?o*tnin* plajaa* T gotovM eutsche Zeitung Organ für die deutsche Minderheit im Dravabanat Tchristieit»», so» RtnMttn|: VnfcniMM «iU« &, I«ieph»» SU. 21 (iitttrurban) t «e,«g »preis« siir da» Inland- vierteljährig t0 »in, halbjährig «1 Din. ganz-Eafäadigmie« »erde» i» de» v«r»aitu»g p> billigste« Gebühre» entgegengenommen f jährig lflO Dia. Mr da» »«land entsprechende Erhöhung, ffhqclrammer Din 150 Erscheint wöchentlich zweimal, Donnerstag früh und Samstag früh mit dem Datum vom Sonntag Nummer 91 Celje, Donnerstag» den 14. November 1935 J 60. Jahrgang Vor groben Ereignissen im Fernen Osten Wie den Berichten der englischen Blätter aus dem Fernen Osten zu entnehmen ist, bereitet sich Japan auf eine große Aktion vor. In diesem Zu-sammenhange spricht die „Daily Mail" offen die Befürchtung aus, Japan werde die gegenwärtige Lage im Mittelmeer ausnützen und ganz China bis zum Iangtsee-Fluh okkupieren. Der „Daily Te-legraph" spricht sogar die Ansicht aus, es sei wahr-scheinlich, daß die Borgänge im Fernen Osten den Krieg in Ostafrika sehr bald in den Schatten stellen würden. _ Das Ziel der Italiener Nach der Einnahme von Makalle sehen mili-türische Beobachter das nächste Ziel des italienischen Bormarsches im Norden in der Besetzung des Ge-dietes von Ashanga als keine allzu schwere Aufgabe an. Der Vormarsch geht weiter. Das ganze frucht-bare Takazzetal wird in den nächsten Tagen bereits von den Italienern besetzt sein. Die Linie TakaM Aschangi-See war schon vor 40 Jahren, die von den Italienern erstrebte Gren» gewesen. Militärische Sachverständige glauben, daß Mussolini darauf ausgehe, diese Grenze heute zu erhalten. Damit wäre die Scharte der damaligen Riedtrlage nicht nur prestigemäßig, sondern auch machtpolitisch ausgewetzt. Man nimmt an," daß General d e B o n o ei Wochen in Makalle haltmachen wird, um den achschub zu sichern. Das Problem des Nachschubs von Benzin und anderen Treibstoffen gestaltet sich besonders schwierig, zumal auch die Zufuhr durch Lastkraftwagen davon abhängig ist. Schärfere Spannung zwischen England und Italien „Echo de Paris" bemerkt, daß die italienischen Operationen gegen Hanar in englischen Regierungs-kreisen ziemliches Unbehagen hervorgerufen hätten. Wenn es den Italienern gelinge, die Hochebene von Hanar zu besetzen, wäre damit jede Verbindung zwischen Britisch Somali und dem Innern Abessi-mens unterbrochen. Man sei der Meinung, daß die britische Regierung in diesem Falle sofort einen neuen Schritt in Rom unternehmen werde. Wegen der italienischen Gegenmaßnahmen und der Ver-schlechterung der militärischen Lage der Abessinier werden die Aussichten auf eine Beilegung de« Streites weit ungünstiger beurteilt als noch vor einigen Tagen. _ Italienische Protestnote an alle Sanktions Staaten Die Regierung hat an ihre sämtlichen diplo-matischen Vertreter in den Staaten, die für die An-wendung der Sanktionen eintreten, eine sehr aus-führliche Protestnote gegen die Sanktionen gesandt, die bereits den einzelnen Regierungen überreicht wurde. Die italienische Regierung bezeichnet die Sank-tionsmaßnahmen als Unrecht und juristisch unbe-gründet. Die Rote enthält sehr scharfe Wendungen. Italien gibt die besetzten Gebiete nicht mehr frei Von zuständiger Stelle wird berichtet, daß die italienische Regierung jetzt und in Zukunft jede Diskussion über den Besitz der Gebiete ablehnt, die von ihren Truppen in (nitrea und Somalia be-;t würden. Diese Haltung fei ihr schon aus ckficht auf die Bevölkerung vorgeschrieben, die sich ihr unterworfen habe. Beginn der neuen Stupschtinasession Am 11. d. M. trat die Skupschtina zur ersten Sitzung der neuen ordentlichen Tagung zusammen. Nachdem das Protokoll der letzten Sitzung genehmigt worden war, erteilte der Vorsitzende, Skupschtina-Präsident Ciric, dem Ministerpräsidenten und Außen-minister Dr. Stojadinovii das Wort, der den Erlaß der Kgl. Regentschaft betreffend die Eröffnung der neuen Session der Skupschtina verlas. Die Abge-ordneten hörten den Erlaß stehend an. Als der Ministerpräsident geendet hatte, brachten sie Hoch-rufe auf <5. M. den König aus. Darnach schloß Präsident Cirii die Sitzung. Die nächste findet Mittwoch, den 13. November statt. Tagesordnung: Wahl der Ausschüsse. Ebenso kurz war die Sitzung des Senats, der ebenfalls am II. d. M. zusammentrat. Beschlüsse des Ministerrates Anläßlich der letzten Ministerratssitzung wur-den u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: Die sofortige Inangriffnahme des Eisendahnbaues auf der Linie Bihac—Knin. Auf Vorschlag des Finanzministers wurde eine Verordnung erlassen, nach der den Steuerzahlern bedeutende Erleichterungen und Er-Mäßigungen zugebilligt werden, die ihre Steuern bis Ende Februar 1936 begleichen. Weiter wurde die Einführung eines Schutzzolles für Futterrüben-samen beschloßen, ferner die Grüdung einer politi-' schen Partei unter dem Namen „Zbor" bewilligt An der Spitze dieser Gruppe steht der gewesene Justizminister Dr. Ljotic. In politischen Kreisen werden diese Beschlüsse dahin gedeutet, daß die Re-gierung sich aus die Möglichkeit von Neuwahlen vorberette. Minister a. D. Dr. Franges auf dem deutschen Bauerntag Der diesjährige dritte Reichsbauerntag ist in Goslar für die Taae vom 10. bis zum 17. d. M. vom Reichsbauernführer Minister Dr. W. Darrte einberufen. Dr. Dante hat den früheren Landwirt-schaftsminister Dr. Frangeö eingeladen, als sein Gast dieser Tagung beizuwohnen. Dr. Franges wird der Einladung Folge leisten. Baron Aloisi nicht in München Die italienische Botschaft bestreitet amtlich, daß Baron Aloisi in den letzten Tagen in München gewesen sei. Ist das Kirchenverfolgung? Adolf Hitler stiftet 15.000 RM zum Wiederaufbau Vom katholischen Stadtpfarramt in Buchau (Württemberg) wurde dem Führer über die Erd-bebenschäden im württembergischen Oberland berichtet. Dieser Tage traf nun aus der Reichskanzlei ein Schreiben ein, in dem der Führer und Reichskanzler für die sechs durch dos Erdbeben am schwersten beschädigten Kirchen 15.000 RM zur Verfügung stellte. Durch die Spende des Führers, die in ganz Oberschwaben ein starkes Echo tiefer Dankbarkeit finden wird, ist den betroffenen Gemeinden eine wesentliche Hilfe zuteil geworden. Beginn des Devisenprozesses gegen den Meihner Bischof Heute, Donnerstag, beginnt beim Berliner Ge-richt der Prozeß gegen den Meißner Bischof Peter Legge wegen Devisenvergehen. Der Prozeß wird, wie alle Devisenprozesie, öffenttich geführt. Das Ende des „Stahlhelm" Zwischen dem Führer Adolf Hitler und dem Bundesführer des Stahlhelm Franz Seldte hat soeben ein Briefwechsel stattgefunden, durch den die Auflösung des Stahlhelm vollzogen wird. Unter dem 7. November, dem Tage, an dem der erste Rekruten-jahrgang auf das Dritte Reich und die neue Flagge vereidigt worden ist, hat Adolf Hitler an Seldte geschrieben, daß die Voraussetzungen für eine Weiter-führung des Stahlhelm nicht mehr gegeben seien. Die deutsche Wehrmacht sei wieder für olle Zukunft die Trägerin der deutschen Waffe und die Hüterin ihrer Tradition. Das Ziel des Stahlhelm war die Hütung der Tradition und die Mitarbeit an der Wiederheslellung eines starken Reiches und seiner neuen Wehrmacht. Nach Erreichung dieses Ziels spricht Adolf Hitler dem Führer des Stahlhelm den aufrichtigen Dank für die Arbeit und die großen Opfer aus. In dem Brief betont Adolf Hitler, er sei überzeugt, daß die Geschichte auch in fernen Zeiten den Beitrag des Stahlhelm zur Erhebung der deutschen Nation nie vergessen werde. Jetzt sei es aber erforderlich, als Aufwertung der bisherigen Arbett und Leistungen, dem uralten Uebel deutscher Zersplitterung entgegenzutreten. Nachdem das eigent-liehe Stahlhelmziel erreicht sei, sei für einen Sonder-bund kein Platz mehr. In dem Brief teilt Adolf Hitler mit, daß er, um den allen Stahlhelmern die Möglichkeit zu geben, am weiteren Aufbau des Dritten Reiches teilzunehmen, für diese die sonst bestehende all-gemeine Mitgliedssperre der NSDAP aufgehoben habe. Die einzelnen Stahlhelmer können durch Einzelanmeldungen in die Partei oder ihre Gliederungen aufgenommen werden. Hierüber sollen noch Einzelvereinbarungen getroffen werden, die Entscheidung über die Aufnahme liegt bei den oberen Spitzen der einzelnen Porteigliederungen. ?kränz Seldte hat in einem Schreiben dem Führer ür die Worte der Anerkennung über die Arbeit des Stahlhelm gedankt. Er schreibt, daß er eine Anerkennung der Reinhett des Stahlhelmwollens darin sehe, daß der Führer den Stahlhelmern den Eintritt in die Partei ermöglicht. Daraufhin meldet Franz Seldte dem Führer die von ihm befohlene Auflösung des alten Stahlhelm. Die Geschichte des Stahlhelm ist ein getreues Spiegelblld der deutschen Nachkricgsgeschichte über-Haupt. Noch im Jahre 1918 wurde er von Franz Seldte. ursprünglich als Selbstschutzorganisation des im Leben und Eigentum bedrohten Bürgertums, gegründet. Seine ersten Handlungen waren Abwehr-kämpfe in der Uebergangszeit, da die nach bol-schewistischem Vorbild aufgezogenen Arbeiter- und Soldatenräte die Gewall in den Händen hatten und nach dem Sturz der Monarchie noch keine ge-ordneten Regierungsverhältnisse wiederhergestellt waren. Der Stahlhelm kämpfte gegen Plünderungen und Raub zu einer Zeit, als selbst der Gedanke an eine Nationalversammlung noch eine verwegene Hoffnung war. Im Stahlhelm fanden sich damals, im wahrsten Sinne unmittelbar von der Front kommend, deutsche Soldaten in dem Willen zur Wiederherstellung der bürgerlichen Ordnung zu» sammen. Um mehr hat es sich ursprünglich nicht ge-handelt. Das soldatisch-konservative Element war und blieb stets die Grundhaltung des Stahlhelm, auch als er sich zum Bundesgenossen der bürgerlichen nationalen Opposition in der Weimarer Republik weiterentwickelte. In seiner Bürgerlichkett lag aller-dings auch vom ersten Tag an der entscheidend« Unkrschied zum Nationalsozialismus. Von einzelnen Seit« 2 Deutsch« Zeitung Nummer 91 Fällen abgesehen, die als Einzelleistung große An-erkennung verdienen, hat der Stahlheim weder in den Arbeitermassen noch in der IMi.d im ganzen Fuß fassen können. Er blieb eine bürgerlich-konservative Kamvftruvpe, wahrend zut gleichen Zeit der Nationalsozialismus eine Massenbewegung würd«. Wesensart und Zielsetzung °des Stahlhelm brachten es mit sich, daß er einen Höhepunkt seines Einflusses unter der Regierung Paven erreichte. Wer sich der damaligen Vorgänge erinnert, d«r kann nicht bestreiten, daß der Stahlhelm in dem Kabinett Papen gewissermaßen die Patentlösung sah. Schon «ivor beim Präsidentenwahlkamos hatte er in der doppelten Ablehnung der Kandidatur Hindenburg wie der Kandidatur Hitler und durch die Auf« pellung eines eigenen Kandidaten seine politisch« Linie zu erkennen gegeben. Die Regierung Papen blieb aber eine Episode. Die revolutionäre Entwicklung In Deutschland war zu weit vorgeschritten, als daß damals noch mit bürgerlich-konservativen Methoden eine wirkliche Neu-ordnung hätte erreicht werden können. Und so kam der 30. Januar 1933, an dem Paven und Hinden-bürg die Folgerungen aus dem Ablauf der Dinge Polnisch-tschechische Spannung läht nicht nach Benesch hat erklärt, daß die tschechoslowakische Regierung in der jüngsten Vergangenheit der pol-nischen Regierung mehrfach vorgeschlagen habe, den Streit einem Schiedsgericht, sei es nationalen, sei e» internationalen Charakter», zur Entscheidung vorzulegen, ein Vorschlag, den Polen stets ablehnte. Die polnische Regierung lätzt nun antworten, daß „die Erklärung Minister Benesch» in polnischen politischen Kreisen keinen günstigen Eindruck hervor-gerufen habe". Daher seien die Erklärungen Benesch' nicht als positiver Faktor zu werten und unfähig, zu einer Besserung zu führen. Dagegen bemerkt man immer deutlicher eine immer größere Annäherung und immer stärker« Freundschaft zwischen Polen und Ungarn. Ein Bei-soicl dafür ist der Besuch des ungarischen Kultus-Ministers Homan, der gegenwärtig in Zusammenhang mit der Verdichtung der kulturellen Beziehungen zwischen Polen und Ungarn in Polen weilt, wo er überaus herzlich aufgenommen wurde und dem Ver-treter der polnischen Telegraphenagentur eine Erklärung übergab, in der er sich in Worten höchster Anerkennung über Polen sowie seine kulturellen Einrichtungen und Bestrebungen äußert. Das Linzer „Volksblatt". Organ de» streit-baren Linzer Bischofs schreibt: „Der Ständestaat wäre eine dürftige Einiichlung und würde in raschen Schritten wieder dem Klassenkampfzeitalter zugehen, wenn er sich mit den jetzigen Zuständen begnügen würde". Langemarck Der Monat November hat im Leben des deutschen Volkes eine besondere Bedeutung. Schick-salsschwere Stunden erfüllten sich hier in der jüngsten Epoche der deutschen Geschichte. November 1914 tobten in der weiten Ebene von Flandern die heißen Schlachten, in denen die Regimenter von Jungarbeitern, Studenten und Schülern todesmutig gegen den feindlichen Kugel-regen vorgingen, um den unbeugsamen Freiheit», willen, den deutschen Wehrgeist durchzusetzen. No-oember 1918 erlebte das deutsche Volk den Zusammen-bruch. Es tobte der Ausstand der marxistischen Inierna-tionale, der sich in der Heimat erhoben hatte, während noch draußen an der Front die Soldaten für Volk und Reich kämpften. Und da» Reich mußte die harten Bedingungen des Waffenstillstandes im Walde von Com-vlögne annehmen. November 1923 brach der erste Versuch einer nationalen Selbstbesinnung vor der Feldherrnhalle in München zusammen; sechzehn fanatische Freiheitskämpfer der jungen nationalsozialistischen Bewegung gaben unter den Kugeln der Reaktion ihr Leben für Führer und Idee. November 1935 ist der Schlußstrich unter diese Epoche gesetzt. Der erste Jahr-gang der deutschen Wehrfreiheit wurde wieder Soldat. Eine Nation, die Taten vollbringt, geht nicht unter. Und eine Nation, die in Dankbarkeit und Stolz, mit Bewußtsein sich der Taten ihrer Helden er-innert, ist unsterblich. In diesem Jahr« der deutschen Wehrsreiheit wird starker noch als sonst der Opferleistung der deutschen Regimenter in Ost und West, in Süd und Nord g^acht. Die Toten der Feldhcrrnhalle sind mit hohen Ehren in die neuerbaute Heldengruft in München gebettet worden. Der Gedenfspruch, den Adolf zogen und Hitler die Regierung in Deutschland überantworteten. Darin bestand zwischen Hitler und KiNdenburg volle Uebereinstimmung, daß gerade dir Vorkämpfer alien noüornü'niilitärtjdjen Gewissens, die. wenn auch völlig unrevolukionär, nie die Äer-bindung zum Frontsoldaten verloren hatten, in An-erkennung ihres Kampfes und zur Weitcrverfolgung ihrer soldatischen Ziele mit Träger des neuen Staates sein lollten. Die Berufung Seldtes in das neue Kabinett Mundete diese geschlossene Gemeinschaft zur Erreichung gerade der webrpolitischen Forderungen, für die der Stahlhelm sich immer eingesetzt hatte. Mit der Verkündung der Wehrhoheit war die Aufgabe dieses Bündnisses erfüllt, da» Hochziel des Stahlhelm erreicht. Es ist immer ein Kardinalfehler, wenn Organisationen — ebenso wie einzelne Menschen —_ nicht rechtzeitig in Pension gehen können. Beschäftigungslosigkeit ist immer eine große Gefahr. Und so hat es in den letzten Monaten seines Bestehens auch für den Stahlhelm manche Unerfreulichkeiten gegeben, die die natürliche Folge des vergeblichen Suchens nach einer neuen Be-tätigung gewesen sind. Fallschirmübungen in Sowjetruhland Tägliche Berichte der Sowjetpresse beschreiben Masienübungen der Flugwaffe, wobei die Uebungen der Fallschirmabsprünge eine große Vollkommenheit erreicht zu haben scheinen. Es wurden Massenab-sprünge bis zu 40 Personen aus einem Bomben-flugzeug vorgeführt. Genosse Hrifin erklärte den anwesenden Ausländern, daß diese Uebungen den Zweck haben, SowjetMg« weit im Rücken der feindlichen Armee absetzen, damit sie dort Brücken. Fabriken und dergleichen zerstören. Uebrigens sind die neuesten Fallschirme derart konstruiert, daß sie als unauffällige Weste getragen werden können. Diese Piloten, so wird berichtet, haben eine große Vollkommenheit in ihrem Fache erreicht, da sie selbst bei windigem Wetter auf einem bestimmten Punkt m landen verstehen. Die Fallschirme haben eine be-sondere Konstruktion, die eine Lenkung ermöglichen. Keine Lebensmittelkarten in Deutschland „Havas" meldet, daß am großen Bauern-Kongreß in Goslar der Ministerialrat des Mini-steriums für Landwirtschaft und Ernährung Hein-berg, einer der hervorragendsten Fachleute dieses Ministeriums, erklärt hätte, die Meldungen, wonach die Reichsregierung die Einführung eines Karten-systems für Lebenzmitm, 'ähnlich wie zur Kriegszeit, beabsichtige, entbehrten jeder Grundlage. Hitler in großen Lettern in Stein hauen ließ „Und ihr habt doch gesiegt" ist unbezweifelte Wahrheit ge> worden. Der Schwur, den die jungen Rekruten vor we-nigen Tagen auf die neue deutsche Reichskriegsflagge ge-leistet haben, war zugleich der Schwur, jener Haltung sich bewußt zu bleiben, die Deutschland in der schweren Kriegszeit sich gegen eine Well von Feinden behaupten ließ. Er hat sich nach kurzem Vergessen wiederaesun-den — das deutsche Volk, wiedergefunden in der Einheit von Nation und Führung. Und In den Hel-den, die für sie bluteten. Deren Geist spiegeltsich in den „Krieg»briefen gefallen« Studenten": „Wenn wir auch lallen, wir können durch den Tod nicht besiegt wer-den. Denn der deutsche Gedanke wird siegen, der deut-fche Geist ist unüberwindlich bis in alle Ewigkeit." Es kann sich nicht nur um Gedenkfeiern han-dein, wenn im ganzen Reich zur würdigen Begehung der Tage vom 9. und 11. November aufgerufen wur-de. Es kann nicht nur ein Dankesdienst fein, wenn in diesen Tagen zwischen der Freude über das wiederge-wonnene Soldatentum der jungen Nation aus den glei-chen Herzen dieses viel agende Bekenntnis hervorbricht: „Langemarck". Für d: Generation, die nicht mehr an den Fronten des Krieges stand hat dieses Wort seinen tiefen Klang. Nicht die Tatsache dieser Schlacht an der Westfront, die zwischen dem 20. Oktober und 11. November in Flandern tobte, — Langemarck ist der deutschen Jugend Verpflichtung. Langemarck ist Ver-mächtnis, Langemarck ist das eherne GeseA,,Hier stand nicht zur Entscheidung Gewinn oder Verlust einer Schlacht. Bei Langemarck wurde im Feuerofen der Granaten und Schrapnells der Geburtstag ein«» ganzen Volkes gefeiert". Die Flandern-Kämpfe der jungen Freiwilligen-Regimenter, die der H««re»bericht F^nkreich und das Mittelmeer -Ämmer deutlicher zeigt es sich,' daß Frankreich feine führende Rolle Im europäischen Leben einbüßt. Nach dem deutsch^nglifchen Flottenvertrag be> eilte sich Frankreich als Gegengewicht Rußland zum Verbündeten zu gewinnen. Mehrae Anzeichen in der letzten Zeit aber deuken darauf hin. daß Frank-reich jetzt von diesem Bundesgenossen immer mehr abweicht, Ob aus Erkenntnis einer Fehlspekulation oder auf Druck Englands? Dann erlebt man die innigen Freundschaftsbeteuerungen Frankreich» zu Italien, die sogar so weit gingen, daß Italien ei-nig« Divisionen von der franzöjijchen Grenze ab-ziehen konnte. Jetzt sollen sie wieder zurückgebracht werden. Frankreich mußte die Führung an England abtreten und muß nun die Sühnemaßnahmen gegen Italien mit anwenden. Laval» Vermittlungsversuche sind alle mißglückt; und jetzt sieht es sogar schon so au», daß Frankreich befürchte, es könnte zu einer englisch italienischen Aussöhnung kommen, wo-bei zwischen England und Italien im Mittelmeer ein ähnliches Verhältnis geschaffen werden könnte, wie e» in der Nordsee durch den englisch-deutschen flottenverttag entstanden ist. So heißt es In der ranzöfischen Press«: Frankreich wünsche die Besei-igung aller Reibungen zwischen Italien und Eng-and. aber Frankreich könne sich nicht gkichgüil-g »eigen gegenüber einem zweiseitigen englisch italienischen Vertrag. Die englisch-italienische Aussöhnung, so wünschenswert sie fei, würde durch eine Vernichtung des Gleichgewichts der Seestreitträfte im Mittelmeer zum Nachteil Frankreichs ausfallen. Vielleicht wird Frankreich, um nicht plötzlich ganz allein dazustehen, nun doch aus die deutschen Freundschaftsanträge eingehen? Mehrere Anzeichen deuten darauf hin. _ Italien tauft Getreide in Ruhland Sowjetrußland hat kürzlich 9000 Tonnen Gerste an Italien für die Truppen in Eritrea verkauft. Weitere Getreidelieferungen folgen. Die Sowjetpiesse selbst triumphierte, daß es die kapitalistischen «Staaten durch sein billiges Angebot unterbieten konnte: Kanada, Argentinien, Rumänien konnten nicht zu Sowjetpreijen liefern. Die französische Presse wundert sich, daß Sowjetien gegen sein« Prinzipien solcherart den kapitalistischen Krieg Italiens fördert. Den bür-gerlichen Europäern wird aber von der Presse vor-enthalten, daß Sowjetien hier alles tut, wa» in seinen Kräften steht, um jeglichen Krieg zu fördern. Gerade der italienisch-abessinische Krieg verspricht un-absehbare Vorteile und Gelegenheiten zur Förderung der Weltreoolution. Um diese zu fordern, hätte Moskau auch seine Gerste gern umsonst fortgegeben. Opfert für die Winterhilfe. vom 11. November 1914 symbolisch würdigte: «West-lich von Langemarck brachen junge Regimenter unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" ge-gen die ersten Linien der feindlichen Stellung vor und nahmen sie" sind unsterblicher Glanz der Opferbereit-schaft an die Idee. Hier erneuerte immer wieder eine tatbereite Jugend den fanatischen Siegeswillen. Auch der Kriegsfreiwillige Adolf Hitler, dessen Regi-mentskommandeur Oberst List beim Sturm auf den Schloßberg von Gheluvelt fiel, hat das ernste Erlebnis mst heimgetragen, wenn er schreibt: „Nach vier Tagen kehrten wir zurück. Selbst der Tritt war jetzt anders ge-worden. Siebzehnjährige Knaben sahen jetzt Männern ähnlich. Die Freiwilligen des Regiments Lift hatten vielleicht nicht recht kämpfen gelernt. Allein zu sterben wußten sie wie alte Soldaten." In diesen «türm-stunden wurde die Seele jenes unbekannten Soldaten zum ersten Mal von dem großen Blutopfer angerührt. Der militärische Erfolg des Sturms auf Lange-marck und Dirinuiden kann vielleicht nicht gegenüver dem großen Einsatz bester deutscher Kräfte bestehen. Dieser Einsatz hat nicht die erhoffte Entscheidung gebracht. Aber au» den Gräbern der Gefallenen dieser zweiundzwanzigtägigen Schlacht in Flandern stand ein neuer Geist auf. der den Helden von 1914 selbstverständlich, in der Zeit des deutschen Niedergan-ge» aber verhöhnt und halb vergessen war. Dieser Geist von Langemarck, dessen Erb« die deutsche Jugend für sich beansprucht, ist die bedingungslos« Hingabe an die nationale Idee, die stet» bereit« Kameradschaft, der unerschütterlich« Glaube und Kampsesmut. Die Kämpfer von Langemarck wußten zu „sterben wie alle Soldaten". Und ihr Sterben war bar jeder Phrase. Die deutsche Jugend trägt Langemarck und da» Erleben Nummer 91 Deutsche Zeitung Seite 3 Deutschösterreichische Nachrichten Bundeskanzler Schuschniga hat an das öfter-reichische Volk emen Aufruf erlassen zur Teilnahme am Winterhilfswerk. Wie wir nun aus Wien ver-nehmen, hat die Regienmgsopposttion die Weisung hinausgegeben, dem Aufruf keine Folge zu leisten, weil diese Winterhilf»aküon nm den System-Angehörigen zugute kommt. Die Regimegegner sind von der Teilnahme ausgeschlossen, weshalb sie die Regierungsaktion auch nicht fördern können. "*"r K" " • Die österreichische Regierung dementiert die in englischen Blättern veröffentlichten Nachrichten, wo-nach über Austrag der Regierung die Banken die tn italienischem Besitz befindlichen Aktien und Obligationen von österreichischen Unternehmungen zu übermäßigen Preisen auflaufen müssen, um dadurch Italien mit Devisen zu versorgen. Oesterreichische Dementis sind Immer eine Bestätigung. tf In ganz Oesterreich sind die „Illegalen" an der Arbeit. In den „Basler Nachrichten" berichtet der aus Berlin ausgewiesene Ernst Klein über deren unentwegte und unerschütterliche Tätigkeit. 3m Rahmen der „Vaterländischen Front" machen sich die feinde des Regimes sehr stark bemerkbar. Bis in die obersten Regierungsstellen hinauf fitzen diese „Illegalen". » In der in Innsbruck erscheinenden katholischen Zeitung „Volksruf" lesen wir: „Die österreichische Arbeiterschaft, und mit ihr das gesammle österreichische Volk, ist gegen jede Diktatur, auch gegen die Tota-lität. Sie will die Demokratie nicht abgeschafft, als Bodengeriimpel einer angeblich überlebten Zeit verräumt wissen". Das tschechische Blatt „Polodni Lidove Listy" schreibt: „Starhemberg, der gegen ein« Rückkehr der Habsburger ist, hofft, daß er als Regent und Mit-glied eines Hauses, das mindestens ehenso alt ist, wie das der Habsburger, dieses ersetzen könne." Also eine Dynastie Starhemberg. Aber auch die lehnt das Voll ab wie die der Habsburger. Wiens Judenheit Das „Salzburg« Volksblatr' ist in der Lage, über die neuesten Zählungen der Juden in Wien Aufschluß zu geben. In Wien- leben, wie die letzte Volkszählung vom 22. März 1934 ergab, 176.034 Juden, das find 91,9 Prozent aller in Oesterreich lebenden Juden und 9,4 Prozent der Wiener Bevölkerung. (Die aus dem Judentum ausgetretenen — ihre Zahl betrug in den letzten 15 Jahren 14.500 — find in obigen Ziffern nicht enthalten.) der Frontgeneration in sich. Die Uebernahme der Pflege des Kemmel > Friedhofs durch die Hitlerjugend, die Baldur von Schirach der deutschen Jugend zu einer een Verpflichtung machte, und die Langemarck-i die am Sonntag, den 10. November überall im . stattfindet, geben diesem Bekenntnis Ausdruck. Aber das Bekenntnis zu Langemarck ist nicht ein I Bekenntnis zum kriegerischen Geist. Die deutscheJuaend will nicht, dah dieser Opfergang sich wiederhole. Den Soldaten der Front, die der Krieg verschonte und der Heimat zurückgab, brennt das entsetzliche Erlebnis der vielen Schlachten zu tief in ihren Zügen, als daß jugendlich? Begeisterung dies übersehen könnte. Vielmehr ist es sehnlichster Wunsch gerade dieser Ju-aend, die so freudig zu den Fahnen der neuen deutschen Wehrmacht geeilt ist, um sich für die Verteidigung deut-scher Ehre zu wappnen, endlich den tieferen Sinn dieses Opfers der gefallenen Kameraden zu erfüllen. Den Sinn, der Friede, ehrlicher Friede hieß. Das neue Deutschland hat aus dem Munde der nationalsozialistischen Führer immer wieder der Well diese Friedensbereitjchaft versichert. Noch steht zwar manches Mißverständnis und Ablehnung gegen das neue Reich. Aber die deutsch« Jugend hofft, dah sie dereinst einmal einer anderen Welt sich gegenüberfindet, die nicht au« Vorurteilen sich gegen das deuijche Volk zusammengeschlossen hat. Sie weih, daß auch in den anderen Ländern Menschen wohnen, die die gleiche Lebensberechtigung haben und sich einer hohen Kultur rühmen dürfen. Sie weih aber auch, daß die deutsche Kultur den höchsten schöpferischen Taten der Well nicht nachsteht. _ Der Sinn des 9. November 1923 In München wurde feierlich der Jahrestag jenes mißglückten Putsches vom 8. und 9. November begangen, dem damals 10 Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Adolf Hitler hat an der gleichen Stelle, wo er vor zwölf Jahren das Signal zum Los-schlagen gegeben hatte, und vor seinen alten Ge-treuen aus der ersten Stunde Rechenschaft darüber abgelegt, was ihm und was für ganz Deutschland diefer Gedenktag zu bedeuten hat. Im Vordergrund seiner Rede und der grogartigen Feiern in München standen die Toten selbst, die vor der Feldherrnhalle starben, als die reguläre Truppe auf Hitler, General Ludendorff und die anderen Vorkämpfer eines nationalsozialistischen Staatsstreichs feuerte. In einem „letzten Appell" ist jeder einzelne von ihnen sym-bolisch aufgerufen worden, als ein Beispiel der Treue bis in den Tod für die vielen jungen Menschen der Hitlerjugend, die traditionsmäsjig am gleichen Tag in die Partei eintraten. Hitler selbst hat erklärt, er wisse sehr wohl, daß täglich Tausende sterben und daß im Krieg zahllose Manner sich dem Vaterland geopfert haben. Diese 16 Nationalsozialisten jedoch sollten durch ihre Beisetzung in» Ehrentempel deshalb ausgezeichnet werden, weil ihr Tod solange einsam und verkannt bleiben mußte, wie die nationalsozialistische Bewegung selbst in Deutschland noch verkannt war. In Hitlers Rechenschaft über den damaligen „verwegensten Entschluß" seines Lebens findet sich eine politisch höchst ausschlußreiche Bemerkung dar-über, warum der 9. November 1923 der letzte Putsch in Deutschland gewesen ist und weshalb 10 Jahre später der Nationalsozialismus nicht durch einen faschistischen Staatsstreich, sondern legal durch die breite Zustimmung des Volles zur Macht kam. Hitler zögerte nicht, vom historischen Standpunkt aus zuzugeben, daß es ein Glück war, wenn jener Vor-stoß in München ihm mißlang. Denn selbst wenn die Aktion „gelungen wäre, hätte sie am Ende der inneren Unreife der Bewegung und ihrer damaligen mangelhaften organisatorischen und geistigen Grund-lagen scheitern müssen". Entfcheidend für die bessere Erkenntnis des Führers und seinen ganzen späteren Weg war es, daß damals „die legale Gewalt mit der Waffe gegenüber der nationalen Freiheit?-bewegung stand". Dies durste nie mehr geschehen, wenn nicht die Freiheit und Größe eine» neuen Reiches durch Ströme von Blut und Haß erkauft werden sollte. Hitler hat nach 1923 die seltene Charakterstärke besessen, den fast aussichtslosen .,legalen Kamps" zur Zertrümmerung der marristi' schen und anderen Parteien aufzunehmen und sieg-reich durchzuführen. Er hat den Nationalsozialismus folgerichtig als einen Staat im Staate ausgebaut, so daß' ein zweites Mißllngen mit seinen unabsehbaren Folgen nach Menschenmöglichkeit ausgeschlossen wurde. Vor allem aber konnte es so geschehen, daß im AugenÄick des Jrrntiat 193S dann wirklich weiteste Schichten des deutschen Volke» einmütig hinter der Hakenkreuzfahne marschierten und daß die Armee keinen Anlaß mehr fand, ihrerseits auf die Straße zu gehen. Auch seither ist der Verschmelzung»-prozeß von Partei und Staat gewaltig erleichtert worden dadurch, daß kein Gespenst eines vergangenen Bürgerkrieges zwischen den Menschen stand, und eben dieser Bürgerkrieg ist dem deutschen Volk im Herzen Europas erspart geblieben durch das Opfer jener 16 Männer von 1923 und durch die ftaats-männische Lehre, bie ihr Führer daraus zu ziehen verstand. _ Der 9. November im Urteil der Weltpresse Die Feiern in München werden von der ge-samten italienischen Presse an hervorragender Stelle verzeichnet. Der Berliner Korrespondent des ..Popolo d'Italla" betont in seinem Bericht, daß diese Feiern in weitem Rahmen einer mystisch-politischen Be-geistemng geradezu symbolischen Charakter hätten. Die Atmosphäre, tn der sie sich abspielten, sei vor allem auch von tiefer Religiosität erfüllt. Der Geist aber, der aus dieser Feier aufzusteigen scheine, sei der eine» immer stärkeren und entschlossenen Willens zum politischen Aufstieg. Starker Eindruck in Ungarn Der nationale „Uj Magyarsag" schildert die unerhörte Begeisterung, mit der die R«de de» Führers von den Massen aufgenommen wurde. Das „Achtuhr-Blatt", das Blatt des früheren Ministerpräsidenten Grafen Bethlen, spricht von einer Trauerfeier der Hunderttausende zu Ehren der ersten Toten des Nationalsozialkmus. Auch die katholischen und die legitimistischm Blätter betonen den tiefen, eindrucksvollen Ernst und die Würbe des Münchener Trauertages. Besondere» Aussehen hat die von allen Blättern verzeichnete Tatsache der Kranzniederlegung durch den italienischen Botschafter Attolico hervorgerufen, die von allen Blättern hervorgehoben nrird. Die Pariser Presse Die Münchener Feierlichkeiten werden von der Pariser Presse in ausführlichen sachlichen Meldungen und z. T. mit Bildern wiedergegeben. Unter dem Eindruck der Großartigkeit und der Würde der Ver-anstaltung enthält man sieh jedoch jeglicher Kritik. Der Sonderberichterstatter des „Petit Journal" be-merkt anerkennend, daß die Erinnerungen an die dunklen und die tragischen Ansänge der Partei mit Würde und wahrhafter Größe heraufbeschworen worden seien, sowohl was die äußere Kundgebung wie auch ihren Geist angehe. Filmpremiere an der Gulasch-Kanone Bekannte Filmtünstler sammelten für die Winterhilfe Der zweite Eintopfsonntag im Rahmen des Winterhilfswerks 1933/36 wurde wiederum zu einem vollen Erfolg. Allein in Berlin find an diesem Tage 390.442 Mark, also 17.000 Mark mehr als im Vormonat, von den freiwilligen Helfern der NS-Volkswohlfahrt gesammelt worden. Ein besondere» Gepräge erhielt diese großzügige Aktion gegen Hunger und Kälte durch die Filmkünstler, die an allen Plätzen der Reichshauptstadt mit den roten Sammel-büchjen anzutreffen waren.Wie imOktober,waren auch bei diesem Eintopfsonntag unter freiem Himmel Feldküchen aufgeschlagen, die dem Minderbemittelten für wen ig Geld oder gar kostenlos eine kräftige und wütige Mahlzeit verabreichten. Diesmal gab es Erbsensuppe mit „Sonnenschein" '— wie ein witziger Berliner bei der Gulaschkanone dicht am Potsdamer Platz hinzufügte. Und in der Tat, das schöne Wetter an diesem Sonntag hat dazu beigetragen, daß man mitten im November mit frölichem Gesicht draußen fitzen konnte, ohne frieren zu müssen. Viele Berliner, Arme sowohl wie Schaulustige, umsäumten die dampfenden Küchen. Auch ReichsministerDr. Goebbels hatte sich um die Mittagszeit am Potsdammer Platz eingefunden und löffelt« unter freiem Himmel miL Den größten Aufkauf aber gab es an den Plätzen, wo sich die beliebtesten Filmichauspieler aufgebaut hatten. Am Potsdamer Platz siyarten sich die Autocuammjäger um jenen grünen Velöurshut Paul Hör biger», der als einziges Kennzeichen de» Künst-lers noch zu sehen war — so umdrängten ihn seine verchMHswütigen Anhänger. Auch Luise Ullrich konnte sich kaum vor dem riesigen Ansturm retten und hatte in kürzester Zeit ihre erste Büchse gefüllt. An der Ecke Unter den Linden und Friedrichstraße mimte Harry Piel den Koch und rührte mit wahrem Feuereifer seinen Wirsingkohl um, damit jeder schon aus den Einiopf vom wettem Appetit bekäme. Gustav Fröhlich und Dorothea Wieck hatten es insbesondere aus die Kaffeehäuser abgesehen, und jeder, der bei dieser günstigen "Gelegenheit «in Autogramm «t-haschen wollt«, mußte erst seinen Obolus in die Büchse werfen. Aber auch die anderen Film-schauspieler, die mit der „Büchse bewehrt" sich zeigten, hatten alle Hände voll zu tun. So ist bei dieser „Filmpremiere an der Gulaschkanone" wohl keiner durchgefallen. Sie alle haben einer gemein-nützigen Sache zum großen Erfolg mitoerholfen. Und die Berliner machten begeistert mit. Schweizerische Umschau Die „Neue Zürcher Zeitung" Hai im Inseraten-tell eine Ankündigung der Buchhandlung Oprcchl und Helbling aufgenommen, die lautet: „Unser Nachbar, Adolf Hitler. Setzen Sie sich mtt Hitler auseinand« — 25 km von hier beginnt sein Reich". Dann wird zum Lesen empiohlen: ..Sein Kamvf". von der sattsam bekannten Wiener Semitin Helene Harand, die im engsten Kontakt mit dem au» Deutschland geflüchteten Juden Waldemar Gurian vom Liga-Verlag und den „Deutschen Briefen" in Luzern steht, Konrad Heidens „Adolf Hitler" und der Dokumentenspiegel „Die braune Kultur". Auf diese Art macht der schweizerische Nationalrat Oprecht Geschäfte mtt Adolf Hitlers Seit« 4 Deutsche Zeitung Nummer 91 Aus Stadt gelle Die Herbstliedertafel des Cillier Männer-gefangvereines findet, wie wir bereits mitteilten, Samstag den 16. November um '/,9 Uhr abends im Kinosaal des Hotels Skoberne statt. Mit dieser Veranstaltung soll ein kurzes Gedenken der musikalischen Regenten des heurigen Jahres: Heinrich Schütz, Georg Friedrich Händl, Johann Sebastian Bach und Robert Schumann verbunden werden. Frau Josefine Hoisl, die bewährte Freundin des Männergesangvereines, hat liebenswürdigerweise den Bortrag einiger Schumann-Lieder zugesagt. Es ist auch gelungen, einen erstklassigen Violinspieler für die Veranstaltung ju gewinnen. Aus dem seinerzeitigen Wunderknaben ist ein Violinvirtuose geworden, der überall den größten Erfolg erntet. Der gemischte Ehor des Ver-eines wird Schumanns „Zigeunerleben", der Männerchor eine Reih« von Meisterchören zum Vortrage bringen. Auch eine neue Komposition unseres heimischen Tondichters Eduard Jnterberger, welch« bereits eine interessante Vergangenheit hat, wird zum ersten Male aufgeführt werden. Die Ver-anstaltung findet wegen eingetretener technischer Hindernisse vor Sesseln statt. Den Kartenvorverkauf hat die Sportartikelhandlung Josef Krell, Kralja Petra cesta, übernommen. Die letzten Gemeinderatsbeschlüsse. An- läßlich der Stadtratssitzung am 8. d. M, von der wir schon kurz berichteten, wurde folgende» beraten und beschlossen. Bonus Dr. Natlaian hat der Stadt-gemeinde Eelje eine Unterstützung der Banal-Verwaltung für öffentliche Arbeiten in Aussicht ge-stellt und versprochen, bei der Staatsverwaltung wegen eines Beitrage» und eines Zuschüsse» zur Sannregulierung zu vermitteln. Die Stadtgemeinde wird am Josefiberg eine Wasserleitung anlegen und die Kanalifierung durchführen. Die Kosten für die Wasserleitung werden nahezu 150.000 Dinar be-tragen! heuer stehen dafür 76.000 Dinar zur Ver-fügung. Die Stadtgemeinde wird bei der Arbeit»-börse in Ljubljana um ein langfristig«» Darlehen Junger, TeriSmlicher Chauffeur findet Aufnahm« bei F. C. Schwab, Ptuj. Referenzen erwünscht. 363 im Betrage von 1,200.000 Dinar für den Bau «ine» Arbeiterasyls ansuchen und den Bauplatz un-entgetlich zm Verfügung stellen. Mit dem Bau soll im nächsten Frühjahr begonnen werden. Der Miet-zin» in den Gemeindehäusern wurde, wenn er 200 Dinar monatlich übersteigt, um 5 Prozent, wenn er aber weniger al» 200 Dinar beträgt, um 10 Prozent herabgesetzt. Die Hausbesitzer werden aufgefordert werden, diesem Beispiel zu folgen. Da» Finanzministerium hat der Stadtgemeinde die Auf-nähme einer Anleihe für den Ankauf de» ehemaligen Rebtk-Besitze» in der Mariborer Straße, der jetzt Eigentum der Banalverwaltung ist, genehmigt. In der ehemaligen Umgebungsgemeinde werden 12 neue elektrisch« Straßenlampen angebracht. Die elektrische Leitung wird bi» zum Ende von Polule verlängert. An Stelle de» verstorbenen GR Franz Rebeuschegg wurde GR Johann Martincic p Schlachthaus-r«fer«nten gewählt. Um die Arbeitslosigkeit zu mildern, gedenkt die Stadtgemeinde folgende öffent-liche Arbeiten abzuführen: Regulierung der Lojchnitz-Baches von der Mündung in die Sann bis zur Jost-Mühl« in Medlog, Regulierung des Dürren-dache» von Ostrozno bis zur Gemeindegrenze, Regulierung des Kopreinitzbache» in Dobrova und Lokrovec. Erweiterung und Ausbesserung der Schloßbergstraße, Umbau der Straße auf dem Josefiberg, sowie Kanalisierung und Verlängerung der städtischen Wasserleitung anf den Josefiberg. Im Stadtamt wird eine Arbeitslosenkartothek an-gelegt, später wird noch eine Kartothek der Armen und Arbeitsunfähigen eingeführt werden. Mit den Kanzleiarbeiten für die Notstandsaktion wurden und Land Magistratsdirektor öubic und der Gemeindebeamte Wltavsky betraut. Bilderausstellung Auf seiner Rundreise durch Jugoflawien ist der Kunstmaler, Kriegsinvalide Alerander Klein auch nach Celje gekommen und veranstaltet nun auch hier eine Bilderausstellung, bei der auch Bilder an Bilderliebhaber verkauft. Die Ausstellung beginnt am Samstag, den 16. d.M. in der Städtischen Spar-lass«, dauert nur wenige Tage und ist täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 8 Uhr abends ge-öffnet. Der Kunstmaler Alexander Klein malt seine Bilder vor den Augen de» Publikums mit dem Pinsel zwischen den Zehen. Wir glauben, daß sich die Bevölke-rung von Eelje diese einzigartige Gelegenheit, einen originellen Künstler bei seiner Arbeit mit eigenen Augen zu bewundern, nicht entgehen lassen wird und die Ausstellung einen guten Besuch zu verzeichnen ha-den wird, zumal sie mit geringen Kosten verbunden ist. Eintrittspreise: für Studenten 2 Din und für Er-wachsene 5 Din. Notstandsaktion. Die Stadtgemeinde Celje hat eine Notstandsaktion zur Beschäftigung der Arbeitslosen und Unterstützung der Armen ein-geleitet. Die Arbeitslosen sollen keine Unterstützung mehr, wohl aber Arbeit bekommen. Eelje hat gegen-wärtig schon weit über 300 Arbeitslose. Man muß aber damit rechnen, daß die Zahl der Arbeitslosen noch ansteigen wird. Die Arbeitslosen sollen bei der Regulierung der Loznica beschäftigt werden. Da» Bett der LoZnica soll von der Mündung in die Sann bi» zur JoötMühle ausgebaggert und er-weitert werden. Die Strecke ist ungefähr 2 Kilometer lang. Den Regulierungsplan hat Jng. ötefani aus-gearbeitet. Die Regulierungsarbeiten in diesem Teil erfordern etwa 850.000 Dinar. Vor allem aber ist die Geldbeschaffung das dringendste. Die Sammlung der Arbeitsaktion wird in kürzester Zeit besinnen. Die Bevölkerung von Celje wird gebeten, diese Not-standsaktion durch freiwillige Spenden zu unter-stützen. Sachspenden werden in der Stadthauptmann-schast, Zimmer 2, beim Gemei»desekretär Herrn Wltavsky jederzeit dankbarst entgegengenommen. Theaterbeginn. Die neue Spielzeit am Stadttheater wird am 15. November abends mit einem Gastspiel de» Ljubljanaer Nationaltheaters eröffnet. Aufgeführt wird Paul Golia» neues Drama „Der Brudermord in Metawa". Mietliaixs « in Celje, nur guter Bauxustand, welches mindesten» 6—7reine Verzinsung trägt, sofort gegen bar sra kanten gesucht. Angebote an die Verwaltung des Blattes unter 500.000 bi* 600.000 Din. Kino Union. Donnerstag, Freitag und Samstag der amerikanische Film in deutscher Sprache „Gauner auf Urlaub" mit Robert Montgomery und Maureen O'Sullioan in den Hauptrollen. M a r i b o r Brotpreiserhöhung. Am 11. d. M. hielten die Mariborer Bäckermeister eine Versammlung ab, in der mit Rücksicht auf die jüngste Erhöhung de» M«hl-preist» beschlossen wurde, die Brotpreise m erhöhen. Ab Monntag, den 18. l. M., wird Weißbrot 4.50, Halbweißbrot 4.— und Schwarzbrot 3.50 Dinar je kg kosten. Sine Skischule in Maribor. In der kom-menden Wintnsportsaison wird Maribor die erste Ski-schule erhalten, die der Mariborer Skiklub errichten wird, sobald es die Terrainverhältnisse erlauben. Für Senkung der Mietzinse. Der Mieter-schutzverein hielt Sonntag vormittag in der Union-Veranda eine Versammlung ab. Mehrere Redner erklärten, die Mieter, besonders aber die öffentlichen Angestellten, könnten die gegenwärtigen Mietzinse nicht mehr aufbringen. Es wurde eine Entschließung ange-nommen, in der die Senkung der Mietzinse für Woh-nungen und Eeschäftslokale um wenigstens 30 Pro-zent gefordert wird. Die Regierung wird ersucht, die Mietenftage gesetzlich zu regeln. Sport Athletik : S. 55. Celje.2 : 1 (0 : 0) Vom L. N. P. wurden für den vergangenen Sonntag Pflichtspiele vorgeschrieben, weshalb auch da» Spiel Athletik gegen Ilirija im letzten Augenblick abge» sagt werden mußte. Es hatte Ilirija, Primorje und Athletik den S. K. Celje zum Gegner bekommen. Athletik war gezwungen für einige seiner be-sten Spieler, da sie erkrankt waren, Ersatzleute ein-zustellen. So mußte auf Suhole^nik, Gorisek und Kozelj verzichtet werden und auch Eoh machte nur die erste Halbzeit mit. Diese durch mehrere Ersatzleute zusammengestellte Mannschaft spielte mit einer derartigen Aufopferung, wie man es bei Athletik schon lange nicht mehr gesehen hat. Da gab es keinen der arbeitslos herumstolzierte, alle waren in Bewegung und halfen ihren Mit-spielern. Als der Schiedsrichter in der zweiten Halb-zeit noch dazu Janeschitz herausstellte, wurde durch noch vermehrte Arbeitsleistung auch der Abgang dieses Spie» ler» wettgemacht. Der Sieg ist umso höher einzuschätzen, da er gegen die komplette Mannschaft de» S. K. Eelje und gegen den Schiedsrichter erkämpft werden mußte. Herr Veble, sonst einer unserer besten Pfeifen» männer, hat bis jetzt noch jedesmal bei Spielen, in denen der S. K. Celje mitwirkte, versagt. Aber diesmal leistete Herr Veble doch um einiges zuviel. Er gab ge-gen Athletik einen Elfmeter, wo ein Spieler de» S. K. Celje an den Athletik Tormann ein schweres faul verübt«, sodaß der Tormann einige Zeit liegen blieb. Auch verjagte des öfteren bei Auffeilstellungen sein Pfeifer!, aber eigentümlicherweise immer nur zu-gunsten des S. K. Celje. Ein Schiedsrichter kann ja wirklich einmal einen schwachen Tag haben, aber er darf nicht im-mer seine schwachen Tage sich gerade bei Spielen de» S. K. Eelje aussuchen, da er sonst einmal an ein« wem« ger disziplinierte Mannschaft, als es die Athletiker sind, stossen könnte und ein unausbleiblicher Wirbel würde durch Verschulden eines solchen Unparteiischen ent-stehen. Jugoslavija: Olimp 2:1 (2:0) Diese zwei Mannschaften trugen da» Vorspiel au», bei welchen Jugoslavija mit 2 :1 flegreich blieb. Jugoslaviia war eigentlich kein Ueberraschungssie» ger, da seine Mannschaft in letzter Zeit sehr gute Spiele gelieferthat, wogegen Olimp nicht mehr seine alte Form erreichen kann. Jugoslavija wird in der Meisterschaft der Filllfedern a. -Halter in großer Auswahl, mit Garantie ans 10 Jahre I Fachmännische Reparaturen in 4 Stunden. Buch- nnd Papierhandlung „D o-ootina', Celje, Kralja Petra c. 45. 21» 2. Klasse noch ein ganz gewichtiges Wort mitzureden haben. Schiedsrichter Herr Seitl war ganz gut. aber auch er soll nicht Hausschiedsrichter einer Mannschaft werden. Dänemark das Land der Zeitungen Um folgendes richtig zu verstehen, ist es not« wendig zu wissen, daß Dänemark 3'/, Millionen Einwohner hat, von denen etwa 800.000 in Kopen» hagen leben. Vergleicht man nunmehr die Auflagen der Zeitungen mit der Bevölkemng»zisfer, so kommt man zu erstaunlichen Zahlen. Die sechs großen Kopenhagener Tageszeitungen haben z. B. Sonntags eine gesammelte Auflage von 625.000 Eiemplaren, sodaß also aus beinah« jeden Kopenhagener eine Zeitung kommt. Rechnet man eine Kopenhagener Familie mit vier Personen, so liest jede Familie drei Tageszeitungen. In der Provinz erscheinen ca. 280 Tageszeitungen mit einer gesammelten Auflage von ca. 420.000 Exemplaren. Die gtsamt« Tageszeitungsauflage ist demnach weit über eine Million. Außer diesen Tageszeitun-gen erscheinen wöchentlich 27 illustrierte Zeitschriften mit einer Auflage von 1'/» Millionen Eremplaren. Im Verhältnis zu der Bevölkerungsanzahl ist die Menge der Fachzeitungen imponierend. Es gibt in Dänemark nicht weniger als 1500 Fachzeitungen. Die dänischen Zeitungen haben ein sehr hohes Niveau und zeigen weitgehendes Verständnis für die politische Opposition. Der dänische Journalist verzichtet auf ungewisse Sensationsnachrichten, uns zieht die Verbreitung effektiver Nachrichten vor. 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