könne nur mit Zustimmung der zehn Stimmen des deutschen Großgrundbesitzes durchgeführt werden. Der Slowenischen Bolks-partei sei es geglückt, die Großgrundbesitzer für die Regierungsvorlage (Wahlreform) zu gewinnen, aber die slowenisch-liberale Partei habe die Wahlreform durch Obstruktion vereitelt, weil sie den Landgemeinden keine Vermehrung der Mandate gönne. (Die vor zwei Jahren durch die Regierung im Landtage angebrachte Wahlreform hat nämlich eine neue allgemeine Wahlgruppe mit zehn neuen Abgeordneten vorgesehen, wodurch das berechtigte Übergewicht der ländlichen Wähler gesichert würde.) Es rücke nunmehr die Zeit heran, wo die christlichsoziale Slowenische Volkspartei die Zügel der Landesverwaltung in ihre Hand nehmen und im Landtage und im Landesausschusse das entscheidende Wort zu reden haben werde. Die Slowenische Volkspartei werde dann eine gerechte Wahlreform durchbringen und den Landeshaushalt regeln; der Landesausschuß werde in jeder Hinsicht seine Pflicht tun, jedes Mitglied werde sich ganz seinen Agenden widmen müssen. Die landschaftlichen Ämter werden modernisiert werden müssen; das untaugliche Beamtenmateriale müsse entfernt werden, dafür aber solle sich das Land den vortrefflichen Kräften gegenüber — und solcher gibt es nicht wenig in landschaftlichen Diensten — keineswegs knauserig erweisen. Wenn es sich um das Wohl des Volkes handle, müßten alle anderen Rücksichten beiseite gelassen werden. Der zweite Redner, Herr Dr. Eugen Lampe, sprach über die wirtschaftliche Lage und über die Landesverwaltung. Die hervorragendste Aufgabe der christlichsozialen Partei liege in der Hebung i^es Volkswohles. Da müsse denn vorerst der Bauernstand gehoben werden, denn eben dadurch werde das Erdreich befruchtet, aus dem alles übrige hervorkeime. — Dr. Lampe verwies sodann auf die stark im Rückstände befindlichen Meliorationsarbeiten sowie auf die verschiedenen landwirtschaftlichen Zweige, wobei er namentlich für die Errichtung von Viehversicherungsanstalten unter Garantie des Landes eintrat. Auch werde endlich einmal eine Landesversicherungsanstalt ins Leben gerufen werden müssen. Auf das Schulwesen übergehend, betonte Redner, dessen größter Fehler liege darin, daß die gesetzlichen Bestimmungen für Stadt- und Landschulen ganz gleich abgefaßt seien. Sie müßten in der Weise abgeändert werden, daß die Landschulen einen für die Landwirtschaft eingenommenen Nachwuchs erzögen; auch müßte der Bauer gegen Übergriffe der Schulbehörden sowie gegen allzugroße Lasten geschützt sein. Eine Lehrerschaft, von der das Volk Nutzen hat, soll auch entsprechend entlohnt werden; aber man müsse sich's ein für allemal verbieten, daß Verfechter von freimaurerischen Schulen Ansprüche auf höhere Bezahlung erhöben. Herr Dr. Lampe befürwortete ferner die Einführung von lan d-wirtschaftlichen Winterkursen, die Abänderung des Jagdgesetzes, die Unterstützung des Genossenschaftswesens, die Einschränkung des Prozeßführens durch Einführung von Schiedsgerichten usw. Seine Partei wolle auch der L>elbst-verwaltung der Gemeinden ihren Schutz angedeihen lassen und zu diesem Behufe das Ansehen der Gemeindevorsteher gegenüber der Regierung und dem Landesausschusse heben; zweckmäßig wären Zusammenkünfte der Gemeindevorsteher, an denen sich auch Vertreter des Landesausschusses beteiligen würden (wie dies in Niederösterreich der Fall ist. Anm. der Schriftltg.) In jenen Bezirken, in denen auch Gottscheer wohnen, sind von der christlichsyzialen Slowenischen Bolkspartei in den Landgemeinden folgende Kandidaten aufgestellt worden: Für den Wahlbezirk Gottschee-Reifnitz-Großlaschitsch: Franz Jaklič, Reichsratsabgeordneter in Gntenfeld, und Franz Bartol, Gemeindevorsteher in Soderschitz. Für den Wahlbezirk Rudolfswert-Landstraß-Gurkfeld (zu dem auch die Gemeinden Pöllandl und Tschermoschnitz gehören): Josef Dular; für den Wahlbezirk Treffeu-Sittich-Seisenberg-Weich-selburg (zu dem die Gemeinde Langenton gehört): Franz Košak, Dr. Eugen Lampe und Josef Mandelj, Adjunkt in der k. k. Tabakhauptfabrik in Laibach. Für den Wahlbezirk Tschernembl-Möttling (zu dem die Gemeinde ^.Stockendorf und die Untergemeinde Maierle gehören): Hofrat Franz Luklje. Wir empfehlen hiemit unseren christlichsozialen Parteigenossen, die oben genannten Kandidaten in ihren Wahlbezirken zu wählen. Was die beiden slowenisch-liberalen Wahlwerber Rns und Merhar anbelangt, so haben sie nicht die geringste Aussicht durchzudringen, dies umso weniger, als auch die liberalen Gottscheer Wähler diesen slowenisch-liberalen Kandidaten ihre Stimme nicht geben werden und liberalerseits von Gottschee aus die Parole ausgegeben worden ist, daß denslowenisch-liberalenKandidaten Rns und Merhar für etwaige Wählerversammlungen kein Lokal zur Verfügung gestellt werden solle. Die Nichtbeteiligung an der Wahl, welche liberalerseits von Gottschee aus angeraten wird, empfiehlt sich für unsere christlich-sozialen Parteigenossen nicht, da wir von der künftighin Ausschlag gebenden Slowenischen Volkspartei nur dann eine ausgiebige wirtschaftliche Hilfe und Unterstützung zu gewärtigen haben dürften, wenn wir die christlichsozialen Kandidaturen auch unserseits unterstützen. Der Hausierhandel der Gottjcheer und die Ehrisilich-soMlen. Die „Gottscheer Nachrichten"_ wärmten kürzlich ihren geduldigen Lesern wieder einmal einen schon oft Vorgesetzten Kohl auf, daß nämlich die Christlichsozialen Feinde des Hausierhandels der Gottscheer seien (!). Wir haben diese Behauptung zwar schon öfter widerlegt, mochten aber trotzdem diese Sache ein für allemal vollkommen ins reine bringen. Schwärmer für den Hausierhandel gibt es bekanntlich überhaupt nicht/ weder im christlichsozialen noch im liberalen Lager. Die Gottscheer waren ursprünglich auch selbst keine Hausierer; erst als das unfruchtbare, karstige Ländchen seit dem 15. Jahrhunderte (aus dem Jahre 1492 stammt das erste Hausierprivilegium der Gottscheer) verhältnismäßig übervölkert und die Scholle allein ihre Bebauer nicht mehr zu ernähren imstande war, verlegten sie sich auf den Hausierhandel, und zwar zuerst mit ihrer hausindustriell erzeugten Leinwand und ihrer ebenfalls hausindustriell erzeugten Holzware, später dann mit Südfrüchten, Galanterie- und Schnittware. Es wäre den Gottscheer Bauern gewiß viel lieber, wenn sie vom Ertrage des Grundes und Bodens allein auskömmlich leben könnten, wie die deutschen Bauern in Ober-und Niederösterreich, Tirol, Steiermark und Kärnten/ allein sie sind leider nicht so glücklich daran und müssen, um ihre Familien erhalten zu können, leider entweder zum Hausierkorbe greifen oder tu Amerika Brot und Verdienst suchen. Glücklicherweise haben die Herren Volksvertreter im Reichsrate immer unterschieden zwischen Hausierern und Hausierern, nämlich zwischen Hausierern, die inan aus humanitären Gründen, mit Rücksicht auf ihre sonstige Erwerbslosigkeit und auf ihren reellen Charakter, dulden und in gewissem Sinne „begünstigen" kann, und solchen überlästigen Elementen (Juden, ungarische Hausierer), die wegen ihrer Zudringlichkeit und häufig genug auch wegen Mangels an Reellität von der Bevölkerung wie eine Art Landplage empfunden werden. Gegen diese letztere Gattung von Hausierern richtet sich hauptsächlich die unwirsche öffentliche Meinung, während man die Hausierer aus Gottschee, aus dem Erzgebirge re. nicht ungerne duldet und ihnen ohne Murren ein paar Kreuzer zu verdienen gibt. Auch das neue Hausiergesetz hat demnach auf die Gottscheer k. gebührend Rücksicht genommen und ihnen manche sehr schätzenswerte Begünstigungen zugestanden. Gegen diese Begünstigungen hat auch die christlichsoziale Partei als solche keine Einwendungen erhoben, sondern ihnen zugestimmt. Den bezüglichen Bericht im Abgeordnetenhause erstattete damals der christlichsoziale Abgeordnete Foerg. Wenn nun andererseits die Christlichsozialen, gerade so wie auch sehr vieleLiberale, ausgesprochene Gegner der jüdischen, ungarischen 2C. Hausierer sind, so ist das für die Hausierer aus Gottschee nicht nur sein Nachteil, sondern ein Vorteil, da ihnen hiedurch eine große Konkurrenz vom Halse geschafft wird. Je ehm die jüdischen und ungarischen Hausierer aus Wien und anderen «Städten ausgesperrt werden, ein desto besseres Geschäft werden die Gottscheer machen. Wer zwar ein Gegner des Hausierhandels im allgemeinen ist, hingegen den nach § 16 des Hausiergesetzes begünstigten Gegenden ihre Hausiervorrechte beläßt, der tut den Gotlscheern in Wirklichkeit den größten Gefallen, während solche, die für den Hausierhandel im allgemeinen sind, also auch für die jüdischen und ungarischen Hausierer, die Interessen der Gottscheer nur schädigen, vielleicht ohne es zu beabsichtigen oder zu wissen. Die „Nachrichten" vom 2. Februar bringen, um die Christlichsozialen „als die größten Feinde der Gottscheer" (!) hinzustellen, eine Stelle aus einer Rede, die der christlichsoziale Reichsratsabgeordnete Eisterer vor mehr als einem Jahre im Abgeordnetenhaus gehalten hat. Wir stellen dem gegenüber fest, daß Abg. Eisterer von den Gott-fcheern überhaupt kein Wort gesprochen hat, sondern gegen jene Hausierer sich ausgelassen hat, die Sch und wäre verkaufen und die Leute beschwindeln. Offenbar hatte er hiebei die jüdischen Hausierer im Auge und das kann uns Gottscheern nur recht sein, da es uns Vorteil bringt. Je schärfer gegen die Hausierer im allgemeinen losgezogen wird und je mehr der Hausierhandel der nicht begünstigten Hausierer eingeschränkt wird, desto besser ist das für unsere einheimischen Hausierer. Volle Wahrheit ist es anderseits, daß den Hausierern aus Gottsched draußen nichts mehr geschadet hat als die rohen Überfälle und Gewalttaten unserer „Roten" zur Zeit des Reichsratswahlkampfes. Viele Hausierer aus Gotischer haben mit schmerzlichem Bedauern und zu ihrem materiellen Schaden den Umschlag der Stimmung gegen unsere heimischen Hausierer zu spüren bekommen und manchen nicht unberechtigten Vorwurf eiustecken müssen. Es ist daher sehr unangebracht, wenn sich die „Nachrichten", deren Hetze jene beklagenswerten Roheiten, die den Ruf unserer Heimat so schwer geschädigt haben, in erster Linie mit verschuldet hat, nun als Anwalt der Gottscheer Hausierer aufspielen. Wenn die „Nachrichten" schließlich behaupten, daß Fürst Auersperg durch sein feiner,zeitige» Auftreten im Herrenhause „einem Drittel der Gottscheer Bauern das Dasein gerettet hat (!)", so wird sich über diese lächerliche Hyperbel gewiß niemand mehr wundern als Fürst Auersperg selbst, deines am besten bekannt sein muß, daß die Gottscheer und Krainer Hausierer ihre erneuerten und vermehrten Begünstigungen int neuen Hausiergesetz in erster Linie dem tatkräftigen Eintreten der christlichsozialen Abgeordneten der Slowenischen Volkspartei (Šušteršič und Pouše) zu verdanken haben. Nationalisierung der ölten*, Fnswanderung. In einem sozialen Montagsabeud der Leogesellschaft hielt der Chef des Kommerziellen Bureaus der Südbahn in Triest Dr. Ritter von Frey kürzlich einen äußerst lehrreichen Bortrag über die „Nationalisierung der österreichischen Auswanderung". An der Hand sorgfältig gesammelter Daten schilderte der Redner, welche enorme Summen unserer Heimat, abgesehen von der verlorenen Arbeitskraft, entzogen werden nur dadurch, daß die Auswanderer auf Schiffen fremder Staaten in ihre neue Heimat reifen. Im Jahre 1906 reisten 33.000 österreichische Auswanderer über Hamburg und 55.000 über Bremen nach Amerika. Im ganzen gingen im Jahre 1906 über Hamburg 300.000, über Bremen 208.000 Auswanderer. Der Redner bewies, daß nur infolge der großen Auswanderermassen die deutschen Schiffahrtsgesellschaften so billige Frachtraten für Güter stellen können, daß ihnen die Konkurrenz mit den englischen Schifffahrtgesellschaften möglich ist. Im ganzen vereinnahmten dte fremden Schiffahrtsgesellschaften von den österreichischen Auswanderern nahezu 400 Millionen seit dem Jahre 1861, wärend aus die heimischen Häfen nur die kleine Summe von 52 Millionen entfällt. Der Redner erörterte dann in ausführlicher Weise das brutale Vorgehen des internationalen Schiffahrtspovl, der die Auswanderer nach Schiffahrtsgesellschaften kontingentiert und die Staaten mit Gewalt seinen Wünschen gefügig macht. Heute ist es durch den rapiden Aufschwung der Äustro-Amerikana bedeutend besser geworden und der Auswaudererstrom beginnt über Triest zu fließen, weil die Auswanderer auf den Schiffen der Austro-Amerikana bedeutend besser untergebracht und verpflegt werden als auf jenen der deutschen Schiffahrtsgesellschaften. Redner kam daun auf die Schaffung einer Auswandererschntzgesetzgebung zu sprechen. Das heute bestehende Gesetz, aus dem Jahre 1837 stammend, verbiete eigentlich die Auswanderung und enthält die enorm schädliche Bestimmung, daß die Ausgewanderten das heimische staatsbürgerrecht verlieren. Die Reform der Auswanderergesetzgebung sei also dringend notwendig, schon deshalb, weil bisher auch die Auswanderer schutzlos der Ausbeutung der Agenten preisgegeben sind. Der Vortragende erklärte, daß er eine Gesetzvorlage im Detail ausgearbeitet habe und besprach verschiedene Punkte, die darin enthalten sind. Die ganze Auswandererfürsorge soll dem Handelsministerium unterstellt werden und das so gefährliche Agetttettitnwesett soll durch die charitative Fürsorge beseitigt werden. Lauter Beifall darauffi anregte, ministen dererver Hochwü hanptsä reich ut e schulrat Sdesar Gabriel Tschern der hie Herrn sichrer beginne tt. a. fit adjunkt Johani läßlich in Goi Delegä Moder dort hi haben. Minist! Delegii zipisten Konsul deren Einwm müßte fordern erfüllet österrei tage.) lieh ge gute fi tagswi währet entsend den bi Slawe einmal Es ist kluger Stimn geschlo nämlic tenfeld netenk, daß d im La zur T hiebei mit Ts Beifall lohnte die interessanten Ausführungen des Redners. In der darauffolgenden Debatte sprachen Sektionsrat Dr. Scheimpflug, der anregte, die Auswandererfrage als soziale Frage dem neuen Arbeits-ministeaium zu unterstellen, Dr. Nauman, der die deutschen Auswandererverhältnisse streifte, sowie der Präses des Raphaelvereines, Hochwürden Kozlik, und der Sekretär Fischer dieses Vereines, der hauptsächlich die Schaffung eines Arbeitsnachweises in ganz Österreich anregte. 21 us Stadt und Cand. (Hottschee. (Aus dem Volksschuldienste.) Der k. k. Bezirksschulrat in Rudolfswert hat die Aushilfslehrerin Fräulein Levpoldine SdeZar an Stelle der krankheitshalber beurlaubten Lehrerin Frau Gabriele Erker-Jereb zur Supplentiu an der Volksschule in Tschermoschnitz bestellt. — (Eichamt in Gottschee.) Der Herr Landespräsident hat den der hiesigen k. k. Bezirkshauptmannschaft zugeteilten Bezirkssekretär Herrn Johann Marko zum Eichamtsvorsteher und Rechnungsführer des Eichamtes in Gottschee ernannt. — (Schwurgerichtshof in Rudolfswert.) Zu den am 2. März beginnenden Hauptverhandlungen wurden als Hauptgeschworene u a. ausgelost die Herren: Hans Arko, Besitzer und Sparkassenadjunkt in Gottschee; Johann Jaklitsch, Gastwirt in Mooswald; Johann Wüchse, Besitzer und Holzhändler in Nesseltal. — (Ünterkrainer Bahnen.) Wie verlautet, werden anläßlich des Baues der Weißkrainer Bahn die Bahnhofsanlagen in Gottschee, Großlupp und Rudolfswert erweitert werden. - (Konsulatsämter. — Auswanderungswesen.) Der Delegierte Dr. Baernreither regte in der österr. Delegation die Modernisierung des Konsulatswesens an. Von anderer Seite wurde dort hervorgehoben, daß wir keinen Schutz für unsere Auswanderer habem Delegierter Pittoni sprach die Erwartung aus, daß vom Minister des Äußern in dieser Richtung etwas unternommen werde. Delegierter Kramar machte auf das Buch des Statthalterei-Kon-zipisten Klein über Amerika aufmerksam, in dem bezüglich der Konsulate behauptet wird, daß diese meist mit Ungarn besetzt sind, deren hauptsächlichste Aufgabe darin bestehe, die nichtmagyarischen Einwanderer zu beobachten. Für eine solche Rolle der Konsulate müßte man sich sehr bedanken, und man müsse ganz energisch fordern, daß die Konsuln vor allem ihre wirtschaftlichen Pflichten erfüllen, wobei allerdings gesagt werden müsse, daß sie geradeso österreichische wie ungarische Interessen zu schützen haben. — (Die bäuerlichen Interessen im künftigen Landtage.) Die. slowenisch-liberale Partei (Stadtpartei!) ist bekanntlich gegen die Erweiterung des Wahlrechtes, die den Bauern zugute kommt. So kommt es, daß bisher 40.000 bäuerliche Landtagswähler in Kram bloß 16 Abgeordnete für den Landtag wählen, während 5000 Wähler (Städte, Handelskammer) 20 Abgeordnete entsenden. Nun sind die slowenischen Liberalen noch so dreist, den bäuerlichen Wählern von Gottschee die Wahl der liberalen Slowenen Merhar und Rus zuzumuten. Aber diesmal sind nicht einmal unsere Liberalen so naiv, daß jie auf diesen Leim gehen. Es ist uns bekannt, daß.selbst nicht wenige liberale Gottscheer aus kluger politischer Berechnung den christlichsozialen Kandidaten ihre Stimmen geben werden. Die christlichsozialen Gottscheer werden geschlossen die Kandidaten der christlichsozialeu Volkspartei wählen, nämlich die Herren Franz Ja kl io, Reichsratsabgeordneter in Gutenfeld, und Franz Bartol, Gemeindevorsteher in Soderschitz. — (Bahnbau Gottschee-Tschernembl.) Aus Abgeordnetenkreisen erfahren wir, daß begründete Hoffnung vorhanden ist, daß die Verlängerung des Gottscheer Bahnflügels nach Tschernembl im Laufe der nächsten Jahre (etwa längstens binnen sechs Jahren) zur Durchführung gelangen wird. Nicht unerwähnt dürfen wir hiebei lassen, daß neben denBestrebungen, diedieVerbindungGottschees mit Tschernembl im Auge haben — und diese Bestrebungen haben gewiß auch die meiste Aussicht aus Verwirklichung —, eine Nebenströmung besteht, welche die Verbindung Gottschees über die L-talzer Berglehne und Skrill nach Kroatien (Fiumaner Bahn) sich zum Ziele setzt. Letzteres Projekt hat jedoch wenig Aussicht auf Verwirklichung, weil die Ungarn dagegen sind. — (Warnung für Reisende.) Am 4. d. M. reiste der Hausierer Josef Lackner aus Oberbuchberg mit dem Nachtzuge von Wien nach Laibach. Unterwegs, in Marburg, stiegen zwei andere, gut gekleidete, anscheinend den besseren Ständen augehörige junge Leute ein, setzten sich zu ihm ins Coupe, das er bisher allein benützt hatte, und begannen ein Gespräch; Lackner zog eine Zigarre hervor und brannte sie an. Seine zwei Genossen bekamen nun auch Lust zum Rauchen und baten ihn, falls er noch vorrätige „Virginier" besitze, ihnen solche gegen Bezahlung zu überlassen. Lackner bot ihnen hierauf vier Stück, wofür sie ihm 40 h in der höflichsten Weise entrichteten. Bald schmauchten alle drei, erzählten Neuigkeiten, Anekdoten usw., bis einer der Fremden zu Lackner sagte: „Weil Sie so freundlich und liebenswürdig gegen uns waren, werden Sie einen Schluck Kognak nicht verschmähen, gute, echte Ware, den ich Ihnen hiemit dankbar anbiete!" Lackner zog ebenfalls ein Fläschchen Sliwowitz hervor und gab den anderen zu trinken. Das war ihnen ein willkommener Anlaß, ihm noch mehr von ihrem Kognak auszunötigen. Bald aber empfand Lackner eine sonderbare Müdigkeit, gähnte, reckte sich und verfiel binnen kurzem in einen totenähnlichen Schlaf. Die beiden Begleiter nahmen nun eine gründliche Untersuchung seiner Kleider vor, entdeckten eine in der Weste eingenähte Brieftasche, schnitten das Tuch auf, bemächtigten sich des Inhaltes und suchten rasch das Weite. Als Lackner in Laibach erwachte, waren sie und mit ihnen seine Brieftasche mit 350 K längst verschwunden. Lackner, der offenbar ein Betäubungsmittel erhalten hatte, machte in Laibach die Anzeige und gab eine genaue Personsbeschreibung der beiden Gauner, die ihr Handwerk professionsmäßig zu betreiben scheinen. Bor allzugroßer Vertrauensseligkeit auf Reisen Fremden gegenüber sei aber eindringlichst gewarnt. („Laib. Ztg."; — (Auswandererwesen.) Wie verlautet, wird im Ministerium des Innern eine besondere Abteilung für das Ein- und Auswandererwesen ins Leben gerufen werden. — (Entwässerung und Bodenverbesserung der Kesseltäler in Krain.) Abg. Prof. Hrasky (früher Landesingenieur in Laibach) erstattete vor kurzem im Budgetausschusse des Abgeordnetenhauses Bericht über den Antrag, betreffend die Trockenlegung des Zirknitzer Sees und stellte folgende Anträge: „Die Regierung wird beauftragt zu veranlassen, daß über rationelle Entwässerung, Bodenmelioration und Wasserkraftausnützung der Jnnerkrainer Kesseltaler ein eingehendes Projekt ausgearbeitet werde." — „Die Regierung wird weiter beauftragt, den hydrographischen und hydrologischen Dienst im Karstgebiete, dem Wesen dieses Geländes entsprechend, zu organisieren und alle zur wissenschaftlichen Durchforschung desselben abzielenden Bestrebungen zu fördern, wie auch Studien über Wasserversorgung zu Bewässerungszwecken zu veranlassen." An der Debatte beteiligten sichre Abgeordneten Po ose, Dr. Schreiner sowie Regierungsvertreter Sektionschef Dr. Deutsch, worauf die vom Berichterstatter beantragte Entschließung angenommen und Abg. Hrasky zum Berichterstatter für das Haus bestellt wurde. — Es wäre wünschenswert, daß nicht bloß die Kesseltäler Jnnerkrains, sondern auch die von Unterkram (Bezirk Gottschee) in diese Aktion mit einbegriffen würden. — (Besitzwechsel. — Slowenisch-liberale Niederlassung) Ein slowenisch-liberales Geldinstitut hat vor ein paar Tagen das Haus des Herrn Gastwirtes Ernst Petsche auf dem Hauprplatze (Nr. 84) um 80.000 K käuflich an sich gebracht. Es Heißt, daß in dem genannten Hause eine slowenisch-liberale Vorschußkasse und ein großes Geschäft untergebracht werden sollen. Außerdem soll ein slowenisch-liberaler Advokat nach Gottschee kommen, der dort wohnen wird. Gerüchtweise verlautet, daß auch der Ankauf noch anderer Hausrealitäten in Gottschee — man nennt deren mehrere — von dem nämlichen slowenisch-liberalen Geldinstitute Seite 30. Gottscheer Bote — Nr. 4. Jahrgang V. geplant sei; insbesonders denke man an die käufliche Erwerbung noch eines weiteren Gasthauses und sei auch die Gründung eines slowenisch-liberalen Vereines in Gotlschee in Bälde zu gewärtigen. Die Aufregung über den oben erwähnten Hausankauf war in der Stadt keine geringe und machte sich abends in Pereatrnsen und bergt, vor dem Hause des Herrn Ernst Petsche Luft. Diese nachträglichen Demonstrationen nützen selbstverständlich nichts; man hätte den unerwünschten Hausankauf früher verhindern sollen, wozu, wie von einer Seite erzählt wird, auch Gelegenheit geboten gewesen sein soll. Von anderer Seite wird allerdings erzählt, daß Herr Petsche den Herrn, der als Käufer austrat, seinem Namen nach (Peruzzi) für einen Italiener gehalten und nicht gewußt habe, für welchen Zweck das Haus gekauft wurde. Während man also mit den Mitteln des rohesten Terrorismus gegen die Christlichsozialen, gegeu die Deutschen und Heimatsgenossen, kämpfte — gerade am Tage des mehrerwähnten Hausankaufes wurde im Pfarrhose ein Fenster eingeschlagen —, hielt der slowenische Liberalismus den Augenblick für günstig, um in Gottschee seinen Einzug zu halten und sich eines Bollwerkes zu bemächtigen, aus welches gestützt das liberale Slowenentnm in Stadt und Land Gottschee weitere Eroberungen zu machen hofft. Die liberalen Slowenen scheinen, trotz ihres sonst so leidenschaftlichen Gegensatzes zu den christlichsozialen Slowenen, wenigstens für Gottschee und die Stärkung ihrer Position in unserer Stadt, sich der Hoffnung hinzugeben, daß auch die christlichsozialeu Slowenen in den Gottscheer Dörfern und in den slowenischen Gemeinden des Gerichtsbezirkes sich für die geplanten slowenisch-liberalen Unternehmungen heranziehen lassen würden. Der Stadt Gottschee scheint nunmehr ein ähnliches Schicksal bevorzustehen wie der Stadt Cilli. Die Karnitschnigsche Politik: Zuerst gegen die „Klerikalen", dann gegen die Slowenen! hat gründlich Fiasko und Bankrott gemacht. Durch diese verblendete Politik steht die Stadt jetzt in Gefahr, zwischen mehreren Mühlsteinen zerrieben zu werden, iveuu nicht noch im letzten Augenblicke in klügere politische Bahnen eingelenkt wird. Oder will man nach den gemachten traurigen Erfahrungen auch weiterhin noch den Christlichsozialen durch Verhöhnung und Verspottung den Besuch der Stadt und ihrer Gasthäuser gründlichst verleiden und dabei das Waffer auf die Mühle derer treiben, die gewiß nicht im mindesten Bedeuten tragen werden, die nationalen und wirtschaftlichen Interessen Gottschees auf das empfindlichste zu schädigen. ■— (Weißtrainer Bahn.) Bekanntlich hat der Reichsrat für diese Bahn zwei Varianten in Aussicht genommen, entweder Rudolfswert-Möttling mit einer Abzweigung nach Tschernembl, oder Rudolfswert-Kumpmatel-Tschernembl-Möttling. Wie wir hören, ist mit der Trassierung dieser letzteren Strecke bereits begonnen worden. Für Gottschee wäre die Ausführung der Strecke Kumpmatel-Tscher-nembl-Möttling sehr wünschenswert, weil voraussichtlich an Kilometern erspart würde, welche Ersparungen der Strecke Gottschee-Tschernembl zugute kämen. — (Verbrecherische Roheitsakte.) Wie wir bereits berichtet haben, find in der Nacht vom 2. auf beit 3. Februar im Hause Nr. 87 mehrere Fenster eingeschlagen worben, uub zwar zuerst um 2 Uhr nachts und dann wieder um 5 Uhr früh. Da nämlich die Übeltäter um 2 Uhr sahen, daß nicht in dem Zimmer, wo sie ein Fenster mit Steinen eingeworfen hatten, Licht gemacht wurde, sondern in einem anderen, kamen sie gegen 5 Uhr wieder und warfen im Schlafzimmer mehrmals die Scheiben ein, offenbar in der Absicht, um die Schlafenden meuchlings zu treffen. Etwa fünf Steine, die ganz trocken waren, also von weiterher in der Sacktasche mitgenommen worben waren, würben in dem betreffenden Zimmer aufgefuuden. Ein Glück ist es zu nennen, daß niemand getroffen unb körperlich beschäbigt würbe. Den vereinten Bemühungen unb ber klugen Umsicht ber k. k. Genbarmerie, bes Herrn Stabtsekretärs Pornbsky unb ber stäbtischen Sicherheitswache gelang es, bie Übeltäter gleich am nächsten Tage ausfindig zu machen und zum Geständnis zu bringen. Es sind dies Josef Dürfeld und Heinrich Premier. Gegen die genannten Übeltäter wurde so- fort die gerichtliche Untersuchung eingeleitet und werden sich dieselben wegen Verbrechens gegen die Sicherheit bes Eigentums itttb des Lebens beim k. k. Kreisgerichte in Rudolfswert zu verantworten haben. — In der Nacht vom 13. bis auf den 14. Februar wurde neuerdings ein Fenster eingeworfen, und zwar diesmal im Pfarrhofe in der Wohnung des hochw. Herrn Dechanten. Die städtische Sicherheitswache hörte von ferne das Klirren der Fensterscheibe und sah zwei junge Leute eiligst sich aus dem Staube machen; in dem einen derselben wurde einer der bereits früher eruierten Übeltäter vermutet, der andere soll ein Haiidelsangestellter gewesen sein. Tief beklagenswert ist es, daß der politische Fanatismus — es , handelte sich dabei offenbar um rohe Gewalttaten gegen Christlich-soziale — nunmehr schon so entsetzlich entartet ist, daß er selbst vor Verbrechen nicht zurückschem. Das sind die Früchte einer seit vielen Monaten gegen die Christlichsozialen betriebenen Hetze, deren Herd allgemein bekannt ist. Es ist wahrscheinlich, daß die Übeltäter zu ihrer verbrecherischen Tat unmittelbar oder mittelbar von anderer Seite verleitet und angeeifert worden sind. Unsere Stadt hat durch die früheren Radauszenen, die hier monatelang gang , und gäbe waren, ohnehin an ihrem Rufe schon schweren Schaden gelitten; es ist wahrlich nicht not, daß ihr Ansehen in ber Öffentlichkeit noch mehr geschädigt werde. — (Wer hat in Gottschee völkische Schule gemacht?) j Dr. Karnitschnig war es, der deutschen Grund und Boden ankauste und ihn dann mit Profit an einen Slowenen verhandelte. m Die deutschvölkische Presse schwieg sein dazu und unsere völkischen Überdeutschen firn den auch nichts barmt auszusetzen. So hat er Schule gemacht; er hat in ber Stadt einen gelehrigen Nachahmer gefunben. Uns christlichsoziale Deutsche hat man ausgepfiffen und war dabei so blinb, baß man es nicht sah, wie hiebttrch beit liberalen Slowenen Tür und Tor, geöffnet warb, so daß sie jetzt' mit klingendem Spiel in die deutsche Stadt Gottschee entziehen. Unseren „Deutschvölkischeu" ein kräftiges Nazdarl — (Schroiubeloerftcheritngeit gegen bie Verweigerung des Eintrittes in Amerika.) Seit einiger Zeit wird den Ans- ß Wanderern nach beit Vereinigten Staaten, von Amerika von verschie-beiten Agenten empfohlen, sich gegen die Verweigerung des Eintrittes | in das Laub feites ber amerikanischen Einwanberungsbehörden versichern zu lassen. In einer an bie politischen Landesbehörden hinausgegebenen Information warnt das Ministerium des Innern vor solchen Versicherungen. Es weist darauf Hut, daß die amerikanischen Behörden die Versicherung gegen die Zurückweisung sehr leicht als eine durch die Einwanderungsgesetze verbotene Aneiseruug zur Einwanderung auffassen und den Einwanderer gerade deswegen zurückweisen könnten, weil er die Versicherung genommen hat. Auch wird bemerkt, daß in Österreich derartige Geschäfte nur unbefugt betrieben werden können und baß es sich baher häufig nur um Schwindelgeschäfte handelt, daraus abzielend, dem Auswanderer außer dem Betrage für die Schiffskarte noch einen weiteren Geldbetrag unter dem Namen „Versicherungsprämie" abzunehmen. —• (Elektrizitätswerk.) Das städtische Wässer- unb Elektrizitätswerk ist bekanntlich leibet noch immer passiv mtb es muß ber jährliche Abgang durch eine Subvention ber Sparkasse gedeckt werden. Der Verbrauch an elektrischer Kraft nimmt nicht in dem Maße zu, daß in nächster Zeit schon die Beseitigung des jährlichen Fehlbetrages, durch die Steigerung dieses Verbrauches allein erwartet werden kann. Es handelt sich also darum, die Betriebs-auslagen nach Möglichkeit zn vermindern. Vor ein paar Jahren dachte mau an die Einführung eines Dieselmotors, der gegenwärtig die billigste Betriebskraft gegenüber allen anderen Betriebsmitteln (Dampfkraft k.) darstellt. Allein die Anschaffungskosten sind etwas hoch. Vielleicht ließe sich in verhältnismäßig billiger Weise durch Einführung der Wolframlampe ein bedeutendes Stromersparnis (also auch Ersparung an Kohle) erreichen. Wie von tüchtigen Fachmännern versichert wird, beträgt bei Verwendung der Wolframlampe gegenüber der Kohlenfadenlampe die Ersparung siebzig Prozent. Auf Grund von Versuchen ist es dem Ingenieur Wilk ge- die- itttb orten mrbe farr-tische heibe i; in ilbel-sein. - es tlich-felbft : seit teren lbel-uon Strtbt 30119 oben fent= m nufte r Die lber= chule ib en. >abei enen öpiel uitq klus-chie- i itteS I ver- I aus- I ich en rben -mrch : cung iten; ß >n imen belt, 1 bie i Ber-isi Stek« muß deckt bem icheit er-ebs-hreu rrtig tteln was ! ntrch ruis I iach- mpe 5 ros ge« lungen nachzuweisen, daß eine Kohlenfabenlampe von 16 Kerzen biefelbe Stromstärke braucht wie eine Wolframlampe von 70 Normalkerzen. Wenn sich biefe Angaben bewahrheiten, könnte in Gott-jchee bitrch bie Einführung der Wolframlampen vielleicht ein so großes Ersparnis an Kohle erzielt werben, baß cnbtich bas Gleichgewicht zwischen Einnahmen ltnb Ausgaben hergestellt werden würbe. (Todesfall.) Am 15. Februar wehte am Gymnasial-. aebäude bie schwarze Trauerfahne. Es war von Innsbruck die betrübende Nachricht eingetroffen, daß Herr Johann Leis, k. k. Professor der VII. Rangsklasse, am 13. Februar nach längerer Krankheit im 53. Lebensjahre ans bem Leben geschieden ist. Der Verblichene wurde am 15. Februar in bie Familiengruft, auf bem Friedhöfe in Wilten (Innsbruck), zur ewigen Ruhe bestattet. Prof. Leis war früher Professor, bzw. Supplent in Wien und Triest gewesen und wurde im 2. Semester des Schuljahres 1900/1901 auf eigenen Wunsch an das hiesige Stantsgr)mnasium versetzt. Im Mai des Jahres- 1906 erkrankte er an einer Rippenfellentzündung, non bei: er sich nicht mehr ganz erholen konnte. Er war deshalb auch im Schuljahre 1906/1907 und im ersten Semester des lau» fenben Schuljahres krankheitshalber beurlaubt. Der Lehrkörper des Gymnasiums verliert in bem Verstorbenen einen wackeren, biederen Kollegen, die Schüler einen berufseifrigen, wohlwollenden Lehrer. Der Verstorbene war eine Zeitlang auch Mitglied der Stobt« gemeiitoeoertretung gewesen und erfreute sich wegen seiner gewinnenden Charaktereigenschaften und seiner Herzensgute der allgemeinen Wertschätzung. Ehre feinem Andenken! S, (B erberitzen »Rinde) und zwar bieJKmbe ober der Berberitzenwurzel sowie auch Berberitzen-Stamm-Rinde, beide separat gesammelt und getrocknet, kauft in jeder Menge die Firma Dr. Ernst Kumps in Villach. Bei Ausrottung von Berberitzeu-Stouden ist es daher sehr zu empfehlen, die Rinde zu sammeln und dann an die oben genannte Finna zu verkaufen. — (Schauderhafte Zustände in amerikanischen Fleisch-Konservenfabriken.) Aus dem soeben in dieser Woche erschienenen Referate von Roosevelt über den Fleischskandal entnehmen wir folgendes: „Überall, in allen Lokalitäten herrschte ein unsäglicher Schmutz. Die Fleischstücke, die gelöst werden sollen, liegen auf dem schmutzigen Boden. Die Arbeiter, welche dies oder jenes Stück brauchen, stoßen die Fleischstücke mit dem Fuß weg. Die Angestellten, welche von Hygiene und prophylaktischen Maßregeln keine Ahnung haben, spucken auf den Boden und nicht selten auf das .. . Fleisch . . So hat der Präsident der Vereinigten Staaten gesprochen und die Sozialdemokraten möchten uns mit so einem Fleisch füttern! Für so etwas bedanken wir uns bestens. . . — (Tadelnswerte Schul strafe.) Wir haben in Erfahrung gebracht, daß in einer Volksschule des Bezirkes sich der Mißbrauch eingeschlichen hat, leichte, kleine Disziplinärübertretungen durch Entziehung des von den Kindern von zu Hause mitgebrachten kargen Stückleins Brotes zu bestrafen. Diese Strafe mag ja von den betreffenden Lehrpersonen gut gemeint sein, ist aber nichtsdestoweniger im Grunde eine. Grausamkeit. Die Kinder müssen nach einem frugalen Frühstück einen Weg von mehreren Kilometern zum Dchul-orte. zurücklegen und bekommen nichts mit als ein trockenes Stück Brot, um zu Mittag den quälendsten Hunger — ein Kind ist ja immer hungrig ^, zu stillen. Das Kind ist ja eigentlich schon dadurch gestraft, daß es kein ordentliches Mittagmahl hat. Nimmt man ihm aber noch den Bissen Brot vom Munde, den es mitgebracht hat, wie kann man dann verlangen, daß es mit knurrendem Magen noch an den Nachmittagsunterrichte mit Interesse teilnehmen kann! Es gibt ja doch andere Strafen genug, man braucht nicht gleich zu so' barbarischen zu greifen. — (Viehversicherung.) Es gibt Viehversicherungen nach dem Vereinsgesetze vom Jahre 1867, nach dem Gesetze von 1852 und nach dem Genossenschaftsgesetze. Diese setzen jedoch alle einen großen Kreis von Teilnehmern voraus und die Verwaltung ist etwas kompliziert. Eine ganz einfache und überall nach Pf. wen leicht durchführbare Art der Viehversicherung hat unlängst der B: nernbund für den Gerichtsbezirk Loitsch beschlossen. Nach längerer Beratung einigte man sieh bei der Ausschnßsitzung am 18. Dezember v. zz. dahin, daß eine ganz private Viehversicherung nach Pfarren, bzw. eine Vereinigung zur gegenseitigen Unterstützung bei Vieh-Unglücks-fällen ins Leben gerufen werden solle. Wenn einem Mitgliede des Bauernbundes ein Rind verunglückt, so werden in der Pfarre für ihn von allen Bauernbundmitgliedern der Pfarre kleine Eutschädignngsbei-träge gegeben. Jeder Vieh besitzen hat nämlich, wenn einem ein Rind verunglückt ist, so vielmal 20 Heller zu geben, als er Rinder im Stalle hat. Verunglückt ein Kalb von V» bis 1 Jahr, so gibt jeder Viehbesitzer ebensovielmal 10 Heller. Der Beitritt zu dieser privaten gegenseitigen Unterstützungsvereinigung hat bis längstens 15. Jänner zu geschehen; gezwungen wird hiezu niemand. Niemand darf im gesamten einen höheren Entschädigungsbeitrag bekommen als zwei Drittel des Wertes des zugrunde gegangenen ViehstückeS. Es ist auch jedem freigestellt, seinen Entschädigungsbeitrag zu leisten oder nicht. Selbstverständlich bekommt einer, der die Leistung eines Entschädigungsbeitrages verweigert, auch selbst nichts, wenn ihm ein Vieh umsteht. — (Schweinezucht.) Die Schweinezucht wird infolge der bei der Bevölkerung Krains immer mehr wachsenden Erkenntnis der Einträglichkeit dieses Zuchtzweiges in stets größerem Umfange betrieben. Gegenwärtig werben Schweine auch in solchen Gegenden des Landes, in denen vordem Schweine nicht gezüchtet, sondern zur Mästung von auswärts eingeführt wurden, gezüchtet, so insbesondere in dein Bezirke Gvttschee und in dem Gerichtsbezirke Weichselburg des politischen Bezirkes Littai. Es ist, wie versichert wird, Aussicht vorhanden, daß auch in diesen Gebieten des Landes in absehbarer Zeit der Bedarf an Futterschweinen durch eigene Zucht wird gedeckt werden können. Für die Hebung der Schweinezucht wurden im Jahre 1907 in Krniu durch die k. k. Landwirtschaftsgesellschaft 138 Zuchtschweine, und zwar 66 Zuchteber und 72 Zuchtsäue, angekauft. Hiefür wurden 7112 K 96 h verausgabt, wovon aus Staatssubventionen 3448 K 86 h und durch die Landwirte 3664 K 10 h beigetragen wurden. Bis vor etwa 15 Jahren deckten der Bezirk Gottschee und auch andere Gegenden in Krain ihren Bedarf an Futterschweinen bekanntlich fast ausnahmslos aus Kroatien. Die kroatischen Schweinehändler kamen mit Herben von jungen Schweinen zu uns und machten da die besten Geschäfte. Im Laufe der Jahrzehnte sind so Hnnderttansende, ja Millionen von Kronen aus Krain nach Kroatien hinübergewandert. Seitdem in Kroatien andauernd die Schweinepest herrscht, hat der Ankauf kroatischer Futterschweine fast gänzlich aufgehört. Unsere Leute kaufen sie jetzt gewöhnlich aus den Märkten in Rudolfswert, Pettau u. dgl. Da aber auch dorthin nur zu oft Schweine aus verseuchten Gegenden eingeschmuggelt wurden, drohte die Gefahr der Einschleppung der Schweinepest beständig unserem Bezirke. Nun ist durch den Ausgleich mit Ungarn aber ein besseres Viehseuchen-Übereinkommen geschlossen worden, das zum Schutze unserer Reichshälfte hoffentlich auch strenge ge» handhabt werben wirb. Wir werben also voraussichtlich von der Schweinepest künftighin ziemlich verschont bleiben. Gegen den Schmuggel helfen freilich auch die besten Gesetze nicht viel. Am besten wäre es also, wenn in jedem größeren Dorfe sich, entsprechend dem Bedürfe, mehrere mit der Schweinezucht befassen würden. So bliebe das Geld auch hübsch im Bezirke und in der Gemeinde, während jetzt noch immer Taufende und Tausende von Kronen in fremde Bezirke wandern. Witterdorf. (Trauungen.) Am 20. Jänner wurden Joses Erker Schulleiter in Pvllaudl, und Josefa Herbst ans Mitterborf Nr. 11; am 22. Jänner Adolf Braune, Hausbesitzer und Gastwirt in Gvttschee, und Maria Perz, verwitw. Hausbesitzerin aus Wmdisch-dors Nr. 31; am 2. Februar Alois Grebien, Südbahnbediensteter in Laibach, und Maria Krauland aus Windischdorf Nr. 56 getraut. — (Gemeinde und Kirche.) Zu den fast 4000 K, welche für das hiesige Pfarrkircheugebäude in den letzten fünf Jahren auf-gewendet wurden, steuerte die Gemeinde als solche im ganzen den geringfügigen Betrag von 500 K bei. Die Kirchenvorstehungen : suchen eben, so weit es nur irgendwie möglich ist, lieber im Wege freiwilliger Sammlungen den laufenden Kirchenbedürfnissen gerecht zu werden, umso mehr, als in jedem Gemeindeausschnffe auch Leute sitzen, die jeden Kreuzer für die Kirche als überflüssige Ausgabe ansehen und nebstbei nicht müde werden, in cinemfort auf den vollen Klingelbeutel hinzuweisen, obwohl der Klingelbeutel gerade von solchen Leuten am allerwenigsten spürt. Eine Inanspruchnahme der Gemeinde ist aber manchmal nicht zn umgehen. So war es in letzter Zeit bei uns. Die Mitglieder des Gemeindeausschusses überzeugten sich persönlich davon, daß die Kirchendachrinnen neu herzustellen seien und mich das Turmdach frischen Anstrich verlange. Bei der am 6. Juni 1907 abgehaltenen Gemeindesitzung wurde in Gegenwart des Herrn Pfarrers beschlossen, daß die Beschaffung von Rinnen gleich, der Turmanstrich aber 1908 durchzuführen sei. Einen Teil der Kosten übernahm die Kirchenvorstehung. Die Herstellung der Rinnen sollte im Wege einer Lizitation vergeben werden. Was geschah aber? Die Lizitation wurde zwar gemeindeamtlich verlantbarr, es fragten sich vorher schon Spengler an und machten ihr Angebot; am Tage der Lizitation fand sich ein Spengler ans Lienfeld ein und trotzdem rooJTte das Gemeindeamt die Arbeit nicht iibergeben. Es war augenscheinlich, daß man absichtlich das gegebene Wort nicht einlösen wollte. Unter solchen Verhältnissen Mieb nichts übrig, als daß die Arbeit vom Psarramte übergeben wurde, weil sonst das Mauerwerk der Kirche noch weiteren Schaden erlitten hätte und der Pfarrer in erster Limite für die Instandhaltung der Kirche verantwortlich ist. Die Arbeit wurde solid ausgeführt und auch der Turm gleich gestrichen. Letztere Arbeit sowie die Kosten der Dachreparaturen übernahm die Kirche zur Begleichung. Die Gemeinde sollte die Kosten der Rinnen per 505 K 40 h übernehmen. Als der Pfarrer aber dem Gemeiudeansfchuffe am 27. Dezember vorigen Jahres die Rechnungen behufs Flüssigmachung des letzteren Betrages übermittelte, lehnte die liberale Majorität alles rundweg mit der leeren Ausrede ab, die Kirche möge ihr Stammvermögen zur Begleichung hergeben; auch bewillige man nichts, weil die Arbeit nicht im Lizitationswege vergeben wurde. Nun wußten zwar alle, daß die Jahreszinsen des kleinen Stammkapitals zur Deckung der inneren Kirchenbedürfnisse unbedingt nötig sind; auch wußten alle, daß die Arbeit nicht vergeben wurde, weil man sie eben nicht vergeben wollte; trotz alledem sucht man jetzt die Sache so darzustellen, als ob der Pfarrer schuld sei. Ja, Hatte er denn den löbl. Gemeindeausschuß etwa demütig Bitten sollen, oder Hatte er vorerst die heilige Versicherung geben müssen, bei der nächsten Gemeindewahl rot zu wählen? Loschirr. (Scharlach.) In Kostern, wo diese Krankheit zuerst und sehr stark aufgetreten war, ist sie jetzt als erloschen zn betrachten. Gestorben ist keines der Kinder, obwohl manche schon recht übel dran waren. Dafür ist die Epidemie jetzt in Nenloschin eingezogen und sind gleich zwei Kinder nacheinander an derselben gestorben. Wöü'andk. (Firmung.) Die kanonische Visitation und Firmung finbet heuer hier am 28. Juli statt. Götlemtz. (Unglücksfälle.) Anfang d. M. wollte der Verwalter der Dampfsäge in Kaltenbrunn, Franz Dakoll, den Apparat der Karbid-Beleuchtung anfüllen; Hiebei kam er mit einer Öllampe zn nahe an den Behälter, weshalb sich dieser entzündete. Durch die hervorbrechenden Flammen erlitt Dakoll mehrere Brandwunden im Gesichte und an den Händen. — Am selben Tage wurde auch ein Arbeiter bei der Säge verletzt. Die Verletzungen sind zum Glück in beiden Fällen keine schweren. — (Die Gegner der Raiffeisenkasse) bringen ob mangels vernünftiger Gründe gegen dieselbe unvernünftige vor, so z. V., daß jedes Mitglied sich der Gefahr eines viermonatlichen Kerkers ausfetze. Mit solchen Ungeheuerlichkeiten sucht man die Leute vorn Beitritte abzuhalten. Moroliitz. (Aus der Gemeindestube.) Über allen Wipfeln ist Ruh, nur bei uns scheint der holde Friedensengel nicht einkehren zu wollen, denn in der Gemeindeftube gehen fänderbare Dinge vor sich. Legen da gleich sieben „freiheitliche" Ausschußmitglieder ihre Mandate nieder, ans dem einfachen Grunde, weil sie mit; unserem Herrn Pfarrer, der für unsere Gemeinde schon mehr getan hat, als sie alle zusammen, nicht mehr an einem Tische für das „Wohl" der Gemeinde arbeiten wollen. Das „Wohl" der Gemeinde besteht aber nach der Ansicht dieser „Männer" (Manneswort ist Manneswort, auch wir huldigen dieser Meinung) darin, daß sie nach Belieben ans Kosten der Gemeinde in die Stadt fahren oder die Jagd selbst pachten und dadurch die Gemeinde um 250 K schädigen. Um ihrem Schildastückchen die Krone aufzusetzen, widerriefen diese für das „Wohl" der Gemeinde so sehr begeisterten Männer ihre Resignation und wählten einen Mann zum Gemeindevorsteher, der nicht einmal im Ausschüsse war. Was sagt dazu der Vertreter im Volksrate? Ja, fürwahr, so arbeitet man nicht für das Wohl einer Gemeinde! Alltag. (Sammlung.) Alois Kiukopf hat für unsere freiwillige Feuerwehr in Amerika eine Sammlung veranstaltet und 80 K eingefendet. Deu besten Dank ihm unb beit einzelnen Spendern. Mosel'. (Die Jesuiten spuken) dem Hans Jonke im Kopse. Am 1. Februar ist, wie allgemein bekannt, der König von Portugal mit seinem Sohne von Anarchisten, dem Lehrer Buiea und Handlungsgehilfen Costa, erschossen worden, das ist von Leuten, die keinen Glauben haben und nicht bloß Gott hassen, sondern auch die königliche Gewalt, die von Gott stammt, abschaffen wollen. Der Mordplan soll in allen Einzelheiten iit einem Kaffeehaus, in dem Republikaner, Sozialdemokraten und Anarchisten verkehrten, verabredet worden feilt. Alle politischen Parteien nicht bloß in Portugal, sondern in der gesamten zivilisierten Welt verdammen so ein Verbrechen, nur bie Sozialbeinokraten, die anarchistischer Gesinnung sind, beloben die Königsmörder. Davon scheint Hans Jonke gar nichts zu wissen, ihm spuken nur die Geistlichen, die Jesuiten im Kopfe herum, deshalb planscht er beit Leuten vor, bie Jesuiten siitb schuld am Köuigsiuorde. Manche glauben es wie jede Verleumbung gegen bie Geistlichen. Nicht bie Geistlichen sittb schulb, sonbent die Regierung selbst, welche bie Kirche nicht nur nicht beschützt, sondern dieselbe sogar zu unterdrücken sucht. In Portugal haben bie liberalen Ministerien schon seit Jahren eine kirchenfeindliche Politik betrieben und fo den Revolutionären und Anarchisten in die Hände gearbeitet. Die Kirche lehrt Treue und Gehorsam gegen die geistliche und weltliche Obrigkeit. Der AttarchosozialismuS aber will Gott und alle Dynastien vom Throne stürzen. Dazu wird Revolution und Mord benützt. Nach der fixen Jbee bes Haus Jonke müssen aber nicht Anarchisten, fottöern Jesuiten die Schuldigen sein. Am 6. Mai vorigen Jahres ist Hans Jonke auf einer Hochzeit gewesen mit mehreren anderen. Auf der Hochzeit in Kana Galliläa waren alle Hochzeitsgäste „Jesuiten", denn alle haben au Jefum geglaubt und ihn geliebt. Auf der Hochzeit in Mosel haben sich aber die Hochzeitgäste wie „Jesuwider" benommen. Jesuiten, Missionäre, die in Altenmarkt Volksmission abgehalten hatten, fuhren gerade am selben Tage durch Mosel. Und man kommandierte die Hochzeitsgäste, die Jesuiten, die niemandem ein Leid zufügen, auszupfeifen und zu beschimpfen. Es scheint, daß dem Hans Jonke seitdem bie Jesuiten immer im Kopse spuken und Tag und Nacht keine Ruhe geben! Wie weit wird ihn die fixe Idee, daß die Jesuiten an allem schuld sind, noch bringen, wenn er Anarchisten mit Jesuiten verwechselt!? — (Politische Ernüchterung.) Den Möslern ist von Moritz Karnitschnig & Comp, gepredigt worden, sie würden alles erhalten, was sie benötigen, denn der Fürst brauche beim Kaiser nur ein Wort zu sagen, so werde gleich geholfen. Nun, da der Fürst in der Eisenbahnfrage für das Gottscheer Unterland sich nicht bewährt hat, fühlen sich die Leute gewaltig enttäuscht. Dazu kommt noch der Umstand, daß die Städter sagten: „Was braucht Ihr drunten eine Bahn und die Stabt hat Schaden!" Die Leute erkennen nun, daß man sie nur bei der Wahl braucht, sonst aber für sie nichts tut. Selbst im Gasthause des Herrn Hans Jonke ist man Über beit Fürsten losgezogen unb einer vom Bekenntnisse des Notars Karnitschnig machte sogar ben Vorschlag, man solle gegen ben Fürsten Haus Unterschriften sammeln, daß er abdanke. Auersperg, du hoher Herr I erem wird's dir noch gehen! Siehst du nicht die Möseler gegen dich ohl" "^^^Wjedermösek. (BesitzWechsel). Johann Hutter von Otter« ffteht ^,aca Nr. 7 kaufte am 30. Jänner von Matthias Stange! Nr. 23 meg: Haus und Grund um 11.750 K. Be- v Lschermoschllitz. (Die Firinung) und kanonische Visitation fagb «n5el heuer auch bei uns statt, und zwar wird der hochwürdigste igen. Lrr Fürstbischof zwei Tage bei uns verweilen, nämlich am 29. dlese ;fnb 30. Juli. ihre Auterkag. (Sterbefälle im Monate Jänner.) fin vergan- > der neu Jahre waren in unserer Pfarre nur 15 Sterbefälle zu verzeichnen, L' im jm Mnrnte Jänner des heurigen Jahres sind jedoch schon 5 Personen einer qe?torbcn. Als erstes Opfer holte sich der Tod die Katharina Kobe von Gereut; am 8. Jänner 1907 wurde dieses Kind zur Taufe frei* gebracht, am 8. Jänner 1908 zu Grabe getragen. Am 14. starb und Margaretha Wogrin von Ramsriegel und 3 Tage darauf folgte ihr fern, jm £obe jhre Schwester Maria. Die beiden waren Zwillingsschwestern, opse. I Wgren an einem Tage geboren und sind in einer Woche gestorben; mgal fie erreichten das schöne Alter von 83 Jahren. Am 19. starb Michael innb« Zjdar von llnter-Wilpen. 77 Jahre alt. Der traurigste Sterbefall die ereignete sich jedoch am 26. Da starb Margaretha Jakowaz geb. auch Stand ach er von Hrölin. Man schickte mit die Hebamme nach Vonvillen. schloß, die aber wegen Krankheit nicht kommen konnte; die Hebamme dem ü0it Unterlag erfuhr den Fall zu spät. ES ist schwer für die Leute redet jg so entlegenen Ortschaften wie Hrölin. Die Verstorbene hinterläßt ident siiitf kleine Kinder, deren Vater im Spital krank darnieder liegt. nur „Wem hinterläßt Du Deine Kinder?" fragte eine Nachbarin die Arme, it die "Gott!" war die kurze, aber vielsagende Antwort, issen, " Audokfsivert. (Kaiser Franz Josef-Spital in Kandia.) rum, cv Fo.hre 1907 wurden tut Kaiser Franz Josef-Spitale der Barm- 1 am demgen Brüder in Sattbia 1986 Kranke in 36.521 Verpflegsiegen jagen behandelt. Von diesen wurden 1264 (67'05°/o) geheilt, 464 Re- (24-62 5 o) gebessert, 95 (5'04°/o) ungeheilt entlassen, 62 (3'29 /o) ident starben, 101 verblieben. Ohne Tuberkulose und Altersschwäche die wurden 70‘98°/o geheilt und nach Abzug von 34 heilbaren Fällen, olitik joelche wegen Ablehnung der vorgeschlagenen Behandlung das Spital änbe oerließen ‘ 3'23% ungeheilt entlassen. Gestorben sind nach Abzug leist- von 5 sterbend überbrachten 3 01°/°. Jeder Kranke befand sich will durchschnittlich 18"38 Tage in Verpflegung. Täglich ivurden durch- ation schniitiich 10Ö'06 Kranke verpflegt. Operationen wurden im ganzen üssen 494 vollzogen; 440 Operierte wurden geheilt, 14 gebessert, 6 starben Am ltnb 34 verblieben in Behandlung. Dem Glaubensbekenntnisse nach oesen waren von den 1900 im Berichtsjahre 1907 aufgenommenen Kranken mrett iggz Katholiken, 33 Griechisch-Unierte, 3 Griechisch-Orientalen und ,aubt p christlicher Kommunist. 1700 stammten aus Kram (aus Unter- c die kratn 1474), 86 aus Kroatien, 37 aus dein Küstenlande, 35 aus die Steiermark usw. Aus dein 14. Jahresberichte des Krankenhauses, : am das sich bekanntlich eines vorzüglichen Rufes erfreut, ist ersichtlich, teits- : daß der Konvent der Barmherzigen Brüder in Kanvin mit den eisen verhältnismäßig bescheidenen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln idem viel zur Linderung des Elendes und zum Wohle der leidenden keine Menschheit geleistet hat. Den edlen Wohltätern, insbesondere dem niten krainischen Landesausschuffe, der Krainischen Sparkasse, den ver- Je- ( schtedenett Borschußkassen, Gemeindevorstehungen und einzelnen L-a-nitätsdistrikten, die Unterstützungen gewährten, wird im Berichte der von wärmste Dank ausgedrückt. Dein bestverdienten Leiter des Kranken- ackes Hauses, Herrn Primarärzte Dr. Peter Defranceschi, der als Arzt leiser und Operateur bekanntlich einen ausgezeichneten Ruf genießt, gebührt i der volle Anerkennung. — Bei dieser Gelegenheit machen wir darauf nicht aufmerksam, baß die zur Aufnahme sich meldenden Kranken unmt stets die nötigen Belege (Heimatschein, Arbeitsbuch voer dergl.) Ihr mitzubringen haben. Altersschwache und unheilbare Kranke inten können wegen Raummangels nicht ausgenommen werden, lichts Salzburg. (Christlichsoziale Fortschritte.) Unsere Chr„t- c den lichsozialen hier arbeiten fleißig an dein Ausbau ihrer Organisation. Kar- Wie überall in Österreich, wird auch bei uns täglich das schwarze trsten Gespenst „Klerikalismus" öffentlich aufgeführt, um die Furchtsamen arufelit zu ixxcict)cxi- Süd füitn über bü<5 liitciitwgtr ^ort)erretten der christlichsozialen Bewegung nicht anfhalten. Die großen Massen -versaminlnngen gegen den „Klerikalismus" haben trotz der Hetzreden eines Hoensbroech, Kirchsteiger, Glöckel, Seitz usw. keinen Erfolg gehabt. Das Volk, auch das liberal gesinnte, ist der ewigen Hetzerei gegen die Kirche überdrüßig, es sieht die Fortschritte der Christlichsozialen und befreundet sich mit diesen immer mehr. Ihr in Gotisches habt, wie wir hier ganz gut wissen, einen schweren Stand, hauptsächlich wegen der Roheit und politischen Unbildung Eurer Gegner. Aber harret aus! Es werden auch für Euch Tage der Freude, der Genugtuung und des Triumphes kommen; denn die gute christliche Sache muß bei einem christlichen Volke, das vielfach nur irregeführt und schlecht unterrichtet ist, doch endlich zum Durchbruche kommen. Je schwerer der Kampf, desto größer das Verdienst, desto herrlicher einst der volle Sieg! __________ Genossenschaftswesen. Gottschee. (Aintslokal.) Der nächste Amtstag (Donnerstag am 20. d.) wird bereits im neuadaptierten Amtslokal (Pfarr-hofgebäude, Erdgeschoß, erste Türe links vom Haustore) abge-halteu werden. Das gewölbte, geräumige Zimmer ist vom Malermeister Herrn Wolf hübsch ausgemalt worden, mische mit L-chalter rc hat Herr Tischlermeister Novak zur vollstenZufrievenheit hergestellt und auch die Aufstellung der eisernen Kasse besorgt. , . — (Wahl des Aufsichtsrates.) Am 12. Februar (and im Gasthause des Herrn Anton Kresse in Schalkendorf eine außerordentliche Hauptversammlung des Spar- und Darlehenskaffen-vereines für die Pfarre Gottschee statt. Zu derselben erschienen fast sämtliche Genossenschaftsmitglieder. In den Aufsichtsrat wurden durch Zuruf gewählt die Herren: Dechant Ferdinand Erker als Obmann, Matthias Klaritsch aus Grafenfeld als Obmann-Stellvertreter und Johann ©amide aus Klindorf. . ' Witterdorf. (Vollversammlung.) Unter sehr zahlreicher Beteiligung fünb cun 18. b. M. eine Vollverscumnlung unseres Dpnr-uub Dürlehensküssenvereines statt. Eingelüben hiezu wurden alle ohne Unterschied der Partei. Obmann G. Petsche berichtete über die bisherige Tätigkeit der Kasse. Oberlehrer G. Erker hielt daraus einen ausführlichen, klaren Vortrag über den großen Nutzen der Raiffeisenkassen für den Bauernstand. Pfarrer I. Eppich beleuchtete einige der gegen die Bauernkassen vorgebrachten Bedenken und Zweifel In den Aufstchtsrat wurden dann die Herren. Rlatthiay Merz der Ältere aus Softem Nr. 47; Johann Kump aus Kerndorf Nr? 10; Josef Perz aus Ort Nr. 8; Josef Knaus aus Obrem Nr. 14 und Matthias Steiner aus Windischdorf Nr. 18 einstimmig gewählt. Dreizehn weitere Besitzer traten bei dieser Gelegenheit der Kaffe als Mitglieder bei. Uessel'tal'. (Hauptversammlung.) Am 16. Februar l. f. fand die erste Vollversammlung des hiesigen S>par- und Darlehens-kassenvereines statt, die trotz der ungünstigen Witterung gut besucht war. Der Obmann Herr Andreas Meditz eröffnete mit einer Ansprache die Versammlung, woraus vom Schriftführer Herrn Pfarrer Schauer der Rechenschaftsbericht erstattet wurde. Demselben entnehmen wir folgendes: Die bisherigen Einnahmen an sechs Amtstagen betrauen K 13.189'76; der gesamte Umsatz beläuft sich auf K 26.137‘49. Jm ganzen wurden 34 Spareinlagen (darunter beträgt die kleinste K 3-48 die größte K 2780) gemacht. Der Verein zählt 32 Mitglieder Bei der Wahl des Änfsichtsrates wurde mittelst Stimmzettel gewählt die Herren: Johann Jonke, Besitzer in Nesseltal Nr 14 zum Obmann; Johann Jonke jurn, Besitzer in Schaflein Nr 7 zum Obmannstellvertreter; Johann Schneller, Besitzer >n Nesseltal Nr. 7; Josef Köstner, Besitzer in Büchel Nr. 5, und Andreas Kump, Besitzer in Büchel Nr. 3. August Agnola, Laibach Wienerstraße 13 neben „Figawirt“ empfiehlt sein großes Lager von Glas, Porzellan, Steingut, Bilder, Spiegel, Goldleisten, Lampen und sonstige in dieses Fach einschlagende Artikel. Besonders empfiehlt er sich zur Anfertigung von Kirchenfenstern mit Kunstverglasungen und Glasmalereien in ornamentaler und figuraler Ausführung. Kostenvoranschläge auf Verlangen gratis. DM-- Übernahme aller Art Reparaturen. °WW Wir geben die traurige Kunde, daß Maria (Mn geb. Barteime von Klindors Nr. 17 am 23. Jänner, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, in Cleveland gestorben ist. Der Herr gebe ihr die ewige Ruhe! ioßnnn Herdin, Gatte. Johann Herdin, Sohn. Gertrud Martekme, Mutter. Matthias, Johann, Josef, Kranz Martet'me; Hertrud SCrfjittlief geb. Martekme; Josefa Loretitsch geb. Aartctmc Geschwister. Magdalena Wartekme, Tante. Seite 34. Gottscheer Bote — Nr. 4. Jahrgang V. ■ i- Dez Jjiir Mstei ganzjal halbjä! jiir Ame gauzj»! ijiir das: - ganzjä! Briefe o! werden ni Manuskri c W ländliche Berpflan ein Rese erstattet, werden, führte ai sitzungen eigentlich sind ßegi bevölkert bringend Beträge, werden I und jeiu jetzt abg ersparten etfenfaffe rasch zu verlegen! stellt sich bessernng städtische Nachbar! Pie Z