B ht. um ren Bezugspreise Für Österreich-Ungarn ganzjährig K 4 — halbjährig K 2 — Für Amerika: ganzjährig D. 1 25 Für das übrige Ausland ganzjährig K 5'20 Briefe ohne Unterschrift werden nicht berücksichtigt, Manuskripte nicht zurückgesendet. Gsttsiheer Me Erscheint mit einer illustrierten Beilage ,,IDanbennappe/z am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die Derwaktung des Hottscheer Moten in Gottschee, Hauptplatz 9ir. 87. Berichte sind zu senden an die Schristkeitung des Hottscheer Moten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes, übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott» scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. Verschleißstelle: Schul-gasse Nr. 75. Wr. 22. Kottschee, am 19. Wovemöer 1909. Jahrgang VI. Die Ankaufsgenojsenschast der liberalen Lauern-partei in Gottschee. Wie sich doch die Zeiten ändern! Es ist gut, wenn man sich alte Sachen zur Erinnerung aufhebt, inan kann sie gelegentlich wieder brauchen. Als wir diesertage in unseren Papieren blätterten, kam uns ein Aufruf der Liberalen in die Hand, der wie eine pharisäische Predigt mit Amen schließt. Unterschrieben sind „Die deuischen Männer vom 23. Jänner" (1907), also eine teure Reliquie aus dem Jahre des heißen Wahlkampfes! In diesem Schriftstücke wird weidlich über den Bauernbund und die Christlichsozialen geschimpft. Sie stören die Eintracht, heißt es da, sie säen Zwietracht unter Bürger, Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende und Arbeiter. Der Bauernbund werde die Bauern auf den Hund bringen, und was dergleichen anmutige Stilblüten mehr sind. Dann liest man weiter: „Sie (nämlich die Christlichsozialen) wollen Konsumvereine gründen, um den kleinen Gewerbetreibenden und Geschäftsmann ganz zu vernichten, wie es überall der Fall, wo solche entstehen. In Reifnitz und Niederdorf z. B. sind mehrere solcher kleiner Geschäftsleute zugrunde gegangen, ohne daß dadurch dem Bauer geholfen gewesen wäre." Die Christlichsozialen in Gottschee haben es bekanntlich unterlassen, Konsumvereine zu gründen, sie haben die Gründung solcher Vereine von Anfang an nicht in ihr Programm ausgenommen, weil sie einerseits einen Teil ihrer Mitbürger und Landesgenossen nicht schädigen wollten, andererseits genau wußten, daß sich Konsumvereine nur in größeren Städten gut halten und gedeihen, während sie in kleineren Landstädten, Märkten und Dörfern, wo der Absatz zu klein ist und auch ein tüchtiger Geschäftsleiter sehr schwer zu bekommen ist, nach einem scheinbar hoffnungsvollen,^versprechenden Anlaufe in der Regel nur zu bald dem finanziellen Siechtum anheimfallen und entweder mit der Liquidation enden oder gar mit einem Konkurse eines unrühmlichen Todes sterben. Und was soll nun in Gottschee geschehen? Man traut kaum seinen Ohren, wenn man hört, daß dieselben Männer, die im Jahre 1907 die Konsumvereine so schrecklich verurteilten, als den Ruin der Gewerbetreibenden und Geschäftsleute hinstellten und als ein von den Christlichsozialen geplantes Verbrechen in Grund und Boden verdammten, nunmehr selbst einen Konsumverein ins Leben rufen I Die neugegründete liberale Bauernpartei liegt nämlich jetzt in schweren Geburtswehen. Zuerst gab's ein paar Totgeburten. Mit den projektierten Molkereien und Käsereien war's nämlich nichts, weil es bei uns bekanntlich an dem Hauptgegenstande hiefür, an der nötigen Menge Milch, fehlt. Auch „freiheitliche" Raiffeisenkassen wurden angekündet von Leuten, die srüher im Schimpfen über „parteipolitische" Kassen sich nie genug tun konnten. Zur Führung solcher Kassen gehört aber vor allem uneigennützige Hingebung fürs Gemeinwohl. Da dürfte bei der liberalen Bauernpartei wohl stark Mangel an Männern sein! Die Flunkerei mit der Viehversicherung hat man ebenfalls bald selbst fallen gelassen und an die Möglichkeit der Gründung einer Agrarbank (I) in Gottschee glaubt im Schöße der liberalen Bauernpartei wohl selbst kein Einsichtsvoller. Woher sollten auch die Mittel kommen? Da müßte man früher die Rockefeller, Vanderbilts und Rothschilds zwangsweise feit. ge- rillt und clfaet ung Aus der Aranzosenzeit. Wie es in jener Zeit den Höertoschinern erging. In den Erinnerungen, welche sich bis auf den heutigen Tag bei den Lvschinern über das Jahr 1809 erhalten haben, spielt der am 26. März 1876 im Alter von 88 Jahren verstorbene Inwohner Josef Fink aus Neuloschin Nr. 8 eine Hauptrolle. Gebürtig war er aus Oberloschin (Lobern). Als 1809 auch in Krain der Landsturm Aufgeboten wurde, trug sich Fink — er war damals ein Bursche von 19 Jahren — und ein anderer Oberloschiner Johann Kren an, die Aufrufe zum Landsturm unter das Volk hinauszutragen. Da hieß es aber auf der Hut sein, denn die Franzosen waren strenge Leute. Eines Tages HieU sich Fink, so erzählte er später oft, mit seinem Genossen gerade bei „Michitsch Franzein" in Gottschee (wo gegenwärtig das Koscher'sche Haus steht) auf, als es plötzlich hieß: Die Franzosen kommen! Um ihnen wcht in die Hände zu fallen, liefen Fink und Kren eiligst über die untere Brücke zu den Meierhöfen und von hier zum „Meschna-michel" (jetzt Brauhaus), wo sie ihre Pferde hatten. Dort fanden sie mehrere Bauern, die am selben Tage einen Franzosen gefangen, erschlagen und im Tratten heimlich begraben hatten. Einer davon von Koflern soll dem Franzoseil sogar einen Finger abgeschnitten haben, um des kostbaren Ringes habhaft zu werden, den der Franzose trug. Bemerkt sei, daß nicht nur in diesem Falle und nicht nur in Gottschee, sondern auch anderwärts die erschlagenen Franzosen still bei Seite geschafft wurden, weshalb auch die Sterbe-matričen solche Fälle nicht verzeichnet haben. Die Franzosen sollen es mit den erschossenen Kramern ähnlich gemacht haben. Aus Furcht vor der Rache der Franzosen flüchteten damals viele in die „Frauengrotte" und „das weite Loch". Mehrere Windischdorfer sollen sich imt ihren Kindern bis zur „großen Mauer" hinauf geflüchtet haben. In Oberloschin wollten die Franzosen vor allem den damaligen Unterrichter Jonke auf Nr. 7 unschädlich machen, da er als großer Gegner der Fremdherrschaft bekannt war. Eine Abteilung Soldaten erhielt den Auftrag, ihn gefangen zu nehmen. Jonke flüchtete sich, doch die gerade herrschende Überschwemmung wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden. Da er keine Stelle finden konnte, um über das Wasser hinüber zu kommen, warf er in höchster Not nur seinen Hut ins Wasser; dann versteckte er sich abseits im Gebüsch. Dle Franzosen, welche ihn zuerst im Dorfe, dann außerhalb desselben suchten, glaubten, als sie den Hut im Wasser erblickten, Jonke sei ins Wasser gesprungen und ertrunken. Sie marschierten hierauf gegen r nach Tottschee verpflanzen, um das notwendige Kleingeld zusammenzubekommen. Auch die Agrarbank war also nichts weiter als eine schillernde Seifenblase, die sofort platzte. Es wäre nun wohl eine zu große Schande für die freiheitliche Mama Bauernpartei, wenn sie nach so vielen kläglichen Totgeburten nicht endlich doch eine Lebendgeburt aufzuweisen hätte, und wäre der Sprößling auch noch so hinfällig und lebensschwach. Die Wehen haben sich nun wirklich eingestellt, Papa (aber wider Willen, ja mit Protest!) ist die Filiale der Landwirtschaftsgesellschaft, Hebamme der Sekretär dieser Filiale, glücksstrahlende Mutter die „Deutsche Bauernpartei"! Das Kindlein, nennt sich „landwirtschaftlicher Ankaufsverein" und soll seinen Geburtstag am 1. Jänner 1910 feiern. Der hoffnungsvolle Sprößling der liberalen Bauernpartei hat aber eigentlich keinen richtigen Namen, sondern einen irreführenden Decknamen. Landwirtschaftlicher Ankaufsverein! Da denkt man doch eigentlich nur an Sämereien, landwirtschaftliche Geräte, Kraft-Futtermittel, Feldfrüchte, Obst, Eier, Milch, Milchprodukte und dergleichen. Aber die Statuten des Ankaufsvereines belehren uns eines anderen. Nach diesen können Verbrauchsartikel jeder Art geführt werden, also auch Spezerei- und Kolonialwaren, geistige Getränke in geschlossenen Gefäßen, Viktualien, ja sogar auch Manufakturware, fertige Kleider und Schuhe usw. usw., falls dies nämlich der Vereinsvorstand beschließt. Vorderhand wird man, wie verlautet, neben landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln im engeren Sinne des Wortes hauptsächlich Viktualien, Spezerei- und Kolonialwaren und dergl. führen. Auch der Verkauf von Maierler Wein soll beabsichtigt sein. Jedenfalls ist kein Zweifel, daß der sogenannte landwirtschaftliche Ankaufsverein tatsächlich nichts anderes ist als ein Konsumverein. Die Gründe, die bei der Gründung des Ankaufs- oder Konsumvereines bestimmend waren, schienen nicht ganz lauterer Natur zu sein. Es handelt sich nämlich nicht nur und nicht einzig und allein darum, in den Zeiten der Teuerung den Konsumenten zu Hilfe zu kommen, sondern offenbar darum, an der Stadt Rache dafür zu nehmen, daß sie sich nicht dazu bequemen wollte, dem in Mitterdorf und Mösel von der liberalen Bauernpartei aufgestellten Geßlerhute die verlangte Reverenz zu bezeugen. Der Konsumverein wird eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung sein; die Geschäftsanteile sind auf 20 Kronen festgesetzt. Wer also z. B. fünf Geschäftsanteile zeichnet, haftet im ganzen mit 200 Kronen. Und die Aussichten, die der Konsumverein hat? Eine große Schwierigkeit besteht schon darin, daß er auf einen ungemein heftigen Konkurrenzkampf mit leistungsfähigen und gut fundierten Handelsgeschäften gefaßt sein muß, dem er auf die Länge kaum gewachsen Reifnitz zu. Die Loschiner aber taten sich zusammen und verfolgten die feindliche Abteilung, die nicht zahlreich war und recht heruntergekommen aussah; man bemerkte französische Soldaten, deren Füße nur in Stiefelröhren steckten, die Absätze hatten sie auf den langen Märschen schon eingebüßt. Am Schweineberge machten die Loschiner einen Franzosen nieder und begruben ihn an einer Stelle, die noch heute sichtbar ist. Die Reifnitzer, welche hinter dem Schweineberge warteten, streckten gleichfalls mehrere Franzosen nieder. Und was war aus Fink geworden? Ihn erwischten die Franzosen nicht, wohl aber erwischte er sie. Nach zwei Jahren kam er nämlich zum Militär und kämpfte als österreichischer Soldat wacker in der denkwürdigen Völkerschlacht bei Leipzig, wo die Franzosen aufs Haupt geschlagen und die Völker Europas wieder frei wurden. Für sein wackeres Verhalten bei Leipzig wurde Fink ausgezeichnet. Im Sterbebuche findet sich nämlich nach Anmerkung seines Todes noch folgendes beigefügt: „Er kämpfte 1813 in der Schlacht bei Leipzig und erhielt das Kanonenkreuz." Vierzehn Jahre hatte er dem Kaiser gedient, war dann heimgekehrt, verheiratete sich und beschloß in ärmlichen Verhältnissen als 88 jähriger Greis sein Leben. sein wird. Da die Jahresregie des Vereines (Besoldung des Geschäftsleiters und der Bediensteten, Mietzins für das Geschäftslokal usw.) kaum Unter 4000 Kronen angesetzt werden darf, so wird sich hienach auch der Aufschlag auf die Einkaufspreise der Waren richten müssen, zumal wenn man auch einen Reservefond erübrigen und Dividenden zahlen will. Auch die Mitglieder des Vorstandes werden nicht immer unentgeltlich arbeiten wollen. Im übrigen kommt alles auf den Geschäfsleiter an. Gerade an diesem Punkte sind die meisten Konsumvereine auf dem Lande schließlich gescheitert. Ein wirklich tüchtiger und geschäftskundiger Geschäftsleiter ist schwer zu finden und will auch ordentlich bezahlt sein. Mit irgendeinem ausrangierten Commis oder verkrachten Kaufmanne, der es vielleicht nicht einmal mit der Ehrlichkeit genau nimmt, sich von Handelsreisenden bestechen läßt u. dergl., ist aber einem Konsumvereine schlecht gedient. Da steht in wenigen Jahren unfehlbar der Konkurs vor der Türe. Das war ja auch das Schicksal der meisten bereits eingegangenen Konsumvereine in Kraut. Dazu kommt noch der schwerfällige Apparat solcher Vereine. Drei Vorstandsmitglieder und fünf Mitglieder des Aufsichtsrates haben drein zu reden. Wie leicht kann da Uneinigkeit, Zank und Streit entstehen, der dem Gedeihen des Geschäftes abträglich ist! Wir äußern diese Bedenken aus sachlichen Gründen, nicht etwa darum, um den Geschäftsleuten zu Hilfe zu kommen. Es fällt uns nicht im Traume ein, irgendeinen Handelsmann in Schutz zu nehmen, der seine Geschäftskunden überhält, schnürt und ausbeutet. Das sei ferne! Gegen den legitimen und soliden Handel läßt sich aber andererseits nichts einwenden; die Wirtschaftsgeschichte der Menschheit, die auf Taufende von Jahren zurückblickt, beweist, daß der Handel nicht entbehrt werden kann. Sollte übrigens infolge des zu erwartenden Konkurrenzkampfes, wenigstens vorübergehend, eine Verbilligung der Warenpreise in Gottschee eintreten, so würden wir dies im Interesse der Konsumenten selbstverständlich nur begrüßen. Wir sind auch durchaus nicht etwa Gegner der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbewegung, sondern im Gegenteil aufrichtige und warme Freunde derselben. Nur durch eine durchgreifende Organisation kann die Landwirtschaft sich zu einem Faktor gestalten, mit dem gerechnet werden muß. Wir halten es aber für ganz verkehrt, wenn die landwirtschaftliche Genossenschaftsbewegung in Gottschee liberalerseits mit einer wenig aussichtsvollen Trutzgründung einsetzt, die einer sehr zweifelhaften Zukunft entgegengeht und das ruhige, einträchtige Nebeneinanderleben der Stände beeinträchtigt. Es wäre besser gewesen, mit Viehzuchtgenossenschaften, Weidegenossenschaften u. dergl. zu beginnen. Erst wenn unsere Landwirtschaft einmal erstarkt ist, kann sie sich noch weitere und höhere Ziele setzen (Vieh-verwertungsgenossenschaften u. dergl.), die aber nicht den Kampf mit anderen Erwerbskreisen zur Voraussetzung haben müssen. Es ist unbedingt ein Fehler, daß die gegenwärtig ohnehin noch schwache Landwirtschaft in Gottschee von der liberalen Bauernpartei zu einem voraussichtlich aussichtslosen Kampfe mit der Stadt und den städtischen Erwerbskreisen gedrängt wird. Hiedurch wird die an sich sehr löbliche Genossenschaftsbewegung nur kompromittiert. Ungeschicklichkeit und Gehässigkeit werden es, wie es scheint, bei uns leider zustande bringen, daß die bäuerliche Genossenschaftsbewegung von Anfang an auf eine schiefe Bahn gelenkt und so der förderlichen Sympathien einflußreicher Kreise beraubt wird. Zum 400 jährigen Jubiläum der Pfarre Mosel. Ein geschichtlicher Rückblick von Pfarrer Josef Erker. (Fortsetzung.) Bevor wir die Geschichte der Pfarre Mösel weiter verfolgen und zur Besprechung der Filialkirchen übergehen, müssen wir kurz eines Mannes gedenken, der es verdient, daß sein Name der Vergessenheit entrissen werde. Dieser Mann ist der am 28. Juni 1752 im Alter von siebzig Jahren zu Mösel verstorbene Matthias Lackner. Von ihm heißt es, daß er zwanzig Jahre Vorsteher von Mosel und ein hervorragender Wohltäter der Kirchen, besonders N5 der Pfarrkirche war, weswegen an seinem Begräbnisse 13 Priester i° teilnahmen. Wahrscheinlich war er ein Bruder oder ein naher Ver- wandter jenes Paul Lackner, der in den Jahren 1725 und 1726 oni) Kaplan in Mosel war. Aus diesem Umstande ließe sich auch sein des ^hervorragender" Wohltätigkeitssinn gegenüber den Kirchen der 3m Pfarre erklären. Jedenfalls stammte er aus einem sehr angesehenen fem und wohlhabenden Hause in Mosel. Die Pfarre Mosel zählt vier Filialkirchen und ebensoviele " Kapellen, die Expositur Skrill nicht miteingerechnet. Die älteste eutl darunter dürfte die Kapelle zum heil. Blut nächst dem Pfarrorte m' Obermösel sein. Das im gotischen Stil gebaute Presbyterium ' i (Raum um den Hauptaltar) stammt aus dem Jahre 1586, das Schiff und der alte Turm sind jüngeren Alters. In diesem Turme f-ttr hing noch vor fünfundzwanzig Jahren ein kleines, ungefähr sechzig 1 Kilogramm schweres Glöcklein, welches ehedem in dem sogenannten a3u „Ursulabild", einer kleinen, außerhalb der Ortschaft Obermösel am Wege nach Schwarzenbach gelegenen Feldkapelle sich befand und die Jahreszahl 1580 und die Buchstaben M. E., d. h. Märt (Martin) ien' Edelmann (Name des Glockengießers in Laibach) trug. Als. dieser alte Turm im Jahre 1886 durch einen neuen ersetzt wurde, fiel !ia auch das mehr als 300 Jahre alte Glöcklein der Zerstörung an- heim; es wurde umgegossen, weil es keinen Hellen Klang mehr hatte. Im neuen Turme befinden sich derzeit zwei Glocken: eine größere ,|ei mit 384 kg zu Ehren des Hl. Blutes Christi, eine kleinere mit 185 kg ber zu Ehren des Hl. Antonius des Einsiedlers, beide im Jahre 1897 von Albert Samassa in Laibach gegossen. Der Hauptaltar wurde Del im Jahre 1870 renoviert und erhielt einen neuen Tabernakel und neue Statuen des hl. Antonius des Einsiedlers, der hl. Katharina und der hl. Margaretha. Die Seitenaltäre zu Ehren des hl. Josef und des hl. Antonius sind über zweihundert Jahre alt. Die Bänke wurden im Jahre 1897 neu gemacht. Warum wird diese Kapelle „Zum heiligen Blut" genannt? Wegen der plastischen Darstellung der Blutvergießung des Welt* 3a.S | erlösers. Am Hauptaltare befindet sich nämlich ein großes Holz- Inf I kreuz mit dem Bilde des Gekreuzigten, aus dessen Wunden Blut fließt, das ein zu den Füßen des Erlösers kniender Engel in einem f e Kelche auffängt. Die Blutstrahlen aus den Wunden an den Händen ^ und der Seiten werden versinnbildet durch rotangestrichene, zum ,?e' Kelche herabgebogene Holzstäbchen. Eine Sage, welche uns sowohl über den Ursprung als auch über die Benennung dieser „Blutkapelle" Aufschluß gibt und von Oberlehrer Wilhelm Tschinkel in seine ^ „Sagen aus Gottschee" ausgenommen worden ist, erzählt uns fol- gendes: „Als die Türken einst wieder in Gottschee einfielen und ^ raubend und mordend von Ort zu Ort zogen, ritten sie auch durch das hübsche Dorf Obermösel. An der Stelle, wo heute das schmucke 9m Kirchlein „heiligen Blut" steht, stürzten die Pferde plötzlich vor Ts einem Jüdischdoarn (Katzenbutendorn), der Blut schwitzte, auf die . «? Knie und wollten nicht von der Stelle. In ihrer Not gelobten die tl: Türken alljährlich einen halben Merling Gold zu senden, damit t davon eine Kapelle erbaut werde. Die Kapelle wurde gebaut, die . Türken aber sollen das versprochene Geld nicht geschickt haben, s Das ist kurz die Geschichte dieser Kapelle, die weit und breit als i° Wallfahrtsort bekannt ist und alljährlich von vielen Andächtigen, sogar aus Kroatien, besucht wird. , Die Ortschaft Reintal besitzt zwei Gotteshäuser, eme Dreifaltigkeitskirche und eine Schutzengelkapelle. Erste« mit gotischem Presbyterium ist die ältere, wie folgende Aufschrift auf dem Hauptaltar besagt: Hoc altare R. D. Joannes Hess una cum vitricibus Peter Springer Mert Knaphl totaque vicinitate ejusdem pagi fieri curavit anno 1647, d. h. „diesen Altar hat der hochiv. Herr Johann Heß mit den Kirchenpröpsten Peter Springer, Mert Knaphl 3en und mit der ganzen Nachbarschaft dieses Dorfes machen lassen ttn ur3 Jahre 1647." Ein Jahr später wurde ein neuer Seitenaltar zu ^ Ehren der Mutter Gottes errichtet, wie dessen schon stark schab- M hafte Inschrift verkündet: Hoc altare erectum est sub parocho er >er- wir ,en. irt- joanne Hess Herbipolense 1648, d. h. „dieser Altar ist errichtet worden unter Pfarrer Johann Heß aus Würzburg 1648." Die Aufschrift auf dem Seitenaltar des heil. Primns und Felizianus ist überstrichen. Der Eifer des Pfarrers Heß und die Opferwilligkeit der Reintaler war also außerordentlich groß. Letztere scheint sich auch auf die Nachkommen vererbt zu haben; denn diese bauten sich ein Jahrhundert später eine Kapelle zu Ehren der heil. Schutzengel, welche die Jahreszahl 1751 trägt. In dieser Kapelle ließen die Reintaler im Jahre 1875 einen neuen Altar errichten und in jüngster Zeit sind sie bemüht, bei derselben einen neuen Turm aufzuführen, zu dessen Bau sowohl Heimische als auch Ausgewanderte (Amerikaner) Beiträge leisten. —- Sehr alt ist die kleine Glocke der Dreifaltigkeitskirche, deren Inschrift lautet: Fusa sum in honorem s. jacobi Apostoli. Opus Caspari Franchi anno Domini 1698, d. h. „Gegossen bin ich zu Ehren des heil. Apostels Jakob. Ein Werk des Kaspar Franchi, 1698." Die an derselben angebrachten Bilder stellen den heil. Jakobus den Älteren mit dem Schwerte, den heil. Martinus und den heil. Laurentius dar. Die größere Glocke (Gewicht 254 Pfund)^ist anderthalb Jahrhundert jünger und gegossen von Anton Samassa im Jahre 1853. Bilder: Christus am Kreuze, die heil. Dreifaltigkeit. Die Schutzengelkapelle hat zwei Glocken, deren größere geschmückt ist mit den Bildern der heil. Apostel Petrus und Andreas, der heil, drei Könige und der Mutter Gottes, und durch eine lateinische Inschrift selbst verkündet, daß sie ein Werk des Laibacher Glockengießers Josef Samassa aus dem Jahre 1751 ist. Etwas älter ist die kleine Glocke, welche außer den Bildern der Apostelfürsten Petrus und Paulus und der Mutter Gottes mit der Bitte S. Maria ora pro nobis auch noch die rätselhaften Buchstaben O. j. A. S. L. und die Jahreszahl 1744 aufweist. Lediglich ihres hohen Alters wegen sei erwähnt die hölzerne Eingangstür dieser Kapelle, denn auf ihr steht die Jahreszahl 1788. — Seit 5. Juni 1887 hat die Ortschaft Reintal auch ihren eigenen Friedhof, auf dem als erster der 62jährige Johann Ruppe aus Reintal 32 begraben wurde. Die Gesetzentwürfe des kramischen Landtages über die Abänderung der Gemeindeordnung und Ge-ineindemahlordnung) über die Schnlauflicht und über die Landesbank. (Schluß.) In der Sitzung des Landtages am 15. Oktober d. I. gelangte der Bericht des Finanzausschusses und Ausschusses für Landes-unternehmungen über den Entwurf des Statutes für die LandesöauK zur Verhandlung. Der Motivenbericht des Abg. Mandelj betonte zunächst die Notwendigkeit der Landesbank mit Rücksicht auf den Realkredit. Im Jahre 1905 hätten die intabulierten Hypothekarschulden in Kram rund 150 Millionen Kronen betragen; im gleichen Jahre seien von den kramischen Sparkassen Hypothekardarlehen im Betrage von 61 Millionen Kronen ausgewiesen worden. Es entfielen also 89 Millionen auf solche Eintragungen, die aus Darlehen von Vorschußkassen und von Privatpersonen resultieren. Seit dem Jahre 1905 hätten sich die Verhältnisse nicht wesentlich geändert; daher sei wohl die Behauptung zulässig, daß nur zwei Fünftel der grundbücherlichen Jntabulationen auf Hypothekaranstalten, die restlichen drei Fünftel aber auf Vorschußkassen und Privatpersonen entfallen. Freilich könne nicht festgestellt werden, in welcher Höhe die eingetragenen Schuldenlasten bereits abgetragen worden seien; indessen dürften noch immer rund 59 Millionen auf Privatpersonen und Vorschußkassen entfallen. Hievon sei sicherlich die Hälfte gesund und nicht von zweiter Güte. Bei einer genügenden Kreditorganifation dürften sie den Hypothekaranstalten mit niedrigem Zinsfüße und nicht den Vorschußkassen und Privatpersonen zufallen, die höhere Zinsen verlangen. Aus diesen Verhältnissen ergebe sich die Tatsache, daß die Organisation des Kredites für Grundstücke nicht entsprechend sei. Es müsse ein Geldinstitut errichtet werden, das in erster Reihe die Interessen der Hypothekarschuldner wahren und die Vorteile des Geldmarktes ausnützen würde, was nur mit Hilfe des Landes möglich sei. Ein zweiter Grund für die Errichtung der Landesbank liege darin, daß eine Reform des bäuerlichen Realkredites angebahnt werden müsse. Die grundbücherlichen Schulden in Kram betrugen im Jahre 1892 rund 120 Millionen und im Jahre 1907 bereits 168 Millionen Kronen. Es müsse also an die Reform des Realkredites gedacht werden. Herrenhausmitglied Dr. von Grabmayer bemerkte zur Frage der Kreditorganisation in seinem 1908 erstatteten Berichte: „Die oberste Voraussetzung des neuen Kreditrechtes ist der vollendete Ausbau einer gemeinwirtschaftlichen Kreditorganisation, welche der Landwirtschaft den nötigen Kredit in passender Form und zu billigsten Bedingungen bietet. In einigen österreichischen Ländern ist "diese Organisation schon zu hoher Vollendung gediehen, in anderen ist sie erst von Grund aus zu schaffen. Für den Bereich der hypothekarischen Belehnung des landwirtschaftlichen Bodens gebührt den Landeshypothekenaustalteu, ohne daß anderen Kreditinstituten die freie Konkurrenz verwehrt würde, die führende Rolle." — Noch dringender als bei Hypothekardarlehen mache sich der Mangel eines Landesgeldinstitutes bei zahlreichen öffentlichen Erfordernissen des Landes, der Gemeinden und anderer Korporationen fühlbar. Die Landesbank müßte zudem die Jntereffen des Gewerbe- und des -Handelsstandes fördern sowie anderen Geldinstituten im Lande eine materielle Stütze bieten, was durch die Einbeziehung der Kommerziellgeschäfte geschehen könnte. Im übrigen sei diese letztere Seite auf Krain sowie auf unriskante Geschäfte eingeschränkt. Trotz der gegenwärtigen ungünstigen Kurse bei Pfandscheinen und Obligationen der verschiedenen Landesemissionsinstitute dürfen sich Hypothekardarlehen bei der Landesbauk nicht teurer, eher billiger als bei den jetzigen Verhältnissen in Krain stellen. Die Garantie des Landes werde, da die Bank wie anderswo auch bei uns Reserven sammeln werde, für den Landesfonds ohne Bedeutung, für den Kredit der Bank sowie für die Kurse der Wertpapiere aber sehr wertvoll bleiben. An der Debatte beteiligten sich Abg. Freiherr von Schwegel, der ein vorsichtiges Gebaren anempfahl und etliche Abänderungen vorschlug, Abg. Dr. Krek, Abg. Dr. Lampe und Abg. Dr. Triller. Das Statut wurde unter Ablehnung der Abänderungsanträge in allen drei Lesungen angenommen. Nach diesem Statut umfaßt der Wirkungskreis der zu gründenden „Krainischen Landesbank" („Kranjska deželna banka“): a) Die Gewährung von Darlehen an den Staat, das Land Krain sowie au die Gemeinden und die mit dem Umlagerechte ausgestatteten öffentlichen Korporationen im Lande sowie die zessionsweise Übernahme solcher Forderungen (Kommunaldarlehen); b) die Gewährung von Darlehen zu Meliorationszwecken an Einzel- und Kollektivpersonen in Krain sowie die zessionsweise Übernahme solcher Forderungen (Meliorationsdarlehen); c) die Gewährung von Darlehen an Eisenbahnen niederer Ordnung (Lokalbahnen, Vizinalbahnen, Schlepp. Bahnen, elektrische Bahnen, Drahtseilbahnen, Tramways n. dergl.) in Krain, die zessionsweise Übernahme der ans solchen Darlehen herrührenden Forderungen (Eisenbahndarlehen), sowie die Erwerbung von Obligationen etwaiger Landeseisenbahnanlehen des Herzogtums Krain und von Prioritätsobligationen und Aktien privater Unternehmungen von Eisenbahnen niederer Ordnung, deren Verzinsung und Tilgung durch die Erträgnisgarantie des Staates oder des Landes ausreichend sichergestellt sind; d) die Gewährung von Hypothekardarlehen sowie die zessionsweise Übernahme von Forderungen dieser Art; e) die Ausgabe von Kommunal-, Meliorationsund Eisenbahnschnldverschreibnngeu sowie von Pfandbriefen auf Grund der unter a, b, c und d erwähnten Darlehen und der unter c erwähnten Wertpapiere; f) die Gewährung von Darlehen an Bau- j und Transportunternehmungen, dann an akkreditierte Aktiengesellschaften sowie die zessionsweise Übernahme von Forderungen dieser Art; g) die Errichtung und den Betrieb von öffentlichen Lagerhäusern, die Ausgabe von Lagerscheinen im Rahmen der geltenden Gesetze und auf Grund der in den speziellen Fällen zu erwirkenden Konzessionen; h) die Belehnung von Wertpapieren (Lombardgeschäft), soweit dieselben vom Lanve Krain oder von einer Gemeinde in Krain ausgegeben oder gemäß § 7 des Gesetzes vom 19. November 1887, R. G. Bl. Nr. 133, zur Verpfändung bei der Postsparkasse zugelassen sind; i) die Eskomptieruug und Reeskomptierung von Wechseln und Devisen mit der im § 12 gegebenen Einschränkung, von verlosten pupillarsichereu Werten, insbesondere von verlosten Staats- und Landesschuldverschreibungen oder Pfandbriefen, oder Schuldverschreibungen der Landeskreditanstalten der österreichisch-ungarischen Monarchie und von Coupons solcher Schuldverschreibungen; k) das Giro- und Kontokorrentgeschäft, den Kauf und Verkauf von Wertpapieren für fremde Rechnung, für eigene Rechnung, aber nur von pupillarsichereu Papieren eigener und fremder Emission, wie von eigenen Fondsschuldverschreibungen (§ 22); 1) die Entgegennahme von Geldeinlagen gegen Einlagsbüchel und verzinsliche Kassenscheine oder in laufende Rechnung; m) die Annahme von Depositen zur Aufbewahrung oder Verwaltung; n) die Gewährung von Darlehen auf Lagerscheine; o) die zeitweilige Anlage von Bargeld in anderen akkreditierten Bankinstituten; p) die Besorgung der Kassengeschäfte jener Landesfonds, welche der Landesausschuß bestimmt; r) überhaupt die Besorgung von Geschäften der Landeskasse, insoweit dies der Landesausschuß anzuordnen findet; s) den Ankauf von Realitäten, aber nur zum Zwecke: 1.) der eigenen Benützung, 2.) der Sicherstellung eigener Baukfordernngen. Ausgeschlossen von dem Wirkungskreise der Landesbank ist: a) jeder Warenhandel für eigene oder fremde Rechnung; b) die Akzeptation von Wechseln und die Gewährung von Biankokrediten; c) der Kauf und Verkauf auf Zeit von Wertpapieren, welche dem Kurse unterliegen, sowie die Übernahme einer Haftung für derartige Geschäfte. Für die Geschäfte der Landesbank übernimmt das Land Krain die Haftung. Die Krainifche Landesbank soll unter der Oberaufsicht des Landtages und der direkten Kontrolle des Landesausschusses von einem Kuratorium und einem Direktorium unter Mitwirkung der leitenden Beamten und der Revisoren und Zensoren verwaltet werden. Der Landesausschuß entsendet zur Ausübung seines Aufsichtsrechtes einen ständigen Kommissär. Die Regierung kann zur Ausübung der Staatsaufsicht ebenfalls einen Kommissär entsenden. Aus Stabf und Land. Gottschee. (Päpstliches Bischofsjubiläum.) Am 16. November feierte Papst Pins X. das 25 jährige Jubiläum seiner Weihe zum Bischof. Der Papst hatte den Wunsch ausgesprochen, die fünfundzwanzigste Wiederkehr dieses Tages in aller Stille zu begehen, weshalb weder im Vatikan noch in der Peterskirche festliche Veranstaltungen stattfanden. Wohl aber geziemt es sich, daß wir als treue Katholiken des Oberhauptes der Kirche Christi wenigstens im Gebete gedenken. Deshalb wird über Anordnung des fürstbischöflichen Ordinariates in der ganzen Diözese Samstag den 20. November abends in allen Pfarr- und Knratkirchen mit allen Kirchenglocken geläutet werden. Am folgenden Sonntage, 21. November, wird in den Pfarren, wo wenigstens zwei Priester angestellt sind, der Hauptgottesdienst mit einem gesungenen Amt (missa voliva dess.Trinitate cum Ql. et Cr. atque cum collecta pro Pon-tifice sub una conclusione) abgehalten, in Kirchen aber, wo dies nicht möglich oder nur ein Priester angestellt ist, die Tagesmesse cum oratione pro Papa zelebriert werden. In beiden Fällen wird während der Messe das Allerheiligste ansgesetzt sein, nach derselben das Te Deum mit wenigstens drei Strophen gesungen und zum Schluß der Segen mit dem Allerheiligsten ritu Romano gegeben werden. eil. ser rn, etze m- ft), in lo= >st- >ng W, tett Der ch- :n; 'On tut ute en- che vn ng >on ■«9 iu| eg. )en ten rs- )er on mf en, iin cht [eg ng tet lg. 6. ter nt, zu st- aß ns st- en en io. Lt sa ti- ieg sie en ich en ntö — (Vom politischen Dienste.) Der k. k. Bezirkssekretär der hiesigen Bezirkshauptmannschaft .Herr Johann Marko ist in gleicher Eigenschaft zur Landesregierung in Laibach versetzt worden; an seine Stelle kommt der k. k. Regiernngskanzlist Herr Julius Paidasch zur Bezirkshauptmannschaft Gottschee. — (Ernennung itn P o st dienst e.) Zum Postamtspraktikanten wurde der Gymnasialabiturient Herr Richard Krau-land ernannt. Vor kurzem ist auch der Gymnasialabitnrient Herr I. Krobath (Malgern) als Praktikant in den Postdienst eingetreten. — (Meuterei und Aufruhr im liberalen Lager.) Krieg ist ausgebrochen, Krieg, nicht zwischen den Liberalen und den Christlichsozialen, sondern zwischen den Liberalen gemäßigter Richtung in der Stadt und den mit den radikalen Städtern verbündeten Liberalen auf dem Laude (Deutsche Bauernpartei). Schonungslos schießt und feuert man aufeinander, daß es kracht und die Fetzen nur so herumfliegen. Die „Nachrichten" zumal haben sich zu einem förmlichen Hetzorgan gegen die Stadt ausgewachsen, ans die sie, bezw. die liberale Bauernpartei, ihre Bannflüche schleudern. Wer objektiv die im gegnerischen Lager entstandene Konfusion und den unglaublichen Wirrwarr betrachtet, bekommt unwillkürlich den Eindruck, daß es sich dabei hauptsächlich um den Ausbruch des politischen Größenwahnes einiger ländlicher Gernegroße und unfähiger Ehrgeizlinge handelt, die unser Ländchen in ein Chaos nmwandeln möchten. Hinter dem ganzen wüsten Getreide und der anwidernden Hetze steckt natürlich als Drahtzieher wieder jener Unheilsmensch in Gottschee, der überall seine Hände dort im Spiele hat, wo es gilt, die Leute bald konfessionell, bald politisch oder wirtschaftlich auseinander zu hetzen, in dem entstandenen Wirrwarr emsig im Trüben zu fischen und bei heraufbeschworenem Zank, Hader, Streit und Prozessen seinen weiten Sack zu füllen. Auch gilt es diesmal, Rache, bittere Rache dafür zu nehmen, daß es die Stadt Gottschee verschmäht hat, bei den heurigen Gemeindewahlen einen seiner famosen Strohmänner auf den kurulischen Stuhl zu setzen und sich vor Hanö Jonke und Genossen demütigst zu verneigen. In dem grotesken Feldzuge, den die liberalen Gruppen gegenwärtig gegeneinander führen, kommt so nebenbei für manchen auch der wohlverdiente zahlende Tag. So wurde jüngst in einem radikalnationalen Blatt ein hiesiger Radikaler, der sich vor zwei Jahren durch seine rohen Bübereien gegen die Christlichsozialen ganz besonders hervortat, wie ein nichtsnutziger Gassenjunge förmlich moralisch geohrfeigt und mit Ruten gestrichen. Dieser Patentdeutsche, hieß es in dem Blatte, eigne sich nur als Anstifter von Unruhen und zum Anführer der johlenden Gassenjugend, wenn es nämlich gelte, Gottschee in Mißkredit zu bringen. In den Papierkorb mit dem unfähigen Manne, der nur zum Kritisieren und Schimpfen beim Bier-oder Weintisch tauge! —Eine böse Geschichte das, wenn man von seinen eigenen Parteigenossen oder Parteiverwandten, noch dazu in einem radikalen Blatte, so schonungslos gegeißelt und an den Pranger gestellt wird! Wie man sieht, geben unsere politischen Gegner jetzt einander keinen Pardon und stellen einander aufs gründlichste bloß. Wenn es sich hiebei bloß um eine gegenseitige politische Selbstzerfleischung und Selbstabkragelnng handelte, so könnten ivir Christlichsozialen uns schadenfroh die Hände reiben und ins Fäustchen lachen. Da aber auch die wirtschaftliche und nationale Wohlfahrt unseres Ländchens mit ans dem Spiele steht, so unterdrücken wir lieber das Gefühl der Schadenfreude und sprechen die Hoffnung aus, daß der zwischen den liberalen feindlichen Brüdern ausgebrochene Krieg ein Reinigungsfeldzug sein werde, in dem schließlich auch bei unseren politischen Gegnern jveife Mäßigung und gesunder Menschenverstand siegen werden über Unvernunft, Narretei, Krakeel und Bosheit. Was aber die wirtschaftlichen Gegensätze anbelangt, die jetzt besonders betont werden, so liegt es im Wesen des christlichsozialen Gedankens, Klassenkämpfe womöglich einzuschränken und ans einen gerechten und billigen Ausgleich vorhandener Gegensätze hinzuarbeiten. Auf jeden Fall sollte jenen gewissenlosen Hetzern und Zündlern endlich einmal gründlich das Handwerk gelegt werden, die sich, bar jeder Vaterlands- und Heimatsliebe, nicht scheuen, verheerende Brandfackeln in unser Ländchen zu schleudern, um so ihrem wahnsinnigen Ehrgeiz und ihrer niedrigen Rachsucht Befriedigung zu verschaffen. — (Verständigungsausschuß.) Der Verständigungs-ausschuß hat bei der Landesregierung Gesuche überreicht, welche die Schaffung einer Staatstechniker- und einer Forsttechnikerstelle bei der Bezirkshauptmannschaft Gottschee zum Gegenstände haben. Staatstechnikerstellen bestehen in Krain bei den Bezirkshaupttnann-schaften Adelsberg, Gnrkfeld, Krainburg und Rudolfswert. Da die Intervention eines staatstechnischen Organes von Laibach her infolge der Überbürdnng der dortigen Staatstechniker meistens sich länger verzögert und für die Interessenten überdies kostspieliger zu stehen kommt, so wäre es für die Industriellen und Gewerbetreibenden des Bezirkes sehr wünschenswert, wenn die hiesige Bezirkshauptmannschaft ein staatstechnisches Organ zugewiesen bekäme, wie dies ja auch schon vor Jahren in Aussicht gestellt, aber bisher noch nicht verwirklicht worden ist. Während ferner bei den Bezirkshauptmannschaften in Adelsberg, Rudolfswert, Loitsch und Radmannsdorf Forsttechnikerstellen systemisiert sind, entbehrt der politische Bezirk Gottschee, obwohl er einer der waldreichsten des Landes ist, eines forsttechnischen Organes. Es sei darauf hingewiesen, daß die Herrschaften Gottschee, Reifnitz, Auersperg und Ortenegg allein gegen 19.000 Hektar Wald besitzen, wozu noch das Waldgebiet der mittleren und kleineren Besitzer (etwa 8000 bis 10.000 Hektar) hinzukommt. Die Ausfuhr an Merkantilholz und Holzkohle beträgt im Bezirke jährlich mehr als 1400 Waggons. Eine intensive Fürsorge für die Erhaltung der Waldbestände ist also gewiß notwendig, damit unser Gebiet nicht allmählich verkarstet und noch wasseräriner wird, als es ohnehin schon gegenwärtig ist. '— (Geschworenenauslosung.) Beim k. k. Kreisgericht in Rudolfswert wurden für die letzte diesjährige am 29. d. M. beginnende Schwurgerichtsperiode u. a. als Hauptgeschworene ausgelost die Herren: Franz Ja klitsch, Kaufmann und Wirt in Unterdeutschau; Alois Eisenzopf, Wirt und Fleischhauer in Altlag; Josef Bachmayer, Schmied in Gottschee. — (Amnestie für Stellungsflüchtlinge.) Wir erinnern hiemit daran, daß für Amnestiewerber, die wegen einer vor dem 2. Dezember 1907 begangenen Stellungsflucht, bezw. wegen einer vor dem 2. Dezember 1907 begangenen Nichtbefolgung eines Militäreinberufungsbefehles (erste Desertion) verfolgt werden oder deshalb eine Verfolgung zu gewärtigen haben, der Amnestietermin am 1. Dezember 1909 abläuft, d. H. die Untersuchung und Strafe wird nur in dem Falle nachgesehen, wenn der Amnestiewerber bis längstens 1. Dezember 1909 (als Stellungsflüchtling) sich bei der Bezirkshauptmannschaft seiner Heimatgemeinde, bezw. (als Deserteur) bei einer inländischen politischen oder Militärbehörde wegen Einbeziehung in die allerhöchste Amnestie persönlich meldet. — („Nachrichten" und Kon. Aufsatze, der mehr von kecker Anmaßung als von solider Sachkenntnis zeugt, wird in den „Gottscheer Nachrichten" vom 14. d. M. für den zu gründenden Ankaufs- oder Konsumverein eine Lanze gebrochen. Nach einigen Ausfällen auf die geheimen (liberalen) Gegner der liberalen Bauernpartei, auf den „Öberregissenr der unverbesserlichen Gottscheer Altliberalen" und auf das „hochlöbliche Gremium der Gottscheer Kauf leute" wegen seiner „ebenso plumpen als verständnislosen Anrempelung gegen die geplante Gründung einer An- und Berkaufsgenossenschaft für das Gottscheer Ländchen" wird darauf hingewiesen, daß Abgeordneter Fürst Auersperg selbst es gewesen sei, der in jeder Versammlung seinen Wählern nahegelegt habe, sich auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens zu organisieren. Der Mann, der das geschrieben hat, scheint vom Genossenschaftswesen einen sehr unklaren und verworrenen Begriff zu haben, sonst müßte er sich bewußt sein, daß es geradezu eine Beleidigung für den Abgeordneten von Gottschee ist, wenn man sich auf ihn als vermeintlichen Anwalt eines völlig aussichtslosen Konsumvereines beruft. Beim ersten österreichischen landwirtschaftlichen Genossen* um vere in.) In einem schaftstage in Wien (1906), an dem auch Fürst Auersperg teilnahm, beantragte der Slowene Ivan RoLman, der landwirtschaftliche Genossenschaftstag möge anerkennen, daß die Konsumvereine ein wichtiges Mittel zur Verbesserung der Konsumtion der Landwirte und deshalb auch auf dem flachen Lande zu empfehlen feien. Dieser Antrag wurde verworfen und es wurden nur Bezugs- und Absatzgenossenschaften, die sich mit landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln im engeren Sinne des Wortes (also unter Ausschluß von Kolonialwaren und dergleichen) und dem gemeinsamen Absatz landwirtschaftlicher Produkte befassen, empfohlen. Statt das Genossenschaftswesen in Gottschee in die Bahn gesunder, ruhiger Entwicklung zu lenken, will die liberale Bauernpartei mit einer förmlichen Kampforganisation beginnen, noch dazu ohne tüchtige Offiziere und ohne eine irgendwie geschulte Mannschaft; denn bei uns muß das Landvolk für den genossenschaftlichen Gedanken und für die genossenschaftliche Betätigung erst erzogen werden. Wenn die Sache dann unvermeidlich schief geht, werden die Obermacher sich sachte davon drücken und es wird Ausreißer und Fahnenflüchtige genug geben. So geht es eben, wenn ein paar unfähige ländliche Demagogen, verführt von gehässigen Einflüsterungen aus gewissen Kreisen der Stadt, gescheiter zu sein wähnen als die gediegensten Kenner und hervorragendsten Vertreter des Genossenschaftswesens in Österreich. — (Errichtung eines Handelskurses an der Fachschule in Gottschee.) Seine Exzellenz der Herr Minister sür öffentliche Arbeiten hat bis auf weiteres die Abhaltung eines zehn-monatigen Handelskurses an der k. k. Fachschule für Holzbearbeitung in Gottschee genehmigt. Der Handelskurs hat den Zweck, der Volksschule entwachsenen Jünglingen und Mädchen solche Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie befähigen, sich im Handels- oder Fabrikskontor, in Kanzleien oder anderen Betrieben als brauchbare Hilfskräfte verwenden zu lassen. Dieser Handelskurs dauert zehn Monate (vom 16. September bis 15. Juli) und darin werden nachstehende Unterrichtsgegenstände mit folgendem wöchentlichen Stundenausmaße gelehrt: I. Pflicht-Lehrgegenstände: 1.) Korrespondenz und Kontorarbeiten, 2 Stunden. 2.) Kaufmännisches Rechnen und Buchführung, 3 Stunden. 3.) Maschinenschreiben, 2 Stunden. 4.) Stenographie und Kalligraphie, 2 Stunden. 5.) Handels- und Wechselkunde, Gesetzkunde, 6.) Handels- und Verkehrsgeographie, 7.) Gesundheitslehre, erste Hilfe, Hygiene usw. je 1 Stunde. II. Wahlfreie Sehr-gegenstände: 8.) Turnen, 9.) französische Sprache und 10.) Gesang (eventuell) je 1 Stunde. — (Deutscher Schulv erein.) Der Deutsche Schulverein hat nach dem jüngsten Ausweise (Novemberheft des „Getreuen Eckart") einen Errichtnngs- und Erhaltungsbeitrag bewilligt für die neue Vereinsschule in Wertschitsch (am Ostrande der Gottscheer Sprachinsel), dann einen Beitrag sür die Schulwasserleitung in Göttenitz, ferner sür Schulbänke sür Nnterwarmberg. Lehr« und Lernmittel wurden bewilligt u.a. für San genton und Suchen. Für die Fachschule sür Tischlerei in Gottschee wurden acht Freiplätze (Stndienuuterstützungen) bewilligt. Der neue deutsche Kindergarten in SchaIkendorf (Gottschee) erhielt einen Unterstützungsbeitrag. — (Tod essa ll.) Am 5. November starb in Feldkirch in Vorarlberg der Fabriksbesitzer Herr Richard Gaßner im 69. Lebensjahre. Der Verstorbene ist ein Bruder des Fabriksbesitzers und Handelskammerrates Herrn Andreas Gaßner in Neumarktl. Wilterdorf. (Trauung.) Am 8. November wurden Johann Köstner aus Kerndorf Nr. 14 und Josefa Pe tfchaner aus Rain Nr. 11 getraut. — (Ster befall.) Am 8. November ist die 81jährige Auszüglerin Ursula Tscherne in Obrem Nr. 16 verschieden. Wejsektak. (Neue freisinnige Bauernpartei.) Am vergangenen Sonntag wurde hier eine Pfarrgrnppe der liberalen deutscheu Bauernpartei, ein Gegenstück des christlichsozialen Bauernbundes, gegründet. Zum Obmanne wurde Matthias Ja klitsch von Büchel gewählt, der sich der freisinnigen Sache wärmstens annahm und die Werbetrommel fleißig rührte. Ganz gut! Jaklitsch ist ein weitblickender Mann und seine Spekulation geht weiter als der Verstand mancher seiner Genossen, der nur so weit reicht, als der Schatten ihrer Nase. Als General der roten Gilde wird nun Jaklitsch Gelegenheit und Zeit finden, das freisinnige Wasser zn sammeln und auf seine Mühle zu lenken, um bei der bevorstehenden Gemeindewahl im Frühjahre das Ruder des Gemeindeschiffleins an sich zu reißen. Warum soll ein „Dörfler" nicht einmal der Lenker des Gemeindewesens sein? Der Salonbauer und Festredner von Mosel durfte natürlich nicht fehlen. An Seitenhieben auf die „Klerikalen" fehlte es selbstverständlich nicht, denn die Katze läßt das Mausen nicht. Hans, strenge dich nicht so an, du könntest noch deine Stimme verlieren und das „Malheur" ist fertig I Es sind ja lauter Luftstreiche, denn Christlichsozial ist Trumpf. Mit tiefer Baßstimme beteuerte er, es liege ihm nichts mehr am Herzen als die wirtschaftliche (?) Verbesserung und Hebnng des Gottscheer Bauernstandes. Einige Zuhörer schmunzelten hinter seinem Rücken und flüsterten sich gegenseitig ins Ohr: „Arzt, hilf dir.selber!" Köstlich! Wie können Leute, denen das Wasser schon in den Mund rinnt und die heute ober morgen von der Bildfläche des wirtschaftlichen Lebens verschwmben werben, anberen wirtschaftlich auf bie Beine helfen! Das Hemb liegt einem boch näher als ber Rock. — Eine Ein- unb Verkaufsstelle vou landwirtschaftlichen und Konfumartikelu wird hier auch gegründet werden, nämlich eine Filiale des Konsumvereines in Gottschee. Es ist ihr wohl kaum ein langes Leben zu prophezeien. Die Liberalen von Altlag und Malgern wollen von der neuen Bauernpartei und vom Konsumverein nichts wissen. Die Nesseltaler hält man sonst immer für die aufgewecktesten Gottscheer; diesmal werden sie aber um mehr als eine Nasenlänge hinter den Loagarn an Einsicht Zurückbleiben. Und das hat mit ihrem Singen Die Lorelei von Mosel getan! Höermöset. (Moderne Übersiedlung.) Herr Rudolf Eisenzopf bestellte sür seine am 22. November erfolgte Übersiedlung nach Wien vom Spediteur W. Dworrak junior in Wien einen mit 2500 kg tarierten Möbelwagen, in welchem seine gesamte Einrichtung wohlverpackt mit drei paar Pferden zur Bahn geführt und auf einen Waggon geladen wurde und in Wien auf gleiche Weise direkt zur Wohnung gebracht wird. Die Einrichtung erfährt infolgedessen feine Überpackung und mithin fast keine Beschädigung. Der Transport von Obennösel bis loco Quartier Wien kostet bei 500 K. — (Nach Lovrana) ist am 4. November der an Bronchialkatarrh erkrankte Herr Oberlehrer Kranland abgereist. — (Schillerseier.) Zu Ehren der Wiederkehr des 150. Geburtstages des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller fand am 10. November für die Schulkinder eine Schillerfeier statt. Wiedermösek. (Es starb) am 2. November die 70jährige Inwohnerin Witfrau Maria Köstner, vulgo Krnmpeleisch Nr. 36, an Wassersucht und am 8. November die 66 jährige Gertrud Jonke, vulgo Micheisch Nr. 29, an Lungenlähmung. Merdreng. (Feuerspritze.) Am 10. November wurde die bei der Firma Konrad Rvseubauer in Linz um 1450 K gekaufte zweirädrige Schraubspritze „Triumph" von ber Bahn in Gottschee, mit Kränzen unb beutscheu Farbenbändern geschmückt, nach Verdreng überführt. Grafeilfekd. (Sterbefall.) Am 8. d. M. starb hier nach mehrjährigem schweren Leiden Fran Karoline K oll mann geb. Kap sch, Gattin des Gastwirtes und Realitätenbesitzers Herrn Joh. Kollmann, in ihrem 57. Lebensjahre. Sie ruhe in Frieden I Schaklrerrdorf. (Gemeinb ew a h l.) Infolge besWahlprvtestes ber Liberalen würbe von ber Behörbe bie abermalige Neuwahl im ersten Wahlkörper angeorbitet, bie am 4. b. M. in Schalkendorf stattfand. Es wurden gewählt die Herren: Franz Schober aus Klindms, Alois Schleimer und Josef Jaklitsch aus Zwischlern, Josef Fink, Matthias König und Joses Perz aus Schalkendorf; als Ersatzmänner die Herren: Johann Kropf ans Zwischlern, Martin Jeschelnigg und Josef Kropf aus Schackendorf. Die liberalen Gegenkandidaten blieben in der Minderheit. Von liberalen Wählern wurde während der Vornahme der Wahl laut darüber Klage geführt, daß durch die zweimalige Wahl der Gemeinde unnötige Kosten verursacht würden. Die Herren übersahen dabei, daß diese Kosten nicht von den Christlichsozialen, sondern ausschließlich nur von den Liberalen selbst der Gemeinde verursacht wurden, da die abermalige Vornahme der Wahl nur infolge des Wahlrekurses der Liberalen von der Regierung angeordnet wurde. Der Wahlsieg hat um so größere Bedeutung, als von den Liberalen alles Mögliche anfgeboten worden war, um die „christlichsoziale Hochburg" zum Falle zu bringen. Ein paar liberale Wähler, die sich des Hausierhandels halber bereits in weit entfernten Ländern (Schlesien, Ungarn) befanden, waren trotz der weiten Entfernung zur Wahl gekommen; es nützte ihnen aber doch nichts. Auch der wiederholte Wahlprotest wird den Gegnern schließlich nichts helfen; der endliche Sieg wird nicht auf ihrer Seite sein. Höttemh. (Sterbefall.) Am 10. d. M. starb hier Josef Stampfl Nr. 20 nach siebenjähriger Gichtkrankheit im Alter von 77 Jahren. Er ruhe in Frieden! — (Der neue Jagdpächter) der hiesigen Gemeindejagd, Herr A. Traenkl, ist für die Winterzeit wiederum in seine Heimat nach England zurückgekehrt. — (Von der Dampf sä ge.) Herr Josef Spörk aus Liebenau bei Graz, der bei der Dampfsäge in Kaltenbrunn durch zwei Jahre den Maschinistendienst besorgte, hat hier seinen Dienst aufgegeben und einen solchen bei der Dampfsäge in Nesseltal angenommen. Der Genannte ist ein tüchtiger Fachmann und war bei der Bevölkerung hier sehr geachtet. Wchermoschnitz. (Auszeichnung. — Unglücksfälle.) Am 21. Oktober wurde bei uns eine seltene Feierlichkeit gefeiert. Der hiesige Wachtmeister Herr Kovačič wurde für seine langjährige gewissenhafte Pflichterfüllung von Sr. Majestät mit dem silbernen Verdienstkreuze ausgezeichnet. Am genannten Tage wurde um zehn Uhr eine heil. Messe gelesen, dann versammelten sich die Teilnehmer an der Feierlichkeit, nämlich die k. k. Gendarmerie, mehrere Anverwandte der Familie Kovačič, alle hervorragenden Mitglieder der Gemeinde unter der Linde vor der Kirche, wo ein Bild Seiner Majestät des Kaisers aufgestellt war. Nach einer erhebenden Ansprache heftete der k. k. Gendarmerie-Oberleutnant dem Ausgezeichneten das Kreuz an die Brust. Nachdem dieser gedankt mit der Bitte, man möge seinen Dank auch an die Stufen des allerhöchsten Thrones gelangen lassen, endete die im Freien abgehaltene, sehr erhebende Feier mit der Defilierung der k. k. Gendarmerie vor dem Herrn Oberleutnant und dem eben dekorierten Herrn Wachtmeister. Mittags lud der Herr Wachtmeister die Teilnehmer zu einem gemütlichen Bankett in den Räumen des Herrn Matth. Samide, das einen frohbewegten Verlauf nahm und mit einer fröhlichen Tanzunterhaltung endete. — Am Allerseelentage vormittags ging das zweijährige Mädchen des Besitzers M. M. in Drandul aus dem Haufe von seinen Eltern hinaus, angeblich zu den Geschwistern, um zu hüten. Von diesem Augenblicke ist es verschwunden. Die Heimischen suchten es den ganzen Tag, alle Bewohner die ganze Nacht, einen Tag darauf war auch die Gendarmerie auf der Suche — alles umsonst. Am vergangenen Sonntag wurden die Bewohner der benachbarten Dörfer von der Kanzel ersucht, es möge ein jeder in seinem Anteile, das er genau kennt, nachsuchen — ohne Erfolg. Das Kind ist verschwunden, als ob es die Erde verschlungen hätte. Einige Töplitzer Jäger, die an diesem Tage in der Gegend auf der Jagd waren, sollen ein Weinen gehört haben, kümmerten sich aber merkwürdigerweise nicht darum. Wasser gibt es in der Nähe nirgends, Abgründe, wenigstens soweit ein Kind kommen könnte, auch keine, so daß sein Verschwinden rätselhaft erscheint, um so mehr, da man Zigeuner auch schon längere Zeit hier nicht gesehen hat und das Kind bis heute (13. November) nicht lebend, nicht tot zu finden ist. — Man hat bis jetzt allgemein geglaubt, daß man im Herbst, wenn schon einmal Reif gefallen ist, auch auf Klee weiden darf. Heuer ist dieser Glaube bei uns Lügen gestraft worden. Am vergangenen Sonntag ist bereits das dritte Stück Vieh umgestanden. Möchten doch die Leute durch fremden Schaden endlich klug werden! Höeröuchberg. (Eine Tirolerkolonie.) Bekanntlich hat die Gastwirtin Frau Magdalena Kump aus Nesseltal ihren hiesigen Besitz, bestehend aus vier Bauernhuben, an den Tirolerbauer Klieber aus Obermiming im Oberinntal um 24.000 K verkauft. Herr Klieber ist kürzlich mit seiner Familie und einem ansehnlichen Viehstande hier angekommen und hat die Bewirtschaftung seines Anwesens übernommen. Der biedere Tirolerbauer gedenkt eine Schäferei und Käserei zu errichten. Oberbuchberg ist nun durchwegs tirolisch. Herr Klieber kann daher von seiner neuen Heimat mit dem tirolischen Dichter Reimmichel mit Fug und Recht also fingen und sagen: „Tirol ist lei oans, Ist a Landl a kloans. Ist a schians, ist a feins Und das Landl ist rncms." Witteröuchöerg. (Für die Abbrändler in Mitterbuchberg.) Ausweis über das an die k. k. Bezirkshauptmannschaft abgeführte Ergebnis der zu Gunsten der Abbrändler von Mitterbuchberg eingeleiteten Sammlung. Spende der Pfarrämter Nesseltal (erstes Ergebnis) K 6216, Masern 10-28, Mosel 19 54, Altlag 4415, Mitterdorf 7'—, Unterdeutschau 12'20, Ebental 10 71, des Gemeindeamtes Morobitz 5'—, der Pfarrämter St. Gregor 15'—, Laserbach 12'50, Niederdorf 7'—, Nesseltal (zweites Ergebnis) 190'—, Reifnitz 10; der Gemeindeämter Nesseltal (zweites Ergebnis, hievon 100 K Spende der Sparkasse in Gottschee) 102'—, Unterdeutschan 3837, Obergras 21'36, Nesseltal (drittes Ergebnis) 22'—, Altlag 30'—, Tiefenbach 5'—, des Gemeindeausschusses Möse! 20'—; Gesamtsumme K 825'47. Bei einmaliger Einschaltung koste, die mergefpaltene _ , ,. v,e Anze.gengebuhr ist be einmal,ger E,nschal.ung Kleindrutfzeile oder deren Kaum ,0 Heller, bei mehrmaliger üt4**AtAAM ?le.ch be, Bestellung, be, ™^rnal,ger oorJ« 3me, en E,r. Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes fl fl/K I fl K II . Haltung zu erlegen. - ®s tmrb WM£ erfuchN bei Seste.« Zahr wird eine zebnxrozentige, bei solchen'durch bas ganze I-Hr J III6VIMVH* lungen von den m unserem B atte angezo-gten 5-rmen sich steteine zwauzigxrozentige Ermäßigung gewährt. *“* . aus den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Gottscheer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 41A%. „ „ Hypothekardarlehen 5 %. „ „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5Va /%. * fiauseerkaiif. * In Unterlag ist ein großes Bauernhaus mit Wirtschaftsgebäuden und 42 Joch Grund feil. — Nähere Auskünfte erteilt Alois Ruppe, Unterlag Nr. 4. verein der Deutschen a.6omchee = in Wien. = Sitz: i., Rauhen steingaffe Hr. 5. wohin alle Zuschriften zu richten sind und Landsleute ihren Beitritt anmelden können. Zusammenkunft: Jeden Donnerstag im Wereinstokate „Zum roten Jgek", I., Akörechtspkatz Ar. 2. Ein verläßlicher Bursche wird als Verkäufer und zugleich Schankbursche in Laibach aufgenommen. Nähere Auskunft erteilt die Administration dieses Blattes. Mit „Keil-Lack" streiche ich seit Jahren Den Fußboden — denn das heißt sparen; Und für Parketten reicht 'ne Büchse Alljährlich von Keil's Bodenwichse. Waschtisch und Türen streich ich nur Mit weißer Keilischer Glasur. Für Kücheumöbel wählt die Frau Glasur in zartem lichten Blau. 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