EINZELPREIS: woeboita^i 11 Rpl ^ ^ Samalag Soanlag II Bpl Olatlittrger Leitung Amtliches Organ des Steirischen Heimatbundes Verlag und Schriftleitung: Atarburg a. d. Drau, Badgasse Nr. 6, Femrut: 2^-67, t*rscheint wöchentlich sechsmal als Morgenzeitung (mit Ausnahme der Sonn* und 25-68, 25^9, Ab 18.30 Uhr Ist die Sichrittleitung nur auf Fernrut Nf. 28-67 Peiertage). Bezugspreis (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. l^stge- erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgesandt. — Bei bühr; bei Lieferung Im Streifband zuzUgl. Forto; bei Abholen in der Cieschiftsstelle Anfragen ist das Kückporto beizulegen. — Hostscheckkonto Wien Nr. 54.608. KM 2.—, Altreich durch Post monatlich RM 2.10 zuzügL 36 Rpt Zustellgebühr Otr. 239 ' !>n:ar6ur8-3)rau, 3)onner(ttag, 27. Qluauft 1942 82. ^oOroang Hochgebirgspässe im Kaukasus genommen B«i Stalingrad Falnd nach Ost«n zurückgeworfen—Verzweifelte Angriffe der Bolschewisten bei Kaluga« Medyn und Rtcliew blutig abgescliiagen — Grossbrände in Stalingrad Führehauptquartier, 26. August Das Oberkommando der Wehrmacht gibt belcannt: Im Kaukasus nahmen deutsche Gebirgs-truppen gegen hartnäckigen feindlichen Widerstand mehrere Hochgebirgspässe. Im Raum westlich Stalingrad wurde der Feind in erbitterten Kämpfen nach Osten zurückgeworfen. Stalingrad, in dem Oroß-brände wüten^ wurde durch die Luftwaffe bei Tag und Nacht mit Spreng- und Brandt)omben angegriffen. Auf der Wolga wurde ein Frachtschiff versenkt, drei weitere beschädigt und ein Tanker in Brand geworfen. Südwestlich Kaluga, nordwestlich Medyn und bei Rschew setzte der Feind ohne Rücksicht auf Verluste mit starken, von Panzern unterstützten Kräften seine Angriffe fort. Alle Angriffe brachen an der unerschütterten Abwehrkraft der deutschen Truppen zusammen. 85 Panzer wurden vernichtet. Die Luftwaffe fügte dem Feind, vor allem bei Rschew, hohe blutige Verluste zu. Vor Leningrad wurden mehrere Angriffe des Feindes zum Teil in harten Nahkämpfen abgeschlagen. In der Zeit vom 1. bis 24. August verlor die Sowjet-Luftwaffe 2505 Flugzeuge, davon wurden 1923 in Luftkämpfen 307 durch Flakartillerie 195 durch Verbände des Heeres abgeschossen oder erbeutet, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 140 eigene Flugzeuge verloren. Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine versenkten im Nordmeer ein feindliches Unterseeboot. In den Abendstunden des 25. August überflogen einzelne britische Flugzeuge westdeutsches Gebiet und warfen vereinzelte Sprengbomben. Im Kampf gegen Großbritannien belegle die Luftwaffe bei Tag und Nacht wichtige Anlagen In Mittel- und Ostengland mit Spreng- und Brandbomben. Major BoHob Sieger in 142 LnlUtimplen Oberleutnant Graf schoß 133. Gegner ab Berlin, 26. August Der Träger d'2s Eichenlaubes mit Schwcrtern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuaees, Major Qoillobv Kommandeur eines Jagdgeschwaders setzte seine stolze Erfolgsserie auch im Laufe des 24. August fort und errang seinen 139. bis 142. Luftsieg. I>2r ebenfalls mit dem Eichenlaub mit Schwertern ausgezeichnete Oberleutnant Oraf, Staffelkapitän in dem von Major Gollob geführten Jagdgeschwader, schoß am 23. August das 130. bis 133. feindliche r^luKzeug ab. Flugplatz WarlaiDowo sdiwer oelrotlen Wie das Oberkommando der Welir-niacht mitteilt, bombardierten gestern gegen 16 Uhr deutsche Kampfflugzeuge vom Muster Ju 88 den bolschewistischen riugplatz Warlamowo an der Kola-Bucht. Bomben schweren Kalibers trafen Flugzeugboxen und Abstellplätze am Ost- und Südrand des Platzes. Während des Abfluges beobachteten die deutschen Kampfflieger mehrere heftige Explosionen mit stark'sr Rauchentwicklung, die durch Bombentreffer In einem Munitions- lager hervorgerufen worden waren. Bei Begleitschutz und bei freier Jagd schössen deutsche Jäger an der Eismeerfront fünf bolschewistische Flugzeuge ab. Schwimmpanzer bei Medyn vernichtet Bei den Kämpfen nordwestlich Medyn wurde durch deutsche Infanterie ein feindlicher Vorstoß gegen einen Flußab-schnitt in Zusammenwirken mit der Artillerie zurückgeschlagen. Die Bolschewisten setzten hierbei zur Überschreitung des Flusses mehrere Amphibientanks ein. Nachdem im Nahkampf drei dieser Schwimmipanzer vernichtet waren, drehten die übrigen ab. Die bolschewistische Infanterie wurde nach der Flucht der ^2indlichen Panzer durch zusammengefaßtes Infanterie- und Artilleriefeuer aufgerieben. Ausgehobene Banditenlager Im rückwärtigen Oefechtsgebiet des mittleren Abschnitts der Ostfront wurden die Säuberungsuntcrnehnumgen deutscher Sicherungseinheiten gegen bolschewistische Banden erfolgreich fortgesetzt. Hierbei wurden in einem unzugänglichen Waldgelände ein aus 60 Hütten beste-If2ndes gröitefes Lager sowie vier wei- tere Bandenstützpunkte senommen und zerstört. Zahlreiche Banditen mit ihren Waffen und Fahrzeugen fielen in deutsche [1and. Bomben auf England Im Laufe des Dienstag nachmittag wurde, wie das Oberkommando der Wehrmacht mitteilt, eine Stadt in Mittelengland, in der sich wichtige Werke der Flugzeugindustrie befinden, von den Kampffilugzeug»2n mit Bomben schweren Kalibers belegt, die Zerstörungen in wehrwirtschaftlichen Anlagen hervorriefen. In der vergangenen Nacht griffen deutsche Kampfflugzeuge kriegswichtige Ziele der Stadt Ipswich an der englischon Ostküste mit zahlreichen Spreng- und Tausenden von Brandbomben an. Nach den Bombendetonationen im Nordostteil des Stadtgebietes sowie in den Hafenanlagen entstanden starke Brände. Bomben schw»2rcn Kalibers trafen ferner die Hallen und Unterkünfte eines in der Nähe von Ipswich gelegenen Flugplatzes. Auch der Hafen von Ureat Yarmouth wurde erneut bombardiert. Sämtliche eingesetzten deutschen Flugzeuge kehrten zu ihren Stützpunkten zurück. Höchsllelslungen unserer Truppen Im Osten Reissende Flüsse, schroffe Felswände» zunehmende Kälte und Schneefälle Im Kaukasus — Steppenkampf vor Stalingrad Berlin, 26. August Zu den Kämpfen im Kaukasusgebiet gibt das Oberkommando der Wehrmacht folgende Ergänzungen bekannt: Die Erstürmung der Hochgebirgspässe im Kaukasusgebiet verlangte von den deutschen Truppen höchste Leistungen. Boten schon beim ersten Eindringen in das Gebirge die dicht bewaldeten Verberge mit ihren tiefeingeschnittcncn Tälern und reissenden Gcbirgsflüssen den Bolschewisten jede Möglichkeit, mit verhältnismäßig einfachen Mitteln starke Sperren zur Erleichterung des Widerstandes aufzurichten, so häuften sich diese Schwierigkeiten, je tiefer die deutschen Truppen in das Gebirge eindrangen. Natürliche Festungen Zwischen schroffen Felswänden und hoch über Abgründen und reissenden Flüssen führen die wenigen benutzbaren Straßen, die durch Felssprengungen und Baumverhaue leicht zu sperren sind. Jede Kuppe, jede Felswand, jeder Taleinschnitt bildete schon eine natürliche Festung, und häufig mußten schwierige Umgehungen durchgeführt werden, um die feindlichen Widerstandsnester auszuheben. Hinzu kommen In den Hochgebirgszonen die zunehmende Kälte, die dichten Nebel und die sich bisweilen zu Stürmen steigernden Schneefälle. Kämpfe in über 3000 Meter Höhe Alle diese Umstände sind bei der Beurteilung der Leistungen der deutschen Truppen zu berücksichtigen, die nach Brechen aller Widerstände und nach Überwinden aller Sperren und Kampfstellungen des Feindes mehrere Hochgebirgs-pässe in Höhenlagen von über 30(X) Meter kämpfend in Besitz nahmen. Beim Niederringen umfaßter Stützpunkte hatten die Bolschewisten schwere Verluste. Weitere Ausfälle an Waffen und Gerät hatte der Feind, wenn seine zurückweichenden Kolonnen vor Bombenangriffen deutscher Plugzeuge oder vor Artilleriebeschuß zu flüchten versuchten und hierbei oft in ganzen Gruppen an zerstörten Straßenstellen die schroffen Felswände herunterstürzten. Auch die zur Küste des Schwarzen Meeres zurückgehenden feindlichen Batterien hatten durch Zerstörerflugzeuge im Raum nördlich von Nowo-rossijsk und nordostwärts von Tuapse sehr schwere Ausfälle. Die Verteidigungsringe um Stalingrad Ein völlig anderes Bild bieten die Kämpfe im Raum von Stalingrad. Hier ist das Kampffeld ein weites welliges Steppenland, das die ungehinderte Entfaltung großer Truppenteile im Angriff und zur Verteidigung erlaubt. Das wasserarme und in dieser Jahreszeit durch das anhaltende heiße Wetter durchglühte Gebiet ist von den Bolschcwisten zum Schutze der Stadt mit mehrfachen Verteidigungsringen in einer Breite von mehr als 20 Kilometer befestigt. Die in diesem Raum vordringenden deutschen Truppen kämpfen daher gegen Bunkersysteme, die seit langem auf das schwerste ausgebaut und von verzweifelt kämpfenden Bolschewisten zäh verteidigt werden. Beim Aufbrechen dieser Riegelsiellungen wurden die Truppen des Heeres von der Luftwaffe wirksam unterstützt. Schläge gegen die Wolgaschiffahrt Bei der Bekämpfung des Schiffs- und Eisenbahnverkehrs wurden auf der Wolga ein Frachtschiff und ein Tanker vernichtet und drei weitere Frachtschiffe schwpr beschädigt. Zwei TransportzUge wurden zerstört. Die kriegswichtigen Anlagen Stalingrads wurden von Kampfflugzeugen nach Durchbrechen (Ter Flak- und Ballonsperren am Dienstag erneut bombardiert. Immer noch wüteten in der Stadt die ausgedehnten Flächenbrände von den Luftangriffen der vorvergangenen Nacht. Dichte schwarze Brandwolken lagerten über dem gesamten Stadtgebiet, das sich in einer Länge von etwa 20 Kilometer an der Wolga entlangzieht. Deutsche Jagdflugzeuge beherrschten auch während des ■ Dienstags den Luftraum über den Kampf abschnitten im Süden der Ostfront und schössen 51 feindliche Flugzeuge ab. Krieg der Illusionen Die feindliche Kriegführung im Zwieipalt Von Konteradmiral Gadow Die unaufhörlichen Rückschläge auf der Feindseite, von Narvik bis zu den Salo-mon-Insein, von der Atlantikküste bis über den Don und Kaukasus, von der »Hungerblockade« gegen Europa bis zur so bitteren eigenen Transportnot, bilden ein zusammenhängendes Ganzes und haben drüben bei einigen klaren Köpfen längst die entsprechende Meinung über die gesamte Strategie gegen die Dreierpaktmächte festgelegt. An Mahnungen vor und zum Kriegsbeginn hatte es nicht gefehlt. Da wurde vor allem von Liddell Hart gewarnt, nicht noch einmal zwei Millionen der besten britischen Soldaten auf flandrischem Boden verbluten zu lassen. Er wies nach, dalJ dieser Aderlaß im ersten Weltkrieg vernichtend auf die Führerauswahl, auf Lebenskraft und Unternehmungsgeist der Nation von 48 Millionen gewirkt, das Ausströmen frischen Blutes in die Dominien endgültig zum Stehen gebracht und damit Struktur und Zusammenhang des Weltreichs verändert hat. Er hätte hinzufügen können, daß unter dieser Kriegsnachwirkung der Vorrang der britischen Seemacht beendet, der Konkurrenzkampf gegen die Wirtschaftsmacht der USA gelähmt und die politische Abhängigkeit von diesen zur Tatsache wurde. Als äußeren Beweis mußte Premierminister Baldwin, der Mann mit der »Rheingrenze Englands«, der amerikanischen Regierung feierlich versichern, daß keine Seorechtsfrage mehr ohne sie entschieden werden würde. Die Warnungen Liddell Harts hatten die nicht beabsichtigte Wirkung, daß der mehr als schonende Einsatz der britischen Divisionen in Flandern unter den Verwünschungen Frankreichs mit dem »glorreichen Rückzug« bei Dünkirchen endete. Frankreich, der stärkste damalige »Festlandsdegen« Englands, war zerbrochen, und Deutschland hatte die von England Feit Jahrhunderten allen kontinentalen Großmächterl verweigerte Stellung am Atlantik. Die verunglückte »Ausweitung des Krieges« mit noch unzureichenderen Mitteln auf den skandinavischen Raum ergänzte die große strategische Niederlage. Im Zuge der bewährten historischen Grundsätze gelang es England, als Ersatz für die westeuropäischen, polnischen und tschechischen Verbündeten die Sowfet-union gegen die Achsenmächte ins Feld zu stellen. Aber auch der Jubel über diesen Gewinn endete in den Sommerschlachten 1941 in Enttäuschung. Der Stillstand und die Strapazen unserer Heere im Winter belebte die feindlichen Hoffnungen zwar aufs neue, bis dann die heurige Frühjahrs-und Sommeroffensive endgültig die Fehlrechnung bewiesen. Immer noch hatte England seine eigenen Kräfte im großen-ganzen schonen können, wenn es auch in Griechenland, Kreta und Libyen nicht unerheblich bluten mußte und dazu seine ehemals beherrschende Mittelmeerstellung einbüßte. Der Kriegseintritt der USA gab frische Hoffnungen, und Churchill sah oe-reits »den Berg« vor sich, den man bald dem Siege entgegen überschreiten würde. Gleichzeitig stand zwar Japan im Felde, aber mit den 700 bis 800 Millionen Indiens und Chinas wurde dieser Gegner als abgedeckt angesehen und über eine Milliarde der Menschheit für den »Kampf um die Freiheit« buchmäßig In Anspruch genommen. Die Rückschläge aus dieser dritten ganz großen Illusion sind bekannt; Hawaii. Malaya, Philippinen, Burma, Sunda-Inseln und überall verlorene Seeschlachten. Die mit diesem äußersten Aufgebot von Hilfsvölkern erzielte Beanspruchung def deutschen Kampfkraft, wurde vo« unseren »Marburger Zeitung« 27. August 1942 Nummer 239 FeitKlen als fast sichere Siegesgarantie angesehen. Die vernichtenden Schläge, die unsere Gegner eben in den letzten Monaten zu Wasser und zu Lande erleiden müssen, werden sie freilich eines anderen belehrt haben. Von Interesse ist da das Urfeil, das der Schweizer Oberst Däniker, Fachmann von hohem Rang, fällt. Er sieht den Erfolg Deutschlands darin, daß es den Krieg auf die >militärische Ebene«, auf die des kontinentalen Landkrieges zurückgezwungen hat. im Gegensatz zum britischen Kriegführungssystem, das über dem Druckmittel der Seemacht und den leichten Erfolgen der Kolonialkriege die Anpassung an die technische und taktische Entwicklung des Landkrieges versäumte, nicht einmal die Luftwaffe richtig einschätzte, formte sich bei den Großmilitärmächten des Kontinents der »europäische Stil« immer zielbewußter, um in den Siegen der deutschen Wehrmacht und der völlig originalen Verwendung der modernen Kampfmittel bei freiester taktischer Führung zu gipfeln. Der Wirtschaftskrieg der Seemacht versagte gegenüber dieser Kriegführung, die sich durch zweckmässige Organisation imd Vermehrung ihres V^ersorgungsraumes sicherstellte. Der Feind beharrte in seinem tiberholten System der grundsätzlichen Defensive (Liddell Hart) und fand nur als offensiven Ausweg den Terror-Luftkrieg, an dessen Wirkung er jedoch selber zu zweifeln beginnt. Noch stärker verurteilt das in Millionen verbreitete Kriegsbuch des USA-Offiziers Kernan die bisherige anglo-amerikanische Strategie. Er verwirft in Bausch und Bogen die Theorien des Kapitän Mahan (»Der Einfluß der Seemach auf die Geschichte«), der in seiner »unkritischen Begeisterung« für die Allmacht des Seekrieges und der Blockade die beiden Nationen einschließlich ihrer Lenker zu dieser ungültig gewordenen Auffassung verleitet habe und damit zur Defensive, vor deren Trümmern man jetzt stehe. Er fordert den Einsatz von Millionenheeren in Afrika und Europa, weil nur auf diesem Boden die Achsenmächte zu schlagen sind. Es ist aber das Unglück unserer Gegner, daß unser »kontinentaler Stil« der Kriegsführung nicht beim Landkrieg stehen geblieben ist, sondern sich in Gestalt der Luftwaffe, der U-Boote und Handelsstörer bei hervorragend verbesserter strategischer Stellung die Mittel zur Offensive auf außerhalb des Kontinents zu schaffen gewußt hat, während die Japaner sich geradezu als Meister des amphibischen Krieges erwiesen. Wir kennen aus den Stoßseufzern der Gegner die Wirkung der Transportnöte. Gewiß kommt noch mancherlei an Kriegsmaterial und Ernährung an'sein Ziel, aber der Überschuß an Tonnage, der erforderlich wäre, nicht nur die »31 Expeditiön-chen« der USA nach Island, Irland, West-a-frika, Indien, Australien, Persischen Golf usw. zu unterhalten, sondern Massenheere mit voller schwerer Ausrüstung, bei einer Beanspruchung von 10 bis 15 brt für jeden Soldaten, der ist weder Vorhände*^, noch in Sicht. Schon zwingt das Dilemma um die »Zweite Front« zu irgendeinem neuen Ausweg, und der USA-Luftkriegfachmann Seversky fordert die »triumphierende Luftflotte« von Bombern mit 25 000 Meilen (40 000 km) Aktionsbereich, oder Henry Kaiser die »70-Tonnen-Trans-portflugzeuge«, wieder andere die Flotte von Unterseebootfrachtern, die inzwischen schon abgetan wurde. Der britische Luftmarschall Lord Trenchard bemerkt zum Bomber-Projekt trocken, daß ein solcher Bomber weder existiere noch in Sicht sei, vom Engpaß des Materials ganz abgesehen. Das größte Probemuster bisher, die »Douglas B 19«, mit 7000 Meilen Bereich, 320 km Geschwindigkeit und 1,5 t Ladefähigkeit, existiere nur in einem Exemplar (nicht in Massen, wie die Reklame behauptete) und würde eine leichte Beute der deutschen Jäger, brauche lange Bauzeit, müsse jedoch statt Bomben Benzintanks für den Rückflug laden, wenn sie nicht ohne Treibstoff unterwegs sitzen bleiben wolle. Bei einer Lebensdauer von drei Monaten müßten 20 000 solcher Bom> her im Jahr gebaut werden, um den Mindestbestand von 5000 zu halten. Das wäre nicht zu erreichen. Somit hat der Zwiespalt der feindlichen Strategie mit der Verzweiflungskonferenz in Moskau und der Entwertung aller Auswegsvorschläge ihren Höhepunkt erreicht. Oerade zum Zeitpunkt der Katastrophen in allen Weltmeeren, bei Dieppe, im Kaukasus und vor Stalingrad. Tiruck nnd Verlag: Marborser Verlaus- ond Druckerei. Oes. m b. H. — VerlazsIeltunE; Eeon Baumgartner ■ HauolichriltleUer: Anlon Qerschack; alle In Mtrburr a. d. Drao Badeasse 6. Zar Zelt fdr Anxeijen die Preisliste Nr. 2 vom 1. Juli 1942 {cuitlB. Ausfall der Lieferunt des Blattes bei hAherer Qewait oder Betriebsstörung trlbt keinen Ansprucb aaf (tttckzabluBS Besttsscftldas Sowjetunion braucht schnelle Hilfe Bai d«n Bolichewisten ein Rückschlag nacli dem andern — Die Zwangsjacke der Scliiffsraumnol verurteilt England und USA zur Untütigkeit Genf, 26. August In der Londoner »Sunday Times« vom 23. August setzt sich Scrutator in einem Sonderartikel mit c'en Moskauer Besprechungen zwischen Churchill und Stalin auseinander und stellt diesen Artikel unter die bezeichnende Überschrift »Die Sowjetunion braucht schnelle Hilfe — Was können Großbritannien und Amerika tun?« Blockade gegen England In der Betrachtung selbst heißt es u. a.: Bisher sei es stets so gewesen, daß der Feina' die Initative in Händen gehalten habe, trotz aller sowjetischen OFfensiv-versuche an der Ostfront und ähnlichen britischen Bemühungen in Nordafrika. Großbritannien habe ursprünglich versucht, mit Hilfe einer Blockade Deutschland abzuwürgen, doch hätten die Deutschen dieses Mittel mit großer Wirksamkeit Großbritannien gegenüber angewendet, zumal England von einer wirksamen Blockade viel empfindlicher getroffen werde als aas heutige Deutschland mit s-einem Machtbereich auf dem europäischen Festland. Gewaltige Verluste der Sowjets Die Ursache für die Abhaltung der Moskauer Konferenzen, so fährt der Scrutator fort, sei natürlich die Zwangslage, in der sich die sowjetische Armee befinde. Gewaltige Gebiets- und Menschenverluste habe die Sowjetunion schon im vergan- genen Jahr erlitten, doch gehe es jetzt bei den Kämpfen an der Ostfront um die Hauptversorgungsquelle und Hauptverbindungslinien der Sowjetunion, die bereits zu einem beachtlichen Teil verlorengegangen seien. Das deutsche Kunststück Woihin man auch an der Ostfront blicke, müsse man feststellen, daß die Sowjets einen Rückschlag nach dem anderen sf-litten. Selbst a'ie als Entlastung gedach-'ten eigenen sowjetischen Gegenangriffe im Norden der Ostfront seien ständig fehlgeschlagen. Es scheine Tatsache /u sein, daß die Sowjets dem Gegner praktisch unterlegen seien und zum anderen die Deutschen das strategische Kunststück fertiggebracht hätten, alle Abschnitte der Front trotz großangelegter Offensiv-vorstößc im Süden militärisch stark genug zu machen, um jedem sowjetischen Angriff gewachsen zu sein. Die Sowjetunion beCürfe also dringend der Hilfe, und England und Amerika dürften dabi im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nicht versagen. Erwägungen um die zweite Front Was könnte man tun? Das sei gleichzeitig die Hauptfrage gewesen, die man sich bei den Moskauer Besprechungen vorlegte. An erster Stelle stehe natfirlich die Versorgung a'er Sowjetunion. Ein ernsthafter Versuch, eine zweite Front ii Westeuropa zu schaffen, würde diese IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIUIllHIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIMtlllllllUlllllllllllllllllllilllllllllllllllillllllllllllllllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Die Bezwingung des Elbrus Eine militärisch wie alplnistiscii kühne Tat der Gebirgsjäger Berlin, 26. August Zur Missung dor deutschen Reichs-kriegsflagge auf dem Elbrus werden vom Oberkommando der Wehrmacht noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Die Bezwingung des Elbrus durch die Gebirgsjäger einer vom Ritterkreuzträger üeneralmajor Lanz s*wfülirtcn Division er^ab sich aus den Operationen, die zur Säuberung dieses Gebietes von bolschewistischen Kräften unternommen wurden. Eine aus besonders guten Berg-steigeni bestehende Hochgebirjjsabtei-lung unter Führung von Hauptmann Groth brach am 13. August von Tscher-kesk aus auf mit dem Auftrag, die Pässe des Elbrusgebietes und das Ouellgebiet des Kuban zu erkunden und die in diesem Raum geeigneten W'-ge für den weiteren Vorstoß der Division zu sichern. Bereits im Kubantal stielten die Jäger auf eine bolschewistische Kolonne von 15 Geschützen und 57 Lastkraftwagen, die sie unter geschickter Ausnutzung des Gelärdes in dem felsigen Flußtal umgingen und nach kurzem heftigen Kampf vollständig vernichteten. Am 14. August standen die deutschen Gebirgsjäger wenige Kilometer vor Utschkalan an dem hier schon recht breiten und schwer reilknden Kuban. Von hier aus konnten die O^birgsjäger nur noch zu Fuß unter Mitnahme von Trag- tieren vorwärtskommen, bis sie zuletzt ihre Waffen, Ausrüstung und Verpflegung selbst tragen mußten. Am 17. August trafen die Jäger bei der Durchführung ihres Auftrages nach au-Ikrord»-ntlich beschwerlichein Aufstieg über weite Schnee- und Oletscherfelder in 4200 Meter Höhe auf eine noch von Bolschewisten besetzte Wetter- und Mi-litärstatioii. Die Bolscliewistcii waren von dem plötzliciieii Auftauchen der deutschen Soldaten so überrascht, daß sie sich von dem allein vor ihnen stehenden Hauptmann Groth widerstandslos entwaffnen und gefangennehmen ließen. Trotz starker Schneestürme und großer Kälte säuberten dio Gebirgsjäger am folgenden Tage das Gelände weiter von versprengten Bolschewisten und brachten wichtige Übergänge und Gebirgswege in ihren Besitz. Der außerordentlich heftige Schneesturm hinderte die Jäger nicht daran, zwei Tage später den 56.33 Meter hohen Elbrus zu besteigen. In überaus beschwerlichem Aufstieg wurde der Berg bezwungen und auf seii>:'r höchsten Spitze am 21. August die Reicliskrlegs-flagge gehißt. Ein Marsch und Kampfweg von insgesamt 3500 Kilometer, den diese L):vision im bisherigen Verlauf des Ost-fcidzuges zurücklegte, fand mit dieser inilitüriscii wie alpinistisch külineii Tat scn'sn eindrucksvollen Höhepunkt. Versorgung der Sowjets mit Rücksicht auf die Schiffsraumnot so gut wie völlig ausschalten. Ein solcher Ausfall dürfte der Sowjetunion nicht angenehm sein, da ihr Bedarf an britischem und amerikanischem Kriegsmaterial sowie Lebensmitteln mit jeder Fabrik und jedein Bauernhof, o'en sie grundsätzlich verliere, ständig im Wachsen begriffen sei. Eine zweite Front in Westeuropa zu errichten, sei den Alliierten also angesichts dieser Lage nur >in angemessener Zeit« und nach gründlichsten Vorbereitungen möglich. „Eine Wolke von Zweifeln" Auch die englische Zeltung »Econo-mist« stellt soeben betrübt fest, daß es in diesem Sommer überall schwarz für die Verbündeten aussehe. Die geschlagenen Sowjets, so heißt es in dieser Betrachtung zur allgemeinen Lage, zögen sich immer weiter zurück, in Indien gäbe CS Unruhen und Unordnung, und in Afrika ständen die Deutschen kaum eine Tagesreise vom Nil entfernt und gefährdeten auch dort eine der wichtigsten Schlüsselstellungen. Angesichts dieser militärischen Lage brauche es deshalb auch niemand in Erstaunen zu versetzen, daß im britischen Volk langsam die Befürchtung emporsteige, die «Alliierten« kämen wieder einmal mit all ihren umständlichen Vorbereitungen in diesem Krieg zu spät. Es habe sich seit 1940 auf das britische Volk eine Wolke von Zweifeln gelegt, die auf den Gemütern laste. Eine ständig gleiche Folge von Fragen tue sich dem Beobachter kund: Können wir noch siegen? Sind unsere Streitkräfte dazu in der Lage und' schlagkräftig genug? — Es sei unvermeidlich, daß diesen und ähnlichen Fragen viel Skepsis und noch mehr Kriegsmüdigkeit zu Grunde lägen. Nur mit tatkräftigem militärischen Handeln könne man da noch helfen. Vereitelter Briteiumgrin anIGeleilzig Rom, 26. August Der italienische Wehrmachtbericht gibt bekannt: An der Ägyptenfront belebte sich das Artllleriefeuer und die Tätigkeit der Luitwaffe. Zwei Flugzeuge wurden im Laute der Kämrie von deutschen Jägern abge-scli isscn, ein drittes wurde von der Fhik von Tobruk bei einem Einflug vernichtet. Es wuiden v»'eitere fünf Flieger eines feindlichen Flugzeuges gefangengenommen. das bei Sollum zum Absturz gebracht worden war. Eines unserer U-Boote ist nicht in seinen Einsatzhafen zurückgekehrt. Im Mittelmeer griffen deutsche Jäger einen englischen Bomberverband an, d*^r einen unserer in Fahrt befindlichen Ge-ieitzüge anzugre'i'Sn versuchte, und zwaiigen den Feind, seine Bomben ier i von den Schüfen auszuklinken. Ein Beau-fighter wurde getroffen ui:ü stürzte iys Meer. Britisclies Gemetzel in der lirovlnz Slndii Bisher 2000 Angehörige des Hur-Stammes gehenkt Istanbul, 26. August ,Kriegszustandes wurden »nur« wenige mehr als 2000 von den 10 000 Anhängern Pir Pagaros verhaftet und gehenkt.« In ganz Indien zalilrelciie Todesopier Auch der Sender Delhi berichtet wieder von heftigen Zusammenstößen im Siirat-Bezirk in der Bombay-Provinz. Mehrere tausend Demonstranten wurden von der Polizei angegriffen. Die Polizei machte rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch und tötete zwei Demonstranten, während eine größere Anzahl Inder verwundet wurde. Bei einer Freiheitskundgebung der Inder in einem anderen Ort der Bombay-Provinz wurde ein Polizeioffizier von der erregten Menge getötet, In den Vereinigten Provinzen schoß die Polizei ebenfalls blindwütig in die Menge und tötete drei Inder, während sechs schwer verletzt wurden. In Shahjahanpur wandte sich eine nach Tausenden zählende Menge gegen die Eisenbahnstation, aus der auf sie geschossen wurde. Die Polizei erschoß sechs Personen. Zahlreiche klärte wörtlich: »Seit Verkündung des 1 Verwundete wurden abtransportiert, Nach hier eingetroffenen Meldungen aus Indien dauert die Erhebung der Hur unter Führung von Pir Pagaro in der Provinz Sindh mit steigender Intensität und unter voller Unterstützung der Bevölkerung an. Generalmajor Richardson, der britische »Chefverwalter des Kriegszustandes in Sindh«, beklagte sich darüber, daß seine Tätigkeit bei der »Unterdrückung der englandfeindlichen Rebellen des Hur-Stammes« nicht die Unterstützung der Bevölkerung finde. Sie zahlten dem Hur-Führer Steuern und lieferten ihm Nachrichten über die Bewegungen der britischen Truppen bei ihren Operationen gegen die Hur. Trotz wiederholter Aufforderung habe die Landbevölkerung sich geweigert, den britischen Behörden irgendwelche Nachrichten über die Tätigkeit der Hur zu geben. Infolge der Unterstützung der »Revolte« durch die Bevölkerung sei es für die Verwaltung des Kriegszustandes sehr schwer, den Aufstand zu unterdrücken. Richardson er- HutaefUuluidikk Der Herzog von Kent bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. Der Herzog j von Kent stürzte mit einem Flugzeug auf dem Wege nach Island über Nordschottland ab und kam mit der gesamten Besatzung des Flugzeuges ums Leben. — Der Herzog war das fünfte Kind des 1936 verstorbenen Königs Georg V. von Großbritannien und wurde HK12 geboren. Britische Heldentat. Englische Flugzeuge haben erneut französische Fischerboote an der Kanalküste mit Maschinengewehren beschossen. Bei Rückkehr der Fischerboote mußten sieben Verletzte in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die Presse bezeichnet die Handlungsweise der Engländer als verbrecherisch. englisches BombenfluKzeuK stürzte ins Meer. Ungefähr einen Kilometer von Algoci" ras entfernt stürzte ein britisches Flugzeug ins Meer. Beim Aufschlag explodierten die mitgeführten Bomben. Fünf Mann der Besatzung wurden getötet. In der USA werden Museumstücke einge-schmolzen. Fin neuer Beweis für die Knappheit an Eisen in den Vereinigten Staaten ist die Anordnung des KrieKsdenartements hi Washington, nach der sämtliche alten Geschütze und Granaten eingeschmolzen werden sollen, die bisher als Zier.stücke vor Museen und Kasernen aufeestellt waren. Schweres Erdbeben in Südperu. Ein Drittel der Stadt Nazoa in Südperu ist völlig zerstört. 20 Personen wurden getötet und viele verwundet. Der erste Erdstoß dauerte fas» fünf Minuten; es folgten darauf innerhalb Von zwei Stunden mehrere weitere Erdstöße. Das Ratliaus, die Polizeistation und die Kirche befinden sich unter den zsr$törten Gebäuden-. Nummer 239 »Marburger Zeitung« 27. August 1942 Seite 3 i)ie Sie^ Jim JUtUken überall winktm dl« Tommys mit weissen TUchern — Treibjagd auf Britenpanzer — trieben die Landungsboote auf dem Meer Hilflos Berlin, 26. August Auf Veranlassung des Oberkommandos der Wehrmacht trafen in Berlin zwei Offiziere des Küstenschutzes an der Atlantik-Küste ein und berichteten über ihre erfolgreiche Abwehr des englischen Invasions-Versuches von Dieppe. Das Bataillon des Majors von Bonin verteidigte jenen Küstenstreifen, in dem die Mehrzahl der Panzer gelandet worden sin7^ in» »y»' ■ '"r'T' m MlneDsucher machen den Weg frei PK-Aufnahinc: Kricgsbcrichtcr Jcsse (Wb.) Zerstörte Sowjet-Panzer am groflen Donbogen retten war. Aber im Feuer unserer Geschütze, unserer Bomber und Tiefflieger ist kein Boot mehr herangekommen, um die Überlebenden abzuholen. Jedenfalls herrschte von 14 Uhr ab mehr und mehr Ruhe, und ich konnte von meinem Gefechtsstand beobachten, was sich am Strande abspielte. Bilder des Grauens Überall ergaben sich die Tommys, winkten mit weißen Tüchern, hoben die Hände hoch tmd kamen auf unsere Stellungen zu. Ihr Widerstandswille war restlos gebrochen. Ich bin dann selbst hinuntergegangen und sah ein Bild, das sich mit Worten kaum beschreiben läßt. Als aller Weltkriegssoldat habe ich manche Szene des Grauens gesehen, aber noch nie derartiges. Man muß sich vorstellen, daß der Strand dort hauptsächlich aus Steinen besteht, bis zu Faustgroße, es gibt dort keinen Saiuistrand. Dort hat nun unsere Artillerie reingehauen, die Steine sind natürlich ebenso durch die Luft geflogen, wie die Granatsplitter, und was das für Verwundungen und Verstümmelungen beim Gegner gegeben hat, kann man sich vorstellen. Der Strand von Dieppe lag jedenfalls voll Toter imd • Verwundeter. Unsere Maschinengewehre von der Westhöhe hatten ebenfalls ganze Arbeit geleistet, und wenn wir unsere Verluste messen an denen, die der Gegner hier hei Dieppe erlitt, so sehr wir auch um die Kameraden trauern, die wir verloren — so ist das doch nur ein Bruchteil von dem, was der Gegner verlor. Panzer vom Meer überspült An der Landestelle westlich meines linken Flügels, in dem kleinen Ort bei Dieppe, sah es genau so aus. Dort war der Feind nicht mit Panzern rangekommen, er hatte es versucht, war aber gleich wieder abgedreht, weil er die Aussichtslosigkeit einsah. Er war nur mit den einfachen Landebooten rangekom-men und eingesickert. Unser Gegenangriff warf ihn raus. Auch dort lagen Hunderte von Leichen. Wir konnten sie nicht zählen, weil wir uns gleich wieder fertig machen mußten für einen etwaigen neuen Angriff, der aber ausblieb. Der Feind hatte genug! Am Strande von Dieppe lagen nachher viele Panzer, davon eine große Zahl aller-niodernster Bauart. Wenn die Engländer behaupten, sie hätten die Panzer zurückgelassen und gesprengt, so ist kein wahres Wort daran; von den Panzern ist nicht einer vom Gegner gesprengt worden, sie wurden sämtlich durch unsere Abwehrwaffen vernichtet. Es lagen ferner die großen Landungsboote da, die Panzer an Bord hatten, mit schwersten Beschädigungen. Einem hatte ein Artillerietreffer die ganze Seite aufgerissen, ein anderer brannte lichterloh, wieder einer hatte versucht, noch wegzukommen, er lag im I Wasser, unJ wurde von der hochkommenden t Flut überspült. .Auf dem Meere selbst sah man nichts als Schiffstrümnier, Leichen, Ret-tungsiingo, es war wie hei Dünkirchen. So endete dieses Unternehmen, dem die Engländer schon den Namen >Jubilee Oes und reiches Überschußgebiet. Mundarten Im Film Diftlekt« werden „frisiert" — Kein Der Film bedient sich — ebenso wie das Theater — gerne der Mundart, des Dialektes, um eine besondere Bodenst&ndigkeit der Handlung zu betonen. Nun macht aber erfahrungsgemäß dem Norddeutschen der süddeutsche Dialekt nicht unerhebliche Schwierigkeiten, und der Süddeutsche ist gern bereit, dem Norddeutschen ein „frisiertes Mundwerk" nachzureden, und so hat man denn im Film einen Mittelweg gefunden zwischen urtümlicher Ausdnicksweise und der üblichen allgemein verständlichen Schriftsprache, wodurch erreicht wird, daß heute zum Beispiel ein bayrischer Dialektftlm in allen Gauen Deutschlands verstanden werden kann. Es ist nun einmal in keinem Lande der Welt möglich, ganz reine Dialekt-Filme zu schaffen, denn auch in den kleineren Länder« (mit Ausnahme Ungarns, das keine Verschiedenheit der Idiome kennt) sind die Dialekte zu verschieden. Sind also die Mundarten im Film zu Gunsten der Allgemeinverständlichkeit auch etwas ,,frisiert", so ist ihr kulturpolitischer Werl dennoch größer als bei Bühnenstücken, und zwar nicht nur deshalb, well sich der Film an ein bedeutend größeres Publikum Wendet, sondern auch die Art, wie man den Dialekt im Film einsetzt, ist bemerkenswert. Beim Theater war der Mundart — abgesehen vou den reinen Dialektstücken der Bauern-theater — fast immer eine komische Rolle zugedacht. Sie wurde fast einer Sprachbehinderung gleichgesetzt, und der „Sachse" oder der „bayerische Bauer" auf der Bühne waren beinahe nur Abarten des „Stotterers*. Dadurch, daß sich der Dialektsprecher mit den Sprechern des Hochdeutschen nur schwer verständigen konnte, entstanden komische Mißbrauch für komische Figuraa Situationen. Der Dialekt sagte also nicht mehr, sondern weniger aus, als das Hochdeutsche, und darin lag eine gewisse Gefahr der Verfälschung. Wir stehen heute auf dem Standpunkt, daß jede Mundart in ihrer sehr treffenden, das Wesentliche betonenden Formulierung ihre besonderen Schönheiten hat, und so Ist denn der Film dazu gekommen — übrigens auch das Theater — den Dialekt keineswegs nur in humorvoller Form einzusetzen. Wir meinen hier nicht nur die erfreuliche Tatsache, daß sich der Film zum Beispiel mit Anzengru-bers Meineidbauer auch des literarisch wertvollen Dialektstückes angenommen hat, sondern wir wollen darauf hinweisen, daß dia Mundart auch in hochdeutsch gesprochenen Filmen mitunter sehr geschickt zur Charakteristik einer Figur eingesetzt wird. Wenn etwa das Bauernmädchen Anna Hordalc (in „Annuschka") vom Lande in die Großstadt kommt, so unterstreicht ihr bäuerlicher Dialekt die erste hilflose Verlassenheit des Bauernmädchens in der Stadt ausgezeichnet, aber diese ihre Sprache ist es auch, die sie unter den überzivilisierten Menschen der Großstadt als ein Naturkind heraushebt. Solcher Beispiele ließen sich noch viela finden. Sie alle sind ein erfreuliches Zeichen dafür, daß der Film auch hier seine kulturpolitische Aufgabe begriffen hat: daß aina Mundart den Menschen nicht herabsetzt, sondern als seine natürliche und charakteristische Eigenart betont. Der Film zeigt aber auch, daß ein Dialekt nicht die deutschen Stämme trennen, sondern mitunter sogar verbinden kann, und hier liegen in der Zukunft für den Film noch viele und frucht-bire Aufgaben. i...........................DIE VOM...........................I IHAHNENGRUND i ! ROMAN VON K U R T^R IE M A N N | Urlii))iT-fUUttdiifi <»di Triii Oskir Miisl», W«4n, Sa : (3r>. Fortsetzung) Mein Kind, eine Sängerin. Sie soll auf der Bühne stehen? Theaterluft! Nein, mein Herr, das werde ich nie zugeben können! Hin Glied meiner Familie auf den Tingtitangelbrettern? Ausgeschlossen! Wenn man auch keine Wirt- haftsniacht niehr darstellt, die Ehre des Standes Ist mir noch immer heilig und unvcr-'^tzlich.« »Sicher, Herr Assc8sorHintcr dem Plan steht aber ein Mann, der heute eine Wirt-PchaftsmacUt darstellt. Es wäre außerordentlich töricht, sein Angebot kurzerhand beiseitezuschieben. Überlegen Sie das?« :*Ein Mann der Wirtschaft? Will er Ottilie heiraten?« -Unsinn. Er ist persönlich gänzlich unbeteiligt an Fräulein Ottilie.« Und nun versucht Holfermann es mit der t'hcrrumpelung, eine Taktik, die er als Führer ^eines Torpedobootes so oft mit Erfolg angewendet hat. ; Cjenaii so unbeteiligt wie — Sie.« •»Wie meinen Sie das?« fährt der Assessor auf. ;^lch habe mir nichts vorzuwerfen.« Aber Holtermann sieht doch, daß er ihn irgendwie getroffen hat. Er weiß nur noch nicht, worauf die ganze Sache hinzielt. •:iHören Sie mal«, sagte er ganz kühl und geschSftsmfiRig. :»Ich kenne Fräulein Ottilie, kenne Sic, habe Ihre Tochter Elena gesehen imd Ihre Frau ficmahlin gehört. Es scheint mir unmöglich, daß Ottilie hier aufgewachsen ist.« »Sie ist seit ihrer zartesten Jugend in besten Pensionen gewesen.« >Aus welchem Grunde, Herr Assessor? Warum schicken Sie gera'de nur Ottilie in Erziehungsinstitute, die doch immerhin so teuer sind, daß Sie eigentlich ihren Mitteln nicht gerade zu entsprechen scheinen.« Der A.'Jsessor erhebt sich, ganz ablehnende Würde, gekränkte Größe. »Ich bin Ihnen keine Rechenschaft schuldig über meine Erziehungsmaßnahmen. Bitte, gehen Sie!« »Ich werde morgen doch wissen, was 'ch zu wissen wünsche, Herr Assc.ssor. Sie unterschätzen meine Hilfsmittel. Jede gute Auskunftei erledigt solche Sachen in kurzer Zeit, Es ist nur eine Sache der Zeitersparnis, wenn Sie selbst mir klaren Wein einschenken. Ich bin geneigt, Ihren anderen Kindern — haben Sie außer Elena noch Kinder?« »Drei. Zwei Söhne und eine Tochter.« >Also gut. ich stelle jedem Ihrer Kinder eintausend Mark als Erziehungsbeihilfe zur Verfügung. Das wären viertausend Mark, die Sie sich morgen früh auf der Bank auszahlen lassen können.« Förster stiert den Besucher wortlos an. Holtermann sieht, wie es mächtig in seiner Brust arbeitet. Jetzt wird er mich herauswerfen, denkt er, oder er akzeptiert. Eine heisere Stimme gibt Antort: »Sagen wir fünftausend insgesamt.« Holtermann nickt kurz. Dann fragt er schnell und ohne ihn zur Besinnung kommen zu lassen; »Ottilie ist nicht Ihr Kind?« Der Assessor läßt sich schwer auf einen der mottenzerfressenen Samtsessel nieder. Er ist plötzlich das, was er durch seine bombastische Redeweise und seine imponierende Haltung bisher mühselig zu verbergen suchte; ein schwammiger, vom Alkohol zerstörter, alter Mann. »Nein«, sagt er und sieht sich scheu um. »Ottilie ist nicht mein Kind. Aber das ist eine lange Geschichte, und ich kann sie Ihnen hier nicht erzählen.« Holtermann hatte Mühe, sein zufriedenes Lächeln zu verbergen. Er wirft einen Blick auf das Äußere des Mannes. »Haben Sic noch einen ordentlichen Anzug?« ;tNur den Frack, Herr Doktor. Aber er ist altmodisch.« »Gut. Gehen Sie in die Stadt und besorgen Sie sich einen dunklen Anzug. Hier ist ein Vorschuß. Ich möchte, daß Sie auf keinen Fall irgendwie besondere Aufmerksamkeit erregen. Fragen Sie heute abend um neun Uhr in der Halle der »Esplanade« nach mir. Hier ist meine Karte, Aber eine Bedingung stelle ich: ihre Erzählung genügt nicht, ich brauche Unterlagen. Sind Sie vollständig und ordentlich, zahle ich Ihnen ein anständiges Honorar, Es soll Ihr Schade nicht sein, Herr Förster!« Der dunkle Flur, die Frau scheint sich noch immer nicht beruhigt zu haben, die Treppe, auf der es nach Bohnerwachs, gebratenem Speck und Kinderwäsche riecht, danj^ steht Holtermann wieder im Freien. Von einem Telefonautomaten aus ruft er die Auskunftei an, die für die Kirsten-Werke seit jeher arbeitet. »Bis Punkt neun Uhr muß ich alles beisammen haben. Wie Sie es machen und was es kostet, ist gleichgültig.« Fünf Minuten vor neun Uhr hält er folgendes Schreiben in Händen; Egon Förster, geboren am 24. Februar 1877 zu Naumburg, Sohn des Rechnungsrates Egon Förster, Naumburg. Oymnasum daselbst, Abiturium, Studium der Verwaltungswissenschaften In Leipzig, Erlangen. Referendar. Assessor. Wegen zur Zeit noch nicht feststellbaren Vorkommnisses entlassen. Er hat nicht die Be- rechtigung, den Titel Assessor zu führen, wird aber gewöhnlich so genannt. Zur Zeit Versicherungsvertreter ohne festes Einkommen. Seine Mittel kommen vom Notar Dr. Hellmesberger, Wien, der auch die Zahlung für die Erziehung des Adoptivkindes Ottilie Förster leistet. Weitere wesentliche Einkünfte nicht feststellbar. E. F. ist Alkoholiker. Sein Familien-» leben wird als ungünstig bezeichnet. Vor--strafen: drei Monate Gefängnis wegen Betruges. Förster fälschte Versicherungsverträge, um in den Besitz der Provisionen zu gelangen. Nach unserem Ermeswn keinesfalls kreditfähig oder zur Mitarbeit geeignet. Weitere Unterlagen folgen in den nächsten Tagen.« Das genügt, denkt Holtermann, damit haben wir dich ziemlich fest in der Hand. Nun könntest du eigentlich kommen. Da geht auch schon der Fernsprecher und meldet Herrn Assessor Förster an. 28. Es muß irgendwo gewittert haben, denn es ist Wind aufgekommen gegen Abend. Das Meer zeigt Katzenpfötchen, und Jochen merkt, daß es nichts wird mit seiner nächtlichen Bootsfahrt. Pech, aber nicht zu ändern! Jedenfalls bessert sich seine Laune nicht gerade. Trotzdem steht er pünktlich an der Mole, und als die Kirchturmuhr den letzten Schlag getan hat, eilt eine Gestalt herbei. Er sieht es am Gang, an der Art, den Kopf gesenkt zu halten, daß es Renate ist. Unbändige Freude lacht in seinem Herzen. Triumphl Sie ist gekommen. Er küßt ihre Hände und sieht in ihre strahlenden Augen. Ich bin Ihnen ewig dankbar, daß Sie gekommen sind, Renate!« Nummer 230 >Mirburger Zeihingc 27. Augfust 1942 Seite 3 .Mus Stadt und £xtnd Das Tor zir deatschoi Volksgemeiischatt veit leOffnel Kein Untertteirer toll in ihr fehlen — Ausrichtung der Einsatzkräfte im Grenzg^ebiet Appell in den Kreisen Rann und Trifail Samttaf, den 22. Aufu«t 1M2. v«ranaUl-tete die Kr^tsfUhrung de« St«iri»chen Hei-mAtbund«« in Rann im Einvemtindnia mit den staatlichen Dienatatellen einen großen Appell, vor dem eine Tagungf der Ortagrup-penführer stattfand, an der Pg. Hubert Bo-gler allgemeine für alle Ortagruppen gleich-verbindete Zielsetzungen und Arbeitsrichtlinien aufdeckte. Den Appell eröffnete Kreieführer Adolf Swoboda, der eingangs feststellte, daß die gesamte Führerschaft von Partei und Staat envchienen sei und schon dadurch ihre Einmütigkeit In der Durchsetzung tmd Erfüllung aller für diesen Kreis gesonderten Fragen dokumentiere. Er bat Pg. Dr. Carstanjen nun das Problem des Unterlandes und den Weg zu seiner Lösung aufzurollen. Pg. Dr. Carstanjen rechnete mit den ewigen Meckerern ab, und stellte fest, daß es auch heute für jeden Deutschen Pflicht sei, Befehle zu emjpfangen und ^ durchzuführen. Außerdem sei allen jenen Gelegenheit in Hülle und Fülle g^eben, ihre Kräfte der nütxlichen Mitarbeit am Aufbauwerk der Untersteiermark zu widmen. Dann zeigte er die geschichtliche Ent- wicklung de rSteiermark auf, ihre grenzbildende Aufgabe, und meißelte den Menschen des Unterlandes mit all seinen Fehlern und Vorzügen heraus. Heute, da unsere Wehrmacht dieses Land wieder dem Reich einver. leibte, da die Wirtschaft dieses Geoietes in den Geaamtprozeß der Reichswirtjjchaft eingeführt wird, ist ea Sache der politischen Führung den Unterateirer in die deutsche Volksgemeinschaft einzuführen. Der Steiri-sche Heimatbund sls verlängerter Arm der NSDAP wird diese schwere Aufgabe meistern. Von jedermann aber, der In diesem Kreis im Einsatz steht, wird Mitarbeit und Verständnis für diese Aufgabe verlangt. Mit dem Aufruf, mitzukämpfen an der Verwirklichung des Führerbefehles, schloß der Red-ner seine Ausführungen. Ehrlicher und aufrichtiger Beifall dankte Ihm. Kreisführer Pg. Adolf Swoboda beendete die Versammlung mit dem kurzen Hinweis auf die folgerichtige Erkenntnis aus diesem Appell der in der Führerehrung auaklang Am 20. August hielten Kreisführer Pg. Eberhardt und der Landrat Regierungsrat Pg. Dr. Frohner gemeinsam einen Dienst-appell aller Elnaatzkräfte des Kreises Tri- Bis ins letzte Dorf sprlclit die jogeiul deutscti Lerntlfrige und disziplititorte ABC-Schützen — Ein Blick in das Schulwesen Im Kreis Cllli fail ab. Der Krei»führer führt« vor den voD-zählig ei'*chlenenen Beamten und Angestellten der »taatlichen und kommunalen Behörden und des Steirlachen Heimatbunde« aus, welche Probleme ea in der Untersteiermark zu lösen gebe. Er gab zunächst einen geschichtlichen Abriß der Entwicklungslinien der Unterateiermark bi.«i zur Gegen«rart, knüpfte weiterhin an die rasaisch-biologi-schen Voraussetzungen an, wie sie für die Eindeutschung der untersteirtachen Bev61ke. rung gegeben sind. Mit Nachdruck wies er daraufhin, daß in der Erziehung der Bevölkerung zum Gebrauch der deutschen Sprache durch alle Amtsatellen eine der wichtigsten Aufgaben der Zusainmemarbelt aller Einsatzkräfte zu suchen »el. Noch einmal gab er die Parole für die von dem Führer dem Steiriachen Heimatbund und der staatlichen Verwaltung gemeinsam gestellte Aufgabe der Eindeutschung des untersteiriachen Gebietes aus und appellierte dabei an die Einsicht, die Kameradschaft und die Leistunga-freudigkeit aller Einaatzkräfte. Der Lajidrftt, Regierungarat Pg. Dr. Frohner, dankte dem Kreisführer und gab im Namen aller versammelten Mitarbeiter von Staat und Parte! daa Versprechen engster veratändnisvollet* Zusammenarbeit ab. !m Kreis Cilli trat genau so wie in vier übrigen Unter.stciermark sofort nach der Befreiung überall die deutsche Schule an die Stelle der früheren slowenischen. Dies war natürlich nicht nur eine sprachliche Umschal-tung, sondern mit dem deutschen Erzieher hielt sofort ein neuer Geist seinen Einzug. Überall galt es, die Oedanken und Forderungen deutscher Ordnung, Raumplanung und Sauberkeit zu verwirklichen. Teilweise unvorstellbare, primitive und unordentliche Zustände mußten beseitigt werden, allerorts begannen Instandsetzungsarbeiten, bauliche Umgestaltungen, Zubauten und in einigen Fällen auch Neubauten. Wo es nur möglich war, wurden Sportplätze für die Schulen geschaffen. Die Jugend selbst trat in ihren Feierstunden, sportlichen und anderen Veranstaltungen vielfach unter Selbstführuiig auch nach außen in ganz neuer Haltung hervor. Freilich setzten kriegsbedingte Schwierigkeiten gar manchen Plänen ein vorübergehendes Halt, ebenso wie infolge Einberufung von Lehrkräften Zusammenlegungen von Schulen notwendig wurden. Wie vielfältig das Schulwesen des Kr(fises ist, mögen folgende Zahlen zeigen: Der Kreis Clin zählt 99 Volksschulen, 6 Hauptschulen, 3 Allgemeine Berufschulen und 63 landwirtschaftliche Beiufsohulen ohne das höhere Schulwesen zu berücksichtigen! Diese Schulen erfassen heute insgesamt 26 150 Schüler, für die 230 Lehrkräfte zur Verfügung stehen. Somit hat eine Lehrkraft durchschnittlich 113 Schüler zu betreuen. Fast jede Lehrkraft führt an ihrer Schule zwei normale Klassen und unterrichtet außerdem noch in einer Berufschule. Darüber hinaus stehen die deutschen Erzieher in vielfältigem öffentlichen Einsatz durch Führung von Sprachkursen, als Standortführer der Deutschen Jugend oder führende Amtsträger des Stei-rischen Heimatbundes, Die Hauptschulen haben durchweg je sechs Klassen, bei den Volksschulen überwiegt der drei- bis sechsklassige Typ. Der Erfolg des ersten deutschen Schuljahres übertraf alle Erwartungen. Bis in das letzte Dörüein kann man sich heute mit den Schülern in deutscher Sprache einwandfrei verständigen. Noch mehr wurde erreicht: die Jugend hat eine neue Haltung. Auf Grund des guten rassischen Kerns, der in ihr steckt, folgt sie den neuen nationalsozialistischen F.rziehungsgcdanken mit heller Begelsttrung! Wenn sie nun hei den Schuleröffnungsfeiern wieder in strammer, zuohtvoller Haltung zur Flaggenhissung antritt und dem Führer Gehorsam gelobt, beginnt sie dann das erste Schuljahr, das bereits dem normalen Lehrplan nach den Richtlinien des Reichsuntcr-riohtsministeriums vollkommen entspricht. Galt die bisherige Schularbeit vor allem noch der Erlernung der deutschen Sprache und der nationalpolitischen Ausrichtung, so ist nun die Schule des Deutschen Reiches auch im Kreis Cilli Wirklichkeit geworden. m. Todesfälle. Im Marburger Krankenhaus starben: der 47-jährigc Weber Josef Hrusch« nuinn aus Drauweiler bei Marburg, Wilhelm-Tell-üasse 19 und die 32-3ährigc Hiifsarbei-tersgattin Katharina Perschawetz, geb. Kra-nitz aus Brunndorf bei Marburg, Felix-Dahn-Gasse 1. In der Unterrotweincrstraße 8 bei Marburg ist der 47-iährige Schlosser der Reichsbahn, August Paulin. verschieden. ■— In Oberrotwein, Bacherugasse 42 ist die Kellnerin Theresia Meschkn im Alter von 30 Jahren gestorben. — In Pettau starb di« Private Enuna Wretschko. m. Lebensmittelkarten müssen den Namen des Inhabers tragen. Immer wieder wird die Wahrnehmung gemacht, daß Lebensmittelkarten, Raucherkarten, usw. nicht mit dem Namen des Inhabers versehen sind. In einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil wird darauf hingewiesen, daß eine Abgibe von markenpflichtigen Waren auf Karten und Bezugsclicine ohne Namensangabe verboten und strafbar ist. Ein Untersteirer erfand das Schlauchboot Vor 30 Jahren wurde et iura ersten Mal auf der Dran erprobt Das Schlauchboot als wichtigstes Hilfsmittel unserer Pioniere und Sturmtruppen an allen Fronten dieses großen Krieges ist aus der Kriegführung unserer Tage nicht mehr wegzudenken. Den Stoßtrupps bei der Uberwindung von Flußläufen und den in Seenot geratenen Fliegern leistet es gleich gute Dienste. Niemand wird in unserer unterstei-rischen Heimat daran gcdacht haben, ein Sohn der Untersteiermark, Oberingenieur M. A. Richter, war, eine Landratte mit stiller Liebe zur See, der im Jahre 1912 auf den Einfall kam, das von der Marine verwendete Rettungsboot mit seinen Nachteilen durch ein Boot von geringem Gewicht und geringer Kenterungsgefahr zu ersetzen. Sein ganz im geheimen gebautes erstes Schlauchboot probierte er auf dec Drau aus, Es bewährte sich. Dennoch traf er noch einige Verbes-i 4* iMI serungen und zwei Jahre darauf führte Richter sein Schlauchboot kurz vor Kriegsbegino im Hafen von Triest vor, hatte Erfolg und meldete es zum Patent an. Man hätte denken sollen, daß die Erfin« dung des Untersteirers, der inzwischen Soldat geworden war, ausgenutzt wurde, doch weit gefehlt. Der Bürokratismus ließ noch zwei Jahre vergehen, bis das Patent bewilligt wurde. Bald darauf wurde das Schlauchboot fabriksm^ßig hergestellt, ehe es jedoch v:um Einsatz kam, war man an den Fronten des Weltkrieges zum Stellungskrieg übergegangen, nach dem Kriege kam es fast in Vergessenheit. Erst in diesem gewaltigen Kriegsgeschehen setzte sich die Erfindung M. A. Richters durch, man erkannte ihren wählen Wert Rein diGh odsr Ich Iress' dlchl Eine warme Sommernacht, silberner Mondschein, der Duft von Blüten oder auch des Parfüms, das Mizzi neulich als original französisches für sechs deutsche Reichsmark erstand, ein wenig Liebe, ein wenig Schwermut, ein bißchen Sehnsucht — irgendwie muß das der Mensch ja verarbeiten, und wenn das Objekt seiner melancholischen und sentimentalen Gedanken nicht Seite an Seite mit ihm durch den Frühling-, Sommer- oder Herbstabend schreitet, so werden seine Gedanken unweigerlich in lyrische Bahnen gelenkt. Nichts gegen helle Mondnächtel Ihnen haben wir die schönsten GecÄchte der Weltliteratur zu verdanken. Doch zwischen Dichten und Verseschmieden ist ein Unterschied, und nicht jeder dieser Mondscheinsänger wird in die Weltliteratur eingehen. Aber auch wenn sein Ehrgeiz nur bis zur >Marburger Zeitung« reicht, so sollte der vermeintliche Dichter doch erst einmal gründlich im sachlichen Licht des Mittagssonnenscheins mit sich zu Rate gehn, ob er die Post und uns damit unnötig i)elasten soll. Aber da gibt es dann noch eine ganz bestimmte Kategorie von ^Dichtern«, die weder eine silberne Mondnacht noch sonst ein tieferer Eindruck zu ihren poetischen Ergüssen treibt, sondern die einfacn glauben, der Welt ginge ein zweiter Goethe verloren, wenn sie nicht alle, und seien es die lächerlichsten, Gedanken in gereimter Form zu Papier bringen Nach dem Motto >Rcim dich — oder ich freß' dich!« dichten sie dann frisch von der Leber weg, was das Zeug, bzw. das Papier hält. Das Versmaß wird geschunden, daß sich die Zeilen vor Schmerz Biegen. Die deutsche Sprache ist ja wandlungstähig; warum sollte man sich also nicht seine eigene Grammatik zurechtlegen. Zum Beispiel: >. . . Er macht zu das Roß die Mücke und zu einem Elephant macht er die Fiesen dicke. Und das ist allerhand U Das ist weiß Gott allerhand I Goethe wäre gewiß vor Neid erblaßt, wenn er das gelesen hätte. Die >Dichter< sind sich dann auch meist ihrer Bedeutung für die Literatur bewußt und halten mit ihrer hohen Meinung von sich nicht hinter dem Berg. »Da ich sehe, daß Sie jetzt Platz für weniger interessante Gedichte haben, stelle ich Ihnen meine weitaus besseren Sachen für eine Ihrer nächsten Nummern zur Verfügung.« Das verschlägt uns so ein wenig den Atem. Bedenklich ziehen wir die Stirn in Falten ob unseres kulturellen Urteilsvermögens und wir «hen mit uns zurate, ob nicht doch vielleicht Dichtungen im Stile von >. . . bin eine flotte Dirn, und die grüne Birn dort am Baume, die hätt' ich gerne am Saume, noch lieber aber 'ne Pflaume . . .« höher stehen, als die eines Hölderlin oder Brentano. Es ist ja meistens so, daß Genies zu ihren Lebzeiten verkannt werden; sollten wir etwa von der gleichen Mißachtung später einmal unsterblicher Werke ergriffen sein? St. m. Polstrau spendet« 3974 Reichsmark. Bei der letzten StraBensammlung für das Deutsche Rote Kreuz spendete die Bevölkerung der Grenzortsgruppe Polstrau den Betrag von 3974 Reichsmark. Nach dem Einwohnerstand ergibt das je Familie 7,20 Reichsmark und je Einwohner einen Durch-schnittsbetrag von 1,67 Reichsmark. Einen schöneren Beweis ihrer Opferfreudigkeit hätten die Volksgenossen wohl nicht bringen können. Auch den Sammlern gebührt für ihre unermüdliche Arbeit vollste Anerkennung. Die Ortsgruppe Polstrau weiß, welchen Dank sie den Soldaten schuldig ist. Das MSdchon aus d«r kleinon Stadt Von Paul Relnke Bestimmt, es läßt sich nicht verleugnen, Urlaub ist eine köstliche Sache, Das denkt auch der Gefreite Christian Bang. In acht Tagen ist für ihn die Stunde da, daheim zu "weilen. Daheim! Nicht zu Hause, wie Krause aus Halberstadt und Pichelhuber aus Graz, Zwischen seinem Daheim und Ihrem Zuhause besteht ein himmelweiter Unterschied. Sie fahren beide zu ihren Familien, ihren Frauen, ihren Kindern und er fährt in die große Stadt in sein kleines möbliertes Zimmer bei der Witwe Fischer. Gewiß, auch sie ist mütterlich besorgt um Ihn. wird sich freuen und guten Willens sein, ihn mit kleinen Liebenswürdigkeiten den Urlaub so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Er wird öfter bei Karl und Karin weilen. Sie werden gemeinsam auf dem kleinen Balkon sitzen und Halma spielen. Und alle Bekannten werden sich freuen, wenn es sie besucht. Doch am Ende bleibt die ganze Urlaubszeit immer wieder das kleine möblierte Zimmer. So wohnlich und nett in Ihm alles gestaltet ist, offenbart es doch seinen Charakter, kein Zuhause zu sein, wenigstens nicht so, wie jenes seiner Kameraden Krause und Pichelhuber und aller anderen. Und dann kam der Brief seiner Schwester, die in die kleine Stadt am Thüringer Wald geheiratet h«tte. »Deinen Urlaub verbringst du bei uns«, schrieb «sie ihm, »denke nicht, Bärbel störe dich des Nachts Sie ist so artig mit ihrem HreivierteHahr und überdies muß sie dnch nun endlich ihren Onkel Christian kennen lernen.« »Also gut«, denkt er, »verbringe ich meinen Urlaub bei der Schwester, immerhin ein Zuhause bei einigen Menschen, die einem doch näher sind, als die Wirtin.« Der erste Frühzug schiebt sich fauchend durch die Bergwälder. Vorbei an Wiesen und Feldern, an kleinen Dörfern, wo in den Häusern und Ställen eben der Tag beginnt. Bald ist Christian an seinem Urlaubsziel angelangt. Die kleine Stadt liegt im sommerlichen Glanz des Morgens. Dort steht die Schwester an der Sperre. Das kleine Mädchen in dem Kinderwagen strahlt ihn an, als wolle es sagen: »Freut mich, Herr Soldat, daß du mein Onkel Christian bist.« In dem kleinen Haus angekommen, fühlt er sich bald heimisch. Einen wundervollen Blick hat er über die kleine Stadt von dem Fenster seiner Stube aus, bis in die nahen Wälder, die rings die Stadt umgeben. Hinter dem Haus plätschert ein Bach dahin und singt ihm am Abend ein Lied zum Schlaf. Ja, er bereut es nicht, hier seinen Urlaub zu verbringen. Zumal er sich sehr nett heute Abend mit Fräulein Hagen vor der Tür auf der Bank unterhalten hat Sie hat eine natürliche Art zu reden. Alles von ihr Gesprochene ße-fiel ihm. Als er ihr einmal länger als nur flüchtig in die Augen sah, mußte er an den Ausspruch eines Kameraden denken, der, wenn er von seinem Mädel erzählte, immer sagte: »Sie hat so was, wie meine Mutter hatte«. Ja, jetzt konnte er ihn erst richtig verstehen. So ging es ihm mit Fräulein Hagen, die nun ein Haus weiter wahrscheinlich schon längst in einem tiefen Schlaf lag und nicht wissen konnte, oder auch gar nicht wissen wollte, daß er an sie dachte. .lohanna heißt sie, hat ihm hernach die Schwester gesagt und tweiundzwanzlg Jahre 4jt Ist sie und ein ordentliches Midel. »Danach mußt du sie schon einmal selbst fragen«, meinte die Schwester, »ob sie am Sonntag mit dir zum Inselberg gehen will.* Und Johanna hatte ja gesagt. Ein herrlicher Sommertag liegt über der Landschaft. »Ach, wie schön kann so ein Tag sein. So ein einziger Tag«, denkt Christian an ihrer Seite. Und sie muß wohl seine Gedanken fühlen, wenn auch von all dem nichts zwischen Ihnen gesprochen wird. Jeden Abend sind sie so ein Stück gewandert seit jenetn Sonntag. Und es war kein Zufall, daß sie heute am letzten Abend vor seiner Abfahrt wieder wie schon so oft auf der kleinen Waldbank sitzen. Von irjiendwo bläst einer auf dem Waldhorn ein Lied. Klingen von drüben her die Geräusche der kleinen Stadt, die im goldenen Abendlicht liegt. Sie haben lange hier gesessen und Abschied genommen. Es war gar kein Abschied. Es war ein Sichfinden nach Tagen des Urlaubs, die nun Ihr Ende nahmen. Und dieser eine letzte Tag brachte ihnen beiden so viel Ja, er gab ihnen alles. Dem Mädchen Johanna erfüllte sich die Sehnsucht, einen Menschen gefunden zu haben, den sie liebt. Ihm aber Ist sie das geworden, wovon er noch vor gar nicht langer Zeit nicht wußte, wie es einem Menschen ausfüllen konnte. Ihm war sie nun sein Zuhause geworden — das Mädchen Jo-lianna aus der kleinen Stadt. Der Hflnplling im Krohodll 1d Afrika — erzählte kürzlich lächelnd ein alter Afrikaner — kann man sehr ärgerliche Dinge mit Tieren aller Art erleben. Die meliten Neger glauen nämüch auf etwas seltsame Art an die Seelenwanderung. Eines Morgens fand ich den Garten meiner Farm grißlich verwüstet. Alles drunter und drü- ber, alle Beete zertrampelt. Ich angele mir meinen schwarzen Gärtner: „Tja", kauder« welscht der, dämlich glotzend, „das haben gemacht ein Krokodil, was ist gekommen spazieren gehen in der Nacht im Garten. Es ganz nahe ging vorbei an mein Bett." „Sol", brüllte ich. „und weshalb hast du das Biest nicht weggejagt oder mich geweckt, da Schafskopf?" — „Nicht möglich, Massa, Krokodil beleidigen", flüstert der Kerl ängstlich und sieht sich scheu um — ich denken, Krokodil sein toter Häuptling, neulich ge' sterben, und nun bloß kommen nachsehen, ob bei uns ist alles noch in guter Ordnungl" Wütend reiße ich meine Flinte vom Nagel, um mir am Meer ein paar fliegende Fische zu schießen. Sie schmecken nämlich, gut zubereitet, köstlich. Gerade lege ich an und will abdrücken, da tippt mir der kleine schwarze Junge, den ich immer mit auf die Jagd nahm, auf den Arm, sodaß ich ein g«-diegenes Loch in die Luft ballere, und sagt vorwurfvoll: „Bitte, bitte, nicht auf ihn schießen! Tn diesem Fisch steckt jetzt meine Großmutter!" Auch im Urlaub wollen Sie die „Marbnr^r Zeitung" lesenl Wenn Sie vttrrslsan, melden Sie Ihre neue ABsckriff (Anschrift&nderung) dem zuständigen Poitamt „Marliomer Zeltang** VcrtiicbMbtfllufig 5« SMm Erptawitor tebtn Slraan-sanmlng 756 591 RM in der Ste^ark, 239500 RM hfl Unterlaiid — Fast durchweg Stelgeniii> gen von 50 v. H. Die am 22. und 23. August durchgeführte letzte StraßenAammlung für das Deutsche Rote Kreuz in diesem Jahre brachte wieder ein stolzes Erf^ebnis. Sie ergab im Reiclisgau Steiermark 517091 Reichsmark und in der Untersteiermark 239 500 RM, insgesamt mithin 756 591 Reichsmark. Die vorjährige gleiche Sammlung hatte 353 631 Reichsmark erbracht. Es ist damit eine Zunahme von 163 460 Reichsmark, d. s, 46 v. H., zu verzeichnen. Die Kreise im Reichsgau weisen in ihren Ergebnissen fast durchwegs Steigerungen von 50 v. H. auf. Die untersteirischen Kreise spendeten wie folgt: Cilli rund 68 000. Luttenberg 13 500, Marburg-Land 44 000, Marburg-Stadt 50000, Pettau 3ROOO, Rann 17000 und Trifait 9000 Reichsmark. NSV ond WHW vor neuen Aufgaben Tagung der GauhaaptamtsleHer der NSV ond der Gaubeauftragten für das WHW In der NSV-Gauschule Hochstadt (Protektorat) fand vom 23. bis 25. August eine Tagung der Gauhauptamtsleiter für Volkswohlfahrt und der Gaubeauftragten für das Win-terhilfswerk aus dem ganzen Reich statt. Der Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt m der NSDAP, Oberbefehlslcitcr Hilgenfetdt, gab Anordnungen über die Durchführung kriegsbedingter Aufgaben der NSV und des Kriegswintcrhilfswerkes 15M2-43. Am Dienstag traf am Tagungsort Gauleiter und Reichsstatthalter Konrad Henlein ein und begrüßte die Teilnehmer. m. Dorfnachmittag in Königsbrunn. Mehrere Mädel-Singgruppen, der Fanfarenzug tind eine Singschar der Deutschen Jugend und eine Mädel-Tanz- und Gymnastikgruppe aus Rohitsch-Sauerbrunn kamen am Sonntag nach Königsbrunn, um mit den einheimischen Bewohnern ein paar gemeinsame Sttmdcn der Freude zu verbringen. Die Kameraden Utschcssanek und Högler sprachen kurz über den Sinn solcher Dorfnachmiltagc. Mit Spiel und Tanz und humoristischen Szenen war bald ein gegenseitiger Kontakt hergestellt und Verflog die Zeit im Nu. Kamerad Kupnik dankte den Rohifsch-Sauerbrunnern für ihr kommen und ihre Darbietungen. m. Anderburjc meldet: Vor dem Standesamt in Anderburg schlössen Josef Gratschner und Cäcilie Gunsek, beide aus Kraintschitz, den Bund fürs Leben. In Primus starb die 6.^ .Tahre alte Maria Schischko, geborene SchabVar. uofersteirisdie lliger, bester Heger des Wildes Natlonalsozlaliitisch denken Ist auch Arbeitatagong der Jagdpicbtcr Kürzlich versammelten sich die Jagdpäch-ter des Kreises Luttenberg lu einer Tagung, öber verschiedene jagdliche Belange, sowie Über die noch zu ergreifenden HegemaBnah-men fand eine Aussprache statt. Fast alle Jagdpächter konnten erfreulicherweise einen guten Hasenbesatz und Pasanenstand melden. Es zeigt sich, daß der Im Vortahr eingeschränkter Abschuß sich bewährte. Der Kreisjägermeister forderte in seinen Ausführungen die Jagdpächter auf, das größte Augenmerk dem Jagdschutz und der Fütterung des Wildes Im Winter zuzuwenden, denn es sei nutzlos, auf der einen Seite durch Abschußmindemng den Wildstand heben zu wollen, wenn auf der anderen Seite dieses durch Raubwild und Futternot zu Grunde gehe. An Hand von Beispielen zeigte er, welchen Schaden die Jagd leide, wenn 20 Häsinnen durch Raubwlld vernichtet oder zuviel abgeschossen werden. Der Jäger müsse das Wild richtig ansprechen und dann erst den Finger biegen. Ein spät aufgehender Hase sei meist eine Häsin, diese dürfe daher nicht geschossen werden. Es bestehe auch beim Waidwerk der Grundsatz: Wie die Saat so die Ernte. Das gleiche sei beim übrigen Wild und besonders beim Rehwild notwendig. Früher sei es 80 gewesen, daß immer die schönsten Böcke mit den besten Krickeln geschossen wurden. Durch die Absrhußplanung müssen zuerst die Kümmerer und schwachen Stücke weg und dann, wenn es der Wildstand erlaubt, können la- oder Ila-Böcke geschossen werden. Der Rehstand soll Icein übermäßiger werden, sondern an Trophäen und Gewicht guter. Dieser sei aber nur zu erreichen, wenn für die Fortpflanzung gute fehlerfreie Böcke vorhanden sind. Der Jäger und besonders der Aufseher muß den Wildstand seines Revieres genau kennen. Es genüge nicht, daß der Aufseher gelegentlich Sonntags, oder wenn er zufällig Zeit hat, ins Revier gehe, das Raubwild treibe gerade bei Nacht und in den Morgenstunden se'n Unwesen. Die Anordnung über die Ablieferung der Beweisstücke an die Hegering-leiter werde zeigen, welcher Aufseher bei der Bekämpfung des Raubwildes etwas leiste. Die Jagdpächter sollen eine Auslese bei ihren Aufsehern vornehmen, es sei besser weniger Aufseher einzustellen, diese müßten aber Zeit und Kenntnis für den Jagdschutz haben nnd entsprechend entlohnt sein. Der Jagdpächter sei Treuhänder öber das Volksgut Wild, welches wie andere Nahrungsmittel in der Ernährung eine Rolle spiele. Es müsse daher die vorgeschriebene Ablieferungspflicht genau eingehalten wer- Ms de RoIscIk BKk .jeiiidRilssdiMlicir ww 64 Zugtiere fuhren Alexander den Großen zu Grabe Wenn wir auf die gewaltigen Kriegsleistungen unserer Truppen einen Blick werfen und in den Wochenschauen dabei den gewaltigen Wagenpark, in erster Linie die Kraftwagen, betrachten, ohne den eine erfolgreiche Kriegführung unmöglich ist, erinnern wir u;is sicher nicht daran, daß es vieler Jahrhunderte bedurfte, ehe die Menschen zur Fortbewegung der Lasten den Wagen wählten. Bevor man den Wagen als Beförderungsmittel kannte, war es die Schleife. Lasten, die man nicht mehr von einer Stelle zur anderen tragen konnte, wurden geschleift. Bevor man daran denken konnte, durch die Benutzung von Rädern die Fortbewegung zu erleichtern, müßte man erst zur Idee der endlosen Drehbewegung vorgedrungen sein, eine Idee, deren genaue Entstehung bis heute Hock im Dunkel liegt. Recht wertvoll ist ein Fund, den man '.n KWIk (Schweden) gemacht hat. In der dor-ligen Grabkammer entdeckte man eine rund 3500 Jahre alte Steinplatte, auf der ein mit rwei Zugtieren bespannter vierrädriger Wa-9en abgebildet ist. Desgleichen ist man ^n der Steiermark, Burg an der Spree, in Mecklenburg, Italien, Bosnien und Dänemark auf Darstellungen aus der Frühgeschichte des Wagens gestoßen. Im Jahre 1902 grub man in Italien einen vollständigen Wagen aus, dessen Geschichte 'auf das fünfte Jahrhundert vor der Zeit-w^-Tde zurückreicht. Zu einer besonderen Berühmtheit ist der Leichenwagen Alexanders des GroBen geworden, vor den nicht weniger als 64 Zugtiere gespannt waren. Um die Vorrüge der bewegten Luft besser auswerten zu können und um die Möglichkeit zu haben, zu starker Sonne den Rücken zu drehen, ließ sich der römische Kaiser Commodus einen Wagen mit Drehsessel bauen. Als der römische Straßenbau seinen großen Rückschlag erlebte, war es bald auch mit der Bedeutung des Wagens so gut wie vorbei. Im Jahre 1245 bringt der Ingenieur Wilars das Wagenrad mit tangentialspeichen, mit Speichen also, wie wir sie beute beim Fahrrad finden. Zweihundert Jahre später, im Jahre 1457, taucht plötzlich, nachdem man beinahe 2500 Jahre lang nichts mehr von ihm gehört hatte, von neuem der Wagen mit schwebendem Sessel auL Der König von Frankreich erhielt von dem ungarischen König einen Reisewagen zum Geschenk, der mit einem an Riemen befestigten Sitzkasten versehen war. Im Jahre 1474 hört man davon, daß Kaiser Friedrich III., der 16 Jahre später abdankte, in einer Kutsche eine Fahrt nach Frankfurt am Main unternimmt, einige Zeit später, im Jahre 1509, trifft die Gattin des Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg beim Turnier »u Ruppia In atoar Ktttacht aku Allerdings war zu jener Zeit die Kutsche bei weitem noch nicht in ihre wirkliche Bedeutung hineingewachsen. Im Gegenteil: vielfach melden sich allerlei Widerstände gegen das Verkehrsmittel an. Im Jahre 1554 rief man gegen die „gesundheitswidrigen" Einflüsse des Kutschenfahrens auf, das nur zur Verweichlichung der Menschen beitrage und außerdem die Straßen in Grund und Boden wirtschafte. Es vergingen noch mehrere Jahrzehnte, bis man sich allmählich von den Vorurteilen freimachen konnte. Ganz beträchtlich waren die Gebühren, die noch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für die Weiterbeförderung von schwergewichtigen Gütern erhoben wurden. Man zahlte damals für den Transport von Gütern über die Landstraße etwa das fünfzehnfache der heutigen Eisenbahntarife, H. Th. balnn Waidwerk vornehmste Pflicht des Kreises Lnttenbwg den, auch sollen die Jagdpächter die ihnen bleibende Menge nicht für sich selbst verwenden, sondern vor allen an die Weidka-merada^ Welche keine Jagd haben und an andere Volksgenossen gerecht verteilen. Die Höchstpreise sind streng einzuhalten. Es soll Dicht der Vorwurf gemacht werden können, daß es die Jagdpachter besser haben. Ohnehin melden sich viel Liebhaber für Jagden, denen es aber meistens nicht um das Weid-werk zu tun ist, sondern um zusätzlich besser versorgt rj sein. Nationalsozialistisch denken und handeln ist auch beim Weidwerk vornehmste Pflicht Wie der Offizier bei der Wehimacht, der Betriebsführer beim Betrieb und der Amtswalter der Partei müsse der Jagdpächter Führer sein. Er Sst für einen angemessenen Wildstand verantwortlich, daß zu den Schonzeiten nicht gejagt und die Jagd nach weidmännischer Art betrieben wird. Im Interesse der Volkswirtschaft müsse der Jagdphchter die Landwirtschaft betreibende Bevölkerung auf die Maßnahmen nr Verhütung von Wildschäden aufmerksam machen. Die Obstbäume müssen durch ausreichenden Schutz vor den Hasenbiß geschützt werden und bei hohem Schnee ist um^ den Bäumen der Schnee wegzuschaufeln, weil die Hasen die ausgeschaufelten Gruben meiden. An gefährdeten Stellen soll die Fruchtfolge so eicgeleilt sein, daß das Wiid keinen Scheden anrichten kann. Vor allem aber müsse der Jagdpächter darnach trachten, daß durch Anbau von Wildfutterpflanzen das Wild von den übrigen Kulturen abgehalten wird. Zu Gunsten unachtsamer Landwirte, die ihre Obstbäume nicht schützen, könne dIcV^ auf den Nutzen der Jagd verzichtet werden. Abschließend forderte der Kreisiägermei-ster die Jagdpächter auf, die Anordnungen der Tagdbehörde zu befolgen, um so in gewissen Fällen auch einen Schutz erwarten zu können. Für eigensinniges und siarrkönfi-ges Verhalten der Jagdpächter habe er kein Verständnis, diese müßten sich vielmehr der neuen Zeit anpassen und mit den veralteten Auffassungen Schluß machen. Der Krisg fordere von den einzelnen Volksgenossen das größte Opfer, was gebracht werden könne. Auch die Jagdpächter müssen in der Ktiegs-zeit bereit sein, wenn notwendig finmzieJle Opfer zu bringen, falls es das Allgemeininteresse erfordert. Er könne feststellen, daß der überwiegende Teil der Jagdpäcbter des K^'eiscs willig ist zum Aufbau der Jagd nach den Bestimmungen des Reichsjagdgesetzes, welches zwar noch nicht zur Gänze einge-führi sei, sondern sinngemäß Anwendung finde. In Zukunft sei es nicht mehr maßgebend. wer mehr für die Jagd biete, sondern es könne nur der Pächter werden, welcher die« Jagd nach den weidmännischen Gepflogenheiten betreibe. m. Balm Baden In der Drau von den Wellen erfaßt und ertrunken. Der 17-jährige in Brunndorf, Brunndorferstraße 10 wohnhafte Ange.steUte des hiesigen Bauunternehmcs Glaser, Viktor Pletschko, wollte sich am Samstag, den 22 August, in der Drau etwas abkühlen. Da er des Schwimmens unkundig war, hielt er sich mehr am Rande des Wassers auf, wurde jedoch vom Unwohlsein erfaßt, und ehe ihn jemand retten konnte, trugen ihn die Wellen davon. Das Unglück geschah in Brunndorf im Freibad unweit des Steges. Der Ertrunkene war mit einem blauen Badekostüm bekleidet, groß gewachsen, dunkelblondes Haar und hatte unter dem linken Auge einen roten Fleck. Alle Nachforschungen nach ihm waren bisher vergeblich. Zweckdienliche Angaben sind dem Gendar-merieposten Brunndorf bei Marburg zuzuleiten. Sintflutsage um den Berg Ararat Sagenumsponnener Kaukasus Je unbekannter der Kaukasus, dieses gewaltige, zwischen Schwarzem Meer und Kas-pischem Meer gelegene Gebirge, von jeher und auch noch bis heute dem Westeuropäer wirklich war, desto reicher umspannt ihn die westeuropäische Phantasie mit üppiger Romantik. Noch weit bis über die Jahrhundertwende hinaus galt dieses Hochgebirge, das historisch und rassisch der Schauplatz des Zusammenpralls so vieler Völker war, als Stätte abenteuerlicher Zustände und Geschehnisse jeder Art. Dort wohnten, so erzählten die Reisenden und die Dichter, die wildesten und natürlich auch die „edelsten" Räuber und die schönsten Frauen. Freiligrath besang in glühenden Farben, ohne je dort gewesen zu sein, die Reize der Cirkassierin-nen nnd phantasiebegabte Schriftsteller wußten von den seltsamsten Sitten und Erlebnissen im Kaukasus zu berichten. Schon im Altertum rankte sich nm dieses Gebiet eine Fülle von Mythen und Sagen. Zu den Barbaren des fernen Kolchis, des jetzigen Kaukasus, ging die Fahrt des Helden Jason, und der Argonauten auf dem Schiff „Argo", um das Goldene Vlies des Widders zu rauben, auf dessen Rücken einst Phrixo« und Helle entflohen waren. Dieses Geschwisterpaar sollte, ähnlich wie später Iphigenie, auf Betreiben Ihrer Stiefmutter den Göttern geopfert werden. Aber Zeus sandte ihnen einen olympischen Widder mit Goldenem Vließ, der sie sicher von hinnen trug. Das kostbare Vließ kam in den Besitz des in Kolchis herrschenden König Ätes. Jason, der Sohn des thesSalischen Königs Äson, unternahm es, es zurückzuholen. Er fuhr mit den Seinen auf der „Argo" an der Insel Lemnos entTasgi durch des Helletpcmt ia die Plo- pontis (Marmara-Meer) und durch den Bosporus zum Eingang des Schwarzen Meeres, an dem zwei ständig mit furchtbarer Wucht zusammenschlagende Felsen jedem Schiffe Untergang drohten. Die Fahrt der Argonauten war, ähnlich wie die Irrfahrt des Odyssens, mit Abenteuern aller Art ausgeschmückt. In Kolchis angekommen, gelangte Jason mit Hilfe der Me-dea, der zauberkundigen Tochter des Königs Ates, in den Besitz des Vließes, sodaß also die Argonautensage In den Medea-Mythos einmündet. Man spürt aus dem Jason-Märchen, wie stark der Kaukasus, der als äines der fernsten und wildesten Gebirge am Rande der Erde galt, die Phantasie der Alten beschäftigte. Später trat der Kaukasus in Beziehung zu der weit über die Erde verbreiteten Sintflutsage. Sie findet sich In mannigfacher Fassung im Kulturkreis des Mittelmeeres ebenso wie bei den Ureinwohnern Amerikas, in Asien ebenso wie sogar bei den Polarrassen. Die Armenier erzählen von der großen Flut eine Legende, nach der sie sich für das älteste Volk der Erde halten. Uber die Wasser der Sintflut, so heißt es in dem armenischen Mythos, ragte nur die Spitze des Ararad hinaus. Deshalb retteten sich dorthin die lebenden Menschen, die jede Naturkatastrophe überlebten, und so wurde im armenischen Volksglauben der Kaukasus zur zweiten Wiege der Menschheit. Dort wurde die erste Stadt nach der Flut gegründet. Die Sage nennt einen Ort im Kaukasus, dessen Name bedeutet: „Erste Wohnung". Hier wohnten, nach der großen Flut, zum ersten Mal wieder Menschen in einer Siedlung zu- easnaaB. Rolitscli-Saoerbrunner Miiriiaiwlh! spielt Iflr das Denlsdie Rote Rreni Im prächtigen Kursaal fand am Samstag ein vom Deutschen Roten Kreuz veranstalte-ter Bunter Abend statt, der ein reichhaltiges Programm bot. Unter der einfühlenden Leitung des Kapellmeisters Toni Rick brachte die Kurmusik ernste und heitere Musik. Frl. Magda Bauer sang untir anderem das Sol-veig-Lied von Grieg. Der starke und herzliche Beifall veranlaßte sie zu Zugaben. Von der Grazer Hochschulstudentin Gerda Heschl, die sich auf Ferieneinsatz in Rohitsch-Sauerbrunn befindet, einstudiert, führte eine Mädelgruppe Keulengymnastik vor und den Weber-Tanz auf. Reicher Beifall war der Dank. Professor Karbasch spielte das Cello-Solo Barceuse von Godard. Her^Iicf^ und wohlverdient war auch für ihn der Beifall. Einige Mädelgruppen sangen Volkslieder, die ebenfalls beifällig aufgenommen wurden. Mit Recht konnte am Fmgang des Abends in ihrem Willkommgruß an das volle Haus die unvördringliche Seele des Abends, Oberpflegerin Frl. Elfriede Miklau, dem Kurdirektor Wolf für die Überlassung der Kurmusik und des Saales, sowie den Darbietenden für ihre uneigennützige Mitwirkung danken. Singen nnd Rlingen in Oiierlal bei Biditai Ein froher DorfnachmlttaK Beim strahlenden Sonnenschein versammelte sich am 23. August erstmalig die Bevölkerung von Oberta! auf dem geräumigen Dorfplatz, um in deutscher Fröhlichkeit einen selbstgestalteten Dorfnachmittag zu verbringen. Die im Kreise Trifail wirkenden Einsatz-studenten und Studentinnen hatten unter der Führung des Kameraden Welnhofer ein buntes Programm zusammengestellt, das In der Hauptsache von Mitgliedern der »Deutschen Jugend«, der Bergkapelle aus Elchtal-Wcst und den Studenten selbst bestritten wurde. Lustige Volkswelsen, fröhliche Volkstänze und heitere Jugend-Spiele, umrahmt von schneidig vorgetragenen Marschmelodien der Bergkapelle, wechselten miteinander ab. Immer aufgeschlossener ging die Obertaler Bevölkerung mit, die in weiten Kreis den Dorfplatz umsäumte. Die Stimmung erreichte seinen Höhepunkt, als auch Kreisführer Pg. Eberhardt und seine Mitarbeiter sich der allgemeinen Fröhlichkeiten anschlössen and sich munter im Tänzchen mit Dorfschönen mitschwangen. Den AbkhIuB bildete der von Kameraden Welnhofer geleitete von Zuschauern und Mitwirkenden gemeinsam durchgeführte Gesang des lustigen Volksliedes »Beim Kronenwirt, da ist heut Jubel und Tanz«. Ortsgruppenführer Pg. Schmied!, der den Dorfnachmittag eröffnet hatte, schloß mit einem Dank an die gesamte Obertaler Bevölkerung und gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß deutsche Sitte und deutsches Brauchtum in Obertai bereits feste Wurzel geschlagen hat. m. Verunglückt. Der bei einem Marburger Bauunternehmen beschäftigte 20-jährige Schweißer Franz Lukas aus der Unterrot-welnerstraBe bei Marburg stürzte so unglücklich von einem Gerüst, daß er einen Wirbelsäulenbruch und rechten Knöchelbruch erlitt. Er wurde vom Deutschen Roten Kreuz 'ns Marburger Krankenhaus, von dort Jedoch Ins Grazer Krankenhaus überführt. — Der Bürgermeister aus Ober-Kunigund, Erich Lässig, fuhr mit dem Motorrad auf der Straße gegen Kunigund. Ein Scheit Holz las quer über der Straße, ehe er bremsen konnte, war das Unglück gescheihen. Er erlitt beim Sturze schwere Hautabschürfungen am Gesichte und an den Händen. Das Rote Kreuz überführte ihn ins Krankenhaus. — Die in Brunndorf bei Marburg wohnhafte 27-jä'hrige Albine Fras suchte wegen einer schweren Verletzung am linken Fuß das Rote Kreuz auf und wurde nach Auflegen eines Verbandes in häusliche Pflege in die Kleistgasse überführt. — Vor dem Postamt in Lembach bei Marburg wurde die 3-jährisc Erika Gutwald von einem Hund gebissen. Das Kind trug eine bedenkliche Augenverletzung davon und wurde vom Roten Kreuz ins Marburger Krankenhaus überführt. m. UnfttHe In CilH. Am EIöBcrlend in Cilli ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Durch einen unglücklichen Zufall geriet ein mit Personen voll beladener Kraftstellwagen ins Rutschen und fiel von der Straße den Abhang hinunter. Insgesamt fünf Personen wurden mit teils schweren, teils leichteren Verletzungen geborgen. In das Cillier Krankenhaus wurden überführt: Maria Kokotctz aus Brnisch bei Tüffer. Josef Grebentz aus Elchtal, Peter Kralnz aus St, Stefan bei Eichtal und die beiden Angestellten Michael Schocher und Hermann Wohlhauser. — Der Cillier Leopold Podlesnik erhielt durch Unvorsichtigkeit eine Blutvergiftung. — in Trennenberg erlitt infolge Sturzes Paula Schparts schwere innere Verletzungen. —• Ferdinand Gorjup aus Gonobitz holte sich bei einem Sturz einen Schädelbasisbruch. m. Wieder ein Opfer des Blitzschlages. Der aus Zeltweg stammende, in Reding bei Wolfsberg wohnhaft gewesene 33-jä'hrige Lokomotivheizer der Reichsbahn Johann Tomsehl befand sich auf einen Ausflug bei Wolfsberg, als er. von einem Gewitter überrascht, vom Blitz erschlagcn wurde. 5^wei weitere Mitglieder der Ausflüglergesellschaft, der Reichsbahnsekretär Kellner und seine Gattin, wurden von Ausläufern desselben Blitzstrahls betäubt, konnten sich jedoch bald erholen. Die Leiche Tomschis wurde in die Totenhalle des Wolfsberger Stadtfried-« hofi gebracht und dort aufgebahrt. Kummer 239 9Mc die. 9zau Oie Uiich — weilvolbUs Nanrungsmiilei ihre richtige Behaodlung vor dem Verbraucli Die Rationicrunu der Milch und deren kartengebundene Abgabe ist notwendig um die Versorgung der Kinder, Krankenhäuser und Lazarette mit Milch sicherzustellen, ferner um die an Normalverbraucher zur Ausgabe konmiende entrahmte rrisclimilch gerecht verteilen zu können und darüber hinaus um genügende Mengen Butter und Käse herstellen zu können. Die Milch, und zwar auch die entrahmte Trinkmilch, ist ein sehr wertvolles, nährstoffreiches, aber auch sehr empfindliches und nur kurze Zeit haltbares Nahrungsmittel. Daher muß die Milch auch im Haushalt sachgemäß behandelt werden. Wichtil: ist folgendes: Die Milch soll bald nach ihrem Eintreffen beim Kleinverteiler geholt und sogleich abgekocht werden. Einmaliges Aufkochen genügt! Abholgefäße und Milchkochtöpfe müssen peinlichst sauber gehalten und dürfen nur für Milch verwendet werden. Vor Gebrauch mit frischem Wasser ausspülen. Um ein Anbrennen der Milch zu verliüten, darf die Milch nur allmählich auf mäßigem Feuer und unter leichtem Umrühren zum Kochen gebracht werden. Dickwandige, glatte Gefäße, deren Glasur keine Sprünge aufweist, eignen sich am besten! Nicht in den Herdring oder auf große Gasflamme stellen! Nach dem Abkochen ist die Milch, soweit sie nicht sofort verbraucht wird, sogleich in ein anderes, sorgfältig jsereinigtes Gefäß umzugießen und durch Einstellen in kaltes Wasser und wiederholtes Umrühren möglichst rasch und tief abzukühlen. Kühlwasser wechseln! Bei der Verabreichung an Kleinkinder ist VQM der einmal abgekochten Milch jeweils nicht mehr Milch neuerdings aufzukochen, als zu einer Mahlzeit erforderlich ist. Die Milch muß stets kühl aufbewahrt werden. Nicht an einem warmen Ort oder an der Sonne stehen lassen! Luftdichtes Zudecken der Milch ist ungünstig! In staubfreier, dunkler Speisekammer kann die Milch offen stehen bleiben. Ansonsten ist zwischen Milchgefäß und Deckel ein Holzstäbchen oder dergleichen einzulegen, damit die Milch ausdunsten kann. Schutz vor Staub! Iniiner soll jede Hausfrau bedenken: Die Milch ist leicht verderblich, daher besonders im Sommer frühzeitig holen, sogleich abkochen, rasch tief abkühlen und kühl halten, Gefäße stets sorgsam reinigen! Praktisclw Winke Hat der Backofen zuviel Oberhitze, wird der Kuchen oder Braten zu schnell braun, dann wird er mit Pergamentpapier überdeckt, das alle zehn bis fünfzehn Minuten erneuert werden muß. Scheuertücher halten bedeutend länger, wenn man einen ungefähr doppelt handgroßen aiten derben Flicken in die so beanspruchte Mitte des Tuches setzt. »Marburger Zeitung« 27. August 1942 Seftc 7 Can dwirtscQafi Schützt ilie Rraotliestllnilß vor Ranpenfrass Während ernstliche Fraßachäden durch die Kohlweißlingraupen biaher noch nicht gemel-det worden waren und man hoffen konnte, daß man heuer von dieaer Plage verschont bleiben würde, hat In den letzten Ta^cn — später als sonst — plötzlich starker Flug der Kohlweißlinge eingesetzt, überall an den Kohl- und Krautbeatänden finden wir nun die gelben Eigelege, aus denen nach wenigen Tagen schon die jungen Raupen, vielfach auch »Krautwürmer« genannt, hervorkommen, um mit ihrer verheerenden Fraßtätig-ket zu beginnen. Sofortige Abwehr ist erforderlich, wenn nicht schwerste Schäden die Folge sein sollen. Haben die Raupen, die anfangs gesellig leben, »ich erst über die Pflanzen ausgebreitet, so Ist eine Bekämpfung außerordentlich schwierig und nur noch mit geringen Erfolgsaussichten unter größtem Arbeitsund Zeltaufwand durchzuführen. Außerdem ist der bereits angerichtete Schaden niemals wieder gut zu machen. Unter Einsatz aller verfügbaren Arbeitskräfte, vor allem auch der Schuljugend, ist daher sofort mit dem Abfangen der Falter und besonders mit dem Aufsuchen und Zerdrücken der Eigelege oder dem Zerquetschen der gesellig lebenden Jungraupen zu beginnen, Die gelben, zuk-kerhutförmigen' Eier werden in mehr oder weniger großen Packeten vorwiegend an die Unterseite der Kohlgewächse abgelegt, weshalb beim Suchen sehr sorgfältig vorgegangen werden muß. Da Flug und Eiablage sich über eine längere Zelt erstrecken, ist ständige Beobachtung und mehrmalige Wiederholung der Arbeiten erforderlich. Neben dem Auf.suchen und Zerdrücken der Eigelege und Jungraupen treten alle chemischen Bekämpfungsmaßnahmen praktisch völlig in den Hintergrund und sind nur als Notmaßnahmen zu bezeichnen. Ihr Einsatz ist stets erst dann möglich, wenn die Füiupen bereits mit dem Fraß begonnen haben, also Schäden schon aufgetreten sind. Durch das Abfangen der Falter und Zerdrücken dar Eier aber kann jeder Schaden von Vornherein ausgeschaltet werden. Pfanzenschutzamt der Landesbauernschaft Südmark. Spoet und OAumeti Die Weinernte ist gereltel Restloser Einsatz der WetnbauabteUung der Landesbauernschaft und Ihrer Weinbauämter Die Trauben sind üi ein Stadium getreten, wo man sagen kann, daß ihnen die »o gefürchteten Schädlinge und Krankheiten nicht mehr viel anhaben können.' Der Stand der Weinberge ist, mit nicht nennenswerten Aua-nahmerr, sehr schön. Peronoapora, Oidium, sowie der Wurm konnten keüie praktisch fühlbaren Schäden anrichten. Daß es so ist, muß in erster Linie dem außergewöhnlichen Fleiß \md der übermenschlichen Anstrengung unserer Weinbauern zugeschrieben werden. Jedoch darf nicht übersehen werden, daß die Versorgung mit Bekämpfungsmittel, unter oft unüberwindlich scheinenden Schwierigkeiten von der Landesbauemschaft Südmark und ihren Weinbauämtem restlos durchgeführt wurde. Es konnten auch die verhagelten Gebiete besondere Zuteilungen an Kupferspritzmitteln erhalten und dadurch In die Lage versetzt werden, die schwer geschädigten Reben vor einem vernichtenden Befall zu schützen. Trotz der schwierigen') Verkehrsverhält-nisse wurden die Bekämpfungsmittel auch in den entferntesten Gebieten zur rechten Zeit in genügender Menge bereitgestellt. Dte Bekämpfungaarbeiten wurden durch wiederholte Anweisungen. Kurse und das gute Funktionieren des Rebschutzdienstes der Landesbauemschaft tatkräftig < unterstützt. Durch alle diese Bemühungen ist es gelimgen die heurige Weinernte zu erhalten. X IJie Sonnenblume als Ölfrucht. Der deutsche Vormarsch im Kaukasus ist auch in jene Gebiete gelangt, in denen weite Soniienblti-menfelder im Spätsommer einen prächtigen Anblick liieten. Die Sonnenblumenkerne werden da nicht nur für die ölgewinnung verwendet, sondern auch von den breiten Volksschichten in großer Menge verzehrt. Überall sieht man die Händler mit Tragkörben, Schalen nnd Trögen voll der Kerne, die sie auf den Straßen anbieten. Auch bei uns spielt die Sonnenblume bereits eine Rolle. Noch mehr in den südosteuropäischen Ländern. Die ungarische Regierung hat angeordnet, daß die Feldraine mit. Sonnenbhmien zu bestellen seien. In Serbien hat das Landwirtschaftsministeriuni dieser Tage eine Konferenz über den Ankauf und die Verarbeitung von Sonnenblumensamen aus der Ernte 1042 abgehalten. Es wurde festgestellt, daß das erwai-tcrte Anbanprogramm für das Jahr 1942 fast in voller Höhe durchgeführt worden ist. Zusammen mit dem verstärkten Anbau der Sonnenblume ist auch die Zahl der größeren Ölmühlen in Serbien vermehrt worden. Zu den bisher vorhandenen neun Betrieben werden heuer weitere sechs hinzutreten. Den Landwirten werden für den abgelieferten Samen unentgeltlich gewisse Mengen von öl und Ölkuchen zur Verfügung gestellL y Zunehmender Anbau von Pfefferminze In Bulgarien. • Seitdem sich der Absatz des bulgarischen Rosenöles verringert hat, findet der Pfefferminzanbau immer größere Verbreitung. Hauptsächlich wird die Pfefferminz-pflanze in den Gebieten Karlow, Kasanlik nnd Plovdiv angebaut. Die Ölgewinnung aus der Pfefferminzpflanze konnte im Vorjahre auf 66 000 kg gebracht werden, d. i. das doppelte des Ölertrages im Jahre 1937. Beiriebssporl in CHIi Das in Cilli mit großer Spannung erwartete Hdndballspiel GAK—BSG, A. Westen A. G. endete nach schönem sich im Tempo ständig steigerndem Spiel mit 16:11 für dl» Grazer Gäste. Obwohl die Cillier von Anfang an'mit 3:1 in Führung gehen konnten, hon« der GAK in schönem Spiel auf, ging in Führung, die er auch bis zum Schluß behielt. Auf beiden Seiten wurden schöne Leistungen gezeigt. Das Ergebnis rechtfertigte nicht ganz den Spielverlauf durch das Versagen des Ciüier Torwartes, dennoch war der .Steiri-sche Meister besser im Feldspiel. Die Betriebssportgemeinschaft wird sicher durcli dieses Spiel einige wertvolle Erfahrungea gesammelt haben, die sie im Rückspiel gegen den GAK am 20. September abermals la Cilli sicherlich verwerten wird. Die zweite Handballmannschaft der Betriebssportgemeinschaft A, Westen A. G. spielte gegen die erst kürzlich aufgestellte Mannschaft der Sportgemeinschaft Cilli. Auch dieses Spiel bot schöne Leistungen auf beiden Seiten, die darauf schließen lassen, daß es an Nachwuchs in Zukunft nicht mangeln wird. Die Betriebssportgemeinschai^ gewann verdient durch schönes Zusammenspiel und mehr Entschlußkraft vor dem Tore mit 12:7. Auf der Festwiese wurden Sonntag vormittag Frauen-Leichtathletik-Kämpfe durchgeführt, die mit starker auswärtiger Besetzung durchgeführt wurden. Trotzdem konnten sich die Frauen der Leichtathletik-Sektion der Betriebssportgemeinschaft Westen recht nut behaupten und fast in allen Disziplinfin gute Mittelplätze erreichen. Gute Leistungen boten dabei Roßmann, Achtilc, Kresnik imi Udowitsch, Reichsbnhn Graz in Marbarg Am nächsten Samstag findet im Marbur-. ger Reichsbahn-Stadion wiederum ein vielversprechender Fußballwettkampf zwischtu Marburg und Graz statt. Diesmal vertrctcu die Gauhaijpstadt die Grazer Reichsbahner, die zur Zeit als spielstarkste Mannschaft von Graz angesprochen werden können. Nacli dem SC Kapfenberg nehmen die Grazt^r Reichsbahner den zweiten Tabellenposten in der steirischen üauklassc ein und bcstätigtcai ihre Form in einer Reihe von bedeutsamen Kämpfen. Die Abt. Reichsbahn der Marbtir-ger Sportgemeinschaft wird den Gästen ihre besten Leute entgegenstellen,,, so daß aucii diesmal ein spannender Wettkampf zu erwarten ist. » : Die dritte Meisterschaftsrunde der FulV ball-Bereichsklasse bringt am kommende! Sonntag wieder fünf Spiele. Die obligate Doppelveranstaltung wird diesmal in Hütleidorf abgewickelt, und zwar treten Admira und FC Wien, bezw. Rapid und FAC gegenüber. F.benfalls am .30. August werden mit den Spielen Wiener Sportklub — WAC (bei getauschter Platzwahl) in Dornbach und Reichsbahn SG — Austria in Simmering zwei Einzeltrcffen abgewickelt. Auf Grazer Boden wird die Begegnung Sturm — Wacker entschieden. Spielfrei ist diesmal Vienna. An dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes OTTO SELINSCHEK, danken wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten auf diesem Wege für die liebevolle Anteilnahme und die schönen Kranz- und Blumenspenden. M78 Familie SELINSCHEK. Für die vielen Beweise warmer Aiiteilnaliine an dem Hinschcidcn unseres Sohnes VIKTOR oankcn wir allen herzlichst. Besonders danken wir der KinderRärtnerin, die sich mit ihren Schütrlingen am Begräbnis beteiligt hat. 8450 Gonobitz, den 26. August 1942. FAMILIE UNGER. Schmerzerfüllt geben wir allen Verwandten, Ffeunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser unverReßlicher Bruder, Schwager und Onkel, Herr Vinzenz Lauko Amtsrat in Ruhe uns am 22. August 1942 nach kurzem, schwerem Leiden verlassen hat. Das Leichenbegräbnis findet Donnerstag, den 27. August 1942, um 16 Uhr, am Ortsfriedhof in Hohenmauthen statt. Hohenmauten, den 25. August 1942. In tiefer Trauer; Rudolf Lauko, Bruder, und Maria Lauko geb. Dittifijjrer, Schwägerin. 8454 Kanzleibeamte und Handelsgehilfen Womöglich ältere Kräfte werden zu ehemöglicbem Eintritt gesucht. Wohnung und Verpflegung im Hause. Auiführliche Offerte erbeten an; 8178 ED. SUPPANZ» GES. M. B. H., Großverteilerf BXRENTAL- Für die vielen Beweise der herzlichen Anteilnahme an dem schweren Verluste, der Ulis durch den Tod unseres lieben RUDOLF TOPLAK getroffen hat, danken wir innigst. Insbesondere danken wir aber allen, die ihn auf seinem letzten Wege auf den Friedhof in Brunndorf begleiteten. 8449 Die trauernde Familie Toplak. Danksagung Anzeigen (auch amtliche) für die Samstag'Sonntag-Ausgabe werden nur btt Freitag, t6 Uhr, aufgenommen. Aasnahmen können aus technischen Gründen nicht i^emacht werden Marburger Zeitung Anzeigen-Ahtrilung Außerstande jedem einzelnen, welcher mir in meinen schweren Tagen zur Seite stand und meinen verstorbenen Gatten auf seinem letzten Wege begleitete, spreche ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank aus. Besonderer Dank gebührt dem Ärztechor der intern. Abteilung des Krankenhauses in Marburg, besonders dem Herrn Dr. Sawerschnik. welcher sich redliche Mühe gab, meinen Mann zu retten. Dank gebührt auch der Leitunti des RAW Marburg für die Kranzspende und dem Musikchor dieses Werkes für die Teilnahme und allen übrigen, die mir ihr herzliches Beileid bekundeten. 8445 Die trauernde Witwe Volk Franziska. E. V. Südstcierniark sucht für lintwurfsbearbeituni; und Bauleitung Büiukfekieuee (StaläietJ Architekten, Baumeister und Bauzeichner. 787'J Ausführliche Zuschriften mit lückenlosem Lebenslauf und Gehalteansprüchen mit genauer Angabe der gegenwärtigen Bezüge an E. V. Süd, Hauptverwaltung, Bau- und Entwurfsabteilung, Graz, Friedl-Sekanek-Ring 7. Danlcsagung Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme anläßlich des schweren Verlustes, der uns betroffen hat, sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Insbesondere danken wir für die schönen Abschiedsworte und für das Ehrengeleite, der Feuerwehr sowie für die vielen Blumenspenden. 8547 FAMILIE KAIBA. Mh 8 ^arlkircer Zeihw«« 27. Aii^st 1943 Nummer 239 ®B€ Amtliche Bekanntmachungen ■ D«r Chtl der ZlYtlvenraltang In der UateritelenDaA GZ: U/LJ3/L 2/556-1942 Graz, am 20. Aug^t 1M2 NamsnscinUagung auf cton l*b«n»> mittelkBrtm loh habe in letiter Zelt wiederholt die Wahmehmun; machen mUaeen, daß von Selten der KleinverteUer auf Le-benamlttelkarten, die keine Namenaeintragrung enthielten, Waren abgegeben worden aind. Bbenao werden immer noch Liebenamittel karten ohne Namenseintragung *um Umtauach in Reiae- und Oaatatättenmarken vorgelegt. Ich mache nochmals elndringllchat darauf aufmerksam, tiaß nach den beatehenden Beetlnunungen aämtllche Be-zugskarten ohne AuafUUung des Vordruckea ungültig aind, die Inhaber solcher Karten keinen Anspruch auf Beliefe* rung mit Lebensmitteln haben und sich aufierdem stfafbar machen, __Im Auftrag: gen. Dr, Aitnet STilRISCHER HilMATBUND jWrtgNi MmiMucMwwIi KrtiiwMillnrlnyi CUM Elnachreibung 24.-29. August ▼OB 9 bia U Ukr und 15 bli IS Uhr. ' ClLLl) Frits Zangger-PUt« Nr. 10 Unterriclit' io allea Initrumentfu, Mutiklebre, GMaaf, Cbor, Oreliciter, Einiel* und Gruppenant^r* riebt. Bwoodeve ErmäBigungen für Blitiastm-mente. Bi32 Der Leiter: Gmlav MiiUcr Der Qief der ZiTilrerwahung fn der Uatersteiermark S c b a 1 a b 1011 II o g Elnuhrelbung kl die Staatliche Wirtschaftsschule (Handetoschule) Trifafl. Die Einschreibung in die 1. Klasse im Herbsttermine fin-Freitag, den 28. August 1942 von 8 bis 10 Uhr in Jnfail, Hauptschule, ebenerdie links, statt. Zur Einschreibung ist miuubringen: 1. der Taufschein, j,, das letzte Schulzeugnis, 3. die Mitgliedskarte der Deutschen Jugend, und 4. die Heimatbundlegitimationen der Eltern. Die Wirtschaftsschule (Handelsschule) ist eine Berufs-fachscliule, die für den unmittelbaren Eintritt in alle kaufmännischen Berufe der Wirtschaft vorbereitet. Sie ermöglicht nach zweijähriger Ausbildung die Laufbahn einet kaumän-nischen Angestellten und mittleren Beamten. Das Abschluß-leugnis ersetzt den Nachweis der ordnungsgemäßen Beendigung des Lehrverhältnisses in einem Handelsgewerbe und bildet die Grundlage zur Zulassung für eine SonderreifeprÜ-fung, die das Studium der Wirtschaftswissenschaften an deutschen Hochschulen ermöglicht. «372 Der Chef der Zivnverwaltimg in der Untersteiermark Im Auftrage: gez. Dkfm. Sattinfcr. Dfai OBERBt^ROERMEISTER DER STADT MABBURG A. D. DRAU — Schulamt Schulbeginn Der Unterricht an sämtJichen Haupt- und Volksschulen im Stadtkreiae Marburg/Drau beginnt am Samstag, den 29. Auguat 1042, um 8 Uhar früh. Jene 6chUler, die neu einge-schrieben wurden, haben sich bei diesen Schulen, in welchen die Einschreibung erfolgte, einzufinden. Nachelnschriibung Jene Schüler, die noch in keine Schule eingeachrieben aind, besonders HauptachUler aus dem Landkreise Marburg/Drau, die die Hauptschule in Marburg/Drau besuchen wollen, haben »ich mit dem letzten Zeugnis ebenfalls am Samstag, den 29. August 1942, um 10 Uhr Vormittag, bei den Schulen, die aie besuchen wollen, einzufinden. Für die SchUlereinachreibung ist auch eine Geburtaurkunde mit» Kuhringen. 8481 Der Oberbürgermeater i. V.; BtroU DER LANDRÄT DES KREISES MARB17RQ/DRAU Zahl: V-043/12-B 1-42 Marburg, den 25. August 1942 Betrifft: Pferdetnuatetimg im Landkreia Marlmrg/Draa Bekanntmathung Am T, September 1942 beginnt im Landkraia Marburg (Drau) die Muatenmg sämüichar über S Jahre alten Pferde. iA-llea nähere ist aus den Aufschlagsbekanntniachungen zu ersehen, die an den Kundmachimgatafein der Gemeinden ange3chlagen sind. 8483 In Vertretung; gez. Dr. Vennigerholz Die Leitung der Krelsmusikscliule in Cilii gibt bekannt, daß sich die Schüler vom Schuljahr 1941/42, welche die Anstalt weiter besuchen wollen, zur Neueinschret* bang melden mfissen. Die Stundenverteilung findet am Montag, den 31. August 1942, für sämtliche Schüler statt. Im übrigen verweisen wir auf unsere Anzeige. 8484 Der Leiter: GUSTAV MÜLLER Abnahme für dat Raichttpertabiaichaii im Krait Cilii Schwimmen: Samstag, den 5. September 1942 in Römerbad. Abfahrt von CilH um 15.45 Uhr. Leichtathletik: Sonntag, den 6. Sept. 1942, 8 Uhr vormittags, am Sportplatz, Festwiese. Radfahren: Dienstag, den 8. Sept. 1942, um yj Uhr früh, Grazerstraße, Gasthof Swetl. 8463 Der Obmann der Prüfungsstelle Cilll. Kfelier Anzeiger iniiiiiiininniniiiiininniiii^^ Jede» Wort kostet fOt Stellen^esocb« 6 Rpl. das fettgedrnclit* Wort 20 RdI. fUr Q«Id.. Realltl- Kemstock-Oberschule für Jungen und Hugo-WoH-Oberschule für Mädchen, Marburg/Drau, Tauriskerstraße 9 Schulbeginn Die Schüler und Schülerinnen haben sich am 31. August um 9 Uhr in ihren Klassen einzufinden. Das letzte Zeugnis ist mitzubringen. 8472 Porsche • iiiiiiiiiiiniiiiiimimiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiniiiiinii fettcodracktt Wort « Rpl. für «tl« fibriseo Wortonzelgen 10 rIiI. da» eHwdruckt# Wort 30 Rpl. De' Wortprelj gilt bis zu 12 Buchstaben le Wort KennwoFtiebUhi bei AbholDnii der Angebote U R|f, bei Zumb« dun« durch Po»t oder Boten 70 Rpl. Auskunftsgcbllhr für^ Anzeigen mit dem yermcrkJ •Aotknnft In der Verwaltung oder Oeichlltntelle« 20 Rnl. Anselgea Annahmeschintt An Tue vor Erictielnen um 16 Uhr. ICIelne Anzeigen werden nur gegen Voreinsendung des Betrages (auch ettltlge Brietmarken) anfgenommen. MlndeatgebDhr fOr eine iüeint Anielge 1 RM. Stutzflügel um 380 RM zu verkaufen. Anschrift in der Verwaltung. 8471-3 Stutzflügel, gut erhalten, um 1000 RM zu verkaufen. Anschrift in der Verw. 840^3 Erstklassige Simmentaler Kühe und Katbinnen, hochträchtig und mit Kälber, sind ab Frei* tag, den 28. August im Gasthaus 2>Löwenwirt«, Marburg, Schmidplatz, zu verkaufen. 8397-3 »2CtiB«-Trie(ltr um 180 RM zu verkaufen. Adr. Verw. 8446-3 Zuchthasen Adr. Verw. zu verkaufen. 8443-3 Beginn des Unterrichtes an den Höheren Scliulen Der Reichsstatthnlter in der Steiermark, Abteilung (ür Höhere Schulen, Ribt bekannt: An den Höheren Schulen (Oberschulen und Gymnasien) des Rcichs/raups sowie der Untersteiermark beginnt der Unterricht an den zu Ende des Schuljahres 1941/42 den Schülern mitgeteilten Terminen mit Ausnahme folgender Schulen, an denen der Unterricht zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen wird: 1. und 2. Gymnasium in Graz, Tegetthoff-Gymna-tium in Marburg-Drau, 3. Oberschule für jungen in Graz; die Oberschulen für Jungen in Knittelfeld, Marburg-Drau, Pettau und Rann und die Oberschule für Mädchen in Marburg-Drau. FUr diese Schulen wird der Zeitpunkt des Unterrichtes noch gesondert bekanntgegeben werden. 8100 Oasbadeofen, gebraucht, 100 RM, und Porzellan-Wasch-muschel mit Aufsatz und Spiegel, 60 RM, zu verkaufen bei W. Nowak, Bismarckstraße 19. 8465-3 Trächtige Kuh zu verkaufen. Thesen, i^liegergasse 13. 8466-3 2ü bouftH Kaufe Nähmaschine u. Leica-Photoapparat. Anträge unter »Leica« an die Verw. 8409-4 Ehrliche, grundzaverUUslRe Wirtschafterin, gute Köchin, Pilegerin, sucht für sofort Vertrauensposten, auch Aushilfe, eventuell Reisebeglei-timg, wohin gleich. Briefe an Wolf, Klagenfurt, gasee 56. Blumen-8447-5 Schneiderlehrmädchen mit 1- K'jähriger Lehrzeit sucht neuen Lehrplatz womöglich mit Kost und Wohnung. Stefi Zwetko, Unter-Setschowo bei Roliitsch-Sauerbrunn. 8095-5 Gebrauchter Cisschrank wird für eine Werkskantine von größerem Marburger Betrieb .sofort angekauft. Angebote unter »l. November« an die Verwaltung. 8473-4 Briefmarken: ehem. Jugosla-vien und ehem. österr.-Wohltätißkeitssätze und Flugpost laufend zu kaufen gesucht. Auch größere Sammlungen. Angebote mit Preis an Koreniak (Briefm,-Ver-sand), Brückl, Kärnten, Postfach. 7701-4 .M6t>el (auch einzelne) wer-dtr laufend zu kaufen c;e-sucht. Johann t^eiterer, Ehrenhausen 5. ^370-4 Ökonomie-Verwalter, Absolvent der Wein-, Oh.st- und Ackcrbauschule, in allen landwirt. Zweigen bewandert und mit langjähriger Praxis als Fachmann, will seinen Posten bis 1. 10. oder 1. 11. 1942 ändern. Zuschriften unter »Ehrlich und nüchtern« an die Geschäftsstelle der »Marburger Zeitungc, Cilii. 846t->5 OfimSkitm Vor Clattellung von Arbeits-fcrlften muB die Zustimmung des zuständlsen Arbeltsamtes elnrahnit werden Pächter für Werkskantine eines größeren Marburger Betriehes wird aufgenommen. Schriftliche Angebote mit L«-bcnslauf und Lichtbild sind zu richten an die Verwaltung unter »1. Novemßer«. 8474-6 BURG'KIMO Heute 16, 18.30. 21 Uh Wiener Bluf Für JttfnaUcin uot«r 14 Jahren nicht sugelastenl ESPLANADB Heute 16,18.30,21 Uhi 7 Jahre Pech FUr JageodUche lugelnssent 8249 Metropol■ ilchtspiele Cilii s; Prograiiiinänderun|! Olenstair, Mittwoch und Donneratag A//es S€hwlndel Eia Biviria-Film mit Gusta* Fröhlich, Grete Weiser, Hedwig Bleibtreu, Ursula Herhing, Ernst Waldow, Hana Brausewetter und Max Gülstorff Für Jugendliche nicht zugelassent TON-LiCHTSPiELE PETTAU ■fa Bis Donnerstag, den 27. August, täglich um 18,10 und 20,45 Uhr Der scheinheilige Florian 8390 Für Jugendlich« nicht sugelassenl Handelsangestellter mit Kanz- T ^ Ii 4 a leikenntnissen wird sofort auf- TUitU S w€6lUSt£ genommen. Adr. Verw. 8458-6 Halbtagsicraft, perfekt in Stenographie und Maschinschreiben, per sofort für Büro im Zentrum der Stadt gesucht. Anbote untei »Nr. 3(XX)« an die Verw. 8463-6 Schankkassierin oder Kassier wird per sofort gesucht. Anfragen Restauration Burgkeller, Marburg. 8400-6 Freiwillige für den Wachdienst m den besetzten Gebieten, auch Pensionisten, Rentner, jedoch unbescholten und einsatzfähig, im Alter von 24 bis 60, zu sofortigem Eintritt gesucht. Auskunft bei allen Arbeitsämtern und bei der Werbeleitung für die Ostmark; Thiel Rudolf, V/erbe-leiter, Graz, Sackstraße 27, Tel. 42-42, und Innsbruck, Hotel Mondschein, Mariahilf Nr. 6. 2609-6 Für Branntnaibeitm werden Bautruppföhrer oder solche, die sich dazu eignen, gesucht unter »Untersteiermarkc an die Verwaltung. 8388-6 2ii ffiitttH ftsuthf Für unsere Angestellten suchen wir möblierte oder leere Zimmer, bzw. Wohnungen. Es kann auch kleine gegen große Wohnung getauscht werden, Molkerei G. ni. b. H., Tegetthoffstraße 51. 8476-8 Wertvolle Augengläser am 24. August vormittajj.s m der Stadl verlo.'e*:. Bitte, al"zuge-bfi gegen öelohnaiig in der Verwaltung, 8423-i3 Gelben Knabenhaibschuh verloren vom Gasthaus Ska-sa bis Rankengasse. Gegen gute Belohnung abzugeben bei Terglautschnig, Neudorf, Raingasse 34. 8480-13 3 Schlüssel auf einem Ring Montag Mittag in der Unter-rotwcinerstraße verloren. Der ehrliche Finder wird gebeten, selbe gegen Belohnung im Iii. Polizeirevier abzugeben. 8455-13 yttsthiedtMi Ariernachweis beschafft Fa-milienforschungs - Institut, Graz, Grieskai 60, Ruf 67-95. 6086-14 Pächter für Gastliaus im Sanntal bei Cilii für 1. September gesucht. Zuschr. unter »Schone Ortschaft« an die Verw. 823(5-14 Für musikbegabten, 9jährigcn Jungc" ^"ird vollständige Un-384e terkunft oder zumindcstens Tagesaufenthalt bei Musikern oder musizierender Fa- #1^?--milie gesucht, die Deutsch f/p//f0 versteht. Anträge unter »Gute Menschen« an die Verw. 8477-8 Tages-Preise für jede Menge Altrnaschinen, Eisen, Metalle, Abfälle aller Art. Übernehme Abwrackabetriebe. Lagernd ffroße Auswahl Autoteile, Maschinenteile und Nuliei-sen. Max Weiß, Nagystraße 14, Telefon 21-30. Vormals Oustintschitsch. 6690-14 fäßB' Privatbeamter sucht nett möbl. Zimmer mit oder ohne die Verw. 8453-8, Wundlauftn und FuBbrcnntn v«rhQi«i Buchhaltungskräfte werden zu sofortigem Eintritt von der Volksbank in Marbur (Drau) gesucht. 8453- Zwel Arbeiter werden sofort aufgenommen. Karbeutz, Papier und Bürobedarf, Edm.-Schmld-Gasse 8, Tel. 2618. 8373-6 Zimmer, llablnett od. Schlaf-^»' Zimmer für Hausgehilfin für sofort gesucht. mann, Bismarckstraße 9. 8456-81 Suche nettes Ein- oder Zweibettzimmer per sofort irgendwo in Marburg. Ruhiger, »o lider Mieter. Zuschriften unter »F. V. 123« an die Verwaltung. 8467-8 Gehwol Doi«n tu 40. 56 und BO Plenni| In dan Apolhokttit und Orogorlaa Oehvel lehört Int Feldpost-PIckchenl Lehrerin sucht hübsches Zimmer, mit oder ohne Möbel, im Stadtzentrum. Eigene Bettwäsche vorhanden. Anträge unter »Bald« an die Verw. 8468-8 FERKEL laufend abzugeben: 6 Woch. alt St. 30, 7 Woch alt St. 35, 8 Woch. alt St. 40, 9 Woch. alt St. 45, 10 Woch. alt St. 50. Felix Müller, Landshut/Isar Jeder Unterstelrer liest die „Marburger Zeitung"!