Ar. 13 Aonnerstag dm Z. März 1892. XXXI. Aasra ana. MarbllratrZÄW. Der Preis deS BlatteS beträgt für Marburg: ganzjährig L fl., halb-!? tichrig 3 fl., vierteljährig 1 fl. SV kr., monatlich bv kr. Bei Zustellung ^ tu» HauS monatlich 10 kr. mehr. Mit Postversendung: ganzjähk^g 7 fl., ^ halbjährig 3 fl. 50 kr. und vierteljährig 1 fl. 7b kr. Die Einzelnummer kostet 7 kr. Scharf und schneidig. Von tcm preußischen L'ikutencint wird gksagt, er sei „schneidig". Im täglichkn Vcrkchre mit den Nccruten hat der junge Osficier auch hinlänglich Gelegklcheit, sein Sclbstgcfühl zu stärken nnd „schneidig" aufzutreten. Sobald aus dem Lieutenant ein Hauptmann wird, tritt mit der Verantwortlichkeit str die Compagnie eine größere Besonnenheit im Reden und Thun ein. Der Major an der Spitze des Bataillons, der Oberst an der Spitze des Regimentes, der General an der Spitze dcr Brigade oder der Division odtr gar des Armeecorps sind selbstverständlich noch vicl besonnener und würdevoller im Amte. Von dem „obersten Kriegsherrn" wird aber noch eine größere Besonnenheit, Gerechtigkeit, Milde und Würde vorausgesetzt. Die Prinzen königlicher Häuser, besonders die Thronfolger steigen bekanntlich rasch zu den hohen und höchsten Würden in der Armee. Nun ist es natürlich, dass man auch eine raschere Entwicklung des inneren Menschen gern annimmt. Von eincin dreißigjährigen Filrsten, dcr schon General ist, envartet das Volk mit Recht, dass cr mit dem Lilutenantsrock auch die etwas unreife „Schneidigkeit" ablegt, und namentlich das alte Wahrwort berücksichtig», dass Schweigen Gold ist. Wir leben allerdings im Zeitalter der Beredsamkeit. Und es sott auch gar nicht in Abrede gestellt werden, dasS manche Redner große Erfolge erzirlen können. Ein Partci-fül)rer, der ganz von der Wahrheit seiner Sache durchdrungen ist und im Brustton der Ueberzeugung spricht, vermag seine Parteifreunde zu entflammen. Sobalb aber ein Monarch und oberster Kriegsherr sich als Parteimann und Parteiführer fühlt und dlirch die Schärfe und Schneidigkeit seiner — Rede wirken will, wird die Sache bedenklich. Denn er entfesselt durch das gesprochene und geschriebene Wort, das wie eine unbedacht abgeschossene Kugel Unheil anrichtet, die Leidenschaft der anderen Parteien im eigenen Lande. Kaiser Wilhelm II., der wie ein schneidiger preußischer Lieutenant auftritt, hat seit zwei Jabren — seitdem sein guter Schutzgeist Bismarck von ihm scheiden musste —, sehr viele und höchst unbesonnene Reden gehalten. Wir meinen damit nicht seine Z^eld- und Seepredigtcn, die er kürzlich dem Papste verehrt hat, sondern die rein politischen Parteireden über seinen „neuen CnrS" und über seine absolutistischen Neigungen. Die letzte Rede deS „schneidigen" Kaisers hat endlich dem Afasse dcr deutschen Geduld den Boden ausgeschlc'gcn. „Das Volt steht auf, dcr Sturm bricht loS." Nicht, als ob wir den socialistischen Straßenkundgebungen in Berlin eine übergroße Beachtung beilegen ; nein! Derartiges erleben wir in allen größeren Städt>'n zur Zeit der Arbeitslosigkeit. Allerdings sollte auch diese böse Zeiterscheinung den jungen Kaiser an die Nothwendigkeit mahnen, alle phantastischen Redensarten über Bord zu werfen und sich an die Sachen halten, die zu thun sind. ^ «rschcivt teden «ovntag «ud DouuerStag früh. Einschaltungen werden von der BerlagShandlung des Blattcs und ^ ^ allen größeren Annoncen-Expeditionen entgegengenommen. SchlusS ^ Schristleitung nnd Verwaltung befinden sich: Postgasse Nr. 4. Sprech- ! >fi'lr Einschaltungen Mitwoch und Samstag Mittag. — Offene ^ swnden des Schriftleiters an allen Wochentagen von 11 bis 12 Uhr Reclamationcn sind portofrei. Manuskripte werden nicht zurück. ^ vormittags. gesendet. Für den neuen CurS verhängnisvoller als die internationale Socialdemokratie ist die tiefgehende Bewegung im monarchisch und national gesinnten deutschen Bürgerthum. Dieses tritt, durch die Kaiserrede förmlich herausgefordert, für seine bedrohten Rechte und Z^reilieiten. sowie für den Schntz des mit so großen Opfern erstrittenen Deutschen Reiches entschlossen dem „neuen Curs" nnd dein phantastischen, nnerfahrenen Steuermanne entgegen. In der praktischen Politik genügt der Geist nicht, der nur das Gute will; ohne genügende Erfahrung und geniale Staatskunst schafft solch ein Geist meist daS Schlimme. „König Phantasus" auf BaiernS Throne wollte ebenfalls nur das Große, Schöne nnd Edle. Wohin aber gerieth dieser hochbegabte Kürst, der keinenWidersprnch ertragen konnte? In die Nacht des Wahnsinns und des Selbstmordes. Selbst in den Verfassungsstaaten ist die Macht des Monarchen noch so groß, dass durch HauSgesetze und Minister-Verantwortlichkeit den größten Gefahren des MisSbrancheS der Macht vorgebeugt wurde. Ki)nig Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, ebenfalls ein hocbbegabter Phantast, wurde bei seiner Geistesumnachtung durch seinen Bruder, den Prinz' rezenten Wilhelm sden späteren ersten dentschen Kaiser'! ersetzt. In Baiern herrscht augenblicklich nicht dcr König, sondern sein Oheim Luitpold. — Was die öffentliche Meinung in Preußen und Deutschland jetzt fordert — eS ist dasselbe, was Fürst Bismarck vor zwei Jahren forderte, als er mit dem jungen Kaiser, der keinen Widerspruch duldet, in Conflict gerieth: nämlich die volle Verantwortlichkeit des Ministerpräsidenten für alle politischen Aeußerungen und Handlungen des Monarchen, sowie d'e Entfernung der schlechten Rathgeber am Hofe. Während vor zwei Jahren der Bismarckhaß die ruhige Denkart bei vielcn Parteien nberlvog, sehen wir heute, dass alle nationalen und freisinnigen Elemente von Bismarck bis Richter völlig einig über die absolutistischen Gefahren sind. Dieser starken und geschloss'vn Partei der national und monarchisch Gesinnten wiro der junge Kaiser nicht dauernd widerstehen können. Es hat dem alten Junker und Monarchisten Bismarck unendliche Mübe gekostet, das so sehr gesunkene monarchische Ansehen in Preußen und Deutschland neu zu beleben. Er hat den Gefühls-und VerstandeSmonarchisten mit dem V^rfassungS' staatversöhnt. Das ist Bismarck'S Verdienst um das Haus Hohenzollern und die Monarchie überhaupt. Und j' tzt soll der alte treue Königsdiener und Kaiserschöpfer sich als „Nörgler" noch von dem reichen Erben seiner nnvergleicdlichen StaatSknnst »noralisch ausweisen lassen! Dem so mühsam erbanten Deutschen Reiche nnd der glücklichen Aussöhnung der Gegensätze zwischen Nord und Süd drohen durch den unbesonnenen „neuen Curs" noch größere Gefahren als der Monarchie. „Der Markgraf von Brandenburg" fttzt die Tüchtigkeit und nationalen Verdienste aller andi'ren deutschen Stämme herab. Wozu dieses theatralisch-politische Spiel? Napol.on l. wollte den König von Preußen wier^r zum „Marquis von Brandenburg" herabdrücken Die Gic"?-macht Prenßen war ihm ein Greu l. da er kein Dentsche» Neicl) mehr sehen wollte. Jetzt müssen wir es erleven, dasS Preußens König und Deutschlands Kaiser sich selbst in dcr Rolle tcs „Marquis von Brandenburg" gefällt. Er will sich recht groß machen und übersieht ganz die eul.iezengesetzte Wirkung. Jedenfalls wird die Volksbewegung in Deutschland den jungen Kaiser darüber belehren können, dass all;u scharf „schartig" macht. Das Abgeordnetenhaus wird am April seine Arbeiten wieder aufnehmen und sich anl 21. Mai nach der Erledigung der ersten Lesung dcr Steuerreform und nach Erledigung der Wiener Berkcbrsa'?^-lagen und dcr Valutafrage bis ;um Herbst vertagen. Zur Reichsrathswahl in den lSrazer Vorstädten. Graz, I.März. il. Die Wahlbemegung ist, sowcit sie sich vor dcr Oeffentlichkeit abzuspielen hal, bis auf dic in letzter Stunde lneist zahllos auftauchenden, gr^ßenlhcilS anonymen, dafür aber oft um so Derberen Ausrufe in den Jnseratentheilen der Tagesblätter als abgeschossen ^u betrachten. Dafür verspricht die geheime Agitation, die sich in dcr Lcein-flnssnng einzelner Wähler äußert, desto lebhafter zu werten. Der Kampf, der bereits gefithrt und in den letzten Tagen vor der Wahl fortgesetzt wird, übertrifft an Heftigkeit weitaus die Bewegung, die sich gelegsntlich der Canditaturen Derschatta-Reuter, Deifchatta Zistler, Earneri-Pominer, Earneri-Hofmann entwickelte. Die Stellung des bisher stets siegreich gewesenen Wahlausschusses ist diesmal umsolchwieriger, je wer.izer dcr Wahlwerber, für den er sich nach langem Schwanken entschieden hat, geeignet ist, die Begeisterung zu entfachen, mit der bei den letzten beiden Wahlen in den Grazer Vorstädten di^ Aufstellung des Herrn Dr. v. Derschatta von allen national-fühlenden Krcisen begrüßt wurde. Herr Bauuuternehmer Hugo Skala ist ein Mann von zweifelloser Ehrenhaftigkeit und großer Erfahrung in Eisenbahnangllegenheiten, außerdem ver« sichern seine Freunde, er sei deutschnational gesinnt; leider hat Herr Skala vor seiner Eandivatur uoch nie Gelegenheit gefunden, sein nationales Bewußtsein zu bethäligen. Ehrenhaftigkeit nnd Erfahrung in Bahnangeles.enheitcn sind recht schöne Eigenschaften, aber vom Nachfolger eines Derschatta verlangen wir doch ctwas mehr. Herr Skal« hat in der vom Wahlausschusse einberufenen Wählerversammlung, die am 28. Februar unter V.theiligung von nngefähr 7A) Wählern stattgefunden hat, versichert, er werde keine hohe Politik treiben, keine schönen Reden halten, sondern das Hauptgewicht seiner Thätizkeit in dic Ausschüsse verlegen, auch werde er vorläufig keinem Perbande beitreten, sich aber den Deutschnationalen anschließen. Nun weif? in^n, dass ein sogenannter „Wilder" nur hl?chst selten in Ausschüsse (Nachdruck verboten.) Heächtet. Roman von Ferdinand Hermann. (17. Fortsetzung.) Erstaunt, ja beinahe erschrocken, blickte der Angeredete zu dem jungen Commis ans, Hermann ober hatte seinen Vatrr mit wenigen Worten über Gerhards Persöi'lichkeit anf-geklärt, nnd jetzt glitt es plötzlich wie ein Schimmer der Hoffnung über die welken Ziige des alten Mannes, und die Hand Gerhards ergreifend, sagte er: „Wenn Sie einem Ungliicklichen, einem Sterbenden den letzten großen Liebesdienst leisten wollen, der ihm auf dieser (^de noch erwiesen werden kann, so öffnen Sie Ihre Augen für das Thnn und Treiben jenes Elenden, dcr allein schuldig ist an meinem Verderben und schuldig an jener That, wegen deren man widcr götilicheS und menschliches Recht mich hier gefangen gefctzt hat. Er allein —" Weiter konnte er nicht sprechen; denn der Schließer, der sich bereits mehrmals geräuspert hatte, siel ihm jetzt nachdrücklich ins Wort: „Ich muss darauf aufmerksam machen, dasS es den Gefangenen nicbt gestattet ist, über diejenigen Dinge, welche mit ihrer Vrrurtheiiung im Zusammenhange stehen, mit den Besnchern zu sprechen. Ich habe Ihnen darin schon nrehr Freiheit gelassen, als es mir meine Instruction erlaubt!" MnthloS ließ der Alte den Kopf sinken. „Sie hören eS! ES soll niel)t sein! — Und Sie würden es auch wohl dennoch nicht entdeckt haben!" Gerhard war tief erschüttert und vermochte nichts zu erwidern. Hermann aber legte seinen Arm uni die Schultern des Alten und begann mit il)M von andern Dingen zu sprechen; von dem friedlichen, hänslichcn ^^cben, das er mit Schwester Marianne führe und von dem stillen Glück, das den Vater erwarte, wenn er erst wieder mit ibnen vereinigt sein würde. Der Greis schüttelte zu Allem wehmüthig den Kopf, und als Hermann znletzt leise fragte, ob er doch nicht endlich auch Mariannen gestatten wolle, ihn zu besuchen, da fuhr er sogar beinahe heftig empor und rief: „Nein, nein und tauseudmal nein! Wie cft habe ich eS Dir schon wiederholt! — Es wäre mein Tod, wenn ich sie an diesem Orte sehen miisSte! Mag mich alle Welt in der Sträflingsjacke erblicken, — nur meine Tochter nicht!" Hermann hatte Mühe, den Aufgeregten zu beruhigen; Gerhard aber war dem armen Gefangenen dankbar für diese entschiedene Weigerung, den Besuch seiner Tochter hier zu empfangen. Auch er empfand den Gedanken, das junge Mädchen an diesem unheimlich traurigen Orte zu scheu, wäre eine unerhörte Zumuthung, und dabei ertappte er sich zugleich auf einer sehnsüchtigen Regung, bald wieder in ihrem traulichen Slübchcn zustehen und in ihre ernstcn, klaren, braunen Augen zu blicken. Sein Wunsch sollte raschrr in Erfüllung gehen, als er geglaubt; denn der Schließer mahnte daran, dass die zulässii'^e BesuchSdauer bereits überschritte» sei, und dass er den Gefangenen in seine Zelle zurückführen müss^. Mit einein tiesen Stöhnen erhob sich Sebalk^, von seinem Sohn unter' stülpt, und wankte zur Thür. Schluchzen erstickte seine Abschieds-Worte, aber auf der Schwelle wandte er sich noch einmal nach Gerhard um und rief ihm mit beinahe überlauter Sti:nme zu: „Denken Sie an wich! — Er heißt Münchederg!" Der Schließer legte ihm die Hand auf die Schulter und schob ihn mit sanster Gewalt hinaus, zugleich den bcidcn Besuchern durch eine Geberde andeutend, dass es auch für sie an der Zeit fei, sich zu nitferuen. Sie sahen noch, wie der alte Mann den langen hallenden Corridor t!inabgefüt?rt wurde, während sie selbst sich der Stiege zuwenden mussten; und seine zusammengesunkene, gebrochene .Haltung war Zeugnis dafür genug, dass seire Vermuthungcn über eine baldige Befreiung durch den Allerbarmer Tod nur zu wohlverechtigte seien. Beim Verlassen des düsteren Hauses sprachen sie kein Wort mit einander; schweigend schritten sie durch den Vorhof und an dem Wuchtposten vorbei, und ers^, als das Gefängnis weit hinter ihnen lag. blieb Hermann, der mit mächtigen Schritten vorausgeeilt war, tief aufathmend stdden und lüftete seinen Hut, um die beiße Stirn zu küblcn. „Sie hab.'n jetzt gesehen, wie'S um meine Familienverhältnisse bestellt ist, Herr ASmus", sagte er bitter. „Da drüben scheidet sich der Weg. Der eine ist der. den wir gekommen sind, der andere führt in die innere Stadt — nach der Gegend von !^^ndwig N?k)lsens Hause. Aber wenn eS Ihnen genehm ist, ki.mnen wir uns ja anch hier schon ^^ebc-wohl sagen!" „Und warum Lebewohl?" fragte Gerl^ard jc^t bestürzt. „Wollen Eie mir denn nicht gestatten, Sic noch einmal i« Ihre Wohnung .;u begleiten?" Hermann Scbcild sah ihn errist und durchdringend an. ,^ES ist hübsch von Ihnen, dass Sie rücksichtsvoll genug sind, mir nicht ins Gesicht zu sagen, dass Sie mit den Kindern eines Sträflings nichts mehr zu thun haben wollen! — Aber ich bin kein Freund vom Heucheln und hasse das, waS man so gemeinhin Mitleid nennt, bis nr den Tod!" „Aber, mein Gott, wie koinmen Sie zu diesem Miss-trauen in meine Aufrichtigkeit? Wodurch sollte meine Achtung, meine Freundschaft für Sic beeinflußt sein rmd warum wollen Sic mich jetzt zurückwriscn, jetzt, wo ich eine schwache Hoff-rmng habe, Ihnen nützlich zu sein?" „Und Sie habcn mich noch nicht einmal gefragt, welchen Verbrechens wegen mein Vater zu einer entehrenden Strafe verurtheilt worden ist." und auch dann, wenn Herr Skala sich dem Verbände I ! l ließen sollte, bleibt zu bedenken, dass die deutschnationale l k.i bei ihrer verhaltnismäkiq einftusslosen Stellung eher ! die '^lusgadc bat, durch entschieden nationale Haltung und. ^ lvcrbrcitnng und Krastigun.^ des nationalen Gedankens in tcr Bevölkerung beiMagen, als sich lediglich in den AuSschnsssltzungcn abzunii^;en. wo ja schließlich das geschieht — was die Polen wollen. So war denn auch — wir sagen das mit vollem Bcwusstseiii tiotz der einseitig gefärbten Belichte der Grazer Tzge b ätter, die mit allnl Mitteln» fiir dcn Candldatcn des Wahlaussa'nss.s cintreten .Ul müssen glaul'kn — der Elfolg dcr Wahlcrocrscimmlung kaum so,wie die Einbkrnfer ihn bcadsichligt hatten. 9!ach dcn in der ,^onn streng sachlichen und ruhi.^.en AuSfiihruugen Skalas, die sich zur Hälfte mit Tarif- und i^^ocalbal)nangrle^lcnl)eiten bcschäftigtcn und beifällig aufge-nemnikn wurden, war der Eifolg, dcn der zweite Caudil^at, der vem Gcwcrbcbunde vorgeschlagene i-^andtagsabgeordnete, Herr Dr. Theodor Sta'kcl, erzielte, so groß, dass nach dieser B rsamnilung der )>lusgang des Wahlkampfes als durchaus zweiscll?ast rrscheineu muss. Dr. Stark^l, der seit vielen Iahren im öffentlichen ^>^et'cn thatig ist und wiederholt Beweise seiner nationalen (.Besinnung geliefert hat, b^.tonte in seiner Rede deti dcntschnational^n Standpunkt viel schälfer, zog auch die uach lmserer ?li ficht sieb mit Nothwendigkcit aus diesem Siandpunkie ergebenden Conseqnenzen, die eine unbedingte Stelluugliahme gegen den wirtschaftlichen ^^'iberalismus, gegen das (^^rosicapital und den jüdischen Einflnfs erfordern. Dr. Starkel eri^rterte die Bedii' fnisse der verschiedenen Bevölkerungs-clt'.sskN und bekundete eine sehr ernste Auffafslmg vou den Pslchtcn eines Abgeordneten; namentlich äntZ^rte er sich sehr starf gegen die Absentierung cinzeluer ?ll)gcordnctcr bei wichtigen Ädstimmuugen, wie z. B. dei der Entscheidung über die samcse Subvei.tionicrung der Donau - DampfschiffahrtS-(Gesellschaft. Dr. Starkels Aussi'lhrungen wurdcu iviederholt von s^llirinischeln Beifalle unterbrochen, was lrir gegeniiber d.u Berichten in den Grazer Tagcsblälteru ausdriicklich der-voiheb-n wollen. Bon den Juterpcllalioucn sei zunächst die des Herrn Traunig l.'czüglich des allgemeinen Stimmrechtes erwähnt. .Herr Skala antwortete zwar nicht klar, doch scheint er sich im l/ejabenden Sinne ausgesprochen zu laben. Dr. Starkel erklärte sich unter Hinweis ank die Reform, die der grosie Kanzler in dieser Richtung angebahnt hat, ent-scl.icten und offen für die T^urchfiihrnng derselben in Oesterreich. Herr Ingen ieur Bratke ^Germanenbntrd) übte in schneidiger Rede scharfe Kritik ain Volgehen deS Wahl.iusschusscs, das der „deutschesten StaU von Oesterreich" nicht würdig sei. Der Rcichsralhsabgcordnete ^^udrvig polemisierte in wenig taktvoller Welse gegen Dr. Starkel. Wir ki)nnen hier auf seine Aus-fuhlnl'.gen nicht näher eingehen, da wir damit eine Prüfung seiner eigencn Thätigkeit im Parlamente verbinden müssten, wozu hier nicht der richtic^e Ort sein dürfte. Auf eine scharfe Zurechtweisung Dr. Starkels musste Herr Ludrvig autworten, er babe nicht im Nalncn der Partei gesprochen. Dies ist der Vulauf ter Wählerversammlung. Wir haben uns veranlasst gefühlt, die Ungenanigkeiten in den Berichten der Grazer Blätter richli^justellen, da wir der Ansicht find, dass Zeitungen, wenn sie sich schon in ihrer Stelluuguahme von peisönlichen Riicksichten leiten lassen und vom Parteistandpunkte absehen, in den Berichten auch über ihren Gegner „die volle Wahrheit und nichts als die Wahrheit" sagen sollten. Eine Verletzung dicser ersten Regel des journalistischen Austandes sollte man getrost den Jrrdenblättern überlassen. An dein Tage, da diese Zeilen im Drucke erscheinen, werden die Wähler ihre Entscheidung treffen. Eine Vermuthung über den Ausgang lässt sich heute noch nicht aussprechen, da bekanntlich in den Grazer Vorstädten zwei Gruppen den Ausschlag geben, die diesmal noch nicht offen Farbe bekannt haben: die Beamten und die Pensionisten. Bielleicht verbinden wir lnit der Meldung des Ergebnisses die Mittheilung einiger Einzelbeireu aus der Wahlbervegung der letzten Tage. „Ich rveisz, dass Sie e» mir ohnedies sagen werden, nnd es t)at auch nur eine geringe Bedeutuug für mich, denn nach dem, lv^s ich eben gesehen habe, würden alle Gerichts-döfe der Welt nrich nicht inehr dazu bringen, an Ihres Vaters Schuld zu glauben!" ^lusrichtiger und herzlicher konnte diese Versicherung schnellich ausgesprochen werden, und jede weitere Prüfung lvare in der Tbat eine Beleidigung fiir Gerhard gewesen. So reichte ihm denn Hermann die Hand, hielt die seinige lange Mit wallnenl Drucke rmrschlossen und sagte: „Ich danke Ihnen, inein ^^-rermd! — Ich hatte es irn l^rundc rricht anders erlvartet! Uird nun komrnen Sie mit nlir! In der Gegenwart meincr Schwester sotten Sie dann Alles erfahren!" Eine Biertelstunde später standen sie wiedsr vor dein weinunirankten Häuschen, das so freundlich zrvischen den iiirchternen Arbeiterkaserueu hervorrvinkte. Wieder iiffnetc sich bei ihrer Annäherung das Fenster iln Erdgeschoss, und das liebliche Liöpfchen Mariannens tauchte in den anmulhigen Rahlnen auf. Sie hatte offenbar dort anf die Rückkehr der Männer gewartet, nnd es wa»' ihr geiviss nicht gleichgiltig, dass sich Grrhard noch in der Gesellschaft ihres Bruders befand, obrr'ohl er nicht hatte beim Wort genomnren werden sollen. Die l)erben Züge uln ihren Mund verschwanden für einige Seerrnden in einein freundlichen, herzlich erwärmeirden ^'ächeln, nlld Gerhard fühlte sich für die Pein der letzten Sturrden überreich errtschädigt durch den lenchterrdeu Dankes-liliet, der il)n hier als ein stumrner und doch beredter Willkommen begrl'rßte. Für dcn Rest des Sonntages wurde der junge Kaufmann nicht wieder au» dem Bannkreis des kleinen Häuschens entlassen. Während Marianne unten das Tischchen für die Mittagsmahlzeit deckte, führte ihn Hcrmarrn die alte, wacklige ' Zur Frage deS geplanten LandeS-Agrarrathes. ^ Nachdem daS „Grazer Tagblatt" in seiner Nr. 52 vorn 21. Februar l. I. eine längere, sich auf den Staird-punkt der Zweckmässigkeit der vom l!entralausschussc beab-sichtigteu Auflösung der k. k. steierm. LandlvirtschaftS Gesellschaft zu Gunsten des geplanten Landes-Agrarrathes stellende Aus-eiuandersetzuug veriiffentlicht, so erliubt sich der gefertigte Arrsschuss der Filiale Leibnitz, von welcher die Agitation gegen die Auflösung der Gesellschaft ausgieng, auf die belvusste Auseinanderse^ung nachstehende Erwiderung zu veröffentlichen. Der Berichterstatter des löbl. „Tagblattes" schließt seine Ausführung mit den Worten aus Schillers Glocke: „Soll die Glocke aufersteh'n, — muss die Form in Stücke geh'n." Wir fürchten nur, dass, wenn die geplante Auflösung der landw. Gesellschaft zur Wirklichkeit werden sollte, nicht nnr die Form, sondern auch die Glocke in Stücke gehen dürfte. Bevor rvir nun an die Wik'erlegung des besagten Artikels herantreten, müssen wir vor allem hervorhebet!, dass sich die Agitation sämmtlicher Filialen, ivelche sich gegen die Anf-löfnitg der Gesellschaft ausgesprochen Habelt, weniger gegen die Schaffung eines Agrarrathes und die Errichtung des AgraralntkS, als gegen die zu Gnnstell dieser Neubildnng geplanten, uuserer t)escheidenen Ansicht nach ganz zwecklosen Auflösung der ?andwirtschafts - Gesellschaft richtet. Dieses Moment scheint von dem Gewährsln.innc vollständig iiber« sehen worden zu sein. Weder die Landwirtschafts Gesellschaft als solche, noch eiirzelne Filialen wären im Staute, den hohen Landtag zu hindern, einen ^andes-Agrarrath und ein Agraramt zu schaffeu, wenu er iu dieser Institution eine unahlveisbare Nothwendig-keit zur Wahrung der land- und foistmrtschaftlichen Interessen des Landes erblicken würde. — Gan^ etwas anderes ist eS, ob zu Gnusteu dieser Institution, deren Wirksamkeit wir heute noch in keiner Weise beurtheilen können nnd rvelcher sich, wie zu verschiedenen Malen hervorgehoben wnrde, schwenviegende nationale Bedenken entgegenstellen, mit absoluter Noth-rvendigkeit die Anflösung der Landwirtschasts-G^settschaft erfolgen tnüfse. Wir glauben, die letztere Fra^e unbedingt verneinen zu können und gehen nun auf die Erörterung der von dem Gervährslnanne des „Grazer TagblatteS" veröffentlichten Aus' führuugtu über. Als vor einigen Jahren bei der allgemeinen Delegirten-versalnmlung in Graz der Antrag auf Entwicklung einer grösseren Thätigkeit eingebracht wurde, dachte man gewiss nicht daran, die Thätigkeit der Gesellschaft dadurch zu erhöhen, dass man dieselbe auflösen solle. Diesem Antrage lagen gerviss nur die großen Erfolge zu Grunde, welche die öftere Abhaltung von Wandervorträgen mit Demonstrationen, die meistens dcn Beitritt zahlreicher neuer Mitglieder zur Folge hatten, — die Ausführung einer größeren Anzahl kleinerer MeliorationS- oder Drainage-Anlagen in verschiedenen öandcs-theilen, die Bertheilung guter Zuchtstiere, Schafe und Schweine entsprechender Race in jenen Gegerrden des Landes, in welchen ein wirkliches Bedürfnis hiefür vorhanden war, die Ver-theilnng vorzüglicher Sämereien, belvährter Geräthe uud Maschiuen u. s. w. nach sich zo^en und erzielten. Die Wandervorträge mit Demonstrationen, Verth.ilung von Zuchtstieren u. s. w. konnten bei den bescheidenen Mitteln der Gesellschaft selbstverständlich auch nur in einem bescheidenen Ausmaße zur Ausführung gelangen. Hierin liegt aber noch imlner kein Grund, eine Gesellschaft, die mit bescheidenen Mitteln Ersprießliches leistet und wirkt, aufzulösen. Bestand bei der Centralleitung die Absicht, noch mehr zu thun, so hätte sie zur Durchführung dieser Absicht vielleicht auch von Seite der Regierung oder vom LandeSfonde die nöthigen Mittel erlangt, und geht ja der Antrag der Filiale Leibnitz dahin, dass die Centralleitung seitens der nächsten Delegirten-versammlung beauftragt rvcrde, an dcn hohen Landtag mit der Bitte heralrzutrcten, die Subvention der Gesellschaft zu dem Zrvecke zu erhöhen, damit die landwirtschaftlichen Mitthcilungen kostenfrei zugestellt roerden, so dass jedes Mitglied, welches dermalen einen Beitrag von 1 fl. und eine Pränumeration Holztreppe hinauf in seine Arbeitsstube. Es war das ein lviuklig angelegtes Giebelzimlner, mäßig groß, aber hell und freundlich, nnd ebenso anheimelnd ausgestattet, als Mariannens Wohngemach iin Erdgeschoss. Der Kanarienvogel iin Messingbauer fehlte allerdings; statt dessen aber sprang Gerhard bei seinem Eintritt ein kleiner struppiger Hulld entgegerr, der ein rnerkwürdigcS Mi.telding zrvischen einem Spitz und einem Rattenfänger zu sein schien, und der sicherlich nicht zu dcn auserrvählten Schölrheiten seines Geschlechtes gehörte. Er hatte, zu einer borstigen, schlvarzcn Kugel zusalnmengerollt, während der ganzen Ablvesenhelt seines Herrn unbeweglich unter dem Zeichentisch ain Fenster gelegen, uud je stiller vorher seine Resignation gervesen war, desto toller nild ausgelassener war nirn seine Freude. Hermann streichelte eiiiigelnale liebkosend über das Köpfchen des Thieres, das ihn init seinen klugen Augen vcr-stärrdnisvoll ansah, urrd sagte dann: ..Nun ist's aber geilug init dein Springen, Mazel! — Gel)' nur wieder an Deinen Platz! Nachher machen lvir ins-gesainmt einen Spclziergaiig." Willig, als begriff er jedes Wort seines Herrn, rollte sich der Hund wieder zu einelu Klnnrpen zusainmeu, uird Gerhard konnte sich nicht enthalten, i'rber seine augenfällige Wohlerzogenheit und Folgsamkeit lächelnd eine lobende Be-lnerkung zn lnachen. Der Werkführer aber entgegnete mit großeln Ernst: „Ich getraue mich zu behaupten, dass dieser Hund eines der getreuesten nnd dankbarsten unter allen lebenden Geschöpfen ist. Dafür, dass ich ihn eiirinal dcn Händen nirbarnrhcrziger Peiniger entriss, bezeigt er mir nun eine Atrhänglichkeit uild Liebe, die weit über Alles hinausgeht, waS man selbst von dem besten Menschenkinde envarten könnte. Daiür will ich auch nicht leugnen, dass ich ihm seine Zuneigrulg vergelte!" von 1 fl. für die Mittheilungen entrichtet, in Hinkunft nur mehr den Mitgliedsbeitrag von 1 fl. zu entrichten hätte. Wir wollen von dem complicierten Apparate des Landes-UgrarratheS und des Agraramtes, der sich aus dem landw. Bezirksverbande (Filiale), der Bezirkscommission (Filial-ausschuss), der Delegirtenversammlnng (allgem. Versammlung), dem Landes - Agrarrathe (EentralausschusS), dem Präsidimn des Landes - A.irarratheS, dem ständigen Bcirathe und dem Landes-Agraramte (GesellschaftS Kanzlei) aufbaut, ganz absehen, und wollen nnr darauf hinweisen, dass ein so schwerfälliger Apparat den» Lande gewiss weitaus größere Lasten aufbürden wird, als es dann der Fall wäre, wenn dcn Punkten deS bereits veröffentlichten Antrages der Filiale Leibnitz wegen Erhöhllng der Subvention und Uebernahme der Fnnctionäre der Gesellschaft zrl deren Pensionierung aus Landesmitteln seitens des hohen Landtages würde Rechnuug getragen werden. Der jetzige Eeutralausschuss kann infolge seiner nnab-hängigen nnd freien Gtellrmg gerviss viel lcicbtcr auf die Bildung solcher Genossenschaftelt, welche Bortheile für die Landwirtschaft anstreben, einlvirken und Einflnfs nehlnen; Währeltd eine diesfällige Action von Seite der Regierung oder des Landtages nicht so leicht denkl?ar ist, weil dieselbe zn mclteriellen Verpflichtungen führen köniUe; diesfällige That-fachen belveisen wenigstens bisher das Gegentheil, denn sowohl der Staats- als auch Landesfond beglückten die bestehenden volkswirtschaftlichen Genoffellschaften lnit nicht zu geringen Abgaben (viäs Steil ifche Milchgenossenschaft!). Es ist auch nicht leicht erklärlich, rvie der hohe Landtag in der Lage sein dürfte, die localen Bedenken gegen die Errichtung eines Landes-Agrarrathes auf der beabsichtigten Basis zu beseitigen, Ulrd gerade hier tritt das nationcile Moment bei der Bildung der landrvirtschaftl ichelt Be-zirksverbändc nnd der Bezirkscommissionen rvesenilich in den Vordergrund. Wir glauben, dasS es nnr in dem Interesse des Landes nnd im Jntercsie des dentschen Theiles der Bevölkerung desselben gelegen ist, wenn die Landrvirtschafts Gesellschaft, welche rvährend der Daner ihres Bestandes im Geiste des hohen Gründers und im Geiste ihres langjährigen Präsidenten Baron Washington auf allen Gebieten der Landwirtschaft so Hervorragendes und Ersprießliches geleistet, bestehen bleibt. Wir schließen unsere Ausführungen mit den Worten : „Alte Freunde soll man nicht verkaufen, denn man weiß nicht, wie die neuen gcralhen." Der Ansschuss der Filiale Leibuitz der ?. k. steier m. Landwirtschafts - Gesellschaft. Die Valuta Regulierung. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, dasS das Problem der Regelung uuserer Valuta in ein actnelles Stadium getreten ist, so würde derselbe dadurch gegeben sein, dass Finanz-minister Dr. Steinbach in jüngster Zeit bei verschiedenen Anlässen den actuellen Eharakter dieser Angelegenheit betont hat. Dies war in der Sitzung des tzerrenhanscs vom 27. v. M. in besorrdeis lnarkanter Weise der Fall. Gelegentlich der Verhandlung über die auf d'.' Gewährung von Aushilfen an Staatsbedienstete bezügliche Regierungsvorlage verwies der Finanzlninifter daranf, wie nothlvendig eS sei, angesichts des neuerlichen Versuches einer Ordnung der Währungsverhältnisse der Monarchie das Gleichgewicht im Staatshaushalte ausrecht zu halten, um das Urtheil des Auslandes über unsere Finanz-verhältltifse nach Möglichkeit zu kräftigen. Die Emanation der ungarischen Thronrede über die Valuta Regulierung, sowie der wiederholte Hinweis des Finanzministers auf diese Action, welche dnrch den demnächst bevorstehenden Zusammentritt der Fach Enciueteu eingeleitet werden soll, sind bedeutsaine Knnd-gcbnngen, welche neuerlich der ernsten Absicht Ausdruck geben, an die Jnangriffnahlne des großen Wertes wohl ohne Ueber-stürzung, aber auch ohne unnöthige Verzögerung zu treten. Aus Budapest wird gemeldet: „Die vom Finanzminister der Valuta-Enquete vorzulegenden fünf Fragen lauten: 1. Was für eine Währung soll eingeführt werden? Gold- oder bimetallistische Währung? Als wüsste er ganz genau, was von ihrn gesagt wurde, stand Maxcl in diesem Augenblicke auf,gieng schwanzwedelnd auf seinen Herrn zu, leckte deffcn herabhängende Rechte und wickelte sich dann ohne Weiteres wieder znsamlnen. Es lag etwas wirklich Rührendes in der kurzen, stnlnlnen Zärtlichkeits-bezeignng, so dass sich Gerhard veranlasst sah, nach den Um-ställden zu fragen, ntUer denen Herinann zu diesem äußerlich doch so wenig bestecheltden Thier gekolnmcn sei. Der Werklncistcr drehte sich ein wenig zur Seite, dainit Gerhard sein Gesicht nicht recht sehen konnte Mld sagte: „Siewerden lnich für viel rveichherziger nnd elnpfindlicher halten, als ich in Wirklichkeit bin, — wenn ich Ihnen erzähle. Ich habe nämlich eine volle Woche dalnit zugebracht, nach diesem Huitde zu forschen, uln ihu danu schließlich für eine Sutnme an mich zu briligen, die auch für deu schönsten Leonberger noch cine sehr angeinessene Bezahlung gewesen wäre. Ich strrdierte dainals arl'f dern hiesigen Polytechnikum — es sind schou einige Jahre darüber vergangen — uird unter nreineu Bekannten war auch cine juuge Dalne oder besser gescigt, ein kleines Mädchen, dein ich gerne jeden Wunsch erfüllte, sorveit es in lneinen Kräften staird." Er räusperte sich, deirn seine sonst so klare Stimlne wurde ein rveiri^ verschleiert. „Dieses kleine Mädchen", sagte nun Hermann rveiter, „vernahln allaberrdlich von seinen» Schlafzimmer aus das klägliche Gewinsel eines Hundes, der offenbar auf das Aergste lnissl).indelt wurde. Es niusste jedenfalls irgettdivo in der nächsten Nachbarschaft gescheherr, aber es stießen da so viele Hinterhäuser an einander, dass es nicht leicht lvar, den eigentlichen Ursprung der jznnnervollen Töne festzustellen. Dem Mädchen aber, daS aus Mitleid mit dein geqnältcn Thier nicht einzuscl)lafen verinochte, lag sehr viel daran, seinein traurigen Schicksal eiu Ende zu inachen." (Forts, folgt.) 2. Wenn Gold, soll daneben Silber als Courantgeld > in Circulat on gesetzt werden? 3. Soll eine mit ZwanzScourS nicht versehene kleine Mcn^c rom Staate zu jedcr Zeit gezen Mctall einzulösender Staatsnokcn und unter welchen Bedingungen in Circulation gelangen 4. Auf wklchcr Basis soll der Wert dcS hkuti<^cn Guldens zur künftigen Getdeinhcit festgestellt werden? 5). Welches sott die Münzcinhcit sein?." Auslösung des Bukolviner Landtages. Der Zwist zwischen dem ^x?andeSpräsidenten der Bukowina und dtm LclndeShauptmann, von dcm wir letzthin berichteten, hat zur Auflösung des Bnkowiner Landtages geführt. Ein kaiserlichcs Patent vom 27. Februar, das die Unteischristcn von sämmtlichen zehn Ministern trägt, verfügte die Auflösung und oldnete Neuwahlen an. Die Ministerkrisis in Frankreich ist beendet. Präsident Carnot hat den Senator Loubet mit der Bildung des Ministeriums betraut; dieser hat angeuommen und sich zunächst Freycinet, Ribot, Rouvicr und Bourgeois versichert, um die Gemäßigten, die Rothschiltgruppe, die Chauvinisten und wenigstens einen Thiil der Radikalen für sich zu gewinnen. Das ist ihm gelungen, er hat sogar noch Develle und Roche dazu bewogen, ihre Portefeuilles zu behalten. Er selbst übernimmt das Innere. Der langandaueruden Krisis ist außer dem Justizminister Fallivres, dem Vater des Vereins' gesetzes, über w'.'lchcS das Kabinet Freycinet stürzte, und einigen untergeordneten Ministern wie Guyot und der Marine-minister, nur Eonftans zum Opfer gefallen — ein Ausgang, den man nicht mehr erwartet hatte. Loubet, der neue Ministerpräsident und Minister des Innern, gilt als eine sehr energische Persönlichkeit. Auf ihn wurde bereits zu Anfang der Krisis hingewiesen und zwar von den Parlamentariern, die zugleich Journalisten sind. Loubet war bereits einmal Ackerbauminister und er war zuletzt Präsident des Finanzausschusses im Senat. Sein Ruf ist tadellos, was man bekanntlich von EonstanS nicht sagen konnte. Von den neuen Männern im Cabinet Loubet übernimmt der oppoitunistische Abgeordnete Ricard das Jnstizportefenille, Biette das der öffentlichen Arbeiten; Cavaignac, der seines Zeichens Ingenieur ist und bereits einmal Unterstaatssecretär im Kriegsministerium war, ist der Nachfolger des Marineministcrs Barbey. llcber die Lebensdauer des neuen Ministeriums lässt sich mit Bestimmtheit jetzt gar nichts sagcn. Viele Pariser Blätter treten dcm Cabinet Loubet feindselig entgegen. Es verlautet, dasS Loubet die Absicht habe, das verhängnisvolle Vereinsgesetz — die Ursache der Ministerkrisis — entweder ganz fallen zu lassen, oder wenigstens theilweise abzuändern. HagesneuigKeiten. (Die Roth der Arbeitlosen in Wien.) Um das Elend der Arbcitlosen in Wien, deren Zahl sich den jüngsten Meldungen zufolge auf belaufen soll, zu lindern, hat der Bürgermeister von Wien, Dr. Prix, einen Aufruf an die Bevölkerung der Residenz um Beiträge zur Unterstützung der Bedürftigen gerichtet. Der Kaiser spendete für die Arbeitlosen 5000 Gulden. Die drei Freiherrn von Springer übergaben dem Bürgermeister Dr. Prix zehntausend Gulden zur Vertheilung an die Arbeitlosen. Auch laufen sonstige Spenden zahlreich ein. Es finden täglich Brotver-theilungen an die Arbeitlosen statt. (Ungarische Sam en in Rußland.) Wer erinnert sich nicht auf die grandiose Exposition der Bndapcster Samenfirma Edmund Mauthner in der Wiener land- und forstwirtschaftlichen Ausstellung. Diese hervorragende Firma, welche weit über den Grenzen der Monarchie als strengsolid und verlässlich bekannt ist, hat jetzt von der russi^en Regierung einen ebenso ehrenden, als großen Auftrag betreffs solcher Samensorten bekommen, welche Specialitäten in Ungarn bilden, weil die Versuche, welche seit einigen Jahren mit den- Wiener Wrief. Allerlei über AuSnahmSmenschen. In unserem Zeitalter der „Ueberproduction" darf es keinesfalls Wunder nehmen, wenn auch die Zahl der Dichter in« Unglaubliche wächst; heute besitzt schon jedes winzige Städtchen, ja jedes Dorf seinen Localdichter und Schriftsteller und die Menge von Lorbeern, welche alle diese gottbegnadeten Leute verbrauchen, ist bereits zu groß, als dasS die Natur sie in hinreichendem Maße hervorbringen könnte. Man greift deshalb schon vielfach zu kiinstlichen Lorbeerkränzen, die den unschätzbRren Vorzug besitzen, zwar rasch staubig zu werden, aber immer frisch zu bleiben, so das» der betreffende Dichter tagtäglich bi« an sein Lebensende sich an der Betrachtung seiner lihrengeschente ergötzen kann. Wir besitzen heutzutage — Geld ausgenommen — Alles im Uebermaß und mit einem Stich ins Großartige. So haben wir einen dreizehnjährigen Liebeshelden gehabt, der seinen vermeintlichen Nebenbuhler, von wüthender Eifersucht ergriffen, niederstach; wir haben ferner eine fast eben so jugendliche Mutter aufzuweisen, die vergebens nach dem Bater ihre« ltinde« fahndet; endlich sind wir auch ss glücklich, einen siebzehnjährigen DramewDichter in unserer Mitte zu haben, der alle« in diesem Fache seit hundert Jahren Dagewesene in de» Schatten stellt. Im Wohlleben und in der Pracht eine« vornehmen Haushalt« aufgewachsen, fand er trstz seiner wenigen Seben«jahre und ungeachtet ftiner Schülerpflichten schon Zeit und Muße, d»e dnnkeln Seiten de« Leben« zu studieren und ein Ehedruch«drama zu fabrizieren, deffen Sprache nach dem Urtheile der Sine« an die classische Reinheit der größten Geiste«heroen Deutschland«, nach dem der andern an einen «euen Zola mahnt »nd so eigenartig ist, das« sie durch die selben gemacht wurden, sich auch dort glänzend bewährten. Herr ENnund Mauthner wurde bereits verflossenes Jahr infolge seiner hervorrageuden Verdienste auf dem Gebiete des Samcnh^udelS vou unserem Kaiser mit dcm Franz Joses-Orden dccoriert. (Unruhen iuBerli u.) Ueber die jüngsten Straßcu-uuruhen in der Hauptstadt drS deutschen Reiches wurde nachträglich noch gemeldet : Als der Kaiser vom Thiergarten zurückritt, versuchte eine Rotte ron vielleicht 200 halbwüchsigen Burschen durch Johlm und Schreien Tumulte zu eregen. Die Polizei tricb die Bande auseinander. Diese Scenen wiederholten sich, als der Kaiser abcndS gegen 9 Uhr im gcschlossenen Wagen zum Costümseste bc,m Erbprinzen von Meiningen fuhr. Die Kaiserin Friedrich und Prinz .Heinrich zeigten sich wiederholt im offenen Wagen unter den Linden, stets frcunb-lich begrüi^t. Ein besonderer Charakter der Demonstration war, daft die Menge sich hartnäckig in der unmittrldaren Nähe des Schlosses hielt uud hier, sobald an einer Stelle vertrieben, an liner anderen wieder auftauchte. Die Polizei, turch stundenlangen anstrengenden Dicnst erbittert, hieb zuletzt nicht mchr mit der flachen Klinge, sondern schars ein und eS gab schwere Verwundungen. Diese Scenen dauerten bis Mitteruacht. In östlichen und südöstlichen Stadttheilen, wo die Tumulte abends vorher getobt hatten, war es relativ ruhig, kleinere Aus-schrcituttgeu konnten hier schnell nntcrdrückt werden. Ueberall in den bedrohten Stadttheilen waren die Läden schon bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen. Sogar in der eleganten Friedrichsstraße und „Unter den Linden" schlössen die Geschäftsinhaber zeitlicher. Gegen Mitternacht soll es im Süden, in der Skali^eistraße, zu einem hastigeren Zusammenstoß gekommen sein, wobei ein Polizeilieuteuant einen Excedenten lebensgefährlich mit dem Säbel verwundete. DaS social-democratische Blatt „Vorwärts" veröffentlichte einen Aufruf an die Arbeiter Berlins, in welchem speciell die Parteigenossen aufgefordert werden, jeglichen Ansammlungen fern zu bleiben, Tumulte und Zerstörungen des Eigenthums seien nicht Mittel, um der herrschenden Nothlage abzuhelfen. (DieLebenSversicherungs-Gesellschaft,.THe Gresham" iu London.) Der Jahresbericht iiber das am 30. Juni 1891 zu l5nde gegangene 43. Geschäftsjahr dieser Lebensversicheruugs'Gesellschast, welcher in der am 26. Jänner 1892 abgehaltenen ordentlichen General-Versammlung der Actionäre vorgetragen wnrde, liegt nun vor. Wir entnehmen demselben folgende Hauptmomente. Das Ergebnis des abgelaufenen Jahres war ein überans günstiges. Es sind während desselben 75?^9 Versicherungs Anträge über Fr. 61,372.000'— bei der Gesellschaft eingereicht uud hievou 6628 über Fr. 52,717.400'— Versicherungssumme angenommen worden, für die die entsprechende Anzahl von Policen ausgefertigt worden ist. Das Prämieneinkommen, abzüglich des für die Rückversicherungen verausgabten Betrages bc.^isferte sich auf Fr. 15,999.073 02, worunter Fr. 1,831.148'7.^ Prämien des ersten Versicherungsjahres inbegriffen sind. Die Bilanz des Zinsenconto belief sich auf Fr. 4,725.285'94 und erhöhte, der Prämieneinnahme hinzugefügt, das Jahreseinkommen der Gesellschaft auf Fr. 20,725.25^-96. Die im Laufe des Jahres von der Gesellschaft zur Auszahlung angewiesenen Forderungen aus LebensversickierungS^Policen beliefen sich auf Francs 8,849,176 87. Die Forderungen aus AuSstattnugS- uud gemischten VersicherungS-Verträgen :c., deren Fälligkeitstermin abgelaufen war, bezifferten sich auf Fr. 1,212.739 48. Für den Rückkauf vvu Policen ist der Betrag von Fr. 1,339.855 31 verausgabt worden. Die Versicherungs- und Rentenfonds haben sich um Fr. 6,036.893'95 erhöht. Der Gesammtbetrag der Activa belief sich am Ende de« Geschäft^jabres auf Fr. 117.550.796 67. Capitalsanlagen: Fr. 1,480.098 65 in Sicherheiten der britischen Regiernng, Fr. 530.819 75 in Sicherbeilen der indischen und Colonial-Regiernngen, Fr. 17.487.539 80 in fremden Staatssicherheiten, Fr. 1,248.611 56 inTlsenbahnactien, Prioritäten u. garantierte. Fr. 56,261.715 62 in Eisenbahn- und anderen Schuldverschreibungen, Francs 16,680.3' 3 54 in Hauseigenthum, worunter die Häuser der Gesellschaft in Wien und Budapest, Fr. 5,333.984 43 Hypotheken und in diversen Sicherheiten Fr. 18,518.663 27. Druckerschwärze nicht besudelt zu werden verdient. Es können daher nur etliche Leute aus der vornehmen Gesellschaft, die so glücklich ist, den jugendlichen Dichter zu ten ihrigen zu zählen, des Genusses seines Erstlingswerkes theilhaftig werden, wie eS ja überhaupt nur wenige Bankdirectoren geben dürfte, die sich eines solchen SprösslingS erfreuen. Nun vielleicht be-g-'gnen wir einmal dem ftiihreifen Jüngling auch in größeren Kreisen und dann wird eS noch immer an der Zeit fein, seine Begabung zu prüfen. Unsere lieben Wiener sind ja bekanntermaßen mit ihrem Urtheile oft allzu schnell fertig und werfen Manches in den Staub, das sorgfältig aufbewahrt zu werden verdiente; dafür machen sie wieder zur Abwechslung viel Lärm um Nichts, — womit aber nicht etwa die nächstjährige „internationale Aus« stellung" gemeint sein soll. Alle Achtung vor dieser Reclame! Wenn diese nicht nützen sollte, dann wäre eS gescheidter, der Presse jene Freiheiten zu nehmen, die sie hierzulande — besitzt. Wien ist jetzt wieder einmal eine Theaterstadt ersten Ranges geworden! Nicht nur Frankreich, sondern auch Italien beherrscht mit Kräften erster Güte die Bühnen und die leicht erregbaren Wimer Gemüther erschöpfen sich in Lobeserhebungen für die fremden Gäste. Von Massen et bis Coquelin und die italienische Gesellschaft Duse ist nur ein Erfolg zu verzeichnen und e« fällt einem unbefangenen Veobachter schwer, den Gradmesser an diese flammende Begeisterung zu legen. Massenet« ^Wcrther" war eine Erstling-aufführung im vollsten Ginne des Worte«; von hier aus wird sie ihren Flug durch die Welt net,men und wahrscheinlich überall einen gleich starken Erfolg erringen. Was Coquelin bettlfft, so ist er un« Wienern bereits ein guter Bekannter; ftitdem er da« letztemal hier gewesen, hat er wieder viele und lange Reisen gemacht, ttotzdem aber sich dir frühere Frische und Gewandtheit bewahrt; ja er versteht eS insbesondere, sich (Ein Eisenbahndrama), wie es s^rauenhaftcr und großartigcr kaum die überhitzte Phantasie eines Edgar Allan Poe oder Amadeus Hosfmann hätte schilvcrn können, spielte sich am <>. F?bruar in d^n Vereinigten Staaten von Nordamerika ab. Ein zum Bahnnetze von Oregon gclsürender Expreß-Zug fuhr von Tacoma n^ch Kansas-Clty, als die Fahrgeschwindigkeit plötzlich gan; beträchtlich zunahm. Da sie von Minute zu Minute nuchS, bemächtigte sich der Reisenden — es waren nn^^efähr 100 — eine ungeheuere Angst. Mit ni.heimlicheni Getöse saust.n die Räc>cr, die aus ihren Achsen zu gehen drohten, über die Schienen dahin. >irampfhaft klammerten sich die Passagiere an die Polsterkissen, um nicht zu Boden gcworsen zu weiden und in allen Koupees wurden Gepäckstücke, die aus den Hängenetz^n geschleudert wurden, nach allen Richtungen hin veistieut. An zwei .Haltestat onen raste der Zng vorüber und schien nicht etier still stchen zu wollen, als bis die Maschine mit allen Wagcn wie Glas an irgend einenr Hindernis zerschellen würde. Zum Entsetzen der Reisenden stellte sich endlich h.raus, dass der Heizer plötzlich wahnsinnig geworden sei und dem Zuge das Maximum der Fahrgeschwindigkeit gegeben hatte, so dass schließlich eine schreckliche Katastrophe e»folgen musSte. Das war die Lösung des grausi.jen Räthsels. Plötzlich, als die Panik unter den Insassen des Zuges sich bereits bis zum ParoxiZmnS gesteigert hatte, verlangsamte sich die Fahrgeschwindigkeit des Zuges, der bcreits mit der kaum glaul)lichen Schnelligkeit von 110 Kilometer in der Stunde gefahreu war, und nach einein progressiven Nachlassen nahm er endlich seine normale Fahrgeschwindigkeit an, um eine Viertelstunde später in der Babn-hofshalle der nächstgelegen'n Station zu halte«. Hier erst wurde den Reisenden klar, wie daS Unheil noch im letzten Augenblick abgewendet weiden konnte. Der Zugsiltirer und der Bremser hatten sich dem Heizer vorsichtig genähert und ihn von der Ofenösfnung fortgerissen; dann hat'eu sie den Dampf abgesperrt.Das Drama hatte abertrotz dieses glücklichen Ausganges seine Opfer gefordert. Ein Schaffner war von dcm Heizer unter die Räder der Locomotive geworfen worden, später fand man die gräßlich verstümmelte Leiche. Anizerdem wurde ei:' Reisender in Folge der ausgestandenen Angst und Aufregung vom Herzschlage getrosfen. (Ein entführter Bräutigam.) Eine romantische Geschichte macht jetzt die Runde durch die englischen Blatter. Die Thatsachen sind kurz folgende: Vor einigen Wochen sollte die Hochzeit eines Bruders des Gouoerneurs der Bank von England, Mr. William Robertson LiddcrdaleS, mit einer jungen Dame aus hochangesehencr Familie stattfinden. Alles war l'ereit, die Braut und ihre Ehrenjungfrauen prangten schon in ihren besten Festgewändern, allein — der Bräutigam kam nicht. Dann traf nach einigen Tagen die Kunde 5in, dass Mr. Lidders'ale an Bord einer Jacht Namens „Foresight^' einen ernsten Unfall erlitten habe und am 3^. Jänner seinen Verletznngen erlegen sei. Diese Versicherung findet indess keinen Glauben, wie aus dcr Bekanntmachung eines Anwalts hervorgeht, welcher eine Belohnung von 25 Pfund Sterling für ein beglaubigtes TodcSzeugnis ausgesetzt hat. Man will wissen, dass Mr. Lidderdale mit Gewalt von einer Dame entführt ist, welche seine Heirat unl jeden Preis verhindein wollte. Die Daine soll eine )?lmcrikantrin, etwa 30 Jahre alt sein nnd über sehr große Ä^ittel verfügen. Sie ist auch die Besitzerin einer hübschen Dacht, ans welcher sich dcr Vermißte jetzt wahrscheinlich mit ihr befindet. Eigen'Berichte. Bndweis, 28. Februar. (Die 1. Versammlung des Festausschusses für d a s VI. D e ut sch ö st e r-reichische Turnfest) fand am Mittwoch im Saale der Deutschen Liedertafel statt. Den Vorsitz führte der Ehrenvorsitzende Böhmerwaldbundesobmann Herr Jos. Taschek. Derselbe eröffnete die Versammlung, welche nach dem Anwesenheits-answeisbogen 1k9 Pcrsonen zahlte, begrüßte die Erschienenen in herzlicher Weise und dankte iil seinem Namen und im Namen des Herrn Bürgermeisters Josef Kneißl für die Wahl zu Ehrenvorsitzenden. Er legte hierauf di: hohe Bedeutung hier durch den ihm eigenthümlichen, den Wiener anmuthrnden gemüthlichen Ton beliebt zu machen, dm er ebenso gut hervorkehrt, wie seine erstaunliche R'^dekunst und Geläufigkeit, die selbst ein Urwicner aus Hernals oder Licktenthal in seiner so schön al>gerundcten Mundart nicht völlig wahrnehmen kann. Ein Schnellsprecher ohne Gleichen, macht.er sich trotzdem allen, die nur halbwegs französisch verstehen, so gut ver« ständlich, dass selbst eine weniger vollkommene Mimik keine Störung hervorbrächte. Das Beste aver habe ich mir nach altem Herkommen als Letztes vorbehalten. ES ist Signora Eleonora Duse, aus deren Auftreten die Besucher der fremdländischen Bühnen-Vorstellungen umso gespannter blickten, als über diese Künstlei in bisher nur wenig bekannt geworden war. Leute, die italienische Zeitungen lasen, wussten allerdinzS viel von ihr zu erzählen; nur unsere Bewohner deS südlichsten Emporiums an der Adria, die Triestiner, hatten schon .^Gelegenheit gehabt, sie auch zu hören. Wer aber glaubt hier an das, wa« da unten mit Liebe und Begeisteruug erfasst wird? Nun hatten die Wiener Gelegenheit, zu hören, zu sehen und zu beivundern! Volle ungetheilte Begeisterung für Sprache, Spiel und selbst für die Persvn der Duse ist n«n eingezogen, sie hat die ..Camelien» Dame" auf eine Art und Weise gespielt, die selbst unsere — Wolter bewundern musSte und es ist wirklich wünschenswert, dass wir diese Rolle jetzt recht lange nicht mehr zu hören bekommen, damit wir geniigend Zeit haben, die letzte Aufführung zu — vergessen. Was sonst über diese Trazödin in den Tagesblättern Lobendes enthalten war, ist ausnahmsweise einmal völlig wahr. W. Festes klar. Es handelt sich hier weder um die Festlichkeit liiier Stadt oder — wie beim Sängerfest 188(; — um die F^ft ihkeit einer Körperschaft von einem einzelnen Kronlande, sono^ln diesmal kommen die bestm Turncr, treue Söhnc ihres Volkes, aus allen Gauen Cisllithanieus, von dem Erzgebirge l.is zur ?l ria, ja sogar Tnrnkreis'.' deS Deutschen Reiches Verden ihre Vertreter senden. Es wird Budweis der Schauplatz eines friedlichen Wetlkampfes auf turnerischem Gebiete u:cr^en, der aber nicht nur die Schaulnst befriedigen, sondern auch das Bewußtsein nakionalrr Zusammengehörigkeit stärken und d.'.l t alionaltn Gegneru und den W.nikclmiLthigcn in den eigenen Reihen zeigen soll, d^ss wir Deutschen in Budweis nicht allein stehen, soudern tass alle Deutschen Oesterreichs innige Theilnahme unseren nationalen Kämpfen in der bedrängten Hochburg des Deutschthums in Siidböhmen wit'men. — Um die hohe AnS^^eichnun^, der Gastort fiir die Turncr Dcutschösterreichs ju werde«, h.iben mehrere bedeutende deutsche Stätte sich bemiiht (Teplit;, Rcichenberg, Innsbruck :c.) Da Budweis nun gewählt wurde, muss es jetzt unsere Aufgabe sein, jn zeigen, dass die Deutschen diese Ehrung voll zu würdigen vc.slihcn. Wir milssen dem XV. Tnrnkreise, welcher 425 Vereine, 4l;.849 Lereinsangehörige mit 20.790 Turnern zählt, einen herzlichen Empfang und eine liebevolle Aufnahme bereiten, wie wir es unseren treuen Volksgenossen aus allen iö^^uen und allen Ständen schuldig sind. Und wir können dics. wenn wir Alle fest und einig zusammenwirken. (Lebhafter Beifall.) Herr Josef Stegmann, Sprechwart des Turnvereines dankte fiir die Sympathien und das Vertrauen, welches man dtM derzeit lc'tenten Ausschusse durch das zahlreiche Erscheinen bewiesen h.n Cc habe herzliche Grüke an dieselben vom Vertreter drs XV. TurnkreiseS, Julius Haagn. und Kreisturnwarte Klock auszurichten, (^v^ebhafter Beifall.) El berichtet sodann über die bisher durchgeführten Vorarbeiten. Der Gauturnwart Hugo Kraus trägt hierauf das Arbeitsprogramm für die einzelnen Arbeit'abtheilungen vor. Dasselbe wurde genehmigt. Herr Josef Stegmann verlas die von der außerordentlichen Hauptversammlung des Turnvereins ge-?rählten Mitglieder des Festausschusses. Diese Lifte wird über Vorschlag aus der Versamlnlung noch erweitert. Auch steht es laut angenommener Geschäftsordnung ten einzelnen Ab-tbeilungen frei, im Einvernehmen mit dem leitenden Ausschusse noch mehr Kräfte anzuziehen. — Als Festtage wurden der 23., !24. unv 25. Juli bestimmt, da später wegen der im August stattfindenden Truppenzusammen^iehungen die rechtzeitige Herrichtung der Unterkünfte für das Militär unmi)^lich ist. Mit degeisternden Worten des Vorsitzenden, alle Kräfte einzusetzen, um tas glänzende Gelingen des Festes zu ermöglichen, wurde die Versammlung geschlossen. V Unter-Kotsch, Februar. (Ein gelungener Abend. — Feuerweh r-Haupt versamm tung.) Unsere dräve Feuerwehr veranstaltete am 13. Februar einen Unter-haltungS-Abend, der zur vollsten Zufriedenheit aller Besucher veUief. Die Gemüthlichkcit war die Beherrscherin des Abends und es ist begieislich, dass daS Morgengrauen viel zu früh anbrach und an das Scheiden mahnte. Die stramme Pickerer Feuerwehr beehrte uns auch Heuer in stattlicher Anzahl und aestaltete sich der Al^schied der Gäste zu einer herzlichen Ovation, so dass die kräftigen „Gut Heil! > Rufe noch lange vom Bacher wiedcrhallten. — Bei der am 21. Februar stattgehabten Gcneral-Versammlung der Feuerwehr, zu welcher sänttntliche Mitglieder erschienen waren, wurde folgendes Wahlrcsultat erzielt: die Herren R. Wieser, Hauptmann; Heinrich Wit;ler, Hauptmann-Stellvertreter; Johann Hergouth, Cassicr; Josef Moder, Schriftwart; Josef Wregant, Zeug' wart; Albert Woruik, Steigerzugführer; Ludwig Werdnik, Steigerzugführer-Stellvertreter; Paul Wernik, Spritzenzug' führer; Franz Hergouth, Spritzenzugführer-Stellvertreter; Jakob Kolar, Schutzmannschaftzugführer; Anton' Maleiner, Schutzmanuschaftzuaführer-Stellvertreter. Wien, 28. Februar. (Kindergarten-Verein.) SamStag, den 12. März abends l! Uhr wird die i)l). Vollversammlung des Vereines für Kindergärten und Kinder-bewahranstalten in Oesterreich im Wiener Pädagogium, I., Schcllinggasfe 11, mit folgender Tagesordnung abgehalten werden : l. Mittheilungen des Präsidenten. 2. Bericht über die Stellenvermittlung, von Frl. Louise v. Wieser. 3. Vortrag über „Volkskindergarten und Krippe" von Hcrrn Alois Fellner, k. k. Bezirksschulinspector. 4. Anträge der Mitglieder. — Die VireinSmitglieder und die Freunde des Kindergartenwesens sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Marburger Nachrichten. (Kaiserliche Spende.) Der Kaiser hat der Ge-mciude Mihalovcc, politischer Bezirk Rann, zur Anschaffung von Feneilöschgeräthen eine Unterstützung von fünfzig Gnlden aus d^e Prioatcasse bewilligt. (Geineinde-Sparcasse in Marburg.) Im Monate Februar wurden von 794 Parteien fl. 162.737'18 eingelegt und von 932 Parteien fl. 170.050 38 an Capital und Zinsen behoben. Hypothekar-Darlehen wurden in 17 Posten fl. 23.250 zugezählt. Der Gesammt-Berkehr belief sich auf fl. 431.950 37. (Gegen das Gutachten der Wiener medizinischen Facultät.) Der „Verztliche Bezirksverein in Marburg" hat sich der Section Eilli des „Vereines der Aerzte in Steiermark" angeschlossen und, gegen die Fassnnq des sonderbaren Gutachtens der Wiener medi.ünischen Facultät im Processe Dr. Riebl gegen Max Besozzi und Dr. Premschak Stellung nehmend, eine Resolution angenommen, m der die MisSbilliqung über das Gutachten zum Ausdruck gelangt. Diese Resolution sandte der „Acrttliche Bemksoerein Marburg" an den Geschäftsausscbuss des Oesterreichischen AerztevereinS« Verbandes", damit ihr von dieser Stelle auS Geltung verschafft werde. (Franziska Hamerling), die Mutter unseres berühmten Dichters Robert Hamcrlinq, ist am vergangenen SamStag abends im Alter von 8ti Jahren im „Stiftinq-hause", dem gewesenen Landsitze deS Poeten im Stiftingthale bei Graz, gestorben. (Fahrpreis-lZ:rmäßigungen für Lehrer.) Die letzte Eingabe des deutsch-österreichischen Lehrerbundes um Bewilligung von FahrpreiS,Ermäfiigungen fiir die österreichische Lehrerschaft wurde dahin erledigt, dasS derartige Ansuchen durch die k. t. LandeSschulbedörden, und stets nur für die Lehrerschaft des betreffenden Landes zu stellen sind; nur in diesem Falle sei die Gewährung von Fahrpreis-Ermäßigungen zu erwarten. ^ (Localbahn Cilli-Wöllan.) Mit 1. März d. I. traten auf vorbezeichneter Localbabn Fahrpreis Ermäßigungen in Kraft, und zwar: durch die Einfiihrung von Tour- und Retourkarten aller drei Clasfen, welche gegen die normalen Tarife um 25 Procent ermäßigt sind; durch Herabsetzung der Vebüren für die einfache Fahrt in der Relation Pletro-witsch'Sachscnfcld, und zwar in der ersten Clafse auf 20 ?r., in der zweiten Classe auf 15 kr. und in der dritten Clafse auf 10 kr., und durch Einführung von Schüler-Abonnement-und Arbeiter-Wochenkarten zu den gleichen Preisen und Bestimmungen wie für die Linien der Südbahn. (V erboten e A rzneimittel.) Das k. k. Ministerium des Innern hat die nachgenannten, von der Firma F. Ad. Richter Comp, in Rudolstadt fabriksmäßig erzeugten und in reclamhafter Wüfe in den Handel gebrachten Arzneizubereitungen, als: „Anker-Pain-Expeller, Anker Stomakal, Anker-Loxa Pillen, Anker-Betel»Honig, Anker-Tamaroni, Anker-Congo-Pillen, Anker-Kafir-Pitten, Anker-Magenpulver, Anker« Sarsaparillian, Anker-Ferrola, Anker«Jnga-Pastillen, Anker-Makva-Pillen, Anker-KrakoloS, Anker-Penango-Pastillen, Anker-Lagosa-Salbe. Anker-Bolamo-Salbe, Anker-Flechtensalbe", im Apothekenverkehre und sonach, da Arzneizubereitungen nur in Apotheken verkauft werden dürfen, allgemein in den im ReichS-rathe vertretenen Königreichen und Ländern verboten. (Der Männergesang-Berein) veranstaltete am vergangenen SamStag in den unteren Casinoräumen eine FaschingSliedertafcl, die außerordentlich gut besucht war und einen in jeder Bezi hung trefflichen Verlauf nahm. Da« Publicum folgte den Vorträgen des Vereines, dessen gesangliche Tüchtigkeit über jeden Zweifel erhaben ist, mit angeregter Der Künstler auf der 6-Saite. Wie der dämonische sagenumwobene Paganini zum gewalligen Geigenkünstler wurde, darüber ist schon manches erzählt worden. Eine der heutigen Generation wohl nicht mehr bekannte Variante, die nach dem Eingeständnis des Erzählers selbst znm Theil seine Ersindung ist, liegt jetzt aus dem ^ahre 1841 in Form eines Briefes vor. „In Italien", so heißt eS dort, „lcbte vor sechzig Jahren ein Mann, der schon als Jüngling von auffallender Häßlichkeit war. DaS lange raben» schwarze Haar hing wild und starr um sein gelblich bleiches Gesicht. Sein Antlitz glich dem ausgebrannten Krater eines VulkaneS und die Züge waren regungslos, bis die Leidenschast s-.: bewegte. Dann verzerrten sie sich bis zur Wildheit, und das Sprühen der dunklen Augen verrieth die Glut seines Innern, wie das Feuer des Aetna unter der Decke von Schnee Rodert. Ein solches Gemüth war nicht gemacht, um der Welt gefallen. Die Männcr haßten, die Frauen verschmähten ihn, und er war allein — ganz allein in der Welt. Wie jeder Mensch irgend eine Fähigkeit besitzt, die ihn fiir die Abwesenheit der übrigen entschädigt, so hatte Pietro die Gabe der Musik. Jn seinem Häuschen in Raoenna wanderte er die Nächte auf und ab und geigte schmerzliche Melodien. Einst öffnete er um Mitternacht die mit Oclpapier verklebten Fenster und schaute hinaus in den klaren Himmel voll Sterne, von denen, so viel ihrer waren, noch nicht einer ihm gelächelt hatte. Da hörte er ganz nahe Beifallklatschen von zarten Händen. Es war die schöne Ancella, seine Nachbarin. Dasselbe wiederholte sich in den folgenden Nächten, und bald entflalnmte Pietro in heißer Liebe für das jnnge, reiche, schöne Mädchen, und nicht bloß seine Geige, sondern seine melodische Stimme wurde der Dolmetscher seiner Gesühle. Es entwickelte sich bald ein Verhältnis zwischen beiden, aber Ancella hatte ihn nur gehört, und er zitterte vor dem Augenblick, wo sie ihn sehen würde. Jemand hat sehr richtig bemerkt, dasS die Männer daS Herz durch die Augen, die Frauen durch die Ohren verlieren. Ancella liebte ihn nnt) hätte ihn doch geliebt, wäre er zehnmal garstiger gewesen. Aber der Italiener konnte das nicht glauben, nnd mit einer stürmischen Neigung wuchs eine wüthende Leidenschaft in seinem Herzen auf. Er mißtraute allen, sich selbst und seiner Geliebten, uud qnälte sie in dem Maße, wie er sie vergötterte. Ihre Thränen, ihre Betheuerungen, ihre Klagen nnd Vorwürfe waren ihm nur Beweise ihrer Schuld, und wenn er ihre Untreue für erwiesen hiclt, fühlte er sich so grenzenlos unglücklich, dass er sich zwang, ihren Betheuerungen zu glauben, um tlicht zu verzweifeln. Ich weiß nicht, welcher hämische Zufsll in tiner unglücklichen Stunde den Schein wirklicher Untreue auf sie warf. Nur soviel ist bekannt geworden, dass Ancella von einem Stilet durchbohrt gefunden wurde und Pietro sich den Gerichten übergab, um ein Leben zu enden, dass er nicht mehr ertragen konnte. Aber s'i gnt sollte es ihm nicht werden. Man schickte ihn auf die Galeere, da er aber zu schwach für die schweren Arbeiten war, so sperrte man ihn in einen einsamen Kerker. Die Nacht sank herab und schreckliche Gestalten senkten sich von dem Gewölbe nieder, sie drängten sich drohend um sein Strohlager, sie streckten blutige Krallen nach ihm aus; er that einen Schrei, niemand hörte ihn. Die Gesellschaft des elendesten Verbrechers, die eines Hundes wäre Wohlthat für ihn gewesen, aber er war allein — ganz allein. Doch nein! Seine Geige war ihn geblieben, er ergreist sie krampfhaft, und kaum berührt er mit dem Bogen die Saiten, so erklingen sie wunderbar lieblich, klagend, vorwurfsvoll, begütigend, verzeihend. Es war die Stimme AncellaS, ganz wie sie ihn so oft beruhigt und ermahnt, wie sie ihm geschmeichelt und wie Aufmerksamkeit und die vielen heiteren Stücke deS ProgrammeS wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. „Die fröhlichen Zecher", „Die Witterung, oder der Amtman und der Schulze", noch mehr aber „Der stumme Musiker", „Der Handschuh" und „Das verhängnisvolle Ständchen" entfefftlten die Äch-lust der Zuhörer. Herr Platzer sang seine Couplets „lo ^'o tak", „Fertig" und „Mehr braucht er net" mit durchschlagender Wirkung. Den SchNtss dieser überaus gut gelungenen Lieder-tafel bildete eine sehr heitere Scene „Das Schlachtfest und seine Freuden", wobei das „Metzelsuppenlied" von Uhland gesnngcn wurde und sehr ansprach. Der Hauptantheil an dem Gelingen der Liedertafel haben die Herfen Hans Gruber, Platzer, R ihri, Baumeister, Ketz, Saria, Volkmar, Wambrecht-samer, Koratschin, Etthofer nnd Macher. (PH ilti ar m onis ch er Verein.) Wir werden ersucht, mitzutheilcn, dass der für Samstag, den 5. d., anbe-räumte Unterhaltungsabend des philharmonischen Vereines Montag, den 7. d., abgehalten wird. Diejenigen P. T. Ver-einsmitglie^cr, welchen aus Verseben eine Einladung noch nicht zugekommen sein sollte, wollen ihre Adressen b i Hcrrn Ed. Rauscher, Burggasse, hinlerle^en. (Theater.) Unsere rührige Theaterleitung trägt in lobenswertester Weise Sorge, dass dem hiesigen Theater-publicum feinere Kunstgenüsse geboten werden. So wird demnächst der berühmte Charakterspieler, Theodor Lobe, der den Shylock, den Mephisto und Richard III. zu seinen bewunderten Leistungen zählen darf, in drei seiner besten Lustspielrolien n. zw. als David Sichel in „Freund Fritz" (am 8. d.), in „Splitter und Balken", in „Ein vornehmer Schwiegersohn", endlich in Gutzkow's „Zopf und Schwert" hier gastieren. Wir werden in der nächsten Nummer ein Urtheil Professor Josef KiirschnerS über Lobe veröffentlichen. — SamStag. den 5. d. findet die Erstaufführung der neuen Operette „Der Abenteurer" von A. Philipp und Sonderman, Musik von Carl Stix statt. (Henefice.) H.ute findet zum Vortheile der beliebten Schauspielerin Frl. Clotilde Maugsch zum letzten Male die Aufführung der Posse „Großstadtluft" statt. (Costume - Kränzchen.) Das Costume-Kränzchen deS Casino-VereineS, welches am letzten Montag stattfand, ist unstreitig die vornehmste und gelungenste Unterhaltung gewesen, die uns der heurige Fasching gebracht hat. Wir sind durch einen glücklichen Zufall, dem wir zu Dank verpflichtet sind, in den Besitz eincs originellen Berichtes über das Costume» Kränzchen gelangt, den wir, obwohl er ursprünglich nicht sür die Oeffentlichkeit bestimmt war, hiemit veröffentlichen. Dieser Bericht lautet: „Sehr verehrte Freundin! Ihrem Wunsche, Ihnen über den Verlauf des vom Marburger Casino Verein veranstalteten Costume-KränzchenS Bericht zu erstatten, da Sie durch eine ernsthafte und recht unzeitige Migräne verhindert waren, hieher zu kommen, willfahre ich mit großem Vergnügen. O, dass Sie zugegen gewesen wären! Das» Sie mit eigenen Augen die reizenden Bilder gesehcn hätten, die sich während der Rundtänze und bei den Quadrillen dem Beschauer darboten ! Ich weiß Ihnen den Eindruck, den ich von dem Abende empfieng, nicht mit befferen Worten zu schildern, als wenn ich den classischen Ausspl .ch: ich kam, sah und siegte! in ein: ich kam, sah und bewunderte! umgestalte. Mein Bewundern war thatsächlich ein unaufhörliches und sogar heute, da ich von Rechtswegen einen Katzenjammer haben sollte, denn ich habe nur wenige Stunden geschlafen, erinnere ich mich wieder nnd wieder mit innigem Vergnügen an all das Schöne, was ich gesehen und worüber ich mich gefreut habe. Aber ich merke, dass Sie anfangen, ungeduldig zu werden, da ich so lange zögere, aus dem Ocean des Entzückens auf das grüne Eiland des carnevalistischen Lebens zu steigen. Von nun an will ich positiv sein und Ihnen hübsch artig erzählen. Da Sie, verehrte Freundin, den Tanzsaal im Marburger Casino kennen, so wervelt Sie gerne zugeben, dasS der Besuch des Costume-KränzchenS, um von diesem zuerst zu berichten, ein außerordentlich starker war, wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, dass der geräumige Saal eben gerade hinreichte, um der Tanzlust, die mächtig rege war, zu genügen. Einer meiner MarburgerAFreunde theilte mir mit, dass das Coftume- sie gewcint hatte. ES war ihm klar, dasS AncellaS Seele iu seine Geige gefahren war. Es schien ihm, dass ein Theil seiner Schuld schon durch sein tnaßloses Elend gesühnt sei, dass die Hingeschiedene, welche jetzt bei ihm war. die zu ihm sprach und die er, verkörpert in seinem Instrument, umfaßte, ihm Vergebung verheiße. Da riß eine Saite, eine zweite, eine dritte, ein Jammerton hallte von dem kalten Gewölbe nieder, es war der Todesseufzer der Ermordeten. — Erschöpft sinkt der Unglückliche auf seine Streu zurück, Betäubung, nicht Schlaf, umfängt seine Sinne und hält ihn in Bewußtlosigkeit, dem letzten Trost des tiefsten Leides. Am folgenden Tag fleht der Gefangene mit seltsamem Ungestüm den Schließer an, ihm drei Violinsaiten zu verschaffen. Sein ganzes Wohl und Wehe hängt an ihrem Besi^ aber er hat kein Geld, um das Mitgefilhl des harten Manne» zu erkaufen, keine Worte, nm ihn zu gewinnen. Trauernd betrachtete er sein liebes Instrument. Nur die l^-Saite ist ihm geblieben. Aber gerade diese zaubert ihm die tiefe Altstimme seiner Geliebten hervor. Die ganzen Tage sitzt er vor sich hinstarrend da, aber wenn die Nacht ihre Schatten herabsenkt, dann greift er zu der einzigen Trösterin seines Elends und geigt, von nielnand gehört, die wundervollsten Melodien. Damals componierte er die schauerliche Melodie des Liedes: Das Glück, das einst mich hegte, Ist meiner Brust ein Dorn, Die Liebe, die mich pflegte, Ist meinem Schmerz ein Sporn, O, wende deinen Spiegel, Erinn'rung jener Zeit, Und dnicke, Nacht, dein Siegel, Auf die Vergangenheit. Die heiße Thräne zittert Aus meine Brust herab, Mein Leben ist verbittert, Ich wünsche mir das Grab. Klänzchen auch junZe Dcilnen besuchten, die bishcr dcm Prinzen Carneval noch gar nicht gehuldigt hatten. O über Ihre Migräne! Das abscheuliche Uebel, gegen wclches ich Ihnen das neue Mittel empfehlen möchte, das kürzlich ein Wiener Arzt entdeckt hat, beraubte Sie einiger vergnügter Stunden, die sich zweifellos in Ihrer Erinnerung zu den angenehmsten gesollt hätten. Ein Frauenange crgi)tzt sich ja an prächtigen Costumcn, und deren konnte man am Montag Abend viele sehen, weit mehr, als das kältere Auge des in solchen Dingen laienhaften Mannes. Aber auch ich war entzückt, so oft ich die reizenden Gestalten der Costumierten im flüchtigen Neigen an mir vorüberschweben sah. Sic gedenken gewiss auch noch unseres Gespräches, da wir von der Ursache der eigenthüm-lichcn, jeden Empfänglichen so seltsam anregenden Wirkung fremder Trachten im Ballsaale plauderten. Gestern habe ich diese Wirkung wiederum lebhaft an mir empfunden und die s Ueberzeugung gewonnen, dass Ihre damalige Behauptung, Trachten aus fernen Zeiten und fernen Ländern mutheten uns deshalb derart an, weil fie uns gleichsam in eine neue Welt - fi'lhtteu und uns — im Ballsaal wenigstens — den grellen Ta^l der Wirklichkeit vergessen machten. Ich weiß eS, Sie milchten erfahren, welche der Damen mir Montag die schiznste . geschienen. Aber — verzeihen Sic — das ist eine Gewissensfrage, die ich erst dann beantworten kann, wenn ich wiederum die Ehre genieken werde, in Ihrem Plauderstübchen zu sitzen. Außerdem möchte ich cs mir nicht um die Welt einbilden, ein moderner Paris zu sein, der den Schonheitspreis znerkennen soll. Und in einem Falle hätte ich cS nicht mit dreien, sondern mit einem Du^env gleich verehrenSwürdiger Bewerberinnen zn thnn. Statt also ein so verantwortungsvolles und, wie Howcr uns berichtet, auch fol^^enschweres Ricbteramt auszuüben, will ich Ihnen, verehrte Freundin, die Cosiüme auszählen. Da sah und bewunderte ich eine von Hoheit umflossene altdeutsche Edclfrau (Frau Philomene Scherbanm), eine anmuthige Zigeunerin (Frau von Listarini), eiue prachtvolle MohnbliUbe (Frl. Riza Franz), eine liebliche Seenixe (Frl. Fiida Mallv), eine anziehende Schäferin (Frl. Bertha Mally), einen sehr schmucken Werner von Säkkingen (Frl. Miklau^), eine reizende Schwalbe (Frl. Sleinwenter), üne wunderholde Elsa von Brabant (Frl. Pfrimer), zwei anmuthige Schneeköniginnen (die Frl. Arps), eine hübsche Andalusierin (Frl. Neupauer), zwei Peruanerinnen (Frl. Straschill und Frl. Granitz), eine temperamentvolle Ungarin (Frl. Schmiderer) eine Ber-n tretelin der Burns'schen Landsmänninnen (Frl. Orosel) u. v.o. Zur Vervollständigung meines Berichtes will ich hinzufügen, dass einige Frauen, vor allen Frau Nasko. wunderbare Soireetoilctten trugen. Was sagen Sie nun? Verwünschen . Sie nicht das neidische Geschick, das Ihnen die Fahrt hieher verwehrte? Noch Eines, verehrte Freundin, mnss ich Ihnen gestehen: ich alter Knabe habe — getanzt wie ein ^^ieutenant . bis in den Morgen hinein. Sie lächeln? O diese Männer!" I'keolcrit. (Evangelischer Gottesdienst.) Sonntag, den 6. März wird hier in der evang. Kirche Gottesdienst stattfinden. (vie Ferialverbindung „Germania" in Unter st eiermark) hatte am Ende des Wintersemesters 188l-8L folgenden Mitgliederstand: Ebrenbnrschen 1, alte Herren »ä Iwnvrem 1, alte Herren 15, inactivc Burscheu 4, Active 12. Die derzeitigen Chargierten der Verbinduna sind: meä. A. Sattler x, mvä. A. Lukeschitsch ?x, meä. M. Nüpschl ,xx.,moä. I. Schmidl, xxxx. — Verbindungskneipe in Graz: „Schwarzer Adler", Leonhardstraße 13. — Gesinnungsgenossen werden stets als willkommene Gäste begrüßt. Die landwirtschaftliche Filiale Marburg und der Landts'Agr'rrath. Am Bormittag des vergangenen Sonntag« fand im Hotel „Stadt Wien" eine Versammlung der Filiale Marburg der Landwirtschafts-Gesellschaft statt, an der nngefähr dreißig Mitglieder der Filiale theilnahmen. Den vornehmsten Zweck dieser Versammlung bildete die Stellungnahme zur Frage der geplanten Umgestaltung der Landwirtschafts-Gesellschaft in einen Landes^Agrarrath. Den Vorsitz in dieser Versammlung führte der Vorstand der Filiale, Herr Director Kalmann. So geigte er viele lange Nächte. Durch lange Uebung bcsiegte er jede Schwierigkeit seines unvollkommenen Instruments. Was andere auf vier Saiten nie geleistet, das brachte er mit Leichtigkeit auf einer hervor. Er geigte zehn Jahre lang, ohne dass ein Mensch ihn gehört, und als vollendeter Meister trat er aus der dumpfen Gefängniszelle in die weite, sonnige Welt zlirück. Dort nahm er einen fremden Namen an und reiste in fremde Länder; eine tiefe Scheu hielt ihn lange ab, den Menschen seine Gefühle zu offenbaren, denn die Töne seiner Geige sprachen deutlicher als Worte von dem Zustande seiner Seete. Aber die Noth zwang ihn, sein Talent in Münze zu schlagen. Bald erfüllte der Name Paganini die Welt. Tausende strömten in die goldenen Opernsäle, um den wunderbaren Fremdlinq zu hören. — Da stand er leichenbliß, abgespannt, dis der erste Bogenstrich ihn nlld die Menge beseelte. — Ihr stürmischer Beifall ließ ihn kalt. Zerstreut nur blickte er auf die tausendköpfige Hydra des Publicums, seine Seele war cinderSwo und versenkte sich in ihn selbst, sobald der letzte Klang seiner Saiten verhallt war. Der von allen gefeiert war, eilte schüchtern und menschenfeindlich in seine lZinsamkeit zurück. Dolt überzählte er die Goldhaufen, die seine Schatule füllten, aber sie gewährten ihm keine Genugthuung. — Vielleicht rvar cs ihm noch zu wenig. Er eilt an die Spielbank, setzt alles auf eine Karte und gewinnt und verliert das Zehnfache, ohne dass selbst die Leidenschaft des Spiels rie schreckliche Leere seines Gemüthes zu erfüllen vermag. Nur seine Geige bleibt sein Trost. Jetzt sind seine Melodien verklungen. Seine Brust hat ausgeseufzt und seine Gebeine ruhen in einem unbekannten Winkel. Denn als der müde Pilger, der die Qnal eines hohen Alters erleben mnsSte, aus den Ländern, deren rauhe Sprache ihm fremd war, zu den Zitronenhainen seines Heimatlandes Der Secretär, Herr Stiebler, erbat sich zuerst d. s l.Vort und gedachte in Ausdrücken warmer und herzlicher Verehrung ter verstorbenen Mitglieder Dr. Mull6, Dr. Hirschhofcr und Schweizer. — Sodann wurden mehrere eingelaufene Schrift« stücke verlesen, darunter eines von der Filiale ^^^cibni^. (Wir bringen dasselbe sein.m vollen Wortlaut nach an anderer Stelle zum Abdruck. D. Schristltg.) Secretär Hcrr Sticbler erörterte hierauf den vom Centralausschnsse der steiermärkiscben Landwii tschastS-Gesellschaft vorbereiteten Entwurf zur Schaffung eines Agrarrathes nnd gab seiner Ueber^^eugung Ausdruck, dass vom Agrarrathe eine stärkere Interessenvertretung nicht zu erhoffen sei; die Landes- nnd Bezirksumlagen würden dadurch nicht vermindert, sondern noch erhöht werden, ohne dass die Bürgschaft eines größeren Nutzens vorhanden sei; auch würde der mit dem Agrarrathe zur Einführung kominende BnreaukratismnS der Landwirtschafts-Gesellschaft nicht auf die Beine helfen. Die Landwirtschafts-Gesellschaft möge häufiger nmfafsendere Belehrungen veröffentlichen, die Sectionen, vornehmlich die Weinbau-Sectionen, sollten öfter zusammen-tret,.« und in eine engere Verbindung mit der Landwirtschafts' Gesellschaft gebracht werden. Zum Schlüsse seinl-r aedinken-reichen Auseinandersetzung beantragte der Redner nachstehende Resolution: 1. Die Filiale Marburg der k. k. LandwirtschaftS^ Gesellschaft nimmt entschieden Stellung gegen die geplante Anflösung der Gesellschaft zu Gunsten des zu creierenden AgrarratheS; 2. Die Filiale kann sich mit dem vorliegenden Entwürfe zur Errichtung eines Landes-Agrarrathes nicht einverstanden erklären, und zwar aus folgenden Gründen: ») Die Organisation nach dem vorliegniden Entwürfe bietet keinesfalls die Gewähr, dass die geplant.' uene Körperschaft mehr für die Landwirtschaft zu leisten iinstand^ i't. als es bisher durch die Landwirtschasts-Mesellicha^t ^ eschel^en ist, wohl aber werden dem Lande nnd den Beürken höhere Lasten aufgebürdet, an denen nicht nur die Landwirte allein mitzutragen hätten, sondern auch andere Steuerträger, welche mit der Landwirtschaft gar keine Fühlung baben. was insbesondere unter den in ohnehin drückenden Verhältnissen lebenden Kleingewerbetreibenden nur Missstimmung hervorrufen würde; 1>) dadurch, das ein bedeutender Theil der leitenden Persönlichkeiten nicht durch freie Wahl, sondern durch Ernennung hervorgehen soll, wird nicht allein die Mö^ilichkeit geschaffen, die Landwirtschaft selbst anS ciner Körperschaft, die gerade die Interessen zu vertreten bernfen ist, zu ver-drängen, sondern auch Elemente hineinzubringen, welche den ihnen gebotenen Einfluss für «ndere mit der Landwirtschaft in car keinem Znsammenhange stehende Zwecke mißbrauchen können: v) erblickt die Filiale gerade in deul amtlicben Charakter, der der neuen Kö, Perschaft anfgedrückt werden soll, keinen Borthe.l für den Zweck, sondern einen Nachtbeil, weil einerseits ein großer Theil hierin nur eine Art amtlicher Bevormundung ersehen würde, andererseits aber der a'ößte Theil erfahrungsgemäss dem Einflüsse von Männern il)rer eigenen freien Wahl, insbesondere wenn es sich um rein landwirtschaftliche Fragen handelt, viel leichtcr zugänglich ist, als wenn er gewissermaßen von ossicieller Seite' erfolgt; 6) liegt zur Schaffung des geplanten Agrarrathes keine absolute Nothweudigkeit vor, da die Land wirtschaftS Gesellschaft bisher ihre Pflicht nach Thunlichkeit erfüllt hat. nnd ist insbesondere der bisher eingeführte Mitgliederbeitrag auf keinen Fall die Ursache ciner lässigen Betheiligung der Landwirte an landwirtschaftlichen Körperschaften. Wer bis jetzt kein Interesse daran hatte, diirste schwerlich dnrch die Errichtung eiltes AgrarratheS allein der Sache näher gerückt werden. Wenn bis nun sich an den Versammlungen und Wander-vorträgen eine große Anzahl von Mitgliedern betbeiligt hat, so kann dies nur ein erfreuliches Zeichen sein, dass auch die Landwirtschafts-Gesellschast. ebenso wie es der vorlieaende Entwnrf beabsichtigt, den Zweck erreicht, landwirtschaftliche Kenntnisse und Vortheile nicht nur Mitgliedern allein, also einem beschränkten Kreise, sondern der Allgemeinheit zuzuwenden. zurückwanderte, verweigerte man ihm zu Rom die l.tzte Wobl-that einer geweihten Ruhestätte. Nur seine Geige ist übrig geblieben, und in derselben woh>lt noch heute die Seele der armen Ancella gebannt." Und wer Hot diese Geschichte Paganinis so einfach und doch so rührend erzählt? Wer war der Schreiber jenes Briefes? Es war kein anderer als Graf Moltke. Am Abend des 1. December 1841 war er im Opernbanse bei einetn Concert gewesen, das ein gewisser Sivori, Schüler Paganinis nnd lZrbe seiner Geige, gab. Und nach Hause gekommen, setzte sich der damalige Hauptmann an den Schreibtisch, nm seiner lieben Braut und späteren treuen Lebensgefährtin etwas vorznplaiidern. Der ganze, so oft bewunderte Zauber Moltkescher Darstettnngs-knnst ruht auf diesem Briefe,'') der uns den ernsten, kaltberechnenden Denker nun auch im Lichte der Romantik zeigt und als selbstschöpferischen, vbantasiercichen Dichter. Das letztere geht aus dem weiteren Zusatz hervor .... „wenn die Geschichte nicht wahr ist, so könnte sie doch wahr sein, und wenn man die Geige hört, so muß man es glauben, nnd icb wenigstens denke mir die Sache so, wie ich sie Dir erzählt." Freilich verspürte der correcte Briefschreiber für die Freiheit seiner Erfindung bald etwas wie Gewissensbisse. Denn am 5. Dec. fügt er dem Schreiben mit guter Laune hinzu ..Die Geschichte von Paganini bitte ich aber doch nicht von mir verbürgt init-zutheilen, seine Erben könnten mich wegen Verbalinsiirie, wegen angeschnldigten Mordes, belangen." *) Siehe Genercilfeldmarschall Graf Moltkes Briefe an sciue Braut und Frau in „Ueber Land und Meer" 1892 Nr. 15. das wir unfern verehrl. Lesern wegen feines reichen und gediegenen Inhaltes sehr empfehlen können. Gleichzeitig wäre dem löblichen CentralanSschusse ein Antrag zu unterl)reit^n — falls eb.n Ur g.plante Agrarrath nicht zustande käme — inwieweit die hiesige Filiale, wie wahrscheinlich auch die übrigen Filialen die Reorganisation der bestchendcn Landesgesetze dlirchgesührt zu wissen wünschen.'' Die Herren Franz Girstmayr und Dr. Radcy brachtet! ihre Zustimmung zu den Ausführuugen des Vorredners zum Ausdruck und Dr. Radcy erttärte überdies, dass ih>n die Mängel der Landwirtschafts-Gesellschast gariz und gar nicht unbekannt seien. Sic stehe nicht ans der Höhe ihrer Aufgabe, von ihr bestehe überhaupt nur mehr die Form, der Inhalt fchle; seit einer Reihe von Jahren sei ihre Thätigkeit kaum der Rede wert und beständen die Filialen nicht, so würde man von der Gesellschaft nichts erfahren. Die Centralleitung solle umgestaltet werden und nothwendig sei eine Neugestaltung der Gesellschast, nicht aber die Auflösung derselt)en. In dem geplanten Agrarrathe würde man alles Mögliche finden, nur die Landwirte nicht. Neben den vielen Institutionen eine neue schaffen, bedeute soviel als die Umlagen vergrößern. Auch weree ans solche Weise der BureaukratismuS gefördert, der jetzt schon teiart an Ausbreitung gewinne, dass er Grauen errege. Nachdem Gutsbesitzer Damian sciner Zustimmung lnit den Ansichten des Vorredners Worte verliehen, auf den geringen Wert der landwiitschaftlichen Gesetze hingewiesen und betont hatte, dass nur das gnte Beispiel eiwas auszurichten vermöge, wurde die von Herrn Sticbler beantragte Resolution cn.enominen. Dr. Leonhard sprach den Wunsch uni Einberufung sämmtlicher Filialen zu einer Versaminlung aus, damit man ihre Anschauungen in der vorliegenden Fra.ie kennen lerne. Zn dieser Vc.sammlung sollten an die Vandtagoadgeordneten Eii.laduugen ergehen nnd sei den Volksl?oten die Eiklärung adzuve langen, wie sie in dieser Angil gcnh.il sich verhalten wollen. Dr. Schlniderer brachte einen Gegenantrag des Inhaltes cin, die Anwesenden mögen sich mit dem Vorgehen der Filiale ^^'eibnitz einverstanden erklären, die für den 6. März eine Versammlung aä troc einberufen habe. An der (Erörterung dieser Anträge betheiligten sich die Herren Dr. Leonhard, Dr. Schmiderer, Beer, Stiebler und Damian. Die Abstiinninng lautete zu Gunsten des Antrages Schlniderer. Hierauf wies Herr Girstlnavr auf die Nachtheile der Winzerordnung hin, und hob hervor, dass infolge des Um-standes, dass nach den Bcstlinmnngen der allen Winzerordnung sowohl, als auch nach !.cncn der neuen gcwanderl werden dürfe, viele Uebelstände sich ergeben. Dr. Schmiderer erklärte, der Hauptübclstand sei der, dass lioch zlvei Winzerordnungen bestehen. Die Herren Simlingcr, Flucher und Kramer stimmten den Vorrednern zu und endli-h wnrden folgende von Herrn Stiebler gestellte Anträge angenommen'. 1. Der Centralausschitss sci zn ersuchen, er wolle dahin wirken, dass die Äundigungssrisl der Winzerverträge ans eine» '.Vionat herabgesetzt werde, 2. die Wanderung darf nicht mehr zu Lichtmess, sondern nur zu Martini ersolgen, 3. die alten Winzerbücher werden eingezogen und die neuen hinausgegeben. Als Delegierte zur Hauptversammlnng der Gesellschaft in Graz wurden gewählt die Herren Dr. Schmiderer, Damian, Girstmayr, Knauer und Stiebler, und die Herren Simlinger und Jakob Purgay zur Auszeichnung als verdienstvolle Landwirte vorgeschlagen. Kunst und Schristtyum. Alle in diesen Besprechungen enthaltenen Werke und Zeitschriften sind durch Th. Kaltenbrunner's Buchhandlung zu beziehen. „Mener c^iteratur-Ieltung.'^ .Herausgegeben von Dr. A. Bauer. Bon dieser trefflichen, literarisch-belletristischen Monatsschrift gehen uns soeben die beiden ersten Hefte des 3. Jahrgangs zu. Derselbe wird eröffnet mit einem Preisausschreiben, über das wir seinerzeit bereits berichtet haben. Außerdem enthalten die beiden auch äußerlich schön ausgestatteten Hefte eine Fülle bemerkenswerter Beiträge theils belletristischen, iheils literar-kritischen Inhalts. Wir heben besonders hervor: Maric» von Ebner-Aschenbach's Parabel ..Die Brüder", „Der Abonnent in Czernowitz ' und „Verschiedene Lesers', zwei geistreiche Humoresken mit satyrischem Beigeschmack. „Puck in der Orgel", ein Märchen von Catulle Mendts, ferner kri tische Artikel von Dr. R. Lothar, Dr. M. Necker. Dr. Alfr. Freiherr von Berger (iiber Literatur und Theater der Aegenwart). Leopold Hörinann «über österreichische Dialeet Diclitung^. einen ..Wiener Theater Brief'^ von A. Müller Äuttenl)snttn u. v. A. m. Auch die beiden ständij^en Rubriken „Literarisches Allerlei" und ..Was sollen lvir lesen?" sind überall reichhaltig und interessant. Das ganzjährige Abonnement beträft inel Postversendung nur 1 fl.. einzelne Num mern sind durch die Expedition: Wien, I , Wollzeile 2, gegen Ein sendimg von 25 kr. in Briefmarken zu beziehen. Verstorbene in Marburg 21. Februar: Terschinski Jolianna, Ledererstochter, 1.", Tage, Au- gasse, Lebensschwäche. Wiesthaler Maria, Private, 72 Jahre, FreihauSgasse, Lungenlähmung. 22. Feliruar: Potoönik Carl, Arbeiterskind, 3 Jahre, Mellingerstr. chron. Wasserkopf. — Raisp Mathias, gew. Vahnlischler, 4i» Jahre. Herrengasse. Lungentnbereulose. 2:i. F^lirnar: Geor^^ievi«' Platon. k. k. Militär-Caplan i. N., Tecieithoffstrahe, Alterslctnväche. — Gerhold Marie, Stein-brechcrstvchter, 21 I., jkärntnerstraße, Herzfehler. FebrntU-: Martinscheq Maria, Strafhaus-Aufseherstochter, 4J. t! Mollnt. Poberfrherstraße. Gehirnhantentzündilng. — Mu-chitsch Matliias. Inwol^ner, 78 Jahre, Tegetthoffstraße, Lnn m'nlähmung. ^ Jamnig Maria, BrodausträgerSgattin, 7l Jahre, Uferstraße, Lungeneatarrh Mitthcilillig aus dem Publicum. ^ine österreichische Spezialität. Magenleidenden em pfiel)lt sich del^ Gebrauch der echten „M o l l'S Seidlitz-Pulver" als eines altbewährten Hausmittels von den Magen kräftigender und die Berdamnlgsthätigkeit nachhaltig steigender Wirkung. Eine Schachtel 1 sl. 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Schwarzpohlmehl „ j 1!j Türkenmchl i „ 10 Haidenmehl ^ „ 18 .Haidenbrein Liter 14 Hirsebrein > „ 1l Gerstbrein i „ 14 Weizengrics Kilo ^ 18^ Ti'lrkengries > 14^ Gerste gerollte ! „ 24 Reis ! „ Z0^ Erbsen ^ „ 24' Linsen „ 30^ Fisolen „ !1 Erdäpfel „ 3 Zwiebel „ ?! Knoblauch i „ 24 Eier Stck. Käse steirischer Kilo 12 Butter ! „ 80^ Milch frische ^Liter —! „ abgerahmt „ —! Rahm süßer „ 24 „ sauerer „ 28^ Salz Kilo —^ Rindschmalz „ 90 Schweinschmalz „ Speck gehackt „ 64 „ frisch „ 48, „ geräuchert „ 70 Kernsette „ 5i4 Zwetschken ! „ 30, Zucker ! „ 40 Kilmmel > .. 30' Hktl. Wachl)olderbeeren j^ilo «0^ Kren Supveugrünes 44 Krallt saueres 60, Rüben sauere 80 Kraut 100Kt>pfe Getteide. 4 8! Steinkohle 100 Kilo! 32 lSeise 36 >Kerzen Unschlitt 12 „ Stearin 1.— ^ „ Styria V8 .Heu 100 66 Stroh Lager „ 50! „ Futter „ 75 i „ Streu „ 56 Bier 32 ^Wein 42 ^Brantwein 32 I Kilo Kilo Liter 2.80 3.30 2.-2.40 70 65 6t 24 52 84 76 2.-2.-1.60 1.50 16 28 32 3.-3.50 2.10 2.50 75 70 96 32 56 90 84 2.10 2.10 1.70 l.60 20 64 72 Oanksaeuns. Innigen Dank der löbl. Gymnasialdirection, den Herren Professoren und Studierenden, sowie übrigen Thcilnehincrn bei dem ^eichenbegängnisie unseres unvergesslichen Sohnes und für die zahlreichen Beweise der Theilnahme anlässlich des Hinscheidens desselben. ;3i Handlnngslchrling aus besserem Hause und mit guter Schulbildung witd sofort aufgenom men bei A. Kosör, Gcmischt-waarenhandlung in Franheiln, be» Kranichsftld. 317 Schöne Wohnung lnit 4 Ziinmer und Zngehör zu vermieten. 122 Schulgasse Nr. 2. Kleine Wohnung l'estchend ans Zimmer und Küche M vermieten. 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Derselbe muss gründliche Kenntnisse im Wein- und Obstbau besitzen, sowie in der Cultur! und Veredlung der amerikanischen Reben gut bewandert sein. Bevorzugt werden Absolventen einer Wein- oder Ackerbauschule. 32:^ Gesuche mit Zeugnis-Abschrift und Angabe der Geh^ltsonsprüche sind zu richten uuter „Wirthschafter" an die Verw. d. Blatte». LZit liiilllt'n in tinltl. wenn vrSm« vroUol» nicht alle Hautunreinigkeiten. als Sommersprossen, Leberflecke, Sonnenbrand, Mitesser, Nasenröthe :c. beseitigt u. den Teint bis ins Alter blendend weiß und jugendfrisch erhält. Keine Schminke. Preis 60 kr. Man verlange ausdrücklich die „preisgekrönte Creme Grolich", da es wertlose Nachahmungen qibt. 1869 S»voi» SroUol» dazu gehörige Seife 40 kr. Vrolto^'» L»ir LlUko», daS beste Haarfärbemittel der Welt! bleifrei. fl. 1.— und fl. 2.—. »»UAtaspSt vroUod, Srü»o. Zuhaben in »»rdQrx bei La. Droguist. k spannende HtoveVen moderner Schriftkelrer kroch., in illustr. 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K0e!21 I,e»Ie ullä Sokviüoraool», vorm. k'rieär. Otto Liutsuis K. K. Kofvuchhandr«nk, I., Heinfattllralse 3. aller l.tmuvr l^sr >Ve1t desortzt und vervssrtlied Ingenieur Ll. l>unL8-<^0nstÄtiernnA, Cluster- unä ^ltuIcensc.Imtx-IießiZtrieruvj; in i^taaten Ve1t, Ilvrausgelier cler ,.Ii,c!ustrle unä I'IiiincIuQz;en'^ 9^^ '^isQ, I.. vradsQ 13. ""Vv ?'«^1ep!wll-^r. I'ele^rswm-^drei^se: ^Vii»u" Vis unübertroffen. ^ ecliter ^ereiuißter I-LvüklSkill H«n Al«»ß^vr ln HG^Ivn Von 6en sf-stsv meäioimsvksv ^utontstsu ßssprükt uacl «»-in?»' Vek-ilttullelilcelt v»»«!»!» auet» kür I!in<1er lieoov^sis empfoklev ma veroränst ia sllsv ^erisa k'älloli, in vslobsll 6el » in»' Iirttsti«iin« Ur»««! »n«t l onxe, Zkuitnlim« «! >» Vt i de?«'»« Ni initiun« «>es KUit»'»» ^vill. 1663 Vl»- »»» I ll. i'»t !^u dticommsn in ,isrtsI^riliz-Xit-^snIsKe: ^Vii-n, ll«'uinn»-kt Z. sovis iu äön meisten ^xMelren äsr österrsic'Qiscli-uQssArisclisll ^ou-lrelüs. II. üiisfdurg l^ei lierr?:: Z080f l). Ksnealsfi unä !(önig, ^potdeker. UL «» IiüiiII'8 8«>cl!ik-?ulvki' DW^ wenn Lvtisckte! unll Melles ?ulver.^. Zlloll'» geliut^marlls uncl Ontörsolirift MloU'« A«tüNtr-?u1vsr «iu^l für nlsitlrini^v vi u ttnülisrlrestlioliL« von 6en ^VIuz?vll kli^ftißs^iiciei' unU äis Vi^sdau'^NAkitkktiAkvit ptei-xernävr ^Virilunze unc! als mil^» atttiiisenrlss I^liKvI Ltuklvsrgtopfun^ allen (Il-ttstisotisu I^nrxativ», t'iIlLn, !jlUvr>vii»sorn etv. voriiusivkt'll ?rvis ü«r 0r1xtQ»1-SoIi»oIit«1 I a. ^ aus der Äu^stellunz f. u ^/trankenpfl. j. Ztiittstar: ^ »aki'iint, ist nacl> u. durch »auscndc vs» ?ai!kic<>r>^n>,?i. s>llc,tannt. das «inligs «»istii'snös. «irltliek i-e«»« u. unkvnkäl. fttitto!. v» ! L l^uicn u. .i^'errc» cmni vollen u. llppinen m erucl»n. l>. AusiaNsn rrr wie 8vkuppvndUl>uni sofort ;u b^leUiiien; nuct, dus. schoi, v. j.uig. Herren eincn lirRN. Lvknun^kisrl. ^'^arantie f. Lrsol^ sowie Unichiidiicbteit. Tiegel!^<>Kr..d. Posivers- od.Nachn. ölr. und »»rtt«, SW «2. « Olo üur Nervi tunz eiliv» Ilr»s-! tlg»n u. 9»>un,»,n ^ ni)tkixen Sut»-stsn-ev Nskvit! o^n« 2ueker! für 0«5t«rrt!lek k 2.— „ veutselllim«! „ ^ !».« vollstttnölg »uikslekenil ru 1S0 t.Itc, Apoiyeker Kartmann,-Sttckborn, Hemmenhofen, Schweiz Baden. Vor «oklvckten Kzckzkmungon ,»„«1 I »usllslicltllck gesamt! nnil t'rttilC" XU Olon>^ten Vorksak vom K. K. ^IlnlKtei lam Ilvn-j »»»Ur. v^uraldei s, »«»rtln Sct>«i6d»ek. ^ t». kileäerlaxell ^ Iahrliarten und Arachtscheine lvöuizl kvigiseke ?c>stäam^t6r äer vßl StzHp nItS vov ^Qt'«^srpsii Zirsict vaed Xe^-Vvllc unci ?Iii1a(1oIp1tia Ooue. vvi» 6er tiolten Ic. Ic. Ossterr. Ii«^^ieruv^. li>3 ^usilunkt erit^eilt lieroitviUixst äis in HU'it»«, IV^., >Ve)lilifixerßa88s 17. llordaduz^'s ?üs.Q2si»-I!xtraot !>?»»' i»Li>r»v»t'vvvt» unü L».l2 'st ein ni^mentlil^li gl» kclnttk'r^. «tillvnäs Linreitiunsk t)^i silit^ilt-rrk^is» n uini lj»"» »lultneu I«'vlAsn von I<«ItunLign Volkgmitlsl von unti n«»rvt»n^'»ttiCvnVlrK'inx. ?rvt» üsr p1ou»dtrt0Q OrixiQ»M»»oI»o A. —.SO. Ilol? - IilWäv7Asssr. ./^uk Last» von »»Uoz^1»»ureo» Ika-tro» dvruliv»ü. litii t!l^lioli«'r ^lutuIrt-iri'LUNfi^ >i6«s»n6''r« für Kinäsi' ^t-tlon .-Alters ttliä d^rxv»e!i!lv»»s, «ielwrt ciitZb«» ^In^«elotiv mit l^l)I^t.'s Tokut^marke unl! Untersokrift verseilen sinlt. rc?.- Löviz. i«! Lsräa^s, U. ^orls. (Z.LrLiZek. sülli: Uiuiinl'aellL , .1. l^»>j,t>?t?elllii>>c>tl». .1 ucl t? ii l>i>l'^: /X. i>< liill«'i', ^jmtli. I^ilittt'l t'ell^I: KI. I'otl.'^u: l^aci-l(ei 8t>ul^': i^lax l.l'Vil'r, ^jn'lli. Für.ileusiauteil. Keno-tilltioneil l'ls.emBektt lsa-; vZtäsutLcds VerZsnllKösekäft Lu8tav 8e!!lei8jnsz, öl-omdei^g ^ Xa.ture11ts.psteu von S Zii-. a^v, VolÄtr^potvn „ 10 „ „ vodvUl»-, Vs^uktv-, S»oivavt-, SotÄvl»-, ^vÄor- u. I.av!ctaz»vtvQ i» «l' n gro88art. 8l:tiiin8ten, neuesten l^ustern, uul' sotivveron papieren uiicl gutem liruek. iiililn !ii!>» l'-i^l tk^n lt'ielü «lu illl iiut'. >Vnn!-(Il ül»eii»ll!iin tl.'^nt.» I>iv ili ^'!inx !)t?utiit Iiliuul s» I>«'i' llc'I!<' l.'» Il't.'>1. iiacil (^stjtenoi, li ^verden i^»'r l'dst iu 5' I'vtiwlert. unci In.'trü^'t (!»!> l'oll» lnL xm n'eltesi«'n l'.nt-ti'l'nuni? NU1' -i'» l^c1mkcn und '.vlUx^kctn fnsct) cznftrctcn oder p.'iiedisä' ivicdclk.drcn, bl^sl n-? deiv^it^rt l)cit, di^se sewi^' auch nervöse Schmerzen lindert uni^ beseitil^t und c,,ts?>.'idcni vcl.l'cnd und stärkend ans die Muskulatur einlvirkt. -Mz ?rvia : I Flacoii grün emblillivt! 1 sl.: 1 Fllicon ltärkerer Sorte (losci embtiltilt« l fs. .'<> kr., per Post füi-1 — Fkn-ou^' Nr. nlchv für EuibaNage. SN" Nur echt mit nebeitfteliender Schntzmarte? Central Velscndnncis-Dcpet fiir ^ic Provinzen: Apotliöl2ebruar 1892. Die Bereinsleitung. Z. 1^43 Vdikt 316 Vom k. k. Bezirksgerichte Gonobitz als Abhandlungsinstanz nach dem in Gonobitz verstorbenen Hauptpfarrer und Dechant Herrn Franz Mikus wird bekannt gemacht, es sei in die freiwillige gerititliche Vcr-Äußerung der in den Verlas; desselben gehörigen Fahrnisse, als: Biehstand, Heu, Stroh, Getreide, Weinvorräthe, Einrichtungsstücke zc. gewilliget und die Tagsatzung zur Vornahme derselben auf den 7. März l892 und nöthigenfalls auf die darauf folgenden Tage jedesmal von 9—12 Uhr vor- und von 2—5 Uhr nachmittags im Pfarrhoft anberaumt worden, wobei die Fahrnisse nur um oder über den Schätzwert gegen sogleiche Be> zahlung und Hinwcgschaffung hintangegeben werden. Am 7. März wird mit der Veräußerung des Viehstande«, Pferde zc. begonnen werden, in den darauffolgenden Tagen kommen die anderweitigen Fahrnisse zur Veräußerung. K. k. Bezirksgericht Gonobitz, am 28. Februar 1892. Der k. k. Bezirksrichter. s yMilöSt ITvUiQxvrstrssss 24 ^ödel» L'ritllspvrt, Ilslzörsisälun^sn 123 mit tlltsllt-^öbeltrknsportvä^sQ aut in 6er Ltaät uv6 v«ek »Ilen Ortsv per nn6 8tra88s. 8pöllitlon8-Ls8vkSit, lilvdvl-i^inlagvi'ung. Div VVußen ver<^vll ttuoli olmv KvZpsnvunk «UZkelisIieu. xosuokt. 28» Ein erstes Jmporthaus Deutschlands wiwscht jetzt und laufend pro Ernte IW2, grob und fein gestampfte Fichtenlohe direct vom Producente»» in successiven Lieferungen, aber nur in bester und gesunder Qualität per comptant zu kaufen und erbittet sich Proben nnd billigste Preise frei Ver^ ladungs-Bahnstation sub Ik. KS2 an ltuüolt Ho»»«, Ll»wl»urx. I' 8AKoi'6r ^ öisska.1k aul Wersk- Wien. IV. ^avoi'iienstk'ssseA. ' sstzi'ilc-ki'unn'/Ll». ^^er^billigster.^ekÄlizerliraiiner /um 8ckut?k gegen fsulnisL. 8ck>vsmm u.Verv/ittei'uno. ^ U "'S -'S. «» zs» .A. SS 3 XZZI! ZI! ZI! ZI! ZI! ZI! ZI! Z! ZI! ZI! ZI! ZI! ZI! ZI! Die Ilntkr^siednetev gekvn kiernait allen Verwanätsn, si'rsuvävv unä l^elcannten 6io sijr sie Iiöekgt betriiben<1s Xaekriekt von liem llinsekei^en i1^rv8 invigst^eliedten, unver-gesZliekev Lolives, öru6srs, 8ekvsßer8 un6 Onlcels, 6e3 Herrn vouüiRilr?s.IosIrKi»i >r. Ir. velol^er nsell lanßsro sedvereo I^e!6en, ver3e1)sn mit 6ev dl. Lterdesacrüweutev, l^euto 2 morZenL in geinem 26. I^sden8^'ttl»rs 8avfd entscliaten ist. Nie iräiLeks Uiille 6e8 tkeuerev Verbliel^eiien virä k'reitsx <1eu 4. >lZr/. um dg.Ib 3 likr »»clilll. im 1'rsusr!)au8e, öurßgs88v 34, feierlicll eingesegnet uvä so^^l'n aut' siem 3tjL6t. I'rieclkosv 2ur ewigen liuks bs8tattot. l)u.3 Iii. lit»<^uiöln vir6 Lamstag lien 5. um 10 ^kr ir^ 6er Domicireks gelesen. >f»r1>urg, am 2. 1ki92. Qottk^ivü Xet», vowliRtle I'a^IvskiQi, RuÄolt ^oriuxvr, ü^aininloz^oi'meist.vi' uiul ItiMülivsil/«»', Zek^äger. Xu»»1tv rs-leNlrtui, Altern. I«»rts Xet», rige Stämme mit .^-5 C,'ntm. im Durchmesser folgender Sorten: Edcl-Borss orfer, En^il. W. Gold' Parmäne, graue Herdst-ReinUte, Ä>iaschanzker steinscher, Canada-Neinclte, Harderts Neinettc, C^n' melitcr-Neiuette, ^ros^c Casscler Rünette. Siebcnbürger Taffct--apfel, Salzl'nrger Birn, Startmanns W B. B., Espcrens Bcr qoniolte, St. (^erinain, zun, Preise pro ^tür? fl. b W., einzeln per St. kr. ucbst billigster Berechnung der Verpackung. Sa.s.tk»rboLknel< St. Leonhard b. Marburg. Weuzel Görlich, Schuhmacher, gibt allen Freunden und Bekannten die tiefbetrübende Nachricht von dein Ableben seiner innigstgeliebten Gattin Thcrcsta Görlich gci. Marko, welche nach langer, schmerzlicher Krankheit, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, ain 1. März um 1 Uhr mittags im 40. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abberufen wnrte. Das Leichenbegängnis dcr ttieueren Dahingeschiedenen findet Donnerstag den 3. d. um 2 Uhr von dcr städtischen Leichenhalle aus statt. Die heil. Seelenmesse wird Freitag den 4. März nm 10 Uhr in der Domkirche gelesen. Marburg, am 1. März 18^2. Die k'eriulveldinliung äeutselwr l^lciclrsekülor ili Dntersteiermark „(Germania" gikt tuemit allen L. 1^., k^. N., ». II., n. H. und i. IZ., i. I^. die traurige t^acUrieW, class ikr Uel)er i. L. llominilc fals8kin> Ii. Ic. l'oKl-^ssistent^ am 2. >15lr?. a. c. in Marburg vesel^iellen ist. Nor ^>auersalainanl1er ^virä lien 7. ^liirx in Kra?. aus der Xneipe gerieten ^Verden. I. <1. k. c:. Mtl. «»ttor k'täueii: wö. t1/.. X ll.. XXX Zllk Anskliirung! Von meineln ehemaligen Gehisen Josef Götschl.wird das Gerücht verbreitet, ich sei demselben 4000 fl. schuldig, waS eine gemeine Lüge ist, da ich ihm nichts, er mir ta.^egen einen ziemlich bedeutenten Betrag an geliehenem Bargeld und Verköstigung sclnloet. 329 K. Wurnig. Haus- nnd Rcalitäten-Berkans. 318 Eine halbe Stunde von der Pfarrrkirche St. Jakob, Windisch-Bühcln, ist ein Haus, gemauert, mit doppeltem Ziegeldach, schönem gewölbten Keller, bestehend aus 2 Zimmer. 1 Cabinet, Sparherdküche, Breunkessel, schöne Wirtschaftsgebäude, große Presse, cirka 8 Joch guten Grund-stücken mit Feld, Wald und großem Obstgarten, sogleich prciswürdig aus freier Hand zn verkaufen. Auskünfte ertheilt der Eigeuthümer Alois Zach i» Oberklappenbcrg 44, letzte Post Pöhnltz. Wasserfreies Weingeläger und 2084 kauft jedes Quantum Ii., '^issor, ltfi niu^r« i Kötsch bei Akarburg. Verantwortlicher Schriftleiter: Hans Kordon. - Herausgabe,'Druck und Verlag von Ed. Janschitz Nfg. (L. Kralik) in Marburg.