LaibllchNMMtmlg. <^.-M 6>^/» Pränumerationsftrei«: Im Comptoir gaiizj. »»6 t* /^^^I. si- ll, h^lbj. fl. 5.5N. Mr die Zuslclluua ins Han« ^^H.. f»,^^I. halbj.50lv. MitdcrPost ganzi.fi. ,5, halbj.fl.?.SN. Mittwoch, l2. December Nns«,tion»glbüh» bi« l«^,ilen: imal 60 !r., "I ^)/>/» «m.«0l»., 3m. 1 s!.;sonst P».^eill Im. N lr.,2m.8ll., ! ^AH»H 5m. lo lr. u. s. >v. ^>is«tic>i!sstc!ilpel icdcsm. 30 k. -^ ^ " "^ Hmllicher Weis. «??c. k. l. Apostolische Majestät haben folgendes Allerhöchste Handschreiben an den Bürgermeister von Vrliim allcrgnädigsl zn erlassen geruht: Lieber Bürgermeister Dr. Gislra! In Aucrtcn« uuug des loyalen Sinnes und der palriolischcu Hal> tnng, wclchc das bewaffnete Vürgcrcorps der Haupt« stadt Meiner Marlgrafschaft Ntährcu während der feindlichen Occupation an den Tag gelegt hat, so wie in Würdigung seiner Verdienste um Anfrechlhaltuug der Nlihc und Ordnung ertheile Ich demselben als Zeichen des Vertrauens lind Meines kaiserlichen Wohlwollens von mm an das Recht, in aller Zukunft, während Meiner oder der Anwesenheit eines Meiner Raäifolger, in der Laudcshauplsladt Brünu gleichzeitig >uit dein Militär die Äurgwachc zu beziehen. F^ievoi« wollen Sie geeignete Mittheilung machen. Schönbrnnn, 6. December 1866. /ran.; Joseph in. p. Richtalnlsicher Theil. Laibnch, 12. December. Wir haben gestern die Aussichten der inneren Politik Oesterreichs erörtert. Welldeu wir heute Miseren Blick der auswärtigen Politil zu. In dieser Beziehung begegnen wir in der „Weser Ztg." Andeutungen, von welchen die „Wiener Abcndpost" con-statirt, daß sie im wesentlichen den realen Verhältnissen zu entsprechen scheinen. Der Artikel geht zunächst von der Thalsachc auö, daß das staatsrechtliche Verhältniß zwischen Oesterreich und Dcnlschland gelöst sei; an dtsscn Stelle sei nunmehr ei» lediglich völkerrechtliches getreten. So schwer auch die Deutschen Oesterreichs diesen Wechsel empfinden mögen, so würden sie gleichwohl so wenig wie irgend ein Ministerium in Oesterreich gegen denselben an« lämpfeu wollen. Auch für Norddenlschland seien neue Verhältnisse herbeigeführt, dcrcn Regelung nnd Schlich« tung die Vollskraft dort vollanf in Anfpruch nehmen wcrdc Was Oesterreich anbelange, so habe es zwar der Präger Frieden ans dem staati,rcchllichcn Bnndcs. Verhältnisse ausgeschieden; was er jedoch dem Kaiser, staatc nicht nehmen konnte, das sci der deutsche Zng, dcr — eine Folge tcmscndj'ihrigcr Geschichte und unvc» lümmelt durch die NallonalitäleiMNppirung — dnrch das ganze Staalswcsc» geht. Deutsche Cultnr und deutscher Sinn halten i» Oesterreich viel zu tiefe Wurzeln geschlagen, hätten sich, die Eigenart so mancher nicht-deutscher Volksthümlichleit absoibircnd, zu fest um die elementaren Bestandtheile des Donaureichcs geschlungen, als daß irgend jemand Oesterreich zumnthcn lönule, alles, was an ihm dcnlsch ist, mit einem Schlage abzustreifen, die Tradition, Abkunft, Slammverwandtschafl zu vergessen, sich und die Vergangenheit völlig zu verleugnen. Wohl sci Oesterreich darauf hingewiesen, die einzelnen Nationalitäten, die es birgt, in dcr freien EntwicklM'g ihrer Individualität zu unterstützen, abcr selbst diese Pflicht lönnc es feine» ciiltlirhisturlschen Charakter nicht ad-strcifcn heißen. Und die Beziehungen zn Preußen bc. treffend, sei zu hoffen, daß die ruhige politische Erwä« Nung hüben und drüben fruchlbarcu Boden finden und die Ueberzeugung reifen werde, daß es im eigenen Inter, esse liege, die Interessen dcö Nachbars nicht zu durch« kreuzen. Anders, führt der Artikel fort, gestalte sich das Verhältniß Oesterreichs zu dcm Deutschland dcS Südens. Schon von Natur ans durch Ncligiou, Abstammung ">'d gleichartiges Wcseu an einander geknüpft, werden die Deutschen Oesterreichs immer mit imiigcr Sympathie an Süddculschland hangen. Aber anch die Sorge um dic eigene Sicherheit läßt cs für Oesterreich höchst lviwschenswcrlh erscheinen, daß zwischen ihm und dcm "ordischcn Bunde eine unabhängige uud doch beiden Theilen nicht entfremdete Gruppe sich bilde, welche Mhigcufaliö die Nolle des Vermilllcis zu übcruchmeu Nttignct und bereit sci, jedenfalls abcr dcr Wcstgre»zc dcr Monarchie eine ungefährliche Nachbarschaft bitte. Dcr Waffenstillstand von Molsburg mache es für Oesterreich zu einer Unmöglichkeit, daran zu denken, je "l ein staatsrcchllichcö Verhältniß zu diesen bciocu Gruft-^n zu treten. Um so lebhafter wcrdc jedoch der Kaiser« staat bemüht sein, dnrch Handels, uud Zollvcrträge, durch freisinnige Institntioncn uud conslitutioncllcS 3te- LM,.sich, diesen Vtaalcugruppcu zu nähern, zu assinu. lircn. Die Friedensschlüsse von Prag und Wien haben abcr auch noch andere Eonsequcnzen nach sich gezogen, die, so trüb sie auch der Augenblick gestalten möge, in vieler Beziehung für Oesterreich von einem Vortheil werden löimtcu, dcr dcu erlittenen Verlust beinahe zu eompcnsircn im Siande wäre. All' dcr verwickelten Fragen dcr aus. wärtigcn Politik, welche so drückend anf der Monarchie lasteten, hat sie sich nunmehr eutlcdigt. Für Oester« reich gibt es keine deutsche, lcinc italienische Frage mehr, cs hat von Prcußcu, hat vou Frankreich, von Italien nichts zu fürchteu, ist abcr auch nach keiner Seile hin cngagüt. So kann es denn dic Politik der freien Hand iu vollstem Maße übcu. Von niemandem bedroht uud niemanden bedrohend, braucht es niemandes Allianzen aufzusuchen; es kaun mit voller Objectiuität in einer ^implication sich dcr Wahrung dcr eigenen Interessen widmen, da ihm nach keiner Seile hin biudcudc Rück-sichtcu auferlegt sind. Enropa hat uoch immer ein wal> res Interesse daran, daß iu seinem Herzen eine Groß« macht bestehe, von dcr mau gcwiß "sein lcnm, sie uie» malS aggressiv gcgeu deu Frieden nnd das VerlragSrccht vorgehen zu sehen. Und sollte ji cinc Macht in die Umstände kommen, die Allianz Oesterreichs für suchcnö. werth zu erachten, so wird cs an derselben sciu, das Interesse Oesterreichs zu capacitiren. Oesterreich steht mit einem Wortc auf dcm Boden dcr Iulercsscnpolitif, Wie ruhig aber auch Oesterreich dcm Gange dcr aus« wä'rtiglu Politik zusehcu könne, um so eifriger müsse es darauf bedacht sein, sich jm Innern zn consolidircn. In dieser Beziehung wcrdc das Schwergewicht auf die ungarische Frage gelegt und das zunächst entscheidende Wort aus dcmMuudc des ungarischen Landtags erwartet. Die „Wiener Abcudpost" findet das Wichtigste dicscr Andcutungeu, welche sie im wcscullichen für richtig zu halten Gruud hat, in dcr Betonung der friedlichen Aufgaben dcr österreichischen Politik. Wenn cS noch cineS weiteren AclcgeS bedürfte, welch einen tief greifenden Einfluß das Zustandekommen des Ausgleiches mit Ungarn auf die eonsliln' tionelle Gestaltung unserer inneren Verhältnisse üben dürfte, so würde hierüber nachstehende Aeußerung der „Wiener Abcndpost" lins aufklären, wclchc in Bczng auf eine Bemerkung des „P. Naplo" iu Betreff dcr Nothwendigkeit einer Mi n i sl cro e ra u t w o rt l i ch-keit sagt: Es kauu natürlich nicht unsere Absicht sein, hier die Principicnfragc zu discntircn, welchen Emflnß cinc parlamentarische Versammlung auf den Gang dcr aus« wältigen Politik zn übcu bcrufcn ist. Die constitutio< uclle Theorie uud die conslitutionellc Praxis der vor« gcschriltenslcu Lander hat diese Frage längst abgewogen nnd in einem Sinne festgestellt, dcr den Bcdülfnissen dcr Krone nnd des Volles iu gleicher Weise entspricht. Auf alle Fälle abcr dars Act dauon genommen werden, daß „P. Naplo" sich^so unzweideutig »nd in so erfreulicher Wcisc sür die Schöpfung gcmciusa m er verfassungsmäßiger Institnlioncn ansspricht, deren Nothwendigkeit auch in den Vändcrn diesseits der Lcilha ancrlannt wird. Denn ohne Zweifel könnten doch nur solche Institutionen dic Interessen dcr 33 Millionen, wie „Naplo" will, zum Ausdruck bringen, ohne Zweifel nur solche das Princip dcr M i n i st e rv cr a u t-wort lichte it, welches das ungarische Blatt so sehr betont, zur Wahrheit machen. 9. Sitzung dcs klllinischcn Landlages am 10. December. (Schluß.) Der Laudcöausschuß berichtet übcr dcu mit VandtlMbcschlnß vom 1. Februar 1.^() erhaltenen Auftrag, auf Grulid der sorgfältig zn sammclndcn gcnaueu statistischen Erhcbungcn, Eiuvcruehmung vou Sachvcr> ftändigcil und Einholung des Gutachtclls dcr ucu con-stituirtcu Stadt- uud Vaudgcmciudcvcrlreluna.cn in (5r-wägung zuziehen, wclchc Acndcruugcu dcr ^ an d cs ordnun g und Landtagöwahlordnung zur gcdcihlichcu nnd vollen Eutfaltnug dcs constitutioncllcn ^cbcns, zur Kräftigung dcr durch das kaiserliche Wort sanctianirtcn Van-dcöautonomic uud zur Förderung dcr gcisligm und materiellen Wohlfahrt dicscö Hcrzogthumö überhaupt noth-wcudisj uud crsftricßlich siud. Dicsenl ^andtagöbcschlussc iit scincm gauzcn Uui-fauge uachzutonilucil, hielt dcr Laudcöauöschuß für ciuc Aufgabe, zu dcrcu Lösuug seiuc Kräfte um so weniger ausreichen konnten, als zwischcu dcr letzten uud dcr jetzigen Session mir ciu kurzcr Zeitraum abgelaufen, dcr jedoch für dic österreichische Mouarchie vou dcu vcr-hiwguißvoilsteu (ürcignisscu begleitet war, und bei dcr allgcmciu bcdräugtcu ^agc dcö Staates auf die allseitige uud gründliche lärwäguna. der angeregten Fragen ciucu hciumcudcu Einfluß ausübte. Aendcruugcu vcstchcndcr Landcsverfassuugcu scicu nur luit großer Vorsicht, uach vorhcrgcgaugcuer reiflicher (Erwägung vorzllnchmen. Zlir gerechten allfeitigcu Würdigung einzelner Bestimmungen stehe schließlich'das maß-gcbcudc Votuul der siewunneucn Erfahrung zu, wclchc jedoch bci dcr zur Ncige gehenden crstcu Wahlperiode kaum als ciu bcwährtcr Prüfstein anzusehen ist. Ferner war uicht außer Acht zu lassen, daß die bevorstehcuden Ncformcu iu dcr Vchaudlung dcr qcmciu-samcu Augclcqcuhciteu dcs Gcsammtstaatcö auch für dcu Umfang dcr Auwnomic dcr ciuzclucu Köuigrciche ulid ^äu-dcr vou großcui Einflüsse sciu wcrdcu. Landcsvcrfassuugeu uud Ncichsvcrfassuug wcrdcn bci jcdwcdcm gcsamultstaatlichcn Ausbailc sich viclfältig berühren uud iu ciuauder übergreifen, daher dcuu auch bezüglich dcr crstcrcu uicht immcr das specielle Iutcressc dcs Vaudcs, soilderu die gcsammtstaatlichc Wohlfahrt als luaßgebend anzuschcu sci. Erhcischcu schon dicse Nücksichteu eiuc Bcschräiltuug der oblicgeildeu Prüfung, so mußte mau bci dcr Samm lunsj dcs statistischcu Ntateriales der Ziclc sich klar sciu, wclchc zu vcrfolgcu mau beabsichtigte. Aus diesen Rücksichten glaubte dcr ^andcsauöschuß iu Ucbcrciustilmuuug ulit der vom Herru Ailtragstcller Dr. Costa iu der 21. Sitzung am 27. Iäuucr l. I. gclcgcutlich der Bcqrüuduug sciucs Nutra^s ausgcspro-chencu Absicht, kciucswcgs eiuc priucipielle Acudcruua, dcö gauzciu Systems, soudcrn zumal bci der ^audes-wahlordnuug uuv cine theilwcise Rcforinirlli'.g, ciu gc-rechtcrcs lind richtigcres Verhältiliß ill dcu cinzclucu Bestimmungen im Auge bchaltcu zu sollcu. Dic vom Vaudesauöschussc besorgte Zusammcustcl-lnng der statistischcu Uebersichten, die auf'dcu Tisch dcS Hauses niedergelegt wcrdcn, geschah auf Grnndlagc dcr iu den Wahlnctcu und Gcl.leindeU'ahIlislcu vorlommcudcu Daten und dcr von der k. k. Fiuauzdirectiou gcliefcrtcu Auowcife dcr Steucnwrschreibuugeu ilach dcu vcrschicdc-ucu Bezirkcu. Dic ^tädtc uud Märkte des Landes wurdcu uach deu Rubrikcu dcr Vorschrcibung au dirccteu Stcucru, der Häuscr^ uud Eiilwohucrzahl, dcr An;ahl dcr für dic ^nndtagswahlcu Berechtigten, uach deil pcrsöulicheu Ei-geuschaftcu uud uach der Steuerzahlung, sowie uach dcr Abstufung der Stcnerzahlcudcu durchgeführt. Die vorszclMucu Matcrialicn botcil dciu Landeöaus-fchusfc Gclcgcuhcit zu folgcndcu Wahrncymuugeu: 1. Dic Wählerlisten dcs Gwßgruudbesitzes weisen bei dcu crstcu Landtagswahlcu 101, bei dcr Wahl im Jahre 1^6ö 112 uud bci deu jüngsten Ncuwahlcu 126 Wahlbercchtigtc aus. Dic Zahl dcr Gruudbcsitzcr iu gan; Kraiu, welche jährlich au ordentlicher Grnndstener sammt Drittelzuschlag mehr als 100 st. zahlen, beträgt I2!>, während dic or-deutlichc Gruudstcuer ohne Drittclzuschlaa. uur bei 1l>0 Orllndbcsihcru iu ganz Kraiu uichr als 100 st. übersteigt. Nach dcr chcmaligcu Krciseiuthcillmg des Maudes enfalleu vou dieseu 1!>, auf Iuucrkraiu 5)4. 2. Dic Euric dcr Städte uud Märkte wählt 10 Abgeordnete, wovou 2 auf die Haudcls- uud Gcwerbc-kammcr, 2 auf dic Stadt ^aibach lilld (> auf dic übri» gcu Städte uud wahlbcrcchtigtcu Vl"ärktc cutfallcu. Iu Kraiu siud 14 Städtc uud 19 Märt'tc. Vou deu lctztereu siud liur Adclsberg, Obcrlaibach, Ncumarktl uud ^)leifuiz iu dic städtischcu Wahlbezirke ciilbczogcu wordcu, währclld die übrigen 15 Hiärtte ihr Wahlrecht zugleich mit deu Lauda,cmciudcu nuöübeu. 3. Die Stadt Idria mit 45>N9 Eiilwohncru hat uach Vnibach die größte Vcvülkcruuq, steht jedoch mit ihrer Steuervorschrcibuug vou 2085) fl. 92 kr. den Städtcu Oottschce, Krainblirg, !^ack, Nudolfswcrth und dcu Märt-tcu Adclsbcrg^Obcrlaibacl), Planiua und Zirkni; uach. 4. Dic ^tadt Eteiu zählt im dritten Wahllörpcr 302 Gcmcindeaugchörigc, welche vou dcu ^audlaaMah-lcu gauz ausgcschlosscu'sind; vou diesen zahlcu au jähr-lichcu dircctcu Steuern zwei: 20 bis 30 si., 54: 10 bis 20 fi., 246: uutcr 10 si. Iu dcu zu demselben Wahlbezirke bczogcucu Ort-schaftcu )iculuarktl uud Raduiauusdorf übcu jcuc, Gc- 1888 mciudeaugehörigc, dic mehr als zehn Gulden Steuer" zahleu, das Wahlrecht bei Landtagswahlen ans, ja sogar in der Stadt ^aibach sind unr zwei Steuerträger zwi-' scheu 10 und 20 fl. vondcnLanotagswahleu ausgeschlossen. Dieses Aiißucrhältniß erscheint nin so mehr greller, wenn man in Betracht zieht, daß in einzelnen Wahl-, bezirken der Städte nnd Märkte anch Personen, die ^ unter 10 st. Steuer zahlen, an den Landtagswahlcn theilnehiuen, so z. V. im Wahlbezirk' RudolfSwcrth 172, in, Markte Obcrlaibach 90 solcher Wähler. Der Wahlbezirk Rudolföwcrth, die Städte Rudolfs-werth, Gurkfcld, Laudstraß, Mottling, Tschcrucmbl und Wcichsclburg umfassend, übertrifft die übrigen Wahlbezirke der Städte und Märkte mit Ausschluß vou Laibach sowohl an Vcuölkcruug, als an Stcucrzahluug bcdcutcud und hat nur ciucu Abgcorductcu zn wählen. 6. Von den Märkten, die nicht in die städtischen Wahlbezirke ciubezogeu wurden, siud die bedeuteudcrcu: Nasscufuß, Planiua, Seiscubcrg, Seuosctsch, Wiftpach uud Zirtuiz; sie befiuden sich sämmtlich im Gemcindc-verbandc mit einzelnen benachbarten Lnndgemcindcn. 7. In dem Wahlbezirke Adclsberg zeigt sich ciu auffalleudcs Htißvcrhältuiß zwischen dcu Wahlbcrechtig-teu des Nlarktcs Obcrlaibach und jenen vou Adelsbcrg und Laas. Nach den Landtagswahlacteu entfallen anf Obcrlaibach 104, auf Adelsbcrg 70 nnd auf Laaö 52 Wahlberechtigte; die Wählerliste uou Obcrlaibach weist 90 Wahlberechtigte ans, die weuigcr als 10 fl. zahlcu, wäh-rcud iu Adelsbcrg der geriugste Steucrbelrag, welcher zur Wahl berechtigt, 10 si. ist und auch in Laas nnr 3 Wahlberechtigte weniger als 10 fl. Stener zahleu. Der Gruud dieser Uugleichmäßigteit liegt iu dem Umstände, daß die für die Gemciudcwahl Berechtigten des Marktes Oberlnibnch nur zwei Wahltörpcr bilden, wodurch mehr Wähler für die Laudtagswahlcu sich er-gebcu, als bei der Bilduug vou 3 Wahltörpcru, welche das Entfallen fämmtlicher 00 Wähler, die nntcr 10 si. Stencr zahlen, zur Folge gehabt hätte. Zur entsprechenden Regelung dieses Mißverhältnisses für die Zukuuft ist noch weiters zu berücksichtigen, daß in den Wählerlisten von Oberlaibach nunmehr auch die nen hiuzugctretcue Untcrgemeinde Vcrd in Zuwachs cr-schciueu wird. 8. Uuter den ländlichen Wahlbezirke!! steht jener von Nndolfswerth die Bezirke Äludolfswerlh, Laudstraß, nnd Gurkfcld umfassend, in einem argen Mißverhältnisse zu dcu übrigen Wahlbezirken, indem er bei einer Scclcu-zahl von 48.949 Seelen nud bei eiuer Steuervorschrci-bnng von 143.423 fl. nur e i u e u Laudtagsabgeordueleu wählt, währeud iui Wahlbezirke Umgcbuug Laibachs nnd Obcrlaibach zwei Landtagsabgeordnete anf5)0.743 Seeleu nnd 134.040 fl. Steuer nnd in dem Wahlbezirke Gottschce Ncifuiz.Großlaschitz ebenfalls zwei Abgeordnete auf 44.844 Seelen nnd 73.73!» si. dircctcr Steuern cut' fallen. 9. Bei dem unverkennbaren Uebergcwichte der rin-zelucu Wahlortc gegenüber der in den nämlichen Wahlbezirk cinbezogcueu Märkte nnd Städte fcheint im Interesse der möglichst freien Ausübung des Wahlrechtes die Auflösuug einzelner großer Wahlbezirke in mehrere kleinere uud ciuc eutsprcchcudc Gruppiruug der eiuzclncu wahlberechtigten Complete dringend geboten zn sein. Eine mit dein praktischen Bedürfnisse im Einklänge stehende Bertheilung der nen zu bildeudeu Wahlbezirke kann jedoch erst dann erfolgen, wenn die neue politische Eiuthciluug des Laudes stattgefuudeu habeu wird. Mit dieser wird uothwcudig ciuc Trcnnnng der Grnppc Idria nud Wippach, eben so eine Auflösung der Gruppe Treffeu vor sich gehen müssen. Die Einbeziehung der Stadt Stein zur Gruppe Neumarktl-Radmauusdorf ist dem ohnehiu im Vergleiche zu dcu bcideu lctztereu geschmälerte!! Wahlrechte Steins sehr abträglich. Die ferucre dem Laudcsausschusse obgclegcuc Aufgabe: die Eiuholuug des Gutachteus der Stadt uud Land-gcineindevertrctnngen tonnte bei dein Umstände, als letztere sich erst vor Kurzem coustituirt habeu nud im allgemciucu bei den kleineren Laudgcmeindcu eiu richtiges Verständniß für derlei Fragen uicht vorausgesetzt werdeu kann, nnr thcilwcise gelöst werden. Der Landcsausschuß glaubte sich auf die Vertretungen der Städte uud Märkte bcschräutcu zu sollen, zumal letztere mit dcu augrcuzcndcn Laudgcmeindcu zu größeren Eomplcrcn sich vereinigt haben. Uebrigcns scheinen in dieser Frage weniger die particulärcu Wüuschc einzelner Gemeinden, sondern vielmehr die geographische Lage, der verschiedene Bildnngsstand der Bevölkerung, die Handels- und Gewerbesteuer- und Bcvölkcrnngsvcr-hältuifse der einzelnen Laudesthcilc maßgebend zn sein. Die von den einvcruommcueu Gemciudcu bisher ciugclnugten Gutachten enthalten ciu sehr schätzbares Matcriale für die cutsprechendc Vösuug der wüuscheus-werthen 9tcfonucu der Laudcoorduung nnd Landtags-wahlordnnng. Die ansgcfprochcncn Wnnschc lassen sich in ihrem Wesen anf folgende Punkte zurückführen: 1. Die Ncintcgriruug Kraius uach scincu chcmali' gen Grenzen luit Eiubcziehuug der später in Görz m,d Istricu einverleibten Landeöthcile; 2. Vermehrung dcr Zahl der Lnndtagsmilglicdcr-. 3. Verkürzung der Mandatsdancr von 6 Jahren, auf 3 Jahre; 4. freie Wahl des Laudcshaufttmauus durch deu Landtag. 5. Ausdchnuug des Wirkungskreises des Landtages in Betreff dcr politischen Lauoesvmvaltuug, iu Schul-uud Untcrrichtsfragen, insbesondere bezüglich dcr Volts-schnlc. 0. Aufhcbuug dcs Vcrbotcs des Verkehrs des Landtages mit anderen Landcsvcrlretungcn. 7. Ausdehnung des Wahlrechtes des landtäflichen Großgrundbesitzes auf deu nicht laudtäflicheu Gruudbcsitz, welcher an Gruudsteucr uiiudestcus 100 si. cutrichtet. 8. Berechtigung dcr Gemeinden zn Wahlen in der Elassc des Großgrundbesitzes, falls sie ein landtäfliches Gut mit der entsprechenden Steuerqnotc befitzeu. 9. Feststellung eines richtigeren Verhältnisses in dem Wahlrechte der Städte und Märkte, nnd zwar: a) Erhöhung dcr Abgeordnctcn dcr Stadt Laibach von 2 auf 4; d) Wahrnng dcs Wahlrechtes der Stadt Idria; o) Abgesonderte Wahl je eines Abgeordnctcn dnrch dic Städte Krainbnrg nud Lack; ä) Behebung dcs in dem Wahlbezirke Neumarktl Rad- mannsdorf-Steiu bestehenden Mißvcrhältuisses, wor- uuter das Wahlrecht der Stadt Stciu verkürzt wird; l>) Wahl eiucs Abgeordneten durch die Städte Rudolfs- werth, Laudstraß, Gurtfeld, ciucs zweiteu Abgeord- netcn dnrch die Städte Mottling nnd Tschcrnembl, und Zuweisung dcr Stadt Weixclbnrg zur Gruppe Gottschee-Reifniz; s) Einbeziehuug der jetzt übcrgaugcucu Märkte Planiua, Zirtuiz uud Scuosctsch iu die Gruppe dcr Städte nud Äiärkte; ^) Vcrtretuug dcr Moutau-Iudustrie Kraius durch eiucu Llbgeordueteu in der Elasse der Städte nnd Märkte. 10. Auflösung der größeren Wahlbezirke der Land gemeinden iu kleinere uud Vermehrung der bezüglichen Abgeordnctcn. 11. Einführung der directcn Wahlen bei den Landgemeinden. 12. Ausdehnung des activen Wahlrechtes nnd dessen Gleichstclluug mit jcueui bei Gemeiudcwahlcu. 13. Ausdehuuug des Wahlrechtes mittelst Voltmacht. 14. Ausdehuuug des passiven Wahlrechtes, Herabsetzung des Erfordernisses von 30 Jahren anf 24 Jahre. 1:',. Beschränkung der Anoschließuugsgrüude dcs H 18 der Laudtagswahlorduung iu eiuer, dcu eoustitutio ncllen Anschannngcn mehr cutsprcchcudeu Weise. 16. Wahleu mittelst Stimmzettel. 17. Ausdchuuug dcr Begünstigung dcs ß 54 dcr Laudlagswahlorduuug auf die zweite Wahlperiode. Da durch die iu dieser Session eingebrachte Regierungsvorlage , bctrcffeud die Abäuderuug der Laudtags-wahlorduuug, den: hierüber gewählten Ausschnffe Gelegenheit geboten ist, mehrere dcr obcn angcdcnleten, init dcr neuen Geincindcordnnng im Zusammenhange stehenden Reformen in das Bereich seiner Berathungen zn ziehen, so wäre eine abgesonderte Autragslelluug bezüglich der-sclbcu uicht zweckeutsprecheud. Außcrdeui haudelt es sich im vorliegcudeu Falle um die Beurtheilung, ob dcr jetzige Zcitpuukt zur Beschluß fassuug über die beautragleu Abäuderuugeu der gceiguete sei, uud es köuntcu erst uach Beautwortuug dieser Vorfrage weitere Auträgc gestellt werdeu. Die allseitige eiugcheudc Würdigung aller hiebci obwaltenden Umstände kann jedoch nur durch eiucu möglichst zahlreichen Ausschuß, iu welchem die vcrschiedeueu Iutcresscu ihre Vertretung fiudcu, geschehen. Dcr Laudcsausschuß stcllt dvmuach dcu Autrag: Dcr Laudtag wolle dicseu Bericht uebst den Beilagen dcui bereits wegeu Aeudcruug dcr Landtags-Wahlordnung eingesetzten Ausschüsse zur Berathung nnd geeigneten Antragstellung überweisen." Au dcr Tagesordnung steht weiter dcr Vcricht des Finanzausschusses übcr dm R cch u un g s absch l u ß des GruudcutlastungSfoudeS Pro 1865. Dcr FinanzanSschuß beantragt: 1. Dcr Rechnungsabschluß dcö kraiuischeu Grund» cntlastungSfoudcs werde bezüglich dcr reclleu Gcbah-ruug mit deu Eiunahmcu pr. . 831.491 fl. 33'^ kr. und mit dcu Ausgaben vr. . 939.189 „ 50^ „ sowic mit dcm Cassa-Abgauge pr. 107.098 fl. 17 kr. genehmigt. 2. Dcr uach dicscm NcchuuugSabschlussc sich her« ausslcllendc Vermögensstaud wcrdc mit den Aclivrücl. stüudcn pr.......8,089.047 fi. 20'^ lr. uud mit dcu Passivrückstän« dcu pr. ...... . 9.476.669 „ 28 „ sohin mit dem schließlichen Passivum pr...... 787.022 si. 7'/, lr. als richtig anerkannt. — Wird angenommen. Nachdem somit die Tagesordnung erschöpft ist, verliest dcr Herr Präsident dic Tagesordnung der nächsten Sitzung, die auf Donnerstag dcu 13. Dc« cember l. I. bestimmt wird, -- auf welcher folgcudc Gegeuständc stchcu: 1. Bericht dcs Finanzausschusses iu Aclrcsf dcr Kanzleiuc!stdci)ü»stigtcu Naliou iu Ilalicu Vertrags» mäßig vollen Anspruch hat. Wcuu dcm östcrrcichischcu Hendel de»Ulich diese Behandlung zur Sluudc uicht cingcräulnt worden sein sollte, so muß das lcdisslich ciucm unrichligcu Vorgaugc vou Seite der italicuischcu Ez'ccutivorgauc zugsschricbcn werden, uud cs sind auch deshalb vou hier ans dic cindriuglichslcn Vorslcllnngcn au dic königliche Regierung iu Florenz acrichtct worden, welche -- wir dürfen nns dessen nach verschiedenen uns ;uge^angcucn Audcntuua.cu versichert hallen — durchaus uicht bcnbsichligcu kcmu, dem Art. XXI des Friedens« ucrtragcs ciuc andere Dcuttmg -,u gebcu, als dicjcuigc, welche in seinem klarcu Worllautc ausgcsprochcu ist und uou dcu Ix'irclseitigcn Vcoolllnächtigtcn beabsichtigt war. Oeslencich hat seinerseits im Art. 15 des Vertrages vom Iahrc 1851 erklärt, daß „wenn in Znkuuft die kaiserliche Regierung andcrcu Staate» Zollcrmäßignnncn oder Rückerstciltuugcu oder audcrc Bcgüustiguugcu für dio Waarcu'Ein-, Aus» odcr Durchfuhr hiusichtlich dcS Verkehrs aas t^cm Seewege nüt> namcullich übcr dic Frcihäfe» odcr übcr dic Zollliuie zwifcheu dcm lombar-disch'ucncziaüischcu Königreiche und dcu audcrcu italienischen Slaalcn bewilligen sollte, alle diese Ermäßign»^ gen, iltuckcistallunaen odcr Begünstigungen von selbst uud uncutgclllich Sardinicu und sür den Vcilchr üdcr dic östlrrcichisch'sardiuischc Grcuzc wcrdcu bewilligt wer-dcu." Die kaiserliche Regierung hat btrcils zn Aufaug dieses Jahres diese Bestimmung dcS Vertrages auf daö ganze Königreich Italien ausgedehnt; sie ist aber auch uud hat dicS soeben ausdrücklich erklärt, nicht ciurn Augenblick darüber iu Zwcifcl geblieben (worüber bisher namentlich in Italien cin Mißocrsläuduiß obgewaltet zu haben schciut,) daß nämlich dcr Art. XXI dcs FricdcuSucrtragcö dem Königreiche Italien den Anspruch anf d>c Behandlung ccr mcislbcgüiisliglcn Nation sichert nnd d^'ß die Bestimmungen dcS oslcrlcichlschcuglischcu Vcrlrcigcs und folgcweise uuch dic anf Zollsätze bezüglichen Bestimmung i! dcs östencichisch zollucreinsländi-schcn Vertiagcs vom 1. Iäuncr 1867 an aus dc» italieni« schcn Handcl volle Anwendung zu fiudcu habcu. Ebcnso ll'crdcn die Stipnlalioucu dcr gegenwärtig iu Verhandlung stehendcu Verträge uiit Frankreich, deren raschem Abschlüsse c>llc Sorgfalt zugcweudci wird, weil dcm österreichischen Hcmdcl dic ans dcusclbcu zu hoffenden bcdculendcn Vortheile gesichert werden sollen, sofort nach ihrer Actmiinng nnf Italleu Anwendnug siudeu. Dic österreichische Handelswelt mögc sich übrigens vcrsichert halle», daß dic kaiserlichen Ministcrien dcS Acnßcru uud des Handels die großc Bcdcntuug dcö iiulicnischcu Älürttcs vollkommen zn schätzcu wissen, nnd daß sic eS als ihre nächste und wichtigste Anfgabc crtcuncu, dic Verträge, welche unsere commcicicllen Beziehungen zn Italicu definitlo regclu sollen, anf der liberalsten Gumd-lagc uud iu dcr raschcstcu Weise zum Abschlüsse zu briugcu. — 9. Dcccml'cr. Die „Wiener Zeitung" schreibt: Dic „Kreuz'Zcilnug" bringt eine Wiener Correspondent dcr zufolge dic Broschüre: „l^>8 >>IIil'»crl' i!!i^!«4l!,ii-l.ii!!,''!' !!<» i»!li^^^rll^^«!^ von dcm laiscrl. östcrrcichi^ scheu Hcrru Ntiuistcr dcs Acnßcrci' Frcihcrrn o. Bcust nach Rum au Se. Heiligkeit dcu Papst und au del' Eardinal Antunclli geschickt worden wäre uud dieselbe sowohl im Valieau, als vou der österreichische!! Votschaft zu Rom alo oaS wirtliche Programm dcS Ministers v. Äeust augcschcu wcrdc. Wir habcu uuS bereits wieder^ holt darüber ausgesprochen, daß die Broschüre iu tciucrlcl Beziehung zu der k. t. Regierung slchc, uud fügeu mil noch dic übrigens selbstverständliche Notiz hinzu, dap auch dic obigen Angaben gänzlich aus dcr Lnft gt" griffen sind. — 9. Dcccinbcr, Die "Debatte" schreibt: Trotz dcr anthcntischcn Dementis haben es mehrere iu- uN" ausländische Blätter in den letzten Tagen nicht unterlassen töuucu, ihrcu Leseru Nachrichteu allarmireud" Statur ilber r u s s i s ch e uud ö st e r r e i ch ischc T r n p^ pcnbewcg un g cu vorzusetzen. Von sehr glaubwü^ 1889 diger und comftcteutcr Seite ist uns nun gestern ans Lcmbcrg folgendes Tclcgrautm zngegangen: „L cnibcrg, 8. Dcccinbcr. Nach Versicherung von Kaufleuten, welche den lebhaftesten Verkehr mit Rnßland nnlerhalten, ist weder an der rnssischcn noch an der österreichischen Grenze anch nnr die geringste Spnr von Trnpvenbcwc-gnngen zn bemerken. Die entgegengesetzt lautenden Nachrichten einiger Wiener Blätter findet man hier unerklärlich." Anch der hcntc ansKratan eigctroffenc „Czaö" setzt den allarmircndcn siachrichten die positivsten Dementis entgegen, uuo läßt sich hoffen, daß, znr allgemeinen Vcrnhignng, die nnbcgründctcu Gerüchte bald ganz verschwinden werden. — Der Herr Slaatslninisler Graf Gclcredi hat in daS ihm ubcrrcichtc Vnch der Ehrenbürger der Stadt Ücmberg folgende Worte eingetragen: „Für die ehrenvolle AnSzcichnnng, daß die Landcshanptstadt mich für würdig hielt, in den Kreis ihrcr hochachtbaren Vür« gcr cinzntrclcn, sage ich meinen innigsten Dank. Die wohlwollende Theilnahme für meine Bestrebungen, dic frenndlichc Anerkcunling, daß ich daö Gerechte will, sic sind mir von hohem, ja doppeltem Werthe in so schwerer, drangvoller Zcil. Allein nicht blos danlersülltcn Herzens, sondern anch mit dem ernsten Bcwnßlscin der Pflicht trete ich unter meine Mitbürger: um die Wohlfahrt der Gemeinde nnd ihrcr Bewohner stctS znm Zielpunkte meines Handelns zn machen. Wien, 18. November 1866. Richard Vclcredi." Uusland. Hannover, 8. December. Graf Kiclmanöcgge, Commandcnr der Cambridge-Dragoner, wnrde wegen Anffordcrnng derUnterosficicre, nicht in preußische Dienste zu treten, nach Minden abgeführt, Amtman Reiche wnrde snspcndirt. Das Gonvcrncmcnt hat dem Finanzdcpar-teinent aufgetragen, die Compelenzen der hannoverischen Officicrc bchnfs deren Pcnsionirnng vom 1. Jänner l.^07 ab festznstcllcn, da weiter kein Gehalt gezahlt wird. Gera, 4. December. Anf Befehl dcS Fürsten ist hier cine die Wahl eines Abgeordneten znm norddent» schcn Parlament betreffende Ministerialbclanntmachnng erschienen, anS welcher ersichtlich, daß dag Fürstcnthnn, Nenß j. L. einen Wahlkreis für sich bildet, während man früher der Meinung war, e3 werde mit Ncnß ä. ^. zn cinciu solchen verbunden werde«. Eouderöhauseu, 4. December. Die Gesetzsamm-lung veröffentlicht daö Wahlgesetz für den Reichstag des norddeutschen BnndcS. Nach demselben bildet das Fürsttnlhnm einen Wahlkreis, welcher einen Abgeordneten wählt; die Wahlbezirke, Wahldircctorcn nnd daS W>lhl< verfahi cn, soweit cö nicht dlirch daS gegenwärtige Wal)l» gesctz festgestellt worden, werde» vom Ministerium näher veslumnt wcrdcn. Italien. Wie das Giornale di Navoll erfährt, haben"'viele Icsnitcn sich von Rom nach Malta, Spanien nnd Frankicich begeben; verschiedene dein Orden angehörende Wcrthgcgcnständc, unter andcrm anch die geheimen Ordcnsarchwe, wnrdcn nach Marseille in Sicherheit gebracht. Eö geschieht dies alles im Hin« blick anf die in Rom bcoorstclicndc» Ereignisse. Pari. scr Blätter veröffentlichen allerlei Angaben über ein Abkommen, dnrch welches die italienische Rcgiermig dem Papste seinen jetzigen Besitzstand garantircn wnrde. Die verschiedenen französischen Trnppcncorpö, welche Von Civitavecchia nach Tonlon gcbracht wcrdcn sollen, haben znsammcn einen Cfftctivsland van 397 Off'cie. leu und 6546 Mann mit 650 Pferden; die Ueber-schiffnng derselben wird von sechs Dampfcrn besorgt. — Die „Unitü Caltolica" gibt folgende Notizen Wer den gegcnwärtigcn Bestand der päpstlichen Armee. Das Linicurcgimcnt ist 2500 Mann stark, das Zuaucn« bataillon zählt jetzt 2000 Mann und soll in ein Nc« lliutent lnit 2 Bataill. verwandelt wcrdcn. Päpstliches ^ä^erbataillon 1000Mann; Fremdcnjägcrbataillo» 1000 ^iann, 2W0 Gendarmen, 2 Schwadronen Dragoner ">>t ungefähr 300 Mann und eine Ersatzschwadron. Drei Feldbattcrien von je 8 Gcschützcn, eine Coin» ftagnic Genietruppen, 800 Mann GainisonStrupven und endlich die Autilieslcgion mit 1000, und später 1200 Nlami. Außer dem Waffcnmimslcr, General Kranzlcr, bcfilidcu sich noch drei Generale: Kalbcrmalten, Zappt lmd Dc Courlen iu päpstlichen Diensten. Die Artil» lcric wird commandirt von Obeist Lopez, die Drago-Ner von dem Stabömajor Marches: Leprl und die Gen« barmen von Oberst Bosi. St. Petersburg, 8. December. Ein kaiserlicher Ukas fulgcndcn Inhaltes ist erschienen: Die Acte des Zwischen Hofes haben znm Abbinchc der Bezichnn-Ncn zur russischen Negicrnng geführt; demzufolge haben ble Conventionen von 1847 nud die besonderen Ueber« cinlommcn in Bezug auf die Verwaltung der katholi. scheu Cnltnsangelcgcnhcitcn in Rnßland ihre ganze bin ?ende ssraft verloren. Diese Angelegenheiten sollen künftig 'u dcn WirkunMreiS der zn diesem Zwecke cinges.tzcn "Chorden und Institntioncn, dcn Grundgesetzen des Kaiser ^>chs und deö Königreichs Polen gemäß, zurückfallen. Kairo, 6. December. Die Adresse, mit wcl-Her die Volksvertreter die Throurcde dcS Vice« lblugil beantworten, lobt die gegenwärtige Verwaltung ^ud fl-cut sich darüber, d^iß der Sultan über göttliche "ingcbnng die dircclc Erblichkeit zugestanden habe. Diese Maßnahme sei der beste Schntz für die Ruhe Egyp» teus und die größte Gewähr für dcsscn Znlunft. Die Adresfc dankt dem Vicelönig für die Einsetzung der Na< tionalvcrfammlnng, deren von erleuchtetem PalriotiSmns und aufrichtiger Ergebenheit beseelte Berathungen zur öffentlichen Eintracht nnd zum Gedeihen des Bandes beitragen werden. Die Adresse ruft die Segnungen ^ deS Himmels auf den Vicclönig und seinen Sohn herab. Locales. — Die Casinodirection veranstaltet heute Abends 8 Uhr in ihren Vercinslocalitätcn für ihre Mitglieder einen Gesell» schastsabend, wobei die hiei auf der Durchreise befindlichen Künstlerinnen Ludmilla W e i s e r und AnnaKupta, deren Antunft wir bereits gemeldet haben, concertiren und Herr Ander einige Lieder vortragen wird! dabei tonnen wir nur bedauern, daß dem übrigen musikalischen Publicum, das nicht zu dcn Mitgliedern des Easinovereins zählt, die Gele» genheit nicht geboten ist, die Künstlerinnen hören zu können. — Wir sind leider öfters, wie auch gestern wieder, nicht in der Lage, unsern Lescrn das T h cate r r cp ert oir zu bringen. Es ist dies nicht unsere Schuld. Visher suchten wir uns diese Mitteilung aus der Thcatcrlanzlci zu verschaffen , fanden aber sehr wenig Entgegenkommen dabei. Wir glauben, daß die in voriger Saison ohne alles Er< suchen stets pünktlich erfolgte Mittheilung dc>: Repertoirs im beiderseitigen Interesse, d.r Leser, welche an dieselbe gewöhnt waren, als auch des Theaters selbst liege» dürfte, und daß dcmnach diese Zeilen wohl genügen werden, diese Uebelständc zu beseitigen. — Samstag den 15. d. M. findet die Äencsicevor« stellung des Schauspielers und Regisseur« Herrn Friedrich Kruse statt, welcher zu dcn besseren nnd allseitig verwendbaren Kräften unserer Bühncngcselljchaft gehört. Zur Ans« sührung gelaugt daö hier noch »,'cht gegebene diciactige Lust« spiel „Gegenüber" von Bencdix und die Offenbach'sche Ope» rette „Hochzeit bei Laterncnschcin." ^ Die hcil. Weihnacht naht, das Fest der Freude, des kindlichen Jubels, und Groß und Klcin ist emsig beschäftigt , um einander eine Aufmerksamkeit zu erweisen, eine Freude bereiten zu können. Aber gar viele Familien sehen mit lraucrcrsülltem, kummervollem Herzen der nahen Fcstzcit entgegen, denen das vcrherende Acment ihre ganze Habe geraubt. Kaum ist das Allarmsigual vom Alande in dem induslriercicheu Strasisch verhallt, und schon wieder traf, wie wir gestern berichteten, eine Hiobspost aus dem ill a' dolfswe rth e r Bezirke ciu. Eine der edelsten Freudeu ist wohl die am Wohlthun, und darnm zweifeln wir nicht, daß Laibachs Acwohncr, namentlich in HindlicI auf die nahe Festzcit, gerne ihr Scherfkin zu speudcn bereit sind. Wir hören, daß Herr Lausch, der am vrlflosscnen Sonnlage zum Besten des Kmdersvitals eine glünzendc Soiree veranstaltete, am nächsten Sonntage znm Vesten der Abgebrannte» cbcnfallH eine Soiree arrangiren wird, und ist so Gelegenheit geboten, neben dem Zwecke des Wohllhuos sich auch noch ein Vcr« gnllgen zu verschaffen. Doch wollen wir die Bemerkung »ich: zurückhalten, das, wir fl!r diesen besonderen Zweck ein Entree von nur 10 l. für zu gering halten. Bei der beregteu Soiree gingeu in Folge des überaus starten Besuches und einiger Ilcberzahlungeu 72 fl. 50 kr. ein, und da für die Musik 30 fl. entfallen, so wurden dem gedachten Zwecke 42 fl. 50 kr. zugeführt: dieses Erträgnis; tonnte jedoch beträchtlich erhöht werden durch eiu Entree uon etwa 20 bis 30 kr., wclchcs zn zaIKn sich wohl Jeder gerne herbeilassen wird, um so mehr, da neben dem humanen Zwecke die gewühlte Gesellschaft, die treffliche Musik und die zuvorkommende und aufmerksame Bedienung i» den geschmacl« voll hergerichteten Localitälcn cinen angenehmen Abend cr< warten lassen. -— Zum Ni to laus feste wurden durch cinen unbe« kannten hochherzigen Wohlthäter an arme Schülerinnen des Urfuliner Klosters 12 3löclc, 12 Hemden, 12 Tücher und 12 Paar Strümpfe vertheilt. — Die „Tanica" entnimmt aus einem Briefe des train. Missionärs Tomaschoviz aus ^iM^vutl'l- die traurige Nachricht, dah unser Landsmann, der eifrige Missionär ^uzet, im letzten Winter sich eine bedeutende Vcrtühlung zugezogen hat, erkrankt und in Folge dcsscn auf einem Auge erblindet ist. — Wir erhalten eine zweite Mittheilung über dcn Brand in Wcrschlin, aus welcher wir zu dcn bereits gestern gebrachten Daten nachtragen, dcch bei diesem Brande der Gastgeber Franz Luser, welcher die von dem dortigen Bürgermeister Toussaint Ritter v. Fichtenau an dcn Ort der Brandstätte abgesendete städtische Feuerspritze lcitcte, dann der Grundbesitzer Josef Lubic von Wcrfchlin und die Mann« schast des dortigen G end arm cri cp o st e u 2 sich sehr thätig gezeigt haben. — (Theater.) Vellim's „Norma" wurde gestern bei vollständig gefülltem Hause nach langen Jahren hier wieder einmal gegeben, und wir dürfe» es immerhin aus-sprecheu: recht gut gegeben. Zum Theile die große Ver, breitung, welche die Motive dieser Oper auch bei uns in weiteren Kreisen gefunden habcn, so das; wir gestern in ihnen liebe alte Bekannte begrüben konnten, dann aber auch die im Ganzen äußerst gelungene Ausführung hatten der Oper gestern einen Erfolg bereitet, wie dies hcucr in der That kaum noch der Fall war. Sowohl die Gesammtleistunl gen als auch die der Träger der Solopartien ins-brsondere nuchtcu jedermann zufriedenstellen, und wcnu wir Frl. Uetz ui,d Herrn Meltus (Adalgisa und Orovist), welche das Publicum gestern wahrhaft clectrisirten und stllr« mischen Beifall ernteten, in erster Linie erwähnen, so dürfen wir das vollste Lob auch Herrn Ander (Sever) und der Beneficianlin Frl. Blum, welche bcim Auftnten auf das lebhafteste begrüßt wurde, nicht versagen. Wcnn wir e3 übrigens unverholen aussprecheu müssen, daß Frl. Blum, wak diese achtenswerthe Sängerin bei allen ihren von uns schon mehrfach hervorgehobenen schätzcnswerthen Eigenschaften wohl selbst am besten suhlen muß, leine „Norma" nach des Meisters Willen ist, so dürfen wir ihr doch die Anerkennung nicht versagen, daß sie alle ihre Kräfte aufbot, der schwierigen Partie möglichst gerecht zu werden. Wenn Fräulein Blum daher mit der großen Arie des ersten Actes: „Keusche Göt« tin," keinen (irfolg errang, so lag der Grund hievon eben in dem früher erwähnten Umstände: indeß wurde unsere Sängerin durch dcn stürmischen Beifall, der aus das Duett im zweiten Acte (Norma und Adalgisa) folgte, reichlich cut» schädigt. Zu dcn besten Nummern gchörte außerdem wohl das große Duett zwischen Adalgisa und Sever im ersten Acte, sowic die große Arie des Orouisl im zweiten Acte „Fluch dcn Römern," welche Herr Melk us mit wirklich hinreißender Wirlung sang und dafür mit einem wahren Beifallsstürme belohnt wurde, — sowie schließlich das Finale des zweiten Actes, in dem auch der Chor, wie überhaupt im Verlaufe der ganzen Oper, sich rccht wacker hielt. Noch müssen wir des O r ch e st e r S lobend gedenken, welches gestern correcter spielte als wir eS jemals zu hören gewohnt waren. ?? Steill, 6. Decembers Ein frecher Dieb stahl brachte abermals unser Städtchen in Ausregung. Vorgestern wurde auf dem Wege von Tersain nach Stein zwischen 5 und 6 Uhr Abends von der Postkutsche ein rückwärts angebundener Koffer, welcher einem mit der Post reibenden Officier gehörte, abgeschnitten. Da die Eigenthnmssichcrheit bedeutend im Bezirke gefährdet ist, so erzeugte diese neue gesteigerte Frechheit der Diebe großen Schrecken. Zum Glück gelang es aber dcn cuergischen Anordnungen des Bezirks« amies und dcm cifrigcn wahrhaft verständnißvollen Vorgehe» der Gendarmerie, noch in selber Nacht in Mannsburg in einem Keller den Thäter, dcn berüchtigten Dieb S., mitten in Gesellschaft von Mitschuldigen und Verdächtigen sammt cinem großen Theile des Entwendeten, zu ergreifen. Nur dem augenblicklichen raschen Eingreifen noch am späten Abend ist es zu verdanke», daß das gestohlene Gut beinahe ganz zurückerhalte» wurde, inoem es noch nicht verschleppt werde» tonnte, und daß die Diebsbande schon gestern dcm Gerichte eingeliefert werde» konnte. S. soll den letzten nnd cinen früheren Dicbstahl in Stein, dessen er verdächtig war, schon gestanden haben. Hoffentlich ist damit den umfänglichen Dieb» stählen dcr lchten Zeit ein Ziel gesetzt. Nur die Einbringung des gefährlichen Kustos wäre dringend wünschcn?wcith. Dic Gendarmeric war schon wiederholt nahe daran, ihn zu fassen, doch immer gelang es ihm, trotz ihrcr Vorsicht, zu entwi« schen. — Mit Vergnügen ergänzen wir unsere letzte Corre» spondcnz noch dahin, daß dcr Gendarmericposten in Etein endlich wieder auf semen normalen Stand gebracht wurde. * Icsscniz, 10. December. Ich schicke Ihncn einige Zeilen ans unserer Gegend, welche i» Laibach selbst man« chem Landtagsdeputirten mehr oder weniger unbekannt ist, denn ich hatte Gelegenheit, mit mehreren zu reden, die nicht einmal wußten, in welchem Theile des Landes Irsseniz licgt. Wir sind hier von verschiedenen „Uomanic" um« geben, welche sich bald in Croalien, bald in unsere» Wäl« dcrn einquartieren; Gendarmerie haben wir, obwohl wichtiger Grcnzpunlt, keine, der Posten ist 6 Stunvcn von hier entfernt : was, bis dieselbe kommt, alles geschehe» lan», ist leicht begreiflich. Daß bis jetzt noch kein Raub lind Mord geschehen, ist nur der Gutmüthigkeit unseres Landvolkes zuzu« schreiben. Ich glaube, daß an rinem so wichtigen Grenz» punkte jedenfalls ein Gendarmericposten slalionirt sci» sollte; allein, wie gesagt, wir sehen selten cinen Gendarmen. Juristische Gesellschaft in Laibach. Auszug aus dcm Protokolle dcr i^I. Versammlung der juristischen Gesellschaft, welche Freilag den I tt. November 1860 abgehalten wurde. Volsitzcnder: Der Herr Präsident Dr. v. Kalteneggcr. — Schriftführer: Der zweite Sccretär Dr. v. Schrey. — 19 Mitglieder. 1. Von dcr Lesung des Protokolles der l^. Versamm« lung wurde über Anregung des Herrn Vorsitzenden bei dcm Umstände, als dieses Protokoll bereits in dem mittlerweile erschienenen 1. Hefte des 3. Bande« dcr Vercinsmitthei« lungen enthalte» ist, Umgang genommen. 2. Dcr erste Sccretär Dr. Costa theilt mit, daß die juristische Gesellschaft in Berlin mehrere Exemplare ihres Jahresberichtes pro 1865/06 und die Gesellschaft der Wissen» schasten in Pest 57 wissenschaftliche Werke eingesendet habe, und daß bicsür dieser Gesellschaft die Vereinsmittheilungc» übermittelt wurden. 3. Dr. Robert v. Schrey bringt zum Vortrage eine Abhandlung „über die Vollstr eel bark e it gegen de» Erblasser er flössen er Erkenntnisse wider dessen Erben." Referent lnüvst an einen Rechtssall an, in welchem die Execution auf Grund eines gegen einen Staats-beamten crflosscnen rechtskräftigen Admi'nstrativerkenntnisses wider dessen unbedingt erklärte Erben von allen drei In» stanzen mit dcr Begründung verweigert wurde, daß das fragliche Erkenntniß nicht gegcn die Srbcn erftossen sei und die Frage, inwieweit diese Erben zur Zahlung ver» ! Pflichtet sind, im Rechtswege entschieden werden müsse. 1890 Referent bestritt die Nichtigkeit dieser Entscheidung und sprach sich in längerer Begründung für die Bewilligung der fraglichen Execution aus. An der Debatte hlerilbcr belhelliglcn sich die Herren Dr. Suppan, Adjunct Ker5nit, Dr. Ahacic »^ni) Ueber Sequestration als Sicher» stell u n gs mit t cl: ^ tlagte den U auf Anerkennung der Vesilj' nnd Eigcnlhum3rcchte auf eine Waldparzclle nnd stellte zugleich mit der jedoch bewciölos gelassenen Behauptung, bah 1^ sich Devaslirnngen des Streilodjectes erlaube, unter Berufung auf den § 292 c>. G. O. das Ansuchen um Sequestration der streitigen Parzelle. Ueber letzteres Ansuchen wurde zur vorläufigen Constatirung der behaupteten Dcuastationen eine Tagsatzung mit dcm Bedeuten angeordnet, daß bei derselben zugleich über die Wahl des Sequesters für den Fall verhandelt werden wird, wenn der Sequestration stattgegeben wird. Gegen diese Verfügung recurrirte der Geklagte mit dem Bemerken, daft der Kläger die Sequestration nur aus dem § 292 G. O. begehrte, der Fall dieses Paragraphed aber nicht vorhanden sei: daß der Kläger die Sequestration ans dem § 293 G. O. gar nicht verlangte, daher sie auch aus diesem Paragraphs nicht bewilligt werden darf, weil der Richter über das Begehren der Partei nicht hinausgehen, namentlich nicht eine Bcwciöausnahmc über die Schaden« zufügung von Amlswl'gcn anordnen kann, welche der Gesuch» strller ebensowenig als eine Sichcrslellung sür den dem Äe° klagten erwachsenden Schaden angeboten halle. Das Ober< landcsgericht wies diesen Recurs in der Erwägung zurück, daß es sich hier nur um eine Vorerhebung und um eine eventuelle Sequesterwahl handelt, über die Frage der Se« questrcition aber niHt abgesprochen wird, dcr Getlagle also dnrch die getroffene Einleitung in feinem Rechte nicht ge< kränkt sei. Dcr von dem Geklagten eingebrachte außer» ordentliche RevisiunZrecurö wurde von dem h. l. t. obersten Gerichtshöfe ebenfalls zurückgewiesen, und zwar mit der Ac-gründnng, daß in den gleichsülmigen Entscheidungen der unteren Gerichte eine offenbare Ungerechtigkeit nicht zu er' kennen sei nnd daß es dcm Geklagten vorbehalten bleibe, leine allsälligcn Anwendungen gegen das Sequestrations« begehren bei dcr anberaumten Tagscchung abzugeben. 5. Herr Finanzralh Dr. v. Kalte» egger bespricht die Rechtsfrage über die Wirkung des Sah vor rech ° tes und vertheidigt die Ansicht, daß zur Nechtswirlsamkeit einer ScchvorrcchtscrllÜrung die Einwilligung sämmtlicher Gläubiger, welche jener Forderung, zu Gunsten welcher die Satzwcichnng zugestanden wird, im Scchrcchtc vorgehen, nothwendig sci. Herr Bürgermeister Dr. Eosta und Herr Svetcc erklärten sich für die gegcntheilige Ansicht, indem zwischen den betreffenden HypothekarglÜubigern, — nämlich jenem, zu Gunsten dessen Forderung die Scchwcichung statt« finde, nnd jenrm, dcr niclsichllich seiner Forderung die Satz. vorrcchlserlla'rung ausstelle — ein Tausch im Tabularsalje stattfinde. Herr Dr. A h a c l i t^». stimmte dcr Ansicht deS Herrn Nerefenten bei. 6. Der erste Secretär Herr Dr. Costa verliest einen kurzen Aufsatz des Herrn Dr. Johann Schenk über des Freihcrrn v. Haan „Studien über das Landtaielwesen" und beantragt mit Rücksicht auf den Umstand, daß letzteres Werk anch die Verhältnisse des Kronlandes Krain berühre, dessen Anschaffung für die Vereinsbibliothel, welcher Antrag ange< nommcn wurde. Sohin erklärte der Herr Vorsitzende die Sitzung sür geschlossen. ______________ Aus ien LllMagcn. Pest, 10. December. Wie verlautet, enthält dcr morgen zur Verhandlung gelangende Adrcßcntwurf außer dcr Bitte um Herstellung dcr Verfassung und Hinwcisnng mif die Arbeit dcr Sicbcnnndscchziger^Coin« mission den Ausdruck dcr Freude iibcr dic Absicht Sr. MajcM, in den tranSlcithanischcn Lander» das uercuit-morllichc Ncgicnmgslislem tmznführcn, worin dcr Land-tag eine Bcllchignug finde; ferner dcn Ausdruck dcS Wunschcö, daß dcr Landtag bald in die ^a^e velsltzl wcrdc, dic gerechten nno billigen Anforderungen dcr Nationalitäten nnd Konfessionen in ciner dieselben be« flicdigcnden Wcise zu crfnllcn, und dic Bitte, daß den Exilirteu die Nuckkehr in dic Heimat gcslatlct wcrdc. Dcr Entwurf hält fcst cm dcn in den bisherigen Adressen anögcsplochclicn Grnudsützcn nnd wciot auf dic warnende Stimme dcr Zcit I)ii>. itembern, 10, December. Dritte Lesung der A drcs s c. Bei namcnlllchcr Absliinmnng wiro dieselbe mit 48 gegen 40 Stimmen angenommen. Die Entsendung cincr Dcpnwtion dchnfs dcrcn Ilcbcrrci« chnng wild bcschlosscn; dazn werden desissnirt: ^and< marschall Fürst Sapicya, v^raf Alfred Polocki, Lndwig StlzynSli, Dr. Dictl, Grocholöti und 5lrainöti. Nächste Sitznng Freilag. Uencjlc Uachrichlell und Telegramme. Berlin, 10. December. (Abgeordnetenhaus.) Bei Verhandlung dcxj Kriegöbnl)gct crllärt dcr Kriegsminister: Dic Resolutionen dcr liberalen Partei enthalten ncbcn manchem Unbedenklichen manches Bedenkliche, wodurch dcr Keim zu nencn (Conflicten gelegt werden lönntc. Dic Ncgiernng würde sich durch Annahme dcr Ncsolutioncn nicht prcijndicircn lassen. Dcr icriegoministcr ist gcgeu cinc provisorische Vcwilligling nach dcn Anträgen Baerst» Biichow. Berlin, 10. December. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schrcibl: Die Capilnlation von Lau-gcusalza sichere dcn h an n o u cr's ch e n O f f i c i crcn! ihren Gchult uud Eompctcnzcn bis auf wcilcrcö zn. Dic von Gcncrallientclnuil vo» Manlenffcl stiftuliitcn Zusätze nnd El1autcrnngobcslunlnimg.cn sctzcn die ftrcn-ßischc Administration, waS die Rechtsansprüche dcr Officicrc anbelangt, all dic Stelle dcr hannoucr'schen Ncgieinug. Ditsc letztere nbcr sei nur berechtigt gewesen, dienstthuenden Officicrcn Gehalt zn zahlen. Darmstadt, 9. December. General v. Stock-Hansen hat sich hcntc früh erschossen. Eö mrlan-let, daß dcrsclbc auf den 10. Dcccmdcr vor das Kriegs gcricht geladen war. Leipzig, !). Dcccmbcr. Der AuSschllß dcö A b« acordnetenlageS beschloß tior Beginn beö Ncichl>talleS cinc Zusammenkunft in Berlin einznbernfcn. Anwefcnd waren: Bcnnigscn, Brann, Ectto, Dunckcr, Fctzcr, Fries Holder, Houcrbeck, Joseph, Löwe, Metz, Müller a»ö Fralitfnrt, Otcr, Schulze nnd Wiggerö au^ Naslock. Florenz, 10. Dcccmbcr. Die „Nazionc" bringt folgende Ansprache, wclchc dcr Papst an dic Officierc dcö 85>. französischen Ncgiincntö lwr dcren Adrcisc ge^ halten hat: Ich komme von Ench Adschicd zn nehmen. Enrc Fahne ist von Frankreich anögezogcn, nm dcn heiligen Stnhl wicdcr herzustellen. Als sie anozog, wnrdc sie von dcn einstimmigen Wünschen dcr Nation begleitet. Die Fahne lchrt nach Frankreich znrnck; ich glaube, mclc Gewissen wcrdcn nicht dcfricdigt scin. Ich wünsch^ daß dic Fahnc so anfgc!,omnlcn wcrdc, wic damals, als sie anszog. Ätan gcbc sich tcincr Tänschnng hin, die Revolution wird an dic Thore Roms kommen. Man sagt, Italien ist gemacht; ncm, nnd wenn cs eMirt, so wie cs ist, so ist dics dcshalb, weil cin Stück Lan-dcs cpstirt, wo ich bin. Wenn dieses Stück nicht mchr cxistircn wird^ wird dio Fahnc dcr Revolution in dcr Hanptstadt wchcn. Uin mich zn dcrnhigcn, sucht man mich zn ndcrzcna.cn, daß Rom wcgcn scincr Lagc die Hanptstadt Italiens nicht scin könne. Ich din rnhig, indem ich anf dic göttliche Macht vertraue. Gcht nach Frankreich mit mcincin Scgcn. Äcögen jcnc, wclchc dcm italscr nahcll könncn, ihn> sagcn, daß ich für ihn, die Scinigcn nnd seine Rnhc bctc, daß cr abcr scincrscits ctwas thnn soll. Frankreich ist dic älteste Tochter dcr Kirche; abcr Titel genügen nicht, cs mnß dics auch dnrch Handlungen beweisen. PariS, 9. December. (Abends). Die „Patrie" erklärt dic Nachricht, Marquis dc Monsticr habe bezüglich dcr krctcnsischcn Angelegenheit cinc Notc nach Athm abgesendet, für falsch. — Die „France" will wissen, daß cinc vom 6. December datirtc Dcpcschc ans Ncw-Iork in Wien eingetroffen sci, wclchc dcn Entschlnß dcs Kaiscrs Marimilian ankündigt, uon Orizaba nach Mexico znrückznkchrcn. Tellfssraphische THecbselcliurss vom 11. December. 5perc. Metalliqnes 59.25 — öperc. NationalAnlehen i!6.80. -< Ganlacticu 711, — Credilactirn 151.-10. — 1869rr Staatöaiileheu ^!1,1<». — Silber 128.50. - London 130. — K. t.Dncalm ll.iu, DaS Postdampfschiff „Saxonia," Capitän Mcicr, am 24. November von Ncw 2H Gerste „ - .- Milch pr. Maß . — 10 Hafer „ 1 70' Rindfleisch pr. Pfd. —1« Halbfrncht „ - - Kalbfleisch „ — 24 Heiden „ '83 , -- 1.4 windstill grüßth. b?w. 11. 2 „ N. ^ 325),öi ! -1- 3.2 O. f. schwach heiter O.oa 10., Ab. ! 32?,« — I.l ! windstiN ^ heiter Nachts bewölkt. Gl'gcn 8 Uhr Aufheiterung. Heitrrcr Taa. Nnhige ^'nft. Abendrot!), Verantwortlicher Redacteur: Ic;naz v. Kleinmayr. 'sln^l'^nl^vi^i Wien, 10. December. Dic Börse war flan gestimmt. Die meisten Gattungen Staats- und Industriepapierc wnrdcn zn billigen Conchn anögeboten, indeß sich Dcvifcn zilUtsNllUNU)!. und Valuten um °/. pCt. verthcuerten. G>>ld flüssic,, Geschäft nicht ohnc Vclaug. -vessentliche Tchuld. I" o. W », 5pCt. für 100 fl. 52.90 53.10 In ostcrr. Währung stcurrfrci 56.80 56,i»0 'z Steueranl. i„ ö. W. u. I. 1864 zu üM. rückzahlbar . 87 l»0 88.10 ^ Stcucraul. in ö. W. u. I. 18.» .... ..5 ,. i<3 50 84.— ^ä»r,n .... ., 5 ,, 82.— 83.— Schlessen .... „ b „ 87.--' 8,^,— Steiermart.... „ 5 „ 84.— 85.-- l.ül,nri,.....„ 5 „ 70.— 70.75 Tenuscr-Vanat . . „ 5 „ 69.— 69,50 C>'oaticii un>> Glavomtn „ 5 „ 75 — 76 — Halizien....., 5 « 6,).— 65,75 Sirbenbür^e», . . . „ 5 ,. 65,— 65,50 VnllNvina .... „ 5 .. 65.25 65.50 ling. m. b. V.-C, 1867 „ 5 „ 69.- 69,50 TtM.B.m.». A.-C.1867,, 5 „ 67.— 67.25 Actlen (pr. Stuck.) Nalionalbauk......708. 710,- K. ä.rb.'Norbb. j. 1000 fl. C. Vl.152i) - 1532,— Cvcdit-Anüalt zu 200 ss. ö. W. 150.90 151.-'.'?. ü. Cscmn.-^es. 1. 500 6.Ü.W.606.— 609.-E.-(L.-tz>.z.200,!. (5M. 0. 500 ssr. 206.4<» 206.50 Kais. Mis.- V. z« 200 N. l«M. 13>.25 131.75 Tüd.-„urdd.Vtrb-V.2<»0 „ 115.— 11530 Ei,^.Gt,-,l.-uen u.c.-it.(5.200fi.204.50 205.20 cVal.Karl-kubw.-B.z.LMll.CM^I^^a 219.— Not)!!!. WtM'ohn zu 200 st. . 1,55 75 '-.-O."tt.Ho,!.-Dan>P!!ch.-^s. Z« 469.— 47>. - Ocstnieich. Üloyb in Trilst ^V 170,..... 175.- Wien. Da»>pfm.-?ltttt.500fl.ö.W 480 - 455.— Plßfi Kctt5Nl'r»ckt .... 338, 340. Anglo-Anstria Van! zn 200 fl. 82 50 83.-^embcrgcr Ennowitzer Acticn . 178.— 179,— Pfandbriefe (für IM ß.) Natio«ai'j 10jäl»rl^, ,. I. i««f ans 1857 zu . 5'/. 105.— -.-«. Ai. j »crlu«bart 5 „ 94 50 94.75 Nalil'nalb.anf ü.W »rrloil'. 5 „ 90- 90.25 Una. V°d.Erc>.-?ln». ,u 5 V, ,, 84 — 84.25 Mg. öst. Bodrn-Credit-Nnstalt verloöbar zn 5'/. i« Silber 102.50 103,50 Uose (pr. Stück.) Creb.-Nnst. f. H.u.<5>.zu100fl.5.W.128.75 129 25 Don.-Dmpfsch.-O.zu100st.EM. 81.50 82.50 Stadtssem. Ofcn „ 40 „ ö. W. 23.— 24.— Gssrrhazy .. 40 „ C.Vl. -.- -,- Salm " 40 „ „ 28.5U 29.50 Palffy „ 40 „ „ 22.— 23,— Geld W>i,re Clary ,. ^0 fl, C.M. . 24.- 25.— St. Olüo!> ., 40 ... . 23.50 24.— Wiiidischqiütz „ 20 „ „ . 16.— 17.— W.ildjiein .. 20 „ ,. . 19 50 20,50 Klljlcvich „ 10 ,, „ . 12.— 13 — Nndolf-Stiflunc, 10 „ ,. . 12— 12.50 Wechsel. (3 M^ale.) NmM'lir., si.r 100 «. Mb. W. 108.75 109 25 ssl^nksurt a. M. 100 si. o,tto 109 20 109,40 Hc»nl'ürg, für I00M^rl Ä.n,co 97- 97 25 kondo» für 10 Pf. Sterling . I29,8ü 130 50 Pari«,, für 100 Franks . . . 51.65 51.75 l5our« de^ Geldsorten. Osld Maar« K. Münz-Duk.iten 6 >!. 16 lr 6 ü. 17 lr Napol^onsd'or . 10 .. 41 ., 10 .. 42 ,. Nuss. ImP.l'ialö. 10,. 64., 10.. 65 „ Vlrci„i,tha>lr . 1 .. Nij,, 1 ,. 92 , Silber . 128 ,. 75 ,. 129 .. — ,. Kramischc Grundentlastnngs - Obligationen, P"-Ulltnolinmg: 82 Geld, 86 Waare,